Warum finden angebliche muslimische Opfergruppen „Inspiration“ darin andere zu Opfern zu machen?

Raymond Ibrahim, 2. Mai 2022

Bei einer Rede am ersten Tag des Ramadan, dem 1. April 2022, pries Mahmud al-Habbasch, der Oberste Scharia-Richter der palästinensischen Autonomiebehörde, die von Mohammed, dem Propheten des Islam, während des Ramadan geführten Jihade:

„Wie verlief dieser Monat [Ramadan] im Leben des Propheten [Mohammed]? … Verbrachte der Prophet den Ramadan in Ruhe, Gelassenheit, Bequemlichkeit und verschlafen? Das war ihm fern… Der Prophet ging während des Ramadan in die große Schlacht von Badr [624]… Auch im Monat Ramadan, im achten Jahr der Hijra [629-630] eroberten der Prophet und die Muslime Mekka… Der Ramadan ist … ein Monat des Jihad, der Eroberung und des Sieges.“

Das ist kaum das erste Mal, dass führende Palästinenser die frühe Geschichte des Jihad in Verbindung mit dem Ramadan beschwören. Während des Ramadan im letzten Jahr, am 16. April 2021, veröffentlichte Al-Jazira einen Artikel von Adnan Abu ’Amar, „Leiter der Fakultät Politikwissenschaften an der Universität der Ummah in Gaza“, der erklärte, dass die Palästinenser in verschiedenen Jihaden die islamische Geschichte hindurch „Inspiration“ finden, „aus denen  sich der Überfall von Badr, die Eroberung Mekkas, die Eroberung von al-Andalus [Spanien] und die Schlacht des Bodenbelags der Märtyrer [die Schlacht von Tours] herausheben“.

Diejenigen, die die wahre Natur und Motivation dieser Schlachten und Eroberungen begreifen, müssen sich fragen: Warum preisend Palästinenser, die sich als Opfer des Landraubs israelischer Unterdrücker darstellen, und finden Inspiration bei den landraubenden Unterdrückern der Geschichte? Immerhin waren Muslime in all diesen militärischen Gefechten die Aggressoren: Sie marschierten in nichtmuslimisches Territorium ein, dessen  Einwohner wurden abgeschlachtet und versklavt und sie eigneten sich ihr Land an – und aus keinem anderen Grund als dem, dass sie „Ungläubige“ waren: Nichtmuslime.

Die Schlacht von Badr wurde durch Mohammeds Überfälle auf nichtmuslimische Karawanen verursacht; die Eroberung Mekkas war schlicht das, die Eroberung einer nichtmuslimischen Stadt; die Eroberung von al-Andalus ist ein Verweis auf die Jahre 711 bis 716, als Muslime in Spanien einmarschierten und zahllose tausende Christen abschlachteten und ihre Kirchen abbrannten; und die Schlacht von Tours ist natürlich die, wo der muslimische Einmarsch nach Westeuropa 732 schließlich aufgehalten wurde.

Dass palästinensische Elemente ständig die ungerechtfertigten Eroberungen anderer preisen, ist kaum ungewöhnlich. Am 29. Mai veranstaltet Hizb al-Tahrir – die „Befreiungspartei“ – oft große Freiluft-Veranstaltungen nahe der Al-Aqsa-Moschee, um den Jahrestag der islamischen Eroberung Konstantinopels (29. Mai 1453) zu feiern. Nachdem bei einer dieser Veranstaltungen all die takbirs (Skandieren von „Allahu Akbar“) abgeklungen waren, sagte der palästinensische Kleriker Nidhal Siam:

„Oh Muslime, der Jahrestag der Eroberung von Konstantinopel bringt Kunde der Dinge, die noch kommen. Er bringt Kunde, dass Rom in naher Zukunft erobert werden wird, so Allah will… [Außerdem] wird der Islam seine Nachbarn zu Boden werfen und sein Wirkungsbereich wird sich über den Osten und den Westen dieser Erde erstrecken. Das ist Allahs Versprechen und Allah bricht seine Versprechen nicht.“

Der palästinensische Kleriker und die versammelte Menge skandierten dann wiederholt: „Mit dem Mittel des Kalifats und der Festigung der Macht bezwang Mohammed der Eroberer Konstantinopel!“ und: „Deine Eroberung, o Rom, ist gewiss!“

Erneut muss die Frage betont werden: Warum finden die Palästinenser – die sich, wenn sie mit der internationalen Gemeinschaft reden, als unterdrücktes Volk darstellen, deren Land ungerechtfertigt besetzt ist – Inspiration darin finden diejenigen nachzuahmen und sich von ihnen inspirieren zu lassen, die andere unterdrücken und das Land anderer stehlen?

Wenn überhaupt, müssten die Palästinenser dann nicht mit, sagen wir, den Christen Spaniens mitfühlen, deren Land besetzt wurde und die selbst von den Besatzern, nämlich den muslimischen Invasoren aus Nordafrika, brutal behandelt wurden?

Müssten die Palästinenser dann nicht, wenn sie, wie sie behaupten, ein unterdrücktes Volk zu sein, dessen Land gestohlen wurde, mit den Christen Konstantinopels mitfühlen, statt mit Mohammed dem Eroberer, einem widerlichen Pädophilen, der in die uralte christliche Stadt eindrang und sie eroberte, während er seine indigenen Einwohner allen möglichen Arten von unsäglichen Abscheulichkeiten aussetzte?

Was Rom betrifft, was hat dieses mit dem arabisch-israelischen Konflikt zu tun, dass auch es es verdient erobert zu werden? Absolut nichts – außer, dass der Islam seit der Eroberung Konstantinopels Rom als den symbolischen Kopf der christlichen Welt betrachtet, das daher dringend unterworfen werden muss; oder, um den Islamischen Staat zu zitieren: „Wir werden Rom erobern, eure Kreuze zerbrechen und eure Frauen versklaven, mit der Erlaubnis Allahs… [Wir werden] Angst in die Herzen der Kreuzesanbeter gießen.“

Am meisten sagt vielleicht die Behauptung des palästinensischen Klerikers Siam (geliefert zu donnerndem Applaus), dass „der Islams eine Nachbarn zu Boden werfen wird und dass sein Wirkungsbereich sich über den Osten und den Westen dieser Erde erstrecken wird“. Mit anderen Worten: Kein NIchtmuslim ist vor dem Schwert des Jihad sicher – einschließlich derer, die unzählige Wegstunden entfernt leben und nichts mit dem arabisch-israelischen Konflikt zu tun haben.

Muss das alles nicht surreal erscheinen, wenn es in Kontext gestellt wird? Wie können Palästinenser sich als erobertes und unterdrücktes Volk darstellen, dessen Land gestohlen wurde – während sie im selben Atemzug frühere und zukünftige Eroberungen rühmen, die voller Unterdrückung und Landraub anderer Völker sind, nur weil sie Nichtmuslime sind/waren?

Und das ist die große Lektion: Letzten Endes gründen islamische Vorstellungen von „Gerechtigkeit“ auf einer einfachen Gegensätzlichkeit: Wann immer Muslime erobern, niedermetzeln, unterjochen und Land stehlen – dann ist das gerecht; wann immer sie unter „ungläubiger“ Obrigkeit leben müssen, ist das ungerecht. Daher der aggressive Hass auf Israel.

Türken glorifizieren osmanische Piraten: Eine Debatte

Waren Berber-Korsaren „Vergewaltiger und Terroristen“ oder machten sie einfach das, was jeder andere auch tat?

Raymond Ibrahim, FrontPage Mag, 24. Januar 2022

Raymond Ibrahim, Judith Friedman Rosen Fellow beim Middle East Forum, schrieb vor kurzem einen Artikel über die türkische Fernsehserie Barbaros: Schwert des Mittelmeers; er bezog eine hitzige Antwort von Ahmed N. Taspinar. Diese folgt unten, gefolgt von Ibrahims Zurückweisung.

Taspinars Reaktion auf Ibrahim

Der Artikel von Herrn Ibrahim, der die vier Barbarossa-Brüder als Terroristen und Vergewaltiger bezeichnet, kam gerade in meinen Posteingang. Ich betrachte ihn als nur einen weiteren hinterhältigen Versuch den Türken und Muslimen Dinge vorzuwerfen, die vor 500 Jahren passierten, in einer Zeit, in der Piraterie, Mord und Plünderung auch gern auf der Tagesordnung vieler respektabler christlicher Seeleute und Soldaten stand.

Es war ein Zeitalter der Eroberungen, die wirtschaftlichen Reichtum für die Starken auf Kosten der schwachen und wohlhabenderen Völker boten. Das kollektive Gewissen, das unsere globalen Beziehungen und unser Mitgefühl heute beherrscht, galt damals nicht. Dem Sieger gehörte die Beute und Sieger kamen aus beiden Religionen.

Die Brüder Barbarossa waren die Söhne eines osmanischen Kommandeurs in der Armee, die auf der Insel Lesbos eindrang und einer lokalen jungen Griechin, die den Kommandeur heiratete. Sie alle hatten rote Bärte, daher der Name Barbarossa. Ihre Namen waren Ischack (Isaak), Oruc, Hizir und Ilyas (Elias). Oruc führte seine zwei jüngeren Brüder in die Piraterie, einem anerkannten, wenn nicht gar völlig legitimen Projekt in Homers „gefährlichem Meer“, der Ägais. Sie konzentrierten sich auf christliche Schiffe, so wie die christlichen Piraten gegen muslimische Schiffe agierten.

Die Brüder bauten eine Flotte auf, zu der einige christliche Griechen gehörten; das war die Art, wie man in der Ägäis in dieser Zeit seinen Lebensunterhalt verdiente. Der Ort, wo ich auf der asiatischen Seite Istanbuls aufwuchs, hieß Kalamis, ein griechischer Name, mit einer griechisch-orthodoxen Kirche, die heute immer noch steht. Sie wurde von einem griechischen Besatzungsmitglied der Barbarossa-Piraten gebaut; er baute sie wahrscheinlich als Buße für seine Sünden an seinen Mitchristen.

Die Brüder Barbarossa wuchsen mit Einfluss und Macht auf und marschierten in Nordafrika ein, um ihren unabhängigen Staat aufzubauen. Oruc und Ilyas wurden in einer Schlacht mit den Spaniern getötet, aber Hizir überlebte und wurde noch mächtiger; er setzte die Segel und fuhr mit dutzenden Schiffen nach Konstantinopel, um seine Flotte und seinen Besitz dem osmanischen Sultan Suleiman dem Prächtigen vorzuführen, der das damals mächtigste Imperium führte. Suleiman nahm das Geschenk an und machte Hizir zum Großadmiral der osmanischen Flotte, die 250 Jahre lang das östliche Mittelmeer beherrschte.

Damals war Plünderung eine Art seinen Lebensunterhalt zu verdienen, aber Vergewaltigung und Terrorismus sind unverdiente Anschuldigungen, die einzusetzen Herr Ibrahim sich entschlossen hat, um seinem Artikel etwas Farbe zu verleihen.

Ahmet N. Taspinar
Istanbul (Türkei) und Oakland (Kalifornien)

Ibrahims Antwort auf Taspinar

In seiner Antwort auf meinen aktuellen Artikel baut Ahmet N. Taspinar ein Strohpferd auf und versucht es zu zerlegen, das ich nie aber geritten habe. Mein Artikel kritisierte die Tatsache, dass die heutigen Türken – bis hinaus zu ihrem Präsidenten – dazu tendieren muslimische „Helden“ der Vergangenheit zu feiern, deren Anspruch auf Berühmtheit um ihre jihadistischen (heißt: nicht provozierten, terroristischen) Angriffe auf Nichtmuslime – Ungläubige – kreist.

Stattdessen geht Taspinar vor, als ginge es bei meinen Argumenten um die Verurteilung der muslimischen Helden der Geschichte selbst, in diesem Fall die Brüder Barbarossa, berüchtigte Piraten, die die europäische Küste terrorisierten. Damit ignoriert er nicht nur meinen eigentlichen Punkt – dass die modernen Türken diese Piraten zu Helden machen – sondern, was schlimmer ist, er versäumt es sein eigenes Strohpferd zu zerlegen.

Taspinar behauptet, dass Piraterie „ein akzeptiertes, wenn nicht gar komplett legitimes Projekt in Homers gefährlichem Meer, der Ägäis, war. Sie konzentrierten sich auf christliche Schiffe, genauso wie die christlichen Piraten gegen muslimische Schiffe agierten.“ In der Tat „stand Piraterie, Mord und Plünderung sehr auf der Tagesordnung vieler respektierter christlicher Seeleute und auch Soldaten“.

Es war also ein „Wie du mir, so ich dir“, an dem offenbar alle teilnahmen. Dennoch versäumt es Taspinar zu erwähnen, worum es in dem Konflikt ging: Türken und ihre muslimischen Verbündeten versuchten zu tun, was Muslime seit Beginn des Islam taten – plündern, erobern und schließlich in nichtmuslimisches Gebiet expandieren, in diesem Fall über Land in den Balkan und gegen die europäischen Küsten über See; und die Christen versuchten sich zu verteidigen, auch indem Feuer mit Feuer bekämpft wurde.

Mit anderen Worten: Das gesamte Phänomen der christlichen Korsaren, die gegen Muslime vorgingen – eine Beschäftigung, die sich in erster Linie, wenn nicht ausschließlich, auf die auf Malta stationierten Ritter des Heiligen Johannes (Malteser) beschränkte – war Vergeltung. So erklärt der Historiker Robert C. Davis in seinem Buch Christian Slaves, Muslim Masters, dass Versklavung rund ums Mittelmeer „ein vorwiegend muslimisches Phänomen“ war.

Bedenken Sie alleine schon die Zahlen. Laut Piracy and Law in the Ottoman Mediterranean von Joshua M. White, „passierten im Verlauf des 17. und 18. Jahrhundert mindestens 35.000 bis 40.000 [muslimische] Sklaven Malta.“ Vergleichen Sie das mit Davis‘ Statistiken für ungefähr den gleichen Zeitraum: „Von 1530 bis 1780 gab es mit großer Gewissheit eine Million, vermutlich bis zu eineinviertel Millionen europäische Christen, die von Muslimen der Berberküste versklavt wurden.“

Auf Grundlage dieser Zahlen – ohne die vielen Millionen Sklaven, die direkt in osmanisches Territorium geschickt oder von Tataren versklavt wurden – wurden tagtäglich für jeden Muslim ungefähr 30 Christen versklavt. Nicht ganz das „Wie du mir, so ich dir“, das Taspinar andeuten wollte. Die Christen waren eindeutig nicht so versiert in der Piraterie wie ihre islamischen Gegenüber.

„Plünderung war damals die Art seinen Lebensunterhalt zu verdienen“, fährt Taspinar in seinem zielstrebigen Versuch Piraterie zu normalisieren und zu verallgemeinern fort, bevor er hinzufügt: „Aber Vergewaltigung und Terrorismus sind unverdiente Anschuldigungen, die einzusetzen Herr Ibrahim sich entschlossen hat, um seinem Artikel etwas Farbe zu verleihen.“ Leider weiß ich nicht, wie sonst ich die Jahrhunderte Überfälle und Niederbrennen christlicher Küsten, das sadistische Verstümmeln und Massakrieren der Männer durch Muslime prägnant beschreiben soll, für das die Brüder Barbarossa berüchtigt waren, bevor sie sich mit den Frauen und Kindern der Getöteten davonmachten, außer als „Vergewaltigung und Terrorismus“.

Aber zurück zum dem Argument meines ursprünglichen Artikels, der nicht darin bestand muslimische Piraten für etwas zu kritisieren, das historisch ohnegleichen war, sondern dass ihre modernen türkischen Fans sie für ihre Beutezüge feiern. Das scheint Taspinar zu leugnen, wenn er schreibt: „Das kollektive Gewissen, das unsere globalen Beziehungen und unser Mitgefühl heute beherrscht, galt damals nicht.“

Darauf antworte ich (oder eher: Ich bekräftige): Wenn die Türken heute von einem „kollektiven Gewissen“ beherrscht werden, das „heute in unseren globalen Beziehungen und unserem Mitgefühl“ wurzelt, warum feiern sie dann immer noch Terroristen, Sklavenhändler und Vergewaltiger – alles Männer, die ihre verkommenen Aktivitäten im Namen der Religion rechtfertigten?

Soziale Medien zensieren muslimisches Hassreden und Aufstachelung zu Mord NICHT

Jedenfalls solange Ungläubige solche Inhalte nicht sehen

Raymond Ibrahim, FrontPage Mag, 19. Januar 2022

Trotz Facebooks Eifer sogenanntes „Hassereden“ und „beleidigende Inhalte“ zu zensieren wird gewalttätigen, radikalen und mörderischen Inhalten von muslimischen Terrorgruppen erlaubt zu erscheinen und die gigantische Plattform zu nutzen. Laut einem aktuellen Bericht

erlaubte Facebook, dass Fotos von Enthauptungen und gewalttätigen Hassreden von ISIS und den Taliban als „aufschlussreich“ und „fesselnd“ getaggt werden…

Extremisten haben die Social Media-Plattform als Waffe genutzt, um in hunderten Gruppen „für ihre hasserfüllte Agenda zu werben und Anhänger zu rekrutieren“…

Diese Gruppen sind während der letzten 18 Monate über die gesamte Plattform hinweg aus dem Boden geschossen und variieren in der Größe von mehreren hundert bis zu zehntausenden Mitgliedern, stellte der Überblick fest.

Eine im Frühling des Jahres geschaffene Pro-Taliban-Gruppe war auf 107.000 Mitglieder angewachsen, ehe sie gelöscht wurde, machte der von Politico veröffentlichte Überblick geltend.

Insgesamt kommen extremistische Inhalte „im Netz regelmäßig durch“, trotz Behauptungen von Meta – der Firma, der Facebook gehört – sie würde gegen Extremisten durchgreifen.

Es wird gemeldet, dass „haufenweise Gruppen“ erlaubt wird auf Facebook zu agieren, die den Islamischen Staat oder die Taliban unterstützen, heißt es in einem neuen Bericht.

Das Ganze ist beträchtlich schlimmer, wenn man sich Facebook auf Arabisch oder andere Seiten in muslimischen Sprachen ansieht. In den letzten Jahren habe ich zahllose arabischsprachige Inhalte auf Facebook und bei anderen Giganten der sozialen Medien gesehen, die nichts weniger als terroristischer Hetze gleichkommen. In der Regel bleiben diese Einträge Jahre lang auf den Plattformen der sozialen Medien – bis, natürlich, ich oder andre in englischsprachigen Artikeln darauf aufmerksam machen; an diesem Punkt werden sie dann praktischerweise gelöscht. Mit anderen Worten: Solange nur Muslime diese Einträge voller Hass und Hetze zu Gewalt gegen Nichtmuslime sehen – und von ihnen radikalisiert werden – lassen die sozialen Medien sie stehen; sobald westliche „Ungläubige“ Wind von diesen Einträgen bekommen, die den Islam zusätzlich schlecht dastehen lassen, löschen die sozialen Medien sie.

Tatsächlich ist es so, dass ich erst vor kurzem eine ungeheuer lästerliche und hasserfüllte arabische Tirade eines muslimischen Mannes in New York gegen zwei Christen aus Ägypten übersetzte – eine Schimpfkanonade, die darin gipfelte, dass er lauthals mit der Enthauptung eines jeden drohte, der „den Ruf Mohammeds verletzt“. Dieses Video, das derzeit fast 100.000-mal angesehen wurde, steht, offenbar weil es nur auf Arabisch ist, (derzeit) immer noch auf YouTube.

Derweil sind die sozialen Medien, besonders Facebook, bekanntermaßen schnell dabei Inhalte zu zensieren, die die Jihadisten entlarven. Das wird „Hassreden“ genannt. Wie hier ausführlicher besprochen, sperrte Facebook mich bereits früher – und der Shadowban besteht fort – wegen Einträgen, die über muslimische Christenverfolgung berichteten – was Facebook als „Verstoß gegen unsere Gemeinschaftsstandards“ bezeichnet.

Ähnlich zensierte YouTube mein Video für Prager U zu genau demselben Thema; dort wurde ich auch zeitweise gesperrt, weil ich ein Video von Mitgliedern des Islamischen Staats hochlud und teilte, wie sie Kreuze zerstören und Kirchen in Syrien und dem Irak schändeten – obwohl dieses Video nicht „grausem“ war (es zeigte Gebäude und Kreuze, leblose Objekte) und in den arabischen Medien wochenlang viral ging.

Zufälligerweise und eher ironisch ist es so, dass zwar in sozialen Medien „sunnitische und schiitische Milizen Berichten zufolge einander trollten und pornografische Bilder posteten“ – und nach neuen Berichten damit davonkamen – aber für einige Wi-Fi-Netzwerke in Los Angeles meine Seite, die sich der Frage des Islam widmet, als „Pornografie“ gesperrt wird.

So sieht das wahre Ausmaß des Problems aus, das die Giganten der sozialen Medien darstellen: Sie zensieren nicht nur, wie viele bereits wissen, diejenigen, die islamischen Hass und Gewalt aufdecken; sie erlauben auch islamischem Hass und Gewalt sich zu verbreiten und Muslime zu radikalisieren.

Amerikas 233 Jahre alter Jihad-Schock

Raymond Ibrahim, 29. März 2019 (American Thinker)

von links: Benjamin Franklin, John Adams und Thomas Jefferson (Bild: Wikimedia)

Am 28. März 1786 dokumentierten zwei der Gründerväter Amerikas in einem Brief an den Kongress ihre erste Begegnung mit dem islamischen Jihad; wie viele Amerikaner heute waren auch sie fassungslos über das, was sie erfuhren.

Kontext: 1785 hatten muslimische Piraten aus Nordafrika (oder der „Berberküste“/„Barbarei“) zwei amerikanischen Schiffe, die Maria und die Dauphin, gekapert und ihre Besatzungen versklavt. Im Versuch die versklavten Amerikaner freizukaufen und friedliche Beziehungen zu aufzubauen, trafen sich Thomas Jefferson und John Adams – damals die Botschafter der USA in Frankreich bzw. England – mit dem Botschafter von Tripolis in Britannien, Abdul Rahman Adja. Nach diesem diplomatischen Austausch legten die Amerikaner in einem Brief an den Kongress die Quelle der bis dahin unerklärlichen Feindlichkeit der Berger dar:

Wir nahmen uns die Freiheit einige Nachforschungen zu den Gründen ihrer [der Berber] Behauptungen anzustellen, weshalb sie Krieg gegen Nationen führen, die ihnen nichts getan hatten und bemerkten, dass wir die gesamte Menschheit als unsere Freunde betrachteten, die uns nichts getan haben, die wir auch nicht provoziert hatten. Der Botschafter antwortete uns, dass das auf den Gesetzen ihres Propheten gründet, das in ihrem Koran geschrieben steht, dass alle Nationen, die ihre Autorität nicht anerkannt haben, Sünder seien, dass es ihr Recht und ihre Pflicht sei Krieg gegen sie zu führen, wo immer sie zu finden sind und alle, die sie gefangen nehmen können, zu Sklaven zu machen und dass jeder Muselman, der im Kampf getötet werden sollte, sicher ins Paradies eingehen werde. [datiert vom 28. März 1786]

Abdul fuhr süffisant mit der Bemerkung fort, dass das „Gesetz“ des Islam „als Anreiz“ denen mehr Sklaven anbietet, die zuerst an Bord der Fahrzeuge von Ungläubigen gehen und dass die Stärke und das Erscheinen der seegestützten Jihadisten – die Berichten zufolge immer drei Messer dabei hatten, eines in jeder Hand und ein weiteres im Mund – „ihre Feinde derart in Angst versetze, dass sehr wenige jemals Widerstand leisteten“.

Man kann sich nur vorstellen, was die amerikanischen Botschafter – die Jahre zuvor behauptet hatten, das alle Menschen „von ihrem Schöpfer mit gewissen unveräußerlichen Rechten ausgestattet“ wurden – von der Antwort ihres muslimischen Gegenübers hielten. Es reicht zu sagen, dass aufgrund des geforderten Lösegeldes, das mehr als 15-mal höher war als das, was der Kongress genehmigt hatte, bei dem Treffen wenig herauskam.

Es sollte festgehalten werden, das die Berberstaaten des muslimische Nordafrika – insbesondere Tripolis, Algier, Tunis – Jahrhunderte, bevor sie amerikanische Fahrzeuge ins Visier nahmen, aufgrund von Sklavenhandel mit Christen gediehen, die praktisch aus jeder Ecke der Küsten Europas entführt wurden – aus so großer Entfernung wie Großbritannien, Irland, Dänemark und Island. Diese Überfälle waren derart erfolgreich, dass „es zwischen 1530 und 1780 fast sicher eine Million und mit großer Wahrscheinlichkeit bis zu eineinviertel Millionen weiße, europäische Christen von Muslimen der Berberküste versklav wurden“, so der amerikanische Historiker Robert Davis.

Der Umgang mit diesen europäischen Sklaven wurde von der Tatsache verschärft, dass sie christliche „Ungläubige“ waren. So erklärte Robert Playfair (geb. 1828), der Jahre lang als Konsul in der Barbarei diente: „In fast jedem Fall wurden sie [die europäischen Sklaven] aufgrund ihrer Religion gehasst.“ Drei Jahrhunderte früher hatte John Foxe (geb. 1516) in seinem Book of Martyrs geschrieben: „In keinem Teil des Globus werden Christen so gehasst oder so übel behandelt, wie in Algier.“

Die Bestrafungen, die diese europäischen Sklaven für tatsächliche oder eingebildete Verstöße erhielten, ließen sich kaum beschreiben: „Wenn sie etwas gegen Mahomet sagen [Blasphemie], müssen sie Mohammedaner werden oder werden bei lebendigem Leib gepfählt. Wenn sie sich wieder zum Christentum bekennen, nachdem sie zum mahomedanischen Glauben gewechselt waren, werden sie [als vom Glauben Abgefallene] bei lebendigem Leib geröstet oder von den Stadtmauern geworfen und von großen, scharfen Haken aufgefangen, an denen sie hängen, bis sie sterben.“

Damit übertrieb Captain O’Brien von der Dauphin nicht, als er Jefferson schrieb: „Unsere Leiden sind jenseits unserer  Ausdruckskraft und Ihrer Vorstellungskraft.“

Nachdem die Fähigkeit der Berber Küsteneuropäer zu entführen Mitte des 18. Jahrhunderts nachließ, verwandten sie ihre Energie für Überfälle auf Handelsschiffe.  Statt damit zu reagieren der Barbarei kollektiv entgegenzutreten und sie zu neutralisieren entschieden sich die europäischen Mächte, immer damit beschäftigt miteinander zu streiten, sich Frieden über Tribute (oder nach muslimischer Ratio: Jizya) zu erkaufen.

Am Horizont tauchte Frischfleisch auf, sobald die neu geborenen Vereinigten Staaten sich von Großbritannien losrissen (und daher nicht länger von dessen Jizya-Zahlungen geschützt wurden).

Zurück im Kongress stimmten manche Jefferson zu, dass „es einfacher sein wird Schiffe und Männer einzuwerben, um diese Piraten über Bekämpfung zur Vernunft zu bringen, als Geld, um sie zu bestechen“ – darunter General George Washington: „Wie ist es in einem solchen aufgeklärten, in einem solchen liberalen Zeitalter möglich, dass die großen Seemächte Europas sich damit abgeben unterwürfig einen jährlichen Tribut an die kleinen Piratenstaaten der Barbarei zu zahlen?“, schrieb er einem Freund. „Ich wünschte zum Himmel, wir hätten eine Marine, die in der Lage ist diese Feinde der Menschheit zu läutern, sie in die Nichtexistenz zu stoßen.“

Aber die Mehrheit des Kongresses stimmte John Adams zu: „Wir sollten sie nicht bekämpfen, außer wir sind entschlossen, sie für alle Zeiten zu bekämpfen.“ Bedenkt man das immerwährende existenzielle Wesen der islamischen Feindschaft, könnte Adams mehr recht gehabt haben, als er wusste.

Der Kongress einigte sich darauf die Europäer nachzuahmen und die Terroristen auszuzahlen, obwohl es Jahre dauern würde die geforderten Lösegelder aufzubringen.

Als muslimische Piraten aus Algier 1794 weitere elf amerikanische Handelsschiffe kaperten, wurde das Marinegesetz beschlossen und eine ständige US-Marinestreitkraft gegründet. Aber weil das erste Kriegsschiff nicht vor 1800 fertiggestellt sein würde, begann man 1795 amerikanische Jizya-Zahlungen zu leisten, die 16 Prozent des Bundeshaushalts ausmachten. Im Gegenzug wurden mehr als 100 amerikanische Seeleute freigelassen – wie viele starben oder verschwanden, ist unklar – und die islamischen Seeüberfälle wurden formell eingestellt. Amerikanische Zahlungen und „Geschenke“ im Verlauf der Folgejahre verursachten zunehmende Ermutigung muslimischer Piraten mit immer unberechenbareren Forderungen zu reagieren.

Einer der unwürdigeren Vorfälle ereignete sich im Jahr 1800, als Captain William Bainbridge von der George Washington zum Piratenführer in Algier segelte und ablieferte, was dieser als unzureichenden Tribut betrachtete. Dey Mustapha befahl unter Verweis auf die Amerikaner als „meine Sklaven“ hunderte schwarzer Sklaven nach Istanbul (Konstantinopel) zu transportieren. Er setzte der Beleidigung noch eins drauf, indem er der amerikanischen Besatzung befahl die US-Flagge einzuholen und an ihrer Stelle die islamische Flagge – die der berüchtigten schwarzen Flagge von ISIS nicht unähnlich war – zu hissen. Und egal, wie rau die See auf der langen Reise sein mochte, von Bainbridge wurde gefordert sicherzustellen, dass die George Washington fünfmal am Tag nach Mekka ausgerichtet wurde, um die Gebeten der Muslime an Bord gerecht zu werden.

Dass Bainbridge zustimmte der Lieferjunge der Berber zu werden, scheint den Terroristen nur Appetit auf mehr gemacht zu haben. 1801 forderte Tripolis eine Sofortzahlung von $225.000, gefolgt von einer jährlichen Zahlung von $25.000 – was heute $3,5 Millionen bzw. $425.000 entspräche. Mit der Schlussfolgerung, dass „nichts diese ewigen Erhöhungen der Forderungen dieser Piraten beenden wird als die Präsenz einer bewaffneten Streitmacht“, lehnte Amerikas dritter Präsident Jefferson das Ultimatum ab. (Er könnte sich an Captain O’Brians Feststellung bezüglich dessen Berber-Herren erinnert haben: „Geld ist ihr Gott und Mahomet ihr Prophet.“)

Weil ihnen die jizya von den Ungläubigen verweigert wurde, erklärte Tripolis den Vereinigten Staaten am 10. Mai 1801 den Jihad. Aber inzwischen hatte Amerika sechs Kriegsschiffe, die Jefferson vor der Berberküste positionierte. Die nächsten fünf Jahre führte die US Navy Krieg gegen die muslimischen Piraten, machte kaum Fortschritte und erlitt einige Rückschläge – der erniedrigendste davon, dass 1803 die Philadelphia samt ihrer Besatzung gekapert wurde.

Es waren extreme Maßnahmen erforderlich: Auftritt von William Eaton. Als US-Konsul in Tunis (1797 – 1803) hatte er unter den Muslimen der Region gelebt und verstand sie gut. Er wusste, „je mehr du gibst, desto mehr werden die Türken fordern“ und verachtete dieses alte islamische Überlegenheitsgefühl: „Es reibt mich tödlich“, schrieb er, „wenn ich einen faulen Türken [ein gewöhnlicher Begriff für Muslim] sich entspannt auf seinem bestickten Sofa zurücklehnt, wobei ein christlicher Sklave seine Pfeife hält, ein weitere seinen Kaffe und ein dritter die Fliegen wegwedelt.“ Als er sah, dass die neu geschaffene amerikanische Kriegsmarine gegen die erfahrenen Piraten kaum Fortschritte machte, entwickelte er einen gewagten Plan: den Anspruch von Mustafas Bruder zu unterstützen, der in Alexandria im Exil war; und dann dessen Anhänger und Söldner durch 800 Kilometer Wüste von Alexandria nach Triopolis marschieren zu lassen.

Der Treck war mühevoll, nicht zuletzt wegen der muslimischen Söldner selbst. Eaton hatte wiederholt versucht sie für sich zu gewinnen: „Ich sprach die Ähnlichkeit zwischen der islamischen und der amerikanischen Religion an.“ Aber trotz solch vertrauter ökumenischer Ouvertüren „fanden wir es fast unmöglich diese wilden Frömmler dazu anzuspornen uns zu vertrauen“, klagte er in seinem Tagebuch, „oder sie zu überzeugen, dass wir als Christen sonst Feinde der Muselmanen sein können. Wir haben etwas Schwieriges vor!“ (Bei all seiner Erfahrung mit Muslimen war Eaton sich offensichtlich der Feinheiten ihres [Scharia-] Rechts nicht bewusst, nämlich al-wala’ wa’l bara’, oder “Loyalität und Feindschaft.”)

Eaton schaffte es schließlich am 27. April 1805 Tripolis‘ Küstenstadt Deme zu erreichen. Weniger als zwei Monate später, am 10. Juni, wurde ein Friedensvertrag zwischen den USA und Tripolis unterschrieben, der die Feindseligkeiten formell beendete.

Also fand der erste Krieg der USA als Nation, trotz der (ziemlich ignoranten) Frage, die nach dem 9/11 populär wurde, „Warum greifen sie uns an?“ – eine Frage, die Jefferson und Adams vor 233 Jahren eindeutig beantwortet wurde – gegen Muslime statt; Und letztere hatten die Feindseligkeiten mit derselben Begründung initiiert, die Muslime genutzt hatten, um in den vorhergehenden 1.200 Jahren Feindseligkeiten gegen Nichtmuslime zu beginnen.


Anmerkung: Quellen für die Zitate in diesem Artikel sind dem Buch Sword and Scimitar: Fourteen Centuries of War between Islam and the West entnommen.

Der vergessene Kreuzzug des Christoph Columbus gegen den Jihad

Raymond Ibrahim, 14. Oktober 2021

Ein weiterer Columbus Day ist gekommen und vorbei. Obwohl er mit den üblich Denunzierungen und erbostem Wokeismus wegen des angeblichen „Völkermords“ durch den italienischen Entdecker gegen Einheimische „gefeiert“ wurde, gab es eine einflussreiche Stimme, die Columbus verteidigte: Am 11. Oktober unterzeichnete Floridas Gouverneur Ron DeSantis eine Proklamation, aus der hier ein Auszug folgt:

Columbus steht als einzigartige Persönlichkeit in der westlichen Zivilisation da, der Mut, Risikobereitschaft und Heldentum angesichts enormer Widrigkeiten veranschaulicht; als Visionär, der die Möglichkeiten der Erforschung über die Grenzen Europas hinaus sah; und als Gründervater, der die Grundlagen für das legte, was eines Tages die Vereinigten Staaten von Amerika werden sollte, die des Columbus Day damit gedenkt, dass sie ihren Bundesdistrikt [den Zusatz zu Hauptstadt] nach ihm benannten.

Das stimmt zwar alles, aber Columbus steht für und ist eine Erinnerung an etwas anderes, das heute wenig bekannt, wenn nicht gar komplett vergessen ist: Er war zu allererst, ein Kreuzzügler – ein bekennender Feind des Jihad; bei seinen Forschungsreisen ging es in erster Linie darum die islamischen Sultanate zu umgehen und letztlich zu kontern, die Europa umgaben und terrorisierten – nicht darum Gewürze zu finden.

Als er geboren wurde, befand sich der damals mehr als 800 Jahre alte Krieg mit dem Islam – oder eher die Verteidigung gegen den Jihad – auf einem Allzeithoch. 1453, als Columbus 2 Jahre alt war, brandschatzten die Türken endgültig Konstantinopel, ein mit Gräueln überfrachtetes Ereignis, das die Christenheit in ihrem Innersten erschütterte.

Im Verlauf der folgenden Jahre fuhren die Muslime damit fort tief in den Balkan vorzudringen, hinterließen dabei viel Tod und Zerstörung, wobei Millionen Slaven versklavt wurden. (Ja, die zwei Worte sind etymologisch verwandt und das aus genau diesem Grund.)

1480, als er 29 Jahre alt war, schafften die Türken es sogar in Columbus‘ Heimat Italien einzudringen, wo sie in der Stadt Otranto 800 Christen rituell köpften – und ihren Erzbischof durchsägten – weil sie es ablehnten den Islam anzunehmen.

Das war der Kontext, in dem Spaniens Monarchen Ferdinand und Isabella – selbst bekennende Kreuzzügler, besonders die Königin, die 1492 die Jahrhunderte dauernde Reconquista Spaniens mit der Befreiung Granadas vom Islam abschloss – Columbus in ihre Dienste nahmen.

Sie finanzierten seine ehrgeizige Reise im Versuch – wie des der Historiker Louis Bertrand ausdrückte – „einen endgültigen und entschiedenen Kreuzzug gegen den Islam über die westindischen Inseln“ zu beginnen. (Das ging natürlich in die Hose und gipfelte in der zufälligen Entdeckung der Neuen Welt.)

Viele Europäer waren überzeugt, dass sie, wenn sie nur die Völker östlich des Islam erreichen konnten – die, wenn sie nicht christlich, zumindest „noch nicht von der mohammedanischen Plage infiziert“ waren, um es mit Papst Nikolaus V. (gest. 1455)) zu sagen – den Islam zwischen sich zerquetschen könnten. (Der Plan war Jahrhunderte alt und verband die Legende des Priesterkönigs Johannes, dem angeblichen christlichen Monarchen, der im Osten regierte und eines Tages nach Westen marschieren würde, um die Christenheit durch die Vernichtung des Islam zu rächen.)

All das geht klar aus Columbus‘ Briefen hervor: In einem verweist er auf Ferdinand und Isabella als „Feinde der elenden Sekte des Mahommet“, die „entschlossen sind mich in Regionen der Indien zu schicken, um zu sehen [wie die] Menschen dort bei den Kriegsbemühungen helfen können].“ In einem weiteren Schreiben an die Monarchen, nachdem er die Neue Welt erreichte, bietet Columbus an eine Armee „für den Krieg und die Eroberung Jerusalems“ auszuheben.

Spanien und Columbus waren auch nicht die ersten, die diese Strategie umsetzten; sobald Portugal 1249 vom Islam geräumt worden war, begann sein Militär ins muslimische Afrika vorzudringen. „Die große und alles überragende Motivation hinter der explosiven Energie und dem expansiven Intellekt von Prinz Heinrich dem Seefahrer [geb. 1394]“, schreibt der Historiker George Grant, „war der schlichte Wunsch das Kreuz zu nehmen – um das kämpfende Schwert über Afrika zu tragen und damit eine neues Kapitel im heiligen Krieg der Christenheit gegen den Islam zu eröffnen.“ Er begann all diese Entdeckungsreisen, weil „er danach strebte zu wissen, ob es in den dortigen Teilen irgendwelche christlichen Prinzen gab“, die „ihm gegen die Feinde der Glaubens helfen würden“, schrieb ein Zeitgenosse.

Macht all das Columbus und in Erweiterung Ferdinand und Isabella – ganz zu schweigen von der gesamten Christenheit – zu „Islamophoben“, wie die wenigen modernen Kritiker, die den islamischen Hintergrund der Reise des Columbus erwähnen, es oft zum Vorwurf machen?

Die Antwort lautet: Ja – aber nicht in der Art, wie das Wort heute verwendet wird. Während das griechische Wort phobos immer „Angst“ bedeutet hat, impliziert seine Verwendung heute „irrationale Angst“. Bedenkt man jedoch, dass der Islam fast tausend Jahre vor Columbus die Christenheit wiederholt angriff, bis zu dem Punkt, dass er drei Viertel von dessen ursprünglichem Territorium schluckte, darunter Jahrhunderte lang Spanien; dass die jüngste Wiederholung des Islam in Gestalt der osmanischen Türken, in der Zeit von Columbus in der Verheerung des Balkan und des Mittelmeers bestand; und dass der Islam selbst Jahrhunderte nach Columbus den Westen immer noch terrorisierte – 1683 mit 200.000 Jihadisten auf Wien marschierte und Amerika in seinen ersten Krieg als Nation provozierte – ist schon die Andeutung, dass historische christliche Angst vor dem Islam „irrational“ sei, selbst der Gipfel des Irrationalen.

Der Völkermord an den Armeniern: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft?

Das Massaker an 1,5 Millionen Christen war letztlich ein heftiges Segment eines uralten und fortdauernden Kontinuums.

Raymond Ibrahim, 8. September 2021 (Doc Emet Productions)

Am 24. April 2021 wurde Joe Biden zum ersten amtierenden US-Präsidenten, der formell den Völkermord an den Armeniern anerkannte. Worum ging es bei diesem Völkermord und welche Bedeutung hat er heute?

Das Genocide Education Project [Bildungsprojekt Völkermord] bietet eine Zusammenfassung dieses tragischen Ereignisses, das sich während des Ersten Weltkriegs abspielte, nämlich von 1915 bis 1917:

Mehr als eine Million Armenier starben als Ergebnis von Hinrichtungen, Verhungern, Krankheiten, der brutalen Umwelt und körperlichem Missbrauch. Ein Volk, das seit fast 3.000 Jahren in der östlichen Türkei lebte [mehr als doppelt so lange wie die eindringenden islamischen Türken Anatolien besetzt hatten, das man heute als „Türkei“ kennt] verlor seine Heimat und wurde im ersten groß angelegten Völkermord des zwanzigsten Jahrhunderts tiefgreifend dezimiert. Anfang 1915 gab es rund zwei Millionen Armenier in der Türkei; heute sind es weniger als 60.000… Trotz der gewaltigen Menge an Beweisen, die auf die historische Realität des Völkermords an den Armeniern deutet – Berichte von Augenzeugen, offiziellen Archiven, fotografischen Beweisen, die Berichte von Diplomaten und die Aussagen von Überlebenden – ist die Leugnung des Völkermords an den Armeniern von nachfolgenden Regimen in der Türkei ab 1915 bis heute weiter gegangen.

Die Beweise sind in der Tat überwältigend. Schon 1920 hörte Resolution 359 des US-Senats Augenzeugenberichte zu „Vergewaltigung, Verletzung, Folter und Tod, die ihre unvergesslichen Erinnerungen in hundert schönen armenischen Tälern und der Reisende in der Region ist selten frei von Beweisen dieses gewaltigsten Verbrechens aller Zeiten.“

In ihren Memoiren Ravished Armenia beschreibt Aurora Mardiganian, wie sie vergewaltigt und in einen Harem gesteckt wurde (in Übereinstimmung mit den Kriegsregeln des Islam). Anders als tausende anderer armenischer Mädchen, die nach ihrer Schändung weggeworfen wurden, schaffte sie es zu entkommen. In der Stadt Malatia sah sie 16 gekreuzigte chirstliche junge Frauen: „Jedes der Mädchen war lebend an ihr Kreuz genagelt worden“, schrieb sie, „Nägel durch ihre Füße und Hände, nur ihr Haar wehte im Wind, bedeckte ihre Körper.“ (Solche Szenen wurden im Dokumentarfilm Auction of Souls von 1919 festgehalten, der sich in Teilen auf Mardiganians Memoiren stützt.)

Kurz gesagt: Dass die Türken im Ersten Weltkrieg einen vorsätzlichen Völkermord an den Armeniern inszenierten und ausführten, ist – für diejenigen, die sich noch um Fakten kümmern – eine unbestrittene Tatsache, ungeachtet dessen, wer ihn anerkennt und wer nicht (die Türkei selbst verkörpert die zweite Kategorie).

Trotzdem gehen die von den Türken an den Armeniern begangenen Gräueltaten weit über den Völkermord an den Armeniern hinaus. Fakt ist, dass es angemessener ist letzteres nicht als Einzelereignis zu betrachten, sondern als besonders heftiges Segment eines uralten und andauernden Kontinuums.

Der Völkermord vor dem Völkermord

Der anfängliche Völkermord an den Armeniern begann etwas mehr als tausend Jahre früher, als muslimische Stammesangehörige erstmals begannen in ein damals viel größeres Armenien zu strömen und es in das zu verwandeln, was es heute ist: der östliche Teil der modernen Türkei.

1019 „drang mit dem ersten Erscheinen der blutrünstigen Bestien die brutale Nation der Türken nach Armenien ein … und metzelte die christlichen Gläubigen gnadenlos mit dem Schwert nieder“, schreibt Matthäus von Edessa (gest. 1144), ein führender Chronist für diese Zeit. Drei Jahrzehnte später gingen die Überfälle praktisch nonstop weiter. 1049 erreichte der Gründer des Seltschuken-Reichs, Sultan Tughril Bey (regiert von 1037 bis 1063) die nicht ummauerte Stadt Arzden westliche des Vansees und „übergab die gesamte Stadt dem Schwert, was heftiges Gemetzel verursachte, ganze hundertfünfzigtausend Menschen“.

Nach der gründlichen Plünderung der Stadt befahl er, dass sie – einschließlich der 800 Kirchen – in Brand gesetzt und in eine Wüste verwandelt wird. Arzden war „voller Leichen“ und niemand „konnte die zählen, die in den Flammen umkamen“. Achthundert Ochsen und vierzig Kamele waren nötig, um die gewaltige Beute hinauszukarren, zumdeist aus den Kirchen Arzdens geholt. „Wie hiervon berichten, mit einer von Tränen erstickten Stimme?“, fährt Matthäus fort, von den vielen abgeschlachteten Armeniern, die „ohne Gräber zurückgelassen“ und „Beute der Aas-Bestien wurden, dazu „der Exodus der Frauen … die mit ihren Kindern in die Sklaverei und zu ewiger Knechtschaft verurteilt wurden! Das war der Anfang der Unglücksserie Armeniens“, klagt der Chronist, „also hört diesem melancholischen Vortrag zu.“

Andere Zeitgenossen bestätigen die Zerstörung, die Arzden heimsuchte. „Wie ausgehungerte Hunde“, schreibt Aristakes (gest. 1080), ein Augenzeuge; die Türken „warfen sich auf unsere Stadt, umzingelten sie und drängten hinein, massakrierten die Männer und mähten alles nieder wie Schnitter in den Feldern, machten die Stadt zu einer Wüste. Ohne Gnade verbrannten sie alle, die sich in den Häusern und Kirchen versteckt hatten.“

Elf Jahre später, während der türkischen Belagerung von Sabastia (dem heutigen Sivas) im Jahr 1060 wurden 600 Kirchen zerstört und „viele [weitere] Jungfrauen, Bräute und Damen wurde in Gefangenschaft geführt.“ Ein weiterer Überfall auf armenisches Territorium erlebte „viele und zahllose Menschen, die [zu Tode] verbrannt wurden.“ Die Gräuel sind zu zahlreich, als dass Matthäus sie noch erzählen könnte und er resigniert in Klagen:

Wer kann das Geschehen und die ruinösen Ereignisse berichten, die über die Armenier kamen, denn alles war mit Blut bedeckt… Wegen der großen Zahl der Leichen stank das Land und ganz Persien war angefüllt mit unzähligen Gefangenen; so betrank sich die gesamte Nation der Bestien am Blut.

Dann belagerte von 1064 bis 1065 Tughrils Nachfolger, Sultan Mohammed bin Dawud Chagrhi – der Nachwelt als Alp Arslan bekannt, einer der meistgefeierten Helden der mordernen Türkei – Ani, die befestigte Hauptstadt Armeniens, damals eine große und bevölkerungsreiche Stadt. Das donnernde Bombardement der Belagerungsmaschinen Mohammeds ließ die gesamte Stadt erbeben und zahllose zu Tode erschrockene Familie werden in den Erinnerungen als zusammengedrängt und weinend beschrieben.

Einmal eingedrungen begannen die Türken – Berichten zufolge bewaffnet mit zwei Messern in jeder Hand und einem weiteren im Mund – „gnadenlos die Einwohner der Stadt abzuschlachten … und ihre Leichen aufeinander zu häufen… Unzählige und zahllose Jungen mit aufgeweckten Gesichtern und schöne Mädchen wurden zusammen mit ihren Müttern weggeschafft.“

Nicht nur etliche christliche Quellen dokumentieren die Plünderung der armenischen Hauptstadt – eine zeitgenössische hält bündig fest, dass Mohammed „durch Massaker und Feuer aus Ani eine Wüste machte“ – das tun auch muslimische Quellen, oft in apokalyptischen Worten: „Ich wollte die Stadt betreten und mit meinen eigenen Augen sehen“ erklärte ein Araber. „Ich versuchte eine Straße zu finden ohne über die Leichen gehen zu müssen. Aber das war unmöglich.“

So gewinnt man eine Vorstellung davon, wie die armenisch-türkischen Beziehungen begannen – fast ein Jahrtausend vor dem Völkermord an den Armeniern 1915 bis 1917. Die Türken setzten die Armenier in den Jahrhunderten dazwischen natürlich weit mehr aus – Sultan Abdulhamid massakrierte von 1894 bis1896 bis zu 300.000 Armenier im Namen des Islam – aber das sollte als kurzer Blick in die Vergangenheit reichen.

Ein heiliger Hass

Zwar sind menschliche Eroberungszüge so alt wie die Zeit selbst, aber warum war die anfängliche türkische Eroberung Armeniens derart überschwemmt mit überzogen grausamen Tagen? Die Antwort lautet, dass für die Türken und andere muslimische Völker die Eroberung „der anderen“ mit einem frommen Grundprinzip durchtränkt ist – einer Ideologie, die eine notwendige Zutat für sadistischen Hass und seinen natürlichen Höhepunkt ist: Völkermord. Juden und Christen wurde gelehrt, dass Mord und Vergewaltigung „Sünde“ ist, genau das nahm für die bereits raublustigen Türken eine edle und heilige Rolle an, solange ihre Opfer Nichtmuslime waren, was sie von Haus aus zu Feinden machte – „Ungläubige“, für die das islamische Recht fordert, dass sie getötet, unterworfen oder versklavt werden müssen.

So schrieb Gregory Palamas, ein Geistlicher, der von den Türken gefangen genommen wurde, 1354: „Sie leben vom Bogen, dem Schwert und Ausschweifungen, finden Vergnügen daran Sklaven zu nehmen, widmen sich Mord, Plünderung, Beute … und sie begehen nicht nur diese Verbrechen, sondern sie glauben sogar – was für eine Verirrung – dass Gott ihnen das absegnet!“ Die Armenier waren sich schon bewusst, was die türkische Feindschaft antrieb: „Sie griffen uns wegen unseres christlichen Galubens an und sie sind erpicht darauf den christlichen Glauben auszulöschen“, erklärte ein David, ein armenischer Stammesführer, seinen Landsleuten während der Invasionen der Muslim im elften Jahrhundert.

Genauso vielsagend ist, dass der brutalste Umgang immer für diejenigen reserviert war, die sichtbar ihr Christentum verkünden. Während der erwähnten Plünderung von Arzden „verbrannten die muslimischen Invasoren Priester, die sie in den Kirchen gefangen nahmen und metzelten diejenigen nieder, die sie außerhalb fanden. Sie gaben den nicht Toten Schweinefleisch-Stücke in die Hände, um uns zu beleidigen“ – Muslime halten das Schwein für unrein – „und machten sie zu Objekten von Gespött für alle, die sie sahen.“

Gleichermaßen wurden während der Einnahme von Ani Geistliche und Mönche „verbrannt, während andere bei lebendigem Leib von Kopf bis Fuß enthäutet wurden“, schreibt Matthäus. Jedes Kloster und jede Kirche – davor war Ani als „die Stadt der 1001 Kirchen“ bekannt – wurde geschändet und in Brand gesetzt. Ein eifersüchtiger Jihadist kletterte auf die Hauptkatedrale der Stadt „und riss das schwere Kreuz herunter, das auf der Kuppel stand und warf es zu Boden.“ Das aus reinem Silber gefertigte, zerbrochene, „mannshohe“ Kreuz – und jetzt symbolisch für die Macht des Islam über die Christenheit – wurde als Trophäe in das heutige Aserbaidschan geschickt, um dort eine Moschee zu schmücken.

Der Völkermord an den Armeniern und Religion

Trieb dieselbe frühe muslimische Feindschaft gegen „Ungläubige“ auch den Völkermord an den Armeniern 1917 bis 1917 an? Leider hat der Westen seit diesem Vorkommnis in der Regel durch eine einzige, säkulare Weltanschauung artikuliert, das einzig Faktoren wie Territorialstreit und Nationalismus berücksichtigt. Dieser Ansatz hat zwar einen gewissen Wert, projiziert aber auch ausnahmslos westliche Motivation auf enorm andere Völker und Projekte.

Tatsächlich war es die religiöse Identität der Armenier, die letztlich zum Völkermord an ihnen führte. Das wird von der oft übersehenen Tatsache unterstrichen, dass die Türken, zusammen mit der Tötung von 1,5 Millionen Armeniern im Ersten Weltkrieg auch schätzungsweise 750.000 Griechen und 300.000 Assyrer – alles Christen – systematisch massakrierten. So fragte ein Professor für Armenien-Studien rhetorisch: „Wenn er [der Völkermord an den Armeniern] eine Fehde zwischen Türken und Armeniern war, wie erklärt sich dann der gleichzeitig von den Türken an den christlichen Assyrern verübte Völkermord?“ Aus türkischer Sicht war das hauptsächliche Gemeinsame von Armeniern, Assyrern und Griechen, dass sie alle christliche „Ungläubige“ und daher existenzielle Feinde waren.

Der Völkermord als solcher kann als Höhepunkt des Jihad des Osmanischen Reichs gegen seine christliche Bevölkerung betrachtet werden. Nach Angaben des Buchs Year of the Sword: The Assyrian Christian Genocide [Das Jahr des Schwertes: Der assyrisch-christliche Völkermord] aus dem Jahr 2017 „wurde die Politik der ethnischen Säuberung von pan-islamischem und religiösem Fanatismus geschürt. Christen wurden als Ungläubige [kafir] betrachtet. Der Aufruf zum Jihad, am 29. November 1914 erlassen und aus politischen Gründen inszeniert, war Teil des Plans … sie zu kombinieren und über das Land der Christen hinwegzufegen und sie auszulöschen.“ So wie mit Armeniern und Greichen erzählen Augenzeugen-Berichte vom Ausstechen von Augen bei Assyrern und der Gruppenvergewaltigung ihrer Kinder auf Kirchenaltären – Kennzeichen von jihadistischem Sadismus. Nach Angaben von Schlüsseldokumenten war all dieses Teil eines „osmanischen Plan zum Auslöschen der Christen der Türkei“.

Was das Argument angeht, dass all diese völkermörderischen Gräueltaten, weil sie während des Ersten Weltkriegs stattfanden, letztlich ein Spiegel genau dessen waren – Krieg mit all seinen tödlichen Zerstörungen – so sieht die Realität anders aus. Krieg war nur ein Faktor, weil er für die Türken der Deckmantel war um das zu tun, was sie ohnehin schon lange tun wollten. Nach Beschreibung der Massaker als „administrativer Holocaust“ stellte Winston Churchill korrekt fest: „Die Gelegenheit [Erster Weltkrieg] bot die Lichtung des türkischen Bodens von einer christlichen Rasse.“ Oder mit den klaren Worten von Talaat Pascha, dem de facto-Führer des osmanischen Reichs während des Völkermords an den Armeniern von 1915 bis 1917: „Die Türkei nutzt den Krieg, um seine internen Feinde, d.h. die indigenen Christen, gründlich zu beseitigen, ohne dabei von äußerer Intervention gestört zu werden… Die Sache ist geklärt. Es gibt keine Armenier mehr.“

Der Krieg in Nargony-Karabach

Leider deuten aktuelle Ereignisse an, dass die Türken, weit davon entfernt Reue wegen des Völkermords an den Armeniern zu zeigen, diese immer noch mit völkermörderischer Absicht betrachten.

Im Oktober 2020 brach zwischen Armenien und seinem anderen muslimischen Nachbarn Aserbaidschan ein Krieg um das umstrittene Gebiet aus, das wir als Nagorny-Karabach kennen. Obwohl es tausende von Jahren armenisch und als Artsakh bekannt war und nach der Auflösung der UdSSR überwiegend armenisch blieb, wurde es Aserbaidschan zugewiesen, was Probleme verursachte und in dem aktuellen Krieg gipfelte. (Siehe: „15 Artsakh War Myths Perpetuated By Mainstream Media – 15 Kriegsmythen zu Artsakh, die von den Mainstream-Medien perpetuiert werden.)

Die Türkei schloss sich rasch ihren Religionsbrüdern in Aserbaidschan an und führte den Krieg gegen Armenien wohl sogar an, obwohl der Streit sie eindeutig nicht betraf. So fragte Nikol Paschinyan, Armeniens Premierminister, am 1. Oktober 2020 rhetorisch: „Warum ist die Türkei 100 Jahre nach der Auflösung des Osmanischen Reichs in den Südkaukasus zurückgekehrt?“ Seine Antwort: Um den Völkermord an den Armeniern fortzusetzen.“

Unter anderem finanzierte die Türkei „Jihadistengruppen“, die die Scharia duchsetzen, um den französischen Präsidenten Macron zu zitieren, die in Syrien und Libyen agiert hatten – einschließlich der Hamza-Division, die auf Seiten der Muslimbruderschaft steht und nackte Sexsklavinnen in Gefängnissen hielt – um die Armenier zu terrorisieren und abzuschlachten.

Einer dieser gefangenen Söldner gestand, dass ihm „eine monatliche Vergütung von $2.000 für den Kampf gegen die ‚Kafir‘ in Artsakh versprochen wurde, dazu 100 Dollar extra für jeden geköpften Kafir.“ (Kafir, oft als „Ungläubiger“ übersetzt, ist Arabisch für jeden Nichtmuslim, der es verfehlt sich dem Islam zu unterwerfen, was sie automatisch zu Feinden macht.)

Neben anderem ISIS-artigen Verhalten, das von dieser islamischen Söldner-Koalition aus Türken und Aserbaidschanern begangen wurde, folterten sie eine Intellektuelle, behinderte 58-jährige Frau bis zur Unkenntlichkeit, indem sie ihr sadistisch die Ohren, Hände und Füße abhackten, bevor sie sie schließlich hinrichteten. Ihre Familie konnte sie nur über ihre Kleidung identifizieren. Gleichermaßen zeigt Videomaterial getarnte Soldaten, die einen alten armenischen Mann überwätligen und zu Boden zwingen, der schreit und sie um Gnade anfleht, bevor sie ihm lässig die Kehle mit einem Messer durchschneiden. Bei einem Vorfall – und wie es im Verlauf der Zeiten unzählige Male geschehen ist – stand ein Jihadist auf einer armenischen Kirche, nachdem deren Kreuz abgebrochen wurde und brüllte triumphierend „Allahu Akbar“.

Zufälligerweise und wie man hätte erwarten können, teilt Aserbaidschen die islamische Feindlichkeit der Türkei gegenüber Armeniern. Nach Angaben eines Berichts vom 27. März 2021, wurden im Verlauf von nur zwei Wochen mindestens drei armenische Kirchen in der Region Nagorny-Karabach verwüstet oder zerstört – obwohl im November ein Waffenstillstand erklärt wurde. Videoaufzeichnungen zeigen aserbaidschanische Truppen, die eine der Kirchen betraten, lachten, spotteten, traten und darin befindliche christliche Gegenstände verunstalteten, darunter ein Fresko des letzten Abendmahls. Die Flagge der Türkei taucht auf den Uniformen aserischer Soldaten auf, was diesen Staat weiter hineinzieht. Als sie herankommen, sagt einer der Soldaten: „Lasst uns jetzt in die Kirche gehen, dort werde ich Namaz verrichten.“ Namaz ist ein Bezug auf muslimisches Gebet; wenn Muslime in nichtmuslimischen Tempeln beten, werden diese Tempel sofort zu Moscheen. In Reaktion auf dieses Video veröffentlichte Arman Tatoyan, ein armenischer Menschenrechtsaktivist, eine Erklärung:

Der Präsident Aserbaidschans und die Obrigkeit des Landes haben seit Jahren eine Politik des Hasses, der Feindschaft, ethnischen Säuberung und des Völkermords gegenüber Armenien, die Bürger von Armenien und dem armenischen Volk eingeführt. Die türkische Obrigkeit hat dasselbe getan oder offen zur selben Politik ermutigt.

Zum Beispiel sagte er, dass Aserbaidschans Präsident Alijew Anfang März stolz erklärte: „Die junge Generation ist mit Hass auf den Feind aufgewachsen“. Mit Feind meinte er Armenier.

Ein angeborener Hass

Der erwähnte Hass, der immer ein Vorläufer von Völkermord ist, ist in der modernen Türkei überall offensichtlich. Man muss nur der religiös aufgeladenen Tirade eines Türken dazu zuzuhören, dass alle Armenier „Hunde“ sind und dass jeder, der in der Türkei gefunden wird, für eine Idee abgeschlachtet werden sollte:

Was macht ein Armenier in meinem Land? Entweder der Staat wirft sie raus oder wir töten sie. Warum lassen wir sie leben? … Wir werden sie abschlachten, wenn es an der Zeit ist… Das hier ist türkischer Boden. Wie können wir osmanische Enkel sein? … Das Volk der Türkei, das Ehre, Würde hat und Allah muss die Köpfe der Armenier in der Türkei abschneiden. Es ist für jeden unehrenhaft einen Armenier zu treffen und ihn nicht zu töten… Wenn wir Menschen sind, lasst uns das tun – lasst es uns für Allah tun… Jeder, der  zuhört: Wenn du Allah liebst, bitte verbreite dieses Video von mir an alle…

Genauso sagte eine Frau in Antwort auf eine Frage, die zufällig befragte Passanten in der Türkei auf der Straße gestellt wurde– „Wenn Sie etwas ungestraft tun können würden, was würden Sie tun?“ – vor der Videokamera: „Was ich tun würde? 20 Armenier köpfen.“ Dann blickte sie direkt in die Kamera und lächelte, wobei sie mit dem Kopf nickte.

Mancher dürfte argumentieren, dass diese beiden genannten Beispiele nur Indizien sind – heißt, sie spiegeln türkische Wut, die durch den Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan herbeigeführt wurde. Aber wenn das der Fall wäre, was hat das mit der Tatsache zu tun, dass der türkische Hass und Gewalt gegen Armenier Jahre vor den Nagorny-Karabach-Konflikt zurückreicht?

Beachten Sie ein paar Beispiele – die alle vor dem aktuellen Konflikt auftraten und daher keine Verbindung dazu haben – ohne besondere Sortierung:

2013 wrude eine 85-jährige Armenierin in ihrer Wohnung in Istanbul erstochen. Nur für den Fall, dass irgendjemand das Motiv missverstehen könnte, ritzte der türkische Mörder ein Kreuz in ihre nackte Leiche. Nach Angaben des Berichts „markiert dieser Angriff den fünften auf alte armenische Frauen (eine hat ein Auge verloren) in den letzten zwei Monaten.“ In einem Fall wurde eine achtzigjährige armenische Frau von einem maskierten Mann auf den Kopf geboxt und, nachdem sie auf den Boden kollabierte, wiederholt getreten.

Am Sonntag, 23. Februar 2019 wurden drohende Graffiti-Botschaften auf der Haupteingangstür der Armenischen Kirche der Heiligen Mutter Gottes in Istanblu gefunden. Das armenische Patriarchat von Konstantinopel sagte in einer Erklärung: „Es wurden rassistische und Hass-Reden sowohl in Englisch als auch in Arabisch geschrieben, die sagte: Ihr seid erledigt!“ Ein armenisches Parlamentsmitglied twitterte: „Jedes Jahr werden jede Menge Hass-Attacken gegen Kirchen und Synagogen ausgeführt. Nicht nur die Täter, sondern auch die Menschen, die hinter ihnen stehen, sollten angesprochen werden. Vor allem sollte die Politik, die den Hass produziert, beendet werden.“

Im August 2020 wurden ein armenischer Friedhof und eine Kirche geschändet. Nach Angaben des Berichts „wurden die Überreste aus den Gräbern geholt und die Knochen der Verstorbenen wurden überall verstreut“ (hier gibt es Bilder).

Am 22. Mai 2020 kletterte ein Mann am hellichten Tag auf den Zaun einer historischen armenischen Kirche in Istanbul, riss ihr Metallkreuz ab und warf es zu Boden, was auf einem Überwachungsvideo eingefangen wurde. Zwei Wochen zuvor brach ein weiterer Türke in die Heiligkreuz ein, eine historische armenische Kathedrale in der Osttürkei; er sagte die adhan auf – das islamische Gebet, das traditionell von Moscheen ausgerufen wird, durchsetzt mit „Allahu Akbar“-Rufen.

An diesem Punkt scheint es zunehmend so, dass, wenn es den völkermörderischen Hass der Türkei auf Armenier betrifft, Religion nicht nur ein Faktor ist, sondern der entscheidende Faktor. Dies zeigt sich offensichtlich darin, dass so, wie die Türkei einen Völkermord gegen andere Christen außer den Armeniern beging – insbesondere Griechen und Assyrer – sich auch die zeitgenössische türkische Feindschaft gegen alle Christen, nicht nur Armenier, richtet. Bedenken Sie die folgenden Beispiele, die nichts mit Armeniern zu tun haben und die vor dem Nagorny-Karabach-Konflikt auftraten.

2009 brach eine Gruppe junger Türken – darunter der Sohn eines Bürgermeisters – in einen Bibelverlag in Malatya ein. Sie fesselten seine drei christlichen Angstellten, folterten sie sadistisch Stunden lang und schlachteten sie schließlich ab; einer von ihnen war Deutscher. „Wir machten das nicht für uns, sondern für unsere Religion“, sagte einer der Beschuldigten später. „Lasst das den Feinden unserer Religion eine Lehre sein.“ Sie wurden später alle aufgrund einer Formalität freigelassen.

Ende 2019 stach ein 16-jähriger muslimischer Junge einem koreanischen christlichen Evangelisten mehrmals ins Herz; der 41 Jahre alte Ehemann und Vater starb kurz darauf. Monate zuvor wurde ein „86 Jahre alter Grieche in seinem Haus mit gefesselten Händen und Füßen ermordet aufgefunden“; Berichten zufolge wurde er „gefoltert“.

2019 schlugen zwei muslimische Männer einen christlichen Teengar auf der Straße, nachdem sie feststellten, dass er ein Kruzifix um den Hals trug. Die Protestantische Kirchenvereinigung sagte in Reaktion drauf: „Dieser Angriff ist das Ergebnis des zunehmenden Hasses auf Christen in der Türkei. Wir laden Regierungsvertreter ein gegen Hassreden zu handeln.“

Viel üblicher als die gezielten Schläge gegen oder das Töten von Christen – aber nicht weniger repräsentativ für den Hass – sind Angriffe, die mit Kirchen zu tun haben. Als ein Mann 2018 das Feuer auf die katholische Kirche der Heiligen Maria in Trabzon eröffnet, war das nur der jüngste von mehreren Anschlägen auf diese Kirche. Nur Wochen zuvor wurde eine improvisierte Bombe in ihren Garten geworfen; 2016 verwüsteten „Allahu Akbar“ brüllende Muslime die Kirche, auch mit Vorschlaghämmern; 2011 wurde die Kirche ins Visier genommen und wegen ihrem sichtbaren Kreuz bedroht; und 2006 wurde ihr katholischer Priester, Andrea Santoro, erschossen, während er beim Gottesdienst betete.

Ebenfalls mit „Allahu Akbar“-Rufen und „für die Al-Aqsa-Moschee wird Rache genommen“ warf ein weiterer Muslim 2015 einen Molotowcocktail auf die orthodoxe Kirche Aya Triada in Istanbul, was sie teilweise in Brand setzte. Bei einem weiteren Vorfall schlugen und traten 2016 vier Türken an die Tür der Agape-Kirche in der Schwarzmeer-Region – wieder mit „Allahu Akbar“-Rufen, mit denen sie ihre jihadistischen Motive bewiesen.

2014 störte eine zufällige Bande einen Taufgottesdienst in Istanbul. Sie drängten sich in die Kirche, brüllten Obszönitäten; einer bedrohte mit einem Messer die Anwesenden. „Das ist nicht das erste Mal und es wird nicht das letzte Mal sein“ antwortete ein lokaler Christ.

Ende 2019 waren Christen in der Kirche des Heiligen Paulus in Antalya versammelt; ein Mann, der Beleidigungen brüllte und die Gottesdienstbesucher physisch bedrohte, sagte, er würde „großes Vergnügen daran haben Christen zu vernichten, da er sie als eine Art Parasitentum an der Türkei betrachtete“.

Einer der alarmierendsten Vorfälle ereignete sich 2015: Volle 15 Kirchen erhielten Morddrohungen wegen „Leugnung Allahs“. „Pervertierte Ungläubige“, hieß es in einem Schreiben, „Die Zeit, da wir eure Hälse treffen, kommt bald. Möge Allah die Ehre und das Lob erhalten.“ „Drohungen sind für die protestantische Gemeinde, die in diesem Land lebt, nichts Neues; sie wollen ihrer Kinder hier groß ziehen“, kommentierte ein Kirchenleiter.

Im März 2020 wurden auf nur einem christlichen Friedhof in Ankara rund 200 zerstörte Grabsteine gefunden. Getrennt davon, aber etwa zur gleichen Zeit, zerbrachen Schänder ein Kreuz vom Grab einer kürzlich verstorbenen Katholikin; nur Tage davor wurde ihr Beerdigungsgottesdienst von „Allahu Akbar“-Schreien unterbrochen.

Bei der Diskussion all dieser Anschläge auf alles und jedes Christliche – Menschen, Gebäude und sogar Gräber – machte der türkische Journalist Seyfi Genç dafür ein „Milieu des Hasses“ verantwortlich:

Aber dieses hasserfüllte Umfeld kam nicht aus dem Nichts. Die Samen dieses Hasses werden verbreitet, angefangen in Grundschulen, über vom nationalen Bildungsministerium gedruckte Bücher, die Christen als Feinde und Hochverräter darstellen. Die Indoktrination geht über Zeitungen und Fernsehsender weiter, die auf einer Linie mit der Staatspolitik liegen. Und natürlich schüren die Predigten in Moscheen und das Gerede in Kaffeehäusern diesen Hass weiter.

All das ist eine Erinnerung daran, dass die Hauptzutat – religiös inspirierter Hass – die zum Völkermord an Christen (Armeniern, Griechen, Assyrern) von 1915 bis 1917 führte, nicht nur gesund und munter ist, sondern zunimmt – und zweifellos darauf wartet umgesetzt zu werden, sobald sich die nächste Gelegenheit bietet.

In seiner Stellungnahme zum Gedenktag an den Völkermord an den Armeniern am 24. April 2021 sagte Präsident Biden: „Jedes Jahr an diesem Tag gedenken wir den Leben all derer, die in der osmanischen Zeit beim Völkermord an den Armeniern starben und verpflichten uns erneut zu verhindern, dass solch eine Gräueltat jemals wieder geschieht.“ [Hervorhebung hinzugefügt]

Das klingt zwar vielversprechend, aber bis die Zeit kommt, dass die Wurzel des Völkermords an den Armeniern – die Wurzel für die anhaltende Verfolgung hunderter Millionen von Christen heute –erkannt und angegangen wird, müssen alle derartigen Behauptungen der Wachsamkeit als bloßes Theater betrachtet werden.

Gedenken an die Schlacht von Lepanto

Eine große Schlacht in einem Krieg der noch nicht zu Ende ist

Clifford May, The Washington Times, 13. Oktober 2021

Am 7. Oktober war der 450. Jahrestag der Schlacht von Lepanto. Warum sollte uns das überhaupt kratzen? Weil es ein Schlüsselkonflikt in einem Krieg war, der noch nicht geendet hat, einem Krieg, in dem die USA gerade eine bedeutende Schlacht verloren. Vielleicht sollte ich das untermauern.

Im 7. Jahrhundert strömten islamische Armeen aus Arabien hinaus und begannen zu erobern und zu kolonisieren. Furchtlose Truppen marschierten westwärts durch Nordafrika und nach Spanien hinein. Sie wagten sich ostwärts durch Zentralasien und tief nach Indien hinein.

Im Verlauf der folgenden Jahrhunderte tobte immer wieder Krieg – es gab mehr Toben als Ruhe. Dann eroberten 1453 die Armeen des Osmanischen Reichs und islamischen Kalifats Konstantinopel, die christliche Hauptstadt von Byzanz, das auch Oströmisches Reich genannt wurde. (Das weströmische Reich war ein Jahrtausend zuvor gefallen.)

Weniger als ein Jahrhundert später, 1529, versuchten islamische Streitkräfte Wien zu erobern. Ihr Scheitern, schrieb der Historiker Bernard Lewis, „wurde von beiden Seiten als Aufschub betrachtet, nicht als Niederlage; das eröffnete einen langen Kampf um die Herrschaft im Herzen Europas.“

Die Osmanen wandten ihre Aufmerksamkeit bald dem östlichen Mittelmeer zu. Um sich zu verteidigen verbündeten sich Venedig und mehrere andere italienische Stadtstaaten mit dem habsburgischen Spanien und bildeten das, was als die Heilige Liga bekannt wurde.

Am 7. Oktober 1571 fand vor dem südwestlichen Griechenland, nahe der Stadt Lepanto eine der größten Seeschlachten aller Zeiten statt. Die Decks der Rudergaleeren wurden zu brennenden Schlachtfeldern. Das Blut zehntausender christlicher und muslimischer Krieger färbte das Meer rot.

Obwohl die Osmanen zahlenmäßig überlegen waren, obsiegte die Heilige Liga. Zu den Früchten des Sieges gehörte die Befreiung von 15.000 christlichen Sklaven.

Prof. Lewis schrieb: „Die gesamte Christenheit bejubelte diesen Sieg. … Die türkischen Archive bewahren den Bericht von Kapudan Pascha auf, dem Oberkommandierenden der Flotte, dessen Bericht von der Schlacht von Lepanto nur zwei Zeilen lang ist: ‚Die Flotte des göttlich geführten Reichs begegnete der Flotte der verdammten Ungläubigen und der Wille Allahs wandte sich ab.‘“

Trotz dieses Rückschlags, fügte Prof. Lewis hinzu, waren die osmanischen Paschas im 17. Jahrhundert „Herrscher in Budapest und Belgrad und Berber-Korsaren aus Nordafrika überfielen die Küsten Englands und Irlands und sogar – 1627 – Islands, von wo wie menschliche Kriegsbeute zum Verkauf auf den Sklavenmärkten von Algier mitbrachten.“

Ein paar Jahrzehnte später versuchte erneut eine gewaltige islamische Armee Wien zu erobern. Im Juli 1683 begann eine furchtbare Belagerung. Aber im September kam die Heilige Liga zur Rettung. Jan Sobieski, der König von Polen, führte 20.000 Berittene im größten Kavallerieangriff der Geschichte an und vertrieb die Invasoren von den Toren Wiens.

Prof. Lewis zitiert einen freimütigen muslimischen Chronisten: „Dies war eine verhängnisvolle Niederlage, so groß, dass es nie eine gleichartige seit dem ersten Erschienen des osmanischen Staates gegeben hat.“ In der muslimischen Welt gibt es allgemeine Übereinstimmung, dass diese Niederlage am 11. September stattfand.

Sprung ins 20. Jahrhundert: Das Osmanische Reich und das Kalifat stellte sich in dem, was wir heute den Ersten Weltkrieg nennen, an die Seite Deutschlands. Die Niederlage hatte den Zusammenbruch und die Auflösung des Kalifats durch Mustafa Kemal Atatürk zur Folge; Atatürk war der säkularistische Vater der modernen Türkei. Die siegreichen Briten und Franzosen beschlagnahmten osmanischen Besitz, darunter die Ländereien, die in die Nationalstaaten umgewandelt wurden, die wir heute als Irak, Syrien, Libanon, Jordanien und Israel kennen.

Ich habe nur ein paar der vielen bedeutenden Zusammenstöße von islamischen und christlichen Reichen zusammengefasst. Der Punkt, den ich zu vermitteln versuche: Während drei amerikanische Präsidenten nacheinander überzeugt wurden, dass ein paar Jahrzehnte Konflikt geringer Intensität auf einen unhaltbaren und nicht zu tolerierenden „endlosen“ und „ewigen“ Krieg hinauslaufen, sind diejenigen, die sich selbst als Jihadisten erklären, nie so leicht entmutigt worden.

Die Führer der Taliban, von Al-Qaida, des Islamischen Staats, der Muslimbruderschaft, der Islamischen Republik Iran, Hisbollah und Hamas haben keine identischen Ideologien. Genauso wäre es falsch sie als Neo-Osmanen zu betrachten – eine Bezeichnung, die einigermaßen gerechtfertigt auf den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan angewendet worden ist.

Aber sie haben die Überzeugung gemeinsam, dass sie „göttlich geleitet“ sind Heiligen Krieg zu führen, die Macht des Islam, Überlegenheit und Dominanz wieder herzustellen, die ihm gebühren – so viele Jahrzehnte oder Jahrhunderte das auch erfordern mag. Vergeltung gegen Muslime, die es ablehnen sich zu unterwerfen, steht ebenfalls auf ihrer To-do-Liste.

Bei einer Aussage vor dem Kongress hielt Thomas Joscelyn, ein Senior Fellow am FDD und Senior Editor des Long War Journal des FDD fest, dass Amyan al-Zawahiri, der seit Osama bin Ladens Tod Al-Qaida führt, „das ‚gesegnete Emirat‘ der Taliban als das ‚Herzstück‘ oder den ‚Kern‘ der jihadistischen Bemühung zur ‚Wiederherstellung ihres Kalifats gemäß der prophetischen Methodik‘ beschrieb“.

Er beobachtete auch: „Die Wiederherstellung des Islamischen Emirats der Taliban, das während der von den USA angeführten Invasion Ende 2001 entthront wurde, ist ein Segen für die globale Jihadisten-Bewegung. … Die Interaktionen des Islamischen Emirats Afghanistan mit anderen Staaten und internationalen Institutionen werden weiterhin als Modell für Jihadisten rund um die Welt dienen.“

Amerikaner und Europäer sollten das bedenken, bevor sie die Taliban in die Vereinten Nationen setzen und Wirtschaftshilfe bieten.

Ein zweiter Punkt, den Sie hoffentlich mitnehmen: Diejenigen, die argumentieren, dass „endlose Kriege“ damit beendet werden können, dass man die Bekämpfung von Feinden einstellt, die nicht aufgehört haben uns zu bekämpfen, ermutigen diese Feinde nur und spornen sie an. Das trifft nicht nur auf die modernen Jihadisten zu, sondern auch auf die Imperiumsbauer in Beijing, Moskau und Pyöngyang.

Isolationismus und Appeasement als „Zurückhaltung“ und „verantwortliche Staatskunst“ zu bezeichnen macht sie nicht dazu, genauso wenig wie ein Etikett Chateau Mouton Rothschild auf eine Flasche Schierling zu kleben Gift zu Wein macht. In Afghanistan nahmen einen großen Schluck davon. Wer mit der Geschichte vertraut ist, wird es sich dreimal überlegen, bevor sie weiter davon trinken.