Fatah zu ihrem 38-jährigen Bestehen

Ein legitimes palästinensisches Staatswesen bildet die wichtigste Waffe,
die die Araber gegen Israel haben

Original auf der offiziellen Fatah-Website vom 31.12.2001
(erstaunlich: Der Artikel wurde vor den Feiern zum Jahrestag am 1. Januar 2002 veröffentlicht!)

Der 38. Jahrestag der Gründung der Fatah

Übersetzter Originaltext   Kommentar des Übersetzers
Das palästinensische Volk hier und in der Diaspora feierte am ersten Januar den 38. Jahrestag der Gründung der Fatah und ihres militärischen Flügels, der Al-Asifa-Streitkräfte (das arabische Wort für Sturm). Es ist der zweite Jahrestag, der während der derzeitigen Intifada stattfinden, der heroischen Konfrontation zur Verteidigung unserer nationalen Prinzipien gegen die rassistische Regierung Sharons.   Heroisch: die gezielte Erschießung eines 10 Monate alten Babys in den Armen seiner Mutter. Heroisch: Selbstmord-Explosionen in einer Disco, einer Pizzeria, vielen Bussen, wo sich keine Soldaten befanden. Heroisch: Mörserbeschuss von Menschen, die keine Waffen tragen. Heroisch: der hinterhältige Mord an einem Hotelgast – dem israelischen Tourismus-Minister. Heroisch: Lynchmord an Jugendlichen, die auf einer Wanderung waren. Heroisch: Die Erschießung zweier Restaurantbesitzer, die Palästinenser Geld verdienen lassen wollten. Heroisch: Die Beschießung eines Jerusalemer Stadtteils, um Gegenfeuer auf Kirchen und christliche Einrichtungen zu ziehen. Heroisch: Einen 72-jährigen alten Mann, der sich nur mit Hilfe eines Stockes mühsam bewegen kann, zu entführen und umzubringen; heroiosch: der Entführung eines alten, behinderten Mannes zuzusehen, wie die palästinensischen Polizisten, der dann ermordet wird.
Am 38. Jahrestag ist es recht legitim unsere Erfolge der Zeitspanne zu untersuchen, die seit 1965 verging. Aber ein wenig Geschichte könnte wichtig sein. Fatah, als politische Organisation, wurde 1957 gegründet, als sie ihre erste Erklärung veröffentlichte, die zum militärischen Kampf aufrief. In der Zeit von 1959 bis 1964 veröffentlichte Fatah eine Zeitschrift namens „Unser Palästina“. Acht Jahre der Organisation, Rekrutierung und der Weckung von Bewusstsein gingen der ersten militärischen Operation voraus. Der militärische Flügel der Fatah gab seine erste Erklärung am 1. Januar 1965 heraus, in dem er verkündete, dass Herr Mahmoud Abu Baker ein Mitglieder der Fatah und der erste von den Israelis gefangen genommene Palästinenser war.   „Unser Palästina“ war das israelische Staatsgebiet vor 1967, und das beanspruchen sie – und von Besetzung der „Westbank“ und des Gazastreifens sprach niemand – weil Jordanien und Ägypten sie besetzt hatten, nicht Israel. Sollte es auf einmal anders sein?

 

Wenn das der erste von Israel gefangene Palästinenser war, dann kann es vor 1965 keine Palästinenser gegeben haben! Wo ist dann das „historische Palästina“?

Jahre der Fehlschläge und Erfolge bereicherten unsere Kampferfahrung und die Lektionen, die wir lernten sollten in Betracht gezogen werden. Aber die Prinzipien, die die die Gründung der Fatah nötig machten, bleiben die Grundlage für jede Arbeit der Zukunft. Diese sind:   Mit anderen Worten: Sie sind und bleiben gültig! Keine Änderung! Also MUSS und wird Fatah weiter MILITÄRISCH gegen Israel kämpfen!
1. Die unabhängige Entscheidung  
Seit sie gegründet wurde, lehnte Fatah es ab, von irgendeiner Partei Diktate anzunehmen, seien sie Araber oder andere, die darauf abzielte, ihre regionalen Ziele auf Kosten der pan-arabischen Interessen zu erreichen. Fatah glaubt, dass die zionistische Bewegung die größte Bedrohung nicht nur der nationalen palästinensischen Sicherheit, sondern auch der Sicherheit der arabischen Welt darstellt. Sie glaubt auch, dass ein legitimes palästinensisches Staatsgebilde die wichtigste Waffe bildet, die die Araber gegen Israel haben, den Außenposten der imperialistischen Mächte.   Mit anderen Worten: Da Israel eine Gefahr ist und bleibt, dann muss es beseitigt werden. Also KEINE Änderung der Ziele: Israels Vernichtung bleibt auf der Tagesordnung, egal, was Arafat an Friedensschwüren los lässt!

Und auch dies bestätigt, dass es den „Stufenplan“ gibt und eine Lösung wie ein Friedensschluss nur der Zwischenschritt zur Vernichtung des jüdischen Staates sind!

2. Das historische Recht
des palästinensischen Volkes
 
Die unveräußerlichen Rechte des palästinensischen Volkes schließen das Recht auf Selbstbestimmung, das Recht auf Rückkehr, die Gründung eines souveränen Staates mit Jerusalem als seiner Hauptstadt ein.   „Rückkehrrecht“ – damit es den Israelis auf jeden Fall unmöglich wird, das palästinensische Diktat anzunehmen – so wird der bewaffnete Kampf bis zur Vernichtung Israels gesichert.
3. Die Volksrevolution  
Die Revolution wird unausweichlich zur Befreiung Palästinas führen. Die Revolution nimmt unterschiedliche Formen an, wie sie auf der organisatorischen, militärischen, politischen und diplomatischen Ebene durchgeführt wird. Die ergänzende Natur der verschiedenen Formen der Revolution garantiert die Kontinuität des Kampfes, bis der Sieg erreicht ist.   Also: Gewalt [„militärisches Vorgehen“] ist fester Bestandteil des Kampfes und ist als Ergänzung der übrigen Maßnahmen auf jeden Fall durchzuführen! Gewalt ist ein Mittel, dass nur aus Opporunitätsgründen aufgegeben wird, weil „ergänzende“ Mittel/Formen sich gegenseitig brauchen.
Die Intifada von 1987 als Volksrevolution erzwang Wechsel auf der lokalen, regionalen und internationalen Ebene. Sie führte zur Unabhängigkeitserklärung nach der von Jordanien getroffenen Entbindungs-Erklärung. Die Intifada zwang Israel auch zur Anerkennung der PLO als Friedenspartner, mit dem es einen Friedensvertrag abschließen musste, der auf den UN-Resolutionen 242, 338 und dem Prinzip „Land für Frieden“ gründete. Wenn diese Resolutionen umgesetzt werden, wird ein palästinensischer Staat nach der Entfernung der israelischen Besatzung und seiner Siedlungen gegründet.   Zwang wurde nur von außen ausgeübt, durch die Europäer und Amerikaner; und die israelische Linke stieg darauf ein. Mit Arafat und seiner „Intifada“ hatte das nichts zu tun!
Auch das ist gelogen: Israels Linke beschloss gegen starken Widerstand diesen Vertrag einzugehen, Zwang dazu bestand nicht! Arafat war zu dieser Zeit eigentlich am Ende und wurde durch den Vertrag wieder aufgebaut!
Eben: für Frieden – den die Palästinenser aber mit ihrer Volksverhetzung und der systematischen Hass-auf-Israel-Erziehung in Schulen und Medien nicht lieferten!
Die Verzögerungs- und Ablenkungspolitik, die Israel praktizierte, seit das Friedensprojekt begann, entleerte das Projekt seiner positiven Aspekte. Israel baute weiter neue Siedlungen und baute die vorhanden als Teil eines systematischen Versuchs aus, die Version des Friedens aufzuzwingen, die es sich vorstellte.   Verzögerungen gab es lediglich, weil die Arafat-Lügner ihren Verpflichtungen nicht einmal ansatzweise nach kamen.
Es zielte darauf ab, die besetzten Gebiete in Kantone zu zerteilen, die von Siedlungen eingekreist waren. Diese Situation erlaubt keinerlei territorialen Zusammenhang, der Voraussetzung für die Einrichtung unseres Staates mit Jerusalem als seiner Hauptstadt auf der Basis der UN-Resolution 181 ist.   Seit wann wird die den anerkannt? In ihrer Gänze schon mal überhaupt nicht, da sucht sich Arafat nur das heraus, was ihm gerade gelegen kommt, der Rest gilt doch alles nicht!
Bei Camp David II führte der Moment der Wahrheit, an dem die beiden Parteien anlangten, zu einer Konfrontation. Die palästinensische Führung lehnte die Clinton-Barak-Vorschläge ab, die unter anderem das Rückkehrrecht und unsere Interessen in Jerusalem ignorierten. Als Baraks Regierung (uns) ihren „Friedensplan“ nicht aufzwingen konnte, benutzte sie ihre militärischen Möglichkeiten, um die Ambitionen und Erwartungen des palästinensischen Volkes tiefer zu legen.   Arafat hat aber auch kein Gegenangebot gemacht; von Kompromiss war seinerseits ohnehin nie die Rede. Das sind keine Verhandlungen.

Größter Blödsinn bisher überhaupt – Arafat suchte die Gewalt, die Israelis verhielten sich nicht anders als vorher – und die Palästinenser wurden von Israel mit finanziert, ausgebildet und ausgestattet!

Die Intifada begann in Jerusalem als eine palästinensische Antwort auf Sharons anstößigen Besuch der Al Aksa-Moschee. Sie breitete sich später nach Gaza aus, in die Westbank und andere Teile der 1948 besetzten Gebiete.   Gleich zwei Lügen auf einmal: Die Intifada nahm den Besuch Sharons auf dem Tempelberg – nicht der Al Aksa-Moschee! – als Gelegenheit, einen längst ausgearbeiteten Plan umzusetzen.

Ach gucke mal: Die „1948 besetzten Gebiete“ – das ist das Staatsgebiet Israels vor 1967 – wenn das auch besetzte Gebiete sind, dann müssen die ja wohl auch befreit werden. Jetzt haben sie sich wieder mal verraten!

Die Verhandlungen von Taba wurden während der Intifada geführt, die seitdem fortgeführt wurde, um den Geist der wahren Volksrevolution gegen die amerikanisch-israelische Vorherrschaft auszudrücken. Darin sind die PNA-Institutionen und die der zivilen Gesellschaft eingeschlossen.   Also ist jeder Palästinenser ein Kämpfer – wieso redet die arabische Welt dann von einem israelischen Krieg gegen palästinensische Zivilisten?

Der Kampf geht auch gegen die USA! Und die Regierung Bush sah zu dieser Zeit Arafat immer noch als Friedenspartner an! (Das scheint sich gerade zu ändern – hoffentlich!)

Sharon hat versucht, die tragischen Ereignisse des 11. September dazu zu nutzen, sich als Partner der USA in ihrem Krieg gegen den Terrorismus aufzudrängen. Er arbeitet auch mit Falken-Elementen in der US-Regierung, um die PNA als Gebilde darzustellen, das Terroristen Zuflucht gewährt, eine Behauptung, die von der Regierung zurück gewiesen wird. Die Selbstmord-Operationen in Israel ermöglichten es Sharon, das auszuführen, was als Vergeltungsangriffe gegen die PNA auszusehen scheint, einschließlich der erneuten Eroberung bestimmter von der PNA kontrollierten Gegenden.   Kann sie ja so oft zurückweisen, wie sie will, es ändert nichts an den Tatsachen.
Wenn Arafat gegen die Selbstmord-Attentäter und ihre Hintermänner vorgegangen wäre, dann würde Sharon nicht gegen ihn vorgehen müssen.
Und die nächste feiste Lüge:Israel hat Gebiete, auf die es eingedrungen ist, immer geräumt. Von Wiedereroberung kann also keine Rede sein!
Die USA betrachten die israelische Aggression allerdings als eine Art Selbstverteidigung. Sie führten auch einige palästinensische Streitkräfte als terroristische Organisationen an. Unsere Führung weist dies zurück und betrachtet die israelische Besatzung, Siedlungen und täglichen Angriffe als die schlimmste Form des Terrorismus, die darauf abzielt, uns von unserem Land zu entwurzeln.   Klar, es ist einfacher, die Tatsachen umzudrehen, als das eigene Versagen, die eigenen Verbrechen und die Falschheit und Verlogenheit der eigenen Position einzusehen.
Diese Zurückweisung definiert allen Terror von arabischer Seite als Nicht-Terror. Verlogener geht es nicht!
Unglücklicherweise musste die PNA aber einige vorbeugende Maßnahmen ergreifen, die in keinster Weise unsere nationale Einheit beschädigen. Diese Maßnahmen wurden getroffen, um israelischen Beschuldigungen entgegen zu treten, dass Palästinenser Gewalt in ihrem Widerstand gegen die israelische Besatzung benutzen. Sie sollen dazu dienen, der PNA zu helfen, gegen Sharons teuflischen Plan zu bestehen. Der Plan zielt darauf ab, unsere Sache durch die Entzündung eines zivilen Streit (Kampf) oder durch die Benutzung der Selbstmord-Operationen als Rechtfertigung zur Untergrabung der PNA und der legitimen Führung durch Präsident Arafat auszulöschen.   Ja, die Bomben am Straßenrand, die Beschießungen von Schulbussen, die zerfetzten Restaurantbesucher, die wahllose Beschießung von Wohnungen sind ganz harmloser, friedlicher, ziviler Ungehorsam! 260 ermordete Israelis (bzw. auch ein griechisch-orthodoxer Mönch und einige versehentlich erschossene israelische Araber) sind keiner Gewalt zum Opfer gefallen, sondern den Angriffen von Marsmännchen, die sich als Palästinenser verkleidet haben.
Die außergewöhnlichen Maßnahmen, die getroffen wurden, sollten von einer gemeinsamen getroffenen Abmachung zwischen der PNA und den islamischen und nationalen Streitkräften auf Basis dessen ersetzt werden, was die spezifischen Ziele der gegenwärtigen Phase sind. Diese sind die Befreiung der 1967 besetzten Gebiete, die Einrichtung eines palästinensischen Staates mit Jerusalem als seiner Hauptstadt, die Umsetzung des Rückkehrrechts und die Entfernung der israelischen Siedlungen.  

Das ist sehr wichtig: der gegenwärtigen Phase! Was wohl die nächste Phase sein wird?

Außerdem ist der judenreine Palästinenserstaat das Ziel, was umgekehrt nicht gelten soll, denn die Israelis sollen sich von Hass erfüllten Palästinensern überschwemmen lassen.

Da diese Ziele auf UN-Resolutionen basieren, sollten unsere Kampfmethoden diesen Resolutionen entsprechen, anstatt ihre Umsetzung zu behindern. Daher sollten die palästinensischen Fraktionen, deren strategische Ziele über die festgesetzten Ziele der derzeitigen Phase hinaus gehen, dies einbeziehen.   Sie basieren nur auf ausgewählten Teilen der Resolutionen – denen, die Israel verpflichten, aber nie denen, die den Palästinensern etwas abverlangen!

Und wieder die Unterscheidung der Phasen-Ziele – strategische Ziele (langfristige, die nicht aufgegeben werden) und den derzeit durchsetzbaren Zwischenzielen!

Die grausamen Verbrechen Sharons und die unethische Unterstützung dieser Verbrechen durch die US-Regierung wirft einige legitime Besorgnisse beim unserem Volk auf. Trotzdem sollten wir die dunkelsten Tage unserer Geschichte in Erinnerung behalten, die nach der Schlacht der Standhaftigkeit in Beirut kamen, als 1983 die palästinensischen Streitkräfte nach Algerien, Ägypten, Tunesien, Jemen, Syrien, Irak, Sudan und Jordanien zerstreut wurden.   Das war ihre einzige Chance, der totalen Vernichtung zu entkommen – von wegen Standhaftigkeit, es war pure Verzweiflung. Und nur die Intervention der UNO (und der USA) hatten Arafat seinen Kopf gerettet!
Sharon, der offiziell für seine Rolle in den Massakern von Sabra und Shatila verurteilt wurde, glaubte, dass die palästinensische Revolution in ihren letzten Zügen lag. Aber die Zerstreuung kam wenigstens symbolisch zum Ende. Aus Anlass des 18. Jahrestages der Gründung der Fatah wurde entschieden, eine große Feier im Südjemen abzuhalten. Die ausgezeichneten Festlichkeiten wurde von Delegationen besucht, die alle palästinensischen Fraktionen repräsentierten.   Verurteilt von wem? Von „Friedensaktivisten“, Linksextremen und natürlich den Arabern – aber von keiner Ernst zu nehmenden Institution!
Nö, Sharon wird schon gewusst haben, was die Rettung Arafats aus den Trümmern, in die er Beirut legen ließ, zur Folge hatte – der konnte einfach weiter machen! Das sollte Sharon nicht gewusst haben? Für so dumm hält ihn höchstens Arafat!
Die Botschaft an die Welt war sehr deutlich: Palästinenser vollbringen Wunder und sie werden die Partei bleiben, die über Krieg oder Frieden entscheidet. Die Feiern bewiesen auch, dass Grenzen im Zeitalter der Technologie nicht gegen unseren Willen bestehen konnten. Die meisten der Führer, die daran teilnahmen, schlossen, dass die Kampfeswille seine Wurzeln in der Beachtung der Prinzipien liegt, in der unabhängigen Entscheidung und in der Bereitschaft, die notwendigen Opfer zu bringen.   Palästinenser vollbringen Wunder? Wenn, dann das, von anderen immer wieder aus dem Dreck gezogen zu werden – also alles andere als aktiv. Die Wunder werden für sie geschaffen – von der UNO, der EU und wer weiß, von wem noch – aber nie von ihnen selbst!
Wenn die Palästinenser (allein) über Krieg oder Frieden entscheiden, dann ist es völlig egal, was Israel denkt oder tut – nur sein kollektiver, staatlicher Selbstmord und seine Vernichtung kann den Krieg beenden – das ist keine Haltung, die für friedliche Lösungen steht!

Und das ist alles, was Arafat kann: Opfer verlangen. Dass sich a) seine eigenen Taschen (= Konten) dabei stetig füllen, während b) sein Volk vor die Hunde geht, ist ihm a) nur Recht und b) völlig uninteressant.

Die meisten unseres Volkes und unserer Streitkräfte stehen heute auf unserem Land und es wird nicht lange dauern, bis unser Traum sich erfüllt – die Einrichtung unseres Staates mit Jerusalem als seiner Hauptstadt.  
Revolution bis zum Sieg   Das ist das wahre Gesicht Arafats: Er will siegen, um jeden Preis. Alles, was nicht absoluter und vollständiger Sieg über Israel ist, ist für ihn nicht akzeptabel. Bevor Israel nicht besiegt ist, wird die Revolution nicht aufhören. Und Israel ist nur dann besiegt, wenn es winselnd vor Arafat kriecht.

Die Fatah macht die Flüchtlingsfrage zur Schlüsselfrage des Friedens in Nahost

Der englischsprachige Original-Artikel stand ab dem 5.12.2001 auf der offiziellen Fatah-Website: (http://www.fateh.net/e_editor/01/151101.htm)

Offizielle Fatah-Erklärung (15.11.2001):
Die Frage der Flüchtlinge – eine Sache, die nicht geschändet werden darf 

Übersetzter Originaltext   Kommentar des Übersetzers
Nachdem unser palästinensisches Volk es ablehnte, die UN-Resolution 181 wegen ihrer Ungerechtigkeit zu akzeptieren, begannen die zionistischen Militär-Gangs wie Lehi und Irgun eine Kampagne der ethnischen Säuberungen und vertrieben Palästinenser aus Gebieten, die die Resolution als Teil des jüdischen Staates ansah. Dies ließ die Frage der palästinensischen Flüchtlinge entstehen, die in einem Bericht angegangen wurde, der der UN-Vollversammlung durch ihren damaligen Repräsentanten, Graf Bernadotte, vorgelegt wurde. Der Bericht sagt:   Das fängt richtig an: Die Araber lehnten den UN-Beschluss ab. Aber danach geht’s mit Halbwahrheiten und Lügen weiter: Zwei extremistische Außenseiter-Gruppen werden als repräsentativ für ganz Israel dargestellt; die vernachlässigbare Anzahl vertriebener „Palästinenser“ wird genommen und die Behauptung aufgestellt, dass alle vertrieben wurden – kein Wort davon, dass die Araber selbst die meisten „Entvölkerungs-Maßnahmen“ getroffen haben.
Mich wundert aber auch, dass niemand danach fragt, ob es Recht sein kann, dass die Araber die Resolution 181 ablehnen, aber die daraus folgenden Resolutionen umgesetzt sehen wollen – wenn auch mit einer Auslegung, die die Intentionen der Resolutionen verhöhnt. Also: 181 auf keinen Fall, aber 194 in einigen Teilen, die nur den Israelis Verpflichtungen auferlegen, unseren Teil erfüllen wir auf keinen Fall, der fällt unter den Tisch…
„Eine faire und gerechte Beendigung des Konflikts kann nicht erreicht werden, bevor wir das Recht der arabischen Flüchtlinge auf Rückkehr in die Heime, aus denen sie als Folge der Gefahren vertrieben wurden, die den bewaffneten arabisch-israelischen Konflikt begleiteten. Die Mehrheit dieser Flüchtlinge kam aus Gegenden, die nach der Resolution 181 Teil des jüdischen Staates sind. Es ist eine eklatante Verletzung des Gerechtigkeitsprinzips, diesen unschuldigen Opfern ihr Recht auf die Rückkehr in ihre Heime zu verweigern, während jüdische Immigranten nach Palästina einreisen dürfen, um die arabischen Flüchtline in dem Land zu ersetzen, das sie seit Jahrhunderten bewohnten. Es ist die Verantwortung der vorläufigen israelischen Regierung, Privateigentum an die arabischen Eigentümer zurück zu geben und/oder sie für ihr Eigentum zu entschädigen, das gezielt zerstört wurde, unabhängig von den Entschädigungen, die die Regierung Israels von den arabischen Staaten verlangen könnte.“  
Die Zionisten ermordeten Graf Bernadotte am 17. September 1948. Auf der Grundlage seines Berichts verabschiedete die Vollversammlung die Resolution 194 vom 11. Dezember 1947. Absatz 11 der Resolution sagt:   „Die Zionisten“, klar – wieder sind es alle Juden Schuld, nicht die vom Großteil der Israelis abgelehnten Terroristen!
Es spricht auch „für“ die Genauigkeit der Schreiber, dass sie die Resolution um ein komplettes Jahr vorverlegen!
Und es spricht Bände, dass die Ermordung durch Herstellung von Zusammenhang in diesem Artikel der Flüchtlingsfrage zugeschrieben wird – in Wirklichkeit haben die jüdischen Terroristen ihn ermordet, weil er vorschlug, Jerusalem und den Negev an Transjordanien zu geben und dafür den Israelis Westgaliläa zu überlassen – kein Wort von Flüchtlingen bei dieser Sache!
„(Die Vollversammlung) beschließt, dass den Flüchtlingen, die in ihre Heime zurück kehren und in Frieden mit ihren Nachbarn leben wollen, dies zum frühest möglichen Zeitpunkt erlaubt werden soll und dass Entschädigungen für das Eigentum derer gezahlt werden sollte, die sich entscheiden nicht zurück zu kehren oder für Verlust oder Schäden an Eigentum, das nach den Prinzipien des internationalen Rechts oder Gerechtigkeit durch jede verantwortliche Regierung oder Herrschaft gezahlt werden sollte.“   Zu betonen ist: „in Frieden mit ihren Nachbarn leben wollen“. Welcher der Flüchtlinge ist dazu bereit? Die Umfragen in den Flüchtlingslagern sprechen eine eindeutige Sprache: keiner!
Und wie sah das damals aus? Die Araber verboten ihren Leuten praktisch nach Israel zu gehen! Wer das tat, war ein Verräter!
Die Resolution wurde nie durch das zionistische Gebilde umgesetzt und die Frage der Flüchtlinge wurde eine der wirtschaftlichen Hilfe, Entlastung und Wiederaufbau. Als Israel die Mitgliedschaft in der UNO beantragte, führte sein Versagen, die Resolutionen 181 und 194 umzusetzen dazu, dass es nur bedingt akzeptiert wurde; Israel musste seinen Verpflichtungen unter der UN-Charta nachkommen.   „Das zionistische Gebilde“ hatte mit der UNO (direkt) und den Arabern (indirekt) Verhandlungen geführt. Diese Verhandlungen scheiterten.
Und natürlich haben nur die Israelis Verpflichtungen aus den beiden Resolutionen, die Araber überhaupt nicht!
Israel stimmte allen Bedingungen zu, einschließlich dem Protokoll von Luzan (soll Lausanne heißen), das unter der Schirmherrschaft der Internationalen Schlichtungsausschusses erzielt wurde. Israel erkannt die Teilung Palästinas nach den UN-Resolutionen 181 und 194 an. Sobald Israels Mitgliedschaft bestätigt war, verwarf es seine Verpflichtungen aus dem Luzaner Protokoll.   Nochmals: Dazu wurden in Lausanne Verhandlungen geführt, die scheiterten (deshalb nur ein Protokoll, kein Vertrag, keine Resolution). Das verschweigt die Fatah – warum wohl? Hat sie Angst davor, dass die arabische Seite wegen ihrer Verweigerungshaltung als Schuldige überführt werden könnte?
Fatah verschweigt auch, dass weitere Verhandlungen folgen sollten; das stand im Protokoll und damit erklärte sich Israel einverstanden. Mehr war nicht! Nachlesbar auf der entsprechenden Seite der UNO. (auf Englisch)
Der Krieg gegen Ägypten 1956 und die Art, wie er wahr genommen wurde, veränderte die Auffassung des Volks zur Flüchtlingsfrage, von der einer Heimatlosigkeit zu einer der Befreiung und Rebellion. Unsere Bewegung, Fatah, entstand, um den Kampf zur Erreichung des Rechts auf Rückkehr durch die Befreiung unseres Heimatlandes zu beginnen. Im November 1957 gab Fatah eine Erklärung in Umlauf, in der sie den bewaffneten Kampf als einen Weg der Befreiung annahm.   „Recht auf Rückkehr durch die Befreiung unseres Heimatlandes“ – damals gab es keine von Israel besetzte „Westbank“ und Gazastreifen, damals besetzten Jordanien und Ägypten diese beiden Territorien (und hatten alle Juden daraus vertrieben – ist das keine ethnische Säuberung?) Damit war Ziel der Fatah „ihr“ Land zu „befreien“ (= Israel vernichten), und dies durch bewaffneten Kampf. Von Verhandlungen kein Wort.
Das passt in die Zeit, da auch Nasser Israel mit Krieg in die Knie zwingen wollte. Der Sinai-Feldzug 1956 war ein Präventivkrieg Israels gegen die Aggressionen und den Abnutzungskampf der Ägypter gegen den jüdischen Staat.
Die Gründung der PLO half zu einem großen Teil, die natürlichen und historischen Rechte des palästinensischen Volkes ins Licht zu rücken. Der Aufruf der palästinensischen Nationalcharta zum bewaffneten Kampf wurde von der Fatah angenommen. 1965 rief es zur bewaffneten Volksrevolution auf, um die nationale Unabhängigkeit zu erreichen.   Welches „palästinensische Volk“ – das gab es damals selbst nach arabischer Buchstabierung noch nicht! Die Palästinenser wären allenfalls Provinzler der Jordanier und Ägypter geworden!
Auch nach 1965 gestatteten die Araber den „Palästinensern“ nicht die nationale Unabhängigkeit zu, sondern wollten die Gebiete wieder in ihre eigenen Staatsgebiete eingliedern.
In ihrer vierundzwanzigsten Sitzungsperiode verabschiedete die Generalversammlung 1969 die Resolution 2535, die besagt; „Die Generalversammlung beschließt, dass die Frage der arabischen Flüchtlinge aus der Ablehnung ihres unveräußerlichen Rechts resultiert, das in der UN-Charta und der universellen Menschenrechts-Erklärung genannt ist.“ Diese wichtige Entwicklung gewann an Bedeutung, als 1973 die Arabische Liga die PLO als einzige legitime Repräsentanz des palästinensischen Volks anerkannte. In ihrer neunundzwanzigsten Sitzungsperiode verabschiedete die Generalversammlung am 22. November 1974 die Resolution 3236. In Absatz 1 betont die Generalversammlung das Recht des palästinensischen Volks auf Selbstbestimmung, Unabhängigkeit und nationale Souveränität. Absatz 2 der Resolution betont das Recht der Palästinenser auf Rückkehr in ihre Heime, von denen sie heraus gerissen wurden.   1969/Resolution 3236: Fatah verschweigt, „dass auch kein substantieller Fortschritt darin erzielt wurde, Paragraph 2 des Programms der Resolution 513 umzusetzen, das zur Reintegration der Flüchtlinge entweder durch Rückführung [nach Israel] oder Wiederansiedlung [an anderer Stelle], wodurch die Situation der Flüchtlinge weiterhin eine Frage großer Sorge ist…“ – die UNO verlangte (noch) nicht uneingeschränkt die Rückkehr; die Araber weigerten sich aber permanent, die andere Möglichkeit zu nutzen: die Flüchtlinge in ihren Ländern zu integrieren und ihnen dort ein Menschenwürdiges Leben zu ermöglichen.
  Diese Rechte des palästinensischen Volkes wurden von den Arabern aber nicht anerkannt – für sie waren die Palästinenser immer noch Teil des Königreichs Jordanien bzw. (Gazastreifen) Ägyptens! Erst 1988 entließ König Hussein als politischem Schachzug die Palästinenser in Westbank usw. aus der jordanischen Staatsbürgerschaft!
In derselben Sitzung hielt Herr Arafat seine historische Rede, in der er sich auf den Olivenzweig als Symbol des Friedens bezog, den Frieden der Mutigen – nicht den der Kapitulation.   Sein Ziel war aber nicht ein gleichberechtigter Friede, sondern die Vernichtung Israels – so die PLO-Charta!
Die 1987 gemachte Unabhängigkeitserklärung legte Wert auf die Rechte der Rückkehr und Selbstbestimmung. Diese Rechte wurden auch in den Oslo-Vereinbarungen betont und in den Camp David-Verhandlungen als integraler Bestandteil der Endstatus-Verhandlungen.   Diese Rechte werden in Oslo nicht betont, sondern es wird explizit gesagt, dass eine Regelung bis zu einem Endstatus-Abkommen aufgeschoben wird! Es wird also gesagt, dass eine Regelung gefunden werden muss, aber nicht, welche!
Die zionistische Sicht, dass es möglich ist, die Erwartungen des palästinensischen Volkes durch kontinuierliche Aggressions-Akte und Ermordungen zu senken, ist bloße Illusion. Allerdings dient die Verhaltensweise einiger psychologisch (an)geschlagener Figuren dieser Sichtweise und schaden dem nationalen Konsens.   Israel führt also Aggressions-Akte durch – nicht die Terroristen Arafats!
Und jeder, der anders denkt, ist ein Schädling oder psychisch angeschlagen (also krank).
In einer Vorlesung an der Hebräischen Universität sprach sich Dr. Serry Nusseibeh von der Quds Universität für die Einrichtung zweier Staaten auf ethnischer und religiöser Basis aus. Das beinhaltet, dass Flüchtlinge nicht in ihre Heime zurückkehren können. Eine solche Position kam als Überraschung, da sie mit Sharons Erklärung zusammentraf, in der er zur Ansiedlung von einer Million Juden in dem zionistischen Gebilde forderte.   Überrascht, dass ein Palästinenser diese Sichtweise haben kann?
Oder überrascht, dass die Erklärung Scharons zeitlich damit zusammen fiel? Gab es da eine Verschwörung Nusseibehs gegen das eigene Volk – auch noch mit dem schlimmsten Feind?
Da Dr. Nusseibeh ein Mitglied der Fatah ist, ist es notwendig, die Haltung der Bewegung zur Flüchtlingsfrage klar zu stellen. In dieser Hinsicht sollten die folgenden Fakten bedacht werden:   Wirklich Fakten? Wohl eher emotionalisierte Propaganda!
1. Das Rückkehrrecht stellt eine lebenswichtige Frage dar, die nicht nur das palästinensische Volk hier und in der Diaspora betrifft, sondern auch die arabischen Länder, die ihnen Gastrecht gewähren. Damit aus der Sicht der Zionisten umzugehen, stellt eine Verletzung des nationalen Konsens dar.   Lebenswichtig? Können die Palästinenser nicht überleben, wenn die „Flüchtlinge“ an anderer Stelle angesiedelt werden? Dann müssten doch die Flüchtlinge inzwischen ausgestorben sein!
Gastrecht? Als Gäste wurden die Flüchtlinge nie behandelt, sondern sie wurden und werden in Lager gepfercht und sollen dort vor sich rotten, um ein möglichst großes Hass-Potenzial auf Israel schüren zu können!
2. Die Freiheit der Meinung verlangt von dem, der sie nutzt auch, das Recht der anderen zu schützen. Patriotismus kann keine Ansicht sein, genauso wenig das Rückkehrrecht, das auf der UN-Resolution 194 basiert. Wenn Kompromiss in der Frage der Flüchtlinge ein Beispiel für die Meinungsfreiheit ist, was wird dann aus dem Fall Jerusalems oder des Palästinenserstaats?   Mit anderen Worten: Die Meinungsfreiheit geht nur so weit, wie Fatah gleicher Meinung ist. Alle andere Meinung fällt nicht unter die Freiheit, sondern ist Verrat. Fatah baut hier eine Domino-Theorie auf: Wenn man in einem Punkt Kompromisse macht, dann kann man keinen Punkt mehr halten. Also gibt es nur Maximalforderungen und keine Kompromisse! Und über die Voraussetzungen zur Rückkehr nach Resolution 194 wird einmal mehr nichts gesagt.
3. Dr. Nusseibehs Ankündigung ließ die Flüchtlinge eine Partei bilden, die sich auf ihre Rechte konzentriert. Schließlich ist Dr. Nusseibeh kein Flüchtling und hat, wie Belfore, nicht das Recht, etwas, das ihm nicht gehört, an eine Partei abzugeben, die es nicht verdient hat.   Marwan Barghouti ist auch kein Flüchtling und hätte damit kein Recht über die Flüchtlingsfrage etwas zu sagen; Jibril Rajoub ist kein Flüchtling; Faisal Husseini war kein Flüchtling. Aber alle nahmen und nehmen sich das Recht, für die Flüchtlinge zu sprechen und über sie zu verhandeln, ohne dafür von ihnen gewählt worden zu sein.
4. Die UN-Resolution zur Gründung zweier Staaten in Palästina ging dem Rückkehrrecht voran. Die UNO akzeptierte das zionistische Gebilde erst, nachdem es sich damit einverstanden erklärte, die Resolutionen 181 und 194 umzusetzen. Es ist falsch, das Rückkehrrecht als Hindernis für die Gründung eines Palästinenserstaates anzusehen oder das eine gegen das andere zu tauschen.   Über die Umsetzung der Resolutionen zu verhandeln! Das wurde gemacht und scheiterte.
Das „zionistische Gebilde“ macht die Rückkehr nicht zum Hindernis zum palästinensischen Staat, das tut Arafat, der auf der Rückkehr in seiner Auslegung besteht und vorher keine Vereinbarung treffen will. Er hat diese Forderung als Stolperstein für jede Verhandlung eingebracht, als Ehud Barak ihm in der Jerusalemfrage weiter entgegen kam, als er je befürchtete. Da brauchte er schnell einen neuen Stolperstein: die Flüchtlingsfrage.
5. In der Westbank gebaute jüdische Siedlungen sind illegal und bilden ein Hindernis für den Frieden. Die bloße Idee, das Rückkehrrecht für die Siedlungen aufzugeben schändet eines unserer Grundprinzipien, das Recht auf Rückkehr.   Also auf keinen Fall „gleiches Recht für alle“ – die Juden dürfen keinen Palästinenser ablehnen, aber die Palästinenser dürfen einen judenreinen Staat verlangen – wer ist denn hier mit ethnischer Säuberung befasst? Warum dürfen die Israelis nicht wieder bekommen bzw. behalten, was sie schon vor 1948 in der „Westbank“ bzw. dem Gazastreifen besaßen?
6. Nusseibehs Forderung nach zwei Staaten auf ethnischer Grundlage stellt eine implizite Anerkennung der ethnischen Säuberungen dar, die das rassistische Israel gefordert hat.   War die Vertreibung der Juden aus allen arabischen Ländern eine ethnische Säuberung, die Israel durchführte? War es ethnische Säuberung, dass sie den am Ort gebliebenen Arabern die israelische Staatsbürgerschaft gaben? Sind die bisherigen „Familienzusammenführungen“ ethnische Säuberung? Sind gegen Israel hetzende Araber, die ins Parlament gewählt wurden, von den Israelis ethnisch gesäubert?
7. Dr. Nusseibeh scheint vergessen zu haben, dass er eine Person der Öffentlichkeit ist. Er ist der Präsident der Al Quds Universität und hat die Leitung von Jerusalems diplomatischen Einrichtungen. Er ist kein reiner Forscher, dessen Ansichten unsere Interessen nicht schaden (können).   Also darf er persönliche Meinung nicht äußern, sondern nur das, was die PA-Führung ihm vorschreibt?
Und als reiner Forscher kann er seine Meinung äußern, denn da interessiert sie nicht?
8. Dr. Nusseibeh wählte einen sehr empfindlichen Zeitpunkt um seine Haltung in der Flüchtlingsfrage zu äußern. Dieser Zeitpunkt liegt im Interesse Sharons, der eine Politik des Staatsterrorismus gegen unser Volk angenommen hat.   Welcher Zeitpunkt wäre denn „angebracht“ gewesen? Ich denke, den hätte es nie gegeben!
9. Dr. Nusseibeh wählte den falschen Ort, die Hebräische Universität, um seine Ansichten zu vermarkten. Er vermittelte den Eindruck, dass die ‚gute‘ Leitung die ist, die nicht am Recht auf Rückkehr fest hält, sondern die Zuckerbrot-und-Peitsche-Politk der israelischen Regierung anerkennt.   Einen besseren Ort hätte er nicht finden können, denn an jedem „passenden“ wäre er von den Palästinensern gelyncht worden. Aber die Fatah will lieber mehr Leid für ihr Volk, als unannehmbare Positionen aufzugeben oder irgendeinen Kompromiss einzugehen.
Wie übrigens sehen das Zuckerbrot und die Peitsche Israels aus? Sie reagieren (leider) nur auf die palästinensischen Terrorakte! Sie haben Angebote ohne Ende gemacht, was denn noch?
10. Trotz der Verurteilung durch die Ranghöheren fährt Dr. Nusseibeh fort, seine Ansichten in einer Art zu äußern, die der Sache seines Volkes schadet. Dass er darauf besteht, dies zu tun, deutet darauf hin, dass er Teil eines Versuches ist, eine alternative Führung aufzubauen.   Anderer Meinung zu sein, ist also nach diesem Absatz ein Verbrechen!
Und wieder ist offenbar alles eine Verschwörung – gegen die Führung (weil die ersetzt werden soll) und wahrscheinlich eine israelische. Hat Arafat sich derart geirrt, als er einen Volksschädling an die Spitze Jerusalems setzte?
Dr. Nusseibeh sollte erkennen, dass seine neue Haltung sich negativ auf Präsident Arafat, die Jerusalem-Frage, die Universität, der er vorsteht und der Bewegung, der er angehört, auswirkt. Die von ihm gezeigte Unnachgiebigkeit sorgt dafür, dass die Führung und die Fatah nur zwei Möglichkeiten haben: entweder, ihn zu entlassen oder die Entscheidung aufzuschieben und damit den Eindruck zu erwecken, dass die Führung seine Ansichten teilt. Ein solcher Eindruck schadet unserer nationalen Einheit und der Intifada, die Dr. Nusseibeh als Zustand der Erschütterung beschrieb. Wir sollten unsere Zeit nicht damit verschwenden, Dr. Nusseibehs Haltung zu verurteilen. Unsere Zeit sollte dazu verwendet werden die richtigen Mechanismen zu finden um das Rückkehrrecht und/oder Entschädigung zu schützen. Das wird Israel nicht erlauben zu behaupten, dass die Rückkehr von 3 bis 4 millionen Palästinenser in ihre Heime seine Sicherheit gefährdet. Das kollektive Recht der Flüchtlinge sollte die Umsetzung des Rechts des einzelnen Flüchtlings nicht behindern, der wählen kann, ob er/sie in sein/ihr Heim zurückkehrt oder entschädigt wird. Weder Israel noch die Flüchtlinge können ihre Interessen durchsetzen, ohne dass der richtige Mechanismus für die Umsetzung des Rückkehrrechts angewendet wird.   Negativ wirkt sie sich nur aus, wenn keine anderen Lösungen zur Verfügung gestellt werden außer der kompromisslosen. Da diese aber auf PA-Seite als einzige vorhanden ist, muss Nusseibeh mit Entzug seiner Lebensgrundlage gedroht werden.
Die Medien und Politik des Westens sprechen immer vom „Durchbrechen der Gewaltspirale“ – hier haben wir das beste Beispiel, dass es gar nicht im Interesse der Araber liegt, diese angebliche Spirale zu zerstören, im Gegenteil. Und jeder, der einen Schritt in Richtung Durchbruch machen würde, wird verteufelt und seine Existenz wird bedroht. Seine Haltung wird nicht einmal als diskussionswürdig angesehen.
  Fatah schreibt, dass Flüchtlinge wählen können zwischen Rückkehr und Entschädigung. Aber sie wollen es ihnen nicht zugestehen. Die Propaganda-Maschine der Medien und Erziehung, der Druck der arabischen „Gastgeber“ sorgen schon dafür, dass kein einziger „Flüchtling“ eine andere Wahl trifft als „Rückkehr plus Entschädigung“. Und bei der Bereitschaft Arafats zu Kompromissen kann nichts anderes dabei heraus kommen als die Zerstörung Israels – entsprechend den Planungen der PLO.
Israel wird durch sein Versagen im Aufzwingen seiner Version des Friedens gezwungen sein, seine Haltung bezüglich unseres unveräußerlichen Rechts, einschließlich des Rechts auf Rückkehr, zu überdenken.   Mit Zwang wird gearbeitet – das dürfen aber nur die Palästinenser, wehe, die Israels üben Druck aus! Dann ist das Staatsterrorismus!
Revolution bis zum Sieg.   Und wie üblich der überaus friedliebende Gruß, der dafür sorgt, dass keiner auf falsche Ideen kommt!

Noch ein Nachtrag von IMRA:
Es ist eine einfache Wahrheit, dass das Recht auf Rückkehr (wie es von der Fatah beschrieben wird) per Definition die Ende der Existenz des jüdischen Staates Israel bedeutet. Das wird soger von der extremen Linken in Israel (z.B. Uri Avnerys Gush Shalom) anerkannt.

Damit scheint Arafat den Punkt gefunden zu haben, mit dem er jegliche Verhandlungen zum Scheitern bringen wird.
Aaron Lerner: Es ist offensichtlich absurd, von einem souveränen Staat zu verlangen, dass er Selbstmord begeht.
Dem ist wohl nichts hinzuzufügen.

Palästinensischen Kindern wird Terrorismus als Wert gelehrt

Elliott Abrams, 1. Mai 2017

Frieden zwischen Israel und den Palästinensern hängt grundsätzlich davon ab, wer die Verhandlungen führt, wie sachkundig sie sind und anderen diplomatischen Dingen dieser Art. Grundsätzlich ist er vom Wunsch nach Frieden abhängig.

Eine neue Studie palästinensischer Schulbücher stellt fest, dass palästinensische Kinder gelehrt werden Terrorismus und Gewalt zu verherrlichen und wertzuschätzen. Die Studie mit dem Titel „Palestinian Elementary School Curriculum 2016–17: Radicalization and Revival of the PLO Program”[1] wurde vom Institute for Monitoring Peace and Cultural Tolerance in School Education[2] (in Jerusalem) durchgeführt und ist hier zu finden.

Die Zusammenfassung der Studie beginnt hiermit:

Der neue palästinensische Lehrplan, zu dem neue Schulbücher für die Klassen 1 – 4 gehören, ist beträchtlich radikaler als der vorherige. In einem noch größeren Ausmaß als die Schulbücher von 2014/15 lehrt das Curriculum die Schüler Märtyrer zu sein, dämonisiert und bestreitet das Existenzrecht Israels und konzentriert sich auf eine „Rückkehr“ in ein ausschließlich palästinensisches Heimatland.

Auf den Seiten der Schulbücher werden Kinder gelehrt entbehrlich zu sein. Botschaften wie „der Vulkan meiner Rache“, „das Sehnen meines Blutes nach meinem Land“ und „Ich werde mein Blut opfern, um das Land zu durchtränken“ überziehen den Lehrplan. Mathematikbücher nutzen Zahlen toter Märtyrer, um Kinder Arithmetik zu lehren. Zur Vision eines arabischen Palästina gehört alles, was heute Israel ist, das als die „1948 Besetzten Gebiete“ definiert wird.

Das ist nicht die Art Kinder auf Frieden vorzubereiten.

Hier sehen Sie, wie das Mathematikbuch für das 4. Schuljahr Mathematik lehrt:

Die Zahl der Märtyrer der Ersten Intifada von 1987 bis 1993 beträgt insgesamt 2.026 Märtyrer und die Zahl der Al-Aqsa-Märtyerintiada im Jahr 2000 beläuft sich auf 5.050 Märtyrer, während die Zahl der Verwundeten 49.760 erreicht. Wie viele Märtyrer starben n den beiden Intifadas?

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas ist diese Woche in Washington. Das Lehren und die Verherrlichung von Terrorismus und Gewalt sollten ganz oben auf der Tagesordnung zu ihm stehen. Seit Jahrzehnten wurden solche Dinge als für das ernste Geschäft diplomatischer Verhandlungen peripher betrachtet. Aber die Verhandlungen beginnen, stoppen und führen zu nichts. Derweil lernt eine weitere Generation palästinensischer Kinder in Schulen und uns spielen in Parks, die nach Märtyrern benannt sind. Das ist das, was wirklich gravieren ist und das ist das, womit Herr Abbas diese Woche konfrontiert werden sollte.

——

Nachbemerkung heplev: Trump hat viel davon geredet, dass die PA die Aufstachelung einstellen muss. Abbas hat ihm Honig ums Maul geschmiert, er könne sich neue Verhandlungen und Fortschritte im Nahen Osten mit einem Präsidenten Trump vorstellen. Es bleibt abzuwarten, ob der neue Präsident begriffen hat, dass da in Sachen Hetze einstellen nichts kam.

[1] Der palästinensische Grundschullehrplan 2016/17: Radikalisierung und Wiederbelebung des PLO-Programms

[2] Institut zur Beobachtung von Frieden und kultureller Toleranz in der Schulbildung

Die Ansprache in Ramallah vom 18.12.2001 und andere Äußerungen

Am 18.12.2001 sprach Arafat vor mehreren tausend Zuhörern in Ramallah. Die Rede wurde vom palästinensischen Radio übertragen. Auszüge daraus und weitere Äußerungen finden sich auf der Website von MEMRI (http://www.memri.org).

MEMRI – Sonderbericht über die PA (Nr. 317)
20. Dezember 2001

Jüngste Äußerungen Yassir Arafats

Zusätzlich zu einer Fernseh-Ansprache an das palästinensische Volk, in dem er zur Beendigung der Märtyrer-Operationen und Mörser-Angriffe gegen Israel aufrief, gab der PLO-Vorsitzende Yassir Arafat in jüngster Zeit mehrere Erklärungen ab, über die von den westlichen Medien nicht breit berichtet wurde. Im Folgenden finden Sie Auszüge aus zwei Reden und einem Interview, wie sie von arabischen Medien berichtet wurden:

Ansprache an Jerusalemer Palästinenser (Ramallah, 18.12.2001):(1)

O ihr, die standhaft seid, o ihr Helden des Landes der „Nachtreise und Himmelfahrt [des Propheten Mohammed, wie sie im Koran erzählt wird]“ im Land der ersten Gebetsrichtung, o ihr Helden der drittheiligsten Stätte [des Islam], vom Geburtsort Jesu und dem Ort der Himmelfahrt unseres Herrn Mohammed.(2) Wie inzwischen üblich, wird der moslemische mit dem christlichen Ursprung verknüpft und Gemeinsamkeiten konstruiert, die die Christen verführen sollen, gegen das Volk ihres Gottes zu kämpfen. Jüdische Ansprüche fallen unter den Tisch.
Ich sage euch, dass wir nun in einer historischen Phase sind… ihr verteidigt die erste Gebetsrichtung und die drittheiligste Stätte, den Ort der Geburt des Messias. Eure Standhaftigkeit ist höchst wichtig, nicht nur für Palästina und nicht nur für die arabische Nation, sondern für alle Christen und Muslime der Welt… Ersteres beruht auf dem Irrtum Mohammeds, er brächte die gleiche Botschaft wie Abraham und Moses; das zweite ist die nicht haltbare Legende, Mohammed von Jerusalem zu seiner „Nachtreise“ aufgebrochen.
O Brüder, es gibt eine Verschwörung Jerusalem zu judaisieren; daher sage ich euch, o Kameraden dieser Reise, ihr steht jetzt an der Front des Kampfes in der Mitte der Herausforderung, in Jerusalem. Ihr seid gesegnet, in dieser Region zu leben… Klar, das muss eine Verschwörung sein – wie alles, was dazu führt, dass Arafat nicht seinen Willen bekommt…
Der Prophet sagte: „Es gibt eine Gruppe in meiner Nation, die am Glauben fest hält, die ihren Feind herausfordern und die nicht von ihrem Feind verletzt werden können und sie sollen, so Allah will, gewinnen.“ Unverletzliche Palästinenser?
Der Prophet wurde gefragt: „Wo sind sie?“ und antwortete: „In Jerusalem und seiner Umgebung und sie sollen bis zum jüngsten Tag in der Frontlinie bleiben.“ Ihr seid wahrhaftig in der Frontlinie. Ich habe mich dazu verpflichtet, ich habe mich dazu verpflichtet, ich habe mich dazu verpflichtet. O Berg, kein Wind kann dich erschüttern.“ Nur, dass die „Palästinenser“ zum größten Teil gar nicht aus „Palästina“ kommen, sondern aus anderen arabischen Ländern.
Niemand kann diese Nation der Giganten [d.h. die Palästinenser] regieren. Einhundertvier Jahre vergingen seit der ersten [zionistischen] Versammlung in Basel [Schweiz, 1897], wo behauptet wurde, dass unser Land ein „Land ohne Volk für ein Volk ohne Heimat [d.h. die Juden]“ sei. Als Golda Meir nach dem palästinensischen Volk gefragt wurde, sagte sie: „Es gibt keine Palästinenser.“ Heute werden der Märtyrer Muhammad al-Dura und alle unsere Märtyrer im Paradies ihnen sagen: „Wir sind eine Nation der Giganten, wir werden das Frontlinien-Land (3) verteidigen.“ Wie entvölkert „Palästina“ war, belegen unzählige Reiseberichte aus dem 19. und den ersten 25 Jahren des 20. Jahrhunderts.

Wären die „Palästinenser“ tatsächlich diese Giganten, dann hätten sie ihr Judenproblem längst „gelöst“.

[Arafat deutete auf ein kleines Mädchen und fuhr fort:] Diese kleine Süße ist der erste unserer Soldaten, wir treten der Verschwörung zur Judaisierung Jerusalems entgegen, aber solange ihr in der vordersten Front dieser Frontlinie standhaft seid, kann niemand sie verletzen… Derjenige, der seine Haltung dem anderen aufzwingen wird, ist die Nation der Giganten, so Allah will. Die „Judaisierung“ kann nur passieren, weil vorher die Araber „ihr“ Jerusalem judenrein gemacht haben.

Dem folgt eine sehr eindeutige Aussage: Den Israelis wird der Wille der Palästinenser aufgezwungen – kein Wort von friedlichem Miteinander!

Einer unserer Jungen oder eine unserer Blumen [d.h. männliche oder weibliche palästinensische Jugendliche] wird, so Allah will, die Flagge Palästinas über den Mauern Jerusalems schwenken, über seinen Kirchen und Moscheen, ob jemandem das gefällt oder nicht und wer immer das nicht mag, der kann das Wasser des Toten Meeres trinken. Deutlicher kann man niemandem die Vernichtung androhen.
Ich rufe meine Geliebten in Jerusalem auf: Mehr Entschlossenheit, mehr Stärke, mehr Entschlusskraft. Und wenn Allah will, werden wir in der Al Aksa-Moschee und in der Grabeskirche beten, so Allah will, so Allah will. Als ob ihnen das Beten dort heute nicht möglich wäre!
Und wieder die unzulässige Verknüpfung mit den Christen.
Ich sage diese Dinge, damit sie in der Ferne und in der Nähe in der ganzen Welt gehört werden. Die Nation der Giganten wird dieses heilige Land mit seinem Blut, mit seiner Seele, mit seinem Eigentum und mit allem, was sie hat verteidigen. Dies ist ein heiliges Land, dies ist das Land unserer Nation der Giganten, von der Wiege bis ins Grab… Es ist wieder nur von Kampf und Blut die Rede – friedliche Lösung? Fehlanzeige!
Wir stehen dem Kind bei, der Blume, dem Mann, der Frau, dem alten Mann und dem jungen Mann. Wir alle erretten die heiligen christlichen und muslimischen Stätten, wir werden sie verteidigen und werden sie stark machen, denn dies ist unsere Bestimmung: bis zum jüngsten Tag in der vordersten Front zu leben. [Das besagt die islamische Tradition.] „Ein Märtyrer von denen ist siebzig wert“ [soll heißen: ein Märtyrer der vordersten Front in Jerusalem ist siebzig Märtyrer anderer Fronten des Jihad wert]. Warum? Weil wir (hier) im Heiligen Land sind… Kein Wort des Friedens, immer nur Kriegsgeschrei – das soll ein Friedenspartner sein?
Wir werden kämpfen in diesem gesegneten Land, in diesem gesegneten Land. Dies ist unsere Botschaft und es ist kein Zufall, dass einhundertvier Jahre danach [nach dem ersten zionistischen Kongress] und trotz all der Verschwörungen und alle dem Blut, das vergossen wurde, diese Nation weiter ihr Haupt und ihre Flagge hoch hält, so Allah will, so Allah will. Eine unserer Blumen und einer unserer Jungen wird die Flagge über den Mauern Jerusalems, über seinen Moscheen und seinen Kirchen schwingen… Kampf, Krieg, Blut – andere Lösungen WILL Arafat überhaupt nicht! (Aber den Israelis wirft er heuchlerisch und verlogen vor, was er selbst praktiziert.)

In einem Interview mit der kuwaitischen Tageszeitung Al-Rai ´Al-´Am am 12. Dezember 2001 sprach Arafat von einer Verschwörung, die von den Premierministern Sharon und Barak ausgeheckt wurde, um in Israel einen Regierungswechsel zu vollziehen: (4)

„Barak hätte weitere zweieinhalb Jahre an der Macht bleiben können, aber die Vereinbarung zwischen ihm und Sharon – in deren Folge Sharon die Al Aksa-Moschee besuchen ging, was das gut bekannte Massaker an den Freitags-Betern verursachte, in deren Folge die Intifada ausbracht – diese Vereinbarung [und alles weitere] war geplant.
Als Sharon an die Macht kam, bat er die Israelis, ihm einhundert Tage zu geben, damit er die Intifada beenden könnte. Die hundert Tage endeten und er fragte sie: ‚Gebt mir weitere hundert Tage, um unseren militärischen Plan auszuführen, Operation Hölle‘. Und er ist immer noch dabei ich auszuführen… [heißt: er hat es immer noch nicht geschafft]“
Wieder Verleumdung und Geschichtsfälschung: Diese „Vereinbarung“ ist Quatsch. Sharon hat sich nicht einmal in die Nähe der Al Aksa-Moschee begeben, sondern den Rest des Tempelbergs besucht. Das „Massaker“ waren Kämpfe der Polizei mit „Betern“, die mit Hilfe von Steinwürfen versuchten Juden vor der Westmauer zu ermorden und zu vertreiben. Die Intifada „brach“ nicht „aus“, sie war von Arafat lange vorbereitet, geplant und initiiert.

Die „Operation Hölle“ gibt es nicht.

Arafat prahlte, das „trotz israelischen Drucks niemand [unter den Palästinensern sagte:] ‚Aah‘ [ein Seufzen]… Lassen Sie mich ein Beispiel anführen… Wissen Sie, was eine Mutter eines Märtyrers tut, wenn ihr vom Märtyrertum ihres Sohnes berichtet wird? Sie geht mit Freundenrufen auf die Straße und sagt: ‚Allah sei gelobt, mein Sohn, dass du Palästina geheiratet hast statt deiner Kusine.‘ Das ist das palästinensische Volk.“ Wo das zutrifft, zeigt es höchstens eins: wie aufgehetzt und verblendet diese Mütter durch die palästinensische Führung, Medien und „Geistlichen“ sind, dass sie jede natürliche Reaktion auf den Verlust ihrer Kinder verloren haben.
Oder es zeigt, dass das Trauergeschrei vor den westlichen Kameras nur gespielt ist!
In diesem Interview erklärte Arafat auch, dass „gesagt wird, dass eine halbe Million Juden in Afghanistan sind, die [die Israelis] in die Westbank und den Gazastreifen bringen wollen.“ In Kabul gibt es heute noch ganze zwei Juden! Wo sollen die 500.000 Juden her kommen?
Arafat fuhr mit der Erklärung fort: „Die extremistischen Kräfte in Israel töteten meinen verstorbenen Partner Yitzhak Rabin, der mit mir Frieden schloss, den Frieden der Mutigen. Dies nährt Zweifel am Verhalten einiger [unter den Palästinensern], die die Interessen des palästinensischen Volkes und als seinen Kopf einen unabhängigen palästinensischen Staat mit Jerusalem als seiner Hauptstadt gefährden… wir haben den Notstand erklärt, weil es einige gibt, die das palästinensische Volk auslöschen wollen. Mal ganz was Neues: Palästinenser wollen ihr eigenes Volk auslöschen! Wo ist denn da die viel beschworene Einheit dieses Volkes?
Arafat verdreht sich die vermeintlichen wie tatsächlichen Fakten, wie es gerade passt – egal, wie widersprüchlich sie sein mögen.
Es gibt eine Verschwörung gegen das palästinensische Volk. Daher haben wir einige strikte Maßnahmen ergriffen und wenden eine harte Politik gegen jene an, die der Stimme der Vernunft nicht treu sind und die die Interessen des palästinensischen Volkes nicht respektieren. Dann sind also Gruppierungen wie Hamas usw. Partner Israels. Israel ist so perfide, dass es seine Bürger von einem heimlichen Partner ermorden lässt, damit es neben diesem Partner alle anderen Palästinenser gleich mit auslöschen kann. Wow!
Wir fingen mit denen an, die diese Operationen ausführen, die die palästinensesiche Sache und das palästinensische Image verletzen und schädigen. Kein Wort davon, dass „diese Operationen“ an sich unmenschlich und einfach falsch sein könnten – sie sind falsch, weil sie der PR Arafats nicht zuträglich sind!
Diese Leute konnten keinen besseren Zeitpunkt finden [um Märtyrer-Operationen auszuführen] außer ausgerechnet den Augenblick, als Sharon mit leeren Händen zu einem Treffen mit Präsident Bush ging. Sie gaben Sharon diese Operationen als ein Geschenk… Klar, es ist eine Verschwörung, da konnten sie zu keinem anderen Zeitpunkt zuschlagen! Schließlich sind sie von Israel gesteuert!
Der Prophet Mohammed wurde in der Schlacht von Uhud geschlagen, als einige wenige Muslime vom Berg herab kamen [dem Schlachtfeld] um die Kriegsbeute einzusammeln. Ich sage diesen Leuten: Lasst diese Beute und die Unterstützung, die ihr vom Osten und Westen bekommtn, nicht in eine Waffe umkehren, die uns unsere Sache trifft…“ Hamas und andere sammeln Beutegut ein? Von wem – den Israelis oder der Autonomiebehörde?

In einem „offenen Dialog“ mit Intellektuellen in Ramallahs Casablanca Hotel am 13. Dezember 2001:(5)

„Einhundertvier Jahre sind vergangen seit dem ersten zionistischen Kongress in Basel [Schweiz] und unser Volk steht immer noch fest trotz des Ausmaßes der Verschwörung und trotz der großen Zahl der Verschwörer, beginnend bei Sykes-Pikot [1915] bis zum heutigen Tag… Wir befinden uns im Herz dieser Schlacht mit dem vollen Ausmaß seiner Bedeutung auf allen Ebenen… aber wir sind ihr verpflichtet.“ Bei so viel Gerede von Verschwörung wundert es nicht, dass die „Protokolle der Weisen von Zion“ in der arabischen Welt weit verbreitet sind und als echt betrachtet werden.
Über die Rolle der arabischen Regierungen sagte Arafat:
„[Seit 1948] werden unsere Waffen [von arabischen Herrschern] beschlagnahmt; meine und die meines Kameraden Hamed Abu-Sittah sind während des ‚Nakba‘-Krieges [‚Katastrophen-Krieg, so nennen die Araber den Unabhängigkeitskrieg Israels] von 1948 beschlagnahmt. Sie nahmen unsere Waffen; ich erinnere an das, was Ägyptens Präsident Gamal Abdel Nasser sagte – dass die Waffen von uns fern gehalten wurden und uns nicht erreichten [um im Krieg gegen Israel benutzt zu werden]… Ich kenne viele Geheimnisse, die ganze Berge sprengen könnten, aber ich will sie nicht vor der Presse erzählen.“
In seinen Medien lässt Arafat immer die Unterstützung durch die arabischen Brüder verkünden – also alles Lüge, weil diese Brüder ihnen die Waffen vorenthielten.

Die letzte Bemerkung muss als offene Drohung gegen die „Brüder“ angesehen werden – auch hier ist die (jüdische?) Verschwörung am Werk! Aber er könnte sie, wenn er nur wollte, platzen lassen. Warum tut er es nicht, muss er sich vor der Reaktion der arabischen „Brüder“ fürchten?

Anmerkungen:
(1) WAFA (Palästinensische Nachrichtenagentur, Gaza, 18.12.2001.
(2) Diese Aussagen beziehen sich auf Jerusalem.
(3) Koranischer Begriff zur Definition des Gebietes, das an Feindesland angrenzt.
(4) Al-Rai ´Al-´am (Kuwait), 12.12.2001.
(5) Al-Hayat (London), 13.12.2001

Fazit:
Alles, was die westlichen Medien und Politiker so hoch bejubelten, ist durch diese Äußerungen Makulatur, auch wenn sie teilweise schon vor der Rede vom 16.12.2001 gemacht wurden. Sie zeigen deutlich auf, wie Arafat die Lage sieht und was er will. Die vermeintlichen positiven Worte vom 16.12.2001 werden hier eindeutig umgekehrt. Arafat will keinen Frieden, keinen Ausgleich – er will die Auseinandersetzung mit den Waffen, er will die Juden vernichten!

Die Fernsehrede vom 16.12.2001

Yassir Arafat hielt am 16. Dezember 2001 im PA-Fernsehen eine viel beachtete Rede. Sie wurde im Westen als ein riesiger Fortschritt in die richtige Richtung gefeiert. In Israel gab es viel Kritik; in den USA betonte sogar Außenminister Colin Powell, der sonst gerne mächtig Druck auf Israel ausübt und Arafat hofiert, dass die Worte nicht genügten, man müsse Taten sehen.
Nicht so Europa, das die Chance sieht, erneut Druck auf Israel zu legen. Aber wie „revolutionär“ sind Arafats Worte in dieser Rede. Sagt er tatsächlich etwas Neues und ändert er seine Politik?

Eine Grundlage für die Beurteilung der Rede vom 16.12.2001 sollte auch die überhaupt nicht beachtete „Ansprache“ Arafats an mehrere tausend Anhänger nur zwei Tage später in Ramallah sein, die im palästinensischen Radio übertragen wurde. Wer die Kritik an der Rede vom 16.12. nicht anerkennt, dem sollten die Augen auf gehen, wenn er diese zweite Rede liest – die im Westen nicht einmal eine Randerwähnung in den Medien wert war. Sie wurde ignoriert. Die Frage ist: weshalb?
Es ist auch bemerkenswert, dass Arafat Büros „militanter Islamisten“ schloss. Warum wurden nur die Büros geschlossen und nicht die (Führer der) militanten Islamisten selbst verhaftet? Viele unserer Medien haben sich auf die Schließungen gestürzt und glauben, Arafat agiere jetzt entschlossen gegen die Terroristen. Dazu müssten diese aber gehindert werden, ihre Taten auszuführen, nicht ihre „Büros“ (für die „sozialen Dienste“) geschlossen werden!

Arafats Rede im Wortlaut, wie sie auf der Website der palästinensischen Nachrichtenagentur Wafa stand:

übersetzter Originaltext Anmerkungen des Übersetzers
Im Namen des allmächtigen Gottes
Brüder und Schwestern, meine Mitbürger und kämpfenden, mutigen Palästinenser;
Mütter, Väter und Brüder der Märtyrer;
ihr, die ihr die liebsten eurer Kinder für die Sache des Sieges und der Freiheit geopfert habt und für die Sache der Heiligen Stadt Jerusalem;
die Gefangenen und die Verwundeten, die so viel geopfert haben durch ihre Standfestigkeit, Schmerzen und Wunden, ihr habt ein einzigartiges Idol des Kampfes und des bemühten Ringens, das uns sehr nahe gebracht hat an Jerualem. Jerusalem. Jerusalem, die Hauptstadt unseres unabhängigen Staates.
Allein das ist schon eine Beleidigung des Friedens-Gedankens – Märtyrer sind auch und in besonderem Maße die Selbstmord-Bomber!
Meine geliebten Bürger aus den Flüchtlingslagern, den Dörfern, den Städten von Palästina und im Exil, ihr habe das Wunder des Überlebens geschaffen und an unserer nationalen Sache fest gehalten und eure legitimen und gerechten Ziele durch den Schutz unserer Rechte fest gehalten und ein Mittel zu ihrer Erreichung geschaffen.
Ich grüße euch von Herzen und wünsche euch frohes „Eid Alfitir“.
(Fastenbrechen/Bayram am Ende des Ramadan)
In diesen gesegneten Tagen würde ich gerne mit euch offen und ehrlich, von Herzen zu Herzen und von Gemüt zu Gemüt die klaren Fakten unserer Zeit teilen, um alles zu überdenken, das uns Sorgen bereitet, um unsere Entscheidungen und Haltungen richtig zu stellen; ich bin sicher und zuversichtlich, dass meine Leute die erforderliche Intelligenz besitzen, die Vision und die Kraft der Ausdauer, um die richtigen Schlüsse zu ziehen und die richtigen Entscheidungen zu erreichen, die es uns ermöglichen werden, die kommenden Herausforderungen und Schwierigkeiten zu überstehen, geschützt von unseren christlichen und islamischen Heiligen Stätten und uns auf unseren Sieg auf unserem Heiligen Land vorzubereiten, wo unser Prophet Mohammed zu den Himmeln auf fuhr und unser Herr Jesus Christus geboren worden war. „Unser Herr Jesus Christus“? Einmal mehr der Ausdruck, mit dem Christen in die Front gegen das Volk ihres Gottes gelockt werden sollen!
Im Übrigen fehlt wie immer jeder Bezug der Juden zu Jerusalem – der wird einfach abgestritten und verschwiegen.
Unsere Einheit ist der solide Grund, auf dem wir stehen, der unseren Marsch für Freiheit durch viele Jahrzehnte hindurch beschützt hat; sie hat uns auch den gerechten, umfassenden und lange andauernden, ersehnten Frieden gewährt, mit dem erforderlichen Schutz und mit den Elementen unseres beharrlichen Fortschritts zum nationalen Konsens, ohne Kompromiss unserer heiligen Prioritäten, weder in der Entscheidung noch in der Praxis.
So betone ich hiermit und im Namen der Führung unsere klare und tiefe Vorstellung unserer Einheit, als einer Einigkeit aller Fraktionen und Strömungen unserer Nation und der Einheit darin, die Entscheidungen des palästinensischen Konsenses in Gestalt des Nationalen, Juristischen und des Zentralkomitees zu akzeptieren.
Die PLO begann als die wesentliche Wahl unseres Volkes in Palästina und im Exil, die Wahl, die uns geeinigt hat, uns geführt hat und unsere Legitimität verkörperte; diese Wahl spiegelt unsere Forderungen und Nöte wider und gemeinsam mit der PLO habe wir auch unsere Nationalbehörde gewählt, die die Ziele und Ambitionen des palästinensischen Volkes ausdrückt; sie wurde entsprechend der Vision und des Bedarfs der Palästinenser geformt, sie formt die solide Grundlage für den palästinensischen Staat, einschließlich Jerusalem als seiner Hauptstadt und durch unsere gewählten städtischen, juristischen und parlamentarischen Institutionen und Räte und durch die internationale Anerkennung unserer Nationalbehörde. Ich möchte diese Gelegenheit nutzen, um noch einmal zu versichern, dass wir bereit sind, erneute demokratische Wahlen für unsere Führung und Institutionen abzuhalten, sobald die Lage sicher und die Bedingungen passend sind.
Sharon und seine Regierung führen diesen unmoralischen, kriminellen Krieg gegen unsere anerkannte und international hoch angesehene Führung und die gewählten Institutionen, indem sie unsere unsere Einrichtungen, Mitglieder unserer Regierung und unseres Parlaments, Polizisten, Sicherheitskräfte, Infrastruktur ins Visier nehmen, die wir uns angestrengt haben mit der Hilfe unserer Brüder und Freunde wieder aufzubauen; ein Krieg, der auch auf unsere Zivilisten zielt, unser Eigentum, Schulen, Krankenhäuser, Felder, Moscheen und Kirchen , einschließlich der Farmen, die sie zerstört haben, ohne den heiligen Olivenbaum auszunehmen, der von dem Adel unseres Volkes und der tiefen Verwurzelung in diesem heiligen Land Zeugnis gibt. „hoch angesehene Führung – das lässt in den USA heftig nach – wann endlich auch in Europa?
Etwas anderes hat nicht verdient, wer die Tatsachen umkehrt: Die PA/PLO begann einen Krieg gegen Zivilisten und Soldaten, führt ihn ohne Unterschied der Person, begeht Terror pur! Nicht umgekehrt!
Dass Israel den Krieg gegen Zivilisten, Krankenhäuser, Felder, Moscheen usw. führt, ist die pure Verleumdung. Das wird in unseren Medien natürlich außer Acht gelassen, sie konzentrieren sich auf das, was sie hören wollen!
Ja, es ist ein Krieg, der gegen alle Palästinenser und ihre Führung geführt wird, gegen unsere Ressourcen und unsere persönliche, soziale und wirtschaftliche Sicherheit, gegen unseren legitimen Traum der Errichtung unserer Zukunft ohne weitere Erniedrigung, Besatzung und Unterdrückung, in unserem unabhängigen Staat. Der Krieg wurde von Arafat begonnen, unterstützt, gefördert; Israels Maßnahmen richten sich gegen die Terroristen, von denen es nicht annehmen kann, dass sie von den „Zivilisten“ zu unterscheiden sind! – Einmal mehr die Umkehrung der Tatsachen!
Ich erkläre hier, inmitten unserer Tragödie und dem Kern unseres glühenden Strebens nach Freiheit, dass dieser unmoralische Krieg, der von den Israelis gegen uns geführt wird, uns nicht in die Knie zwingen oder unseren starken Willen brechen wird, nicht unseren Nationalstolz nehmen wird; wir lehnen es ab erniedrigt zu werden, wir lehnen es ab erniedrigt zu werden, wir lehnen es ab erniedrigt zu werden. Lügen werden auch durch Wiederholung nicht richtig; aber Arafat will sich selbst glauben, deshalb muss die Lüge so oft wiederholt werden, bis jeder in seinem Lager sie als Wahrheit ansieht.
Meine lieben Brüder und Schwestern, unter diesen Umständen möchte ich auch betonen, dass wir niemandem erlauben werden unser großes nationales Projekt zu erschüttern oder ihm Hindernisse in den Weg zu legen oder von unserer davon Vorstellung abzulenken oder seinen reinen palästinensischen Inhalt zu verzerren. Wir erlauben es nur einer Behörde, dass ihr gehorcht werden muss und ihre Vereinbarungen müssen respektiert werden und diese Behörde steht in den außenpolitischen Fragen für uns ein; dieses Einstehen muss vom Volk unterstützt werden und ihre Zuverlässigkeit beschützen. Niemandem wird erlaubt… – das kann nur eins heißen: Durchsetzung der Maximalforderungen ohne Kompromisse – dann braucht es keine Verhandlungen, denn da müsste auch Arafat Kompromisse machen, was er aber bekanntlich ablehnt.
Liebe Brüder, wir haben den Notstand ausgerufen und eine Reihe von Aktionen und Maßnahmen durchgeführt, mit denen wir fortfahren wollen, wie die illegalen Formierungen und ihre Terroraktivitäten als gesetzlos und rebellisch zu erklären; wir leiteten auch eine Feuerpause ein, daher müssen wir alle unsere Entscheidungen respektieren und sie befolgen. Die Israelis respektieren keine Feuerpause und wünschen auch keine solche, aber wir müssen sie um unseret Willen befolgen. Wir sind uns der Verschwörung voll bewusst, mit der die Sharon-Regierung durch ihre eskalierende Aggression und Belagerung unserer Städte und Dörfer und durch die Besetzung von Teilen unseres Landes, bei der alle vermeintlichen Behauptungen des Schutzes ihrer Bürger vor Taten angeführt werden, die wir verurteilt und abgelehnt haben, wütet.
Dieser komplizierte Kampf darf nicht dazu führen die Glaubwürdigkeit unserer Führung und ihrer Entscheidungen zu erschüttern, auch dürfen wir nicht Sharon und seinen Militär-Institutionen die Plattform liefern, von der aus sie ihre Angriffe und Übergriffe gegen uns führen, auch nicht die Entschuldigungen liefern, ihre Aggression zu eskalieren oder unseren legitimen Kampf als Terror zu bezeichnen.
Hier kommt der wahre Grund für die „Feuerpause“ zum Ausdruck: Arafat hat Angst um seine Macht; er hat Angst, dass er vor der Weltöffenltichkeit als Terrorist da steht. Die Feuerpause dient der PR; er ruft dazu auf, weil die Selbstmord-Attentate schädlich für das Image der Autonomiebehörde sind – nicht, weil diese Attentate unmenschlich und durch nichts zu rechtfertigen sind!
Ich wiederhole die Erklärung des Waffenstillstands und die totale Einstellung aller Aktionen einschließlich der Selbstmord-Angriffe, die wir verurteilt haben und deren Organisatoren und Unterstützer wir verfolgen, genauso die Mörser-Schützen, die den Israelis die Entschuldigungen liefern wollen, um unsere Kinder und Frauen zu masssakrieren.
Jeder Bruch dieser Beschlüsse wird als Hochverrat angesehen, denn er gefährdet unsere nationalen Interessen und die Gesetzlosen werden energisch verfolgt und vor Gericht gestellt.

Das Hauptziel des eben Gesagten ist, die Glaubwürdigkeit unserer Haltung und Wahl zu betonen, um die volle und sofortige Umsetzung der Tenet-Vereinbarungen und Vorschläge des Mitchell-Berichts und eine Rückkehr an den Verhandlungstisch zu ermöglichen, was der absolut einzige Weg ist, diesen Kreislauf des Blutvergießens zu beenden und unsere nationalen Ziele zu erreichen.

Gleich ein ganzer Haufen Lügen:
1.) Ein Waffenstillstand hat nie statt gefunden, der PA-Terror ging unvermindert weiter;
2.) „der Selbstmord-Angriffe, die wir verurteilt haben“ – der anderen also nicht? Mörser-Beschuss und gewisse, verurteilte Selbstmord-Angriffe sind schädlich für die Palästinenser-PR; ansonsten ist es in Ordnung, Juden zu ermorden. Sehr friedlich!
3.) Israel will keine Frauen und Kinder töten, massakriert werden sie ohnehin nicht. Die Verlogenheit des „Friedenspartners“ spricht Bände darüber, wie „ernst“ er den Aufruf zur Feuereinstellung nimmt: Er will nichts, was der PR schadet; dass Juden ermordet werden, ist in Ordnung – aber die PR darf nicht geschädigt werden; was der PR schadet, das muss eingestellt werden! Er sorgt sich nicht um Leben und Tod, er sorgt sich um das Ansehen seines korrupten Regimes in der Welt – es könnte Schaden nehmen, das darf nicht sein!

Und den Status quo zu erhalten: Die Möglichkeit zu haben, jederzeit den Terror fortsetzen zu können, wenn die Zwischenziele erreicht sind.

Ich bin der soliden nationalen Solidarität für die Freiheit, Unabhängigkeit und Errichtung unseres Staates mit Jerusalem als seiner Hauptstadt im Sinne des internationalen Rechts und der UN-Resolutionen 242, 338, 425 und 194 sicher, einschließlich des Prinzips „Land für Frieden“. Diese Resolutionen verlangen ja nach seiner Lesart den Israelis alles ab, den Arabern nichts…
Liebe Schwestern, liebe Brüder, ich danke hiermit allen Brüdern und Freunden, die uns durch moralische, finanzielle und politische Unterstützung geholfen haben, auf offizieller oder persönlicher Ebene. Wie andere Palästinenser fühle Gewissheit, wenn die arabischen, islamischen oder internationalen Räte, Komitees und Organisationen sich auf unseren Aufruf hin versammeln oder einfach wegen unserer Sache. Es ist eine wieder hergestellte Botschaft an die ganze Welt, dass wir nicht allein sind und die internationale Gemeinschaft ist unserem Widerstand und nationalen Zielen des Schutzes der moslemischen und christlichen Heiligen Stätten im Heiligen Land der Heiligen Erde verpflichtet.
Liebe Brüder und Schwestern, wir müssen uns der internationalen Entwicklungen bewusst sein, besonders nach den Ereignissen der abscheulichen Angriffe auf das WTC in New York und das Pentagon in Washington am 11. September 2001 und ihres Einflusses auf unsere Sache und Rechte. Wir werden die Kontakte mit allen effektiven Kraäften ind er Welt energisch aufrecht erhalten und rasche Wechsel begreifen und uns mit ihnen in höchst angemessner Weise befassen, um unsere Sache und Rechte zu tragen, die derzeit in der internationalen Arena präsent sind, in einer Zeit, in der verstärkt gegen uns gearbeitet wird von denen, die uns nicht in unserem Land haben wollen und die uns immer als Terroristen bezeichnen, nur weil wir die Besatzung von unserem Heimatland entfernen wollen, das international anerkannt ist als legitime Heimat für die Palästinenser. Aber durch unseren fortwährenden Kampf haben wir Unvorhergesehenes auf den internationalen und lokalen Ebenen erreicht.
Die Vorstellung, die durch den US-Außenminister, Herrn Colin Powell erklärt wurde, die von Präsident George W. Bush in der UN-Vollversammlung dargelegt wurde, als er sich zur Errichtung des palästinensischen Staates verpflichtete genauso die EU und die Russen, die UN und die international deutliche und entschiedene Haltung, ist ein sehr effektiver Faktor in der Wiederherstellung der Gerechtigkeit unseres Kampfes, der schließlich zur Erreichung unserer nationalen, legitimen Rechte und den dauerhaften, starken Beziehungen mit de internationalen Gemeinschaften ist ein solider Beleg für unser gesundes und gerechtes Streben. Das ist in den letzten Wochen allerdings darin ausgedrückt, dass die EU eine (wenn auch offensichtlich nicht so ernst zu nehmende) klare und deutliche Warnung an Arafat schickte, die USA ihn nicht empfangen, weil er seinen Verpflichtungen nicht nachkommt und Israel ihn schließlich für „irrelevant“ erklärte – denn er terrorisiert weiter, statt den Terror zu beenden.
Nun, meine lieben Mitbürger, möchte ich in Ihrem Sinne dem israelischen Volk eine sehr klare und ehrliche Botschaft übermitteln, ihnen erzählen, dass wir miteinander seit Jahrzehnten verhandelt hatten, dass wir den Friedensaktivisten die Hand reichten und gbemeinsam unter sehr schwierigen Umständen kampften und uns der rechtlichen Verbannung der verschiedenen israelischen Regierungen gegenüber sahen, um die Verhandlungen zu einer soliden Grundlage für gegenseitiges Verständnis zu machen, die Verhandlungen zum einzigen Mittel machten, für beide Seiten respektable Ergebnisse zu bringen. Wegen unserer gemeinsamen Hartnäckigkeit gingen wir nach Madrid und Oslo und andere Friedens-Stationen, um unserer und ihrer Kinder willen.
Hiermit wiederhole ich nun unsere Politik der Wiederaufnahme gegenseitiger Diskussion und rufe die israelische Regierung auf, dass sie aufhört zu glauben, sie könne mit Panzern und Kampfjets erreichen, was durch Verhandlungen erreicht werden könnte. Wir wollen nichts Unmögliches und bedrohen die Existenz Israels auf keine Weise; alles, was wir wollen, ist unser Land zu befreien, das 1967 besetzt wurde, einschließlich Jerusalems. Und das internationale Recht ist auf unserer Seite. Wir wollen, dass die israelischen Besatzungstruppen aus unserem Land abziehen und die Siedlungen geräumt werden; das internationale Recht ist hier auch auf unserer Seite.
Ich höre immer nur, dass das internationale Recht auf seiner Seite sei – Arafat sollte das auch einmal belegen: Wo steht das? Und außerdem: Die Existenz Israels ist heftigst bedroht durch das, was Arafat fordert. Er hat die PLO-Charta nicht in der nötigen Form geändert (trotz des Spektakels, das vor einigen Jahren veranstaltet wurde). Und er wie auch seine engsten Vertrauten haben oft genug dargestellt, dass ein Palästina vom Jordan bis zum Mittelmeer ihr Ziel ist, alles andere nur ein Zwischenschritt.
Wir wollen eine faire Umsetzung aller vereinbarten Dinge, wir wollen die Verhandlungen über alle ausstehenden Dinge fort führen, ohne dass das bisher Erreichte aus Wye River, Camp David, Sharm el Scheik, Paris, Taba, Kairo und anderswo gestrichen wird. Was wurde denn erreicht? Er hat doch alles bisherige abgelehnt. Die Israelis sollen sich also zu Dingen verpflichtet sehen, die Arafat nicht wollte – und dann wird nochmal weiter überlegt. Arafat bietet NULL Gegenleistung. Das ist nicht akzeptabel, das ist auch ein Verhandeln! Und da Arafat alles ablehnte, ist auch nichts erreicht worden!
Und wir verlangen einfach einen echten, unabhängigen Staat mit Jerusalem als seiner Hauptstadt, neben Israel; aber was wir nicht wollen sind Panzer, die unsere Straßen in unseren Dörfern und Städten füllen und die Kampfflugzeuge, die unsere bevölkerten Plätze vom Himmel aus beschießen; diese Taten, die nicht legal sind und allem internationalen Recht widersprechen, werden nichts an unserer Beharrlichkeit und Entschlossenheit ändern. Wie wäre es, wenn Arafat den friedlichen Weg verfolgen würde, dann wären auch keine Panzer mehr in „Palästina“.
Aber bleich wieder die Durchhalte-Parole (was ist daran friedlich, wenn ein „weiter wie bisher“ festgelegt wird?).
Ich erneuere meine Einladung an das Volk, die politische Kräfte, Institutionen und Regierung Israels ohne Verzögerung an den Verhandlungstisch zurück zu kehren und sofort damit fortzufahren, diese furchtbar unmenschlichen Maßnahmen aufzugeben, die gegen unser Volk ausgeübt werden und die keinem Zweck dienen außer die Zustände zu verschlimmern und Sicherheit, Frieden und Stabilität weiter in die Ferne rücken lassen.
Zusammen gefasst, an mein geliebtes Volk, die große und stolze Nation in der Heimat und im Exil, Ich grüße euch und strecke euch die Hand entgegen, damit wir gemeinsam den Olivenbaum auf dem Grab jedes Märtyrers pflanzen werden, denn alles, was zerstört wurde, soll wieder aufgebaut werden, so Gott will, mit der Entschlusskraft des Volkes. Alle schönen Hoffnungen sollen mit Gottes Hilfe wahr werden. Der Sieg liegt in der Geduld.
Und euren Tempel zu betreten,
wie sie ihn früher schon betraten,
und mit Zerstörung heim zu suchen,
alles, was in ihren Machtbereich fiel.
Gott wird nicht versagen
in seinem Versprechen.
Sadaqa Allahu Al Athim.
Friede sei mit euch.
Na prima, die angebliche Friedensrede beschwört am Ende wieder Hölle für die Juden! Das nennt der Westen Fortschritt und bedeutungsvolle und nie dagewesene Möglichkeiten!

Es gibt viele Wertungen und Einschätzungen dieser Rede. Während der Westen Arafat hoch jubelt, dass er dem Terrorismus den Kampf ansagte, ist man in Israel kritisch und die USA sind vorsichtig. IMRA z.B. bekam einen Text vom Palestine Media Center übermittelt, der einige klarere (und damit verräterische) Formulierungen enthält, die meine Kommentare noch bestätigen. Beispiele für Reaktionen sollen aber verschiedene Kommentare sein:

1. Michael Widlanski, The Media Line: Arafat sagt nichts Neues
Durch die ganze Rede hindurch spielte Arafat bekannte Wortspiele in Arabisch: rief nach Frieden, aber genauso rief er die Palästinenser auf, ihren Kampf fort zu setzen, wobei er den Begriff „Jihad“ verwendete, der beides heißen kann: „Kampf“ und „Heiliger Krieg“.
Trotz vieler Spekulationen israelischer Pazifisten im Vorfeld der Rede rief Arafat die Palästinenser nicht zur Beendigung ihrer „Intifada“ (das ist der Spitzname, den sie ihrem 15-monatigen Abnutzungskrieg gaben) auf.
Trotz der Hoffnungen des israelischen „Friedenslagers“ rief Arafat die Palästinenser auch nicht auf ihre Waffen nieder zu legen und schon gar nicht dazu, sie zur Vernichtung zu übergeben.

Arafat schien höchstens in der Lage und willens… zu sagen, dass größere Anschläge gegen die palästinensischen Interessen seien und der Regierung von Israels Premierminister Ariel Sharon helfen würden.
Nicht ein einziges Mal in seiner Rede benutzte Arafat den Begriff „unmenschlich“ oder „Terror“, um palästinensische Taten zu beschreiben, sondern nur für israelische Aktionen.

Er verurteilte nicht einen einzigen arabischen Terroranschlag gegen Israelis; besonders vermied er die Erwähnung einer der Terror-Organisationen, die unter dem Schirm der PA erblüht sind: Hamas, Islamischer Jihad, Fatah, Tanzim und PFLP.
(Auszüge aus:Michael Widlanski: „Arafat Says Nothing New in Broadcast“, The Media Line, 16.12.2001.)

Einen Tag später ergänzt Widlanski:
Yassir Arafats Rede war nach einigen israelischen und westlichen Analysten ein großer Wendepunkt der palästinensischen Politik, weil er VERMEINDLICH die folgenden „neuen“ Faktoren beinhaltete:
* einen direkten Aufruf Arafats an das palästinensische Volk, Gewalt zu vermeiden
* ein Versprechen, illegale Terroristen zu verhaften und vor Gericht zu stellen
* eine Bereitschaft, auf eine Friedensregelung mit Israel hin zu arbeiten, mit dem ein friedlicher palästinensischer Staat in Harmonie leben würde.
Aber die oben beschriebene hoffnungsvolle Analyse der Worte und Intentionen Arafats war – wieder einmal – falsch, denn viele der Kommentare Arafats waren in Wirklichkeit alte Formeln, die schon vorher in Reden von ihm und anderen Palästinenser-Führern benutzt wurden, was nicht eingehaltene Versprechen einschließt.
„Die palästinensische Führung wird sicher stellen, dass die Feuerpause von allen eingehalten wird und wird alle Verstöße verhindern, die als außerhalb der Gesetzlichkeit stehend angesehen werden und als Teilnahme an der Eskalation, die nur den Feinden des Friedens hilft und den israelischen Plänen gegen unser Volk“, hieß es in einer Erklärung, die von der PA VOR ZWEI MONATEN (am 19.-20. Oktober [HE: nach der Ermordung von Minister Ze’evi]) herausgegeben wurde.
Seit damals wurden mehr als 50 Israelis durch Terror-Anschläge ermordet, einige davon durch Selbstmord-Bomber, die offiziell von Hamas, Islamischer Jihad und Arafats eigener Fatah-Tanzim-Organsiation stammten.

Keine dieser vier Organisationen wurde für illegal erklärt und keine ihrer Waffen beschlagnahmt, aber Arafats Autonomiebehörde macht Israel für die fortwährende Gewalt verantwortlich und beschuldigt es der Verschwörung zur Beseitigung der PA.

(Wie auch im Fall der Ermordung Minister Ze’evis) stellt sich die Autonomiebehörde als Terror-Opfer dar und erklärt, dass die israelische Regierung eine Verschwörung betreibt, den palästinensischen Terror als Vorwand zu Angriffen auf Arafat und die Palästinenser zu benutzen.

In beiden Fällen behauptete die PA, sie sei gegen Gewalt, gab aber tatsächlich offiziell auf eine Weise Unterstützung für eine Feuerpause, die ein Ende aller israelischen Aktivitäten beschwor und eine vorüber gehendeEinstellung der großen palästinensischen Selbstmord-Anschläge, die die PA in Verlegenheit brachten.
Statt ein Ende des 15-monatigen Abnutzungskriegs auszurufen,… fuhr Arafat fort, die stoßweise Gewalt als „legitimen Kampf“ zu bezeichnen, benutzte sogar Begriffe wie „Jihad“ (was auch „Heiliger Krieg“ bedeutet) und „Kifaah“ (was für „bewaffenter Kampf“ benutzt wird).
Statt palästinensische Übergriffe aufgrund humanitärer oder ethischer Gründe zu verurteilen, bot Arafat seinem Volk einmal mehr eine pragmatische Erklärung, um vorläufig die spektakulärsten Kriegshandlungen (die er NIEMALS TERROR NANNTE) zurückzuziehen, denn diese Aktionen würden „sie (die Israelis) mit Vorwänden ausstatten, ihre Aggressionen auszudehnen oder unseren legitimen Kampf als Terror zu bezeichnen.“

Eine detaillierte Textanalyse der Worte Arafats (in der gesendeten Form in Arabisch wie auch in arabischen Text und der offiziellen englischen Übersetzung, wie sie die Autonomie-Behörde verbreitete) enthüllt ein pessimistisches Bild seiner Worte und Politik, einschließlich:
* keine Erklärung, was einen Terrorakt einer arabischen Partei darstellt;
* keine Erwähnung einer Illegal-Erklärung einer arabischen Organisation;
* kein Versprechen, irgendeine arabische Organisation für illegal zu erklären;
* und keine Bereitschaft, einer der „islamischen (Streit-)Kräfte“ wie Hamas durch legale und militärische Maßnahmen – wie z.B. der Einsammlung von Waffen – entgegen zu treten.
Tatsächlich sagt Arafats Rede ausdrücklich, dass anerkannte „Islamische Kräfte“ NICHT als illegal angesehen werden.
All diese Elemente, die in der gestrigen Rede offen zu Tage treten, sind traditionelle Themen in Arafats Reden der Vergangenheit und der jüngsten Erklärungen der Autonomiebehörde und der PLO – oder der „palästinensischen Führung“, wie sie sich selbst gerne bezeichnet.
Aber für die, die einen Wechsel der Richtung von Arafats Politik erhofften, war das problematischste Element die regelmäßige Benutzung verschiedener Code-Sätze, die zeigen, dass Arafat keinerlei Anstalten macht, einen dauerhaften Frieden mit Israel zu schaffen, besonders nicht mit der Regierung Ariel Sharons…
(Auszüge aus: Michael Widlandski: „Deep Analysis: Arafat’s Speech Offers Nothing New“, The Media Line, 17.12.2001.)

2. Die US-Organisation „Honestreporting.com“ vermutet einen „Sprachfehler“:
Am Sonntagabend hielt Yassir Arafat eine 25-minütige Rede im palästinensischen Fernsehen, in der er zu einem Ende aller bewaffenter Angriffe auf Israelis aufrief.
Innerhalb weniger folgenden Stunden feuerten militante Palästinenser eine Mörsergranate auf eine jüdische Siedlung im Gazastreifen, außerdem wurden von der israelischen Armee Feuerüberfälle aus den gesamten „Territorien“ gemeldet.
Am Montag ging dann eine Bombe am Straßenrand bei Nablus hoch; palästinensische Schützen schossen auf und verwundeten zwei Israelis bei Ofra; andere Palästinenser verwundeten bei einem Schusswaffen-Angriff bei Neveh Tzuf einen israelischen Autofahrer schwer; eine weitere Mörsergranate wurde auf eine jüdische Siedlung in Gaza abgefeuert.
Hatten die Palästinenser die Fernseh-Ansprache verpasst?
(honestreporting.com-Newsletter vom 17.12.2001)

3. Die Analyse der „Jerusalem Post“ zählt Widersprüche auf:
* Er sagte den Palästinensern, sie hätten die Schlacht durch ihre Standhaftigkeit und die Opfer gewonnen. Tatsächlich aber haben sie militärisch wie diplomatisch verloren. Israelische Streitkräfte stießen ungehindert in das Herz palästinensische verwalteter Gebiete vor, bombardierten und führten weitere Vorstöße bis nahe an Arafats Büro durch.
* Er pries ausführlich die nationale Einheit . Aber Hamas, Islamischer Jihad und sogar Teile der Fatah-Gruppe (wenn auch mit Arafats Erlaubnis) widersetzten sich den Befehlen, die er öffentlich gab.
* Er betonte die palästinensische Demokratie, wies darauf hin, dass die Autonomiebehörde und Legislative gewählt wurden und versprach neue Wahlen, sobald die Umstände dies erlaubten. Tatsächlich aber standen er und sein Parlament im Frühjahr 2000 zur Wahl, in einer Zeit, die noch sehr ruhig war. (Diese Wahlen fanden aber nicht statt.) Die Stadt- und Gemeinderats-Wahlen wurden wiederholt angekündigt, aber nie abgehalten.
* Er sagte, Israel habe einen brutalen Krieg gegen die Palästinenser begonnen, erwähnte aber nie, dass die Palästinenser mit der Gewalt anfingen. Unter einander stellten sie den Konflikt als einen Unabhängigkeitskrieg dar, der erst enden würde, wenn ein Staat erreicht worden sei. Er erwähnte nicht die Versprechen, die ihm in Camp David gemacht wurden oder den Clinton-Plan, den er ablehnte; auch keine Erwähnung fanden die Aufrufe zu Feuerpausen, die er niemals umgesetzt hatte.
* Er betonte die Glaubwürdigkeit der palästinensischen Führung, sagte, dass wenn die PA Entscheidungen träfe, sie auch Resultate liefere. Tatsächlich ist die Glaubwürdigkeit der PA in Israel, den USA und sogar Europa auf ihren geschichtlichen Tiefpunkt gelangt. Es bestehen ernsthafte Zweifel, die nicht aus der Welt geschafft werden konnten, dass die PA jemals etwas von dem umsetzt, was sie verspricht.
* Er sprach von internationaler Unterstützung der Palästinenser, erwähnte dabei US-Präsident George W. Bush und Außenminister Colin Powell hätten ihrer Unsterstützung für einen palästinensischen Staat Ausdruck verliehen. Er sprach auch davon, dass die Araber den Palästinensern beistehen würden. Er erwähnte nicht den Verlust der internationalen Unterstützung, einschließlich der arabischen Untätigkeit und des fehlenden finanziellen Beistandes.
* Er sagte, israelischer Druck auf die Palästinenser würde nichts erreichen. Tatsächlich aber hat er zu seiner Entscheidung geführt, die Kämpfe (vorläufig) zu beenden.
Besonders bemerkenswert war seine Zwangsvorstellung des Konzepts der Erniedrigung. „Niemand würde erlaubt werden, die Palästinenser zu erniedrigen.“ Offenbar hat dies tiefe psychologische Auswirkungen auf ihn. Für Arafat sind Militanz und Kompromisslosigkeit Mittel, Erniedrigung zu begegnen, so als sei die Kräfteverteilung auf seiner Seite, wenn das offensichtlich nicht der Fall ist. Die derzeitigen Umstände sind ein gutes Beispiel für diese Situation.

Arafat rechtfertigte diesen Schritt [Aufruf zur Feuerpause] auf zweierlei Art. Erstens erklärte er fälschlicherweise, die Palästinenser hätten immer eine Feuerpause befürwortet, aber Israel habe diese blockiert. Zweitens erzählt er seinem Volk, dass Premierminister Ariel Sharon der einzige sei, der tatsächlich wolle, dass die Kämpfe weiter gingen.
Drittens deutete Arafat an, sagte es aber nicht ausdrücklich, dass Sharon die PA zerstören wolle. Damit führte er, ohne es zuzugeben, eine 180-Grad-Wende aus. Früher war die Fortsetzung der Schlacht der heldenhafte palästinensische Kampf um Unabhängigkeit, der Israel zum Abzug zwingen sollte. Jetzt ist die Beendigung der Kämpfe eine kluge palästinensischer Strategie, um Sharon zu überlisten.
Viertens: dadurch, dass er behauptet, die Palästinenser verteidigten sich gegen Aggression, er habe seit langem eine Feuerpause gesucht und hart daran gearbeitet, eine zu sichern und er lade Israel wieder ein, zu Verhandlungen zurück zu kehren, versucht Arafat seine Rolle als Friedensstifter erhalten.

Arafat betonte – wie immer – das Ziel der Palästinenser sei ein unabhängiger Staat mit seiner Hauptstadt in Jerusalem und fügte an, eine Lösung würde auf (dem Prinzip) „Land für Frieden“ gründen und dieser Staat würde neben Israel leben. Aber Arafat rutschte auch ein Hinweis auf die UN- Resolution 194 heraus, die Palästinenser dazu benutzen ein „Rückkehrrecht“ für alle Palästinenser nach Israel zu rechtfertigen.
Drei unvollständige Punkte sind auch interessant. Arafat erwähnte den US-Krieg gegen Terrorismus und die Anschläge vom 11. September in New York als Faktoren, die sich auf die palästinensische Sache auswirken. Aber er erklärte nicht, wie sie sich darauf auswirkten – nämlich in verminderter internationaler Unterstützung für die Palästinenser; stärkeren Drucks auf ihn, gegen Terror vorzugehen; und vermehrte Sympathie für Israel.
Er machte auch eine Nebenbemerkung zu den Verhandlungen in Scharm-el-Scheik im Frühjahr 2001. Er machte das zwar nicht deutlich, aber er zieht es natürlich vor, dass erneute Verhandlungen an diesem Punkt wieder beginnen, von dem aus er weitere israelische Zugeständnisse fordern kann.
Schließlich sprach er über das, was er einen „realen palästinensischen Staat“ nannte, was auf die Streitpunkte hinweisen könnte, das die israelischen Angebote nicht ausreichten eine echte Unabhängigkeit zu liefern.
In seiner gesamten Karriere hat Arafat seine Postition nie dazu genutzt, Palästinenser über die politische Situation und ihre Alternativen zu informieren. Er beschränkt sich allgemein darauf, Emotionen zu schüren, zu Taten zu ermuntern oder Befehle zu geben. Obwohl er zu Beginn seiner Rede sagte, es sei ein Gespräch von Herz zu Herz, in dem er die Lage den Palästinensern erklären würde, tat er dies nicht.
Ein Problem, das aus Arafats (Führungs-)Stil entsteht, ist, dass die „palästienensischen Straße“ zu Recht fragen könnte, warum sie ihren Krieg beenden sollte, wenn sie ihn doch gewännen. Einmal mehr ermutigt Arafat – diesmal vermutlich unabsichtlich – in dem Moment zur Militanz, als er versucht, die Dinge zu beruhigen. Gäbe er den Palästinensern eine realistische Beurteilung ihrer Probleme, würde er ihnen eher einen Gefallen tun und effektiver darin sein, das von ihm erklärte Ziel der Beendigung der Gewalt und der Verfolgung erfolgreicher Verhandlungen zu erreichen.
In Wahrheit stellte seine Rede natürlich einen Versuch dar, seine eigene Politik komplett umzukehren, während er vorgaukeln wollte, eine lange gültige Strategie zu verfolgen oder wenigstens auf einem weiteren palästinensischen Sieg aufzubauen. Niemand wird diese Behauptung glauben. Die Kernfrage bleibt allerdings, ob Arafats Worte zu einer wirklichen Feuerpause führen werden oder nur ein Ersatz für Taten seinerseits sind.

(Auszüge aus „Defeated Arafat Declares Victory“, Jerusalem Post, 17.12.2001)

4. IMRA vermutet, dass der Text der Rede nicht gelesen wurde
Wafa meldete, dass der Repräsentant des UN-Generalsekretärs, Terje Rod Larsen, die israelische Regierung aufrief, positiv auf die Rede zu reagieren… Er beschrieb die Rede als historisch und sehr wichtig, sie stelle einen Wendepunkt dar, der zur Beruhigung und zur Rückkehr zu Verhandlungen führe. Er fügte hinzu (an die israelische Adresse!), dass Gewalt nicht zu Frieden und Stabilität führe.
IMRA merkt dazu an:
Unglücklicherweise scheint es so, dass Herr Larsen sich auf gefällige Berichterstattung verlässt und es unterließ den Text zu lesen.. Hätte der dies getan, hätte er erfahren, dass Arafat die Palästinenser nur aufrief, keine Operationen auszuführen, die die PA in der Vergangenheit verurteilte und darüber hinaus keine Mörsergranaten mehr zu verschießen, die Israel den Vorwand für Angriffe lieferten – ein Aufruf, der beträchtlichen Raum lässt für weitere Morde an Israelis. Er hätte auch gemerkt, dass Arafat deutlich machte, dass nichts, was Israel angetan wird, „Terror“ darstellt und dass er nur solche Gruppierungen für illegal erklären würde, die „Terror“ ausübten – also können Operationen gegen Israel weiterhin ausgeführt werden, ohne dass befürchtet werden muss, dass die PA irgendeine Gruppierung ausschalten wird.
(IMRA-E-mail-Nachrichten vom 18.12.2001)
5. The New Republic aus den USAkommt zum Schluss, dass Arafat nur taktiert:
Lesen Sie sie genau und zucken Sie zusammen. Die geforderten Worte des Ausgleichs waren da („Ich wiederhole die erklärte Feuerpause“, sagte Arafat, eine Wiederholung, die durch die endlose Verletzung dieser Feuerpause durch verdrahtete junge Palästinenser notwendig wurde, die ihren Weg des Hasses in den Himmel gingen) und genauso die Worte, die die westlichen Regierungen so gerne hören wollten – „alle Aktionen völlig zu stoppen, einschließlich der Selbstmord-Angriffe, die wir verurteilt haben und wir werden ihre Geldgeber und Organisatoren verfolgen“. Forschritt? Nein! Arafats vermeintlich goldenen Worte wurden in einen Zusammenhang von Ausreden, Beschönigungen und Beteuerungen genau der Mentalität gegeben, dass die Rede für unrechtmäßig erklären sollte. Diese große Ansprache gegen die Politik des Märtyrertums begann so: „Brüder und Schwestern, meine liebe Mitbürger und kämpfenden, mutigen Palästinenser; Mütter, Väter und Brüder der Märtyrer; ihr, die ihr die liebsten eurer Kinder für die Sache des Sieges und der Freiheit geopfert habt und für die Sache der Heiligen Stadt Jerusalem…“ Nicht gerade (scharfe) Kritik der endzeitlichen Gewalt. Und die Rede endete so: „Mein geliebtes Volk, die große und stolze Nation in der Heimat und im Exil, Ich grüße euch und strecke euch die Hand entgegen, damit wir gemeinsam den Olivenbaum auf dem Grab jedes Märtyrers pflanzen werden…“ Ein kleiner Stoß mehr, ein Augenzwinkern, und Bomben werfen.
Und auf welcher Grundlage ermahnte der palästinensische Führer sein Volk, sich von der widerlichen Mode des verehrten Terros abzuwenden? Nicht auf der Grundlage, dass diese Mode widerlich ist. Nirgendwo in Arafats Text gibt es einen Hinweis darauf, dass solche Taten falsch sind. Statt dessen werden Gründe der Zweckmäßigkeit angeführt. Selbstmord-Bomben, erkärte Arafat, sind taktischer Unsinn, denn sie „liefern den Israelis Vorwände um unsere Kinder und Frauen zu massakrieren.“ Sie sind also politisch gefährlich, denn sie bedrohen die Autorität der Autonomiebehörde, Arafats eigener Behörde. „Nur einer Behörde muss gehorcht werden und ihre Vereinbarungen mussen respektiert werden.“ Ganz deutlich hat Arafat erkannt, dass die Blut getränkte Strategie der Hamas sich nicht nur gegen Israel richtet, sondern auch gegen ihn selbst. Sein Ziel ist (wie immer) nicht ein israelisch-palästinensischer Friede, sondern sein eigenes Überleben.

(Auszüge aus: „Wrong Address“, The New Republic, Ausgabe vom 31.12.01, Vorab-Veröffentlichung auf der Website vom 20.12.01.)

ZITATE DES VORSITZENDEN ARAFAT

aus verschiedenen Quellenl gesammelt, notiert in chronologisch umgekehrter Reihenfolge:

5. Oktober 2004: Arafat kritisiert „israelische Verbrechen gegen die heiligen Stätten“:

Israelnetz zitiert aus einem Interview Arafats; dieser kritisierte, Israelis tränken in der Al Aksa-Moschee Alkohol (der für Moslems verboten ist) und ließen dem Vorwand „Eintritt für Touristen“ israelische Extremisten in der Moschee beten. „Was sie tun, ist ein Teil des Planes unsere heiligen Stätten zu judaisieren und zu entweihen.“
Klasse nicht? Juden wird verboten auf den Tempelberg zu gehen, aber trotzdem kommen auf einmal die Extremisten IN (!) die Moschee und saufen? Der Mann leidet unter Wahnvorstellungen!


Honestly-Concernd.org-Mailing vom 08.10.2003 (Übersetzung ins Deutsche von mir – heplev):
Arafats Kommentar zum Attentat vom 4. Oktober:

Ramallah, 4.10.03 – Präsident Arafat und die palästinensische Führung verurteilen scharf den Bomben-Angriff im Restaurant Maxim in Haifa, bei dem arabische und israelische Zivilisten getötet wurden.
Seine Exzellenz, Präsident Arafat, betrachtet diesen gefährlichen Angriff als Bruch des nationalen palästinensischen Konsenses, der die palästinensischen Interessen gefährdet und Vorwände für das Anhalten der internationalen Friedensbemühungen bietet.
„Wir verurteilen diesen Bombenangriff und seine blinde Gewalt gegen Zivilisten, seien es Israelis oder Palästinenser, und fordern die israelische Regierung auf, sich von unserem Land zurückzuziehen, internationale Beobachter zu akzeptieren und die palästinensischen Sicherheitskräfte in die Lage zu versetzen, ihre Verantwortlichkeiten in allen von Israel wieder besetzten palästinensischen Gebieten zu übernehmen.“
http://www.p-p-o.com/Eng/defultE.htm

Ist er nicht herzallerliebst? Herr Arafat verurteilt diesen Anschlag. Und aus welchem Grund? Nicht etwa, weil die Tat bestialisch ist. Nein, weil sie Israel Vorwände liefert und die internationale Unterstützung gefährdet! Andere Gründe liefert der Friedensnobelpreisträger nie. Wären diese vermeintlichen Folgen nicht, dann wäre es in Ordnung, dass in Restaurants, Bussen, am Strand usw. Israelis ermordet werden, damit die Palästinenser sich stark fühlen können! Verlogen ohne Ende, würde ich sagen!


Israelnetz-Newsletter vom 16.05.2003:
Arafat: „Fluechtlinge werden nach Palaestina zurueckkehren“
Hervorhebungen und Anmerkungen: heplev

RAMALLAH (inn) – Palaestinenserfuehrer Yasser Arafat hat am Donnerstag den Palaestinensern versprochen, dass alle Fluechtlinge zurueckkehren werden. Anlass fuer seine Rede vor dem palaestinensischen Legislativrat war der „Yom al-Nakba“ („Tag der grossen Katastrophe“), an dem Palaestinenser ueber die Folgen der israelischen Staatsgruendung trauern.

An diesem verfluchten Tag wurde der Staat Israel gegruendet„, sagte Arafat. „Mit Waffengewalt und durch eine imperialistische Verschwoerung, die dazu fuehrte, dass unser Volk in die Diaspora und in Lager geworfen wurde – unter schrecklichen Massakern und Verbrechen.Die Lügen-Legenden müssen unter allen Umständen weiter verbreitet werden, damit alle Welt sie auch glaubt. Die Rede wurde live im palaestinensischen Fernsehen uebertragen, meldet der aktuelle Dienst der Tageszeitung „Yediot Ahronot“. Sieht so Vorbereitung auf ein friedliches Mit- oder Nebeneinander aus?

Die Ereignisse, die zur Gruendung des Staates Israel gefuehrt hatten, beschrieb der PLO-Chef folgendermassen: „1947 beschlossen die Imperialisten, die in der UNO herrschten, unsere Heimat Palaestina in zwei Staaten zu teilen: einen israelisch-juedischen und einen palaestinensisch-arabischen.

Aber der arabische Staat sei nicht entstanden und es wird geflissentlich ausgelassen, dass die Ursache dafür die Ablehnung der Staatsgründung durch die arabische Seite war!!!!, und die internationale Gemeinschaft habe nicht reagiert, „so dass unser Volk einen von zwei Wegen wählen musste – Verschwinden oder Kampf und Festhalten an unsrer ewigen Heimat. Unser heldenhaftes Volk zögerte nicht, den Weg der Verbindung zu unsrer heiligen Heimat zu wählen. Unser Volk wird nicht verschwinden und nicht erniedrigt werden und nicht in die Knie gezwungen werden. Palästina ist unsere Heimat und die Heimat unserer Väter und die Heimat der kommenden Generationen. Wir haben keine Heimat außer ihr.“

Arafat versprach seinen Zuhörern eine Rückkehr der Flüchtlinge, die ihre Häuser während des israelischen Unabhängigkeitskrieges verlassen hatten: „Jeder palästinensische Flüchtling hofft auf den Tag, an dem er den Boden unserer Heimat umarmen wird, Palästina, Palästina, Palästina! Im Namen Allahs, diejenigen, die aus ihren Häusern vertrieben wurden, werden zu ihnen zurückkehren. 55 Jahre lang sind Märtyrer und Verwundete auf dem Weg der Befreiung und der Rückkehr gefallen, und heute befinden sich Tausende Palästinenser in den israelischen Gefängnissen, weil sie gegen die Besatzung kämpfen und darauf bestehen, in Frieden und Unabhängigkeit zu leben. Ich segne sie und schwöre ihnen, dass ich weiter für ihre Freiheit kämpfen werde. Ihre Freiheit ist höchstes Ziel und gleichbedeutend mit der Freiheit der Heimat.“ Und da rede mal einer davon, die Palästinenser wollten friedlich Seite an Seite mit Israel leben!

Der Palästinenserfuehrer sagte weiter, Allah werde seine Verpflichtungen nicht brechen und das palästinensische Volk werde Erfolg haben – trotz aller Arglist und der Versuche, es in ein in Diaspora und Lagern zerrissenes Volk zu verwandeln. „Der Krieg bricht von Palästina aus und der Friede beginnt in Palästina“, so Arafat. Der mutige Friede, den er mit Israels ermordetem Premier Itzhak Rabin unterzeichnet habe, sei die strategische Wahl der Palästinenser. Also der, durch den der Stufenplan der Palästinenser verwirklicht werden kann – und Israel letztlich besiegt und vernichtet werden soll.

Israel und die internationale Staatengemeinschaft rief der PLO-Chef auf, sich an die abgeschlossenen Verträge zu halten. Dass er selbst sich nicht an Verträge hält, ist für ihn selbstverständlich – nur sagen darf man das nicht! Die Palästinenser ermunterte er, Einheit und Zusammengehörigkeit zu demonstrieren. Er versprach seinen Zuhörern, dass ein palästinensischer Junge die palästinensische Flagge über den Mauern Jerusalems und ihren heiligen Stätten schwenken werde.


Palestinian Media Watch berichtet am 21.08.2002:
Arafat fordert kleine Kinder auf „Märtyrer“ zu werden

Im palästinensischen Fernsehen sprach Yassir Arafat am 18. August 2002 zu Kindern:
„O Kinder Palästinas! Kollegen, Freunde, Brüder und Schwestern von Faris Ouda [ein 14-jähriger, der in dem Konflikt starb und in ein heldenhaftes Symbol der PA verwandelt wurde]. Die Kameraden dieses Helden repräsentieren die immense und fundamentale Stärke, die aus dem Inneren kommt, und wird siegreich sein, mit Allahs Hilfe! Einer von euch, ein Junge oder ein Mädchen, wird die [palästinensische] Flagge über den Mauern Jerusalems aufziehen, über seinen Moscheen und seinen Kirchen…
Weiter, gemeinsam nach Jerusalem!“
Die Kinder antworteten im Chor und riefen: „Millionen Märtyrer marschieren nach Jerusalem!“

Es ist nicht das erste Mal, dass Arafat seine Unterstützung der Kinder-Märtyrer ausdrückte. Er hat früher schon klar gemacht, welche Bedeutung er der Show gibt, tote Palästinenserkinder der Welt zeigen zu können, indem er sagt: „Die größte Botschaft an die Welt“ seien Kinder-Märtyrer, so z.B. auch in einem Interiew im Januar 2002 im Fernsehen der PA:
Gastgeberin: „Herr Präsident, welche Botschaft würden Sie dem palästinensischen Volk generell und den palästinensischen Kindern im Besonderen geben?“
Arafat: „…Das Kind, das den Stein aufnimmt, wenn es den Panzer sieht; ist es nicht die größte Herausforderung an die Welt, wenn solch ein Held ein Märtyrer wird [für Allah stirbt]? Wir sind stolz auf sie.“


Am 18.06.2002 sprengte ein Selbstmord-Bomber in Jerusalem einen Bus der Linie 32 in die Luft. Es starben 19 Menschen und mehrere Dutzend verwundet. Saeb Erekat sprach gegenüber CNN davon, dass die Autonomiebehörde „Anschläge auf alle Zivilisten“ verurteile. Die arabischen (also auch die palästinensischen) Medien brachten allerdings nichts von einer solchen Verurteilung.
Am 19.06.2002 erfolgte ein Selbstmord-Bombenanschlag in Jerusalem, bei dem 6 Israelis vom Attentäter getötet (unsere Nachrichten sprechen immer von 7 Toten – einer war der Mörder) und mehr als vierzig verwundet wurden. Unsere Medien meldeten am 20.06., Arafat hätte diese Anschläge scharf verurteilt. Michael Widlanski hat sich die Verurteilungen Arafats in den palästinensischen Medien angehört. Er kommentiert:

Der heutige palästinensische Angriff im Norden der israelischen Hauptstadt folgten einen Tag nach einem anderen arabischen Terroranschlag an einer Kreuzung im Süden der Stadt, in der 19 Personen ermordet und mehr als 70 verwundet wurden.
Nachdem er gestern nicht persönlich auf den Anschlag reagierte und nachdem er mehr als fünf Stunden darüber gebrütet hatte, wie er auf den heutigen Anschlag reagieren sollte, gab Arafat eine mehr als gewundene Erklärung auf Arabisch ab, die den Anschein gibt, dass er sich für die Kritisierung der Selbstmord-Bombenanschläge entschuldigt.
Hier der Wortlaut der Erklärung Arafats:

„Ich behalte meine Ansichten zur nationalen und pan-arabischen Verantwortung bei und bin mir der gefährlichen örtlichen, regionalen und internationalen Umstände bewusst, die unser Volk und unsere Städte und unser Land und unser Dasein und unsere nationale Zukunft der israelischen Aggression und militärischen Eskalation aussetzen. Ich erkläre aus Sorge um unser Volk, unser Land und unsere Zukunft, dass ich alle Operationen gegen israelische Zivilisten verurteile.

Mit anderen Worten: Liebe Landsleute, es tut mir Leid, das zu sagen, aber der internationale Druck zwingt mich dazu, die beiden Operationen zu verurteilen. Das macht aber nichts, ihr wisst ja, was ich wirklich denke.


Im Gespräch mit dem UN-Gesandten Taerje Roed-Larsen (Ha’aretz, 26.04.2002):

…Arafat bracht sein Gesicht ganz nahe an das von Larsen, als ob er ein Geheimnis preis geben wollte: „Ich verrate Ihnen etwas“,… „Ich weiß, wer hinter dem Schiff Karine A steckt.“ … „Es war der israelische Mossad, der die Sache mit dem Schiff organisierte“, sagte Arafat mit einem verschmitzten Lächeln. „Und wissen Sie, wer den Selbstmord-Anschlag auf die Fußgängerzone in Jerusalem organisierte?“ … Er brachte sein Gesicht noch näher an das des UN-Gesandten für den Nahen Osten. „Es war [Generalstabschef Shaul] Mofaz“, offenbarte Arafat. „Ja, ja, General Mofaz ist sehr gefährlich. Er ist gegen Frieden und er ist der Vertreter der jüdischen Siedler in den Territorien und der extremen Rechten in der israelischen Armee.“

So berichtet von einem Mitarbeiter Larsens gegenüber der (linken) israelischen Tageszeitung. Trotzdem ist Herr Larsen nicht bereit, Arafat aufzugeben und ihn als den Lügner zu sehen, der er ist.


„Massaker“ an Palästinensern?

09.03.2002, ICEJ-Newsletter „Arafat sprach heute per Telefon mit (US-Außenminister) Powell und bat die USA einzugreifen und zu stoppen, was er das „Abschlachten“ in den (besetzten) Gebieten nannte.“

Wie sieht das „Abschlachten“ aus?
Isrelische Truppen suchen nach den Terroristen, die Arafat laut Oslo-Abkommen verhaften sollte, die aber von ihm in ihrem Tun gestärkt werden. Der Polizeiaktion der Armee stellen sich bewaffnete Palästinenser entgegen, die möglichst viele Israelis umbringen wollen. In diesen Kämpfen sterben eine große Zahl von „Kämpfern“ – Palästinensern, die sich durch Waffengebrauch als Kombatanten ausweisen. Gegen deren Angriffe wehren sich die israelischen Soldaten. Das „Abschlachten“ sind von den Palästinensern verursachte Kämpfe, in denen Bewaffnete sterben, die töten wollen. Arafat lügt – wieder einmal.


Was meint er denn nun zum Waffenschmuggel-Schiff?

IRAELNETZ, 13.02.2002 (Hervorhebungen: heplev)

BEIRUT / JERUSALEM (inn) – PLO-Chef Yasser Arafat hat den israelischen Auslandsgeheimdienst Mossad für den Waffenschmuggel auf der „Karine A“ verantwortlich gemacht. In einem Interview mit der libanesischen Tageszeitung „An-Nahar“ sagte der Palästinenserführer: „Israels Geheimdienst Mossad hat die Geschichte des Waffenschiffes eingeleitet, um damit den Palästinensern, dem Iran und der Hisbollah zu schaden. Wir beschuldigen Israel, die israelische Regierung und den Geheimdienst.“
Arafat räumte jedoch ein, dass seinen Behauptungen keinerlei Beweise [!] zu Grunde liegen. „Obwohl wir jetzt noch keine Beweise haben, deutet alles auf eine Schuld Israels hin,“ sagte der PLO-Chef.
Politische Beobachter werteten die Äußerungen Arafats als weiteren Schritt in immer tiefere Verstrickungen in der „Karine A“-Affäre. Die Angaben des PLO-Chefs richteten sich offenbar nach den Ländern, in denen sich Arafat zu dem Waffenschmuggel äußert.

In einem Interview mit dem ägyptischen Magazin „Al Mussawar“ hatte Arafat vor wenigen Tagen noch die Hisbollah-Miliz für den Waffenschmuggel verantwortlich gemacht. „Das Ganze ist eine Lügengeschichte. Das Schiff gehörte der Hisbollah, die es von einem Eigner aus dem Irak fuer 400.000 US- Dollar gekauft hat. Die Waffen waren auf dem Weg zur Hisbollah und wir haben keine Verbindung zu diesem Transport,“ so Arafat in dem Interview.

Die Vereinigten Staaten hingegen hatten in der vergangenen Woche nach eigenen Angaben ein Schreiben Arafats erhalten, in dem der PLO-Chef die „volle Verantwortung“ fuer den Waffenschmuggel uebernahm und auch Details ueber die Herkunft des Schiffes sowie die Vorbereitungen des Schmuggels nannte.

Nachtrag vom 14.2.2002:
Warum wird, wenn der Mossad die ganze Aktion mit dem Schiff veranstaltet hat, der PA-Finanzbeamte Fuad Shuaki von den PA-Behörden seit über einem Monat in Haft gehalten und jetzt vor Gericht gestellt? (ICEJ international newsletter, 14.02.2002)


An Amerika: „Ich verurteile den Terrorismus“ – An die Palästinenser: „Märtyrertum“

Am Sonntag, 03.02.2002, veröffentlichte die New York Times einen ganzseitigen Artikel, in dem vorgeblich Yassir Arafat zu Frieden aufrief und den Terror für illegal erklärte (der Artikel wurde von einem Amerikaner für Arafat geschrieben):

Er schrieb auf Englisch u.a.: „Lassen Sie mich das ganz deutlich sagen: Ich verurteile die Angriffe, die von terroristischen Gruppen gegen israelische Zivilisten ausgeführt werden. Diese Gruppen stehen nicht für das palästinensische Volk oder seine legitimes Streben nach Freiheit. Sie sind terroristische Organisationen und ich bin entschlossen, ihren Aktivitäten ein Ende zu setzen… Keine noch so harte Unterdrückung und keine noch so große Verzweiflung können jemals die Tötung unschuldiger Zivilisten rechtfertigen.“

Am Mittwoch sprach Arafat auf Arabisch auf einer Demonstration in Ramallah und feuerte die Menge mit seinem Aufruf „Eine Million Märtyrer marschieren auf Jerusalem“ an. (Ein Märtyrer ist nach dem Sprachgebrauch der Arafat-Medien jemand, der dabei stirbt, dass er Juden tötet.) Am selben Abend zog ein palästinensischer Terrorist eine israelische Univorm an, drang in die kleine Siedlung Hamra ein und ermordete drei Menschen, darunter eine unbewaffnete Mutter und ihre behinderte 11-jährige Tochter.
Arafats Medien überschlugen sich, diesen „Märtyrer“ für seine Tat zu loben. „Voice of Palestine“ jubelte über den Angriff; der Nachrichtensprecher (Nizar Al-Ghul) erklärte: „Der Mann, der die Operation durchführte, wurde ein heroischer Märtyrer.“ Er sei Mitglied der Al Aksa-Märtyrereinheit, einer Abteilung der Fatah (der von Arafat gegründeten und geleiteten PLO-Fraktion). Der martialische Ton des Berichts wurde durch das Abspielen des Liedes „Al Quds Mdinat Al-Salaam“ vertieft, der „Märtyprer“ und „heldenhaftes Märtyrertum“ glorifiziert.

Donnerstagabend rief Arafat einer weiteren Demonstration zu: „Wir werden den Ungläubigen das Leben zur Hölle machen.“ Er stimmte wieder den Kriegsruf an: „Millionen Märtyrer werden auf Jerusalem marschieren!“

Für ganz hartnäckige Leute erklärt IMRA diese Sätze:
* „Ungläubige“ ist nicht das gleiche wie „unsere jüdischen Brüder, die unseren Glauben an den einen Gott teilen“.
* „Hölle“ ist kein „ein angenehm warmer Platz im Winter“.
* „Märtyrer“ ist nicht jemand, der etwas von seiner Freizeit für Wanderungen in den Bergen opfert,
sondern jemand, der stirbt (wobei er möglichst viele andere mit umbringt).
* „marschieren“ ist keine Teilnahme an einem Sonntagsspaziergang.

So sieht eine Woche der „palästinensischen Vision vom Frieden“ aus!


Erst Friedensaufruf, dann Kriegsruf (27.01.2002)
Die deutschen Medien berichteten, dass Yassir Arafat die „militanten“ Palästinenser-Organisationen aufrief, keine Attentate mehr auszuführen und die zwei letzten Selbstmord-Attentate verteilte.
Nur wenige Stunden später rief Arafat einer Menschenmenge in Ramallah zu:

„Nach Jerusalem werden wir marschieren – Millionen Märtyrer. Und, o Allah, Herr des Universums, bitte, lass mich einer der Märtyrer sein!“
Arafats arabische Worte wurden von Al-Jazira weltweit verbreitet; die Bilder zeigen auch, wie Arafat mit der rechten Hand die Menge im Schlachtruf dirigiert: „Al-jihad, al-jihad, al-jihad…“ (Heiliger Krieg, heiliger Krieg, heiliger Krieg…)
Wie ernst können Verurteilungen von Attentaten sein, wenn das dann direkt hinterher kommt? Das schienen – wenigstens für einen Tag – auch einige unserer Medien verstanden zu haben; das ZDF berichtete an diesem Abend sehr kritisch über Arafat.


Waffenschmuggelschiff Karine-A
„Das Schiff Karine-A fuhr im Auftrag einer israelischen Firma, die Baumaterial aus Rumänien nach Israel liefert.“
(in einem Interview des ägyptischen Fernsehens, weiter geleitet von nai, 20.01.2002)


Waffenstillstand
„Es ist auch Zeit für die internationale Gemeinschaft, den Friedensprozess nach zwei Wochen Ruhe voran zu bringen.“
Dies sagte Herr Arafat Ende Dezember 2001 in seiner Forderung an die USA, General Zinni solle wieder in die Region zurückkehren. In den besagten zwei Wochen haben israelische Soldaten eine ganze Reihe von Terroristen auf dem Weg zur „Arbeit“ festgenommen oder getötet; es sind verschiedene Israelis verletzt und getötet worden – IMRA kommentierte: „Offenbar sind wieder Marsmenschen am Werk, die sich als Palästinenser tarnen, da die PA weiter behauptet, es habe seit zwei Wochen keine palästinensischen Anschläge gegeben.“


Interview mit Yassir Arafat auf Kanal 1 (israelisches Fernsehen)
(Ausgestrahlt am 7., 8. und 9. Dezember 2001, Quelle: Michael Widlanski, The Media Line):
„…diese Selbstmord-Anschläge sind nicht gegen euch [heplev: die Israelis] gerichtet. Sie richten sich gegen das palästinensische Volk.“
„…Der israelische Mossad steckt hinter dem Mord an Minister Rehav’am Ze’evi…“
„…Ariel Sharon und Ehud Barak verschworen sich im September 2000 die Palästinenser zu Gewaltausbrüchen zu provozieren, um eine Rechtfertigung für israelische Angriffe auf die Palästinenser zu bekommen…“


Ansprache im Stadtrat von Ramallah, 12.12.2001 – Wafa
Nachdem er darüber sprach, dass Verhandlungen der einzige Weg zum Frieden seien und nachdem er Israel für die 15 Monate „Intifada“ verantwortlich machte, endete er mit:
„Wir werden unseren Unabhängigkeitstag haben, mit dem Heiligen Jerusalem als unserer Hauptstadt und jeder, der damit nicht überein stimmt, kann aus dem Toten Meer trinken.“
Ein wirklich friedlicher Wunsch!


1996: „Unser Plan ist es, den Staat Israel zu eliminieren und einen rein palästinensischen Staat zu schaffen… Wir Palästinenser werden alles übernehmen, einschließlich ganz Jerusalem.“
Eigentlich hätte seit diesem Zeitpunkt jedem klar sein müssen, wozu die Oslo-Abkommen dienen sollten – aber die Augen vor der Realität zu verschließen ist ja schon lange das Hobby derer, die Israel bedrängen immer weitere Zugeständnisse an Arafat zu machen.