Als der „Held“ der Türkei 800 Christen köpfte, weil sie den Islam ablehnten

Raymond Ibrahim, 14. August 2020

Die Kathedrale von Otranto beherbergt die Überreste von 800 enthaupteten Christen.

Die rituelle Enthauptung von 800 Christen am 14. August 1480, die es ablehnten den Islam anzunehmen, wirft viel Licht auf zeitgenössische Fragen zum anhaltenden Konflikt zwischen dem Islam und dem Westen.

Hintergrund: Als er 1453 Konstantinopel brandschatzte, war der osmanische Sultan Mohammed erst 21 Jahre alt – was bedeutet, dass noch viele Jahrzehnte Jihad vor ihm lagen. Er setze die Expansion in den Balkan fort und marschierte in seinem Bestreben seine Pferde auf dem Altar der Petrus-Basilika zu füttern – muslimische Prophetien erklärten, dass „wir Konstantinopel erobern werden, bevor wir Rom erobern“ – in Italien ein und eroberte 1480 Otranto. Mehr als die Hälfte der 22.000 Einwohner wurden massakriert, 5.000 in Ketten verschleppt.

Um seine „Großzügigkeit“ zu demonstrieren, bot Sultan Mohammed 800 in Ketten gelegten christlichen Gefangenen die Freiheit an – unter der Bedingung, dass sie alle den Islam annehmen. Stattdessen entschieden sie sich geschlossen gemäß der Worte eines der ihren zu handeln: „Meine Brüder, wir haben gekämpft, um unsere Stadt zu retten; jetzt ist es an der Zeit um unsere Seelen zu kämpfen!“

Wütend, dass seine Einladung verschmäht wurde, befahl Mohammed am 14. August die rituelle Enthauptung dieser 800 Unglücklichen auf einer Hügelkuppe (die in der Folge „Hügel der Märtyrer“ genannt wurde). Ihr Erzbischof wurde unter dem Spott und „Allahu Akbar!“-Triumphgeschrei langsam in zwei Hälften gesägt. (Die Skelettteile einiger dieser trotzenden Christen wurden aufbewahrt und sind bis heute in der Kathedrale von Otranto zu sehen.)

Jetzt überlegen Sie, wie dieses Ereignis mit den aktuellen Realitäten in Zusammenhang steht.

Erstens: Wann immer islamische Einzelne oder Organisationen Gewalt gegen Nichtmuslime verüben – und den Islam als ihre Motivation anführen – wird uns auf der Stelle das Gegenteil gesagt, dass sie einfache Kriminelle und Psychopathen seien und dass ihr Handeln „nichts mit der Wirklichkeit des Islam zu tun hat“.

Es waren jedoch keine Allerwelts-„Muslime“, die auf dem Hügel der Märtyrer Gräueltaten begingen, sondern der, der praktisch der Führer des sunnitischen Islam war, der Sultan selbst, der immer eine Meute muslimischer ulema – Kleriker, Gelehrte und Muftis – um sich hielt, um ihn zu leiten und seine Entscheidungen bezüglich der Ungläubigen zu bestätigen (einschließlich des Massakers an denen, die den Islam ablehnen).

Zufälligerweise ist Mohammed II. für die Türkei und ihren Präsidenten Erdoğan ein Held, der vor kurzem die Hagia Sophia in eine Moschee umwidmete, zum Teil um den mörderischen Sultan zu ehren.

Auch Otranto war keine Anomalie. Im Verlauf von fast 14 Jahrhunderten sprachen und handelten offizielle Führer und Sprecher des Islam – von Sultanen und Kalifen bis zu ulema und Scheiks – immer nur wie der Islamische Staat (oder umgekehrt).

Ebenfalls interessant zu überlegen ist, wie oft selbst damals, vor mehr als einem halben Jahrtausend, westliche Staaten es vorzogen Nichtwahrhabenwollen und Wunschdenken zu betreiben, statt sich mit der Wirklichkeit auseinanderzusetzen oder ihren belagerten Glaubensgeschwistern zu helfen. Entsprechend rügte kurz nach dem Massaker von Otranto Papst Sixtus IV. den gleichgültigen Westen.

Lasst sie nicht glauben, dass sie vor Invasion geschützt sind, diejenigen, die sich in einiger Entfernung vom Kriegsschauplatz befinden! Auch sie werden sich unter das Joch beugen und vom Schwert gefällt werden, außer sie treten vor und treffen den Eindringling. Die Türken haben die Auslöschung des Christentums geschworen. Ein Waffenstillstand den Sophistereien! Jetzt ist nicht die Zeit zu reden, sondern zu handeln und zu kämpfen!

Solche Klagen waren nicht ungewöhnlich. Fast ein Jahrhundert später, 1565, segelte eine massive islamische Armada zu der kleinen Insel Malta um sie zu belagern; Papst Pius IV., der versuchte eine Armee aufzustellen, klagte, dass der König von Spanien „sich in die Wälder zurückgezogen hat und Frankreich, England und Schottland von Frauen und kleinen Jungen regiert werden“.

Schließlich und heute nicht viel anders, war zwar eine Menge Menschen im Westen ignorant gegenüber dem, was der Islam tut, aber eine Minderheit war sich dessen immer bewusst, auch aus historischer Perspektive. Bedenken Sie Sebastian Brants (geb. 1457) Narrenschiff, ein satirisches Gedicht zur allmählichen Natur des Fortkommens des Islam gegenüber einer „schlafenden“ Christenheit:

Unser Glaube war stark im Orient / Er herrschte in ganz Asien / In Maurenländern und in Afrika / Aber heute [seit dem 7. Jahrhundert] sind diese Länder für uns weg… / Wir gehen alle schlafend zugrunde / Der Wolf ist ein den Stall gekommen / und stiehlt die Schafe der heiligen Kirche / Während der Schäfer schlafend liegt / finden dich vier Schwestern unserer Kirche / sie sind von der patriarchalischen Art / Konstantinopel, Alexandria, Jerusalem, Antiochia / Aber sie sind verloren und geplündert / und bald wird der Kopf [Rom] wird angegriffen.

Wie der Fortbestand des Gedichtes nahelegt, sahen gelehrte Europäer die Geißel der Osmanen als jüngste in einem Kontinuum des islamischen Terrors: denn während die Araber die „ersten Truppen der Heuschrecken“ waren, die „um das Jahr 630 erschienen“, um einen zeitgenössischen englischen Geistlichen zu zitieren, sind „die Türken, eine Vipernbrut, schlimmer als ihre Eltern … die Sarazenen, ihre Mutter“.

Gleichermaßen sind die heutigen jihadistischen Organisationen – der Islamische Staat, Al-Qaida, Boko Haram, Hamas, Hisbollah, al-Schabaab et. al. – die jüngste „Vipernbrut“, die vom immerwährenden Jihad ausgebrütet wurde.

Die historischen Teile dieses Artikels sind Auszüge aus und dokumentiert in Ibrahims „Sword and Scimitar: Fourteen Centuries of War between Islam and the West“.

In der Corona-Krise: Tot den „dreckigen“ Christen, Liebe für „reine“ Muslime

Raymond Ibrahim, 6. April 2020 (FrontPage Magazine)

Salim Masih, bevor er infolge der Folter starb, der er wegen „Verschmutzung“ muslimischen Wassers unterzogen wurde.

Die islamische Weltsicht – selbst in Bezug auf Dinge wie eine Seuche (d.h. den Coronavirus) – basiert im Wesentlichen auf einer Gegensätzlichkeit: Alles und jedes nicht Islamische ist böse, dreckig, muss gemieden, gehasst und bekämpft werden („jihad“); alles Islamische ist gut, sauber, muss begrüßt und dafür muss gekämpft werden.

Ein christlicher Jugendlicher fand das vor kurzem auf die harte Tour heraus. Saleem Masaih (22) wurde gefoltert und getötet, weil er in Pakistan Wasser aus dem Brunnen seines Arbeitgebers nutzte. Empört beschuldigten die Muslime ihn ein „dreckiger Christ“ zu sein, der „das Wasser verschmutzt hatte“. Eine Reihe gleichermaßen erboster Muslime, die daran Anstoß nahmen, „schworen ihm eine Lektion zu erteilen“, sie „schleppten ihn zu ihrer Rinderfarm, wo sie ihm die Hände fesselten, seine Füße zusammenketteten und ihn fortgesetzt mit Stöcken und Eisenstangen folterten“. Bevor er infolge seiner schweren Wunden starb, erzählte Saleem seiner Familie, dass er „nur gefoltert wurde, weil er Christ war“. Was den Arbeitgeber angeht, bestand der darauf, dass er kein Verbrechen begangen hatte; es war immerhin der ermordete Christ, der „das Verbrechen begangen hatte ihr Wasser zu verunreinigen“, sagten seine muslimischen Mörder und daher war diese Strafe – Folter und Tod – „gerechtfertigt“.

Gewalttätige und mörderische Ausbrüche von Muslimen, wo immer „dreckige“ Christen Wasser ersterer trinken oder nutzen, sind nicht unüblich. Allein in Pakistan wurde Javed Anjum, ein weiterer junger Christ, getötet, nachdem er in eine Falle gelockt und volle fünf Tag lang gefoltert wurde, weil auch er die Frechheit hatte Wasser aus einer Madrassa zu trinken. Und dann gibt es natürlich einen überaus berüchtigten Fall von Christenverfolgung in Pakistan, den von Asia Bibi: Sie wurde angegriffen, geschlagen, fälschlich der Blasphemie beschuldigt und entsprechend ein Jahrzehnt lang inhaftiert – alles, weil auch sie, damals Arbeiterin auf einer Farm, muslimisches Wasser getrunken hatte.

Das ist weniger ein pakistanisches als vielmehr ein islamisches Phänomen. Dr. Abdulla Badr – ein ägyptischer-muslimischer Gelehrter mit Abschluss von der al-Azhar Universität und ehemaliger Professor für islamische Exegese – erklärte einmal während einer auf Video aufgezeichneten Konferenz, dass er derart „angewidert“ von Christen ist, dass er, sollte ein Christ seine Tasse berühren, nicht daraus trinken würde: „Ich werde so angeekelt, Mann, ich kann ihren Geruch nicht ausstehen … Ich mag sie nicht, das ist meine Entscheidung. Und sie ekeln mich an; ihr Geruch, ihr Aussehen, alles. Ich verspüre Ekel, Ekel!“

Badr fügte hinzu, dass er einmal in Ägypten ein Geschäft  betrat, um Essen zu kaufen, aber als er die Kreuze und christliche Ikonen an der Wand sah und begriff, dass der Inhaber Christ war, gab er das Essen auf der Straße sofort weg.

Vergleichen Sie solches Verhalten mit muslimischem Verhalten gegenüber ihren Glaubensbrüdern; da ist nichts zu „ekelhaft“, anscheinend weil ein Muslim niemals etwas verschmutzen kann. Tatsächlich ermutigen derzeit Muslime andere Muslime miteinander in körperlichen Kontakt zu treten, trotz weltweiter Ängste sich mit COVID-19 anzustecken. „Von einem anderen Muslim gegessenes Essen zu teilen führt zu Shifa (Heilung) und nicht zu Corona“, erklärte gerade ein muslimischer Mann in den sozialen Medien. „Der Islam lehrt uns, dass Händeschütteln Liebe verbreitet, nicht den Coronavirus“, sagte ein anderer. (Behalten Sie im Hinterkopf, dass Hände schütteln auf Mitmuslime beschränkt bleiben sollte; gemäß eines recht bekannten Hadith ordnete Mohammed an, dass Muslime den Gruß Salaam nicht Juden und Christen entbieten, sondern sie stattdessen in enge Seitengassen drängen sollten.)

Andernorts in der islamischen Welt protestieren Muslime gegen die Idee einer vorübergehenden Schließung von Moscheen, weil ganz klar nichts, was mit dem Islam und besonders mit islamischem Gottesdienst zu tun hat sie krank machen kann. Folglich haben „radikale schiitische Kleriker im Iran ihren Druck auf Ayatollah Ali Khamenei erhöht die größten heiligen Stätten des Staates offen zu halten – wo die Schreine zu küssen und zu berühren üblich ist; damit befindet sich das islamische Regime in einer heiklen Lage, nachdem einer der prominentesten Ärzte warnte, dass Millionen an der chinesischen Coronavirus-Infektion sterben könnten“.

Ein anderer Bericht von Breitbart hält fest, dass „Online-Videos auftauchten, die zeigen, wie Gläubige Schreine ablecken und küssen, um zu zeigen, dass sie keine Angst davor haben, sich während des eskalierenden Coronavirus-Ausbruchs in der Islamischen Republik zu infizieren“. Hussein Ravazadah, dessen Titel „Experte zu iranisch-islamischer Medizin“ lautet, gibt an: „Wir sind nach Qom gekommen, in die Moschee und zu privaten Treffen, wir werden jedermann küssen. Wir werden uns mit jedem treffen.“ Breitbart fährt fort: „Irans heilige Orte ziehen Schiiten aus der ganzen muslimischen Welt zu Pilgerreisen an, womit sie wahrscheinlich den Virus über die gesamte Region verbreiten.“

Wenn Muslime des Iran so überzeugt sind, dass nichts an ihrem Glauben oder den Gläubigen jemals Seuchen verbreiten kann, dann sollte es nicht überraschen, dass Muslime in praktisch jedem Staat, in dem die Obrigkeit vorläufig Versammlungen in Moscheen verboten hat, ebenfalls protestieren. In Bangladesch „schrien zehntausende Muslime auf … während sie den Behörden trotzten, um öffentliche Massengebetsversammlungen zu veranstalten, gerade zu dem Zeitpunkt, als die südasiatischen Staaten die ersten Toten der globalen Pandemie berichteten.“ Bilder dieser gewaltigen Zahlen zeigen dicht gedrängte Muslime, die praktisch übereinander stolpern.

In Ägypten erzählte der salafistische Kult-Scheik Mustafa al’Adawi Muslimen: „Lasst die Politiker nicht auf diese Weise über euch bestimmen, die Obrigkeit sind Säkularisten, die die Religion [Islam] ohnehin nicht lieben und das als Vorwand benutzen. Geht überall mit Leuten auf der Straße beten, selbst im Dreck, denn die Erde ist eine Moschee [wörtlich: ein masjid, ein Ort zum Knien] und ihr Boden ist rein“, zitierte er Mohammed in einem Hadith.

All das – sowohl die irrationalen Aversion gegen „Ungläubige“ wie die irrationale Akzeptanz von Mitmuslimen, selbst in Zeiten endemischer Krankheit – spiegelt diese eine Doktrin, aus der alle Uneinigkeit entsteht, al-wala‘ w’al bara, die wechselnd als „Loyalität und Feindschaft“ oder „Liebe und Hass“ übersetzt wird: „Alles und jedes Islamische muss geliebt werden, darauf gehofft werden, ihm geholfen werden und natürlich darf man keine Angst davor haben; alles und jedes Nichtislamische muss gehasst, verachtet, abgelehnt und ihm entgegengewirkt werden. Wie inzwischen offensichtlich sein sollte, wird, obwohl die physischste und deutlichste Erscheinungsform dieser Doktrin der Jihad ist, praktisch alles in der muslimischen Weltsicht von dieser Doktrin gefärbt – Gut oder Schlecht gründet ausschließlich auf seiner Affinität zum Islam oder deren Fehlen.

Der Islam kriecht auf einen Berg europäischer Leichen

Ein weiterer wichtiger Moment in der Geschichte

Raymond Ibrahim, FrontPageMagazine, 17. Juni 2020

Anfang dieser Woche, am 15. Juni, ereignete sich im Jahr 1389 eine zentrale militärische Begegnung zwischen dem Islam und dem Westen: die Schlacht im Kosovo. In ihrem Gefolge wurde der Islam zur dominierenden Kraft in Osteuropa – er unterwarf einen Großteil des Balkans bis ins frühe 20. Jahrhundert. Die Geschichte dieser Schlacht – und warum Osteuropas moderne Nachfolgen der Religion Mohammeds gegenüber argwöhnisch bleiben, folgt:

Als der türkische Gründer des osmanischen Reiches, Osman Bey – dessen kleines Emirat im westlichsten Teil Anatoliens (oder Kleinasiens) konzentriert war – 1323 im Sterben lag, sagte er seinem Sohn und Nachfolger Orhan, er solle „den Islam mit deinen Waffen verbreiten“ und zwar nach Osteuropa.

Eifrig machte sein Sohn genau das; Der Reisende Ibn Batutua, der Orhan einst in Bursa traf, stellte fest, obwohl der Jihadist einige hunderte byzantinische Festungen eingenommen hatte, „war er nie einen ganzen Monat lang in einer von ihnen geblieben“, denn er „kämpft ständig gegen die Ungläubigen und hält sie unter Belagerung“. Christliche Städte fielen wie Dominosteine: Smyrna 1329, Nicäa 1331 und Nicomedia 1337. Bis 1340 befand sich ganz Nordwest-Anatolien unter türkischer Kontrolle. Inzwischen und um einen europäischen Zeitgenossen zu zitieren, „waren die Feinde des Kreuzes und die Mörder des christlichen Volkes, das sind die Türken, von Konstantinopel durch einen Kanal von drei oder vier Meilen getrennt“.

Bis 1354 schafften es die osmanischen Türken unter Orhans Sohn Suleiman, die Dardanellen zu überqueren und in die aufgegebene Festungsstadt Gallipoli einzuziehen, womit sie ihren ersten festen Halt in Europa hatten: „Wo es Kirchen gab, zerstörte er sie oder mache aus ihnen Moscheen,“ schreibt ein osmanischer Chronist: „Wo es Kirchenglocken gab, zerbrach Suleiman sie und warf sie in Feuer. Deshalb gibt es anstelle der Glocken heute Muezzine.“

Gereinigt von allem christlichen „Dreck“ wurde Gallipoli, wie ein späterer osmanischer Bey prahlte, „zum muslimischen Hals, der jede christliche Nation verschlingt – der die Christen würgt und vernichtet“. Aus dieser heruntergekommenen, aber strategisch platzierten Festungsstadt begannen die Osmanen eine Terrorkampagne durch die Landschaft, immer davon überzeugt, sie würden Gottes Werk tun. „Sie leben vom Bogen, dem Schwert und Ausschweifung, fanden Vergnügen daran Sklavinnen zu nehmen und widmete sich Mord, Plünderung und Ausbeutung“, erklärte Gregory Palamas, ein orthodoxer Metropolit, der in Gallipoli gefangen genommen wurde; er fügte hinzu: „Und sie begingen nicht nur diese Verbrechen, sondern sie glaubten – welche Verirrung – Gott würde das gut finden!“

Nach Orhans Tod im Jahr 1360 und unter seinem Sohn Murad I. – der erste seiner Linie, der den Titel „Sultan“ übernahm – begann der gen Westen gerichtete Jihad in den Balkan hinein ernsthaft und war unaufhaltsam. Bis 1371 hatte er seinem Sultanat Teile von Bulgarien und Mazedonien einverleibt, was Konstantinopel jetzt derart einkreiste, das „ein Bürger einfach dadurch das Reich verlassen konnte, dass er Stadt durch ihre Tore verließ“.

Daher überrascht es nicht, dass es, als Prinz Lazar von Serbien (geb. 1330) Murads Invastionsstreitkräfte 1387 besiegte, „es wilde Freude bei den Slawen des Balkans gab. Serben, Bosnier, Albaner, Bulgaren, Walachen und Ungarn aus den Frontprovinzen sammelten sich alle um Lazar wie nie zuvor, entschlossen die Türken aus Europa hinauszutreiben.“

Murad reagierte am 15. Juni 1389 auf diese Unverschämtheit im Kosovo. Dort kämpfte eine mehrheitlich serbische Koalition, verstärkt durch Kontingente aus Ungarn, Polen und Rumänien – zwölftausend Männer unter der Führung von Lazar – gegen 30.000 Osmanen, die der Sultan selbst anführte. Trotz des anfänglichen Sturzregens an türkischen Pfeilen stürmte die serbische schwere Kavallerie durch die osmanischen Linien und brach den linken Flügel auf; der osmanische rechte unter Murads ältestem Sohn Bayezid wirbelte herum und umzingelte die Christen. Der chaotische Zusammenprall dauerte Stunden.

Am Abend vor der Schlacht hatte Murad Allah angefleht und um „die Gunst gebeten für den wahren Glauben, den Märtyrertod zu sterben“. Irgendwann gegen Ende der Schlacht wurde sein Gebet erhöht. Gemäß der Tradition bot Miloš Obilić, ein serbischer Ritter, an zu den Osmanen überzulaufen, vorausgesetzt dass ihm angesichts seines hohen Ranges erlaubt werde sich dem Sultan persönlich zu unterwerfen. Sie brachten ihn vor Murad und nachdem Miloš in falscher Unterwerfung niederkniete, stürzte er sich auf den muslimischen Kriegsherrn und rammte ihm einen Dolch tief in den Bauch (andere Quellen sagen „mit zwei Stichen, die aus seinem Rücken wieder herausgingen“). Die ansonsten langsamen Wachen des Sultans reagierten damit den Serben in Stücke zu hacken. In Blut getränkt und Blut spuckend lebte Murad lange genug um zu sehen, wie sein Erzfeind, der inzwischen gefangen genommene Lazar, vor ihn gebracht, gefoltert und enthauptet wurde. Als kleine Versöhnlichkeit könnte es dem sterbenden Märtyrer ein Lächeln ins Gesicht gebracht haben.

Murads Sohn Bayezit übernahm sofort das Kommando: „Seine erste Anordnung als Sultan an der Leiche seines Vaters war der Befehl seinen Bruder mit einer Bogensehne zu erdrosseln. Das war Yakub, sein Mit-Kommandierender in der Schlacht, der sich auf dem Feld ausgezeichnet hatte und bei seinen Truppen beliebt war.“ Als nächstes brachte Bayezid die Schlacht zu einem entscheidenden Ende; er warf alles, was er hatte, gegen den Feind, führte die Abschlachtung jedes einzelnen übrigen Christen an – wobei aber noch mehr seiner eigenen Männer starben.

Auf das riesige Feld strömten so viele Vögel, um an den Leichen zu schlemmen, dass die Nachwelt sich des Kosovo als „Amselfeld“ erinnerte. Zwar handelte es sich praktisch um ein Unentschieden – oder bestenfalls einen Pyrrhus-Sieg der Osmanen – doh spürten die Serben, mit weniger Männern und Ressourcen, im Vergleich zu dem im Aufwind befindlichen muslimischen Imperium, den Stich stärker.

In den Jahren nach der Schlacht vom Kosovo war die osmanische Kriegsmaschine nicht mehr aufzuhalten: Die Nationen des Balkan wurden von den Muslimen erobert – nachdem es ein Jahrtausend des Jihad Widerstand geleistet hatte, fiel 1453 auch Konstantinopel an den Islam – und sie blieben Jahrhunderte lang unter osmanischer Herrschaft.

Das kollektive Gedächtnis der nicht allzu lange zurückliegenden Erfahrungen der Osteuropäer mit und unter dem Islam sollten nie unterschätzt werden, wenn man darüber nachdenkt, warum sie beträchtlich misstrauischer – wenn nicht geradezu feindselig – ihm und seinen Migranten gegenüber sind als ihre westlichen, liberalen Gegenüber.

So erklärte der ungarische Premierminister Victor Orbán einmal:

Wir wollen Frankreich, Belgien und alle anderen Länder nicht kritisieren, aber wir glauben, jedes Land hat das Recht zu entscheiden, ob es eine große Anzahl an Muslimen in einem Land haben will. Wenn sie mit ihnen leben wollen, dann können sie das tun. Wir wollen das nicht und wir glauben, wir haben das Recht zu entscheiden, dass wir keine große Anzahl an muslimischen Menschen in unserem Land haben wollen. Wir mögen die Folgen davon eine große Zahl muslimischer Gemeinschaften zu haben nicht, die wir in anderen Ländern sehen und ich sehe keinen Grund dafür, dass irgendjemand anderes uns dazu zwingt Möglichkeiten zu schaffen in Ungarn zusammenzuleben, die wir nicht haben wollen… Ich muss sagen, wenn es darum geht mit muslimischen Gemeinschaften zusammenzuleben, dann sind wir die einzigen, die Erfahrung haben, denn wir hatten die Möglichkeit diese Erfahrung 150 Jahre lang zu machen.

Und diese Jahre – 1541 bis 1699, während das islamisch-osmanische Reich Ungarn besetzte – sind angefüllt mit Massakern, der Versklavung und der Vergewaltigung von Ungarinnen.

Ungläubige vergewaltigen und schwängern: „Eine andere Form des Jihad“

Raymond Ibrahim, 20. Mai 2020

Weil höhere Zahlen mehr Macht und Einfluss entsprechen, haben Muslime aus allen Lebensbereichen– sogar Muammar Gaddafi – deutlich gemacht, dass Akt der Fortpflanzung eine Form des Jihad ist. In Großbritannien „planen muslimische Hass-Fanatiker Britannien zu übernehmen, indem sie mehr Babys zeugen und eine Bevölkerungsexplosion erzwingen“, deckte 2008 ein Bericht auf: „Die angeschwollene muslimische Bevölkerung würde ausreichen Britannien aus dem Inneren heraus zu erobern.“

Eine christliche Freiwillige und Übersetzerin aus Eritrea, die in Immigrationszentren in Deutschland arbeitete und von der die Immigranten oft annahmen, sie sei Muslima, räumte ein, dass „muslimische Migranten sich ihr oft anvertrauten und von ihrer Abneigung gegenüber Christen sprachen“ und dass „eine Reihe muslimischer Migranten, mit denen sie gesprochen hat, ihren Hass gegenüber Christen offenbarten und entschlossen waren die Religion zu vernichten“. Wie sie das zu erreichen planen: „Manche Frauen sagten mir: ‚Wir werden unsere Zahl vervielfältigen. Wir müssen mehr Kinder bekommen als die Christen, denn das ist der einzige Weg, wie wir sie hier vernichten können.‘“

Es gibt jedoch eine noch unheimlichere und weithin unbekannte Art diesen „Fortpflanzungs“-Jihad zu betreiben – eine Art zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: erobert und besamt nichtmuslimische Frauen mit muslimischen Babys. Das zu tun verringert die Reihen der Frauen der Ungläubigen und die nichtmuslimischen Babys, die sie gebären könnten, während beide gleichzeitig für den Islam verstärkt werden.

In Nigeria zum Beispiel, das etwa zur Hälfte muslimisch, zur anderen Hälfte christlich ist, sind tausende christliche Mädchen entführt, zum Übertritt zum Islam gezwungen, verheiratet und in Brutmaschinen für zukünftige Jihadisten verwandelt worden. Anders ausgedrückt: Die fast dreihundert christlichen Chibok-Mädchen, die 2015 in die Schlagzeilen gerieten – von denen einige einer Gehirnwäsche unterzogen wurden, so dass sie Christen die Kehle durchschnitten – sind die Spitze des Eisbergs. Die Menschenrechtsgruppe Hausa Christian Foundation of Nigeria erklärte gerade:

Der Fall christlichen jungen Frauen zu entführen und sie zwangsweise zum Islam zu bekehren sowie sie in Ehen zu zwingen, um in Nordnigeria zu einem entscheidenden Einschnitt geworden… Der Augenblick, in dem diese jungen Frauen entführt wurden, wurden sie allem möglichen Bösen unterworfen, um die Kontrolle über ihre Psyche zu bekommen. Sobald sie die Psyche der jungen Frauen im Griff haben, werden diese nur tun, was ihnen aufgetragen wird. Während die Eltern um die Freilassung ihrer Töchter kämpfen, missbrauchen die Entführer diese weiter, hypnotisieren [heißt: beeinflussen unterschwellig] ihr Essen, Getränke, Kleidung, wo sie schlafen, beschwören ständig böse Geister auf sie bis zu dem Punkt, an dem diese jungen Frauen komplett den Verstand verlieren und nicht einmal mehr daran denken nach Hause zurückzukehren. In der Regel stellen sie in dem Moment, wenn eine junge Christin entführt wird, sicher, dass sie sie innerhalb von ein bis zwei Wochen verheiraten. Sie wird noch vor der Ehe sexuell missbraucht, damit die Eltern sie aufgeben, wenn sie schwanger wird.

In derselben Erklärung äußerte die Hausa Christian Foundation diese vielsagende Anmerkung:

Die unaufhörlichen Entführungen der christlichen jungen Frauen und die Zwangskonversion zum Islam ist eine weitere Form des Jihad im 21. Jahrhundert. Sie haben zwei wichtige Ziele das zu tun: den Eltern der jungen Frauen und der christlichen Gemeinschaft Schmerz zuzufügen; und die jungen Frauen zu schwängern, um ihren Anspruch zu verstärken, dass der Islam die am schnellsten wachsende Religion der Welt ist. Sie machen das gezielt.

Die Erklärung fuhr damit fort sich sarkastisch zu „wundern“, „wie unreine Ungläubige [entführte Christen] dazu benutzt werden können eine solch heilige und reine Religion wie den Islam voranzubringen … Aber wir wissen, worum es in der Religion geht. Alles ist willkommen, egal wie böse und inhuman, solange es Allah hilft, besonders das Töten, die Attacken auf, die Entführung und Versklavung von Christen.“

Dasselbe Phänomen herrscht vor, wo immer christliche Minderheiten neben Muslime leben. In Ägypten sind zahllose junge Christinnen aus genau demselben Grund entführt worden – um sie dem Islam zuzuführen, die Zahl der Ungläubigen zu senken und die der Muslime zu erhöhen. Die Pläne nehmen oft aufwändige und komplexe Formen an. Gerade erst wurde eine unbekannte Frau, die sich als koptische Nonne ausgab, zusammen mit einem unbekannten Mann, der sich als Mönch und ihr Assistent ausgab, vom koptischen Papst höchstselbst als Betrüger entlarvt, die ihre religiöse Kleidung dazu nutzen sich jungen Christinnen zu nähern und ihr Vertrauen zu gewinnen.

2017 erklärte ein ehemaliger Entführer, der „zugibt, dass er Jahre lang in einem Netzwerk aktiv war, das sich gegen koptische junge Frauen richtete, den systematischen und ausgeklügelten Prozess in Ägypten:

Eine Gruppe Entführer trifft sich in einer Moschee, um über potenzielle Opfer zu diskutieren. Sie beobachten die Häuser von Christen genau und überwachen alles, was dort vorgeht. Auf dieser Grundlage weben sie ein Spinnennetz um die Frauen … Ich erinnere mich an eine koptische junge Christin aus einer reichen, bekannten Familie in Minya. Sie wurde von fünf muslimischen Männern entführt. Sie hielten sie in einem Haus fest, zogen sie aus und filmten sie nackt. In dem Video zog sich auch einer der Männer aus. Sie drohten das Video öffentlich zu machen, wenn die junge Frau ihn nicht heiratet … Die Entführer erhalten große Geldsummen. Polizisten können ihnen auf unterschiedliche Weisen helfen und wenn sie das tut, könnten sie auch einen Teil der finanziellen Belohnung erhalten, die den Entführern von der Islamisierungsorganisation gezahlt wird. In einigen Fällen liefert die Polizei den Entführern beschlagnahmte Drogen. Die Drogenwerden dann den jungen Frauen gegeben, um ihren Widerstand zu schwächen, wenn sie unter Druck gesetzt werden. Ich weiß sogar von Fällen, in denen die Polizei Hilfe dabei anbot die jungen Frauen zu verprügeln, um sie dazu zu bringen das islamische Glaubensbekenntnis aufzusagen. Und der Wert der Belohnung  nimmt zu, wann immer die junge Frau eine Sonderstellung hat. Zum Beispiel, wenn sie die Tochter eines Priesters ist oder aus deiner bekannten Familie kommt… Die mir bekannte Salafistengruppe mietete Wohnungen in unterschiedlichen Bereichen Ägyptens, um entführte Kopten zu verstecken. Dort setzten sie sie unter Druck und bedrohten sie, zum Islam zu konvertieren. Und sobald sie volljährig geworden waren, kommt ein extra dafür organisierter islamischer Repräsentant dazu, um die Konversion offiziell zu machen, eine Urkunde auszustellen und ihren Ausweis entsprechend zu ändern… Wenn alles nach Plan verläuft, werden die jungen Frauen auch gezwungen einen strengen Muslim zu heiraten. Ihre Ehemänner lieben sie nicht, sie heiraten sie nur, um aus ihnen echte Muslimas zu machen. Sie werden geschlagen und gedemütigt. Und wenn sie versuchen zu fliehen oder zu ihrer ursprünglichen Religion zurückzukonvertieren, werden sie getötet.

Obwohl es solche Netzwerke seit den 1970-er Jahren gibt, erreichten sie ihre „jetzt in der Ära von Präsident Sisi ihren höchsten Stand“, fügte der ehemalige Entführer hinzu.

In Pakistan – einem weiteren mehrheitlich muslimischen Staat, wo die Entführung, Vergewaltigung und Zwangskonversion von jungen Christinnen endemisch ist – sagte die Asian Human Rights Commission in einem Bericht aus dem Jahr 2011:

Die Lage wird durch die Polizei verschlimmert, die sich immer auf die Seite der islamischen Gruppen stellt und Minderheitengruppen als niedere Lebensformen behandelt. Die dunkle Seite er Zwangskonversion zum Islam … involviert zudem die kriminellen Elemente, die an Vergewaltigungen und Entführungen beteiligt sind und dann ihre abscheulichen Verbrechen damit rechtfertigen, dass die Opfer zum Islam konvertieren. Die muslimischen Fundamentalisten freuen sich diesen Kriminellen Schutz zu bieten und nutzen die Rechtfertigung, dass sie ihrer heiligen Sache der Zunahme der muslimischen Bevölkerung einen großen Dienst erweisen.

Selbst in Indonesien – einst als der exemplarische „moderat muslimische“ Staat bekannt – stellte ein Bericht letztes Jahr fest, dass „eine neue Form der Verfolgung auf dem Vormarsch ist – junge Christinnen werden von muslimischen Männern angegriffen… Einflussreiche Führer bilden junge Männer regelrecht dazu aus junge Christinnen zu schwängern.“ Der Bericht fährt fort:

Sie nehmen sie ins Visier und versuchen die Verbreitung des Christentums zu unterbinden, weil die Familie der jungen Christin sich [wegen der Schwängerung] derart schämt … dass sie gezwungen werden ihre Tochter in eine muslimische Familie zu verheiraten… und die Muslime werden ausgebildet, das zu tun, sie verstehen das. Das ist, was sie machen … Sobald die jungen Frauen in die muslimischen Familien verheiratet sind, werden sie oft von ihren Familien abgeschottet oder aufgegeben und sie sehen sich noch schwierigeren Umständen gegenüber. In einigen Fällen sind die jungen Frauen die zweite oder dritte Frau ihres Verfolgers und sie haben wenige Freiheiten.

Am Ende sind all diese übersehenen und/oder im Stich gelassenen, zu muslimischen Gebärmaschinen gemachten jungen Christinnen Teil des gleichermaßen übersehenen Fortpflanzungs- oder demografischen Jihad, der dazu führen soll, dass bis 2070 ein Drittel der Menschheit auf der Erde muslimisch ist.

Große islamische Konferenz zu Reformen behält Radikalismus bei

Raymond Ibrahim, 20. Februar 2020

Im Westen weitgehend unbekannt und kaum berichtet war die Al-Azhar-Universität in Ägypten gerade Gastgeber einer zweitägigen Konferenz, an der am 27. und 28. Januar die führenden Kleriker und Politiker aus 46 Staaten teilnahmen. Unter dem Titel „Erneuerung im islamischen Denken“ ist sie derzeit die bedeutendste Antwort auf Präsident Sisis Aufruf zu Reformen, den er am 1. Januar 2015 nachdrücklich erhob.

Die Konferenz konzentrierte sich auf die drängendsten Themen, die die islamische – und in einigen Fällen die nicht islamische – Welt betreffen, darunter Frauenrechte, Regierung und Gesellschaft und natürlich die Frage der „Radikalisierung“ sowie das Aufkommen von Jihad-Terrorgruppen wie dem Islamischen Staat usw.

Ich habe mir mit großem Interesse viele der Podiumsgespräche angesehen und hoffe in den kommenden Wochen zu einigen davon etwas anzumerken, aber vorläufig möchte ich diskutieren, was aus den Schlussbemerkungen des Großimams der Al-Azhar (und gutem Freund von Papst Franziskus), Scheik Ahmed al-Tayeb, zu erfahren ist.

Erstens warf er in einvernehmlicher Zustimmung der anderen anwesenden Kleriker die Tür zur Möglichkeit der Reform einer großen Anzahl an Themen zu: „Erneuerung“, verkündete er:, „ist bei den Texten keineswegs möglich, die unumstößlich sind, was ihre Gewissheit und Stabilität angeht; was die Texte angeht, die nicht völlig zuverlässig sind, so sind sie abhängig von ijtihad [Neuinterpretation, besonders auf Grundlage sich ändernder Umstände].“

Klar ausgedrückt: Die Lehren derjenigen islamischen Texte, die als komplett glaubwürdig angesehen werden – deren wichtigster der Koran ist, dazu bestimmte Hadithe, einschließlich gemäß des Mainstream-Sunnitentums alle neun Bände des Sahih Bukhari – unterliegen keinerlei Veränderung; nur die zweitrangigen islamischen Texte, darunter viele weitere Bände mit Hadithen, die sira (Biographie Mohammeds) und andere geschichtliche Werke, stehen für Diskussion zur Verfügung.

Das Problem besteht natürlich darin, dass manche – viele – der schlimmsten Lehren, die die islamische und die nichtislamische Welt plagen, direkt den Texten entstammen, die als völlig verlässlich gelten. Der Koran zum Beispiel erlaubt sehr klar die sexuelle Versklavung nichtmuslimischer Frauen, dass man seine Ehefrau schlägt und natürlich Polygamie; der Koran ruft Muslime auf, Nichtmuslime zu hassen und, wenn das vorteilhaft ist, Krieg gegen sie zu führen – nur weil sie Nichtmuslime sind.

Die sich daraus ergebende „Belastung“ den Versuch zu unternehmen „islamisches Denken zu erneuern“, während sich gleichzeitig nicht mit bestimmten Texten und lehren beschäftigt wird, ist in Tayebs Abschlussbemerkungen zur Frage das Jihad zu erkennen:

Jihad im Islam ist nicht synonym mit Kampf; stattdessen sind die Kämpfe, die vom Propheten Mohammed und seinen Gefährten praktiziert wurden, eine seiner Arten; und er soll die Aggression der Aggressoren gegen Muslime abwehren, statt jemanden zu Töten, der in Fragen der Religion beleidigt, wie es die Extremisten behaupten. Die etablierte Scharia-Regel im Islam verbietet die Feindschaft gegenüber denen, die gegen die Religion opponieren. Sie zu bekämpfen ist verboten – solange sie nicht die Muslime bekämpfen.

Würde das doch nur stimmen! Die Welt hätte sich auf radikal andere Weise entwickelt- Aber leider widersprechen Al-Tayebs Worte sowohl mehr als einem Jahrtausend islamischer Ideologie – einschließlich den in diesen „nicht anzuzweifelnden“ Texten – als auch der islamischen Geschichte:

Beginnend mit Mohammed – dessen spätere Kriege kaum defensiver Natur waren, sondern vielmehr Raubzüge, die ihm und seinen Anhängern mehr Macht und Bedeutung über Nichtmuslime verschaffen sollten – dann unter den ersten „gerechten“ Kalifen sowie praktisch allen folgenden Sultanen und Herrschern bestand der Jihad aus der „Einladung“ der benachbarten Nichtmuslime, sie sollten den Islam annehmen oder sich zumindest seiner politischen Obrigkeit unterwerfen (als Dhimmis); wenn Nichtmuslime sich weigerten, wie sie das fast immer machten, wenn sie darauf bestanden ihre eigene religiöse Identität und ihre Freiheit vom Islam zu behalten, dann wurde der Jihad ausgerufen, in das Land der Nichtmuslime eingedrungen und hinterher sah es aus wie ein ISIS-Schauplatz mit Pyramiden aus Schädeln, niedergebrannten Kirchen und anderen Kult-Tempeln sowie Sklavenmärkten für Frauen und Kinder, die die Landschaft übersäten.

Fast 1.400 Jahre lang ging das so weiter. Man muss sich nur eine Karte der muslimischen Welt von heute ansehen und erkennen, dass die weit überwiegende Mehrheit davon – der gesamte Nahen Osten, Nordafrika, die Türkei, Zentralasien bis nach Pakistan und weiter – gewalttätig im Namen des Jihad erobert wurde. Jedem muslimischen Kind wird das in der Grundschule gelehrt; es ist eine Quelle des Stolzes und der Bestätigung.

Kurz gesagt: Manche dieser als gegen „Erneuerung“ oder Neuinterpretation sakrosankt angesehenen Texte lehren tatsächlich Problematisches; genauso wenig werden Erneuerungen, die auf Lügen aufgebaut sind – solche Lügen wie die absurde Behauptung, dass der Jihad immer defensiv oder zum Schutz der Muslime war und ist, niemals offensiv und zur Verbreitung des Islam betrieben wird – niemals Wurzeln schlagen und wachsen.

Das ist kurz und knapp das Problem mit der viel gepriesenen internationalen Konferenz, die vor kurzem in der Al-Azhar Universität auf Veranlassung von Präsident Sisi stattfand. Während es jede Menge Ermutigung und progressives Gerede gab, muss leider viel davon in den Bereich genau dessen verwiesen werden – Gerede.

Beweist Muslim-Gewalt gegen Muslime, dass Jihad politisch angetrieben ist?

Demontage einer weithin vertretenen – aber falschen – Ansicht.

Raymond Ibrahim, Front PageMag, 3. Februar 2020

Am 18. Januar begann eine schiitische Rebellengruppe einen Terrorangriff im Jemen, der 111 Menschenleben forderte.

Tage zuvor gewann ein pakistanischer General Volkes Stimmung, wann immer Muslime Mitmuslime töten, indem er sagte: „Diejenigen, die unschuldige [Muslime] in einer Moschee ins Ziel nahmen, können niemals wahre Muslime sein.“ Er bezog sich auf den Selbstmord-Bombenanschlag an einer Moschee, der 15 Leben forderte.

So lautet der Kern einer der größten Behauptungen, dass islamischer Terrorismus weit politischer als religiös getrieben sei. Damit erklärte, nach einem weiteren Terroranschlag, der 2016 das Leben von Muslimen in Bangladesch forderte, Premierminister Scheik Hasina: „Jeder, der an Religion glaubt, kann so etwas nicht tun. Sie haben keine Religion, ihre einzige Religion ist der Terrorismus.“

Vielleicht formulierte Barack Obama es am prägnantesten: Der Islamische Staat „spricht nicht für den Islam“, sagte er nach dem Terroranschlag in San Bernardino, der im Dezember 2015 14 Tote hinterließ. „Sie sind Verbrecher und Mörder, Teil eines Todeskults… Darüber hinaus sind die weit überwiegende Mehrheit der Terroropfer weltweit Muslime.“

Westliche Medien sind in diesem Punkt besonders lautstark. Nach dem Terroranschlag von Paris 2015, bei dem 130 Menschen getötet wurden, veröffentlichte der britische Independent einen Artikel mit dem Titel: „Paris attacks: Isis responsible for more Muslim deaths than western victims.“ (Anschläge von Paris: ISIS für mehr muslimische Tote als westliche Opfer verantwortlich). Das Daily Beast argumentierte: „Vor dem Horror von Paris tötete ISIS tagtäglich Muslime. Wir Muslime verachten diese wahnsinnigen Leute mehr als es jeder andere tut… Aber die Opfer Nummer Eins dieser barbarischen Terrorgruppe sind Muslime. Das ist unbestritten.“

Zusammen mit der Distanzierung des Islam von Gewalt – es ist nicht vorgesehen, dass wahre Muslime Mitmuslime im Namen des Jihad töten – vernebelt dieses Argument das Thema, wer die wahren Opfer des islamischen Terrorismus sind, weiter: „Warum wird das Abschlachten von Nichtmuslimen durch Muslime – ob nun Europäer, Amerikaner, Israelis oder christliche Minderheiten unter dem Islam – als ideologisch von einem „anti-Ungläubigen“-Animus getrieben dargestellt, wenn es Muslime selbst sind, die die Hauptopfer stellen?

Das Problem dieses allzu simplen Arguments besteht allerdings darin, dass Muslime, die andere Muslime bekämpfen, ihre Opfer nicht als Muslime betrachten. Tatsächlich betrachten Sunniten und Schiiten sich gegenseitig als falsche Muslime oder bestenfalls Häretiker, die sich dem „wahren Islam“ unterwerfen müssen. Daher ihr immerwährender Krieg. Während westliche Fernsehschwätzer dazu tendieren, alle als „Muslime“ in einen Topf zu werfen – womit sie zu dem irrigen Schluss kommen, dass Jihad-Gruppen unislamisch sind, weil sie „Mitmuslime“ töten – betrachtet jede Gruppe die andere als den Feind.

Ein dem muslimischen Propheten Mohammed zugeschriebener Spruch bestätigt diese Ansicht: „Diese, meine umma [Nation] wird sich in 73 Sekten spalten; eine wird im Paradies sein und 72 werden in der Hölle sein.“ Gefragt, welche Sekte die eine Wahre sei, antwortete der Prophet: „al-jama’a“, das ist die Gruppe, die dem Beispiel oder der „sunna“ Mohammeds am wörtlichsten folgt.

Das hat zu takfirk gefühft – einem arabischen Wort, das jeder Muslim fürchtet und das immer dann auftaucht, wenn eine einzelne muslimische Gruppe eine andere muslimische Einzelperson oder Gruppe beschuldigt kuffar zu sein – also Nichtmuslime, Ungläubige, deren Blut straflos vergossen werden kann. Takfirk hat es seit seiner Gründung neben dem Islam gegeben, angefangen mit den khawarij (Chardschiten) – die Muslime rituell schlachteten, weil sie dem Buchstaben des Gesetzes nicht folgten – und war/ist die Hauptbegründung, die für Jihad zwischen verschiedenen muslimischen Nationen und Reichen die Geschichte hindurch verwendet wurde.

Mit anderen Worten: Wenn Sunniten oder Schiiten einander abschlachten, dann tun sie das mit genau derselben Logik wie wenn sie christliche Minderheiten oder europäische, amerikanische und israelische Bürger abschlachten: Alle sind Ungläubige, die entweder den wahren Islam annehmen oder unterworfen werden oder sterben müssen.

Im November 2017 zum Beispiel übernahm der Islamische Staat die Verantwortung für einen Bombenanschlag auf eine saudische Moschee in Ägypten mit mehr als 300 Toten. Einige Zeit davor hatte ein ISIS-Kommandeur im Sinai „den Hass der Gruppe gegen Sufis und ihre Bräuche umrissen, darunter die Verehrung von Gräbern, die Opferschlachtung von Tieren und was er ‚Hexerei und Wahrsagerei‘ nannte“. ISIS hatte zudem den Sufismus als eine „Seuche“ bezeichnet, die „ausgemerzt“ gehört. Entsprechend köpfte ISIS vor einem Jahr Sulayman Abu Hiraz, einen Sufi-Kleriker, der über 100 Jahre alt sein sollte, aufgrund des Vorwurfs der Hexerei.

Muslime haben andere Muslime unter dem Vorwurf abgeschlachtet, sie seien „nicht islamisch genug“ oder von vornherein die falsche „Art“ von Muslimen. Wenn überhaupt, dann ist der Gedanke, dass Muslime mehr Muslime als Nichtmuslime töten, Grund für die Frage: Was können dann Nichtmuslime – wie der westliche Ungläubige – erwarten?

Befreiung Palästinas oder islamische Eroberung?

Raymond Ibrahim, 30. Januar 2020

Der palästinensische Prediger Nidhal Siam ruft nahe der Al-Aqsa-Moschee zur islamischen Eroberung der Welt auf.

Was treibt muslimische Feindseligkeit gegenüber Israel an? Brüderliche Liebe zu „unterdrückten“ Palästinensern oder religiöser Hass gegen „ungläubige“ Juden?

Ein aktueller Vorfall in Jerusalem reicht weit zurück, um diese Frage zu beantworten. Hizb al-Tahrir – die „Befreiungspartei“ – veranstaltete eine große Außenveranstaltung nahe der Al-Aqsa-Moschee, um den Jahrestag der islamischen Eroberung von Konstantinopel (29. Mai 1453) zu begehen. Dort, machte der palästinensische Kleriker Nidhal Siam, wie er es schon früher tat, klar, dass aus einer islamischen Perspektive heraus Befreiung und Eroberung ein und dasselbe sind.

Nachdem all die tabkirs („Allah -Akbar“-Sprechchöre) abklangen, sprach Siam:

Oh Muslime, der Jahrestag der Eroberung (fath/فتح , buchstäblich: „Öffnung“) von Konstantinopel bringt Kunde von Dingen, die noch bevorstehen. Er bringt Kunde, dass Rom in der nahen Zukunft erobert werden wird. So Allah will… Wir nähern uns der Erfüllung dreier Prophezeiungen und wir beten, dass Allah diese Prophetien durch unsere Hände erfüllen wird. Die erste Prophetie ist die Gründung eines rechtgeleiteten Kalifats nach der Art des Propheten. Die zweite Prophetie ist die Befreiung der Al-Aqsa-Moschee und die Gründung Jerusalems als Hauptstadt des Kalifatstaats. Die dritte Prophetie ist, dass der Islam seine Nachbarn niederwirft und dass seine Reichweite sich über den ganzen Osten und Westen dieser Erde spannt. Das ist Allahs Versprechen und Allah bricht seine Versprechen nicht.

Er und die versammelte Menschenmenge skandierten dann wiederholt: „Über das Kalifat und die Festigung der Macht besiegte Mehmed der Eroberer Konstantinopel!“ und „Deine Eroberung, oh Rom, ist gewiss!“

Überlegen Sie einen Moment lang die Bedeutung dieser Aussagen – so wie sie von den Palästinensern kommen; die stellen sich, wenn sie sie aussprechen und Mitgefühl der internationalen Gemeinschaft anstreben, oft als unterdrücktes Volk dar, deren Land unrechtmäßig besetzt ist.

Zu allererst war die islamische Eroberung von Konstantinopel genau das – eine brutale und grausame Eroberung. deren einzige Legitimitierung in der Macht der Waffen bestand. Wie die Muslime es Jahrhunderte früher schon in Nordafrika und dem Nahen Osten gemacht hatten, drangen sie ein und eroberten „Neu-Rom“ – nicht weil es irgendeine Ungerechtigkeit begangen hatte, sondern weil der Islam die Unterwerfung von Nichtmuslimen befiehlt, wie Siam deutlich machte. Darüber hinaus hatte der Islam Konstantinopel als „ultimativen Preis“ schon lange ins Ziel genommen – angefangen mit seinem Propheten Mohammed, der die dortigen Frauen begehrte.

Was nach Rom führt: Was hat das mit dem arabisch-israelischen Konflikt zu tun, dass auch diese Stadt es verdient erobert zu werden? Absolut nichts – außer dass der  Islam seit der Eroberung Konstantinopels Rom als den symbolischen Kopf der christlichen Welt betrachtet hat und es daher dringend unterworfen werden muss. Oder mit den Worten des Islamischen Staats: „Wir werden euer Rom erobern, eure Kreuze zerbrechen und eure Frauen versklaven, mit Erlaubnis Allahs… [Wir werden] Angst in die Herzen der Kreuzesanbeter [gießen].“

Höchst aufschlussreich ist Siams Wortwahl „dritte Prophezeiung“ – unter donnerndem Applaus übermittelt: „…dass der Islam seine Nachbarn niederwerfen wird und er seine Reichweite über den Osten und den Westen dieser Erde erreichen wird“. Mit anderen Worten: Kein Nichtmuslim ist vor dem Schwert des Jihad sicher.

Das alles muss sicherlich surreal erscheinen, wenn es in Kontext gesetzt wird, oder? Wie können Muslime danach streben die Palästinenser als erobertes und unterdrücktes Volk zu präsentieren, deren Land gestohlen wurde – während sie im selben Atemzug ehemalige Eroberungen preisen und auf Eroberungen in der Zukunft hoffen, die voller Unterdrückung und Raub des Landes anderer Völker sind, nur weil sie Nichtmuslime waren/sind.

Weiter unterstreicht Siam die Idee, dass die „Befreiung Palästina“ aufs Engste mit der Eroberung der nichtmuslimischen Welt verbunden ist; er rief die Muslime auf daran zu arbeiten, dass die „drei Prophetien“ erfüllt werden, nämlich „(1) das Kalifat zu gründen, (2) die Al-Aqsa-Moschee zu befreien und (3) Rom zu erobern“.

Beachten Sie, dass die „Befreiung der Al-Aqsa“ sich um Vorstellungen umfassender Gerechtigkeit und die Beseitigung von Unterdrückung drehen könnte, es aber bei der Gründung eines Kalifats, wie es durch die gesamte Geschichte hindurch gewesen ist, um Eroberung und Ausdehnung geht – ganz abgesehen von dem offenen Wunsch Rom zu unterwerfen oder gar den gesamten „Osten und Westen dieser Welt“ zu erobern. Dennoch werden alle drei Ziele als Teil der nämlichen Vision des Islam vorgestellt.

Die Botschaft ist klar: Für zu viele Muslime sind Wünsche „Palästina zu befreien“ in Wirklichkeit Wünsche „Israel zu erobern“ – nicht weil Israelis ungerecht sind, sondern weil sie Ungläubige sind.