Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (12. – 18. März 2017)

Sonntag, 12.03.2017:

Zu Purim patrouillieren mehrere tausend Polizisten in Jerusalem, im die Feiern zu sichern.

Die PA lässt wissen, dass Trump mit Abbas telefoniert, sei ein Beweis dafür, dass Israels Behauptung, es gäbe keinen Friedenspartner, nicht stimmt.

Den Beweis für Israels Ansicht lieferte er gleich nach: Er traf sich mit Terroristen und deren Familien, denen er versprach, dass die „Palästinenser“ Israel (er benutzte unfreundlichere Worte) weiterhin bekämpfen werden.

Montag, 13.03.2017:

Mahmud Abbas ernannte einen antisemitischen Moderator des PA-Fernsehens zum Dekan der Al-Azhar-Schulen im Gazastreifen.

In den letzten Wochen wurden in Judäa und Samaria mehrere Hamaszellen aufgebracht.

Ein arabisch-israelischer Journalist pries auf twitter den heute getöteten Terroristen.

Dienstag, 14.03.2017:

Der Minister für öffentliche Sicherheit schloss ein Kartografie-Büro in Jerusalem, das im Auftrag der PA Landverkäufe von Palästinensern an Juden beobachtete.

Mittwoch, 15.03.2017:

Die IDF und er Geheimdienst hoben in der Region Jerusalem 2 Terrorzellen aus. Eine gehört zu dne Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden der Fatah, die andere ist von der Hamas.

Donnerstag, 16.03.2017:

Ein ranghoher Hamasführer: Der Koran befiehlt uns die Juden aus dem gesamten Gebiet Palästina zu verjagen.

Mahmud Abbas: Der weltweite Terror wird bestehen bleiben, solange der Palästina-Konflikt gelöst ist.

Der „Palestinian National Fund“ wurde von Israel zur Terrororganisation erklärt. Die „Stiftung“ bietet Terroristen massive Unterstützung und schleust Millionen an palästinensische Häftlinge und ihre Familien.

Freitag, 17.03.2017:

Mahmud Al-Zahar von der Hamas sagte nicht nur, dass der Koran befiehlt die Juden aus Palästina zu vertreiben (dazu führt er schlüssig eine entscheidende Stelle an), sondern auch (wieder belegt mit einem Koranvers) die Juden sollen bekämpft werden, wo immer sie zu finden sind.

Die PA schäumt, weil Israel den Palestinien National Fund zur Terrororganisation erklärt hat.

3 israelische Soldaten befinden sich in Untersuchungshaft; ihnen wird vorgeworfen bei der Verhaftung eines Terroristen Gewalt angewandt zu haben. Der Terrorist hatte es geschafft nach seiner Festnahme die Handschellen abzustreifen und den Kommandeur der Einheit anzugreifen und zu verletzen.

Samstag, 17.03.2017:

Syrien behauptet gestern einen israelischen Kampfjet abgeschossen und einen weiteren beschädigt und den Rest „zur Flucht gezwungen“ zu haben. Israel bestreitet das; es wurde zwar auf die israelischen Jets geschossen, aber erfolglos. Der israelische Luftangriff galt Waffenlieferungen für die Hisbollah. Eine arabische Nachrichtenseite schreibt, dass Israel angriff, damit nordkoreanische Waffen nicht die Hisbollah erreichen.
Desweiteren behaupten die Syrer, dass Israel in Syrien eingegriffen habe, beweise, dass Israel Angst vor eine Niederlage des IS habe.

Der Islamische Staat behauptet Israel habe seine Leute im Sinai bombardiert.

Palästinenserführer schimpfen wegen der Löschung/Rücknahme des ESCWA-Papiers („Israel ist ein Apartheidstaat“); Hanan Ashrawi z.B. behauptet, die Realität bestehe in ethnischen Säuberungen und der UNO-Generalsekretär habe sich „politischer Erpressung“ gebeugt.

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Der Fall des Harald Doornbos und des blutigen Schuhs

The New Antisemite, 19. Dezember 2014

Dies ist die Geschichte eines blutigen Schuhs:

Wikipedia erklärt: Es handelt sich um

Einen blutdurchtränkten Kinderschuh in einem Einkaufszentrum in der südisraelischen Stadt Aschkelon, nachdem am 14. Mai 2008 eine von palästinensischen Militante im Gazastreifen verschossene Raketen in einem Einkaufszentrum explodierte und mehrere Israelis verletzte, darunter ein Kind und eine Frau und Dutzende weitere Israelis.

Nach dem Taliban-Angriff auf eine pakistanische Schule begann das Bild um die Welt zu gehen, als wäre es aus Peschawar. BBC Trending postete sogar eine Mitteilung darüber, mit der gewarnt wurde, dass es der Schuh eines israelischen Kindes war.

Der niederländische Journalist Harald Doornbos sah die Warnung offensichtlich nicht, denn er twitterte, dass das Bild nicht aus Peschawar war, sondern aus dem Gazastreifen.

TNA-Schuh-tweet0Dieses Bild, das durch die sozialen Medien geht, ist nicht von dem Anschlag auf die Schule in Peschawar, sondern aus dem Gazastreifen von diesem Sommer: pic.twitter.com/XfklDw4aSC
Harald Doornbos (@HaraldDoornbos) 16. Dezember 2014

Und hilfreicherweise sagt er uns, wie er zu diesem Schluss kam. Er führte eine Google-Bildsuche dazu durch und Google schlug vor, er suche nach „tote Kinder in Gaza“ und bot ihm nur pro-palästinensische, antiisraelische Seiten an, die die Lüge verbreiten, dieses Bild sei aus dem Gazastreifen.

TNA-Schuh-tweet1Dieses Bild ist aus Israel. Es wurde Medien gezeigt, nachdem eine Rakete aus dem Gazastreifen ein Einkaufszentrum in der Stadt Aschkelon traf.

TNA-Schuh-tweet2Diese Umkehrsuche über Google images sagt Gaza: https://t.co/4Z0SUXABQN

Als ich eine eigene Suche nach dem Bild durchführe, schlägt Google vor, ich suche nach „israel palestine peace“ und verlinkt mich zu dem Wikipedia-Artikel, der erklärt, woher das Bild kommt. Und wenn ich dieselbe Suche von Doornbos‘ Ergebnissen durchführe, bekomme ich „isis killing children“, was mich auf verschiedene anti-IS-Seiten führt.

Die Sache ist die: Google baut ein Profil seiner Nutzer auf. Liest du gerne etwas über Käsekuche, wir es die auf Käsekuchen-Seiten führen. Verbringst du deine Zeit mit dem Surfen auf Antiisrael-Seiten? Rate mal, was es dir zeigen wird.

Doornbos liebt in einer selbstgemachten Blase und erkennt das nicht einmal. Er glaubt, wenn er googelt, dann durchsucht er das gesamte Internet und bekommt die Story wirklich von allen Seiten. Aber in Wirklichkeit spiegelt Google einfach ihm nur seine eigene Einseitigkeit.

Und das ist die tragische Seite der ganzen Geschichte.

Titel, Thesen, Temperamente – Kulisse für Überhauptnichtantisemiten*

Die Sendung nennt sich auch neckisch „ttt“ und wird von einem Typen moderiert, der mir schon vor Jahr(hent)en übel aufstieß, als er noch was anderes machte (aber auch im öffentlich-rechtlichen Fernsehen). Um die Zeit, zu der das gesendet wird, will ich normalerweise im Bett sein, damit ich am nächsten Tag nicht unausgeschlafen durch die Gegend wanke. Weil aber die causa Augstein behandelt werden sollte, blieb ich auf. Hat sich (nicht) gelohnt.

Natürlich ist es den „Journalisten“ wieder gelungen, die Sache falsch darzustellen. Dass das Simon-Wiesenthal-Zentrum keine Liste der 10 schlimmste Antisemiten der Welt veröffentlichte, scheinen die Geistesblitzer schlichtweg nicht zu begreifen – entweder, weil sie zu blöde zum Lesen oder weil sie zu verbohrt sind. Aber für die ganz Blöden noch einmal, was schon so oft geschrieben wurde: Die Liste des SWC heißt:

2012 Top Ten Anti-Israel/Anti-Semitic Slurs: Mainstream Anti-Semitism Threatens World Peace

„Slur“ heißt auf Deutsch in diesem Fall so viel wie „Beleidigung“, „Verleumdung“, „Verunglimpfung“. Das ist nicht von den Top-Antisemiten die Rede, sondern von Äußerungen. Es steht auch nicht nur „antisemitisch“ dort, sondern auch „antiisraelisch“ – sogar vor dem anderen Terminus. Die Augstein-Fans könnten sich also in der Auswahl bedienen, aber das wissen sie vermutlich nicht einmal mehr. Aber Faktenwissen ist ja ohnehin kein Merkmal deutschen Qualitätsjournalismus, selbst in Organen, die gelegentlich als weniger notorisch verblendet auffallen. Beispiel sei eine „Dokumentation“ der Rheinischen Post über das Gespräch Augsteins beim SPIEGEL, an dem Dieter Graumann teilnahm: „Anfang des Jahres setzte das Simon Wiesenthal Center in Los Angeles Jakob Augstein auf Platz neun seiner Liste der zehn schlimmsten Antisemiten der Welt.“ Selbst wenn diese Leute des Englischen völlig unmächtig wären, sollten sie doch bei einem Blick auf die Veröffentlichung des SWC sehen können, dass dort nicht „Top Ten Anti-semits“ steht. Aber die Mühe, sich das mal anzusehen, haben sie sich offenbar nicht zumuten wollen. Wenn alle das sagen, dann stimmt das schon. In der Masse fühlen die Lemminge sich am wohlsten.

Jakob Augstein ließ auch bei ttt wissen: „Ich bin kein Antisemit.“ Weil er ja nur die israelische Regierung kritisiert. Und wer das tut, werde in Deutschland immer sofort mit der Antisemitismuskeule beehrt. Womit er das nächste Ressentiment aus der Tasche holte. Gut, geschenkt, mit solchen Leuten sind Diskussionen überflüssig. Die verlogene Behauptung aber, dass er nur die israelische Regierung kritisiere, „untermauerte“ ttt dann mit einem Journalisten, der „noch viel schärfer mit der israelischen Regierung“ ins Gericht geht: Gideon Levy von „der angesehenen Zeitung Ha’aretz“.

Das ist gleich doppelt lächerlich. Wie angesehen ist Ha’aretz? Und bei wem? Der Volksmund in Israel nennt das Blatt nur noch „die palästinensische Zeitung in hebräischer Sprache“, weil dort so viel Unsinn und antiisraelische Propagandahetze betrieben wird. Ansehen hat die Zeitung nur noch im linkslastigen Lager des Auslands, in Israel ist ihre Bedeutung kurz vor Null, der Marktanteil derart gering, dass sogar schon darüber nachgedacht wird die Printausgabe ganz einzustellen. Aber eine englischsprachige Ausgabe wird wirkungsvoll in Szene gesetzt, indem man Gideon Levy darin schmökern und eine Seite umblättern lässt, während er den oberen Rand der Titelseite schön hoch in die Kamera hält.

Ausgerechnet Gideon Levy – der Typ, der nicht einmal weiß, was Apartheid definiert, aber eine Umfrage unter Israelis in einem Kommentar mit aller böswilligen Gewalt so umdeutete, dass er dem Volk des jüdischen Staates unterstellen konnte üble Buren oder schlimmer zu sein, sich dabei aber anscheinend nicht genügend über seine eigenen Berichte informiert hatte, um die verlogenen Widersprüche seines Kommentars gegenüber seinem Bericht aus derselben Ausgabe zu erkennen. Der Mann sucht händeringend und nicht in guter Absicht nach Dingen, die er Israel negativ anlasten kann. Ein Alibi-Jude, der hier als Kronzeuge angeführt wurde, um Augstein zu entlasten.

ttt ist Qualität – die übliche Qualität der deutschen Qualitätsjournaille, die sich durch Fakten nicht stören lassen darf.

Aber auch noch einmal zurück zu dem, was Jakob Augstein so von sich gab: Er würde nur die israelische Regierung kritisieren. Man muss sich nur die Zitate ansehen, die das SWC anführt, um zu sehen, dass das nicht stimmt. Dann jammerte er noch, es ginge doch nicht, dass man ihm anhänge, seine Artikel würden Gewalt gegen Juden schüren. Warum denn nicht? Er und Seinesgleichen finden doch auch, Broder habe Breivik gemacht. Ach ja, das ist natürlich etwas ganz anderes – mit Linken darf man nicht machen, was Linke mit anderen machen. Und wenn der Überhauptnichtantisemit Jakob davon schwafelt (im SPIEGEL/Rheinische Post), dass er an Israel keine Doppelstandards angelegen würde, kann nur bitter gelacht werden. Aber so ist der, der Selbsterhöher: „Alles, was ich an Israel kritisiere, ist in schärferer Form von israelischen Journalisten geschrieben worden. Niemand regt sich darüber auf, jeder in Israel begreift das als Zeichen der freien Meinungsäußerung. Nur bei uns wird man schnell zum Antisemiten abgestempelt.“

Wahrscheinlich meint er da u.a. auch den schon angeführten Gideon Levy. Aber über den hat man sich in Israel schon aufgeregt. Wenn man ihn nicht einfach ignoriert hat, weil er schlicht zu unmöglich ist, als dass man ihn noch ernst nehmen könnte. Und was soll man sich in Deutschland über israelische Alibijuden aufregen? Augstein argumentiert von nicht ehrlich bis verlogen. Auch in Israel findet man nicht, dass Verleumdungen und Lügen freie Meinungsäußerung sind.

Der Überhauptnichtsantisemit wurde dann noch gefragt, ob er schon einmal in Israel war. Nein. „Warum nicht?“, fragte ihn Graumann. Die Antwort: „Ich wäre in den Zeiten der Apartheid auch nicht nach Südafrika gefahren.“ Alleine diese Aussage zeigt wieder, wes Geistes Kinder der Mann ist. Und Graumann ist nicht in der Lage, das zu kontern, sondern äußert und eine harmlose Empörung auf die der Überhauptnichtsantisemit noch eins draufsetzt: „Nein, wenn ich das Gefühl hätte, dass Israel diesen Konflikt mit den Palästinensern lösen will, wäre das eine andere Situation. Das finden Sie vielleicht sonderbar: Aber ich möchte nicht in Tel Aviv am Strand liegen, wenn ein paar Kilometer weiter südlich die Lage ist, wie sie ist.“ Womit er dokumentiert: Es ist alles Israels Schuld. Apartheid, Friedensunwille – Fakten stören nur und gehören nicht ins Bild.

Bei ttt war Augstein gut aufgehoben. Der selbsternannt Rechtschaffene hat ein mehr als reines Gewissen. Aber das hatten gewisse Herren mit braunen Hemden genauso, ebenso wie die mit den roten Fahnen im Osten. Kreise schließen sich und Überhauptnichtantisemiten sind immer im Recht. Öffentlich-rechtlich wie als Sturmgeschütz-Schmierfinken.

* s. Die Achse des Guten

Andern etwas vorwerfen, was man selbst macht – Hannes Stein macht übel Stimmung

Das ist – neuerdings oder schon länger? – eine Spezialität nicht nur unsere Lokalradios, auch Hannes Stein, WELT-Korrespondent mit Wohnsitz in New York, kann es prima: Er behauptet auf der Achse des Guten, die Gegner der Triumph-Moschee beim Ground Zero verschwiegen Fakten oder manipulierten sie.

Im Gegensatz zu unseren Lokalradio-Lügnern behauptet Stein zwar nicht, die Moschee sei keine Moschee und alles ganz harmlos, weil lauter unislamische Läden (na ja: Einrichtungen) in den Gebäudekomplex einziehen. Und er attestiert den Moschee-Gegnern, dass sie friedlich und anständig ihre Proteste ausüben (im Gegensatz zu den islamischen Pendants) und sogar ihre Wasserflaschen beim Halalspieß-Verkäufer nebenan kaufen. Mit dem Mob, der sich wegen der dänischen Karikaturen durch die Umma wälzte, wird Stein die Protestler also nicht vergleichen.

Dafür schlägt er aber erst einmal unappetitlich auf Pamela Geller ein, die die Protestbewegung zusammen mit Robert Spencer anführt (warum prügelt er nur Geller? Ist Jihad Watch weniger „unhygienisch“?). Deren Kampagne begann im Frühjahr 2010; dass bei Ankündigung des Bauvorhabens im Dezember 2009 niemand etwas dagegen hatte und sich kein Lüftchen an Kontroverse regt, rechnet er ihr negativ an. Im Übrigen äußert er zu ihr nur Unappetitliches, ohne es tatsächlich zu begründen; vielleicht sollte er zugeben, dass er sie einfach nur nicht leiden kann.

Nachdem er also dafür gesorgt hat, dass man ihn nicht als Islamophoben und die Augen verschließend bezeichnen kann, fährt er seine weniger unappetitlichen Angriffe mit der Behauptung fort, es würden Fakten verschwiegen oder manipuliert und zählt auf:

„1. Es wird so getan, als solle jenes Kulturzentrum direkt am oder über dem Ground Zero entstehen…“ Das ist Blödsinn. So interpretiert Herr Stein das, was einfachheitshalber „Ground Zero-Moschee“ genannt wird; das ist kürzer und klingt besser als „Islamisches Zentrum, das knappe 200 Meter von Ground Zero entfernt entstehen soll und auch einen Gebetsraum beinhaltet“. Aber so weit zu denken ist Herr Stein offensichtlich in der Lage. Kid Rock sang in „All Summer Long“: „My thoughts were short, my hair was long.“ Das Zweite fehlt Stein, aber der erste passt um so mehr! Bei der tatsächlichen Entfernung ist es nun wirklich nicht wichtig, ob das Teil 20 oder 200 Meter vom Ground Zero entfernt steht. Ich würde sagen, neben die Gedenkstätte von Wounded Knee eine Kaserne der US Army neu zu bauen würde Herr Stein auch nicht sonderlich sensibel finden – egal, ob da noch ein Wolkenkratzer dazwischen stünde oder nicht. Und was die Strip-Bars in der Straße nebenan mit der Kritik am islamischen Zentrum zu tun haben soll, dürfte wohl weiter Geheimnis des Aufklärers bleiben.

„2. Es wird so getan, als sei Imam Feisal Abdul Rauf ein Gesinnungsgenosse von Scheich Jussuf al-Qaradawi, jenem Hetzprediger, der gelegentlich auf Al-Dschasira zu sehen ist…“ Dem folgt ein Lobgesang auf die Moderatheit des Faisal Abdul Rauf, dem nach Meinung Steins ungerechtfertigt vorgeworfen wird ein Extremist zu sein. Um die Unglaubwürdigkeit dieser Ansicht zu beweisen, wird angeführt, was der Mann bei der Totenfeier von Daniel Pearl und noch ein paar nette Sachen sagte. Damit will er alles andere beiseite wischen, was über den Mann – besonders in der letzten Zeit – öffentlich wurde. Zitate und Taten aus dem Jahr 2001 sagen wenig darüber aus, wie der Mann heute tickt und welche Verbindungen er hat, abgesehen davon, dass bei Stein selbst für diese Zeit nur eng Ausgewähltes vorkommt, während er anderes auslässt; und schon gar nicht kann Stein’sches aufheben, mit wem Rauf sich so gerne zusammentut. Die Möglichkeit der Taqiyya einzukalkulieren, kommt dem Supermann der Aufklärung erst gar nicht.

„3. Es wird so getan, als handle es sich bei jenem geplanten Kulturzentrum um eine ‚Siegesmoschee‘: Triumph über den dekadenten Westen. Tatsächlich soll das Gedenken an die Opfer des 11. September aber ein Teil des Kulturzentrums sein.“ Ja, warum denn auch nicht. Es gehört dazu, den Leuten etwas schmackhaft machen zu wollen. Dass ein Großteil der Muslime genau das – „Siegesmoschee“ – denkt, kümmert Stein genauso wenig wie so einiges andere. Der Vergleich mit einem jüdischen Begegnungszentrum geht in die fantasierte Zukunft – Fakten andernorts sprechen nicht dafür, dass das so kommen wird, eher im Gegenteil. Was jetzt als Möglichkeit in den Raum gestellt wird, ist noch lange nicht fest eingeplant.

„4. Es wird so getan, als habe es unter den Opfern des 11. September keine Muslime gegeben.“ Auf welch dünnem Brett hat er sich das denn angelacht? Wer das behauptet, verhält sich ähnlich wie die, die behaupten, alle Juden hätten die Türme am 11. September gar nicht erst betreten. Könnte es sein, dass Stein sich hier Idioten von irgendeinem seltsamen äußersten Rand als repräsentativ für die Protestbewegung vorstellt? Ich habe reichlich zu den Protesten gelesen, gerade diejenigen, die Stein hier so verteufelt. „Keine Muslime im WTC am 9/11“ kommt da nicht vor. Wenn Stein solchen Unsinn verbreitet, dann hat er es jedenfalls nicht aus der Masse der Bewegung.

„5. Es wird so getan, als gäbe es nicht längst eine Mosche in unmittelbarer Nähe zum Ground Zero. Sie ‚Masjid al Farah‘ hat aber die Adresse: 245 West Broadway.“ Auch hier weiß ich nicht, woher er diesen Quatsch hat. Dass es in der Nähe schon eine Moschee gibt, spielt doch überhaupt keine Rolle für den Neubau. Die von ihm angeführte Moschee ist a) schon längst vorhanden, daher für Proteste uninteressant, weil man nichts gegen sie hat und b) handelt es sich nicht um ein undurchsichtiges Megaprojekt zweifelhafter Macher mit kriminellem Hintergrund (der Grundstücksentwickler fiel schon mehrfach durch gesetzeswidriges Verhalten auf, nicht nur mit Mietprellung). Die vorhandene Moschee zeigt im Gegenteil eher auf, dass die neue Moschee völlig überflüssig ist!

Stein führt dann noch an, dass die rechtliche Seite klar ist und die Typen die Moschee bauen dürfen, so lange sie sich an die Bauvorschriften halten. Damit will er offenbar andeuten, dass die Protestbewegung sich außerhalb des Rechts bewegen will. Über die juristische Lage hat aber keiner von den Protestlern etwas gesagt. Sie wollen Druck machen, damit der heuchlerische Imam und sein krimineller Projektentwickler das Projekt aufgeben. Darüber hinaus hat man an den Verwaltungshengsten und der politischen Führung der Stadt (und des Landes) auszusetzen, dass diese sich für eine Truppe einsetzen, die sich immer mehr als reichlich zweifelhaft erweist und Vertreter einer Religion hofiert, von denen man sich fern halten sollte.

Wer also lässt Fakten aus und manipuliert sie? Herr Stein fängt schon ganz am Anfang damit an, wenn er zur Aufregung über das Zentrum anführt: „Es wäre falsch zu sagen, dass die Aufregung über das Kulturzentrum sich in Grenzen hielt: Es gab sie ganz einfach nicht.“ Ja, im Dezember 2009 gab es sie einfach nicht. Und warum nicht? Weil die Medien nicht allzu informativ agierten – dass das Projekt auf der Titelseite stand, heißt noch nicht, dass man da viel erfuhr. Weil noch nicht bekannt war, wer da bauen will. Und weil so seltsame Fakten nicht ans Licht gekommen waren wie eine griechisch-orthodoxe Kirche, die zwar beim 9/11 zerstört wurde, aber nicht wieder aufgebaut werden darf, weil die Behörden die Baugenehmigung verweigern (warum? Und warum wurde selbst ein Alternativ-Standort nicht gewährt?). Stein lässt massig aus und führt Ausnahmen als repräsentativ an; Stein erweckt falsche Eindrücke. Wo fängt Manipulation an? Da, wo Stein Auslassungen begeht, wie er sie anderen vorwirft; und da, wo er Fakten ausschließlich so auslegt, dass sie die Moscheegegner in schlechtes Licht stellen, obwohl die Interpretation nicht deren Meinung wiedergibt. Von Angaben mal ganz abgesehen, die alles andere als repräsentativ sind – sollten sie nicht überhaupt seiner Fantasie entspringen.

Alte antizionisische Lügen sterben nie

Elder of Ziyon, 6. September 2009

Mitten in einem vorhersagbar antiisraelischen Artikel in den Gulf News, der von Stuart Reigeluth geschrieben wurde, kommt ein „Nahost-Experte aus Madrid“ mit diesem kleinen, nebensächlichen Detail:

Mann kann sich nur wundern, ob Israel diesen Kolonien erlaubt weiter zu gedeihen, um den Traum vom „Großisrael“ zu unterstützen. Eine Landkarte dieses zionistischen Traums ist auf der nationalen 10-Agorot-Münze zu finden – die ironischerweise am häufigsten als Wechselgeld in den palästinensischen Minibussen genutzt wird, die die kurvenreichen Straßen der Westbank herumwackeln.

Diese Vorstellung, dass die Bildseite der 10-Agorot-Münze eine Landkarte Israels vom Nil bis zum Euphrat zeigt, wurde erstmals von Yassir Arafat 1988 auf einer Pressekonferenz in Umlauf gebracht und sofort als Lüge enttarnt – das Design folgte einer Münze, die vom letzten Hasmonäer-König um 40 v.Chr. ausgegebe wurde.


Es ist merkwürdig, dass dieser „Nahost-Experte“ es als absolute Wahrheit akzeptierte. (Aber sein dann beinhaltet sein Artikel wiederum gleichermaßen unsinnige Dinge zur Demographie.)

Manchmal sind diese kleinen Nebenbemerkungen schädlicher als die Geschichte selbst. Menschen, die den Artikel lesen, könnten auf die Idee kommen, dass er unausgewogen ist, aber sie haben keinen Grund zu glauben, dass die dahin geworfenen „Fakten“ völlig erfunden sind; sie gehen ins Unterbewusstsein und tragen zu einem Gewebe der Täuschung bei, die die Wahrnehmung des Nahen Ostens durch die Menschen umgibt.

Das fehlende Bild

In Beit Hanoun im Gazastreifen ist am Montag fast eine ganze Familie bei einem Luftangriff der Israelis umgekommen. Die Palästinenser behaupten, die Familie sei reichlich weit weg von den Terroristen gewesen, auf die die Israelis gezielt hatten. Die Israelis sagen, sie hätten die Terroristen getroffen, deren Sprengsätze seien explodiert und hätten die Familie getötet.

Abgesehen davon, dass die israelische Darstellung grundsätzlich glaubwürdiger ist, hat Elder of Ziyon hat sich seine Gedanken und eine Entdeckung gemacht:

Ich habe eine Menge Zeit damit verbracht, mir die Umstände um die gestrige Detonation anzusehen, durch die ein Großteil der Familie Me’tiq getötet wurde; in der gesamten Berichterstattung fehlt etwas:

Bilder des beschädigten Hauses.

Die palästinensischen Araber behaupten immer noch, dass es eine israelische Panzergranate war, die das Dach des Hauses durchschlug und explodierte (vermutlich in der Küche). Israel sagt, dass die Explosion außerhalb des Hauses durch die Munition der Terroristen erfolgte.

Gaza, das vor palästinensisch-arabischen Stringern und Fotografen nur so wimmelt, verschwenden keine Zeit, wenn sie Beerdigungen und Leichen fotografieren wollen – warum haben wir keine Bilder des Hauses gesehen, wo angeblich ein „Massaker“ stattfand? Bei anderen israelischen Angriffen wurden Fotos der Schäden gezeigt.

Es wäre sehr einfach für AP oder Reuters oder AFP, einen Fotografen nach Beit Hanoun zu schicken, um ein solches Bild zu machen. Warum also ist das nicht geschehen?

Der Grund ist mit größter Wahrscheinlichkeit der, dass die Bilder einen riesigen Krater außerhalb des Hauses zeigen würden, dazu, dass der Schaden sich von diesem Krater aus ausbreitet. Die Bilder würden die IDF-Version der Ereignisse bestätigen. Die palästinensisch-arabische Opferdarstellung würde einmal mehr vernichtet und die manipulierte, rechtschaffene Empörung der arabischen Welt würde sich in Luft auflösen.

Da die Fotografen der Agenturen im Gazastreifen nur daran interessiert sind die Sache der palästinensischen Araber voran zu bringen, haben sie keinerlei Anreiz irgendetwas zu dokumentieren, das Israel weniger bösartig aussehen lässt. (Sie leben außerdem in Furcht davor, was die Hamas ihnen antun könnte, sollten sie etwas veröffentlichen, das die Organisation nicht mag.) Also lehnen sie es einfach ab Bilder zu machen, die nicht der Linie der Hamas folgen.

Auch wenn ich meine Zweifel habe, dass das einwandfrei ist: Interessanterweise schrieb eine Person, die behauptet ein AP-Reporter zu sein, einen Kommentar an Ha’aretz:

Titel: Ich berichtete allen Nachrichtenagenturen alles, sah es mit meinen eigenen Augen.

Name: Ali – AP-Reporter

Stadt: El-Arish
Staat: Ägypten

Guten Morgen alle zusammen,

einige von uns wurden von der Hamas aufgefordert Zeugen eines Angriff auf die zionistischen Streitkräfte zu sein, der von Männern mit einer großen Menge Sprengstoff ausgeführt würde. Als wir aber in die Nähe des Hauses der Familie Abu Meatik kamen, kamen die zionistischen Vögel aus dem Himmel und rissen die Märtyrer in Stücke, die die Aufgabe ausführen sollten. Durch die folgende Explosion ihrer Ladung starben auch die auf der Straße vor ihnen spielenden Abu Meatik-Kinder.

Unser mit Reportern wie mir voll besetzter Jeep war zum Glück 50 Meter dahinter, so dass wir der Detonation entkamen.

Die anderen Reporter hatten Angst ihre Nachrichten-Agenturen zu kontaktieren, weil sie die Vergeltung nach Berichten über so unangenehme Wahrheiten der Hamas fürchten. Ich aber war ohnehin auf dem Weg zurück nach Kairo, also berichtete ich alles.

Fakt ist, dass ich gestern meine Koffer packte, sobald es gestern Abend möglich war nach Rafah und über die Grenze zu kommen, um einfach in Sicherheit zu sein; ich schlief in einem Hotel in El-Arish.

Es ist zwar nicht sicher zu sagen, dass dieser Reporter tatsächlich existiert und die Wahrheit schreibt. Aber dass sich das so abgespielt haben kann, ist keine Frage.

Nachtrag: Al-Jazeera und B’Tselem (die israelische Propagandatruppe gegen Israel) schildern beide, dass die Propaganda-Behauptungen der PalAraber glatt gelogen waren. (Beide sind zwar der Meinung, das die Israelis hier die Bösen sind und ihre Bericht differieren stark – aber beide sind sich auch einig darin, dass die Toten durch Schüsse auf Terroristen – äh Widerständler – entstanden.