„Apartheid“-Israel in Aktion

David Lange, Israellycool, 11. Februar 2020

Die Times of Israel berichtet:

Der Oberste Gerichtshof bestätigte am Sonntag knapp die Kandidatur der Hardliner-Abgeordneten Heba Yazbak von der Gemeinsamen Liste; damit wurde ein Urteil des zentralen Wahlkomitees vom Januar aufgehoben, sie von der Kandidatur bei den Wahlen am 2. März auszuschließen, weil ihr die Unterstützung von Terror vorgeworfen wird.

Bemühungen Yazbak, Mitglied der arabisch-nationalistischen Partei Balad im Bündnis Gemeinsame Liste, auszuschließen gründeten auf zwei Einträgen bei Facebook: In einem, den sie 2015 teilte, pries sie den libanesischen Terrorsten Samir Kuntar, der 1979 an der brutalen Ermordung von Mitgliedern einer israelischen Familie in der Stadt Nahariya im Norden Israels beteiligt war; in einem anderen hieß sie das Ende einer neunjährigen Haftstrafe von Amir Makhoul willkommen, der sich schuldig bekannte, sensible Informationen an die libanesische Terrorgruppe Hisbollah weitergab. Sei wurde zudem für Äußerungen kritisiert, die manche als Billigung von Gewalt gegen israelische Soldaten verstanden.

In einer Entscheidung mit 5 zu 4 saget das oberste Gericht, die von Yazbak veröffentlichten Einträge seien unangemessen, aber es gebe keine kritische Masse an Äußerungen, die einen Ausschluss rechtfertigten. Darüber hinaus erklärte das Gericht, dass  seit dem kontroversen Eintrag ein beträchtlicher Zeitraum vergangen ist.

Ich mag das Urteil nicht, aber es ist ein weiteres Beispiel, das zeigt wie idiotisch die „Apartheid“-Verleumdung gegen Israel ist.

Aber vergessen wir das für eine Minute. Das hier ist der wahre Grund, weshalb ich über Heba Yazbak posten wollte:

Wenn Koexistenz ihren schönen Kopf hebt

Für die Einwohner Galiläas, Juden wie Araber, gab es während der Fluten von letzter Woche, nichts Seltsames daran, dass ein Araber einen Juden rettet oder umgekehrt.

Jalal Bana, Israel HaYom, 15. Januar 2020

Die Überschwemmungskatastrophe von letzter Woche, die einen Einwohner von Nahariya das Leben kostete, legte nicht nur die Infrastrukturprobleme und fehlerhafte Planung und Bautätigkeit in Israel offen, sondern auch die Realität des echten Lebens zwischen Juden und Araber in Galiläa.

Die arabischen „Traktoristen“ – die nahe Nahariya lebenden Fahrer schweren Geräts – sprangen in ihre Fahrzeuge, von sich aus, und eilten den Einwohnern von Nahariya zu Hilfe. Niemand bat sie das zu tun, ebenso wenig wurden sie von den Notfalldiensten auf den Plan gerufen. Sie traten einfach heran, um Freunden in Not zu helfen und diese Demonstration von Solidarität half Leben zu retten, in der Flut festsitzende Einwohner zu retten und Straßen frei zu machen.

Für alle Einwohner Galiläas, Juden wie Araber, gibt es nichts Seltsames daran, dass ein Araber einen Juden rettet oder umgekehrt. Es gibt viele arabische Gemeinden um Nahariya, deren Einwohner tagtäglich mit der Stadt interagieren, ihren Lebensunterhalt verdienen, ihre Dienste nutzen oder Freizeit verbringen. Für die Generation, die um die Zeit der Staatsgründung geboren und aufgewachsen war, war Nahariya immer eine Quelle des Lebensunterhalts. Für die zweite und dritte Generation war Nahariya die Stadt, die ihrem Dorf an nächsten lag, ein Ort für Arbeit, Konsum und eine gute Zeit – und für eine beträchtliche Anzahl Araber ein Ort, um in Grundstücke zu investieren.

Die Fahrer des schweren Geräts zeigten sich schnell mit einem instinktives Gefühl für lokale Solidarität der Lage gewachsen, aber auch aufgrund ihre persönlichen Beziehungen zu vielen der dort lebenden Menschen und den nahe gelegenen Moschawim und Kibbuzim. Trotz der Spaltungen, die Politiker mit beschränkten Interessen ständig zu verschärfen versuchen, ist das Gefühl der Verantwortung und Zuwendung für einander unter den Juden und Arabern Galiläas stark und greifbar. Araber und Juden sind miteinander in allen Aspekten des Lebens verknüpft. Betrachten Sie z.B. das Krankenhaus in Nahariya, das Galilee Medical Center. Juden werden von arabischem medizinischem Personal behandelt – und umgekehrt – und das Krankenhaus selbst wird von Dr. Masad Barhoum, einem Araber, geleitet.

Viele Jahre lang wurde Nahariya von rechten Politikern regiert, hauptsächlich vom Likud und nationalreligiösen Parteien, aber anders als einige ihrer ranghöheren Parteigenossen auf nationaler Ebene sprachen sie nie abfällig über die arabische Öffentlichkeit und stellten sie nie als Bedrohung dar. Ganz im Gegenteil, sie kultivierten ausgezeichnete Verbindungen zu den arabischen Einwohnern Galiläas.

Die Region Galiläa und alles, was sie umfasst, kann eine wichtige Lektion für die Führer und Abgeordneten des Landes bieten. Es ist eine Lektion in Koexistenz, Toleranz und gegenseitiger Hilfe. Der einst vor den „Scharen an Arabern“ warnte, die zu den Wahllokalen gingen, kam diese Woche in Nahariya an und sah mit seinen eigenen Augen die gute und schöne Seite der arabischen Bürger des Landes, die in Scharen ankamen, um ihren jüdischen Nachbarn aus einem Ort ernster Besorgnis und echter Angst um ihr Leben zu helfen. Sie hielten natürlich nicht an, um darüber nachzusinnen, ob die Menschen, denen sie halfen, Juden oder Araber waren.

Es gibt keine Zweifel, dass es hier auch Probleme und Spannungen gibt, die in Ideologie und Politik wurzeln, ganz zu schweigen von historischem Ballast. Aber die Menschlichkeit der Menschen scheint in den schwierigen Momenten durch. Es gibt in Galiläa soziale Probleme und Sicherheitsbedrohungen und es gibt benachteiligte Bevölkerungen, Juden wie auch Araber. Trotz allem sind die Einwohner des Gebiets zur Koexistenz entschlossen. Im Gegensatz zum Bild, das man sich infolge des polarisierenden und nicht hilfereichen politischen Diskurses vorstellen könnte, sind die aus Nahariya kommenden Bilder ein weit korrektere Spiegel der Wirklichkeit.

Palästina falsch verstanden

Petra Marquardt-Bigman, Quilette, 31. Oktober 2019

Von meinem Heim am südlichen Rand von Tel Aviv höre ich jeden Tag den muslimischen Gebetsruf, der aus einer Moschee fast einen Kilometer weg im benachbarten Jaffa kommt. Jüdische Israelis sehen Arabisch auf ihrem Geld, auf Straßenschildern, auf Bussen und auf den Etiketten von Lebensmitteln, die den Konsumenten mit nährwertbezogenen Informationen versorgen. Sie hören Arabisch in Geschäften, Einkaufszentren und Cafés, die sie regelmäßig besuchen. Und wenn sie eine Klinik oder ein Krankenhaus besuchen, werden jüdische Israelis hören, wie ihre Mitpatienten Arabisch sprechen, was auch die Ärzte und Pfleger tun, die sich um sie kümmern. Israel mag der einzige jüdische Staat der Welt sein, aber Araber stellen rund 21 Prozent seiner Bevölkerung, also sind die Klänge und Zeichen der arabischen Sprache schlicht Teil des täglichen Lebens in dieser Ecke der Levante.

Also war ich überrascht zu erfahren – aus einem von Michael Humeniuk für Quilette geschriebenen Artikel – „wenn jüdische Israels gesprochenes Arabisch hören, was sie als Schreie wahrnehmen, dann wissen sie nicht, ob eine Bombe hochgehen wird oder einer einfach einem anderen ein Kompliment zu seinen Schuhen macht“. Humeniuk ist aus Toronto und sein Artikel ist ein gut geschriebener und (vermutlich) gut gemeinter Versuch über die „feierlichen Stereotype“ hinauszusehen, die er und andere Westler von Palästinensern „als Freiheitskämpfern oder Terroristen“ übernommen haben – „geopolitische Charakterdarsteller innerhalb des großen Narrativs dessen, was vage als ‚der Nahost-Konflikt‘ beschrieben wird“. Andere wie er, die in den Nahen Osten gereist sind, weil sie „von der Notlage der Palästinenser angerührt und besorgt sind“, sind derart von der Politik des Konflikts beschäftigt, dass sie vergessen „die Palästinenser selbst zu bemerken – wie sie kochen und essen, wie sie sich necken und flirten, wie sie feiern und trauern“. Dieser unaufgeklärten Ansicht möchte Humeniuk eine Korrektur bieten.

Leider wird es, während Humeniuk seine Erfahrungen aus Palästinas De-facto-Hauptstadt weitergibt, zunehmend offenkundig, dass er wenig von der Region, ihren Menschen oder ihren Komplexitäten weiß. Und so verfällt seine Lehrstunde (kühn übertitelt mit „Ramallah für Anfänger“) schnell in ermüdende Klischees, die ein stark befestigtes und paranoides Israel einem Porträt friedlicher, auf Eseln reitenden Palästinensern gegenüberstellt, die friedlich ihre malerischen Olivenhaine versorgen oder das Partyleben der Stadt genießen („billiger und einladender“, wird uns gesagt, als das von Tel Aviv gebotene). Diese Sichtweise missversteht nicht nur die belastete Geschichte und politische Gegenwart der Region, sie karikiert israelische Juden und palästinensische Araber auf beiden Seiten der Grünen Linie, die Israel und die von Jordanien vor dem Sechstage-Krieg 1967 annektierte Westbank auf nicht konstruktive Weise.

Humeniuks Aufsatz leistet der Vorstellung Beistand, dass ein Palästinenserstaat modern, offen und friedlich sein wird, vielleicht sogar positiv progressiv und nicht die Bastion des Fanatismus, die in Israels angsterfüllter Fantasie besteht. Das dafür erforderliche Wunschdenken wird durch sein eigenes Zeugnis verraten. Damit Humeniuk und sein jüdisch-kanadischer Freund Ari nicht für israelische Siedler gehalten werden, tarnen sie ihren Nissan Micra sorgfältig, indem sie islamische Gebetsperlen am Rückspiegel aufhängen und eine Keffiyeh – „den schwarz-weißen Schal, der die Gegnerschaft zu Israel symbolisiert“ – auf das Armaturenbrett legen. „Man erwartet außerdem“, fügt er hinzu, „dass man raucht – ständig – wie viele Palästinenser es tun.“ Diese List soll vermutlich die Bedeutung lokalen Wissens betonen, aber sie legt auch nahe, dass erkennbare Juden sich Sorgen machen sollten von Ramallahs Bevölkerung die Art gefährlicher Feindseligkeit anzuziehen, die dem Rest von Huemiuks Bericht fehlt.

Humeniuk und seine Gefährten fahren nach Qalandiya, wo sie respektvoll einen Teil der Grenzmauer mit Porträts von Yassir Arafat und Marwan Barghouti anstarren. Barghouti wird vage als „ein Führer der ersten und zweiten Intifada“ beschrieben, „der seit 2002 in Israel inhaftiert ist.“ Wofür inhaftiert? Humeniuk sagt es nicht, obwohl er berichtet, dass eine Parole die zwei Gemälde trennt; dort steht „Lasst Barghouti frei“, als ob er das Opfer einer Ungerechtigkeit sei, die internationale Aufmerksamkeit und dringende Wiedergutmachung verlangt. Fakt ist, dass Barghouti Fatahs berüchtigte Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden führte, eine terroristische Miliz, die für die Ermordung von zig israelischen Bürgern durch Selbstmord-Trupps während der zweiten Intifada verantwortlich ist. 2004, als der von ihm und Arafat angezettelte, mörderische Krieg wütete, wurde Barghouti für fünf Morde verurteilt (und in 21 Fällen, bevor angenommen wird, dass dies eine vorher abgemachtes Urteil ist, freigesprochen) und zu fünf aufeinander folgenden lebenslangen Freiheitsstrafen verurteilt.

Barghouti und Arafat haben mehr als die meisten andere die Aussichten auf Frieden ruiniert, aber Humeniuk suggeriert, dass das sie verehrende Wandgemälde Teil einer allgemeineren palästinensischen Hingabe an die Idee des romantischen Revolutionärs ist. Che Guevara, stellt er beifällig fest, „ist eine häufig auf T-Shirts dargestellt Persönlichkeit, die palästinensische Männer tragen“ und er hält inne, um für Bilder vor einer fast 7m hohen Statue von Nelson Mandela zu posieren, „umgeben von Blumen du ein paar Fuß über den Gehweg erhoben mit einem Halstuch in demselben roten Farbton wie das Dreieck auf der palästinensischen Flagge“. Mandelas Ansicht zum Konflikt war kompliziert, aber das hat die Palästinenser nicht davon abgehalten sich sein Vermächtnis und seine moralische Autorität anzueignen. „Kulturell“, schreibt Humeniuk, „identifizieren sich die Palästinenser mit jeder Art von politisch Benachteiligten.“

Während aber gegenkulturelle Ikonen revolutionären Terrors wie Guevara attraktiv auf westlichen Appetit für radikalen Chic wirken und Staatsmänner wie Mandela helfen mögen die palästinensische Sache in den Idealismus von Frieden, Wahrheit und Versöhnung zu hüllen, sind das nicht die einzigen historischen Persönlichkeiten, die in Palästina offen und unverfroren gefeiert werden. In der Stadt Qalqilya steht eine Statue von Saddam Hussein. Weitere öffentliche Plätze, die an die völkermörderischen B’athisten gedenken, sind in Jenin und Ramallah zu finden und in Yabad wurde eine „Märtyrer Saddam Hussein Schule“ gegründet. Zur Enthüllung der Statue in Qalqilya 2017 beichtete MEMRI, dass Distriktgouverneur Rafi Rawajba schwärmte: „Saddam war ein Wahrzeichen des Heldentums, der Ehre, Originalität und des trotzigen Widerstands, genauso wie der Märtyrer Yassir Arafat. Beide dienten als Kompass für die Araber und ihre resoluten Entscheidungen und als sie abtraten, ging der Arabismus mit ihnen.“

Derweil ist eine politische Kultur, die Terroristen und ihre Familien belohnt und ihnen Denkmäler setzt und Selbstmordbomber als heldenhafte Märtyrer preist, nicht nur für Friedensbemühungen destruktiv, sondern auch destruktiv für die palästinensische Gesellschaft an sich. Thane Rosenbaum stellt das 2017 in einem Artikel in der Washington Post heraus: „Wenn Mörder als Helden gepriesen und in den höchsten Ebenen der Regierung willkommen geheißen werden, wenn öffentliche Plätze und Straßen und Sommerlager nach Terroristen benannt werden, die israelische Kinder töteten, können Palästinenserführer nicht vernünftig begründet erwarten, dass ihre nächste Generation davon träumt Ärzte, Lehrer und Friedenstifter zu werden.“

Bedauerlicherweise ist auch klar, dass Unterstützung für Terrorismus bei Palästinensern weit verbreitet ist. Vom Pew Research Center über mehrere Jahre hinweg durchgeführte Meinungsumfragen unter der muslimischen Bevölkerung zeigen, dass die Palästinenser die größten Unterstützer von Selbstmordbombenanschlägen gegen Zivilisten sind, „um den Islam gegen seine Feinde zu verteidigen“. Die stärkste Unterstützung wurde 2007 verzeichnet, als 70 Prozent der Palästinenser die Ansicht äußerten, dass Selbstmord-Bombenanschläge gegen Zivilisten zur Verteidigung des Islam gerechtfertigt sein könnten. In der Folge der Anschläge vom 9/11 beobachtete Pew auch mehrere Jahre lang die muslimische öffentliche Meinung zu Al-Qaida und deren Führer Osama bin Laden und die Ergebnisse von Umfragen dokumentieren, dass die Palästinenser bin Ladens leidenschaftlichste Anhänger waren. Umfrageteilnehmer wurden gefragt, ob sie von bin Laden „überzeugt“ waren, dass er „im Weltgeschehen das Richtige tut“. 2003 antworteten 72 Prozent der Palästinenser mit Ja. Bis 2011, als bin Laden von US-Sondereinheiten getötet wurde, drückten 34 Prozent der Palästinenser immer noch „Überzeugung“ von bin Laden aus und die islamistische Terrororganisation Hamas verurteilte die USA für die Ermordung „eines arabischen heiligen Kriegers“.

Es mag Humeniuk beruhigen Geschichten zu berichten, dass Palästinenser frei Arak trinken und unverschleierte Frauen in engen Jeans Männern zusehen, wie sie Burnouts auf den Nelson-Mandela-Platz brennen, aber das ist kaum ein repräsentatives Bild des Lebens in den Gebieten oder ein Anzeichen dafür, wie ein unabhängiger Palästinenserstaat aussehen könnte. Meinungsumfragen bieten einen verlässlicheren Hinweis für palästinensische Ansichten als die Eindrücke, die von kanadischen Touristen gesammelt werden und demonstrieren, wie fehlgeleitet das rosige Bild der westlichen Linken sich von der palästinensischen Gesellschaft zu bekommen erlauben kann.

Eine Umfrage von Pew im Jahr 2013 bei fast 40.000 Muslimen in 39 Ländern stellte fest, dass Palästinenser in der Westbank und dem Gazastreifen oft zu den muslimischen Bevölkerungen mit den extremsten Ansichten über die Rolle des Islam in der Gesellschaft gehören: 89 Prozent der Palästinenser sagten, sie wollten das Scharia-Recht; 66 Prozent begrüßen die Todesstrafe für Muslime, die zu anderen Religionen übertreten; 76 Prozent befürworten Verstümmelung als Bestrafung für Diebstahl und schockierende 84 Prozent sagten, sie wollen, dass Ehebrecher zu Tode gesteinigt werden. Auf die Frage, wie viel politischen Einfluss religiöse Leiter haben sollten, sagten 29 Prozent der Palästinenser, religiöse Leiter sollten eine Menge politischen Einfluss haben und weiter 43 Prozent sagten, sie wollten, dass religiöse Leiter wenigstens einigen politischen Einfluss haben. Diese Ansichten werden im Entwurf der palästinensischen Verfassung gespiegelt, der festlegt, dass die „Prinzipien der islamischen Scharia die Hauptquelle für die Gesetzgebung ist“.

Während Humeniuk nebenbei vermerkt, dass es einen „Unterschied gibt zwischen dem, wie Araber sich in Ramallah und in Tel Aviv verhalten“, ist es wichtig zu begreifen, dass Israels arabische Bürger eine eigne Identität entwickelt haben. Nach Angaben einer im April 2019 veröffentlichten Umfrage identifiziert sich eine Mehrheit entweder als arabisch-israelisch (46 Prozent) oder als palästinensisch-israelisch (19 Prozent), während eine Minderheit sich nur als arabisch (22 Prozent) oder als palästinensisch (14 Prozent) identifiziert. Diese Ergebnisse werden von einer weiteren kürzlich veröffentlichten Umfrage gestützt, die zeigt, dass „65 Prozent der arabischen Israelis stolz darauf sind Israelis zu sein“.

Der israelische Akademiker und Kolumnist Alexander Yakobson hat zurecht betont, dass ähnliche Umfragen seit Jahren gezeigt haben, dass Israels arabische Bürger „einen starke israelische Identität“ haben und die Umfrageergebnisse zudem „nicht nur eine Wertschätzung der Vorteile Israels (und Angst vor den Nachteilen palästinensischer Herrschaft) andeuten, sondern auch Stolz auf Israel zum Ausdruck bringen“. Das bedeutet nicht, dass Israels arabische Bürger nicht jede Menge Kritik an der israelischen Regierungspolitik haben, sondern sie haben kein wie auch immer geartetes Interesse an der sogenannten „Einstaaten-Lösung“, die Israel durch einen weiteren mehrheitlich arabisch-muslimischen Staat ersetzen würde. Stattdessen ist klar, dass „eine riesige Mehrheit der israelischen Araber nicht nur nicht in ‚Klein-Palästina‘ leben wollen“ (d.h. einem Palästinenserstaat in der Westbank und dem Gazastreifen), sondern dass „sie nicht in einem großen Palästina vom Mittelmeer bis zum Jordan leben wollen. Sie wollen in Israel leben.“

Gleichzeitig wollen israelische Araber, dass die Palästinenser in der Westbank und dem Gazastreifen einen eigenen Staat haben. In einer vor einem Jahr durchgeführten Umfrage begrüßten 82 Prozent eine Zweistaatenlösung und die Meinungsforscher stellten fest, dass dieses Ergebnis „typisch für die stärkste Unterstützung durch israelische Araber in früheren Umfragen“ war. Bei jüdischen Israelis liegtdie Unterstützung für die Schaffung eines Palästinenserstaats jedoch nur bei 43 Prozent, was weitgehend die Folge der bitteren Lektionen aus Israels Abzug aus dem Gazastreifen im Jahr 2005 ist. Ich will nicht denen zustimmen, die jetzt argumentieren, der Abzug aus dem Gazastreifen war „ein Fehler“, aber die Hoffnung, dass die Palästinenser erpicht darauf sind ihre Hingabe an den Frieden zu demonstrieren, indem sie daran arbeiten den Gazastreifen in ein Singapur des Mittelmeers zu machen, war offensichtlich naiv.

Genauso wie das von Israels einseitigem Abzug aus dem Südlibanon 2000 geschaffene Vakuum von Irans schiitischem Stellvertreter Hisbollah gefüllt wurde, haben die vom Iran unterstützten Sunniten von der Hamas das Vakuum im Gazastreifen gefüllt. Heute ist der Gazastreifen eine islamistische Terror-Enklave, aus der mehr als 10.000 Raketen auf israelische Städte und Ortschaften geregnet sind – bei einer der jüngsten Salven im Mai wurden hunderte Raketen innerhalb eines einzigen Wochenendes gefeuert. Zusätzlich sind Tunnel unter der Grenze hindurch gegraben worden, um Angriffe und Entführungen zu ermöglichen; außerdem haben seit mehr als einem Jahr Randalierer versucht den Grenzzaun zu durchbrechen und Branddrachen gestartet, die verheerende Feuer verursacht haben, durch die tausende Morgen Ernten, Weideland, Wälder und Naturschutzgebiete auf der israelischen Seite der Grenze vernichtet wurden.

Für aus Europa und Nordamerika kommende Touristen ist es vielleicht natürlich vom Anblick von Grenzgebieten betroffen zu sein, die „voller militärischer Bautätigkeit sind: betoniertes Gelände, Stacheldraht-Zäune und Scharfschützentürme“. Es wäre in der Tat netter ohne das alles. In den 1990-er Jahren, als den Optimisten unter uns Frieden möglich schien, stellten wir uns vor, dass wir in der nicht allzu fernen Zukunft unsere Kinder nicht mehr in die Armee schicken müssten, weil der Nahe Osten wie Europa aussehen würde und offene Grenzen und Reisefreiheit es Israelis erlauben würden eine malerische Fahrt nach Beirut oder Damaskus zu unternehmen, so wie die Europäer von Berlin nach Paris oder Rom fahren können.

Aber wie so oft im Nahen Osten, behielten lagen die Pessimisten Recht. Die Region ist ein blutiges Chaos geblieben, in dem religiöse Fanatiker sich mit vermeintlichen säkularen Autoritären um die Kontrolle funktionsgestörter Staaten konkurrieren, gespalten durch konfessionellen und sektiererischen Hass. Die Juden sind die einzige indigene nicht arabische, nicht muslimische Minderheit, die es geschafft hat einen (relativ) sicheren Hafen und einen blühenden modernen Staat aufzubauen, der als Zuflucht für die meisten der etwa 850.000 Juden diente, die aus ihren uralten Gemeinden im gesamten Nahen Osten getrieben wurden.

Angesichts des düsteren Schicksals von Minderheiten selbst im heutigen Nahen Osten ist es ausgesprochen zynisch, dass Humeniuk zu dem Schluss kommt: „Egal wie tief man in den Konflikt hineinsieht, ob man die Juden verantwortlich macht oder die Araber verantwortlich macht oder beide, ist dies wirklich nur das älteste Spiel des Mannes: Linien in den Sand ziehen und was auf der eigenen Seite liegt ‚meins‘ zu nennen.“ Gut verteidigte Grenzen mögen wie eine Art chauvinistischer Anachronismus erscheinen, wenn das eigene Heim sich in Toronto befindet, aber wenn dein Heim nur eine kurze Fahrt vom Gazastreifen und ein paar Stunden von Damaskus entfernt liegt, sind diese „Linien im Sand“ eine Sache auf Leben und Tod.

Junge Araberinnen genießen ihre Arbeit in israelischen Einkaufszentren und schätzen ihre Unabhängigkeit

Elder of Ziyon, 17. Oktober 2019

Die israelisch-arabische Zeitung Panet hat einen Artikel dazu, dass viele arabische junge Frauen in Israel Jobs in Einkaufszentren bekommen und was sie darüber denken.

Die meisten interviewten Frauen in der neuen Mall in Hadera sind mit ihren Jobs sehr glücklich. Nur eine erwähnte etwas von Diskriminierung durch Kunden, die eine jüdische Verkäuferin oder Verkäufer haben wollten, der Rest genoss die Freiheit eine Arbeit zu haben, was ihnen hilft unabhängigere junge Frauen zu werden.

Rian Bayadseh (oben) aus Baqa Al-Gharbiya sagte: „Ich nahm an der Eröffnungsfeier der neuen Mall in Hadera teil. Ich legte meinen Lebenslauf bei mehreren Arbeitgebern vor und wurde bei meinem jetzigen Arbeitsplatz eingeladen. Ich möchte mich der Welt öffnen, mich auf mich selbst verlassen und finanziell unabhängig werden. Ja, es gibt Schwierigkeiten und Herausforderungen in meiner Arbeit wie schwierige Arbeitszeiten, Belastungen und mit diesen Situationen umzugehen, die mich für zukünftig Erfahrungen qualifizieren. Es ist für arabische Frauen sehr wichtig finanziell unabhängig zu werden, das stärkt ihr Selbstvertrauen und gibt ihren Einfluss auf die Gesellschaft.

Sarah Masarweh aus Kafr Qara sagte Panet: „Die Motive dafür zu arbeiten sind eher gesellschaftlicher, aber auch materieller Natur. Der Bedarf sich der Welt und Wissen auszusetzen, besonders der jüdischen Gesellschaft, die Stärkung meiner Persönlichkeit und die Stärkung meines Hebräisch. Ich sehe mich als Araberin an meinem Arbeitsplatz Schwierigkeiten und Herausforderungen gegenüber. Das an sich ist sehr schwierig, so wie es schwierig ist Hebräisch zu sprechen. Ich habe auch eine schwierige Zeit mit Kunden gehabt, die eine jüdische Verkäuferin Arabern vorziehen“, sagte Masarweh. Aber das ist nicht so schlimm. Ich glaube an die persönliche Freiheit der Kunden sich ihren Verkäufer auszusuchen.“

Mamdou Weedd, ein junger Araber, sagte: „Ich kam über die sozialen Netzwerke an meine Arbeit, wo cih als Verkäufer anfing und jetzt bin ich Manager bei Rosy. Das ist eine gute Erfahrung, in der ich für mein Leben gelernt habe, neue und schwierige Dinge lernte und mein Hebräisch stärkte.“

Einer der Interviewten, ein Mann namens Momen Medlej, gab zu, dass Arbeit den junge Frauen hilft selbstständiger zu werden, was er nicht mag. „Meiner Meinung nach ist das keine Errungenscahft oder positive Entwicklung, weil das Mädel oder die Frau selbstständig geworden ist und Männern nicht die Gelegenheit gibt ihren Pflichten (als Mann) nachzukommen.“

Die israelischen Araber verdienen Besseres von ihren Führern

Melanie Phillips, 29. September 2019 (Jewish Chronicle)

Israelis Wahl-Patt überraschte wenige und erschreckte viele. Eine Entwicklung regte allerdings eine ganze Reihe von Leuten auf.

Das war die Entscheidung von drei der vier Parteien in der Arabischen Gemeinsamen Liste Benny Gantz als Premierminister zu empfehlen, den Parteichef von Blau und Weiß – das war erst das zweite Mal, dass die arabischen Parteien einen Kandidaten für den Posten des Premierministers befürworteten.

Die Gemeinsame Liste hat einen Beitritt zu einer Koalitionsregierung ausgeschlossen. Aber als drittgrößte Partei könnte sie die offizielle Opposition werden.

All das straft natürlich die Verleumdung Lügen, dass Israel würde seiner arabischen Bevölkerung gleiche Rechte verweigern.

Die Unterstützung wurde von einer Reihe Leute als Zeichen gelobt, dass Israels Araber anfangen die Beziehung zu ihren jüdischen Mitbürgern zu normalisieren.

Aber sie unterstützen die Politik von Blau und Weiß nicht. So machte Ayman Odeh, Führer der Gemeinsamen Liste, klar, dass die Gantz lediglich dazu nutzt Premierminister Benjamin Netanyahu aus dem Amt zu hebeln.

Und als virulente Antizionisten haben sich ihre Mitglieder verpflichtet Israels Existenz zu vernichten.

Odeh sagte, er wolle, dass die Araber in Israel eine „gemeinsame Heimat“ haben. Die haben sie bereits. In den Krankenhäusern und Universitäten, den Streitkräften und Gerichten, in der Knesset und an den Stränden arbeiten, studieren, kämpfen und entspannen sich arabische Israelis Seite an Seite mit Juden.

Was Odeh mit „gemeinsamer Heimat“ meint, ist jedoch nicht, dass Araber an einem jüdischen Staat teilhaben, den er vernichten will, sondern er meint Juden ein einem mehrheitlich arabischen Staat.

Manche war besonders gebannt davon, dass Odeh das berühmte Zitat aus einem jüdischen Psalm verwendete: „Der Stein, den die Bauleute verwarfen, wurde zum Eckstein.“

Diejenigen, die das als eine Art interreligiösen Wegweiser bejubeln, sollten sich beruhigen und darüber nachdenken. Der Stein, den die Bauleute in diesem Psalm ablehnten, war eine Metapher für das jüdische Volk. Odeh hat daraus stattdessen eine Metaüpher für die Araber gemacht.

Es sind die Araber, die der Eckstein seiner neuen Gesellschaft sein sollten. Und sie würde dazu werden, wie Odehs Übernahme dieser hebräischen Worte impliziert, indem sie den Umhang der Juden übernehmen.

Die Knesset-Abgeordneten der arabischen Parteien benehmen sich in der Knesset wie die Fünfte Kolonne, arbeiten für Israels Vernichtung und Unterstützen die Ermordung von Juden. MK Ahmed Tibi z.B. opponiert gegen das Rückkehrgesetzt, hat die jüdischen Symbole in der Nationalflagge infrage gestellt und 2012 erklärt: „Der Besatzer will euch als Terroristen bezeichnen, aber wir sagen, es gibt nichts Edleres als für deine Heimat zu sterben.“

Die ehemalige MK Hanin Zoabi beschuldigte Israel die Organe palästinensischer Häftlinge zu „ernten“ und hielt eine Rede, in der sie argumentierte: „Der Zionismus ist Menschenrechten überall auf der Welt gegenüber feindlich gesinnt“ und dass Juden kein Recht auf Selbstbestimmung hätten.

Es gibt eine lange Geschichte gleichartiger Hetze durch andere Mitglieder der Gemeinsamen Liste. Was der Grund ist, dass selbst Avigdor Liberman, der ganz versessen darauf ist Netanyahu aus dem Amt zu treiben, sagte, er würde sich niemals mit den arabischen Parteien zusammenschließen, denn „die sind unsere Feinde“.

Sie befinden sich zudem nicht in Übereinstimmung mit einer zunehmenden Zahl israelischer Araber, die sich wirklich in den jüdischen Staat integrieren wollen. Vor den Wahlen vom letzten April wurden einige mit bitterer Kritik an den MKs der Gemeinsamen Liste zitiert.

„Sie repräsentierte uns nicht und sie fügte den [durchschnittlichen] arabischen Bürger, der sich integrieren will, großen Schaden zu“, sagte ein Einwohner von Abu Gosch, einem arabischen Dorf bei Jerusalem. „Wir erkennen die Existenz des einzigen demokratischen Landes im Nahen Osten an und wollen Teil des Landes sein. Und wir sind stolz auf dieses Land. Wir, israelische Araber, leben mit unseren jüdischen Brüdern. Wir leben nicht neben-, sondern miteinander.“

Eine Ärztin aus Akko sagte: „Ein ordentliches Einkommen zu haben, als Mensch zu leben – das ist das, was der durchschnittliche Staatsbürger sich wünscht. Und die Leute, die angeblich für uns eintreten sollen – die arabischen Parteien – haben uns einfach im Stich gelassen. Ich bin stolz eine muslimische und arabische Israelin zu sein. Was die Köpfe der arabischen Parteien tun, ist mörderische Terroristen zu glorifizieren. Sie bekommen die Aufmerksamkeit, reden von Palästina und bekommen nicht mit, was hier passiert.“

Israelische Araber brauchen bessere Repräsentation. Es wäre ein großer Vorteil, wenn sie sich an der israelischen Politik beteiligten statt sie zu scheuen. Sie könne das allerdings nicht mit rassistischen Führern tun, die Israel vernichten wollen.

Eine wahrhaft gemeinsame Zukunft wird erst kommen, wenn arabische Führer von der zunehmenden Anzahl arabischer Israelis lernen, die stolz sind Bürger Israels zu sein und endlich anfangen sich um deren Bedürfnisse zu kümmern, statt Pläne zu Israels Untergang zu schmieden.

Eine Geschichte aus Israel

David Lange, Israellycool, 15. August 2019

Nach einer Trauerwoche wollte ich dies eines der ersten Dinge sein lassen, die ich hier nach meiner Auszeit einstelle.

Die einzige Geschichte aus Israel, die Sie meiner Meinung nach hören müssen:

„Bist du Christ oder Jude?“, fragte mein Uber-Fahrer Abed aus heiterem Himmel. Ich sagte ihm, dass ich amerikanischer Christ bin – aber auf dem Weg einen jüdischen Freund in Jerusalem zu besuchen. „Ich habe mein ganzes Leben in Jerusalem verbracht“, sagte er mir. „Ich bin Muslim. Ich habe eine Ehefrau und drei Kinder. Jerusalem ist mein Leben.“

Ich fragte ihn, wie es ist eine Familie in einer so bedeutenden Stadt aufzuziehen.

„Ich würde meine Kinder nirgendwo sonst aufziehen“, sagte er. „Haben Sie die Westbank gesehen? Niemand arbeitet. Gaza? Nein. Andere muslimische Länder – wären für meine Kinder nicht gut. Nein. Israel ist das Beste, was man haben kann. Dies ist der beste Ort der Welt.“

Ich sagte ihm, viele Westler wären überrascht zu hören, dass ein praktizierender Muslim so von Israel spricht.

„Die Medien lügen zu Israel“, sagte er ohne zu zögern. „Dies ist ein wunderschöner Ort. Ich habe ein Zuhause. Meine Familie ist sicher. Meine Religion ist frei. Demokratie. Meine Kinder haben ein gutes Leben – und meine Kinder sind alles, wofür ich lebe.“

In diesem Moment schmolzen tausend Jahre religiöser Spannungen weg – und es war einfach ein glücklicher Ehemann und Vater, der mein Uber entlang der abgenutzten Jerusalemer Altstadtmauern fuhr.

„Christen, Muslime, Juden – wir alle können Israel lieben“, sagte er. Ich stieg aus dem Auto und dankte ihm für die beste Uber-Fahrt meines Lebens. „Gott segne Sie“, sagte Abed.

Glauben Sie den kaputten Medien nicht.

Die überwiegende Mehrheit der Menschen auf dieser Erde sind einfach anständige Männer und Frauen, die ihre Familien lieben und sicher sein wollen.

Das ist die einzige Geschichte aus Israel, die Sie meiner Meinung nach hören müssen – eine sehr israelische Geschichte aus dem Verheißenen Land.

Ich ermutige Sie alle Israel zu besuchen und selbst die Wahrheit anzusehen.

Quelle: Benny Arthur Johnson