Jesus auf dem Weg nach Jerusalem, wird aber von einer Mauer abgeblockt – in abgeändertem Plakat

Ursprünglich gestaltet, um jüdischen Tourismus ins Heilige Land zu stärken, ist das „Besucht Paläsina“-Plakat zum Symbol palästinensischen Nationalismus geworden

Dov Lieber, The Times of Israel, 6. September 2017

Die Umarbeitung des kultigen „Besucht Palästina“-Plakat zeigt Jesus, Josef und Maria, die vor Jerusalem durch Israels Sicherheitsbarriere blockiert werden (Foto: Judah Ari Gross/Times of Israel)

Vor etwas mehr als 2000 Jahren wurden Maria, Josef und das Baby Jesus auf der Reise von Bethlehem nach Jerusalem von einer gigantischen Betonmauer aufgehalten.

Ganz so wird die Geschichte im Neuen Testament nicht erzählt, aber in einer vor kurzem gedruckten Version des kultigen „Besucht Palästina“-Plakats wie diese Szene aber so dargestellt.

Die Plakate, die in Touristenläden auf dem Markt in Jerusalems Altstadt weithin verfügbar sind, stellen eine grobe Kritik an Israels Sicherheitsbarriere dar, von der die Palästinenser sagen, sie sein ein ungerechtfertigtes Hindernis für ihre Bewegungsfreiheit.

Das Plakat macht sich zudem den aktuellen Trend des palästinensischen Nationalismus zunutze, nach dem Jesus von Nazareth als Palästinenser gilt. Das Plakat suggeriert, sogar Jesus hätte es nicht geschafft von Bethlehem ins moderne Jerusalem zu kommen.

2002, auf der Höhe der zweiten Intifada begann Israel die Barriere, die zum Teil eine Mauer, aber größtenteils ein Zaun ist, entlang der Grenze und innerhalb der Westbank zu bauen, um den Schwarm an Selbstmordbombern und anderen Terroristen aufzuhalten, die hunderte israelische Leben forderten. Die Palästinenser behaupten, die Barriere, die rund 7% der Westbank einnimmt, sei Landraub, der darauf abzielt einen Teil ihres zukünftigen Staates zu stehlen.

Das Plakat mit Maria, Josef und Jesus ist eines in einer Serie palästinensischer Neugestaltungen der kultigen „Besucht Palästina“-Plakate, die erstmals 1936 gestaltet wurden, um für jüdischen Tourismus ins Heilige Land vor der Gründung des Staats Israel 1948 zu werben.

Das kultige „Besucht Palästina“-Plakat wurde erstmals 1936 produziert, um jüdischen Tourismus ins Heilige Land zu stärken. Das Bild ist heute zu einem Symbol palästinensischen Nationalismus geworden. (Judah Ari Gross/Times of Israel)

Nach Angaben eines Artikels im Journal of Palestine Studies von 2015 wurde das originale „Besucht Palästina“-Plakat Franz Krausz für die Tourist Development Association of Palestine erstellt. Krausz war ein österreichisch-jüdischer Immigrant ins (vor-israelische) Palästina in den 1930-ern, der vor dem Holocaust aus Deutschland floh.

Das Plakat wurde 1995 vom Israeli David Tartakover wiederbelebt, der hoffte, es werde eine „Geste der Hoffnung“ im Umfeld der Oslo-Friedensgespräche sein, heißt es in dem Artikel.

Die Neuauflage verbreitete sich in den Palästinensergebieten, wo man es in den PA-Büros, Buchläden und Touristengeschäften sehen konnte, fügte der Artikel hinzu.

2009 gestaltete der palästinensische Künstler Amer Shomali das Plakat um, um die Aussicht auf die Altstadt Jerusalems durch Israels Sicherheitsbarriere zu behindern.

Auf seiner Internetseite verkauft Shomali das Plakat; hierzu schreibt er: „Nach dem Versagen des Friedensprozesses war es an der Zeit für eine dritte Auflage, die den Fehlschlag der beiden vorherigen Punkte erklärt.“

Neuauflage des Kultplakats „Besucht Palästina“ mit Israels Sicherheitssperre (Judah Ari Gross/Times of Israel)

Das Plakat „Besucht Palästina“ ist inzwischen ein bekanntes Tuch für palästinensische Künstler geworden, die israelische Politik kritisieren wollen.

In einer Version wird Jerusalem ersetzt durch den Gazastreifen, wie er von Flugzeugen in Schutt und Asche gebombt wird – ein Verweis auf die israelischen Luftangriffe auf den Streifen während des Konflikts mit der Terrorgruppe Hamas, die die palästinensische Enklave unter ihrer Kontrolle und von dort aus tausende Raketen nach Israel gefeuert hat sowie Tunnel unter der Grenze grub.

Ein einer weiteren Version ist Jerusalem kann Jerusalem durch ein großes Loch in der Sicherheitsbarriere zu sehen, das von gezeichneten Kindern gemacht zu sein scheint, die in Grafiken des britischen Künstlers Bansky auftauchen.

2005 war es Bansky, der als erster die Sicherheitsbarriere in seinem Gemälde „Weihnachtskarte“ als Hindernis für Josef und Maria darstellte.

Advertisements

Die UNO stachelt zu Gewalt auf

First One Through, 31. August 2017

Am 30. August 2017 beschuldigte der UNO-Hochkommissar für Menschenrechte Zeid Ra’ad al-Hussein US-Präsident Donald Trump wegen seiner Kommentare über die Medien der Aufstachelung zu Gewalt.

„Diese Nachrichtenorganisationen als fake zu bezeichnen verursacht enormen Schaden. Ich glaube es könnte auf Aufstachelung hinauslaufen. Auf einer riesigen Kundgebung Journalisten als sehr, sehr schlechte Menschen zu bezeichnen – man muss die Fantasie nicht strapazieren, um zu sehen, was Journalisten passieren könnte.“

Al-Hussein sollte sich seine eigene Organisation, die UNO, genauso wegen der Aufstachelung zum Töten von Israelis ansehen.

Zeid Ra’ad al-Hussein, der Menschenrechtschef der Vereinten Nationen
(Foto: Denis balibours/Reuters)

Ein Schlachtruf für muslimische Jihadisten um israelische Juden anzugreifen lautet, die Al-Aqsa und Jerusalem seien „in Gefahr“. Die drei Araber, die israelische Polizisten im Juli 2017 am Tempelberg töteten, wurden von der Angst aufgestachelt „die Al-Aqsa ist in Gefahr“. Der Mufti von Jerusalem erklärte, die Al-Aqsa sei wegen jüdischer Besuche „in Gefahr“, was die Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden, den bewaffneten Zweig der Fatah, dazu brachte dem Terrorismus grünes Licht zu geben, was 2015 eine Welle der Messer- und Autoramm-Anschläge lostrat.

Und die UNESCO hat sich der terroristischen Propagandaparade angeschlossen. Auf Veranlassung von Jordanien erklärte die UNESCO, sie „entscheidet die Altstadt von Jerusalem und ihre Stadtmauern auf der Liste des gefährdeten Welterbes zu behalten.“

Es gibt in der Welt keinen stärkeren Schlachtruf für jihadistische Gewalt. Und die Weltorganisation gab ihren Segen. Tötet die Juden.

Entmutigendes aus Europa

Montag, 24. Oktober 2005, Großbritannien: Sparschweine wegen muslimischer Befürchtungen verbannt
Agence France Presse

Britische Banken verbannen Sparschweine, weil sie einige Muslime beleidigen könnten. Die Banken Halifax und NatWest haben den Zug angeführt, das zeitlose Sparsymbol nicht mehr an Kinder auszugeben oder in ihrer Werbung zu benutzen, berichtete die Daily Express/Daily Star-Gruppe heute.
Muslime essen kein Schweinefleisch, da die islamische Kultur das Schwein als ein unreines Tier ansieht. Salim Mulla, Sekretär des Lancashire Council of Mosques, unterstützte die Aktion der Banken.
„Das ist ein sensibles Thema und ich denke, die Banken sind einfach höflich gegenüber ihren Kunden“, sagte er.
Die Aktion brachte jedoch von Kritikern auch Vorwürfe verrückt gewordener politischer Korrektheit.
„Als nächstes werden dann Weihnachtsbäume und Krippen verboten und das logische Ergebnis davon wird ein Prozess der kühlen Uniformität“, sagte der Dean of Blackburn, Reverend Christopher Armstrong. „Wir sollten lernen unsere Unterschiede zu feiern, nicht sie zu fürchten.“
Khalid Mahmoud, Abgeordneter der Labour-Party für Birmingham und eines von vier muslimischen Parlamentsmitgliedern in Großbritannien, kritisierte das Sparschwein-Verbot ebenfalls. „Wir leben in einer multikulturellen Gesellschaft und die Traditionen und Symbole der einen Gemeinschaft sollten nicht ausgelöscht werden, nur um einer anderen gefällig zu sein“, sagte Mahmoud. „Ich bezweifle, dass es viele Muslime gibt, die durch Sparschweinen ernsthaft beleidigt w¨ren.“

Es scheint so, dass einige in Großbritannien nichts aus den Anschlägen von London lernen wollen, außer dass man sich den Extremisten beugt, weil man ihre Gewalttätigkeit fürchtet – aber ihnen nur nicht die Stirn bieten sollte. Weite Kreise Europas befinden sich freiwillig bereits im Dhimmi-Status und dazu gehören auch diese Banken.

———-

Donnerstag, 20. Oktober 2005: Stimmung machen gegen Israel (übernommen von JungleWorld)

Ein Resolutionsentwurf, der die EU auffordert, internationale Verträge mit Israel in Frage zu stellen, wurde im spanischen Parlament gebilligt. von maria schuberth und kerstin eschrich

Die Aversion gegen Israel eint in Spanien Nationalisten aller Couleur. Ohne Aufsehen und ohne wahrnehmbare Proteste billigte das spanische Parlament Ende September einen gegen Israel gerichteten Resolutionsentwurf an die Adresse der EU. Eingebracht hatte ihn die linksnationalistische Partei der Katalanen, Esquerra Republicana de Catalunya (ERC).

In dem Entwurf wird die Europäische Union aufgefordert, die internationalen Verträge mit Israel, »speziell die Teile, die den Waffenexport und die wissenschaftliche und technische Kooperation betreffen, zu überprüfen«. Kritisiert wird u.a. die so genannte »Isolationsmauer«, ohne dass die Angriffe palästinensischer Terrorgruppen erwähnt werden. Überwacht werden solle, ob sich Israel gemäß der »Werte und Prinzipien der Union, in Bezug auf Menschenrechte und die Anwendung des internationalen Rechts«, verhalte. Wenn dies nicht gewährleistet sei, sollten die Verträge mit der EU zur Disposition gestellt werden.

Protest dagegen kam nur von einigen pro-israelischen Gruppen. Die Verantwortlichen der Internetseite von es-israel.org riefen dazu auf, Protestbriefe an Ministerpräsident Jose Luis Rodríguez Zapatero zu schicken. Sie kritisierten, dass es sich »um eine Resolution handelt, die den islamisch-palästinensischen Terror in keiner Weise verurteilt« und die »Israel das Recht abspricht, sich gegen Terrorakte zu verteidigen«. Der Beschluss des Parlaments, den Resolutionsentwurf anzunehmen, sei nichts weiter »als eine Beleidigung der Israelis und des Staates Israel«.

Die ERC hatte Mitte Mai einen noch schärfer formulierten Antrag für einen Resolutionsentwurf im Parlament eingebracht. »Wir halten eine eindeutige Haltung der demokratischen europäischen Staaten gegenüber Ariel Sharons Politik der vollendeten Tatsachen für notwendig. Unter dem Vorwand der Sicherheit darf die andauernde Verletzung der Menschenrechte, unter der die Bevölkerung der besetzten Gebiete in Gaza und Westbank leidet, nicht weiterbetrieben werden«, begründete der parlamentarische Sprecher der ERC, Joan Puigcercós i Boixassa, damals das Ansinnen seiner Partei. Vorgesehen war, die Beziehungen zwischen Spanien und Israel bzw. Europa und Israel größtenteils sofort zu unterbrechen und erst dann wieder aufzunehmen, wenn alle Bedingungen, die an Israel gestellt werden, erfüllt seien. Die Partei hat den Antrag in den vergangenen Monaten noch einmal überarbeitet und das Ansinnen an die EU weniger fordernd formuliert. Grundsätzlich blieben die Anschuldigungen und Drohungen gegen Israel jedoch die gleichen.

Die ERC hat sich in den vergangenen Monaten international in Verruf gebracht hat. Der Parteiführer der katalanischen Linksnationalisten, Josep-Lluis Carod-Rivera, verließ im Juni unter Protest die Gedenkfeier zum zehnten Jahrestag der Ermordung des israelischen Premierministers Yitzhak Rabin, da nur die spanische, nicht aber die katalanische Flagge aufgezogen war. Zudem entfernte er aus dem gleichen Grund die spanische Fahne auf dem Trauerkranz zum Gedenken an die Opfer des Holocaust.

Weniger Probleme hatte Carod-Rivera bei der Beerdigung von Jassir Arafat im vergangenen Jahr. Damals legte er unbeanstandet die katalanische Fahne auf das Grab. Der israelische Botschafter in Spanien hat in den vergangenen Monaten wiederholt verlangt, die Schulbücher, in welchen das amerikanische Gefängnis in Guantanamo mit NS-Konzentrationslagern verglichen wird, endlich aus den katalanischen Schulen zu entfernen. In dem Buch, das als didaktisches Lehrmaterial für die Oberstufe vorgesehen ist, werden die Schüler außerdem aufgefordert, Vergleiche zwischen NS-Deutschland und Israel zu ziehen.

Das spanische Parlament hat festgelegt, im Mai kommenden Jahres endgültig über die Resolution gegen Israel abzustimmen

Spanien outet sich immer mehr als eines der EU-Länder, die am hässlichsten gegen Israel hetzen. Dort lernt man offensichtlich selbst aus den Anschlägen von Madrid nur, dass man Terroristen hofieren muss.

———-

Mittwoch, 28.09.2005 Israelnetz – Gerard Araud, französischer Botschafter in Israel, bezweifelt den Nutzen, die Hisbollah auf die Liste verbotener Terror-Organisationen der Europäischen Union (EU) zu setzen. Nach Angaben der Tageszeitung „Jerusalem Post“ drängt Israel schon lange zu diesem Schritt. Es würde aber „keinen Unterschied“ machen, sagte der Botschafter während einer Vorlesung, die er am Dienstag an der Universität Bar-Ilan in Ramat Gan hielt.

Nach Ansicht Arauds ist der Nutzen für Israel diesbezüglich zweifelhaft: Die Indizierung der Terrorgruppe sei der israelischen Sache abträglich: „Würde die Hisbollah in der EU als Terror-Organisation gekennzeichnet werden, gäbe dies den Arabern Anlass, sich in ihrer Annahme eines amerikanisch-zionistischen Komplotts bestätigt zu fühlen und den Rest der Welt gegen sich verschworen zu wissen.“ „Frankreich“, so meinte der Botschafter, „will die arabische Welt nicht in diesem Glauben bestätigen.“ Vielmehr gehöre es zum erklärten Ziel Frankreichs, die Hisbollah an einem demokratischen Prozess teilhaben zu lassen, um der Organisation damit begreiflich zu machen, dass in einem solchen kein Platz für Waffen und Terrorismus sei. Araud betonte allerdings auch das gemeinschaftliche Interesse Frankreichs und Israels, die Hisbollah zu entwaffnen.

Den Unsinn, den Frankreich da über seinen Botschafter von sich gibt, betreiben die Europäer schon seit 1920. Und was ist die Folge? Die Terroristen finden sich samt und sonders in ihren Handlungen und Denkweisen bestätigt. Warum auch nicht? Wenn die bekloppten Europäer tun, was die Araber wollen? 
Der Botschafter will die Hisbollah nicht in ihrem Tun und Denken bestätigen? Die Hisbollah lernt gerade (zum wiederholten Male!), dass genau das geht, was der französische Botschafter verhindern will: Man kann am demokratischen Prozess teilhaben, obwohl man die Waffen und den Terror nicht aufgegeben hat! Was anderes ist das, was da abläuft? Das angebliche französische Ziel kann nur erreicht werden, wenn der Hisbollah der Zugang zu den demokratischen Institutionen verweigert wird, sonst haben sie genau das erreicht, was angeblich verhindert werden soll: Sitz und Stimme da, wo Demokratie stattfinden soll. Was Frankreich da fabriziert ist wie ein Restaurant-Besitzer, der der Mafia Schutzgeld zahlt um ihr zu zeigen, dass sie damit keinen Erfolg haben kann! Europas Politik ist wirklich vom Schwachsinn durchsetzt.

———-

Mittwoch, 21.09.2005 – Der englische „Guardian“ berichtet über ein Papier der EU-Kommission, mit dem die Medien zu einer verantwortlicheren Berichterstattung und Umgang mit Terroristen und Terrorismus motiviert werden sollen. Darin scheinen einige sinnvolle Dinge zu stehen, z.B. soll die Vermittlung von Kontakten zwischen Terroristen überdacht werden und es wird davor gewarnt die Propaganda der Terroristen zu verbreiten.
Der Hammer kommt am Schluss: Es wird gefordert, dass man davon Abstand nimmt von „islamischem Terrorismus“ zu reden. Zitat „Guardian“: In einem Versuch sicherzustellen, dass die riesige Mehrheit der friedlichen Muslime nicht als Terror-Sympathisanten hingestellt werden, sagt das Papier: „Die Kommission glaubt, dass es so etwas wie ‚islamischen Terrorismus‘ genauso wenig gibt wie ‚katholischen‘ oder ‚roten‘ Terrorismus… Der Tatsache, dass einige Einzelpersonen ohne Skrupel versuchen ihre Verbrechen im Namen einer Religion oder einer Ideologie zu rechtfertigen, kann keinesfalls zugelassen werden … einen Schatten auf solch eine Religion oder Ideologie zu werfen.“

Halten wir fest, was uns die EU-Kommission da sagt: Die „RAF“ und die „Roten Brigaden“ waren keine Kommunisten/Sozialisten und dürfen nicht als solche bezeichnet werden. Der Neonazi, der damals die Bombe am Oktoberfest legte, darf nicht als rechtsradikaler Terrorist bezeichnet werden. Die jeweilige Tätertruppe ware auf wenige Dutzend Personen beschränkt. Und von durchgeknallten Einzelpersonen ist auch noch zu sprechen, wenn es sich z.B. um 160.000 Briten handelt, die die Anschläge von London am 7.7. befürworten und mehr ankündigen. Fragt sich also, wann man nicht mehr von „Einzelpersonen“ reden soll – bei 1 Million? 2 Millionen? Und in welcher geographischen Region: nur in einem Staat; auf einem Kontinent; oder einer überregionalen politischen Einheit.
Die EU-Kommission entblödet sich also nicht, einmal mehr dafür zu sorgen, dass die Augen von den Realitäten verschlossen werden. Natürlich sind nicht alle Muslime Terroristen, ganz im Gegenteil. Aber umgekehrt zu behaupten, dass die Terroristen keine Muslime seien und nur eine marginale Gruppe, ist nicht viel anders als zu sagen die Nazis seien keine Deutschen gewesen oder die Bolschewiken von 1917 keine Russen.

———-

Jerusalem Post, 12. Juni 2005 – Belgien: Die PA-Schulbücher sind nicht antisemitisch

Obwohl ein neuer Bericht feststellt, dass einige Schulbücher der PA Beschreibungen der „Protokolle der Weisen von Zion“ als „integralen Bestandteil“ des Zionismus darstellen, der in einer geheimen Resolution auf dem ersten Zionistischen Kongress beschlossen wurde, sagt die belgische Regierung, dass sie weiterhin die Produktion der Schulbücher finanzieren wird und sie nicht als beleidigend ansieht.
„Wir fanden die Schulbücher in keinster Weise antisemitisch“, sagte ein Sprecher des Pressebüros der belgischen Regierung gegenüber der Jerusalem Post am Telefon. „Wir haben einen Prüfungsprozess, der die Bücher durchgeht und sie liest. Es hat in der Vergangenheit einige Unstimmigkeiten deswegen gegeben, aber wir haben Leute, die sich das ansehen.“
Andere Länder könnten allerdings Zweifel haben. Finnland, Italien und die Niederladne haben zwar in der Vergangenheit auch Hilfen für die PA-Schulbücher gezahlt, aber die Bücher aus diesem Jahr nennen nur Belgien und „arabische Nationen“ als Helfer…
Die Beschreibung der „Protokolle“ ist eine von vielen antizionistischen und antisemitischen Stellungnahmen, die in PA-Schulbüchern gemacht wird, so ein Bericht, der vom Center for Monitoring Impact of Peace (CMIP) am Montag herausgegeben wurde.
Der 122 Seiten starke Bericht stellt fst, dass Israel aus allen Landkarten des Nahen Ostens weggelassen wird und dass palästinensische Märtyrer als „heroische“ Kämpfer gegen die „Besatzungsmacht“ dargestellt werden.
„Unglücklicherweise ist die ganze Operation der PA neue Schulbücher zu herauszubringen, bezüglich der von der internationalen Gemeinschaft gesetzten Standards unzureichend“, sagte Arnon Groiss, der den Bericht schrieb. „Bis massive Veränderungen gemacht werden, glaube ich nicht, dass die Schulbücher der Autonomie zum Frieden beizutragen. Das Gegenteil ist der Fall.“
Das PA-Bildungsministerium konnte nicht zu Stellungnahmen erreicht werden und rief auch nicht zurück.
Ein Dokument auf der Internetseite des Ministeriums sagte besagt allerdings, dass die Frage der Hetze in PA-Schulbüchern „ein Mythos“ sei.
Das Dokument des Ministeriums behauptet, das CMIP betreibe einen „organisierten Kreuzzug gegen die palästinensische Bildung“ und leugnet auch, dass PA-Schulbücher zum Hass auf Juden hetzen; es sagt, das es in der Tat israelische Schulbücher seien, die Hass auf Palästinenser schürten…
In einer „Studie zur Auswirkung auf den palästinensischen Lehrplan“… schlossen die Untersuchenden, dass „es im Licht der Diskussion, die von Vorwürfen der Aufheizung zum Hass und anderer Kritik an den palästinensischen Schulbüchern überhaupt keine Belege gibt, dass das als Ergebnis der Lehrpläne passiert.“
Der Bericht fügt an, dass Gewalt von „Soldaten und Siedlern, die in die Straßen und Schulen schießen“, und die „Besatzung“ die palästinensischen Kinder von der Verwirklichung demokratischer Werte abhielten.
Mitglieder des CMIP führen an, dass andere Länder ihre Gelder wegen der Inhalte zurückzogen, aber Offizielle in diesen Ländern nicht für Stellungnahmen erreicht werden konnten.

Es ist unglaublich, wie die belgische Regierung und Verwaltung schlicht nicht nur ignoriert, was an Antisemitismus in der PA stattfindet und den Kindern eingeimpft wird, sondern sogar behauptet, trotz der Darstellung der antisemitischen Fälschung der „Protokolle der Weisen von Zion“ als Grundlage des Staates Israel sagt, es gebe keine Hetze gegen Israel und nur Israel sei schuld daran, wenn die Palästinenser nicht wie normale Menschen lebten. Das an sich geht schon in antisemitisches Verhalten der belgischen Regierung.

———-

29. März 2005 – Ein hochrangiger Offizieller der EU hat zugegeben, was die EU-Nahostpolitik antreibt (und damit, wie unmoralisch sie ist):

EU-Parlamentspräsident Josep Borrell Fontelles gab der Jerusalem Post ein Interview:

„Die EU, die die Palästinensische Autonomiebehörde mit der Hälfte der eine Milliarde Europäischer Hilfsgelder versorgt, ist im Nahen Osten kein selbstloser Spieler“, sagte Borrell. Mit seiner wachsenden muslimischen Bevölkerung stellt Europa fest, dass Gewalt im Nahen Osten zu Unruhe innerhalb seiner eigenen Grenzen führt, sagte er.

Mit anderen Worten: Die EU zahlt Schutzgelder an die Palästinenser, damit diese die Muslime in Europa nicht aufhetzen. Sehr moralische Handlugsweise. Wenigstens ist der EU-Parlamentspräsident entweder offen oder dumm genug gewesen das zu sagen.

———-

17. März 2005 – Jetzt ist der Bericht von OLAFda. Man möchte fast erleichtert aufatmen. Nur: Er ist mehr oder weniger ein Reinwaschen der EU-Zahlungen mit ein wenig „du-du-du“-Fingerzeig, dass die Möglichkeit nicht ausgeschlossen ist, dass Gelder missbraucht wurden; u.a. berichtet die ICEJ:
EU: Keine Beweise für Terrorfinanzierung durch EU-Hilfsgelder – Die europäische Betrugsbekämpfungsbehörde OLAF erklärte am heutigen Donnerstag, es gebe „keine schlüssigen Beweise“ dafür, dass EU-Hilfsgelder an die PA zur Unterstützung von Terrorgruppen oder antiisraelischer Propaganda verwendet worden seien. Gleichzeitig hieß es aus Kreisen der Behörde, es müssten künftig Sicherheitsklauseln bei Finanzhilfen an die Palästinenser eingefügt werden, da die Möglichkeiten des Missbrauchs aufgrund unzureichender palästinensischer Prüfungsmechanismen nicht ausgeschlossen werden könnten. Israel hatte nach der Militäroperation Schutzwall im Frühjahr 2002 in Arafats Hauptquartier beschlagnahmte Dokumente vorgelegt, welche direkte Geldzuweisungen Arafats an Terrorgruppen belegten.

Mit anderen Worten: Weil Arafat keine genaue Auflistung hat, welche Gelder von wem kamen und wohin genau diese Gelder jeweils liefen, ist kein Beweis da. Die von ihm geschriebenen Anweisungen für Terroristen und Lügenpropaganda sind also wohl ausschließlich mit Geldern anderer Geldgeber getätigt worden, die EU-Gelder flossen ausschließlich in die „richtigen“ Kanäle und Projekte. Für wie bescheuert müssen wir eigentlich sein, uns so etwas vorsetzen zu lassen?

———-

OLAF ist verdächtig langsam bei Bericht über palästinensischen Betrug

David Frankfurter, The Sprout, Februar 2005

Zuzusehen, wie internationale Körperschaften Skandale vertuschen, ist eine der beliebtesten Zuschauer-Sportarten geworden; sie sucht ihresgleichen, seit im Kolosseum von Rom die Löwen los gelassen wurden. Eine 219 Seiten starke, unabhängige Untersuchung des irakischen „Öl für Lebensmittel“-Skandals kategorisiert das 64 Millionen Dollar-Pogramm als durchdrungen von politischer Begünstigung und Missmanagement.

Die Masse hielt den Daumen nach unten. Kongress-Untersuchungen, der New Yorker Staatsanwalt und andere Gladiatoren bereiten sich jetzt darauf vor, die sich duckenden UN-Beamten anzufallen, was mit dem Zyprioten Benan Sevan beginnt, der das Programm einmal leitete. Die UNO scheint ihre Lektion gelernt zu haben. Mit massiven Hilfspaketen für die Tsunamiopfer in Südost-Asien hat Kofi Anan dankbar das kostenlose Angebot der internationalen Buchprüfer PriceWaterhousCooper angenommen, die Verteilung der Hilfen zu verfolgen und jeden Vorwurf des Betrugs, der Verschwendung oder des Missbrauchs zu untersuchen.

Näher an der Heimat rufen die Zuschauer ebenfalls nach Blut. Als 169 Mitglieder des Europäischen Parlaments eine Untersuchung verlangten, wohin die Millionen von Euro verschwunden sind, die an seit den Oslo-Vereinbarungen an die palästinensische Autonomiebehörde überwiesen wurden, konnte die Entlastung durch ein Parlaments-Komitee die Öffentlichkeit nicht überzeugen. Das Amt für Betrugsermittlung (OLAF) verkündete dann seine eigene Untersuchung. Nach 18 Monaten des Tee trinkens, Dienstreisen auf Steuerzahlerkosten in den Nahem Osten, erklärte es, dass bisher noch nichts aufgetaucht sei, aber OLAF konnte nicht länger die weit verbreiteten Berichte ignorieren, dass EU-Hilfen entweder in Korruption oder zur Finanzierung von Terroranschlägen auf israelische Zivilisten abgeleitet wurden.

OLAF versprach schließlich, seinen endgültigen Bericht im Dezember 2004 vorzulegen, doch der ist immer noch nicht in Sicht. Selbst die Palästinenser haben vom Warten die Nase voll. Bei einem seiner ersten Treffen mit Vertretern der Fatah und Journalisten wurde dem neuen palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas in unmissverständlichen Worten gesagt, dass er, bevor er sich um eine Waffenruhe mit Israel kümmert, „er zuerst das Kabinett entlassen solle, weil viele seiner Mitglieder korrupt sind“. Die Palästinenser lassen sich durch die Nutzung der Weltbank als Weiterleiter seiner fortgesetzten Hilfen nicht zum Narren halten, da diese in der Regel in die Hände derselben skrupellosen Beamten gegeben werden.

Zwei Jahre, nachdem OLAF seine „Untersuchung“ begann und nach Monaten des Wartens auf seine Erkenntnisse, muss der EU-Steuerzahler zu dem Schluss gekommen sein, dass die Löwen von OLAF echte Schmusekatzen sind, gezähmt und zum Händelecken genau der feisten Bürokraten dressiert sind, die ihnen ihre Milchschalen vorsetzen. Und anders als Gladiatoren erfreuen sie sich natürlich des Nutzens der Immunität durch EU-Gesetzgebung.

———-

Text der Erklärung der Präsidentschaft der Europäischen Union zur Gewalt in Israel und den besetzten Gebieten vom 1. Oktober 2004:

Vorab-Bemerkung von IMRA: Da der Minister zwar die toten Kinder von Sderot erwähnt, aber die ermordete Joggerin unerwähnt lässt, könnte man zu der Auffassung kommen, dass diese 36-jährige Mutter Freiwild war, schließlich befand sie sich – wenn auch nur knapp – innerhalb des Gazastreifens. 
Diese Bemerkung finde ich zwar übertrieben, aber angesichts dieser peinlich Fakten verdrängenden Stellungnahme des Ministers habe ich etwas Verständnis dafür.

Außenminister Bot (Niederlande) drückte in seiner Funktion als Präsident des Ministerrats der Europäischen Union große Sorge wegen des fortgesetzten Kreislaufs gewalttätiger Vergeltungsmaßnahmen in Israel und den besetzten Gebieten aus. [Gleich zu Beginn eine unverschämten Fehldarstellung: Die Militäraktionen sind keine „Vergeltung“, wie der Minister behauptet, sondern polizeiliche Aktionen gegen Terroristen zur Verhinderung von weiterem Raketenbeschuss.] Minister Bot verurteilte den Raketenangriff vom Mittwoch auf Sderot, der den Tod zweier israelischer Kinder zur Folge hatte und drückte den Familien sein Mitleid aus. [Das hat den Israelis schon immer am meisten geholfen, dass die EU etwas nicht in Ordnung heißt, was die Palästinenser machen. Die Familien sind sicher sehr berührt von diesem Kondolenzgruß!] Er wiederholte, dass die Europäische Union voll und bedingungslos alle Formen des Terrors ablehnt und rief einmal mehr die Autonomiebehörde auf streng gegen die Planer und Täter dieser Art von Gräueltaten vorzugehen. [Immer dasselbe Blabla, aber wann folgen mal Taten? Konsequenzen? Aktionen, die den Terroristen und ihren Kommandeuren weh tun? Die Arafat zeigen, dass er etwas unternehmen muss? Dazu kann sich in Europa immer noch keiner aufraffen! Arafat ist ein Heiliger und sein Nichtstun darf nicht bestraft werden!]

Minister Bot bezeichnete die darauf folgenden israelischen Militäraktionen im Gazastreifen als unverhältnismäßig, [Was auch sonst? Egal, was Israel tut, es wird als falsch oder übertrieben dargestellt. Eine funktionierende Alternative – außer dem kollektiven Selbstmord Israels – ist noch nie geliefert worden!] da diese auch das Leben von unschuldigen Zivilisten, darunter Kinder, forderten und viele Verletzte zurückließen. [Es fehlt natürlich jeglicher Hinweis darauf, dass diese Zivilisten entweder die Terroristen (= Kombattanten) decken oder sich zumindest als menschliche Schutzschilde missbrauchen lassen. Dieses Verhalten der Terroristen wird auch nicht kritisiert, nur Israel, das sich gegen diese Mörder wehren muss.] Minister Bot drückte den betroffenen Familien sein Mitleid aus. Er wiederholte die Haltung der Europäischen Union, dass Israel das Recht hat seine Bürger vor Terroranschlägen zu schützen, aber dass die Ausübung dieses Rechts innerhalb der Grenzen des internationalen Gerichts statt finden sollte. Er rief Israel auf die Vierte Genfer Konvention voll zu beachten. [Das ist der blanke Hohn! Wenn Terroristen sich zwischen Zivilisten oder in zivilen Einrichtungen verbergen können, dann verlieren diese nach der Genfer Konvention ihren zivilen Status! Und Kritik an den Terroristen wegen ihres Handelns – Nutzung von Zivilisten und zivilen Einrichtungen – weiterhin Fehlanzeige!]

Minister Bot drängte Israel und die Palästinenser die langfristigen Folgen ihres Handelns zu bedenken, das lediglich die Lage aufheize und ablehnenden Kräften als Vorwand diene die Suche einer friedlichen Lösung des Nahost-Konflikts entgleisen zu lassen. Minister Bot betonte, dass der einzige Weg einen dauerhaften Frieden im Nahen Osten zu erreichen durch die Wiederaufnahme der Sicherheits-Kooperation und direkter Verhandlungen zwischen den Parteien sei, wie sie von der Road Map gefordert sind. [Hat sich der Herr Minister je gefragt oder in Zweifel gestellt, dass die Truppen auf der arabischen Seite vielleicht gar keinen Frieden wollen, solange es das „jüdische Gebilde“ gibt? Aber es kann ja nicht sein, was nicht sein darf. Also stecken wir den Kopf in den Sand und behaupten, beide Seiten wollten den Frieden, seien aber zu dumm, ihn auf die richtige Weise anzugehen.]

Diese Stellungnahme des Ministers ist politischer Unsinn, der so völlig von der Realität losgelöst ist, dass ich mich frage, ob wir es in Europa nur mit Inkompetenz oder mit Demenz oder mit böswilligem Antiisraelismus zu tun haben!

———-

Israelnetz-Newsletter vom 6.11.2003
Bild von „blutrünstigem“ Scharon zur „Karikatur des Jahres“ gewählt

LONDON (inn) – In Grossbritannien ist eine äußerst umstrittene Zeichnung zur „Politischen Karikatur des Jahres“ gewählt worden. Das Bild zeigt Israels Premierminister Ariel Scharon nackt, wie er einem Baby den Kopf abbeißt, während israelische Hubschrauber im Hintergrund mehrere Gebäude bombardieren.

Für den Wettbewerb hatten führende britische Karikaturisten insgesamt 35 Zeichnungen zur Abstimmung eingereicht.

Die jährliche Veranstaltung der „British Political Cartoon Society“ wurde von der britischen Tageszeitung „The Independent“ gesponsert.

Dave Brown, Zeichner der umstrittenen Karikatur, bedankte sich bei der Preisvergabe ausdrücklich bei der israelischen Botschaft. Durch ihren Protest habe diese dazu beigetragen, dass die Zeichnung so bekannt wurde. Nett, nicht? Es reicht nicht nur, Verleumdungen zu verbreiten; es reicht auch nicht, sie dann zu prämieren. Nein, das Opfer muss auch noch verhöhnt werden!

Die Karikatur wurde am 27. Januar – zum Holocaustgedenktag – anlässlich Scharons Wiederwahl in der „Independent“ veröffentlicht. Israels Premier, die israelische Botschaft und verschiedene jüdische Organisationen hatten dagegen bei der Selbstkontrollinstanz der britischen Presse (PCC) erfolglos Beschwerde eingelegt. Sie bezeichneten die Karikatur als antisemitisch. Diese belebe das alte Bild, Juden würden nichtjüdische Kinder ermorden, weil sie deren Blut bräuchten.

———-

Ha’aretz, 22. November 2003: „EU-Rassismuswächter streichen Antisemitismus-Bericht“
übermittelt von IMRA, 23.11.03

Reuters

London – Ein Bericht über Antisemitismus in Europa ist von den Rassismus-Wächtern der EU gestrichen worden, nachdem sie feststellten, dass muslimische und pro-palästinensische Gruppen hinter vielen der Vorfälle steckten, berichtet die Financial Times am Samstag. Das European Monitoring Centre on Racism and Xenophobia (EUMC) entschied, den Forschungsbericht nicht zu veröffentlichen, nachdem es Zusammenstöße mit seinen Autoren über deren Definition von Antisemitismus gab, der antiisraelische Akte einschloss, schreibt das Blatt.

„Die Entscheidung nicht zu veröffentlichen, war eine politische“, sagte eine Quelle, die den Bericht kennt gegenüber der Financial Times. Er sagte, der Bericht habe einen „Trend zu muslimischem Antisemitismus aufgedeckt, während es ebenfalls auf der Linken eine Mobilisation gegen Israel gibt, die nicht immer frei von Vorurteilen ist.“

Der Bericht wurde von der EUMC in Folge eines Hochs an antisemitischen Aktivitäten Anfang 2002 in Auftrag gegeben. Seine Ergebnisse sickerten nur eine Woche nach einem Bombenanschlag auf eine jüdische Schule bei Paris und Selbstmord-Anschlägen gegen zwei Istanbuler Synagogen durch.

Ein von der Zeitung nicht genanntes stellvertretendes Kommissions-Mitglied bestätigte, dass die Direktoren der EUMC die Studie als einseitig ansahen und fügte hinzu, dass sie die Konzentration auf muslimische und pro-palästinensische Täter als hetzerisch bewerteten.

Ein Auszug des Berichts, den die Financial Times in die Hände bekam, besagte: „… es kann geschlossen werden, dass die antisemitischen Taten im Beobachtungszeitraum vor allem von Rechtsextremen und radikalen Islamisten bzw. jungen Muslimen begangen wurden.“

Beate Winkler, EUMC-Direktorin, sagte der Zeitung gegenüber, der Bericht sei wegen zeitlicher Probleme und wegen der übermäßig komplizierten Definition des Antisemitismus gestrichen worden.

„Natürlich gibt es Personen arabischer Herkunft, die solche Taten begehen. Das wird in unserem nächsten Bericht ansgesprochen werden“, fügte sie hinzu.

Was soll man davon halten? Eine EU-Einrichtung wagt sich nicht, die Ergebnisse einer Studie zu veröffentlichen, weil die falsche Gruppe einen Großteil der Verbrechen begangen hat! Was ist das? Blindheit? Feigheit? Dummheit? Mit politischer Korrektheit kann das nicht meh rerklärt werden, wie die EU-Vertreter die Augen vor Tatsachen verschließen und nicht wahr haben wollen, was Fakt ist. Kann man wirklich so dumm, blind, verblendet sein? Die EU (und nicht nur die) beweist immer wieder, dass es nichts gibt, was es nicht gibt!

———-

Ha’aretz hat inzwischen den vollen Text des Berichts (auf Englisch) ins Internet gestellt.

Arutz-7-Newsletter vom 19. November 2003: Israel gegen Europa und die UNO

Selbst während die Al Aksa-Märtyrerbrigaden von PLO-Führer Yassir Arafats Terror-Organisation Fatah die Verantwortung für die Beschießung übernahmen,* die am Dienstag zwei IDF-Soldaten das Leben kostete, bezeichnen Europäische Führer Israels Boykott-Politik gegenüber offiziellen EU-Repräsentanten, die sich mit Arafat treffen, „inakzeptabel“.

Offizielle berichten, dass die Entscheidung zum Boykott während eines Treffens zwischen Außenminister Silvan Schalom und den EU-Außenministern getroffen wurde. Außenminister Schalom warnte seine EU-Kollegen, dass, so lange Yassir Arafat auf der Bühne verbleibt, es keinen Fortschritt in Richtung Frieden zwischen Israel und der PA geben werde. Trotzdem wird der neue EU-Nahostbeauftragte Marc Otte von Israel als „akzeptabel“ angesehen und die Kontaktperson zwischen Israel und der EU bleiben, auch wenn er sich mit Arafat trifft.

Der britisch Außenminister Jack Straw erklärte, wenn Israel auf seiner Haltung beharre, würden er und andere sich entscheiden, dem jüdischen Staat fern zu bleiben. Als EU-„Außenminister“ Javier Solana die europäische Haltung erklärte, bestand er darauf, dass ARafat kein Hindernis für den Frieden ist, sondern Teil des Prozesses und eine notwendige Komponente zukünftiger Gespräche.

Ein kürzlich ausgestrahlter Bericht der BBC bestätigt dagegen, dass die Autonomiebehörde an die Al Aksa-Märtyrerbrigaden monatlich mindestens $50.000 jeden Monat zuschustert. Nach den Worten eines Fatah-Terroristen, den BBC Radio interviewte, hat Arafat, fest in Kontrolle über die PA-Gelder, die Brigaden nicht aufgefordert, die Anschläge einzustellen. Darüber hinaus haben israelische Sicherheitsbeamte die PA für die Erleichterung des Terros gemacht, da sie eine „Drehtür-Politik“ betreibe, die den Anschlag von Dienstag direkt ermöglichte. In Bethlehem, wo die PA weiterhin für die Sicherheit sorgt, wurden durch die Autonomiebehörde sechs gesuchte Terroristen verhaften und jeder einzelne von ihnen sofort wieder frei gelassen.

Die Europäische Union forderte Israel auch auf, den Bau des Antiterror-Teilungszauns zu stoppen, der die Selbstmord-Bomber und andere Terroristen vom Eindringen in das Israel von vor 1967 aus den Autonomiegebieten abhalten soll. Eine Erklärung der EU, die am Dienstag den Medien gegenüber abgegeben wurde, fügte hinzu, dass der fortgeführte Bau des Zauns „weitere humanitäre und wirtschaftliche Härten für die Palästinenser verursachen würde… Tausende Palästinenser westlich des Zauns würden von wichtigen Diensten in der Westbank abgeschnitten, Palästinenser östlich des Zauns werden den Zugang zu Land und Wasserressourcen verlieren.“

UNO-Generalsekretär Kofi Anans persönlicher Repräsentant für den Südlibanon, Staffan di Mistura, sprach eine weitere israelische Front gegen den Terrorismus an: den Südlibanon. Er forderte Israel einmal mehr auf, die Verletzungen des libanesischen Luftraums einzustellen. Es wird berichtet, dass israelische Jets Hisbollah-Vorposten und Lager entlang der südlibanesischen Grenze überfliegen; das ist eine Folge der fortgeführten Hisbollah-Bemühungen, IDF-Soldaten entlang der Grenze anzugreifen und Raketen auf nordisraelische Städte abzuschießen. Nach dem Boten des UN-Chefs sind in den letzten Wochen 9 Verletzungen der Grenze über den südlichen und östlichen Libanon registriert worden.

Na Klasse: Die EU verschließt weiter die Augen von den Tatsachen – und will den Oberterroristen Arafat weiter hofieren und ihm die Macht überlassen; vor allem aber ihn für seinen Terror nicht zur Kenntnis nehmen und sogar noch belohnen. Wann wachen die endlich auf?
Und die UNO-Führung? Da wird nicht mit einem einzigen Wort auf die Verletzungen israelischer Rechte durch den Libanon, Syrien und Hisbollah eingegangen. Lebenswichtige Aufklärung soll Israel verboten werden. Ich unterstelle Herrn Anan bald, dass er gezielt gegen Israel agiert und die arabischen Vernichtungsziele befürwortet!

* Inzwischen wird berichtet, dass der Mann auf eigene Faust gehandelt hat; er ist ein Sicherheitsbeamter und wurde von der PA festgenommen. Vor dem Gefängnis in Bethlehem „demonstrierten“ heute (20.11.03) gut 100, zum Teil bewaffnete „Sympathisanten“, darunter viele seiner Kollegen, für seine Freilassung. Die Al Aksa-Märtyrerbrigaden haben angekündigt, dass sie weiter Anschläge in Israel verüben wollen.

———-

TheMediaLine berichtet im Newsletter vom 29. Juni 2003:
EU-Kommission: Hamas keine Terrororganisation

Die Europäische Kommission hat eine Forderung von US-Präsident George W. Bush abgelehnt, Hamas als Terrororganisation aufzulisten. In einer Rege am Mittwoch in Washington forderte Bush, dass die Euopäer daran gehen, die Sammlung von Geldern für und die Unterstützung der Hamas im gesamten Kontinent, besonders aber unter den jeweiligen muslimischen Immigranten, angehen. Am Freitag lehnte die EU den amerikanischen Wunsch ab und entschied sich, das Konzept der „politischen“ und „militärischen“ Flügeln aufrecht zu erhalten und argumentierte, dass Hamas wichtig für den Friedensprozess ist und daher „engagiert“ bleiben solle.
Ich frage mich, wie verlogen die EU weiter Politik machen will. Wären diese Kommissare auch bereit, NS-Organisationen wie den BDM, die HJ oder auch „Kraft durch Freude“ als von Hitler trennbar anzusehen und deren „soziale Leistungen“ und „wichtige gesellschaftliche Funktionen“ zu betonen?

———-

Frankreich widersetzt sich Kampagne zur Isolierung von Hamas und Arafat
Arutz-7, 18. Juni 2003

IDF-Chef Generalleutnant Mosche Yaalon ließ gestern Abend anklingen, dass die Armee die Bomben-Kampagne gegen Hamas empfahl – „und sie hat ihren Wert gezeigt“. Yaalon sagte, dass der Sinn war, „ein paar Tage verrückt zu spielen“ und dadurch einen Prozess in Gang zu setzen, der internationalen Druck auf Hamas bringen würde – was auch tatsächlich begonnen hat.

Yussef Ibrahim vom Außenpolitischen Rat sagte gestern Abend im Nachrichten-Kanal Fox, dass es keinen Unterschied zwischen Hamas und Al Qaida gibt – außer, dass Hamas sich mehr Unterstützung in der muslimischen Welt und besonders in der PA erfreut. Er sagte, dass Hamas daher als Verhandlungspartner sein müsse, statt mit Gewalt entwaffnet zu werden. Ibrahim unterstützt damit die Minderheitsmeinung Frankreichs in der EUropäischen Union. Der britische Außenminister Jack Straw und Miguel Moratinos, der EU-Gesandte im Nahen Osten, sagten, dass die EU die Hamas komplett verbieten müsse und ihre finanzielle Unterstützung beenden müsse – aber Frankreich hat bisher diese Entscheidung mit einem Veto verhindert.

Ähnlich versucht Frankreich, die von Israel und den USA über PLO-FÜhrer Yassir Arafat verhängte politische Eiszeit zu beenden. Frankreichs Außenminister Dominique de Villepin sagte diese Woche, Italiens Premierminister Silvio Berlusconi habe bei seinem jüngsten Besuch in Israel, bei dem er nur Premierminister Ariel Sharon traf und Arafat boykottierte, „die europäische Position nicht zufrieden gestellts“. Gestern antwortete Berlusconi, indem er sagte, die französischen Politiker hätten „eine gute Gelegenheit verpasst, den Mund zu halten“. Berlusconis Statement war das Echo auf Chiracs Bemerkung an die osteuropäischen Staatsmänner wegen ihrer standhaften Unterstützung der USA vor dem Krieg im Irak.

———-

The MediaLine, Nachrichten-Newsletter vom 19.01.2003:
Unterschiedliche britische Maßstäbe

Von einem britischen Embargo auf militärische Ausrüstungen [gegen Israel] wird gesagt, dass es durchgeführt wird, um Tony Blairs Versprechen zu erfüllen, zu verhindern, dass irgendwelche Waffen Israel erreichen, die gegen die Palästinenser eingesetzt werden können. [Anmerkung heplev: Dazu gehört auch Munition für Israels Sportschützen-Nationalmannschaft!] Die politik ist einer der Faktoren, die den sich verstärkenden diplomatischen Spannungen zwischen Blair und Israels Premierminister Ariel Sharon zu Grunde liegen. Blair will Ersatzteile nicht frei geben, die für Israels alternde Phantom-Kampfflugzeuge gebraucht werden, obwohl diese auf keinerlei Art gegen palästinensische Ziele eingesetzt werden. BBC berichtet nur, dass Blair – während er den Boykott gegen Israel fort führt, hat England den Verkauf von Ausrüstung an den Iran genehmigt, die dazu benutzt werden kann, Antipersonen-Minen zu bauen. Gleichzeitig berichtet der „Sunday Herald“ aus Glasgow, dass Großbritannien Chemiewaffen-Technologie an 26 Staaten liefert, darunter Libyen und der Sudan. Nach den Angaben der Zeitung sind die Chemikalien, die Tony Blair exportiert, nach internationalem Recht verboten.

———-

Arutz-7-Newsletter vom 08.01.2003:
Großbritannien, die EU und Israel

Die Europäische Union hat formell verlangt, dass Isarel einer PLO-Delegation erlaubt an einer Konferenz in London teilzunehmen, die sich mit politischen Reformen in der Autonomiebehörde und dem diplomatischen Prozess beschäftigt. Die israelische Regierung entschied sich, die Teilnahme der PA an der Konferenz nicht zu gestatten. Es ist eine Antwort auf den Doppelanschlag Sonntag in Tel Aviv, der 20 Menschen tötete. Der Anschlag wurden von Terroristen aus Yassir Arafats Fatah-Organisation verübt. Das Verbot der Teilnahme soll seine Leute davon abhalten, „an einem Tag Terroranschläge zu organisieren und am nächsten durch die Welt zu paradieren und sich dieser als friedenssehnsüchtig zu präsentieren“, so Finanzminister Silvan Shalom. Die EU-Ankündigung von heute verurteilt Israels Entscheidung, von der sie sagt, dass sie „den Hass und den Extremismus in der Region weiter gehen lassen wird“.

Englands Premierminister Tony Blair hat ebenfalls eine dringende Botschaft an Ariel Sharon geschickt, in der er verlangt, dass dieser seine Entscheidung rückgängig macht. Quellen in London sagen, dass Blair wegen Sharons Entscheidung verärgert ist, die eventuell dazu führen kann, dass die britisch organisierte Konferenz abgesagt wird.

HaTzofeh kommentierte heute verärgert:
„Großbritannien, das Schiffe mit Holocaust-Überlebenden verfolgte, hat seine Haltung gegenüber dem jüdischen Volk udn dem Staat Israel nie geändert. Die selbstgerechten Briten wissen, dass ein Treffen mit palästinensischen Persönlichkeiten keinen Wert hat und dass diese Treffen lediglich deren fortgesetztem Terror Legitimität verleihen… Die Briten sind an wirtschaftlichem Gewinn aus den arabischen Staaten interessiert, nicht an Wahrheit und Gerechtigkeit… Diejenigen, die die Märtyrer und den Terror finanzieren, müssen im Gefängnis verrotten und der britische Außenminister muss sich dieselbe Frage stellen, die Bill Clinton verunsicherte: Warum lehnte Arafat das israelische Angebot ab, fast auf die Grenzen von 1967 zurück zu gehen? Die Antwort ist bekannt: Die palästinensische Führung will die Vernichtung Israels und nicht den Frieden. Großbritannien, wenn es nach seinem vergangenen und gegenwärtigen Verhalten beurteilt wird, ist offensichtlich daran interessiert, diese Ziele voranzutreiben. Der Beleg: Gelder aus der EU, zu der Großbritannien gehört, fließt in Massen an die extreme israelische Linke, die will, dass Israel auf nicht zu verteidigende Grenzen zurücknehmen will.“

Der Jerusalemer Kolumnist Michael Freund kommentiert ebenfalls die Heuchelei der britischen Haltung und der von Außenminister Jack Straw:
„Es ist gerade etwas mehr als 15 Monate her, im September 2001, dass Straw [bei einem Besuch im Iran] sagte: ‚Ich verstehe, dass einer der Faktoren, die helfen, Terrorismus auszubrüten, die Wut, ist die viele Menschen in dieser Region über die Jahre wegen der Ereignisse in Palästina emfpinden.‘ Wenn es um ‚das Umfeld geht, das Terrorismus ausbrütet‘, dann sieht der Außenminister interessanterweise nicht die Notwendigkeit die ‚Wut‘ zu verstehen, die bei Typen wie Saddam Hussein und Osama bin Laden am Werk ist.
Die britische Regierung hat sich als in letzter Zeit als zunehmend feindselig gegenüber Israel gezeigt. Letzten Monat lehnte es Premierminister Tony Blair ab Außenminister Netanyahu während dessen Besuch in London zu empfangen; als Grund gab er ‚Terminschwierigkeiten‘ an, obwohl er jede Menge Zeit fand den roten Teppich für Bahsar al-Assad, den Diktator aus Damaskus, auszurollen. Die britische Regierung will Isarel keine lebenswichtigen Ersatzteile für seine Flotte von F-4 Phantoms zu verkaufen, trotz des drohenden Krieges mit dem Irak. Wenn es um die ‚besetzten Gebiete‘ ihrer Majestät geht, so z.B. Nordirland, dann ist Straw überraschend ruhig in Bezug auf die Notwendigkeit eines ‚Rückzugs‘ als Mittel, einen dauerhaften Frieden zu erreichen. Seine Regierung wird Israel mit Freuden sagen, es solle das Herz seines alten Heimatlandes aufgeben, wo die Gründerväter des jüdischen Volkes begraben sind, wird aber niemals dulden, dass die Falkland-Inseln mit ihren unvergleichbaren Schafherden an Argentinien abgegeben würde.“

———-

Israelnetz-Newsletter, 06.01.2003, 14:56 Uhr:
Frankreich: „Traut ein Rabbi aus Yesha, ist die Hochzeit ungültig“

JERUSALEM (inn) – Aus Protest gegen die Politik Israels erklären die französischen Konsulate in Jerusalem und Haifa neuerdings jüdische Hochzeiten für nichtig, bei denen der Rabbi, der das Paar getraut hat, in Judäa, Samaria oder Gaza (Yesha) lebt. Das bestätigte eine Sprecherin der Konsulate gegenüber der Tageszeitung „Jerusalem Post“.

Nicht der Ort der Trauung oder die Herkunft des Paares, sondern der Wohnort des Rabbis sei ausschlaggebend. Wenn dieser in den „besetzten Gebieten“ lebt, werde die französische Regierung die Hochzeit nicht anerkennen, heißt es in dem Bericht.

Die Zeitung berichtet von einem Fall, in dem eine Französin zum Judentum konvertiert war und in Jerusalem einen Israeli heiratete. Als sie beim Konsulat in Jerusalem ein Familienstammbuch beantragte, erlebte sie eine böse Überraschung: Die Beamten erklärten die Hochzeit für ungültig, da der Rabbiner, der sie getraut hatte, aus Gush Etzion (Judaea) kam.

Da würde mich mal interessieren, was Frankreich sagen würde, wenn Surinam oder Brasilien auf einmal keine Ehen mehr anerkennen würden, die von Beamten oder Priestern in Französisch-Guyana geschlossen werden. Oder lassen wir doch mal von Mauritius oder Madagaskar in Bezug auf Reunion Gleiches anstellen! Das wäre doch mal was!

———-

nai-Newsletter vom 16.12.2002:

Gerechter Terror?

Der britische Botschafter in Israel, Cowper Cooles, überraschte die Zuhörer auf der Konferenz über israelisch-europäische Beziehungen in Berlin mit der Behauptung, dass Terror im Rahmen von nationalem Befreiungskampf gerechtfertigt sei. Moral sei in dieser Sache kein intelligenter Führer behauptete der Brite.
Was treibt Diplomaten (ich erinnere an den französischen Botschafter, der Israel ein „sch… kleines Land“ nannte), die doch nur im Namen ihrer Regierung sprechen sollten, dazu, solche ungeheuerlichen Schwachsinn zu verkünden?
Was der Herr Cooles da von sich gegeben hat, rechtfertigt den Terror von IRA (sie wollen Nordirland „befreien“), der ETA (sie wollen das Baskenland „befreien“) und vielen anderen mehr, die ihre Nationen von der Beherrschung durch das gegenwärtig jeweils herrschende Volk „befreien“ wollen. Ich würde gerne wissen, was Mr. Cooles der IRA entgegnet, wenn sie ihn zitiert!

———-

Französischer Roman rühmt Selbstmordterrorismus
Arutz-7-Nachrichten, 09.12.2002

Ein neuer französischer Bestseller für Teenager mit dem Namen „Rever la Palestine“ (Der Traum von Palästina) porträtiert einen jungen Araber mit Sympathie, der ein Selbstmordbomber wird – und das Simon Wiesenthal-Zentrum führt eine große Protestbewegung an. Die Autorin selbst ist eine erst 15 Jahre alte Ägypterin, die in Italien lebt; sie schreibt über einen palästinensischen Jugendlichen, der „blutrünstige Juden bekämpft, die Kinder und alte Menschen ermorden, Moscheen entweihen und arabische Frauen vergewaltigen.“

Einer der Helden des Romans ruft zum Jihad (Heiligen Krieg) gegen die Juden auf, „einem zum Untergang verurteiltes Volk“, und dazu „alle Isarelis zu töten“. Die Hauptfigur sprengt sich dann mit fünf Israelis selbst in die Luft.

Das von Flammarion – Frankreichs drittgrößtem Verlagshaus – verlegte Buch, war in den großen Buchläden von Paris schnell ausverkauft. Flammarion ist eine Tochterfirma des italienischen Medienriesen Rizzoli Corriere della Sera, dem Eigentümer einer der größten italienischen Tageszeitungen, wie auch der Rizzoli-Buchläden in den USA. Das Wiesenthal-Zentrum drängt Amazon Frankreich und andere französische Online-Buchläden den Verkauf des Buches zu stoppen, das nach Meinung des Zentrums „voller verleumderischer Anschuldigungen ist, die eindeutig zu rassistischer Gewalt aufhetzt und Terrorismus akzeptabel ist“.

———-

Middle East News Line (MENL), 01.12.2002:

EU will Hamas von der Liste der Terrororganisationen streichen

Ramallah – Die Europäische Union hat angeboten, die Hamas von der Liste der Organisationen zu streichen, die als terroristisch angesehen werden, wenn die islamische Gruppirung die Selbstmordaktionen gegen Israel einstellt.

Palästinensische Quellen sagten, das Angebot der EU wurde während der Verhandlungen mit Hamas-Führern im Gazastreifen und Ägypten im letzten Monat übermittelt. Die Quellen sagten, ein EU-Vertreter führte eine Reihe von Gesprächen mit der Hamas im Versuch eine begrenzte Feuerpause für die nächsten Monate zu erreichen.

Anfang November sponsorte die EU Gespräche zwischen der Hamas und der regierenden Fatah-Bewegung in Kairo, um eine Feuerpause in dem seit über zwei Jahren andauernden Krieg gegen Israel zu diskutieren. Diese Gespräche schlossen eine Reihe von Angeboten der EU und Ägyptens bei einer Unterbrechung der Anschläge ein.

Von einem Unterhändler der EU wurde gesagt, er habe angeboten die Hamas von der Liste der terroristischen Gruppen zu streichen. Die Izzedin Al Kassam, der militärische Flügel der Hamas, wurde dieses Jahr auf diese Liste gesetzt, während der politische Flügel davon ausgeschlossen wurde.

Die EU will also weiter nicht begreifen, dass der „militärische“ und der „politische“ Arm der Hamas die gleichen Ziele verfolgen, also nicht zu trennen sind. Aber es wirklich empörend, was die angebotene Streichung von der Terroristen-Liste angeht. Was glauben diese Bürohengste eigentlich? Dass die Einstellung der Selbstmordattentate einer Einstellung des Terrors gleich kommt? Was ist mit den Attentaten, die nicht von selbstmörderischen Terroristen ausgeführt werden? Ist das kein Terror?
Offensichtlich sind die Vertreter der EU der Meinung, dass ausschließlich Selbstmordanschläge Terror sind, der abzulehnen ist, während das Erschießen von Juden aus dem Hinterhalt, das Zünden von Autobomben (ohne Selbstmord) und das Werfen von Brandsätzen auf Juden weiter geschehen dürfen, ohne dass die EU das Terror nennt und konsequenterweise die Hamas auf der Liste belässt.
IMRA warf Mitte November in anderem Zusammenhang der EU vor, sie würde nach einem Weg für eine „koschere“ Intifada und das ordentliche Töten von Juden streben. Dieser Vorwurf scheint mir nach einer solchen Aktion nicht mehr allzu weit her geholt.
Man kann nur hoffen, dass die Hamas das „Angebot“ der EU ablehnte!

———-

ICEJ-Nachrichten vom 11.11.2002: EU will Missbrauch von Geldern in der PA nicht untersuchen

EU-Kommissar für auswärtige Angelegenheiten Chris Patten erklärte am Wochenende, er sei an der Untersuchung des Missbrauchs von EU-Geldern in der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) im selben Maße interessiert wie an einem Loch in seinem eigenen Kopf.
Die Kugel ins Rollen gebracht hatte der konservative Europa-Parlamentarier Charles Tanner, der eine Untersuchung der Vorwürfe gefordert hatte, EU-Unterstützungszahlungen an die PA in Höhe von 10 Millionen Euro [monatlich] würden zur Finanzierung von Terrorismus missbraucht. In einem Brief an die britische Tageszeitung „Sunday Telegraph“ hatte Tanner ausgeführt, solche schwerwiegenden Anschuldigungen hinsichtlich der betrügerischen und missbräuchlichen Verwendung der Steuergelder von EU-Bürgern müssten zweifelsfrei geklärt werden, wolle man einem dauerhaften Frieden im Nahen Osten überhaupt eine Chance geben. „Sonst werden geschädigte Israelis sich berechtigt fühlen, die EU zu verklagen. Patten sollte als erster einsehen, dass er alles zu gewinnen hat, wenn er diese Sache ein für allemal klärt.“

———-

Jordan Times, 13.09.02

Junger schwedischer Politiker könnte wegen Spende an Palästinensergruppe ins Gefängnis kommen

Auszüge:

Stockholm (AFP) – Ein schwedischer Staatsanwalt sagte Donnerstag, er habe eine Untersuchung gegen den Kopf des Jugenflügels der Linken Partei, Ali Esbati, eingeleitet. Die Partei habe auf ein Bankkonto der Popular Front for the Liberation of Palestine (PFLP) gespendet, die von der EU als „terroristische“ Organisation eingestuft wird.
Dass Jordanien das – durch seine führende Zeitung – anders sieht, ist klar. Palästinensische Terroristen gibt es nicht, nur „Freiheitskämpfer“.

Esbati, der sagte, er habe die Spende gemacht um die Absurdität der neuen „anti-Terror“-Gesetzgebung aufzuzeigen, wird verdächtig „das Gesetz gegen die Finanzierung von Terrorismus“ gebrochen zu haben, das in Schweden seit dem 1. Juli gilt. Er riskiert 2 bis 6 Jahre Gefängnis. – Es wäre mal interessant zu erfahren, worin diese Absurdität bestehen soll. Wahrscheinlich in dem, was im letzten Abschnitt gesagt wird…

Ein Staatsanwalt der internationalen Einheit der Stockholmer Staatsanwaltschaft hat Esbati und andere hochrangige Mitglieder der Partei zu Befragungen durch die Polizei in der nächsten Woche vorgeladen.

Die PFLP ist mit Fatah und der Democratic Front for the Liberation of Palestine (DFLP) eine der Haupt-Bestandteile von … Arafats PLO.

Die Europäische Union hat die PFLP auf eine schwarze Liste „terroristischer“ Organisationen gesetzt…

Nach Esbati muss Schweden noch klären, ob die schwarze Liste der EU über schwedisches Recht zu setzen ist, das Finanzierung der PFLP nicht verbietet. – Das dürfte ja wohl unstrittig sein: EU-Recht steht über dem nationalen Recht. Wer das anders sieht, stellt sich außerhalb der Legitimität. Schweden hat keine Sonderrechte in der EU. Alle anderen müssen sich auch danach richten. 

Die Partei sagte, sie betrachte die schwarze Liste der EU als „eine Haltung, die zu Gunsten verschiedener Regime eingenommen wird, die ihre Völker terrorisieren und insbesondere die israelische Besatzung Palästinas begünstigt.“
Hier kommt die ganze Perfidie dieser Partei zum Vorschein. „Terroristen sind keine Terroristen, Israel ist der Terrorist.“ Soll dazu noch etwas gesagt werden?

———-

Der militärische Flügel der Hamas wird vom politischen kontrolliert

Scheik Ahmed Yassin, Führer des Hamas, gab öffentlich und unmissverständlich die direkte Verbindung zwischen dem politischen Flügel und dem militärischen Flügel (Azz a-Din al-Qassam-Brigaden) der Hamas zu.

In einem Interview mit der saudischen Zeitung Alshark Alawsat wurde Yassin gefragt: „Wenn der politische Flügel unter Ihrer Leitung entscheidet die Selbstmordmissionen zu stoppen, wird der militärische Flügel an diese Entscheidung gebunden sein?“ Yassin antwortete, dass „wenn wir eine Entscheidung auf der politischen Ebene treffen und den militärischen Flügel informieren, er an diese Entscheidung gebunden ist.“

Yassins Antwort impliziert, dass der militärische Flügel der Hamas Befehle von der politischen Führung der Hamas empfängt, also auch die zur Ausführung von Terroranschlägen. Damit trägt der politische Flügel die volle Verantwortung für die Bestimmung und Ausführung der Terrorpolitik.

Bis heute hat die Europäische Union lediglich den militärischen Flügel der Hamas als Terrororganisation anerkannt, nicht die ganze Hamas-Bewegung!

IMRA, E-mail-Nachrichten vom 14.08.2002

———-

Frankreichs Praesident Chirac: „Hisbollah hat soziale Aufgabe“
Israelnetz, email-Nachrichten vom 30.07.2002

PARIS (inn) – Noch im Juni hatte die Europaeische Union die Politiker in Israel überrascht: Die EU setzte die Volksfront für die Befreiung Palästinas und die Al-Aksa Märtyrerbrigaden auf die Liste der Terrorgruppen. Nur die Hisbollah-Miliz blieb außen vor – Frankreichs Staatspräsident Jacques Chirac lieferte dafür am Montag eine eigentümliche Begründung.

Nach einem Gespräch mit Israels Außenminister Shimon Peres sagte Chirac am Montagnachmittag vor Journalisten in Paris, die Hisbollah erfülle „eine soziale Aufgabe im Libanon“ und sei besonders im politisch-sozialen Bereich engagiert.

Daher gehöre die Miliz nicht auf die Liste der Gruppen, die den Terror unterstützen. Zudem sei es nicht klar, ob Israel auch von einer Einstufung der Hisbollah als Terrororganisation profitiere, lautete die Begründung von Staatspräsident Chirac weiter.

Es scheint Herrn Chirac nicht aufgefallen zu sein, dass die Hizbollah die „sozialen Aufgaben“ ausschließlich dazu benutzt Unterstützung für ihre Terroraktivitäten zu gewinnen. Es ist ausdrückliches Ziel der Hizbollah Israel zu vernichten. Dazu setzt sie alles ein, was ihr richtig erscheint, ohne Rücksicht auf moralische oder sonstige Bedenken. Es wird ohne Hemmungen gelogen und betrogen – siehe die Behauptung, Israel hätte sich noch nicht vollständig aus dem Libanon zurückgezogen (wozu entgegen allen internationalen Rechts von Hisbollah und Syrien flugs die „Shebaa Farmen“/Mount Dov von syrischem zu libanesischem Staatsgebiet umdefiniert wurden). Die Hisbollah baut vor allem eine Raketen-Barriere im Südlibanon auf, mit der Nordisrael beschossen wird. Sie dringt nach Israel ein um zu morden. Sie kidnappt international Juden und verschleppt sie in den Libanon. Was braucht der Herr Präsident eigentlich noch an Belegen dafür, das Hisbollah eine Terrororganisation ist? Nun ja, es verwundert nicht bei einem Staatsoberhaupt, das das französische Antisemitismusproblem glatt abstreitet, obwohl sein Land von der Anzahl her die höchste Quote der Taten Europas aufweist! Frankreich gehört damit zu den Staaten mit einer der verlogensten Regierungen Europas.

Boshaftes und Antisemitisches aus Europa

Gesammeltes (2003/2004)

Nachdem im „Independent“ in Großbritannien eine Karikatur erschien, die dem „Stürmer“ alle Ehre gemacht hätte, habe ich mich entschlossen, neben „Entmutigendes aus Europa“ eine weitere Kategorie zu eröffnen, die blanken Antisemitismus bzw. dessen Leugnung dokumentiert.

Aus der Sitzung des EU-Parlaments vom 16. Mai 2004:

Lage im Nahen Osten

Coûteaux (EDD). – (FR) Frau Präsidentin, am meisten erstaunt mich an unserer Debatte, dass wir erstaunt sind, denn die expansionistische Politik Israels ist das vorhersehbare und unausweichliche Ergebnis des zunehmenden Ungleichgewichts in der Region, für das wir zu einem großen Teil mit verantwortlich sind. Vor allem weil die meisten unserer Staaten – mit der bemerkenswerten Ausnahme Frankreichs – seit 1967 nicht aufgehört haben, dem Staat Israel – einem immer selbstsichereren und herrschsüchtigen Staat – den Eindruck zu vermitteln, er könne ungestraft das Völkerrecht und die Resolutionen der UNO verletzen.

In Wahrheit sind wir hier wie in anderen Fragen Washington gefolgt, und wir verschließen auch weiterhin die Augen vor den theokratischen Verirrungen dieses religiösen Staates, dessen Regierungen unter der Fuchtel von fanatischen Parteien und Minderheiten stehen, die den übrigen religiösen Fanatikern in der Region in nichts nachstehen. Aus diesen Gründen sollten wir Sanktionen gegen Israel ins Auge fassen.

Aber es gibt noch ein anderes gefährliches Ungleichgewicht, für das wir mit verantwortlich sind, das Ungleichgewicht der Kräfte. Wir sollten in Erwägung ziehen – und das sage ich ohne zu zögern – die arabische Seite mit einer ausreichenden Streitmacht auszustatten, einschließlich einer ausreichenden nuklearen Streitmacht, damit Israel nicht mehr glaubt, sich alles erlauben zu können. Diese Politik hatte mein Land in den 70er Jahren eingeleitet, indem es Nuklearwaffen an den Irak lieferte. Wir haben sie zerstört. Wir werden also an unserer Politik des Ungleichgewichts festhalten, und was heute geschieht, ist nur das fatale, aber unausweichliche Ergebnis unserer Blindheit und unserer kollektiven Feigheit.

Das ist ekelhafteste und verlogenste Rhetorik. Frankreich sollte sich kollektiv schämen, dass dieser Mann öffentlich den Mund aufmacht. 
Nicht nur, dass er Tatsachen auf’s Übelste verdreht. Nein, er stellt Frankreichs opportunistische, den Terror fördernde Politik gegen Israel als musterhaft hin. Der Reaktor im Irak ist für ihn ein positives Beispiel! Da sollte Saddam Hussein Atomwaffen in Händen haben, damit er die Welt damit bedrohen könne! Ach nein, es ginge ja nur gegen Israel. Die Apokalypse lässt grüßen! 
Und dann behauptet er doch tatsächlich: „Wir haben sie zerstört.“ 
Hallo? Wer ist „wir“? Die Israelis wurden doch 1981 in Grund und Boden verdammt, weil sie das erledigten; genauso die Amerikaner und ihre Verbündeten, die Saddam stürzten! Mit „wir“ kann er wohl kaum Frankreich oder die EU meinen, denn die haben nun wirklich nichts getan, um einen Atomwaffen-Irak zu verhindern!

———-

Vor einem US-Kongressausschuss stellte sich EU-Außenpolitik-Chef Javier Solana Fragen der Abgeorneten:

Der außenpolitische Vertreter der EU Javier Solana ist der Auffassung, es gebe keinen Antisemitismus in Europa. Seine Aussage vor dem Ausschuss für internationale Beziehungen des US-Repräsentantenhauses in Washington stieß am Freitag auf Kritik und Unverständnis. Eine Woche zuvor hatte die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) die erste Konferenz in ihrer Geschichte über Antisemitismus abgehalten. Delegierte aus 55 Ländern hatten in Wien dem Wiederanstieg anti-jüdischer Tendenzen gemeinsam den Kampf angesagt. „Solana setzt die Vogel-Strauß-Taktik vieler Politiker und Intellektueller in Europa fort, die durch die Ableugnung eines Wiederanstiegs des Antisemitismus auf ihrem Boden versuchen, ihrer Verantwortung zu entgehen“, kommentierte Avi Beker, Generaldirektor des Jüdischen Weltkongresses.

Meiner Meinung nach ist das nicht Vogel-Strauß-Politik, sondern schlichtweg Lüge – und zwar der boshaften Sorte.

Auf der Seite des Simon-Wiesenthal-Zentrums und an anderen vielen Stellen kann man nachlesen, was tatsächlich passiert. Diese Fälle und in dieser Massierung nicht als Antisemitismus bezeichnen zu wollen, ist so weltfremd, dass der Mann eine Anstalt gehören würde, wenn er tatsächlich für wahr hält, was er da verbreitet.

———-

ICEJ-Newsletter vom 29.01.2003 (Arutz-7, nai, IMRA und andere berichteten ebenfalls):
Grausige Sharon-Karikatur stört den Britischen Holocaust-Gedenktag
(Karikatur und Meldung auf der ICEJ-Internetseite)

Die israelische Botschaft in London hat einen scharf formulierten Protestbrief an die britische Zeitung „The Independent“ geschickt, nachdem Montag eine Karikatur der Redaktion erschien, die Premierminister Ariel Sharon zeigt, wie er in den Kopf eines palästinensischen Kleinkindes beißt.

Die Karikatur erschien ausgerechnet mit dem dritten jährlichen Holocaust-Gedenktag, an dem der 57. Gedenktag der Befreiung des schändlichen Todeslagers in Auschwitz begangen wurde.

Vor dem Hintergrund eines Raketen feuernden Apache-Hubschraubers und der Lautsprecher-Durchsage „Stimmt für den Likud“, schnaubt ein monströs großer Sharon ungehalten: „Was ist los? Habt ihr nie gesehen, wie ein Politiker ein Baby küsst?“

In ihrem Brief schreibt die Pressebeauftragte der Botschaft, Suli Davidovich: „Während Großbritannien den Holocaust-Gedenktag begeht, bin ich geschockt, dass The Independent sich entschlossen hat, ein altes jüdisches Stereotyp wieder wach zu rufen, das in Der Stürmer nicht deplatziert erschienen wäre und das leider immer noch in vielen arabischen Zeitungen zu finden ist.“

Ähnliche Bilder von Babys beißenden Juden gehörten ins Arsenal der staatlich gesponserten, antisemitischen Propaganda im Nazideutschland der 30-er Jahre; die meisten Historiker sind der Meinung, dass sie den Weg für Hitlers „Endlösung“ mit geebnet haben, in der mehr als 6 Millionen Juden vom Nazi-Regime ermordet wurden.

Karikaturist Dave Brown spiegelte eine oft wiederholte palästinensische Behauptung wider, dass Sharon den gefährlichen Stoß vom Wochenende gegen Waffenfabriken in Gaza als Teil der „Eskalationspolitik“ in den letzten Tagen vor den Wahlen befahl, um Wähler von rechts außen für seinen regierenden Likud zu gewinnen.

Nach Davidovich stellt Browns blutrünstige Darstellung „nicht nur den wirklichen Grund für die Operationen der IDF in Gaza falsch dar, sondern nährt auch die Feindseligkeit gegen Israel und das jüdische Volk, die der Kern des arabisch-israelischen Konflikts ist.“

Der Vorstoß, bei dem zwölf palästinensischen Kämpfer getötet wurden, folgte dem Beschuss von israelischen Gemeinschaften im Negev durch 16 Kassam-Raketen am Wochenende, dem jüngsten von rund 1.400 ähnlichen Raketen- und Mörser-Angriffen, die in den letzten zweieinhalb Jahren durchgeführt wurden.

In ihrem Brief an den Herausgeber des Independent vermeidet Davidovich es vorsichtig, den unzweifelhaften Vorwurf des Antisemitismus zu erheben, aber sie ist nahe dran:
„Man muss extrem vorsichtig sein, die Grenze zwischen legitimer Kritik und Antisemitismus zu ziehen, die oft als solche auftritt“, schließt sie.

In einer E-mail an Helfer hält sich das Büro für Öffentlichkeitsarbeit der Botschaft nicht so zurück:
„Dass die britischen Mainstream-Medien eine solch abstoßende Darstellung des israelischen Regierungschefs veröffentlichen, spricht Bände über das antiisraelische Klima, das heute über Europa hinweg fegt“, erklärt es verzweifelt.

Die Medien, der Terror und die Terminologien

Nahost-Focus 13. März 2002 (heute nur noch hier)

Der Terrorkrieg gegen Israel hat in den letzten Wochen einen traurigen Höhepunkt erreicht. Inzwischen gehören Bombenanschläge, Schiessereien an israelischen Bushaltestellen und Selbstmordattentate in vollbesetzten Restaurants zum traurigen Alltag in Israel. Nur die „schlimmsten“ Anschläge sind für die Medien noch berichtenswert.

Auch der Blickwinkel ist oft verräterisch: Israelische Panzer und Soldaten, deren Gewehrmündungen in Richtung Kamera zeigen. Eine Verteilung der „Gut-Böse-Rollen“ ist hier schon vorprogrammiert. Die spontane Solidarität stellt sich bei vielen Außenstehenden unterbewusst mit der palästinensischen Seite ein.

Auch durch die Wortwahl der Medien werden die Rollen meist noch vor Bekanntgabe der Informationen festgelegt. So zum Beispiel:

„Die israelische Armee ist heute in Gaza einmarschiert und tötete 24 Palästinenser“am 12.3.2002 in den Nachrichten des Fernsehsenders N-TV.

Die Tagesschau betitelte ihre erste Nachricht am selben Tag noch griffiger: „Israel richtet Blutbad in Gaza an.“

Kein Wort darüber, das es sich bei den 24 Palästinensern um Bewaffnete handelte, die Feuergefechte mit israelischen Soldaten begannen und in Folge dieser Schusswechsel ums Leben kamen. Auch kein Wort über die Gründe des Einmarsches: das Auffinden von bewaffneten Terroristen sowie von Sprengstoff- und Raketenwerkstätten. Auch kein Wort darüber, dass die Aktionen von der israelischen Armee im Voraus angekündigt werden, um Zivilisten die Möglichkeit zu geben sich in Sicherheit zu bringen.

Auch die folgende Schlagzeile impliziert einen berechnenden Tötungswillen israelischer Soldaten: „Israelische Granaten töten Kinder“ aus der Frankfurter Rundschau vom Januar 2002.

Eine ähnliche Wortwahl gab es nach den Anschlägen in Jerusalem, bei denen Dutzende Jugendlicher ums Leben kamen nicht.

Ankündigung vor Beschuss

Was ebenfalls immer wieder verschwiegen wird: der Beschuss von Gebäuden der palästinensischen Sicherheitskräften und der Autonomiebehörde durch die israelische Luftwaffe wird ebenfalls im voraus von der Armee angekündigt. Dies wird aus dem humanistischen Gedanken heraus getan, so viele Menschenleben wie möglich zu schonen. Dass es trotzdem regelmäßig zu Toten und Verletzten kommt liegt auch daran, dass es – sei es aus Berechnung oder Unfähigkeit – nicht zur vollständigen Evakuation der Gebäude durch die palästinensischen Behörden kommt.

Die israelische Armee ist außerdem angehalten, nicht als Erster zu schiessen, außer in Notwehr. Tut das ein Soldat doch, sei es aus Angst oder falscher Einschätzung der Situation, werden diese Fälle untersucht und es kann schwerwiegende Folgen für diesen Soldaten haben, bis hin zu Suspendierung oder Gefängnis.

Auch werden meistens Gummigeschosse eingesetzt, um auch so die Zahl der tödlichen Verletzungen so gering, wie möglich zu halten.

Diese Tatsachen sind den Palästinenser bekannt und werden von ihnen bewußt ausgenutzt. so z.B. durch das Positionieren von Molotowcocktails und Steine werfenden Kindern vor schiessenden Erwachsenen. Sie wissen genau, daß Israel sich dann sehr zurückhalten wird. Wenn aber dann Kinder getroffen werden, gibt es eine große internationale Entrüstung.

Der Wert des Lebens im Nahen Osten

Ebenso ist meist nicht bekannt, daß für Austausche von Gefangenen auf beiden Seiten höchst unterschiedliche Maßstäbe gelten. Israel bietet für israelische Soldaten in arabischen (z.B. libanesischen oder syrischen) Gefängnissen immer ein vielfaches (oft um den Faktor 10) seiner arabischen Gefangenen zum Tausch an. So z.B. war im Dezember letzten Jahres versucht worden, Libanon zu einem Gefangenenaustausch von drei israelischen Soldaten für 19 libanesische Gefangene zu überreden. Die Israelis waren bei einem Patroillengang auf der israelischen Seite der Grenze von der Hizbollah gekidnappt worden. Die Hizbollah zog es vor, die drei zu töten, anstatt 19 ihrer eigenen Leute frei zu bekommen. Normalerweise sind diese Zahlenverhältnisse noch extremer. Das gibt auch Aufschluß über den Wert des Lebens in der israelischen und in arabischen Gesellschaften.

Aus Terroristen werden Militante

Doch die deutsche Presse ist in ihrem vorgelegten Freund-Feind-Schema nicht alleine. Die britische Nachrichtenagentur BBC ist dafür bekannt, im Bezug auf den internationalen Terrorismus mit zweierlei Maß zu messen.

Als vor einigen Jahren am selben Tag Terroranschläge durch die IRA in London und durch die Hamas in Israel verübt wurden, sprach die BBC von einem „Anschlag irischer Terroristen in London,“ und einem „Anschlag militanter Palästinenser in Israel“. Diese Terminologie hält sich bis heute hartnäckig in der Nahost-Berichterstattung der BBC.

Ein Blick zu den französischen Medien bietet nichts besseres. Die staatliche französische Nachrichtenagentur AFP, welche die meisten französischen und europäischen Medien mit Informationen versorgt, berichtet auch heute noch in aller Ausführlichkeit von den palästinensischen Opfern israelischer Militäroperationen in den besetzten Gebieten. In französischen Fernsehsendern folgen Minutenlange Beiträge, in denen die Arbeit palästinensischer Sanitäter bis ins Detail gezeigt wird. Verletzte Palästinenser werden dabei von Kamerateams bis ins Krankenhaus begleitet. Ein auch nur annähernd gleicher Umgang mit den israelischen Opfern terroristischer Anschläge blieb bisher aus. Israelische Sanitäter huschen oft nur in kurzen Filmsequenzen über die Fernsehbildschirme.

Mangelnde Ausgewogenheit

Doch woran scheitert eine ausgewogene Nahost-Berichterstattung in den westeuropäischen Medien?

Alle großen Medienagenturen und Fernsehstationen unterhalten Korrespondenten in Israel, die frei und ungehindert berichten können. Die Beiträge dieser Mitarbeiter sind oft ausgewogen, und vermeiden eine unnötige Emotionalisierung ihrer Berichte. Dies entspricht den internationalen Richtlinien für eine objektive Berichterstattung. Diesen Korrespondenten ist allerdings die Arbeit in den palästinensisch kontrollierten Gebieten von den PA-Behörden nicht gestattet.

Journalisten und Kamerateams können in den Gebieten der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) nicht ohne „palästinensischen Begleiter“ arbeiten. Auch in der Übermittlung ihrer Berichte unterliegen sie einer indirekten palästinensischen Zensur. So beschwerten sich AP und AFP mehrfach bei den PA-Behörden über Manipulationen und Bedrohungen ihrer Mitarbeiter durch Mitglieder der palästinensischen Sicherheitskräfte. Dies führte dazu, dass heute die meisten Berichte für die europäischen Medien von lokalen palästinensischen Journalisten und Kamerateams zusammengestellt werden. Das diese Berichte nicht objektiv und ausgewogen sein können, versteht sich von selbst.

In Anbetracht dieser Tatsachen kann es einen nicht verwundern, wenn der Informationsgrad vieler EU-Bürger im Bezug auf den Nahost-Konflikt Unvollständig ist. Laut Medienexperten hat die Palästinensische Autonomiebehörde in der Propagandaschlacht mit Israel einen haushohen Sieg davongetragen. Ein Sieg, der nicht nur Israel sondern auch die europäische Medien als Verlierer dastehen lässt, da sie ihrer Aufgabe nicht nachgekommen sind: der objektiven Berichterstattung über einen Konflikt, in dem beide Seiten ihren Schuldanteil tragen.

Von Zvezdan Kuhar und Oliver Kraigher

Ein Bild lügt mehr als tausend Worte

Die deutsche Berichterstattung über Israel, den Nahen Osten und die Juden, am Beispiel der Süddeutschen Zeitung.

Von Heinz Schneier (Mai 2002)

(…) Mit über 450.000 verkauften Exemplaren wochentags und über 500.000 an Wochenenden ist die SZ eine der führenden deutschen Tageszeitungen, sie repräsentiert weitgehend den Mainstream der deutschen Publizistik. Auch die anderen deutschen Tageszeitungen – von Extrembeispielen abgesehen – erachten sich trotz weltanschaulicher Differenzen als weitgehend fortschrittlich und liberal und es werden diese Zeitungen es ebenso entschieden von sich weisen, wenn man ihnen Antisemitismus vorwirft, wie man dies auch von deutschen Politikern und Literaten gewohnt ist. (…)

Die inhaltliche Bewertung der Artikel am Beispiel der SZ hingegen ergibt, dass wohl bei der Darstellung von Juden und jüdischen Themen der Tatsache Rechnung getragen wird, dass der Antisemitismus offiziell als anrüchig und der Holocaust als verdammenswert gilt, die Nahostberichte und Kommentare aber einen eindeutig antisemitischen Charakter haben.

Diese Fixierung beschränkt sich nicht nur auf Printmedien: Laut dem Forschungsbericht vom 15.05.2002 der internationalen Fernsehagentur Medien Tenor beziehen sich in Deutschland (international überdurchschnittliche) 61% der internationalen Konfliktberichte im Fernsehen auf den Nahostkonflikt, davon haben 81% Israel als Hauptthema. Gemäß der Untersuchung „Media Perception of Israel in international TV-news programmes“ desselben Instituts, waren vom 01.10.01 – 31.03.02 von den in diesem Halbjahr in Deutschland ausgestrahlten Berichten über Israel 45,2% als negativ, 49,5% als neutral und nur 5,3% als für Israel positiv zu bewerten.

Wie ist tatsächlich diese Obsession mit einem Ländchen zu erklären, mit weniger als einem Drittel der Fläche Bayerns, in mehreren tausend Kilometern Entfernung, das auch im Nahen Osten nur 0,2% der Fläche belegt und nur etwa 3% der Bevölkerung der Region hat? Und wie zu den Juden, einem Völkchen von weltweit nicht mehr als 14 Millionen Menschen? Wieso drängen sich in diesem winzigen Israel mehr ausländische Korrespondenten (und mehr christliche Missionare) als auf dem gesamten afrikanischen Kontinent? Wieso beschäftigt die Europäer der Nahostkonflikt mehr als die Kriege in Europa, oder die mit weitaus mehr Menschenopfern verbundenen Konflikte in Kaschmir, Tschetschenien, Ruanda oder am Kongo und warum beschäftigen sich in Deutschland die Nachkommen der Sudetendeutschen, Schlesier oder der Ostpreußen mehr mit dem Schicksal der palästinensischen Flüchtlinge als mit dem eigenen, wo doch in beiden Fällen der Zeitpunkt der Flucht derselbe war? Zweifellos, für das Christentum – und zunehmend auch für die islamische Welt – ist das Judentum weder eine Religion, noch eine Nation, sondern eine paranoide Manie. (…)


Beispiel 1:

So personalisiert in unserer exemplarischen Darstellung der SZ vom 11.09.01 Heiko Flottau die Klischees der Not der Araber am Beispiel zweier Familien in der Altstadt von Hebron, sie werden von jüdischen Siedlern drangsaliert, die „sie vertreiben wollen“, sie und ihre Häuser werden von den „Siedlern“ mit Steinen beworfen, der Familienvater von fünf Kindern war früher Gastarbeiter bei den Israelis und leide nun bittere Not. Um die 480 jüdischen Siedler zu schützen, habe die Arme viele Soldaten um sie herum postiert und über die Araber der Altstadt eine Ausgangssperre verhängt, wodurch sie sich nicht einmal mit Lebensmittel versorgen könnten und hungerten.

Genannt werden aber nicht nur fiktive Persönlichkeiten, sondern auch Lars Tore Kieland, der norwegische Sprecher der Internationalen Beobachtergruppe, die das Hebronabkommen zwischen Israel und der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) zu beobachten hat. Dieser Herr Kieland habe sich bitter über die „Siedler“ beschwert, die ihn anspuckten und mit Steinen bewarfen.

Die Siedler seien erst nach der arabischen Niederlage von 1967 gekommen, weil sie behaupteten, dies sei altes jüdisches Gebiet. Die Juden wären 1929 aus Hebron geflüchtet, nachdem Araber 67 Juden umgebracht haben. Dabei verschwiegen sie, dass arabische Nachbarn etwa 2/3 der Juden versteckten, so dass nicht einmal alle ermordet wurden. Auch waren Juden eine kleine Minderheit und die Araber mussten sich vor der jüdischen Landnahme wehren, so dass ihnen keine andere Wahl bliebe, als die Juden zu erschlagen. Und da die SZ ihre Informationspflicht gegenüber ihren Leser ernst nimmt, unterlässt sie es auch nicht, sie aufzuklären, warum die „jüdischen Siedler“ nach 1967 nach Hebron zurückgekommen sind: Um sich zu rächen!. Deswegen habe auch ein Herr Baruch Goldstein im Februar 1994 „in der Moschee 29 Araber ermordet“, wonach er von den „betenden Muslimen getötet“ wurde.

Bei einer solchen Berichterstattung und dem ständig vorwurfsvollen Hervorheben, in Hebron lebten weniger als 500 Juden unter etwa 120.000 Arabern, deren Schutz nur durch massive Armeepräsenz gewährleistet werde, ist es nicht verwunderlich, dass der durchschnittliche deutsche Leser die Anwesenheit einer jüdischen Minderheit unter einer arabischen Mehrheit als etwas frevelhaftes empfindet. Folgerichtig nimmt er es dann auch nicht wahr, dass die in Israel lebenden Araber selbstverständlich nicht befürchten müssen, dass ihnen auch nur ein Haar gekrümmt werde, während das Leben eines jeden Juden in Gebieten mit islamischer Mehrheit nur durch massive Militärpräsenz gewährleistet werden kann.

Charakteristisch im Sinne der SZ Berichterstattung ist, dass anhand fiktiver Beispiele dargestellt wird, wie 20.000 Araber in der Innenstadt Hebrons aufgrund der Anwesenheit von den weniger als 500 Juden angeblich drangsaliert werden, aber unerwähnt bleibt, dass in den vorangegangenen 11 Monaten seit Beginn der zweiten Intifada, die Juden Hebrons ständig von arabischen Heckenschützen beschossen wurden. So wurden beispielsweise im Verlauf des Monats vor der Veröffentlichung des Artikels ein 11 Jähriger schwer und sein 21 jähriger Bruder leicht verletzt, als sie vor ihrem Wohnhaus standen. Nur die Ermordung der 10 Monate alten Shalhevet Pass in den Armen ihres Vaters im März 2001, lenkte die internationale Aufmerksamkeit auf die Realität des jüdischen Lebens in Hebron.

Auch die Darstellung der Auseinandersetzung mit der TIPH – der Temporary International Presence in Hebron – also der Internationalen Beobachterkommission für Hebron, ist gelinde gesagt unvollständig: Diese Kommission wurde 1994, unmittelbar nach dem Anschlag Baruch Goldsteins unter der Regierung Rabin gegründet, deren Aufgaben wurden danach im Jahre 1997 in einer Übereinkunft zwischen Israel und der PA bestätigt. Danach war es die Aufgabe der TIPH, Auseinandersetzungen zwischen den Parteien zu überprüfen und möglichst vorbeugend zu schlichten. Die 85 Mitglieder kamen aus Ländern, die beide Seiten als neutral akzeptierten, u.zw. Dänemark, Schweden, Norwegen, die Schweiz, Italien und die Türkei. Die vielversprechende Initiative erwies sich aber bald als unergiebig, denn die Araber bezeichneten die Kommission als ineffektiv, während die Juden ihr Parteilichkeit zugunsten der Palästinenser vorwarfen (worin wohl ausnahmsweise beide Seiten Recht behielten). Im Spätherbst 2000 eskalierten die Auseinandersetzungen zwischen der TIPH und den Juden in Hebron, die die Kommissionsmitglieder beschuldigten, der arabischen Seite Informationen über israelische Truppenbewegungen zugetragen zu haben, TIPH Mitglieder und deren Fahrzeuge wurden danach von jüdischen Kindern wiederholt mit Steinen beworfen und bespuckt.

Auch wenn dieses Verhalten verwerflich war, so haben Kommissionsangehörige danach durch eigene Erklärungen die jüdischen Vorwürfe in einer Weise bestätigt, wie sie ansonsten durch Dritte kaum beweisbar gewesen wären: In Schreiben der TIPH Mitglieder an die Außenministerien ihrer Länder erklärten Sie (unzutreffend), Ziel ihrer Mission sei es gewesen, ausschließlich die H2 Zone – also die unter israelischer Kontrolle stehende Zone in der Innenstadt von Hebron – zu überwachen und da ihnen dies unmöglich gemacht werde, „sei ihre Mission sinnlos geworden“.

Ferner erklärte Frau Saida Keller, die Schweizer Sprecherin der TIPH, in einem Interview mit der Washington Post, es sei das „Mandat der Organisation gewesen, der palästinensischen Bevölkerung ein Gefühl der Sicherheit zu vermitteln und dies ist nun unmöglich geworden“. Der im SZ Artikel genannte Lars Tore Kieland (der in Wirklichkeit Kjerland heißt) bestätigte auf Anfragen von Journalisten, die Fahrzeuge der Kommission wären sporadisch auch von Arabern mit Steinen beworfen worden, aber „dies haben wir bei weitem nicht so ernst genommen, denn schließlich sei das für sie (die Araber) schon so etwas wie ein Volkssport geworden“.

Da die Juden ausschließlich von der H1 Zone aus beschossen wurden (den Teil Hebrons, der unter der Verwaltung der PA steht) – für die sich die TIPH mandatswidrig als unzuständig erachtete – und sie sich zugegebenermaßen nur als Interessenvertretung einer Seite empfand, führte sie den Israelis erneut vor, was sie von internationalen Beobachtergruppen zu erwarten haben.

Auch historisch ist die Darstellung im Zusammenhang mit der Ermordung eines Drittels der jüdischen Gemeindemitglieder im Jahre 1929 unzutreffend: Zu diesem Zeitpunkt hatte Hebron etwa 20.000 Einwohner, darunter etwa 200 Juden und 120 Samaritaner, deren Gemeinden und Synagogen kontinuierlich schon seit biblischen Zeiten in Hebron bestanden, auch lange bevor es in dieser Stadt Araber gab.

Beispiel 2:

Es ist offensichtlich, dass die SZ von ihren Korrespondenten eher einen stilistischen Aufbau erwartet, wie er in journalistischen Seminaren gelehrt wird, als historisch korrekte Darstellungen, mit Folgen, die sich etwa in angelsächsischen Ländern bestenfalls Boulevardzeitungen leisten dürften und die von grob fahrlässig falschen Darstellungen bis hin zu volksherhetzenden Geschichtsklitterungen reichen.

Eine dieser – im wahrsten Sinne des Wortes augenscheinlichsten – Peinlichkeiten unterlief der SZ in der Wochenendausgabe vom 16./17.12.2000. In Heiko Flottaus Bericht „Scheitern im Schatten britischer Kanonen“ berichtet er über ein „exotisch aussehendes Paar“, das bei den Versailler Friedensverhandlungen von 1919 auftrat: den Emir Feisal, Sohn des Scheriffen von Mekka und Chaim Weizmann, Präsident des Zionistischen Weltkongresses und später erster Präsident Israels. Dreispaltig wurden die beiden abgebildet: Chaim Weizmann und der spätere König Feisal von Saudi-Arabien.

Dabei handelte es sich bei dem Feisal, mit dem Weizmann verhandelte und dem späteren König von Saudi-Arabien um zwei verschiedene Personen: der erstere gehörte zum Clan der Haschemiten, dessen Beduinentruppen mit den Engländern im Ersten Weltkrieg gegen die Osmanen kämpften. Aus Dank wurde er später als König des neuen britischen Mandatgebiets Irak eingesetzt. Erst in den Zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts begann der Reichsgründer Abdul Azziz ibn Saud die Eroberung des Hedschas und als sein Sohn Feisal im Jahre 1962 dritter König Saudi-Arabiens wurde, da war Chaim Weizmann bereits tot. Die beiden genannten Feisals gehörten daher auch unterschiedlichen Clans an, die bis 1958 Todfeinde waren.

Auch in diesem Artikel verabsäumte Heiko Flottau nicht auf die Ermordung der 67 Juden in Hebron im Jahre 1929 hinzuweisen, die er damit rechtfertigt, „weil sie (die Juden) die wirtschaftliche Existenz der palästinensischen Bewohner gefährdet hatten“.

Eine aktuellere Geschichtsklitterung leistete sich die SZ im Artikel vom 20.07.02 „Der kurze Triumph eines Volkshelden“, ebenfalls von Heiko Flottau: Demzufolge hat „am 23.07.1952 eine Gruppe von „freien Offizieren“ unter ihren damals 34-jährigen Anführer (Gamal Abdel) Nasser die marode ägyptische Königsmonarchie“ gestürzt. In Wirklichkeit wurden damals die „Jungen Offiziere“ von Mohammed Naguib geleitet, der nicht die Monarchie stürzte, sondern König Faruk zur Abdankung zwang und dessen Sohn Fuad als König einsetzte. Ein Jahr danach setzte Naguib König Fuad ab, rief die Republik aus und wurde ihr erster Präsident. Im Jahre 1954 entmachteten die „Jungen Offiziere“ im Rahmen eines internen Putsches Naguib und Nasser wurde der zweite Präsident Ägyptens.

Erfahren dürfen wir in diesem Artikel auch die wahren Ursachen des Suez-Krieges von 1956: Nicht die Verstaatlichung des Suez Kanals und die Militäraktion Frankreichs und Großbritanniens zur dessen Wiederbesetzung – der sich Israel anschloss – waren die Ursachen für den Krieg, (der israelische Verteidigungsminister Mosche) „Dayan wollte den Krieg“. Auch der Sechstagekrieg von 1967 war ein Krieg den „niemand wollte“ außer eben Mosche Dayan und er entstand dadurch, dass Dayan gezielt die Syrer provozierte, so dass Nasser „unter arabischen Druck die Vereinten Nationen bat, die Beobachter aus Ägypten abzuziehen“, auch sei die Verriegelung der Straße von Tiran – und damit die Blockade des Meereszugangs Israels nach Afrika und Fernost – für Israel nicht lebensbedrohend gewesen, da die Mittelmeerhäfen ja offen standen. Dabei können heutzutage Zeitungsartikel und Wochenschauen aus arabischen Ländern noch ohne erheblichen Aufwand eingesehen werden, in denen Nasser fanatisierten arabischen Massen aufruft, Israel auszulöschen und auch der hysterische „Tötet, tötet, tötet“ Radioaufruf des damaligen Königs Hussein von Jordanien, in dem er auch arabische Zivilisten aufforderte, Juden „auch nur mit Messern“ zu ermorden ist in die Geschichte eingegangen.

Herr Flottau beruft sich bei seinen revolutionären Geschichtserkenntnissen auf Avi Shlaim, einen der jüdischen „New Historians“, die eine neue Form des jüdischen Selbsthasses pflegen und arabische Presseorgane und sonstige antisemitische Publikationen mit revisionistischen Geschichtsversionen beliefern.

Weitergehende markante Ereignisse der Ära Nasser, insbesondere die Gründung der jeweils nach kurzer Zeit gescheiterten „Vereinigten Arabischen Republiken“ zwischen Ägypten und Syrien, beziehungsweise Ägypten und dem damaligen Nordjemen – ebenso wie die abenteuerlichen militärischen Eskapaden Nassers und den damit verbundenen Einsatz von Giftgasmunition im Nordjemen – werden nicht erwähnt, obwohl man bei der Kreativität des Herrn Flottau auch da hätte erwarten dürfen, dass Israel daran Schuld gewesen wäre.

Antisemitische Tendenz der Nahostberichterstattung deutscher Tageszeitungen nun wissenschaftlich belegt

Dass man über die Nahostberichterstattung der SZ – und die anderer führender deutscher Tageszeitungen – behaupten kann, sie „reproduzierten, so wie sie im Mediendiskurs gedeutet und bewertet werden, einen in Deutschland vorhandenen Antisemitismus und verfestigten ihn“, ist nun aufgrund einer Studie des Duisburger Instituts für Sprach- und Sozialforschung der Universität Duisburg ermöglicht worden, die im Auftrag des Berliner Büros des American Jewish Committee eine wissenschaftliche Untersuchung der Berichterstattung in deutschen Printmedien über die Zweite Intifada durchführte, über die im Juni 2002 eine 32-seitige Zusammenfassung (wovon allein 3 ½ Seiten den Literaturhinweisen vorbehalten blieb) veröffentlicht wurde.

Das Institut überprüfte für die Zeit vom 28.09.2000 (dem Beginn der „zweiten Intifada“) bis zum 08.08.2001 sechs Tageszeitungen die der politischen Mitte zuzurechnen sind (die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Frankfurter Rundschau, die SZ, der Tagesspiegel, die Tageszeitung und Die Welt) und eine Wochenzeitschrift (Der Spiegel). Die Untersuchung konzentriert sich auf alle publizierten Texte zu vier Ereignissen, nämlich der s.g. Tempelberg Besuch Ariel Scharons am 28.09.00, den Tod des palästinensischen Jungen Mohammed al-Dura am 30.09.2000, die Lynchmorde an zwei israelische Soldaten in Ramallah am 12.10.00 und das Selbstmord Attentat vor einer Diskothek in Tel-Aviv am 01.06.01.

Darin gelangt die Studie zur Erkenntnis, dass die Nahostberichterstattung deutscher Printmedien von der Warte einer „rassistischen und ethnozentristischen Perspektive“ und einer „paternalistischen Überheblichkeit“ geführt wird. „Die Dargestellten werden aus einer vermeintlich unangreifbaren Position von Fortschrittlichkeit ….dargestellt“. Beide Parteien erführen „durch den Printmedien-Diskurs vornehmlich massive Negativzuschreibungen, jedoch mit unterschiedlichen Akzentsetzungen“, die „Kritik an beiden Seiten heißt jedoch nicht Ausgewogenheit“ sondern verlaufe eindeutig zu Lasten Israels.

Auch das Bild von den Palästinensern sei oft von „Antiislamischen Zuschreibungen“ geprägt, diese bieten „Anschlusspunkte dafür, die Gewalt als direkt vom Islam hervorgebracht zu interpretieren“. Demgegenüber sei die Israeldarstellung von „Antisemitischen Diskurselementen“ geprägt, „die in Deutschland offiziell tabuisiert sind“. Insbesondere bei der Beschreibung Ariels Scharons werden Bezeichnungen genutzt, die „Assoziationen zu bekannten antisemitischen Karikaturen“ hervorrufen. Insgesamt wird hervorgehoben:

– Scharons s.g. „Tempelbergbesuch“ wird einhellig als Auslöser der „zweiten Intifada“ bezeichnet, „dass dies Teil einer Strategie Arafats gewesen sein könnte, wird nicht angesprochen“.

– „jüdische Siedler“, Ariel Scharon und die israelische Armee werden durchgehend negativ dargestellt, wie auch stets mit abwertenden Eigenschaftswörtern bezeichnet: „radikale“, „militante“, „extremistische“ und „fanatische jüdische Siedler“, „Bulldozer“, „skrupelloser Machttaktiker“, „unnachgiebig“, „alter Haudegen“, „Schlächter“, „Krieger“, „gurrender Falke“, „Bulle“, „Kriegstreiber“, „oberster Brandstifter Israels“ und ähnliche Bezeichnungen für Scharon, über dem auch berichtet wird, Demonstranten hätten ihn „lauthals mit Hitler“ verglichen, ferner wird behauptet, er sei für die Massaker in Sabra und Schatilla verantwortlich. Israelische Soldaten und die israelischen Armee werden als „hart“, „erbarmungslos zurückschießende Soldaten“, „Besatzungstruppe“, „Kolonisten“ beschrieben, denen „exzessive Gewaltanwendung“, „brutale Besatzung“, „brutale Massaker am palästinensischen Volk“ zugeschrieben werden, auch werden bewusst religiöse Assoziationen hervorgerufen wie etwa „ein Trupp Soldaten stürmt wie eine Kohorte römischer Legionäre die Via Dolorosa“.

– Ereignisse wie der Tod des palästinensischen Jungen Mohammed-al-Dura werden unisono und ungeprüft der israelischen Seite angelastet, es wurde in diesem Zusammenhang auf die Zahl getöteter palästinensischer Minderjähriger hingewiesen, wobei die Schuld allein dem „brutalen Vorgehen der israelischen Armee“ zugeschrieben wurde. Hinweise auf ermordete jüdische Kinder werden relativiert wie „auf beiden Seiten immer mehr Kinder sterben, noch im Tod werden sie für die politische Propaganda missbraucht“.

– Der Lynchmord an zwei israelischen Soldaten in Ramallah am 12.10.2000 wurde als Reaktion der „aufgebrachten palästinensischen Menge“, auf „Scharons Provokation“ (den Besuch auf dem Tempelberg) und dem Tod Mohammed-al-Duras relativiert, die Berichterstattung wurde mit den „Vergeltungsmaßnahmen“ – also der Bombardierung der zwischenzeitlich geräumten Polizeistation in Ramallah durch die israelische Luftwaffe – gekoppelt. Die Lynchmorde werden in Chroniken eingeordnet durch die eine Eskalationslogik medial deutlich gemacht wird. „Die teilweise sehr drastische Visualisierung der Ereignisse trug ebenfalls mit dazu bei, die Eskalation des Konfliktes zu unterstreichen: Fotos von Steine werfenden …. Palästinensern stehen Bilder von israelischen Panzern und Kampfhubschraubern gegenüber, mit denen gleichzeitig die israelische Dominanz hervorgehoben wird“.

– Zur Kritik an Israel werden öfter israelische und palästinensische Kritiker/innen hinzugezogen, „eine Kritik von Palästinensern an der palästinensischen Politik ist dagegen nicht oder äußerst selten aufzufinden“. Israel wird öfter zugestanden ein demokratischer Staat zu sein, in dem auch kontroverse Meinungen vorherrschen, dabei werden aber nur Ansichten von Israelis zitiert, die im Widerspruch zur offiziellen Regierungspolitik stehen.

– Die Diskurselemente im Zusammenhang mit Israel sind eindeutig durch Begriffe des traditionellen europäischen Antisemitismus und des christlichen Antijudaismus geprägt, „insbesondere die Tatsache, dass die produzierten Texte mit ihren negativen Zuschreibungen immer Anschluss an deutsche historische und aktuelle Diskurse findet, ist zu berücksichtigen. Insofern sind solche Texte oftmals dazu geeignet, in deutschen Diskursen vorhandene antisemitische und rassistische Vorurteile zu reproduzieren oder auch erst herzustellen“.

Die Nahostberichterstattung der SZ im Vergleich zur Duisburger Medienanalyse

Ein Vergleich der veröffentlichten Kurzfassung dieser Medienanalyse mit der Nahostberichterstattung der SZ ergibt, dass die SZ dabei eher glimpflich davonkommt:

1) Während die SZ ebenfalls mit Fotos zum Nahostkonflikt aufwartet, wonach fast ausschließlich schwerbewaffnete israelische Soldaten unbewaffneten palästinensischen Zivilisten gegenüberstehen – ganz zu schweigen von den Fotos, die einzelne palästinensische Kinder zeigen, die Panzer mit Steine bewerfen (wohl wissend, dass sie dadurch keine Risiken eingehen) – werden die Karikaturen mit Stürmer Charakter, die in der SZ erschienen sind, im Bericht nicht erwähnt. Hervorzuheben wäre dabei z.B. die zwischenzeitlich berüchtigt gewordene Karikatur E.M. Langs vom 02.05.02, in dem Scharon vor einem Leichenberg, der von einem Bagger weggekarrt wird, die Mitglieder einer UN Beobachtermission zurückdrängt. Eine ähnliche Karikatur vom 16.05.02, zeigt zum Beispiel Scharon auf einem Brett, unter dem wohl ein Palästinenser dargestellt sein soll.

Generell sind in der deutschen Presse und insbesondere in der SZ – im Gegensatz etwa zu Tageszeitungen aus angelsächsischen Ländern – nur verunglimpfende Karikaturen über Israelis, aber keine über Palästinenser, islamische Terroristen oder korrupte arabische Politiker vorzufinden.

2) Die im Bericht zitierte Praxis jüdischen und israelischen Kommentatoren Raum zur Kritik an Israel einzuräumen wird von der SZ exzessiv genutzt, es werden dabei Autoren publiziert, die in Israel vollkommen unbekannt sind, wie etwa Cordelia Edvardson und auch von den renommierteren Autoren, wie etwa Moshe Zimmermann, kann behauptet werden, dass sie in Deutschland weitaus bekannter und häufiger publiziert werden, als in Israel.

Während Scharon von fast 2/3 der Wähler Israels zum Ministerpräsidenten gewählt wurde und er aufgrund repräsentativer Umfragen weiterhin als ebenso populär gilt, werden in der SZ ausschließlich jüdische und israelische Kommentatoren veröffentlicht, die die Regierung Scharon und ihre Politik diffamieren oder ihr zumindest höchst kritisch gegenüberstehen – womit dokumentiert wird, dass es der SZ nicht auf einer wahrheitsgetreuen Darstellung der Stimmung am Ort des Geschehens ankommt, sondern dass sie sich Methoden bedient, die bei antisemitischen Publikationen seit mehr als einem Jahrhundert nachweisbar sind, nämlich dem Zitieren – oft eigens dafür bezahlter – jüdischer „Zeugen“.

Unerwähnt blieb im Duisburger Bericht (in der veröffentlichten Kurzfassung) die Bedeutung der Leserbriefe, denen in der SZ eindeutig dieselbe Rolle zugedacht wird, wie den israelikritischen Artikeln jüdischer Autoren: Auch hier gibt die SZ vor, Ansichten Dritter vorzutragen, die nicht die Meinung der Redaktion wiederspiegeln, veröffentlicht aber so gut wie ausschließlich Leserbriefe, die Israel verunglimpfen – mit dem Unterschied, dass hier auf stilistische Feinheiten keine Rücksichten genommen werden müssen, da man sich mit den Ausfällen Dritter nicht identifizieren müsse.

Selbstverständlich soll hier nicht behauptet werden, dass diese unter dem Deckmantel der legitimen Israelkritik veröffentlichten Meinungen nicht tatsächliche Leserbriefe darstellten oder gar bestellt wären. Schließlich werden heute deutsche jüdische Gemeinden mit Briefen überhäuft, in denen es von unflätigen antisemitischen Pöbeleien nur so wimmelt und auch die Öffentlichkeitsabteilung der Israelischen Botschaft erhält an manchen Tagen bis zu 300 solcher Schreiben, Telefaxe und E-Mails, also bei weitem mehr, als die diplomatischen Vertretungen irgendeiner der in Deutschland akkreditierten Großmächte. Aber es gilt sowohl in Kreisen der jüdischen Gemeinde in München, wie auch in denen der Deutsch-Israelischen Gesellschaft und der christlichen Freundeskreise Israels in Bayern, dass es absolut sinnlos sei, an die SZ einen Israel freundlichen Leserbrief zu schicken, denn dieser wird entweder nicht veröffentlicht, oder er wird soweit verkürzt und entstellt, dass er oft das Gegenteil von dem wiedergibt, was vom Versender beabsichtigt war.

Eine besondere Rolle wurde den Leserbriefen nach den Terrorangriffen in den USA am 11.09.2001 zugedacht: Im Duisburger Bericht gab es einen Hinweis auf eine vom Institut durchgeführte kursorische Analyse im Zeitraum vom 12.09.01 bis zum 19.09.01 in fünf Tageszeitungen, darunter der SZ, in denen auch die Meinung vertreten wurde, der Terror sei eine legitime Waffe der Schwachen, ferner werde sich „Scharon nun legitimiert fühlen, noch härter gegen die Palästinenser vorzugehen. Solche Spekulationen gingen in einzelnen Fällen sogar so weit, Israel eine Schuld oder zumindest eine Mitschuld an den Anschlägen in den USA zu geben“.

Die SZ hat bereits am 14.11.01 mit einem Artikel von Heiko Flottau, dessen ellenlanger Titel allen den Weg gewiesen hat wer denn immer schuld sei: Übertitel: „Der Kampf gegen den Terror: Der Fanatismus der Attentäter hat historische Ursachen“, Haupttitel: „Nahöstliche Verteufelung“ und Untertitel: „Terrorismus in der arabischen Welt wird heute oft religiös legitimiert – seine Geburtsstunde aber war der Kampf gegen die Gründung Israels“. Von da an übernahmen die Leserbriefe eine markante Rolle in dieser Diskussion – exemplarisch für eine größere Anzahl vergleichbarer Leserbriefe bis heute – etwa der Brief eines „85-jährigen Nazi-Gegners“ Prof.Dr. Halhuber vom 14.10.01, der auch Scharons Erklärungen mit Hitler Zitaten verglich, Israel Apartheid vorwarf und als Wurzel des Terrors bezeichnete.

3) Im Juli 2002 berichtete die SZ über den Gesetzesantrag im israelischen Parlament, Grundstücke des Jüdischen Nationalfonds, die mit Spenden von Juden aus aller Welt erworben und erschlossen wurden, nur an Juden zu überlassen (wobei die Darstellung in der SZ so verstanden werden konnte, dass arabische Staatsbürger Israels generell keine Immobilien mehr erwerben dürften). Darüber gab es in der SZ legitime Kritik, es wurde berichtet, dass der Gesetzentwurf von oppositionellen Abgeordneten als rassistisch bezeichnet wurde und er wurde in einem Feuilletonbericht von Moshe Zimmermann in der SZ auch entsprechend kommentiert.

Als im Frühjahr 2001 in Libanon ein Gesetz beschlossen wurde, wonach Palästinenser keine Immobilien mehr erwerben können und die Immobilien in ihrem Eigentum nicht vererben dürfen, so war darüber in der SZ nie eine Silbe zu lesen. Es kann auch davon ausgegangen werden, dass es dem durchschnittlichen SZ Leser unbekannt ist, dass die Palästinenser im Libanon mehr als 100 Berufsverboten unterliegen, so dass sie nicht einmal die Straßen ihrer Flüchtlingslager kehren dürfen und es blieb auch unerwähnt, dass im Frühjahr 2002 als Berufsverbot hinzugekommen ist, dass sie auch keine Taxichauffeure mehr sein dürfen. Ebenso wenig wird über den benachteiligten Status der Palästinenser in den anderen arabischen Bruderstaaten, wie etwa Saudi Arabien oder Kuwait berichtet.

Kaum einem SZ Leser dürfte bekannt sein, dass bis zum Friedensvertrag mit Jordanien es in diesem Land (einschließlich der annektierten Westbank) Arabern unter Androhung der Todesstrafe verboten war, Immobilien an Juden zu verkaufen und dass die PA dieses Gesetz mit übernommen hat und es auch ausführt.

Die Nahostberichterstattung der SZ und der deutschen Tageszeitungen ist daher höchst selektiv, die Leiden der Palästinenser werden nur im Zusammenhang mit Israel zitiert. Eindeutig geht es diesen Zeitungen dabei nicht um das Leiden der Palästinenser, sondern darum, dass die Israelis Juden sind.

Die Antisemitismuskritik der SZ im Falle der FDP und Möllemanns

Als der Antisemitismus zu einem der Hauptthemen des deutschen Frühlings des Jahres 2002 wurde, hat sich die SZ- und hier insbesondere ihr Redakteur Heribert Prantl – entschieden dafür eingesetzt, die Situation schon dadurch klarzustellen, dass die Dinge beim Namen genannt wurden. Insbesondere hat Heribert Prantl präzisiert, dass der behauptete Antisemitismus der FDP Oberen Westerwelle und Möllemann schon deswegen eine Unterstellung war, weil man dadurch bei diesen beiden Herren so etwas wie das Vorhandensein einer Gesinnung unterstellte und dass es nicht hinnehmbar sei, wenn in Deutschland österreichische Verhältnisse einkehrten und der Antisemitismus – auch unter dem Gewand der Israelkritik – zum Wahlkampfthema werde. Er hat auch in dankenswerter Weise auf die antisemitischen Ausfälle der Ostermarschierer hingewiesen, wobei diese Ereignisse ihren eigentlichen Platz nicht nur in den Kommentaren, sondern vorrangig auch in den Nachrichten der SZ und der sonstigen deutschen Tagespresse hätten finden müssen.

Allerdings gibt es auch da gelinde gesagt einige Widersprüche bei dem Einsatz gegen den Antisemitismus in der SZ und auch Herr Prantl entwickelte offensichtlich schon nach kurzer Zeit Angst vor der eigenen Courage – möglicherweise aufgrund der Reaktion, die sich im Zusammenhang mit den „Waschkörben“ an zustimmender Post zugunsten eines Möllemanns ergaben.

Während Herr Prantl noch am 15.04.02 brandmarkte, „schon lange nicht mehr war Judenhass, derzeit als Antizionismus verkleidet, in Deutschland so salonfähig wie heute“, so fühlt er sich im selben Artikel verpflichtet, dies dadurch zu relativieren, dass er von „berechtigter Kritik an Israel“ spricht. Dies steigert sich danach in den folgenden Artikeln und in seiner Laudatio anlässlich der Verleihung des Ossietzky Preises an Uri Avnery am 06.05.2002 bezeichnet er Avnery als den „guten Israeli“, der „einer von denen (sei), die für ein anderes Israel stehen“. Nachdem er also das Israel, das anders ist als Herr Avnery, als seiner Achse des Bösen zugeordnet hat, behauptet er auch, Ariel Scharon sei für die Massaker in Sabra und Schatilla verantwortlich. Dass Scharon eine diesbezügliche Verleumdungsklage in den Vereinigten Staaten gegen eine dortige Zeitung bereits vor mehr als einem Jahrzehnt gewonnen hat, kann einen guten Deutschen eben nicht erschüttern.

Nichts versinnbildlicht so sehr die katastrophale Lage in der sich die Juden und Israel befinden, wie die Tatsache, dass diejenigen, die sich gegen den Antisemitismus einsetzen sich verpflichtet fühlen, dies dadurch zu relativieren, dass sie sich danach negativ über Israel äußern. Es bleibe dahingestellt, inwieweit jüdische Repräsentanten dazu beigetragen haben, indem sie ständig betonten, dass Kritik an Israel keinesfalls Antisemitismus sei, so dass man schon gelegentlich den Eindruck gewinnt, manch einer kritisiere Israel nur um zu beweisen, dass er kein Antisemit sei. Gerade aber die Nahostberichterstattung der SZ beweist, wie sehr Israelkritik auch Antisemitismus sein kann, denn die Maßstäbe, die die SZ bei der Kritik Israels ansetzt, werden bei der Bewertung vergleichbarer Situationen nicht herangezogen.

Wenn Heribert Prantl in „Juden in Kollektivhaft“ vom 17.05.02 erklärt, Möllemann lade alle Schuld an der Malaise in Nahost allein auf Israel und Scharon und wenn im SZ Kommentar „der Lonsdale Effekt“ über Möllemann angedeutet wird, er behaupte entschieden für das Existenzrecht Israels einzustehen, ermutige und verherrliche aber diejenigen, die Israel vernichten wollen, so ist beim besten Willen nicht erkennbar, worin sich dieses Verhalten Möllemanns von der Nahostberichterstattung der SZ im Allgemeinen und den Kommentaren eines Heiko Flottau insbesondere unterscheiden, bei dem ja bei jeder Gelegenheit die Schuldfrage eindeutig geklärt ist

Allein die in den letzten Jahren mindestens dreimal explizit wiederholte Behauptung Flottaus, die Juden Hebrons wären nicht deswegen getötet worden, weil Sie Juden waren, sondern weil sie Zionisten waren, ist bei weitem gravierender, als alles, was Möllemann je gesagt hat: Flottau rechtfertigt damit den Mord an jenen Juden, die es wagen, für sich und für das jüdische Volk in Anspruch zu nehmen, was für alle andere Völker eine Selbstverständlichkeit ist, nämlich Souveränität, eine eigene Heimat und das Selbstbestimmungsrecht. Es ist kein anderer Fall bekannt, in dem die SZ den Nationalismus als ein todeswürdiges Verbrechen an sich bezeichnet hat, weder im Fall des baskischen, des Südtiroler, des arabischen, pakistanischen oder jedweden anderen Nationalismus. Diese Behauptung Flottaus unterscheidet sich in nichts von den Behauptungen, die Juden wären nicht ermordet worden, weil sie Juden waren, sondern weil sie Christus getötet hätten, an der Pest, an vergifteten Brunnen, am verhexten Vieh, an blutenden Hostien oder an Ritualmorden schuld wären, weil sie Kapitalisten oder Kommunisten waren oder weil sie minderwertig wären. Vielleicht wäre es daher angemessener, Herr Prantl bereinigte vorab die Lage im eigenen Haus, bevor er die Splitter in den Augen anderer entfernt.

Der Artikel erschien in „Jüdisches Leben in Bayern“, der Publikation des Landesverbandes der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern.

Fotofälschung der Woche: Grausamkeit gegenüber palästinensischen Frauen

Aussie Dave, Israellycool, 9. August 2017

Die Facebookgruppe Palestine Will Be Free liebte ihre antiisraelischen Darstellungen und hier ist eine, die sie letzte Woche veröffentlichten (und allein auf Facebook fast 350-mal geteilt wurde).

Eines Tages…
wird Palästina frei sein.
Und die bittere Geschichte der Grausamkeit israelischer Soldaten
gegenüber palästinensischen Frauen wird verschwunden sein.

Sie haben eindeutig die Bildbeschreibung weggelassen, als sie den Eintrag erstellten:

Sebastian Scheiner/Associated Press – Ein israelischer Soldat zog gestern in Hebron zwei jüdische Siedlerinnen von einem umstrittenen Gebäude weg. Sicherheitskräfte stürmten das Gebäude, um rund 200 Hardline-Siedler zu entfernen, die es seit März 2007 besetzten, als ein Handel es zu kaufen fehlschlug. (Sebastian Scheiner/Associated Press)

Und hier ist das Problem: Sie mussten den wahren Kontext des Fotos kennen, also haben sie bewusst gelogen. So, wie ihre Israelhasser-Kollegen es immer wieder tun.

‘Tschuldigung, habe ich Israelhasser gesagt? Mein Fehler.

Text über dem Bild:
Wer hat die Kontrolle? Zionistische Macht. 9 Arten von Zionisten sich die Welt zu greifen
Poster:
Wer hat wirklich die Kontrolle?
Die US-Notenbank und die Wall Street
Internetspionage
Hollywood und Fernsehen
Gerichte
Krebsindustrie
Pornografie
Kriege für Israel
Sexhandel
gefälschte Opposition