Jesus auf dem Weg nach Jerusalem, wird aber von einer Mauer abgeblockt – in abgeändertem Plakat

Ursprünglich gestaltet, um jüdischen Tourismus ins Heilige Land zu stärken, ist das „Besucht Paläsina“-Plakat zum Symbol palästinensischen Nationalismus geworden

Dov Lieber, The Times of Israel, 6. September 2017

Die Umarbeitung des kultigen „Besucht Palästina“-Plakat zeigt Jesus, Josef und Maria, die vor Jerusalem durch Israels Sicherheitsbarriere blockiert werden (Foto: Judah Ari Gross/Times of Israel)

Vor etwas mehr als 2000 Jahren wurden Maria, Josef und das Baby Jesus auf der Reise von Bethlehem nach Jerusalem von einer gigantischen Betonmauer aufgehalten.

Ganz so wird die Geschichte im Neuen Testament nicht erzählt, aber in einer vor kurzem gedruckten Version des kultigen „Besucht Palästina“-Plakats wie diese Szene aber so dargestellt.

Die Plakate, die in Touristenläden auf dem Markt in Jerusalems Altstadt weithin verfügbar sind, stellen eine grobe Kritik an Israels Sicherheitsbarriere dar, von der die Palästinenser sagen, sie sein ein ungerechtfertigtes Hindernis für ihre Bewegungsfreiheit.

Das Plakat macht sich zudem den aktuellen Trend des palästinensischen Nationalismus zunutze, nach dem Jesus von Nazareth als Palästinenser gilt. Das Plakat suggeriert, sogar Jesus hätte es nicht geschafft von Bethlehem ins moderne Jerusalem zu kommen.

2002, auf der Höhe der zweiten Intifada begann Israel die Barriere, die zum Teil eine Mauer, aber größtenteils ein Zaun ist, entlang der Grenze und innerhalb der Westbank zu bauen, um den Schwarm an Selbstmordbombern und anderen Terroristen aufzuhalten, die hunderte israelische Leben forderten. Die Palästinenser behaupten, die Barriere, die rund 7% der Westbank einnimmt, sei Landraub, der darauf abzielt einen Teil ihres zukünftigen Staates zu stehlen.

Das Plakat mit Maria, Josef und Jesus ist eines in einer Serie palästinensischer Neugestaltungen der kultigen „Besucht Palästina“-Plakate, die erstmals 1936 gestaltet wurden, um für jüdischen Tourismus ins Heilige Land vor der Gründung des Staats Israel 1948 zu werben.

Das kultige „Besucht Palästina“-Plakat wurde erstmals 1936 produziert, um jüdischen Tourismus ins Heilige Land zu stärken. Das Bild ist heute zu einem Symbol palästinensischen Nationalismus geworden. (Judah Ari Gross/Times of Israel)

Nach Angaben eines Artikels im Journal of Palestine Studies von 2015 wurde das originale „Besucht Palästina“-Plakat Franz Krausz für die Tourist Development Association of Palestine erstellt. Krausz war ein österreichisch-jüdischer Immigrant ins (vor-israelische) Palästina in den 1930-ern, der vor dem Holocaust aus Deutschland floh.

Das Plakat wurde 1995 vom Israeli David Tartakover wiederbelebt, der hoffte, es werde eine „Geste der Hoffnung“ im Umfeld der Oslo-Friedensgespräche sein, heißt es in dem Artikel.

Die Neuauflage verbreitete sich in den Palästinensergebieten, wo man es in den PA-Büros, Buchläden und Touristengeschäften sehen konnte, fügte der Artikel hinzu.

2009 gestaltete der palästinensische Künstler Amer Shomali das Plakat um, um die Aussicht auf die Altstadt Jerusalems durch Israels Sicherheitsbarriere zu behindern.

Auf seiner Internetseite verkauft Shomali das Plakat; hierzu schreibt er: „Nach dem Versagen des Friedensprozesses war es an der Zeit für eine dritte Auflage, die den Fehlschlag der beiden vorherigen Punkte erklärt.“

Neuauflage des Kultplakats „Besucht Palästina“ mit Israels Sicherheitssperre (Judah Ari Gross/Times of Israel)

Das Plakat „Besucht Palästina“ ist inzwischen ein bekanntes Tuch für palästinensische Künstler geworden, die israelische Politik kritisieren wollen.

In einer Version wird Jerusalem ersetzt durch den Gazastreifen, wie er von Flugzeugen in Schutt und Asche gebombt wird – ein Verweis auf die israelischen Luftangriffe auf den Streifen während des Konflikts mit der Terrorgruppe Hamas, die die palästinensische Enklave unter ihrer Kontrolle und von dort aus tausende Raketen nach Israel gefeuert hat sowie Tunnel unter der Grenze grub.

Ein einer weiteren Version ist Jerusalem kann Jerusalem durch ein großes Loch in der Sicherheitsbarriere zu sehen, das von gezeichneten Kindern gemacht zu sein scheint, die in Grafiken des britischen Künstlers Bansky auftauchen.

2005 war es Bansky, der als erster die Sicherheitsbarriere in seinem Gemälde „Weihnachtskarte“ als Hindernis für Josef und Maria darstellte.

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„Wir sind alle Palästinenser“

Der Kalte Krieg Europas gegen Israel – ein Essay in 5 Teilen

Uli Krug, Nahost-Focus, Juli 2002 (nicht mehr online)

Der ordinäre deutsche Nah-Ost-Korrespondent betätigt sich als Lieferant für den Bedarf des „ehrbaren Antisemitismus“ (Amery). Selten lügt er direkt, besitzt aber eine perfide Kunstfertigkeit darin, die Assoziationen und Imaginationen des Massenbewusstseins durch das Verschweigen historischer, geographischer und aktuell politischer Zusammenhänge sowohl zu bedienen als auch in Gang zu setzen.

Die jüngste „Nahost“-Berichterstattung variiert dabei die antisemitische Stereotypie vom Judentum als Urheber von Bolschewismus und Finanzkapitalismus nur im zeitgenössischen Gewand: Israel erscheint sowohl in der Rolle des Bolschewiken, der die Schlesier zu „Flüchtlingen“ machte, und zugleich als Büttel und Nutznießer des Wall-Street-Kapitalismus, der arme Kleinbauern um Land und „Kultur“ betrügt. „Synthetisiert“ werden diese widersprüchlichen Regungen in projektiver Wendung darin, Israel als III. Reich des 21.Jahrhunderts vorzustellen.

Der portugiesische Romancier Saramago vergleicht bei einer Ergebenheitsvisite in Arafats Hauptquartier den israelischen Gegenschlag der letzten Wochen „durchaus mit Auschwitz“ (Welt, 19.4.2002), nachdem die Jeanne d’Arc der Globalisierungskritiker, Frau Roy, zuvor schon Staudammbauten mit Auschwitz in eins gesetzt hatte. Derartig moralisch gewappnet macht sich dann der deutsche Journalist zum Al-Quaida-Sprecher und erklärt, die Juden hätten „in Palästina so wenig verloren (…) wie die Kreuzritter“. (SZ, 15.4.2002)

Eine Ausnahme von der Regel ist Ulrich Sahm, der deswegen außer in n-tv nur in der Jüdischen Allgemeinen und in der Welt zu Wort kommt. Für letztere führte er am 7.4. ein Interview mit Shimon Peres, dem israelischen Außenminister und kam in einer Frage auf den Zusammenhang zwischen offizieller antiisraelischer Rhetorik von Presse bzw. Politik und der Angriffsserie auf Juden und jüdische Einrichtungen aller Art in ganz Europa zu sprechen.

Sahm: „In Frankreich brennen Synagogen. Norweger rufen zum Boykott von israelischen Waren auf. Ägypten bricht die Kontakte ab. Ihr Freund Bülent Ecevit bezichtigt Israel des Völkermordes an Palästinensern. Sie sind der Außenminister. Ist Ihre Außenpolitik gescheitert?“
Peres: „Wir müssen gegen Vorurteile kämpfen. Und wir müssen einen latenten Antisemitismus bekämpfen. Wie manche Leute in Europa die Zukunft Europas darstellen, so stellen wir die Vergangenheit Europas dar. Die Europäer müssen uns in die Augen schauen und sich erinnern, was passiert ist. Wir versuchen jetzt, unser Leben zu verteidigen. Wir haben keinerlei Absichten, fremdes Land zu besetzen oder ein Volk zu beherrschen. Aber ich frage mich, was sie, die Europäer, tun würden, wenn sie sich täglich mit Selbstmordattentätern auseinander setzen müßten und mit anschauen müssten, wie ihre Kinder und Jugendlichen Opfer von Terror werden. Was schlagen die Europäer vor? Um ehrlich zu sein, verstehe ich deren Opposition überhaupt nicht. Warum unterstützen sie die Palästinenser? Wofür kämpfen eigentlich die Palästinenser? Für Unabhängigkeit? Wir haben ihnen doch Unabhängigkeit angeboten. Kämpfen sie für ein palästinensisches Land? Wir haben ihnen ein palästinensisches Land angeboten. Sie wollten einen Platz in Jerusalem. Auch ein Platz in Jerusalem wurde ihnen angeboten. Also warum der Terror? Warum unschuldige Menschen umbringen? Die Europäer, unsere Freunde und Kritiker, müssen diese Fragen ehrlich beantworten.“

Kein „rationaler“ Konflikt

Die schreckliche Wahrheit, die Peres zumindest ahnt, ist folgende: Gerade weil die Europäer wissen, dass der Kampf der Palästinenser nicht einer für etwas ist, sondern nur einer gegen etwas, die Juden nämlich, genau deswegen unterstützen sie diesen Kampf so solidarisch, lassen sich durch nichts beirren. Um es in Peres‘ Worten zu sagen: Die „Leute, die Europas Zukunft darstellen“, solidarisieren sich mit den Palästinensern und ihrem hemmungslos eliminatorischen Antisemitismus, also einem, dem Vernichtung Ziel und Mittel zugleich ist, gerade, weil Israel „die Vergangenheit Europas darstellt“, weil die „Europäer uns in die Augen schauen und sich erinnern müssen, was passiert ist.“

Der sogenannte Nahost-Konflikt, bei dem es um Landstriche geht, die in ihren Dimensionen denen des Landes Hessen gleichen, ist keiner um einen Gewinn im materiellen Sinne. Wäre er ein dergestalt „rationaler“ Konflikt, wie Linke mit Spürnase für strategische Interessen meinen herausgefunden zu haben, wäre er längst beigelegt; dass er es nicht sein kann, dass das deutsch-europäische Interesse an ihm so überproportional und eindeutig projektiver Natur ist, zeigt, dass der globale Antizionismus auf Israel genau so losgeht wie es zuvor der unverblümte Antisemitismus gegen das „Judentum“ tat. Antiisraelische Politik und Propaganda und volkstümliches, antisemitisches Bedürfnis einigen sich in einer paradoxen Kreation: einem antifaschistischen Antisemitismus, der Israel zum „faschistischen“ Staat, im etwas feineren UN-Sprech zum „Rassisten“ und „Menschenrechtsverletzer“, deklariert.

Die Europäer, aus deren Reihen sich derzeit nur Teile der politischen Klasse Großbritanniens wohltuend durch Zurückhaltung abheben, wofür die britische Botschaft in Berlin vom antisemitischen Mob am palästinensischen „Tag des Bodens“ mit Steinen eingedeckt wurde, können tatsächlich nur in den Kategorien, die der Nationalsozialismus setzte, von Israel denken. Deutschland, das Land eines heute als diplomatische Waffe gegen Israel eingesetzten Versöhnungskultes, entwickelte mit diesem Kult die notwendige „moralische“ Sichtweise. In der schon von je feindselig durchwirkten und nur mühselig zugestandenen Singularität Israels, begründet aus der Massenvernichtung der europäischen Juden, schwang schon immer das Moment mit, den Opfern nicht verzeihen zu können, was man ihnen angetan hatte. Die deutsche Manie der Versöhnung zielte stets darauf, Israel abzuluchsen, dass es ja gar nicht sooo schlimm gewesen sei, dass schließlich niemand frei von Schuld sei und läuft auf jenen bundesrepublikanischen Philosemitismus heraus, demzufolge man ja eigentlich auch Jude sei, ja eigentlich mehr als der Jude noch gebeutelt werde vom historischen Schicksal und von der Welt unverstanden bliebe. Es galt, mit der Gleichstellung von Juden und Deutschen im Zeichen der Versöhnung die Verbindung zwischen der Singularität der Judenvernichtung und der Gründung des jüdischen Staates zu lösen. Joschka Fischer eifert darin die im Führerbunker zu Ramallah ausharrende deutsche Friedensfee Julia Deeg genauso nach wie ein anderes deutsches Seelchen, der EKD-Auslandsbischof Rolf Koppe: Den befriedigt es ungemein, dass die Juden endlich nicht nur als Opfer, sondern auch als Täter dastünden, die christliche Kirchen angreifen, „einen Tabubruch ersten Ranges“ (Welt, 4.4.2002) begingen, hinter dem die EKD ihren eigenen versteckt, nämlich sich endlich wieder alter antijudaischer Stereotype bedienen zu können, um gemeinsam mit „Pax Christi“ so recht gegen den „westlichen Egoismus“, vulgo das „raffende Kapital“ hetzen zu können.

Die Vorlage für derlei hatten in den 70er und 80er Jahren die Magazine der radikalen Linken, die israelische Politik mit Lagern, Gas und Endlösung assoziierten, geliefert. Phantasierten während des Libanon-Kriegs taz und Arbeiterkampf von der „Endlösung der Palästinenserfrage“, so fabulieren heute SZ und die österreichische Neue Kronen-Zeitung vom „totalen Krieg“ (2.4.2002) Israels gegen die Palästinenser und der Osservatore Romano des Vatikans von der „Vernichtung des Heiligen Landes“ (5.4.2002). Norbert Blüm schließlich, der „Herz-Jesu-Sozialist“ der alten BRD, bezeichnet gegenüber Israels Botschafter Shimon Stein die verzweifelte Polizeiaktion Israels gegen die operative Basis rivalisierender Milizen namens „Autonomiegebiete“ als „hemmungslosen Vernichtungskrieg“. Als ob ein Vernichtungskrieg nicht vielmehr aus diesem Gangland gegen Israel geführt würde; aus einem Gebiet, in dem die Staatsbande „Al-Fatah“ Selbstmordattentäter ausbildet, besoldet und die Angehörigen berenten lässt, in dem die sogenannten Sicherheitskräfte eigenhändig den Transfer dieser Attentäter „hinter israelische Linien“ besorgen (FAZ, 30.3.2002), während die Richter nach „palästinensischem Recht“ Judenmord nicht als Straftatbestand anerkennen (FAZ, 4.12.2001).

Teil 2: Unschuld contra Verderbtheit.

Die in der europäischen Propaganda allgegenwärtige Konstruktion, dass Israel und die Juden eigentlich die Nazis von heute darstellen, ist dabei nicht allein nur der nachträglichen Legitimation des bereits vollzogenen Judenmordes geschuldet, sondern bereitet ebenso aktuellem wie künftigem Morden den Weg.

Weil es einer der Grundzüge des Antisemitismus ist, sich als berechtigte Notwehr gegen die Juden zu empfinden, kann er auch nicht innehalten. So finden sich alle Figuren des klassischen Antisemitismus in seiner neuesten, monströsen Notwehr-Konstruktion, die zusammen den „Nahost“-Konflikt in seiner medialen Aufbereitung als auch politischen Instrumentalisierung ergibt, aufgehoben – und jeder, der die „Elemente des Antisemitismus“ gelesen hat, müßte sie leicht als solche erkennen, „die völkischen Phantasien jüdischer Verbrechen, der Kindermorde und sadistischen Exzesse, der Volksvergiftung und internationalen Verschwörung (,die) genau den antisemitischen Wunschtraum (definieren)“ (1): Die Juden als Synonym der Überwältigung der vormodernen Unschuld durch die technologisch-zivilisatorische Verderbtheit; Macht und Geld contra Tradition und Gemeinschaft; Panzer gegen Kinder, Soldaten gegen Priester, Wasserdiebe gegen Kleinbauern.

Diese Bildersprache, die mit zutiefst archaisch-regressivem seelischen Material arbeitet, bestimmt die „europäische“ Sicht, die genau darin mit der ihrer palästinensischen Schützlinge übereinstimmt, die glauben, von den Juden durch Giftgas unfruchtbar gemacht zu werden, die glauben, dass Juden das Blut von Arabern trinken, die glauben, dass Juden heroinbestrichene Briefmarken verteilen, die eigentlich alles glauben, was die Register der Psychopathologie zu bieten haben (2). So wird denn auch der Mord an Juden, sowohl in der Phantasie deutscher Friedensfreunde als auch im arabischen Schulbuch, zur Notwehr gegen die Massaker, die Juden angerichtet hätten, wäre ihnen nicht der Antisemit in den Arm gefallen. Besser als ein nach eigenem Bekunden palästinensischer Randalierer es auf einer BAHAMAS-Veranstaltung formulierte, hätte weder die LibÈration noch die National-Zeitung, weder La Repubblica noch junge Welt formulieren können: „Die jüdischen Faschisten wollen über nichts als Auschwitz reden“. Genau deswegen befindet sich Europa im kalten Krieg mit Israel.

Dieser „kalte Krieg“ ist die konsequente Fortsetzung des Jugoslawienkrieges, der, so wie die öffentliche Aufbereitung Jugoslawiens gestrickt war, zum unmittelbaren Vorlauf der heutigen antiisraelischen Aggression zählt. Diese Aggression kann zum tatsächlichen Krieg sich noch nicht aufschwingen, die Marschrichtung aber, die im ersten Fall schließlich auf die Verstümmelung und Delegitimation Jugoslawiens hinauslief, ist die gleiche.

„Damit aber die deutsche Unschuld wieder unbefangen verfolgen kann, muss sie erst glaubwürdig wiederhergestellt werden: Dazu müssen die ehemaligen Opfer des ersten deutschen Gewissenskrieges, der ja auch nicht um den schnöden Mammon, sondern für eine Erlösung der Welt durch Opferung des Bösen geführt wurde, heute die Täter sein“, also das tun, was man selber tat.

„Da man Israel sich als materiellen Kriegsgegner und Schurkenstaat – ein ideeller war es bereits die ganzen letzten 50 Jahre – verkneifen muss, hält man sich an Jugoslawien bzw. Serbien schadlos. Es hat sozusagen als Projektionsfläche des neuen Deutschlands vom alten Deutschland herzuhalten, mit dem dieses neue Deutschland aber gerade in der Projektivität, in der untrennbaren Einheit von Wahn und Staatsraison, innige Seelenverwandtschaft pflegt.“ Die, mit denen wir demonstriert hatten, als diese Zeilen in der BAHAMAS 30 (S.25) erschienen, bewegte allerdings alles andere als der Kampf gegen den deutschen Antisemitismus, der sich zum postmodernen Antifaschismus gemausert hatte und sich doch deutlich durch seine Projektionen verriet. Denn nicht gegen Deutschland und seine Freunde – vorzugsweise islamisierte Völkerschaften, die bloße Großrackets, bewaffnete Banden vorstellen, die außer Terror und Identität nichts zu bieten haben – ging es ihnen; sondern mit dem besseren Deutschland gegen den westlichen Imperialismus wollten sie zu Felde ziehen.

Die Gelegenheit haben sie jetzt reichlich: Je weiter Deutschland und mit ihm Kontinentaleuropa seinen eigenen Imperialismus pflegt, der vom Antiimperialismus nicht mehr zu unterscheiden ist, weil er nichts gewinnen, sondern zerstören will, d.h. einer archaisch-pathologischen Krisenlösungsstrategie verhaftet ist, desto willfähriger fordert seine linke und liberale Öffentlichkeit das, was offen auszusprechen dem Establishment immer noch zu heikel erscheint. Die Stimmung gegen Israel übertrifft dabei noch die gegen Serbien, weil in ihr alle Strömungen … zusammenkommen, die pazifistisch-betroffenen, die multikulturell-„antirassistischen“, die links- oder rechtsdrehenden nationalrevolutionären: Nach einer von der Welt in Auftrag gegebenen emnid-Untersuchung halten 73% der Deutschen Israels Vorgehen für ungerechtfertigt und Sharon für den Auslöser der „Krise“ (Welt, 5.4.2002). Wer angesichts dessen von einer „pro-israelischen“ Öffentlichkeit schwafelt, dem kann es nur um die Zerstörung Israels gehen.

Teil 3: Die Produktion lebender Bomben

Nicht, dass die EU und die UN, die beiden Zentralausschüsse des völkisch-neidhammeligen Antiimperialismus, dies nicht auch wollten; allein, sie müssen über das, was sie praktisch betreiben, noch durch die Blume sprechen. Da beschwert sich ein Kofi Annan bereits Wochen vor Beginn der „Operation Schutzwall“ öffentlich über die „unbeschränkte, konventionelle Kriegsführung“ Israels gegen die Palästinenser (Welt, 20.3.2002). Dass die keineswegs „unbeschränkte“ Kriegsführung Israels elementarste Polizeifunktionen wahrnehmen muss und dies einen hilflosen Versuch darstellt, die komplett schranken- und hemmungslose Kriegsführung der Palästinenser-Gangs gegen alles, was ihnen Jude heißt, einzudämmen und abzuschrecken, darüber schweigt des Vorsitzenden Höflichkeit.

Nicht nur, dass Annan sich noch einmal die Schand-Resolution 3379 vom 10.9.1975, in der „Zionismus“ als „Rassismus“ gebrandmarkt wird, die eigentlich am 16.12.1991 – und damit als einzige jemals – von der Vollversammlung außer Kraft gesetzt wurde, in Durban aufs neue bestätigen ließ, zeigt welches schmutzige Spiel er und die UN treiben. Das Flüchtlingswerk der Vereinten Nationen (UNRWA) beispielsweise registriert immer noch Flüchtlinge aus Palästina, obwohl seit 54 Jahren kein neuer Flüchtling aus dem heutigen Staatsgebiet Israels dazugekommen ist. Dennoch ist die Zahl der „Flüchtlinge“ von ursprünglich zwischen 538.000 nach israelischen und 850.000 nach palästinensischen Quellen auf stattliche 4 Millionen heute angewachsen. Flüchtling ist – im klaren Verstoß gegen die sonstige Definition der UNRWA von Flüchtlingen – jeder Nachkomme dieser ursprünglichen Flüchtlinge, selbst wenn er zwischenzeitlich beispielsweise die jordanische Staatsbürgerschaft erlangt hat. (3)

Hält die Bevölkerungsentwicklung in den palästinensischen Autonomiegebieten an – und das wird sie, dafür sorgt die Übereinkunft zwischen islamischer Sexualmoral und dem nationalen Appell, Kinder als künftige Soldaten gegen Israel zu zeugen, wie es die EU-finanzierte „Stimme Palästinas“ täglich fordert -, dann wird es wohl in einem Jahrzehnt weit über 4 Millionen Flüchtlinge geben, die das Land, aus dem sie geflohen sein sollen, noch nie betreten haben. Was sich aus Fernsehen und Radio über die von ihren Eltern und deren Führern schon bei Geburt zum Tode bestimmten Kinder ergießt, klingt so: „‚Folgt mir ins Paradies‘. quäkt eine kitschige Kinderstimme“ – mehrfach täglich – „zu den Bildern des“ – nach aller Wahrscheinlichkeit von eigenen Marodeuren – „am 30.9.2000 erschossenen 12-jährigen Mohammad-al-Dura.“ Das Musik-Programm sieht wie folgt aus: „Ein anderer Spot zeigt einen palästinensischen Sänger: ‚Die Zeit für Spielzeuge ist vorbei‘, singt er schmalzig, und die Kamera zeigt Bilder von Kindern, denen die Puppen und Spielzeuge aus der Hand fallen. Stattdessen greifen sie zu Steinen und rennen auf israelische Armeeposten zu (…) der Sänger flüstert ermutigend: ‚Fürchte Dich nicht vor dem Tod, Märtyrertum ist süß.‘“ (Tagesspiegel, 21.8.2001) Die Konditionierung auf den Tod funktioniert: „Kinder spielen auf den Straßen ‚Märtyrer‘, Aufdrucke mit den Konterfeis der Attentäter zieren T-Shirts und Schlüsselanhänger.“ (Welt, 16.4.2002)

Dass diese „Flüchtlings“-Kinder obendrein in „Lagern“ leben, verdanken sie weniger den Israelis, sondern eben den arabischen Brudernationen, die jegliche Repatriierung der Flüchtlinge, ja sogar die in Aussicht dafür gestellten Finanzhilfen seit 1949 ablehnten und statt dessen die Araber, die das Staatsgebiet Israels verlassen hatten, in Grenznähe zusammenpferchten; eine Tradition, die Arafats Schergen mit deren Nachkommen bis zum heutigen Tage fortsetzen. Dass die entsprechenden Grenzregionen hauptsächlich Jordaniens nach dem Angriff desselben auf Israel nach internationalem Recht 1967 legitimerweise besetzt wurden, passt in das wahrhaft diabolische Konzept: Die arabische Liga und die palästinensische Führung haben mit voller Absicht Millionen von vorneherein verlorener Existenzen gezüchtet, die nur auf Antisemitismus gedrillt sind, lebende Bomben, die seit 1967 auch noch unter israelische Besatzung gekommen sind. Und das nicht nur in Gaza und im Westjordanland, sondern auch an der israelischen Nordgrenze; Syrien, das einst im Libanonkrieg Palästinenser zu Abertausenden massakrierte, lässt die Kinder derer, die den syrischen Flächenbombardements entgingen, heute einen stellvertretenden „Zermürbungskrieg“ gegen Israel führen: Syrische Truppen ziehen sich aus dem Grenzgebiet zu Libanon und Israel zurück, überlassen „zielsichere Raketen iranischer Produktion“ (Welt, 17.4.2002) der Hisbollah; diese schickt sowohl Bewohner der Flüchtlingslager auf never-come-back-Mordmissionen „gegen israelische Farmen, Dörfer und Grenzposten“ (Welt, 8.4.2002), während sie diese zugleich einem Dauerbombardement aus dem Libanon heraus unterzieht.

Dass Herr Annan Israel drängt, das Friedensangebot der arabischen Liga, wie sie es bei ihrer letzten Konferenz in Beirut verabschiedet hat, anzunehmen, wundert nicht; genauso wenig, dass die EU in dieselbe Kerbe schlug: Unter beifälligen Grinsen des Applaus umtosten Saddam Hussein, dessen Irak sich heute noch im offiziellen Kriegszustand mit Israel befindet (seit dem Invasionsversuch 1948), wurde dem ursprünglichen „Abdallah“-Plan, der eine äußerst „zweifelhafte Normalisierung“ gegenüber Israel in Aussicht stellte, nämlich noch das „Rückkehrrecht für alle Flüchtlinge“ beigefügt; eine monströse Forderung nach der Vernichtung Israels, die nicht einmal die UN der 60er Jahre dem Land zumuten wollten, die damals immerhin anerkannten, dass Israel entschädigungslos zwischen 600.000 und einer Million aus den Angreiferstaaten von 1948 geflohener Juden aufnahm.

Da können die Solanas, Pattens und Prodis heutzutage doch erheblich freier von der Leber weg sprechen. Nicht ganz so offenherzig wie Lamers oder Möllemann: Hört jener ausgerechnet durch Joschka Fischer „die Israelis sprechen“ (Tagesspiegel, 6.4.2002), so identifiziert dieser im typischen Wahrheitsdrang des Paranoikers gleich palästinensische Selbstmordattentäter mit deutschen Fallschirmspringern (taz, 4.4.2002). Aber aus den Zentralen der Macht klingt es nur wenig moderater. Ein Wut entbrannter Solana schnauft in die Fernsehkameras der ARD, dass es Israel „noch eidtun würde“, ihn nicht zu seinem Terrorzögling Arafat durchgelassen zu haben und droht gemeinsam mit Schröder mit „Bundeswehrsoldaten“ im „Rahmen eines UNO-Mandats“ (Zeit 16/2002). Kurz zuvor hatte die EU-Kommission entschieden, die Finanzhilfe für die Palästinensische Autonomiebehörde von 10 Millionen Euro monatlich weiterlaufen zu lassen, obwohl Israel am selben Tag Dokumente aus Arafats Hauptquartier vorlegte, die bewiesen, was ohnehin klar war: Dass diese Behörde die Spesen- und Sprengstoffrechnungen der Al-Aqsa-Märtyrer-Brigaden bezahlt, was wiederum nur auf dem keineswegs israelfreundlichen US-amerikanischen Fernsehsender CNN zu sehen war.

Und nicht nur Dokumente tauchten auf: Israel fand auf dem Gelände zwei „Lastwagenladungen von SAM-7-Luftabwehrraketen und 200 LAW Anti-Panzer-Raketen“, deren Besitz nach dem Oslo-Vertrag verboten und deren Existenz immer abgestritten wurde (Washington Post, 3.4.2002) .

In Europa debattiert man indessen munter – auf abwechselnd spanische, belgische oder dänische Initiative – immer weiter über einen EU-Boykott gegen Israel, dessen Abriegelung der Palästinensergebiete laut EU-Außenkommissar Chris Patten nach echt antisemitischer Verkehrungslogik Schuld sein soll an der dort herrschenden „Gewalt“ (Welt, 3.4.2002) – und nicht etwa umgekehrt. Nein, man sei keineswegs parteiisch, betont Romano Prodi, obwohl die EU der größte Sponsor eines Gebildes ist, das durch nichts als Terror gegeneinander, kanalisiert im antisemitischen Terror gegen Israel, zusammengehalten wird: 179 Millionen Euro pro Jahr zahlte die EU in den letzten sechs Jahren an die Palästinensische Autonomiebehörde (Welt, 4.4.2002). Nein, parteiisch ist man in Brüssel nicht. Prodi: „Wir unterscheiden nicht zwischen Palästinensern und Israelis. Alle Gewalttaten sind gleich abscheulich.“ (ebenda) Die Verhaftung von Terroristen und Mördern, die ohne jede Veranlassung Heckenschützen auf Autofahrer und lebende Bomben auf Einkaufszentren loslassen, ist dem Europäer diesen Mordtaten gleich; das Töten von Juden um einer „Heimat“ willen, die den Mörder so wenig interessiert, dass sie ihm nur den Schauplatz seines Todes abgibt, gilt Herrn Prodi gleich dem verzweifelten Versuch Israels, solches in Zukunft zu verhindern: Arafat würde als Mitglied der EU-Kommission allein durch seine Kleidung, aber nicht durch seine Statements auffallen.

Teil 4: Von Racak nach Jenin

Auch die EU ist eine Meisterin des abgekarteten Spiels, wie es die Palästinenser seit Oslo demonstrieren: Immer wieder profiliert sich ein weiser Friedensonkel – hier Arafat, dort Fischer – gegen die „Radikalen“, der doch nur erntet, was diese zu seinem Frommen gesät haben. Insistierte bereits Dänemark darauf, Sharon vor ein europäisches Tribunal zu bringen, so ist es auch der norwegische UN-Sondergesandte Roed-Larsen, der in Jenin die Auschwitzkarte spielte, von einem „Schrecken, der das Verständnis übersteigt“ (Welt, 19.4.2002) spricht und die palästinensische Propaganda von „Hunderten von Toten“ durch bewusst unklare Formulierungen stützte. Selbstverständlich weiß er, dass er lügt: Ein italienischer Journalist hatte wegen des nahezu fehlenden Verwesungsgeruchs bereits Tage vorher die Angaben der israelischen Armee von einigen „Dutzend“ getöteter Kämpfer gestützt (Welt, 15.4.2002), eine Schätzung, die von französischen Beobachtern – u.a. Bernard-Henri Levi, der im ehemaligen Jugoslawien nie um einen „Völkermord“ verlegen war – bestätigt wird: „Wahnsinnsworte wie Massaker sind hier unangebracht“ (Welt, 20.4.2002). Die meisten Gebäudezerstörungen gingen darauf zurück, dass die Häuser „von Bewaffneten in Sprengfallen“ für die Israelis verwandelt wurden. Diese Form des tatsächlichen totalen Krieges, den die palästinensischen Milizen gegen ihre eigenen Behausungen, gegen ihre eigenen Kinder praktizierten, kostete – ziemlich massakerunüblich – 23 israelische Soldaten das Leben. Selbstverständlich wissen das Roed-Larsen, die EU-Kommission, Kofi Annan; allein, nicht einmal die schweren antisemitischen Ausschreitungen in Dänemark rund um das Länderspiel gegen Israel am 17.4.2002, denen durch die Massaker-Lüge Vorschub geleistet wurde, vermochten die Damen und Herren in ihrem Treiben zu irritieren.

Gegen derlei Gräuelpropaganda kann Fischer sich immer wieder als moderater Gegner von Sanktionen gegen Israel profilieren, um dann mit „Friedens“-Vorschlägen wahrhaft kosovarischer Dimension herauszukommen, die die deutsche Mission, sich als antifaschistische Patronatsmacht gegen den jüdischen Staat aufzuspielen, komplettieren durch die Delegitimation Israels als Schurkenstaat, der unter UN-Kontrolle gehalten werden müsse – eines der wichtigsten Etappenziele des palästinensischen Kampfes zur Vertreibung der Juden durch Traumatisierung und Zermürbung wäre damit erreicht: „Internationale Schutztruppen als dritte Partei sind wünschenswert“, souffliert Nabil Schaath, Minister für internationale Zusammenarbeit, seinem Partner Fischer in Berlin (Tagesspiegel, 19.4.2002). Im Außenministerium wiederum scheut man sich nicht Folgendes zu Protokoll zu geben: „Da Israel und Palästina allein keinen Ausweg finden, soll sich als dritte Partei eine Art Kontaktgruppe“ unter Führung des UN-Generalsekretärs „nach dem Vorbild der Balkan-Befriedung einschalten“ (Tagesspiegel, 9.4.2002). Wahrhaft ist die antiisraelische, propalästinensische Kampagne ein Duplikat der langwierigen aber zäh verfolgten Jugoslawienhetze vergangener Jahre, dabei aber doch das verspätete Original jener Hetze. Was Jugoslawien bereits geschah, steht Israel bevor, wenn die USA es nicht verhindern: Erst die Dämonisierung des Versuchs sich des von den Europäern hochgepeppelten Ethno-Bandenterrors zu erwehren, wobei Jenin durchaus die dubiose, aber nützliche Rolle Racaks bekommen kann, dann der internationale Eingriff, der dem Opfer des Terrors die Möglichkeiten zur Gegenwehr aus der Hand nimmt, und dann die von der passiven Mandatsmacht (unter UN-Kontrolle und deutschem Däumchendrehen) stillschweigend geduldete ethnische Säuberung und Judenvertreibung aus dem abgetrennten Territorium bei gleichzeitiger, quasi-offizieller Hochrüstung des Terrorstaates: Dem erzwungenen Rückzug Israels „unter Feuer“ auf die heutzutage kaum mehr zu verteidigenden exakten Grenzen des Jahres 1967 stünde ein Palästinenser-Staat gegenüber, der dann auch offiziell schwere Waffen kaufen dürfte. Kein Nasser war Israel je so gefährlich wie Fischer, dessen Plan schon praktische Konturen zeigt: Zeitgleich zu einem neuerlichen Selbstmordattentat in Haifa, wird ein deutsches „Waffenembargo“ gegen Israel ruchbar (Financial Times, 9.4.2002), welches speziell Panzerersatzteile betrifft – eine gezielte Schwächung der Waffengattung, mit der Israel sich gegen den flexiblen Terror zur Wehr zu setzen gezwungen sieht; kurz darauf fordert das EU-Parlament die Aussetzung der Zollfreiheit, die israelische Importe in die EU genießen (Welt, 12.4.2002).

Wie befreit bricht es aus den Repräsentanten Europas und ihrer globalisierungskritischen Erfüllungsgehilfen hervor, genau in dem Maße, wie gerade die linksgerichteten Eliten Frankreichs und Italiens den Antisemitismus wiederentdeckten und Deutschland lieben lernten: Hoch im Kurs stehen Gemeinwohl, Sozialpartnerschaft und Heidegger. Sie alle – vom Philosophen Baudrillard bis zum Oppositionsführer Veltroni – haben das Ersatzobjekt Jugoslawien endlich eintauschen können gegen das historische Objekt ihrer Begierde: Israel steht an der ideologischen Stelle, an der einst das „Weltjudentum“ stand, und wird zugleich jener Singularität beraubt, durch die es, wie Jugoslawien in einem gewissen, abgeschwächten Sinne auch, an die letzte globalisierungskritische Krisenlösung, die nazistische Kombination aus europäischer Gemeinschaft und Judenvernichtung, erinnert.

Der unwürdige Stalinistengreis Fritz Teppich, den der Tagesspiegel allen Ernstes als Vertreter der „Berliner Juden“ anführt, vergleicht „Selbstmordattentäter mit jüdischen Kämpfern im Warschauer Getto“ (9.4.2002), während in Frankreich der 68er Slogan: „Wir sind alle deutsche Juden“ zeitgemäß zur Demo-Parole „Wir sind alle Palästinenser“ mutiert, die die Libération als Schlagzeile übernimmt (3.4.2002). Und tatsächlich eint genau diese Parole den „Front National“ mit den maghrebinischen Jung-Antisemiten, die Brüsseler Deregulierer mit den autoritär-völkischen Globalisierungsgegnern von „attac“, den Papst mit dem islamischen Freitagsprediger. Alle sind sie Palästinenser, viel mehr noch als sie vor Jahren sogenannte „Kosovaren“ waren. Und das nicht nur, weil sie in den Palästinensern ideale Bauchredner gefunden haben, die an der Holocaust-Gedenkstätte am Berliner Wittenbergplatz herumpöbeln und statt ihrer eine für von „Juden begangene Verbrechen“ fordern (SFB-Abendschau, 8.4.2002).

Die palästinensischen Mordbanden sprechen nicht nur aus tiefster deutscher Seele, sie sind so deutsch, wie es sich die Deutschen mitsamt ihrer offenen Verbündeten und heimlichen Bewunderer zuletzt im II.Weltkrieg zu sein gestatteten. Jagte schon die UCK einer Beute nach, die sich tatsächlich in Wegerechten und -zöllen eines modernen Raubrittertums erschöpfte und gerade weil dem so ist, es nicht unter „Groß-Albanien“ bewenden lassen kann, so ging es wenigstens noch um Beute, bestand sie auch nur im spärlichen Hab und Gut des Nachbarn. Der Kampf der Palästinenser aber ist nur noch und wahrhaft idealistisch – und damit dem von Europa propagierten „Gewissenskrieg“ (Habermas) so zutiefst ähnlich.

Palästinenser sind sie alle, weil sie sich wie Gangster aufführen, die sich um die Beute nicht kümmern; die sich aus Prinzip und nicht um des Erwerbsstrebens willen mehr in Gangs und Rackets zusammenrotten. Diese Zusammenrottung, wie sie das Westjordanland heute beherrscht, lebt buchstäblich allein von der Zugehörigkeit zur Volks-Bande, die von der EU und den christlichen Kirchen ausgehalten wird und die nur im Vernichtungswillen gegen das Abweichende oder abweichend Gemachte ihren Daseinsgrund hat – Handel und Warenverkehr mit dem benachbarten Israel werden bewußt unmöglich gemacht; zur Abschreckung wie zur „Kindererziehung“ schlachtet man obendrein ständig „Kollaborateure“ viehisch dahin, hunderte Male zuvor so wie in Hebron am 23.4.2002: „Der erste Körper hing verkehrt herum (…) war mit Draht an dem Strommast befestigt, sein rechtes Bein stand in einem obszönen Winkel ab. Der zweite Körper war unendlich viel schlimmer zugerichtet, eine Metzgerarbeit (…) der fast nackte Torso zerrissen von Stichwunden. Zehn oder zwölf Jahre alte Palästinenser stachen in die Wunden und jaulten dabei vor Freude. Sein Kopf war vom Rest des Körpers fast abgetrennt (…) das Gesicht immer noch verzerrt vor Entsetzen (…) ‚Das ist eine Lektion für alle. Jeder sollte dies hier sehen’“, bemerkte „ein beleibter Mann mittleren Alters mit einem großen braunen Bart“ (Welt, 24.4.2002).

Da nur die Bandenchefs, allen voran Arafat und seine Hofschranzen, tatsächlich von der europäischen Terrorrendite profitieren, schlägt die verständliche Unlust des Fußvolks, auf Gedeih und Verderb der Bande anzugehören, obwohl man sich davon nichts Nennenswertes mehr noch versprechen kann, in Todessehnsucht um, die die verhasste Außenwelt, Juden, Amerikaner, Verräter, unmoralisch Lebende etc. mit ins Verderben reißen will.

Teil 5: Morbidität und Psychose

Das macht das „Faszinosum“ Palästina aus, wie Jenninger auf den NS hin formulierte. Zusammengeschlossen ohnehin nur in paramilitärischen Verbänden, exerziert es ein Katastrophenmodell vor, welches auf das an seinem eigenen kapitalistischen Antikapitalismus erstickende Deutschland, aber nicht minder auf andere EU-Mitglieder so enorm anziehend wirkt.

(…) Die Opferung der Überflüssigen durch die Überdrüssigen, wie ihn die beiden deutschen Weltkriege leisteten, in denen zynische alte Männer die todeswütige Jugend ins Blutbad schickten, ist der Grund, warum gerade das offenkundig unendlich Destruktive am Kampf der Palästinenser so identifikationsfördernd wirkt. Gerade, weil sie keinen Staat Palästina wollen, sondern nur die Juden ins Meer treiben, weil sie keinen Alltag, sondern den permanenten Ausnahmezustand suchen, sind sie das perverse Lebenselixier der bösartigen alten Welt. Der stets schwärmerisch und ethisch auftretende Nihilismus, die Gleichgültigkeit gegen alles in diesem Leben Mögliche und Bestehende, der Kampf also um etwas, was einen längst nicht mehr interessiert, nenne es sich Palästina, Großalbanien oder Großdeutschland, die „idealistische“ Mischung aus Gangstertum und Millenarismus lässt die bösen Greise allenthalben vor Mordlust erschauern und die ihnen unterworfene Jugend, die wenigstens im Untergang einmal der Welt des Genusses, für die israelische Teenager in ihren Augen stehen, ihren Stempel aufdrücken wollen, nach Tod und Vernichtung lechzen: Das ist das seelische Holz, aus dem schon immer – insbesondere deutsche – Helden geschnitzt wurden, solche, die narzisstische Selbsterhöhung der profanen Selbsterhaltung vorziehen.

Aus dieser Allianz von Morbidität und Psychose zieht Arafats Bandenterritorium seinen inneren Zusammenhalt; darin aber auch verwirklicht es die kollektiven Visionen seiner internationalen Bewunderer. Visionen, wie sie das Film-Genre der post-apokalyptischen Science-Fiction a la Mad Max auf den Punkt bringt, in welchem Auto und Waffen bewehrte Desperados ohne Erklärung, woher Autos, Benzin, Waffen etc. kommen, mit dem Töten beschäftigt sind. Die zugleich Geängstigten wie Gelangweilten des zusammenbrechenden Etatismus sehnen sich nach dem Inferno des technisierten Naturzustandes – wie des Führers Ehefrau Suha al-Taweel Arafat, die sich zwar aus Gaza nach Paris zurückzog, aber „keine größere Ehre“ kennen würde, als einen Sohn „für Palästina zu opfern“ (Welt, 16.4.2002).

Was man Palästina nennt, ist mehr noch als das Kosovo ein solches Mad Max-Land. Nicht im Kino, sondern als Konsequenz des Osloer Abkommens spielt sich am 1. Juli 1994 an der Grenze zu Israel jenes Szenario ab, das der Augenzeuge Michael Kelly so beschreibt:

„Arafats Einmarsch in Gaza war eine Schaustellung brutaler Macht. Er kam aus dem Sinai in einer langen Karawane von Mercedessen und BMW, 70 oder 80 Wagen bis ans Dach vollgepackt mit Gunmen. Die Karawane donnerte die menschengefüllten Straßen herunter, während die übergewichtigen, Leder bejackten und Sonnenbrillen tragenden Schränke von Arafats Leibwache ununterbrochen schrien und aus den Kalaschnikows feuerten, um ihr geliebtes Volk aus dem Weg des von ihnen geliebten Führers zu räumen.“ (newsweek.com./opinions/a pretense of peace, 4.4.2002)

Bis zum heutigen Tage brachte der „geliebte Führer“ trotz immenser Subvention nicht einmal die Organisation einer Müllabfuhr zustande, von anderen spielend finanzierbaren Mindeststandards völlig abgesehen – solcherlei überlässt man den europäischen Verbündeten oder den vorzugsweise islamischen (aber auch christlichen) Institutionen mit ihrer typischen Kombination aus Almosen und Judenhaß.

Vier Dinge waren es, auf die der Arafat-Clan sich konzentrierte:
> Verhaftung und Hinrichtung potentieller Oppositioneller,
> die Etablierung pausenloser antisemitischer Hetze via Radio und TV,
> die Bewaffnung aller nur möglichen Milizen, Untermilizen und sonstigen Banden, und schließlich
> die Requirierung opulenter Villen mit Seeblick für die Führung.

Wen wundert es, dass 5 Jahre des sogenannten Oslo-Friedensprozesses mehr Israelis das Leben kosteten als die 15 Jahre vor der Übernahme der besetzten Gebiete durch den Friedensnobelpreisträger Arafat?

Neben der saudischen, iranischen und irakischen Unterstützung für „Märtyrerfamilien“ und Institutionen, die solche „Shahide“ produzieren, ist es in erster Linie die staatliche und halbstaatliche europäische Hilfe, die dafür sorgt, dass dieser Albtraum immer weitergeht. Der Alb aber ist deswegen so zwingend, weil er so unnötig ist. Israel bietet und bot einen Staat, Wirtschaftshilfe, ökonomische Beziehungen, der europäisch-islamische Antisemitismus bietet den Millionen verlorener Seelen nur Mord und Tod. Alles spricht dafür, dass diese weiterhin die zweite Option wählen. Das einzige Fünkchen Hoffnung besteht nur darin, dass Antisemitismus zwar mit gesellschaftlicher Naturnotwendigkeit entsteht, es dennoch aber keinen anthropologischen Zwang gibt Antisemit zu werden. Nur das denkbar unwahrscheinlich gute Ende für Israel verhieße auch ein gutes Ende für die auf ein „Sein zum Tode“ gezüchteten jungen Palästinenser; dann nämlich, wenn sie sich endlich weigerten, sich von den bösen Alten, von den Arafats, den Mullahs, vom Papst, von den Husseins und den europäischen Außenministern opfern zu lassen; wenn sie endlich die Herrschaft der Kindersoldatenrekrutierer und Sprengstoffgürtelverteiler brächen, wenn sie endlich darauf bestünden, keine Bestien mehr sein zu wollen. Bis dahin aber kann es nur eine Forderung geben: Solidarität mit den israelischen Streitkräften!

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Anmerkungen:
1) Adorno, T.W./ Horkheimer, M.: Dialektik der Aufklärung, Frankfurt 1989, 195
2) Vgl.: v.d. Osten-Sacken, T./ Uwer, T.: Der arabische Antisemitismus, in: Konkret-Texte 29: Hat Israel noch eine Chance?, Hamburg 2001. Aufschlussreiches findet sich bei MIDDLE EAST MEDIA RESEARCH INSTITUTE, das u.a. politische Texte aus dem Arabischen übersetzt, unter http://www.memri.de
3) Vgl.: Peretz, D.: Palestinians, Refugees and the Middle East Peace Process, Washington 1993

BDS demaskieren: Eine neue Methode zur Bekämpfung der Bewegung ist aufgekommen und sie funktioniert

Von Radioheads eiserner Weigerung sich von Antiisrael-Advokaten unter Druck setzten zu lassen bis zum Bestseller “BDS for Idiots” trumpft der Kampf gegen die Bewegung auf.

Barry Shaw, The Jerusalem Post, 15. Juli 2017

Rod Steward kommt vor seinem Konzert in Tel Aviv am 13. Juni 2017 in Israel an. (Foto: LIOR KETER)

Nachdem der BDS-Bewegung Jahrzehnte lang ein freies Spielfeld überlassen wurde, auf dem sie ihre Beschuldigungen gegen Israel spinnen konnte, ist ein Trend erkennbar, der etwas gegen das Wirrwarr ihres Narrativs erreicht. Langsam aber sicher werden Fortschritte gegen die radikalen Beschuldigungen gemacht, die gegen den jüdischen Staat abgefeuert wurden.

Die alte Taktik Israel als Start-up Nation zu kennzeichnen, ist nur von begrenztem Wert. Welchen Nutzen hat das Lob der Wunder von Waze, wenn die andere Seite die negative emotionale Bildsprache eines zionistischen Staates als Kindermörder und brutale Besatzer nutzt? Stattdessen fasst eine neue Strategie Fuß. Nehmt Israel aus der Gleichung heraus. Richtet den Scheinwerfer auf unsere Feinde. Konzentriert euch auf die Botschaft und den Charakter unserer Gegner von der BDS. Zielt au diejenigen, die Israel und die Juden angreifen und kontert direkt gegen sie. Entlarvt sie und entlarvt ihre Scheinheiligkeit und Lügen.

Die antiisraelischen BDS-Befürworter sind in einer Falle gefangen, die sie selbst aufgestellt haben, nämlich dem Mangel an Argumenten und oft tief sitzendem Antisemitismus, der sie antreibt.

Der Kampf ist eingetreten und es sind rasche Fortschritte gemacht worden. Ein Teil der Offensive beinhaltet die Nennung und das Anprangern der BDS-Feinde Israels. Dies wird oft über die sozialen Medien gemacht, so der Internetseite Canary Mission, die Einzelpersonen und Gruppen dokumentiert, die Hass auf Israel Juden an US-Universitäten propagieren. Ihre Seite katalogisiert Personen und Gruppen, indem sie ihre Namen und Standorte auflistet, zu welcher radikalen Gruppe sie gehören, welche Rolle sie spielen und eine ausführliche Beschreibung des negativen Handelns oder von ihnen gemachten Äußerungen. Zu ihren Profilen gehört normalerweise ein Porträtfoto. Oft beinhaltet das Profil der Person auch ihre Präsenz in den sozialen Medien.

In der Vergangenheit übten Unterhaltungspersönlichkeiten oft in der Kulturwelt Einfluss aus. Vor kurzem ist ihre radikale Einseitigkeit offengelegt worden und sie werden zunehmend ignoriert. Ein Beispiel dafür ist Roger Waters mit seinem „Pink Floyd“-Ruhm. Einst eine Ikone des BDS wurde er zur Lachnummer, von Künstlern verrissen, die seine Forderungen an sie Israel zu boykottieren ignorierten. Aerosmith wurden bald von Radiohead, Rod Steward und die Pet Shop Boys mit Auftritten vor riesigem Publikum in Israel gefolgt.

Nachdem er Radiohead Monate lang unter Druck setzte, verprügelte Thom Yorke von der Band Radiohead Waters mit einem vernichtenden Interview im Rolling Stone fertig, indem er ihm sagte: „Es ist völlig respektlos davon auszugehen, dass wir entweder zu falsch informiert oder zu zurückgeblieben sind, um eigene Entscheidungen zu treffen.“

Yorke fuhr fort: „Ich fand es als extrem bevormundend, richtig ärgerlich, dass ein Künstler, den ich respektiere, glaubt, wir seien nach all den Jahren nicht in der Lage eine eigene moralische Entscheidung zu treffen.“

Radioheads moralische Entscheidung bestand darin nach Israel zu komme und ihre multikulturellen Fans zu unterhalten.

Charles Asher Small, der Gründer des Institute for the Study of Global Antisemitism and Policy (ISGAP – Institut zur Beobachtung von weltweitem Antisemitismus und Politik) an der McGill University, sagte Teilnehmern der jährlichen IDC Herzliya Conference, dass seine NGO mit der Dokumentation „Wish Your Weren’t Here“ (Ich wünschte, du wärst nicht hier) arbeitet, die zeitgenössischen Antisemitismus und die BDS-Bewegung untersucht. Er weist auf Waters‘ Geschichte antijüdischer Bildsprache hin, zu der gehört, dass er bei seinen früheren Konzerten einen Ballon in der Form eines Schweins mit Davidstern und Dollarzeichen auf dessen Körper schweben ließ, dazu seine Gleichsetzungen Israels mit den Nazis. Eine neue ISGAP-Webseite ruft als Vergeltung zum Boykott der Konzerte von Waters auf. Die Internetseite wednontneedrogerwaters.com (wir brauchen Roger Waters nicht) fordert die Leute auf eine Petition zu unterschreiben, die andere drängt aus Protest seine Konzerte zu meiden.

„BDS for Idiots“, 2016 ein Bestseller-Buch, drängte Anti-BDS-Aktivisten Israel aus der Gleichung zu nehmen, wenn mit BDS-Aktivisten diskutiert wird und sich stattdessen auf das BDS-Narrativ zu konzentrieren. Das Buch weist darauf hin, dass wir uns in einem intellektuellen Jiu-Jitsu-Kampf befinden, in dem unsere Anti-BDS-Aktivisten die Schwachpunkte der BDS finden müssen, von denen es viele gibt; sie müssen effektiv genutzt werden, um ihre Argumente effektiv aus dem Gleichgewicht zu bringen und letztlich zunichte zu machen.

Das Buch beschreibt ausführlich die offenkundigen Fakten, wie diejenigen, die vorgeben propalästinensisch zu sein, dabei ertappt werden sich nicht wirklich um palästinensisches Leben zu kümmern, ihm sogar Schaden zuzufügen.

Belege dafür wurden klar, als BDS-Proteste dazu führten, dass SodaStream seine Fabrik von Mischor Adumim in Judäa und Samaria in den Negev verlegte, was hunderte palästinensischer Arbeiter in die Arbeitslosigkeit schickte. Palästinensisches Leben wurde geschädigt, aber die BDS betrachtete das als Sieg.

Vor kurzem fanden SodaStream und die israelische Regierung eine Möglichkeit, wie die palästinensischen Arbeiter mi Bussen in die neue Fabrik in Rahat gebracht werden können, damit sie wieder eingestellt und mit ihren jüdischen und beduinischen Kollegen wiedervereint werden können.

Dieser Fall illustriert eindeutig, wer Schaden zufügt und wer sich um palästinensische Arbeiter sorgt. Er entlarvt die verlogene Botschaft der BDS.

Proisraelische Gruppen sind angesichts der Entdeckung überrascht gewesen, wie einfach es ist die BDS aufzuhalten, indem man in die Offensive geht.

In Spanien habe Angel Mas und seine proisraelische juristische Organisation ACOM mehrere von spanischen Städten unternommene BDS-Aktionen aufgehoben, indem sie gegen Entscheidungen von Stadträten zum Boykott von Israel klagten. Dazu gehören La Guardia, der Madrider Bezirk Rivas Vacia, der Bezirk Olesa in Barcelona, Campezo und Valencia.

Wenn BDS in Spanien besiegt wird, dann wegen Angel Mas und ACOM.

Die Anwendung örtlicher Gesetze hat den UK Lawyers for Israel (UKLFI) zahlreiche Erfolge eingebracht; dabei handelt es sich um eine Freiwilligengruppe britische Anwälte, die gegen BDS-Beschlüsse von Studentenorganisationen an verschiedenen britischen Universitäten vorgingen, indem sie Campus-Verwaltungen benachrichtigten, dass die Umsetzung von Forderungen der BDS-Studenten zum Boykott Israels sie in schweren Rechtsbruch der britischen Gesetze für Wohlfahrtseinrichtungen bringen würden, was ihren Gemeinwohlstatus gefährden würde, durch den sie Regierungsgelder erhalten. Zu den britischen Universitäten, an denen BDS-Beschlüsse dank UKLFI zu zahnlose Abstimmungen wurden, zählen das Kings College, City University, SOAC, University College London, Warwick, York Brunel und East Anglia.

Das Trustte Boad of Edinburgh University hob eine BDS-Entscheidung auf, nachdem die Israel Engagement Society der Universität mit juristischer Unterstützung der UK Lawyers for Israel intervenierte. UKLFI half außerdem der proisraelischen Studenteninitiative Stand With Us UK dabie die Bath University dazu zu bringen BDS abzulehnen.

UKLI hilft individuellen Studenten und Gruppen Antisemitismus zu kontern, den sie an Universitäten oft seitens hasserfüllter BDS-Aktivisten erfahren.

Die juristischen Anti-BDS-Aktiviten von UKLFI beschränken sich nicht auf Universitäten. Jonathan Turner, der Gründer von UK Lawyers for Israel, sagte gegenüber The Jerusalem Report, dass seinen juristische Freiwilligengruppe mit Hilfe weiterer Spender und Freiwilliger weit mehr tun könnte.

Gilad Erdans Strategic Affairs Ministry schloss sich der gemeinsamen Herangehensweise gegen die an, die Israel delegitimieren wollen. Im Juni startete der Dienst die neue informative Internetseite 4IL.org.il, die Karikaturen und kurze Videos beinhaltet, mit denen BDS-Lügen entlarvt werden.

Amerikanische Städte und Bundesstaaten müssen gegen BDS zurücktreten. Im Mai wurde Nevada der 20. US-Bundesstaat, der ein Gesetz beschloss, mit dem BDS illegal gemacht wurde. Dieser Erfolg war die Frucht des Ausschusses Christliche Verbündete, einer amerikanischen Gruppe, die sich der Stärkung der Beziehungen zwischen Christen und Israel widmet, sowie der juristischen Expertenarbeit von Prof. Eugene Kontorovich über die Israel Allies Foundation.

Das ergab sich nach einem zufälligen Treffen von Kontorovich und Alan Clemmons, einem Abgeordneten des Bundesstaatsparlaments South Caroline. Bei einem Besuch in Israel traf Clemmons den Eigentümer von AL Solutions, einer Firma, die von BDS betroffen war. Diese israelische Firma hatte eine Fabrik in Clemmons‘ Bundesstaat eröffnet.

Clemmons erkannte schnell den finanziellen Schaden, den BDS seinem Staat finanziell wie gesellschaftlich zufügen konnte, sollte dem Tun der BDS Arbeitslosigkeit folgen. Clemmons sagte über sein Treffen mit Kontorovich: „Hier war einer hellsten Köpfe der Welt, was das Angehen der BDS unter der US-Verfassung betrifft.“

Sein Staat war ein früher Initiator von Anti-BDS-Gesetzgebung. Quer durch Amerika und weltweit muss BDS auf lokaler, städtischer und staatlicher Ebene demaskiert und geächtet werden.

Zum Hass auf Israel

Victor Davis Hanson, The National Review, 8. Mai 2002

Europa, die UNO, viele Eliten in Amerika und, natürlich, der gesamten arabischen und islamischen Welt, sind gegen Israel. Ihre Gehässigkeit stammt aus drei Vorwänden.

1. Besatzung?

Israel besetzt vorgeblich Land, das ihm nicht gehört – ein Zerrbild, das auf der Weltbühne einmalig ist und daher der besonderen und generellen Verurteilung wert. Entgegen dem ständigen Gejammer der Palästinenser gibt es heute eine Menge besetzte Gebiete in der Welt – Tragödien, die dem moralischen Radar der UNO komplett entgehen und den selbsternannten Moralisten der arabischen Welt nichts bedeuten.

Seit 1974 ist ein großer Teil des griechischen Zypern unter türkischer Kontrolle – die Häuser und der Grundbesitz der Griechisch sprechenden Zyprioten sind konfisziert, die einheimische Bevölkerung vertrieben und die Insel geteilt. Ganz Tibet ist von China annektiert worden, völlig illegal und ohne, dass sich allzu viele in den USA beschwerten.

Was passierte im Libanon? Die Syrer haben das gesamte Land besetzt; die Palästinenser finden sich dort als Sklaven wieder, die Libanesen selbst sind nicht viel mehr als Diener ihrer syrischen Herren. Kurdistan gehört drei verschiedenen Ländern; der Balkan ist ein Durcheinander mit wortwörtlich Millionen ethnischen Sklaven – Albanern, Serben und Griechen, die in von anderen kontrollierten Land leben. Eine Viertelmillion, nicht dreitausend, sind in den letzten fünfzehn Jahren dort gestorben. Was gibt Russland das Recht, an den japanischen Inseln festzuhalten, die es in den letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs konfiszierte? Terroristische Organisationen – ähnlich der Hamas und Hisbollah – in Irland und Spanien versuchen auf bekannte Art und Weise Menschen in die Luft zu jagen, um für sich einen Autonomiestatus und ererbte Heimat zu beanspruchen.

Im Unterschied dazu versuchten die Tibeter NICHT dreimal China zu erobern. Die griechischen Zyprioten versuchten NICHT in einer Reihe von Kriegen alle Türken ins Mittelmeer zu drücken. Genauso wenig versuchten die Libanesen Damaskus zu stürmen, verloren keinen Krieg gegen Syrien und verloren so die Selbstständigkeit ihrer Heimat. Ganz klar geht in Palästina neben der moralischen Empörung der Welt über die Prinzipien über besetztes Land etwas anderes vor.

2. Grenzen und Flüchtlinge?

Kriege haben eine schlechte Geschichte des Verschiebens von Einwohnern. Ich bezweifle, dass Millionen von Deutschen jemals ihr Land dort zurück bekommen, wo heute das östliche Frankreich oder das westliche Polen ist. Tausende Russen haben sich in den baltischen Staaten als unerwünscht gefunden. Werden ionische Griechen – Bewohner der Westküste der Türkei seit dem 11. Jahrhundert vor Christus – nach der brutalen Vertreibung in den 20-er Jahren des 20. Jahrhunderts jemals in ihre Heime zurück kehren? Millionen islamischer Pakistanis und indischer Hindus finden sich selbst in künstlich geschaffenen Ländern wieder, in denen sie nicht geboren wurden.

Bei fairer Betrachtung der antiken und modernen Geschichte ist die Lage in Palästina NICHT einzigartig. Israel ist im Gegenteil bemüht weitaus gerechte mit seinen besiegten Feinden umzugehen als die meisten Sieger – seien das Türken, Polen, Franzosen oder Chinesen – es in der Vergangenheit gewesen sind. Ich übergehe Fragen nach der Zählung von Leichen und den Kollateralschäden. Ohne gegen die UNO und die palästinensischen Propaganda-Maschine nachtreten zu wollen: Das wirkliche Töten in dieser Welt geht heute in Zentralafrika, dem Amazonasbecken, der ehemaligen Sowjetunion und Indien ab. Erstaunlich ist nicht, dass Palästinenser in den Kämpfen gestorben sind, sondern dass im Vergleich zu städtischen Kämpfen in Tschetschenien, Mogadischu und Panama so wenige umgekommen sind. In dieser Beziehung ist Herrn Arafats Anrufung Stalingrads ist historisch so dumm wie obszön, angesichts der Erinnerung der Hunderttausende, die auf beiden Seiten im Winter 1942/43 zugrunde gingen.

3. Rassismus?

Ein ständiger Vorwurf – von einem befreiten Herrn Arafat erst jüngst und widerlichst getätigt – ist, dass die Israelis eine rassische Missgunst gegen die Palästinenser hegten. Er hat behauptet, dass Israelis, wie die Nazis, versuchten, die Westbank von Nichtjuden zu reinigen. Die UNO selbst versuchte Jahre lang Zionismus mit Rassismus gleich zu setzen. In jedem fairen Vergleich ist die israelische Regierung der arabischen Welt Lichtjahre voraus, was die Bedingungen der rassischen und religiösen Toleranz angeht. Privat würden Araber zugeben, dass sie in Tel Aviv weitaus besser behandelt werden als es jedem Juden in Kairo, Bagdad, Damaskus oder Amman ergehen würde. Wir lesen in der Jerusalem Post nicht, wie in arabischen Zeitungen, dass Palästinenser „Affen“ oder „Vampire“ sind. Auch gibt es in Israel keine bedeutende Literatur – wie in der arabischen Welt -, die sich darauf konzentriert zu prüfen, dass ihre Feinde Untermenschen sind. Echter Rassismus und Hass gibt es in diesem Konflikt, aber sie werden fast ausschließlich von den Arabern betrieben, nicht von den Juden. Hätte eine Zeitung in Tel Aviv behauptet, dass Araber Blut trinken und in verwandtschaftlicher Beziehung zu Primaten stehen, wäre die Wut der Welt nichts gegen die moralische Empörung in Israel.

Wenn Israel nicht viel mehr Schuld trägt als sich selbst zu verteidigen und seinen geschlagenen Gegnern nicht erlaubt ihr Land nicht zurück zu bekommen, bevor dem jüdischen Staat Sicherheit garantiert ist, was ist dann der wirkliche Kern des Hasses gegen Israel? Die Antwort ist eigentlich klar und kann durch fünf allgemeine Schlussfolgerungen zusammengefasst werden.

1. Realpolitik

Wir dürfen die krassen Eigeninteressen eines Staates nicht vergessen – ein Zug, von dem die griechischen Historiker meinten, dass sie der Kern der meisten Konflikte sind, wenn auch oft Vorwände wie „Gerechtigkeit“ und „Fairness“ grob getarnt. Es mag fast eine halbe Milliarde Arabisch sprechender Menschen geben. Millionen islamischer Bürger leben inzwischen im Westen. Nur ein paar hundert Kilometer Mittelmeer trennen Europa von mittelalterlichen Regimen in Libyen, Algerien und Syrien. Die Bedeutung der arabischen Welt gegenüber Israel kann dann in einer Menge kultureller, wirtschaftlicher und politischer Ängste und Möglichkeiten zusammengefasst werden – von der Größe ausländischer Bevölkerungen bis zu Profiten, die aus ausgedehntem Handel und riesigen Märkten stammen. Wäre Israel groß – sagen wir: 400 Millionen Juden – und die Araber um sie herum wenige (vielleicht 10 Millionen), dann würden wir Dutzende UN-Resolutionen sehen, die Herrn Arafat verurteilten: wegen der Ermordung von US-Diplomaten in der Vergangenheit bis zu seiner heutigen Komplizenschaft der befohlenen Selbstmord-Bombardierungen.

2. Öl

Irgendwo zwischen einem Viertel und einem Drittel der Ölreserven der Welt liegen unter Saudi Arabien, Kuwait und dem Irak. In etwa den nächsten Jahren müssen sich Europa, die USA und Japan auf die stete Versorgung mit importiertem Petroleum verlassen. Und während diese westlichen Wirtschaftskräfte offensichtlich versuche, alternative Versorger in Russland, Südamerika und Norwegen zu finden, bleibt doch die Tatsache, dass in der absehbaren Zukunft in einer so global verbundenen Wirtschaft das Öl des Nahen Ostens – und seine instabilen und widerlichen Beschützer – für die Gesundheit der Weltwirtschaft lebenswichtig ist. Wir haben verschiedene Versuche dieser Regime erlebt, diese Versorgung zu unterbrechen – vom saudischen Ölembargo 1974 bis zu Irans Beschuss von Tankern im Persischen Golf und Saddam Husseins Anzünden der kuwaitischen Ölfelder – und erkennen, das Vorurteile, mörderische Kriege und unerklärliche Fehden zu jeder Zeit all diese Autokratien aufheizen können. Es ist weit aus einfacher – und billiger – über ihre routinemäßigen Schrecken zu schweigen oder faktisch ihre oft absurden Zielen aktiv Vorschub zu leisten.

Mehr noch: Das Einkommen aus dem Ölverkauf verschafft diesen Diktaturen westliche, technologische Fachkenntnisse und Militärgerät – und damit die Sympathie von Millionen im Westen, die davon abhängig sind, ihnen alles vom Handy und Computern bis zu Jets und Bohrköpfen zu verkaufen. Tausend Europäer und Amerikaner, die Rohöl kaufen, handeln und transportieren, können kaum den Zorn ihrer Gönner riskieren. Also verhüllen sie gewöhnlich ihr krasses Kosten-Nutzen-Verhalten in patriotischeren Sprüchen von „nationalem Interesse“ und „wirtschaftlicher Sicherheit“. Hätte Israel 25 Prozent der weltweiten Ölreserven und seine arabischen Nachbarn keine, würde die Europäische Union heute die palästinensischen Bombenleger als die Banditen und Terroristen verurteilen, die sie sind.

3. Terrorismus

Weltweit steht die Mehrheit der internationalen Terroristen der letzten 30 Jahre – die wirklich schlimmen Killer, die die Flugzeuge internationaler Fluggesellschaften in die Luft jagen, Olympische Spiele stürmen, westliche Diplomaten ermorden, Botschaften stürmen, Geiseln nehmen und Zivilisten auf ihrer Arbeit pulverisieren – im Dienst radikal islamischer und arabischer Dienste. Das bedeutet nicht, dass japanische, irische, baskische, malaysische, weiße Rassisten und armenische Terroristen regelmäßig gemordet haben – nur, dass es weitaus wahrscheinlicher ist, dass arabische Mörder weltweit angreifen, besonders in Europa und Amerika. Zumindest seit dem Krieg von 1967 weiß die Welt, dass Israel zu unterstützen durch aus darin resultieren kann, dass Diplomaten, Sportler, Touristen und Soldaten im Schlaf, im Büro oder im Urlaub getötet werden. Hätte im Gegensatz dazu der Mossad Franzosen, Amerikaner und Deutsche in aller Welt ermordet, würden die Politiker sich jetzt darum schlagen die israelische Unzufriedenheit zu beruhigen und die „Wurzeln“ solcher Beschwerden zu ermitteln.

4. Antisemitismus

Wir wissen nicht, warum Antisemitismus in einer vermeintlich gebildeten und modernen westlichen Welt zu einer Zeit fortbesteht, in der Assimilation, Integration und interkulturelle Ehen immer normaler werden und ein krasser Säkularismus die Unterschiede zwischen den großen Religionen verwischt hat. Traditionelle Stereotypen und Hasse werden natürlich immer an jede neue Generation weiter gegeben und wir dürfen die Kraft des Neides nicht vergessen, den sich hoch gebildete, kompetente und professionelle Juden von Seiten der weniger begabten und erfolgreichen zuziehen. Trotzdem ist der derzeitige Anstieg des Antisemitismus sehr lautstark – besonders die beschämend Blasphemie im undifferenzierten Gebrauch der Begriffe „Holocaust“ und „Völkermord“ und das plötzliche Wiederauftauchen von Hakenkreuzen im Zusammenhang mit Davidsternen. Ich bin ein 48-jähriger schwedisch-amerikanischer Protestant und habe meine Unterstützung Israels seit 30 Jahren zum Ausdruck gebracht – aber niemals zuvor wurde ich gefragt: „Sind Sie Jude?“ Aber allein im letzten Jahr ist diese Frage – gewöhnlich als Vorwurf formuliert – mindestens 50-mal aufgetaucht – zusammen mit gedruckten oder elektronisch verbreiteten Beschimpfungen, die Herrn Goebbels stolz gemacht hätten.

Hier müssen wir offen sein: Die arabische Welt trägt einen großen Teil der Schuld für diesen neuen Hass. Islamische Vorurteile sind der Motor, der den europäischen Antisemitismus antreibt. Die staatseigenen Zeitungen in Ägypten und Saudi Arabien unterscheiden sich nicht von denen Deutschlands in den 1930-ern. Saudische Diplomaten und religiöse Prominenz äußern unentschuldbare Widerwärtigkeiten aus „Mein Kampf“ – das selbst ein Bestseller in Teilen der arabischen Welt ist. Die Wahrheit ist: Wären die Palästinenser in vier Kriegen angegriffen worden und hätten diese gegen die Israelis gewonnen und würden sie heute in der Situation sein, den Staat Israel besetzt zu haben, dann würde ein Großteil der Welt sagen: „Mögt ihr mehr Macht erhalten, denn ihr habe diese lästigen Juden geschlagen und ihr Land besetzt.“

5. Aristokratische Schuld und der Kult des Außenseiters

Mit wenig Gedanken über Hunger und Schinderei und mit weiter steigendem Appetit für Materielles haben viele Westler diese Verwöhnung durch den Wohlstand benutzt, genau die Kultur zu verdammen, die dieses gute Leben hervor bringt. Nihilismus, Zynismus und Sarkasmus sind die Symptome, die wir unter unserer gelangweilten und von Schuld geschüttelten Elite sehen, die die Kapitalisten, die ihren Wohlstand verwalten, genauso herab setzen wie die Arme und Rücken der angeblich groben Mittelklasse, die diesen schaffen.

Radikale Umweltschützer, romantische Multikulturalisten und autoritäre Utopisten spiegeln eine eher selbstgefällige Idealisierung der Benachteiligten und der Natur im Groben wider. Zentrum dieser Überzeugung ist die Identifizierung mit der vermeintlich antiwestlichen Welt der universell Unterdrückten – und mit wirklich allem und jedem der letzten drei Jahrzehnte, das gegen die Götzen der dominanten Kultur des westlichen industriellen Kapitalismus aufkam.

Daher sind es für einige im Westen nicht die Fakten der letzten 50 Jahre im Nahen Osten, die ihren Hass auf Israel steuern. Auch nicht der Reichtum der Araber und die geringe Zahl der Israelis, vielleicht auch nicht die Sorge um den Preis des Sprits für ihre Volvos und Geländewagen – auch nicht ihre Angst vor Bomben oder Krankheitserregern, oder Neid auf die Juden. Es ist vielmehr so, dass die Palästinenser schwach sind und die Israelis stark. Daher verdienen Herr Arafat und seine Handlanger – wie die Unmenge Benachteiligter in Amerika – den Status der Unangreifbaren als Geburtsrecht und erhalten einen Freibrief von den liberalen Zensur, Hass und Vorurteile zu äußern. Im Gegenzug wird von den Israelis – fast so wie den weißen, wohlhabenden Republikanern in Amerika – gesagt, dass sie nur stark und selbstsicher sind, weil sie Ausbeuter sind; deshalb werden sie kollektiv für die Unterdrückung und die Notlage ihrer seit langem leidenden „Opfer“ verantwortlich gemacht.

Teilweise marxistisch, teilweise ignorant und vor allem naiv sehen diese leidlosen und wohlhabenden europäischen und amerikanischen Linken ihre Solidarität mit den Palästinensern als unteilbar von ihren eigenen, verlegenen Persönlichkeiten an. Es ist einfach, billig – und sicher -, die Ungerechtigkeiten der Welt durch Märsche, Schreien und das Unterschreiben von Aufrufen richtig zu stellen, statt dadurch, dass man unter den „anderen“ lebt, sie heiratet, ihnen täglich begegnet oder ihnen materiell hilft. Das erstere kann innerhalb weniger Sekunden auf dem Campus, im Fernsehen oder in der Stadt erledigt werden – ohne jegliche echte Selbstprüfung in der Uni, den Medien oder der Regierung, was die eigene, materiell recht komfortable Existenz sichert.

Die Wahrheit ist, dass westliche Unterstützung oder Hass auf Israel uns zunehmend weit mehr über uns selbst sagt, als über die wirkliche Lage im Nahen Osten.

Antisemitismus in der Friedensbewegung

anonym, 6. Dezember 2001
(Bert Kilstein und Redaktion Radio Shalom bei Radio Dreyeckland Freiburg)

„Antisemitismus ist Sozialismus für Dumme“ – Karl Liebknecht

Wir sahen uns gezwungen, diesen Artikel zu schreiben, nachdem wir erfuhren, was während einer Freiburger Friedensdemo vorgefallen ist. Als eine Gruppe mit Transparenten mit der Aufschrift „Solidarität mit Israel“ sich an der Demo beteiligen wollte, wurden sie von Teilen der Demonstrierenden massiv angepöbelt. Es war die Rede von Israelis als „Rassisten“, den „Nazis von heute“ und von einer „jüdisch dominierten Presse“. Einzelne Demonstranten haben sogar versucht, die Transparente der Gruppe niederzureißen oder zu verdecken. So ist es kein Wunder, dass ein Passant sich ermuntert fühlte, die Gruppe als „Judenknechte“ zu beschimpfen. Kein einziger der in der Nähe stehenden Demonstranten besaß die Zivilcourage einzugreifen. Einige meinten: „Wir würden das so nicht formulieren, aber…“

Wie Teile der Freiburger Friedensbewegung dies formulieren, konnte man deutlich bei der nächsten Demo am Tag X nach Beginn der Bombardierung hören und lesen. Der erste Redner Christian Möller begann seine Rede, indem er von allen möglichen in Betracht kommenden „Kriegsverbrechern“ von Truman bis Bush unmissverständlich zwei mit jüdischer Herkunft zitierend hervorhob: Henry Kissinger und Madeleine Albright. Dieses antisemitische Instrumentarium, ausgewählte Zitate von Personen jüdischer Herkunft an erster Stelle anzuführen, ist ein bei Bedarf immer wiederkehrendes Mittel.

Schon vor Jahren wurde derselbe Christian Möller, als er bei Radio Dreyeckland Freiburg die Redaktionen von „Radio International“ koordiniert hat, von mehreren Radio Dreyeckland-Redakteuren mit dem Vorwurf des Antisemitismus konfrontiert. Auch spart er nicht mit Vorträgen über die Gruppe „2. Juni“, einer Berliner Organisation, die sich öffentlich gerühmt hat, Molotow-Cocktails gerade am 9. November auf eine Synagoge geworfen zu haben und die bei der Flugzeug-Entführung in Entebbe die Selektion von jüdischen Passagieren vorgenommen zu haben.

Standing Ovations sind anderen Rednern garantiert, sobald sie über „alttestamentarische“ Rache schwätzen oder den angeblich „terroristischen“ Staat Israel als Entlastungsmaterial für mordende und zerstörende Attentäter ins Feld führen. Peinlichst wird ausgespart, dass Israel seit langem Selbstmordattentaten auf zivile Einrichtungen und die gesamte Bevölkerung ausgesetzt ist.

Der erste Redner der Stuttgarter Friedensdemo, Jürgen Grässlin, begann seine Rede mit nichts Originellerem als der Frage, ob es zufällig sei, dass die Symbole des Kapitalismus und der Militärmacht getroffen wurden, um dann das gesamte Weltgeschehen seit Hiroshima in einer wirren Rede, gespickt mit antiamerikanischen Plattitüden, durcheinander zu bringen, ferner den betroffenen Amerikanern Beileid zu bekunden und Israel „terroristische Angriffe“ auf palästinensisches Territorium vorzuwerfen. Die nachfolgende Vertreterin der Gewerkschaft DAG / verdi beklagte in weinerlichem Ton, dass man in den arabischen Länder nun anfängt, die deutsche Flagge zusammen mit der amerikanischen und britischen zu verbrennen. Ein neuerlicher Beweis dafür, dass Teile der Friedensbewegung darauf aus sind, beste Beziehungen mit Diktaturen zu pflegen und zu erhalten, um bloß nicht in ihre Schusslinie zu geraten. Wo in dieser Frage der Unterschied zwischen Teilen der Friedensbewegung und den Positionen eines Jürgen W. Möllemann oder Horst Mahler liegt, ist nicht ersichtlich.

Und wie sieht es in anderen Städten aus? In Duisburg wurde ein proisraelischer Antifa-Linker von einem Mitglied der Gruppe „Rote Aktion“ ins Gesicht geschlagen, angespuckt und mit den Worten bedroht: „Wir kriegen dich noch!“, in einem Info-Laden in Berlin-Friedrichshain wurde ein junger Mann von einem der örtlichen Hausbesetzerszene Angehörenden ebenfalls ins Gesicht geschlagen und als „Zionistenschwein“ beschimpft. Er hatte im Kiez Plakate geklebt, die den Slogan „Lang lebe Israel!“ trugen. Während einer Demo in Düsseldorf wurde eine Gruppe angegriffen, die proisraelische Transparente mitgebracht hatte. Die Friedensdemonstranten haben die Transparente weggenommen, um sie dann am Rande der Demo öffentlich zu verbrennen. Von wem wohl haben sie solche Methoden abgeguckt?

Die Freiburger Gruppe SOFA schreibt: Antiamerikanismus und Antisemitismus sind aufs Engste verschwistert. Der islamische Fundamentalismus kämpft gegen den „großen und den kleinen Satan“, gegen USA und Israel gleichermaßen. Linke und Friedensbewegte bringen für beides herzlich viel Verständnis auf. „Ist es Zufall, dass Amerika getroffen wurde und nicht Deutschland?“ fragt ein nationalistisches Freiburger Friedensflugblatt und verweist unter anderem auf einen „Krieg“, den die USA in Palästina führten. „Linksruck“ verweist unisono auf die Unterstützung der USA für Israel, dessen Verteidigung gegen Selbstmordattentäter und andere bewaffnete Palästinenser als Massaker aus Jux und Dollerei dargestellt werden. Den gehobenen Bedarf bedient der Freiburger Soziologe Klaus Theweleit in der Zeitung zum Sonntag: Die Kräfte hinter den Anschlägen mag er nicht „völlig wahnsinnig“ finden, da es „Gründe für ihr Handeln gibt“ – das „Versagen“ der amerikanischen Nahost-Politik: „Der Gewaltseite der Israelis wurde freie Hand gelassen.“ Nach Theweleit sind die Israelis an ihren toten Zivilisten selbst schuld, und ebenso die USA an den ihrigen, da sie ihrer Aufsichtspflicht über die Juden nicht nachgekommen sind. Die Anschläge in den USA könnten sich daher noch als friedensstiftende Maßnahme erweisen: „Wird der Anschlag auf die Twin Towers und das Pentagon den Westen dazu bewegen, seine Politik zu ändern? Werden die USA Israel jetzt dazu zwingen (!), die besiedelten Gebiete freizugeben, um dort einen palästinensischen Staat einzurichten?“

Weil in Israel ein Bürgerkrieg herrscht, der maßgeblich von der palästinensischen Seite mit dem Abbruch der Friedensverhandlungen angezettelt wurde; weil palästinensische Selbstmordattentäter aus der Mitte der Gesellschaft unzählige Israelis umbrachten und dafür ganz genau einen „Grund“ haben: Hass auf alle Juden; weil es dem arabischen Antisemitismus nicht um eine andere Grenzziehung des israelischen Staates, sondern um seine Auslöschung geht – darum sind die Statements von Theweleit, Linksruck und Konsorten üble Rationalisierungen.

An dieser Stelle seien ein paar historische Eckpunkte für diejenigen genannt, die schon lange etwas über Israel wissen wollten, aber nie zu fragen wagten:

Die jüdische Emigration nach Palästina hat schon Ende des 19. Jahrhunderts angefangen, nachdem im zaristischen Russland etliche Pogrome durchgeführt wurden. Die Idee eines Judenstaates, die ursprünglich der jüdisch-deutsche Sozialist Moses Hess proklamierte, hat der Wiener Journalist Theodor Herzl weiterentwickelt. Er begann, sich diesem Thema zu widmen, nachdem er die Dreyfus-Affäre und antisemitische Ausschreitungen in Frankreich als Korrespondent verfolgte.

Die jüdischen Emigranten erwarben Land von arabischen Besitzern oder von den Behörden des Osmanischen Reiches, gründeten landwirtschaftliche Kooperativen, Kibbuzim, die weitgehend nach sozialistischen Grundsätzen geführt wurden. Die jüdischen Pioniere fanden meistens ein Stück Sumpfwüste vor, das sie mühsam in Ackerland verwandelten. Pogrome in Palästina fanden schon Mitte der 20er Jahre statt und haben zu mehreren hundert jüdischen Opfern geführt, worauf sich eine jüdische Selbstverteidigungsgruppe „Hagana“ bildete.

Während des II. Weltkriegs kollaborierte die arabische Führung mit den Nazis. Der Groß-mufti von Jerusalem verbündete sich mit Hitler, begrüßte die „Endlösung der Judenfrage“ und stellte eine muslimische SS-Division in Bosnien zusammen.

Einige Überlebende des Holocaust fanden mit Müh und Not ein Exil in Palästina. Nach dem II. Weltkrieg und angesichts der Shoa beschloss die UNO mit Stimmen der UdSSR, der USA und weiteren 30 Staaten die Teilung Palästinas in einen jüdischen und einen arabischen Staat. Am Tag der Unabhängigkeitserklärung Israels fielen fünf reguläre Armeen der arabischen Staaten in den jüdischen Teil unter der Parole „Alle Juden ins Meer werfen!“ ein. Dieses Motto gilt bis heute!!!

Der Neffe jenes germanophilen Großmuftis, nämlicher Jasser Arafat, verinnerlichte diese Philosophie in seinem antiisraelischen Kampf.

Es grenzt an ein Wunder, dass Israel angesichts der Überlegenheit des Feindes überlebte und die einzige Demokratie im Nahen Osten ist. „Nie wieder“ heißt die Losung, die Israel schon mehr als 50 Jahre auf seine Fahnen geschrieben hat. „Nie wieder Vernichtung des jüdischen Volkes“.

Man kann die gegenwärtige Politik der israelischen Regierung unterschiedlich bewerten, das Existenzrecht Israels jedoch zu verneinen und palästinensischen Terror zu rechtfertigen, ist hier in Deutschland geradezu pervers.

Selbst Radio Dreyeckland Freiburg wurde von antisemitischen Zwischenfällen nicht verschont. Die Redaktion „Knastfunk“ verlas unkommentiert und unreflektiert einen antisemitischen Artikel von Mumia Abu-Jamal, der auf der Parallelisierung von Israelis und Nazis basierte.

Die Redaktion Radio Shalom protestiert entschieden gegen antisemitische Auswüchse in der gegenwärtigen Friedensbewegung und möchte ihr folgende Fragen stellen:

Warum lebt die Friedensbewegung nicht auch, wenn Diktaturen im Namen des Islam ihr eigenes Volk und andere Staaten unterdrücken und angreifen? Z.B. Giftgaseinsätze Saddam Husseins gegen die kurdische Bevölkerung, Annexion Kuwaits und Abschuß von Scud-Raketen auf Israel, Verbrechen der Taliban an Frauen und ethnischen und religiösen Minderheiten, Verbrechen im Sudan, und und und.

Warum hat die Friedensbewegung kein Mitleid mit den Menschen, die unter diktatorischen und fundamentalistischen Regimen leben und ihre politische Meinung nicht frei äußern können?

Warum lebt die Friedensbewegung nur, wenn sie sieht, dass diese verbrecherischen Regimes von der restlichen Welt angeklagt werden?

Warum erkennt die Friedensbewegung nicht an, dass Deutschland leider nur durch Krieg von einem fanatischen, verbrecherischen und nach Welteroberung strebenden Diktator und seinen Anhängern befreit werden konnte?

Warum distanziert sich die Friedensbewegung nicht von Antisemitismus und seinen Trägern?

Propaganda aus dem arabischen Raum (3/3)

Syrien: „Hizbollah ist keine Terror-Organisation“ – (IMRA, 27.04.2003)

Bouthana Shaaban, Sprecherin des syrischen Außenministeriums, sagte heute gegenüber Fox News, dass Hizbollah „nie irgendwann auf Zivilisten in Israel gezielt“ habe und sie sei „keine Terror-Organisation“. Jonathan Peled, Sprecher des israelischen Außenministeriums sagte allerdings gegenüber Eli Stutz von Arutz-7, dass Shaaban in ihrer Darstellung der Fakten nicht ganz genau sei:
„Hizbollah ist eine Terror-Organisation und hat israelische Zivilisten angegriffen – in Israel wie im Ausland. 1992 sprengte sie die israelische Botschaft in Buenos Aires, wobei 29 Menschen umkamen. Sie haben Raketen über die Grenze auf israelische Orte geschossen und sind aktiv in palästinensischen Terror-Organisationen verwickelt, indem sie sie in der Ausführung von Anschlägen unterstützen. Syrien unterstützt die Hizbollah nicht nur, sie schützt sie auch noch aktiv.“

Vor gerade einmal 14 Monaten, am 12. März 2002, drangen zwei Hizbollah-Terroristen nach Nordisrael ein und schossen beim Kibbutz Metzubah auf vorbei fahrende Autos – und ermordeten fünf israelische Zivilisten und einen Soldaten.

Die arabischen Darstellungen der Vorgänge in und um Israel ist – sei es durch Regierungserklärungen oder aus der arabischen Presse – insofern sehr interessant, als diese nie unabhängig sind und offizielle Meinungen repräsentieren. So gesehen gibt es Grund, sich anzusehen, was dort zu sagen ist und wie der Nahost-Konflikt dargestellt wird.

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aus: arabicnews.com, 6.1.2003

Zwei palästinensische Operationen in Tel Aviv töten 23 Israelis, verwunden 80

Zwei Palästinenser führten gestern zwei Operationen in der Nähe einer Bushaltestelle im Zentrum von Tel Aviv aus, durch die 23 israelische Siedler getötet und 80 weitere verwundet wurden, von denen sich sieben in kritischem Zustand befinden.

Das israelische Radio sagte, dass zwei gewaltige Explosionen an zwei Kreuzungen statt fanden, nur 200 Meter voneinander entfernt, und in schweren Schäden resultierten, während das israelische Fernsehen sagte, dass nur eine Minute zwischen den beiden Explosionen lag…

Es ist schon sehr interessant, dass eine arabische Mediengesellschaft so falsche Angaben macht:
1. es wurden keine 23 Israelis getötet, sondern Israelis und nicht-Israelis (legale und illegale Gastarbeiter)
2. Menschen aus Tel Aviv sind also „Siedler“. Was sagt uns das bezüglich arabischer Ansichten zu möglichen Friedensaussichten mit Israel? Es kann uns nur eines sagen: Die Israelis müssen aus allen „besetzten Gebieten“ raus; Tel Aviv ist besetztes Gebiet; also muss Israel verschwinden. Wie viel Möglichkeiten einer friedlichen Einigung, außer des Verschwindens Israels, kann es unter solchen Umständen geben? Vor allem, da die Juden ja nicht freiwillig ins Meer gehen werden?

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aus Al-Akhbar (Ägypten), 22. November 2002: (Quelle: MEMRI)

Hintergrund: Am 21.11.02 sprengte ein palästinensischer Selbstmord-Bomber in Kiryat Menachem in (West-!) Jerusalem einen Bus der Linie 20 in die Luft. 11 Menschen starben, Dutzende wurden verletzt. Die Toten waren eine 48-jährige Frau mit ihrem 16-jährigen Sohn, zwei 13-jährige Schulkinder, eine 56-jährige Frau, drei weitere Frauen im Alter von 20, 32 und 46 Jahren und eine rumänische Touristin. Die Verletzten waren zum großen Teil Schulkinder und eine 22-jährige Schwangere mit ihren drei Kindern, die bereits zum zweiten Mal ein solches Attentat überlebte.

Schlagzeige: Die Operation in Jerusalem: Die einzige Antwort auf den israelischen Terrorismus
Aus dem Text: Diese Operation, bei der elf israelische Terroristen getötet und Dutzende verletzt wurden, hat eine Reihe von Gründen, deren erster der ist, dass diese Operation eine Konsequenz des mutigen Zuschlagens ist, vorbereitet von palästinensischen Märtyrer … in Hebron … wegen des Zustands von Wahnsinns, der die regierende israelische Bande übermannt hat, geführt von Ariel Sharon, der nur das Ziel hat, weiteres palästinensisches Blut zu vergießen, besonders das Blut von Kindern, Frauen, Alten und den mutigen Menschen des Widerstands. (Im Weiteren schreibt der Autor davon, die Aktion habe im „besetzten Jerusalem“ statt gefunden!)

Wer solche Tatsachenverzerrung von sich gibt, der kann keine Stimme sein, die etwas zum Frieden beizutragen hat. Das ist die Stimme der Hetze, Verleumdung, des Terrors und der Menschenverachtung. Gerade hat ein Terrorist genau solche Leute ermordet, auf die angeblich die Regierung Sharon zielt. Diese Ermordeten werden als Terroristen bezeichnet. Das ist die Wahrheit so vollkommen auf den Kopf gestellt, dass die Worte fehlen, dafür die richtige Bezeichnung zu finden – außer, man bedient sich dessen, was die Amerikaner „four-letter-words“ nennen.

Andere Zeitungen gehen in ihrer Verherrlichung des Mordes ähnlich weit. So schreibt Al-Gumhuriyya (22.11.02):
„Diese heroische, mutige Operation … die höchst ehrenhafte Mission“ und
„Es sind die Juden, die hinter allem Unheil stecken“ (daran Schuld sind)

Michael Widlanski von TheMediaLine berichtete in einem Gespräch mit IMRA, dass das palästinensische Radio „Voice of Palestine“ in seinen Nachrichten auch erst davon sprach, Kiryat Menachem liege im „besetzten Jerusalem“. Diese Bezeichnung wurde später fallen gelassen und durch „die Kolonie Kiryat Menachem“ ersetzt. Was ist das jetzt? Ausdruck der wahren Ziele (= Vernichtung Israels, weil ja alle Gebiete zwischen Jordan und Mittelmeer besetzt sind und von Juden gereinigt werden müssen)? Oder „nur“ bewusste Fehl-Information um Stimmung zu machen?

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aus Jordan Times, 26. August 2002:

In einem Artikel über die Sorgen, die Israels „Transfer-Politik“ betreffen, schreibt ein jordanischer Journalist (er ist besorgt, dass Jordanien Palästinenser aufnehmen muss, während Israel sie nach Gaza (!) abschiebt!):

1948 öffnete Jordanien seine Grenzen fliehenden Palästinensern als Ouvertüre dazu eine Union mit der Westbank zu schmieden, aber das Königreich schloss sich gegenüber den besetzten Gebieten Palästinas ab, nachdem Israel gegründet wurde.

Das ist interessant:
Sollte der Autor die „Westbank“ meinen, dann lügt er, denn Jordanien annektierte diese.
So meint er also das Staatsgebiet Israels, wenn er von „besetzten Gebieten Palästinas“ schreibt. Soweit zum Verständnis besetzter Gebiete und dem was „befreit“ werden muss.

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aus Al Ahram, Ausgabe vom 22.-28.082002:

„Israel ist eine Fälschung der großen westlichen, imperialistischen Mächte, ursprünglich Großbritanniens und danach der USA. Es ist kein Werk des Zionismus, der nur Insturment der verschiedenen imperialistischen Systeme war, die den Nahen Osten wegen seiner geopolitischen Lage kontrollieren wollten…“

Na Klasse, warum regt ihr Araber dann so sehr über die Zionisten auf?
Übrigens: Jordanien ist das Paradebeispiel für die Werke der imperialistischen Mächte – es wurde ausschließlich aus dem Willen Großbritanniens heraus geschaffen, das einem eifersüchtigen Haschemiten-Prinzen einen Gefallen tat – unter Biegung der Regeln und ohne Zustimmung des Völkerbundes! Wie wäre es, wenn ihr da genauso böse reagieren würdet?
Allerdings solltet ihr Araber euch auch vor Augen halten, damit ihr die Geschichte nicht wieder einmal falsch darstellt: Alle imperialistischen Zentren in England und den USA waren GEGEN die Gründung von Israel. Die entschiedene Opposition in den USA kam aus dem Außenministerium, dem Verteidigungsministerium, von den großen Ölgesellschaften und den internationalen Banken (ein Wunder, dass die USA für den Teilungsplan stimmten). Die Engländer enthielten sich der Stimme. Sie trugen nicht zur Staatsgründung bei, sondern taten alles in ihrer Macht stehende, damit die Araber den Juden überlegen waren, als es dann zur Staatsgründung und dem arabischen Vernichtungskrieg kam.

…Es war das ethische Recht der Araber, das Prinzip der Teilung abzulehnen… ob die Ablehnung der Teilung die taktisch effizienteste Wahl war, ist diskutabel. Natürlich half es den fremden Siedlern ihren aggressiven, expansionistischen Krieg als „defenisive“ Maßnahme darzustellen.
Dass die Araber „die Juden ins Meer treiben“ und „die Juden vernichten“ wollten und dass die Armeen von sieben Staaten losmarschierten, war also nicht der Grund, dass es den Krieg gab, sondern jüdische Aggression!

Die imperialistischen USA sicherten wiederholt den „Schutz Israels“. Der Krieg von 1967 wurde 1965 in Washington geplant. Sein Ziel war die Zerstörung der Versuchs Nassers zu einer unabhängigen Entwicklung.
Genau: Die USA haben Ägypten dazu veranlasst, die Straße von Tiran zu sperren, die UNO (fast alles US-Truppen) aus dem Sinai auszuweisen und das massiv sowjetisch aufgerüstete ägyptische, syrische sowie das jordanische Militär an den 1949-er Waffenstillstandslinien auffahren zu lassen. Die USA haben die Hetz- und Vernichtungsparolen Nassers und der Syrer gesteuert, damit Israel sich bedroht fühlte, obwohl es gar nicht bedroht wurde.

… Diese Politik [heplev: der „ethnischen Säuberungen“] begann früh, mit den Massakern von Deir Yassin (1948), Tantura und anderen, gefolgt bei der Massenausweisung von hunderttausenden von Palästinensern, denen Israel das im internationalen Recht geheiligte Rückkehrrecht verweigert… Es gibt keine Impfung, die verhindert, dass die Opfer im Gegenzug zu Schlächtern werden. Von Deir Yassin bis Jenin gibt es fortgesetzte Massaker.
Ja, bitte weiter mit den Geschichtsfälschungen und den Lügen: Deir Yassin u.a. waren Kampfzonen, in denen die arabischen Armeen mehr Tote verursachten als die Israelis. Das als Massaker zu bezeichnen, entlarvt die arabische Verdrehung von Tatsachen: Die Masskrierenden waren dann wohl eher die Araber.
„Massenausweisung“? Rund 95% der arabischen „Flüchtlinge“ haben einen bewaffneten Israeli nicht einmal gesehen! Sie folgten den Anweisungen, dem Drängen und dem Drohen der arabischen Kriegstreiber, die ihnen sagten: Unsere Bomben können nicht unterscheiden zwischen Juden und Arabern; in ein paar Tagen könnt ihr zurück in eure Häuser; wer nicht geht, ist ein Verräter an der arabischen Sache und wird entsprechend behandelt. Wer hat hier ausgewiesen?
O ja, das Massaker von Jenin! Wie viele Lügen sollen uns eigentlich noch aufgetischt werden? Ach so, die Leser sind ja Araber, die glauben das leider alles. Und damit hat wieder einmal Israel für den Hass gesorgt, hat es doch die Unverschämtheit, zu existieren. Die Hass-Propaganda ist Israels Schuld!

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Jordan Times, 24.07.2002
Hassan Abu Nimah, ehemaliger jordanischer UN-Botschafter in einem Artikel über die UNO:

„… Resolution 181, die die Teilung Palästinas und die Errichtung zweier Staaten (einer arabisch, einer jüdisch) vorsah, endete mit der Schaffung nur eines jüdischen Staates, der nicht nur die 56,47% von Palästina besetzte, die der Teilungsplan vorsah, sondern den Anteil durch militärische Eroberung und Terrorismus gegen die örtlichen Palästinenser auf 78% ausdehnte, darunter den größten Teil Jerusalems, das nach Resolution 181 eine besondere, internationalisierte Zone sein sollte…“

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Die Araber lehnten unisono die Teilung (Rest!-)Palästinas (westlich des Jordans) ab. Sie begannen einen Krieg zur Vernichtung der Juden. Sie waren unter keinen Umständen bereit, einen jüdischen Staat zuzulassen, geschweige denn eine Teilung „Palästinas“. Sie waren noch nicht einmal bereit, einen arabisch-„palästinensischen“ Staat zu gründen, sondern Ägypten und Transjordanien annektierten Samaria, Judäa und den Gazastreifen. Israel konnte nur überleben, weil es den Verteidigungskrieg gewann. Es konnte keine territorialen Zugeständnisse machen, weil 1.) kein Staat auf dem dafür vorgesehenen Gebiet gegründet wurde und 2.) kein arabischer Staat auch nur den Hauch einer Möglichkeit für eine Friedensregelung erkennen ließ (sondern ganz im Gegenteil!).

Und jetzt geht dieser „Diplomat“ hin und macht die UNO dafür verantwortlich, dass die Zweistaaten-Lösung nicht umgesetzt wurde! Gibt es wirklich etwas Lächerlicheres als diese arabischen Lügen?
Ich wette, es gibt wieder einige Ahnungslose hier bei uns, die dieser Geschichtsverfälschung auch noch folgen werden und sie öffentlich vertreten!

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Jordan Times am 07.07.2002 zum Anschlag auf den El Al-Schalter in Los Angeles:

Zur Klärung: Am 4.7.02 ging ein Ägypter, Hesham Muhammad Ali Hadayet, der seit 1992 in den USA lebte, auf den El Al-Schalter am Los Angeles International Airport zu und schoss um sich. Er tötete zwei Menschen und verletzte mehrere andere, bevor ein El Al-Sicherheitsmann ihn erschoss. Das FBI will nicht von einem Terroranschlag wissen, Israel spricht von Terror. Es gibt Hinweise darauf, dass der Mann islamistischem Gedankengut mehr als nahe stand (Aussagen seiner Nachbarn und ehemaligen Arbeitskollegen). Die arabische Presse sieht das anders. In der Jordan Times stand:

„Ägyptische Sicherheitskreise bestätigten…, dass der Vorfall aufgrund finanzieller Probleme mit El Al stattfand“, sagte sein Cousin Emad Al Omda gegenüber AFP.
Omda sagte, dass die israelische Fluglinie mit der Zahlung für zwei Limousinen im Rückstand war, die sie von Hadayets Firma gemietet hatte.
Klasse – das ist Grund genug um Menschen umzubringen? In was für einer Kultur leben diese Leute?

„Wir sind sicher, dass er keine Verbindung zu extremistischen Organisationen hatte. Er ist ein gottesfürchtiger Muslim, aber er ist keinesfalls ein Extremist. Beleg dafür ist, dass er mit der israelischen Firma El Al zu arbeiten bereit war“, sagte Omada.
Für Israelis zu arbeiten scheint für Araber nie ein Problem gewesen zu sein. Und wir haben eine Menge „extremistischen Verhaltens“ dort beobachten können. Eine ganze Reihe von Morden an Israelis waren nur möglich, weil diese ihren palästinensischen Arbeitskräften vertrauten!

In der Zwischenzeit drückte der ägyptische Außenminister Ahmad Mahr Bestürzung über das aus, was er die „übertrieben Aufmerksamkeit“ nannte, die dem Schusswechsel gegeben wird.
„Solche Vorfälle gibt es in den USA und dem Rest der Welt regelmäßig“, sagte er Reportern. „Wir müssen das Ende der Untersuchungen abwarten, bis wir einen Kommentar geben.“
Als wenn das nicht schon Kommentar genug gewesen wäre! Aber einer, der die ganze Vorurteils-Lawine des Ägypters gegenüber den USA verdeutlicht!

„Wir sind in Kontakt mit dem Außenministerium um seine Leiche heim zu holen. Aber wir wollen, dass zuerst die Wahrheit klar gestellt wird, denn wir sind sicher, dass er kein Mörder sein kann“, sagte Omada.
Mal abgesehen davon, dass Familienmitglieder grundsätzlich etwas Probleme haben, solchen Tatsachen ins Gesicht zu sehen: Der ganze Tenor des Artikels nimmt Partei für den Mörder und will ihn von Schuld möglichst befreien. Was ist das für eine Sichtweise? Was ist das für ein Verständnis von Menschlichkeit, wenn ein Mörder nicht mehr Mörder genannt werden soll; wenn leichte finanzielle Auseinandersetzungen als Rechtfertigung für Mord herhalten dürfen?
Ich habe ein Befürchtung: dass das repräsentativ für arabische Wertevorstellungen und arabisches Verhalten ist!

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Al-Ahram (ägyptische Wochenzeitung) in der Woche vom 18.-24. April 2002:

Amerikanischer und israelische Druck auf Arafat hat zu einer Stellungnahme der Palästinensischen Autonomiebehörde geführt, in der Selbstmordangriffe auf Zivilisten in Israel verurteilt werden. Das ist ein großer Rückschlag.

Wenn das die Meinung der Zeitung ist, dann ist sie FÜR Terrorismus. Dann kann man – da die Zeitung unter Kontrolle der Regierung steht – auch davon ausgehen, dass die ägyptische Regierung den Terrorismus gegen Israel unterstützt. Es wird für das Recht auf Terror durch die PLO plädiert. Aber wehe, die Israelis wehren sich! Wer verliert hier eigentlich das Maß?

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Syrische Nachrichtenagentur: 14 Siedler getötet

  1. März – SANA – Fortgesetzter israelischer Blitzkrieg und Aggressionen

    Früher am Tag wurden Dutzende Palästinenser von israelischen Besatzungstruppen getötet und verwundet, hunderte gefangen genommen und 14 israelische Siedler – mindestens – getötet und weitere 25 bei einem Selbstmordangriff in Jaffa verwundet.

Abgesehen davon, dass der Anschlag in Haifa stattfand und nicht in Jaffa: Laut der syrischen Nachrichtenagentur SANA sind also auch diejenigen Israelis Siedler (= jüdische Verbrecher, die widerrechtlich auf arabischem Land siedeln), die innerhalb der Grenzen von 1967 leben – so viel dazu, wie ernst der saudische „Friedensplan“ zu nehmen ist, den die Arabische Liga gerade erst beschlossen hat!

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Aus einer Erklärung der Präsidenten Mubarak und Assad vom 20.03.2002 (SANA):

… Die Präsidenten Assad und Mubarak riefen Israel auf, all seine unterdrückerischen Praktiken zu stoppen, einschließlich der Terrorisierung der Palästinenser und das ihnen auferlegte Verbot, der Besatzung zu widerstehen…
Mit anderen Worten: Der Ägypter und der Syrer verlangen von Israel, sich dem Terror zu ergeben und sich auf keinen Fall dagegen zu wehren!

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Jordan Times, 10.03.2002: „Jordanien verurteilt die israelische Eskalation“

„Amman – Die Regierung verurteilte Freitag scharf die israelische militärische Eskalation, durch die mehr als Palästinenser umkamen…“
„…diese Politik der Ermordung und Zerstörung gegen wehrlose palästinensische Zivilisten, der Wiederbesetzung palästinensischer Städte und Lager wird keinen Frieden und Sicherheit bringen.“…
Die Jordan Times wie auch die jordanische Regierung verschweigen geflissentlich, dass die toten Palästinenser fast ausschließlich bewaffnete Kämpfer waren – nach der Genfer Konvention damit ausdrücklich keine Zivilisten mehr! (Der ganz normale Menschenverstand sagt doch auch schon, dass einer, der mit Waffen gegen Soldaten vorgeht, dabei vermutlich auch umkommen kann.)
Die Lüge, Israel schlachte wehrlose Zivilisten ab, wird im arabischen Raum bewusst gepflegt – aber sollte der Westen auch darauf herein fallen?

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Ibrahim Nafie, Chef der ägyptischen Wochenzeitschrift Al-Ahram und der Lieblings-Journalist von Hosni Mubarak, in der Ausgabe vom 27.12.01:

„…von Arafat zu verlangen, dass er die Intifada stoppt, widerspricht bestehenden Prinzipien des internationalen Rechts.“
Da frage ich mich, wo im internationalen Recht steht, dass Mord und Totschlag, „Kampfhandlungen“, Terror, usw. fortgeführt werden müssen, wenn die Möglichkeit einer Einigung durch Verhandlungen gegeben ist – wozu in allen anderen Konflikten von den internationalen Gremien aufgerufen und entsprechend Druck ausgeübt wird!

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Syrische Nachrichtenagentur SANA (23.12.2001) zum Besuch des chinesischen Außenministers:

„Der chinesische Minister besuchte die befreite Stadt Quneitra, wo er über die Zerstörung der Stadt vor dem israelischen Rückzug im Befreiungskrieg von 1973 informiert wurde.“
Die Lügen in diesem kleinen Abschnitt:
1.) Die Stadt wurde nicht befreit, sie wurde von den Israelis freiwillig im Rahmen einer UN-Regelung geräumt.
2.) Die Stadt wurde nicht von Israel vor dem Abzug zerstört, sie wurde durch die Kämpfe zwischen der israelischen und der syrischen Armee (beim Vorgehen Israels gegen die den syrischen Angriffskrieg) zerstört. Die Syrer habe sie seit 1973 wieder – warum haben sie sie nicht aufgebaut, sondern weiter verfallen lassen? (Rhetorische Frage!)
3.) Der Krieg von 1973 war kein Befreiungskrieg, sondern ein Aggressionskrieg der Ägypter und Syrer, die keinen Frieden schließen wollten. Syrien hätte den Golan nach 1967 im Zuge einer Friedensregelung zurück bekommen können.

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Jordan Times, 5.12.2001

„Israel tötet tausende von Kindern, Frauen und jungen Männern, ermordet Palästinenser und zerstört die Infrastruktur der Autonomiebehörde“, sagte Al-Watan aus Saudi Arabien.
Dazu sollte wohl noch gesagt werden, dass nach den massiven Selbstmord-Attentaten in Jerusalem und Haifa, gerade mal zwei Palästinenser durch die folgenden israelischen Luftangriffe (auf die sich Al-Watan bezieht) getötet wurden!

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Al Ahram – ägyptische Wochenzeitschrift, 6.12.2001

Der israelische Premierminister hat kein Programm zur Erzielung einer politischen Lösung. Er hat ein militärisches Programm, den Gebrauch von übermäßiger Gewalt um die Intifada zu unterdrücken und seine Bedingungen dem palästinensischen Volk aufzuzwingen. Sharons größte Sorge ist, dass die sieben Tage Ruhe, die er verlangt, tatsächlich stattfinden könnten.
Warum geht Arafat dann nicht hin und tut genau das, was angeblich Sharons größtes Problem ist? Damit würde er ihn ja mit seinen eigenen Mitteln schlagen! Aber diese Lösung ist Arafat zu einfach und zu wenig kriegerisch!

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Al-‚Usbu‘ Al-Adabi (Wochenmagazin der Syrischen Schrifsteller-Vereinigung), 1. Januar 2000:
(Der Name „Israel“ wird nicht einmal erwähnt, weil man die Existenz auch des letzten Quadratzentimeters eines jüdischen Staates für illegal hält und zerstören will.)

„Sogar der ägyptische Boden ist nicht sicher vor dem satanischen Krieg, der vom Zionismus geführt wird. Zehntausende Tonnen Samen wurden durch landwirtschaftliche Abkommen mit dem zionistischen Gebilde geschickt. Diese Samen zerstörten den ägyptischen Boden, indem sie einen Teil von ihm unfruchtbar machten.“
Kann man dazu noch etwas sagen? So hysterisch und fanatisch, derart hasserfüllt kann nur sein, wer nichts anderes will als eins: Hassen bis zum Tod! Keine Chance für Verstand! Und vor allem: Keine Chance auf Frieden!

Grundsätzliches von der Hisbollah

Melanie Phillips zitiert Hassan Nasrallah (Artikel vom 03.08.2006):
„Wenn wir die gesamte Welt nach einer Person suchen, die feiger, verachtenswerter, schwächer und kläglicher in ihrer Psyche, Geist, Ideologie und Religion ist, würden wir niemanden wie den Juden finden. Aufmerken: Ich sage nicht: den Israeli.“


TheMediaLine berichtet am 11.08.2003:
Hizbullah TV redet vom Tod eines Siedlers…

Hisbollahs Al-Manar Television berichtete von der gestrigen Tötung des 16-jährigen Haviv Dadon als dem Tod „eines Siedlers“. Schlomi, wo die Rakete einschlug, liegt nach jeglichem internationalen Statut in keinem besetzten Gebiet. Die Al-Manar-Nachrichten bezogen nannten auch „die 1948 besetzten Gebiete“, mit anderen Worten: Sie legen nahe, dass das Land, das durch die UNO für die Gründung des Staates Israel vorgesehen wurde, illegal übergeben wurde – was keine internationale Körperschaft je behauptet hat.


Newsletter der israelischen Botschaft in Deutschland vom 27.06.2003:
NASRALLAH: ISRAEL HAT KEIN RECHT ZU EXISTIEREN

Der Generalsekretär der Hisbollah Hassan Nasrallah hat wiederholt erklärt, dass seine Organisation das Existenzrecht des Staates Israel nicht anerkenne, sondern nur einen einzigen Staat, der sich vom Mittelmeer bis zum Jordan erstrecke und in dem Moslems, Christen und Juden leben werden und dessen Charakter von der Mehrheit der in diesem Staat lebenden Menschen bestimmt werde. In einem Interview mit einer brasilianischen Zeitung (22.06.) behauptete Nasrallah, der Grund für das Bestehen der Hisbollah sei die Verteidigung des Libanon.

Selbst wenn Israel die „Sheba Farmen“ aufgäbe, bestünden noch immer einige Probleme, um welche sich die Hisbollah zu kümmern habe, z.B. die libanesischen Gefangenen in Israel, die palästinensischen Flüchtlinge, „die tagtäglichen israelischen Ausschreitungen“, die politische Unabhängigkeit des Libanon und die Auseinandersetzungen um die Quellen des Wazani-Flusses.

Nasrallah betonte den politischen und gesellschaftlichen Beitrag der Organisation und machte deutlich, dass die Errichtung einer islamischen Republik in einem Staat wie dem Libanon nicht durchführbar sei (SIBF, 22.06.).

Die Hisbollah lehnt die Vorstellung einer syrisch-libanesischen Road Map (ergänzende Road Map zu derjenigen mit den Palästinensern) ab und betrachtet den bewaffneten Kampf als einziges Mittel. So auch George Nagam, ein Fraktionsmitglied der Hisbollah im libanesischen Parlament, der eben diese Idee einer syrisch-libanesischen Road Map zur Lösung des Konflikts mit Israel ablehnt, – einer Idee, die von der Regierung in Beirut befürwortet wird.

Nagam sagte, dass Widerstand der einzige Weg sei, um „alle Rechte und besetzten Landstriche zurückzuerlangen“ (Radio Nur, 24.06.).