Antisemitismus in der Friedensbewegung

anonym, 6. Dezember 2001
(Bert Kilstein und Redaktion Radio Shalom bei Radio Dreyeckland Freiburg)

„Antisemitismus ist Sozialismus für Dumme“ – Karl Liebknecht

Wir sahen uns gezwungen, diesen Artikel zu schreiben, nachdem wir erfuhren, was während einer Freiburger Friedensdemo vorgefallen ist. Als eine Gruppe mit Transparenten mit der Aufschrift „Solidarität mit Israel“ sich an der Demo beteiligen wollte, wurden sie von Teilen der Demonstrierenden massiv angepöbelt. Es war die Rede von Israelis als „Rassisten“, den „Nazis von heute“ und von einer „jüdisch dominierten Presse“. Einzelne Demonstranten haben sogar versucht, die Transparente der Gruppe niederzureißen oder zu verdecken. So ist es kein Wunder, dass ein Passant sich ermuntert fühlte, die Gruppe als „Judenknechte“ zu beschimpfen. Kein einziger der in der Nähe stehenden Demonstranten besaß die Zivilcourage einzugreifen. Einige meinten: „Wir würden das so nicht formulieren, aber…“

Wie Teile der Freiburger Friedensbewegung dies formulieren, konnte man deutlich bei der nächsten Demo am Tag X nach Beginn der Bombardierung hören und lesen. Der erste Redner Christian Möller begann seine Rede, indem er von allen möglichen in Betracht kommenden „Kriegsverbrechern“ von Truman bis Bush unmissverständlich zwei mit jüdischer Herkunft zitierend hervorhob: Henry Kissinger und Madeleine Albright. Dieses antisemitische Instrumentarium, ausgewählte Zitate von Personen jüdischer Herkunft an erster Stelle anzuführen, ist ein bei Bedarf immer wiederkehrendes Mittel.

Schon vor Jahren wurde derselbe Christian Möller, als er bei Radio Dreyeckland Freiburg die Redaktionen von „Radio International“ koordiniert hat, von mehreren Radio Dreyeckland-Redakteuren mit dem Vorwurf des Antisemitismus konfrontiert. Auch spart er nicht mit Vorträgen über die Gruppe „2. Juni“, einer Berliner Organisation, die sich öffentlich gerühmt hat, Molotow-Cocktails gerade am 9. November auf eine Synagoge geworfen zu haben und die bei der Flugzeug-Entführung in Entebbe die Selektion von jüdischen Passagieren vorgenommen zu haben.

Standing Ovations sind anderen Rednern garantiert, sobald sie über „alttestamentarische“ Rache schwätzen oder den angeblich „terroristischen“ Staat Israel als Entlastungsmaterial für mordende und zerstörende Attentäter ins Feld führen. Peinlichst wird ausgespart, dass Israel seit langem Selbstmordattentaten auf zivile Einrichtungen und die gesamte Bevölkerung ausgesetzt ist.

Der erste Redner der Stuttgarter Friedensdemo, Jürgen Grässlin, begann seine Rede mit nichts Originellerem als der Frage, ob es zufällig sei, dass die Symbole des Kapitalismus und der Militärmacht getroffen wurden, um dann das gesamte Weltgeschehen seit Hiroshima in einer wirren Rede, gespickt mit antiamerikanischen Plattitüden, durcheinander zu bringen, ferner den betroffenen Amerikanern Beileid zu bekunden und Israel „terroristische Angriffe“ auf palästinensisches Territorium vorzuwerfen. Die nachfolgende Vertreterin der Gewerkschaft DAG / verdi beklagte in weinerlichem Ton, dass man in den arabischen Länder nun anfängt, die deutsche Flagge zusammen mit der amerikanischen und britischen zu verbrennen. Ein neuerlicher Beweis dafür, dass Teile der Friedensbewegung darauf aus sind, beste Beziehungen mit Diktaturen zu pflegen und zu erhalten, um bloß nicht in ihre Schusslinie zu geraten. Wo in dieser Frage der Unterschied zwischen Teilen der Friedensbewegung und den Positionen eines Jürgen W. Möllemann oder Horst Mahler liegt, ist nicht ersichtlich.

Und wie sieht es in anderen Städten aus? In Duisburg wurde ein proisraelischer Antifa-Linker von einem Mitglied der Gruppe „Rote Aktion“ ins Gesicht geschlagen, angespuckt und mit den Worten bedroht: „Wir kriegen dich noch!“, in einem Info-Laden in Berlin-Friedrichshain wurde ein junger Mann von einem der örtlichen Hausbesetzerszene Angehörenden ebenfalls ins Gesicht geschlagen und als „Zionistenschwein“ beschimpft. Er hatte im Kiez Plakate geklebt, die den Slogan „Lang lebe Israel!“ trugen. Während einer Demo in Düsseldorf wurde eine Gruppe angegriffen, die proisraelische Transparente mitgebracht hatte. Die Friedensdemonstranten haben die Transparente weggenommen, um sie dann am Rande der Demo öffentlich zu verbrennen. Von wem wohl haben sie solche Methoden abgeguckt?

Die Freiburger Gruppe SOFA schreibt: Antiamerikanismus und Antisemitismus sind aufs Engste verschwistert. Der islamische Fundamentalismus kämpft gegen den „großen und den kleinen Satan“, gegen USA und Israel gleichermaßen. Linke und Friedensbewegte bringen für beides herzlich viel Verständnis auf. „Ist es Zufall, dass Amerika getroffen wurde und nicht Deutschland?“ fragt ein nationalistisches Freiburger Friedensflugblatt und verweist unter anderem auf einen „Krieg“, den die USA in Palästina führten. „Linksruck“ verweist unisono auf die Unterstützung der USA für Israel, dessen Verteidigung gegen Selbstmordattentäter und andere bewaffnete Palästinenser als Massaker aus Jux und Dollerei dargestellt werden. Den gehobenen Bedarf bedient der Freiburger Soziologe Klaus Theweleit in der Zeitung zum Sonntag: Die Kräfte hinter den Anschlägen mag er nicht „völlig wahnsinnig“ finden, da es „Gründe für ihr Handeln gibt“ – das „Versagen“ der amerikanischen Nahost-Politik: „Der Gewaltseite der Israelis wurde freie Hand gelassen.“ Nach Theweleit sind die Israelis an ihren toten Zivilisten selbst schuld, und ebenso die USA an den ihrigen, da sie ihrer Aufsichtspflicht über die Juden nicht nachgekommen sind. Die Anschläge in den USA könnten sich daher noch als friedensstiftende Maßnahme erweisen: „Wird der Anschlag auf die Twin Towers und das Pentagon den Westen dazu bewegen, seine Politik zu ändern? Werden die USA Israel jetzt dazu zwingen (!), die besiedelten Gebiete freizugeben, um dort einen palästinensischen Staat einzurichten?“

Weil in Israel ein Bürgerkrieg herrscht, der maßgeblich von der palästinensischen Seite mit dem Abbruch der Friedensverhandlungen angezettelt wurde; weil palästinensische Selbstmordattentäter aus der Mitte der Gesellschaft unzählige Israelis umbrachten und dafür ganz genau einen „Grund“ haben: Hass auf alle Juden; weil es dem arabischen Antisemitismus nicht um eine andere Grenzziehung des israelischen Staates, sondern um seine Auslöschung geht – darum sind die Statements von Theweleit, Linksruck und Konsorten üble Rationalisierungen.

An dieser Stelle seien ein paar historische Eckpunkte für diejenigen genannt, die schon lange etwas über Israel wissen wollten, aber nie zu fragen wagten:

Die jüdische Emigration nach Palästina hat schon Ende des 19. Jahrhunderts angefangen, nachdem im zaristischen Russland etliche Pogrome durchgeführt wurden. Die Idee eines Judenstaates, die ursprünglich der jüdisch-deutsche Sozialist Moses Hess proklamierte, hat der Wiener Journalist Theodor Herzl weiterentwickelt. Er begann, sich diesem Thema zu widmen, nachdem er die Dreyfus-Affäre und antisemitische Ausschreitungen in Frankreich als Korrespondent verfolgte.

Die jüdischen Emigranten erwarben Land von arabischen Besitzern oder von den Behörden des Osmanischen Reiches, gründeten landwirtschaftliche Kooperativen, Kibbuzim, die weitgehend nach sozialistischen Grundsätzen geführt wurden. Die jüdischen Pioniere fanden meistens ein Stück Sumpfwüste vor, das sie mühsam in Ackerland verwandelten. Pogrome in Palästina fanden schon Mitte der 20er Jahre statt und haben zu mehreren hundert jüdischen Opfern geführt, worauf sich eine jüdische Selbstverteidigungsgruppe „Hagana“ bildete.

Während des II. Weltkriegs kollaborierte die arabische Führung mit den Nazis. Der Groß-mufti von Jerusalem verbündete sich mit Hitler, begrüßte die „Endlösung der Judenfrage“ und stellte eine muslimische SS-Division in Bosnien zusammen.

Einige Überlebende des Holocaust fanden mit Müh und Not ein Exil in Palästina. Nach dem II. Weltkrieg und angesichts der Shoa beschloss die UNO mit Stimmen der UdSSR, der USA und weiteren 30 Staaten die Teilung Palästinas in einen jüdischen und einen arabischen Staat. Am Tag der Unabhängigkeitserklärung Israels fielen fünf reguläre Armeen der arabischen Staaten in den jüdischen Teil unter der Parole „Alle Juden ins Meer werfen!“ ein. Dieses Motto gilt bis heute!!!

Der Neffe jenes germanophilen Großmuftis, nämlicher Jasser Arafat, verinnerlichte diese Philosophie in seinem antiisraelischen Kampf.

Es grenzt an ein Wunder, dass Israel angesichts der Überlegenheit des Feindes überlebte und die einzige Demokratie im Nahen Osten ist. „Nie wieder“ heißt die Losung, die Israel schon mehr als 50 Jahre auf seine Fahnen geschrieben hat. „Nie wieder Vernichtung des jüdischen Volkes“.

Man kann die gegenwärtige Politik der israelischen Regierung unterschiedlich bewerten, das Existenzrecht Israels jedoch zu verneinen und palästinensischen Terror zu rechtfertigen, ist hier in Deutschland geradezu pervers.

Selbst Radio Dreyeckland Freiburg wurde von antisemitischen Zwischenfällen nicht verschont. Die Redaktion „Knastfunk“ verlas unkommentiert und unreflektiert einen antisemitischen Artikel von Mumia Abu-Jamal, der auf der Parallelisierung von Israelis und Nazis basierte.

Die Redaktion Radio Shalom protestiert entschieden gegen antisemitische Auswüchse in der gegenwärtigen Friedensbewegung und möchte ihr folgende Fragen stellen:

Warum lebt die Friedensbewegung nicht auch, wenn Diktaturen im Namen des Islam ihr eigenes Volk und andere Staaten unterdrücken und angreifen? Z.B. Giftgaseinsätze Saddam Husseins gegen die kurdische Bevölkerung, Annexion Kuwaits und Abschuß von Scud-Raketen auf Israel, Verbrechen der Taliban an Frauen und ethnischen und religiösen Minderheiten, Verbrechen im Sudan, und und und.

Warum hat die Friedensbewegung kein Mitleid mit den Menschen, die unter diktatorischen und fundamentalistischen Regimen leben und ihre politische Meinung nicht frei äußern können?

Warum lebt die Friedensbewegung nur, wenn sie sieht, dass diese verbrecherischen Regimes von der restlichen Welt angeklagt werden?

Warum erkennt die Friedensbewegung nicht an, dass Deutschland leider nur durch Krieg von einem fanatischen, verbrecherischen und nach Welteroberung strebenden Diktator und seinen Anhängern befreit werden konnte?

Warum distanziert sich die Friedensbewegung nicht von Antisemitismus und seinen Trägern?

Propaganda aus dem arabischen Raum (3/3)

Syrien: „Hizbollah ist keine Terror-Organisation“ – (IMRA, 27.04.2003)

Bouthana Shaaban, Sprecherin des syrischen Außenministeriums, sagte heute gegenüber Fox News, dass Hizbollah „nie irgendwann auf Zivilisten in Israel gezielt“ habe und sie sei „keine Terror-Organisation“. Jonathan Peled, Sprecher des israelischen Außenministeriums sagte allerdings gegenüber Eli Stutz von Arutz-7, dass Shaaban in ihrer Darstellung der Fakten nicht ganz genau sei:
„Hizbollah ist eine Terror-Organisation und hat israelische Zivilisten angegriffen – in Israel wie im Ausland. 1992 sprengte sie die israelische Botschaft in Buenos Aires, wobei 29 Menschen umkamen. Sie haben Raketen über die Grenze auf israelische Orte geschossen und sind aktiv in palästinensischen Terror-Organisationen verwickelt, indem sie sie in der Ausführung von Anschlägen unterstützen. Syrien unterstützt die Hizbollah nicht nur, sie schützt sie auch noch aktiv.“

Vor gerade einmal 14 Monaten, am 12. März 2002, drangen zwei Hizbollah-Terroristen nach Nordisrael ein und schossen beim Kibbutz Metzubah auf vorbei fahrende Autos – und ermordeten fünf israelische Zivilisten und einen Soldaten.

Die arabischen Darstellungen der Vorgänge in und um Israel ist – sei es durch Regierungserklärungen oder aus der arabischen Presse – insofern sehr interessant, als diese nie unabhängig sind und offizielle Meinungen repräsentieren. So gesehen gibt es Grund, sich anzusehen, was dort zu sagen ist und wie der Nahost-Konflikt dargestellt wird.

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aus: arabicnews.com, 6.1.2003

Zwei palästinensische Operationen in Tel Aviv töten 23 Israelis, verwunden 80

Zwei Palästinenser führten gestern zwei Operationen in der Nähe einer Bushaltestelle im Zentrum von Tel Aviv aus, durch die 23 israelische Siedler getötet und 80 weitere verwundet wurden, von denen sich sieben in kritischem Zustand befinden.

Das israelische Radio sagte, dass zwei gewaltige Explosionen an zwei Kreuzungen statt fanden, nur 200 Meter voneinander entfernt, und in schweren Schäden resultierten, während das israelische Fernsehen sagte, dass nur eine Minute zwischen den beiden Explosionen lag…

Es ist schon sehr interessant, dass eine arabische Mediengesellschaft so falsche Angaben macht:
1. es wurden keine 23 Israelis getötet, sondern Israelis und nicht-Israelis (legale und illegale Gastarbeiter)
2. Menschen aus Tel Aviv sind also „Siedler“. Was sagt uns das bezüglich arabischer Ansichten zu möglichen Friedensaussichten mit Israel? Es kann uns nur eines sagen: Die Israelis müssen aus allen „besetzten Gebieten“ raus; Tel Aviv ist besetztes Gebiet; also muss Israel verschwinden. Wie viel Möglichkeiten einer friedlichen Einigung, außer des Verschwindens Israels, kann es unter solchen Umständen geben? Vor allem, da die Juden ja nicht freiwillig ins Meer gehen werden?

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aus Al-Akhbar (Ägypten), 22. November 2002: (Quelle: MEMRI)

Hintergrund: Am 21.11.02 sprengte ein palästinensischer Selbstmord-Bomber in Kiryat Menachem in (West-!) Jerusalem einen Bus der Linie 20 in die Luft. 11 Menschen starben, Dutzende wurden verletzt. Die Toten waren eine 48-jährige Frau mit ihrem 16-jährigen Sohn, zwei 13-jährige Schulkinder, eine 56-jährige Frau, drei weitere Frauen im Alter von 20, 32 und 46 Jahren und eine rumänische Touristin. Die Verletzten waren zum großen Teil Schulkinder und eine 22-jährige Schwangere mit ihren drei Kindern, die bereits zum zweiten Mal ein solches Attentat überlebte.

Schlagzeige: Die Operation in Jerusalem: Die einzige Antwort auf den israelischen Terrorismus
Aus dem Text: Diese Operation, bei der elf israelische Terroristen getötet und Dutzende verletzt wurden, hat eine Reihe von Gründen, deren erster der ist, dass diese Operation eine Konsequenz des mutigen Zuschlagens ist, vorbereitet von palästinensischen Märtyrer … in Hebron … wegen des Zustands von Wahnsinns, der die regierende israelische Bande übermannt hat, geführt von Ariel Sharon, der nur das Ziel hat, weiteres palästinensisches Blut zu vergießen, besonders das Blut von Kindern, Frauen, Alten und den mutigen Menschen des Widerstands. (Im Weiteren schreibt der Autor davon, die Aktion habe im „besetzten Jerusalem“ statt gefunden!)

Wer solche Tatsachenverzerrung von sich gibt, der kann keine Stimme sein, die etwas zum Frieden beizutragen hat. Das ist die Stimme der Hetze, Verleumdung, des Terrors und der Menschenverachtung. Gerade hat ein Terrorist genau solche Leute ermordet, auf die angeblich die Regierung Sharon zielt. Diese Ermordeten werden als Terroristen bezeichnet. Das ist die Wahrheit so vollkommen auf den Kopf gestellt, dass die Worte fehlen, dafür die richtige Bezeichnung zu finden – außer, man bedient sich dessen, was die Amerikaner „four-letter-words“ nennen.

Andere Zeitungen gehen in ihrer Verherrlichung des Mordes ähnlich weit. So schreibt Al-Gumhuriyya (22.11.02):
„Diese heroische, mutige Operation … die höchst ehrenhafte Mission“ und
„Es sind die Juden, die hinter allem Unheil stecken“ (daran Schuld sind)

Michael Widlanski von TheMediaLine berichtete in einem Gespräch mit IMRA, dass das palästinensische Radio „Voice of Palestine“ in seinen Nachrichten auch erst davon sprach, Kiryat Menachem liege im „besetzten Jerusalem“. Diese Bezeichnung wurde später fallen gelassen und durch „die Kolonie Kiryat Menachem“ ersetzt. Was ist das jetzt? Ausdruck der wahren Ziele (= Vernichtung Israels, weil ja alle Gebiete zwischen Jordan und Mittelmeer besetzt sind und von Juden gereinigt werden müssen)? Oder „nur“ bewusste Fehl-Information um Stimmung zu machen?

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aus Jordan Times, 26. August 2002:

In einem Artikel über die Sorgen, die Israels „Transfer-Politik“ betreffen, schreibt ein jordanischer Journalist (er ist besorgt, dass Jordanien Palästinenser aufnehmen muss, während Israel sie nach Gaza (!) abschiebt!):

1948 öffnete Jordanien seine Grenzen fliehenden Palästinensern als Ouvertüre dazu eine Union mit der Westbank zu schmieden, aber das Königreich schloss sich gegenüber den besetzten Gebieten Palästinas ab, nachdem Israel gegründet wurde.

Das ist interessant:
Sollte der Autor die „Westbank“ meinen, dann lügt er, denn Jordanien annektierte diese.
So meint er also das Staatsgebiet Israels, wenn er von „besetzten Gebieten Palästinas“ schreibt. Soweit zum Verständnis besetzter Gebiete und dem was „befreit“ werden muss.

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aus Al Ahram, Ausgabe vom 22.-28.082002:

„Israel ist eine Fälschung der großen westlichen, imperialistischen Mächte, ursprünglich Großbritanniens und danach der USA. Es ist kein Werk des Zionismus, der nur Insturment der verschiedenen imperialistischen Systeme war, die den Nahen Osten wegen seiner geopolitischen Lage kontrollieren wollten…“

Na Klasse, warum regt ihr Araber dann so sehr über die Zionisten auf?
Übrigens: Jordanien ist das Paradebeispiel für die Werke der imperialistischen Mächte – es wurde ausschließlich aus dem Willen Großbritanniens heraus geschaffen, das einem eifersüchtigen Haschemiten-Prinzen einen Gefallen tat – unter Biegung der Regeln und ohne Zustimmung des Völkerbundes! Wie wäre es, wenn ihr da genauso böse reagieren würdet?
Allerdings solltet ihr Araber euch auch vor Augen halten, damit ihr die Geschichte nicht wieder einmal falsch darstellt: Alle imperialistischen Zentren in England und den USA waren GEGEN die Gründung von Israel. Die entschiedene Opposition in den USA kam aus dem Außenministerium, dem Verteidigungsministerium, von den großen Ölgesellschaften und den internationalen Banken (ein Wunder, dass die USA für den Teilungsplan stimmten). Die Engländer enthielten sich der Stimme. Sie trugen nicht zur Staatsgründung bei, sondern taten alles in ihrer Macht stehende, damit die Araber den Juden überlegen waren, als es dann zur Staatsgründung und dem arabischen Vernichtungskrieg kam.

…Es war das ethische Recht der Araber, das Prinzip der Teilung abzulehnen… ob die Ablehnung der Teilung die taktisch effizienteste Wahl war, ist diskutabel. Natürlich half es den fremden Siedlern ihren aggressiven, expansionistischen Krieg als „defenisive“ Maßnahme darzustellen.
Dass die Araber „die Juden ins Meer treiben“ und „die Juden vernichten“ wollten und dass die Armeen von sieben Staaten losmarschierten, war also nicht der Grund, dass es den Krieg gab, sondern jüdische Aggression!

Die imperialistischen USA sicherten wiederholt den „Schutz Israels“. Der Krieg von 1967 wurde 1965 in Washington geplant. Sein Ziel war die Zerstörung der Versuchs Nassers zu einer unabhängigen Entwicklung.
Genau: Die USA haben Ägypten dazu veranlasst, die Straße von Tiran zu sperren, die UNO (fast alles US-Truppen) aus dem Sinai auszuweisen und das massiv sowjetisch aufgerüstete ägyptische, syrische sowie das jordanische Militär an den 1949-er Waffenstillstandslinien auffahren zu lassen. Die USA haben die Hetz- und Vernichtungsparolen Nassers und der Syrer gesteuert, damit Israel sich bedroht fühlte, obwohl es gar nicht bedroht wurde.

… Diese Politik [heplev: der „ethnischen Säuberungen“] begann früh, mit den Massakern von Deir Yassin (1948), Tantura und anderen, gefolgt bei der Massenausweisung von hunderttausenden von Palästinensern, denen Israel das im internationalen Recht geheiligte Rückkehrrecht verweigert… Es gibt keine Impfung, die verhindert, dass die Opfer im Gegenzug zu Schlächtern werden. Von Deir Yassin bis Jenin gibt es fortgesetzte Massaker.
Ja, bitte weiter mit den Geschichtsfälschungen und den Lügen: Deir Yassin u.a. waren Kampfzonen, in denen die arabischen Armeen mehr Tote verursachten als die Israelis. Das als Massaker zu bezeichnen, entlarvt die arabische Verdrehung von Tatsachen: Die Masskrierenden waren dann wohl eher die Araber.
„Massenausweisung“? Rund 95% der arabischen „Flüchtlinge“ haben einen bewaffneten Israeli nicht einmal gesehen! Sie folgten den Anweisungen, dem Drängen und dem Drohen der arabischen Kriegstreiber, die ihnen sagten: Unsere Bomben können nicht unterscheiden zwischen Juden und Arabern; in ein paar Tagen könnt ihr zurück in eure Häuser; wer nicht geht, ist ein Verräter an der arabischen Sache und wird entsprechend behandelt. Wer hat hier ausgewiesen?
O ja, das Massaker von Jenin! Wie viele Lügen sollen uns eigentlich noch aufgetischt werden? Ach so, die Leser sind ja Araber, die glauben das leider alles. Und damit hat wieder einmal Israel für den Hass gesorgt, hat es doch die Unverschämtheit, zu existieren. Die Hass-Propaganda ist Israels Schuld!

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Jordan Times, 24.07.2002
Hassan Abu Nimah, ehemaliger jordanischer UN-Botschafter in einem Artikel über die UNO:

„… Resolution 181, die die Teilung Palästinas und die Errichtung zweier Staaten (einer arabisch, einer jüdisch) vorsah, endete mit der Schaffung nur eines jüdischen Staates, der nicht nur die 56,47% von Palästina besetzte, die der Teilungsplan vorsah, sondern den Anteil durch militärische Eroberung und Terrorismus gegen die örtlichen Palästinenser auf 78% ausdehnte, darunter den größten Teil Jerusalems, das nach Resolution 181 eine besondere, internationalisierte Zone sein sollte…“

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Die Araber lehnten unisono die Teilung (Rest!-)Palästinas (westlich des Jordans) ab. Sie begannen einen Krieg zur Vernichtung der Juden. Sie waren unter keinen Umständen bereit, einen jüdischen Staat zuzulassen, geschweige denn eine Teilung „Palästinas“. Sie waren noch nicht einmal bereit, einen arabisch-„palästinensischen“ Staat zu gründen, sondern Ägypten und Transjordanien annektierten Samaria, Judäa und den Gazastreifen. Israel konnte nur überleben, weil es den Verteidigungskrieg gewann. Es konnte keine territorialen Zugeständnisse machen, weil 1.) kein Staat auf dem dafür vorgesehenen Gebiet gegründet wurde und 2.) kein arabischer Staat auch nur den Hauch einer Möglichkeit für eine Friedensregelung erkennen ließ (sondern ganz im Gegenteil!).

Und jetzt geht dieser „Diplomat“ hin und macht die UNO dafür verantwortlich, dass die Zweistaaten-Lösung nicht umgesetzt wurde! Gibt es wirklich etwas Lächerlicheres als diese arabischen Lügen?
Ich wette, es gibt wieder einige Ahnungslose hier bei uns, die dieser Geschichtsverfälschung auch noch folgen werden und sie öffentlich vertreten!

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Jordan Times am 07.07.2002 zum Anschlag auf den El Al-Schalter in Los Angeles:

Zur Klärung: Am 4.7.02 ging ein Ägypter, Hesham Muhammad Ali Hadayet, der seit 1992 in den USA lebte, auf den El Al-Schalter am Los Angeles International Airport zu und schoss um sich. Er tötete zwei Menschen und verletzte mehrere andere, bevor ein El Al-Sicherheitsmann ihn erschoss. Das FBI will nicht von einem Terroranschlag wissen, Israel spricht von Terror. Es gibt Hinweise darauf, dass der Mann islamistischem Gedankengut mehr als nahe stand (Aussagen seiner Nachbarn und ehemaligen Arbeitskollegen). Die arabische Presse sieht das anders. In der Jordan Times stand:

„Ägyptische Sicherheitskreise bestätigten…, dass der Vorfall aufgrund finanzieller Probleme mit El Al stattfand“, sagte sein Cousin Emad Al Omda gegenüber AFP.
Omda sagte, dass die israelische Fluglinie mit der Zahlung für zwei Limousinen im Rückstand war, die sie von Hadayets Firma gemietet hatte.
Klasse – das ist Grund genug um Menschen umzubringen? In was für einer Kultur leben diese Leute?

„Wir sind sicher, dass er keine Verbindung zu extremistischen Organisationen hatte. Er ist ein gottesfürchtiger Muslim, aber er ist keinesfalls ein Extremist. Beleg dafür ist, dass er mit der israelischen Firma El Al zu arbeiten bereit war“, sagte Omada.
Für Israelis zu arbeiten scheint für Araber nie ein Problem gewesen zu sein. Und wir haben eine Menge „extremistischen Verhaltens“ dort beobachten können. Eine ganze Reihe von Morden an Israelis waren nur möglich, weil diese ihren palästinensischen Arbeitskräften vertrauten!

In der Zwischenzeit drückte der ägyptische Außenminister Ahmad Mahr Bestürzung über das aus, was er die „übertrieben Aufmerksamkeit“ nannte, die dem Schusswechsel gegeben wird.
„Solche Vorfälle gibt es in den USA und dem Rest der Welt regelmäßig“, sagte er Reportern. „Wir müssen das Ende der Untersuchungen abwarten, bis wir einen Kommentar geben.“
Als wenn das nicht schon Kommentar genug gewesen wäre! Aber einer, der die ganze Vorurteils-Lawine des Ägypters gegenüber den USA verdeutlicht!

„Wir sind in Kontakt mit dem Außenministerium um seine Leiche heim zu holen. Aber wir wollen, dass zuerst die Wahrheit klar gestellt wird, denn wir sind sicher, dass er kein Mörder sein kann“, sagte Omada.
Mal abgesehen davon, dass Familienmitglieder grundsätzlich etwas Probleme haben, solchen Tatsachen ins Gesicht zu sehen: Der ganze Tenor des Artikels nimmt Partei für den Mörder und will ihn von Schuld möglichst befreien. Was ist das für eine Sichtweise? Was ist das für ein Verständnis von Menschlichkeit, wenn ein Mörder nicht mehr Mörder genannt werden soll; wenn leichte finanzielle Auseinandersetzungen als Rechtfertigung für Mord herhalten dürfen?
Ich habe ein Befürchtung: dass das repräsentativ für arabische Wertevorstellungen und arabisches Verhalten ist!

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Al-Ahram (ägyptische Wochenzeitung) in der Woche vom 18.-24. April 2002:

Amerikanischer und israelische Druck auf Arafat hat zu einer Stellungnahme der Palästinensischen Autonomiebehörde geführt, in der Selbstmordangriffe auf Zivilisten in Israel verurteilt werden. Das ist ein großer Rückschlag.

Wenn das die Meinung der Zeitung ist, dann ist sie FÜR Terrorismus. Dann kann man – da die Zeitung unter Kontrolle der Regierung steht – auch davon ausgehen, dass die ägyptische Regierung den Terrorismus gegen Israel unterstützt. Es wird für das Recht auf Terror durch die PLO plädiert. Aber wehe, die Israelis wehren sich! Wer verliert hier eigentlich das Maß?

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Syrische Nachrichtenagentur: 14 Siedler getötet

  1. März – SANA – Fortgesetzter israelischer Blitzkrieg und Aggressionen

    Früher am Tag wurden Dutzende Palästinenser von israelischen Besatzungstruppen getötet und verwundet, hunderte gefangen genommen und 14 israelische Siedler – mindestens – getötet und weitere 25 bei einem Selbstmordangriff in Jaffa verwundet.

Abgesehen davon, dass der Anschlag in Haifa stattfand und nicht in Jaffa: Laut der syrischen Nachrichtenagentur SANA sind also auch diejenigen Israelis Siedler (= jüdische Verbrecher, die widerrechtlich auf arabischem Land siedeln), die innerhalb der Grenzen von 1967 leben – so viel dazu, wie ernst der saudische „Friedensplan“ zu nehmen ist, den die Arabische Liga gerade erst beschlossen hat!

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Aus einer Erklärung der Präsidenten Mubarak und Assad vom 20.03.2002 (SANA):

… Die Präsidenten Assad und Mubarak riefen Israel auf, all seine unterdrückerischen Praktiken zu stoppen, einschließlich der Terrorisierung der Palästinenser und das ihnen auferlegte Verbot, der Besatzung zu widerstehen…
Mit anderen Worten: Der Ägypter und der Syrer verlangen von Israel, sich dem Terror zu ergeben und sich auf keinen Fall dagegen zu wehren!

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Jordan Times, 10.03.2002: „Jordanien verurteilt die israelische Eskalation“

„Amman – Die Regierung verurteilte Freitag scharf die israelische militärische Eskalation, durch die mehr als Palästinenser umkamen…“
„…diese Politik der Ermordung und Zerstörung gegen wehrlose palästinensische Zivilisten, der Wiederbesetzung palästinensischer Städte und Lager wird keinen Frieden und Sicherheit bringen.“…
Die Jordan Times wie auch die jordanische Regierung verschweigen geflissentlich, dass die toten Palästinenser fast ausschließlich bewaffnete Kämpfer waren – nach der Genfer Konvention damit ausdrücklich keine Zivilisten mehr! (Der ganz normale Menschenverstand sagt doch auch schon, dass einer, der mit Waffen gegen Soldaten vorgeht, dabei vermutlich auch umkommen kann.)
Die Lüge, Israel schlachte wehrlose Zivilisten ab, wird im arabischen Raum bewusst gepflegt – aber sollte der Westen auch darauf herein fallen?

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Ibrahim Nafie, Chef der ägyptischen Wochenzeitschrift Al-Ahram und der Lieblings-Journalist von Hosni Mubarak, in der Ausgabe vom 27.12.01:

„…von Arafat zu verlangen, dass er die Intifada stoppt, widerspricht bestehenden Prinzipien des internationalen Rechts.“
Da frage ich mich, wo im internationalen Recht steht, dass Mord und Totschlag, „Kampfhandlungen“, Terror, usw. fortgeführt werden müssen, wenn die Möglichkeit einer Einigung durch Verhandlungen gegeben ist – wozu in allen anderen Konflikten von den internationalen Gremien aufgerufen und entsprechend Druck ausgeübt wird!

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Syrische Nachrichtenagentur SANA (23.12.2001) zum Besuch des chinesischen Außenministers:

„Der chinesische Minister besuchte die befreite Stadt Quneitra, wo er über die Zerstörung der Stadt vor dem israelischen Rückzug im Befreiungskrieg von 1973 informiert wurde.“
Die Lügen in diesem kleinen Abschnitt:
1.) Die Stadt wurde nicht befreit, sie wurde von den Israelis freiwillig im Rahmen einer UN-Regelung geräumt.
2.) Die Stadt wurde nicht von Israel vor dem Abzug zerstört, sie wurde durch die Kämpfe zwischen der israelischen und der syrischen Armee (beim Vorgehen Israels gegen die den syrischen Angriffskrieg) zerstört. Die Syrer habe sie seit 1973 wieder – warum haben sie sie nicht aufgebaut, sondern weiter verfallen lassen? (Rhetorische Frage!)
3.) Der Krieg von 1973 war kein Befreiungskrieg, sondern ein Aggressionskrieg der Ägypter und Syrer, die keinen Frieden schließen wollten. Syrien hätte den Golan nach 1967 im Zuge einer Friedensregelung zurück bekommen können.

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Jordan Times, 5.12.2001

„Israel tötet tausende von Kindern, Frauen und jungen Männern, ermordet Palästinenser und zerstört die Infrastruktur der Autonomiebehörde“, sagte Al-Watan aus Saudi Arabien.
Dazu sollte wohl noch gesagt werden, dass nach den massiven Selbstmord-Attentaten in Jerusalem und Haifa, gerade mal zwei Palästinenser durch die folgenden israelischen Luftangriffe (auf die sich Al-Watan bezieht) getötet wurden!

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Al Ahram – ägyptische Wochenzeitschrift, 6.12.2001

Der israelische Premierminister hat kein Programm zur Erzielung einer politischen Lösung. Er hat ein militärisches Programm, den Gebrauch von übermäßiger Gewalt um die Intifada zu unterdrücken und seine Bedingungen dem palästinensischen Volk aufzuzwingen. Sharons größte Sorge ist, dass die sieben Tage Ruhe, die er verlangt, tatsächlich stattfinden könnten.
Warum geht Arafat dann nicht hin und tut genau das, was angeblich Sharons größtes Problem ist? Damit würde er ihn ja mit seinen eigenen Mitteln schlagen! Aber diese Lösung ist Arafat zu einfach und zu wenig kriegerisch!

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Al-‚Usbu‘ Al-Adabi (Wochenmagazin der Syrischen Schrifsteller-Vereinigung), 1. Januar 2000:
(Der Name „Israel“ wird nicht einmal erwähnt, weil man die Existenz auch des letzten Quadratzentimeters eines jüdischen Staates für illegal hält und zerstören will.)

„Sogar der ägyptische Boden ist nicht sicher vor dem satanischen Krieg, der vom Zionismus geführt wird. Zehntausende Tonnen Samen wurden durch landwirtschaftliche Abkommen mit dem zionistischen Gebilde geschickt. Diese Samen zerstörten den ägyptischen Boden, indem sie einen Teil von ihm unfruchtbar machten.“
Kann man dazu noch etwas sagen? So hysterisch und fanatisch, derart hasserfüllt kann nur sein, wer nichts anderes will als eins: Hassen bis zum Tod! Keine Chance für Verstand! Und vor allem: Keine Chance auf Frieden!

Grundsätzliches von der Hisbollah

Melanie Phillips zitiert Hassan Nasrallah (Artikel vom 03.08.2006):
„Wenn wir die gesamte Welt nach einer Person suchen, die feiger, verachtenswerter, schwächer und kläglicher in ihrer Psyche, Geist, Ideologie und Religion ist, würden wir niemanden wie den Juden finden. Aufmerken: Ich sage nicht: den Israeli.“


TheMediaLine berichtet am 11.08.2003:
Hizbullah TV redet vom Tod eines Siedlers…

Hisbollahs Al-Manar Television berichtete von der gestrigen Tötung des 16-jährigen Haviv Dadon als dem Tod „eines Siedlers“. Schlomi, wo die Rakete einschlug, liegt nach jeglichem internationalen Statut in keinem besetzten Gebiet. Die Al-Manar-Nachrichten bezogen nannten auch „die 1948 besetzten Gebiete“, mit anderen Worten: Sie legen nahe, dass das Land, das durch die UNO für die Gründung des Staates Israel vorgesehen wurde, illegal übergeben wurde – was keine internationale Körperschaft je behauptet hat.


Newsletter der israelischen Botschaft in Deutschland vom 27.06.2003:
NASRALLAH: ISRAEL HAT KEIN RECHT ZU EXISTIEREN

Der Generalsekretär der Hisbollah Hassan Nasrallah hat wiederholt erklärt, dass seine Organisation das Existenzrecht des Staates Israel nicht anerkenne, sondern nur einen einzigen Staat, der sich vom Mittelmeer bis zum Jordan erstrecke und in dem Moslems, Christen und Juden leben werden und dessen Charakter von der Mehrheit der in diesem Staat lebenden Menschen bestimmt werde. In einem Interview mit einer brasilianischen Zeitung (22.06.) behauptete Nasrallah, der Grund für das Bestehen der Hisbollah sei die Verteidigung des Libanon.

Selbst wenn Israel die „Sheba Farmen“ aufgäbe, bestünden noch immer einige Probleme, um welche sich die Hisbollah zu kümmern habe, z.B. die libanesischen Gefangenen in Israel, die palästinensischen Flüchtlinge, „die tagtäglichen israelischen Ausschreitungen“, die politische Unabhängigkeit des Libanon und die Auseinandersetzungen um die Quellen des Wazani-Flusses.

Nasrallah betonte den politischen und gesellschaftlichen Beitrag der Organisation und machte deutlich, dass die Errichtung einer islamischen Republik in einem Staat wie dem Libanon nicht durchführbar sei (SIBF, 22.06.).

Die Hisbollah lehnt die Vorstellung einer syrisch-libanesischen Road Map (ergänzende Road Map zu derjenigen mit den Palästinensern) ab und betrachtet den bewaffneten Kampf als einziges Mittel. So auch George Nagam, ein Fraktionsmitglied der Hisbollah im libanesischen Parlament, der eben diese Idee einer syrisch-libanesischen Road Map zur Lösung des Konflikts mit Israel ablehnt, – einer Idee, die von der Regierung in Beirut befürwortet wird.

Nagam sagte, dass Widerstand der einzige Weg sei, um „alle Rechte und besetzten Landstriche zurückzuerlangen“ (Radio Nur, 24.06.).

Saudi-Arabien Gastgeber von Israel-Boykott-Konferenz

Michael Freund, The Jerusalem Post, 7. März 2006

Trotz eines Versprechens im letzten November Washington gegenüber, es würde seinen Wirtschaftsboykott gegen Israel fallen lassen, plant Saudi-Arabien nächste Woche eine große internationale Konferenz zu veranstalten, auf der für einen fortgeführter Wirtschaftsboykott gegen den jüdischen Staat geworben wird. Die Jerusalem Post fand ebenfalls heraus, dass das Königreich weiterhin die Einfuhr von Produkten „made in Israel“ oder im Ausland hergestellte Produkte mit israelischen Teilen verbietet, eine Verletzung der Zusagen, die ein hochrangiger saudischer Vertreter letztes Jahr der Bush-Administration gab.

„Nächste Woche werden wir das neunte jährliche Treffen zum Boykott Israels hier in Jidda abhalten“, sagte Botschafter Salem el-Honi, Hochkommissar des Büros für den Boykott Israels der Organisation for the Islamic Conference (OIC) in einem Telefon-Interview.

„Alle 57 OIC-Mitgliedsstaaten werden teilnehmen und wir werden die Koordinierung der verschiedenen Büros zur Stärkung des Boykotts diskutieren“, sagte er und merkte an, dass das Treffen jedes Jahr im März stattfindet.

Die aus 57 muslimischen Staaten bestehende OIC hat ihren Sitz in Jiddah, ebenso ihr Boykott-Büro. Honi, ein ehemaliger saudischer Diplomat, hat das Boykott-Büro die letzten vier Jahre lang geleitet. Das geplante Treffen wird auf der offiziellen Internetseite der OIC in einer Sektion mit der Überschrift „Vorläufiger Kalender der Treffen“ geführt. Hamed Salaha-Din vom OIC-Generalsekretariat bestätigte in einem Telefon-Interview, dass die Konferenz vom 13. bis 15. März stattfinden wird und beschrieb sie als „unser regelmäßiges, jährliches Treffen zum Boykott“.

Die saudische Entscheidung Gastgeber für die Unterredungen zu sein läuft den Versicherungen entgegen, die Riyadh der Bush-Administration gab, als Saudi-Arabien Zugang zur Welthandels-Organisation (WTO) suchte.

Am 11. November stimmte der entscheidende Allgemeine Rat der WTO dafür Saudi-Arabien für die prestigeträchtige Gruppe zuzulassen, die für freien internationalen Handel wirbt, nachdem die Saudis zustimmten Beschränkungen des Handels mit Israels zu streichen.

Christin Baker, stellvertretende US-Handelsrepräsentantin für Öffenlichkeits- und Medienfragen, sagte der Post per E-Mail, dass die USA „sicher gestellt haben, das Saudi-Arabien bei seiner jüngsten Zulassung zur WTO alle Rechte und Verpflichtungen bezüglich aller WTO-Mitglieder, einschließlich Israels, übernommen hat“. „Saudi-Arabien“, sagte sie, „nahm nicht die Nichtanwendungs-Klauseln des WTO-Vertrags bezüglich eines Mitgliedsstaates in Anspruch“, was bedeutet, dass es alle Mitglieder gleich behandeln muss, „einschließlich Israel“.

Ähnlich bestand US-Handelsrepräsentant Rob Portman letzten Monat in Anhörungen vor dem Finanzausschuss des US-Senats darauf, dass die Saudis „eine Verantwortung dafür haben Israel wie jedes andere Mitglied der WTO zu behandeln“. „Wir haben Versicherungen von Saudi-Arabien erhalten“, sagte Portman in einer getrennten Aussage vor dem „Ways and Means Committee“ des US-Repräsentantenhauses. „Sie werden ihren WTO-Verpflichtungen nachkommen.“

Nichtsdestotrotz setzen saudische Zollbeamte, wie die Post herausfand, weiterhin den Boykott durch und erklären, dass in Israel hergestellte Waren nicht ins Land gelassen werden. „Absolut nicht – wenn es aus Israel ist, ist es nicht erlaubt“, sagte Hamad Abdul Aziz vom saudischen Zollamt in Jiddahs Islamischem Seehafen am Telefon. „Ich haben bei meinem Manager nachgefragt und er sagte, das ist absolut verboten.“

Gleichermaßen sagte ein saudischer Zollbeamter am König Abdul Aziz-Flughafen außerhalb von Jiddah, dass israelische Waren nicht ins Königreich gelassen werden dürfen. „Das ist verboten“, sagte er. „Es ist nicht erlaubt irgendwelche Waren, die in Israel hergestellt wurden, mitzubringen, egal, ob sie ganz oder nur Teile davon dort hergestellt wurden. So sieht die Regel aus.“ Im Dezember, nur Wochen, nachdem es in die WTO aufgenommen wurde, wurden saudische Beamte in der arabischen Presse zitiert, die darauf bestanden, dass der Boykott gegen Israel weiter gehen würde. Das hat in Washington Besorgnis erregt, dass die Saudis ihren Verpflichtungen nicht nachkommen werden.

Baker gab gegenüber der Post an, dass „ein Team Antiboykott-Experten des US-Department of Commerce and State die Region besuchte, um die Bemühungen zu diskutieren den Boykott zu beseitigen“. Sie fügte hinzu, dass im Lauf des Monats „ein hochrangiger USTR-Beamter Saudi-Arabien besuchen will und erneut Zusicherungen bekommen will, dass Saudi-Arabien die WTO-Verpflichtungen versteht und verpflichtet bleibt.“

Viele in Jordanien sehen im Anschlag einen alten Feind: Israel

Michael Slackman, New York Times, 12. November 2005

Zarqa, Jordanien, 11. November – Die Maktoum-Moschee war beim Freitagsgebet überfüllt, als der Imam die Selbstmord-Anschläge auf drei Hotels in Amman hart kritisierte; er sagte, diejenigen, die die Verbrechen begingen, seien keine Muslime, egal, was sie sich selbst nennen.

Hinterher, auf der Straße, stimmten die Leute damit überein, dass, wer immer eine solche Tat beging, kein Muslim sein könne. Aber viele meinten das buchstäblich – dass der Angriff von außen Stehenden ausgeführt worden sein musste, nämlich von Agenten Israels.

„Wer sagt, dass das die waren?“, fragte Ahmed al-Zawahrah unter Bezugnahme auf die Behauptung, dass Mitglieder der radikal-islamischen Gruppe hinter den Explosionen steckten. „Es könnte Israel sein.“

Zarqa ist der Geburtsort von Abu Musab al-Zarqawi, dem Führer der Al-Qaida in Mesopotamien. Seine Verwandten und Nachbarn beteten in der Moschee, also könnte man sich vorstellen, dass es für sie besonders hart sein dürfte zu akzeptieren, dass Herr Zarqawi die Verantwortung für die Tötung so vieler Zivilisten übernommen hatte. Aber die hier gehörte Meinung findet im ganzen Land und der Region Widerhall.

Die meisten Araber haben Israel zwar schon lange als ihren Feind betrachtet, das allerdings in einem Ausmaß, dass Israel auf der regionalen Psyche liegt und die Aufmerksamkeit von sozialen, politischen, religiösen und wirtschaftlichen Fragen abgelenkt wird, die nicht ignoriert werden können, sagen viele soziale und politische Analysten. Israel zu beschuldigen ist einfach ein Reflex, sagen sie; für viele Araber ist es die Wirklichkeit.

„Die Leute beschuldigen Israel nicht aus dem luftleeren Raum heraus“, sagt Rami Khoury, jordanischer Politik-Kommentator und Autor im Libanon. „Es gibt einen starken historischen Grund dafür, denn Israel hat arabischen Menschen auf die eine oder andere Weise eine Menge Leid zugefügt.“

Aber er fügte hinzu: „Die Folge ist, dass dies ein einfacher Weg wurde sich nicht mit unseren Problemen auseinanderzusetzen, deren Gründe in unserer eigenen Gesellschaft liegen.“

Der Verdacht einiger hier wegen der Hotel-Morde spiegelt das grundlose Gerücht, dass tausende von Juden am 11. September 2001 nicht zur Arbeit im World Trade Center erschienen, weil Israel hinter diesen Anschlägen stand.

In Ägypten wurde Israel weithin für die Bombenanschläge in Taba und Scharm el-Scheik im Verlauf des letzten Jahres verantwortlich gemacht, ebenso für die jüngste sektiererische Gewalt zwischen koptischen Christen und Muslimen in Alexandria. In Syrien haben höchstrangige Regierungsvertreter Israel für die Tötung von Rafik Hariri, den früheren libanesischen Premierminister, verantwortlich gemacht.

Es sieht zwar so aus, dass zwar die meisten Jordanier akzeptieren, dass Zarqawi beteiligt war – wobei viele sagen, dass seine Taten sie krank machen – es aber wenig Kritik an denen gibt, die Israel zum Sündenbock machen. Tahir Masri, ehemaliger Premierminister, der sagte, dass es klar sei, dass Israel nicht in diesen Anschlag verwickelt ist, sagt er verstünde, warum so viele Menschen Israel verantwortlich machen.

„Sie müssen verstehen, dass Bagdad für Araber und Muslime über 1.000 Jahre die Hauptstadt war“, sagt Masri. „Es ist jetzt von Amerikanern besetzt. Jerusalem und Bagdad sind beide besetzt. Das ist für die normalen Menschen zu schwer, um es zu ertragen. Wenn man dann die Misere dazu nimmt, der sich die Leute wegen des Fehlens von Demokratie gegenüber sehen, und die Erniedrigung durch ihre Herrscher, dann müssen wir diese Art von Sündenbock einfach haben.“

Ob es nun die Bomben vom Scharm el-Scheik sind oder die Ermordung von Hariri, die Theorie setzt fast immer zwei Gedanken voraus. Der erste ist eine Logik, die besagt, dass diejenigen, die davon profitieren, hinter der Tat stehen müssen.

Als muslimische Einwohner von Alexandria in Ägypten letzten Monat versuchten eine koptische Kirche anzugreifen, nachdem verbreitet wurde, dass vor zwei Jahren in der Kirche ein den Islam verunglimpfendes Theaterstück gespielt worden sei – und dass das Stück auf Videodisk verbreitet würde – machte ein örtliches Parlamentsmitglied öffentlich damit Stimmung, dass Israel hinter den Unruhen stecke.

„Israel ist das einzige Land in der Region, das nicht will, dass Ägypten stabil ist“, sagte Mohammed al-Badrasheni, Parlamentsabgeordneter. „Es will sektiererische Unruhe stiften, die eine internationale Intervention zur Folge hat, wie es jetzt im Irak passiert.“

Der zweite Faktor, auf den routinemäßig als Beweis für Israels Beteiligung gezeigt wird, ist die Vorstellung, das Ägypter, Syrer oder andere Araber nicht klug genug sind, um solch einen effektiven Anschlag ausführen zu können.

General Fouad Allam, ehemaliger Direktor der Staatsicherheit in Ägypten, sagte z.B., der Anschlag auf das Hilton Hotel in Taba im letzten Jahr – bei dem hauptsächlich Israelis getötet wurden – müsse das Werk des israelischen Geheimdienstes gewesen sein, des Mossad. „Das war sehr gut geplant, studiert, professionell und mit sehr großer Fähigkeit ausgeführt“, sagte er. „Wir hatten diese Fähigkeit in den letzten 50 Jahren nicht.“

Ein Regierungsvertreter in Ägypten führte viele militärische Niederlagen an und sprach von einem tief sitzenden Gefühl der Unterlegenheit, sogar einer Art mentalen Krankheit. Der Beamte machte auch arabischen Führern Vorwürfe, die von Kritik innenpolitischer Fragen ablenkten, indem sie die Wut der Öffentlichkeit auf Israel lenkten.

Was immer die Ursache ist, das Ergebnis bleibt das gleiche: „Erst einmal erkennen die Menschen nicht einmal die Wirklichkeit in ihrem Umfeld an“, sagte Mohammed el-Sayed Said, politischer Analyst des von der Regierung finanzierten Ahram Center for Political and Strategic Studies in Ägypten. „Zweitens übersehen und ignorieren sie weiterhin das Problem, ohne eine beständige Terrorbekämpfungs-Kampagne zu unterstützen, die die Regierung vielleicht anstrebt.“

Dawoud al-Shoryan, prominenter Autor und Journalist aus Saudi-Arabien, sagt, er ist nicht überzeugt, dass diejenigen, die Israel beschuldigen, das wirklich glauben. Aber, fügte er hinzu, viele Leute sind zutiefst wütend über die US-Politik in der Region, einschließlich der Besatzung des Irak; und Israel zu beschuldigen ist ein Weg einem Verbrechen einen gewissen Grad an Legitimität zu verleihen, das als unaussprechbar angesehen würde, beginge es ein Muslim.

„Sie versuchen das abscheuliche Gesicht des Terrorismus zu verstecken, indem sie es den USA und Israel anhängen“, sagte er. „Die Vorwürfe zu verschieben ist nichts anderes als ein unterbewusster Versuch die Tat zu rechtfertigen.“

Der Widerwille der Regierung antiisraelische Propaganda effektiv zu bekämpfen

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Jahrzehnte lang haben viele arabische Propagandisten und westliche Aufwiegler Israel dämonisiert. Trotzdem gibt es in der israelischen Regierung keine Organisation, die einen detaillierten Überblick über die Verleumder des Landes und ihr Tun hat. Das bizarr zu nennen ist noch eine beschönigende Umschreibung.

Man kann diese Absurdität besser verstehen, wenn man damit vergleicht, wie Israel mit anderen Arten von Angriffen gegen sich umgeht. Antiisraelischer militärischer Aggression ist mit einer zunehmend effizienten IDF begegnet worden. Der Generalstabsvorsitzende und die obersten Kommandeure der IDF haben einen Überblick über das militärische Schlachtfeld und die wichtigen Feindakteure.

Um seinen Feinden entgegenzutreten musste Israel auch drei Geheimdienste gründen: Den Mossad, die Israel Security Agency – besser als Schabak bekannt – und den militärischen Geheimdienst Aman. Im Lauf der Jahre hat sich die Leistung dieser drei Dienste verbessert. Sie unternehmen eine Menge, um innerhalb ihrer jeweiligen Fachgebiete so viel wie möglich über Israels Feinde in Erfahrung zu bringen. Ihre Top-Leute haben die Übersicht über das Schlachtfeld in ihrem Bereich.

Als sich in den letzten Jahren mit der Cyber-Kriegsführung ein neues Aggressionsfeld entwickelte, erkannte die israelische Regierung die Gefahr und investierte stark in die Cyber-Verteidigung. Von Israel wird erwartet, dass es zu den Weltführenden gehört, da dieses Feld sich dahingehend entwickelt, dass zunehmend hochentwickelter Cyber-Kriegsführung entgegengetreten werden muss.[1] Jede der Abteilungen, die den verschiedenen Typen der Aggression entgegentritt, entwickelt auch eine bestimmte organisatorische Kultur unter ihren Beschäftigten. Das hilft enorm den Feinden Israels die Stirn zu bieten.

Antiisraelische Propagandathemen haben sich oft aus alten Kernmotiven des Antisemitismus vieler Länder entwickelt. Für viele Europäer ist Antiisraelismus ein Ersatz für einen derzeit nicht sehr salonfähigen Antisemitismus geworden. Es ist leicht verstehen, dass eine Verteidigung gegen Aufwiegler über eine Organisation im Feld der Propagandabekämpfung strukturiert werden sollte, die vom Konzept her den Abteilungen in den oben erwähnten Bereiche ähnelt.

Zumindest ein jüdischer Leiter im Ausland hat in den letzten Jahren gegenüber das Problem der Propagandabekämpfungsorganisation gegenüber Premierminister Netanyahu thematisiert. Ich habe es im Verlauf der Jahre mit einigen Politikern diskutiert. Oft verstehen sie die Notwendigkeit eine solche Agentur zu schaffen. Man muss ihnen also nicht erklären, dass man Propaganda nicht mit sogenannter öffentlicher Diplomatie – oder Hasbara, wie sie weithin bekannt ist – bekämpfen kann.

Die möglichen Gründe dafür, den logischen und notwendigen Schritt der Gründung einer Propagandabekämpfungsagentur zu tun, bleiben schleierhaft. Im Verlauf der Jahre habe ich eine Reihe von Argumenten entwickelt, die zusammen einige Erklärungen für dieses Versagen liefern können. Eines davon lautet, das derzeit drei Ministerien einige Teile der Propagandaangriffe auf Israel und/oder Antisemitismus bekämpfen. Ihnen die Verantwortung in diesem Bereich zu nehmen würde einen weiteren politischen Kampf bedeuten, von denen der Premierminister bereit mehr hat als ihm lieb ist.

Ein zweiter Grund besteht darin, dass man, um effektiv gegen Propaganda vorgehen zu können, ein vernünftiges Verständnis der verschiedenen Täterkategorien haben muss. Wir leben nicht länger in der uralten Realität des christlich-religiösen Antisemitismus, in der die großen Angriffe von einer begrenzten Zahl an Haupttätern kommen: ursprünglich die römisch-katholische Kirche, der viele Jahrhunderte später auch Martin Luther und einige andere protestantische Konfessionen folgten. Beim zweiten wichtigen antijüdischen Ausbruch danach, dem ethnisch-nationalistischen Antisemitismus, wurde die Nazi-Bewegung samt ihrem Anhänger dominant. Ihre Erscheinungsformen des Antisemitismus waren entsetzlich, aber einfach zu analysieren.

Im heutigen, fragmentierten, aber bedeutenden Antiisraelismus gibt es solche Transparenz nicht. Führende Täter kommen aus muslimischen Ländern, Muslimen in der westlichen Welt, den Medien, Politikern aus verschiedenen Teilen des Parteienspektrums, von Akademikern, Kirchenleitern, NGOs, Gewerkschaften, aus den sozialen Medien, von selbsthassenden Juden und anderen Teilen der Gesellschaft. Diese Zersplitterung ist für die „postmoderne“ Zeit typisch.

Ein dritter Grund hat mit den eingefahrenen Traditionen des jüdischen Masochismus zu tun. Elemente davon findet man bereits in der hebräischen Bibel.[2] Diese Strömung des Judentums hat sich in der Diaspora über zwei Jahrtausende lang entwickelt. Physische Verfolgung und Antisemitismus wurden von vielen Juden als „normal“ betrachtet. Diese Einstellung war eine integrale Komponente dessen, was man „Galut-Mentalität“ nennt. Die israelische Gesellschaft mit ihren vielen Immigranten ist zum Teil mit solch masochistischen Gefühlen durchzogen. Sie werden oft von Pseudo-Moralisten zum Ausdruck gebracht, die die grausame Natur unserer Feinde ignorieren.

Ein vierter Grund lautet, dass manche glauben, ein nicht allzu gewalttätiger Antisemitismus in der Diaspora sei gut für Israel, denn das führe zu Aliyah sogar aus westlichen Ländern. So ist es zum Beispiel bei Frankreich der Fall.

BDS ist weit davon entfernt für Israel eine Bedrohung zu sein. Vielmehr sind es die gemeinsamen Anstrengungen den jüdischen Staat zu delegitimieren. Selbst die Initiatoren des BDS-Projekts auf der Antirassismus-Konferenz der NGOs in Durban 2001 begriffen, dass ihr Hauptzweck darin bestand ein Propagandamittel gegen Israel zu haben. Hätte es eine Propagandaabwehragentur gegeben, hätte der Großteil der BDS-Aktivitäten schon früh gestoppt werden können.

Die vielleicht größte Hoffnung die notwendige Gründung einer Propagandabekämpfungsagentur zu fördern ist die Knesset. Das könnte erreicht werden, wenn ein paar ihrer Mitglieder zusammenkommen, um die Gründung einer solchen Agentur systematisch voranzubringen. Es hat im Verlauf der Jahre mehr als genug Mahnungen gegeben diese Aktion zu anzuregen. Zu den jüngsten davon gehören die absurden und hasserfüllten UNESCO-Resolutionen. Es gibt keinen Zweifel, dass viele weitere wichtige hetzerische Taten gegen Israel und zur Verleumdung des Staates auf dem Weg sind.

[1] http://fortune.com/2015/09/01/why-israel-dominates-in-cyber-security

[2] http://www.jpost.com/Opinion/From-Abraham-to-Woody-Allen-The-Jewish-masochist-tradition-409614

Ein syrischer Leser schreibt an Al-Hayat: Arabische Medien verstehen nicht – Israelische „Kriegsdienstverweigerer“ beweisen Israels Stärke – nicht seine Schwäche

MEMRI, 27. Februar 2002

Die Londoner arabischsprachige Tageszeitung Al-Hayat [1] veröffentlichte kürzlich einen Leserbrief eines syrischen Lesers, Ismail Dabaj, der die arabischen Medien wegen ihres Unverständnisses des Phänomens der „Kriegsdienstverweigerer“ in Israel kritisiert. Folgend Auszüge aus dem Artikel:

Dem arabischen Umgang mit den israelischen Sachverhalten fehlt oft wirkliche Kenntnis.

Vielleicht das beste Beispiel dafür war eine Diskussion in einer gut bekannten Talkshow auf einem arabischen Satellitenkanal [2] zum Phänomen der „Kriegsdienstverweigerer“, die es ablehnten in der israelischen Armee zu dienen. Einer der Gäste, der als Israel-„Experte“ beschrieben wurde, … bestätigte, dass Ideologie über Kenntnis triumphiert… Nur wenige Minuten nach dem Beginn des Programms erklärte er: Die zionistische Gesellschaft bricht auseinander und leidet an innerem Zerfall… In dem zionistischen Gebilde oder seinem Militär gibt es keine Demokratie… All diese [zusammen mit anderen] Faktoren wie der Zunahme von Drogen(missbrauch) in Israel und der Diebstahl und Verkauf von Waffen im israelischen Militär (usw.). Seine letztliche Schlussfolgerung war, dass das israelische Militär vor dem Auseinanderfallen steht.

Die Wahrheit ist, dass jede dieser iendeutigen Schlussfolgerungen ist ungenau.

Der Begriff „zionistische Gesellschaft“ … beschreibt die Wirklichkeit nicht korrekt. Der Zionismus ist eine politische Bewegung, die den Staat Israel gründete. Er trifft nicht auf eine Gesellschaft zu… Nicht jeder in Israel ist ein Zionist.

Oft enthüllt Rethorik die kulturellen Merkmale des Sprechers stärker als die, von denen er spricht:

Die israelische Gesellschaft spricht offen und öffentlich über ihre Unstimmigkeiten und Widersprüche und erlaubt ihnen, auf die eine oder andere Weise institutionalisiert zu werden. Die Behauptung, dass die Uneinigkeiten in der israelischen Gesellschaft und die Gegensätze unter den Gruppen, die sie repräsentieren, Zerfall und Zersetzung widerspiegeln, legt eine politische Kultur offen, die Unterschiede und Pluralismus versteckt oder ablehnt und daher jedes Phänomen dieser Art als Zerfall und Zersetzung ansieht.

Wir hoffen in unseren Träumen auf den Zerfall der israelischen Gesellschaft… Aber die Wirklichkeit zeigt das Gegenteil. Ich versuche nicht, den Feind gut aussehen zu lassen, aber gleichzeitig protestiere ich gegen die Herstellung von Illusionen über diesen Feind.

Wir befinden uns in einer ideologischen Denkschule, die sich darauf spezialisiert, die „Verfehlungen“ der israelischen Gesellschaft aufzuhäufen und sie in übertriebener Weise darzustellen, um zu sagen, dass diese Gesellschaft dem Fall entgegen geht – und zwar schnell.

Vielleicht gibt es in unserer Vorstellung die Vermutung, dass diese Gesellschaft oder dieses Land, das uns eine Niederlage nach der anderen zugefügt hat, eine utopische, perfekte ist, der jegliche Mängel fehlen, die es in jeder menschlichen Gesellschaft gibt. Wenn uns also irgend etwas, das dieser Illusion Flecken zufügt, in die Hände fällt, eilen wir, das öffentlich zu machen und zu erklären, dass dies Anfang des Endes (Israels) ist. Ist irgendein Land, zu irgend einer Zeit in der Geschichte, jemals aus diesen Gründen zusammen gebrochen?

Niemand kann verleugnen, dass Israel interne Widersprüche aufweist, aber wir müssen diese Widersprüche gründlich untersuchen. Wir sollten sehen, wie das politische Establishment in diesem Land diese Widersprüche akzeptiert und mit ihnen innerhalb der vorhandenen Einheit umgeht.

Was am meisten beunruhigt ist, dass diese Sendung [auf Al-Jazira] und dieser Gast betonten, es gebe in Israel keine Demokratie. Hätten sie sich auf die bekannte Tatsache bezogen, dass diese Demokratie die Palästinenser nicht einschließt (Anmerkung heplev: Die Palästinenser sollten erst einmal untereinander Demokratie einführen; welche Veranlassung hat Israel, die Palästinenser in ihre Demokratie einzubeziehen? Sie sehen sich selbst als nicht diesem Staat zu gehörig an und wollen mit Israel nichts zu tun haben.), gäbe es keinen Streit mit ihnen. Aber die Diskussion konzentrierte sich auf die völlige Abwesenheit von Demokratie im israelischen Leben.

Wenn dies der Fall sein sollte, wie kann man die Regierungswechsel, die Institutionen der zivilen Gesellschaft und die [Aktivitäten der] Lobbygruppen in der israelischen Gesellschaft aufgerechnet werden? Wie kann man [die israelische] Presse und andere Medien und das Recht auf Meinungsfreiheit und Kritik erklären? Wie sieht es mit der Existenz der unabhängigen [israelischen] Justizsystems [für interne jüdische Angelegenheiten] und [anderer] Aufsichtsgremien aus? Was macht Demokratie aus, wenn nicht all diese Dinge?

Ist es unsere Aufgabe, die Verfehlungen der israelischen Demokratie zu kritisieren? Wenn es nur so wäre. Wenn Israel nur kein demokratisches politisches System hätte…! Wenn das so wäre, würden wir das gesamte [zionistische] Unternehmen eliminieren; oder es wäre wenigstens nicht so widerstandsfähig und so weit entwickelt, wie es heute ist und es wäre für uns einfacher, ihm zu begegnen und es zu eliminieren.

Wir müssen zugeben, dass die Existenz des internen israelischen [demokratischen] Systems Israel seine Macht gab… Das hat Israel zu dem Staat gemacht, der er ist. Unser strategisches Ziel solle es sein, diese Demokratie zu schwächen – nicht ihre Unzulänglichkeiten zu benoten.

… Wenn die israelische Armee tatsächlich unter psychologischer Zersetzung leidet und wenn die [israelische] Gesellschaft unter Zerfall und Zersetzung leidet und das gesamte Land am Rande des Zusammenbruchs ist, worauf warten wir dann noch? Warum greifen wir nicht an?“

——
Fußnoten:
[1] Al-Hayat (London), 22. Februar 2002.
[2] „Gegensätzliche Richtungen“ im Al-Jazira-Fernsehen (Qatar) mit dem Moderator Faisal Al-Qassem, 12. Februar 2002.
[3] Majed Abu Diyak, vorgestellt als „Experte für israelische Angelegenheiten“.