Die deutsche Flüchtlingskrise: Verstärkung des Widerhalls aus der Vergangenheit

ManfredGerstenfeldManfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel stellte eine ausdrückliche Verbindung zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart her, als sie im Sommer 2015 die Grenzen des Landes öffnete, indem sie sagte: „Ich mich freue, dass Deutschland auch ein Land geworden ist, mit dem viele Menschen außerhalb Deutschlands Hoffnungen verbinden… Das ist etwas sehr Wertvolles, wenn man einen Blick in unsere Geschichte wirft.“[1]

Die jüngste bedeutende Zustrom von Flüchtlingen und die vielen sich daraus ergebenden Herausforderungen und Probleme haben jedoch auch den Widerhall aus der Vergangenheit verstärkt. Obwohl einige Elemente unverblümt geäußert wurden, ist dieser Eindruck eher das Ergebnis einer Interpretation der Ereignisse. Von selbst gesteuerte Angst ist im Nachkriegsdeutschland während einer Reihe von Jahrzehnten ein regelmäßiges Phänomen gewesen. Das ist die von vielen Deutschen – oft unterbewusst – erfahrene Angst, dass es angesichts der von ihren Vorfahren unter der Nazi-Herrschaft begangenen Gräueltaten etwas inhärent Verzerrtes im Charakter ihrer Nation gibt.

Eine Studie vom Ende des letzten Jahres zeigt, dass die schwankende Kombination aus Flüchtlingskrise und Terroranschlägen zu einer bedeutenden Zunahme der Zukunftsangst führte.[2] In einer Umfrage vom Februar 2016 gaben 57% der Befragten an, dass Deutschland infolge der Zuwanderung „ein schlechterer Ort zum Leben“ ist. 53 Prozent sind der Meinung, dass „das allgemeine kulturelle Leben von den Flüchtlingen untergraben wird“.[3]

Deutsche Kirchen sind eindeutig gegen eine Obergrenze für Flüchtlinge.[4] In den Jahren vor dem Krieg unterstützten der viele Kirchenleiter die Nazis in ihrer Herrschaft. Selbst Martin Niemöller, einer der bekanntesten protestantischen deutschen Nazigegner, hielt unter der Naziherrschaft in den Jahren vor dem Krieg Predigen, die lehrten, dass der Jude verflucht war, weil seine Vorfahren Christus töteten.[5] Nach dem Krieg entschuldigten sich einige protestantische deutsche Kirchen für ihr Versagen gegenüber den Juden unter dem Naziregime.[6] Mit ihrer aktuellen, irrationalen Haltung mit der Forderung für den Zustrom der Flüchtlinge keine Obergrenze zu setzen, scheinen Deutschlands Kirchen ins andere Extrem zu schwenken.

Katholische und protestantische deutsche Kirchen empfehlen auch nicht, dass christlichen Flüchtlingen im aktuellen Zustrom eine Vorzugsbehandlung zukommen soll.[7] Das ist angesichts der weit verbreiteten Verfolgung von Christen durch Muslime in Nahen Osten besonders extrem. Die Haltung der Kirchen zu diesem Thema ist direkt entgegengesetzt zu der des höchst kontroversen Papstes Pius XII. Dessen Bemühungen Juden vor und während des Holocaust zu helfen, konzentrierten sich hauptsächlich auf getaufte Juden.[8]

Echos aus der Vergangenheit könnte auch in den Behauptungen mitschwingen, die deutsche Polizei bediene sich übertriebener Gewalt. Diese Anschuldigungen traten erst vor kurzem wieder in der kleinen Stadt Clausnitz ins Rampenlicht. Bei der Ankunft einer Busladung Flüchtlinge wurde deren Passage von einer Gruppe von 100, hauptsächlich einheimischen Demonstranten blockiert. Die Polizei hatte Probleme die Kontrolle zu behalten und holte mehrere Personen gewaltsam aus dem Bus. Eine Lawine der Kritik traf die Polizei wegen der Art, wie sie mit dem Vorfall umging. In Reaktion darauf erklärte die Polizei, dass einige Leute im Bus die Demonstranten provoziert und die Lage aufgeheizt hätten.[9]

Viele haben Frauke Petrys Empfehlung verurteilt, bewaffnete Polizisten sollten an den Grenzen patrouillieren, wobei Anweisung zu geben ist, als letztes Mittel auch zu schießen, um Flüchtlinge vom Grenzübertritt abzuhalten. Petry ist Parteichefin der AfD (Alternative für Deutschland), einer rechten Partei, die nach Angaben von Meinungsumfragen rasch an Unterstützung gewinnt.[10] Petrys Empfehlung warf – weithin unzutreffende – Assoziationen mit der ostdeutschen Grenzpolizei auf, die auf Menschen schoss, die versuchten in den Westen zu fliehen. Umfrage zeigten, dass Petry in der Minderheit war, demonstrierten aber auch, dass sie mit ihrer alles andere als alleine war. 29 Prozent der Befragten befürworteten die Haltung, dass es gerechtfertigt ist Waffen einzusetzen, um unbewaffnete Flüchtlinge vom Grenzübertritt abzuhalten; 57% waren dagegen.[11]

Merkels ursprüngliche Erklärung, dass Deutschland Hoffnung symbolisiert, ist angesichts der Ereignisse der letzten sechs Monate getrübt worden. Eine Internetseite, die Angriffe auf bestehende und geplante Asylbewerberunterkünfte auflistet, berichtet von vielen Vorfällen, zu denen mindestens zehn Brandstiftungen allein in den ersten drei Wochen des Februar gehören.[12] Ein aktueller Fall erregte Aufmerksamkeit: Bis zu 30 betrunkene Zuschauer applaudierten und jubelten, als in einem ehemaligen Hotel in Bautzen (Sachsen) ein Feuer ausbrach. Das Gebäude wurde gerade in eine Flüchtlingsunterkunft umgebaut.[13] In einigen Demonstrationen gegen Flüchtlinge kann man Rufe wie „Deutschland den Deutschen“ und „Ausländer raus“ hören.[14]

Bis Ende Januar erklärte Merkel – was wohl in Wunschdenken ist – sie erwarte, dass viele Flüchtlinge wieder nach Hause zurückkehren werden, wenn es in ihren Herkunftsländern wieder Frieden gibt.[15] Die beiden Top-Kandidaten der CDU bei den anstehenden Wahlen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg haben sich jetzt öffentlich gegen die Politik der offenen Grenzen ausgesprochen, nachdem sie sahen, dass ihre Unterstützung in den Meinungsumfragen stark absackte.[16]

Die bayrische Schwesterpartei der CDU, die CSU, ist mit Merkels Christdemokraten verbündet. Eins ihrer führenden Mitglieder, der bayrische Finanzminister Markus Söder, sagte, Deutschland brauche „einen nationalen Abschiebeplan“. Er hoffte, dass dieses Jahr 350.000 der neuen Immigranten abgeschoben werden könnten.[17] All das dürfte nur den Anfang eines Wasserfalls der Ereignisse andeuten, der für internationale Beobachter wahrscheinlich weitere Verbindungen mit Deutschlands problematischer Vergangenheit aufwerfen könnte, statt eine Vision der Hoffnung zu steigern.

Die aktuellen Situation enthält aber noch ein weiterer Aspekt. Im Versuch psychologischer Kompensation für seine Gräuel beim Umgang mit Minderheiten im Zweiten Weltkrieg – insbesondere mit Juden – hat Deutschland heute andere Minderheiten mit offenen Grenzen empfangen. Viele dieser Neuankömmlinge sind allerdings Muslime aus Ländern, die zu den antisemitischsten der Welt gehören. Das ist mehr als nur eine teuflische Wendung der Geschichte, da dies für Deutschlands Juden die Angst vor echten Gefahren verkörpert.

[1] https://www.bundesregierung.de/Content/DE/Mitschrift/Pressekonferenzen/2015/09/2015-09-07-merkel-gabriel.html

[2] http://www.welt.de/politik/deutschland/article150015898/Stimmungsumschwung-bei-den-Deutschen.html

[3] http://www.welt.de/politik/deutschland/article152542917/Diese-Aengste-haben-Deutsche-wegen-der-Fluechtlinge.html

[4] www.welt.de/debatte/kommentare/article152393528/Warum-die-Kirchen-radikal-gegen-eine-Obergrenze-sind.html; http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/09/24/deutsche-bischoefe-gegen-obergrenze-bei-aufnahme-von-fluechtlingen/

[5] http://forward.com/culture/5193/when-they-came-for-martin-niemoller/

[6] Hans Jansen: Christelijk Theologie na Auschwit., De geschiedenis van 2000 jaar kerkelijk antisemitisme. Amsterdam (Blaak) 1999, S. 375-412.

[7] www.welt.de/debatte/kommentare/article152393528/Warum-die-Kirchen-radikal-gegen-eine-Obergrenze-sind.html

[8] http://jcpa.org/article/reassessing-pope-pius-xiis-attitudes-toward-the-holocaust/

[9] http://www.welt.de/politik/deutschland/article152451987/Polizei-verteidigt-sich-und-gibt-Fluechtlingen-Mitschuld.html

[10] http://www.zeit.de/politik/deutschland/2016-01/frauke-petry-afd-grenzschutz-auf-fluechtlinge-schiessen

[11] http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-02/umfrage-waffen-grenze-fluechtlinge-yougov

[12] http://www.mut-gegen-rechte-gewalt.de/service/chronik-vorfaelle

[13] http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/europe/germany/12167405/Anti-migrant-mob-in-Germany-cheered-as-refugee-shelter-burned-down-in-front-of-them.html

[14] http://www.dnn.de/Dresden/Stadtpolitik/Pegida-Anhaenger-und-Neonazis-versuchen-Fluechtlingscamp-in-Dresden-zu-attackieren

[15] http://www.faz.net/aktuell/politik/fluechtlingskrise-merkel-die-meisten-werden-zurueckkehren-muessen-14043375.html

[16] http://www.welt.de/politik/deutschland/article152482809/Wolf-und-Kloeckner-verlieren-ihre-Geduld-mit-Merkel.html

[17] http://www.welt.de/politik/deutschland/article152353067/Wir-brauchen-einen-nationalen-Abschiebeplan.html

Lebensbedingungen für Christen im Heiligen Land

Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 25. Juni 2015 (direkt vom Autor)

Radio Vatikan hat ein Interview mit dem Nuntius im Heiligen Land veröffentlicht: „Wenn sich die Lebensbedingungen für Christen im Heiligen Land verbessern, würden sie das Land nicht verlassen.“ Das sagte Giuseppe Lazzarotto, Nuntius in Israel und Apostolischer Delegat für Palästina, über die Bedingungen von Christen im Heiligen Land.

Vor allem die wenigen verbliebenen Christen in Bethlehem und Ramallah, also in den Gebieten unter der palästinensischen Autonomiebehörde, verlassen das Land. Sie sind zunehmend Diskriminierungen ihrer muslimischen Nachbarn ausgesetzt. Bethlehem war bis 1948 eine rein christliche Stadt. Inzwischen bilden die Christen eine bedrängte und diskriminierte Minderheit von weniger als 20%. Sie wandern vor allem aus wirtschaftlichen Gründen aus, wie einst der legendäre Bürgermeister Elias Fredsch gestand und nicht wegen der „Besatzung“. Die endete 1994.

Kaum jemand weiß, dass zu Ehren von Jassir Arafats Einzug nach Bethlehem an Weihnachten 1994 ein überdimensionales Modell des Felsendoms auf das Dach der Geburtskirche in Bethlehem gehievt worden ist. Es sollte den Christen demonstrieren, dass fortan der Islam in der Geburtsstadt Jesu herrsche.

Weiter sagte Lazzarotto in dem Interview: Dass Christen trotz der Mauer an heilige Stätten gelangen, sei glücklicherweise immer öfter möglich. Von Seiten der israelischen Behörden sieht er in diesem Punkt immer mehr Bereitschaft.

Auch ohne „israelische Bereitschaft“ sollte der Nuntius wissen, dass die rund 160.000 Christen in Israel israelische Staatsbürger sind und sich frei bewegen können. Sie leben in Nazareth, Haifa, Lod und Ramleh. Für sie sind die meisten Heiligen Städten unproblematisch erreichbar, darunter am See Genezareth und in Jerusalem. Hinzu kommt, dass die meisten Christen als Araber gelten und deshalb ungehindert auch palästinensische Städte wie Bethlehem jederzeit besuchen können. Jüdischen Israelis ist jedoch der Besuch in Städten unter palästinensischer Kontrolle streng verboten.

Christen aus den palästinensischen Gebieten und besonders aus dem Gazastreifen haben es schwerer. Sie benötigen eine Sondergenehmigung. Viele haben sie, darunter die ehemalige Tourismusministerin und heutige Botschafterin in Berlin, Khoulud Daibes. Auch christlich-palästinensische „Sprecher“ wie Mitri Raheb, Faten Mukarker oder Sumaya Farhat-Naser, von manchen auch als „Propagandisten“ bezeichnet, beweisen allein durch ihre häufigen Auftritte in Deutschland und Jerusalem, frei reisen zu können. Verschwiegen werden Anschläge von Moslems auf Christen wie in Taibe oder Flugblätter der IS in Ost-Jerusalem, die Christen „Rache“ ankündigen.

Recht hat der Nuntius, dass Angriffe auf Christen, wie der Brandanschlag auf das Benediktinerkloster in Tabgha, die Christen vor Ort verbittern. Das hat der Vatikan-Diplomat richtig beobachtet. Genauso verbittert sind darüber auch jüdische Israelis, vom Staatspräsidenten abwärts bis zur Polizei, die Attacken auf Christen nicht zeitig aufklärt.

Jüdische Israelis sind verbittert, dass ihr 3.000 Jahre alter Friedhof auf dem Ölberg zunehmend geschändet wird. Gräber werden zertrümmert und Trauernde können sich kaum noch dorthin wagen. Sie werden von Palästinensern mit Steinen beworfen, während ihre Autos zerstört werden. Die Zustände sind so schlimm geworden, dass die Sicherheitsbehörden langsam aufwachen und mehr Geld für den Schutz des historischen Friedhofs, aber auch gefährdeter Kirchen ausgeben wollen.

In der aufgeheizten Stimmung im „Heiligen Land“ gibt es einen ständigen Kampf von Extremisten vor allem gegen symbolhafte Einrichtungen. Das Niederbrennen einer Kirche, der Mordüberfall in einer Synagoge oder die Brandschatzung einer Moschee machen größere Schlagzeilen weltweit, als die Brandbombe auf ein Familienhaus oder das Überfahren von Passanten an einer Bushaltestelle in Jerusalem. Es sei an den Terroranschlag in der Synagoge in Har Nof erinnert. Am 18. November 2014 wurden vier Juden beim Gebet von zwei jungen Palästinensern mit Äxten erschlagen. Zudem wurde ein drusischer Polizist getötet.

Zum Glück haben sich jüdische Extremisten bisher auf Graffiti und Brandanschläge in Kirchen und Moscheen beschränkt. In den letzten Jahren sind „im Heiligen Land“ keine Christen oder Moslems wegen ihrer Religionszugehörigkeit ermordet worden. Juden hingegen werden nach Angaben palästinensischer Attentäter fast täglich ermordet, nur weil sie Juden sind.

Bei aller Aufregung über Terror gegen Menschen oder Kirchen im Heiligen Land ist es kein Trost, dass der Zustand im Rest der Welt viel schlimmer ist.

Der Nuntius ist nur für das Heilige Land zuständig und sieht deshalb wohl nicht, dass Hunderttausende Christen aus Ägypten, Syrien und Irak geflohen sind. Da die Heilige Familie in Ägypten war, Erzvater Abraham der syrischen Stadt Aleppo den Namen gegeben hat und Saulus aus Tharsus auf dem Weg nach Damaskus zum Paulus geworden ist, werden auch diese Gebiete oft dem „Heiligen Land“ hinzugerechnet.

In uralten christlichen Kirchen und Heiligen Stätten in Syrien oder Irak wurde nicht nur ein Empfangsraum in Brand gesteckt, wie in Tagbha. Vielmehr wurden Kirchen mitsamt Gläubigen gesprengt. Ganze christliche Städte oder Viertel in Aleppo, Damaskus und anderswo wurden dem Erdboden gleich gemacht. 2014 habe es laut einem Report des amerikanischen State Department 13.463 Terroranschläge gegeben, 35% mehr als im Vorjahr. Dabei wurden mehr als 32.700 Tote gezählt, ein Anstieg von 81 % im Vergleich zu 2013. Über 9.400 Menschen seien entführt und in Geiselhaft genommen wurden. Darunter waren auch Tausende Christen, in Nigeria und im Mittleren Osten.

(C) Ulrich W. Sahm

Papst Franz und die PalAraber

gefunden auf Facebook:

Papst-Palästina-AbbasEine Regierung mit offenen Armen zu begrüßen,
die sich dem Völkermord am jüdischen Volk und
der Vernichtung des Landes Israel verschrieben hat,
ist keine Gottesfurcht,
sondern Irrsinn.
(Man kann es auch mit „Geisteskrankheit“ übersetzen.)

Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (23.-29.12.2012)

Sonntag, 23.12.2012:

Ein Hamas-Offizieller verkündete auf der Al-Qassam-Website (wen wundert das?), „Fakten und Geschichte würden beweisen, dass die „Klagemauer“ nicht jüdisch ist. Wunderbar, das war bestimmt einer aus den „moderaten Elementen der Hamas“ von Frau Roth…

Montag, 24.12.2012:

Eine internationale Parlamentariergruppe besucht den Gazastreifen, die „Westbank“ und Israel. Knessetpräsident Reuven Rivlin kritisierte die Abgeordneten wegen ihres Besuchs im Gazastreifen, weil das die international als Terrorgruppe gebrandmarkte Hamas aufwertet. In der Knesset werden die Parlamentarier nicht empfangen werden; Einzeltreffen mit israelischen Abgeordneten werden untersagt. Die internationalen Abgeordneten – zu denen z.B. auch der offene Israelhasser (-„kritiker“) Lord Frank Judd gehört – behaupten, sie müssten sich mit Parlamentariern aus beiden Regionen der PA treffen und es gäbe keine formellen Treffen mit der Hamas. (Das stellt die Terroristen natürlich ins Abseits, vor allem wenn Hamas-Abgeordnete an den Treffen teilnehmen, nicht wahr?)

Der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Fuad Twal, feierte in seiner Vorweihnachtspredigt die „Geburt Palästinas“.

Dienstag, 25.12.2012:

Aus dem Streichelzoo von Anatot in der Region Binyamin („Westbank“) werden immer wieder Ziegen gestohlen; Freitag waren es 11, Montag 6. Dazu müssen die Diebe den Zaun der Gemeinde zerstören.

Mahmud Abbas bei der Christmette in Bethlehem  (was hat der da verloren???): Israel und die Palästinenser müssen sich an das internationale Recht halten (Israel tut das, warum er nicht?) und dafür müsse Israel mit der Bautätigkeit in Jerusalem aufhören. (Israel bietet seit Jahren Gespräche ohne Vorbedingungen an, die von Abbas abgelehnt werden.)

Mittwoch, 26.12.2012:

Bildungskonferenz im Gazastreifen, Ismail Haniyeh: „Israel ist ein Krebsgeschwür, das entfernt werden muss.“ Die Lehrer des Gazastreifens forderte er auf, „eine Generation aufzuziehen, die kämpfen und die Palästinenser von der Besatzung befreien wird“.

Ein anderer Hamas-Offizieller forderte die Araber zu bewaffnetem Widerstand auf: der Bau des Dritten Tempels solle (mit Terror) verhindert werden. Hm, die Baupläne sehen Wohnungen vor – und keine davon auf dem Tempelberg…)

Marwan Barghouti konnte wieder einmal aus dem Gefängnis getönt: Er wird einmal Palästinenserpräsident und das „Rückkehrrecht“ ist heilig.

Donnerstag, 27.12.2012:

Als Reaktion auf die UNO-Entscheidung vom November hat Israel den VIP-Status für eine ganze Reihe PA-arabischer Wichtigtuer zurückgezogen. Das heißt, dass z.B. Nabil Sha’ath demnächst in der Schlange anstellen muss, wenn er nach Israel will.

Der britische Minister für den Nahen Osten, Alistair Burt, bewies, dass er keine Ahnung von den Genfer Konventionen hat und giftete gegen Israel. Dafür pries er den Terrorfürsten Mahmud Abbas für dessen „gemäßigte Reaktion auf israelische Provokationen“.

Samstag, 29.12.2012:

Nabil al-Arabi, Chef der Arabischen Liga, war in Ramallah, um mit Mahmud Abbas zu konferieren. Er befand, die Gleichung in den Verhandlungen mit Israel müsse geändert werden. „Wir können nicht dieselben Schritte immer wieder tun, die wir seit 20 Jahren tun. Diese Schritte verschwenden Zeit und führen zur weiteren Expansion Israels.“ Welche Expansion, müsste er noch sagen, aber heißt es bei uns nicht immer, die Zeit sei gegen Israel?

Zur Erinnerung: die „täglichen Vorkommnisse“ (verhinderte Terroranschläge, versuchte Morde usw.) finden sich auf der Seite „Friedfertigkeiten 2012“; die humanitären Lieferungen und Maßnahmen Israels unter „Humanitäres“ (beides in der Sidebar zu finden).

Aus dem Vatikan zu Gaza: Israel ist ein Baby-Killer

Nicht ein Wort war in all den Jahren vom Vatikan zu hören, als Babys in Sderot in tödlicher Gefahr waren. Die Gewalt begannen sie dort erst letzte Woche wahrzunehmen.

Guilio Meotti, Arutz-7, 21. November 2012

Kardinal Gianfranco Ravasi, Präsident des Vatikanischen Kulturrats, kommentierte den Krieg zwischen Israel und Hamas; dabei lieferte er eine heftige Attacke auf das jüdische Volk: „Ich denke an das ‚Massaker an den Unschuldigen‘. In Gaza sterben Kinder, die Schreie ihre Mütter sind ein Dauerschrei, ein universaler Schrei.“

Der hohe Vertreter der katholischen Kirche setzte Israels Operation im Gazastreifen gegen die Terrorgruppen mit der neutestamentlichen Geschichte der Abschlachtung der jüdischen Kinder durch Herodes gleich, als dieser sich bemühte Jesus zu töten.

Ravasi ist einer der beliebtesten katholischen Kardinäle und Direktor der Kirchenpolitik für Kultur; er bezeichnete Israel in einer schamlosen Form von Antisemitismus als Baby-Killer; damit beschuldigt er den jüdischen Staat subtil des Mordversuchs am neuen Jesus, symbolisiert durch das palästinensische Volk.

Die Ritualmord-Lüge des Vertreters des Vatikans wurde während einer Präsentation des neuen Buchs über das Leben Jesu von Papst Benedikt abgeliefert. Ravisis Thema jedoch – die Juden als Herodes, der die unschuldigen Babys tötete, weil sein Herz darauf aus war Jesus zu töten – wurde von mittelalterlichen Organisatoren von Pogromen heiß geliebt.

William Shomali, Generalvertreter des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem, sagte in Radio Vatikan: „Was jetzt im Gazastreifen abläuft, ist eine grausame Gewaltspirale.“ Der Weihbischof erklärte dann: „Es ist schwierig zu wissen, wer das begann.“ Wie schwierig?

Vor ein paar Wochen behauptete Shomali in einem Interview mit dem katholischen Magazin Famiglia Cristiana, dass „Hass auf Christen“ der Talmud selbst sei. „Der Talmud, das von den Ultraorthodoxen studierte heilige Buch, das noch mehr verehrt wird als die Bibel selbst, lädt religiösen Hass ein, spricht übel von Jesus und noch schlimmer von Maria und – im Allgemeinen – von Christen“, sagte der Bischof. Er fügte an: „In israelischen Schulen wird nicht die Liebe zum anderen gelehrt, sondern die Vernichtung des anderen.“

Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur des Vatikan sagte Michel Sabbah, Patriarch emeritus von Jerusalem, der Gazastreifen habe seit vielen Jahren „unter der Last eines absurden Embargos gelebt, das das Alltagsleben von eineinhalb Millionen Menschen unmenschlich macht“.

Sabbah unterzeichnete gerade einen Appell von mehr als 100 christlichen Leitern, die die internationale Gemeinschaft aufforderten die Anerkennung des palästinensischen Staates als volles UNO-Mitglied zu unterstützen. Zu den Unterzeichnern gehört auch der griechisch-orthodoxe Erzbischof Atallah Hanna, ein selbsterklärter Antisemit, der die Selbstmordanschläge gegen israelische Zivilisten segnete.

Dennoch ist vom Papst keine Verurteilung des Trommelfeuers der Terrorgruppen auf die Städte des südlichen Israels vor der Operation Wolkensäule gekommen. Die Kirchenautoritäten und Benedikt XVI. selbst erhoben ihre Stimmen zur Verurteilung der Gewalt, die im Gazastreifen ausbrach, erst nachdem Israel begann die Einrichtungen der Terrorbewegungen in diesem Gebiet zu bombardieren. Vorher war nicht ein Wort zu hören.

Während der Operation Gegossenes Blei 2009 bezeichneten offizielle Vertreter des Vatikan den Gazastreifen als „Konzentrationslager“. Nachdem der Nazi-Vergleich seine Arbeit tat, ist jetzt das Motiv des Jesus-Mörders in die katholische Kirche zurückgekehrt.
Kommentar von Carl in Jerusalem:
In Wirklichkeit kann man keine Absätze im Talmud finden, die von Jesus sprechen, denn sie sind vo den von der Kirche inspirierten Regierungen seit Jahrhunderten herauszensiert worden. Ich verfüge über ein kleines Pamphlet, in dem alle zensierten Worte aufgeführt werden und in den letzten Jahren haben neue Bände, auf der Grundlage handschriftlicher Texte, die zensierten Worte an den Rändern hinzugefügt. Fakt ist: Zahllose jüdische Bücher wurden zensiert, um zu vermeiden die Empfindlichkeiten der Kirche zu verletzen.
Was den vorliegenden Fall angeht, zeigen Ravasis Kommentare, dass er die Benutzung „palästinensischer“ Kinder als menschliche Schutzschilde durch die Terrororganisationen völlig ignoriert. Wir Juden haben kein Prinzip des „die andere Wange hinhalten“. Wir werden gelehrt: Wenn jemand kommt, um dich zu töten, dann musst du ihn vorher töten. Und ja, das schließt die „palästinensischen“ Terroristen ein.

Exposé: Katholiken bezeichnen Rahelgrab als Moschee

Die PA will die Geburtskirche als erste Welterbe-Stätte haben und jetzt sagen sie sogar, dass das nahe gelegene Rahelgrab eine Moschee ist. Sie lebte Tausende Jahre vor Mohammed, also können sie sie nicht für den Islam in Anspruch nehmen. Christen stützen sie.

Giulio Meotti, Arutz-7, 29. Juni 2012

Die palästinensische Autonomiebehörde stellt einen historischen Antrag, die Geburtskirche in Bethlehem als ihr erstes Weltkulturerbe nach Maßgabe der Vereinten Nationen anzuerkennen.

Die PLO kennt die Konsequenzen davon, die Stadt König Davids und Jesu im „Land Palästina“ zu verorten. Das Endziel ist die Entjudung des Landes Israel. Oras Hamdan Taha, der palästinensische Minister, der mit Antiquitäten zu tun hat und Gelder von der UNESCO erhält, machte klar: „Das ist das Schreiben bzw. Neuschreiben der Geschichte Palästinas“.

Als nächstes auf der Liste steht das Rahelgrab, die drittheiligste Stätte des Judentums – oder wie die Juden auf Hebräisch sagen, „Rahel Imenu“; auf Jiddish „Mame Rochel“ – unsere Mutter Rahel.

In der Bibel heißt es im 1. Buch Mose: „Als ich aus Paddan-Aram kam, starb mir unterwegs Rahel in Kanaan; nur noch ein kleines Stück war es bis Efrata. Ich begrub sie dort auf dem Weg nach Efrata, das jetzt Betlehem heißt… Und Jakob errichtete ein Steinmal auf ihrem Grab. Das ist das Grabmal Rahels bis auf den heutigen Tag.“ Jahrtausende lang ist das Grab Rahels, das an der Straße zwischen Jerusalem und Bethlehem liegt, ein Ort der Sehnsucht, der Pilgerreise und des Gebets des jüdischen Volkes gewesen, obwohl es etwas Streit um die genaue Stelle der Grabstätte gibt.

Erst 1996 begannen die Palästinenser diese Stelle als „Bilal ibn Rabah-Moschee“ zu bezeichnen, was die UNESCO schändlicherweise 2010 in ihre Listen aufnahm.

Die PLO schrieb während der Zweiten Intifada das Grab als Waffe in ihr Arsenal, erhob Anspruch auf die Stätte und schoss täglich auf jüdische Betende. Am Yom Kippur 2000, sechs Tage nachdem die israelische Armee vom Josephsgrab in Nablus abzog, veröffentlichte die PLO-Zeitung Al-Hayat al-Jadida einen Artikel, in dem erklärt wurde, das Rahelgrab sei das nächste palästinensische Ziel. Vor der PLO-Propaganda bezeichneten die Araber die Stätte schlicht als „Kubat Rahil“, Rahels Kuppel.

Nicht bekannt ist, dass die christlichen Institutionen in Judäa und Samaria mit den Muslimen kollaborieren, um den jüdischen Charakter der heiligen Stätte zu vernichten und zu leugnen. Die Strategie hat sich schon als sehr erfolgreich erwiesen.

Im Februar beanspruchte die UNESCO – die die PA bereits als Staat anerkannt hat – das Rahelgrab und das Patriarchengrab als nicht exklusiv jüdische Stätten, sondern als solche, „die auch den Christen und Muslimen gehören“. Im Palestine Chronicle leugnete der Christ Fadi Kattan „das Jüdische“ und „den exklusiven jüdischen Zugang zu Rahels Grab“.

Es war bei einem Treffen christlicher Leiter im März 2010, dass der oberste islamische Richter, Taysir Tamimi, die muslimischen und christlichen Leiter aufforderte sofort zu handeln, weil Israel versuche Jerusalem und „die Bilal ibn Rabah-Moschee“ zu „judaisieren“.

Pax Christi, eine der berühmtesten katholischen Organisationen des Globus, nannte auf seiner Internetseite die jüdische heilige Stätte wiederholt eine „Moschee“.

Dann gibt es die Bethlehem-Universität des Heiligen Landes, die einzige vom Vatikan betriebene Bildungsinstitution in der Gegend; deren Gründung kann man zum Besuch Papst Paul VI. im Heiligen Land im Jahr 1964 zurückverfolgen. Die katholische Universität startete vor kurzem ein Projekt zu Rahels Grag. Das Dokument nennt es „eine historische religiöse Stätte für Anhänger des Christentums und des Islam, eine heilige Stätte auch für Juden, die heute allen Zugang zu ihr kontrollieren, obwohl sie sich auf palästinensischem Land befindet.“

Die Institution des Vatikan scheint zu ignorieren, dass das gesamte Gelände des Rahelgrabes zum C-Gebiet gehört, das die Oslo-Vereinbarungen israelischer Zuständigkeit unterstellte.

Schon der Titel des katholischen Projekts, „Rahel: Eine Fremde in ihrer Heimatstadt“, legt nahe, dass das Grab eine Stelle ist, die die Israelis an sich gerissen haben. Das Grab, sagt der katholische Bericht, „ist auch Muslimen bekannt, als Bilal ibn Rabah-Moschee“. Nach Angaben der Vatikan-Universität haben die Juden die Vergangenheit gestohlen, die jüdischen Schreine sind von den Zionisten gestohlene arabische Schätze und die Juden sind nichts weiter als einmarschierte Kolonisatoren.

Als ich das Rahelgrab zuletzt vor zwei Jahren besuchte, zeigte mir der israelische Bauunternehmer, der an der Sicherheitsbarriere arbeitete, die arabischen Häuser, von denen aus die palästinensischen Heckenschützen auf die das Grab besuchenden Juden schossen. Darunter befand sich ein romantisches, mittelalterliche Bild des einst einfachen, stillen, ruhigen, gelassenen und allein stehenden Grabes.

Das 20. Jahrhundert des Joseph Goebbels hat uns alle gelehrt, dass eine Lüge klein beginne, aber wenn sie nicht richtig gestellt wird, eitert sie wie ein Krebst und zerstört Wahrheit, Gerechtigkeit und schließlich – Menschen. Eine Lehre, die die Katholiken besser gelernt haben sollten.

Heute wirkt das Rahelgrab wie ein Bunker, von hohen Mauern, Stacheldraht, Soldaten, Kameras und Gängen geschützt. Jemand sollte es auch vor furchtbaren Lügen schützen.