„Der König von Jordanien will keinen Palästinenserstaat in Judäa und Samaria“

Orientalist Yon Ben Menachem: Abdallahs Drohungen sollen palästinensische Unruhe in seinem Land ruhigstellen; er will die IDF, keinen Palästinenserstaat vor seiner Haustür.

Shimon Cohen, Israel National News, 18. Mai 2020

Die Frage der Anwendung von israelischem Recht in Judäa und Samaria erhält beträchtliche öffentliche und politische Beachtung, während Blau und Weiß Bedenken über Jordaniens Reaktion auf diesen Schritt äußert.

Die Angst ist in den letzten Tagen von König Abdallahs Äußerungen verstärkt worden, die implizieren, dass sein Land sich alle Optionen ansehen wird, weil der Kollaps der PA Chaos schaffen würde.

In einem Interview spricht Arutz Sheva-Redakteur, Orientalist und Medienpersönlichkeit Yoni Ben Menachem die Warnungen des Königs und Sorgen in der politischen Arena Israels an; er erklärt, dass die Äußerungen des Königs nichts als Lippenbekenntnisse sind, die die Palästinenser in seinem Land ruhigstellen sollen.

„König Abdallah ist anders als sein Vater, König Hussein. Er lbt in ständiger Angst und hat keine unabhängige Linie, die die Beziehungen zu Israel führt. Ranghohe PA-Vertreter deuten an, dass die PA selbst ebenfalls seine Absichten ernsthaft bezweifelt, wenn er Israel warnt und sich vermeintlich auf die Seite der Palästinenser stellt.“

„Die PA berichtet inoffiziell, dass sie Äußerungen abgibt, weil sie eine Intifada der Palästinenser in Jordanien befürchtet. Also beeilte er sich Israel in Sichtweite der Palästinenser in Jordanien zu warnen. Das richtet sich äußerlich an Israel, aber die Botschaft ist nach innen gerichtet, an Jordanien selbst.“

Ben Menachem führt an, dass König Abdallahs Vater schon 1988, mitten in der ersten Intifada, ankündigte, dass sein Land sich von Judäa und Samaria abkoppelt und keine territorialen Ansprüche auf diese Gebiete stellt: „Ranghohe Fatah-Vertreter glauben, er versucht Israel zu drohen und zeigt, dass er einseitig auf Seiten der Palästinenser steht, aber Jordanien hat alle Verbindungen aufgegeben.“

In Analyse der Gründe für diese Äußerungen des jordanischen Königs sagt Ben Menachem: „Es gibt Angst vor Unruhen, wenn er weiter schweigt. Er befürchtet, dass die Annexion von 30 Prozent des Gebiets von Judäa und Samaria zu Immigration aus der Westbank in die Eastbank innerhalb Jordaniens anspornen wird und dann die Zahl der Palästinenser dort erhöht. Eine weitere Sache ist, dass, sobald Israel die Palästinensergebiete annektiert, die Möglichkeit einen Staat zu gründen verloren geht; dann wird Israels Rechte sagte, Jordanien sei das alternative Heimatland; Arik Sharons „Jordanien ist Palästina“ ist für ihn sehr beängstigend.“

Ben Menachem erwähnt seine Tage als Kol Yisrael-Korrespondent während Arik Sharons Amtszeit als Premierminister: „Ich deckte damals ein geheimes Gespräch zwischen Sharon und König Abdallah auf. Dabei sagte der König ihm: ‚Beachte meine Äußerungen nicht. Ich muss Sachen sagen, aber ich möchte, dass IDF-Soldaten an der jordanischen Grenze bleiben.‘ Er will dort keine palästinensischen Soldaten, die ein Sprungbrett nach Osten sein können und Veränderung der haschemitischen Herrschaft herbeiführen, wie es in der Vergangenheit schon der Fall war.“

In diesem Kontext erwähnt Ben Menachem, dass die palästinensische Zielsetzung darin besteht einen Staat auf beiden Seiten das Jordan zu gründen. „König Abdallah weiß das durchaus, gibt aber den Palästinensern gegenüber Lippenbekenntnisse ab.“

Unter Aufzeigen ergänzt Ben Menachem die vielen Vorteile, die das haschemitische Königreich nach seiner Vereinbarung mit Israel erhält, Vorteile, auf die niemand schnell verzichten wollen würde: „Die sichtbaren Dinge sind das Wasser, das Israel liefert und die Vereinbarung mit Israel für Gas, aber es gibt auch die Sicherheitsfrage, über die nicht geredet wird. Klar ist: Wenn die haschemitische  Regierung in Schwierigkeiten ist, wie es der Fall war, als es Drohungen aus Syrien gab, und Israel dem König zu Hilfe gerufen wurde, dann weiß er, dass letzten das einzige, was ihm helfen und den Zusammenbruch seines Regimes verhindern kann, die IDF samt der politischen Ebene sind, die ihr Anweisungen gibt.

Ich glaube nicht, dass der König einen Palästinenserstaat in Judäa und Samaria haben will. Er würde auch seine Position als Hüter der heiligen Orte in Jerusalem verlieren, einen Status, der mit dem Deal des Jahrhunderts nicht gefährdet ist. Dieses Thema ist ihnen als Königsfamilie sehr wichtig, da sie sich als Nachkommen des Propheten Mohammed betrachten. Darüber hinaus wurde der Großvater des Königs von einem Palästinenser auf dem Tempelberg ermordet. All das ist König Abdallah sehr gut bekannt.“

Wir fragten Ben Menachem auch, ob die Existenz israelischer Diskussion über die Lippenbekenntnisse des Königs an die palästinensische Gemeinschaft in Jordanien nicht zu einer Verhärtung seiner Haltungen führen könnte. Ben Menachen antwortet: „Der König hat seine eigenen Interessen und hat seine eigenen Pläne. Er hat alles geplant und festgelegt. Er schafft gewollte Zweideutigkeit, wenn er nicht präzisiert, auf welche Art von Zusammenstoß er sich bezieht, ob er das Friedensabkommen auf Eis legen wird und ob er über eine militärische Auseinandersetzung redet.“

Weiter fügt er hinzu, auch wenn er aus offensichtlichen Gründen nicht näher darauf eingeht, dass es vor kurzem „eine geheime Nachricht vom König an Israel gab, die über das Verteidigungs-Establishment weitergegeben wurde, noch bevor der König sich in einem Interview mit dem SPIEGEL äußerte.“

Zur israelischen Seite sagt Ben Menachem: „Es gibt hier auch israelische Überlegungen zu den US-Wahlen. Es ist immer noch unklar, was Präsident Trump will. Will er, dass wir den Schritt vor den Wahlen unternehmen, um ihm bei den Evangelikalen zu helfen oder macht er sich Sorgen, dass dies Konflikte im Nahen Osten schafft und ihm schadet? Das bleibt unklar und ist nach dem Besuch Pompeos nicht verständlicher. Das Bild wird in den kommenden Wochen klar werden, aber es besteht die Möglichkeit, dass alle Fragen zur Annexion bis nach den US-Wahlen verschoben werden.“

Klartext – Dr. Aaron Lerner: Sollte Jordaniens König einen Freifahrtschein bekommen, wenn er Israel kritisiert?

Dr. Aaron Lerner, IMRA (wöchentlicher Kommentar), 18. März 2010

Warum sollte Jordaniens König Abdallah II. einen Freifahrtschein bekommen, wenn er Israel mit Kritik verreißt, die die Lage in Jerusalem grob falsch darstellt?

„Jerusalem ist eine rote Linie und die Welt sollte nicht über Israels Versuche schweigen, sich der arabischen Einwohner Jerusalems zu entledigen, Muslimen wie Christen“, sagte der König der ihn besuchenden EU-Außenpolitikchefin Catherine Ashton dieser Woche; er behauptete damit, Israel strebe an „die Identität Jerusalems zu verändern und die heiligen Stätten dort zu bedrohen“.

König Abdallah weiß verdammt gut, dass das Quatsch ist.

Israel vertreibt die Araber nicht aus Jerusalem. Wenn überhaupt, dann versuchen Araber aus der Westbank nach Jerusalem zu ziehen, in der Hoffnung, dass sie in der Lage sein werden, dort unter israelischer Kontrolle zu bleiben, sollte ein palästinensischer Staat gebildet werden.

Jordanien weiß, dass Israel die heiligen Stätten des Islam oder der Christenheit nicht bedroht.

In Wirklichkeit weiß König Abdallah, dass die Besucherkapazitäten für muslimisches Gebet auf dem Tempelberg unter israelischer Herrschaft mit der enorm erweiterten unterirdischen Marawani-Moschee in den Ställen Salomos dramatisch erhöht wurde.

Das jüdische Element der Identität Jerusalems stammt der Zeit vor dem und übersteigt die des Islam.

Doch Israel leugnet die Geschichte andere in Jerusalem nicht. Fakt ist, dass die Altertums-Behörde alte christliche und muslimische Entdeckungen genau so feiert, wie sie das mit jüdischen Artefakten der Vergangenheit tut, werden diese aus der Erde geholt.

Fühlt sich König Abdallah veranlasst, sich den Lügen gegen Israel anzuschließen, um sein Ansehen zu bewahren?

Oder macht das Fehlen jeglicher Gegenreaktion für dieses Verhalten die Entscheidung Israel zu prügeln zu einer von vorneherein feststehenden Sache?

Wären die Rollen umgekehrt verteilt, würde Israels Botschafter in Amman sich in der Situation finden, zu einer offiziellen Strafpredigt und Zurechtweisung einbestellt zu werden.

Vielleicht ist es an der Zeit, an Jordanien dieselben Standards an Fairness und Aufrichtigkeit anzulegen, das es von uns erwartet.

Arabische Liga: Keine 57-Staaten-Lösung für den Nahost-Konflikt

So titelte Ha’aretz gestern:

DPA, letztes Update: 23.05.2009, 21.54 Uhr

Eine „57-Staaten-Lösung“ für den arabisch-israelischen Konflikt, bei dem die mehrheitlich muslimischen Staaten Israel volle diplomatische Anerkennung im Tausch für Frieden anbieten „ist nicht auf dem Tisch“, sagte der Chef der Arabischen Liga am Samstag.

Am Ende eines Treffens der Außenminister der 57 Mitglieder der Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) am Samstag in Damaskus sagte Generalsekretär Amr Mussa gegenüber Reportern, Medienberichte, die darauf hin deuteten, dass die OIC Israel gemeinsam einen Friedenshandel anböte, seien ungenau.

„Das ist nicht auf dem Tisch. Alles Reden darüber ist ungenau“, sagte Mussa. Jordaniens König Abdallah II. sprach am 11. Mai in einem Interview mit der Times of London von einer „57-Staaten-Lösung“.

„Wir bieten an, dass ein Drittel der Welt [den Israelis] mit offenen Armen begegnet“, sagte König Abdallah vor zwei Wochen. „Die Zukunft ist nicht der Jordan oder die Golanhöhen oder der Sinai, die Zukunft ist Marokko am Atlantik bis zu Indonesien am Pazifik.“

„Der jordanische Vorschlag geschah in Übereinstimmung mit dem arabischen Vorschlag“, sagte Mussa am Samstag. „Der Konflikt wäre beendet, wenn Israel sich aus allen besetzten Gebieten zurückzieht und ein unabhängiger Palästinenserstaat gegründet wird.“

Mussa sagte, wenn die Araber und Israel solche eine Einigung erzielen könnten, würden andere vorwiegend muslimische Länder möglicherweise folgen.

„Aber wir sehen keinerlei Fortschritt unter den gegenwärtigen Umständen“, fügte er hinzu. „Obwohl es viel Klarheit bei der Position gibt, von der alle Beteiligten profitieren können.“

Ach nee. Fassen wir mal zusammen: Wenn Israel alle selbstmörderischen Forderungen der Arabischen Liga erfüllt (nicht zu verteidigende Grenzen, Überflutung Israels mit feindlichen „Flüchtlingen“), dann gibt es „offene Arme“ und „die Möglichkeit“, dass andere Staaten auch die Arme öffnen. Wobei immer noch nicht definiert wird, was „alle besetzten Gebiete“ sind. Bekanntlich sind „die besetzten Gebiete“ in der Regel das ganze Gebiet zwischen Jordan und Mittelmeer. Und wie glaubwürdig ist ein Friedensplan, der vorsieht den einen Staat zu gründen und den anderen zugrunde zu richten, indem man ihn mit einer feindseligen Bevölkerung flutet? Und dann der kleine Hinweis, dass die arabischen Handlungen gar nicht sicher folgen – sehr gut! Wer fällt drauf rein? (Ist klar, wer drauf reinfällt…)