Der gefahrvolle Weg vom Muslim zum Christen

Daniel Pipes, National Interest, 12. Juli 2021

„In den letzten dreißig Jahren – und besondres im Verlauf der letzten sieben bis zehn Jahre – sind mehr Muslime zum Glauben an Jesus Christus gekommen als zu jeder anderen Zeit in der Menschheitsgeschichte“, schrieb Joel Rosenberg 2008 und das Tempo hat sich seitdem erhöht. Uwe Siemon-Netto bestätigte 2016, dass „ein globales Phänomen im Gang ist: Muslime konvertieren in jedem Teil der Welt scharenweise zu verschiedenen christlichen Denominationen“. Tatsächlich haben christliche Missionare sogar einen Namen und eine Abkürzung für sie: Muslim-background believers (Gläubige mit muslimischem Hintergrund) oder MBBs.

Warum gibt es diesen Trend, wie sehen die Zahlen dazu aus und was sind die Folgen?

Hintergrund

„Als ich zur Tür lief,
musste ich den Weg zurück finden
zu dem Ort, wo ich vorher war
„Entspann dich“, sagte der Portier
„Wir sind nur auf Empfang programmiert
Du kannst zu jeder beliebigen Zeit auschecken,
aber du kannst niemals weggehen!“
aus: Hotel California, The Eagles

Historisch bedeuteten fast alle Konversionen, dass Christen Muslime wurden, nicht umgekehrt. Der Islam ist 1.400 Jahre lang das „Hotel Californa“ der Religionen gewesen („Du kannst zu jeder beliebigen Zeit auschecken, aber du kannst niemals weggehen!“), da er seinen Anhängern verbietet sich zu Atheisten oder zu Mitgliedern eines anderen Glaubens zu erklären, was aus islamischer Sicht auf dasselbe hinausläuft. Diese Haltung geht auf die Ursprünge der Religion zurück (ein Hadith zitiert Mohammed: „Wer immer seine Religion ändert, töte ihn.“) und den Islam zu verlassen ähnelt dem Gefühl zum Feind überzulaufen und kommt damit Hochverrat gleich. Zusätzlich hat als richtiger Muslim zu leben einen machtvollen sozialen Aspekt, man ist Teil der Aufrechterhaltung der gemeinschaftlichen Solidarität.

Mohammad Ali Taheri, Gründer des Interuniversalen Mystizsmus (Erfaan-e Halghe), einer im Iran gegründeten New Age-Version des Islam

Entsprechend sehen sich abtrünnige Muslime überall der Ablehnung durch ihre Familien, soziale Ächtung und Arbeitsverlust ausgesetzt; in mehrheitlich muslimischen Ländern könnte zusätzlich die Regierung sie verfolgen, inhaftieren, foltern und töten. Skeptische Muslime sind daher historisch überwiegend innerhalb der Grenzen des Islam geblieben; selbst neue Religionen, die sich vom Islam ableiten (die Drusen, Nusayri/Alawi, Aleviten, Babi und Baha’i) machten anfangs dasselbe und behielten lange eine trübe Beziehung zu ihm bei. Das Muster hält sich bis heute, z.B. beim Interuniversalen Mystizismus (Erfan-e Halghe), einer New Age-Version des Islam, der im Iran von Mohammad Ali Taheri gegründet wurde.

Als Ergebnis wurde historisch nur ein Rinnsal an Muslimen zu Christen. Eine Rechnung des Kirchenhistorikers David Garrison findet 5 Bewegungen von Muslimen zu Christentum vor dem 20. Jahrhundert und 69 solche Bewegungen allein in den ersten 12 Jahren des 21. Zumindest einige der ersten 5 Bewegungen traten unter Zwang auf oder um besimmte Vorteile zu erhalten. Die bekannteste davon waren die Moriscos im Spanien des 16. Jahrhudnerts, die unter Druck durch ihre katholischen Herrscher konvertierten. Bei seltenen Anlässen konvertierten gesamte Gemeinschaften, um Vorteile zu erhalten, wie ich früher schon einmal erklärte.

Im Rusland des siebzehnten Jahrhunderts führte eine Vorschrift, dass Nichtchristen keine Leibeigenen haben durften, zum Übertritt reicher Tataren, darunter den Vorfahren solcher Berühmtheiten wie dem Musiker Sergei Rachmaninoff, dem Dichter und Historiker Nikolay Karamzin und dem Romanautor Iwan Turgenjew. Um das Jahr 1700 konvertierten einige Herrscherfamilien der sunnitischen Muslime im Libanon zum Christentum, um ihr politisches Ansehen zu steigern.

Ägyptens Herrschaft über Syrien 1831 – 1841 war eine Zeit der Massenverpflichtung zum Militärdienst, in der „jeder geeignete syrische Muslim in die ägyptische Armee eingezogen wurde“. Yvette Tahamy erklärt:

Das kam bei der lokalen Bevölkerung nicht gut an. … Während einige Syrer beschlossen aus dem Land zu fliehen oder sich zu verstümmeln, um den Wehrdienst zu vermeiden, wandten sich andere an die Missionare und eklärten ihre Bereitschaft ein Bekenntnis zum Christentum abzulegen, da Christen gegen die Zahlung einer Befreiungssteuer vom Wehrdienst ausgenommen waren. Die amerikanisch-protestantischen Missionare wurden mit Anfragen überschwemmt, Drusen und andere in ihre Kirche aufzunehmen.

(Zum Leidwesen der Konvertiten schlug diese List fehl, denn sie wurden „unabhängig davon eingezogen, ob ihre Konversion echt oder vorgetäuscht war“.)

Zehn Muslime begegnen Christus

Dieselbe Unlust hielt bis vor kurzem an. Beim Besuch im Sudan im Februar 1972 wohnte ich bei einem amerikanischen Missionar, der seit zwanzig Jahren in Khartoum gelebt hatte, lehrte und diskrete Sonntagsgottesdienste veranstaltete. Aber er gewann in der ganzen Zeit nur fünf Konvertiten, das macht einen alle vier Jahre. Gleichermaßen berichtet ein amerikanischer Missionar im Buch Ten Muslims Meet Christ (Zehn Muslime begegnen Christus) aus dem Jahr 1984 die Geschichte der spärlichen Ergebnisse seiner Missionsarbeit im Iran.

Bekehrten-Zahlen

MBBs sind notorisch schwierig zu quantifizieren; das liegt an ihrer Zurückhaltung und sogar Verstellung. Es gibt aber immerhin einige erstaunliche Schätzungen. Duane Alexander Miller und Patrick Johnstone schätzten die Gesamtzahl der MBBS 2010 auf fast 10 Millionen, was eine fünfzigfache Zunahme gegenüber den weniger als 200.000 Konvertiten fünfzig Jahre zuvor darstellt. Berichte weit verbreiteter Übertritte von Muslimen zum Christentum kommen aus so unterschiedlichen Regionen wie Algerien, Albanien, Syrien und Kurdistan. Zu Ländern mit den größten indigenen Zahlen gehören Algerien mit 380.000, Äthiopien mit 400.000, der Iran mit 500.000 (gegenüber nur 500 im Jahr 1979), Nigeria mit 600.000 und Indonesien mit verblüffenden 6.500.000 (infolge einzigartiger Umstände). Nach Angaben von Andrew van der Bijl und Al Janssen gibt es „sogar Christen in Medina und Mekka“.

In Ägypten informiert mich eine koptische Quelle, „konvertierten große Anzahlen Muslime nach dem Aufstand von 2011 und nachdem die Muslimbrüder an die Macht kamen zum Christentum. Die koptische Kirche bezeichnete den Islamisten-Präsidenten Mohammed Morsi als den ‚großen Evangelisten‘ und hörte auf die Konvertiten zu zählen. Gehen Sie in irgendeine Kirche und Sie werden mit großer Sicherheit ehemalige Muslime finden, besonders Frauen, die dorthin gehen.“

Am dramatischsten erklärte in einem vielzitierten Interview im Fernsehsender Al-Jazira im Dezember 2000 der Direktor von Libyens Companions‘ Lighthouse for the Science of Islamic Law (منارة الصحابة للعلوم الشرعية, Manaratas-Sahaba li’l-‘Ulum ash-Shar’iya), Ahmad al-Qat’ani, ohne Beweise vorzulegen, dass jährlich 6 Millionen Muslime zum Christentum konvertieren. Er berichtete, dass die muslimische Bevölkerung Afrikas von knapp über der Hälfte auf nur noch ein Drittel zurückgegangen sei und stellte das Verschwinden des Islam aus Subsahara-Afrika in Aussicht. Vielleicht übertreibt er, um Spenden zu sammeln, aber seine Zahlen haben weite Verbreitung gefunden.

Pastorin Dr. Buli Francis-Dehqni, die anglikanische Bischöfin von Chelmsford in England

Auch im Westen leben MMBs, wobei die Vereinigten Staaten bei weitem die meisten (450.000) und Bulgarien in Europa die meisten (45.000) beherbergen. Seit 2014 findet in der Kathedrale von Liverpool ein wöchentlicher Gottesdienst in persischer Sprache statt (er wird „Sepas“ genannt), der von einem Dekan muslimischer Herkunft geleitet wird; die anglikanische Bischöfin von Chelmsford in England ist eine im Iran geborene Tochter eines Konvertiten. Die Konversion von Muslimen hat die Evangelisch-Lutherische Dreieinigkeits-Gemeinde in Berlin innerhalb von zwei Jahren von 150 auf fast 700 Personen vergrößert. Es wurden neue Institutionen gegründet, so das Pars Theological Centre in London, das es seit 2010 gibt, „um die iranische Kirche durch Ausbildung einer neuen Generation von dienenden Leitern auszurüsten und zu mobilisieren, um die Kirche führen und die Persisch sprechende Welt zur Ehre Gottes umzuwandeln“.

Vage und abweichende Zahlen legen nahe, dass zwar niemand eine zuverlässige Vorstellung von der Zahl muslimischer Konvertiten zum Christentum hat, die Menge aber groß ist. Christen feiern dieses Phänomen; Joel Rosenberg lobt es als „die Kirche wird im Land ihrer Geburt wahrlich wiederhergestellt“.

Warum Muslime Christen werden

Duane Miller vermekrt, dass „Christus-Konvertiten aus dem Islam vom Islam oft genauso vertrieben werden, wie sie zu Christus oder dem Christentum hingezogen werden“. Konzentriert man sich hier nur auf die Faktoren, die Muslime ausdrücklich zum Christentum treiben, stellt man fest, dass deren Liste lang ist.

Träume und Visionen, besonders von Jesus, ziehen vermutlich rund ein Viertell der MBBs an. Mike Ansari, ein iranischer Konvertit, berichtet, dass viele Menschen „tatsächlich Träume und Visionen von einem strahlenden, weiß gekleideten Mann haben, lange bevor wir ihnen von Jesus erzählen“. Dabrina Bet Tamraz hält fest, dass iranische Konvertiten einander oft fragen: „Hast du den weiß gekleideten Mann gesehen, hast du Jesus gesehen?“ Der Leiter der Presbyterianischen Kirche in Pakistan merkte an, dass afghanische Imame hunderte Kilometer weit reisten, um mit ihm die Bibel zu studieren. Auf die Frage, was sie veranlasste das zu tun, antwortete der Pfarrer: „Träume! Christus eschien ihnen im Schlaf und wies sie an hierher zu kommen, um die Wahrheit zu hören.“ Und in Colorado berichtet Pastor George Naeem, der Unterricht auf Arabisch über Radio und Internet hält, dass „praktisch alle [seine Schüler] nach Träumen kamen“.

Michael Stollwerk (nicht der Alphornbläser)

Michael Stollwerk erzählt von der Zeit nach einem Gottesdienst in der Kathedrale von Wetzlar: „Ich stand am Ausgang, immer noch in vollem Ornat und verabschiedete die Gottesdienstbesucher, als eine verschleierte Frau an mich herantrat. Ich fummelte durch einen Schlitz in meinem Talar, um mein Portmonnaie herauszuholen, weil ich dachte, sie sei eine Bettlerin. ‚Nein, nein‘, sagte sie. ‚Ich habe nur eine Frage: Sind Sie hier der Imam?‘ Ich antwortete: ‚Nun, auf eine gewisse Weise bin ich das – ich bin der Pastor.‘ Sie fuhr fort: ‚In diesem Fall sind Sie der richtige Mann. Gotthat mir in einem Traum befohlen zu der großen Kirche am Marktplatz zu gehen und den Imam nach der Wahrheit zu fragen.‘“ Sie wurde ein paar Monate später getauft. Siemon-Netto, der diese Geschichten erzählt, fährt fort:

Als nächstes hörte ich ähnliche Vorfälle von einem lutherischen Theologen, den Imame mitten in der Nacht in Ägypten aus demselben Grund durch seine Hintertür besuchten; ich hörte von einem katholischen Missionar, der in Algerien gearbeitet hatte, von einem Baptisten, dessen überraschende Besucher ihm erzählten, dass Christus ihnen in ihren Zelten in Saudi-Arabien erschienen war. Ein anglikanischer Priester sprach von Hunderten persischer Frauen, die nach Träumen an geheimen Bibelstunden in Teheran teilnehmen. Pastor Gottfried Martens in Berlin schätzte, dass mindestens zwei Drittel seiner persischen und afghanischen Konvertiten den Anweisungen einer „Lichtgestalt“ gefolgt waren, die sich ihnen als Jesus aus der christlichen Bibel vorstellte und nicht der „Isa“ aus dem Koran.

Nabeel Quereshi, ein pakistanischer MBB, erklärte dieses gemeinsame Muster mit Verweis auf den Islam: „Träume sind das einzige Mittel, über die ein Durchschnittsmuslim erwartet etwas direkt von Gott zu hören.“

Muslime, die aufgeschlossen genug sind die Bibel zu lesen, tendieren dazu von ihrem Kontrast zum Koran beeindruckt zu sein, besonders ihre Betonung der Liebe. Wasef erklärt: „Wenn sie die Bibel lesen, verändert sie das auf der Stelle. Das ist besser als jedes Gespräch oder jede Diskussion. Wenn ich mich hinsetze und mit Muslimen spreche, ist alles, was ich sage, aus der Bibel.“

Es gibt unter Muslimen ein weit verbreitetes Gefühl, das sogar von Forschung gestützt wird, die Muslime in Auftrag geben, dass Christen sich besser verhalten als Muslime, dass sie sich ironischerweise islamischer verhalten. In einem Interview von 2014, das mehr als 400.000-mal auf YouTube angesehen wurde, erklärt eine komplett verhüllte Frau, die ihren Namen als Shadya Sabir Hussein angibt, öffentlich im ägyptischen Fernsehen, dass sie „den Islam hasst“ und plant Christin zu werden; Grund sind die vielen Morde, die die Muslime begehen. Ein irakischer Gelehrter vermerkte, dass Probleme im Irak „viele unserer jungen Leute veranlasst haben zum Christentum zu konvertieren, nachdem sie den islam als terroristische Religion verunglimpften“. Die Krise Algeriens in den 1990-er Jahren hatte einen ähnlichen Effekt: all diese Toten im Namen des Islam führten viele dazu zu erklären: „Das Christentum ist Leben, der Islam ist Tod“.

Der Islamische Staat im Irak und Syrien (ISIS) hat druch seine Brutalität diesen Trend verstärkt. Omar, ein Verwalter der protestantischen Kirche, sagt aus: „Die meisten der Brüder hier konvertierten oder kamen zur Kirche als Ergebnis dessen, was ISIS ihnen und ihren Familien antat.“ Jasmin, ein Mechaniker, wurde von ISIS 2016 sechs Monate lang ins Gefängnis gesteckt, weil er die Grundlagen des Islam nicht kannte; während dieser Zeit zwang ihn ISIS den Koran zu lesen und folterte ihn: „Nachdem ich mit meinen eigenen Augen Zeuge ihrer Brutalität wurde, begann ich meinen Glauben infrage zu stellen.“ Er besuchte eine Kirche und „es dauerte nicht lange, bis ich entdeckte, dass das Christentum die Religion war, nach der ich suchte.“

Themen von Frieden und Gewalt spielen in den Geschichten der Übertritte eine große Rolle. Mark Durie informiert mich: „Nach meiner Erfahrung sind viele Mulsime aus mehrheitlich muslimischen Ländern stark traumatisiert und innerer Frieden ist ein ständiges Thema.“ Irans Geheimdienstminister Mahmud Alawi bestätigte das, als er die Motive der Konvertiten infrage stellte: „Wir suchen nach einer Religion, die Seelenfrieden gibt.“ Sadegh, heute Johannes, begann an seinem Glauben zu zweifeln, als er im Iran an der Universität studierte: „Ich stellte fest, dass die Geschichte des Islam sich völlig von dem unterschied, was uns in der Schule gelehrt wurde. Vielleicht, dachte ich, war er eine Religion, die mit Gewalt begann? Eine Religion, die mit Gewalt begann, kann Menschen nicht zu Freiheit und Liebe führen. Jesus Christus sagte: ‚Die zum Schwert greifen, werden durch das Schwert umkommen.‘ Das änderte meine Meinung.“

Persönlicher Kontakt mit Christen, die rechtschaffen leben, hat in den Bekehrungsgeschichten regelmäßig eine Rolle gespielt. Mohammed Eghtedarian wohnte sechs Tage lang bei einem Priester, was diesem die Möglichkeit gab ihm die Frage zu stellen, die sein Leben veränderte: „Hast du Frieden und Freiheit im Islam?“

Dann gibt es die praktischen Günde für Konversion. Dass der Islam und Muslime hinter dem Rest der Welt herhinken lässt einige Muslime sich w ünschen dadurch voran zu kommen, dass sie sich dem Christentum anschließen; sie haben das Gefühl sich damit dem modernen Team anzuschließen.

Schließlich kann der Übertritt aus der Erwartung materiellen Gewinns heraus erfolgen. Londons Daily Telegraph berichtet, dass einige „Rice Christians“ im Libanon „sagen, sie konvertierten, um von der großzügigen Hilfe  zu profitieren, die von christlichen Wohlfahrtsorganisationen verteilt wurden“ und erzählt die Geschichte von Ibrahim Ali, einem verarmten Syrer, dem die anglikanische Kirche Gottes in einem Vorort von Beirut „ein Bett, zwei warme Mahlzeiten am Tag und eine kleines monatliches Gehalt unter der Bedingung anbot, dass er ihren wöchentlichen Bibelstunden teilnimmt“. Ali erklärt, dass er aus praktischen Gründen konvertierte, so auch andere.

Bemerkungen

Vater Zakariya Botros

Drei Gedanken zum Prozess der Konversion. Erstens: Obwohl einige christliche Sprecher (Zakariya Botros, Jay Smith und David Wood) den Islam kritisieiren, hat das beschänkten Nutzen dabei für Muslime attraktiv zu sein. Jill Nelson paraphrasiert Waser: „Öffentliche Diskussionen zwischen Muslimen und Crhisten sind keine effektiven Mittel der Evangelisation und christliche Literatur ist in der Regel auch ineffektiv. … Erklärungen wie die von prominenten evanglischen Leitern, die den Islam als ‚böse‘ bezeichnen und die Mohammed kritisieren, haben auch die Tendenz Muslime vom  Christentum fernzuhalten.“ Victor Atallah vom Middle East Reformed Fellowship stimmt zu: „Wir müssen aufpassen Mohammed nicht zu verurteilen, sondern ihm vergeben.“

Zweitens: Traditionelle Missionierungsversuche von Westlern wie die Versorgung mit Bildung und die Kranken zu behandeln spielen eine überraschend unbedeutende Rolle dabei Konvertiten zu gewinnen. Radio- und Fernsehsendungen, manche gegründet und geleitet von MBBs, haben sie weitgehend ersetzt, darunter Radio Monte Carlo, SAT-7 International, METV, High Adventure Ministries, Voice of Christ Media und Middle East Reformed Fellowship. Eine algerische Zeitung erklärte die Rolle dieser Sender in Kabylie, der stärksten Berber (oder Amazigh)-Region Algeriens:

Die Gläubigen, die wir trafen, haben die Informationen bestätigt, die aus ihrer Sicht eine wichtige Rolle bei der Legitimierung christlicher Lehren gespielt haben. Wie Saïd – der zugab, viel Radio Monte Carol und besonders dessen bliebte Sendungen in Amazigh zu hören. Was Slimane angeht, so erklärte er: „80 Porzent der Gründe, die mich zum Crhistentum trieben, kamen von Radio Monte Carlo.“ Es gibt auch weitere Radiosender wie „Micracle Channel“ (SAT-7) und die meisten Gläubigen bestätigten, dass sie diese Sender höhren, die die christliche Botschaft in die Welt ausstrahlen.

Länderspezifische Sender iwe Aghapy TV für Ägypten oder Elam Ministries, Iran Alive Ministries, Mohabat TV und Nejat TV für den Iran haben ebenfalls einen beträchtlichen Effekt. Ansari erklärt über Mohabat TV: „Es scheint, dass ungefähr 16 Millionen Iraner innerhalb der letzten 12 Monate eine oder mehrere unserer Sendungen im Satellitenfernsehen und auch auf ihren mobilen Geräten angeschaut haben. Das sind umgerechnet etwa 20 Prozent der Bevölkerung des Iran.“

Drittens: Wenn Auslandsmissionare den ersten Funken lieferten, so treiben MBBs einen Großteil der aktuellen Evangelisierung von Muslimen voran. Das Christentum ist bei Gläubigen seiner Heimatregion wieder dynamisch geworden.

Fromme Betrüger

Manche Muslime konvertieren taktisch aus praktischen Gründen, besonders um in den Westen auswandern zu können. Ein Pastor der Church of God zitiert verzweifelte Muslime, die ihm sagen: „Taufe mich einfach, ich werde an wen auch immer glauben, einfach um hier wegzukommen.“ National Public Radio paraphrasiert Şebnem Köşer Akçapar von der Koç-Universität in Istanbul dahingehend, dass „nur wenige der Flüchtlinge echte Konvertiten sind. Andere nutzen die religiöse Verfolgung als Möglichkeit in den Westen zu kommen.“ Aiman Mazyek, Kopf des Zentralrats der Muslime in Deutschland, reagiert mit heftiger Skepsis auf die wachsende Zahl der muslimischen Konvertiten zum Christentum.

Einmal im Westen hat der Übertritt zwei Vorteile. Er kann die Aufenthaltsgenehmigung ermöglichen, da Regierungen (wie immer ihre theoretische Neutralität aussieht) manchmal christlichen Migranten den Vorzug geben; und es macht die Rückführung schwieriger, weil die Migranten Zuahause der Gefahr der Verfolgung wegen Verlassens des Islam ausgesetzt werden. So stellt Volker Kauder aus der Leitung der CDU heraus: „Sobald jemand dem Islam abgeschworen hat, egal ob er authentisch oder nicht zum Christentum konvertierte, kann er wegen Abfall vom Glauben verfolgt werden. Wenn es um politische Verfolgung geht, dann kümmert die Verfolgenden die Glaubwürdigkeit eines Übertritts nicht.“

Persische und deutsche Flugblätter in den Kirchenbänken der evangelisch-lutherischen Dreieinigkeitskirche in Berlin, September 2016 (© Daniel Pipes)

Entsprechend haben mehr als ein paar wenige Konvortiten fragwürdige spirituelle Referenzen. Rick Robinson von der United Pentecostal Church in der Türkei akzeptiert, dass viele seiner Gemeindeglieder vielleicht nicht als wirklich ernste Gläubige zu ihm kommmen: „Es könnten sogar einige dabei sein, die nur für den Flüchtlingsstatus mit der Hilfe anfangen.“ Gottfried Martens, der Persisch sprechende Pastor der evangelisch-lutherischen Dreieinigkeitskirche in Berlin, gibt zu, dass er nicht weiß, welche Konvertiten überzeugt sind und welche taktisch: „Ich weiß, es kommen – immer wieder – Menschen hierher, weil sie eine Art Hoffnung bezüglich ihres Asylantrags haben.“ Vesam Heydari, ein Mitglied dieser Kirche, gesteht ein: „Die Mehrheit der Iraner hier konvertieren nicht aus Glauben. Sie wollen nur in Deutschland bleiben.“ Die Gemeinde von Pastor Hugo Grevers in Leipzig besteht zu einem Drittel aus ehemaligien iranischen Muslimen; er gibt zu: „Es gab Gelegenheiten, da waren wir sehr, sehr enttäuscht. Wir unterstützten sie Jahre lang, sie hatten die Gerichtsverhandlung und einen positive Antwort – und am selben Tag trennten sie sich von uns.“ Aber er stellt fest, dass es nur wenig völlig falsche Übertritte gibt, besonders seit Pastoren Protokolle zu Identifizierung von Betrügern eingeführt haben.

Generell sollte man die Zahl der Betrüger nicht überschätzen. Berlins Martens beobachtet, dass „es im Moment wirklich eine Art christliches Erwachen im Iran in ziemlich großer Dimension gibt. Menschen, die zu uns kommen haben bereits diese Kontakte mit Hauskirchen und mussten deshalb fliehen.“

Muslimische Anschuldigungen

In Sorge wegen „einer christlichen Welle“, beobachtet Joel Rosenberg, „werden Muslimführer nervös und wütend.“ Sie konzentrieren sich auf fromme Betrüger und beschulidgen alle Konvertiten die Religion wegen persönlicher Vorteile zu tauschen – wegen Finanzen, einer Arbeit oder einem Visum. Das hat den praktischen Vorteil sowohl MBBs zu diskreditieren als auch sich selbst zu entlasten. Solche Vorwürfe sind besonders in Örtlichkeiten wie dem nördlichen Irak und Algerien üblich, wo Übertritte von Kurden und Berbern ungewöhnlich zahlreich sind.

Bald nach der von den USA angeführten Invasion des Irak 2003 warnte Abdallah al-Turki, Generalsekretär der Muslim World League, dass „nichtmuslimische Organisationen“ (heißt christliche Missionare) den Irak betreten hätten, „um ihre Aktivitäten unter dem Mantel humanitärer Hilfe zu beginnen“ und warnte vor „den Gefahren, die sich daraus für Muslime ergeben“. Ahmed al-Shafie von der Union mulimischer Gelehrter in Sulaymaniye (Irak) verurteilte einen angeblich geheimden Zustrom christlicher Missionare: „Wir verurteilen diese skandalöse Tat gegen den Islam und die Muslime, die demonstriert, dass es versteckte Hände mit ausländischen Absichten gibt, die daran arbeiten die Gesellschaft dieses Landes zu zerstören.“ Eine weitere muslimische Persönlichkeit in Sulaymaniye wiederholte die Anschuldigung 2007: „Missionare nutzen die harte wirtschaftliche Lage, die diese Jugendlichen in diesen Bereichen erfahren, da sie arbeitslos und fast depressiv sind. In einigen Fällen wollen die Jugendlichen ins Ausland gehen und [Konversion zum Christentum] ist ein einfacher Weg ihren Traum zu erreichen, weil sie sagen können, dass sie bedroht werden und eine sichere Zuflucht brauchen.“

Mohammed Aissa vom algerischen Religionsministerium

2006 behauptete, Mohmmed Aissa, ein Vertreter der algerischen Religionsministeriums, christliche Missionare würden Muslime mit solchen Angeboten locken und „von der Verwirrung Jugendlicher profitieren, um sie zu bekehren“. (Er hielt auch fest, dass „zahlreiche Jugendliche Buße tun, zum Islam zurückkehren“.) Im selben Jahr verabschiedete Algeriens Regierung ein Gesetz, dass jedem verbietet, „einen Muslim zu drängen oder zu zwingen oder zu verführen zu einer anderen Religion zu konvertieren“, was mit 2 bis 5 Jahren Gefängnis und einer Geldstrafe von €5.000 bis €10.000 bestraft wird. Zwei muslimische Konvertiten zum Christentum wurden 2008 unter diesem Gesetz zu zwei jahren Gefängnis und €5.000 Geldstrafe wegen „Missionierung und illegaler Praktizierung einer nicht-islamischen Religion“ verurteilt.

Als Christ leben

MBBs zu gewinnen ist die Hälfte des Kampfes; sie dazu zu bringen Christen zu bleiben die andere Hälfte. Eine Studie von Julia Sianturi zu Rückkehrern in den Islam in Indonesien stellte mehrere Faktoren fest, die ihr Handeln antreiben:

Starke Bindung zu ihrer Familie und tiefe islamische Wurzeln scheinen die führenden Hauptursachen für ihre Entscheidung zu sein zum Islam zurückzukehren. Diskriminierung durch die umgebende Gemeinschaft und die Göttlichkeit Jesu könnten Einfluss auf ihre Entscheidungsfindung haben. Und ihre Enttäuschung gegenüber der pastoralen Ethik lassen Bedenken wegen ihrer Auswirkungen auf die Wahrnehmung der Kirche und des Christentums durch die MBBs aufkommen.

So groß diese Schwierigkeiten sind, Andrew van der Bijl und Al Janssen geben zu, dass „ mindestens die Hälfte aller muslimischen Konvertiten [zum Christentum] zum Islam zurückkehren.“ Um das Thema anzugehen schrieb Duane Miller ein Buch mit Ideen, wie nie da gewesene Zahlen an MBBs „ein neues und willkommen heißendes Heim“ geboten werden kann.

Konvertiten, die Christen bleiben, sehen sich verschiedenen herausfordernden Alternativen gegenüber:

1. Sie können ihre Konversion verschweigen, indem sie sie komplett verheimlichen und weiter mit der Erscheinung und den Gewohnheiten eines Muslims auftreten. Viele, hält Nelson fest, ziehen weiter „traditionelle muslimische Kleidung an, um die Konsequenzen ihrer Konversion zum vermeiden“. In einige Fällen scheinen sie sobar die Unzahl islamischer Bräuche und Rituale beizubehalten. Aber das bedeutet Leiden durch tiefe Einsamkeit und moralisches Versagen. Der Druck kann unerträglich werden.

2. Sie können die Glaubenswechsel verkünden (oder sich einem engen Verwandten oder Freund anvertrauen, der, von der Nachricht empört, das Vertrauen des Konvertiten missbraucht), was dazu führt, dass die Welt der MBBs auf den Kopf gestellt wird. Sie sehen sich unablässigem und manchmal gewalttätigem Druck von Familie, Gesellschaft und Regierung, einem Gefühl der Isolation und Einkommensverlust ausgesetzt. Sie können ihre muslimische Identität nicht verlassen. Sei könnten zwangsweise wegen Geisteskrankheit behandelt werden. Wenn nur ein Ehepartner konvertiert, können Ehen aufgelöst und der Kontakt zu den Kindern verloren werden. In mehrheitlich muslimischen Ländern lehnen Behörde es typischerweise ab Übertritte vom Islam weg anzuerkennen, was die MBBs rechtlich als Muslime gefangen bleiben lässt; weibliche Konvertiten, die nur Mitmuslime heiraten dürfen, weil ihre Personalausweise sie als Mulime führen, sind darauf beschränkt männliche MBBs zu heiraten. Ironischerweise meiden als Christen Geborene die MBBs und etablierte Kirchen lehnen sie ab, weil sie vorsichtig sind und nicht beschuldigt werden wollen an ihrem Übertritt beteiligt zu sei und entsprechend bestraft zu werden. Ein Priester drückte es auf grausame Weise so aus: Konvertiten „müssen über ihren Glauben an unseren Herr schweigen, sonst werden alle leiden.“

3. Umzug in eine andere Stadt, um einen Neustart als als Christen Geborene zu haben, bedeutet die Familie zurückzulassen, eine neue soziale Beziehung zu beginnen und ein ruhiges Leben zu gewinnen, während man Angst davor hat erkannt oder entlarvt zu werden.

4. In nicht mehrheitlich muslimische Länder auszuwandern mag wie die perfekte Lösung aussehen, ist es aber nicht. Jenseites der Strapazen sein Leben neu aufzubauen, in der Regel mit einer neuen Sprache, kann sich islamischer Druck selbst dort unerbittlich fortsetzen. Einige MBBs haben weiter Angst vor den Regierungen in ihrer Heimat und leben daher in „einer Atmosphäre, die mit überwältigendem Misstrauen befrachtet ist“. Ein Konvertit hält fest: „Vielleicht ist jemand innerhalb der Kirche einer von ihnen.“ Entsprechend „sind Flüchtlinge darauf bedacht sich von anderen fernzuhalten und enthüllen niemals Informationen über ihre Fälle oder die Details ihres Lebens in der Heimat“. Frauen sehen sich besonderen Problemen gegenüber. Das European Centre for Law and Justice (Europäisches Zentrum für Gesetz und Recht) stellt zu Frankreich fest: „Einem beträchtlichen Anteil der konvertierten Frauen wird mit Zwangsverheiratung gedroht, in die Herkunftsländer ihrer Eltern zurückgeschickt zu werden oder ausgesondert zu werden, solange sie nicht zum Islam zurückkehren. In unregelmäßigen und zunehmend seltenen Fällen werden Konvertiten von Islamisten gelyncht und sogar getötet.“ Folglich gehen die Angst und Einsamkeit weiter.

Fazit

Beträchtliche freiwillige Übertritte von Muslimen zum Christentum laufen auf eine historische Neuheit hinaus, die eine ehrwürdige Unausgewogenheit verändert, in der der Islam fast ausnahmslos Gäubige auf Kosten der Christenheit abwarb. Diese Wende hat möglicherweise große Folgen dafür, wie Muslime sich selbst und ihre Religion betrachten; das aus den Einweg-Konversionen stammende traditionelle Selbstvertrauen gilt nicht mehr. Wird etwas anderes es ersetzen? Oder wird diese Verwundbarkeit das muslimische Vertrauen untergraben? Die Konsequenzen sind tiefgreifend.

Konversionen zum Christentum wiederum machen einen Teil eines großen Schritts weg vom Islam aus; einen, der auch Konversionen zu anderen Religionen (besonders zum Zoroastrismus bei Kurden und Hinduismus bei Indern; auch Judemtum und Buddhismus ziehen Konvertiten an) sowie die Annahme von Götterglaube und Atheismus einschließt. Zusammen stellen diese miteinander in Zusammenhang stehenden Trends eine selten bemerkte, aber bedeutsame Entwicklung dar, die weit geht, um den weithin festgestellten islamistischen Aufschwung des letzten halben Jahrhunderts zunichte zu machen, die diesen Aufschwung sogar rückgängig machen könnte.

Wo der Sänger so war

Der größte Friedensfreund des muslimischen England hat nach eigener Aussage „niemals eine Terrorgruppe oder sonst irgendeine Gruppe unterstützt, die etwas anders als Wohltätigkeit tut und gut für die Menschheit ist“. Das ist sehr lobenswert. Denn jetzt wissen wir, dass Gruppen wie die Muslimbruderschaft, die Hamas, der Palästinensische Islamische Jihad, die Baathisten der Version Saddam wie Assad, George Habaschs Volksfront für die Befreiung Palästinas, die Demokratische Front für die Befreiung Palästinas und Gruppen aus dem Jemen, Pakistan, Algerien und Syrien, die in Verbindung mit al-Qaida stehen, sowie diese Truppe selbst allesamt nichts Unfriedliches im Sinn haben und ausschließlich Suppenküchen, Krankenhäuser und Sozialdienste betreiben.

Woher wir das wissen? Ganz einfach: Anfang der 1990-er Jahre nahm der ehemalige Cat Stevens an einer einschlägigen Konferenz im Sudan teil, die von einem gewissen Hassan al-Turabi veranstaltet wurde, der sozialpolitisch unproblematische Sachen von sich zu geben pflegt wie: „Amerika verkörpert für Muslime den Teufel. Wenn ich ‚Muslime’ sagte, dann meine ich alle Muslime der Welt.“

Eine Folge dieser Konferenz war, dass der Chefterrorist der Hisbollah, Imad Mugniye, die Selbstmord-Bomber der al-Qaida lehrte hoch entwickelte LKW-Bomben zu bauen. Einige der von ihm geschulten Terroristen verübten die Anschläge auf die US-Botschaften in Kenia und Tansania im August 1998.

Wer an einer solchen Konferenz teilnimmt – selbst, wenn nur als (passiver) Rezipient – der hat wohl diesen Organisationen nicht ablehnend gegenüber gestanden. Und wenn er heute noch kein kritisches Wort über sie verlieren mag, dann muss davon ausgegangen werden, dass der Sängerknabe das alles weit gehend in Ordnung findet, was die Truppen so treiben.

Wie friedfertig ist also dieser Terroristen-Seminarist wirklich?

Was sind moderate Muslime?

Wenn man danach geht, was der Konvertit „Yusuf Islam“ alias Pop-Ikone Cat Stevens der New York Times zu sagen hatte, dann erkennt man sie daran, dass sie auf keinen Fall gegen Terroristen Stellung nehmen, sondern über Frieden reden und Reportern vorwerfen sie würden aggressive Fragen stellen.

Das Interview endete folgendermaßen:

Bei all Ihrer Ergebenheit zu Bildung und guten Taten haben Regierungsvertreter in verschiedenen Ländern versucht Sie mit extremistischen Gruppen in Verbindung zu bringen, darunter der Hamas. Was denken Sie von der Hamas?
Das ist eine extrem aufgeladene Frage.
Können Sie versuchen sie zu beantworten?
Ich habe niemals eine Terrorgruppe oder sonst irgendeine Gruppe unterstützt, die etwas anders als Wohltätigkeit tut und gut für die Menschheit ist.
Okay, aber viele von uns hier in den Staaten würden gerne sehen, dass moderate Muslime sich stärker anstrengen, um den extremistischen Rand des Glaubens zu verurteilen. Sehr wenige Mainstream-Muslime haben öffentlich ihre radikalen Brüder kritisiert.
Wenn ich kein Beispiel dafür bin, dann sagen Sie mir: Wer ist es?
Würden Sie also sagen, dass sie für eine Terrorgruppe wie die Hamas Verachtung empfinden?
Ich würde dieses Wort nicht in den Mund nehmen. Ich würde zu diesem Thema gar nichts sagen. Ich bin hier, um über Frieden zu reden. Ich bin ein Mann, der für diese Welt Frieden will und ich denke nicht, dass man das erreicht, indem man Leute in Ecken drängt und ihnen sehr, sehr schwierige Fragen zu sehr strittigen Themen stellt.

Halten wir fest, was der „moderate“ Sänger bestimmen will: Zu Terrorgruppen sollten Muslime sich nicht äußern. Wer ihnen Fragen stellt, die mit den Terroristen zu tun haben, besonders solche, die eine Verurteilung dieser Terroristen nahe legt, ist unverschämt. Die Moderatheit und Friedensliebe von Muslimen in Frage zu stellen, sowieso.

Von moderaten Muslimen zu verlangen sich gegen die Terroristen zu stellen, ist also nicht statthaft. Es zeugt von der aggressiven Ignoranz der Ungläubigen, die sich gefälligst ihrer Rolle als minderwertige Zeitgenossen zu fügen haben. Und offenbar gehören Muslime, die das anders sehen und Terroristen verurteilen, vom wahren Glauben abgefallen. Muslime kritisieren andere Muslime nicht. Basta.

Ein „Moderater“ wie dieser Sänger macht sich auf diese Weise zum Helfer des Terrors. Weil er sich nicht gegen die Gewalt seiner Glaubensbrüder ausspricht, sondern denen Vorwürfe macht, die sich gegen die Terroristen stellen, unterstützt er die Mörder. So friedlich, wie „Yusuf Islam“ sicht gibt, ist er nicht. Er ist ein Wolf im Schafspelz. Aber wehe, man sagt ihm das!