Merkels böswilliger Rat für Netanyahu

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung veröffentlichte eine Meldung zu einem Telefonat von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem israelischen Premierminister Benjamin Netanyahu. In dem Bericht hieß es, dass neben der Bewältigung der Covid-19-Pandemie auch regionale Themen diskutiert wurden. Die Kanzlerin begrüßte die fortdauernden Gespräche zur Normalisierung der bilateralen Beziehungen zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten. In diesem Zusammenhang unterstrich sie die Notwendigkeit der Wiederaufnahme der Beziehungen zu den Palästinensern mit dem Ziel einer Zweistaaten-Lösung.[1]

Letzteres war ein böswilliger Rat. Das Wort ist eher euphemistischen Begriffen wie fehlgeleitet, kontraproduktiv, antagonistisch, konfrontativ, aggressiv unaufrichtig, störend, verfehlt, fehlerhaft und so weiter vorgezogen. In der zum Zeitpunkt der Entstehung dieses Textes noch anstehenden israelischen Vereinbarung mit den Vereinigten Arabischen Emiraten wird ein Palästinenserstaat gar nicht erwähnt. Was also geht das eine Bundeskanzlerin Deutschlands an, wo die Überbleibsel ihrer schrecklichen Vergangenheit immer wieder auftauchen?

In der Zukunft könnte eine Situation entstehen, in der es westlich des Jordan zwei Staaten gibt. Das ist allerdings keine Zweistaaten-Lösung. Aus den derzeitigen palästinensischen Gebilden einen Staat zu machen, in dem die stärkste Partei, die Hamas, den Völkermord an Juden befürwortet – mehr oder weniger wie die Großelterngeneration in Deutschland – wird kaum etwas lösen. Auch die zweitgrößte Palästinenserpartei, die Fatah, ist für Terrorismus und die von ihr kontrollierte palästinensische Autonomiebehörde belohnt potenzielle oder „erfolgreiche“ Mörder. Die Verherrlichung des Todes ist ein Kult, der große Teile der palästinensischen Gesellschaft durchzieht.

Es gibt mehrere weitere Gründe, warum Merkels Äußerung unverschämt war. Dennoch ist Deutschland eine Macht und Netanyahu musste es sich versagen Merkels Rat wie folgt zu beantworten. Weil es dennoch gesagt werden muss, veröffentlichen wir es hier:

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

Sie haben eine Reihe guter Dinge für Israel getan, die ich enorm schätze. Andererseits gibt es allerlei negative Aspekte im Verhalten der deutschen Regierung unter Ihrer Führung, die sowohl Israel als auch die deutschen Juden gefährdet.

Niemand hat im letzten Jahrzehnt indirekt mehr für Terrorismus im Nahen Osten geworben als der letzte US-Präsident Barack Obama. Dennoch hat er den Friedensnobelpreis bekommen, der ihm von unverantwortlichen Norwegern verliehen wurde. Die JCPOA-Vereinbarung von 2015, der Israel heftig widersprach, hat der iranischen Regierung – mit ihren völkermörderischen Absichten gegenüber Israel – die Hände befreit, um in vielen Teilen des Nahen Ostens Terrorismus Vorschub zu leisten. Deutschland hat diese Vereinbarung unterstützt. Selbst heute noch hat Deutschland eine viel zu nachgiebige Haltung gegenüber dem Iran.

Auch Ihr Botschafter bei den Vereinten Nationen nimmt dort an dem antiisraelischen Hass-Fest teil. Bei der UNO stimmt Ihr Land regelmäßig mit den Feinden Israels. Ihr Botschafter hat sich sogar negativ über Israel geäußert und Sie hätten ihn abberufen sollen.

Ihre Regierung ist der größte Importeur von Antisemitismus nach Europa. Ihre Willkommenspolitik hat ohne jegliche Überprüfung darauf, ob sie Antisemiten sind oder nicht, mehr als eine Million zusätzliche Muslime ins Land gelassen. Nach Angabe von Studien sind die Hälfte von ihnen Judenhasser. Angesichts seiner außergewöhnlich kriminellen Vergangenheit hätte Deutschland keine Antisemiten hereinlassen dürfen. Es gibt nichts Humanitäres daran Antisemiten nach Europa hereinzuholen, selbst wenn sie Flüchtlinge sind. Diese radikal falsche Entscheidung hat auch zu einer Stärkung von Aktivismus der deutschen Rechten geführt, auch gegen Juden. Heute sitzt eine rechte Partei, in der es antisemitische Mitglieder gibt, im Parlament Ihres Landes, dem Bundestag.

Ihr Vorgänger, Kanzler Helmut Kohl, gab sich große Mühe die Realität für Deutschlands Juden so weit wie möglich zu normalisieren. Er öffnete die deutschen Grenzen für Juden aus Russland, was zu einer starken Zunahme der Zahl der Juden und neuen jüdischen Gemeinden in mehreren deutschen Städten führte. Ihre Politik hat hingegen zum Gegenteil geführt. Deutsche jüdische Leiter sind extrem abgeneigt gewesen die Wahrheit zu sagen, aber im Mai 2020 gab Josef Schuster, der Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, endlich zu, das er die utopische Idee aufgegeben hatte, es könne ein Deutschland ohne Antisemitismus geben.[2]

Der nationale Antisemitismus-Beauftragte Felix Klein sagte: „Ich kann Juden nicht empfehlen, jederzeit überall in Deutschland Kippa zu tragen.“[3] Schuster riet Juden auch, in Großstädten keine Kippa zu tragen. Der Hauptgrund für diesen Rat war, dass Hass von Muslimen manchmal Gewalttaten zur Folge hat.[4] Einer von denen, die die diesem Rat anfangs nicht folgten, war der Münchener Rabbiner Schmuel Aharon Brodman. Er wurde im Juli von vier Arabisch sprechenden Männern belästigt.[5] Wir wissen nicht, ob die Angreifer Teil Ihrer Willkommens-Einwanderung waren oder vorher ins Land kamen. Rabbi Brodman hat sich jetzt entschieden in der Öffentlichkeit keine Kippa mehr zu tragen oder laut Hebräisch zu sprechen.[6]

Angesichts der damit verbundenen Risiken haben Juden in Deutschland beschlossen den Rat ihre Identität zu verbergen zu befolgen. Ein Arbeitsgericht hat hingegen entschieden, dass muslimische Frauen ihre Identität zeigen können, indem sie als Lehrerinnen in Schulen Kopftuch tragen.[7] Berlin ist heute Europas Hauptstadt des Antisemitismus. Ein besonderes Problem sind einige Fälle extremer Schikanierung jüdischer Schüler in Schulen, hauptsächlich durch Muslime.[8] Ihre Regierung manipuliert die Statistiken und versucht für fast alle antisemitischen Vorfälle die Rechten verantwortlich zu machen, obwohl nur die Hälfte der Täter bekannt ist.

Erlauben Sie mir eine weitere Anmerkung. Ihre Botschafterin in Israel ist Gast in unserem Land. Sie sollte die Meinung der deutschen Regierung zur Zweistaaten-Lösung für den palästinensisch-israelischen Konflikt für sich behalten. Angesichts des oben Gesagten sollte sie nicht öffentlich unaufgefordert und arglistig Empfehlungen zur „Zweistaaten-Lösung“ verbreiten. Gäste sollten ihre Gastgeber nicht beleidigen.

Da Sie mir einen Rat gaben, möchte ich mich meinerseits mit einem Rat revanchieren. Sie haben in Deutschland viele Probleme, darunter zunehmenden Antisemitismus. Also kehren Sie bitte erste einmal vor der eigenen Tür.

Netanyahu konnte das nicht sagen. Dennoch gibt es eines, das er in seinem Telefonat mit Merkel gewiss hätte sagen können: „Dutzende Millionen Deutscher glauben, dass Israel sich gegenüber den Palästinensern wie Nazis verhalten oder alternativ, dass Israel vor hat die Palästinenser auszulöschen.[9] Ich möchte Sie höflich, aber eindringlich auffordern diese Sache zu untersuchen und zu sehen, wie die deutsche Regierung gegen diese weit verbreiteten, extrem bösartigen Meinungen vorgehen kann.“

[1] www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/telefonat-von-bundeskanzlerin-merkel-mit-dem-israelischen-ministerpraesidenten-benjamin-netanjahu-1782466

[2] neuesruhrwort.de/2020/05/19/schuster-in-krisenzeiten-werden-schuldige-gesucht/

[3] https://rp-online.de/politik/deutschland/antisemitismus-beauftragter-felix-klein-warnt-juden-vor-tragen-der-kippa-in-deutschland_aid-39029439

[4] www.timesofisrael.com/man-attacked-in-berlin-for-wearing-kippa-is-israeli-arab/

[5] www.rnd.de/politik/munchen-rabbiner-versteckt-kippa-nach-antisemitischem-angriff-4SQX62MDIUR2WF43XOCPDPGXGE.html

[6] www.hallo-muenchen.de/muenchen/muenchen-rabbi-rabbiner-brodmann-attacke-kippa-isartor-israel-shmuel-aharon-juden-13847768.html

[7] https://www.tagesspiegel.de/berlin/reaktionen-von-paedagogen-auf-kopftuch-urteil-wir-haben-schueler-aus-gegenden-in-denen-unglaeubige-bekaempft-werden/26138130.html; https://www.tagesspiegel.de/berlin/reaktionen-von-paedagogen-auf-kopftuch-urteil-wir-haben-schueler-aus-gegenden-in-denen-unglaeubige-bekaempft-werden/26138130.html

[8] https://besacenter.org/perspectives-papers/berlin-antisemitism/

[9] http://library.fes.de/pdf-files/do/07908-20110311.pdf

„Israel hat sich verschworen die Menschheit zu vernichten“

Elder of Ziyon, 11. August 2020

Ich sah während der letzten Tage mindestens vier arabische Nachrichtenseiten mit der Schlagzeile „Israel hat sich verschworen die Menschheit zu vernichten“.

Das Thema der Artikel dreht sich darum, dass die Muslimbruderschaft hinter der Geburt Israels steckt.

Offensichtlich war der Gründer der Muslimbruderschaft, Hassan al-Banna, Jude. Wir haben diese Anschuldigung früher schon oft erlebt. Aber die Logik, die folgt, ist neu.

Sehen Sie, die Muslimbruderschaft – angeblich jüdisch – begann in Ägypten und anderen arabischen Ländern eine antisemitische Kampagne, um die Juden rauszuwerfen – so dass sie nach Israel ziehen und dort einen Staat aufbauen konnten!

Später in dem Artikel wird uns erzählt, dass weitere Beweise für die Liebe der Muslimbruderschaft zu den Juden von Ägyptens MB-Fhürer Essam Al-Arian kommt, der 2012 sagte: „Ich rufe alle ägyptischen Juden auf in ihr Heimatland zurückzukommen; sie müssen es ablehnen weiter unter einer unterdrückerischen und rassistischen Regime zu leben, das von Verbrechen gegen die Menschheit befleckt ist.“

Wenn also der Ikhwan die Juden rauswirft, beweist es, dass die Juden lieben; und wenn sie sie einladen zurückzukommen, beweist das auch, dass sie Juden lieben.

Interessanterweise werden die Artikel meistens mit diesem Foto illustriert, offenbar israelische medizinische Teams, die COVID-19-Tests durchführen. Man kann sich nur vorstellen, wie das „Israel hat sich verschworen die Menschheit zu vernichten“ illustriert.

Mit Hass indoktriniert: Palästinensische Schulen sind typisch muslimische Schulen

Raymond Ibrahim, 24. Juli 2020

Palästinensische Schulkinder mit Hass zu indoktrinieren und gegen die Existenz Israels zu sein grassiert, stellte eine gerade durchgeführte Studie fest, nachdem fast 400 Schulbücher und mehr als 100 Lehrerhandbücher untersucht wurden, die das Bildungsministerium der palästinensischen Autonomiebehörde zwischen 2013 und 2020 ausgegeben hat.

Nach Angaben des Autors Dr. Arnon Groiss vom Meir Amit Intelligence and Terrorism Information Center hat diese Bildung der Aspekte:

[1] Delegitimierung der Existenz des Staates Israel und die Anwesenheit von Juden im Land Israel, einschließlich der Ablehnung der Existenz von jüdischen heiligen Stätten im Land Israel; [2] Dämonisierung Israels und der Juden: „Der zionistische Feind“ ist gemäß der Beschreibung in den Schulbüchern insgesamt böse und stellt eine existenzielle Bedrohung für die Palästinenser dar, die als ultimative Opfer beschrieben werden, ohne gemeinsame Verantwortung für den Konflikt; und [3] Heranabildung zu einem gewalttätigen Kampf zur Befreiung des Landes Israel (Palästina) ohne Bildung zu Frieden und Koexistenz. In keinem der PA-Schuldbücher ist irgendeine Aufforderung zur friedlichen Lösung des Konflikts oder irgendeine Erwähnung der Koexistenz mit Israel zu finden.

Ein ausgesprochen religiöses Element durchdringt weiterhin die palästinensischen Ansichten zu Israel, soweit sie sie nicht sogar dominiert. Nach Angaben eines früheren Berichts zu diesem Thema, ebenfalls von Groiss, werden „Juden außerhalb des Konflikts auch im religiösen Kontext dämonisiert. Sie werden als seit Beginn an korrupte Nation und als Feinde des Islam seit den frühesten Tagen dargestellt.“

Unter Anführung des Koran und anderer islamischer heiliger Schriften lehren palästinensische Schulbücher: „Die Korruption der Kinder Israel auf Erden war der Grund für ihre Vernichtung und wird es sein“; und obwohl er mit ihnen verbündet war, war sich Mohammed „der Hinterlist und Verschwörungen der Juden bewusst“.

Darüber hinaus „islamische traditionelle Ideale des Jihad und des Märtyrertums werden verherrlicht und ihnen einen besondere Rolle im Befreiungskampf zugewiesen. Tatsächlich gibt es eine Sprachübung, die zu Märtyrertum besonders ermutigt.“

Dass palästinensische Schulkinder dazu indoktriniert werden Juden zu hassen scheint zwar eine Besonderheit des israelisch-palästinensischen Konflikts zu sein – heißt, es mag als Produkt von Politik und Missständen erscheinen – aber tatsächlich ist es Teil eines größeren Trends: Schulbücher in einer Vielzahl anderer muslimischer Staaten lehren ebenfalls Hass auf „andere“ – selbst diejenigen, die weit von einer Position entfernt sind Muslime zu „unterdrücken“ werden in Wirklichkeit von diesen unterdrückt.

2018 zum Beispiel gab die US-Kommission für internationale religiöse Freiheit eine Erklärung aus, in der es hieß, es sei „enttäuschend, in saudischen Schulbüchern aufhetzerische Inhalte zu finden, von denen man vorher annahm, dass sie entfernt worden seien“. Die Kommission „entdeckte Inhalt, der für Gewalt und Hass auf religiöse Minderheiten und andere wirbt“, oft in Verbindung zur islamischen Doktrin der „Loyalität und Feindseligkeit“, die von Muslimen auf Grundlage des Koran (z.B. Sure 60,4) verlangt zu lieben, was Allah liebt und zu hassen, was Allah hasst – wozu „Ungläubige“, also Nichtmuslime, gehören.

Ein gesonderter Bericht, veröffentlicht von Human Rights Watch im Jahr 2017, berührte den Indoktrinationsprozess: „Schon im ersten Schuljahr werden Schüler in saudischen Schulen Hass auf alle gelehrt, die als einen anderen Glauben habend oder einer anderen Denkschule angehörig wahrgenommen werden … Die Lektionen in Hass werden mit jedem folgenden Jahr verstärkt.“ Weiter Besorgnis erregend ist, dass solche hasserfüllten Texte nicht auf saudische Schulen begrenzt sind, sondern weiterhin weithin in Madrassen in der ganzen Welt, einschließlich in den USA, verbreitet werden.

Schulen in Pakistan lehren ihre Kinder weiterhin „Christen und andere religiöse Minderheiten zu hassen“, stellte ein Bericht aus 2017 fest.

Statt Hass-Material zu verringern und von religiösem Extremismus abzubringen [wie die Regierung es nach einem besonders tödlichen islamischen Terroranschlag auf eine Schule versprach, bei der im Jahr 2014 132 Schüler getötet wurden] scheint das Gegenteil zu geschehen, wobei der Trend zu einem noch einseitigeren Lehrplans zuzunehmen scheint und in Pakistans öffentlichen Schulen noch mehr religiöser Extremismus gelehrt wird.

Ein pakistanisch-christlicher Leiter sagte 2019, dass religiöse „Minderheiten als Ungläubige betrachtet und in Schulbüchern negativ dargestellt werden, die Vorurteile gegen Minderheiten propagieren.“ Deswegen:

Geben viele Minderheiten ihren Kindern islamische Namen, damit sie nicht als Christen ausgesondert zu potenziellen Zielen für Diskriminierung in Grund- und Mittelschulen sowie auf Oberschulebene werden… in vielen Fällen werden Minderheiten angehörende Schüler in öffentlichen Schulen misshandelt.“

Auch Schulbücher in der Türkei dämonisieren Nichtmuslime. Eine ehemalige Muslima, die zum Christentum konvertierte, sprach aus eigener Erfahrung, als sie erklärte, dass „ihre Meinung von Christen sehr schlecht war, wegen all der Dinge, die sie und andere in einer muslimischen Gesellschaft über Christen gelehrt wurden“. Nach Angaben der Konvertitin, die heute in den USA lebt und das Pseudonym Cerya Little angenommen hat, „ist eine christenfeindliche Gesinnung ein großer Teil der nationalen Identität, deshalb steht jeder oder alles, was Christliches propagiert, automatisch unter Verdacht“.

Schulbücher lehrten sie, dass „es die Christen waren, die das Land und die Reichtümer der muslimischen Welt plündern wollen“ und dass Türken nur damit reagierten „zu verteidigen, was rechtlich ihres war“. (In Wirklichkeit besteht die heutige Türkei aus Gebieten, die mehr als ein Jahrtausend christlich waren, bevor sie im Namen des Jihad brutal erobert wurden.)

„Alles wird verwendet, um die Christen wie Verbrecher aussehen zu lassen“, sagte sie und fügte hinzu: „Das ist in allen muslimischen Ländern dasselbe.“

Und das ist der Punkt. Wenn palästinensische Schulkinder indoktriniert werden Israel und Juden zu hassen, weil sie „ihnen das Land gestohlen“ hätten und sie überhaupt unterdrücken, was erklärt dann die Tatsache, dass andere Kinder überall in der islamischen Welt ebenfalls indoktriniert werden andere Nichtmuslime zu hassen, insbesondere entrechtete christliche Minderheiten, die, weit davon entfernt über Muslime zu „herrschen“, jetzt von ihnen verfolgt werden?

Die Antwort – das im Islam tiefsitzende Gefühl von Herrenmenschentum und Hass auf „den anderen“ – sollte offensichtlich sein.

Stattdessen hilft Hass auf entmachtete religiöse Minderheiten tatsächlich zu erklären, warum Israel derart verunglimpft wird. Wenn, wie es muslimischen Kindern gelehrt wird, Ungläubige immer zu ihren Füßen legen müssen – „Muslime sind die Herren Jerusalems und keine Stimme soll höher sein als ihre Stimme [dort]“, lehren palästinensische Texte – dann wird wohl nur kriegerische Empörung übrig bleiben, wo immer Muslime sich unter der Obrigkeit von „Ungläubigen“ befinden.

Judenfeindliche Corona-Verschwörungstheorien in historischem Kontext

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor; auf Englisch auf BESA Center veröffentlicht)

Die Verbrennung von Juden während der Epidemie des Schwarzen Todes 1349. Brüssel, Bibliothèque de Belgique – Bild via Wikimedia

Der Ausbruch des Coronavirus hat zu einer Vielzahl an Verschwörungstheorien geführt, die Juden und Israel mit mehreren seiner Aspekte in Verbindung bringen. Diese Theorien sollten als Fortsetzung ähnlicher antisemitischer Überzeugungen angesehen werden, die vor etwa 2000 Jahren begannen. Flavius Josephus, der jüdische Historiker in römischer Zeit, schreibt über eine der ersten bekannten jüdischen Verschwörungstheorien. Er sagt, dass gemäß dem Judenhasser Apion, einem Griechen, der in Ägypten lebte, die Juden einen Griechen entführten. Dann hielten sie ihn im Tempel in Jerusalem gefangen und mästeten ihn. Danach opferten sie ihn und aßen sein Fleisch.[1] Diese falsche Behauptung war der Wegbereiter des Ritualmordvorwurfs, einem der großen Stränge antisemitischer Verschwörungstheorien.

Gehen wir in die Gegenwart: Nathan Sharansky sagte vor kurzem: „Sie machen die Juden verantwortlich, beschuldigen uns des Versuchs die Wirtschaft zu zerstören, um Geld zu machen.“ Er fügte an, dass „aktuelle, bösartige, antisemitische Propaganda im Iran, der Türkei und verschiedenen anderen Ländern der gesamten Welt entsprang, die die Juden der Verbreitung des Coronavirus beschuldigen. Im Iran tragen die staatlich kontrollierten Medien ebenfalls zur Hetze bei; sie machen ‚Zionisten‘ für die Epidemie verantwortlich und warnen die Menschen keine Coronavirus-Schutzimpfung zu nutzen, wenn diese von israelischen Wissenschaftlern entwickelt wird.“[2]

Die ADL erwähnt die Behauptung weißer Rassisten, Juden seien verantwortlich für die Schaffung des Virus, um ihre Kontrolle über eine dezimierte Bevölkerung zu verstärken und/oder vom Virus zu profitieren. Die ADL sagt, dass ähnliche Botschaften sich auch auf eher dem Mainstream angehörenden Plattformen wie Twitter, YouTube, Instagram und Reddit verbreiten. Manche Verschwörungstheoretiker suggerieren, dass der Virus von den USA und Israel erzeugt wurde, um gegen politische Rivalen wie China und den Iran vorzugehen.[3]

Ein Gast im türkischen Staatsfernsehen sagte: „Juden, Zionisten, haben den neuartigen Coronavirus als biologische Waffe organisiert und entwickelt, genauso wie die Vogelgrippe, ‚um die Welt zu gestalten, Länder zu erobern und die Weltbevölkerung zu kastrieren?]“.[4] Trotzdem schießt der oberste iranische Führer, Ali Khamenei, eher gegen die USA als gegen Israel. Er deutete an, dass amerikanische Medikamente dazu genutzt werden den Virus weiter zu verbreiten. Khamenei unterstellt auch, der Virus sei speziell für den Iran aufgebaut worden, es würden genetische Daten von Iranern verwendet, die die Vereinigten Staaten auf andere Weise in die Hand bekommen hätten. Khamenei sagte zudem, die Vereinigten Staaten könnten Ärzte und Therapeuten in den Iran schicken wollen, wo sie sich persönlich die Auswirkungen des von ihnen produzierten Giftes ansehen können.[5]

Ein separater Fall sind palästinensische Propagandisten von Verschwörungstheorien. Die PA-Tageszeitung Al-Hayat al-Jadida brachte am 16. März eine Karikatur des Coronavirus in Form eines großen israelischen Panzers, der eine kleine Palästinenserin jagte, die ein kleines Kind im Arm hat. Die Tageszeitung Al-Quds in Ostjerusalem schrieb, dass der Coronavirus eine biologische Waffe ist, die die USA und Israel beschlossen gegen China und den Iran einzusetzen, nachdem sie es nicht schafften ihnen mit konventionellen Mitteln Schaden zuzufügen.[6]

Der Schweizer Kultführer Ivo Sasek ist ein Laienprediger und Gründer der „Organische Christus-Generation“ mit Sitz in der Schweiz. Er hat früher behauptet, jüdische Verschwörer bereiteten die Verminderung der Weltbevölkerung um 500 Millionen durch milliardenfachen Massenmord vor.[7] Heutzutage hat genau diese Gruppe ein antisemitisches Flugblatt geteilt, auf dem behauptet wird, der Coronavirus sei eine biologische Waffe, die von dem in Amerika lebenden jüdischen Holocaust-Überlebenden George Soros losgelassen wurde.[8] Der österreichische Rechtsextreme Martin Sellner, Mitglied der neofaschistischen „Identitären“ verbreitet die Idee, dass Soros‘ Open Society Foundation für die Corona-Krise verantwortlich ist.[9] Er hat im Internet tausende Anhänger. Die US-republikanische Kongresskandidatin Joanne Wright hat behauptet, der Virus hänge mit Bill Gates und Soros zusammen.[10]

Diese antisemitischen Verschwörungstheorien sollten in einem langen historischen Kontext betrachtet werden. Die Behauptung, dass Israel und die Juden mit der Verbreitung der Seuche zu tun haben, hängt mit einem zweiten wichtigen Strang an Verschwörungstheorien zusammen – der über die Ritualmord-Vorwürfe hinaus geht – und ebenfalls bis ins Mittelalter zurückreicht. Juden wurden historisch für verschiedene Plagen verantwortlich gemacht. Eine große solche war der Schwarze Tod im 14. Jahrhundert. Damals wurden Juden beschuldigt die Brunnen zu vergiften.

Dieses Gift- und Seuchen-Motiv wurde selbst von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas 2016 im Plenum des Europaparlaments neu verwendet. Dort sagte er, ein Rabbiner habe die israelische Regierung aufgefordert palästinensisches Trinkwasser zu vergiften. Abbas erhielt für seine Rede viel Applaus und stehende Ovationen einer großen Anzahl von Europaparlamentariern. Der damalige EU-Parlamentspräsident, der Deutsche Sozialist Martin Schulz, sagte, Abbas‘ Rede sei „inspirierend“ gewesen. Zwei Tage später musste Abbas zugeben, dass es keinen solchen Rabbiner gab.[11]

Palestinian Media Watch hat eine lange Liste zeitgenössischer palästinensischer Mutationen der uralten Gift-Verleumdung veröffentlicht. Dazu gehört die Verbreitung von AIDS durch Israel unter Palästinensern, insbesondere durch Frauen. Andere Mutationen desselben Motivs beinhalten die Bezahlung von Ärzten zur Verbreitung von Krankheiten unter Palästinensern. In Stalins Sowjetunion wurden jüdische Ärzte verhaftet und angeklagt, weil ihnen vorgeworfen wurde die Vergiftung Stalins und der Sowjetführung zu planen.[12]

Die Variante, dass Juden und Israel versuchen die Welt zu beherrschen, gehört in eine dritte große Kategorie der antisemitischen Verschwörungstheorien. Das Hauptdokument dazu, das die Juden der Verschwörung zur Kontrolle der Welt beschuldigt, Die Protokolle der Weisen von Zion, ist eine zaristische Fälschung, die in großer Zahl neu gedruckt worden ist.[13] Diese Publikation wird regelmäßig wieder aufgelegt, besonders in der muslimischen Welt. Manchmal geschieht das auch in der westlichen Welt. Eine Ausgabe tauchte vor ein paar Jahren in Norwegen auf.[14] Ausgaben des Textes tauchen immer wieder mal auf. Vor ein paar Wochen entfernte die britische Wohlfahrtsorganisation Oxfam zwei Ausgaben der Protokolle aus ihrem Online-Shop, nachdem Mark Regev, Israels Botschafter im Vereinten Königreich, in den sozialen Medien darauf aufmerksam gemacht hatte.[15]

Ein recht amüsanter Fall eine antisemitische Verschwörungstheorie umzukehren wurde von Malcolm Hoelein berichtet, dem Vizevorsitzenden der Conference of Presidents of Major American Jewish Organizations. Er erzählte, dass er bei der Beantwortung von Hörerfragen in einem afroamerikanischen Radiosender einmal zur Rolle gefragt wurde, die die Juden beim Beginn des Irak-Kriegs spielten. Hoenlein antwortete ausführlich, aber andere wiederholten die Frage immer wieder. Hoenlein meinte dann: „Wie ich sehe, ist Colin Powell Außenminister und Condoleezza Rice die Nationale Sicherheitsberaterin. Es scheint mir, dass es sich eher um eine schwarze Verschwörung handelt.“ Danach hörten die Fragen auf.[16]

Die bereits erwähnte wichtige Ritualmordlügen-Variante in der christlichen Welt geht auf die Stadt Norwich im Großbritannien des Jahres 1144 zurück. Im Verlauf der Jahrhunderte kehrte die Lüge an verschiedenen europäischen Orten wieder. Die italienische Stadt Trento im fünfzehnten Jahrhundert ist ein berüchtigtes Beispiel. Vor kurzem stellte der italienische Maler Giovanni Gasparro sein Gemälde mit dem Lügenmotiv „Der Märtyrertod des heiligen Simon von Trento bei der Ausführung eines jüdischen Ritualmords“ auf seine Facebookseite. The Algemeiner schrieb: „Die Arbeit zeigt einen Säugling, umgeben von einer Menge unheimlicher jüdischer Männer, von denen einige Schläfenlocken und religiöse Dinge tragen, die ihn strangulieren, aufschneiden und sein Blut ablassen.“[17]

Raphael Israeli hat ein Buch mit dem Titel Blood Libel and its Derivatives: The Scourge of Anti-Semitism[18] veröffentlicht. Er sagt: „Christen brachten die Ritualmordlüge in die islamische Welt ein. 1840 behaupteten der französische Konsul in Damaskus und einige Mönche fälschlich, ein christlicher Priester in der Stadt, Vater Thomas, sei von Juden ermordet worden, die sein Blut verwendeten. Die Ritualmordlüge wurde auch von den Nazis propagiert. Die antisemitische Zeitung Der Stürmer veröffentlichte 1934 eine Sonderausgabe. Auf der Titelseite befand sich die Zeichnung eines auf einem Tisch liegenden deutschen Jungen, umgeben von Juden mit langen Bärten und Schläfenlocken. Sei saugten mit langen Schläuchen das Blut aus seinem Körper.[19]

Israeli fügte an: „Die arabische Verwendung der Ritualmordlüge offenbart sich zum Teil durch die Wiederverwertung des Falls von Damaskus. Beispielsweise verlieh Mustafa Tlas, der von 1972 bis 2004 syrischer Verteidigungsminister war, dem Ritualmordvorwurf Glaubwürdigkeit, indem er in seiner Dissertation darüber schrieb, als sei sie eine historische Tatsache statt einer antisemitischen Fälschung.“ In seinem Buch führt Israeli Dutzende weiterer Beispiele arabischer Verwendung der Ritualmord-Lüge an.[20]

Eine postmoderne Version der Ritualmord-Lüge behauptet, dass Israel Palästinenser ermordet, um einige ihrer Organe wiederzuverwerten. Am 17. August 2009 veröffentlichte das Feuilleton der größten schwedischen Tageszeitung, die sozialdemokratischen Aftonbladet, einen Artikel von Donald Boström mit der Überschrift „Våra söner plundras på sina organ“ (Die Organe unserer Söhne werden geplündert). Boström erzählte, wie ein junger Palästinenser, der wegen Terrorismus gesucht wurde, kurz nach Beginn einer Spendenkampagne 1992 erschossen wurde; seine Leiche wurde ein paar Tage später seiner Familie zur Beerdigung zurückgegeben. Boström behauptete dann, es gebe Gerüchte, dass die IDF Palästinenser tötet und ihre Organe für Transplantationen erntet – in Zusammenarbeit mit israelischen medizinischen Einrichtungen. Der Artikel endete damit, dass es an der Zeit sei sich diese makaberen Aktivitäten anzusehen und drängt die Israelis die Vorwürfe zu untersuchen.[21]

Der Historiker Richard Landes sagt, heutzutage „sehen wir die Wiederbelebung von Verschwörungstheorien. Muslimische Gesellschaften fallen bei Anfertigung, Zirkulation und Glaube an sie am stärksten auf. Die am besten bekannte Verschwörungstheorie ist vermutlich, dass die Amerikaner selbst oder der Mossad die Terroranschläge vom 9/11 verübten und nicht die Jihadisten von Al-Qaida. Diese Überzeugung durchzieht Eliten in der gesamten muslimischen Welt.“

Landes führte weiter an: „Aus der muslimischen Welt kommende Verschwörungstheorien sind von einem anderen überraschenden Phänomen begleitet. In der Vergangenheit beschuldigten Verschwörer einen heimtückischen anderen – den Juden, die Aussätzigen, die Hexen, die Kommunisten. Heute finden wir Westler, die an Verschwörungstheorien glauben, die sich gegen den Westen richten – zum Beispiel die vom 9/11 – in denen manche Gläubige die paranoiden Beschuldigungen ihrer Feinde bestätigen. Der Sirenengesang der postmodernen Verschwörungstheorie lautet: „‚Wir‘ sind verantwortlich, ‚unser‘ Feind ist unschuldig.“[22]

Die Corona-Verschwörungstheorien beweisen, dass die Juden einmal mehr die ersten sind, die beschuldigt werden, aber nicht die letzten. Man kann sicher sein, dass der Coronavirus weit schneller absterben wird als antisemitische Verschwörungstheorien. Eine moderne Version des Ritualmord-Vorwurfs und heute die bei weitem die wichtigste antisemitische Überzeugung besteht darin, dass Dutzende Millionen Europäer glauben, Israel verhalte sich wie die Nazis oder alternativ, dass es vor hat die Palästinenser auszulöschen.

[1] www.aish.com/h/9av/j/48966346.html

[2] www.israelnationalnews.com/News/News.aspx/277356

[3] www.adl.org/blog/extremists-use-coronavirus-to-advance-racist-conspiratorial-agendas

[4] http://www.timesofisrael.com/conspiracy-theory-that-jews-created-virus-spreads-on-social-media-adl-says/

[5] www.aljazeera.com/news/2020/03/iran-leader-refuses-cites-coronavirus-conspiracy-theory-200322145122752.html

[6] Palestinian Writers: Corona virus is a biological weapon employed by US, Israel against their enemies. MEMRI, 24. März 2020.

[7] https://stm.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/warnung-vor-antisemitischen-verschwoerungsmythen/

[8] www.weforum.org/agenda/2020/03/coronavirus-conspiracy-theories-false-information-coid19-health/

[9] www.bitchute.com/video/yiTwlJpPXK5O/

[10] https://thehill.com/policy/technology/485427-california-gop-candidate-tweets-coronavirus-conspiracy-theories

[11] www.israelnationalnews.com/Articles/Article.aspx/20819

[12] ebenda

[13] Hadassa Ben-Itto: The Lie That Wouldn’t Die: The Protocols of the Elders of Zion. Edgware, UK (Vallentine Mitchell) 2005.

[14] Erez Uriely: Jew-Hatred in Contemporary Norwegian Caricatures. Post-Holocaust and Anti-Semitism, 50, 1. November 2006.

[15] https://jewishnews.timesofisrael.com/oxfam-pulls-protocols-of-elders-of-zion-from-online-shop/?fbclid=IwAR3mGtm_CEorgdUCIOrAVFkKw5JbmYBsR4YAO-UpfdvR17N93oLVdt-Flwo

[16] Malcolm Hoenline, persönliches Gespräch.

[17] www.algemeiner.com/2020/03/27/protests-greet-repulsive-painting-by-italian-catholic-artist-depicting-antisemitic-blood-libel/

[18] „Ritualmord-Vorwürfe und ihre Abkömmlinge: Die Geißel Antisemitismus“; Raphael Israeli: Blood Libel and its Derivatives: The Scourge of Anti-Semitism. Transaction Publishers, 2012.

[19] www.israelnationalnews.com/Articles/Article.aspx/20230

[20] ebenda

[21] Donald Boström: Våra söner plundras på sina organ. Aftonbladet, 17. August 2009 (Schwedisch). S. auch: Mikael Tossavainen: The Aftonbladet Organ-Trafficking Accusations against Israel: A Case Study. Post-Holocaust and Anti-Semitism, 95, 1. März 2010.

[22] Manfred Gerstenfeld, Interview mit Richard Landes: Muslim Conspiracy Theories Affect Jews. In: Demonizing Israel and the Jews. New York (RVP Press) 2013,  S. 151.

Feminismus nach Art der Jihadisten (Fotos)

Elder of Ziyon, 7. April 2019

Der Islamische Jihad veranstaltete letzte Woche eine Konferenz mit Namen Frauen des Jihad.

Sie zeigt den großen Respekt, den die Jihadisten im Gazastreifen vor Frauen haben.

Sie beweisen, dass sie genauso Schilder halten können wie Männer!

Und sie können sogar Schusswaffen halten!

Wow – sie können Schusswaffen sogar im Gehen halten!

Doch wie diese Darbietung zeigt, kann ihnen niemand beim Fegen des Bodens das Wasser reichen.

Die Frauen im Publikum waren begeistert. Jedenfalls nehmen wir an, dass sie es waren.

Eine kurze Geschichte des Judenhasses

Clifford D. May, The Washington Times, 13. März 2019

Ein Neumitglied des US-Kongresses macht sich offen blind-religiösen Eifer gegen Juden und Israel zueigen. Ihre Parteigenossen von den Demokraten verfehlen es mit nur wenigen Ausnahmen ihre Worte und Ansichten entschlossen zu verurteilen. Beunruhigend, sicher; aber erinnern wir uns: Dieser krasse Baum wächst in einem alten üppigen und weltweiten Wald.

Beispiele gefällig? Letzte Woche gehörten zu einem Karnevalsumzug in Belgien Wagen, die übergroße Statuen religiöser Juden trugen, wütend knurrende Männer mit großen Nasen, die auf Geldsäcken saßen, einer mit einer Ratte, die sich auf seiner Schulter niedergelassen hatte.

Die UNESCO, eine UNO-Organisation, die sich angeblich der „intellektuellen und moralischen Solidarität der Menschheit“ verschrieben hat, erkannte den Umzug als kulturelles Erbe-Ereignis an und lehnte jegliche Kritik daran ab. Die UNO hat sich freilich in eine  Organisation entwickelt, die Israel beständig und vehement diskriminiert.

Ebenfalls in Belgien wurde letzte Woche Mehdi Nemmouche, von der BBC alsl „in Frankreich geborener Jihadist“ erkannt, des Mordes an einem Paar und zwei Mitarbeitern des jüdischen Museums in Brüssel vor fünf Jahren schuldig gesprochen. Sein Anwalt hatte behauptet, der Anschlag sei eigentlich „eine gezielte Exekution“ durch Agenten des Mossad gewesen, Israels Auslands-Geheimdienst. Er machte sich nicht die Mühe irgendwelche Beweise dafür vorzulegen.

Die BBC merkte an: „An einem Punkt argumentierte die Verteidigung sogar, dass Nemmouche nicht als antisemitisch bezeichnet werden könne, weil er Calvin Klein-Schuhe trug – ein offenkundiger Verweis auf Herrn Kleins jüdisches Erbe.“

Gewaltverbrechen gegen Juden nehmen in Deutschland, Frankreich und Schweden zu. Großbritanniens Labour Party wird geführt von Jeremy Corbyn, der letztes Jahr an der Veranstaltung einer Gruppe teilnahm, die Israel „einen qualmenden Haufen Jauche, die ordnungsgemäß entsorgt werden muss“ bezeichnete.

In Irland verabschiedete das Parlament ein Gesetz, das noch nicht gültig ist,  um eine Reihe Geschäftstransaktionen mit Juden in der Westbank, auf den Golanhöhen und sogar im jüdischen Viertel der Altstadt von Jerusalem für kriminell zu erklären.

Von diesen wird oft gesagt, es handele sich um „illegal besetztes palästinensisches Territorium“. Ein weniger tendenziöser Begriff wäre „umstrittene Gebiete“. Israel nahm in einem Verteidigungskrieg 1967 sie Syrien (den Golan), und Jordanien (Westbank und Ostjerusalem einschließlich des jüdischen Viertels) ab.

Die Israelis haben in der Vergangenheit Land aufgegeben und würden das zweifelsohne wieder tu n – wenn sie das Vertrauen hätten, im Gegenzug Frieden zu bekommen, statt Raketen und Terrortunnel, wie es der Fall war, seit sie 2005 den Gazastreifen aufgaben. Welcher andere Staat würde das nicht haben wollen? Welcher andere Staat würde dafür kritisiert, dass er so handelt?

Judenhass ist so alt wie die Berge von Judäa; er geht sogar noch vor die Rebellion der jüdischen Nation gegen den römischen Imperialismus und Kolonialismus von 66 bis 73 n.Chr. zurück. Zu den von Rom verhängten Strafen gehört die Umbenennung der eroberten jüdischen Gebiete.

Syria Palaestina oder kurz Palästina, kommt von Philistia, Land der Philister, uralten Feinden der Israeliten (mit Goliath als dem Bekanntesten). Die Philister waren ein Seefahrervolk von den Inseln der Ägais, das sich im 12. Jahrhundert v.Chr. an den Ufern des östlichen Mittelmeers niederließ. Und nein, die wir heute Palästinenser nennen, sind nicht ihre Nachfahren.

Judenhass hat in den folgenden Jahrhunderten viele Formen angenommen, darunter Verfolgung und Pogrome in Europa und dem Nahen Osten. Juden sind aufgrund von Religion und Rasse gehasst worden, wegen ihres Reichtums und ihrer Armut, als Kapitalisten und Kommunisten. Juden sind als Kosmopoliten und (in Israel) als Nationalisten geschmäht worden.

Judenhasser können Christen, Muslime oder Atheisten sein. Manche der destruktivsten Judenhasser sind selbst Juden oder jüdischer Abstammung gewesen.

„Antisemitismus“ ist ein relativ neuer Kunstbegriff, geprägt 1879 von Wilhelm Marr, einem deutschen Judenhasser, dessen Ziel es war klarzumachen, dass selbst Juden, die konvertiert und/oder assimiliert sind, als Feinde betrachtet werden sollten, die Komplotte gegen die deutsche Nation und die arische Rasse schmieden.

1919 schrieb Hitler von „rationalem Antisemitismus“, einer Doktrin, deren „Endziel unbeirrbar die Beseitigung der Juden insgesamt sein muss“. Nachdem er 1933 an die Macht kam, initiierte er den Boykott jüdischer Geschäfte – eine BDS-Bewegung (für Boykott, De-Investitionen und Sanktionen) sozusagen. Schließlich schaffte es Hitler mit extremem Vorurteil, rund 6 Millionen Juden aus Europa zu beseitigen.

Heute streben Israels Gegner an etwa dieselbe Zahl aus dem Nahen Osten zu beseitigen. Manche BDS-Befürworter bestehen darauf, dass sei nicht ihre Absicht. Jeder, der glaubt, es sei möglich den jüdischen Staat zu vernichten, ohne die in diesem Staat lebenden Juden zu vernichten, wäre gut beraten sich durchzulesen, was in Syrien und dem Jemen abläuft und Somalia, dem blutgetränkten Land, aus dem die Abgeordnete Ilhan Omar und ihre Familie flohen.

Oder sie sollten einfach den Führern von Hamas, Hisbollah und der Islamischen Republik Iran zuhören, die nicht versuchen ihre völkermörderischen Absichten zu verbergen. Der oberste Revolutionsführer Ali Khamenei hat Israel als „bösartigen Krebstumor“ bezeichnet, der „entfernt und ausgerottet“ werden muss.

Ja, ich weiß: Nicht jeder, der Israel kritisiert, ist für diese „Endlösung“. Aber ich sehe keinen Grund denen, die sich selbst als Antizionisten bezeichnen, einen Vertrauensbonus zu geben.

Vor 1948 war das zionistische Projekt die Wiedergründung eines jüdischen Nationalstaats in einem Teil der antiken jüdischen Heimat. Man konnte aus vielen Gründen dagegen sein. Seit 1948 aber bedeutet Zionismus inzwischen die Unterstützung des Überlebens Israels, seines Existenzrechts.

Diejenigen, die dagegen sind, sind bestenfalls gleichgültig gegenüber dem Schicksal der einzigen aufblühenden jüdischen Gemeinschaft, die es im Nahen Osten noch gibt. Mit anderen Worten: Ihnen ist jüdisches Leben egal.

Das irgendwelche Kongressabgeordnete dieser Beschreibung entsprechen, ist Besorgnis erregend. Aber wir wollen nicht vergessen: Das ist Ausdruck einer uralten und weit verbreiteten Ideologie, einer, die nie lange inaktiv war.

1814 wurden Juden in Jerusalem von Muslimen, Christen mit Verachtung behandelt

Elder of Ziyon, 5. April 2018

Sie wissen, dass Muslime liebend gerne sagen, sie hätten vor dem Zionismus im heiligen Land mit Christen und Juden harmonisch zusammengelebt?

Nicht wirklich.

Aus „Travels in Egypt, Nubia, Holy Land, Mount Libanon and Cyprus in the year 1814“ [Reisen in Ägypten, Nubien, dem Heiligen Land, dem Berg Libanon und Zypern im Jahr 1814] von Henry Light:

Die Juden haben viele Synagogen, aber sehr kleine und die meisten sind schmutziger als die, die ich in anderen Teilen des Ostens gesehen habe. Obwohl sie unterdrückt und in Jerusalem mit mehr Verachtung behandelt werden als anderswo, strömen sie dort hin. Die Alten wünschen an Abrahams Brust zu schlafen; die Jungen besuchen es in der Hoffnung, dass der Messias kommt; manche sind zufrieden hier zu bleiben, wegen des Handels, den sie betreiben.
Sie zahlen eine hohe Steuer an den türkischen Gouverneur in Jerusalem. Die Summen an den Aga von Jaffa, wenn sie anlanden und an den Leiter von St. Jeremia für eine sichere Reise sorgen bei beiden für ein hohes Einkommen. Das Jüdische Viertel ist wie in allen osteuropäischen Städten vom Rest abgetrennt. Ich fand Männer aus allen Nationen außer England.

Außerdem:

Ich werde den Bericht zur Grabeskirche mit der Beschreibung ihres Äußeren beenden – oder besser gesagt, dem Teil, der frei von anderen Gebäuden ist. Ihre Front ist fast vollständig abgeschlossen, nicht mehr als 60 Fuß der Sicht freigesetzt: ein einzelner Zugang gothischer oder sarazenischer bildet den Eingang, worüber sich ein Fenster befindet; und dazwischen verläuft entlang der Front ein horizontaler Wulst: ein gepflasterter Hof davor, von kleinen Abmessungen, trennt sie von der Straße, Muslimen und Christen heilig gehalten, keinem Juden wird erlaubt nahe der Kirche vorbeizugehen, di auf dem Kalvarienberg stehen soll.

(h/t: American Zionism)