Die Westmauer und die Juden: Mehr als ein Jahrtausend Gebet

Nadav Shragai, Jerusalem Center for Public Affairs (Jerusalem Issue Brief, Bd. 20, Nr. 16), 29. Juli 2020

Juden beten an der Klagemauer in Jerusalem; von Johann Martin Bernatz (Osmanisches Archiv, 1868)

Vor dem Hintergrund der jordanischen Verurteilung Israels wegen Arbeiten, die von Israel an der südlichen Verlängerung der Westmauer ausgeführt werdn, sowie der muslimischen Leugnung der jüdischen Verbindung zur Westmauer veröffentlichte Nadav Shragai, ein Forscher am Jerusalem Center, diese Sammlung vergessener und weniger bekannter Fakten zur Westmauer, die Muslime versuchen zu bestreiten.

  • Nach der Zerstörung des Tempels beteten Juden auf dem Tempelberg, auf dem Ölberg, an den östlichen und südlichen Mauern und schließlich – als Jerusalem wieder offen war – kehrten Juden an die Westmauer zurück, die dem Allerheiligsten am nächsten liegt.
  • Die aktuelle Gebetsort an der Westmauer wurde nach einem Erdbeben im Jahr 1546 eingerichtet, durch das eine Reihe Gebäude einstürzten, die sich an die Mauer schmiegten und zugunsten einer kurzen Gebetsgasse für Juden weggeräumt wurden, die mit Genehmigung der osmanischen Obrigkeit genutzt werden durfte.
  • Die zentrale Synagoge für die Juden in Jerusalem, „die Höhle“, befand sich viele Jahre innerhalb der Tunnel der Westmauer, bis die Stadt 1099 in die Hände der Kreuzritter fiel.
  • Der jüdische Gelehrte Yitzhak Yehekiel Yehuda sammelte Dutzende Zeugenaussagen jüdischen Gebets zu vielen Zeitpunkten, beginnend im Jahr 950 n.Chr. Sie wurden 1930 der britischen Westmauer-Kommission vorgelegt und bezeugten die jüdische Verbindung zu dem Ort.
  • Eine von Dr. Aryeh Kimelman erstellte, wertvolle neue Studie verrät, dass parallel zu den Gebeten in der „Gasse“ an der Westmauer, die später ausgeweitet wurde, um der Platz der Westmauer zu werden, Juden an verschiedenen Orten an der gesamten Länge der Mauer beteten, zum Beispiel nahe dem Baumwollhändler-Tor, dem Ratstor und dem Eisentor.
  • Heute bestreiten Muslime die jüdische Verbindung zum Tempelberg, ebenso wie sie jegliche jüdische Verbindung zur Westmauer bestreiten. Sie beanspruchen den gesamten Bereich des Tempelbergs als „Teil der al-Aqsa“.
  • Nach 1967 weiteten die Muslime die Definition von „al-Aqsa“ über die südliche Moschee auf dem Berg hinaus aus und wandten sie auf das gesamte Gelände und seine Mauern an.
  • Während der 19 Jahre der Besatzung Ostjerusalems verletzte Jordanien eine Zusage Juden das Gebet an der Westmauer zu gestatten.

Am 14. Januar 1546 traf ein schweres Erdbeben das gesamte Land Israel. Hunderte Menschen wurden getötet und verletzt. Viele blieben obdachlos zurück. Das Erdbeben war so stark, dass der Jordan drei Tage lang nicht weiter floss. Gesteins- und Bodenerosion blockierte vorübergehend das Flussbett. Eine hohe Tsunamiwelle traf den Hafen von Jaffa. In Hebron und Jaffa wurden schwere Schäden dokumentiert. Jerusalem wurde ebenfalls beschädigt: Einige der Tore der Altstadt wurden zerstört und die Glocke in der Grabeskirche stürzte herab. Das Erdbeben brachte vielen Häusern Tod und Trauer, aber es hatte eine weitere historische Folge, die einen entscheidenden Einfluss auf die Geschichte Jerusalems und das Leben des jüdischen Volkes hatte.

Der Archäologe Prof. Dan Bahat vermerkt in seiner aktuellen Forschungsarbeit, dass dieses zerstörerische Erdbeben tatsächlich den Ort bestimmte, an dem Generationen von Juden Jahrhunderte lang zum Gebet gingen, den zentralen Bereich des Gebets am Fuß der heiligen Westmauer. Das schwere Erdbeben zerstörte eine Reihe alter Gebäude, die an die Westmauer des Tempelbergs gelehnt errichtet worden waren. Die Beseitigung der Ruinen erweiterte die beschränkten Bereiche der Westmauer um etwa 488 Meter; dort hatten Juden 500 Jahre lang, etwa seit dem Jahr 1000 gebetet.

Ein Luftbild des Mughrabi-Viertels, das 1967 zum Westmauer-Platz werden sollte. Die Gebetsgasse an der Westmauer ist in Gelb gekennzeichnet. (Graf Zeppelin, 1931)

Plötzlich, nach Jahren des Zubauens vieler Teile der Westmauer mit muslimischen Bauwerken, zumeist denen der Mameluken, wurde ein enger und leerer Platz am Fuß der Westmauer geschaffen, der der Teil der Tempelberg-Mauern ist, von dem man annimmt, dass er dem Allerheiligsten am nächsten liegt. Die Juden beeilten sich diesen Bereich für ihre Gebete zu nutzen. Später wurde der Bereich als „Gasse an der Westmauer“ bekannt und nach dem Sechstage-Krieg zum „Westmauer-Platz“ gemacht, den Israel 1967 als großen, offenen Bereich für jüdische Beter vorbereitete.

Heute, am Vorabend von Tischa B’Av, dem nationalen Trauertag des jüdischen Volks, bieten wir diese Studie der uralten Traditionen der Juden nahe der Westmauer des Tempelbergs an. (Die Westmauer ist auch als „Überbleibsel des Tempels bekannt, obwohl sie nicht die westliche Mauer des Tempels selbst ist, sondern nur die Westmauer des den Tempelberg haltenden Mauer.)

Die Südwest-Ecke des Tempelberg-Geländes; das Bild zeigt die westliche und südliche Umfassungsmauer. (Robertson and Beato, circa 1860)

In den letzten Jahren beanspruchen arabische Quellen den Begriff „al-Aqsa“ nicht mehr als Beschreibung der Moschee, die auf dem Südende des Berges gebaut ist, sondern den gesamten Berg einschließlich der Westmauer. In Publikationen der palästinensischen Autonomiebehörde und im PA-Fernsehen sowie in Äußerungen palästinensischer Kleriker werden nicht nur die jüdische Verbindung zum Tempelberg und der Tempel bestritten, sondern jetzt auch die zur Westmauer. Das liefert auch den Hintergrund der jetzigen Beschreibung der Westmauer durch die Jordanier: „Die Westmauer der Al-Aqsa-Moschee“.

Göttliche Präsenz (Schechinah) im Westen

Der Archäologe Dan Bahat war nicht der Erste, der den Ort der Zerstörung der Häuser, die einst vor der Westmauer standen, mit dem Ort verband, der schließlich die Hauptgebetsort für die Juden am Fuß der Westmauer ausgewiesen wurde. Der erste, der im 19. Jahrhundert diese Hypothese vorlegte, war der britische Archäologe Charles Warren, der in den Jahren 1867 bis 1870 archäologische Grabungen in Jerusalem durchführte. Warren schreibt:

Man weiß, wo sie sich in den frühen Tagen nahe der Westmauer versammelt haben; wahrscheinlich nicht nahe dem gegenwärtigen Ort der Klage, denn wir finden Zeichen gewölbter Räume, die vor der Westmauer gebaut wurden; und wahrscheinlich erst, nachdem diese Gebäude zerstört waren oder von Menschen zerstört wurden. Den Trauernden wurde die Gelegenheit gegeben die Westmauer zu erreichen. (Der israelische Forscher Avraham Mosche Lunz verweist in seinem Artikel „Western Wall of the House of God’s“ 1914 ebenfalls auf diese Möglichkeit.)

Aber die geografischen und historischen Gründe für das Gebet von Juden an der Westmauer sind zweitrangig: Die Heiligkeit der Westmauer, stärker als jede andere Mauer des Tempelbergs, entstammt in erster Linie halachischen und religiösen Gründen, in die Midraschi (biblische Exegese antiker judäischer Autoritäten) und Legenden gewoben waren. Diese talmudische Zusammenstellung war für einen 1.700 Jahre alten Prozess zentral, der die Westmauer zu allem machte, was sie heute ist: ein Zentrum der Aufmerksamkeit für das jüdische Volk, ein Symbol seiner uralten Existenz, ein Zentrum der Sehnsucht und ein Zentrum des Gebets für den Einzelnen und vieler um Erlösung und den Bau des Tempels.

Die Westmauer befindet sich näher als jede andere Mauer des Tempelbergs an der angenommenen Stelle des jüdischen Allerheiligsten unter dem Felsendom, der auf dem westlichen Teil des Berges steht (gemäß den Einschätzungen der meisten Forscher). Die Nähe der Westmauer zum angenommenen Ort des Allerheiligsten hat viele Generationen lang konkrekt dem Konzept einer „göttlichen Präsenz im Westen“ (Schechina) Ausdruck gegeben, die in vielen jüdischen Quellen auftaucht, besonders in den Midraschim. Im „Midrasch Tanhuma“ zum Beispiel bewegte sich die Schechina (göttliche Präsenz) nie von der westlichen Mauer des Tempels weg und auch in Bamidbar Rabbah wird darauf verwiesen – „Hier steht sie hinter unserer Mauer, es ist die westliche Mauer des Tempels, die niemals zerstört wurde, die Schechinah im Westen.“

Unter den Kommentatoren gibt es eine Auseinandersetzung darüber, an welche Westmauer diese Midraschim und andere Quellen, über die vor 1.500 Jahren geschrieben wurde, sich bezogen. Zur Westmauer des Tempels? Oder zur Westmauer (Stützmauer) des Tempelbergs? Es gibt aber keine Auseinandersetzung darüber, dass nach der Zerstörung des jüdischen Tempels auf dem Tempelberg, als der Ort der Westmauer auf dem Tempelberg selbst verschwand, das jüdische Volk die Westmauer (Stützmauer) des Tempelberggeländes weihte. Im Gegensatz zu der Version des Islam und vieler Gelehrter von heute haben die Juden eine innige Verbindung zur Westmauer und beteten vor dem Erdbeben viele Jahrhunderte am Fuß der Kotel. Bahat, Warren und Lunz mögen das Erdbeben als den geografischen Grund für die folgerichtige Erweiterung identifizieren, die aus der Westmauer-„Gasse“ den zentralen Ort jüdischen Gebets machte, aber hinter der Geschichte steckt mehr.

Noch bevor die enge Gebetsgasse für sie hergerichtet wurde, besuchten Juden die Westmauer, zusammen mit vielen anderen Orten. Die muslimische Eroberung erlaubte es den Juden nach Jerusalem zurückzukehren, nachdem sie von den Römern und Byzantinern vertrieben wurden. Bis dahin und 700 Jahre nach der Zerstörung des Tempels hindurch beteten Juden an vier Orten: auf dem Tempelberg selbst, auf dem Ölberg (östlich des Tempelbergs mit Blickrichtung zum Tempelberg), am Fuß der östlichen Mauer des Tempelbergs und später an der südlichen Mauer des Tempelbergs, wo sich die Haupteingangs- und Ausgangstore des Tempelbergs befanden, darunter das Huldah-Tor.

Die Südmauer des Tempelbergs mit dem verschlossenen „Dreifachtor“ (1900, Library of Congress)
Luftbild des Tempelbergs von Süden mit der südlichen Mauer, dem Felsendom und der Al-Aqsa-Moschee. Der Pfeil links zeigt auf die Westmauer (1950, Library of Congress)

Beweise aus der Geniza von Kairo

Viele Male, besonders im Mittelalter, hinterließen jüdische Besucher in Jerusalem Gravuren ihrer Namen und verschiedene Inschriften auf den Mauern und Jahre später wurden diese Gravuren entdeckt und von Forschern und Archäologen dokumentiert. Die erwähnte muslimische Besatzung brachte die Juden Jerusalem und der Westmauer allmählich näher und näher und die Juden bauten eine Synagoge im Grund unter dem Warren-Tor nahe der Westmauer des Tempelbergs, an der Stelle, die dem Allerheiligsten am nächsten ist.

Diese Synagoge, die nach Angaben einiger Forscher mit der Synagoge identifiziert wird, die man als „Die Höhle“ kennt, wurde offenbar viele Jahre als Hauptsynagoge der Juden Jerusalems genutzt, bis die Stadt 1099 an die Kreuzfahrer fiel. Das Warren-Tor, wo die Synagoge „Die Höhle“ sich befand, wird nach Aussage einer der Hypothesen „Scha’ar Yehuda“ im Gebet „Siwuw HaShaarim“ (Um die Tore herum) erwähnt – ein uraltes Gebet, dessen verschiedene Versionen als Teil des Lernens der „Geniza von Kairo“ entdeckt wurde – ein Gebet, das bis heute von einem jüdischen Betenden gesprochen wird, der um die Tore des Tempelbergs geht.

Jüdische Betende an der Westmauer, foto von Mendel Diness (circa 1859, Harvard)

Belege für jüdisches Gebet am Fuß der Westmauer des Tempelbergs sind seit 950 bis 980 n.Chr. vorhanden. Die Beweise erscheinen in dem Buch des jüdischen Gelehrten Yitzhak Yehezkiel Yehuda, der sie darin zu Beginn des 20. Jahrhunderts zusammenstellte. Die Führung des jüdischen Jischuw nutzte diese Sammlung an Gebeten während der Diskussionen mit der britischen Westmauer-Kommission, die eine Ermittlung durchführte, die den „Konflikt um die Westmauer“ und die Ereignisse untersuchte, die 1929 und 1930 folgten. Der „Konflikt um die Westmauer“ und das Massaker an den Juden 1929 fand im Kontext ständiger Schikane durch Muslime gegen jüdisches Gebet an der Westmauer sowie muslimischer Hetze, die Juden der Planung zur Zerstörung der Moscheen auf dem Tempelberg beschuldigte und sich nicht mit Gebet an der Westmauer zufriedenzugeben.

Yehezkiels Buch (vom Nahost-Forscher Prof. Yoel Yosef Rivlin, dem Vater des derzeitigen Präsidenten Reuven Rivlin, editiert und Korrektur gelesen) legt Dokumentationen vor, die zeigen, dass jüdisches Gebet an der Westmauer mehr als eintausend Jahre stattfand, im Gegensatz zu den muslimischen Behauptungen, dass dies ein neues Phänomen ist, nur ein paar hundert Jahre alt. Die erste in Yehezkiels Studie festgehaltene Aufzeichnung ist die des Gouverneurs (Naggid) Paltiel (gest. 976 n.Chr.) und seines Sohnes Schmuel, angeführt in der Genealogie des Poeten Ahimaaz ben Paltiel (in der Chronik von Ahimaaz). Die Rolle beschreibt unter anderem, wie man vor tausend Jahren „Geld für Öl zum Anzünden von Kerzen an der Westmauer“ schickte. Nach Angaben der Chronik ist klar, dass dies eine Synagoge ist, die an die Westmauer angelehnt ist. Der Reisende, Benjamin von Tudela, bezeugte 1167 die Existenz der Westmauer, die damals auch „Gnadentor“ genannt wurde, als einen Ort, an den Juden zum Beten kamen.

Weitere Aussagen kamen aus der Zeit der Kreuzfahrer über jüdisches Gebet nahe der Westmauer von Yaakov, Sohn von Rabbi Netanel HaCohen, gefolgt von anderen Zeugnissen von Schmuel ben R. Schimschon (1210), Menachem ben Peretz von Hebron (1215), einem der Schüler des Nachmanides (1310), Ischton Haparchi (1313), Isaak Chelo (1393, Eliyahu von Ferrara (1435) „dem unbekannten Reisenden“ (1495), Rabbi Israel Aschkenazi (1520), Rabbi Isaak ben Meir Latif (1531), Schimschon Bek (1584) und vielen anderen.

Gebet früher auch an der „Kleinen Mauer“

Diese Liste des Forschers Yitzhak Yehezkiel Yehuda, die die Allgemeinheit heute nicht kennt, ist für unseren Fall wichtig, weil viele Muslime abgesehen von der Leugnung der jüdischen Verbindung zur Westmauer behaupten, es sei eine Erfindung der letzten 400 bis 500 Jahre. Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, stellen selbst nichtmuslimische Forscher diese Behauptung auf. Yehezkiels Recherche, gestützt auf die historischen Aufzeichnungen, zeigt, dass Gebet an der Westmauer mindestens eintausend Jahre zurückreicht. Davor wurde Juden der Zugang auch von den Kreuzrittern, den Byzantinern, den Römern und sogar den großzügigeren muslimischen Herrschern verboten.

Die „kleine Westmauer“ (Nadav Shragain)
Die „Kleine Kotel“ Kotel HaKatan), fotografiert 1865 von Sgt. James McDonald (Palestine Exploration Fund). Vergleichen Sie die Gravuren auf dem Bogen links mit dem zeitgenössischen Foto oben.

Eine weitere wertvolle Studie, deren Zusammenfassung wir hier vorlegen, wurde von Dr. Aryeh Kimelman vorbereitet, einem Experten für die Geschichte Jerusalems und außergewöhnlicher Forscher der Geschichte und Mysterien des Tempelbergs. Diese Studie ist noch nicht offiziell veröffentlicht, aber mit diesem Autor bereits geteilt worden. Hier sind einige Beispiele dafür, wo Juden an der Westmauer gebetet haben, abgesehen von der bekannten „Gasse“ bzw. „Plaza“, der Or Chadasch-Synagoge nahe dem Mischgiach-Tor, der Kleinen Westmauer nördlich des Eisentors, Beit Danon nebenan, dem Haus von Mendel Rand im Baumwoll-Händler-Markt am Tempelberg, dem Baumwoll-Tor selbst, nahe dem Ketten-Tor, im Haus von Rabbi Akiva Yosef Schlesinger nahe dem Westtor (Mughrabi-Tor), südlich von diesem Tor und nahe der Südwestecke des Tempelbergs sowie in der Synagoge im Hof von Rabbi Fischel Lapin nahe dem Majlis-Tor. Der Archäologe Prof. Dan Bahand kommentiert dieselbe Sache in den Briefen der „Geniza“, die von den Juden in den 1930er- Jahren dem „Westmauer-Komitee“ als Beweis vorgelegt wurde, deutete die Präsenz der jüdischen Beziehung zur Westmauer an, verweisen aber nicht, wie sie fälschlich glaubten, auf den Bereich der bekannten Gase, sondern auf eine weiter nördlich gelegene Gebets-Stelle nahe der Westmauer, direkt vor dem Allerheiligsten.

Gemälde des Baumwollhändler-Tores zum Tempelberg von Gustav Bauernfeind (Wikipedia, 1886)
Eine Vergrößerung des Bauernfeind-Gemäldes zeigt jüdische Betende mit Gebetsschals (talitot) und traditionellen Kopfbedeckungen.

Der israelische Forscher Chaim Bar-Droma stellte zudem fest, dass „die Juden die gesamte Westmauer vom Kettentor bis zum Baumwolllhändler-Torl im westlichen Viertel (dem heutigen Mughrabi-Tor) am Rand der Mauer in der Südwest-Ecke und darüber hinaus behaupteten“. Juden, sollte festgehalten werden, beteten auch im unteren Stockwerk des Machkema-Gebäudes (Al-Madraa al-Tankiz/Gebäude der Weisheit), das in der Zeit der Mamelucken gebaut wurde, an einer Stelle im Viertel, die damals als „Kleine Westmauer“ bekannt war. Heute ist dieser Name als die Stelle bekannt, die im Zentrum des muslimischen Viertels liegt, 175 Meter nördlich des bekannten Gebetsplatzes.

„Muslimische Westmauer“

In früheren Jahren erkannten Imame zumindest de facto die jüdische Verbindung zur Westmauer und ihr Recht dort zu beten an. In den letzten Jahren jedoch ist die Westmauer einem Prozess der „Islamisierung“ unterzogen worden und wird als exklusives Eigentum der Muslime betrachtet. Muslimführer in unserer Generation bestreiten jegliche Heiligkeit der Westmauer für Juden. Sie begannen auch die angebliche Heiligkeit der Westmauer im Islam zu behaupten. Sie führen ihre Überzeugung an, dass ein wundersames Tier namens „Burak“ den Propheten Mohammed während seiner Nachreise von Mekka nach Jerusalem trug, wo Mohammed „Burak“ an die Westmauer des Tempelbergs gebunden habe. Als Ergebnis davon wird sie für Muslime heilig betrachtet.

Zum Beispiel behauptete Scheik Ikrama Sabri, der ehemalige Mufti von Jerusalem: „Juden haben kein Recht an der Westmauer… und dass dieser Ort nur für Muslime heilig ist und niemand auch nur einen Zentimeter der Al-Aqsa verhandeln kann, weil die Westmauer Teil von ihr ist.“

Ähnliches wurde auch 2012 während des Besuchs des russischen Präsidenten Wladimir Putin an der Westmauer geäußert, als er sagte, dass man an der Westmauer „sehen kann, wie die jüdische Vergangenheit in Jerusalemer Steine eingemeißelt wurde“. Nach seiner Äußerung beeilte sich die Jerusalemer islamische Waqf („Islamische religiöse Stiftung“) zu antworten: „Wir sagen Putin und denen wie ihm, dass die Burak-Mauer (die Westmauer) eine ausschließlich islamische heilige Stätte ist. Sie ist integraler Bestandteil der gesegneten al-Aqsa-Moschee und niemand außer Muslimen hat ein Recht daran… die gesamten historischen Aufzeichnungen und internationale Dokumente betonen, dass die Westmauer die muslimische Burak-Mauer ist.“

Nars Farid Wasil, ein ehemaliger Mufti Ägyptens, argumentierte, dass die Westmauer eine muslimische heilige Stätte und Teil der al-Aqsa-Moschee ist und als solche nicht von Muslimen aufgegeben werden darf. Nach seinen Angaben sollte sie die „Burak-Mauer“ und nicht die „Westmauer“ genannt werden. Wasil urteilte auch: „Es ist jedem, der kein Muslim ist, verboten die Westmauer zu reparieren, wenn sie renoviert werden muss, weil das eine muslimische Pflicht ist, die ausschließlich von muslimischen Institutionen ausgeführt werden darf.“

Äußerungen ähnlicher Natur waren selbst in Israel zu hören, besonders in Predigten des Führers der nördlichen Fraktion der Islamischen Bewegung, Scheik Raed Salah, der im Jahr 2000 sagte:

Der jüdischen Gesellschaft muss ehrlich gesagt werden, dass ihr kein Recht auch nur an einem einzigen Stein der gesegneten Al-Aqsa-Moschee habt, kein Recht auch nur an einem Korn der gesegneten Al-Aqsa-Moschee… Die Westmauer der Al-Aqsa (gemeint ist die Westmauer) ist Teil der gesegneten Al-Aqsa. Sie wird nie eine kleine Westmauer sein. Sie kann nie eine große Westmauer sein… Der politischen und religiösen Führung in Israel ist eindeutig gesagt worden: Die Forderung die gesegnete Al-Aqsa unter israelischer Souveränität zu halten, ist auch eine Kriegserklärung an die islamische Welt.

Die Muslime unserer Generation sind nicht zufrieden mit rein ideologischen Erklärungen. Schon im Sommer 2011 berichtete das offizielle Fernsehen der palästinensischen Autonomiebehörde im Rahmen einer Dokumentarsendung, dass die PA plant ein arabisches Wohnviertel an der Stelle des Platzes vor der Westmauer in Jerusalem zu bauen. In der Sendung wurden die Betenden an der Westmauer als „Sünder und unrein“ dargestellt. Jüdische Geschichte wurde als „Fälschung“ präsentiert und während der Sendung wurde klargestellt: Wir zeichnen unsere eigenen Landkarten. Wenn sie (die Juden) „aus dem Bild verschwinden wie ein vergessenes Kapitel aus den Seiten der Geschichte unserer Stadt, wird dort ein Wohnviertel gebaut. Hier am Platz der Westmauer wird das arabische Mughrabi-Viertel wieder aufgebaut.“

Diese Sendung spiegelte eine Äußerung des PA-Ministers für religiöse Angelegenheiten Mahmud al-Habbasch, in der er die jüdische Verbindung zur Westmauer bestritt. Im Januar 2013 stellte er eine haltlose Behauptung auf, als er sagte: „Die ganze Geschichte hindurch hat niemand außer Muslimen die Westmauer als Ort des Gebets bezeichnet, bis Lord Balfour 1917 sein ominöses Versprechen gab.“

Kamele, Esel und Pferde in der Gasse an der Westmauer

Dem muslimischen Anspruch an der Westmauer fehlt jegliche historische Begründung. Nach dem Sechstage-Krieg, als Israel das Mughrabi-Viertel räumte (das direkt neben der Westmauer stand) und einen großen Westmauer-Platz baute, wurde ein anderes Licht auf das geworfen, was die Geschichte hindurch an der Westmauer stattgefunden hatte. Es gibt zahlreiche Beschreibungen und Zeugenaussagen aus dem neunzehnten und frühen zwanzigsten Jahrhundert, die detailliert zeigen, wie der jüdische heilige Ort ständig von den Einwohnern des Mughrabi-Viertels entehrt wurde. Betende wurden physisch herumgeschubst; Müll und Tierdung wurden in die enge Gebetsgasse gekippt; an diesem jüdischen Gebetsort wurden Kamele und Pferde durchgeführt sowie Musik-Feiern und lautstarke Tänze abgehalten; Latrinen wurden direkt an die Westmauer gebaut. Während des britischen Mandats gab es wiederholt Proteste dagegen, dass Bänke oder Bücherregale für jüdische Betende an die Westmauer gestellt werden, für Becken für rituelles Händewaschen gesorgt wurde, das Schofar geblasen wurde und eine „Mechitza“ (eine Teilung zwischen Gebetsbereichen für Männern und Frauen) errichtet wurde.

Im Verlauf der Jahre steigerten sich diese Proteste in schwere Hetze gegen die Juden, die vom Großmufti Haddsch Amin al-Husseine beschuldigt wurden die Moscheen auf dem Tempelberg zerstören zu wollen. Am Tischa B‘Av 1929, einem jüdischen Trauertag zum Gedenken an Katastrophen in der jüdischen Geschichte, einschließlich der Zerstörung der beiden jüdischen Tempel, setzte al-Husseini das Massaker an den Juden in Hebron, Safed und vielen anderen Orten im Land Israel in Gang. Bei den Krawallen wurden 133 Juden getötet und hunderte verletzt.

Nach Angaben von John Phillips vom Life Magazine „verbrachte der Mufti von Jerusalem in dem Haus im Hintergrund gewöhnlich seine Tage damit sdie Juden zu beobachten, um zu sehen, ob sie irgendwelche Verbrechen begingen”. Die Westmauer und das Fenster des Mufti, ca. 1920 (Wikipedia, Nationalbibliothek Israels)

Die Leugnung der jüdischen Verbindung zur Westmauer durch muslimische Kleriker ist ein relativ neues Phänomen. Bis zum Sechstage-Krieg 1967 und noch kurz danach betrachteten muslimische Kleriker und bekannte Muslime im Land Israel die Mauer als genau das, was sie für die Juden war. Wir werden nicht alle Beispiele vorlegen, aber ein besonders auffälliges davon ist der bekannte palästinensischen Historiker Aref al-Aref (1892 – 1973). Er war ein erklärter palästinensischer Nationalist, der das Rockefeller-Museum für Archäologie leitete und in den 1950-er Jahren während der jordanischen Annexion der Westbank als Bürgermeister von Ostjerusalem diente. Aref schloss die Westmauer in die für Juden heiligen Orte in Jerusalem ein, weil „… dies die Umfassungsmauer des von Herodes dem Großen gebauten Tempelbergs ist…“ Er vermerkte, dass „die Juden diesen Ort oft besuchen, besonders an Tischa B‘Av, wenn sie ihrer ruhmreichen und unvergesslichen Vergangenheit gedenken und dort weinen.“

Zusätzlich schrieb er in seinem Buch „Ta‘arikh al Quds“, dass der „al-Haram al-Scharif“ (ein arabischer Name für den Tempelberg – N.S.) im 1. Buch Mose erwähnt wird. Das ist der Ort des Dreschplatzes des Jebusiters Araunah, der von König David gekauft wurde, als der Ort, wo im Jahr  1007 v.Chr. Sein Sohn Salomo den jüdischen Tempel baute.

Palästinensische Leugnung historischer Wahrheiten trat kurz vor dem Sechstage-Krieg auf, aber hauptsächlich danach. Bereits 1966 druckte der Oberste Muslim-Rat einen gekürzten Führer zum al-Haram al-Scharif neu. Der Rat zitierte Ausführungen von Aref al-Aref über die Westmauer. Er ließ jedoch die früheren Verweise des muslimischen Historikers zur Heiligkeit der Westmauer für Juden aus und entschied sich die Heiligkeit der Westmauer für Muslime zu betonen. Im Verlauf der Jahre nahm die muslimische Leugnung der jüdischen Verbindung zur Westmauer zu.

Nach dem Sechstage-Krieg, vor dem Hintergrund der arabisch-jüdischen Konfrontation um den Tempelberg, veränderten Muslime die bekannte Geschichte des Tempelbergs, die sie Jahrhunderte lang anerkannt hatten. Zusätzlich zu ihrem Versuch zu beweisen, dass ihre Verbindung zum Tempelberg älter war als die der Juden, definierten die Muslime in ihrer radikalen Leugnung der Existenz des jüdischen Tempels auf dem Tempelberg und der jüdischen Verbundenheit damit die Grenzen des Tempelberg-Geländes um.

Sie begannen den gesamten Tempelberg als „al-Aqsa“ zu bezeichnen und fingen an, den gesamten Bereich als eine einzige große Moschee zu behandeln. Die Al-Aqsas-Moschee selbst befindet sich am südlichen Teil des Berges. Muslime begannen sie „al-Jami‘ al-Qibli“ zu nennen, was bedeutet, dass die Moschee anzeigt, in welcher Richtung Muslime beten sollen. (Es ist wichtig festzuhalten, dass die erste Gebetsrichtung im frühen Islam Jerusalem war, nicht Mekka, wie es heute ist. Während der frühen islamischen Periode, als Mohammed versuchte die Juden von Medina zum Islam zu bekehren, war die ursprüngliche Gebetsrichtung nach Jerusalem ausgerichtet.)

Zwischen Eigentum und Nutzungsrecht

Bis zum Sechstage-Krieg wurde die südliche Moschee vom Rest des Geländes unterschieden und wurde mit ihrem richtigen Namen „al-Aqsa“ genannt, während der gesamte Bereich „al-Haram al-Scharif“ (das Edle Heiligtum) oder „al-Haram al-Quds al-Sharif“ (das Edle und verehrungswürdige Heiligtum“) genannt wurde. In diesen Tagen tendierten Muslime dazu dem Ort in Jerusalem einen Status des „Haram“ (die höchste Heiligkeit“) zu verleihen, ähnlich dem Status, der den heiligen Orten des Islam wie Mekka und Medina verliehen wurde.

Reisebücher und -landkarten von Muslimen listen bis 1967 (und kurz danach) verschiedene Orte, einschließlich der Al-Aqsa-Moschee und des Felsendoms auf, die Teil des „al-Haram al-Scharif“ sind, was der Name für den gesamten Komplex ist. Zum Beispiel ist der gesamte Komplex in einer offiziellen jordanischen Touristen-Karte von 1965 als „al-Haram al-Scharif“ markiert und ein hebräischer Name des Ortes, Berg Moriah, wird erwähnt. Nur das südliche Gebäude wurde als al-Aqsa bezeichnet.

Nach dem Sechstage-Krieg stärkte der Staat Israel seine Position an der Westmauer. Das war ein notwendiger Schritt angesichts der Tatsache, dass der Tempelberg, der heiligste Ort des jüdischen Volks, der muslimischen religiösen Obrigkeit anvertraut worden war. Er spiegelt die zahlreichen Einschränkungen, die Juden an der Westmauer über Generationen hinweg auferlegt wurden – besonders während der osmanischen, britischen und jordanischen Herrschaft.

Selbst die Kommission für die Rechte und Ansprüche von Muslimen und Juden an der Westmauer von 1930 (die Westmauer-Kommission), ernannt von der britischen Regierung mit Zustimmung des Völkerbunds, hatte keinen Erfolg damit die schweren Verletzungen jüdischer Rechte an der Westmauer zu korrigieren. Sie veröffentlichte einen skandalösen Bericht, in dem es hieß, dass die Westmauer muslimisches Eigentum sei und die Juden „Nutzungsrecht“ haben, das heißt das Recht dort zu beten.

Die Bestimmungen der Kommission erniedrigte die Juden und verleumdetet jüdisches Gebet an der Westmauer. Zum Beispiel wurde es verboten irgendwelche Objekte in die enge Gasse an die Westmauer zu stellen, einschließlich jeglicher Mechitza (Trennwände), Tische, Regale oder Stühle. Einen heiligen Bogen mit einer Thorarolle und ein Podest zum Vorlesen der Thora wurde nur an Feier- und Fastentagen erlaubt. An den anderen Tagen mussten die Betenden ihre Gebete unterbrechen, um die Thora in den nahe gelegenen Häusern zu lesen und dann zur Westmauer zurückkehren, um dort die Gebete fortzusetzen.

Juden war zudem verboten in der Nähe der Westmauer das Schofar zu blasen, was zur Folge hatte, dass man dort keine Gebete zu Rosch Haschanah halten konnte. Trotzdem blies am Ende des Yom Kippur-Gebetes 1930 Mosche Zvi Segal, ein junger Mann der Jugendbewegung Betar, das Schofar und wurde infolgedessen verhaftet. Im Lauf der Zeit wurden Schofars zur Westmauer geschmuggelt und fast jedes Jahr sollten Juden das Schofar zum Ende der Fastenzeit von Yom Kippur herbeischmuggeln und blasen.

Das letzte Gebet der Westmauer – 1947

Das letzte öffentliche Gebet an der Westmauer gab es am Vorabend der jordanischen Eroberung, am 16. des jüdischen Monats Kislev, den Vorabend der Teilungsplan-Vorschlags der Vereinten Nationen am 29. November 1947. An diesem Tag versammelten sich etwa 1.500 Betende an der Westmauer, um den Erfolg eines Staates im Entstehen zu feiern. Um Mitternacht kam eine Gruppe Anhänger der Breslower Chassidim, um ein rituelles Gebet, „Tikkun Chatzot“, zu beten, das nach Mitternacht als Ausdruck der Trauer und Klagen über die Zerstörung der Tempel in Jerusalem zu aufgesagt wurde. Danach blockierten die Briten die Straße zur Westmauer. Die Araber belagerten das jüdische Viertel die nächsten sechs Monate, bis es im Frühjahr 1948 von der Jordanischen Legion erobert wurde.

Ein Jordanischer Legionär patroulliert die verlassene Westmauer-Gasse, nachdem die Juden aus Jerusalems Altstadt vertrieben wurden; 23. Feb. 1948 (Associated Press)

In dem am 3. April 1949 unterzeichneten Waffenstillstandsabkommen zwischen Israel und Jordanienwurde vereinbart, dass israelischen Bürgern erlaubt wird die Westmauer zu besuchen. Tatsächlich wurde jedoch in den Jahren der jordanischen Herrschaft über Ostjerusalem von 1948 bis 1967 den Israelis der Zugang zur Westmauer verweigert. Zu Beginn der jordanischen Herrschaft war die Westmauer für internationale Touristen gesperrt, aber nach ein paar Jahren wurde Touristen der Besuch erlaubt. Jedes Jahr an Tischa B‘Av gingen Juden an verschiedene hoch gelegene Stellen in Westjerusalem oder sie gingen auf den Berg Zion, um die „Tempel-Aussicht“ zu bekommen, als Versuch einen Blick auf den Tempelberg und die Westmauer werfen zu können.

Während dieser Jahre gaben die Israelis ihrer Sehnsucht nach ihren heiligen Stätten in Liedern, Geschichten und Erinnerungen Ausdruck. Am berühmtesten waren die Gedichte von Yitzhak Schalew und eine von Rachel Yanait Ben Zvi geschriebene und erzählte Zusammenstellung; sie war die Frau von Israels zweitem Präsidenten, Yitzhak Ben Zvi.

Der jordanische „Appetit“

In der Nacht zum 10. Juni 1967, nach jordanischen Angriffen auf Jerusalem und dem Sieg im Sechstage-Krieg, evakuierte Israel 108 Familien, die in den alten Häusern des Mughrabi-Viertels am Fuß der Westmauer leben. Israel bot ihnen alternative Unterkunft und riss ihre Häuser ab. Statt eines winzigen Bereichs zum Beten, der 28 Meter lang und 3,4 Meter breit war (insgesamt 95,2 Quadratmeter) und nur Platz für ein paar hundert Betende hatte, wurde ein neuer Platz mit Kapazität für tausende Betende gebaut. Die Länge des Abschnitts an der Westmauer, der für Gebete vorgesehen war, wurde auf bis zu 57 Meter vergrößert und der neue Gebetsbereich ist 40 Meter breit. Ein zusätzlicher Vorplatz mit einer Fläche von etwa 20.000 Quadratmetern wurde für große Feiertags-Feierlichkeiten und Gelöbnis-Zeremonien der israelischen Verteidigungskräfte (IDF) geschaffen. Drei Tage nach dem Abriss des Mughrabi-Viertels wurde Schawuot mit 250.000 Juden aus ganz Israel gefeiert, die sich auf dem neu gebauten Westmauer-Platz versammelten.

Später kündigte die israelische Regierung auch die Abschaffung des vom britischen Mandat aufgezwungenen Status quo mit seinen erniedrigenden Einschränkungen für jüdisches Gebet an der Westmauer an. Das israelische Parlament und der Oberste Gerichtshof beseitigten den Status quo und die Westmauer wurde offiziell zu einem heiligen Ort für Juden erklärt.

Ein Teil der Westmauer, 143, 72m lang und 4,5m hoch, wurde im Katasteramt als Eigentum des Staates Israel registriert. Das schließt den Bereich zwischen der Südwest-Ecke der Westmauer bis zur Tankiziyya-Madrassa am Kettentor ein.

Jordaniens Politik zum Tempelberg und der Westmauer

Jordaniens Entscheidung Israel wegen der Arbeit zu verurteilen, die es am südlichen Teil der Westmauer durchführt, ist nicht ungewöhnlich. Tatsächliche spiegelt es Jordaniens Haltung Israel für das verantwortlich zu machen, was sich auf dem Tempelplatz-Bereich abspielt. Gemäß Jordanien, das sich den Entscheidungen zeitgenössischer muslimischer Kleriker „anpasst“, ist der gesamte Bereich des Tempelbergs, einschließlich seiner Umfassungsmauern, „Al-Aqsa“. Nur die jordanische Waqf ist befugt irgendwelche Arbeiten daran auszuführen, selbst wenn es nur Renovierungsarbeiten sind.

In diesem Geist verurteilte Faisal al-Fayez, ein offizieller Sprecher des jordanischen Außenministeriums, am 17. Juni 2020 die „Fortsetzung der Arbeit der israelischen Behörden an der Westmauer der gesegneten al-Aqsa-Moschee“. Er erklärte: „Alle Erhaltungs- und Renovierungsarbeiten an der Moschee, die 144 Morgen abdeckt, einschließlich der Mauern, ist Teil einer exklusiven Obrigkeit der islamischen religiösen Stiftung in Jerusalem; und Israel, als Besatzungsmacht, muss seinen Verpflichtungen diesbezüglich nachkommen und muss die Arbeit sofort einstellen.“

Früher einmal betraute Ariel Sharons Regierung auf eigene Initiative Anfang 2000 Jordanien mit Restaurierungsarbeiten an der südlichen und östlichen Mauer des Tempelbergs. Damals waren Risse in den Umfassungsmauern zu sehen und es gab die Sorge, dass die Mauern teilweise kollabieren könnten. Israel befolgte auch ein Veto Jordaniens, als es die vorläufige Mughrabi-Brücke ersetzen wollte, die zum Mughrabi-Tor Mitte der Westmauer führt. Das Tor ist der einzige Aufgang für Juden auf den Tempelberg, während Muslime zehn andere Tore nutzen. Israel gab auch dem jordanischen Veto zur Entfernung von Müll und Bauschutt an der „kleinen Mauer“ nach, einer Fortsetzung der Westmauer, etwa 175 Meter nördlich des Westmauer-Platzes mitten im muslimischen Viertel.

Israel und Jordanien – wer ist der Boss?

Es war falsch, dass Israel die Restaurierung der südlichen und östlichen Mauern Jordanien anvertraute und sogar den Fall der Mughrabi-Brücke und der Kleinen Westmauer Jordanien überließ. Israels „Schwäche“ in Bezug auf Jordaniens Forderungen zu Pflege und Erhalt der Tempelberg-Mauern wird von Jordanien ausgenutzt. Als Ergebnis betrachten sich die Jordanier als die „Betreuer“ der Mauern des Tempelbergs und erlauben sich das Privileg Israel für seine dortige, unverzichtbare Arbeit zu rügen.

Gelegentlich veröffentlicht Jordanien streitsüchtige Ankündigungen wie die zur Westmauer im Juni, die die jüdische Vergangenheit, Wurzeln und Rechte an dem Bereich komplett ignorieren, der sich heute unter Israels Souveränität befindet. Und das, nachdem Jordanien sich 19 Jahre lang seinen schriftlich festgelegten Verpflichtungen widersetzte Juden das Gebet an der Westmauer zu erlauben.

Vor 90 Jahren sagte eine arabische Zeitung, die Juden würden die Kotel niemals bekommen, solange Muslime noch leben

Elder of Ziyon, 28. Juni 2020

Aus dem Palestine Bulletin vom 29. Juni 1930:

Lasst sie bis zum Tag der Wiederauferstehung weinen
Wir wissen nicht, was die Klagemauer-Kommission feststellen wird, schreibt Meraat Al-Sherk, aber eines wissen wir: dass die Juden kein Recht an der Klagemauer haben. Dieser edler Ort wurde ihnen vor 2000 Jahren aus den Händen genommen. Die Juden haben das Recht zu weinen. Nicht mehr, nicht weniger. Wenn sie weinen wollen, dass lasst sie bis zum Tag der Wiederauferstehung weinen. Wenn sie irgendetwas anderes wollen, lasst sie ihre Träume dazu aufgeben. Denn sie werden nichts sonst tun, solange es auf der Welt noch einen Muslim gibt.

Ein kleines Beispiel dessen, wie die berühmte arabische Toleranz für Juden vor 1948 aussah, von der wir immer noch hören.

150 Jahre an der Westmauer

Wie sah die Westmauer vor ihrer Befreiung 1967 aus? Wie sah sie vor 100 Jahren aus? Und vor 150 Jahren?

the Librarians, Nationalbibliothek Israels, 25. November 2017

Wie sah die Westmauer vor ihrer Befreiung 1967 aus? wie sah sie vor 100 Jahren aus? Und vor 150 Jahren? Seltene Fotografen aus den Sammlungen Nationalbibliothek Israels zeigen eine andere Westmauer als die, die wir heute kennen. Ein Bereich für Gebete wurde zu zweien und die Uniformen derer, die sie besuchten und bewachten, änderten sich, aber eines ist immer gleich geblieben: die Sehnsucht des jüdischen Volkes diesen am meisten verehrten Ort zu besuchen und dort zu beten.

Auch die Identitäten der den Ort Fotografierenden änderte sich im Verlauf der Jahre; sie reichen von berühmten internationalen Fotografen, die Ehrfurcht vor der Beziehung zwischen Mensch und Stein hatten, über Touristen und Pilgern, die die Mauer als Teil einer Reise ins Heilige Land besuchten, bis zu Ortsansässigen und  fremden Soldaten, die einfach im Zug ihres Dienstes dort waren. Die Bilder offenbaren auch die Geschichte der Fotografie: Schwarz-Weiß-Fotografien, handkolorierte Fotografien, sich ändernde Druck- und Entwicklungsmethoden.

Schließen Sie sich dieser historischen Reise zur Westmauer an.

Der heilige Teil des Sechstage-Kriegs

Nassers Versprechen den jüdischen Staat ins Meer zu treiben, verunsicherte das Land. Syrien und Jordanien riefen die Mobilisation aus, um sich Ägypten bei dem vernichtenden Angriff anzuschließen.

Tzvi Fishman, Israel National News, 21. Mai 2020

Fallschirmjäger im Sechstagekrieg an der Mauer. (Foto: David Rubinger)

Während der jährlichen Feiern zum Yom HaAzmaut am Yeshivat Mercaz HaRavin Jerusalem etwa drei Wochen vor dem Sechstage-Krieg hielt haRav Tzvi Yehuda HaKohen Kook in der Jeschiwa Rosch eine starke und prophetische Rede an die Schüler und versammelten Gäste, in der er seine anfänglich von Schmerz geplagte Reaktion beschrieb, als er etwa zwanzig Jahre zuvor die Nachricht hörte, dass die Vereinten Nationen für die Teilung des Landes Israel stimmte und damit die Gründung eines gestutzten jüdischen Staates genehmigte. Während glückliche Israelis draußen auf den Straßen tanzten, saß er Zuhause, überwältigt von der Ankündigung, dass das Erbe von Haschem (Gott) und Jerusalem in Stücke geschnitten und geteilt worden war. Mit erhobener Stimme rief er: „SIE TEILTEN UNSER LAND!“ Jeder im Saal war still. „UND WO IST UNSER HEBRON? UND UNSER SCHECHEM? WO IST JEDER METER DES LANDES, DAS HASCHEM ALLEIN UNS VERERBTE?! HABEN WIR VERGESSEN, DASS DAS GANZE LAND UNSER IST?!“

Einer der Jeschiwa-Schüler, der verstorbnee HaRav Yehuda Hazani, schrieb die Worte seines Lehrers auf: „Yehuda hatte ein phänomenales Gedächtnis“, sagte seine Frau Hannah gegenüber der Jewish Press. „Nachdem er eine saubere Abschrift seines Gekritzels gemacht hatte, zeigte er sie HaRav Tzvi Yehuda für eine abschließende Durchsicht und dann arrangierte er seine Veröffentlichung in der Zeitung HaTzofet. Damals sprach niemand im Land von der Rückkehr nach Judäa und Samaria, auch nicht davon den Tempelberg zu erobern. Die Idee erschien wie verrücktes Science Fiction. Dann wurde sie drei Wochen später wahr.“

Damals, Ende Frühjahr 1967, befand sich Rabbi Schlomo Goren, der Oberrabbiner der Tzahal, in Australien, um Geld für Israel-Bonds einzuwerben, als er in einer lokalen Zeitung las, dass Ägyptens Präsident Nasser die nach Eilat führende Straße von Tiran gesperrt hatte. Auf Nassers Anweisung verließen die Friedensschutz-Truppen der UNO die Halbinsel Sinai und riesige Zahlen an ägyptischen Panzern und Infanterieeinheiten wurden entlang der israelischen Grenze stationiert. In der Gewissheit, dass die kriegerischen Handlungen zum Krieg führen würde, entschied sich Rabbi Goren zurück nach Hause, nach Israel zu fliegen. „In wenigen Wochen werde ich an der Kotel und auch auf dem Berg Sinai beten“, prophzeihte er einer gorßen Menschenmenge bei seinem Abschiedsauftritt in Australien.

In Israel war die Bevölkerung von Sorge und Verzweiflung ergriffen. Nassers Versprechen den jüdischen Staat ins Meer zu treiben, hatte das Land verunsichert. Die Armeen von Syrien und Jordanien waren mobilisiert, um sich Ägypten in einem vernichtenden Angriff anzuschließen. Israels Militärführung riet Premierminister Levi Eshkol, dem amtierenden Verteidigungsminister, zuerst zuzuschlagen, bevor Israels Streitkräfte einen tödlichen Schlag erhielten, aber der vorsichtige und alternde Politiker wollte der Administration in Washington Zeit geben Nasser zu überzeugen seine Streitkräfte zurückzuziehen und den UNO-Truppen zu erlauben in ihre Positionen zurückzukehren. Die obersten Militärs widersprachen; sie wollten das Schicksal des Landes nicht in fremde Hände legen, indem man sich auf Amerika verließ, es vor der Auslöschung zu bewahren.

Nach seiner Ankunft in Israel fuhr Rabbi Goren sofort zu einem Treffen mit dem Oberkommandierneden der IDF, Yitzhak Rabin, der ihn nervös informierte, dass die umgebenden arabischen Länder ihre Armeen zu einem umfassenden Angriff auf den winzigen jüdischen Staat bereit machten. Rabin sagte ihm, dass zwei Minister der National-religiösen Partei, die dagegen waren den Krieg zu führen – Mosche Haim Schapira und Zerach Warhaftig – Premierminister Levi Eschkol davon abhielten, die IDF-Streitkräfte loszuschicken. Rabin bat Rabbi Goren mit ihnen zu sprechen und sie zu überzeugen ihre Meinung zu ändern. „Nachdem ich selbst die Moral unserer Truppen gesehen habe“, antwortete der Armee-Geistliche in seiner entschiedenen und unabhängigen Art.

Der Journalist Avi Rath, der mehere Jahre damit verbrachte Rabbi Gorens Autobiografie „Mit Macht und Stärke“ zu editieren, sagte The Jewish Press, dass der ehemalige Oberrabbiner vor allem ein gewaltiger Thora-Lehrer war. „Immer hatte er Verse aus Thora, Tanach und Tehilim auf den Lippen und wenn er Israels Soldaten in die Schlacht begleitete, krönte ihn der Geist der Thora, der ihn erfüllte, mit einem überragenden Glauben, unermüdlicher Energie und Tapferkeit. Für ihn war der Krieg nicht nur eine Sache der Rettung Israels, er war – mit den Worten von König David – dazu da ‚dass die ganze Welt wissen soll, dass es in Israel einen lebendigen Gott gibt‘.“

Rabbi Goren reiste in den südlichen Negev, wo er die Kommandeure von Israels angespannten Battaillonen traf. Er erhielt widersprüchliche Berichte, die von optimistischen Siegeserwartungen und düsteren Vorhersagen, das Zögern der Regierung habe bereits die Gelegenheit vertan; er erteilte dem Armee-Rabbinat den Befehl sich darauf vorzubereiten tausende Gräber im gesamten Land auszuheben für den Fall, dass die Vorhersagen zu den furchtbaren Verlusten wahr werden sollten. Dann eilte er, erfüllt von der zunehmenden Kriegsgefahr, nach Tel Aviv, um sich mit den unwilligen religiösen Miistern zu treffen, die die Schuld für ihren Widerstand auf Yitzhak Rabin schoben, der, so behaupteten sie, auf die Frage nach Israels Erfolgsaussichten, eine Antwort verweigert hatte. Als er zu Rabin eilte, um ihn damit zu konfrontieren, fand Rabbi Goren einen gebrochenen Krieger vor. In seiner Autobiografie schreibt er, dass Ben Gurion, Rabins Mentor, die Zuverischt des jungen Oberkommandierenden gebrochen hatte, der ihn beschuldigte das gesamte Land zu gefährden und behauptete Israel allein könne niemals einen gemeinsamen Angriff der mächtigen und massiv aufgerüsteten Streitkräfte Ägyptens, Syriens und Jordaniens besiegen könne.

„Ben Gurions Worte hatten Rabin tief getroffen, was zu einem Nervenzusammenbuch führte“, vermerkte er. „Er zerfiel einfach. Die gesamte Armee war kriegsbereit und unser Oberkommandierender fiel auseinander.“

Um die Dinge noch kompolizierter zu machen, stolperte ein nervöser, unausgeschlafener und unschlüssiger Eschkol durch die Worte seiner Rede, was den Geist der Nation weiter aushöhlte. Bestürzt über Eschkols Verschleppungstaktik forderten die Menschen, dass der beliebte und charismatische Mosche Dayan zum Verteidigungsminister ernannt wird.

Als wäre er von einem göttlichen Geist besessen, telefoniert der IDF-Oberrabbiner mit Motti Hod, dem Oberkommandierenden der israelischen Luftwaffe, der ihm vesicherte, dass ein überraschender Erstschlag gegen Ägypten dessen gesamte Luftwaffe innerhalb von zwei Stunden lahmlegen würde. Rabbi Goren eilte zu einem weiteren Treffen mit Innenminister Mosche Haim Schapira und berichtete auf seine Bulldozer-Art, dass IDF-Kommandeure im Feld zuversichtlich an einen israelischen Sieg glaubten, wenn der Befehl sofort käme. Der Rabbi mit den blitzenden Augen nutzte seine gesamte leistungsstarke Thora-Überzeugungskraft die friedliebenden, religiösen Minister dahingehend zu beeinflussen eine kämpferischere Haltung einzunehmen. Schapira versicherte ihm, dass er die Ernennung von Mosche Dayan zum neuen Verteidigungsminister während der Treffen des Notfall-Kabinetts unterstützen würde, das in ein paar Stunden stattfinden sollte und dass er seinen Widerstand dagegen, Israels Soldaten in den Krieg zu schicken, aufgeben werde.

Weil er bei den Truppen sein wollte, wenn sie in den Gazastreifen und den Siani stürmten, fuhr Rabbi  Goren einmal mehr nach Süden, in den Negev. Bevor israelische Kampfjets aufstiegen, betrat der Oberrabbiner den Kommandobunker der Luftwaffe und verteitle das Gebet, das er geschrieben hatte, dazu eine persönliche Note an Motti Hod aus dem Buch Klagelieder, die ihn mahnte: „Verfolgt sie im Zorn und vernichtet sie unter dem Himmel des HErrn.“

Natürlich beeinflussten viele Faktoren Levi Eschkols Entscheidung in den Krieg zu ziehen und der Gesinnungswandel des vorher widerstrebenden Schapira war einer davon. Bei der offiziellen Ankündigung, dass der Krieg erklärt wurde, während Israels bestens ausgebildete Luftwaffe in den Himmel aufstieg, wurde Rabbi Gorens vorbereitete Rede an die Soldaten der Tzahal von „Kol Yisrael“ über Radios in jedes Haus und Büro im gesamten Land ausgestrahlt: „An diesem Tag des Sieges ist HaSchem mit euch, allen Soldaten der Armeen Israels, zu Land, zu Wasser und in der Luft, um euch im Kampf zum Triumph über unsere Feinde zu führen, die sich gegen uns erhoben haben, um uns zu vernichten. Lasst eure Herzen nicht wanken, denn HaSchem kämpft an eurer Seite, um euch zu retten…“

Innerhalb von Stunden und über die nächsten zwei mirakulösen Tage zerstörten die geschickten Piloten Israels komplett die Luftwaffen von Ägypten, Jordanien und Syrien, während entschlossene israelische Bodentruppen Nassers Battaillone im Gazastreifen und im Sinai zerschlugen, sich den Weg zum Suezkanal erkämpften. Als der Rauch sich über den dezimierten feindlichen Startbahnen und Schlachtfeldern lichtete, musste der israelische Premierminister Levi Eschkol eine Entscheidung treffen – Israels Armee-Befehlshabern in Jerusalem grünes Licht zu geben die Altstadt zu erobren oder den Waffenstillstand anzunehmen, den die Vereinten Nationen in aller Eile organisiert hatten, um die arabische Welt zu retten. Die Uhr tickte. Um vier Uhr morgens hatte Knessetmitglied Menachem Begin Levi mit einem Anruf geweckt, um ihn zu drängen in Jerusalem weiter zu kämpfen, bevor die Chance zur Rückholung des Tempelbergs und der Westmauer in Israels ewigen Besitz zurückzuholen, vertan sei. Durch Wochen des Drucks und eine tiefe, väterliche Sorge um sein kleines, belagertes Land bereits zermürbt, hatte der zunehmende internationale Druck auf Israel Levis Entschlossenheit weiter geschwächt. Seine obersten Militärs, der neue Verteidigungsminister Mosche Dayan, ein erholter Yitzhak Rabin, Uzi Narkiss und Chaim Bar-Lev warteten ungeduldig auf seine Anweisung, aber er war nicht sicher, das Amerika eine solche entscheidende und die Geschichte beeinflussende Entscheidung stützen würde, die die Jahrhunderte alte Überlegenheitsmythen des Christentums und des Islam so dramatisch anficht. Der rastlose Rabbi Goren eilte ins Rockefellder-Museum direkt gegenüber der Altstadtmauer, wo Mota Gurs Fallschirmjäger vom Auguste-Viktoria-Kloster auf dem Nordgipfel des Ölbergs unter jordanischem Feuer lagen. Obwohl israelische Soldaten im Kampf gegen eingegrabene jordanische Streitkräfte im Norden der Stadt am Ammunition Hill schwere Verluste erlitten, war der von Glauben erfüllte Rabbiner sicher – so wie HaSchem die Kiesel geleitet hatte, die den mächtigen Goliath zu Fall brachten, kämpfte der Ewige an der Seite der mutigen Soldaten der IDF. Gur sagte ihm, dass israelische  Divisionen zwar die Altstadt eingekesselt hatten, er aber Befehl von der Regierung hatte deren Tore nicht zu stürmen, damit nicht die ganze Welt sich gegen Israel erhebt. Die Vereinten Nationen hatten Druck auf Jordanien ausgeübt einen Waffenstillstand anzunehmen, aber der stolze König Hussein befahl derweil seinen Truppen weiter zu kämpfen. Mit feurigem Blick in den Augen bellte der Oberrabbiner der Armee den Befehlshaber der Fallschirmjäger an:

„Diese historische Gelegenheit Jerusalem und den Tempelberg zu befreien, ist in unsere Hand gefallen und du zögerst? Ich übernehme die Verantwortung. Komm mit mir und befreie die Altstadt. Wenn sie uns vors Kriegsgericht stellen, werde ich dich ins Gefängnis begleiten. Es ist eine Ehre bei der Befreiung Jerusalems zu sterben. Jetzt haben wir die Chance!“

Rabbi Gorens Referent, Rabbi Menachem HaKohen, der während des Krieges nicht von der Seite des IDF-Oberrabbiners wich, sagte gegenüber The Jewish Press, dass Gur den leidenschaftlichen Appell gutmütig akzeptierte, über die Lage witzelte, als ob er den zunehmenden Druck um sie herum mäßigen wollte; er versrpach den Schlagbohrer von Rabbiner mitzunehmen, wenn seine Truppen in die Stadt eindrangen.

Frustriert eilte Rabbi Goren nach Tel Aviv; dort fand er Yaacov Herzog, den engsten Berater des Premierministers und forderte, dass Levi Eschkol die Stunde nutzt.

„Ich war der Fahrer und Referent des Armee-Oberrabbiners“, berichtete Rabbi HaKohen. „Von Jerusalem bis Gaza, dann nach Tel Aviv, zurück nach Gaza, hinauf nach Jeruslaem, hinab nach Tel Aviv, zurück zur Befreiung der heiligen Stadt, dann weiter nach Kever Rachel, Kfar Etzion und Hebron. Die ganze Zeit über schlief er kaum. Sogar nachts hatte er eine tragbare Lampe im Auto, damit er die Gemara studieren konnte. Er lernte jeden Tag sieben Seiten Gemara, selbst während des Krieges. Er sprach auch oft mit mir, um sicherzustellen, dass ich am Steuer nicht einschlief, genau so, wie der Kohen HaGadol vor Yom Kippur die ganze Nacht wach gehalten wurde, indem ihm faszinierende Geschichten erzählt wurden. Wir witzelten sogar darüber, wie die Menschen auf unserer Beerdigung unser gedenken würden, sollten wir im Krieg getötet werden. Obwohl Rabbi Goren ein sehr ernster Talmid Chacham war, zitierte er Kohelet und sagte, es gebe eine Zeit zu weinen und eine Zeit zu lachen.“

Von Tel Aviv fuhr Rabbi  Goren zurück nach Gaza im Süden, rechtzeitig, um die 11. Division zu begleiten, als sie sich aufmachte den ägyptischen Streitkräften entgegenzutreten, die sich entlang der Grenze sammelten. Als die Einheit vorwärts brauste, traf ein Artilleriegeschoss das Auto des Kommandeurs des Rabbi. Alle Soldaten wurden mit ihm verwundet. Das Schofar, das er dabei hatte, wurde vom Feuer und der Hitze der Explosion verbrannt, zusammen mit der Mütze des Offiziers. Wie durch ein Wunder blieb die kleine Sefer Thora, die er dabei hatte, unversehrt. Er versorgte die Verletzten so gut er konnte, trug die blutenden Soldaten in die ankommenden Krankenwagen, griff sich einen Helm und drängte mit den Truppen vorwärtes, alles unter schwerem ägyptischem Feuer. Während die israelischen Panzer nach heftigen Kämpfen vorrückten, gaben die Feinde ihre Position auf und flohen panisch. „Ich sah mit eigenen Augen die Wahrheit der Verse ‚Fünf von euch werden hundert verfolgen und hundert von euch werden zehntausen verfolgen und eure Feinde werden vor euch durch das Schwert fallen.‘ Raschi vermerkt, dass die Mathematik kein genaues Verhältnis gibt und erklärt: ‚Man kann nicht ein paar, die die Gebote der Thora ausüben, mit vielen vergleichen, die sie ausüben.‘ Wir erfahren daraus, dass die Kriege Israels zu führen an und für sich Thora ist.“

בכירי צה“ל בירושלים במלחמת ששת הימים
צילום: ארכיון צה“ל במשרד הביטחון
Die Oberkommandierenden der IDF wähend des Sechstage-Krieges in Jerusaem (Foto: IDF-Archiv des Verteidigugnsministreriums)

Als die Sonne über dem Schlachtfeld unterging, beschloss Rabbi Goren nach Jerusalem zurückzukehren. Mitten in der Nacht kam er in der heiligen Stadt an, wo Explosionen und Gewehrfeuer die Luft in allen Teilen der Stadt erfüllten. Er eilte sofort zum Haus seines Schwiegervaters, des frommen Rabbi David Cohen, der als „Nazir“ bekannt war, und bat ihn, ihm das Schofar seiner Schul zu leihen. Rabbi Gorens Referent, Rabbi Menachem HaKohen, sagte der Jewish Press, dass er auf einem Stuhl stand und das Schofar aus seiner Aktentasche holte. Er lief zum Rockefeller-Museum, wo sie entdeckten, dass viele Soldaten von feindlicher Artillerie und den schweren Kämpfen in der Stadt getötet worden waren. Als er nach einer Stunde Schlaf in seinem Jeep aufwachte, erfuhr Rabbi Goren, dass Mota Gur am frühen Morgen einen Angriff auf das  Auguste Viktoria begonnen hatte. Unterstützt von israelischen Jets übernahmen zwei Divisionen der IDF, die aus unterschiedlichen Richtungen aufeinander zu arbeiteten, die Kontrolle über den strategischen Höhenzug, der von Osten Jerusalem überblickte. Da jordanische Heckenschützen von den Mauern der Altstadt auf anrückende israelische Soldaten schossen, sprang Rabbi Goren in seinen Jeep und fuhr in Richtung Löwentor, wobei er unterwegs einen „Tramper“ auflas, Yosi Ronen, den Tonmann des „Galatz“, des Radiosenders der Armee, der es schaffte die Klänge von Rabbi Gorens Schofar und Siegesrufe sowie den Gesang der Geschichte machenden Schlacht aufzunehmen. Als er endlich den Befehl erhielt die Altstadt zu befreien, führte Mota Gur eine Fallschirmjäger-Brigade den Ölberg hinab zum Tempelberg. Um 9:45 Uhr eröffenten israelische Panzer zum Lied „Jerusalem aus Gold“, das im ganzen Land im Radio lief, das Feuer auf das Löwentor, wobei sie einen Bus sprengten, der dort positioniert worden war, um das 15 Meter hohe Tor zu sperren. Unter ständigem Feuer von Heckenschützen stürmten die israelischen Soldaten vorwärts. Ein Panzer versuchte den Bus zur Seite zu schieben, blieb aber stecken. Während Rabbi Goren auf das Tor zulief, schrie ihn ein Hauptmann der Fallschirmjäger an, er solle an der Mauer bei den anderen Soldaten Deckung suchen, damit er nicht erschossen werde. Throarolle und Schofar in den Händen ignorierte der nicht zu bremsende Rabbiner den Befehl. „Ich bin der höchste anwesende Offizier“, antwortete er. „Haltet mich nicht auf!“ Er blies das Schofar so laut er konnte und führte den Vorstoß in die Altstadt an, kletterte über den im Tor steckengebliebenen Panzer  und rannte auf der anderen Seite weiter. „Die Schichinah, die nie die Steine der Kotel verließ, bereitete den Weg vor den Soldaten Israels, schützte sie mit ihrer Wolke der Herrlichkeit“, schrieb er später. Dann, wie in einem Traum, erreichte er das Tor, das zum Har HaBayit führte. Mit einem weiteren langen Blasen des Schofar rief er den Truppen hinter sich zu: „Im Namen HaSchems, befreit Jerusalem! Steht auf und erobert den Berg!“

Rabbi Yisrael Ariel, damals Schüler an der Jeschiwa Mercaz HaRav und heute Leiter des Temple Institute in Jerusalem, erreichte den Berg, nachdem dieser von den Fallschirmjähgern befreit wurde. „Meine Befehle lauteten den Dom des Schreins zu betreten und die Rotunde mit dem Grundstein zu bewachen“, sagte gegenüber The Jewish Press. „Die Tatsache, dass ich am Ort des Allerheiligsten stand, war wie eine spirituelle Explosion, deren Nachhall bis heute bei mir geblieben ist und alles inspirierte, was ich seitdem getan habe. Als ich hörte, dass zwei meiner Ältesten mit langen, weißen Bärten an der Kotel angekommen waren, war ich sicher, dass sie der Messias und Eliahu HaNavi sein mussten. Kurze Zeit später, nachdem ich die Erlaubnis erhielt mich der Menge an der Mauer anzuschließen, entdeckte ich, dass die zwei heiligen Ältesten meine Rabbiner waren, HaRav Tzvi Yehuda Kook un HaRav David Kohen, der heilige ‚Nazir‘.“

מלחמת ששת הימים
צילום: לע“מ
Der Sechstage-Krieg in Live-Bildern:
Foto: IDF-Archiv im Verteidigungsministerium

Zu Beginn des Krieges hatte Zvi Friedman mit den Truppen gekämpft, die die ägyptischen Panzer zum Rückzug aus Gaza gezwungen hatten. Er hetzte mit Rabbi Goren nach Jerusalem, um die Truppen in der heiligen Stadt zu stärken und fand sich auf dem Temeplberg wieder, als der Oberrabbiner der Armee eine Siegesansprache hielt, um HaSchem zu danken; diese hatte er in seiner Uniformtasche bereitgehalten. Friedman sagte The Jewish Press: „Wenn du die Wahrheit wissen willst, bedeutet es mir nichts, mich auf dem Tempelberg zu befinden. Niemand redete damals vom Tempelberg. Anders als heute war er nicht Teil unseres Vokabulars. Mota Gur rief: ‚Har HaBayit ist in unserer Hand!‘, aber ich muss leider sagen, dass die Araber dort immer noch das Sagen haben. Ich schaute auf Hannan Porat, einen jungen Fallschirmjäger und Schüler von Rabbi Tzvi Yehuda Kook und seine Augen glänzten vor Freude und Tränen, aber ich selbst fühlte nichts Besonderes, bis ich an der Kotel ankam.“

Etwas später standen die Befehlshaber Mota Gur, Uzi Narkiss und Verteidigungsminister Mosche Dayan unter den singenden und tanzenden Soldaten, als würden sie sich fragen, was sie mit dem Schatz tun sollten, der ihnen in die Hände gefallen waren. Rabbi Goren ging auf sie zu: „Warum sammeln wir nicht allen Sprengstoff, den wir haben ein und sprengen alle Schreine und Moscheen auf dem Berg, während wir noch die Chance dazu haben“, schlug er seinen ernsten und erschrockenen Zuhörern vor. In der Erkenntnis, dass er an der Kotel aufgeschlossenere Ohren finden würde, eilte er auf der Suche nach dem Weg zur Klagemauer los, die fast zwei Jahrzehnte lang für Juden tabu gewesen war. Sein bärtiger Adjutant Rabbi Menachem HaKohen, war in der Altstadt aufgewachsen und kannte den Weg. Ein paar Soldaten schlossen sich an und es dauerte nicht lange, bis sie vor einem verschlossenen Metalltor standen, das sie mit ihren Schultern eindrückten.

Rabbi Goren erzählt in seiner Autobiografie: „Als ich den engen Platz vor der Kotel erreichte, empfand ich einen großen Lichtblitz, der mich blendete. Ein Araber rannte aus dem gegenüber liegenden Tunnel und schob mir einen Stuhl unter, bevor ich vor Benommenheit umkippte.“

Müde, aber ekstatische Fallschirmjäger eilten dazu und nahmen die Steine der Mauer in die Arme. Über ihnen hängte ein weiterer Schüler der Jeschiwa Mercaz HaRav, Hauptmann Yoram Zammusch, die Davidstern-Flagge an eine Metallstange über der Kotel. Rabbi Goren blies das Schofar, hielt die Thora-Rollen fest und rezitierte Kaddisch für all die Gefallenen; alle Versammelten riefen „Amen!“. Der „Tramper“ vom Radiosender „Galei Tzahal“ war dabei und nahm all die euphorischen Gebete auf.

Rabbi Menachem HaKohen, der später Oberrabbiner der Moschawim und der Histadrut werden sollte, sagte The Jewish Press: „Seit das jüdische Volk geeint vor dem Berg Sinai stand, hat es keinen so absoluten Moment jüdischer Einheit gegeben. Juden in aller Welt, von Moskau bis in die Vereinigten Staaten, in Tel Aviv und Jerusalem, hörten unsere Gebete und antworten ‚Amen!‘“

Nachdem er die Flagge über den oberen Abschluss der Mauer gehängt hatte, bat Yoram Zammusch darum, dass sein Jeschiwa Rosh-Rabbiner Tzvi Yehuda Kook, zur Kotel gebracht wird.

„Rabbi Goren wies mich an sowohl Rabbi Kook als auch den ‚Nazir‘ in die Altstadt zu bringen“, erinnert sich Rabbi HaKohen. „Das Mist-Tor war noch nicht eingenommen, also nahm ich Zammuschs Jeep, der noch immer auf dem Tempelberg stand. Rabbi Goren entschied sich bis zur Mincha-Zeit zu warten, bevor er zum Herzlberg eilte, um sich um die Beerdigungsvorbereitungen für die vielen Gefallenen Soldaten der Tzahal zu kümmern; deshalb kehrte er zum heiligen Ort Beit HaMikdasch zurück, um Tehillim zu rezitieren und die Halacha zu nutzen, die es jüdischen Soldaten erlaubt den Boden des Mikdasch während der Eroberung des Tempelbergs zu betreten, die noch im Gang war. In der gesamten Altstadt gab es noch Heckenschützenfeuer. Er betete mit aller Kraft, im Hinterkopf, dass das Kever Rachel, der Kfar Etzion und Hebron noch nicht erobert waren und an deren Befreiung wollte er auch beteiligt sein.

Nachdem er den Jeep auf dem Weg auf den Tempelberg durch jubelnde Menschenmengen gefahren hatte, parkte Rabbi Menachem HaKohen auf dem Tempelberg und führte die beiden älteren Rabbiner in den engen Durchgang vor der Klagemauer, der inzwischen von Soldaten verstopft war: „Der fromme ‚Nazir‘ nahm die Steine der Kotel in den Arm und verharrte wie eingefrohren. HaRav Tzvi Yehuda wirkte überwältigt, als könnte er gar nicht begreifen, wo er war. Er schüttelte seine Orientierungslosigkeit und sein Staunen ab und begann zu weinen. Er bat Rabbi Goren ein Kapitel aus den Tehillim aufzusagen und ich blies das Schofar.“

„Diesen Tag zu vergessen ist unmöglich“, erinnerte isch Rabbi Tzvi Yehuda Kook in einer Rede, die er später an einem Jerusalem-Tag in der Jeschiwa Mercaz HaRav hielt. „Mit jeder Stunde wurden die Erwartungen größer. Einer unserer Schüler, der einberufen war, rannte während einer Kampfpause zurück zur Jeschiwa und verkündete, dass unsere Fallschirmjäger mit Hilfe des Allmächtigen bald die Kotel erreichen würden! Wenig später erschien ein bärtiger Offizier mit einer Nachricht von HaRav Goren. ‚Der Oberrabbiner der Armee lädt die Jeschiwa Rosch ein zur Kotel zu kommen“, verkündete er. ‚Ein gepanzertes Auto wartet vor der Tür.‘

HaRav David Cohen, der Nazir, schloss sich uns unterwegs an. Auch er war von einem Schwiegersohn HaRav Goren eingeladen worden. Das Auto der Armee kam durch die freudige Menge nur langsam voran, die auf die Straßen der Stadt drängte – tausende singende und tanzende Menschen. Viele von ihnen hatten angesichts der Befreiung Jerusalems Freudentränen in den Augen. Wir beteten nach neunzehnhundert Jahren Trennung das erste nationale Gebet an der Kotel, nicht als Einzelne, sondern als Repräsentanten des wiedergeborenen Medinat Yisrael [Staat Israel]. Das Gebet, das ein totales Festbleiben an HaSchem war. Alle Augen waren voller Tränen. Jeder sang den Pslam ‚Ein Lied des Aufstiegs: Als der HErr die Gefangenen Zions zurückführte, waren wir wie die Träumende.‘

Bevor wir die befreite Stadt verließen, wurde ich von Radio- und Fernsehreportern aus Israel und der ganzen Welt interviewt. Sie wollten meine Meinung zu dem wissen, was geschehen war. ‚Seht‘, sagte ich, ;wir verkündetn ganz Israel und der ganzen Welt, dass durch wir göttliches Gebot nach Hause zurückgekehrt sind in unsere Heilige Stadt. Von diesem Tag an werden wir uns hier nie mehr wegrühren! Wir sind nach Hause gekommen!“

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Palästinenser sagen jetzt, ihr wichtigster Schrein ist – die Westmauer!

Elder of Ziyon, 9. Februar 2020


Dieser Ausschnitt stammt vom Anfang eines Artikels auf der Internetseite der Fatah; darin wird jegliche jüdische Verbindung zu Jerusalem bestritten, dafür wird behauptet, es gebe uralte palästinensische Bande.

„Hunderte Millionen Muslime überall auf dem Globus haben keinen Zweifel, dass Palästina seit Ewigkeiten arabisch und dass Jerusalem seine ewige Hauptstadt ist … und dass Palästina ohne Jerusalem keinen Sinn macht, Jerusalem ohne die Al-Aqsa-Moschee keinen Sinn macht, die Al-Aqsa-Moschee ohne die Al-Buraq-Mauer keinen Sinn macht…“

Die „Al-Buraq-Mauer“ ist das, wie die Palästinenser die Kotel, die Westmauer erst seit dem vergangenen Jahrhundert genannt haben. Davor gab es keinen Konsens dazu, welche Mauer um den Tempelberg die sein sollte, an der Mohammed angeblich seine Nachtreise begann, obwohl Hinweise stark auf die Südmauer mit ihrem Doppeltor hindeuten, wie es 1932 von Charles D. Matthews beschrieben wurde:

Die Beweise von Muqaddasi (985 n.Chr.), einem Bürger Jerusalems, spricht fraglos für die südliche Position. Muqaddasi spricht von den „Zwei Toren des Propheten“, Babai an-Nabi, auf eine Art, die die Identifikation mit dem Doppeltor recht positiv macht. Die Beschreibung von Nasir-i-Khusrau, einem persischen Historiker, der Jerusalem 1047 n.Chr. besuchte, ist recht fesselnd. Er sagt (zitiert vom englischen Forscher Le Strange in dessen sehr vorzüglichen Buch „Palestine Under the Moslems“, S. 178): „So eins (Tor) wird Bab an-Nabi genannt (oder Tor des Propheten) – Friede und Segen sei mit ihm; es öffnet sich hin zum Qiblah-Punkt, nach Süden (gegen Mekka) … Der Prophet  … ging in der Nacht seines Aufstiegs in den Himmel über Edle Heiligtum durch diese Passage, denn das Tor öffnet sich auf die Straße von Mekka.“ Was könnte klarer sein?  Und das von einem Einwohner Jerusalems und angesehenen Historiker!

Auf die eine oder andere Art würde kein Muslim je sagen, dass die Buraq-Mauer heiliger sei als die Al-Aqsa-Moschee. Zu sagen, dass die Moschee ohne die Kotel keine Bedeutung hat – der eine Ort, den Juden Jahrhunderte lang verehrt haben, als ihnen der Besuch auf dem Tempelberg selbst verboten war – ist ein eindeutiger Beweis, dass das gesamte palästinensische Narrativ eine Serie an Lügen ist.

Gibt es deutlichere Belege, dass der gesamte palästinensische Anspruch nicht dazu dient irgendwelche historischen oder juristischen Rechte aufrecht zu erhalten, sondern jüdische Rechte zu zerstören? Buchstäblich jeder jüdische Schrein im Heiligen Land wird von Palästinenser als der ihre beansprucht, ein Mordszufall. Und sie haben lautstark gesagt, dass auch die Kotel ihnen gehört, das palästinensische Fernsehen erzählte seinen Zuschauern gerade erst, dass die Palästinenser ihre Rechte an dem Ort mit ihrem Leben verteidigen müssen.

Der Rest des Fatah-Artikels ist mit solchen Lügen angefüllt, wie in diesem Abschnitt im ersten Absatz, wo es heißt: „Die Geschichte beweist, dass Palästina mit seiner Hauptstadt Jerusalem arabisch ist, bevor der erste Jude (Josua Ben-Nun) seinen Fuß darauf setzte.“ Die Palästinenser behaupten jetzt, sie würden von den Jebusitern abstammen, einem Stamm, für dessen Existenz außer in den jüdischen Schriften keinerlei Beweise existieren und für die es keinen Beweis gibt, dass sie Araber waren.

Über die offensichtliche Tatsache hinaus war Jerusalem nicht die Hauptstadt irgendeiner anderen Nation außer Israel/Judah und ein „Palästina“ gab es nie.