Über Judenhasser und Juden, die Juden hassen

Was schafft jüdische Judenhasser im Gegensatz zu anderen? Woher kommt die Krankheit?

Rabbi Prof. Dov Fischer, IsraelNationalNews, 26. April 2021

Montage: Die Logos des New Israel Fund und von J-Street

Der Talmud sagt uns in Traktat Pesachim 49b, dass so schlimm nichtjüdischer Antisemitismus auch werden kann, niemand authentische Juden so tief und ernst hasst, wie es andere Juden tun, die außerhalb des Bereichs jüdischen Wissens stehen.

Mit der gerade erfolgten jährlichen J-Street-Konferenz, einem Hassfest, das den grundlegenden Kern des authentischen Israel niederreißen will, den zwei Drittel seiner Bevölkerung demokratisch unterstützt, sehen wir, wie wahr die traurige Feststellung des Talmud ist., Niemand – wirklich niemand – hasst so viele Juden so heftig, wie es linke Juden tun. Natürlich ist das eine Krankheit.

Zuerst ein Wort der Realität. Da gemäß der Definition seit dreitausend Jahren, das ist die halachische Definition, nur jemand Jude ist, der von einer jüdischen Mutter geboren wurde oder nach normativem jüdischem Recht zum Judentum konvertierte, sind ganze Schwaden der J-Street-Mitglieder noch nicht einmal Juden. Sie sind entweder klare Nichtjuden oder Leute, die von nichtjüdischen Müttern geboren wurden, die nie korrekt konvertierten – oder überhaupt nie den Konvertierungsprozess durchliefen. Ganze Segmente von J-Street sind schlicht keine Juden. Ja, George Soros ist als Großspender von J-Street entlarvt worden. Aber ganze Schwaden der Mitglieder von J-Street sind keine Juden. So sehen die aus, die das Gemeinwesen hassen, das von den Israelis in ihrer überwiegenden Zahl gestützt wird.

Eine Woche lang wetteiferte J-Street darin Israel auf jede vorstellbare Weise innerhalb ihrer eingeschränkten Leistungsfähigkeit zu schaden. Es drängte auf massive amerikanische Gelder für Abu Mazen (Mahmud Abbas) und seinen israelfeindlichen Apparat, der Terroristen und ihre Familien mit lebenslangen, großzügigen Gehältern für Mord belohnt: Geld für Mord. Noch mehr als das: J-Street gab Abbas seine Plattform, ist nie einen Zentimeter Kompromiss zu seinen absurden territorialen Forderungen eingegangen oder hat gefordert, dass Israel Millionen Arabern gestattet ins Land zu kommen, um die jüdische Mehrheit zu ersetzen.

Und das lief so: Einen Tages feuert J-Street Abu Mazen an. Am nächsten Tag geben sie Jimmy Carter, ein, wie dessen selbst veröffentlichte Borniertheit zeigt, langjährigen Israelhasser, einen „Friedensstifter“-Preis. Dann bieten sie ein oder zwei der bösartigsten Israelhassern im US-Senat – Elizabeth Warren und Bernie Sanders – eine Plattform. Und Sanders hasst den israelischen Staat so abgrundtief, dass er offen und regelmäßig unverfrorene Judenhasser wie Rashida Tlaib, Ilhan Omar und Linda Sarsour beipflichtet. Sie befürworteten ihn als Präsidenten. Er befürwortet sie. Das macht Sinn: Er verachtet die Regierung und Politik, für die mehr als 70 Prozent der Juden Israels wieder und wieder stimmten, während er in ein politisches Liebesfest mit den schlimmsten Judenhassern im Kongress in unserer Zeit eintaucht.

Wie alle solchen Judenhasser, so wie große Schwaden an Pseudojuden in J-Street, sind diese Hasser darauf vorbereitet Kritik mit dem Satz zu begegnen: „Aber ich bin Jude.“

Dieser Unsinn mag bei der New York Times und bei linken Juden funktionieren, die bei CNN, MSNBC, so vielen Fernsehnachrichten-Organen, Organisationen wie die ADL und ihresgleichen überwiegend vorherrschen. Aber für alle, die über Parolen hinaus denken, ist das bedeutungsloser Mumpitz.

Bernie Madoff war Jude, aber das hielt ihn nicht davon ab Elie Wiesel, Sandy Koufax, Jeffrey Katzenberg, Steven Spielberg, Frank Lautenberg, Norman Braman, die Yeshiva University, den American Jewish Congress, Hadassah und eine lange Liste jüdischer Ikonen zu betrügen und fast in den Bankrott zu treiben. Es machte es dem Juden schlicht einfacher andere Juden zu zerstören. Karl Marx war ein Kind jüdischer Eltern, aber die Schriften und Lehren seines Lebens waren von judenfeindlichem Hass durchdrungen. Es hat Juden gegeben, die in der amerikanischen Nazipartei aktiv waren und sogar zu Führern aufstiegen. Und dieselbe Krankheit finden wir zuhauf bei der amerikanischen Linken. xxx

Was motiviert sie? Was lässt einen Bernie einen so großen Teil seines öffentlichen Lebens den Angriffen und dem Wahlkampf an der Seite der schlimmsten Judenhasser unserer Zeit im Kongress widmen? Es kann alles Mögliche sein. Er redet darüber, dass er einmal nach Israel reiste um in einem Kibbuz zu leben. Er mochte ihn also, Sha’ar Ha’amakim, einen Kibbuz, der so marxistisch-kollektiv war, dass einer seiner Gründungsmitglieder wegen Spionage für die Sowjetunion verurteilt wurde. Während seiner Entstehung dominierte die Kibbuz-Bewegung in Israel politisch. In diesen Jahren war ein beträchtliches Segment der politischen Klasse Israels sozialistisch und stand nicht nur dem Marxismus-Kommunismus allgemein freundlich gegenüber, sonders besonders auch zu Josef Stalin. Die Partei Mapam – ursprünglich pro-stalinistische Kommunisten – gewann 19 Sitze in der ersten Knesset und war, während ihr Anteil ständig sank, von 1955 bis 1977 an allen außer einer israelischen Koalitionsregierungen beteiligt.

Hier finden Sie eine ganzseitige Anzeige, die die Mapam schaltete, um die „große Tragödie“ des Todes Stalins zu betrauern, den sie als den „Großen Führer und Gepriesenen Militärtaktiker“ sowie den „Großen Revolutionskrieger“ beschrieb. Hier ist ein weiteres Plakat der israelischen Kommunistischen Jugendbewegung.

Trotzdem schlug auch dies, wie alle nationalen sozialistischen Experimente, mit der Zeit fehl. Als Stalin anfing Juden zu ermorden, 1953 in der Tschechoslowakei Schauprozesse durchzuführen, die sich unverhältnismäßig gegen Juden richteten, anfing andere Juden zu ermorden, die in die höchsten Ebenen der Sowjetunion aufgestiegen waren – Kamenew, Zinowiew, Radek, Trotsky und so viele andere – ließ der Stalinismus in der israelischen Regierung etwas nach.

Im Verlauf des nächsten halben Jahrhunderts wurde Israel zur kapitalistischen Startup-Wundernation, die in so vielen Technologie-Bereichen weltführend wurde. Israel hat sich also nicht so entwickelt, wie es der Kommunist Bernie wollte – und Benjamin Netanyahu schulterte wahrscheinlich mehr als jeder andere die Wandlung der Wirtschaft Israels vom Marxismus zum Kapitalismus. Entsprechend hasst ihn Bernie Sanders und bezeichnet Bibi als Rassisten, obwohl Netanyahu mit der arabischen Partei Ra’am verhandelt und Vereinbarungen mit arabisch-muslimischen Ländern wie den VAE, Bahrain, dem Sudan und Marokko unterschreibt. Sanders zog derweil vom rassengemischten Brooklyn nach Vermont, in den mit 94,3 Prozent Anteil Weißer in der Bevölkerung zweitweißesten Staat in Amerika.

Das war der Sanders, der zu J-Street ging, um Amerika zu drängen die Hilfe für Israel einzuschränken. Elizabeth Warren machte dasselbe. Und sie begann die „Zweistaatenlösung“ zugunsten derselben einseitigen, linken Medien zu predigen, die 1948 komplett gegen einen jüdischen Staat waren und stattdessen dem American Council for Judaism unverhältnismäßig viel Berichterstattung widmeten, einer Organisation von Reform-Rabbinern und Reform-Tempeln, die eindeutig gegen den Zionismus opponierten.

Was schafft solche Juden? Woher kommt die Krankheit?

Oft liegt dem eine tiefer gehende Geschichte über Kindheitskonflikte mit Eltern zugrunde, manchmal harten Eltern mit scheinheiligen Werten und einer lebenslangen Kindeheitsentschlossenheit es diesen Eltern eines Tages heimzuzahlen, indem man sie da tief verletzt, wo sie es am heftigsten trifft – auf den Werten herumzutrampeln, die sie puschten. Mama und Papa verspotteten die jüdischen Traditionen und Bräuche des Judentums zuhause und verhöhnten Rabbiner – aber sie forderten irrationalerweise, dass die Kinder Juden heiraten und Israel unterstützen. Also beschließen diese verstimmten Kinder zwanzig Jahre später und jetzt mit ihren eigenen Autoschlüsseln und unabhängigem Einkommen: „Jetzt heirate ich einen Nichtjuden und sie können nichts dagegen tun. Jetzt werde ich Israel attackieren und zusehen, wie sie blau anlaufen. Haben sie halt Pech gehabt.“

Zweifeln Sie nicht daran, dass diese Krankheit hier beginnt.

Andere wachsen in einem Zuhause auf, wo sie nichts ausgesetzt sind, also wissen sie trotz all ihrem säkularen Wissen und beruflicher Ausbildung absolut nichts Substanzielles über das Judentum.

Bernie Sanders wurde mit öffentlicher Schulbildung aufgezogen, ergänzt durch „Hebräischschule“ am Wochenende. Er und sein Bruder lernten von biblischen Juden, die den Pharao wegen sozialer Gerechtigkeit bekämpften, aber da blieb nichts Religiöses hängen. Getreu seinem Marxismus lebte er später Jahrzehnte lang vom Geld seiner Freundinnen und ihrem Einkommens und ihrem Vermögen. Mit der Zeit verbrachten seine nichtjüdische Frau und er ihre Flitterwochen in der Sowjetunion, als andere – sowjetische Juden – ihre Freiheit und ihr Leben riskierten, indem sie verzweifelt versuchten dort herauszukommen und während andere Juden – Amerikaner – ihre Freiheit bei Demonstrationen auf der Straße riskierten um ihnen zu helfen herauszukommen … oder wagemutig Millionen Tefillin und Pakete mit Matzen in die Sowjetunion schmuggelten.

Sanders pries sowjetisches Schlangestehen um Brot als „etwas Gutes“. Er pries Castros kommunistisches Kuba. Er nahm an Feiern der kommunistischen Sandinisten in Nicaragua teil und pries sie als heldenhaft, ermutigte sie bis zum Sieg zu kämpfen. Wie Mark Levin festhielt, entsprach Bernie Sanders‘ „Bill of RIghts“ fast zu hundert Prozent den Artikeln 118 bis 122 der stalinistischen Verfassung von 1936.

Mitte der 1980-er Jahre kam ich dem inzwischen verstorbenen Yitzhaq Ben-Ami näher, dem Vater von Jeremy Ben-Ami, der J-Street leitet. Yitzhaq war ein jüdischer Patriot. Er spendete und riskierte alles im vorstaatlichen Irgun-Untergrund. Er organisierte heimliche, illegale Transporte, um Juden aus Nazieuropa herauszuschmuggeln und dann die britische Blockade der Häfen Israels zu trotzen. Hitler war anfangs mehr daran interessiert Europa zu „säubern“, indem er alle seine Juden evakuierte, als daran die Juden zu ermorden und Yitzhaq musste mit Eichmann verhandeln. Hier ist eine überzeugende Mini-Biografie von ihm. Sein Buch Years of Wreath, Days of Glory bietet weitere Einzelheiten. Um zu verstehen, wie ein Jeremy Ben-Ami eine Organisation leiten kann, die Abu Mazen, Bernie Sanders und Elizabeth Warren eine Plattform bietet, um Israels Staatswesen zu attackieren, während regelmäßig so hasserfüllten Maßnahmen wie Einschränkungen dafür, wie Israel amerikanische Hilfe ausgibt, befürwortet werden, ist etwas, das außerhalb der Bereiche meiner Berufsausbildung liegt.

Aber lassen Sie uns diese Dinge festhalten:

1. Die „Zweistaatenlösung“ ist tot. Sie ist nicht beerdigt, nicht eingeäschert, aber so tot wie ein Türknauf. Nennen Sie es „für Bernie geschwächt“. Es leben 325.000 Juden in Ostjerusalem und 475.000 weitere Juden leben an anderen Orten überall in Judäa und Samaria. Es ist absolut unmöglich 800.000 Juden aus ihren Häusern zu vertreiben. Ja, die 2.500 von Yamit konnten aus dem Sinai evakuiert werden. Israel erreichte seine maximale Vertreibungskapazität, als Ariel Sharon 2005 8.600 Juden aus dem Gusch Katif im Gazastreifen vertrieb, die aber ein Jahrzehnt später immer noch nicht in neuen Häusern wieder komplett neu angesiedelt waren.

Eine Vertreibung von 800.000 Juden – das Hundertfache der Vertreibung aus dem Gusch Katif – findet nur statt, wenn (1) praktisch die gesamte arabische Welt beschließt alle Juden aus allen arabisch-muslimischen Ländern über ein Jahrzehnt hinweg und mehr zu vertreiben, während Israel hilft sie auszufliegen oder (2) wenn Hitler und Eichmann ein gesamtes staatliches Unternehmen dem Bau von Eisenbahnlinien widmet, Viehwaggons zu beschlagnahmen, Juden zuerst in Ghettos zu sammeln und dann massiv zusammenzutreiben, Konzentrationslager zu bauen und dann die Vertriebenen so schnell wie möglich zu vergasen und zu verbrennen, um Platz für die Ankömmlinge des nächsten Tages zu machen.

Debatten über eine „Zweistaatenlösung“ sind also lächerlich, weil sie unmöglich ist. Als Ferdinand und Isabella die berüchtigte Vertreibung des spanischen Judentums 1492 betrieben, stellte dies die Exilierung ein Zehntels der heutigen jüdischen Bevölkerung in Judäa und Samaria dar. Doch kein Araberführer wird zustimmen Juden zu erlauben in „Palästina“ zu bleiben. Das wird also nie passieren. Diese Tage sind vorbei, haben ihren letzten Atemzug getan, als Ehud Barak Yassir Arafat mehr als 90 Prozent von Judäa und Samaria plus Ostjerusalem anbot und Arafat – gesegnet seien seine verfluchten Knochen – alles ausschlug und eine Intifada begann.

2. Elizabeth Warren erhält Aufmerksamkeit und macht durchdringenden Lärm, aber sie hat keine Wählerschaft außerhalb der extremen Linken. Sie ist auf ewig öffentlich als Lügnerin bloßgestellt, die behauptete amerikanische Indianerin zu sein, als die Harvard Law School nach jemandem suchte, den sie einstellen konnten und ist jetzt von irgendeinem Stamm weitergezogen, der am besten zu ihrer Bewerbung passte. Während der Präsidentschaftsvorwahlen der Demokraten 2020 verlor sie sogar ihren eigenen Staat Massachusetts in einem blamablen Erdrutsch. Israel hat Hillary Clinton und Obama überlebt, dann vier Jahre die Luft angehalten und überlebt jetzt Joe Biden; es wird gewiss auch Elizabeth Warren ohne Einschränkung überleben.

3. Bernie Sanders ist fast 80. Israel überlebte seinen sechsmonatigen Aufenthalt in einem marxistischen Kibbuz und die gesamte marxistische Kibbuz-Ära. Bernie Sanders hat es verdient eine freie und demokratische jüdische Bevölkerung zu sehen, die 72 rechte Knessemitglieder in die von jüdischen Parteien gewonnenen 110 Sitze gewählt hat. Das ist zu 70 Prozent rechts. Israel wird ihn überleben.

Warum gibt es immer noch eine World Zionist Organization?

Vic Rosenthal, Abu Yehuda, 22. Oktober 2020

Die Zionist Organization und ihr Parlament, der Zionistische Kongress wurden 1897 von Theodor Herzl gegründet (das Wort „World“ wurde dem Namen später hinzugefügt). Ihre Funktion bestand darin ein Programm die jüdische Besiedlung von Eretz Yisrael zu entwickeln und umzusetzen. Dem Zionistischen Kongress gehörten Delegierte aus einer großen Bandbreite ideologischer Strömungen an; der gemeinsame Nenner war eine jüdische Heimat in unserem historischen Heimatland (auch wenn in den frühen Jahren andere Standorte mit in die Überlegungen einflossen), aber die Beschaffenheit dieser Heimat – sogar, ob sie ein souveräner Staat sein sollte – war umstritten.

Der heutige World Zionist Congress (WZC) ernennt die Leiter mehrerer Organisationen, die große Bereiche von Land und Geldern kontrollieren, die aus jüdischen Wohlfahrtseinrichtungen im Ausland und vom israelischen Steuerzahler kommen. Dazu gehören der Jüdische Nationalfond (JNF), der das meiste Land in Israel verwaltet, die Jewish Agency, die jüdische Immigration nach Israel ermöglicht, der United Israel Appeal, der Spenden sammelt sowie weitere.

Diese Organisationen sind eng mit der Regierung Israels verbunden, aber sie sind unabhängige Gremien. Das mag verwirren. Zum Beispiel muss jemand, der Aliyah nach Israel beantragt mit sowohl der Jewish Agency (der sochnut) als auch dem israelischen Konsulat zusammenarbeiten.

Die wichtigste Tatsache zum WZC lautet, dass seine Unterorganisationen mehr als 1 Milliarde Dollar im Jahr ausgeben. Diese Organisationen, deren Nützlichkeit am 14. Mai 1948 endete, haben hunderte Beschäftigte (von denen viele Einzelpersonen mit politischen Verbindungen sind) und hunderte Vertragspartner und von ihnen unterstützte Programme. In dem Ausmaß, in dem sie nützliche Funktionen ausüben, könnten und sollten sie von der Regierung Israels ausgeübt werden. Die Verschwendung von Geldern, die durch von Israelis gezahlte hohe Steuern und die großzügigen Spenden von Diaspora-Juden kommen, ist kolossal. Viele hochbezahlte Funktionäre tun praktisch nichts und sind da, weil jemand Bedeutendes ihnen einen Gefallen schuldete.

Aber über ihre Verschwendung hinaus, sind diese Organisationen gefährlich, weil sie eine leicht zu öffnende Tür darstellen, über die sie von Leuten infiltriert werden können, die nicht nur von den Früchten des jüdischen Staates profitieren, sondern ihn dabei auch noch attackieren wollen.

Vor kurzem sind viele Diaspora-Organisationen, insbesondere in den USA, die ursprünglich dazu gegründet wurden dem jüdischen Volk als ganzem, dem Staat Israel oder einzelnen Juden zu nutzen, unter Druck gesetzt worden Repräsentanten antizionistischer Gruppen wie J-Street aufzunehmen. 2012 wurde „Open Hillel“ gebildet, um den Versuch zu unternehmen die Richtlinien der Hillel-Häuser an Colleges zu ändern, um akzeptable Programme aufzunehmen, was ein Reporter so formulierte: um „Gruppen zu legitimieren und einzuschließen, die antiisraelischen (und manchmal antisemitischen) Agenden im mainstream-jüdischen Campusleben zu fördern“.

2014 beantragte J-Street Mitglied der Conference of Presidents of Major Jewish Organiziations zu werden und wurde nach einer erbitterten Debatte abgelehnt. Letzte Woche wurde ein Typ, der früher für Bernie Sanders arbeitete und einmal Verbindungsperson des Außenministeriums zum Kongress für die Werbung für Obamas Iran-Deal war, Executive Director des American Jewish Congress.

Der WZC ist zudem zum Konflikt-Fokus zwischen rechten und linken Fraktionen geworden. Delegierte aus der Diaspora werden durch Wahlen ausgewählt, während Israelis entsprechend der Parteien in der Knesset ernannt werden. Obwohl die Linke auch hier an die Tore geschlagen hat, ist vor kurzem eine neue Gruppe amerikanischer Delegierter dazu gekommen, eine Liste namens „Eretz Hakodesch“, die nicht zionistische Haredim anspricht. In ihrem Programm gibt es die Worte „Staat Israel“ oder „zionistisch“ nicht. Eine Kampagne in den orthodoxen und hareidischen Gemeinschaften gab dem religiösen und rechten Block in der Gesamtheit der 521 Delegierten eine knappe Mehrheit gegenüber dem Block aus Reformjuden/Konservativen/Linken (die vollständigen Ergebnisse nach Ländern finden sie hier, auf Hebräisch).

Die Tatsache, dass die Liste American Hatikvah, zu der solche „Zionisten“ wie Peter Beinart gehören, nur 10 Sitze erhielten, könnte tröstlich sein. Es ist aber absurd, dass sie oder andere antizionistische Haredim überhaupt vertreten sind.

Die größte Delegation aus den USA ist eine, die die Reform-Bewegung repräsentiert; sie hat 39 Sitze. Zusammen mit Reform-Delegierten aus anderen Ländern halten sie insgesamt 63 Sitze. Bedenkt man, dass „Reform-Zionismus“ heißt, desinformierte amerikanische Juden erzählen Israelis, wie sie ihr Land regieren sollen (weil die USA Zuhause einen so guten Job erledigen), dann gehören auch sie nicht in die Kategorie „hilfreich“.

72 Jahre nach der Gründung des Staates ist der Zionismus als Ideologie immer noch von Bedeutung. Aber die World Zionist Organization ist es nicht.

Tatsächlich ist es lange überfällig diese Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für zwielichtige Politiker, die es nicht in die Knesset schafften, nicht wieder gewählte Bürgermeister usw. zu beenden. Die unnötige Bürokratie macht das Leben nur für Leute schwieriger, die mit ihr interagieren müssen, beispielsweise für künftige Olim. Und so wie Israels aufgeblasene Einheitsregierung mit ihren 36 Ministern – von denen mindestens 18 unnötig sind – ist es obszön Geld in ein schwarzes Loch zu schaufeln, wenn Israelis und Diaspora-Juden sich in einem kläglichen wirtschaftlichen Umfeld abstrampeln.

Hamas riegelt Gazastreifen ab

Elder of Ziyon, 14. März 2020

Palestine Today berichtet, dass der Hamas-Offizielle Mohamed Awad eine Reihe von Maßnahmen verkündete, die getroffen wurden, um die Verbreitung des neuen Coronavirus im Gazastreifen zu verhindern.

Awad sagte während einer Pressekonferenz im Gesundheitsministerium am Samstagabend: „Es wurde beschlossen die Übergänge des Gazastreifens in beide Richtungen bis auf Weiteres zu schließen, außer für Notfälle.“

Noch am Vortag beschwerte sich IfNotNow, dass Israel mit der zwangsweisen Teilschließung des Gazastreifens den dort eingeschlossenen Gazanern das Leben erschwert. Irgendwie glaube ich nicht, dass sie gegen die Hamas wegen deren weit drastischeren Abriegelung des gesamten Streifens auch nur ein Wort sagen werden.

Denn sie sind Verbündete der Terrororganisation.

Kann das organisierte Judentum in Deutschland sich „normal“ verhalten?

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Juden füllen in europäischen Gesellschaften viele Funktionen und Rollen aus. Viele Jahrhunderte lang dienten sie Mehrheitsbevölkerungen als Sündenböcke. Das hat dazu geführt, dass Antisemitismus ein integraler Bestandteil der europäischen Kultur geworden ist. Die symbolische Rolle der Juden als Inbegriff des Fremden hat jedoch seit dem massiven Zustrom von Arabern und Afrikanern abgenommen. Dasselbe gilt für Juden als charakteristisch exotische Gestalten.

Juden sind auch oft frühe Gradmesser für soziale Probleme. Regelmäßige verbale und physische Angriffe auf Juden durch einige Muslime haben geholfen die Aufmerksamkeit auf verschiedene der vielen Probleme zu lenken, die durch beträchtliche Segmente dieser Migrantengruppen nach Europa gebracht wurden. Infolge des Holocaust sind neue Rollen entstanden. Dazu gehören in einigen Fällen der Jude als typisches Opfer und Juden als Maßstab der Moral in der Gesellschaft.

Der Ermordung von Juden durch einen Muslim in einem Pariser Supermarkt im Januar 2015 ließ mehr französische Juden über die Idee nachdenken ihr Land zu verlassen. Der damalige französische Premierminister Manuel Valls sagte: „Frankreich wird ohne die Juden nicht mehr Frankreich sein.“[1] Die tieferliegende Botschaft war klar: Wenn Juden zunehmend Frankreich verlassen, weil sie bedroht sind, dann verschwindet ein legitimierender Faktor der französischen Demokratie.

Präsident Emmanuel Macron erklärte zudem, dass manche Erfahrungen der Juden Indikatoren des Wohlergehens des Landes sind. Auf dem jährlichen Dinner der CRIF, der Dachorganisation der französischen Juden, sagte er im März 2018: Antisemitismus ist das „Gegenteil der Republik“ und „die Entehrung Frankreichs“.[2]

Am wichtigsten ist diese legitimierende Rolle der Juden in Deutschland. Seit den 1990-er Jahren haben deutsche Regierungen Juden aus Russland ins Land einwandern lassen, obwohl diese Immigranten keine historische Verbindung zu ihm hatten. Dieser Zustrom betrug etwa 200.000, was sie bei weitem zur größten Herkunftsgruppe des Judentums in Deutschland machte.

Die symbolisch legitimierende Bedeutung von in Deutschland lebenden Juden ist offenkundig. Wenn Juden trotz der grauenhaften Vergangenheit unter dem Nazi-Regime im Land zunehmend präsent sind, sollte das so interpretiert werden: Deutschland ist eine „normale“ Demokratie geworden. Manchmal hat das zu stolzen Äußerungen geführt, dass Deutschland das einzige europäische Land mit einer wachsenden jüdischen Bevölkerung ist. In den letzten Jahren sinkt die Zahl der Mitglieder des organisierten Judentums in Deutschland; es zählt heute weniger als 100.000.

Heutzutage werden im „normalen“ Deutschland durchschnittlich vier antisemitische Vorfälle pro Tag zur Anzeige gebracht. Es gibt starke Hinweise darauf, dass die tatsächliche Zahl beträchtlich höher liegt. Offizielle Statistiken schreiben fast alle Angriffe fälschlicherweise rechten Tätern zu. Diese Fehlrechnung wurde zum Beispiel vom Antisemitismusbeauftragten des Landes, Felix Klein offengelegt. Er erklärte, dass die physischen Angriffe auf Juden durch Muslime weit zahlreicher sind als berichtet wird.[3] Doch diese verfälschten Statistiken werden weiter veröffentlicht.

Vor kurzem schien ein recht bedeutendes Ereignis die angebliche „Normalität“ des jüdischen Lebens in Deutschland zu stören.[4] Rund zwanzig Juden bildeten eine jüdische Gruppe in der rechtspopulistischen und antiislamischen Partei AfD.[5] Keine dieser Personen hatte eine Position in einer der großen jüdischen Organisationen, aber die jüdische Gemeinschaft zeigte eine starke Überreaktion. Siebzehn jüdische Organisationen sprachen sich gegen diese jüdische AfD-Gruppe aus.[6] Das ist fast eine jüdische Organisation pro Mitglied. Die Dachorganisation, der Zentralrat der Juden in Deutschland, bezeichnete die AfD als „rassistisch“ und „antisemitisch“. Das mag für einige ihrer Führungskräfte gelten, aber nicht für alle und gewiss nicht für beträchtliche Teile ihrer Wähler.

Zum Teil wegen der Überreaktion des organisierten Judentums erlangte das Gründungstreffen der kleinen jüdischen AfD-Gruppe großes landesweites Interesse.[7] Es wäre wohl weit angemessener gewesen, hätte die Dachorganisation eine Erklärung abgegeben, in der es hauptsächlich hieß, dass ein paar einzelne Juden nicht für die Gesamtgemeinschaft stehen.

Seit den Wahlen im September 2017 ist die AfD die drittstärkste Partei im deutschen Parlament und damit die größte Opposition. Derzeit gewinnt sie in Umfragen etwa 15% der Wähler. Die AfD wird von allen anderen Parteien gemieden; diese beschuldigen sie Rassisten und Neonazis in ihrer Mitte zu haben. Etwas übertrieben wird die AfD als stockfinster dargestellt, woraus fälschlich verstanden werden soll, dass alle anderen Parteien blütenrein sind.

Doch es gibt bereits die ersten kleinen Anzeichen dafür, dass einige christdemokratische Politiker mit der AfD zusammenarbeiten wollen. Im sächsischen  Meißen gab es im September 2018 Bürgermeisterwahlen. In der zweiten Runde zog sich der AfD-Kandidat zugunsten des Christdemokraten zurück, der dann gewählt wurde.[8]

Die CDU hat bei den Bundestagswahlen 2018 stark verloren und ihre Unterstützung in den Umfragen ist seitdem beträchtlich zurückgegangen. Daher können weitere Brüche im Boykott gegen die AfD erwartet werden, damit man in einigen Orten an der Macht bleiben kann. Dasselbe ist bereits einige Jahre lang mit der SPD geschehen, die Koalitionen mit der linksextremen Partei Die Linke eingegangen ist, der früheren Herrscherpartei der DDR

Die Initiatoren der jüdischen AfD-Gruppe luden Beatrix von Storch, die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Bundestagsfraktion der Partei, zu ihrem Gründungstreffen ein. Sie sagte, dass für viele Juden, der muslimische Antisemitismus ein großes Thema ist. Von Storch fügte hinzu: Für diese Menschen ist die AfD eine natürliche Heimat. Sie sagte auch, dass die AfD Muslimen offen stünde.[9]

Analysiert man die deutsche Wirklichkeit, dann ist es nicht die AfD, die die größte Bedrohung für die Zukunft der Juden im Land kreiert hat. Dieser riesige Schatten über Deutschland ist von den etablierten Parteien, der CDU und der SPD verursacht worden. Ihre Regierungen haben in den letzten Jahrzehnten Millionen Migranten ohne sonderliche Auswahl ins Land gelassen, die Mehrheit davon Muslime.

Bei diesen Neuankömmlingen ist Antisemitismus prozentual weit stärker vorhanden als bei der einheimischen Bevölkerung. Er ist zudem extremer. Eine aktuelle Studie zu Antisemitismus in Bayern führte an, dass ein Muslim seinem jüdischen Nachbarn sagte, er habe seine Kinder aus der Koranschule genommen, weil diese lehrt Juden sollten getötet werden.[10] Welche normale Schule in Deutschland lehrt irgendetwas, das dem auch nur nahe kommt?

Dennoch waren die jüdischen Organisationen, die sich so heftig gegen die kleine Gruppe Juden in der AfD aussprachen, weit weniger lautstark, als dieser große Zustrom stattfand, der eine gewaltige Bedrohung der Zukunft ihrer Mitglieder darstellt.

Es gibt durch diese nicht-selektive Zuwanderung und die von einigen Migranten begangenen Verbrechen eine indirekte weitere, negative Auswirkung auf die Juden: Die Rechtsextremen, die beständigste Bedrohung der Juden, hat einen starken neuen Impuls erhalten.

Juden werden weiterhin Gradmesser wichtiger Entwicklungen in Deutschland bleiben. Die gegenwärtige deutsche Gesellschaft ist immer noch weit davon entfernt „normal“ zu sein. Die Auswirkungen des großen Migranten-Zustroms hat das Fortbestehen dieser „Anomalie“ um viele Jahre verlängert.

[1] http://www.lefigaro.fr/flash-actu/2016/01/10/97001-20160110FILWWW00025-valls-sans-les-juifs-de-france-la-france-ne-serait-pas-la-france.php

[2] http://www.rtl.fr/actu/politique/diner-du-crif-macron-denonce-l-antisemitisme-le-deshonneur-de-la-france-7792537547

[3] http://www.welt.de/politik/deutschland/plus179337122/Extremismus-Antisemitismus-ist-unislamisch.html

[4] http://www.echo-online.de/politik/deutschland/judische-afd-mitglieder-grunden-umstrittene-vereinigung_19105757#

[5] http://www.freiewelt.net/interview/die-stimmung-in-den-juedischen-gemeinden-ist-in-richtung-afd-gekippt-10075836/

[6] http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/32895

[7] http://www.sueddeutsche.de/politik/neue-gruppierung-alibi-juden-in-der-afd-1.4160330

[8] http://www.welt.de/politik/deutschland/article181642662/Wahl-in-Meissen-Frank-Richter-sorgt-sich-wegen-Tabubruch.html

[9] http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/muslime-in-der-afd-beatrix-von-storch-zeigt-sich-offen-15825604.html

[10] https://report-antisemitism.de/media/RIAS_BK_Problembeschreibung_Antisemitismus_in_Bayern.pdf, S. 20

Beweise, dass frühe Zionisten keine Araber vertreiben wollten

Elder of Ziyon, 3. November 2008

Der Keren HaYesod ist Teil eines weltweiten Spendensammel-Apparates für die World Zionist Organization und wurde 1920 gegründet. Sein Zweck war damals Geld für Juden aufzubringen, die nach Palästina ziehen wollten.

Bei seiner Gründung wurde ein Buch veröffentlicht, das praktisch ein Bauplan für den Keren HaYesod war. Es spiegelt absolut genau die Gefühle des Mainstreams der weltweiten zionistischen Bewegung von 1920 wider, im Gefolge der Balfour-Erklärung und bevor es so etwas wie einen nennenswerten palästinensisch-arabischen Nationalismus gab.

Hier ein Auszug aus dem Manifest der Gruppe aus diesem Buch, das die Dringlichkeit des Projekts zur Rettung zahllosen Lebens ebenso beschreibt wie peripher auch den Wunsch die arabische Bevölkerung in Palästina nicht zu vertreiben. (Es ist leicht zu vergessen, wie schlecht die Dinge für die Juden vor dem Aufstieg der Nazis im östlichen Europa standen, aber dieses Manifest beschreibt das in schlichten Worten, die im Nachhinein prophetisch erscheinen.)

Der Keren HaYesod beginnt seine Arbeit in einer großen und tragischen Stunde. Die historische Verbindung des jüdischen Volkes zu Palästina ist von den Mächten anerkannt worden. Großbritannien hat das Mandat akzeptiert. Die Regierung Palästinas wurden einem Staatsmann anvertraut, dessen Anwesenheit als Kopf der Verwaltung eine sichere Zusage des britischen guten Willens ist. Ganz anders ist die Lage in Osteuropa. Fast ein Drittel der jüdischen Rasse lebt in diesem Moment unter Bedingungen nicht erträglicher Leiden. Bedrängt, ausgeplündert, aus ihren Häusern vertrieben, gnadenlos abgeschlachtet, Ausbrüchen uneingeschränkter Brutalitäten ausgesetzt, wie Europa sie seit 400 Jahren nicht erlebt hat, werden ganze Gemeinden rücksichtslos vernichtet.

Am Vorabend seiner Renaissance, in Anwesenheit der erhabenen Aufgaben, die es zum Handeln aufrufen, steht das Judentum verletzt und verstümmelt da. Es hat nur eine Hand frei für konstruktive Abreit, die andere kämpft verzweifelt darum den unerbittlichen Ansturm abzuwehren, der es mit Auslöschung bedroht. Eine äußerste Anstrengung ist nötig. Die Botschaft der Zuversicht und des guten Willens aus San Remo zu dem Sturm des in Osteuropa losgelassenen Hasses lässt die Juden aller Länder und aller Klassen sich vereinen, um dieselbe Antwort zu geben: Baut das jüdischen Gemeinwesen.

Der Zweck des Keren HaYesod ist es, die Besiedlung Palästinas durch Juden nach einem gut organisierten Plan und in stetig steigenden Zahlen herbeizuführen, die Einwanderung ohne Verzögerung zu beginnen und für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes zum Vorteil seiner jüdischen und seiner nichtjüdischen Einwohner gleichermaßen zu sorgen.

Dieser Zweck ist erreichbar. In Palästina kann Platz für eine enorm vergrößerte Bevölkerung gefunden werden. Tausende warten bereits an der Schwelle. Lasst nur produktive Beschäftigung für sie schaffen und sie können kommen.

Es gibt Land zu kaufen und vorzubereiten, es sind Straßen und Eisenbahnen, Häfen und Brücken zu bauen, es sind Hügel aufzuforsten, es sind Sümpfe trockenzulegen, es muss fruchtbarer Boden bewässert werden, latente Wasserkraft muss genutzt werden, Städte müssen geplant werden, Handwerk und Industrie sind zu entwickeln. Seite an Seite mit diesen Unternehmungen ist angemessene soziale Versorgung der Bevölkerung nötig, ein öffentliches Gesundheitswesen und vor allem Bildung.

Das Manifest impliziert nur, dass die Araber nicht vertrieben würden; später wird dies in dem Buch ausdrücklich gesagt:

In Anbetracht der Zukunft der landwirtschaftlichen Besiedlung werden wir mit der Frage des Erwerbs von Land beginnen.

Wenn wir von Landerwerb in Palästina erwerben, müssen wir zuerst bedenken, ob es Land gibt, das erworben werden kann, ohne die einheimische Bevölkerung, die arabischen Fellahin, hinauszuwerfen. Diese Frage muss sorgfältig überlegt sein, denn es muss sein festes Prinzip sein, dass wir uns in Palästina einrichten, aber nicht durch die Vertreibung anderer aus ihren Orten, sondern durch die Schaffung neuer Möglichkeiten. Aber gibt es wirklich eine Möglichkeit Platz für uns selbst zu finden, ohne andere zu vertreiben? Ein paar Zahlen werden überaus effektiv diese Zweifel zerstreuen.

Eine umständliche Berechnung des verfügbaren Landes in Palästina folgt, zusammen mit Strategien legalen Landerwerbs. Die gewaltsame Enteignung (oder Vertreibung) von Arabern ist nicht nur niemals überlegt worden, sie wurde ausdrücklich verurteilt.

Die zionistische Bewegung betrachtete die Besiedlung des Landes immer als eine Gewinnsituation sowohl für die Juden als auch für die Araber. Vielleicht war es etwas überoptimistisch, aber die Unzulänglichkeiten der Idee hatte mindestens so viel mit dem Hass zu tun, der durch die so genannte arabische Führung geschürt wurde, der aufkam, nachdem dieser Plan geschaffen wurde, wie durch schlichte Naivität.

Dieses Buch des Keren HaYesod beeindruckt auch dadurch, wie genau die palästinensischen Juden dieser Plan beim Bau der Nation, wo keine existierte, folgte – bezüglich der Industrie, Energie, dem Hausbau, der Stadtplanung, Krankenhäuser, Schulen und Universitäten. Es mag vor diesen Initiativen in Palästina kein Vakuum gegeben haben, aber es gab ein Beinahe-Vakuum bezüglich des Aufbaus einer nationalen Infrastruktur, das die Juden fast im Alleingang füllten.

Wenn eine Entschuldigung nicht “tut mir leid” bedeutet

Paula R. Stern, Times of Israel blogs, 23. März 2014

Vor vielen, vielen Jahren machte meine älteste Tochter etwas, das der Rest von uns als falsch betrachtete. Sie wurde aufgefordert sich zu entschuldigen und tat das auch. Ihre genauen Worte waren: „Na gut, Entschuldigung.“
Obwohl sie sich an ihre Entschuldigung als ernsthaft erinnert, vermute ich, dass der Rest von uns es nicht so sah und von da an hatte die Formulierung „Na gut, Entschuldigung“ sich in unserem Haus mit der Bedeutung herumgetrieben, dass der sich Entschuldigende es nicht ernst meinte und nur die Formalität erledigte, weil diese gefordert war.

Eine Entschuldigung ist nicht wirklich eine Entschuldigung, wenn sie mehr dazu gemacht wurde Kritik stumm zu machen, als zuzugeben, dass etwas falsch gemacht wurde. Und ja, der Wert einer Entschuldigung hat eine direkte Verbindung zur Ernsthaftigkeit, mit der sie abgegeben wird. Es muss erst einmal ein Bewusstsein für das geben, was falsch gemacht wurde; Und die Absicht sein Bestes zu geben, um dasselbe in der Zukunft zu vermeiden. Um eine Entschuldigung wirklich auf die Ebene zu heben, wo sie Vergebung wert ist, ist es also am besten so viel wie möglich zu tun, um den verursachten Schaden zu lindern.

Als ich gerade eine Entschuldigung las, die wegen einer Reise abgegeben wurde, die ein Teil der jüdischen Studenten von Harvard ans Grab von Yassir Arafat unternahm, konnte ich, den „Na gut, Entschuldigung“-Ton mit jedem Wort hören. Die Entschuldigung ist zu wenig, zu spät, zu unaufrichtig und legt nahe, dass kein Versuch unternommen wird den Schaden ungeschehen zu machen und den durch diesen unsensiblen und unbedachten (soll heißen: unglaublich dummen) Trip verursacht wurde.

Was mir wegen der Entschuldigung Sorgen bereitet, war die Notwendigkeit zuerst einmal nur anzugreifen und dann zu sagen: „Ja, ups, war eine schlechte Idee.“ Doch selbst in diesem Ups steckt Kritik. Wie können wir es wagen ihnen vorzuwerfen sie würden Israel nicht unterstützen? Warum glaubt ihr Leute denn, wir würden Arafat ehren?

Moment … sie gingen zu Arafats Grab! Sie empfanden ihn als bedeutend genug, um dort zu lächeln und zu posen, damit sie es allen zeigen konnten, wenn sie zurückkommen.

„Hallo??? Jetzt macht aber!“, möchte ich sie anbrüllen. Wenn ihr das Grab von jemandem besucht, der hunderte Israelis ermordete, dann wisst ihr, dass wir das Recht haben uns zu wundern.

Was die Harvard-Studenten (und der Leiter der Wohlfahrtsorganisation, die die Reise sponserte) nicht begreifen ist, dass vielen von uns hier in Israel – rechts wie links, Blogger und Bäcker gleichermaßen – der Besuch die wachsende Kluft zwischen israelischen und amerikanischen Juden zeigt. Mehr noch: Er zeigt die Tiefe der Ignoranz, die selbst angeblich intelligente Menschen zur Schau stellen können, wenn sie darin versagen die Anstrengung zu leisten etwas zu lernen, bevor sie sich ihre sprichwörtlichen Füße in den Mund stecken.*

Warum fanden sie es angemessen Yassir Arafat ihre Ehrerbietung zu erweisen? Das ist die Frage, die sie stellen sollten, statt uns anzugreifen und zu sagen, der Besuch sei nicht gewesen, was er eindeutig war. Wie kann man abstreiten, dass ein Grab zu besuchen tatsächlich dem Toten die Ehre zu erweisen ist? Warum sonst besucht man ein Grab, wenn nicht aus diesem Grund?

Die angemessene Entgegnung zu dem, was getan wurde, wäre gewesen – Köpfe hätten (im übertragenen Sinne) rollen müssen. Welcher Idiot glaubte, dass der Besuch von Arafats Grab diesen Studenten helfen würde ein tieferes Verständnis des Konflikts im Nahen Osten zu vermitteln?

Es gibt ein paar Dinge, zu denen Israel als Nation fast völlig eins ist. Mit Ausnahme der Shulamit Aloni und denen, die ihrer fehlgeleiteten und wahnhaften Politik folgen, erinnern sich die Israelis an Arafat zum größten Teil als den Mörder und Terroristen, der er war. Die Liste der von ihm geplanten und umgesetzten Anschläge definiert, wer er war und was er tat.

Und vielleicht war die sofort folgende Reaktion schlimmer als der Besuch selbst. Die reflexhafte Reaktion war, den Israelis Vorwürfe zu machen – und israelische Blogger zu beschuldigen den Besuch falsch zu interpretieren. Entschuldigt uns hier in Israel bitte, aber wie half dort hinzugehen diesen Studenten irgendetwas über das hinaus zu verstehen, was eine gute Google-Suche ihnen gebracht hätte?

Lasst mich euch hier helfen.

Yassir Arafat wurde 1929 in Kairo geboren – stimmt. Er wurde nicht in Israel geboren (oder in Palästina, wie es damals genannt wurde). Hat irgendjemand das der Gruppe gesagt? Jau, der Chefterrorist des palästinensischen Volks … wurde nicht einmal hier geboren.

1964, drei Jahre BEVOR es die sogenannte „Besatzung“ gab, gründete er eine Organisation, die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) genannt wurde und deren erklärtes Ziel es war Palästina von den Besatzern zu befreien. Ich möchte diese Harvard-Studenten daran erinnern, dass es 1964 oder 1965 oder 1966 keine Besatzung gab; nicht einmal (jedenfalls) während der ersten Hälfte des Jahres 1967.

Nach diesem Datum gab es nach Angaben einer recht großen Anzahl Israelis (wie mir) und Experten zu internationalem Recht nach dem Krieg von 1967 keine Besatzung, denn was gewonnen wurde, war erst einmal historisch unser und darüber hinaus das direkte Ergebnis eines von ihnen angezettelten Krieges. Sie verloren also – wir besetzten nicht … sie wählten Krieg – wieder und wieder und wieder! Wenn also die Besatzung nach Arafat 1967 begann und das alles ist, was die Palästinenser heute wollen, warum wurde die Organisation 1964 gegründet? Auf diese Frage bekomme ich nie eine Antwort…

Fakt ist, dass Arafat alles wollte, was zwischen dem Mittelmeer und dem Jordan liegt und um das diesen Harvard-Studenten kristallklar zu machen: Dazu gehören Tel Aviv, Haifa, ganz Jerusalem und alles andere, was ihr neben eurem Besuch in Ramallah gesehen habt.

Damals … und auch heute bleibt das das Ziel der Palästinenser. Damals und heute. Und diese Haltung – „vom Fluss bis zum Meer“ – ist es, worum es bei einem Besuch von Arafats Grab ging. Ihr habt dem Konzept Israel von der Landkarte zu wischen Glaubwürdigkeit verliehen, indem ihr den Chefarchitekten dieses Plans besucht habt.
Arafat war kein General einer Armee, die uns als Invasionsarmee bekämpfte, sondern ein erbärmlicher, widerlicher Terrorist, der unsere Schwächsten angriff. Wieder und wieder. Oh, er war glücklich einen Soldaten zu töten, aber Soldaten waren bewaffnet und bereit und deshalb zog Arafat – flennender Feigling, der er war – unsere „weichen“ Ziele so sehr vor – Babys, Teenager, Alte, schwangere Frauen – niemand war ausgenommen. Das ist es, was ihr geehrt habt.

Ich könnte über Maalot schreiben – wo Arafats Terroristen 21 Kinder ermordeten; von München, wo Arafats Todesmissionare 11 Athleten ermordeten. Ich könnte vom Massaker an 21 Israelis auf einer Küstenstraße schreiben; von Leon Klinghoffer, den auf der Achille Lauro ermordeten amerikanisch-jüdischen Krüppel. Ich könnte Stunden lang schreiben und dennoch nicht das Böse dieses heruntergekommenen Mannes voll erklären. Der Planer, der Mörder, der Terrorist – all das wurde in diesem Grab beerdigt, das diese Studenten aufsuchten.

Was machen diese Studenten und ihr Bild, wie sie an seinem Grab lächeln und posieren? Sier erinnern mich an einen Vorfall, der sich vor 10 Jahren in Polen abspielte. Ich war mit einer älteren Tochter nach Polen gefahren; sie gehörte zu einer Gruppe Oberschülerinnen aus ganz Israel. Als ich in der Nähe des Tors von Auschwitz stand und darauf wartete, dass unsere Gruppe sich versammelte, um das Konzentrationslager anzusehen, in dem Millionen krepierten, sah ich, wie einige südkoreanische Touristen auf unsere israelischen Mädchen zugingen – auf diejenigen die israelische Flaggen in der Hand hatten. Wäre es nicht cool ein Bild mit diesen hübschen Mädchen und der israelischen Flagge zu bekommen, müssen die Koreaner gedacht haben und deshalb baten sie die Mädchen für Bilder zu posieren.

Die Mädchen standen lächelnd dort, während zwei koreanische Männer bei ihnen standen und ein dritter sie fotografierte, bevor sie die Plätze tauschten, damit auch der Fotograf sein Foto bekam.

Ich stand mit meiner Tochter etwas weiter daneben und wusste, es war falsch und ich konnte mir vorstellen, wie diese Männer nach Korea zurückkamen und Bilder ihrer Tour und der hübschen, lächelnden israelischen Mädchen herumzeigen. Ich wollte die Koreaner nicht in Verlegenheit bringen, also sagte ich den Mädchen leise auf Hebräisch: „Habt ihr vergessen, wo ihr seid? Ihr seid in Auschwitz. Das ist kein Ort um für Bilder zu posieren. Wollt ihr, dass sie Bilder von lächelnden Israelis hier in Auschwitz haben?“

Die Mädchen sahen sich um und erkannten, wie unangemessen es war. Auschwitz ist ein Ort des Todes, nicht des Lächelns; Arafats Grab ist der Ort eines Mörders, kein Ort, an dem jüdische Studenten posieren.

Hätte eine Gruppe Harvard-Studenten mich gefragt, hätte ich ihnen etwas Ähnliches gesagt. Schaut, wo ihr seid oder wohin sie euch bringen. Wie könnt ihr da sein? Wollt ihr dieses Bild auf Facebook posten? Offenbar hapert es ihnen derart an Bildung … dass sie es taten.

Um Klartext zu reden: Es ist ihr gutes Recht nach Ramallah zu fahren. Doch wenn sie das tun, dann müssen sie akzeptieren, dass wir das Recht haben von ihnen – und ihrer Huldigung – angewidert zu sein. Solange sie (und ihre Eltern und diejenigen, die sich diese unüberlegte Reise ausdachten) in den USA lebten, haben sie kein Recht etwas anderes zu erwarten als unsere völlige Verachtung für das, was sie mit dem Trip nach Ramallah taten.

Und wenn es ihnen Leid tut – wenn – dann schlage ich mehr vor als eine halbe Entschuldigung. Ich schlage vor, sie besuchen die Gräber der Menschen, die Arafat ermordete.

Geht zu David Hatuel, dessen schwangere Frau und vier Töchter aus nächster Nähe erschossen wurden und erklärt ihm eure Neugier von der anderen Seite zu lernen. Entschuldigt euch bei ihm.

Geht zu Limor Har-Melekh, deren Ehemann Schalom vor ihren Augen ermordet wurde. Sie war schwanger, als auch sie mittelschwer verletzt wurde. Ihr könnt erklären, wie ihr nicht meintet Arafat zu ehren, als ihr ihre Tochter traft, die glücklicherweise die Operation überlebte, mit der sie aus dem Schoß ihrer Mutter geholt wurde, als sie die Kugeln entfernten, die in deren Körper geschossen worden waren.

Geht zu Arno Herenstein, der schwer verletzt und dessen Frau Yafit ermordet wurde, als Arafats Terroristen in sein Haus eindrangen und das unbewaffnete Paar angriffen. Entschuldigt euch bei ihm, denn er und andere Opfern wie er leben für immer mit dem, was Arafat und seine Mörder taten.

Es kommt für jeden Menschen im Leben der Moment, an dem er erwachsen werden und Verantwortung übernehmen muss. Niemand zwang diese jungen Leute zu Arafats Grab zu gehen. Jeder einzelne von ihnen stieg in diesen Bus und ging in dieses Gebäude. Jeder einzelne entschied sich neben dem Grab zu stehen und sich fotografieren zu lassen. Als ich 16 war, ging ich auf eine Reise und fühlte mich nicht wohl mit einem Ort, an den die Gruppe fuhr; also nahm ich eine Pause und bliebt zurück. Sage keiner, dass jeder einzelne dieser Studenten nicht dasselbe hätte tun können.

Was ich in der abgegebenen Entschuldigung hörte, war die in unserer Familie berüchtigte „Na gut, Entschuldigung“-Entschuldigung. Israel steht bereit um zu sehen, ob dies eine ernste Entschuldigung war oder nicht.

Eine letzte Bemerkung an Barry Shrage, den Präsidenten der Combined Jewish Philanthropies, der Organisation, die den Israel-Besuch des Harvard College sponserte. Israels Bloggers hatten recht, dass sie die Empörung unseres Landes zum Ausdruck brachten. Ihr habt versucht uns zu diskreditieren, indem ihr vor „den Gefahren von Bloggern und anderen“ warnt, „die die Macht und Reichweite des Internets benutzen, um die Bedeutung zu verfälschen“.

Es ist der Job von Journalisten und Bloggern andere aufmerksam zu machen. Es gab in der Berichterstattung zu diesem Vorfall keine Verfälschung. Ihre Wohlfahrtsorganisation sponserte eine Reise zum Grab eines Killers. Statt den Boten zu attackieren schlage ich vor, dass Harvards jüdische Studenten nie wieder den Fehler machen einem Mörder unseres Volkes Ehrerbietung zu erweisen, zumindest nicht, während sie auf Ihre Kosten reisen.

Eure „Na gut, Entschuldigung“-Entschuldigung ermutigt sie nicht nur das in der Zukunft wieder zu tun, sie gibt uns jedes Recht Ihren Einsatz für Israel infrage zu stellen. Ich persönlich hoffe, dass Ihre Organisation sich die Zeit nehmen wird sich bei all denen zu entschuldigen, die von dem Tun dieser Gruppe verletzt worden sind.

Diese Familien haben genug gelitten – sie haben nicht verdient, was Ihre Organisation ihnen angetan hat.
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* Ein amerikanisches Sprichwort: „to put one’s foot in one’s mouth“ – in etwa: ins Fettnäpfchen treten.