Eine Konferenz in Qatar

Micah Halpern, 1. Juni 2004

Das Problem ist nicht der Islam. Die muslimischen Führer sind das Problem!

Wie andere monotheistische Religionen ist der Islam eine Tradition. Islamische Lehren bieten zwei sehr deutliche und sehr unterschiedliche Herangehensweisen an den Umgang mit der nicht gläubigen Welt. Eine Orientierungsvorgabe ist die der Wärme und aufeinander zuzugehen. Die andere tritt für ein Verhalten von Argwohn und Distanz. Es sind die religiösen Führer, nicht die Tradition, die die Vorgabe für den Weg geben, der zu einem bestimmten Zeitpunkt der Geschichte eingeschlagen wird.

In der jüngsten Vergangenheit ist die Vorgabe überwältigend die eine der Angst und Wut gegen alle Außenstehenden gewesen – insbesondere gegenüber Westlern und Juden.

Dafür mache ich nicht den Islam verantwortlich, sondern direkt die Führer des Islam.

Einmal im Jahr wird vom Pontifikal-Rat für inter-religiösen Dialog eine Konferenz organisiert und in Qatar abgehalten. Das Treffen dieses Jahres hat gerade stattgefunden. Der Rat ist ein Ergebnis des Zweiten Vatikanischen Konzils von 1964. Ihm steht Erzbischof Michael Fitzgerald vor, der auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil damit beauftragt worden war den Islam zu studieren. In den vergangenen 40 Jahren ist Fitzgerald der führende Islam-Experte des Vatikans geworden.

Die Versammlung ist ein Treffen islamischer Kleriker und christlicher Geistlicher im Namen des Dialogs. Was auf diesem Treffen geschah stärkt meine Überzeugung, dass der Islam von muslimischen Leitern entführt worden ist (wegen all dessen, was der Begriff heutzutage herauf beschwört und aus ihm geschlossen wird). Was in Qatar geschah vertieft meine Überzeugung, dass es unter heutiger islamischer Führung wenig Hoffnung darauf gibt, dass sich in der mittelbaren und sogar fernen Zukunft irgendetwas ändert.

Die Anhänger des Islam und selbst arabische Christen sind Gefangene ihrer kurzsichtigen und engstirnigen, von Hass erfüllten Führung.

Zur Eröffnung der Konferenz ließ Scheich al Thani, der Emir von Qatar, in seinem Namen eine Rede verlesen. In dieser Rede schlug er vor: „Vielleicht würde es sich lohnen, das Seminar im nächsten Jahr in einen islamisch-christlich-jüdischen Dialog zu öffnen.“ In der Fortführung erklärte er: „Das ist der Weg, wie man anständiges menschliches Leben aufbauen kann, in dem sich Liebe und Toleranz und Gleichheit zum Nutzen der Menschheit durchsetzen.“

Der Botschaft des Emirs von Qatar wurde mit allgemeinem Widerspruch begegnet. Ohne Ausnahme lehnten alle muslimischen religiösen Führer wie auch die christlich-arabischen den Vorschlag ab. „Kann es einen Dialog mit Juden geben, wenn sie immer noch palästinensisches Land besetzen?“, fragten sie. „Würde das nicht die Besatzung absegnen?“, fragte der Mufti von Gaza.

Eine weitere abweichende Stimme machte ihre Ablehnung deutlich, indem sie sagte: „Wir im Patriarchat von Antiochia lehnen das Prinzip des Dialogs mit Juden ab, solange nicht alle Einwohner von Palästina ihre Rechte zurückgewinnen.“

Die Ausnahmen zu diesem Widerspruch waren Erzbischof Fitzgerald und weitere römisch-katholische Vertreter. Erzbischof Fitzgerald stellte – ich vermute in einem Versuch einen Ausgleich zu schaffen – heraus, dass die Kirche einen separaten Dialog mit den Juden führt. Er sagte: „Es ist besser zu versuchen miteinander zu reden als gar nicht miteinander zu reden; aber ich würde zustimmen, dass es bestimmte Bedingungen für das Stattfinden eines Dialogs gibt.“

Der Emir, Scheich al-Thani, ist ein politischer und wirtschaftlicher Führer und hat Qatar erfolgreich in einen sicheren Ort der Weltwirtschaft und des Tourismus verwandelt. Er versteht, wie notwendig es ist Stereotype zu beseitigen und Märkte für jedermann zu öffnen. Er begreift die jüdische Führung wie auch die Bedeutung Israels.

Aber der Emir erwähnte Israel nicht. Er sprach von Juden. So auch die Vertreter des Vatikan. Das ist ein wichtiger Unterschied.

Alle anderen reaktionären Antworten, die Stimmen des Islam und der arabischen Christen, bezogen sich auf Israel.

Religiöse muslimische Führer manipulieren ihre Schäfchen extrem – und nicht in Richtung Mitte. Sie spielen mit den vom Elend Geschwächten und betonen, dass es der Feind ist – der Westen, die USA, Israel, der Jude – der für ihr derzeitiges Leid und die Probleme der Welt verantwortlich ist. Selbst die moderatesten religiösen muslimischen Leiter sind wenig zu Dialog motiviert. Und die, die versuchen Brücken zu bauen oder moderate Haltungen auszudrücken, werden bedroht und eingeschüchtert, als Kollaborateure gebrandmarkt oder sogar ermordet.

Das ist nicht nur im Herzland der muslimischen Welt und dem Nahen Osten der Fall, sondern selbst hier in den USA. Religiöse muslimische Leiter haben sogar Angst öffentliche Versammlungsorte zu besuchen, an denen sie eine Spur von Offenheit ausdrücken oder ihr Schweigen rechtfertigen müssten. Ihre Angst durch Einschüchterung ist real.

Ich bin ein Zeuge, der die Erfahrung selbst gemacht hat. Auf einer Konferenz vor nicht allzu langer Zeit, auf der ich reden sollte, sollte das ursprünglich jemand mit mir zusammen tun. Ein muslimischer Sufi-Imam. Wir sollten über „Muslimische Haltungen zum Terror“ sprechen. Am Morgen der Veranstaltung rief der Imam an und sagte er sei krank, aber er würde einen anderen Imam schicken. Der zweite Imam meldete sich ebenfalls krank. Was war passiert? Ich blieb übrig um muslimische Ansichten zu beschreiben.

Hass auf alles Andersartige und die Ablehnung jeglicher Veränderung – das ist die Welt des extremistischen Islam. Und das wird sich nicht ändern – nicht bis die muslimischen Leiter aufstehen und sagen: „Lasst uns reden.“ Und dann müssen sie stehen bleiben und die Worte anfügen: „Folgt uns in ein neues Zeitalter.“

Ich kann mir nur nicht vorstellen, dass das passiert.

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Das hässliche Gesicht des Islam – Die 10. Sitzung der Islamischen Spitzenkonferenz (2)

Am 15. Oktober 2003 eröffnete der malaysische Premierminister die 10. Sitzung der Islamischen Spitzenkonferenz mit einer Rede, die von allen anwesenden Vertretern der 57 islamischen Staaten frenetisch gefeiert. Am nächsten Tag ruderte der malaysische Außenminister etwas zurück: Das sei alles nicht so gemeint, das sei missverstanden worden usw. Eine Entschuldigung erfolgte nicht.
Die lauwarme Empörung der europäischen Politik – die schon zwei Tage später aus der Öffentlichkeit verschwand – entzündete sich an den antisemitischen Äußerungen der Rede; eine kräftige Verurteilung kam aber durch den Widerstand Frankreichs nicht zustande.
Es scheint aber so, dass ein wichtiger Aspekt der Rede keine Beachtung findet bzw. nicht wahr genommen wird: Der Premier hat praktisch einen Plan vorgelegt, wie Israel vernichtet werden kann. Mit dieser Ankündigung müsste eigentlich ab sofort alles Handeln islamischer Staaten an diesem Ziel und seiner versuchten Umsetzung gemessen werden.

Malysisches Unwohlsein

Irwin N. Graulich, Jewish Indy, 23. Oktober 2003

Wie konnte der Premierminister von Malaysia das große „jüdische“ Geheimnis aufdecken? Diese Geheimoperation im Keller hebräischer Schulen in der ganzen Welt, wo hinter doppelt und dreifach verschlossenen Türen kleinen jüdischen Jungen und Mädchen ein Kurs mit dem Titel „Einmaleins der Weltherrschaft“ gelehrt wird. Juden sind seit Jahrtausenden auf Verschwiegenheit eingeschworen und versprechen, niemals diese streng geheime Information zu verraten. Zurzeit ist eine umfassende interne Untersuchung im Gang, um den Verräter oder Kollaborateur zu finden.

„Heute regieren die Juden die Welt durch Strohmänner. Sie überlebten 2000 Jahre Pogrome nicht durch Zurückschlagen, sondern durch Nachdenken“, erklärte Premierminister Mahathir Mohammed recht kriegerisch. Er erklärte sorgfältig: „Die Juden gewannen die Kontrolle über die mächtigsten Länder und sind zu einer Weltmacht geworden.“ Ein brausender Beifallssturm der Weltführer der Organisation der Islamischen Konferenz folgte.

Die Tatsache bleibt, dass man nur schwerlich erklären kann, wie ein paar Millionen Juden 1,3 Milliarden Muslime intellektuell, technologisch, finanziell, religiös, militärisch und natürlich moralisch schlagen konnten. Was bleibt also noch übrig, das erreichbar ist?

Obwohl der gewaltige 77-jährige Politiker damit schloss, dass „die Muslime sich für einen Endsieg vereinen sollten“, scheint der eigentliche Triumph schon durch die Christen, Juden und Säkularen des Westens erzielt worden zu sein. Wie peinlich für ein Staatsoberhaupt, das nach dem Propheten Mohammed genannt wurde.

Die Kritik an Mahathirs geistesgestörten Ideen war in der westlichen Weltgemeinschaft erstaunlich milde. Immerhin war das nicht irgendein kleiner Diplomat, der Israel auf einer Dinnerparty mit Fäkalien verglich. Aber Präsident Bush verpasste sicherlich eine goldene Gelegenheit seinen Wahlsieg für 2004 praktisch sicher zu stellen.

Die Amerikaner lieben ihre Helden, die sich gegen die bösen Buben stellen. Von John Wayne über Dirty Harry zu James Bond ist die Liebe zur physischen Vernichtung ein Wert in sich. Als Saddams Söhne auf dem Tisch des Gerichtsmediziners mit plastischer Chirurgie für einen bizarres Medienereignis behandelt wurden, da wurde doch auf dem Times Square getanzt und gefeiert.

Hätte George W. Bush öffentlich statt privat bei Premierminister Mahathir vorbei geschaut und ihm eine gute texanische Tracht Prügel verpasst, würden der Iran, Libyen und Syrien ihre Pläne für Massenvernichtungswaffen sofort vernichtet haben. Wann werden die anständigen Weltführer aufhören, Chamberlains Fehler zu wiederholen: zu reden und zu verhandeln? Diese Handlungsweise hat an einem bösartigen Tisch keinen Platz.

Dieser impotente malaysische Potentat hat 22 Jahre lang eine Diktatur geführt und hatte die Chutzpe Amerika, Australien und Großbritannien regelmäßig zu kritisieren. Sein einziger Grund für Berühmtheit war ein kurzer wirtschaftlicher Erfolg der malaysischen Wirtschaft, der letztlich in die Hosen ging. Er reiht sich in die Progressiven der Sorte Adolf Hitler ein, die ebenfalls kurzzeitige wirtschaftliche Siege erzielten.

Da die 1,3 Milliarden Muslime der Welt praktisch in wirtschaftlichem Versagen leben, ist es kein Wunder, dass jemand, der nun die Juden und den Westen für alle Fehlschläge verantwortlich macht, ernst genommen wird. Es muss für die über eine Milliarde Menschen im Nahen Osten und Asien schwer sein, in den Spiegel zu sehen und die wirklichen Gründe für ihre Probleme zu sehen. Andere für die eigenen Schwächen verantwortlich zu machen ist eine kindliche Qualität der meisten verabscheuungswürdigen Länder.

Aber schlimmer als ein unterbelichteter Premierminister ist ein Auditorium von 126 vergleichbaren Staatschefs, die 57 weitere muslimische Staaten führen und die alle den malaysischen Schmähungen applaudieren. Aus dem Hintergrund sah Kofi Anan respektvoll zu, dessen Schweigen natürlich betäubend war. Besonders bemerkenswert war Hamid Karzai, der die Rede „sehr korrekt“ nannte. Die US-Administration sollte auf der Stelle seine Secret Service-Schutzgruppe abziehen. Und wir hörten Geräusche vom pharaonenhaften ägyptischen Außenminister Ahmed Maher, der seine Experten-Analyse der Rede hinzufügte: „eine sehr, sehr weise Bewertung“.

Obwohl Dr. Mahathir die „verdammte militante (muslimische) Gewalt im Nahen Osten als sinnlos“ charakterisierte, „weil sie nichts erreicht hat … d.h. seit mehr als einem halben Jahrhundert haben wir um Palästina gekämpft und nichts erreicht“, ist die Schlussfolgerung offenbar: Die militante Gewalt ist nicht moralisch falsch; sie war nur falsch, weil sie das Endziel verfehlte.

Während die Stimme des Premierministers mit seiner Aufregung stieg, erklärte er durch überaus brillante Einsicht, dass „natürlich die Juden die Welt beherrschen. Schaut nach Amerika. Sie kontrollieren alle Firmen. Die Politiker brauchen ihr Geld, also unterstützen sie Israel.“ Wie bekam Mahathir Mohammed Wind von Bill Gates’ Bar Mitzvah-Feier und Warren Buffets Briss (jüdische Beschneidung)?

Das ist weiterer Beleg dafür, dass…

Das hässliche Gesicht des Islam – Die 10. Sitzung der Islamischen Spitzenkonferenz (1)

Am 15. Oktober 2003 eröffnete der malaysische Premierminister die 10. Sitzung der Islamischen Spitzenkonferenz mit einer Rede, die von allen anwesenden Vertretern der 57 islamischen Staaten frenetisch gefeiert. Am nächsten Tag ruderte der malaysische Außenminister etwas zurück: Das sei alles nicht so gemeint, das sei missverstanden worden usw. Eine Entschuldigung erfolgte nicht.
Die lauwarme Empörung der europäischen Politik – die schon zwei Tage später aus der Öffentlichkeit verschwand – entzündete sich an den antisemitischen Äußerungen der Rede; eine kräftige Verurteilung kam aber durch den Widerstand Frankreichs nicht zustande.
Es scheint aber so, dass ein wichtiger Aspekt der Rede keine Beachtung findet bzw. nicht wahr genommen wird: Der Premier hat praktisch einen Plan vorgelegt, wie Israel vernichtet werden kann. Mit dieser Ankündigung müsste eigentlich ab sofort alles Handeln islamischer Staaten an diesem Ziel und seiner versuchten Umsetzung gemessen werden.

Ein zusätzlicher Tipp: Die Frankfurter Rundschau, die sonst lieber das israelfeindliche Geschreibsel einer Inge Günther abdruckt, hat einen sehr interessanten, aufschlussreichen und gut geschriebenen Artikel von Matthias Küntzel veröffentlicht, der die Wirkungen der Mahathir-Rede und der Veröffentlichungen des Großscheichs der Al Azhar-Universität in Kairo analysiert: Wer Antisemitismus sät, wird Dschihad ernten.

Rede des Premierministers von Malaysia, dem Ehrenwerten Dato Seri Dr. Mahathir Bin Mohamad, zur Eröffnung der zehnten Sitzung der islamischen Spitzenkonferenz im Putrajaya Konferenz-Zentrum, Putrajaya, Malaysia, am Donnerstag, 16. Oktober 2003 um 10.00 Uhr

Übersetzung: Katrin Kemmler, Oktober 2003
Anmerkung: Ummah ist die islamische Gemeinschaft, Jahilliah sind die Unwissenden

Alhamdulillah, Gepriesen sei Allah, durch dessen Gnade und Segen wir, die Führer der Länder der Organisation der Islamischen Konferenz heute zusammengekommen sind um einen Kurs für die Zukunft des Islam und der weltweiten islamischen Ummah zu beraten und hoffentlich auszuhecken.

Im Namen der Regierung und der Menschen vieler Rassen und Religionen Malaysias, möchte ich ein warmes Willkommen an alle und jeden dieser Zehnten Sitzung der islamischen Gipfelkonferenz in Putrajaya, Malaysias Verwaltungshauptstadt, richten.

Es ist wirklich eine große Ehre für Malaysia, diese Sitzung zu veranstalten und den Vorsitz der Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) zu übernehmen. Ich danke den Mitgliedern für ihr Vertrauen in Malaysias Vorsitz.

Ich möchte auch meine besondere Achtung bezeugen gegenüber dem Staat Qatar, im Besonderen gegenüber seiner Hoheit, Scheich Hamad Bin Khalifa Al-Thani, dem Emir des Staates Qatar, für seine Verwaltung unserer Organisation während der letzten drei Jahre.

Als Gastgeber ist Malaysia dankbar für den hohen Teilnahmegrad der Mitgliedsländer. Das demonstriert deutlich unser fortgesetztes und beständiges Vertrauen in und Engagement für unsere Organisation sowie unseren kollektiven Wunsch und Entschlossenheit, unsere Rolle für die Würde und Unterstützung der Ummah zu stärken.

Ich möchte auch die Führer und Repräsentanten der vielen anderen Länder willkommen heißen, die aufgrund ihrer substantiellen muslimischen Bevölkerung Beobachter dieses Treffens zu werden wünschen. Ob sie Muslime sind oder nicht, ihre Anwesenheit bei diesem Treffen wird zu einem besseren Verständnis von Islam und den Muslimen verhelfen, und so helfen, die Auffassung von Islam als einer Religion der Rückständigkeit und des Terrors zu widerlegen.

Die ganze Welt schaut auf uns. Gewiss setzten 1,3 Milliarden Muslime, ein Sechstel der Weltbevölkerung, ihre Hoffnungen in uns, in dieses Treffen, obwohl sie misstrauisch sein könnten gegenüber unseren Willen und unsere Fähigkeit, gar zu entschließen, die Ehre von Islam und Muslimen wieder herzustellen, weniger noch, ihre Brüder und Schwester von der Unterdrückung und Demütigung, die sie heutzutage erleiden, zu befreien.

Ich werde nicht die Beispiele unserer Demütigung und Unterdrückung aufzählen, noch werde ich erneut unsere Verleumder und Unterdrücker verurteilen. Es wäre eine Übung in Sinnlosigkeit, weil sie nicht ihre Ansichten ändern werden, nur weil wir sie verurteilen. Wenn wir unsere Ehre und die des Islam, unserer Religion, wiedererlangen sollen, ist es an uns zu entscheiden, ist es an uns, zu handeln.

Zunächst können die Regierungen aller muslimischen Länder die Reihen schließen und einen gemeinsamen Standpunkt vertreten, wenn nicht in allen Sachverhalten, dann zumindest zu in den Hauptpunkten, so zum Beispiel zu Palästina. Wir sind alle Muslime. Wir werden alle unterdrückt. Wir werden alle gedemütigt. Aber wir, die von Allah über unsere muslimischen Mitbrüder erhoben wurden, um unsere Länder zu regieren, haben nie wirklich versucht, gemeinsam zu handeln um auf unserer Ebene die Bruderschaft und Einigkeit zu demonstrieren, die der Islam uns auferlegt.

Aber nicht nur unsere Regierungen sind geteilt, die muslimische Ummah ist auch geteilt und wieder und wieder geteilt. Über die letzten 1400 Jahre haben die Interpreten des Islam, die Gelehrten, die Ulamas die einzige islamische Religion, die durch den Prophet Muhammad S.A.W gebracht wurde, so unterschiedlich interpretiert und re-interpretiert dass wir jetzt tausend Religionen haben, die oftmals so uneins sind, dass wir uns oft gegenseitig bekämpfen und töten.

Von einer einzigen Ummah ausgehend haben wir uns erlaubt, in unzählige Sekten, mazhabs und Tarikats aufgeteilt zu werden, jede mehr damit beschäftigt zu beanspruchen, der wahre Islam zu sein als unser Einsein als die islamische Ummah. Wir versäumen zu bemerken, dass es unsere Verleumder und Feinde nicht interessiert, ob wir wahre Muslime sind oder nicht. Für sie sind wir alle Muslims, Anhänger einer Religion und eines Propheten, von der sie erklären, dass sie Terrorismus begünstige, und wir sind alle ihre Todfeinde. Sie werden uns angreifen und töten, in unsere Länder einfallen, unsere Regierungen stürzen, ob wir Sunnis oder Syiahs, Alawait oder Drusen oder was auch immer sind. Und wir unterstützen und fördern sie, indem wir uns gegenseitig angreifen und schwächen und manchmal, indem wir nach ihrer Pfeife tanzen, als ihre Stellvertreter handelnd muslimische Mitbrüder angreifen. Wir versuchen unsere Regierungen durch Gewalt zu stürzen, mit dem Erfolg, unsere Länder zu schwächen und zu verarmen.

Wir ignorieren völlig die islamische Verfügung, uns zu vereinigen und uns gegenseitig Brüder zu sein, und wir fahren fort zu ignorieren, wir die Regierungen der islamischen Länder und der Ummah.

Aber das ist nicht alles, was wir von den Lehren des Islams ignorieren. Es ist uns auferlegt zu lesen, Iqraq, das heißt, uns Wissen zu verschaffen. Die frühen Muslime verstanden das das Übersetzen und Studieren der Werde der Griechen und anderer Gelehrter vor dem Islam. Und diese muslimischen Gelehrten bereicherten den Wissenskörper durch ihre eigenen Studien.

Die frühen Muslime brachten große Mathematiker und Wissenschaftler, Gelehrte, Ärzte und Astronomen usw hervor und zeichneten sich neben dem Studieren und Ausüben ihrer eigenen Religion des Islams in allen Wissensfeldern ihrer Zeit aus. Als Folge waren sie in der Lage, Wohlstand aus ihren Ländern und durch ihren Welthandel zu entwickeln und gewinnen, fähig, ihre Verteidigungen zu stärken, ihre Völker zu beschützen und ihnen die islamische Lebensweise, Addin, wie es durch den Islam vorgeschrieben ist, zu bieten. Zu Zeiten als die Europäer des Mittelalters noch abergläubisch und rückständig waren, hatten die aufgeklärten Muslime bereits eine große muslimische Zivilisation aufgebaut, respektiert und mächtig, mehr als in der Lage, sich gegen den Rest der Welt zu behaupten und fähig, die Ummah gegen fremde Aggression zu schützen. Die Europäer mussten vor den Füßen der muslimischen Gelehrten knien um auf ihr eigenes akademisches Erbe zurückzugreifen.

Die Moslims wurden von großen Anführern wie Abdul Rahman III, Al-Mansur, Salah El Din Al Ayubi und anderen geleitet, die an der Spitze ihrer Truppen auf die Schlachtfelder gingen, um moslemisches Land und die Ummah zu beschützen.

Aber auf halbem Wege beim Aufbau der großen islamischen Zivilisation kamen neue Interpreten des Islam, die lehrten, dass Wissenserwerb durch Moslems ausschließlich das Studium islamischer Theologie bedeute. Vom Studium der Wissenschaft, Medizin usw. wurde entmutigt.

Die Muslims begannen, sich intellektuell zurück zu entwickeln. Mit der intellektuellen Rückentwicklung begann die große muslimische Zivilisation zu schwanken und verdorren. Ohne das Erscheinen der ottomanischen Krieger wäre die muslimische Zivilisation mit dem Fall Granadas 1492 verloren gegangen.

Die frühen Erfolge der Ottomanen waren nicht von einer intellektuellen Renaissance begleitet. Stattdessen wurden sie zunehmend erfüllt von unbedeutenden Streitfragen wie zum Beispiel, ob enge Hosen und spitze Kappen islamisch seien, ob Druckmaschinen erlaubt werden sollten oder Elektrizität genutzt, um Moscheen zu beleuchten. Die industrielle Revolution wurde von den Muslimen völlig verpasst. Und die Rückentwicklung hielt an, bis die von Briten und Franzosen angestiftete Revolution gegen die türkische Herrschaft zum Zusammenbruch der Ottomanen führte, der letzten moslemischen Weltmacht, und sie durch europäische Kolonien und nicht wie versprochen durch unabhängige Staaten ersetzte. Erst nach dem zweiten Weltkrieg, wurden diese Kolonien unabhängig.

Neben den neuen Nationalstaaten akzeptierten wir auch das westliche demokratische System. Das entzweite uns ebenfalls, weil unter den politischen Parteien und Gruppierungen, die wir bilden, einige unter ihnen den Islam für sich beanspruchen, den Islam anderer Parteien ablehnen und sich weigern, die Ergebnisse der Ausübung von Demokratie zu akzeptieren, wenn es ihnen misslingt, Macht für sich selbst zu gewinnen. Sie greifen auf Gewalt zurück und destabilisieren und schwächen damit moslemische Länder.

Mit all diesen Entwicklungen über die Jahrhunderte wurden die Ummah und die moslemische Zivilisation so schwach, dass es einst nicht ein einziges moslemisches Land gab, das nicht durch die Europäer kolonisiert oder hegemonisiert war. Doch das Wiedererlangen der Unabhängigkeit half nicht, die Moslems zu stärken. Ihre Staaten waren schwach und schlecht verwaltet, in einem ständigen Zustand der Aufruhr. Die Europäer konnten mit den moslemischen Gebieten machen, was sie wollten. Es ist nicht überraschend, dass sie moslemisches Land herausschneiden sollten, um den Staat Israel zu gründen, um ihr jüdisches Problem zu lösen. Entzweit konnten die Moslems nichts Wirksames unternehmen, um die den Verstoß Balfours und der Zionisten aufzuhalten.

Manche mögen uns glauben machen, dass allem zum Trotz unser Leben besser ist als das unserer Verleumder. Manche glauben, dass Armut islamisch ist, Leiden und Unterdrücktsein islamisch ist. Diese Welt ist nicht für uns. Unsere sind die Freuden des Himmels im Leben nach dem Tod. Alles, was wir tun müssen, ist bestimmte Rituale durchführen, bestimmte Kleidung tragen und ein bestimmtes Auftreten an den Tag legen. Unsere Schwäche, unsere Rückständigkeit und unsere Unfähigkeit, unseren Brüdern und Schwestern zu helfen, die unterdrückt werden, sind Teil des Willens Allah’s, die Leiden, die wir ertragen müssen, bevor wir den Himmel im Jenseits genießen. Wir müssen das Schicksal hinnehmen, das uns widerfährt. Wir brauchen nichts zu tun. Wir können nichts gegen den Willen Allah’s tun.

Aber ist es wahr, dass das der Willen Allah’s ist und dass wir nichts tun können und sollten? Alla hat in Sure Ar-Ra’d Vers 11 gesagt, dass Er nicht das Schicksal einer Gemeinschaft ändern wird, bis die Gemeinschaft nicht versucht hat, ihr Schicksal selbst zu verändern.

Die frühen Moslems waren unterdrückt, wie wir es aktuell sind. Aber nach ihren aufrichtigen und entschlossenen Bemühungen, sich in Übereinstimmung mit den Lehren des Islams selbst zu helfen, hat Allah ihnen geholfen, ihre Feinde zu besiegen und eine große und mächtige moslemische Zivilisation zu erschaffen. Aber welche Anstrengungen haben wir unternommen, vor allem mit den Mitteln, die Er uns gab.

Wir sind jetzt 1,3 Milliarden stark. Wir haben die größte Öl-Reserve der Welt. Wir haben großen Reichtum. Wir sind nicht so unkundig wie die Jahilliah, die den Islam annahmen. Wir sind vertraut mit den Funktionsweisen der Weltwirtschaft und –finanzen. Wir kontrollieren 57 der 180 Länder in der Welt. Unsere Stimmen können internationale Organisationen schaffen oder zerbrechen. Und doch scheinen wir hilfloser als die kleine Zahl der Jahilliah-Konvertiten, die den Propheten als ihren Anführer annahmen. Warum? Ist es wegen Allah’s Willen oder ist es, weil wir unsere Religion falsch gedeutet haben, oder es uns misslang, die korrekten Lehren unserer Religion einzuhalten, oder die falschen Dinge taten?

Unsere Religion trägt uns auf, uns für die Verteidigung der Ummah vorzubereiten. Leider heben wir nicht die Verteidigung sondern die Waffen zu Zeiten des Propheten hervor. Jene Waffen und Pferde können uns nicht mehr bei unserer Verteidigung helfen. Wir brauchen Gewehre und Raketen, Bomben und Kriegsflugzeuge, Panzer und Kriegsschiffe für unsere Verteidigung. Aber weil wir vom Lernen der Wissenschaft und Mathematik etc abraten, um dem Akhirat keinen Vorzug zu geben, haben wir heute keine Kapazität, unsere eigenen Waffen für unsere Verteidigung zu produzieren. Wir müssen unsere Waffen von unseren Verleumdern und Feinden kaufen. Das kommt davon, von einer oberflächlichen Interpretation des Koran, die nicht die Substanz des Propheten Sunna und den Koran-Verfügungen hervorhebt, sondern eher die Form, die Art und die Mittel, die im ersten Jahrhundert des Hijrah benutzt wurden. Und es genau so mit den anderen Lehren des Islam. Wir sind mehr mit den Formen beschäftigt als mit der Substanz der Worte Allah’s und halten uns nur an die buchstäbliche Interpretation der Traditionen des Propheten.

Wir mögen das erste Jahrhundert des Hijrah wiedererschaffen wollen, die Lebensweise dieser Zeiten, um zu praktizieren, was wir als den wahren islamischen Lebensstil betrachten. Aber es wird uns nicht gestattet werden. Unsere Verleumder und Feinde werden die resultierende Rückständigkeit und Schwäche ausnutzen, um uns zu dominieren. Islam ist nicht nur für das 7. Jahrhundert a.D. Islam ist für alle Zeiten. Und die Zeiten haben sich geändert. Ob wir es mögen oder nicht, wir müssen uns ändern, nicht indem wir unsere Religion ändern, aber indem wir ihre Lehren auf den Kontext einer Welt anwenden, die sich radikal vom ersten Jahrhundert der Hijrah unterscheidet. Nicht der Islam ist falsch, sondern die Deutungen unserer Gelehrten, die keine Propheten sind, obwohl sie sehr gelehrt sein mögen, können sie falsch liegen. Wir haben einen Bedarf zurückzugehen zu den fundamentalen Lehren des Islam um herauszufinden, ob wir wirklich den Islam glauben und praktizieren, den der Prophet predigte. Es kann nicht sein, dass wir alle den korrekten und wahren Islam praktizieren, wenn unser Glauben sich so sehr voneinander unterscheidet.

Heute werden wir, die ganze moslemische Ummah, mit Verachtung und Ehrlosigkeit behandelt. Unsere Religion wird verunglimpft. Unsere heiligen Stätten entweiht. Unsere Länder sind besetzt. Unsere Völker ausgehungert und getötet.

Keines unserer Länder ist wirklich unabhängig. Wir stehen unter Druck, den Wünschen unserer Unterdrücker zu entsprechen, wie wir uns zu verhalten haben, wie wir unsere Länder regieren sollten, sogar wie wir denken sollten.

Wenn sie heute unser Land überfallen wollen, unsere Menschen töten, unsere Dörfer und Städte zerstören, gibt es nichts Substantielles, was wir tun können. Ist es der Islam, der all dies verursacht hat? Oder sind es wir, die darin versagt haben, unsere Pflicht in Übereinstimmung mit unserer Religion zu tun?

Unsere einzige Reaktion ist es, immer zorniger zu werden. Zornige Menschen können nicht gut denken. Und so stellen wir fest, dass einige unserer Leute irrational reagieren. Sie üben ihre eigenen Anschläge aus, töten so ziemlich jeden einschließlich muslimischer Mitbrüder, um ihrem Zorn und ihrer Frustration Luft zu machen. Ihre Regierungen können nichts tun, um sie aufzuhalten. Der Feind übt Vergeltung und noch mehr Druck auf unsere Regierungen aus. Und die Regierungen haben keine andere Wahl als nachzugeben, die Anweisungen des Feindes zu akzeptieren, buchstäblich die Unabhängigkeit ihres Handelns aufzugeben.

So werden ihre Völker und die Ummah zorniger und wenden sich gegen ihre eigenen Regierungen. Jeder Ansatz einer friedvollen Lösung wird durch noch unüberlegtere Anschläge, die darauf angelegt sind, den Feind zu erzürnen und jede friedvolle Einigung zu verhindern, sabotiert. Doch die Anschläge lösen nichts. Die Moslems werden schlicht noch mehr unterdrückt.

Es gibt ein Gefühl der Hoffnungslosigkeit unter den muslimischen Ländern und ihren Völkern. Sie haben das Gefühl, nichts richtig zu machen. Sie glauben, dass die Dinge nur noch schlimmer werden können. Die Moslems werden für immer unterdrückt und von den Europäer und den Juden dominiert sein. Sie werden für immer arm, rückständig und schwach sein. Manche glauben, wie ich gesagt habe, dies sei der Wille Allah’s, dass der angemessene Zustand eines Muslims der ist, in dieser Welt arm und unterdrückt zu sein.

Aber ist es wahr, dass wir nichts für uns tun sollten und können? Ist es war, dass 1,3 Milliarden Menschen keine Macht einsetzen können, um sich vor der Demütigung und Unterdrückung zu retten, die ihnen von einem viel kleineren Feind zugefügt werden? Können sie nur in blindem Zorn zurückschlagen? Gibt es keinen anderen Weg, als unsere jungen Menschen aufzufordern, sich selbst in die Luft zu jagen und Menschen zu töten das Massaker an noch mehr unserer eigenen Leute herauszufordern?

Es kann nicht sein, dass es keinen anderen Weg gibt. 1,3 Milliarden Moslems können nicht durch ein paar Millionen Juden besiegt werden. Es muss einen Weg geben. Und wir können nur einen Weg finden, wenn wir innehalten um nachzudenken, unsere eigenen Schwächen und Stärken einzuschätzen, zu planen, Strategien zu entwickeln und dann einen Gegenangriff auszuführen. Als Moslems müssen wir nach der Führung des Koran und der Sunnah des Propheten suchen. Bestimmt können uns die 23 Jahre Kampf des Propheten einige Anhaltspunkte dafür geben, was wir tun können und sollten.

Wir wissen dass er und seine frühen Anhänger von den Ohuraish unterdrückt wurden. Hat er Vergeltungsschläge ausgeübt? Nein. Er war bereit, strategische Rückzüge zu machen. Er schickte seine frühen Anhänger in ein christliches Land und er selbst floh später nach Madinah. Dort versammelte er seine Anhänger, baute seine Verteidigungskapazität auf und gewährleistete die Sicherheit seiner Leute. In Hudaibiyah war er bereit, einen unfairen Vertrag zu akzeptieren, entgegen der Wünsche seiner Begleiter und Anhänger. Während des folgenden Friedens konsolidierte er seine Stärke und war schließlich in der Lage, Mekka zu erobern und für den Islam zu beanspruchen. Sogar dann suchte er keine Rache. Und die Menschen von Mekka nahmen den Islam an und viele wurden seine mächtigsten Anhänger, die die Moslems gegen alle ihre Feinde verteidigten.

Das ist im Kurzen die Geschichte des Kampfes des Propheten. Wir sprechen soviel davon, der Sunnah des Propheten zu folgen. Wir zitieren die Beispiele und die Traditionen im Übermaß. Aber wir ignorieren sie tatsächlich allesamt.

Wenn wir die Fähigkeit zu denken, die Allah uns gegeben hat, nutzen, dann sollten wir wissen, dass wir irrational handeln. Wir kämpfen ohne jede Zielsetzung, ohne jeden Zweck außer den Feind zu verletzen, weil er uns verletzt hat. Naiv erwarten wir von ihm, dass er sich geschlagen gibt. Wir opfern unnötig Leben, und erreichen damit nichts, außer noch mehr massive Unterdrückung und Demütigung auf uns zu ziehen.

Es ist sicher an der Zeit, dass wir inne halten, um nachzudenken. Doch wird das verschwendete Zeit sein? Für gut mehr als ein halbes Jahrhundert haben wir um Palästina gekämpft. Was haben wir erreicht? Nichts. Wir sind schlechter dran als zuvor. Wenn wir inne gehalten hätten, um nachzudenken, dann hätten wir einen Plan entwickeln können, eine Strategie, die uns den endgültigen Sieg bringen kann. Inne halten und in Ruhe nachdenken kann keine Zeitverschwendung sein. Wir haben Bedarf, einen strategischen Rückzug zu machen und in Ruhe unsere Situation zu analysieren.

Wir sind aktuell sehr stark. 1,3 Milliarden Menschen können nicht einfach ausgelöscht werden. Die Europäer töteten 6 Millionen Juden von 12 Millionen. Aber heute beherrschen die Juden diese Welt durch Stellvertreter. Sie lassen andere für sich kämpfen und sterben.

Das werden wir vielleicht nicht schaffen. Wir werden es vielleicht nicht schaffen, alle 1,3 Milliarden Moslems zu vereinen. Wir werden es vielleicht nicht schaffen, alle moslemischen Regierungen dazu zu bringen, konzertiert zu handeln. Aber wenn wir nur ein Drittel der Ummah und ein Drittel der moslemischen Staaten dazu bringen, gemeinsam zu handeln, können wir schon etwas tun. Erinnern Sie sich, der Prophet hatte nicht viele Anhänger, als er nach Madinah ging. Aber er vereinigte die Ansars und die Muhajirins und wurde eines Tages stark genug, den Islam zu verteidigen.

Neben der partiellen Einigkeit, die wir brauchen, müssen wir über unsere Aktivposten Bilanz ziehen. Ich habe bereits unsere Anzahl und unser Ölreichtum erwähnt. In der heutigen Welt handhaben wir eine Menge an politischer ökonomischer und finanzieller Schlagkraft, genügend, um unsere Schwäche in militärischer Hinsicht wett zu machen.

Wir wissen auch, dass nicht alle Nicht-Moslems gegen uns sind. Manche sind uns wohlgesonnen. Manche sehen sogar unsere Feinde als ihre Feinde. Sogar unter den Juden gibt es viele, die nicht mit dem einverstanden sind, was die Israelis machen.

Wir dürfen nicht jeden gegen uns aufbringen. Wir müssen ihre Herzen und Köpfe gewinnen. Wir müssen sie auf unsere Seite bekommen, nicht indem wir um ihre Hilfe betteln, sondern durch den ehrenvollen Weg, dass wir kämpfen, um uns selbst zu helfen. Wir dürfen nicht den Feind stärken, indem wir jeden durch unverantwortliche und unislamische Taten in sein Lager zurückstoßen. Erinnern Sie sich an Salah El Din und die Art, wie er die sogenannten Kreuzritter, König Richard von England im Besonderen, bekämpfte. Erinnern Sie sich an die Besonnenheit des Propheten gegenüber den Feinden des Islam. Wir müssen dasselbe machen. Den Kampf zu gewinnen, das ist wichtig und nicht zornige Vergeltung, nicht Rache.

Wir müssen unsere Stärke auf jedem Feld aufbauen, nicht nur in der bewaffneten Macht. Unsere Länder müssen stabil und gut verwaltet sein, müssen wirtschaftlich und finanziell stark sein, industriell kompetent und technisch fortschrittlich. Das wird seine Zeit brauchen, aber es kann getan werden und es wird gut verwendete Zeit sein. Uns ist von unserer Religion auferlegt, geduldig zu sein. Innallahamaasabirin. Offensichtlich liegt Tugend im Geduldigsein.

Doch in der Verteidigung der Ummah darf der Gegenangriff erst beginnen, nachdem wir unsere Häuser geordnet haben. Sogar heute haben wir ausreichende Aktivposten, um sie gegen unsere Verleumder einzusetzen. Es bleibt an uns, sie zu erkennen und dann auszuarbeiten, wie wir sie nutzen , um das durch unseren Feind verursachte Blutbad zu beenden. Das ist vollkommen möglich, wenn wir innehalten um zu denken, zu planen, Strategien zu entwickeln und die ersten paar entscheidenden Schritte zu machen. Sogar diese wenigen Schritte können positive Ergebnisse einbringen.

Wir wissen, dass die Jahilliah [unwissenden] Araber zu Fehden neigten, dazu sich gegenseitig umzubringen, nur weil sie von verschiedenen Stämmen waren. Der Prophet predigte ihnen die Bruderschaft des Islam und sie schafften es, den Hass aufeinander zu überwinden, sich zu vereinigen und sie trugen zur Errichtung der großen moslemischen Zivilisation bei. Können wir sagen, dass die Jahilliah (die Unwissenden) etwas tun konnten, was die modernen Moslems nicht tun können? Wenn nicht alle, können zumindest einige von uns es tun. Wenn nicht die Renaissance unserer großen Zivilisation, dann zumindest die der Sicherheit der Ummah gewährleisten.

Um die vorgeschlagenen Dinge zu tun, wird es nicht einmal erforderlich sein, dass alle von uns ihre Differenzen untereinander aufgeben. Wir brauchen nur einen Waffenstillstand auszurufen, damit wir zusammen handeln um nur bestimmte Probleme von gemeinsamen Interesse anpacken zu können, zum Beispiel das palästinensische Problem.

In jedem Kampf, in jedem Krieg ist nichts wichtiger als ein konzertiertes und koordiniertes Vorgehen. Ein Maß an Disziplin ist alles, was nötig ist. Der Prophet verlor in Jabal Uhud, weil seine Truppen die Reihen durchbrochen haben. Wir wissen das und doch sind wir unwillig, uns zu disziplinieren und unsere irregulären und unkoordinierten Handlungen aufzugeben. Wir müssen tapfer sein aber nicht tollkühn. Wir müssen nachdenken, nicht nur über unsere Belohnung im Jenseits, sondern auch über die weltlichen Erfolge unserer Mission.

Der Koran erzählt uns, dass wir positiv reagieren müssen, wenn der Feind Frieden einklagt. Wahr – der angebotene Vertrag ist nicht vorteilhaft für uns. Aber wir können verhandeln. Der Prophet tat es in Hudaibiyah. Und am Ende triumphierte er.

Mir ist bewusst, dass all diese Ideen nicht beliebt sind. Jene, die zornig sind, würden gerne aus dem Stand heraus verwerfen. Sie würden sogar gerne jeden, der diese Linie vertritt oder unterstützt, zum Schweigen bringen. Sie würden gerne mehr junge Frauen und Männer losschicken, damit sie das höchste Opfer vollbringen. Aber wo wird das alles hinführen? Bestimmt nicht zum Sieg. Über die letzten fünfzig Jahre des Kämpfens in Palästina haben wir nicht einen Erfolg erreicht. Wir haben tatsächlich unsere Situation verschlechtert.

Der Feind wird diese Vorschläge begrüßen und wir werden daraus schließen, dass ihre Befürworter für den Feind arbeiten. Aber denken Sie nach. Wir stehen gegen ein Volk, das denkt. Sie überlebten 2000 Jahre Progrome nicht indem sie zurückschlugen sondern nachdachten. Sie erfanden und förderten erfolgreich Sozialismus, Kommunismus, Menschenrechte und Demokratie, so dass ihre Verfolgung falsch erscheinen würde, so dass sie sich mit anderen derselben Rechte erfreuen. Damit haben sie jetzt Kontrolle über die mächtigsten Länder gewonnen und sie, dieses winzige Land, sind eine Weltmacht geworden. Wir können sie nicht durch Muskeln alleine bekämpfen. Wir müssen auch unseren Verstand benutzen.

In letzter Zeit, aufgrund ihrer Macht und ihres offensichtlichen Erfolges, sind sie überheblich geworden. Und überhebliche Menschen, wie zornige Menschen, werden Fehler machen, werden vergessen nachzudenken.

Sie fangen bereits an, Fehler zu machen. Und sie werden mehr Fehler machen. Es könnte jetzt und in der Zukunft Spielraum für uns geben. Wir müssen diese Gelegenheiten ergreifen.

Aber um das zu tun, müssen wir unsere Handlungen auf Linie bekommen. Rhetorik ist gut. Sie hilft uns, das gegen uns begangene Unrecht aufzudecken, vielleicht etwas Sympathie und Unterstützung zu gewinnen. Sie kann unseren Geist stärken, unseren Willen und unsere Entschlossenheit, dem Feind gegenüber zu treten.

Wir können und sollten zu Allah S.W.T. beten denn im Endeffekt ist es Er, der entscheiden wird, ob wir reüssieren oder scheitern. Wir brauchen Seinen Segen und Seine Hilfe in unseren Bemühungen.

Doch wie wir handeln und was wir tun, wird entscheiden, ob Er uns helfen würde und uns zum Sieg verhilft oder nicht. Er hat es schon im Koran so gesagt. Wieder Sure Ar-Ra’d Vers 11.

Wie ich zu Anfang sagte, die ganze Welt schaut auf uns, die ganze moslemische Ummah setzt ihre Hoffnungen in diese Konferenz der Führer der islamischen Nationen. Sie erwarten von uns nicht nur, unsere Frustrationen und unseren Zorn durch Worte und Gesten auszudrücken; nicht nur für Allah’s Segen zu beten. Sie erwarten, dass wir etwas tun, dass wir handeln. Wir können nicht sagen, dass wir nichts tun können, wir, die Führer der moslemischen Nationen. Wir können nicht sagen, dass wir uns nicht vereinigen können, nicht einmal im Angesicht der Zerstörung unserer Region und der Ummah.

Wir wissen, wir können. Es gibt viele Dinge, die wir tun können. Es gibt viele Ressourcen, die uns zur Verfügung stehen. Es ist nur der Wille erforderlich, es zu tun. Als Moslems müssen wir dankbar für die Führung durch unsere Religion sein, wir müssen tun, was getan werden muss, willig und mit Entschlossenheit. Allah hat nicht uns, die Führer, über die anderen erhoben, damit wir die Macht nur für uns selbst genießen dürfen. Die Macht, die wir ausüben, ist für unsere Völker, für die Ummah, für den Islam. Wir müssen den Willen haben, diese Macht vernünftig, vorsichtig, gemeinsam zu nutzen. Insyaalah werden wir am Ende triumphieren.

Ich bete zu Allah, dass diese 10. Konferenz der OIC in Putrajaya, Malaysia uns eine neue und positive Richtung geben wird, mit Erfolg gesegnet sein wird durch Ihn, Allmächtigen Allah, Arahman, Arahirn.

Büro des Premier-Ministers
Putrahaya

Antizionismus ist der neue Antisemitismus

Forest Rain, 2. Februar 2018

So sieht es aus, wenn man einen Markennamen erschafft.

Sie haben ein Produkt zu verkaufen. Sie müssen den Markt überzeugen es zu kaufen.
Das Problem: Das Produkt ist alt. Die Leute kennen es schon und es ist von vielen als fehlerhaft abgelehnt worden. Die Durchschnittsbürger wird das Produkt nicht so kaufen, wie es ist. Was ist zu tun?

Man muss ihm ein neues Image verpassen. Das Produkt muss in eine neuen Sprachgebrauch verpackt werden, brauchte eine neue Hintergrundgeschichte, ein neues Aussehen und Gefühl und viele, vermutlich genügend Kunden werden überzeugt sein, dass sie ein neues Produkt sehen und es kaufen.

Das „Produkt“ ist Judenhass. Die „Kunden“ sind alle, überall und viel sind begierig ihn zu kaufen. Manche sind weniger enthusiastisch, aber mit erfolgreichen Marketingkampagnen im Lauf der Zeit ebenfalls überzeugt werden.

Vor der Wiedergründung des jüdischen Staates, als Zion noch ein Traum war, hätte es nicht viel Sinn gemacht sich zum Antizionisten zu erklären.

Im politischen Klima von heute ist es sozial inakzeptabel eine Minderheit zu diskriminieren, geschweige denn unverblümt Hass oder Abscheu gegenüber eine gewissen sozialen Gruppe zu erklären. Das bedeutet jedoch nicht, dass es keinen Hass gibt; es heißt nur, dass derjenige, der hasst, eine Ausdrucksform finden muss, die als sozial akzeptabel betrachtet wird.

Israelhass ist nichts anderes als Judenhass mit neuem Markennamen:

  • Die Sprache hat sich verändert, „Jude“ ist durch den Begriff „Zionist“ oder „Kolonialist“ ersetzt worden.
  • Die Hintergrundgeschichte ist verändert worden; heute ist Israel der Aggressor, Israel, das den Palästinensern das antut, was die Nazis den Juden antaten (was es plötzlich möglich und sogar akzeptabel macht Juden mit Nazis gleichzusetzen“.
  • Die Symbolik hat sich verändert, von der des Wucherer-Juden zum grausamen IDF-Soldaten, der palästinensische Kinder misshandelt.

Wirft man einen Blick hinter die Pyrotechnik des Marketings, dann ist leicht erkennbar, dass der Inhalt derselbe geblieben ist, der einzige Unterschied ist die Verpackung. Vor allem ist das Ziel dasselbe.

Antisemitismus dämonisiert Juden für die Missstände der Welt, bis zu dem Punkt, an dem Juden das Recht auf Leben bestritten wird (Progrome, Holocaust).

Antizionismus verweigert Juden das Recht auf Selbstbestimmung in ihrer angestammten Heimat, Zion. Er ist eine Verweigerung des Rechts eine Heimat zu haben und sich in dieser Heimat zu verteidigen. Das ist die Verweigerung des Rechts auf Leben.

Um klarzustellen: Kritik an einem oder vielen Teilen der Politik Israels ist nicht illegitim. Das kann nicht als Antizionismus betrachtet werden, während pauschale Kritik an Israels Existenz oder auf Politik zu bestehen, die dazu führt, dass Israel aufhört zu existieren, sowohl antizionistisch als auch antisemitisch ist.

Der üblichste Standpunkt des modernen Antisemiten lautet: „Ich habe nichts gegen Juden, ich hasse nur Israel.“ Es ist interessant festzustellen, dass dieses Paradigma gegenüber keinem anderen Staat akzeptiert wird. „Ich hasse Amerikaner nicht, ich hasse nur Amerika.“ „Ich hasse die Franzosen nicht, ich denke nur, Frankreich sollte nicht existieren.“ Das sind Äußerungen, die von einem Durchschnittsmenschen nicht einmal in Betracht ziehen. Warum ist dasselbe Gefühl akzeptabel, wenn der Fokus auf Israel liegt?

Die heißen Themen von heute sind soziale Gerechtigkeit, Frauenrechte, Minderheitenrechte. Es ist „cool“ geworden ein „Krieger für soziale Gerechtigkeit“ zu sein. Gleichzeitig Judenhass in der Form von Antizionismus wird normal.

Bei der Bewegung Women’s March zum Beispiel sollte um Feminismus gehen, um Frauenrechte. Es war Linda Sarsour, die jüdischen Frauen die Rechte nahm, als sie erklärte, es sei unmöglich zionistisch und feministisch zu sein. Sei schuf eine neues Paradigma, mit dem ihre Anhänger akzeptieren mussten oder von ihren Genossen ablehnt werden. Darüber hinaus normalisierte sie Judenhass mit weiteren Erklärungen, indem sie Zionisten mit weißen Herrenmenschen und Rassisten gleichsetzte.

Wenn Zionisten in dieselbe Gruppe gehören wie weiße Herrenmenschen und Rassisten, dann ghört der Zionist nicht länger zu einer geschützten Minderheitsgruppe, stattdessen zu einer Gruppe, die abgelehnt und aus der Gesellschaft ausgestoßen werden muss.

Um das Problem weiter zu verschlimmern, loben sozial einflussreiche Institutionen Sarsour, machen ihre antizionistischen (lies: antisemitischen) Äußerungen noch akzeptabler. Das Magazin Glamour wählte Sarsour zu einer seiner Frauen des Jahres 2017. Die berühmte Schule von New York wählte Sarsour zur Vorsitzenden ihres Panels zu Antisemitismus (angesetzt für den 28. November).

Das Problem ist aber nicht Linda Sarsour oder Ihresgleichen. Zur Freiheit gehröt die Freiheit zu hassen.

Das Problem sind alle, die Antisemitismus nicht erkennt, wenn sie Antizionismus sehen. Das Problem sind alle, die die Marketing-Kampagne geschluckt und vergessen haben, was Zionismus ist.

Die Geschichte hat uns gelehrt, dass die Entmenschlichung der Juden nicht an einem einzelnen Tag gemacht wird. Es handelt sich um einen langsamen Prozess der Delegitimierung. Wir haben das bereits erlebt. Die Kostüme und die Szenerie sind anders, aber der Inhalt ist genau derselbe, der alte Horror, mit neuem Markennamen.

Wie die Hamas den Gazastreifen sieht

Eine ziemlich akkurate politische Karikatur aus einer Hamas-Zeitung

Elder of Ziyon, 9. Januar 2018

Felestin, ein  Hamas-Sprachrohr, bringt diese Karikatur, die ein Gewehr in der Form des von Stacheldraht umgebenen Gazastreifens zeigt:

Der Karikaturist zeigt den gesamten Gazastreifen als Waffe, die auf Israel gerichtet ist.

Für den Westen würden die Palästinenser das Innere des Gazastreifens als angefüllt mit leidenden Frauen und Kindern zeigen, die von Israel eingesperrt sind. Aber für das eigenen Publikum betrachten sie den Gazastreifen einfach – als Waffe, die Juden töten soll.

Warum sollte Israel sich vor etwas wie diesem schützen sollen?

Wann ist eine humanitäre Krise nicht wichtig? Dann, wenn Israel Teil der Lösung ist.

Aron White, UK Media Watch, 28. Dezember 2017

Israel wird oft ein einem einzigartig schlechten Licht dargestellt, mit wenigen positive Geschichte, um ein ansonsten negatives Bild auszugleichen. Diesen Monat gab es ein neues Beispiel dieses Phänomens; eine positive Geschichte über Israel, die objektiv verdiente in die Nachrichten zu kommen, wurde in Großbritannien überhaupt nicht berichtet.

Eines der dringendsten Themen in der Entwicklung der Dritten Welt ist die Notwendigkeit mehr Menschen in Afrika mit Strom zu versorgen. Heute gibt es 600 Millionen Afrikaner, die keinen Strom haben und das hat enorme Auswirkungen auf ihre Lebensqualität und Figur-Probleme. Studenten lernen bei Kerzenlicht, ganze Dörfer haben nicht die Möglichkeit lebenswichtige medizinische Versorgung  zu bekommen, die Kühlung benötigen und ohne die Mittel einen Computer aufzuladen ist man vom Internet und den Perspektiven, die es bietet kann, abgeschnitten. In einer machtvollen Anekdote beschrieb ein Feldforscher, wie sie in der ersten Nacht auf der Reise zu einer bestimmten afrikanischen Stadt durch die gesamte Stadt fuhren, bevor sie erkannten, dass sie angekommen waren, weil es keine Straßenlaternen oder Licht irgendeinem Haus gab. 600 Millionen Afrikaner leben in Dunkelheit.

Dieses Thema hat während der letzten Jahre umfassende Medienberichterstattung erhalten. Im Economist kann man hier, hier, hier und hier Artikel finden. Im Guardian kann man hier, hier, hier, hier und hier Artikel über die Notwendigkeit lese Afrika mehr Strom zu verschaffen.

2013 wurde in von Präsident Obama dieser Sache ein wichtiger Schritt vorwärts unternommen; er verkündete das Programm „Power Africa“, ein mit $7 Milliarden ausgestattetes US-Regierungsprogramm (geführt von der regierungseigenen Hilfsorganisation USAID). Power Africa zielt darauf bis 2030 60 Millionen weitere afrikanische Haushalte mit Strom zu verbinden; das soll durch Finanzierung, technische Hilfe, Aufbau von Kapazitäten und mehr geschehen, außerdem sollen Privatinvestitionen in den afrikanischen Energiesektor gewonnen werden. Das Projekt „Power Africa“, 2016 durch den Kongress als Gesetz verabschiedet, wird – mit den Worten von Barack Obama – „Licht ins Dunkel bringen und die Energie, die gebraucht wird um die Menschen aus Armut zu holen“.

Am 4. Dezember diesen Jahres gab es in dieser Sache eine weitere bedeutsame Entwicklung. Israel schloss sich dem Projekt Power Africa an, um in Zusammenarbeit mit der US-Regierung und afrikanischen Staaten eine Energielösung für Afrika zu finden. Bei der Veranstaltung, an der der US-Botschafter und viele afrikanische Staatsoberhäupter teilnahmen, sagte Premierminister Netanyahu: „Jedes Mal, wenn eine afrikanische Mutter das Licht oder einen Kocher für etwas Wasser für ihre Kinder anmacht, wird ein Teil Israels dort sein. Es ist eine große, großartige Entwicklung.“

Israelische Firmen und Wohltätigkeitsorganisationen sind bereits höchst aktiv dabei in Afrika Energie-Lösungen zu schaffen. Die israelische Firma Energiya Global liefert derzeit 6% des Stroms für Ruanda und wird in ein paar Jahren 15% des Strom für Burundi liefern. Innovation: Afrika, eine israelische  Wohlfahrtsorganisation, hat mehr als einer Million Menschen israelische Solar- und Wassertechnologie gebracht.

Diese Beziehung wird auf eine neue Ebene gehoben, weil die israelische Regierung jetzt eine Partnerschaft mit dem mächtigsten Land der Welt eingeht, um Dutzenden Millionen Afrikanern Strom zu liefern.

Doch irgendwie gab es in den Medien dazu keine Berichterstattung. Das ist eine bedeutende Entwicklung im Umgang mit einer zentralen humanitären Frage, die in den letzten Jahren regelmäßige Berichterstattung gesehen hat. Aber wenn Israel involviert ist, verfallen die Stifte in Schweigen. Warum gibt es eine Aversion dagegen etwas Positives über Israel zu berichten?

Israel wird oft einzig durch die Linse von Konflikt dargestellt. (Das einfachste Beispiel dieser konfliktzentrierten Sicht sieht man auf dem Israel-Profil der BBC; das Profil nennt nicht einen einzigen Israeli, leben oder tot, auch keine einzige israelische Leistung oder Beitrag für die Welt, sondern nennt das Wort Palästinenser fünfzehnmal und Gaza achtmal.) Aber ist ist viel mehr als ein Land mit nur einem Thema. Israel hilft an so vielen Orten überall auf der Welt – Verbrechensbekämpfung in Honduras, landwirtschaftliche Hilfe in Indien, Dürrevorbeugung in Kalifornien, Behandlung tausender verletzter Syrer und vieles mehr. Solch wichtige Storys wie israelische Bemühungen Millionen Afrikanern Strom zu bringen, ist kein anständiges journalistisches Verhalten. Über Israel sollte fair berichtet und seine Leistungen gebührend festgehalten und gefeiert werden.