Jüdisch sein ist, was immer du es sein lassen willst – außer jüdischem Nationalbewusstsein

Elder of Ziyon, 8. April 2021

Ich twitterte neulich das hier:

„Ich drücke mein Jüdisch sein über tikkun olam aus!“

„Klasse!“

„Ich drücke meines über alte jiddische Theaterstücke aus.

„Fantastisch!“

„Bei mir Jüdische Küche!“

„Sagenhaft!“

„Meines läuft über Zionismus!“

„Wie kannst du es wagen Zionismus mit Judentum zu verbinden!“

Mein Punkt ist, dass die Anti-Israel-Truppen es lieben von ihrem jüdischen Erbe zu reden, das alles vom Essen von Bagels bis zur Erforschung des Feuers in der Triangle-Shirtwast-Fabrik sein kann. Das ist für sie alles Teil der Darstellung des Judentums.

Aber für Leute, die jüdisches Nationalbewusstsein als integralen Bestandteil ihres Judentums betrachten, hat ihre ausgedehnte Definition dessen, was Jüdisch sein bedeutet, hier seine Grenze.

Sie würden jeden, der irgendeinen Aspekt ihres Jüdisch seins attackiert, als antisemitisch bezeichnen, aber den jüdischen Staat oder jüdisches Nationalbewusstsein angreift, ist nicht antisemitisch – im Gegenteil, sie finden das lobenswert.

So sehr sie versuchen vorzugeben, dass der Zionismus irgendwie nichts mit dem Judentum zu tun hat, können sie scheinbar nicht erklären, was ihre Grenzen dafür sein, was jüdisch ist. Und für Leute, die andere beschuldigen sie als Juden zu auszugrenzen, ist das mehr als ein wenige scheinheilig.

Wie und warum landete ein Talmud-Traktat in Hitlers Bunker?

Der Daf Yomi, die tägliche Talmud-Seite, die diese Woche gelesen wird, könnte die Antwort auf eine 75 Jahre alte Frage geben. Op-ed.

David Bedein, Israel HaYom, 18. Februar 2021

Talsmud-Studium (Foto: iStock)

Eine der Nazi-Täuschungen beinhaltete die Vereinnahmung der Bräuche und Tragödien der jüdischen Geschichte.

In diesem Zusammenhang kam am Ende des Krieges ein Rätsel um die Entdeckung des Traktats Pesachim des Talmuds in Hitlers Bunker auf. Gefunden wurde es kurz nachdem der Bunker in die Hände der Alliierten fiel.

Wie kam es dazu, dass ein Traktat des Talmuds in den Händen der Nazis war? Und warum dieses Traktat? Was hätte die Nazis an diesem Traktat interessieren können?

Warum unterscheidet sich dieses Traktat von allen anderen?

Während dieses Zeitraums, als die Juden den täglichen Talmud-Studienzirkel Dav Yomi lernen, ist das studierte und gelehrte Traktat kein anderes als Pesachim, das sich um alle möglichen Aspekte von Pessah dreht, zusammen mit wichtigen Aspekten der jüdischen Überlieferung und Geschichte.

Am 16. Februar 2021 wurde im Lernzirkel Daf Yomi die Seite 87 des Traktats Pesachim gelehrt. Und ich denke, ich habe die Antwort gefunden.

Auf Seite 87b erinnert der Talmud an die Verfolgung, unter der die Juden in jeder Generation leiden, gefolgt von einer berühmten Talmduc-Beobachtung, dass Gottes Gnade den Juden gegenüber darin besteht, dass die Juden nicht nur nicht an einen Ort verbannt wurden, so dass die sie, wenn sie irgendwo verfolgt wurden, an einem anderen aufblühen können.

Der Schluss der Diskussion gibt die Worte eines prominenten Römers wieder, der sagte, er träume, dass sie in eines Tages in der Lage sein werden tatsächlich alle Juden zu töten.

Genau das war die „Vision“ der Wannseekonferenz, die vor achtzig Jahren stattfand, als Führer des Dritten Reichs zu einer Konferenz zusammenkamen, um einen Plan zur Ermordung aller 11 Millionen Juden Europas in Gang zu setzen.

Könnte es angesichts der Vorliebe der Nazis tatsächlich von jüdischen Texten zu lernen, um „den Feind zu kennen“, sein, dass es Deutsche im Bunker gab, die Pesachim 87b studierten? Wir werden es nie erfahren, aber das scheint zu passen.

Der Band des im Nazi-Bunker gefundenen Pesachim-Traktats wurde von den Alliierten an Rabbi Isaac Herzog übergeben, damals der Oberrabbiner Palästinas.

Dieser Band ist heute im Besitz seines Namensvetters Yitzhak Herzog, des Leiters der Jewish Agency for Israel, der den Auftrag hat die Juden aus den vier Enden der Erde zu sammeln und für ihre Rückkehr in ihr Heimatland in Israel zu sorgen.

Volle Offenlegung: Ich habe in den letzten 35 Jahren jeden Tag an einer frühmorgendlichen Daf Yomi-Sitzung teilgenommen.

Wenn ein Reporter, der über Antisemitismus und das Schicksal der Juden berichtet, die Gelegenheit wahrnimmt Daf Yomi zu lernen, bevor er jeden Tag zur Arbeit geht, ist Perspektive unerlässlich. Und man weiß nie, welche Geheimnisse der Talmud offenbaren kann.

Der ignorante Antisemitismus der obersten Richter Europas

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Dass der Europäische Gerichtshofs in Luxemburg es auf die Liste der Top Ten der schlimmsten antisemitischen Vorfälle 2020 des Simon Wiesenthal Center (SWC) geschafft hat, ist eine höchst negative Leistung. Das ist umso bemerkenswerter, als sich die Auflistung des Gerichts auf ein fehlerhaftes Urteil stützte, das eine bedeutende Lüge beinhaltet.

Das höchste Gericht der EU entschied, dass ein Beschluss der flämischen Regierung, das rituelle Schlachten von Tieren nur nach einer Betäubung zu erlauben, einen „fairen Ausgleich zwischen dem Wohlergehen der Tiere und der freien Religionsausübung“ ermögliche.[1] Warum ist das eine Lüge? Weil für religiöse Vorschriften einhaltende Juden – wie auch für viele Muslime[2] – das Fleisch von vor der Schlachtung betäubten Tieren zu essen verboten ist. Daher kann es keinen „fairen Ausgleich“ zwischen Tierwohl und dem Verbot des Gebots einer Religion geben, wie das Gericht fälschlich behauptet.[3]

Das Urteil des Gerichts widersprach damit auch einer Empfehlung seines Generalanwalts, der das flämische Gesetz annullieren wollte. Er sagte, strengere Tierwohl-Gesetze könnten zugelassen werden, wenn der „Kern“ des religiösen Brauchs nicht beeinträchtigt wird. Das Urteil des Gerichts tastete allerdings diesen „Kern des religiösen Brauchs“ an.

Es gibt viele Aspekte im Hintergrund, wenn man diese juristische Entscheidung betrachtet. Nachdem Hitler 1933 an die Macht kam, führte die Nazi-Regierung in Deutschland ähnliche Maßnahmen ein. Das passte in ihre antisemitische Politik. Obwohl sie für ihre Entscheidung einen anderen Grund angaben, stellten sich die Richter des Europäischen Gerichtshof hinter Hitlers Ansatz.[4] Das SWC erwähnt in seinem Dokument ausdrücklich die Verbindung zwischen den Entscheidungen des Gerichts und Hitlers. Die Europa-Richter haben den antisemitischen Charakter und die Geschichte ihrer aktuellen Entscheidung möglicherweise nicht erkannt. Antisemitismus aus Unwissen ist nur einer der vielen Stränge des Hasses.

Die Richter in Luxemburg sind in ein antisemitisches Thema mit langer Geschichte gewatet. Das am wenigsten Negative, das angenommen werden kann, ist, dass sie zu diesem Thema keinerlei Grundkenntnisse über die Vergangenheit hatten, ansonsten wäre es ein noch schlimmeres Fehlurteil, als es das ohnehin schon ist.

In der Vergangenheit erfolgte ein Großteil der Gesetzgebung gegen rituelles Schlachten in Europa auf selbstherrlich-antisemitischer Grundlage. In der Schweiz wurde das rituelle Schlachten ohne Betäubung 1893 über einen Verfassungszusatz verboten.[5] Damit sollte den Juden signalisiert werden, dass sie im Land nicht sonderlich willkommen waren.[6] Außer während des Zweiten Weltkriegs, als es in der Schweiz zahlreiche jüdische Flüchtlinge gab, war die jüdische Gemeinschaft immer klein geblieben. Nach dem Krieg unternahm die schweizerische Regierung beträchtliche Anstrengungen die jüdischen Flüchtlinge dazu zu bringen das Land zu verlassen.[7]

Norwegen, ein Land mit kleiner Bevölkerung und einer langen antisemitischen Tradition, verabschiedete 1929 ein Gesetz, das das Töten von Tieren ohne Betäubung verbot, also noch bevor Deutschland das unter der Naziherrschaft machte. Es ist bis heute in gültig. Demgegenüber haben Norweger seitdem weiter Wale auf eine grausame Weise getötet, bei der das Tier auf viele Weisen leidet.[8]

Neben Deutschland war auch in den während des Zweiten Weltkriegs deutsch besetzten Ländern wie den Niederlanden jüdisches Schlachten ohne Betäubung verboten. Das wurde nach Deutschlands Niederlage zurückgenommen. Seit einigen Jahren ist im niederländischen Parlament eine kleine Partei vertreten, die Partei für Tiere. Tierrechte und -Wohlergehen sind zentraler Teil ihres Programms. Sie brachte 2011 ein Gesetz ins niederländische Abgeordnetenhaus ein, das religiöse Schlachten ohne Betäubung zu verbieten.

Dieses Gesetz war nicht hauptsächlich durch Antisemitismus motiviert – allerdings weiß man das in Europa nie – sondern durch die selektiven emotionalen Elemente eines zum Teil irrationalen Umfelds. Es gab dafür viel Unterstützung aus der Bevölkerung, was andeutet, dass viele Niederländer sich einfacher in das eingebildete Gemüt einer Kuh versetzen können als in das eines religiösen Juden. Das Gesetz wurde der Zweiten Kammer des Parlaments, verabschiedet, schaffte es aber in der ersten Kammer nicht.

Zu den Parteien, die das Gesetz unterstützten, gehörte die populistische, islamfeindliche Partei PVV. Diese war von den Problemen motiviert, die damit Teilen der religiösen Muslime bereitet würden. Dennoch sagte einer ihrer Abgeordneten, Dion Graus, in der zweiten Kammer, er könne jeden widerlegen, der behauptet seine Partei sei nur gegen Muslime: „Wir sorgen uns um die Tiere. Wir sind auch gegen jüdisches rituelles Schlachten.“[9]

Halal-Schlachten durch Muslime macht nicht mehr als 1 bis 2 Prozent der massiven Gesamt-Tierschlachtung in den Niederlanden aus. Ein Teil der Muslime isst kein Halal-Fleisch, wenn das Tier vor der Schlachtung betäubt wurde. Die Gesamtzahl der gemäß jüdischen Ritualen in den Niederlanden geschlachteten Kühe beläuft sich auf etwa 3.000, eine für die Gesamtbranche marginale Anzahl.

In der allgemeinen Schlachtindustrie in den Niederlanden gibt es enorme Verstöße gegen das Tierwohl. Viele Fälle fallen auch beim Transport der Tiere zum Schlachthof an. Es ist jedoch eine recht bekannte politische Taktik, seine Attacken gegen die Bräuche relativ kleiner Minderheiten zu richten.

Derweil erhalten gewaltige Skandale in Sachen Tierwohl in Europa nicht gerade massive internationale Öffentlichkeit. 2014 trat in Dänemark ein Verbot rituellen Schlachtens ohne Betäubung in Kraft.[10][11] Im November 2020 waren Tiere in einen dänischen Nerz-Framen mit dem Covid-Virus infiziert.[12] Daraufhin wurden auf Anweisung der Regierung mehr als zehn Millionen Nerze gekeult.

Die dänische Regierung gab hinterher zu, dass ihr der rechtliche Rahmen für eine landesweite Verfügung fehlte und sie nur die Zuständigkeit hatte infizierte Nerze oder Herden innerhalb eines Sicherheitsradius zu keulen. „Das ist ein Fehler. Es ist ein bedauerlicher Fehler“, sagte die sozialdemokratische Premierministerin Mette Frederiksen im Parlament. „Selbst wenn wir in Eile sind, hätte uns völlig klar sein müssen, dass neue Gesetze erforderlich sind und das war uns nicht klar. Ich entschuldige mich dafür.“

Auch die Beerdigung der Nerze führte zu einem riesigen Umweltskandal. In eine paar Monaten – wenn es kein Covid-Risiko mehr gibt – wird man vier Millionen Nerz-Leichen wieder ausgraben und neu beerdigen müssen.[13] Ein Teil der Tiere in einem Massengrab auf einem Militärgelände im Westen des Landes sind wegen durch ihre Verwesung produzierten Stickstoff- und Phosphorgasen wieder an die Oberfläche gekommen. Zwei Grabstätten sind höchst umstritten, weil eine sich in der Nähe eines Badesees befindet, die andere nicht weit entfernt von einer Trinkwasser-Quelle. Anwohner haben sich über die potenzielle Kontaminationsgefahr beschwert.

Jüdische Organisationen könnten gegen das Urteil des Europäischen Gerichtshofs beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte Berufung einlegen. Wie dem auch sei: Dieser Akt des Gerichts dürfte weitere Länder anspornen ähnliche antisemitische Gesetze zu beschließen. Der Französisch sprechende Teil Belgiens, die Wallonie, hat das 2017 bereits getan.[14]

Es gibt bei diesem Thema einen weiteren wichtigen Aspekt. Die Europäische Union hat angekündigt, dass sie in ihrem Arbeitsprogramm 2021 der Bekämpfung des Antisemitismus viel Zeit widmen wird. Als Einleitung dazu hat der Europäische Gerichtshof es geschafft ein antisemitisches Urteil zu fällen, das gut in die mehr als tausend Jahre alte europäische Tradition des Judenhasses passt. Die EU wird eine überzeugende Antwort darauf finden müssen, wenn sie irgendeine Glaubwürdigkeit in ihrem Kampf gegen den Antisemitismus haben will.

[1] www.bbc.com/news/world-europe-55344971

[2] ebenda

[3] ebenda

[4] http://www.loc.gov/law/help/religious-slaughter/europe.php

[5] http://www.swissjews.ch/en/religion/kosher-meat/the-ban-on-shechita-in-switzerland/

[6] https://jcpa.org/article/muslims-and-jews-in-switzerland/

[7] jcpa.org/phas/phas-erlanger-s06.htm

[8] www.jpost.com/Opinion/Op-Ed-Contributors/Norway-a-paradigm-for-anti-Semitism

[9] Parlamentarische Debatte, Tweede Kamer, 17. Februar 2011 [Niederländisch].

[10] http://www.foodnavigator.com/Article/2014/02/20/Denmark-bans-halal-and-kosher-slaughter

[11] http://www.theguardian.com/commentisfree/andrewbrown/2014/feb/20/denmark-halal-kosha-slaughter-hypocrisy-animal-welfare

[12] http://www.bbc.com/news/world-europe-54890229

[13] http://www.bbc.com/news/world-europe-55391272

[14] http://www.neweurope.eu/article/as-ramadan-starts-wallonia-bans-ritual-slaughter/

Metropolitan Museum of Art bezeichnet Tefillin als “ein ägyptisches Amulett”

Elder of Ziyon, 26. Juli 2020

Das ist die Internetseite des Metropolitan Museum of Art [New York City – spotplenni], auf der es seine Sammlung zeigt:

Dieses Objekt ist offensichtlich Tefillin schel rosch, im Neuen Testament „Gebetsriemen“ genannt, die jüdische Männer jeden Tag zum Gebet (und in den Zeiten des Talmud den ganzen Tag über) tragen.

Es ist schon erstaunlich, das Tefillin in dem Museum seit 1962 als Amulett der islamischen Zeit eingeordnet werden konnte, ohne dass jemand das erkannte.

Diese Tefillin schel rosch sehen erstaunlich modern aus, selbst mit dem vierfach verzweigten Schin auf der Seite.

Tefillin schel rosch scheinen zwar mindestens seit der Zeit der Schriftrollen vom Toten Meer würfelförmig gewesen zu sein, aber es gibt in derGenzia von Kairo kegelförmige Tefillin schel yad und zylindrische Tefillin schel yad schon seit 1725, graviert von dem französisch-niederländsichen Künstler Bernard Picart, sowie bogenartig geformte  Tefillin schel yad (anscheinend)im 19. Jahrhundert.

Rabbi Adin Steinsaltz sagt, dass die talmudische Vorschrift, dass Tefillin schel yad quadratisch sein müssen, sich nur auf den Boden bezieht, nicht auf das Kästchen, wie es in all diesen Fällen ist.

Juden, Rasse und linke Schuld

Laureen, Israellycool, 23. Juni 2020

Juden scheinen dieser Tage eine sehr komplizierte Beziehung zu dem zu haben, wer wir als Juden sind; viele denken, Judentum ist eine Religion – ist es nicht. Judentum ist etwas, das Juden praktizieren. Manche, die zum Judentum konvertieren, werden dadurch nicht genetisch jüdisch, praktizieren aber Judentum. Und besonders viele liberale Juden betrachten sich fälschlich als rassisch weiß, was interessant ist, bedenkt man, dass weiße Menschen uns nie als Teil ihrer Rasse betrachteten, womit sie richtig liegen.

Die veraltete Kategorisierung der Rasse gründet auf der Schädelform, aufgeteilt in mongolisch, negrid und kaukasoid. Mit dem Aufkommen der Gentechnik wird Rasse heute mehr aufgrund von Haplogruppen und Genen definiert. Die Wissenschaften haben bestätigt, was Juden seit tausenden von Jahren wussten: dass wir ein ethno-religiöser Stamm sind, genetisch miteinander verbunden. Hellhäutigere aschkenasische Juden haben mehr mit dunklerhäutigen Mizrahi-Juden gemeinsam als mit vielen Europäern. Das Thema lautet in Amerika in Begriffen von irriger jüdischer Identität, dass viele hier aschkenasisch sind, diejenigen, deren Familien aus europäischen Ländern kamen. In Israel sind die Mehrzahl der Juden Mizrahi und kommeb in erster Linie aus arabischen Ländern. Dennoch kommen alle Juden aus Israel und noch genauer gesagt: Die Juden von heute sind nach Judäa rückverfolgbar, nämlich auf die Stämme Juda und Levi.

Das Argument, das insbesondere viele liberale Juden in Sachen Rasse anführen, lautet, weil Hitler Rasse zur Waffen gemacht hat, sollten Juden nicht als Rasse betrachtet werden. In den USA wurden Juden, schon bevor der Holocaust die jüdische Gemeinschaft in Europa so dezimierte, nie als Weiße angesehen. Heute konzentriert sich das Reden auf systemischen Rassismus, aber es gab auch systemischen Antisemitismus.

Juden wurden oft mit Schwarzen in einen Topf geworfen, was die Einschränkungen angeht, wo Juden arbeiten, wo Juden leben und wo Juden studieren durften. In Teilen von Florida durften Juden erst ab 1968 leben. Diskriminierung von Juden, was Wohnungen angeht, war in Teilen von Illinois und in Michigan fest verankert. Erst 1968 wurde Juden in Bereichen von South Carolina endlich erlaubt Grundbesitz zu erwerben. Von den 1920-ern bis 1960 sahen sich jüdische Menschen harten Zulassungsquoten an Ivy League-Universitäten ausgesetzt. Dieser Begriff wurde „Limitation of Numbers“ [zahlenmäßige Begrenzung] genannt. Hollywood wurde von Juden als Außenposten des jüdischen Theaters geschaffen, als Ergebnis jüdischer Schauspieler, die von Weißen nicht beschäftigt wurden. Der KKK war nicht gegen weiße Menschen, hegte aber und hegt noch gleichermaßen Hass auf Schwarze und auf Juden.

Ursprünglich wollte ich unbedingt betonen, dass Juden eine Rasse sind, weil 2020 ein Jahr der Volkszählung ist und wegen der Bedeutung jüdische Rechte festzustellen, besonders da der Antisemitismus 2019 einen Höhepunkt erreichte. Schutz als Religion hat nicht dasselbe Gewicht wie Schutz als Rasse und nach zahlreichen Jahren des Versuchs Juden in den USA wieder als Rasse zu legalisieren (bis vor ein paar Jahrzehnten hatten die Juden die Möglichkeit im Zensus „hebräisch“ zu wählen) garantierte Präsident Trump Juden Schutz als Rasse unter Titel VI.

Gerade jetzt, wo das Wundpflaster zu Rasse nach dem brutalen Tod von George Floyd heruntergerissen ist, identifizieren sich besonders liberale Juden fälschlich als „weiß“, um am kollektiven weißen Schuldgefühl teilzuhaben, das die gesamte Linke empfindet. Es ist nicht falsch die Strafjustiz zu reformieren; es ist nicht falsch Gerechtigkeit für die haben zu wollen, die als Unbewaffnete getötet wurden. Es ist aber falsch vorzugeben man sei weiß, wenn die Weißen dich immer als den Anderen angesehen haben.

Die Alternative Rechte und die Alternative Linke von heute lügen, Israel sei ein kolonialistisches Land mit „weißen“ Juden, die die Araber „versklaven“. Das ist die Botschaft von CAIR, von Black Lives Matter und einer Menge anderer antisemitischer Gruppen. Von anderen und von innen fälschlich als weiß etikettiert zu werden heißt völlig misszuverstehen, wer die Juden sind; es bedeutet der realen Verbindung auszuweichen, die aschkenasische Juden zu sephardischen Juden, zu Mizrahi-Juden und zu schwarzen äthiopischen Juden, zu indischen Juden, zu bukharischen Juden, zu persischen Juden haben.

In Amerika Jude zu sein, sollte keine Schuld mit sich bringen, sondern Stolz. Stolz, dass wir trotz tausender Jahre systematischer Unterdrückung in jedem Land außerhalb Israels lebten, wir als Volk uns über das Opfer sein erhoben. Und in Amerika waren wir entschlossen trotz aller Hindernisse und Angriffe Erfolg zu haben. Doch für die Juden, die links sind, solltest du dich schuldig fühlen, schuldig dafür, für rassistische Politik zu stimmen.

Wenn Demokraten schwarzen Eltern in Innenstädten die freie Schulwahl verbieten, dann ist das rassistisch. Der Polizei Gelder zu nehmen wird nur unschuldigen Schwarzen schaden, die wie alle anderen Gruppen Schutz vor Kriminellen wollen. Die negativen Effekte der Reduzierung der Polizei haben sich bereits in Ferguson (Missouri) und anderen Orten erwiesen. Für Joe Biden zu stimmen, der 1994 das rassistischste Verbrechensgesetz in der Geschichte des Landes verabschiedete, das bis heute schwarze Jugendliche betrifft, tritt nicht für Schwarze ein. Präsident Trump zu hassen, der den First Step Act („Gesetz erster Schritt“) verabschiedete, eine tatsächliche Strafrechtsreform-Initiative zur Verringerung überzogener Urteile für Verbrechen, die keine Gewaltverbrechen sind, ist scheinheilig.

Während die Linken Weiße dämonisieren und obwohl weiß zu sein kein Verbrechen ist, sind Juden rassisch nie weiß gewesen, sind es heute nicht und werden es nie sein. Wenn Juden nicht wissen, wer sie als Volk sind, werden wir keine feste Grundlage haben, auf der wir stehen können, wenn wir gegen Antisemitismus vorgehen, der heute bei Linken am weitesten verbreitet ist.