Metropolitan Museum of Art bezeichnet Tefillin als “ein ägyptisches Amulett”

Elder of Ziyon, 26. Juli 2020

Das ist die Internetseite des Metropolitan Museum of Art [New York City – spotplenni], auf der es seine Sammlung zeigt:

Dieses Objekt ist offensichtlich Tefillin schel rosch, im Neuen Testament „Gebetsriemen“ genannt, die jüdische Männer jeden Tag zum Gebet (und in den Zeiten des Talmud den ganzen Tag über) tragen.

Es ist schon erstaunlich, das Tefillin in dem Museum seit 1962 als Amulett der islamischen Zeit eingeordnet werden konnte, ohne dass jemand das erkannte.

Diese Tefillin schel rosch sehen erstaunlich modern aus, selbst mit dem vierfach verzweigten Schin auf der Seite.

Tefillin schel rosch scheinen zwar mindestens seit der Zeit der Schriftrollen vom Toten Meer würfelförmig gewesen zu sein, aber es gibt in derGenzia von Kairo kegelförmige Tefillin schel yad und zylindrische Tefillin schel yad schon seit 1725, graviert von dem französisch-niederländsichen Künstler Bernard Picart, sowie bogenartig geformte  Tefillin schel yad (anscheinend)im 19. Jahrhundert.

Rabbi Adin Steinsaltz sagt, dass die talmudische Vorschrift, dass Tefillin schel yad quadratisch sein müssen, sich nur auf den Boden bezieht, nicht auf das Kästchen, wie es in all diesen Fällen ist.

Juden, Rasse und linke Schuld

Laureen, Israellycool, 23. Juni 2020

Juden scheinen dieser Tage eine sehr komplizierte Beziehung zu dem zu haben, wer wir als Juden sind; viele denken, Judentum ist eine Religion – ist es nicht. Judentum ist etwas, das Juden praktizieren. Manche, die zum Judentum konvertieren, werden dadurch nicht genetisch jüdisch, praktizieren aber Judentum. Und besonders viele liberale Juden betrachten sich fälschlich als rassisch weiß, was interessant ist, bedenkt man, dass weiße Menschen uns nie als Teil ihrer Rasse betrachteten, womit sie richtig liegen.

Die veraltete Kategorisierung der Rasse gründet auf der Schädelform, aufgeteilt in mongolisch, negrid und kaukasoid. Mit dem Aufkommen der Gentechnik wird Rasse heute mehr aufgrund von Haplogruppen und Genen definiert. Die Wissenschaften haben bestätigt, was Juden seit tausenden von Jahren wussten: dass wir ein ethno-religiöser Stamm sind, genetisch miteinander verbunden. Hellhäutigere aschkenasische Juden haben mehr mit dunklerhäutigen Mizrahi-Juden gemeinsam als mit vielen Europäern. Das Thema lautet in Amerika in Begriffen von irriger jüdischer Identität, dass viele hier aschkenasisch sind, diejenigen, deren Familien aus europäischen Ländern kamen. In Israel sind die Mehrzahl der Juden Mizrahi und kommeb in erster Linie aus arabischen Ländern. Dennoch kommen alle Juden aus Israel und noch genauer gesagt: Die Juden von heute sind nach Judäa rückverfolgbar, nämlich auf die Stämme Juda und Levi.

Das Argument, das insbesondere viele liberale Juden in Sachen Rasse anführen, lautet, weil Hitler Rasse zur Waffen gemacht hat, sollten Juden nicht als Rasse betrachtet werden. In den USA wurden Juden, schon bevor der Holocaust die jüdische Gemeinschaft in Europa so dezimierte, nie als Weiße angesehen. Heute konzentriert sich das Reden auf systemischen Rassismus, aber es gab auch systemischen Antisemitismus.

Juden wurden oft mit Schwarzen in einen Topf geworfen, was die Einschränkungen angeht, wo Juden arbeiten, wo Juden leben und wo Juden studieren durften. In Teilen von Florida durften Juden erst ab 1968 leben. Diskriminierung von Juden, was Wohnungen angeht, war in Teilen von Illinois und in Michigan fest verankert. Erst 1968 wurde Juden in Bereichen von South Carolina endlich erlaubt Grundbesitz zu erwerben. Von den 1920-ern bis 1960 sahen sich jüdische Menschen harten Zulassungsquoten an Ivy League-Universitäten ausgesetzt. Dieser Begriff wurde „Limitation of Numbers“ [zahlenmäßige Begrenzung] genannt. Hollywood wurde von Juden als Außenposten des jüdischen Theaters geschaffen, als Ergebnis jüdischer Schauspieler, die von Weißen nicht beschäftigt wurden. Der KKK war nicht gegen weiße Menschen, hegte aber und hegt noch gleichermaßen Hass auf Schwarze und auf Juden.

Ursprünglich wollte ich unbedingt betonen, dass Juden eine Rasse sind, weil 2020 ein Jahr der Volkszählung ist und wegen der Bedeutung jüdische Rechte festzustellen, besonders da der Antisemitismus 2019 einen Höhepunkt erreichte. Schutz als Religion hat nicht dasselbe Gewicht wie Schutz als Rasse und nach zahlreichen Jahren des Versuchs Juden in den USA wieder als Rasse zu legalisieren (bis vor ein paar Jahrzehnten hatten die Juden die Möglichkeit im Zensus „hebräisch“ zu wählen) garantierte Präsident Trump Juden Schutz als Rasse unter Titel VI.

Gerade jetzt, wo das Wundpflaster zu Rasse nach dem brutalen Tod von George Floyd heruntergerissen ist, identifizieren sich besonders liberale Juden fälschlich als „weiß“, um am kollektiven weißen Schuldgefühl teilzuhaben, das die gesamte Linke empfindet. Es ist nicht falsch die Strafjustiz zu reformieren; es ist nicht falsch Gerechtigkeit für die haben zu wollen, die als Unbewaffnete getötet wurden. Es ist aber falsch vorzugeben man sei weiß, wenn die Weißen dich immer als den Anderen angesehen haben.

Die Alternative Rechte und die Alternative Linke von heute lügen, Israel sei ein kolonialistisches Land mit „weißen“ Juden, die die Araber „versklaven“. Das ist die Botschaft von CAIR, von Black Lives Matter und einer Menge anderer antisemitischer Gruppen. Von anderen und von innen fälschlich als weiß etikettiert zu werden heißt völlig misszuverstehen, wer die Juden sind; es bedeutet der realen Verbindung auszuweichen, die aschkenasische Juden zu sephardischen Juden, zu Mizrahi-Juden und zu schwarzen äthiopischen Juden, zu indischen Juden, zu bukharischen Juden, zu persischen Juden haben.

In Amerika Jude zu sein, sollte keine Schuld mit sich bringen, sondern Stolz. Stolz, dass wir trotz tausender Jahre systematischer Unterdrückung in jedem Land außerhalb Israels lebten, wir als Volk uns über das Opfer sein erhoben. Und in Amerika waren wir entschlossen trotz aller Hindernisse und Angriffe Erfolg zu haben. Doch für die Juden, die links sind, solltest du dich schuldig fühlen, schuldig dafür, für rassistische Politik zu stimmen.

Wenn Demokraten schwarzen Eltern in Innenstädten die freie Schulwahl verbieten, dann ist das rassistisch. Der Polizei Gelder zu nehmen wird nur unschuldigen Schwarzen schaden, die wie alle anderen Gruppen Schutz vor Kriminellen wollen. Die negativen Effekte der Reduzierung der Polizei haben sich bereits in Ferguson (Missouri) und anderen Orten erwiesen. Für Joe Biden zu stimmen, der 1994 das rassistischste Verbrechensgesetz in der Geschichte des Landes verabschiedete, das bis heute schwarze Jugendliche betrifft, tritt nicht für Schwarze ein. Präsident Trump zu hassen, der den First Step Act („Gesetz erster Schritt“) verabschiedete, eine tatsächliche Strafrechtsreform-Initiative zur Verringerung überzogener Urteile für Verbrechen, die keine Gewaltverbrechen sind, ist scheinheilig.

Während die Linken Weiße dämonisieren und obwohl weiß zu sein kein Verbrechen ist, sind Juden rassisch nie weiß gewesen, sind es heute nicht und werden es nie sein. Wenn Juden nicht wissen, wer sie als Volk sind, werden wir keine feste Grundlage haben, auf der wir stehen können, wenn wir gegen Antisemitismus vorgehen, der heute bei Linken am weitesten verbreitet ist.

Warum das Rahelgrab einen so bemerkenswerten Platz in der physischen und spirituellen Geographie des Judentums einnimmt

Das Grab ist zu einem Schrein für tausende Pilger geworden, so wie Rahel selbst eine ultimative Matriarchin der Religion geworden ist. Warum?

Das Rahelgrab im Jahr 1990 (Sepia Times/Universal Images Group via Getty Images)

Sarah Rindner, Mosaic, 13. Dezember 2019

1995, als der Oslo-Prozess in vollem Gang war, plante der damalige Premierminister Yitzhak Rabin mehrere Städte in der Westbank an die palästinensische Autonomiebehörde zu übergeben. Dazu gehörte Bethlehem, wo das von Juden verehrte Grab der biblischen Matriarchin Rahel liegt.

Von dem Gedanken beunruhigt, dass Israel das Grab abgegeben würde, traf sich Rabbi Hanan ben Porat, ein einflussreicher Siedler-Aktivist, mit Rabin, um diesen zu überzeugen es unter israelischer Kontrolle zu belassen. Auf dem Weg in zu diesem Treffen schloss sich ihm unerwartet Rabbi Menachem Porush an, ein Knessetabgeordneter der ultraorthodoxen und formell nicht zionistischen Partei Vereinigtes Thora-Judentum.

Bei dem Treffen legte Porat eine Reihe Argumente vor, die meisten davon mit Sicherheitsbezug, um Rabin davon zu überzeugen, dass die Übergabe des Rahelgrabs ein Fehler sein würde. Porush hingegen begann zu Rabins Überraschung zu weinen und ergriff die Hände des Premierministers: „Yitzahk, das ist Mutter Rahel, Mutter Rahel!“ Nach Porats Erzählung war Rabin derart bewegt, dass er die Vereinbarung abänderte, damit der Ort unter voller israelischer Kontrolle bleiben würde – eine Entscheidung, der die Palästinenser zustimmten.

Der biblische Bericht über Rahels Tod findet sich in der Thora-Lesung dieser Woche, der Vayischlah (Genesis 32,4 – 36,43), die mit Jakobs angespannter Wiedervereinigung mit seinem Bruder Esau beginnt. Nach Jahren der Feindschaft umarmen sich die beiden und weinen, um dann getrennten Wege zu gehen. Kurz danach stirbt Jakobs geliebte Ehefrau Rahel, bei der Geburt ihres zweiten Sohnes, Benjamin. Sie ist nicht im Familiengrab in der Machpelah-Höhle begraben, wo Jakob an der Seite seiner anderen Frau – Rahels Schwester Lea – beerdigt ist und wo bereits Abraham, Isaak, Sarah und Rebekka bestattet liegen. Stattdessen beerdigte Jakob sie „an der Straße nach Ephrat, das heute Bethlehem heißt. Und Jakob richtete über ihrem Grab einen Gedenkstein auf, das ist das Grabmal Rahels bis auf diesen Tag.“

Der Prophet Jeremia und seine rabbinischen Interpretatoren fügen dieser Episode wichtige Schichten hinzu; sie betrachten Rahels letzte Ruhestätte so, dass sie in einer einzigartigen Position gebettet wurde, um über ihre Kinder zu wachen – das jüdische Volk:

Ein Geschrei ist in Rama zu hören,
Jammern, bitteres Weinen:
Rahel weint um ihre Kinder.
Sie will sich nicht trösten lassen,
denn ihre Kinder sind fortgegangen.

Die Midrasch (Genesis Rabbah 82,10) erklärt, dass Rahels Ruheort „an der Straße“ ausdrücklich ausgesucht wurde, um es ihr zu ermöglichen für das jüdische Volk um Gnade zu bitten, als sie in den Händen der Babylonier auf dem Weg ins Exil vorbei kommen. Und wenn Rahel so positioniert ist, dass sie in der Zeit der Not um ihre Kinder weinen kann, dann ist sie auch da, um irgendwann ihre Rückkehr zu verkünden. Jeremias Prophezeiung geht weiter:

So spricht der Herr:
Verwehre deiner Stimme die Klage
und deinen Augen die Tränen!
Denn es gibt einen Lohn für deine Mühe; …
Sie werden zurückkehren aus dem Feindesland.
Es gibt Hoffnung für deine Zukunft; …
Deine Kinder werden zurückkehren in ihre Heimat. (Jeremia 31, 15-17)

In späteren jüdischen Quellen ist Rahel eine Kultfigur mit einzigartigem Status selbst unter ihren Mitmatriarchen. Viele midrahischen und kabbalistischen Texte betonen ihre besondere Rolle als Fürsprecherin bei Gott im Namen des jüdischen Volks. Ihr Grab, im Text der Thora erwähnt als „zeitgenössischer“ Schrein, wurde zudem ein Ort der Andacht. Es gibt Unstimmigkeiten über seinen genauen Standort, doch fast 2.000 Jahre lang ist der jetzige Ort Ziel für jüdische und christliche sowie später muslimische Pilger gewesen.

Die Möglichkeit Zugang zu Rahels Grab zu bekommen, war ein Grund für Jubel nach dem Sechstage-Krieg. In der Folge des Sieges Israels nahm der Sänger Arik Lavie das heute klassische Lied Schuw Lo Neylekh auf, „Wir werden nicht weggehen“, das die Rückkehr des jüdischen Volks zu einigen seiner heiligsten Stätten feiert, darunter dem Rahelgrab. Das Lied hat den bewegenden Refrain: „Siehe Rahel, siehe, sie sind zu ihren Grenzen zurückgekehrt.“ Damit bekam Rahel ein neues Leben als israelische Volksheldin – eines, das tief in der Tradition eingebettet war.

In den letzten Jahren hat ihre Popularität weiter zugenommen. Während des Gaza-Kriegs 2008 berichteten Soldaten von einer mysteriösen arabischen Frau, die sie vor dem Betreten eines mit Sprengfallen versehenen Hauses warnte. Sie behaupteten, dass sie sich dann als die Matriarchin Rahel offenbarte, die einmal mehr über ihre Kinder wachte. Erst wenige Wochen zuvor, am elften Tag des hebräischen Monats Heschwan, dem traditionellen Jahrestag des Todes Rahels, strömten tausende Israelis zu ihrem Grab, um dort zu beten und ihr die Ehre zu erweisen. Meine eigenen Kinder kamen an diesem Tag aus ihren israelischen Schulen mit Ausmal-Seiten und Tonskulpturen nach Hause, mit denen sie diesen Schrein dargestellt hatten.

Betrachtet man den bemerkenswerten Platz, den Rahels Grab sowohl in der physischen wie auch der spirituellen Geografie der jüdischen Tradition einnimmt, dann kommt eine Frage aus dem Bericht der Genesis über sie auf. Warum? Wir wissen aus dem Text, dass Jakob die schöne Rahel liebt, dass ihr Vater Laban Jakob betrügt, indem er ihm ihre Schwester Lea statt ihrer zur Frau gibt, ihn zwingt weitere sieben Jahre für ihn zu arbeiten, damit er Rahel heiraten kann. Rahel kämpft darum schwanger zu werden, während Lea scheinbar ohne Mühe Kind um Kind gebiert, was dazu führt, das Rahel furchtbar neidisch auf ihre Schwester ist und zu Jakob sagt: „Gib mir Kinder, sonst sterben ich.“

Im Gegenzug ist aber auch Lea neidisch auf Rahels Status als bevorzugte Frau und gab ihren ersten drei Söhnen Namen, die ihre (nicht erwiderte) Hoffnung beschwor, dass Jakob sie vielleicht, endlich, so sehr lieben wird, wie ihre Schwester. Als Jakob schließlich das Haus seines Schwiegervaters zusammen mit seinen Frauen und Kindern verlässt, schleicht sich Rahel mit einigen der Hausgötzen ihres Vaters hinaus, womit sie ihre gesamte Familie potenzieller Gefahr aussetzt und, zumindest gemäß der rabbinischen Standard-Lesart, setzte sie sich auch dem von ihrem eigenen Ehemann geäußerten Fluch aus.

Zusammen betrachtet, geben uns diese Episoden einen lebhaften Eindruck einer schönen Frau, die mit ihrem eigenen Schicksal kämpft, nicht immer den frömmste Weg wählt und infolge dessen schwer bestraft worden sein könnte. Selbst als ultimative Mutter scheint Rahel zu versagen.

Lea hatte immerhin sieben Kinder, Rahel nur zwei, dazu die Gelegenheit sie alle aufwachsen zu sehen, bis sie erwachsen waren. Und wir wissen nicht viel darüber wie Rahel mit Josef umging, dem einzigen Sohn, den sie großziehen konnte. Vielleicht wären Sarah oder Rebekka dann eine öffensichtlichere Wahl für die ultimative Matriarchin, denn von ihnen stammten alle Kinder Israels ab statt nur die Stämme Ephraim, Manasse und Benjamin, deren Mitglieder zum größten Teil vor der Zerstörung des ersten Tempels ins Exil gebracht wurden und die den Reihen des jüdischen Volks verloren gingen, bis, wie die Tradition besagt, sie im Zeitalter des Messias wieder hergestellt werden.

Trotzdem verdient Rahels Verhalten gegenüber ihrer Schwester Lea genauere Betrachtung. Die Midrasch erklärt als Kommentar zu Labans Austausch Rahels durch Lea, dass Rahel, damit diese Täuschung Erfolg hat, daran beteiligt gewesen sein muss, indem sie Lea ein Passwort gegeben hat, das sie und Jakob vorher vereinbart hatten. Leas Ehe mit Jakob ist damit gemäß dieser Lesart die Folge von Rahels Bereitschaft und selbstloser Entscheidung.

Später finden wir im Text der Genesis eine Parallel-Episode, in der Leas ältester Sohn Ruben auf dem Feld für seine Mutter einige Liebesäpfel sammelt – offenbar sollten sie ein Fruchtbarkeitszauber sein – und Rahel fordert, dass sie ihr einige abgibt. Lea reagiert entrüstet. „Hat es nicht gereicht, dass du mir meinen Ehemann genommen hast, musst du mir auch die Liebesäpfel meines Sohnes wegnehmen?“ In diesem Moment hätte Rahel defensiv reagieren können, aber sie tut das Gegenteil. Sie erkennt Leas Schmerz, sie gibt ihr einmal mehr die Gelegenheit bei Jakob zu sein: „Ich verspreche dir, er [Jakob] wird heute Nacht bei dir liegen, als Gegenleistung für die Liebesäpfel deines Sohnes.“

Wir mögen nicht viel über Rahel als Mutter wissen, außer der Tatsache, dass sie verzweifelt eine solche werden wollte. Aber wir wissen mehr über sie als Schwester. In einer Situation, in der Rivalität hätte natürlich hätte gären und zunehmen sollen, hat Rahel Erfolg an Schlüssel-Verbindungsstellen, indem sie sie überschreitet. Diese Episoden sind genau deshalb bewegend, weil Rahel keine konventionelle Heldin ist und bestimmt keine Heilige. Aber indem man den Schmerz fühlt, in dem sie selbst steckt, kann der Leser ihr großzügiges Handeln gegenüber ihrer Schwester und Rivalin stärker schätzen.

Vielleicht ist es dann kein Zufall, dass Jakob Rahel kurz nach der Wiedervereinigung mit seinem Bruder Esau beerdigt und das auf eine Weise, die ihre einzigartige Bedeutung anerkennt. Die Brüder sind selbst ein Beispiel von Geschwistern, die es schaffen ein Zerwürfnis zu überwinden – eines, das ebenfalls durch Täuschung verursacht war und dadurch, dass ein Bruder sich scheinbar nimmt, was dem Recht nach dem anderen gehört. Aber im Fall von Jakob und Esau ist ein Großteil des Schadens nicht wieder gutzumachen und Esau wird aus der Bundeslinie ausgeschlossen. Die Begebenheit endet damit, dass die beiden in unterschiedlichen Richtungen auseinander gehen, wobei ein Teil der ursprünglichen Spannungen immer noch vorhanden ist.

Rahel und Lea hingegen sind in der Lage Auswirkungen dieser Art zu verhindern – was nahe legt, dass es für die Schwestern möglich, wenn auch sehr schwierig ist, ein einzelnes Schicksal zu teilen. In der Genesis, dem Buch, das mit Geschwister-Rivalitäten beschäftigt ist, sticht ihr Erfolg heraus und ermöglicht es damit den zwölf Stämmen Israels, die von zwölf Brüdern abstammen, zuerst zu einer einzigen Familie und dann zu einer einzigen Nation zu werden.

Darüber hinaus stellt sogar Rahels exakter Begräbnisort, weit entfernt von der Patriarchenhöhle und den Matriarchen, wo Jakob und Lea am Ende gemeinsam beerdigt werden, einen finalen Akt der Güte Lea gegenüber dar. Ob es nun Jakobs Entscheidung ist oder, wie bei der von Rahel in allder Stille vorbereiteten Hochzeitsnacht: Die Tatsache, dass Rahel an einem anderen Ort beerdigt ist, erlaubt es Lea, die Rolle einzunehmen, die sie während ihres Lebens so verzweifelt anstrebte – eine Position neben Jakob als die von ihm Geliebte einzunehmen.

Was uns zurückbringt zu Rahels Grab und dem Gebäude des Glaubens und der Hingabe, das im Verlauf der Jahrhunderte darüber gebaut wurde. Während der Prophet Jeremia Rahel als die immer präsente Mutter beschreibt, die um ihre Kinder weint, zeigt die Genesis uns, wenn sie sorgfältig gelesen wird, dass die um ihre Kinder vergossenen Tränen, die sie so verzweifelt haben wollte, ihre Augen nicht komplett für die Hoffnungen und Träume ihrer eigenen Schwester trübten.

Damit, dass sie etwas von Jakob an Lea abgab, im Leben wir im Tod, formt Rahel das Potenzial über das eigene Leid hinauszublicken und, wo das Ego sonst verweilen würde, Raum zu schaffen für das Komplexe Netz der Beziehungen zwischen Geschwistern, Eheleuten, Eltern und Kinder, um in Gottes erwähltem Volk aufzublühen.

Zeitgenössische jüdische Akademiker und die masochistische Tradition

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor; eine englische Version gibt es bei BESA)

Am 17. Mai beschloss der deutsche Bundestag, dass BDS als antisemitisch abzulehnen ist.[1] Als Reaktion darauf schrieben 240 jüdische und israelische Wissenschaftler einen Brief, in dem diese Gleichsetzung zurückgewiesen wird. Sie fordern von der deutsche Regierung diesen Beschluss nicht zu unterstützen, weil diese die freie Meinungsäußerung schützt und respektiert – denn diese werde angegriffen.[2]

Aus einer ganzen Reihe von Gründen war das eine der vielen typischen Handlungen zeitgenössischen jüdischen Masochismus. Freie Meinungsäußerung hat in Deutschland in der Vergangenheit zu den extremsten kriminellen Handlungen gegen Juden in der gesamten Geschichte geführt. Es gibt heute noch lebende Zeugen, die sich dazu äußern können. Ebenso gibt es eine Reihe erhebliche den Antisemitismus fördernde Aspekte in der zeitgenössischen deutschen Gesellschaft und Regierungspolitik, gegen die diese 240 Wissenschaftler, wenn überhaupt, nicht auf organisierte Weise protestiert haben.

Der Völkermord propagierenden Organisation Hisbollah wird erlaubt in Deutschland frei zu agieren.[3] Deutschland unterstützt in der UNO und angeschlossenen Gremien viele antiisraelischen Resolutionen, während es gegen viel weitere kriminelle Staaten keinerlei vergleichbare Resolution gibt. Das ist gemäß der wichtigen Definition von Antisemitismus, der der Internationalen Holocaust-Gedenkallianz (IHRA), eine antisemitische Handlung.[4] Die erwähnten jüdischen Akademiker protestierten auch nicht gegen die Immigration hunderttausender Antisemiten, die sich unter den Flüchtlingen aus muslimischen Ländern befanden, die seit 2015 nach Deutschland kamen. Es sollte festgehalten werden, dass diese importierten Antisemiten in ihrem Hass und ihren Vorurteilen nicht zwischen masochistischen und nicht masochistischen Juden unterscheiden.

Masochismus war und ist eine beträchtliche Erscheinung in der israelischen Gesellschaft und der jüdischen Welt. Er ist eine Jahrtausende alte Tradition, wird jedoch im jüdischen öffentlichen Diskurs komplett ignoriert. Sogar im Ursprung des Judentums kann man masochistische Tendenzen finden. Wenn es ihnen schlecht ging, fügten heidnische Nationen ihren bestehenden Göttern oft neue hinzu oder ersetzten sie, weil sie letztere für ihr Unglück verantwortlich machten. Der Tanach (die hebräische Bibel) führt als Beispiel hierfür die assyrische Herrschaft über das Land Israel an. Als die neuen Einwohner von Löwen angegriffen wurden, baten sie um einen israelischen Priester, der sie die Verehrung des Herrn lehren sollte, während sie weiter auch ihre alten Götter verehrten.[5] Im Gegensatz dazu begannen die Israeliten unter fortwährenden Vorhaltungen ihrer Propheten letztlich nur sich selbst für ihr Unglück verantwortlich zu machen.

Lange vor dieser Zeit bemühte sich der Patriarch Abraham in einer ausführlichen Diskussion mit dem Herrn, um die sündvolle Stadt Sodom vor der Vernichtung zu bewahren. Doch als der Herr ihm befahl ihm seinen Sohn Isaak zu opfern, war Abraham bereit diesen göttlichen Befehl widerspruchslos zu befolgen.

Man kann diesen Masochismus auch in den Talmud zurückverfolgen, wo ausdrücklich gesagt wird: „Rabbi Abahu sagt, zähle immer zu den Verfolgten und nicht zu den Verfolgern.“[6] Man findet ihn auch in jüdischer Literatur späterer Zeit und im aktuellen jüdischen Gebetsbuch, sogar vermehrt vor den Hohen Feiertagen. Auf seine selbstironische Weise sagt Woody Allen in dem Film Annie Hall: „Für einen Typen, der in Brooklyn aufgewachsen ist , bin ich verhältnismäßig normal.“

Ein weiterer biblischer Text, der zu Masochismus führen kann, ist der von Jesaja, dass die Israeliten ein „Licht für die Nationen“ sein werden. Es ist eine deutlich masochistische Haltung, wenn Juden glauben, der Staat Israel habe versagt, wenn er nicht hundertprozentig perfekt handelt. Diese Art zu denken führt zu diskriminierender Kritik, gegen die diese jüdischen Masochisten den Staat Israel nicht verteidigen können.

In Israel gibt es viele Beispiele für masochistische Erscheinungen. Eines davon ist der wiederholte Verweis auf das „Massaker von Deir Yassin 1948“. Ein Buch von Professor Eliezer Tauber von der Bar Ilan-Universität hat nachgewiesen, dass ein Großteil dessen, was als Gräueltaten propagiert wird, frei erfunden oder aus politischen Gründen enorm übertrieben wurde.[7] Deir Yassin ist vrblasst vollständig, wenn man es mit den gewaltigen Verbrechen vergleicht, die von westlichen Staaten in Kolonien und Kolonialkriegen verübt wurden, beispielsweise von den Portugiesen, den Briten, den Franzosen, den Niederländer und anderen. Keine dieser Nationen verweist auch nur annähernd so häufig auf ihre historischen Verbrechen wie Deir Yassin in Israel erwähnt wird.

Unter den 240 Unterzeichnern des Briefs der jüdischen und israelischen Wissenschaftler an die deutsche Regierung findet man eine Reihe eingefleischter antiisraelischer -Hetzer. Hier sollen wenige Beispiele genügen. Einer der bekanntesten Unterzeichner ist Noam Chomsky. Er hat den französischen Akademiker Robert Faurisson unterstützt, eines der führenden Holocaust-Leugner Europas. Chomsky schuf ein Konstrukt, das behauptet, Hitler habe 6 Millionen Juden auslöschen können ohne antisemitisch zu sein.[8]

Und nicht lange ist es her, dass er Jeremy Corbyn verteidigte, den selbsternannten „Freund“ und „Bruder“ von Völkermord-Terroristen.[9] In einem Interview sagte Chomsky, er würde Corbyn wählen, den er einen anständigen Menschen nannte.[10] Er warnte vor dem Aufkommen jüdischer Nazi-Tendenzen in Israel. Zudem bezeichnete er den Gazastreifen als Konzentrationslager.[11] Alan Dershowitz reklamiert in seinem Buch The Case for Israel, dass Chomsky bei Rassismus zweierlei Maß anlegt und einzig Israel für die Flüchtlingskrise von 1948 verantwortlich macht. Außerdem unterstützte Chomsky 2006 die Bewaffnung der libanesischen Hisbollah.[12] Die Liste der perversen Beispiele zu diesem Akademiker kann beliebig fortgesetzt werden.

Jeder, der seinen Namen unter einen von Chomsky unterzeichneten Text setzt, sollte ernsthafte Bedenken haben. Das kann man von der amerikanischen Akademikerin Judith Butler nicht erwarten, die 2006 sagte: „Hamas/Hisbollah als soziale Bewegungen zu verstehen, die progressiv sind, die links sind, die Teil der globalen Linkens sind, ist extrem wichtig.“[13]

Doch noch extremer ist vielleicht die Tatsache, dass zu den Unterzeichnern des Briefs auch Holocaust-Forscher gehören. Eine der problematischsten Unterschriften ist die von Daniel Blatman, Professor für zeitgenössiche jüdische und Holocaust-Studien an der Hebräischen Universität. Er ist auch Chefhistoriker der Dauerausstellung im zukünftigen Museum des Warschauer Ghettos. Zusätzlich zum Massenmord an Juden durch die Deutschen auf polnischem Territorium ermordeten Polen weit mehr Juden, als sie retteten. Die Tatsache, dass Blatman den oben erwähnten Brief unterschrieb, ist ein weiterer Hinweis darauf, dass man ihn zukünftig genau auf eventuelle Verzerrungen hin beobachten sollte. Als Blatman über seine Pläne für das Warschauer Museum sprach, erwähnte er die polnischen Morde an Juden während des Holocaust nicht einmal.[14]

Blatman griff in Ha‘aretz auch die IHRA an; er behauptete, sie sei ein Werkzeug der israelischen Regierung. Er beschuldigte sie eine Antisemitismus-Definition formuliert zu haben, die den politischen Interessen der israelischen Regierung dient.

Blatman wurde vom Ehrenvorsitzenden der IHRA, Israels führendem Holocaust-Forscher Yehuda Bauer heftig kritisiert. Er antwortete in derselben Zeitung, die Behauptung Israel kontrolliere die IHRA sei eine antisemitische Lüge. Er fügte an, dass Blatman zum Chefhistoriker eines neuen Museums ernannt worden ist, das von der nationalistischen polnischen Regierung unterstützt wurde, offenbar um als ihr jüdisch-israelisches Feigenblatt zu dienen.

Bauer schloss: „Ich hätte mir nie vorstellen können, dass ein antisemitischer Angriff und bösartige Kritik an einem positiven Projekt, das Holocaust-Erinnerung fördert, ausgerechnet aus der Hebräischen Universität Jerusalem auf dem Skopusberg kommen würde und dass ausgerechnet von der Person, die denselben Posten bekleidet, den ich dort Jahrzehnte lang inne hatte – Leiter des Instituts für zeitgenössisches Judentum. Aber man hört nie auf zu lernen, selbst in meinem fortgeschrittenen Alter.“[15]

Dem viel zu wenig erforschten, Jahrtausende alten und doch modernen jüdischen Masochismus sollte viel mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden. Er ist eine große Bedrohung der korrekten Funktionierens der jüdischen Welt und des Staates Israel. Ein weiteres Ergebnis solch masochistischen Verhaltens ist seine negative Auswirkung auf das internationale und inländische Image der Juden wie der Israelis weltweit.

[1] www.welt.de/politik/deutschland/article193718523/BDS-Warum-die-Linke-bei-Israel-Boykotteuren-keinen-Antisemitismus-sieht.html

[2] https://bdsmovement.net/news/240-jewish-and-israeli-scholars-german-government-boycotts-are-legitimate-and-non-violent-tool

[3] www.reuters.com/article/us-germany-lebanon-hezbollah/germany-wont-classify-iran-ally-hezbollah-as-terrorist-spiegel-idUSKCN1QP1YT

[4] www.holocaustremembrance.com/working-definition-antisemitism

[5] 2. Könige 24-34

[6] T. Bavli, Bava Kama 93a

[7] https://besacenter.org/perspectives-papers/deir-yassin-nakba-war-crimes/

[8] https://chomsky.info/1989____/

[9 www.theguardian.com/politics/2018/sep/30/flawed-reporting-on-antisemitism-claims-against-the-labour-party

[10] www.youtube.com/watch?v=edicDsSwYpk

[11] www.middleeastmonitor.com/20181112-chomsky-echoes-prominent-israeli-warns-of-the-rise-of-judeo-nazi-tendencies-in-israel/

[12] https://www.jewishvirtuallibrary.org/noam-chomsky

[13] www.jpost.com/Jewish-World/Jewish-Features/Berlin-Jewish-Museum-event-calls-for-Israel-boycott

[14] http://1943.pl/en/professor-daniel-blatman-in-the-warsaw-getto-museum/

[25] www.haaretz.com/world-news/europe/.premium-daniel-blatman-s-anti-semitic-attack-1.7613216

Die Flagge Israels

Das bedeuten die Symbole auf der Flagge Israels:

Der Davidstern ist ein Symbol, das seit dem 18. Jahrhundert verwendet wurde, um das Judentum zu repräsentieren; er wurde seit dem Ersten Zionistischen Kongress 1897 als repräsentatives Symbol der zionistischen Bewegung verwendet.

Die blauen Streifen beruhen auf den Streifen, die traditionell auf einem Tallit, einem jüdischen Gebetsschal zu finden sind. Die Farbe blau repräsentiert eine wichtige Farbe, tehkhelet genannt, die von Israeliten in der Eisenzeit verwendet wurde. Das Blau repräsentiert zudem Gottes Herrlichkeit, Reinheit und Strenge. Das Weiß repräsentiert Gottes Güte.

 

(gefunden auf Facebook)