Von den Nazis gestohlen: Die Wiederentdeckung eines Buches in Jerusalem

Die lange Reise eines Buches Leviticus, das während der Nazi-Zeit in einem Keller in Wien versteckt wurde, bevor es schließlich seinen Weg in das Konservierungs- und Restaurations-Labor der Nationalbibliothek Israels fand.

Daniel Lipson, the Librarians, 14. September 2022

In den Sammlungen der Nationalbibliothek Israels begegnete uns vor kurzem eine einzigartige Ausgabe des Buches Mesilat Yescharim. Das Buch war einem Jungen 1936 zur Bar Mitzwa geschenkt worden. Tragischerweise kamen der Empfänger des Geschenks und seine Familie einige Jahre später ums Leben. Die Nazis plünderten in der Reichskristallnacht und der folgenden Zeit viele jüdische Bibliotheken in Österreich. Dazu gehörten die Jüdische Gemeindebibliothek in Wien (die Bibliothek  der IKG) und die Bibliothek des Jüdischen Theologischen Seminars (ITLA), Privat-Bibliotheken, Buchläden und Verlagshäuser.

Die meisten Bücher wurden nach Berlin in die riesige Bibliothek geplünderter Bücher des Reichssicherheitshauptamtes (RSHA) gebracht. Teile dieser Bibliothek wurden bei der Bombardierung der deutschen Hauptstadt zerstört, andere Teile wurden nach dem Krieg entdeckt. Wir wissen nicht genau, welche Route dieses Bar Mitzwa-Geschenk nahm, aber in den 1950-er Jahren wurden dank der hartnäckigen Bemühungen der Nationalbibliothek und mit Hilfe des Religionsministeriums sowie mit Zustimmung der übriggebliebenen jüdischen Gemeinde Wiens viele Bücher, darunter dieses, in die Nationalbibliothek Israels gebracht. Ein von der Bibliothek angebrachtes Etikett informiert, dass das Buch von den Juden Wiens in Gedenken an die Opfer des Holocaust gespendet wurde.

„Gespendet von der jüdischen Gemeinde Wiens in Erinnerung an die Opfer des Holocaust“ – ein an dem während des Holocaust gestohlenen und später in Wien gefundenen Büchern angebrachtes Etikett

Einige Wochen später entdeckten wir ein weiteres interessantes Buch, das einst im Wien vor dem Holocaust einem Juden gehörte. Laut der alten Bibliotheksaufzeichnungen von 1956 wurde das Buch Der Pentateuch: Buch Leviticus – mit Onkelos-Übersetzung und Kommentar von Raschi, alsTeil der Arbeit des Projekts „Diaspora-Schatz“ zur Bibliothek geschickt, das nach dem Holocaust Bücher aus Europa nach Israel brachte.

Wir konnten an dem Buch zuerst kein Etikett finden, also war nicht klar, ob diese Ausgabe tatsächlich von den Nazis geplündert wurde.

Pentateuch, Leviticus, 1797/98, Innenseite des Buchdeckels mit kaum sichtbarem Etikett unter dem Papier

Wegen des Verdachts, dass dieses Buch tatsächlich den Holocaust überlebt hatte, brachte ich zu Hagar Millman, einer Konservatorin der Abteilung des Labors für Konservierung und Restauration der Nationalbibliothek Israels. „Sobald das Buch im Labor ankam und angesichts der Möglichkeit, dass es den Holocaust überlebt hatte, nahm ich sofort unsere Spezialausrüstung zur  Hand, um festzustellen, was sich unter der Innenseite des Bucheinbandes befand“, sagt Millman. „Es ist schwer meine Aufregung zu beschreiben, als ich das unter der Seite versteckte Etikett entdeckte. Ich wusste sofort, dass dies ein besonderer Gegenstand war, der eine verworrene Reise hinter sich hatte, bevor er schließlich die Nationalbibliothek erreichte und dass er eine faszinierende Geschichte haben musste.“

Das freigelegte Etikett

Vor der Behandlung des Buches wurde ein schriftlicher Bericht über seinen Zustand erstellt, zudem wurde der Gegenstand fotografiert, damit wir seinen Zustand vor und nach der Restauration vergleichen konnten. Die Entfernung der Papier-Abdeckung des Etiketts und all der Klebereste war ein extrem heikler Prozess, der mehrere Stunden dauerte und Spezialwerkzeug erforderte – einen dünnen Spachtel, Pinzetten und ein Skalpell, kontrollierte Raumfeuchtigkeit und reversible Klebstoffe.

Hagar Millman legt das verborgene Etikett frei

Auf der Rückseite des Buchdeckels fanden wir ein weiteres wichtiges Etikett, das von einem weißen Aufkleber und einer Stoffbindung am Rücken ebenfalls teilweise verdeckt war (das Buch war irgendwann neu gebunden worden, so das einen Stoffbindung das Etikett teilweise verdeckte).

Das teilweise verdeckte Etikett des Instituts für Orientstudien auf der Rückseite des Einbandes vor der Restaurierungsarbeit

„Auch hier war sehr feinfühlige Arbeit vonnöten, bis ich in der Lage war das gesamte Etikett freizulegen, was es möglich macht die Geschichte des Gegenstandes zurückzuverfolgen“, sagt Millman.

Das Etikett tritt unter einem gestreiften Stoffeinband hervor, dessen Überreste links zu sehen sind
Der äußere Einband des Buchs mit dem Etikett des Instituts für Orient-Studien, der einmal von einem Aufkleber und später einer Neubindung verdeckt war.

Der Aufkleber „Spende“ der jüdischen Gemeinde Wien, der zum Teil verdeckt war, zeigt definitiv, dass das Buch aus Österreich nach Israel geschickt worden war. Aber das war nur die Hälfte der Geschichte.

Während des Krieges wurden viele Bücher aus der zentralen Bibliothek der Oberschule der NSDAP an Österreich weitergegeben; die Schule wurde vom Hauptideologen der Nazi-Bewegung, Alfred Rosenberg, gegründet. Die Bücher wurden überall in Europa geplündert, nicht nur bei der österreichischen jüdischen Gemeinschaft. Eine Unterschrift und ein Stempel auf den ersten Seiten des Buches und der vor kurzem im Labor freigelegte Aufkleber auf der Rückseite des Einbandes führten zur  Herkunft des Buches.

Laut dem Titelbild wurde das Buch 1798 in Wien gedruckt. Die Unterschrift oben auf dieser Seite war von einem Mann namens Sheftel Bientz, der wahrscheinlich einer der ersten Besitzer des Buches war. Auf derselben Seite gab es auch einen Stempel des Wiener Zweigs der Agudath Israel. Da war eine interessante Wendung, weil der Sekretär dieser Organisation in Wien die Person war, die die Ausgabe der Mesilat Yescharim 1936 dem Jungen zur Bar Mitzwa schenkte; er schrieb auch die Widmung darin. Es ist möglich, dass beide Bücher durch seine Hände gingen.

Die Frontseite des Buchs mit der Unterschrift oben auf der Seite und dem Stempel des Wiener Zweigs der Agudath Israel

Das Etikett auf der Rückseite des Buchs lautet: Orientalisches Institut – Universität Wien und darunter findet sich das Wort Leihgabe, was andeutet, dass das Buch ursprünglich nicht der Universitätsbibliothek gehörte.

Wie kam ein Buch, das einer ultraorthodoxen Organisation gehörte, in die Universität Wien?

Kurt Schubert war ein österreichischer Student, der die Nazis und ihr Handeln ablehnte, aber aus offensichtlichen Gründen war er nicht in der Lage seine Meinung öffentlich zu äußern. Infolge seines Asthmas war er vom Militärdienst befreit und nutzten die Kriegsjahre, um akademischen Studien nachzugehen. Schubert schrieb sich an der Universität Wien ein, wo er bei Professor Viktor Christian studierte, einem Assyriologen, der auch Mitglied der SS war und zu seinen Forschungsaktivitäten gehörte die Exhumierung von Skeletten von Juden zum Zweck von Rassen- und Erbtests.

Als Teil der Bemühungen die Nazi-Ideologie unter deutschen Akademikern zu verbreiten, gründete SS-Chef Heinrich Himmler 1935 die Organisation Ahnenerbe. Universitäts-Forscher, die in der Organisation dienten, wurden damit beauftragt die Wurzeln des deutschen Volks festzustellen und die Überlegenheit der arischen Rasse zu beweisen. Ahnenerbe übergab aus jüdischen und anderen Bibliotheken geplünderte Bücher an Professor Christian und beauftragte ihn sie in der Hoffnung zu katalogisieren, dass sie den Forschern bei ihrem Studium der bald ausgelöschten jüdischen Rasse helfen würde. Während weitere Bücher aus Österreich, Deutschland und Polen ankamen, halfen Schubert und andere Studenten ihrem Professor bei seiner Arbeit.

Anstelle des Militärdienstes wurde Schubert zum Luftschutzwart gemacht. Im Dienst entdeckte er einen Keller im jüdischen Zentrum von Wien, in dem viele Bücher aus den Gemeindebibliotheken gelagert waren. Mit dem Argument, dass sie ein Brandrisiko seien gewann er Professor Christians Einverständnis die Bücher dem Institut für Orientstudien an der Universität Wien zu übergeben. So rettete Schubert rund 20.000 Bücher und als der Krieg endete, gab er sie dem zurück, was von Wiens jüdischer Gemeinde übrig geblieben war. Diese und andere Bücher gelangten schließlich nach Israel, begleitet von Schubert selbst, der eingeladen wurde den neuen Staat zu besuchen.

Der Pentateuch, den wir entdeckten, wurde vermutlich genau in diesem Wiener Keller aufbewahrt. Er wurde an die Universität Wien übergeben, zusammen mit den angehefteten Etikett der Universität und zur Verwendung für antisemitische akademische Forschung. Dank Schubert und der jüdischen Gemeinde Wien steht er heute in der Nationalbibliothek zur Ansicht und Forschung zur Verfügung.

Die Frau, die die Hasmonäer-Rebellion auslöste

Sehr wenige Leute kennen ihre Geschichte. Sie wird nicht in Schulen gelehrt und schon gar nicht in Kindergärten, aber laut der Midrasch war Hannah, Tochter von Matitjahu, Schwester der Makkabäer, eine Schlüsselfigur der Hanukka-Geschichte. Was erzählt uns die Midrasch über die Frau, die aufstand, um ihre jüdischen Schwestern zu schützen? Wie nutzte sie ihren Hochzeitstag, um das Feuer der Rebellion in ihren Brüdern zu entfachen?

Ayala Deckel, the Librarians, 21. Dezember 2022

Elizabeth Richman hält einen Krug; 1926. Zur Verfügung gestellt vom Archiv-Netzwerk Israel in Zusammenarbeit mit dem Yad Ben-Zvi Insitute, Ministerium für Jerusalem und Erbe und der Nationalbibliothek Israels.

Laut der Midrasch gründet das gesamte Hanukka-Wunder auf der Tat einer mutigen (heute weitgehend vergessenen) Frau, die es wagte laut auszusprechen, was jeder wusste, sich aber nicht zu sagen wagte. Ihre Aussage führte ihre Brüder dazu eine Rebellion zu beginnen. Sie war die wahre Heldin und Impulsgeberin des Hanukka-Festes.

Ihre Geschichte wird nicht in Schulen gelehrt, schon gar nicht in Kindergärten. Ihr Name war Hannah, Tochter des Matitjahu, Schwester der Makkabäer.

Laut der Midrasch hatten die Juden, die damals unter griechisch-seleukidischer Herrschaft lebten, drei Jahre lang geschwiegen; drei Jahre, in denen jede Frau, die heiratete, zuerst vom örtlichen griechischen Stadthalter vergewaltigt wurde, bevor sie das Haus ihres Ehemannes betreten durfte. Die Midrasch beschreibt das so: „Als die Griechen sahen, dass Israel von ihren Erlassen nicht beeinflusst waren, standen sie auf und erließen für sie ein bitteres und übles Dekret, dass eine Braut in ihrer Hochzeitsnacht nicht zu ihrem Mann eingehen darf, sondern stattdessen zum örtlichen Kommandanten gehen muss“. [alle Zitate aus Midrash Ma’aseh Hanukkah „alef“: Eine Erzählung des Volkswiderstands gegen die seleukidisch-griechische Besatzung].

Es ist entsetzlich sich vorzustellen, wie viele Frauen diese Vergewaltigung und Erniedrigung durchmachten. Die Midrasch erzählt uns, dass die Männer das Hasmonäerfamilie nichts unternahmen. Und die Frauen Israels waren wieder und wieder Opfer des Missbrauchs.

Matitjahu der Hasmonäer in der Schlacht, ein Relief, das wahrscheinlich von Jacob Roukhomovsky gestaltet wurde; Nationale Fotosammlung der Familie Pritzker, Nationalbibliothek Israels.

Dann kam der Hochzeitstag der Tochter von Matitjahu, dem Hasmonäer, Hannah. Diesmal beschloss Hannah der anhaltenden Abscheulichkeit ein Ende zu setzen. Mitten im Hochzeitsmahl, als alle bedeutenden und wichtigen Gäste aßen und sich amüsierten, stand sie auf, riss ihr Hochzeitskleid herunter, so dass sie halbnackt vor Familie und Freunden stand.

„Und als alle sich zum Essen setzten, stand Hannah, die Tochter Matitjahus, aus ihrer Sänfte auf, klatschte in die Hände und riss sich ihre fürstliches Gewand herunter und stand vor ganz Israel, und ihrer Mutter und ihrem Bräutigam enthüllt da!“

Zuerst reagierten ihre Brüder mit Wut und Empörung. Sie wollten sie töten, weil sie sie blamiert und Schande über die Familie und sich selbst gebracht hatte.

Aber sie schimpfte sie aus, weil sei wegsahen, im vollen Wissen, was sie in dieser Nacht im Palast des Stadthalters erwartete. Nicht einer von ihnen hatte auch nur einen Finger gerührt, nicht einer war aufgestanden um ihre Würde zu schützen. Sie maßregelte ihre Brüder, weil sie sich wegen ihrer Nacktheit vor ihnen aufregten, aber bei dem Gedanken still blieben, dass sie später zum Stadthalter gehen musste, damit der sie sexuelle missbraucht.

Eine Expedition zu den Gräbern der Makkabäer. Zur Verfügung gestellt vom Archiv-Netzwerk Israel in Zusammenarbeit mit dem Yad Ben-Zvi Institute, dem Ministerium für Jerusalem und Erbe und der Nationalbibliothek Israels.

„Sie sagte: ‚Hört zu, Brüder und Onkel! Na wenn schon – ich stehe nackt vor euch gerechten Männern, ohne sexuelles Vergehen und ihr seit total aufgebracht?! Und ihr seid nicht aufgebracht, dass ihr mich in die Hände eines unbeschnittenen Mannes schickt, der mich missbrauchen wird?!‘“

Sie zwang sie sich der bitteren Wahrheit zu stellen. Laut der Midrasch war das der Moment, n dem ihre Makkabäer-Brüder erstmals die Flagge der Rebellion hissten.

Die erste Frage, die aufkommt, wenn jemand diese Geschichte hört: Ist das wirklich passiert?  Immerhin ist das keine Geschichte, die als Teil der typischen Hanukka-Feier erzählt wird. Wir kennen die Geschichte des Wunders mit dem Ölkrug, wir alle wissen vom Sieg der Makkabäer über die Griechen und das Heldentum des Makkabäers Judas. Aber die Geschichte der Frau, die die Rebellion auslöste oder die Geschichte der sexuellen Ausbeutung hinter dem Ausbruch ist kein Allgemeinwissen.

Bei den aschkenasischen Gemeinden in Europa scheint die Geschichte von Hannah, deren Name von Namen des Hanukka-Feiertags selbst abgeleitet sein könnte, in einigen Quellen aufzutauchen, aber auf sie wird gelegentlich anonym als bat Haschmonaim – eine hasmonäische Tochter – Bezug genommen. In den Gemeinden Nordafrikas hingegen erzählen sie die Geschichte von Judith, die den assyrischen General Holofernes enthauptete und deren Heldentum im Apokryphen-„Buch Judith“ in leicht anderer Weise festgehalten ist. Manche Forscher deuten an, dass diese beiden Frauen – bat Haschmonaim und Judith – ein und dieselbe Frau ist.

Ich denke, die interessantere Frage, die wir uns stellen müssen, lautet, warum dies Geschichte nicht öfter erzählt wird. Ich glaube, dass die Geschichte von Hannah, Tochter des Matitjahu, wegen ihrer Komplexität verborgen oder unterdrückt geblieben ist. Diese Geschichte zu erzählen, eine Geschichte verschwiegener sexueller Gewalt, kann eine verstörende Erfahrung sein. Es ist viel einfacher die Geschichte eines militärischen Triumphs des Guten über das Böse zu erzählen, während wir unsere Menoren anzünden und unsere Berliner Ballen essen.

Aber Hannas Geschichte ist wichtig und sie zu erzählen ist längst überfällig. Es handelt sich um eine Geschichte, die eine echte Veränderung bringen kann, selbst heute.

Raschis Kommentar zum Anzünden der Hanukka-Kerzen im Traktat Schabbat bietet weitere Belege für die Bedeutung von Hannahs Rolle in der Erzählung von Hanukkah. Die Frage ist zu stellen, warum Frauen die Aufgabe haben das Gebot des Entzündens der Hanukka-Kerzen zu erfüllen. Die Antwort bestätigend: Frauen haben die Aufgabe und die Erklärung des Talmud für diese besondere Aufgabe lautet, dass Frauen Partner des Hanukka-Wunders waren und daher auch die Aufgabe haben die Kerzen anzuzünden, die dieses Wunders gedenken.

Raschi schreibt über das Hanukka-Wunder und Hannahs Rolle dabei: „Wegen des Erlasses der Griechen, dass alle Jungfrauen, die heiraten, zuerst mit dem obersten Beamten Geschlechtsverkehr haben müssen. Und das Wunder ereignete sich wegen einer Frau.“ Raschi, der große Kommentator der Bibel und des Talmud, bietet hier eine prägnante Interpretation des weiblichen Heldentums hinter der Geschichte von Hanukka und ihrer Protagonistin. Er stellt die Behauptung auf, dass eine Frau dieses Wunder vollbrachte und aus genau diesem Grund wird von Frauen bis heute erwartet, dass sie die Hanukka-Kerzen anzünden.

Einladung zu einem „Makkabäer-Fest“ in Deutschland am Hanukka-Abend 1930. Postkarten-Sammlung, Nationalbibliothek Israels.

Natürlich ist das kein Beweis, dass die Geschichte sich tatsächlich ereignete, aber es ist Beweis dafür, dass sie auch nicht neu ist. Sie ist eher eine uralte Geschichte, die eine bekannte Realität aus verschiedenen Zeiten in der jüdischen Geschichte spiegelt und in der jüdischen Tradition weitergegeben wurde.

Die Geschichte von Hannah, Tochter des Matitjahu, ist eine harte und sie bleibt verborgen und unerzählt. Aber aus meiner Sicht ist sie die wichtigste Geschichte überhaupt.

Hannah gibt den zum Schweigen gebrachten Frauen über Generationen eine Stimme, bis zum heutigen Tag. Sie zeigt uns, wie wichtig es für uns ist für einander einzustehen. Sie erinnert uns daran, diese Frauen zu unterstützen und ihnen zu helfen, deren Stimmen mit Gewalt genommen worden sind. Sie lehrt uns, dass die nackte Wahrheit freizulegen, so schmerzlich das auch sein mag, manchmal die einzige Möglichkeit sind die Dinge zu ändern.

Hanukka hat eine Heldin. Eine Heldin, deren laute Stimme in der schmerzlichen israelischen Realität von heute widerhallt. Eine Heldin, die uns anfleht um uns zu blicken und zu sehen, wer Hilfe braucht. Wenn wir uns trauen ihre Geschichte in die Mitte unseres Diskurses zu stellen, wenn wir uns trauen von ihrem mutigen Handeln zu erzählen, dann können wir weibliche Stimmen stärken, die sich entscheiden nicht länger zu schweigen und den ungerecht behandelten Frauen eine Stimme geben, die die Geschichte hindurch zum Schweigen gebracht wurden.

Die verborgene Bedeutung von Hanukkah und Weihnachten

Würde und Freiheit feiern

Joseph Hippolito, FrontPage Mag, 16. Dezember 2022

Jahrhunderte lang sind Hanukkah und Weihnachten in der Volksvorstellung durch gelegentliches Timing miteinander verbunden. Dieses Jahr fällt der vorletzte Tag von Hanukka auf Weihnachten. Aber die Feiertage haben weit Wichtigeres gemeinsam als Terminierung oder Geschenke verteilen.

Auf ihre einzigartige Weise feiert jeder der Feiertage menschliche Würde und Freiheit, womit die fundamentalen Werte ihrer jeweiligen Schwesterreligion gespiegelt werden – Judentum und Christentum.

Hanukka erinnert an eine von Juden geführte Revolte im zweiten Jahrhundert v.Chr. gegen Antiochus IV., der Israel für das Seleukiden-Reich regierte, einem der vier Reiche, die nach dem Tod von Alexander dem Großen unter seinen Generälen aufgeteilt wurden. Antiochus wollte die jüdische Identität in Übereinstimmung getreu des säkularen Fokus der griechischen Weltanschauung auslöschen.

„Die Griechen sahen auf die Juden herab, weil diese in ihren Augen einen sehr primitiven Glauben hatten“, sagte Rabbi Shmuley Boteach. „Die Griechen hatten Homers Ilias, die Odyssee. Sie hatten griechische Tragödien, Poesie, Philosophie. Sie betrachteten diese Idee von Gebet und Glauben und Überzeugungen an Gott als etwas sehr Primitives. Also verboten sie das.“

Doch dieser Glaube, der sich in den 10 Geboten und der Thora ausdrückt, bedeutete einen Wendepunkt für die menschliche Zivilisation. Er spiegelte die Idee, dass Gott menschliche Freiheit schätzt, besonders weil Gott das ultimative freie Wesen im Universum ist und Gott die Menschheit nach seinem freien Bild schuf.

„Die Zehn Gebote sind keine Regelliste“, schrieb Dennis Prager. „Die Gebote beweisen, dass Gott will, dass die Menschheit frei ist: ‚Ich bin der Herr, dein Gott, der dich aus dem Land Ägypten, aus dem Sklavenhaus herausgeführt hat.‘ Den Geboten zu folgen befreit uns von den furchtbaren Folgen der Sünde, macht unser Leben besser.“ (Hervorhebung im Original)

Allerdings verbot Antiochus alle Spuren der jüdischen Religion und Kultur, einschließlich der Thora. Er schändete sogar Jerusalems Tempel, indem er Statuen griechischer Götter und Göttinnen darin errichte und ihnen Schweine opferte. Antiochus ging sogar so weit sich selbst „Epiphanes“ zu nennen, Griechisch für „göttliche Erscheinung“.

Aber 168 v.Chr. begann ein Priester auf dem Land namens Mattathias die Revolte. Nachdem er es ablehnte einer griechischen Gottheit zu opfern, tötete Mattathias einen Juden, der das an seiner Stelle machte, sowie einen griechischen Wächter. Dann floh er mit seinem fünf Söhnen in die nahegelegenen Berge. Als Mattathias zwei Jahre später starb, bildete sein Sohn Judas eine Guerilla-Armee, um die hellenisierten Juden und seleukidischen Truppen zu bekämpfen. Diese Armee erhielt den Spitznamen „Makkabäer“, Hebräisch für „Hämmer“.

Im Jahr 164 (v.Chr.) eroberten die Makkabäer Jerusalem, stürzten Antiochus und weihten den Tempel wieder ein. Die Neuweihung beinhaltete die Neuentzündung der Menora, die ständig leuchten musste. Die Makkabäer hatten nur Öl, um sie für einen Tag brennen zu lassen. Aber durch ein offensichtliches Wunder hielt das Öl acht Tage durch. Wenn jüdische Familien Menoren anzünden, feiern sie den Sieg der Makkabäer und sein ultimatives Zeichen.

„Es ist eine Feier des Triumphs der Wenigen über die Vielen, der Schwachen über die Starken, der Engagierten und Prinzipientreuen über die Heiden und Prinzipienlosen“, sagte Joel Pollak von Breitbart News, ein orthodoxer Jude.

Boteach glaubt, dass das Wesen von Hanukka ein grundlegendes Verlangen in der menschlichen Seele belebt.

„Die Makkabäer dienten immer als Quelle der Inspiration für Freiheitskämpfer und Menschen weltweit, die sein wollen“, sagte er, „was der Grund ist, dass die Menora ein universales Symbol religiöser Freiheit geworden ist.“

Fast 200 Jahre später sollte ein anonymes, in einem Stall geborenes Baby, das in einem Trog schlief, eine machtvolle Herausforderung im Namen der menschlichen Freiheit und Würde darstellen.

In der christlichen Theologie stellt Jesus von Nazareth die ultimative Verbindung zwischen dem Menschlichen und dem Göttlichen dar, weil Christen Jesus als Teil der Dreieinigkeit als Gottes einziggeborenen Sohn betrachten.

In seinem Erdenzustand kannte Jesus, genauso wie die weit überwiegende Mehrheit der Bewohner dieses Planeten in allen Zeiten, weder Reichtum noch soziale Privilegien. Wie der Rest der Menschheit erlebte er eine riesige Reihe persönlichen Schmerzes: den Tod geliebter Menschen, den Frust von denen missverstanden zu sein, die ihm am nächsten standen und ständigen, ungewollten Konflikt mit den Leitungspersönlichkeiten seiner Gesellschaft.

In seiner letzten Tortur ertrug Jesus ein Verfahren vor einem Scheingericht, erhielt die Todesstrafe, obwohl er kein Verbrechen begangen hatte und erlitt die qualvollste Form der Hinrichtung, die die Obrigkeit ersinnen konnte. Dennoch definiert dieser Tod sein Leben.

In der christlichen Theologie bot Jesu Tod die ultimative Buße für menschliche Sünde. Als Ergebnis eröffnete ein heiliger, gerechter Gott eine Beziehung mit jedermann – ungeachtet von Rasse, Klasse, Kultur oder Geschlecht – der Sünde ablehnt und diese Versöhnung als persönliche Erlösung ablehnt. Diese einfache theologische Zusammenfassung hat tiefgehende Auswirkungen.

Indem er seinem einziggeborenen Sohn erlaubte menschliche Form anzunehmen, identifiziert sich Gott mit der menschlichen Mühsal, durch die unerwartete und ungewollte Lebenslagen auferlegt werden. Damit erklärt Gott in aller Stille, dass menschliche Würde letztlich nichts mit den Umständen zu tun hat. Indem er seinem einziggeborenen Sohn erlaubte einen Foltertod zu durchzumachen, erklärt Gott, dass die, die zu seinem Bildnis geschaffen sind, es wert sind von der selbstverschuldeten Sklaverei der Sünde befreit zu werden.

Doch 2.000 Jahre später missachten die, die utopische Politik anbeten, die Prinzipien, die von Weihnachten und Hanukka verkörpert werden.

So, wie die Nazis versuchten die Religion auszunutzen, so wie die Kommunisten versuchten sie zu zerstören, machen die „Woken“ beides. Wenn sie Christliches oder Jüdisches verhöhnen, wie es die säkularen Hellenisten vor mehr als 2.000 Jahren machten, untergraben es die „Woken“, indem sie es umdefinieren. Der selbsterklärte Antirassist Ibram X. Kendi verkörpert diese Taktik.

„Jesus war ein Revolutionär und die Aufgabe der Christen besteht darin die Gesellschaft zu revolutionieren“, sagte Kendi. „Die Aufgabe der Christen besteht darin die Gesellschaft von den Kräften auf der Erde zu befreien, die die Menschheit unterdrücken. Das ist Befreiungstheologie kurz zusammengefasst. Erlösungstheologie ist eine andere Art von Theologie. Danach besteht die Aufgabe des Christen darin hinauszugehen und diese Personen zu retten, die sich fehlerhaft benehmen.

Antirassisten lehnen Erlösungstheologie grundsätzlich ab. Diese befindet sich auf einer Linie mit rassistischen Vorstellungen und rassistischer Theologie, bei der die Rassisten sagen: ‚Wisst ihr was? Der Grund, dass Schwarze und andere Rassengruppen auf der Erde zu kämpfen haben, ist das, was sie verhaltensmäßig falsch machen und es ist meine Aufgabe als Pastor diese missratenen Schwarzen oder widerspenstigen Schwulen zu retten.‘ Diese Art von Theologie brütet Bigotterie aus.“

Kendis Karikatur lehnt die biblische Sicht der menschlichen Rasse ab, die als Bildnis Gottes geschaffen wurde, aber universell von Sünde heimgesucht ist. Stattdessen unterscheidet Kendi zwischen „Unterdrückern“ und „Opfern“, wobei „Unterdrücker“ unrettbar und „Opfer“ nicht zurechenbar sind. Damit definiert Kendi die Mitglieder jeder Gruppe willkürlich nach Rasse, Geschlechte und Klasse. Das gemeinsame Menschsein wird irrelevant.

In diesem Prozess streben Kendi und seine „woken“ Verbündeten an, die Menschheit nach ihrem eigenen Bild neu zu schaffen. Genauso wie die Nazis den arischen Supermenschen hatten, genauso, wie die Kommunisten den neuen sozialistischen Menschen hatten, haben die „Woken“ den Krieger der sozialen Gerechtigkeit: einen ideologischen Fanatiker, der sich der Auslöschung von „weißem Privileg“ verschrieben hat, während er der gesamten Gesellschaft [seine Version von] „Diversität“, „Inklusion“ und „Gleichheit“ aufzwingt.

Aber die höchsten Ideale des Christentums und des Judentums, die in Weihnachten und Hanukka zum Ausdruck kommen, stellen das selbstwahrgenommene, halbgöttliche Recht auf Herrschaft in Frage, das alle utopischen Totalitären einfordern – seien es Nazis, Kommunisten oder „Woke“.

Kulturelle Aneignung und die Juden

Irving, West, die Black Israelites, die Nation of Islam und ihresgleichen haben keine andere Wahl als die Juden zu dämonisiere, weil jüdisches Durchhaltevermögen und Legitimität die Betrügereien im Kern ihrer erfundenen Identität offenlegen.

Caroline Glick, JNS.org, 1. Dezember 2022

Am Montagabend wurde in Qatar ein ägyptischer Fernsehreporter, der in Doha von der Fußball-WM berichtete, von einem wütenden Mob angegriffen und gezwungen die Spiele zu verlassen, um nicht gelyncht zu werden. Der Mob griff ihn an, weil die Leute ihn fälschlich für einen israelischen Reporter hielten.

Offizielle Vertreter Qatars waren Berichten zufolge von dem Vorfall peinlich berührt. Aber nicht der gewalttätige Antisemitismus der Menge war peinlich. Die Qataris waren beschämt, weil ihre Beamten dem armen Ägypter nicht geglaubt hatten, als er darauf beharrte, er sei einer von ihnen. Und so standen sie tatenlos daneben, als der Mob ihm die „Israel-Behandlung“ gab.

Ab dem Moment, als sie in Doha landeten, um über die WM zu berichten, sind israelische Reporter mit Hass überschüttet worden. Johlende Fan brüllen ihnen „Palästina“ entgegen und hielten sie vom Senden ab. Sie werden verflucht, bedroht und verfolgt, während sie die Straßen entlanggehen. Israelische Reporter werden aus Taxis geworfen, sie werden in Restaurants nicht bedient und sie werden angegriffen. Die Angreifer sind hauptsächlich Araber aus Qatar, Ägypten, dem Libanon, Jordanien, Marokko, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien und darüber hinaus, aber europäische Fans sind ständig genauso feindselig gewesen.

Jedes Mal, wenn ein israelischer Reporter sich als Israeli zu erkennen gibt, schießen ihre Gesprächspartner zurück: „Palästina, Palästina, es gibt kein Israel! Nur Palästina!“ Palästinensische Flaggen dürften bei den Spielen die beliebtesten sein.

Yediot Ahronot-Reporter Raz Schechnik beschrieb die Behandlung, die er und seine Kollegen erlitten haben, übers Wochenende in Einträgen auf seinem Twitter-Feed und dachte darüber nach, wie das die Art und Weise verändert hat, in der er die Natur des Konflikts der arabischen Welt mit Israel betrachtet.

Er drückt es so aus: „Ich wurde hier nüchtern, zum ersten Mal. Ich war immer ein Zentrist, liberal und unvoreingenommen, mit einem großen Wunsch nach Frieden zuerst und an erster Stelle. Ich glaubte immer, das Problem [zwischen Arabern und Juden] seien die Regierungen, die Führer – einschließlich der unseren. Aber in Qatar lernte ich, wie allgegenwärtig der [arabische] Hass bei den Leuten auf der Straße ist, wie sehr sie wünschen uns vom Angesicht der Erde zu wischen. In welchem Ausmaß alles mit Israel verbunden ist, brutalen Hass schürt.“

Schechniks Aussage, wie auch seine Videos zeigen die Belästigungen, unter denen er und seine Kollegen leiden, zeigen die Frage nach dem Zusammenhang zwischen Unterstützung für Palästinenser einerseits und Mob-Gewalt und Schikanierung von Juden andererseits auf. Warum benutzen Leute, die Juden angreifen, „Palästina“, um ihr Verhalten zu rechtfertigen? Und warum glauben Leute, die „Palästina“ unterstützen, dass Mobgewalt gegen Juden gerechtfertigt ist?

Der Grund ist zwar nur schwer zu akzeptieren, aber trotzdem offensichtlich. Mobgewalt gegen Juden steht in Verbindung zu propalästinensischen Haltungen, weil sie Erscheinungsformen ein und desselben sind: Antisemitismus. Das ist der Grund dafür, dass propalästinensische Aktivisten von Paris bis New York, von London bis Los Angeles Juden angreifen. Das ist der Grund, dass Palästinenser unterstützende Politiker und Staatsanwälte dazu neigen es zu vermeiden diese Angriffe vor Gericht zu bringen und Palästinenser unterstützende Medien neigen dazu ihre Bedeutung herunterzuspielen.

Im Kern ist das palästinensische Narrativ nichts anderes als die Aneignung jüdischer nationaler Identität, Kultur, Geschichte, Erbe und Glaube. Bei den Progressiven wird eine Person als der kulturellen Aneignung schuldig betrachtet, wenn er die kulturellen Wurzeln eines Phänomens herabsetzt oder anderweitig ignoriert. Wenn z.B. jemand ein ethnisches Essen erwähnt, ohne dessen Herkunft zu nennen, kann er erwarten als bigott verunglimpft zu werden.

Die kulturelle Aneignung des Judentums und jüdischen Volkstums durch die Palästinenser führt kulturelle Aneignung auf eine völlig neue Ebene.

Die letzten 3.500 Jahre sind jüdisches Erbe, Glaube, Volkstum und Geschichte – insgesamt – mit der Verbindung des jüdischen Volks zum Land Israel verbunden gewesen. Juden können sich ohne das Land Israel einfach nicht erklären oder gar verstehen. Graben Sie an irgendeiner Stelle im Land Israel ein paar Zentimeter unter die Oberfläche und Sie werden archäologische Beweise für die Jahrtausende jüdischer Verbindungen zum Land finden. Gehen Sie in irgendeine Synagoge oder jüdische Schule der Welt und Sie werden Beweise für diese grundlegende Realität finden.

Das palästinensische nationale Narrativ gründet auf pauschaler Leugnung jüdischer Geschichte, Erbe, Volk sein und Glauben und die Aneignung von all dem durch die Palästinenser. PLO-Chef und PA-Führer Mahmud Abbas beharrt darauf, dass die Palästinenser die biblischen Kanaaniter sind. Sein Vorgänger Yassir Arafat sagte, die Palästinenser seien die Jebusiter. Egal, dass es beide Gruppen seit 3.000 Jahren nicht mehr gegeben hat.

Gleichzeitig bestehen sie darauf, dass es keine Verbindung zwischen den Juden der Bibel und den Juden von heute gibt. Die Palästinenser zerstören systematisch archäologische Stätten überall im Land Israel, um die historische Aufzeichnung auszulöschen. Die Geschichte wird dann auf Grundlage der politischen und Propaganda-Erfordernisse der überarbeiteten, völlig erfundenen Geschichte der heutigen Palästinenser umgeschrieben.

Das ist der Grund dafür, dass die Palästinenser Israels Existenzrecht um jeden Preis ablehnen. Ihre falsche Geschichte wird unhaltbar, wenn sie zugeben, dass Juden im Land Israel Einheimische sind, dass Israel kein kolonialistischer Außenposten ist, sondern das einzige Heimatland, das Juden jemals gekannt haben, eines, zu dem sie ihre Verbundenheit über 2.000 Jahre Exil und die Enteignung durch imperiale Mächte die Geschichte hindurch beibehalten haben. Die Sache der Palästinenser macht nur Sinn, wenn jüdische Geschichte, Volk sein, Erbe und Glaube bestritten und Juden dafür dämonisiert werden, dass sie es ablehnen ihre Auslöschung zu akzeptieren.

Diese totale kulturelle Aneignung jüdischen Daseins durch die Palästinenser ist ein höchster Akt von Judenhass. Und diejenigen, die die Palästinenser unterstützen, unterstützen die Auslöschung jüdischer Existenz aus dem Verlauf der Zeit. Da das palästinensische Narrativ derart tief im kulturellen Leben der westlichen Eliten und Progressiven verwurzelt ist, ist es oft schwierig der vernichtende Judenhass in seinem Kern zu erkennen. Um das klar zu machen, können wir uns einer weiteren Form des Antisemitismus zuwenden, die auf der kulturellen Aneignung der jüdischen Existenz beruht.

Der Judenhass schwarzer Eliten, der Nation of Islam und ihrer Anhänger gründet in ähnlicher Weise auf dem Diebstahl der jüdischen Identität. Sowohl die Nation of Islam als auch die Black Israelites bestehen darauf, dass die Juden die „Ausgeburt Satans“ seien. Die wahren Juden, behaupten sie beharrlich, sind amerikanische Schwarze. Letzte Woche marschierten mehr als eintausend uniformierte Männer der Black Israelites durch Brooklyn, von der Grand Army Plaza zum Stadion der Nets; sie skandierten: „Hey, Jakob, Zeit aufzuwachen. Ich habe guten Neuigkeiten für dich. Wir sind die wahren Juden!“

Der Marsch brachte die Menge der Israelhasser durch die größten jüdischen Gemeinschaften außerhalb Israels.

Die Black Israelites marschierten zur Unterstützung des Basketball-Stars Kyrie Irving von den Brooklyn Nets, der von der NBA gesperrt worden war, weil er auf den Black Israelites basierende antisemitische Propaganda verbreitete, in deren Verlauf Irving einen antisemitischen Film empfahl, der unter anderem den Holocaust leugnet.

Der Sturm, der sich bei den schwarzen Antisemiten in Reaktion auf Irvings Sperre erhob, macht deutlich, wie zentral der Antisemitismus nicht nur im Narrativ der Black Israelites ist, sondern auch im Leben derer, die sich entweder als Black Israelites identifizieren oder ihrer Fälschung der Geschichte der Schwarzen in Amerika zurechnen.

Die Menge marschierte nicht nur zur Unterstützung Irvings und seiner antisemitischen Weltanschauung, sondern auch für den Rapper Kanye West. Der einst als wegen seiner öffentlichen Ablehnung von Abtreibung und seiner Unterstützung des damaligen Präsidenten Donald Trump als mutig Angesehene hat in den letzten Wochen seinen Konservatismus durch Antisemitismus auf Grundlage des Diebstahls jüdischen Erbes, Geschichte und Glaubens durch die Nation of Islam und die Black Israelites sowie der Aneignung dieses Erbes, Geschichte und Glaubens seitens schwarzer Amerikaner ersetzt.

Der bemerkenswerte Aspekt des westlichen Verhaltens ist: Während Irving eine kriecherische Entschuldigung für seinen antisemitischen Ausbruch ausgab, legte West nach. Bei jedem öffentlichen Auftritt seitdem er offen Irvings Antisemitismus verteidigte, hat West nicht nur seine antisemitischen Positionen erneut geäußert, er hat sie weiter ausgeführt und seine Attacken gegen Juden als Volk, als Gemeinschaft in Amerika und als Einzelpersonen eskaliert. Indem er sich an erster Stelle als Antisemit und an zweiter als Rapper und Person des öffentlichen Lebens neu definierte, hat West sich entschlossen sich so nahe wie möglich mit anderen Antisemiten zu verbinden, insbesondere mit dem weißen Rassisten Nick Fuentes.

Wests Entscheidung als Brücke zwischen dem schwarzen Antisemitismus, der allgemein mit dem progressiven politischen Lager assoziiert wird, und weisem Herrenmenschen-Antisemitismus,d er allgemein mit der politischen Rechtsextremen assoziiert wird, zu agieren, entlarvt eine viel ignorierte, aber fundamentale Tatsache über den Antisemitismus: Es handelt sich nicht um eine politische Haltung. Es handelt sich um eine kulturelle Anschauung; eine Art die Welt zu verstehen. Antisemiten kommen aus der politischen Linken, der Mitte und der Rechten. Sie kommen aus allen Religionen. Ihr Antisemitismus leitet ihre Politik. Folglich hat antisemitische Politik Befürworter in allen politischen Lagern.

Was uns zurück zu den israelischen Reportern in Doha bringt.

Black Israelites und die Nation of Islam, die ihre Identität auf die Aneignung jüdischer Identität gründen, bilden eine kleine, aber mächtige Minderheit der schwarzen Gemeinschaft in Amerika. Sie beeinflussen den Schwarzen Ausschuss des Kongresses und andere schwarze Schlüssel-Machtzentren, was im Gegenzug die Demokratische Partei beeinflusst. Und während ihre kulturelle und politische Macht zunimmt, ist sie doch immer noch begrenzt.

Im Gegensatz dazu ist die Übernahme des palästinensischen Narrativs in der arabischen Welt alles andere als durchgängig. Es wird in Europa und von Progressiven in Amerika fast universell akzeptiert. Alle Leute, die das palästinensische Narrativ akzeptieren und verfechten, akzeptieren die Gültigkeit einer politischen Sache, die in ihrer Gesamtheit auf der Aneignung jüdischen Volkstums gründet.

Schechnik und eine Reporterkollegen waren fassungslos, dass sie die Wahrheit über den Krieg gegen sie als Juden und gegen ihren Staat entdeckten. Der Antisemitismus, der ihre Gegner in Doha beseelt, hat nichts damit zu tun, wer Israels Regierung führt oder was das israelische Militär bei irgendeiner Militäroperation tut. Unterstützung der Palästinenser und ihres Ziels Israel von der Landkarte zu wischen wurzelt in Judenhass, der von Milliarden Menschen überall auf der Welt geteilt wird.

Die Palästinenser sind beliebt, weil sie ein Vehikel dafür bieten Hass auszudrücken und voranzubringen, auch in den Hallen der Macht überall in der Welt. Israels Durchhaltevermögen ist inakzeptabel, weil der jüdische Staat einfach damit, dass er überlebt, einfach damit, dass er Reporter zur Berichterstattung zur WM in Doha schickt, beweist, dass das palästinensische Narrativ nicht wahr ist und auf der Ablehnung beobachtbarer Wirklichkeit und der historischen Aufzeichnung fußt, nicht auf Gerechtigkeit oder Wahrheit.

Ähnlich sind amerikanische Juden fassungslos zu entdecken, dass schwarzer Antisemitismus, wie Angriffe nach palästinensischem Vorbild auf Juden von Peoria bis Miami, nichts damit zu tun hat, wer in Israel an der Macht ist oder ob amerikanische Juden sich mit progressiven oder konservativen Politikern und Themen identifizieren. Es hat nichts damit zu tun, ob amerikanische Juden bereit sind „weiße Schuld“ zu akzeptieren oder nicht.

Irving West, die Black Israelites, die Nation of Islam und ihresgleichen hassen Juden nicht wegen irgendetwas, das ein bestimmter Jude denken, sagen oder tun könnte oder nicht. Sie hassen Juden, weil sie die jüdische Geschichte, Erbe, Volkstum und Kultur gestohlen und alles sich selbst angeeignet haben. Weil sie das getan haben, haben sie keine andere Wahl als die Juden zu dämonisieren, weil jüdisches Stehvermögen und Legitimität die Fälschung im Kern ihrer erfundenen Identität bloßstellt.

Diaspora-Juden machen immer weiter denselben Fehler

Herzl würde das tragische Hirngespinst der Assimilation nur allzu gut erkennen.

Melanie Phillips, Israel HaYom, 2. Dezember 2022

Eine perverse Eigenschaft des jüdischen Volks ist, dass ein bestimmter Fehler immer und immer wieder gemacht wird. Sie werden verfolgt. Sie versuchen krampfhaft sich in ihren Gastgeber-Gemeinschaft zu assimilieren, in dem Glauben, das werden zukünftige Verfolgung abwenden. Sie werden wieder verfolgt. Sie assimilieren sich krampfhaft erneut.

Diese Woche wurde die erste Sammlung der Werke Theodor Herzls veröffentlicht, des Gründungsvaters des modernen Zionismus. Die Zusammenstellung stieß die Bibliothek des jüdischen Volks an, eine neue Serie von Arbeiten klassischer jüdischer Autoren, herausgegeben vom Koren-Verlag.

Dies jetzt zu veröffentlichen ist wegen der auffallenden Ähnlichkeiten zwischen Herzls Zeit und heute besonders passend.

Gil Troys meisterhafte Einführung der Sammlung lenkt die Aufmerksamkeit auf die Komplexitäten on Herzls gequältes Leben. Das lässt eine moderne Glock läuten, nicht nur zur Hartnäckigkeit des Antisemitismus, sondern zu aktuellen Einstellungen der Diaspora-Juden.

Assimiliert und fortschrittlich orientiert hatte Herzl eine ambivalente Haltung zu seinem Jüdisch sein. Vernarrt in die deutsche Hochkultur, die Europa beherrschte, lehnte er es ab seinen Sohn beschneiden zu lassen und zündete für seine Kinder Weihnachtsbaum-Kerzen an.

Juden waren in die höchsten Ebenen der deutschen und österreichischen Gesellschaft aufgestiegen. Doch gleichzeitig wurden Deutschland und Österreich immer pathologischer feindlich gegenüber den Juden.

Herzl war in einer dauerhaften Identitätskrise gefangen – einem Konflikt zwischen seinem „aufgeklärten“, europäisierten Selbst und der jüdischen Kultur, deren fundamentale Bedeutung er erst allmählich begriff.

Als er noch einem antisemitischen Schock nach dem anderen erschüttert war, versuchte er wiederholt die hohen Grad an Assimilation europäischer Juden mit der Tatsache in Einklang zu bringen, dass die Juden aus Sicht nichtjüdischer Europäer nicht zu assimilieren seien.

1895 wurde er in Paris vom Urteil wegen erdichtete Hochverrats-Vorwürfe gegen den jüdischen Offizier Hauptmann Alfred Dreyfus erschüttert, bei dem der tiefgehende Judenhass der Franzosen blank zu Schau gestellt war. In diesem Jahr wurde er von der Wahl des boshaften Antisemiten Karl Lueger zum Bürgermeister von Wien weiter entmutigt – einer Stadt, die Amos Elon in seinem Buch Zu einer anderen Zeit als kulturell von Juden beherrscht beschrieben wurde.

Nach der Dreyfus-Affäre erkannte er, dass die Juden niemals außer in einem eignen Heimatland sicher sein würden; trotzdem blieb Herzls Denken im Rahmen seiner assimilatorischen Denkweise verhaftet. So schreibt Elon, er glaubte die Stelle der neuen jüdischen nationalen Heimstatt werden von einem Komitee rationaler und wissenschaftlicher Geografen und Ökonomen beschlossen und es werde ein multikultureller Staat wie die Schweiz werden.

Die Echos all dessen im Heute sind unverkennbar. In Großbritannien und Amerika hat der Antisemitismus Rekordniveau erreicht. Dennoch stecken ihre jüdischen Gemeinschaften den Kopf in den Sand oder sehen komplett weg.

In Amerika hat eine Mehrheit der Juden den Universalismus und die Intersektionalität angenommen. Obwohl diese Ideologien den inhärent partikularistischen Werten des Judentums entgegenstehen und als Ergebnis Antisemitismus wie Antizionismus anheizen, sagen sich „progressive“ amerikanische Juden, sie würden jüdische Werte repräsentieren.

Es hat Tage lang Aufruhr gegeben, weil der frühere Präsident Donald Trump zwei heftige Antisemiten an seinen Tisch eingeladen hatte. Ye und den weißen Rassisten und Holocaust-Leugner Nick Fuentes. Solche Kritik an Trump, weil er hilft Antisemiten zu legitimieren, nicht zuletzt über sein Versäumnis sie zu verurteilen und das Ausmaß seines Fehlers einzugestehen, ist absolut gerechtfertigt.

Aber progressive Juden, die sich an Trumps Verhalten weiden, haben selbst der Förderung von Antisemitismus geduldet. Insbesondere haben sie es versagt die „Squad“ der auf Juden einprügelnden weiblichen Kongressabgeordnete zu verurteilen.

Ye stützt sich auf die Ideologie des Führers der Nation of Islam, Louis Farrakhan, der Jahrzehnte damit verbracht hat Juden als „satanisch“ zu verunglimpfen. Dennoch hat der ehemalige Präsident Barack Obama früher Farrakhans Organisation geholfen, der ehemalige Präsident Bill Clinton stand mit ihm zusammen auf einer Bühne und schüttelte ihm die Hand und das Demokraten-Establishment hat zu seinem Niedermachen von Juden geschwiegen.

In Großbritannien hat Labour-Parteichef Sir Keir Starmer alles unternommen seine Verpflichtung zu demonstrieren, dass er die Partei von den Antisemiten befreien will, die sie unter dem früheren, linksextremen Parteichef Jeremy Corbyn offen infiziert haben.

Doch Starmer hat davor für Corbyn Wahlkampf gemacht, damit dieser Premierminister wird. Starmers aktuelle Stellvertreterin Angela Rayner war eine führende Corbyn-Gefolgsfrau. Seine außenpolitische Sprecherin Lisa Nandy – die sagt, sie sei Zionistin – hat in der Vergangenheit versprochen gegen alles zu sein, was sie „die illegale Besatzung Palästinas“ und die „Blockade des Gazastreifens“ nannte; sie unterstützte auch das „Rückkehrrecht“ der palästinensischen Araber.

Starmer ist hat bei seiner Charme-Offensive zu Beschwichtigung der britisch-jüdischen Gemeinschaft extrem sorgfältig alle richtigen Knöpfe gedrückt. Es hat funktioniert. „Progressive“ britische Juden glauben heute, es sei wieder sicher Labour zu wählen.

Das ist Wunschdenken. Antizionismus und Antisemitismus durchströmt die Linke.

Diese Woche erzielte der Journalist John Ware seinen dritten Sieg bei den Verleumdungs-Klagen. Er hatte die Labour Party und bestimmte Einzelpersonen verklagt, die fälschlich behaupteten, in seiner Sendung „Panorama“ von 2109 „Ist Labour antisemitisch“ von 2019 bei der BBC hätte Ware wissentlich das Ausmaß des Antisemitismus in Corbyns Labour Party übertrieben.

Im Fall von dieser Woche hatte Ware einen pensionierten Fernseh-Produzenten namens Paddy French verklagt.

Zu Frenchs Anhängern gehörten der weit links stehende Filmregisseur Ken Loach und Roter Waters, der Mitgründer von Pink Floyd, von dem French die meiste finanzielle Unterstützung erhielt. Waters, der eine lange Bilanz antisemitischer Äußerungen hat, sagte, Ware sei „komplett von den Oligarchen kontrolliert, gekauft und bezahlt“.

Im Gegenteil – Wares Haltung war heldenhaft, insbesondere, weil er alleine und ohne finanzielle Unterstützung der BBC oder durch irgendjemand sonst handelte. Trotz des ihm diese Woche zuerkannten Rekord-Schadensersatzes von £90.000 riskiert War es aufgrund der hohen Fallkosten mit leeren Taschen dazustehen, wenn French nicht in der Lage ist zu zahlen.

Wares Sieg wird French oder Waters – mit seinen 550.000 Twitter-Followern – nicht davon abhalten in den sozialen Medien boshafte Lügen über Israel und die „zionistische Weltverschwörung“ zu puschen.

Antisemitismus wird weiter außer Kontrolle sein, weil er von diffamierenden Lügen über Israel geschürt wird. Es ist nicht nur die harten Linken, sondern die weicheren „Progressiven“, die dieses Narrativ puschen, was für die westlichen Liberalen die Ursache der Ursachen ist.

In Großbritannien wie in Amerika sucht die jüdische Gemeinschaft nach Möglichkeiten diese Realität in ihrer überwältigenden Furcht in die dominierende Machtstruktur zu passen zu bestreiten. Um vorzugeben, dass sie sich von niemand anderem zu unterscheiden, erzählen sie sich selbst, es gebe keine Barrieren zwischen ihnen und nichtjüdischen Briten oder Amerikanern.

Auf ähnliche Weise versuchten Herzl und die jüdische Gemeinschaften Deutschlands und Wiens die trennenden Charakteristika loszuwerden; sie erzählen sich selbst, dass Assimilation sie so deutsch oder österreichisch macht wie jeden anderen. Solche Akzeptanz stimmte damals nicht und sie trifft auch heute nicht zu. Die Juden sind in der Diaspora der Duldung.

Letzten Monat diskutierte Israels Ausschuss für Immigration, Eingliederung und Diaspora-Angelegenheiten über einen Bericht, der vom Institute for Jewish Policy Research in London veröffentlicht wurde. Er zeigt, dass Europa von 1970 bis 2020 59% seiner jüdischen Bevölkerung infolge einer Kombination aus Antisemitismus, dem Zusammenbruch der jüdischen Gemeinschaften und Assimilation verloren hat.

David Bitan, der Vorsitzende des Ausschusses, sagte: „In Europa sind Juden gezwungen jüdische Merkmale zu verbergen. Sie haben Angst mit einer Kippa auf dem Kopf auf die Straße zu gehen und die Synagogen werden von der Polizei bewacht.

Dr. Dov Maimon vom Jewish People Institute sagte: „Es gibt aufgrund des wirtschaftlichen Niedergangs und die Zunahme der Islamisierung kein positives Szenario für das europäische Judentum.“ Dennoch denken mehr als 80% der europäischen Juden nicht einmal darüber nach wegzugehen.

Der Antisemitismus mag auf dem europäischen Festland weiter verbreitet und gewalttätiger sein, aber dieselben unheilvollen Trends sind auch hier nur allzu offensichtlich. Deutlich heißt, für die die die Augen aufmachen.

Wäre Herzl heute hier, würde er sicher über die verblüffende Stärke und Vitalität des Staates Israel staunen; aber er würde sicher auch trauern, dass sich für „assimilierte“ Diaspora-Juden wenige geändert zu haben scheint.

In Israel sollten religiöse Gesetze in beide Richtungen gehen

Selbst wenn säkulare Israelis ihren Willen bekommen, müsste keine Synagoge unter der Obrigkeit des Oberrabbinats Zivilehen schließen und kein religiöser Mensch müsste am Sabbath öffentliche Transportmittel benutzen.

Jason Shvili, Israel HaYom, 24. November 2022

Vor zwei Wochen forderte Bezalel Smotrich, dessen Religiös-Zionistische Partei es bei der aktuellen Wahl schaffte 14 Sitze zu gewinnen und zur drittgrößten Fraktion in der Knesset zu werden, dass Israels Fußball-Profiliga keine Spiele mehr auf Samstage legt. Er argumentiert, dass es für Juden nicht fair ist Spielen nicht zusehen zu können, weil sie den Sabbath einhalten. Da hat er durchaus recht. Viele der jüdischen Bürger Israels entscheiden sich den Sabbath einzuhalten und schließen samstags stattfindende Spiele sie praktisch davon aus zu diesen Spielen zu gehen. Ich glaube, dass diese Forderung vernünftig ist.

Damit, denke ich, gibt es auch ein paar weitere vernünftige Forderungen, die Smotrich überlegen sollte. Wie wäre es z.B. damit öffentlichen Transportmittel am Sabbath zuzulassen, damit säkulare israelische Bürger, die nicht den Luxus haben ein privates Fahrzeug zu besitzen, einfacher von einem Ort zum anderen kommen können? Wie wäre es damit Zivilehen und -scheidungen für Israelis zuzulassen, die nicht von der Gnade des Oberrabbinats und seinen strikten Regeln abhängig sein wollen? Vielleicht sollten Smotrich und seine Freunde erwägen nicht orthodoxen Strömungen des Judentums Gleichbehandlung zuzugestehen.

Israels säkulare Bürger sind sehr daran gewöhnt der religiösen jüdischen Öffentlichkeit entgegenzukommen, daher sollten die religiöseren der israelischen Bürger überlegen sich zu revanchieren. Lasst die Säkularen unter uns am Sabbath Zugang zu Bussen und Bahnen haben. Niemand sagt den religiösen Juden des Landes, sie seien gezwungen am Sabbath öffentliche Transportmittel zu nutzen. Wir können sogar Vereinbarungen treffen, damit Busse und Bahnen an Samstagen nicht durch religiöse Viertel fahren.

In gleicher Weise könnten religiöse Juden wie Smotrich auch, wenn der säkularen israelischen Öffentlichkeit die Möglichkeit der Zivilehe und -scheidung gegeben würde, immer noch ihre persönlichen Dinge vom Oberrabbinat regeln lassen, wie es ihnen gefällt. Nichts würde sich ändern, außer dass zum ersten Mal in der Geschichte des jüdischen Staates sowohl säkulare als auch religiöse Juden die Gelegenheit haben zu wählen, wer die Zuständigkeit für ihren persönlichen Status hat. Wenn die religiös-jüdische Öffentlichkeit sich besser fühlt, können wir es sogar so machen, dass zivile Eheschließungen nicht innerhalb der Räumlichkeiten nationaler jüdischer Institutionen stattfinden. Mit anderen Worten: Keine Synagoge in der Zuständigkeit des Oberrabbinats müssten zivile Eheschließungszeremonien vornehmen.

Gleichzeitig wäre es allerdings nicht fair vom Oberrabbinat, sollte es sein Monopol auf Kaschrut und die Verwaltung der jüdischen heiligen Stätten behalten. Wie würden sich letzten Endes religiös-orthodoxe Juden in Israel fühlen, wenn sich plötzlich heilige Stätten wie die Westmauer unter der ausschließlichen Kontrolle der Bewegung der Reformjuden befänden? Und wie würden sie sich fühlen, wenn diese Reformbewegung ihnen sagen würde, dass es auf keinen Fall nach Männern und Frauen getrennte Gebetsbereiche geben würde? Ein solches Szenario würde die Fähigkeit der religiös-orthodoxen Bevölkerung gefährden, in Israel so Gottesdienst zu feiern, wie sie es möchten. Es wäre eine Verletzung ihres fundamentalen Rechts auf freie Religionsausübung. Zum Glück ist ein solches Szenario undenkbar.

Bedauerlich ist allerdings, dass Leute wie Smotrich glauben, den religiösen Überzeugungen anderer entgegenzukommen sollte eine Einbahnstraße sein. Sie glauben, dass die Säkularen den Religiösen entgegenkommen müssen, aber nicht umgekehrt. Herr Smotrich und der Rest der religiös-orthodoxen Öffentlichkeit des jüdischen Staates müssen einsehen, dass sie, wenn sie wollen, dass säkulare Juden ihnen entgegenkommen sollen, manchmal bereit sein müssen sich zu revanchieren.

Deutscher jüdischer Leiter drängt Juden nach Israel zu ziehen; Grund: Antisemitismus

„Man kann in diesem Land nicht als Jude leben! Und ich will in diesem Land nicht mehr leben“, sagte der jüdische Gemeindeleiter Semen Gorelik,.

Benjamin Weinthal, Jerusalem Post, 9. November 2022

Ein Mann schwenkt während einer Kundgebung gegen Antisemitismus vor dem Brandenburger Tor in Berlin im Mai eine israelische Flagge. (Foto: Christian Mang / Reuters)

Der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde im Bundesland Brandenburg kündigte am Mittwoch in einem wütenden Brief an, dass er Aliyah macht und drängte die deutschen Juden, wegen der Besorgnis erregenden Zunahme des Antisemitismus im Land seinem Beispiel zu folgen; er sagte:

„Ich gehe nach Israel und empfehle jedem, der sich zum Judentum bekennt, dieses Land schnellstmöglich zu verlassen“, sagte Gemeindeleiter Semen Gorelik in einer Mitteilung gegenüber der pro-israelischen Internetseite Die Achse des Guten.

In einer wütenden Abrechnung schrieb Gorelik, der 1996 als Flüchtling aus der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland kam: „Mit seiner antijüdischen Außen- und Innenpolitik hat das Land bewiesen, dass der Antisemitismus ein untrennbarer Teil der staatspolitischen Ideologie dieses Landes ist. Man kann in diesem Land als Jude nicht leben! Und ich will in diesem Land nicht mehr leben.“

„Ich will nicht in einem Land leben, dessen Bundespräsident [Frank-Walter Steinmeier] einen Kranz am Grab des Mörders, Terroristen und Antisemiten Yassir Arafat niederlegt!“

Die deutsche und die israelische Nationalflagge (Foto: Reuters)

Gorelik fuhr fort: „Ich will nicht in einem Land leben, in dem ich mich als Jude immer und überall verstecken muss. Ich will nicht in einem Land leben, in dem unsere israelische Fahne von einem Teil der Bevölkerung als Provokation empfunden wird. Ich will nicht in einem Land leben, in dem man auf der Straße keine Kippa tragen darf.“

Goreliks Vater, sagte er, sprach Jiddisch und Hebräisch und beaufsichtigte eine jüdische Vereinigung in Potsdam, der Hauptstadt von Brandenburg. Die Vereinigung diente als Aufenthaltsort für neu angekommene jüdische Immigranten und gelegentlich wurden dort auch Gottesdienste gefeiert.

„Wir haben uns daher zusammen mit 60 weiteren jüdischen Familien entschieden, eine echte jüdische Religionsgemeinschaft im Land Brandenburg zu gründen, um das vernichtete jüdische Leben wiederaufzubauen und den zugewanderten jüdischen Familien zu ermöglichen, in diesem Bundesland jüdisch leben zu können“, schrieb er.

Gorelik bekleidete diesen Posten mehr als 23 Jahre lang.

Er hielt fest, dass die Landesregierung von Brandenburg es Jahrezehnte lang ablehnte den Wiederaufbau jüdischen Lebens zu unterstützen und für Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz der jüdischen Gemeinschaft zu sorgen.

Die gesetzestreue jüdische Gemeinschaft Brandenburg, der offizielle Name der Gemeinschaft, ist vom Zentralrat der Juden in Deutschland unabhängig, der vom Staat bezuschusst wird.

Der Zentralrat der Juden in Deutschland, einschließlich seines Präsidenten Dr. Josef Schuster, sieht sich seit Jahren Kritik seitens Israelis und deutscher Juden wegen dem ausgesetzt, was sie als Versagen ansehen, der Deutschland vorgeworfenen Appeasement-Politik gegenüber dem Iran robust entgegenzutreten.

Die Jerusalem Post hat dem Zentralrat der Juden in Deutschland und Dr. Schuster Medienanfragen geschickt.

2016 sagte der Sprecher der jüdischen Gemeinde Hamburg, Daniel Killy, die sich verschlechternde Sicherheitslage in Deutschland habe zu einer für Juden höchst gefährlichen Lage geführt.

„Wir sind hier also nicht mehr sicher“, sagte Killy gegenüber tagesschau.de. Er sagte, der Zerfall der Staatsmacht, Exzesse der extremen Rechten, der Verlust politischer Glaubwürdigkeit und „die furchtbare Angst den Islamismus als solchen zu benennen“ haben zu einer für Juden unsicheren Umwelt beigetragen. Hamburgs jüdische Gemeinde hat fast 2.500 Mitglieder.