Doppelt aufgedeckt: Wo der BDS-Aktivismus auftaucht, kommt der Antisemitismus hinterher

Lay of the Land, 24. Mai 2020

Die Bewegung Boykott, De-Investition und Sanktionen (BDS) will den jüdischen Staat delegitimieren, während an ihn zugleich andere Maßstäbe angelegt werden als an den Rest der Welt.

Sie gibt sich als gewaltfreie Bewegung zur Unterstützung der Rechte der Palästinenser, aber für ihre Gründer und Führer ist sie ein Mittel dem Staat Israel das Ende zu bereiten. Jedes Jahr versucht BDS während der Israel Apartheid Week (IAW) – einer Woche, die antiisraelischen Aktivitäten an Universitäten in der ganzen Welt gewidmet ist – Israels Vernichtung anzustreben, während sie versucht die Öffentlichkeit so zu täuschen, dass sie glaubt, die Bewegung stehe für Menschenrechte ein. Dieses Jahr bleibt den Studenten diese Schädigung durch Covid-19 erspart, wahrscheinlich das einzig Positive, was die Pandemie mit sich brachte.

Das Mentekel. Die riesige israelische Flagge an den Stufen des Hauptgebäudes der Universität von Kapstadt in der IAW 2018 wurde rot beschriftet, um Blut heraufzubeschwören. Die  Schrift lautet: „Apartheidstaat, Blut klebt an deinen Händen“. Das war eine der vielen Einschüchterungstaktiken, denen jüdische Studenten an Universitäten in Südafrika sich gegenüber sehen mussten. An der Universität Wits in Johannesburg wurden Parolen wie „F*** Zionism“, „F***  Israel“, „Israel ist schwarzenfeindlich“ und „Zionismus ist Rassismus“ überall auf dem Campus gesprüht.

Wofür steht BDS dann wirklich? Sie können zwar ihre Forderungsliste auf https://bdsmovement.net/call ansehen, aber im Wesentlichen erklären sie, dass die einen Boykott Israels beibehalten werden, bis es allen palästinensischen Flüchtlingen das „Rückkehrrecht“ einräumt – d.h. bis zum Ende Israels.

BDS-Mitgründer Omar Barghouti erklärt die wahren Auswirkungen des von seiner Organisation geforderten „Rückkehrrechts“:

„Wenn die Flüchtlinge zurückkehren, wird es KEINE Zweistaatenlösung geben. Ein palästinensischer Kommentator formulierte es so: ‚Dann gibt es ein Palästina neben einem Palästina, statt eines Palästina neben Israel.‘“

Ein Mann, der meint, was er sagt. Man muss sich nur die Worte von BDS-Mitgründer Omar Barghouti ansheen, um die Wahrheit hinter der Fassade der Lügen offenzulegen: Wir sind definitv, absolut gegen einen jüdischen Staat auf irgendeinem Teil Palästinas. Kein Palästinenser, rationaler Palästinenser, kein Verräter-Palästinenser wird jemals einen jüdischen Staat in Palästina akzeptieren.“

Um es deutlicher zu sagen: Wenn die palästinensischen Flüchtlinge und Millionen ihrer Nachkommen in die Häuser zurückkehren sollten, die sie 1948 verließen – ein Recht, das keiner anderen verlegten Bevölkerung eingeräumt wird, auch nicht den Juden aus Nordafrika und dem Nahen Osten, und gewiss nicht ihren Nachkommen – dann würde es kein Israel, keinen jüdischen Staat, keine jüdische Selbstbestimmung mehr geben.

Herr Barghouti – und die BDS-Führung – glauben nicht, dass das jüdische Volk das Recht hat einen souveränen Staat wo auch immer im Land zwischen Jordan und Mittelmeer zu haben.

Die globale BDS-Bewegung – sowohl durch ihre Ziele wie ihre Taktiken – ist direkt gegen eine wirklich gerechte und friedliche Lösung. Nach jedem der fünf großen Kriege, die allesamt von den Arabern/Palästinensern begonnen und dann verloren wurden, war Israel bereit um Frieden und Grenzen zu verhandeln, aber die Palästinenser lehnten alle Ouvertüren ab. Wann immer Waffenstillstände in Kraft gesetzt wurden, wurden sie von den Palästinensern nur als Vorwand eingehalten sich wieder zu bewaffnen und die nächste Runde ihres nie endenden Konflikts vorzubereiten.

Jeden März startet die BDS ihre berüchtigte IAW (Israel Apartheid Week) an Universitäten in aller Welt. „IAW“ ist der Höhepunkt einer Jahre andauernden Aktivität an Universitäten, während die BDS und ihre Anhänger eine antiisraelische, antisemitische und antizionistische Agenda propagieren, die einen breiten Boykott Israels fordert. Ihre antisemitischen Wurzeln und Rhetorik sollte allen demokratischen Gemeinschaften Sorge bereiten.

BDS produziert regelmäßig antiisraelische Inhalte, darunter veröffentlichte Briefe, Artikel, Broschüren und Kampagnen in sozialen Medien, die alle durch ungenaue, nicht verifizierte und falsche Berichterstattung mit Fehlern behaftet sind. Dadurch, dass Israel als schlimmer als Nordkorea, der Iran und Syrien behandelt wird, unterlässt BDS faire oder ausgewogene Kommentierung. Ihre Äußerungen, die fordern Israel solle „internationales Recht und universelle Prinzipien der Menschenrechte einhalten“, untergraben ihre Glaubwürdigkeit durch die ihr fehlende Erwartung der Einhaltung durch die angeführten und andere Länder; deren Menschenrechtsbilanz grauenhaft ist. Die absolute Einseitigkeit von BDS gegen Israel wird dadurch offenbart, dass die Welt die dringendsten Menschenrechtsprobleme ignoriert.

Selektive Moral. Palästinensergebiet im Flüchtlingslager Yarmuk in Syrien 2018 nach schwerem Beschuss lockt kein Interesse von BDS, weil die Verursacher der Notlage keine Juden oder Israelis sind. (Foto: Louai Beshara/AFP via Getty Images)

BDS ist eine Organisation, die von antiisraelischen und antijüdischen Dämagogen bemannt wird, die keine Rolle bei irgendeiner Lösung der Situation zwischen Israel und den Palästinensern haben dürfen.

Das Konzept der Boykotte, De-Investitionen und Sanktionen gegen Israel ist nicht neu. Vor der Gründung der BDS musste Israel um seinen Platz in der globalen Wirtschaft kämpfen, während es von den arabischen Staaten der Welt boykottiert wurde. Weil ihre Bemühungen es nicht schafften Israels robuster, exportorientierter Wirtschaft zu schaden, greift BDS auf ein widerwärtiges Niveau der anstößigen und schmähenden Beschimpfungen zurück.

Für diejenigen, die daran erinnert werden müssen – Israel gründet auf einer Reihe jüdischer Werte:

  • Menschenwürde
  • Heiligkeit des menschlichen Lebens
  • Menschenrecht Bildung
  • das Ideal des Weltfriedens
  • Gerechtigkeit für alle
  • soziale Verantwortung

Auf dieser Grundlage ist Israel in der Lage gewesen eine florierende Wirtschaft aufzubauen, führenden internationalen Wirtschaftsorganisationen wie der OECD beizutreten und einer der führenden Innovatoren in Hi-Tech, Bio-Tech, medizinischem Fortschritt und Sicherheit zu werden.

Wo BDS-Aktivismus hingeht, folgt Antisemitismus. Es hat eine beunruhigende Zunahme antisemitischer Vorfälle an südafrikanischen Universitäten gegeben, wo BDS am aktivsten ist. Unter den berichteten Vorfällen befinden sich Schikanen und antisemitischer Vandalismus. Erst vor einem Jahr erlebte die UCT (Universität Kapstadt) Vandalismus, bei dem während der „Israel Apartheid Week“ eine gestohlene israelische Flagge entstellt wurde. Diese Aktionen verstoßen gegen die Gesetze der südafrikanischen Verfassung gegen die Verbreitung von Hass.

Das Angesicht des Bösen. So wurden jüdische Studenten begrüßt, die die Haupthalle der UCT betraten. Ist das etwa keine Einschüchterung der schlimmsten und gefährlichsten Sorte?

Das entstehende Bild ist beunruhigend. Neben der antisemitischen BDS-Strategie zur Delegitimierung einzig des jüdischen Staates und an ihn andere Standards anzulegen als an den Rest der Welt, versteckt die Bewegung sich hinter dem Argument, das sei nicht antisemitisch, sondern „antizionistisch“, während man versucht den Unterschied zwischen den beiden Konzepten zu verwischen. Das jüdische Recht auf Selbstbestimmung wird ignoriert, während man ihre verdrehte Definition von Zionismus als „kolonialistische“ Politik propagiert, die danach trachtet „die Kontrolle von Land und Ressourcen zu übernehmen und die Palästinenser zwangsweise zu entfernen sowie ‚ethnische Säuberungen‘ zu betreiben“.

Schlimmer noch: Man schreibt jede Erscheinungsform jüdischer Identität um, die nicht ins Propagandabild passt; und stellt Juden mit den alten Kolonialmächten und dem früheren Apartheidregime in Südafrika auf eine Stufe. Ich war dem bei einer Podiumsdiskussion zu Israel persönlich ausgesetzt, an der ich 2016 an der Universität Kapstadt (UCT) teilnahm.

Südafrikanische Graffiti. ‚Menetekel‘, als an der Universität Kapstadt in  Südafrika Bilder von Hitler und Hakenkreuzen auf Säulen gesprüht wurden; 18.  März 2015 (Foto: SAUJS-Cape Town)

Das war schockierend; schlimmer, es war furchterregend!

Mit antiisraelischen Aktivisten wie dem Antikriegs-Aktivisten und Autor Terry Crawford-Browne und dem ehemaligen Geheimdienst-Minister Ronnie Kasrils auf dem Podium ging es in der Diskussion weniger um Israel als gegen Israel. Von den Podiumsteilnehmern kamen typische Unwahrheiten, darunter:

  • „Israel wurde von kolonialistischen Juden gegründet, die den bestehenden Palästinenserstaat zerstörten.“
  • „Von der IDF wurden unschuldige Palästinenser ermordet.“
Der Versuch die Leute hinters Licht zu führen. Der  hitzige BDS-Vertreter Terry Crawford Browne führte am 21. September 2015 in Kapstadt einen fehlgeschlagenen Protest gegen den Einzelhandels-Riesen Woolworth wegen Handels mit Israel an.

Ich hob die Hand um etwas zu sagen, wurde aber von dem offenkundig voreingenommenen Moderator ignoriert; als eine junge Studentin im Publikum – vermutlich unbekannt – zu Wort kam und mutig einige der ungeheuerlichsten Vorwürfe der Podiumsteilnehmer widerlegte, wurde ihr vom Publikum mit stürmischer Feindseligkeit und Hohn begegnet. Es war einschüchternd. Das Klima des Hasses und Antisemitismus bei der Versammlung, getarnt als Antizionismus, war nichts, das ich in Südafrika zuvor persönlich erfahren hatte. Leider ist diese Art von Verhalten an Universitäten weltweit üblich.

Solche Campus-Aktivitäten vermitteln auf gefährliche Weise die Botschaft, dass gegenüber Unschuldigen mit anderer Sichtweise gewalttätig zu werden gerechtfertigt und akzeptabel ist. Tatsächlich gefährdet das die Sicherheit anderer Studenten. Diese Manifestationen aus Lügen und Verdrehungen scheinen in unseren Tagesmedien auch eine Gefahr für jeden Studenten in Südafrika darzustellen; durch die Aufstachelung anderer, dass sie körperliche Schäden zufügen oder Immobilien beschädigen.

Seit die palästinensische Zivilgesellschaft 2005 eine Kampagne zu Boykott, De-Investitionen und Sanktionen (BDS) gegen Israel forderte, brachte der Oberste iranische Revolutionsführer Ali Hosseini Khamenei das vor kurzem auf ein neues Niveau, als er die muslimische Welt dazu drängte alles und jedes zu boykottieren, was vom jüdischen Volk stammt.

Barghouti ignoriert die allgemein akzeptierte Wahrheit, dass zwar Kritik an irgendeinem Land der Welt legitim, BDS-Kritik an Israel aber grundlegend und prinzipiell antisemitisch ist.

Die wahre Gestalt

Während die Wahrheit über den Nahost-Konflikt durchsickert und die sorgfältig aufgebaute BDS-Fassade entlarvt wird, wird ihr wahrlich antisemitischer Charakter offengelegt.

Ein Beispiel dafür ist Norman Finkelstein, eines der Aushängeschilder der BDS, den die Organisation nach Südafrika brachte, um ihre Kampagne gegen Israel zu stärken. In einem Interview mit Frank Barat am Imperial College in London im März 2012 war Finkelstein, immer noch kritisch Israel gegenüber, zumindest ehrlich genug, die wahren Absichten der BDS zu offenbaren, die hinter ihrer arglistig gefertigten Fassade steckt; er tat es mit dieser Äußerung, die den BDS unterstützenden Interviewer überraschte:

„BDS ist nichts anderes als ein Kult… Das Problem mit diesen Solidaritätsbewegungen ist, dass sie ein Spiegelbild der sogenannten palästinensischen Autonomiebehörde sind, deren Mittel niemals ihr Ziel erreichen werden, das in der Vernichtung Israels besteht. … Tretet aus eurem kleinen Kult aus, aus eurem kleinen Ghetto und betrete die reale Welt. Ich werde nicht lügen, ihr wollt nicht das Gesetz durchsetzen, ihr wollt Israel vernichten. Dass ihr euch auf Israels Minderheiten konzentriert und nicht auf das Leid der 10 Millionen anderen Minderheiten im gesamten Nahen Osten und andernorts, ist ein Hinweis darauf, was für Heuchler ihr seid. Israel hat einen Anspruch und ich bin es nach so vielen Jahren müde über diese Lügen nachdenken und auf sie antworten zu müssen.“

Beschimpfung von BDS. Berüchtigt für seine antiisraelischen Aktivitäten und sein Buch über die „Holocaust-Industrie“ sorgte Norman Finkelstein für einiges Aufsehen in der Bewegung Boykott, De-Investitionen und Sanktionen (BDS), als er in einem Interview vom Script abwich, das den BDS unterstützenden Interviewer sprachlos machte.

Im Lauf der Zeit wird durch deren eigenes Tun und Reden das wahre Gesicht der BDS-Bewegung als hasserfüllte Organisation offenbart, die Lügen und Verzerrungen verbreitet, um ihre Ziele zu verfolgen. Das gewünschte „Ziel“ ist das Ende Israels.

Das dürfte die zunehmende Zahl von BDS-Anhängern erklären, die diese Vorwände durchschauen und die destruktive Botschaft der Organisation ablehnen.

Christliche Leiter schweigen, während die Kirche ihren ältesten Hass recycelt

Der südafrikanische Pastor Frank Chikane, ein Moderator der Kirchenkommission für Internationale Angelegenheiten des Weltkirchenrats, suggeriert offen, dass israelische Juden dämonisch seien.

Melanie Phillips, Israel HaYom, 1. Februar 2021

Melanie Phillips (zur Verfügung gestellt)

Der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK/Weltkirchenrat) ist theologisch in die volle Aufstachelung gegen den Staat Israel gewechselt.

In einem aktuellen Zoom-Webinar mit mehr als 300 christlichen Aktivisten zur Werbung für einen Film über den pro-palästinensischen Aktivismus des Michel Sabbah – dem ehemaligen lateinischen Patriarchen von Jerusalem – ging Rev. Frank Chikane, der Moderator der ÖRK-Kommission für die Kirchen zu internationalen Angelegenheiten, viel weiter als bei den üblichen Unwahrheiten über Israels „Brutalität“ gegenüber den Palästinensern. „Wir müssen anfangen zu denen, die Israel bei der brutalen Behandlung der Palästinenser unterstützen, dass das Blut des Volks von Palästina ihnen angelastet wird, weil sie kollaborieren, indem sie diesem System gestatten weiter zu bestehen“, sagte er.

Chikanes offensichtliche Aufstachelung zu Gewalt kanalisierte eindeutig Matthäus‘ berüchtigten Fluch im Neuen Testament: „Sein Blut komme über uns und unsere Kinder!“[1]

Dieser Fluch, der Vergeltung in alle Ewigkeit gegen das jüdische Volk für die Kreuzigung Jesu fordert, hatte die Abschlachtung Hunderttausender Juden durch die Jahrhunderte hindurch zur Folge.

Da man Jesus für den Sohn Gottes hielt, rechtfertigte der Vorwurf des Gottesmordes das Abschlachten der Juden auf theologischer Grundlage und machten sie zu Teufeln.

Tatsächlich suggeriert Chikane, ein südafrikanischer Pastor, offen, dass israelische Juden dämonisch seien. Er sagte, die Palästinenser müssten „mit denselben Dämonen fertig werden, mit denen wir in Südafrika zu tun hatten, mit der Ausnahme, dass in ihrem Fall die Dämonen viele andere Dämonen eingeladen haben, um ihren Kampf weit schwieriger zu machen“.

Also hatten Chikanes Worte mit derselben völkermörderischen Hetze Israels die Juden als Ziel.

Diese schockierende Verschmelzung aufhetzerischer Unwahrheiten zu Israels Verbrechen gegen die Menschheit mit dem schrankenlos aufwiegendelnderen Vorwurf des Gottesmordes ist in der christlichen Kirche alles andere als neu. Sie ist Teil dessen, was „Supersessionsmus“ heißt, auch bekannt als „Ersetzungstheologie“.

Das ist eine uralte christliche Schmähung gegen die Juden, die im Lauf der letzten Jahrzehnte wiederbelebt worden ist und die palästinensische Sache übernahm.

Die Doktrin behauptet, dass den Juden Gottes Gnade genommen wurde, weil sie die Göttlichkeit Jesu bestritten. Christen haben daher Gottes Versprechen geerbt und wurden zum „neuen Israel“, während die Juden verdammt wurden.

Diese mörderische Doktrin wurde durch Holocaust eine Weile in den Untergrund getrieben, erhielt aber neues Leben durch das Aufkommen der palästinensisch-christlichen Befreiungstheologie. Diese verschmolz die Unwahrheit, dass die palästinensischen Araber die ursprünglichen Besitzer des Landes Israel seien mit dem theologischem, judenfeindlichen Superserssionismus.

Diese Verschmelzung gab dem palästinensisch-arabischen Anspruch auf das Land Israel den Status vermeintlich heiliger Schrift, machte aus dem Staat Israel einen gottlosen Eindringling und seine Verteidiger zu den Feinden Gottes.

Als Anlass zu der offensichtlich lächerlichen Behauptung „Jesus war Palästinenser“ gebend – er war natürlich Jude aus dem antiken Judäa – hat es groteske die palästinensische Propaganda verstärkt, die die Palästinenser als von den Israelis „gekreuzigt“ darstellt. Dieses Bild provoziert bei einigen westlichen Christen eine instinktive Abscheu gegen Israel; ihre Ignoranz des Judentums und der Geschichte des Nahen Ostens macht aus ihnen nützliche Idioten für mörderische Hetze gegen Israel und die Juden.

Die Mischform aus christlicher Theologie und palästinensischer politische Dämonisierung Israels und der Juden wird seit Jahren vom Sabeel Ecumenical Liberation Theology Center in Jerusalem ausgebreitet. Das Zoom-Webinar wurde von Sabeel und anderen gehässig israelfeindlichen Christengruppen und -Aktivisten organisiert.

Diese palästinensische „Befreiungstheologie“ ist vom Weltkirchenrat komplett übernommen worden.

Jahrzehnte lang hat der ÖRK israelfeindliche und antizionistische Rhetorik und Aktivismus propagiert. Über seine Propaganda der „Befreiungstheologie“ hat er liberale Kirchen mit neomarxistischen, antikapitalistischen, antiwestlichen Einstellungen durchtränkt – womit dem Antisemitismus und Antizionismus der Linken praktisch ein Heiligenschein aufgesetzt wird.

Der christliche Historiker Paul Merkley hat berichtet, dass der ÖRK beim Herbeiführen des antizionistischen Hassfestes in Durban (Südafrika), kurz vor dem 9/11 eine Schlüsselrolle spielte; dort forderten seine Repräsentanten bei einer UNO-Konferenz gegen Rassismus, Rassendiskriminierung, Fremdenfeindlichkeit und damit zusammenhängender Gewalt, dass die Vereinten Nationen Israel wegen „systematischen Begehens rassistischer Verbrechen, einschließlich Kriegsverbrechen, Völkermord und ethnischer Säuberung“ verurteilen.

Das Simon Wiesenthal Center hat festgestellt, dass der ÖRK zwar gegen Israel nachgelegt, aber wenig oder keine Kritik zu den brutalen Regimen wie Kuba, Nordkorea, Venezuela, China oder dem Iran geübt hat.

Als islamische Extremisten koptische Kirchen in Ägypten in die Luft jagten, sagten traumatisierte Kopten, dass der ÖRK offenbar zu sehr mit Israel beschäftigt war, als dass er ihnen Unterstützung zukommen lässt.

Allerdings hat ihr Vorzeigeprojekt Ecumenical Accompaniment Programme in Palestine and Israel[2] (EAPPI) im Verlauf der letzten Jahrzehnte mindestens 1.800 Freiwillige geschickt, um als Beobachter in Jerusalem und der „Westbank“ zu dienen.

Die Internationale Holocaust-Gedenkallianz erklärt, dass „das Ziehen von Vergleichen zwischen heutiger israelischer Politik mit der der Nazis“ ein Beispiel für Antisemitismus ist. Der ÖRK sagte, er „setzt Israel nicht mit Nazideutschland gleich, weder in der Ausbildung von Teilnehmern des EAPPI noch auf andere Weise“.

2019 berichtete jedoch die Beobachtergruppe NGO Monitor, dass die Führung des ÖRK sowie EAPPI-Freiwillige in ihren Interessenvertretungs-Versammlungen wiederholt Vergleiche israelischen Handelns mit dem von Nazi-Deutschland anstellten.

2012 sagten Vivian Wineman, die Präsidentin des U.K. Board of Deputies[3], Mitglieder jüdischer Gemeinden im gesamten Land hätten „bei EAPPI-Treffen Schikane und Misshandlungen ertragen müssen“ und dass das EAPPI „dabei half, innerhalb der Church of England ein Klima der Feindseligkeit gegenüber Israel zu schaffen“.

Über die Zoom-Veranstaltung des ÖRK wurde letzte Woche von Dexter van Zile im The Algemeiner berichtet; er ist Spezialist für christliche Angelegenheiten beim Committee for Accuracy in Middle East Reporting (CAMERA) und hat lange die Verschmelzung von christlichem Antisemitismus mit antiisraelischer Hetze aufgezeichnet.

In einem Folge-Artikel dieser Woche berichtet van Zile, dass der ÖRK jetzt versucht hat sich von Chikanes Worten zu distanzieren, indem behauptet wird, er sei vom Afrikanischen Nationalkongress und habe daher nicht im Auftrag des ÖRK gesprochen, als er seine Kommentare abgab.

Er schrieb, dass ein Teilnehmer, der Theologe Gerald McDermott, Chikanes Äußerungen heftig widersprach und erklärte, dieser sei „außer Kontakt mit der Lage vor Ort“.

Unter solchen Umständen wäre das eine beträchtliche Untertreibung. Die Lage bei der Kirche sieht so aus, dass einflussreiche christliche Organisationen weiterhin aufhetzende Lügen über Israel und den Zionismus in die Welt jagen, die Israel nicht nur einfach dämonisieren und delegitimieren, sondern sich auf die Theologie der Kirche stützen, die das jüdische Volk dämonisiert.

Der schockierendste Aspekt davon ist, dass die Kirchen mit gerade einmal einer Handvoll Ausnahmen darüber schweigen.

Kirchenführer streiten in der Regel rundheraus ab, dass christlicher Supersessionismus irgendeine zeitgenössische Resonanz findet. Man muss aber nicht sonderlich hart an der Oberfläche der antiisraelischen Äußerungen westlicher Kirchenführer kratzen, um die superssionistischen Anspielungen aufzunehmen.

Es stimmt, dass manche der leidenschaftlichsten proisraelischen Menschen in der heutigen Welt Christen sind, in Amerika und anderswo. Diese tendieren aber dazu bibeltreu zu sein. Die obsessive Feindschaft gegen Israel und den Zionismus, zusammen mit seiner supersessionistischen Untermauerung, ist hauptsächlich bei liberalen Christen zu finden.

Und deren Einfluss – über christliche NGOs und eine weite Bandbreite an anderen öffentlichen und kulturellen Institutionen – ist immens.

Sie beeinflussen nicht nur andere Christen. Selbst an relativ gottlosen Orten wie dem heutigen Großbritannien bedeutet die Annahme, dass Christen für Wahrheit, Gerechtigkeit und Mitgefühl stehen, dass sogar säkulare Menschen dazu tendieren dem zu glauben, was sie sagen. Die bösartigen Lügen, die solche Christen über Israel in die Welt setzen, werden daher als unangreifbar wahr betrachtet.

So extrem sie auch war, die Hetzrede von Chikane auf Zoom illustriert einen noch widerwärtigeren Zustand der Dinge – das stille Einverständnis von Kirchenführern in der zeitgenössischen Mutation der mörderischen Geschichte der Christenheit und ihre bösartige Verbreitung in die kulturellen Arterien des Westens.

[1] Matth. 27,25

[2] Ökumenisches Begleitprogramm in Palästina und Israel

[3] das ist die Dachorganisation britischer Juden