Antisemiten und Israelkritiker führen neuen Propagandatrick ein

Mitchell Bard, The Algemeiner, 13. Juni 2019

Ein Luftbild des Tempelbergs in der Altstadt von Jerusalem. Foto: Wikimedia Commons

Die Kampagne zur Dämonisierung Israels und des jüdischen Volks ist nicht neu. Und Ehre, wem Ehre gebührt: Die Verleumder Israels und die Antisemiten haben einigen Erfolg gehabt sich Begriffe anzueignen, die von Juden und Israelunterstützern verwendet werden, wodurch sie Sprache gebrauchen, um die Realität zu verzerren und Formeln einzuführen, die Einseitigkeit gegen Israel schaffen.

Die Propagandisten haben jetzt einen neuen Ansatz angeführt – die Beschuldigung der Aufstachelung zu Gewalt – die sie ebenfalls von ihren Gegnern gelernt haben.

Um ein Beispiel für die Aneignung zu geben: Die Palästinenser bezeichnen jetzt diejenigen, die außerhalb Palästinas wohnen, als die „Diaspora“. Im Fall des jüdischen Volks war die Diaspora das Ergebnis der Exilierung aus ihrer Heimat Eretz Yisrael und der Vertreibung aus vielen ihrer angenommenen Heimatländer.

Derweil lebt die überwiegende Mehrheit der Palästinenser in „Palästina“, zumeist in ihren ursprünglichen Häusern. Eine Hand voll wurden vertrieben, aber die Mehrheit bleibt im selbstgesetzten Exil oder werden von ihren arabischen Brüdern verfolgt. Nahezulegen, es gäbe eine palästinensische Diaspora, ist ein Versuch ihre Notlage mit der der Juden gleichzusetzen.

Verweise auf „Islamophobie“ sollen dem dienen, was Propagandisten als Folge des Antisemitismus betrachten. Sie sind überzeugt, dass Juden Opponenten dadurch zum Schweigen bringen, dass sie sie des Antisemitismus beschuldigen und sie hoffen das muslimische Äquivalent werde muslimische Antisemiten schützen und Kritik am radikalen Islam und muslimischen Terroristen eliminieren.

Der größte Erfolg der Propagandisten dürfte darin liegen, dass sie die Medien und die internationale Gemeinschaft überzeugten den herabsetzenden Sprachgebrauch zu verwenden, der Israel in die Defensive drängte, indem die Geschichte, das Recht und die Politik gefälscht oder schief gestellt wurden. Darüber haben wir z.B. den Mythos der Vertreibung der palästinensischen Flüchtlinge, die orwellschen Angriffe auf Israel in der UNO und die Gleichsetzung israelischen Handelns mit der Apartheid in Südafrika.

Die uralten Regionen Judäa und Samaria sind in Orientierungspunkte bezüglich des Flusses Jordan verwandelt worden. Sie die „Westbank“ zu nennen soll ihre jüdische Geschichte und Charakter auslöschen.

„Siedler“ und „Siedlungen“ sind Begriffe, die auf Kolonisten und Usurpatoren angewendet werden. Denken Sie daran, wie anders der Eindruck wäre, wenn sie akkurater „israelische Bürger“ und „jüdische Gemeinden“ genannt würden.

Der vielleicht größte Propagandasieg ist „besetzte Gebiete“ gewesen. Israel „besetzt“ kein Territorium, das einst einem Palästinenserstaat gehörte. Der korrekte Begriff lautet „umstritten“. Das Büro für Menschenrechte des US-Außenministeriums hat endlich den Sachverhalt richtig gestellt, indem der Begriff aus dem jährlichen Bericht über die Region abgeschafft wurde.

Die Medien sind an der Übernahme dieses Sprachgebrauchs mitschuldig gewesen und sind weiter gegangen, indem sie das Wort „Terrorist“ für palästinensische Mörder scheuen. Für einen Großteil der Presse ist ein Mörder von Kindern in den USA ein Terrorist, aber ein Selbstmordbomber, der in Israel Kinder in die Luft jagt, ist ein „Militanter“. Al-Qaida ist eine Terrororganisation; die Hamas ist eine „Miliz“.

Dann haben wir natürlich die Taktik der „Großen Lüge“: Wenn du eine ungeheuerliche Lüge nur oft genug wiederholst, werden die Leute sie als Wahrheit akzeptieren. Beispiele dafür sind die Gleichsetzung von Israelis mit Nazis (ebenfalls eine Technik aus Opfern Täter zu machen) und Israel der „ethnischen Säuberung“ zu beschuldigen.

Die antiisraelischen Propagandisten gewinnen nicht immer. Israel ist zum Beispiel erfolgreicher darin gewesen seine Barriere als „Sicherheitszaun“ zu bezeichnen als die Gegner, die ihn als „Aparthiedmauer“ hinstellen. Pro-israelische Aktivisten sind erfolgreicher darin die Kampagne Boykott, De-Investitionen und Sanktionen (BDS) wahrheitsgemäß als antisemitisch zu definieren.

Juden und Israelis erkannten den Einfluss einiger der erwähnten Propaganda nicht oder verfehlten es sie zu schwächen; so sind sie gezwungen gewesen sie selbst zu übernehmen. Die Verwendung des Begriffs „Westbank“ ist alltäglich, selbst wenn wir es besser wissen, denn die Verleumder haben diejenigen, die „Judäa und Samaria“ sagen, erfolgreich als Extremisten hinstellen können, die gegen Frieden sind und ein „Großisrael“ anstreben.

Regelmäßig gerate ich in Streit mit Juden, die die Uhr zurückdrehen wollen. Sie glauben, wenn wir hart bleiben, können wir die rhetorisch die Oberhand behalten. Leider können wir verlorene Schlachten nicht neu kämpfen. Das Ziel besteht jetzt darin Israels Gegner und die Antisemiten daran zu hindern die zukünftige Diskussion durch Manipulation der Sprache zu formen.

Das bringt mich zur jüngsten Propagandazeile, die Israels Unterstützer nachahmt, die die Palästinenser in die Defensive gedrängt haben, indem sie dokumentierten, wie Palästinenser über die Medien, das Bildungssystem und öffentliche Politik (z.B. „Entlohnung für Mord“) zu Gewalt aufstacheln.

Diejenigen, die Israels Gegner und die Antisemiten schützen wollen, haben angefangen Kritiker – ohne Belege – zu beschuldigen, sie stachelten zu Gewalt auf und brächten Leben in Gefahr. Diese Taktik wurde eingeführt, nachdem die Abgeordnete Ilhan Omar (Demokraten, Minnesota) im März ihre antisemitischen Äußerungen machte. Senatorin Kirsten Gillibrand (Demokratin, New York) zum Beispiel gab zu, dass Omar antisemitische Sprachbilder verwendet haben könnte, verurteilte aber die Republikaner, sie würden „zu Gewalt aufrufen“.

Ein paar Wochen später, nachdem Omars Kommentar „irgendwelche Leute machten irgendwas“ zum 9/11 einen Aufschrei ausgelöst hatte, beschuldigte sie ihre Kritiker, sie würden „gefährliche Hetze“ betreiben. Senator Elizabeth Warren (Demokraten, Massachusetts) verteidigte sie und beschuldigte Trump „zu Gewalt gegen eine im Amt befindliche Kongressabgeordnete anzustacheln“, als er sie verurteilte.

Nachdem der Abgeordnete Lee Zeldin (Republikaner, New York) über die Bildung eines überparteilichen Kongressausschusses aus Schwarzen und Juden twitterte, lautete Linda Sarsours Antwort: „Unterdessen schießt ihr gegen die schwarze, muslimische Abgeordnete und palästinensisch-muslimische Abgeordnete und bringt ihr Leben in Gefahr“.

Rabbi Shmuley Boteach schaltete eine ganzseitige Anzeige in der New York Times, die den trügerischen Schein des Kommentars der Abgeordneten Rashida Tlaib (Demokraten, Minnesota) aufzeigte, die Palästinenser hätten ihr Land, ihre Würde und ihr Leben verloren – „im Namen des Versuchs nach dem Holocaust eine sicher Zuflucht für die Juden zu schaffen“. Vorhersagbar folgte ein Aufschrei, bei dem die üblichen Verdächtigen Tlaib verteidigten. Einer der hasserfülltesten Kritiker Israels, James Zogby, twitterte:

Das ist ein verlogener und gefährlicher Angriff auf Rashida Tlaib durch den Rechtsextremen Shmuley Boteach. Er schleust schmutziges Geld in Attacken wie Anzeigen wie diese, die die Wahrheit verzerren und das Leben von Menschen in Gefahr bringen. Das ist keine Anzeige, das ist Hetze. Schande über die New York Times dafür, dass sie sie brachte. Hände weg von Rashida.

Jeder, der es wagt Antisemiten zu kritisieren, kann jetzt davon ausgehen, dass ihm Aufstachelung zu Gewalt vorgeworfen wird. Es ist besonders alarmierend zu sehen, dass politische Persönlichkeiten diese üble Taktik anwenden, die es besser wissen müssten. Es ist eine der verachtenswertesten Strategien, die von antiisraelischen, antijüdischen Propagandisten übernommen wurden und es darf nicht zugelassen werden, dass sie die Norm wird, um Kritiker zum Schweigen zu bringen.

Todenhöfer verdirbt Palliwood-Propaganda-Szene

Der berüchtigte Israelfreund Jürgen Todenhöfer, Spitzename Herr Hodentöter, war mal wieder im Gazastreifen aktiv. Dort gerierte er sich als jemand, der für die volle Souveränität Israels ist, „aber“… Dazu hielt er ein Schild hoch, das einen Appell an Israel enthielt. Die Einzelheiten kann man bei ihm auf Facebook suchen oder hier (Ulrich Sahm berichtete für n-tv) ansehen.

Der Mann hat sich ganz wagemutig dem Grenzzaun genähert, seine große Sorge zum Ausdruck gebracht, dass er die Israelis nicht provozieren will und trotzdem alles gefährlich ist. Er erzählte von Schüssen (die nicht zu hören waren). Dann ging er wieder ein paar Schritte zurück und sagte, dort, wo er eben gestanden habe, seien Gasgranaten hingeschossen worden. War ein paar Meter weiter, aber was soll’s. Und „Gasgranaten“ hört sich schön nach Giftgas-Kriegsführung an, nicht nach Tränengas.

Und dann bekommt er was ab. Hat er sich doch sicher gewünscht. Jedenfalls, wenn es so harmlos ist, wie er im Video sagt.

Auf Facebook jammert er, dass ihn ein israelisches Gummigeschoss getroffen habe. Ulrich Sahm hat sich das Video mal genauer angesehen und festgestellt, dass ein dosenartiges Objekt geflogen kam. Und das auch noch von seitlich. (Hat n-tv natürlich nicht, das muss man auf Facebook nachsehen.)

Screenshots:

Wie auch immer, etwas hat ihn da wohl erwischt. Und sofort sind die Pallywood-Sanis da und wollen eine große Show draus machen. Was der Hodentöter aber nicht begreift. Er hält das für echte Sorge und erklärt ihnen, dass ihm nichts passiert ist: „Alles in Ordnung, mir fehlt nichts.“

Da konnten sich die beflissenen Show-Helferlein noch so sehr bemühen, der seltsame alte, weiße Mann ließ sich nicht behandeln. Aller Kamera-Aktivismus umsonst. Keine Pallywood-Verletztenproduktion, mit der man schöne Propaganda machen kann. Nicht so, wie vor fast fünf Jahren, als er fotogen und propagandagewaltig mit nagelneuem, gezielt platzierten Spielzeug in Ruinen posierte. Hier war das spontan, nicht abgesprochen, nicht geplant. Und schon funktioniert das Ganze nicht so, wie die Pallywooder sich das vorstellten. Dafür ist der Hodentöter denn dann doch zu doof. Und vermasselt den Propagandisten ihren Einsatz.

Der Dussel hat es nicht begriffen: Am Gaza-Grenzzaun geht es nicht um Freiheit oder Selbstbestimmung, es geht einzig darum Propagandamunition gegen Israel zu schaffen. Das hat er ihnen vermasselt.

Hoffentlich sind sie ihm nicht allzu böse. Nicht, dass sie ihn jetzt nicht mehr reinlassen…

Hass-Karikaturen in wichtigen antiisraelischen Medien

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor; auf Englisch veröffentlicht bei BESA, 4. Mai 2019)

Für Auslandsmedien, die regelmäßig gegen Israel aufstacheln, ist es oft wahrscheinlich, dass sie in die Veröffentlichung antisemitischer Karikaturen abgleiten. Eine aktuelle antisemitische Karikatur in der New York Times ist ein solcher Fall. Am 25 April entmenschlichte die internationale Ausgabe der Zeitung den israelischen Premierminister Benjamin Netanyahu, indem sie ihn in einer Karikatur als Hund zeigte.[1] Juden als Tiere darzustellen ist ein klassisches Motiv des Antisemitismus. Die Leitung der Zeitung machte für die Veröffentlichung einen einzelnen Redakteur verantwortlich. Zusätzlich hätte es jedoch ein Eingeständnis geben müssen, dass das kulturelle und politische Umfeld bei der New York Times das Vergehen dieses Redakteurs möglich machte.

Es gibt verschiedene große Medien in zahlreichen Ländern, die oft gegen Israel gehetzt haben und ebenfalls antisemitische Karikaturen veröffentlichten. 2003 brachte die britische Tageszeitung The Independent eine Karikatur von Dave Brown, die den damaligen israelischen Premierminister Ariel Sharon als Kinderfresser darstellte, eine neue Mutation des mittelalterlichen Ritualmordvorwurfs. Selbst nach zahlreichen Beschwerden entschied die Press Complaints Commission (PCC) in Großbritannien, dass die Karikatur ihren Ethikcode nicht verletzt.[2] Sie gewann danach sogar den Preis für die beste politische Karikatur der Political Cartoon Society für das Jahr 2003. Dieser Preis wurde von der ehemaligen Ministerin der Labour Party Clare Short im Hauptsitz der prestigeträchtigen Wochenzeitung The Economist in London verliehen.

Der damalige israelische Botschafter im Vereinten Königreich Zvi Shtauber fragte den jüdischen Chefredakteur Simon Kelner, ob die Zeitung jemals eine ähnliche Karikatur einer Person des öffentlichen Lebens veröffentlicht hätte. Kelner musste mit seiner Sucher achtzehn Jahre weit in die Vergangenheit gehen um eine zu finden.[3]

Mitte des letzten Jahrzehnts war der jüdische Politiker Michael Howard der Vorsitzende der Konservativen Partei von Großbritannien, die sich damals in der Opposition befand. Im April 2005 veröffentlichte der Guardian eine Karikatur von Steve Bell, die Howard mit Vampirzähnen darstelle, von einem tropfte Blut. Dazu hielt er ein Glas mit Blut. Die Bildbeschreibung lautete: „Trinken Sie, was wir trinken? Stimmen Sie für die Konservativen.“[4] Später zeichnete Bell Howard für den Guardian erneut mit Vampirzähnen.[5] Der weltweit führende Experte für antisemitische Karikaturen, der belgische Forscher Joël Kotek, hat gesagt, dass hauptsächlich Juden in Karikaturen als Vampire dargestellt werden.[6]

Die „progressive“ deutsche Tageszeitung Süddeutsche Zeitung (SZ) ist eine der meistgelesenen „Qualitätszeitungen“ in Deutschland. Am 15. Mai 2018 veröffentlichte die SZ eine Karikatur, die den israelischen Premierminister Benjamin Netanyahu als die israelische ESC-Gewinnerin Netta Barzilai des Jahres darstellte; er feierte den Sieg mit einer Rakete mit Davidstern in der Hand. Der Karikaturist zeichnete den israelischen Regierungschef mit übergroßer Nase, Ohren und Lippen – klassische antisemitische Stereotype.

Nach vielen negativen Reaktionen entschuldigte sich die SZ ein paar Tage später damit, es sei ein Fehler gewesen die Karikatur zu veröffentlichen.[7][8] Fakt ist, dass die Hetze der Zeitung eine lange Geschichte hat.[9] 2013 veröffentlichte sie die Karikatur eines Monsters mit zwei Hörnern, das essen wollte[10] Der begleitende Text lautete: „Deutschland serviert. Seit Jahrzehnten wird Israel, teils umsonst, mit Waffen versorgt.“

2014 erschien eine weitere antisemitische Karikatur in der SZ.[11] Burkhard Mohr zeichnete den jüdischen Facebook-Unternehmer Mark Zuckerberg als Krake, der seine Tentakel ausstreckt, um die sozialen Medien zu kontrollieren. Der Karikaturist stellte Zuckerberg mit langer Nase und dicken Lippen dar, einmal mehr typische antisemitische Stereotype. Kotek hat herausgestellt, dass Juden als Kraken darzustellen ist ein klassisches Motiv antismitischer Karikaturen.[12]

2008 porträtierte die italienische linke Tageszeitung Il Manifesto die jüdische Journalistin Fiamma Nirenstein mit der Bildbeschreibung „unsere Kandidaten für die Wahl: Fiamma Frankenstein.“ Sie war Kandidatin der Mitte-Rechts-Partei Il Popolo della Liberà (Volksfreiheit) bei den italienischen Parlamentswahlen. Der Karikaturist Vauro zeichnte sie mit einer langen Nase, die den Mund berührte, sie trug einen Wahlkampf-Button, einen Davidstern und die Insignien der Faschisten. Die Anti-Defamation League (ADL) bezeichnete die Karikatur als „unzweifelhaft antisemitisch“. Die Redakteure der Zeitung lehnten es ab sich zu entschuldigen.[13]

Die liberale schwedische Zeitung Dagens Nyheter veröffentlichte 2016 eine Karikatur, die Netanyahu und den gerade zum US-Präsidenten gewählten Donald Trump darstellte. Die beiden wurden von einem orthodoxen Juden, einem Mitglied des Klu-Klux-Klan und einer Person mit Gewehr getragen, die mir einer israelischen Flagge gekennzeichnet war. Die Bildbeschreibung lautete „Endlich“. Anfangs verteidigte die Zeitung die Karikatur. Später twitterte ihr jüdischer Chefredakteur, die Karikatur zu veröffentlichen sei ein Fehler gewesen, bestritt aber gleichzeitig, dass die Karikatur antisemitisch war.[14]

In der linksliberalen niederländischen Tageszeitung Volkskrant hat der Karikaturist Jos Colignon im Lauf des Jahres mehrere antisemitische Karikaturen veröffentlicht. 2018, anlässlich des 70. Geburtstags Israels, zeichnete er eine Karikatur eines großen israelischen Soldaten mit Davidstern auf dem Rücken, der auf einen kleinen Palästinenser vor einer Mauer schoss; die Kugeln schlugen um ihn herum ein und bildeten den Schriftzug „Happy Birthday to me“.[15]

2013 veröffentlichte Volkskrant eine Karikatur Colignons, die zwei Teile hatte. Rechts zeigte sie den nordkoreanischen Diktator mit der Bildunterschrift „Atombombe im Ärmel, Atombombe in den Taschen“. Links war ein schwarz gekleideter, ultraorthodoxer Jude mit schwarzem Hut und einer großen Nase, neben dem „Israel“ geschrieben stand. Er hatte Bomben seinen Taschen; die Bildbeschreibung lautete: „Nichts in den Ärmeln, nichts in den Taschen.“[16]

2012 schuf Colignon für den Volkskrant eine Zeichnung des rechten niederländischen Politikers Geert Wilders, des Chefs der Freiheitspartei. Eine fremde Hand steckt ihm Geld in die Tasche. Wilders sagt auf Hebräisch: „Danke und mach dir keine Sorgen.“ Die Karikatur legt nahe, dass das internationale Judentum diesen Politiker finanziert.[17]

Das Land mit regelmäßigen antisemitischen Karikaturen und einer andauernden Geschichte gegen Israel ist Norwegen. Ein Teil davon ist von Erez Uriely analysiert worden.[18] Die drei führenden landesweiten Zeitungen sind alle antiisraelisch. Hier kann nur eine kleine Auswahl der Hass-Karikaturen erwähnt werden. In der größten Zeitung, Verdens Gang, stellt der Karikaturist Morton M. Kristiansen die Juden Israels als Parasiten dar, die den Arabern Land stahlen und immer noch das letzte Sandkörnchen haben wollen.

2002 veröffentlichte die zweitgrößte landesweite Zeitung, Aftenposten, eine Karikatur von Inge Grodum. Sie zeigt einen Davidstern – statt eines normalen Sterns – über Bethlehem und drei Männer auf Kamelen. Letzteres verweist auf die drei Weisen aus dem Morgenland, die Jesu Geburt vorhersahen. Die Karikatur deutete an, dass Israel aus Bethlehem eine jüdische Stadt gemacht habe. Fakt ist, dass die Mehrheit der Stadt unter der Herrschaft der Palästinensischen Autonomiebehörde muslimisch wurde statt christlich. Es gibt keine Juden, die in Bethlehem leben. In einer weiteren Karikatur in derselben Zeitung von derselben Künstlerin im selben Jahr schießen israelische Panzer auf den Stern von Bethlehem.

Die drittgrößte Tageszeitung, Dagbladet, hat allerlei antisemitische Karikaturen von Finn Graff veröffentlicht. Zwei davon zeigen Sharon und Olmert als Nazis. Der ehemalige Generalsekretär der norwegischen Arbeitspartei, Haakon Lie, schrieb in seiner Autobiografie: „Die Arbeitspartei ritt schwere Angriffe auf Israel. Sie verwendete Karikaturen von Finn Graff, die die antisemitischen Illustrationen von Der Stürmer in den Tagen Hitlers und Das Krokodil in Moskau wachriefen.“[19] Norwegens König Harald V. verlieh diesen Zeichner antisemitischer Karikaturen trotzdem den Orden des Heiligen Olaf, den höchsten Orden des Landes.

(Dieser Artikel ist eine erweiterte Version eines früheren,
der in The Algemeiner veröffentlicht wurde.)

[1] http://www.nytimes.com/2019/04/28/business/ny-times-anti-semitic-cartoon.html

[2] http://www.politicalcartoon.co.uk/html/exhibition.html.

[3] Manfred Gerstenfeld, interview with Zvi Shtauber: British Attitudes toward Israel and the Jews. In: Israel and Europe: An Expanding Abyss? Jerusalem (Jerusalem Center for Public Affairs/Konrad-Adenauer-Stiftung) 2005, S. 188.

[4] Steve Bell: Are you drinking what we’re drinking? Vote conservative. The Guardian, 7. April 2005.

[5] Steve Bell: Michael Howard and the Tory party. The Guardian, 5. Oktober 2005.

[6] http://jcpa.org/article/major-anti-semitic-motifs-in-arab-cartoons/

[7] http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/31630

[8] http://www.haaretz.com/israel-news/german-newspaper-apologizes-for-cartoon-using-anti-semitic-stereotypes-1.6094472

[9] http://www.jpost.com/Diaspora/Antisemitism-czar-slams-German-cartoon-as-Nazi-propaganda-556693

[10] http://www.zeit.de/kultur/2013-07/sueddeutsche-zeitung-israel-karikatur

[11] http://www.jpost.com/printarticle.aspx?id=342412

[12] http://jcpa.org/article/major-anti-semitic-motifs-in-arab-cartoons/

[13] http://www.jta.org/2008/03/20/default/italian-caricature-called-anti-semitic

[14] http://www.thelocal.se/20161121/swedish-newspaper-criticized-for-anti-semitic-trump-cartoon

[15] www.dagelijksestandaard.nl/2018/04/ranzige-volkskrant-publiceert-walgelijke-antisemitische-cartoon-vanwege-70ste-verjaardag-israel/

[16] https://brabosh.com/2013/04/25/pqpct-otr/

[17] https://joop.bnnvara.nl/nieuws/volkskrant-cartoonist-aangeklaagd-wegens-antisemitisme

[18] Manfred Gerstenfeld: Behind the Humanitarian Mask. The Nordic Countries, Israel and the Jews. JCPA, 2008, Israel, S: 142 -158.

[19] Haakon Lie: Slik jeg ser det (As I See It), 2. Teil. Oslo (Tiden Norsk forlag) 1983, S. 132.

Merkels Mann in New York – schon immer gegen Israel

Ich „predige“ schon seit fast 10 Jahren, dass Angela Merkel zwar viel redet, aber in Sachen Israel diesem Reden kein Handeln folgen lässt, im Gegenteil. Dieser 8 Jahre alte Artikel von Benjamin Weinthal zeigt einmal mehr, dass ich richtig liege. Ihr heutiger UNO-Botschafter Christoph Heusgen ist als Israelhasser bekannt; er wird von den Israelis als echte Gefahr eingestuft. Dass er seit jeher Merkel-Politik gegen Israel befürwortet, mitgestaltet und umsetzt, zeigt ein Vorfall aus dem Jahr 2009, der hier beschrieben wird. Merkel ist in Sachen Israel nicht vertrauenswürdig, ganz im Gegenteil. Sie handelt anders als sie redet – und das offenbar gezielt. Ihre oft wiederholte „Staatsräson“ ist eine Worthülse – wohl eher eine glatte Lüge.

 

WikiLeaks: Top-Merkel-Berater sagte USA, sie sollten hart gegen Israel durchgreifen

Benjamin Weinthal, National Review, 2. Dezember 2010

Berlin – Ein ranghoher Berater der deutschen Kanzlerin Angela Merkel drängte die USA ihre Opposition zum antiisraelischen „Goldstone-Bericht“ der UNO abzumildern, um Israel zu zwingen den Siedlungsbau einzufrieren, besagt ein Telegramm der US-Botschaft in Berlin, das von WikiLeaks veröffentlicht wurde.

Die Depesche von Merkels Weichensteller für den Nahen Osten, Christoph Heusgen, sollte gigantische Fragezeichen zu Merkels oft wiederholten Erklärungen gegenüber dem US-Kongress und der israelischen Knesset aufwerfen, dass die Sicherheit des jüdischen Staates für Deutschland „nicht verhandelbar“ ist.

Die Botschaft ließ in der Mitteilung vom November 2009 wissen: „[Der außen- und sicherheitspolitische Berater] Heusgen sagte, Deutschland würde dies ‚anders wahrnehmen‘ und dachte, Netanyahu müsse ‚mehr tun‘, um die Palästinenser an den Verhandlungstisch zu bringen. Wenn Palästinenser in Ostjerusalem von israelischen Behörden Benachrichtigungen bekommen, dass ihre Häuser abgerissen werden, wäre es für Präsident Abbas ‚Selbstmord‘ sich unter den aktuellen Umständen zu bewegen.

Heusgen sagte, er könne nicht begreifgen, warum Netanyahu das nicht versteht. Er schlug vor Netanyahu unter Druck zu setzen, indem man vorteilhafte Behandlung durch den UNO-Sicherheitsrat zum Goldston-Bericht damit verbindet, ob Israel sich zu einer kompletten Einstellung der Siedlungsaktivitäten verpflichtet.“

Heusgen übermittelte seine Anmerkungen in einem Treffen mit US-Staatsekretär für europäische und asiatische Angelegenheiten Philip Gordon und dem US-Botschafter in Deutschland, Philip Murphy, am 10. November.

Gemäß der Depesche sagte Gordon, „dass eine direkte Verbindung zwischen den beiden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit kontraproduktiv sein werde, stimmte aber z u, dass es sich lohnen würde den Israelis gegenüber herauszustellen, dass ihre Politik in Sachen Siedlungen es ihren Freunden schwierig mache im Sicherheitsrat auf Linie zu bleiben. Heusgen sagte, das seit auf jeden Fall ein Thema, wenn Netanyahu und ‚die Hälfte seines Kabinetts‘ am 30. November Berlin für bilaterale Regierungskonsultationen besucht.“

Auf gewisse Weise positiv ist zu bewerten, dass Murphy und Gordon den deutschen Forderungen gegenüber nicht komplett kapitulierten. Aber ihre Bereitschaft, wie die von Präsident Obama und Außenministerin Clinton, unverbesserlich auf den Hausbau als Hindernis für Frieden fixiert zu bleiben, zeigt den gefährlichen Zusammenschluss der amerikanischen und EU-Außenpolitik. Dem Drang des Iran zum Erwerb von Atomwaffen wird ein untergeordneter Status zugewiesen – auf Kosten der globalen Sicherheit.

Israels Premierminister Benjamin Netanyahu betrachtet den Goldstone-Bericht – der Israel Kriegsverbrechen während seiner Operationen zum Stopp der Raketenangriffe der Hamas im Dezember 200/Januar 2009 vorwirft – nach dem Regime des Iran als eine der schwersten gegen Israel gerichteten Bedrohungen.

Wie evangelikale Feindseligkeit gegenüber Israel geschürt wird

Dexter Van Zile, Jewish Policy Center, Herbst 2018

Eine Pfingstmesse in der Dormitionskirche auf dem Berg Zion in Jerusalem in Israel (Foto: Hanan Isachar)

Im Frühjahr diesen Jahres nahm ich an der Konferenz Christus am Checkpoint (CATC) teil; diese wird alle zwei Jahre vom Bethlehem Bible College organisiert, einem Außenposten des christlichen Antizionismus in Beit Jala. Die Konferenz gibt palästinensischen Christen in der Westbank die Gelegenheit ihren Wert für die korrupten Tyrannen zu demonstrieren, die die palästinensische Gesellschaft kontrollieren (und Christen vor  jihadistischer Gewalt zu schützen), indem sie Israel gegenüber Evangelikalen aus Nordamerika und Europa dämonisieren. Die offerierte Botschaft auf diesen Konferenzen, die seit 2010 in allen geraden Jahren stattgefunden haben, lautet, dass evangelikale Unterstützung für Israel die Fähigkeit der Christen des Nahen Ostens behindert in Frieden zu leben und ihren Glauben in mehrheitlich muslimischen Ländern in der Region zu teilen. Redner versuchen zudem bei westlichen Christen Schuldgefühle hervorzurufen, während sie das Problem des arabischen und muslimischen Herrenmenschentums und Judenhasses  herunterspielen. Mit diesem Narrativ werden Westler dazu ermutigt wegen ihrer Schuld aufgrund westlichem Kolonialismus Buße zu tun, indem sie ein Narrativ akzeptieren, dass Juden und ihre Heimat als Hindernis für alles betrachten, das im muslimischen und arabischen Nahen Osten gut ist.

Ein paar Stunden vor der ersten Sitzung dieser Konferenz eskortierten die Organisatoren etwa 20 Teilnehmer vom Orient Hotel, dem Tagungsort, zum nahe gelegenen „zugemauerten Hotel“, wo diese von Banksy produzierter antizionistischer Propaganda ausgesetzt wurden; Bansky ist ein Scharlatan, der antiisraelische Verächtlichkeit zu einer konsumierbaren Kunstform gemacht hat, die privilegierte junge Westler kaufen können, um ihre Authentizität und Solidarität mit den unterdrückten Völkern der Welt zu demonstrieren.

Die Wände der Piano-Bar des Hotels sind mit Gemälden und Skulpturen bedeckt, die Israels Sicherheitsbarriere als etwas aus einem Horrorfilm darstellen. Ein Gemälde zeigt zum Beispiel ein Dutzend auf Schaukeln sitzender Kinder, die um eine von Israel gebauten Wachturm kreisen. An einer weiteren Wand hängt eine besonders grausame Skulptur des am Kreuz hängenden Jesus Christus, wobei aus dem Querbalken des Kreuzes sensenartige Klingen herausstehen und ein Stück Seil (eine Schlinge?) unter Christi Füßen hängt.

Es gibt an den Wänden der Piano-Bar keine Bilder hakennasiger Juden mit langen, gewundenen Händen, die versuchen weiße Frauen aus Europa zu verführen, aber die könnten hier auch gut sein. Das Zeug an den Wänden ist gruselig, Angst einflößend und provokant genug, um dem Betrachter etwas zu geben, über das er nachzudenken vorgeben kann, während er herumgeht. Die Gesamteffekt der ausgestellten Kunst des Eingemauerten Hotels soll beim Besucher das Gefühl hinterlassen, dass Israel ein sehr, sehr böses Land ist und dass Besucher Teil der Ausgewählten sind, die in der Lage sind zu sehen, wie schlimm das Land ist.

Bei dieser Gruppe scheint das zu wirken. CATC-Teilnehmer, wohlhabende Evangelikale aus den Vereinigten Staaten und Europa, betrachten die Ausstellungsstücke mit bewundernden Augen, als seien sie junge, naive Kinder in einem Spukhaus an Halloween, in dem der nicht zu sehende Jude das Monster ist. Diese Christen lassen ihre Augen die Bilderwelt genießen, nicken anerkennend und stellen den Hotelmitarbeitern lobende Fragen, ohne die Tatsache zu bemerken, dass sie dämonisierender Propaganda ausgesetzt sind, die niedrige Emotionen des Hasses und der Angst gegenüber dem jüdischen Staat animieren soll, dessen Bürger in den letzten Jahrzehnten furchbaren arabischen muslimischen Gewalttaten unterzogen worden sind, die an den Wänden der Piano-Bar natürlich nicht hervorgehoben werden. Das Hotel ist ein kranker Ort und die Authentizität zu Besuch kommenden Evangelikalen, die Authentizität suchen, gehen seiner gotteslästerlichen und dämonisierenden Botschaft voll auf den Leim. Sie mögen das Hotel, das für sie ein cooler Ort zum Abhängen ist. Sie mögen die Atmosphäre.

Während die Teilnehmer entlang der Sicherheitsbarriere zurück zum Konferenzort gingen, an die ein Graffiti-Künstler mit schlechter Handschrift „Fuck Jews“ gesprüht hat, begann ich ein Gespräch mit einer Frau, deren Ehemann Pastor einer Kirch ein den Staaten ist. Sie hatte einige Zeit in der Westbank verbracht, wo ihr Mann Arabisch studierte und in ihrer Zeit dort alles darüber erfahren, wie furchtbar Israel die Palästinenser misshandeln.

Angesichts dessen, was sie lernte, als sie ihren palästinensischen Freunden zuhörte – die ihr allesamt dieselbe Geschichte erzählten – kam sie zu dem Schluss, dass es ihre Aufgabe sei alle ihrer Trump liebenden, Israel unterstützenden Freunde davon zu überzeugen, dass nicht jeder Palästinenser ein Muslim ist, nicht jeder Muslim ein Terrorist, dass es palästinensische Christen gibt und dass diese Christen Brüder im Herrn sind, Juden aber nicht.

Als ich ihr sagte, dass ich Zionist bin, aber Israel nicht aus religiösen Gründen unterstütze, war sie verblüfft und frage, wie jemand Israel unterstützen könne, ohne spirituellen oder religiösen Glauben anzuführen. Ich sagte ihr, dass die Juden ein Volk seien und dass die Geschichte Europas und des Nahen Ostens demonstriert, dass Juden in keiner der beiden Regionen als Minderheit sicher leben können und dass Israel ein legitimer Ausdruck des jüdischen Rechts auf Selbstbestimmung ist.

An diesem Punkt sagte mir meine Gesprächspartnerin, dass die Israelis den Holocaust nutzen, um ihre Misshandlung der Palästinenser zu rechtfertigen. Ich kämpfte damit nicht die Beherrschung zu verlieren, als ich ihr die Geschichte des Friedensangebots berichtete, das Arafat in Camp David ausschlug, ebenso seine Weigerung die Clinton-Parameter zu akzeptieren, die beide den Palästinensern einen Staat gegeben hätten. Als sie erkannte, dass sie nicht so viel über den Konflikt wusste, wie sie glaubte, sagte sie: „Nun, das ist kompliziert.“

Nun, das ist ein Anfang, sagte ich mir.

Der Vorfall war erschreckend, aber lehrreich; er erinnerte mich einmal mehr daran, dass dieselben Techniken verwendet wurden, um Protestanten der Großkirchen im Verlauf der letzten Jahrzehnte gegen Israel aufzubringen, jetzt mit Besorgnis erregender Effektivität auf Evangelikale in Amerika angewandt werden.

Es hat immer eine kleine Anzahl Leute in der evangelikalen Gemeinschaft der USA gegeben, die den jüdischen Staat und seine Einwohner mit Verachtung betrachtet haben, aber im Großen und Ganzen sind Evangelikale seit dem Sechstagekrieg von 1967 aus gutem Grund als zuverlässige Verbündete des jüdischen Staates betrachtet worden. Ab und zu wird ein evangelikaler Leiter etwas Übles über Juden sagen wie Gott würde ihren Gebeten nicht zuhören, aber wenn die Zeit kommt, dass israelische Soldaten sich bewaffnen und gegen ihre Feinde kämpfen, unterstützen die Evangelikalen sie.

Der Grund für diese Unterstützung wurzelt in einer Reihe von Faktoren, von denen keiner sich gegenseitig ausschließt und von denen die meisten sich gegenseitig verstärken. Manche Evangelikale glauben zum Beispiel, dass Israel beim zweiten Kommen Jesu Christi eine Rolle spielen wird. Andere unterstützen Israel, weil sie glauben, dass Gottes Verheißungen ewig anhalten und sie keine Gottheit anbeten wollen, die ihre Meinung zu den Segen, die er über die Menschheit verleiht, ändert. Manche Evangelikale machen sich Sorgen wegen der Bedrohung des Jihad gegenüber den Rechten von Christen und anderen Minderheiten im Nahen Osten; sie glauben, Israel ist ein Vorbild dafür, wie Menschenrechte im Nahen Osten gefördert werden. Auch Gewissensbisse wegen der Rolle, die die Christenheit beim Legen der Basis für den Holocaust in Europa spielte, sind ein Faktor.

Protestanten der großen bzw. liberalen Kirchen, die in der amerikanischen Gesellschaft mit den Evangelikalen um den Hegemonialstatus streiten, unterstützen Israel normalerweise nicht. Fakt ist, ihre Kirchen greifen Israel bei fast jeder Gelegenheit an. Sie machen eine große Show darum die religiösen Empfindlichkeiten der Diaspoa-Juden in den Vereinigten Staaten zu respektieren, flippen aber aus, wann immer ein israelischer Jude ein Gewehr aufnimmt oder eine Mauer zur Verteidigung seines Hauses oder seiner Familie baut. Sie ignorieren muslimischen und arabischen Judenhass, sind aber immer auf der Suche nach rechtem Antisemitismus. Darauf hinzuweisen, dass Israel einen besseren Job beim Schutz der Rechte von Frauen und Schwulen macht als jedes andere Land im Nahen Osten, bringt nicht viel Sympathie seitens der Großkirchen-Protestanten, verärgert manche von ihnen sogar so sehr, dass sie Israel noch mehr hassen; sie rechtfertigen ihre Verachtung mit Vorwürfen des „Pinkwashing“.

Ominöserwiese scheint es so, dass zunehmende Anzahlen evangelikaler Protestanten anfangen sich zum israelisch-arabischen Konflikt das progressive Narrativ der Großkirchen zueigen zu machen. Gemäß diesem Narrativ sind israelischen Bemühungen jüdisches Leben und Besitz zu schützen tadelnswert, während arabische und muslimische Anstrengungen Juden zu töten und terrorisieren das nicht sind. Wenn man bedenkt, dass Evangelikale rund 30 Prozent der Bevölkerung Amerikas ausmachen und dass die meisten von ihnen glauben, dass Gott das Land Israel dem jüdischen Volk gab, stellt ein Rückgang der Unterstützung Israels eine strategische Bedrohung Israels und des jüdischen Volks überall in der Welt dar.

Der Antizionismus ist für manche Evangelikale, insbesondere Millennials eine attraktive Agenda dar, weil sie es ihnen erlaubt ihren Altersgenossen – von denen viele konservative Christen mit Verachtung betrachten – zu demonstrieren, dass sie nicht die rückschrittlichen Höhlenbewohner sind, als die sie die letzen 100 Jahre hingestellt wurden.

Nach dem Scopes Monkey-Verfahren 1925, das bibelgläubige, konservative Christen, die gegen die Lehre der Evolution in Schulen gegen progressive Christen und Säkulariten gegeneinander ausspielte, sind konservative Christen gewesen, was Susan Harding die „widerlichen anderen“ nennt, gegen ihre Widersacher schimpfen, um zu demonstrieren, dass sie auf der Seite der Moderne stehen. Zwei Jahrzehnten nach dem Verfahren lebten konservative Christen, die an die Irrtumslosigkeit der Bibel glaubten, in einem selbst auferlegten Exil in der amerikanischen Gesellschaft; sie hatten wenig mit der breiteren amerikanischen Kultur zu tun.

In den 1980-er Jahren kamen die konservativen Christen unter der Führung von Jerry Falwell tosend aus ihrem Ghetto, bildeten die Christliche Rechte und halfen Ronald Reagan 1980 zum Präsidenten gewählt zu werden. Nicht jeder in der evangelikalen Gemeinschaft möchte mit der Christlichen Rechten in Verbindung gebracht werden, die von progressiven Christen und Säkularisten als Grauen betrachtet werden. Manche Evangelikale, besonders Millennials, haben die Verachtung internalisiert, die von einer zunehmenden Zahl nicht evangelikaler Amerikaner gegen den konservativen Flügel ihrer Gemeinschaft gerichtet wird. Eine Möglichkeit, wie progressive und junge Evangelikale demonstrieren können, dass sie nicht wie die Anhänger von Jerry Falwll sind – der ein entschiedener Unterstützer Israels war – besteht darin in die Westbank zu kommen, im Eingemauerten Hotel abzuhängen und zuzuhören, wie palästinensische Christen Israel für ihr Leiden verantwortlich zu machen, während sie die Ganoven in der palästinensischen Autonomiebehörde loben. Und traurigerweise ist das genau das, was eine Reihe Evangelikaler tun, einschließlich der Frau, die in Bethlehem neben mir herlief.

Als ich mich von meiner Gesprächspartnerin auf unserem Weg ins Orient Hotel trenne, in der die Konferenz Christus am Checkpoint stattfindet, schlage ich vor, dass sie vielleicht Yossi Klein Halevis neuests Buch „Letters to my Palestinian Neighbor“ (Briefe an meinen palästinensischen Nachbarn) zu lesen, um mehr über die israelische Sicht des Konflikts zu erfahren. Das scheint ein schwacher Konter gegen all die hasserfüllte Bildsprache zu sein, die im Eingemauerten Hotel ausgestrahlt wird und gegen das verzerrte Narrativ, dem sie in den nächsten Tagen ausgesetzt sein wird, aber mehr kann ich nicht tun.

Mit denen wollen sie bei uns unbedingt Geschäfte machen…

gefunden auf twitter und gepostert (aber Israel schafft die Instabilität in der Region, nicht wahr?):

Nur mal so zur Erinnerung: Bisher haben noch alle, die solche Sachen von sich gegeben haben, das auch versucht zu verwirklichen. Manche haben von Adolf auch gelernt mehr Geduld zu haben.