Landverkauf an Israelis: in der palästinensischen Autonomie ein Kapitalverbrechen

Akiva van Koningsveld, HonestReporting, 2. Februar 2021

Die palästinensische Autonomiebehörde (PA) hat im Verlauf der letzten Woche Berichten zufolge ihre Kampagne gegen Geschäfte mit Israel verstärkt. Es wird gemeldet, dass Ramallah am 27. Januar die Schließung einer Zementfabrik in palästinensischem Besitz anordnete, der vorgeworfen wird mit jüdischen Gemeinden jenseits der Grenzen von vor 1967 zu kooperieren. Derweil verurteilte ein Gericht in Bethlehem einen Palästinenser wegen des Versuchs Land an einen Israeli zu verkaufen zu 15 Jahren Gefängnis-Zwangsarbeit.

In der Tat wird der Verkauf von Land in der Westbank, einschließlich dem Ostteil Jerusalems, an Juden als abscheuliches Verbrechen betrachtet, das in einigen Fällen die Todesstrafe rechtfertigt. Mit dem Verbot solcher Transaktionen, auch über Fatwas, versuchte die PA aufzuhalten, was es die „Verjudung des palästinensischen Landes“ nennt. Diejenigen, die gegen das Verbot verstoßen, sind Berichten zufolge außergerichtlich getötet worden.

Land an Juden verkaufen: ein Kapitalverbrechen

Es gibt eine Vielzahl Gesetze, unter denen die PA derzeit Bürger verfolgt, die Land an Israelis verkaufen, wobei Gerichte zahlreiche Statuten und Verordnungen in ihren Urteilen angeführt haben. Fakt ist, dass die Palästinenser von einer etwas unzusammenhängenden Mischung an Bestimmungen regiert werden, die eingeführt wurden, als Jordanien 1948 bis 1967 und später die PA mit Erlassen über die Westbank herrschte.

Bevor Israel während des Sechstage-Kriegs die Kontrolle über die Westbank übernahm, sah das jordanische Recht für den Verkauf von Land an „Ausländer“ eine fünfjährige Gefängnisstrafe vor. Noch 1973 verabschiedete das jordanische Parlament auf direkte Anweisung des verstorbenen Königs Hussein ein noch strengeres „Gesetz zur Verhinderung von Landverkauf an den Feind“, das jedem jordanischen Bürger in der Westbank ausdrücklich verbot Land an Israelis zu verkaufen.

Das Gesetz von 1973 definierte die Transaktion als ein Sicherheitsdelikt, das mit dem Tod bestraft werden kann. Straftäter riskierten zudem ihren gesamten Grundbesitz an den Staat zu verlieren. Dasselbe Gesetz verbat zudem den Landverkauf an „Ausländer“, womit Nicht-Jordanier und Nichtaraber gemeint waren, ohne dass der Ministerrat dazu die Erlaubnis gibt. Diese Bestimmung verbot praktisch Jordaniern gezielt den Verkauf von Grundeigentum an Juden.

Als Teil der Oslo-Vereinbarungen mit Israel stimmte die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) zu, dass alle mit der Friedensvereinbarung unvereinbaren bestehenden Gesetze null und nichtig sind. Viele haben darauf hingewiesen, dass jordanisches Recht mindestens zwei Bestimmungen des Paktes verletzt. Trotzdem deutete die PA kurz nach ihrer Gründung an, dass sie das jordanische Gesetz von 1973 in Bereichen unter ihrer administrativen Kontrolle weiter durchsetzt würde.

„Unser Recht ist ein jordanisches Gesetz, das wir geerbt haben … und setzt die Todesstrafe für diejenigen fest, die Land an Israelis verkaufen“, zitierte die israelische Zeitung Yedioth Ahronoth Yassir Arafats Worte von 1977. Im selben Jahr behauptete der erste PA-Justizminister Freih Abu Medein: „Für uns [die Palästinenser] ist, wer immer Land an Juden und Siedler verkauft, gefährlicher als Kollaborateure. Daher“, fuhr er fort, „müssen sie vor Gericht gestellt und zum Tode verurteilt werden… sie sind Verräter.“

Seit den Palästinensern in der Westbank und dem Gazastreifen eine beschränkte Selbstherrschaft gewährt wurde, ist eine unbekannte Anzahl wegen Landverkaufs an ihre jüdischen Nachbarn verurteilt worden. Obwohl offizielle Zahlen fehlen, zeichnen sporadische Berichte aus den Palästinensergebieten ein düsteres Bild. Im Juni 1997, einen Monat, nachdem Abu Medein die Politik verkündete, deuteten israelische Geheimdienstberichte an, dass mindestens 16 Landverkäufer die Todesstrafe erhielten.

Die PA will nicht einfach nur die Beziehungen zu israelischen Juden verbieten. Nachdem Berichte auftauchten, dass Palästinenser Grundstücke an amerikanisch-jüdische Geschäftsleute verkauften, bestätigte die PA 2009 ihre Bindung an das Gesetz, das von vielen als rassistisch verdammt worden ist und die Transaktionen als „Hochverrat“ bezeichnet.

Obwohl klare Beweise der Praktik kaum zu finden sind, gibt es Hinweise darauf, dass die PA das Gesetz weiter ernst nimmt. 2018 verhaftete die PA 44 Palästinenser bei einer einzelnen Operation, die sich gegen solche Geschäfte richtete.

Außergerichtliche Tötungen und sozialer Druck

Manche stellen fest, dass PA-Präsident Mahmud Abbas Todesurteile nach palästinensischem Recht abzeichnen muss. Das letzte Mal, dass er dem zustimmte, war 2006. Rechtsgruppen haben die PA jedoch beschuldigt an außergerichtlichen Tötungen von Landverkäufern beteiligt zu sein. Das reicht bis zur Ersten Intifada (1987 – 1993) zurück. Nach der Gründung der PA 1994 sprach Justizminister Abu Medein beifällig von Vorfällen innerhalb dieser Periode, in der „Menschen, die Land an Israelis verkauften, als Verräter erschossen wurden“.

Gruppen wie Human Rights Watch und Amnesty International haben zusammen mit israelischen Geheimdiensten darauf hingewiesen, dass die Beteiligung der PA an diesen gesetzeswidrigen Tötungen bis heute weiter gehen. Der palästinensische Menschenrechtsaktivist Bassam Eid beschrieb in einer schriftlichen Erklärung an den UNO-Menschenrechtsrat 2019, wie palästinensische Sicherheitskräfte angeblich so weit gehen Verdächtige zu entführen, sogar solche, die sich außerhalb ihres Zuständigkeitsbereichs befinden und das mit dem ausdrücklichen Ziel sie zu ermorden.

Neben juristischen und physischen Bedrohungen befinden sich die Palästinenser auch unter schwerem sozialem und religiösem Druck keine Geschäft mit Juden zu machen. Mit der Ausgabe von Fatwas, islamischen religiösen Schiedssprüchen, die Muslime kennzeichnen, die palästinensisches Land an Juden als Ungläubige verkaufen, haben palästinensische Geistliche versucht diese Palästinenser in ihren Gemeinden zu ächten. Das geht bis 1935 zurück, als der virulent antisemitische ehemalige Großmufti von Jerusalem, Amin al-Husseini, den Verkauf palästinensischer Grundstücke an Juden aus religiösen Gründen verbot.

Aufgrund dieser Entscheidungen haben palästinensische Geistliche von heute es sogar abgelehnt diejenigen auf islamischen Friedhöfen zu beerdigen, denen der Verkauf von Land an Juden vorgeworfen wird. 2018 gestattete Jerusalems Oberrabbiner Aryeh Stern die Beerdigung eines palästinensischen Muslims auf einem jüdischen Friedhof, nachdem Imame den Verstobenen beschuldigten, er habe Grundbesitz an Juden verkauft. „Da die Muslime ihn nicht beerdigen wollen, müssen wir die Entstellung der Gerechtigkeit korrigieren, die in ungerechter Erniedrigung eines Mannes resultiert, dessen einzige Sünde in der Bereitschaft bestand Land an Juden zu verkaufen“, schrieb Stern.

Selbst die wortgewandtesten Palästinenser (wie Noura Erakat) haben die idiotische Nullsummen-Mentalität, das Israel zu helfen bedeutet den Palästinensern zu schaden

Elder of Ziyon, 10. Februar 2021

Von Beginn an ist die „pro-palästinensische“ Bewegung überhaupt nicht pro-palästinensisch gewesen. Sie war immer antiisraelisch. Und ihre Anhänger, egal wie gebildet und wortgewandt, sind derart von Hass auf den jüdischen Staat verzehrt, dass sie buchstäblich den Unterschied zwischen den beiden Konzepten nicht erkennen können.

Noura Erakat, „Menschenrechts-Anwältin“ und wissenschaftliche Assistentin an der Rutgers University, schrieb ein Op-ed für NBC News, das diese grundlegende Tatsache herausschält – und damit einen wichtigen Grund offenbart, warum die Palästinenser so lange in der Luft hängen geblieben sind.

Trotz mehrerer früher Schritte, die ihn von seinem Vorgänger unterscheiden, verspricht Joe Biden Trumps Vermächtnis fortzusetzen. Es stimmt, dass die neue Administration vor hat die entscheidende humanitäre Hilfe der USA für die palästinensischen Flüchtlinge wiederherzustellen und die Vertretung der PLO in Washington DC wieder eröffnen wird. Noch am Montag kündigte sie an, dass sie dem UNO-Menschenrechtsrat wieder beitreten wird, aus dem die Administration  Trump sich aus Protest gegen seine Überprüfung Israels zurückzog.

Aber nichts von dieser Politik, so willkommen sie auch sein mag, wird den unterdrückerischen Status quo der Vereinigten Staaten angehen. Schlimmer noch: Die Administration Biden wird mehrere der schlimmsten Präzedenzfälle der Administration Trump beibehalten.

Diese Beispiele sind äußerst verräterisch:

Der neue Außenminister Antony Blinken hat deutlich gemacht, dass die Administration die US-Botschaft nicht aus Jerusalem zurück nach Tel Aviv verlegen wird; sie wird Israels Normalisierungsvereinbarungen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten, Bahrain, Marokko und dem Sudan beibehalten und feiern, ohne dass auch nur ein einziges Zugeständnis für die Palästinenser sichergestellt wird; und sie wird weiterhin Israel bedingungslos militärische Unterstützung in Höhe Von 3,8 Milliarden jährlich zur Verfügung stellen – ein Präzedenzfall, der von Bidens früherem Boss, Präsident Barack Obama, eingerichtet wurde.

Ende letzter Woche äußerte die Administration Biden auch „ernste Sorgen“ wegen des Versuchs des Internationalen Strafgerichtshofs, die Zuständigkeit über israelische Regierungsvertreter zur Verfolgung von Kriegsverbrechen auszuüben und sie überlegt sogar die Sanktionen der Administration Trump gegen das führende Personal des Gerichtshofs beizubehalten.

Sie bringt drei Beispiele dessen, was sie als palästinenserfeindliche Politik betrachtet: Beibehaltung der Botschaft in Jerusalem, Unterstützung von Frieden zwischen Israel und arabischen Staaten und Erhalt der Militärhilfe, die in den USA ausgegeben wird.

Nichts von dieser Politik schadet den Palästinensern. Nichts davon beeinträchtigt palästinensisches Leben, außer das von Terroristen im Gazastreifen, die israelische Zivilisten mit Raketen ermorden wollen. Nichts davon ist Geschwindigkeitsdämpfer für einen Palästinenserstaat.

Sie unterstützen Israel als souveränen Staat – was diese „Menschenrechts-Anwältin“ als „belastend“ betrachtet.

Der Rest des Artikels ist mehr davon, Beschwerden, dass eine Definition von Antisemitismus, die die Dämonisierung der puren Existenz des jüdischen Staates einschließt, irgendwie palästinenserfeindlich ist.

Erakat ist derart von Hass auf Israel erfüllt, dass sie buchstäblich weder den Unterschied zwischen „pro-Israel“ und „palästinenserfeindlich“ kennt, noch den zwischen „pro-palästinensisch“ und „israelfeindlich“. Sie unterschreibt eine Nullsummen-Mentalität, dass das, was gut für Israel ist, automatisch schlecht für die Palästinenser ist – und, noch schlimmer, dass nichts als gut für die Palästinenser gelten kann, solange es nicht auch schlecht für Israel ist.

Die VAE und Bahrain (und in gewissem Maß auch Marokko und der Sudan) haben die Nullsummenspiel-Mentalität aufgegeben. Niemand kann ihnen „Palästinenserfeindlichkeit“ nachsagen, obwohl die Golf-Araber der aktuellen Palästinenserführung verständlicherweise kritisch gegenüber stehen. Sie betrachten Israel auch nicht als einen Feind, sondern als Partner, der ihnen helfen kann Erfolg zu haben; nicht als offene jüdische Wunde im arabischen Nahen Osten, sondern als dauerhaften Bestandteil, der die Region verbessert und arabische Staaten erheben kann. Statt Nullsumme streben sie nach Win-win. Die Nullsummen-Mentalität, die sie über so viele Jahrzehnte beibehielten, half ihnen – oder den Palästinensern – kein Bisschen.

Die Nullsummen-Denkweise ist kindisch und kontraproduktiv. Wenn es eine dauerhafte Veränderung durch die Abraham-Vereinbarungen gibt, dann dass diese infantile Art des Denkens im Nahen Osten endlich im Abnehmen befindlich ist.

Solange die Palästinenser – einschließlich ihrer westlichen „Verteidiger“ – dieses Grundkonzept nicht begreifen, werden sie niemals irgendwo hingelangen.

Die Jusos, die SPD und ihre verlogene Israel-Haltung

Eine verlogene Stellungnahme:

Die SPD-Vorsitzenden Saskia Esken und Norbert Walter-Borjahns wollten sich auf Anfrage der Jüdischen Allgemeinen nicht zur Kontroverse um die Nahost-Beschlüsse der Jusos äußern. Ein SPD-Sprecher erklärte aber, dass die »besondere Verantwortung Deutschlands für die Sicherheit und das Existenzrecht Israels unverrückbar« sei. (Jüdische Allgemeine, 07.12.2020)

Das passt. Die SPD hat kein Rückgrat, was antiisraelischen Antisemitismus angeht. Hatte sie noch nie. Israelfreundliche SPD-Politiker waren schon seit Jahrzehnten eine unbedeutende Minderheit, auch wenn sie sich oft enorm für den jüdischen Staat engagierten und gegen die unverschämten Ungerechtigkeiten und Verleumdungen eintraten, denen Israel ausgesetzt ist.

Letztes Jahr gab es bei der SPD-Jugendorganisation, den Jungsozialisten (oder kurz: Jusos) so eine Art „Betriebsunfall“: In Schwerin nahmen die Jusos zwei Beschlüsse an, mit denen israelfeindliche Resolutionen in der UNO kritisiert wurden und eine Auseinandersetzung mit Antisemitismus stattfinden sollte. Das ist etwas untypisch für diese linke Truppe, die immer stark mit Sozialismus/Kommunismus liebäugelt.

Die Beschlüsse stießen einer anderen Gruppe heftig auf: der palästinensischen Fatah-Jugend. Die konnte damit natürlich nicht einverstanden sein, weil das an den ideologischen Grundfesten der Terrororganisationen rüttelt. Und so darf es wirklich niemanden wundern, dass es inzwischen mächtig andere Beschlüsse und Äußerungen seitens der Jusos gibt, die eine Kehrtwende (oder eher Rückkehr?) in Sachen Israel darstellen. Ende November wurde auf dem (virtuellen) Bundeskongress der Jusos ein siebenseitiger Antrag genehmigt, der die Fatah-Jugend zur Schwesterorganisation und sich mit dieser solidarisch erklärt. Das ist mehr, als ein Jahr zuvor gesagt wurde; damals hieß es noch „enger Partner“. Jetzt hat sich das also verstärkt.

Wundert es irgendjemanden? Wer das Bild gesehen hat, wie Andrea Nahles vor 40 Jahren Arafat anhimmelte, braucht nicht viel mehr, denn das war repräsentativ zumindest für die junge Generation der SPD-Politiker. Wahrscheinlich aber nicht nur, bedenkt man z.B. Willy Brandts Verhalten vor dem Yom Kippur-Krieg, als er Friedensfühler aus Israel, die an ihn herangetragen wurden, schlicht missachtete und Bitten um Kontaktherstellung einfach nicht weitergab – und so den Krieg unterstützte, wie auch mit dem Verbot an die Amerikaner, Hilfslieferungen an Israel durch den deutschen Luftraum zu transportieren.

Die heutige SPD-Führung verhält sich nicht besser. Kritik an den israelfeindlichen Beschlüssen ihrer Jugendorganisation fehlt. Stattdessen zieht sich die Doppelspitze auf die oben zitierte Aussage zurück, in der diese Leute genauo wenig wie die Jusos den Widerspruch erkennen. Wie auch, wenn man die Fatah für einen echten Friedenspartner hält? Ihre Parteisprechen lassen sie behaupten:

»Der Nahost-Friedensprozess befindet sich schon seit längerer Zeit in einer sehr schwierigen Lage. Vor diesem Hintergrund ist es nötig, die politischen Kräfte zu unterstützen, die sich zu einer friedlichen und politischen Verhandlungslösung bekennen. In den palästinensischen Gebieten ist es unter anderem die Fatah. Sie erkannte im Rahmen des Oslo-Friedensprozesses 1993 das Existenzrecht Israels an, bekannte sich zum Friedensprozess und schwor dem Terrorismus als politischem Mittel ab. Auch die israelische Regierung spricht mit der Partei von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas. Darüber hinaus pflegt die SPD seit vielen Jahren Beziehungen zu den israelischen Partnern, der Arbeitspartei und Meretz.« (Jüdische Allgemeine, 07.12.2020)

Das ist totaler, wie es im Englischen so schön heißt, Bullshit. Dass die Fatah diese Anerkennung überhaupt ausgesprochen hat, kann man durchaus bezweifeln. Dass Arafat dem Terror abgeschworen hat, ist eine Einbildung – er nutzte sein markantes Englisch um etwas zu sagen, das jeder als „We reounce terrorism“ verstehen wollte, das aber eindeutig wie „We announce tourism“ klang (und auch so gesagt wurde). Reine Verarsche des Westens, der Arafat alles abnahm, was für ihn sprechen konnte und nichts registrierte, registrieren wollte, was gegen ihn sprach. Wie es jetzt auch bei Mahmud Abbas der Fall ist.

Um festzustellen, wie die Haltung der Fatah und ihres Vorsitzenden aussieht, muss man sich ansehen, was sie ihrer Bevölkerung erzählen. Und da ist von Anerkennung Israels nichts zu finden. Fatah erklärt, wie die übrigen Terrororganisationen auch, Israel für unrecht und predigt seine Vernichtung. Die PA lehrt die Kinder, dass Israel „Palästina“ ist und „wieder ihnen“ gehören wird. Von Miteinander mit Israel ist nirgendwo etwas zu spüren, wo diese Terroristen das Sagen haben – damit auch in der Fatah-Jugend, die sich empört zeigte, als die Jusos die UNO-kritischen Schlüsse befasst hatten und jetzt zufrieden sind, dass die Truppe wieder auf Linie ist.

Wenn die SPD (-Führung) so positiv von der Fatah redet, dann ignoriert sie gezielt, wofür die Terroristen stehen: für Massenmord an und Vertreibung von Juden. Für Antisemitismus, wie er vom Stürmer nicht „besser“ hätte betrieben werden können (s. PA-Medien, zur Genüge dokumentiert von PMW und MEMRI). Wenn sie nicht kommentiert, was die Jusos verbrechen, dann billigt sie es und findet es offensichtlich in Ordnung.

Bezeichnend auch, welche israelischen Partner die SPD sich gewählt hat: Avoda und Meretz, eine linke und eine linksextreme Partei, die beide in der israelischen Politik keine bedeutende Rolle spielen. Die sich so weit von der Realität entfernt haben, indem sie alles ignorieren, was die Palästinenser Negatives tun, dass sie in der israelischen Bevölkerung jeglichen Rückhalt verloren haben. Sie spielen in Israel (inzwischen) eine derart marginale Rolle, dass ein solcher Partner keiner sein kann, mit dem man etwas bewirken kann. Das zu begreifen, dazu sind die SPD-ler offensichtlich zu blöde.

Und zuzugeben, dass die Fatah kein Partner sein kann, keinen Frieden, sondern die Vernichtung Israels anstrebt, dazu ist die Partei und besonders ihre Jugendorganisation, schlicht zu ignorant und – das unterstelle ich denen – zu verlogen und zu böswillig.

Wer, wie Kevin Kühnert, die Verpartnerung mit der Fatah-Jugendorganisation damit rechtfertigt, man müsse ja mit jemandem reden, gibt Schwachsinn von sich. Wer das – wie die SPD-Führung, damit begründet, dass auch Israel mit der Fatah redet, outet sich als Vollidiot. Mit jemandem zu reden, heißt nicht, dass man sich mit ihm verbrüdern muss. Die israelische Regierung redet mit der PA, verbrüdert sich aber nicht mit ihr. Das gleichzusetzen ist verlogen und böswillig.

Sich mit den antisemitischen Terroristen zu verbrüdern, während man gleichzeitig behauptet auf der Seite Israels zu stehen, weil dessen Sicherheit nicht zur Debatte steht, ist ein Widerspruch in sich, der an Verlogenheit nicht überboten werden kann. Letztlich sind alle pro-israelischen Äußerungen dieser Partei und ihrer Jugendorganisation damit nicht nur nicht ernst zu nehmen, sondern Beleg dafür, dass es ihr mit der Bekämpfung des Antisemitismus nicht ernst ist, sondern sie sich auf die Seite der Antisemiten stellt.

Wundern muss sich aber niemand. Diese Verlogenheit ist inzwischen Gang und Gäbe; sie hat in der SPD einige Tradition. Sie wird als Wahrheit propagiert und unsere Medien trommeln dazu. Aufklärung ist dringend notwendig. Fragt sich nur, wer bereit ist dem zuzuhören. Die SPD ist es offensichtlich nicht, ganz im Gegenteil.

Eine selten erzählte Geschichte

Rolene Marks, Lay of the Land, 2. Dezember 2020

Diese Woche wird zweier bedeutender Daten in der Geschichte gedacht. Nicht mit viel Trara, sondern mit dem gelegentliche Tweet oder Eintrag in sozialen Medien; es handelt sich aber um Daten und Ereignisse, die den Verlauf der Geschichte änderten und die tiefgreifenden Auswirkungen sind bis heute zu spüren. Das erste war die Abstimmung in der UNO 1947, die den Weg für die Gründung des jüdischen Staates ebnete, das andere war das Gedenken an die Vertreibung der Juden aus Ländern des Nahen Ostens und Nordafrikas.

Am 29. November 1947 stimmte die UNO dafür das in zwei Teile zu teilen, was damals das britische Mandat Palästina war – Land für die Juden und für die Araber. Die Juden akzeptierten und der moderne Staat Israel war auf dem Weg geboren zu werden. Die Araber lehnten ab und sollten dem frischgebackenen jüdischen Staat den Krieg erklären. Der Staat Israel wurde am 14. Mai 1948 von David Ben Gurion, dem ersten Premierminister, formell ausgerufen. Die arabische Reaktion fand in der Nacht vom 14. auf den 15. Mai statt, als die Streitkräfte von Jordanien, Ägypten, Syrien und dem Libanon einmarschierten. Der ägyptische Außenminister informierte den UNO-Sicherheitsrat, dass „ägyptische Streitkräfte begonnen haben in Palästina einzudringen, um Recht und Ordnung wiederherzustellen“.[1] Araberführer ermutigten damals die Bürger wegzugehen, bis man „die Juden ins Meer getrieben“ habe. Israel mobilisierte so viele seiner kampffähigen Bürger wie möglich und die Hagana und der Palmach (Teil der Haganah)-Streitkräfte wurden vereinigt, um die Israelischen Verteidigungskräfte (IDF) zu bilden. Am Ende des Krieges war Israel siegreich und hatte beträchtliche territoriale Gewinne gemacht. Viele der arabischen Bürger lehnten eine Rückkehr ab, trotz der Einladung Ben Gurions in der Unabhängigkeitserklärung, sie würden gleichberechtigte Bürger sein und helfen den neuen Staat aufzubauen.

Stand 2014: Ethnische Säuberung von Juden aus der arabischen Welt – und jetzt sagen sie, der jüdische Staat habe kein Recht zu existieren… Wann wird dieser Hass enden?

Eine Geschichte, die selten diskutiert wird (zumindest bis vor kurzem) ist die Erfahrung von während dieser Zeit in MENA-Ländern[2] lebenden Juden. Seit Jahrhunderten und sogar Jahrtausenden hatten Juden in diesen Ländern Erfolg. Zur Zeit der muslimischen Eroberung im 7. Jahrhundert hatten uralte jüdische Gemeinden in vielen Teilen des Nahen Ostens und Nordafrikas existiert. Juden unter islamischer Herrschaft wurde der Status des Dhimmi (Bürger zweiter Klasse) gegeben, oft einer besonderen Dhimmi-Steuer unterworfen, wie andere vorislamische Religionsgruppen auch. Diesen Gruppen wurden gewisse Rechte als „Völker des Buchs“ gewährt. Im Mittelalter fanden viele Juden Zuflucht in muslimischen Ländern; aber es gab andere Zeiten, in denen Juden vor Verfolgung in muslimischen Ländern flohen und Zuflucht in christlichen Ländern fanden. Von der iberischen Halbinsel vertriebene Juden wurden eingeladen sich in verschiedenen Teilen des Osmanischen Reiches niederzulassen, wo sie oft eine erfolgreiche Musterminderheit an Händlern bildeten, die als Vermittler für ihre muslimischen Herrscher handelten.

Juden sollten dort Jahrhunderte lang leben, sprachen dieselbe Sprache und hielten dieselben Bräuche ein und integrierten sich in ihre Mitbürger. Das sollte sich 1948 dramatisch ändern.

Bis 1948 gediehen jüdische Gemeinschaften in MENA-Ländern zahlenmäßig. In Marokko waren es 265.000, im Iran 100.000, in Algerien 140.000, in Ägypten 75.000 und in anderen Ländern war es auch eine beträchtliche Anzahl.

Mit der Geburt des Staates Israel war die Reaktion der arabischen Welt feindselig. Einige Juden begannen diese Länder zu verlassen, waren aber gezwungen ihren Besitz zurückzulassen; für die Mehrheit war ihr Schicksal Furcht einflößender. Hier sind einige Berichte dessen, was diesen Gemeinden zustieß.

Irak:

Im Irak, wo 2.600 Jahre lang eine große Gemeinde Juden lebte, brachen im Juni 1941 als Farhud bekannte gewalttätige Krawalle aus. Diese Krawalle richteten sich gegen die jüdische Bevölkerung, hauptsächlich in Bagdad. Soldaten versuchten einen fehlgeschlagenen Putsch, um das Machtvakuum auszunutzen, das von fehlender Führung hinterlassen wurde; sie schwärmten zusammen mit einem blutrünstigen Mob in jüdische Gemeinden aus, töteten 179 unschuldige Menschen, verletzten mehr als 2.100 und hinterließen 242 Waisenkinder. Dieser Akt der Gewalt wurde in der gesamten arabischen Welt und in Nazideutschland gefeiert.

Tod den Juden. Am 1. Juni 1941 brach in Bagdad ein von den Nazis inspiriertes Pogrom aus, das der mehr als zwei Jahrtausende bestehenden friedlichen Existenz der jüdischen Minderheit der Stadt ein Ende setzte.

1948 wurden als Reaktion auf die Resolution 181 der UNO-Vollversammlung („der Teilungsplan“) und die Unabhängigkeit Israels Gesetze verabschiedet, die den Zionismus zu einer kriminellen und sogar zu einem Kapitalverbrechen machten, was es der Polizei erlaubte tausende jüdischer Häuser nach Beweisen für Zionismus zu durchsuchen. Von Mai 1950 bis August 1951 hatten die Jewish Agency und die israelische Regierung den Erfolg mit den Operationen Esra und Nehemia etwa 110.000 Juden per Luftbrücke nach Israel zu bringen. Gleichzeitig wurden 20.000 Juden über den Iran aus dem Irak geschmuggelt. Ein Jahr später wurde das Eigentum der emigrierten Juden im Irak eingefroren und den im Land verbliebenen Juden wirtschaftliche Einschränkungen auferlegt.

Marokko

Vor dem Zweiten Weltkrieg belief sich die jüdische Bevölkerung Marokkos auf etwa 265.000 und obwohl sie nicht von den Nazis deportiert wurden, erlitten sie unter der Vichy-Regierung starke Erniedrigung. Nach dem Krieg verschlimmerte sich die Lage.

Im Juni 1948 wurden bei tödlichen Krawallen in Oujda und Djerada 44 Juden getötet und viele weitere verletzt. Im selben Jahr wurde ein inoffizieller Wirtschaftsboykott angezettelt und bis 1959 wurden zionistische Aktivitäten für illegal erklärt. 1963 wurden mindestens 100.000 marokkanische Juden aus ihren Heimen gezwungen und etwa 150.000 Juden suchten Zuflucht in Israel, Frankreich und den Amerikas.

Der letzte seiner Art. Die meisten Juden in Marokko sind heute tot und begraben. In diesem Foto von 2018 ist Joseph Sebag der letzte jüdische Mann in der marokkanischen Küstenstadt Essaouira.

1965 beschrieb der marokkanische Schriftsteller Said Ghallab die Haltung marokkanischer Muslime gegenüber ihren jüdischen Nachbarn:

„Die schlimmste Beleidigung, die ein Marokkaner wohl äußern konnte, war jemanden als Juden zu behandeln. Die Massaker an den Juden durch Hitler werden ekstatisch verherrlicht. Es wird sogar geglaubt, dass Hitler nicht tot ist, sondern lebt und wohlauf ist und seine Ankunft wird erwartet, um die Araber von Israel zu befreien.“

Ägypten

In den 1940-er Jahren nahm die Feindschaft gegenüber der etwa 80.000 Menschen zählgenden ägyptischen jüdischen Gemeinschaft zu. Es wurden Gesetze verabschiedet, die die Beschäftigung von Ägyptern jüdischer Herkunft einschränkten sowie von Mehrheitseignern von Firmen verlangte, dass sie ägyptische Staatsbürger sein müssen. Da Juden als Regel die Staatsbürgerschaft verweigert wurde, verloren viele Juden ihre Arbeit und Betriebe.

Während des Unabhängigkeitskriegs von 1948 wurden tausende ägyptischer Juden in Internierungslager gesteckt, aus ihren Arbeitsplätzen verdrängt und wegen angeblicher Kollaboration mit einem Feindstaat verhaftet. Auf Synagogen, Häuser und Firmen wurden Bombenanschläge verübt und viele Juden wurden getötet und verletzt. Mehr als 14.000 Juden immigrierten während dieser Zeit nach Israel, um Sicherheit zu finden. Von 1948 bis 1958 flohen mehr als 35.000 Juden aus Ägypten.

Ende einer Ära. Juden wurden gezwungen wegzugehen, eine ehemalige jüdischer Schule in Abbasyia; Kairo.

Von 1956 bis1968 flohen weitere 38.000 Juden aus Ägypten, viele nach Israel, um systematischer Verfolgung wie Enteignung ihrer Häuser und Firmen durch die Regierung sowie willkürlicher Verhaftung zu entgehen.

Jemen

Die jemenitischen Juden erlitten mit die schlimmste Verfolgung. Ende November 1947 veranstaltete die arabische Bevölkerung von Aden einen dreitägigen Streik in Protest gegen die Resolution 181 der UNO-Vollversammlung (den Teilungsplan). Der Protest wurde rasch gewalttätig. Mehr als 80 jemenitische Juden wurden abgeschlachtet, mehr als 100 Juden gehörende Unternehmen geplündert und Häuser, Schulen und Synagogen wurden niedergebrannt. Das war einer der gewalttätigsten Angriffe auf eine jüdische Bevölkerung in der gesamten arabischen Welt.

Flucht ums Überleben. Eine jemenitische Familie läuft durch die Wüste zu einem Lager zur Rettung von Flüchtlingen bei Aden.

Die israelische Regierung ließ sich auf einen einzigartigen Plan ein, um die verfolgten jemenitischen Juden zu retten. 1949 und 1950 wurde die Operation Fliegender Teppich (auf Hebräisch als „Auf Adlerflügeln“) umgesetzt. Dafür wurden Amerikanische und britische Flugzeuge eingesetzt, die nach Aden flogen und die Juden aus dem Jemen abholten und nach Israel brachten. Bis Ende der Operation wurden 47.000 jemenitische Juden gerettet.

Libyen

Mehr als 2.300 Jahre lang lebten und gediehen Juden in Libyen; ihre Zahl betrug mehr als 37.000. Während des Zweiten Weltkriegs setzte die libysche Regierung ihre eigene, von den Nazis inspirierte Politik um und mehr als 2.000 Juden wurden in Konzentrationslager in der Wüste gebracht, wo hunderte starben. Im Nachkriegs-Libyen wurde der arabische Nationalismus populärer, was gewalttätige Angriffe gegen die jüdische Gemeinschaft zur Folge hatte.

Florierendes jüdisches Leben. Juden der Stadt Tripoli in Libyen 1925. (Foto: G. Casserly/Royal Geographical Society via Getty Images)

1945 wurden in der Stadt Tripoli mehr als 140 Juden bei einem gewalttätigen antisemitischen Krawall getötet und ein paar Jahre später, 1948, hatten gewalttätige Angriffe 12 Tote und die Zerstörung von mehr als 280 jüdischen Häusern zur Folge. In den drei Jahren von 1948 bis 1951 flohen 30.972 Juden aufgrund der feindlichen Regierungspolitik nach Israel.

Im Innern: Das Innere eines ehmals jüdischen Hauses in Libyen. Juden hatten mehr als zwei Jahrtausende lang in Libyen gelebt.

Syrien

Bis 1943 zählte die jüdische Gemeinschaft in Syrien etwa 30.000 Personen. Nach Syriens Unabhängigkeit von Frankreich verbot die neue arabische Regierung jüdische Zuwanderung nach Palästina, schränkte die Lehre von Hebräisch in jüdischen Schulen erheblich ein und forderte Boykotte jüdischer Geschäfte. Angriffe auf Juden eskalierten ohne Einschreiten. 1945 schränkte die syrische Regierung im Versuch internationale Bemühungen in Palästina eine jüdische Heimstatt zu gründen, vollkommen ein, verbrannten, plünderten und beschlagnahmten jüdisches Eigentum und froren jüdische Konten ein.

Als 1947 die UNO-Teilung erklärt wurde, verwüsteten arabische Mobs in Aleppo die 2.500 Jahre alte jüdische Gemeinde und hinterließ sie in Ruinen. Viele Juden wurden getötet und mehr als 200 Häuser, Geschäfte und Synagogen wurden zerstört. Tausende Juden flohen illegal als Flüchtlinge, 10.000 gingen in die Vereinigten Staaten und 5.000 nach Israel. Ihr hinterlassenes Eigentum wurde von den örtlichen Muslimen eingenommen.

Die Straße von Damaskus. Eine jüdische Familie in Aleppo in Syrien, ca.1910 (Library of Congress)

Die syrischen Juden blieben praktisch Geiseln eines feindlichen Regimes, da die Regierung ihre Verfolgung verstärkte. Juden wurde ihre Staatsbürgerschaft entzogen und erlebten Arbeitslosigkeit und Diskriminierung. Vermögen wurde eingefroren und Besitz beschlagnahmt. Die Gemeinschaft lebte unter ständiger Überwachung durch die Geheimpolizei und die Bewegungsfreiheit wurde ebenfalls stark eingeschränkt. Und Juden, die versuchten zu fliehen, sahen sich entweder der Todesstrafe oder Inhaftierung in Zwangsarbeitslagern ausgesetzt. Juden durften keine Telefone oder Führerscheine erwerben und es wurde ihnen verboten Grundeigentum zu kaufen. Die Straße zum Flughafen wurde über den jüdischen Friedhof in Damaskus gebaut und Schulen wurden geschlossen und Muslimen übergeben.

Die Geschichte der Juden aus den MENA-Ländern ist ein sehr wichtiger Teil der modernen Geschichte, die in den letzten Jahren Aufmerksamkeit erhalten hat. Von der Regierung sind konzertierte Anstrengungen unternommen worden, um daran zu erinnern und dem zu gedenken und der 30. November ist zum offiziellen Gedenktag für die jüdischen Flüchtlinge erklärt worden.

Heute sind die Mehrheit der Israelis Nachkommen derer, die aus den MENA-Ländern fliehen mussten; geschätzte eine Million kann ihre Wurzeln nach Marokko zurückverfolgen. Es ist unsere Pflicht Zeugnis davon zu geben und ihre Geschichten zu erzählen.

Ihre Geschichte darf nicht nur selten erzählt werden.

[1] S. sein Telegramm an den Sicherheitsrat, Dokument S/743, 15. Mai 1948

[2] Middle Eastern and North Africa – Länder des Nahen Ostens und Nordafrika