Die Schlacht von Manzikert: Die „Unterwerfung der Christenheit durch den Islam“

Raymond Ibrahim, 26. August 2020

Gemälde von Romanus Diogenes‘ Gefangennahme in Manzikert; (rechts: Skizze seines letzten Widerstands)

Am 26. August 1071 fand eine der entscheidendsten Schlachten der Weltgeschichte statt – die von Manzikert, die die Gründung des modernen Staates Türkei im ehemals christlichen Kleinasien initiierte.

Was an diesem Tag und den zu ihm führenden geschah, ist es wert erneut berichtet zu werden.

1019 „betraten erstmals die blutrünstigen Bestien … die barbarische Nation Ungläubiger, genannt Türken, Armenien“ in Ostanatolien „und schlachteten unbarmherzig die christlichen Gläubigen mit dem Schwert“, schreibt ein Chronist. In den folgenden Jahren und Jahrzehnten wurde praktisch ganz Armenien dezimiert: Hunderttausende wurden abgeschlachtet oder versklavt und tausende Kirchen niedergebrannt oder geschändet, einschließlich ihrer Umwidmungen in Moscheen:

Wer ist in der Lage das Geschehen und die ruinösen Ereignisse zu berichten, die den Armeniern widerfuhren, denn alles war mit Blut bedeckt. … Wegen der großen Zahl an Leichen stank das Land und ganz Persien war mit zahllosen Gefangenen gefüllt; so wurde diese gesamte Nation betrunken vom Blut. Alle menschlichen Wesen christlichen Glaubens waren in Tränen aufgelöst und in trauriger Bedrängnis…

Auch gab es wenig Zweifel darüber, was die Feindschaft der Türken antrieb: „Diese Nation der Ungläubigen“, erklärte ein Militärkommandeur, „kommt wegen unseres christlichen Glaubens gegen uns und sie haben vor die Verordnungen der Anbeter des Kreuzes zu zerstören und die christlichen Gläubigen auszulöschen.“ Daher „passt es und ist richtig, wenn alle Gläubigen mit dem Schwert hingehen und für den christlichen Glauben sterben.“ Viele waren derselben Meinung; die Berichte erzählen von Mönchen und Priestern, Vätern, Ehefrauen und Kindern, alle lumpig bewaffnet, aber pflichteifrig bereit ihre Lebensart zu schützen, herzuzukommen, um sich den Invasoren entgegenzustellen – nur um abgeschlachtet oder versklavt zu werden.

Die türkischen Horden waren unter der Zuständigkeit des aufsteigenden Stammes der Seldschuken mit Armenien auch nicht zufrieden; sie ritten weiter gen Westen über die Ebene Anatoliens, damals Teil des oströmischen Reiches („Byzanz“), wo sie eine Spur aus Rauch und Zerstörung hinterließen. Als er 1068 Kaiser wurde, machte Romanus Diogenes es sich zur Aufgabe zu handeln. 1069 hatte er eine gewaltige Armee zusammengezogen und war tief nach Kleinasien hineinmarschiert, wobei er zahlreiche Städte von den Türken befreite.

Die beiden Streitkräfte trafen schließlich nahe der Stadt Manzikert, direkt nördlich des Sees Van, aufeinander. Der türkischer Sultan Mohammed bin Dawud – der Nachwelt besser bekannt als „Alp Arslan“ oder „heldenhafter Löwe“ – schickte eine Delegation, um mit Romanus über „einen Vorwand für Frieden“ zu verhandeln, wohingegen in Wirklichkeit „Zeit geschunden“ werden sollte, erklärte Michael Attaleiates, der dabei war. Das „ermunterte den Kaiser nur zum Krieg“.

Romanus wies die Emissäre ab, zwang sie vor ihm auf die Knie zu gehen und befahl ihnen ihrem Sultan zu sagen, dass „es keinen Vertrag geben wird … und keine Rückkehr nach Hause, außer nachdem ich den Ländereien des Islam angetan habe, was den Ländereien Roms [Byzanz] angetan worden ist“. Nachdem er „die Botschafter mit größter Verachtung entlassen“ hatte, stachelte Romanus seine Männer „mit Worten außerordentlicher Gewalt“ zum Krieg auf.

Mohammed hielt seine Männer zum Jihad an und erinnerte sie an ihr Win-Win-Szenario: „Wenn uns der Sieg über sie gegeben wird, [nun gut]. Wenn, nicht werden wir als Märtyrer in den Garten einziehen.“ „Wir sind bei dir!“, brüllten die Männer im Gleichklang, als er seine Tirade beendete, gefolgt von einer Salve an „Allahu Akbar“, die Berichten zufolge „die Berge schüttelte“.

So trafen, als „Militärmusik von beiden Seiten erschallte und der Staub des Schlachtfeldes aufstieg wie Wolken im Himmel“, die beiden Armeen an diesem schicksalhaften Freitag, dem 26. August 1071 aufeinander.

Die Schlacht verlief wie üblich: Türkische Reiter in Sichelformation, die ihre wenigen Mitglieder verbarg, preschten voran und schossen Salven von Pfeilen ab, bevor sie sich rasch zurückzogen. Scharen römischer Männer und Pferde fielen; einige verließen sogar die Reihen und flohen. Unerschrocken behielt Romanus die Linie zusammen und marschierte mit seinen Kräften voran; aber weil den Türken unbegrenzt Terrain zur Verfügung stand, um sich zurückfallen zu lassen, gelang es der christlichen Armee nicht sie zu stellen und zu erledigen, während die Türken weiterhin effektive Taktiken des Zuschlagens und Zurückziehens anwandten.

Als der Tag fast vorbei war, befahl Romanus eine Kehrtwende zurück ins Lager, den einzigen Ort, wo seine Männer verpflegt und ihre Pferde getränkt werden konnten. Sobald er zurückkehrte, begannen die Türken einen umfassenden Angriff, „warfen sich wild, mit furchterregendem Geschrei auf die Römer“. Chaos setzte ein. „Alle schrien wirr durcheinander und ritten in Unordnung durcheinander; niemand konnte sagen, was vorging… Es war wie ein Erdbeben mit Geheul, Schweiß und einem raschen Ansturm von Angst, Staubwolken und vor allem ritten Türken überall um uns herum“, erinnerte sich Attaleiates später.

Romanus‘ Varangianergarde (die aus nordischen Kriegern bestehende Eliteeinheit des Imperiums, die immer an den Kaiser gebunden war, dem sie diente) wurde umzingelt und obwohl sie heldenhaft kämpfte bis auf den letzten Mann getötet. Als er sah, dass er „verlassen und komplett von Hilfe abgeschnitten war, zog [Romanus] sein Schwert aus der Scheide und war sich auf seine Feinde, tötete viele von ihnen und schlug andere in die Flucht. Aber er wurde von einer Menge Feinde umringt und an der Hand verwundet. Sie erkannten ihn und er wurde komplett umzingelt; ein Pfeil verwundete sein Pferd, das ausglitt und hinfiel, seinen Reiter mit sich zog. So wurde der Kaiser der Römer gefangen genommen und in Ketten vor den Sultan geführt.“

Schlimmer noch: Der einst stolze und kaiserliche Romanus wurde der erste römische Kaiser in mehr als tausend Jahren, der die schmähliche Erfahrung machte auf dem Schlachtfeld gefangengenommen zu werden. „Diejenigen, die entkamen, waren ein winziger Bruchteil“, vermerkt ein weiterer Chronist. „Von der Mehrheit wurden einige gefangen genommen, der Rest massakriert.“ Ein muslimischer Chronist bestätigt, dass die Christen „in einem solchen Ausmaß getötet wurden, dass ein Tal, in dem die beiden Seiten aufeinandertrafen, [mit ihren Leichen] gefüllt war.“

Sultan Mohammed erklärte den Sieg und sandte schnell in aller Eile „das Kreuz und was den Byzantinern abgenommen worden war“ nach Bagdad und „der Kalif und die Muslime frohlockten. Bagdad wurde in nie da gewesener Weise geschmückt und Kuppeln errichtet. Es war ein großer Sieg der Art, wie der Islam ihn zuvor nicht gesehen hatte“, schreibt ein Historiker aus Damaskus.

Die Schlacht öffnete darüber hinaus die Tür für die dauerhafte Eroberung Kleinasiens. Bevor er ermordet wurde, hatte der heldenhafte Löwe den Türken befohlen „wie die Löwenjungen und die Adlerjungen, die Tag und Nacht die Landschaft durchstreifen, die Christen erschlagen und der römischen Nation keine Gnade geben“. Das machten sie; und „die Emire verbreiteten sich wie Heuschrecken über das Antlitz des gesamten Landes“, drangen in jede Ecke Anatoliens vor, brandschatzten die meisten wichtigen Städte, einschließlich Ephesus, Heimat des heiligen Johannes des Evangelisten, Nicäa, wo im Jahr 325 das Bekenntnis des Christentums formuliert wurde und Antiochia, den ursprüngliche Sitz des heiligen Petrus.

„Alles, was übrig gelassen wurde, waren verwüstete Felder, umgeschlagene Bäume, verstümmelte Leichen und von Angst in den Wahnsinn getriebene oder in Flammen stehende Städte.“ Berichtet wurde, dass hunderttausende anatolische Christen massakriert oder versklavt wurden. Bis Anfang 1090 hatten die Türken die letzte christliche Bastion genommen, Nicomedia, nur knapp einen Kilometer vor Konstantinopel, vor der engsten Stelle des Bosporus.

Fünf Jahre später war der erste Kreuzzug im Gang.

Mohammed bin Dawud sollte von den Muslimen allgemein und besonders von den Türken geehrt werden. Denn der „Sieg des Seldschuken-Sultans in Manzikert war nicht nur ein militärischer Triumph über den byzantinischen Kaiser“, erklärt die Historikerin Carole Hillenbrand. „Seine Gefangennahme symbolisierte die Unterwerfung der Christenheit durch den Islam. Manzikert wurde als erster Schritt einer monumentalen Geschichte wahrgenommen, in der von Türken geführte Dynastien die Christen besiegen und den Triumph des Islam erklären sollten“.

Kein Wunder also, dass zusammen mit einem anderen Mohammed – dem Sultan, der 1453 Konstantinopel eroberte, der türkische Präsident Erdoğan es niemals versäumt diesen Sultan Mohammed bin Dawud, den „heldenhaften Löwen“ und Geißel der Christenheit, zu ehren (wenn nicht ihn nachzuahmen.

Der extreme moralische Relativismus des UNHRC-Berichts zum Gazastreifen

Manfred Gerstenfeld/Jamie Berk (direkt von den Autoren)

Moralischer Relativismus oder das Konzept „Es gibt keine universell gültige Moral, nur Moral im Plural, von denen jede lediglich lokale Gültigkeit besitzt“[1] ist ein überall in der UNO und ihren Gremien weit verbreiteter Trugschluss. Israel wird besonders ins Visier genommen. Ursprünglich führten die Vereinten Nationen allgemeine Werte in die Universelle Erklärung der Menschenrechte ein.[2] Es handelte sich um eine Reaktion auf die weit verbreitete Akzeptanz der Völkermord-Werte der Nazis, etwas, für das man nur mit moralischem Relativismus eintreten konnte.

Ein extremes Beispiel für von den UNO-Agenturen verfügten moralischen Relativismus sind die Berichte des UNO-Menschenrechtsrats zum gewalttätigen Konflikt im Gazastreifen. Der erste war der Goldstone-Bericht unter Vorsitz des südafrikanischen Menschenrechtsrichters Richard Goldstone über Israels Operation Gegossenes Blei um die Jahreswende 2008/2009. Dieser Bericht, zu dem beizutragen Israel sich weigerte,[3], wurde weitgehend aus Aussagen zusammengestellt, die aus dem UNRWA-Sitz in Gaza übernommen wurden. Diese Quellen wurden gewählt, obwohl es viele weitere Informationen gab, die sich als aufschlussreich erwiesen hätten.

Moralischer Relativismus ist bei der Auswahl der genutzten Informationen eklatant offensichtlich. Die 452 Seiten des Berichts erwähnen zum Beispiel nirgendwo die Charta der Hamas, die zum Völkermord an den Juden aufruft.[4] Der Bericht schafft es ebenfalls nicht zu erwähnen, dass die Hamas Privathäuser und Wohngebiete als Raketenabschussrampen nutzte, genauso wenig ihre vorsätzlichen Angriffe auf israelische Zivilisten.[5] Die Verfasser des Berichts bestritten sogar eine Äußerung von Fathi Hammad, einem hochrangigen Hamas-Mitglied, die dieser einen Monat vor dem Ende der Operation machte. Hammad beschrieb die Strategie der Hamas als mit der Nutzung von Zivilisten als menschlichen Schutzschilden „den Tod suchend“, dabei insbesondere die Verwendung von Frauen und Kindern zur Bekämpfung „der zionistischen Bombardierungsmaschine“.[6] Die Kommission schrieb, das sei nicht indikativ für die Strategie der Hamas und Hammads Worte „stellten keinen Beweis“ für diese Nutzung von menschlichen Schutzschilden dar.

Nur zwanzig Seiten des Berichts konzentrieren sich auf Angriffe der Hamas auf israelische Zivilisten. Acht davon behandeln Raketenangriffe auf nicht von den israelischen Behörden anerkannte Beduinendörfer und „palästinensische“ Dörfer im südlichen Israel. Der Bericht behauptet, dass Mangel an Information zum Beschuss israelischer Zivilisten durch die Hamas an der Weigerung der Regierung Israels lag bei den Ermittlungen mitzuarbeiten.[7] Das hielt die Kommission aber nicht davon ab ausführlich Israels Umgang mit arabisch-israelischen Bürgern zu beschreiben.

Der ehemalige israelische Präsident Shimon Peres wies auf den moralischen Relativismus im Goldstone-Bericht hin. Er sagte, dieser „spotte der Geschichte“ und „unterscheidet nicht zwischen Aggressor und Verteidigendern. Krieg ist ein Verbrechen und der Angreifer ist der Kriminelle. Der Verteidigende hat keine Wahl. Die Terrororganisation Hamas ist diejenige, die den Krieg begann und weiter schreckliche Verbrechen verübte. Die Hamas hat seit Jahren Terrorismus gegen israelische Kinder eingesetzt.“[8] 2011 schrieb Goldstone, dass er die Dämonisierung Israels durch den Bericht bereute. Er gab außerdem zu, dass die Mission die Lage gründlicher hätte untersuchen können.[9] Er ging jedoch nicht auf den strukturellen moralischen Relativismus des Berichts ein, etwas, das er als Richter mit beträchtlicher Erfahrung schon hätte bemerken müssen, während dieser geschrieben wurde.

Moralischer Relativismus wurde ebenfalls 2015 häufig im UNHRC-Bericht über die israelische Operation Fels in der Brandung im Gazastreifen im Jahr 2014 angewandt. Die Erklärung, die die Kommission ankündigte, verkündete, ihr Zweck sei es „… alle Verletzungen des humanitären Menschenrechts und der internationalen Menschenrechtsgesetze im besetzten palästinensischen Gebiet, einschließlich Ostjerusalems, besonders im besetzten Gazastreifen im Kontext der militärischen Operationen, die seit dem 13. Juni 2014 durchgeführt wurden zu untersuchen, ungeachtet, ob sie vor, während oder nach diesem stattfanden.“[10] Es war klar, dass diejenigen, die diesen Bericht zusammenstellten, Israel mit einem anderen Maß messen sollten als die Palästinenser, da die Verbrechen der Hamas sowohl gegen Israelis als auch gegen ihr eigenes Volk nicht untersucht werden sollten.

Ursprünglich wurde die Kommission von William Schabas geleitet, einem Menschenrechts-Anwalt, der in der Vergangenheit forderte Premierminister Netanyahu solle wegen Kriegsverbrechen beim Internationalen Strafgerichtshof angeklagt werden. Netanyahu sagte: „Der Vorsitzende des Komitees hat bereits entschieden, dass die Hamas keine Terrororganisation ist. Daher haben sie dort nichts, nach dem sie sehen müssen. Sie sollten Damaskus, Bagdad und Tripolis besuchen. Sie sollten sich ISIS, die syrische Armee und die Hamas ansehen. Dort werden sie Kriegsverbrechen finden, nicht hier.“[11]

Der im Juni 2015 veröffentlichte Bericht beginnt mit der Dämonisierung Israels, weil es nicht mit den UNO-Ermittlern kooperierte. Als nächstes dankte er „dem Staat Palästina“ für seine Kooperation. Israel wird in dem Bericht nicht als „der Staat Israel“ bezeichnet, aber der Begriff „der Staat Palästina“ wird durchweg benutzt, obwohl beide von der UNO als Staaten anerkannt sind. Die Kommission dankte „Behörden“ in Gaza für ihre Kooperation. Da der Gazastreifen von der Hamas regiert wird, waren diese „Behörden“ vermutlich Hamas-Mitglieder.

Der Bericht macht ohne Beweise Israel verantwortlich absichtlich Angriffe so geplant zu haben, dass sie während Ramadan-Essen stattfanden oder wenn Familien schliefen. Er impliziert zudem, dass es trotz Israels Warnungen Israels Fehler ist, dass Palästinenser ihre Häuser nicht rechtzeitig verließen, weil sie diese Warnungen nicht verstanden – die Vorwarnung „Anklopfen auf dem Dach“ bei einem unmittelbar bevorstehenden Angriff auf ein Gebäude oder die Flugblätter und Radiodurchsagen auf Arabisch, die den Gazanern sagten sie sollten die Häuser räumen. Dazu soll Israel „die Tatsache, dass viele als sicher angesehene Orte bereits überfüllt waren und die schlechten Zustände in den Schutzräumen nicht bedacht zu haben, die angegriffen wurden“.[12] Die schlechten Zustände der Schutzräume im südlichen Israel werden nicht als erwähnenswert betrachtet. Die Hamas-Raketenangriffe am jüdischen Fastentag Tischa B’Av, demselben Tag, an dem ein 72-stündiger Waffenstillstand in Kraft treten sollte[13] werden ebenfalls nicht erwähnt.

Der Bericht fügt an: „In einigen Fällen sollen bewaffnete palästinensische Gruppen im Gazastreifen versucht haben Zivilisten in Israel vor unmittelbar bevorstehenden Angriffen zu warnen. Am 20. August zum Beispiel warnten die Al-Qassam-Brigaden die Orte nahe des Gazastreifens, man solle es vermeiden in die Häuser zurückzukehren bzw. man solle in den Bombenschutzräumen bleiben.“ Es wird allerdings nicht erwähnt, ob diese „Warnungen“ in Israel ankamen oder auf Hebräisch erfolgten, anders als alle israelischen Warnungen, die professionell ins Arabische übersetzt wurden.[14] Die israelische Warnungen erfolgten systematisch; die Pro-Hamas-Schreiber des UNHRC-Gazaberichts führten lediglich eine einzelne Warnung aus dem Gazastreifen an.

Innerhalb des größeren Rahmens des weit verbreiteten moralischen Relativismus mit Israel als Ziel gehören die beiden Gaza-Berichte zu den extremsten Beispielen des zweierlei Maßes der Organisation in Bezug auf Werte. Wie wir schon aufgezeigt haben, kann man innerhalb des UNHRC und der UNESCO viele weitere finden.[15]

[1] James David Velleman: Foundations for Moral Relativism. Cambridge (Open Book Publishers) 2014, S. 1.

[2] The UNO Declaration of Human Rights. Vereinte Nationen.

[3] Human Rights in Palestine and other Occupied Arab Territories: Report of the United Nations Fact Finding Mission on the Gaza Conflict. UNO-Vollversammlung, 25. September 2009.

[4] Hamas Covenant 1988. Yale Law School, 18. August 1998.

[5] Jonathan D. Halevi: Blocking the Truth of the Gaza War: How the Goldstone Commission Understated the Hamas Threat to Palestinian Civilians. The Jerusalem Center for Public Affairs, 18. September 2009.

[6] Human Rights in Palestine and other Occuped Arab Territories: Report of the United Nations Fact Finding Mission on the Gaza Conflict. UNO-Vollversammlung, 25. September 2009, S. 120.

[7] Human Rights in Palestine and other Occupied Arab Territories: Report of the United Nations Fact Finding Mission on the Gaza Conflict. UNO-Vollversammlung, 25. September 2009.

[8] Roni Sofer: Peres: Goldstone Report makes mockery of history. YNet, 16. September 2009.

[9] Richard Goldstone: Reconsidering the Goldstone Report on Israel and war crimes. The Washington Post, 1. April 2011.

[10] “Questions and Answers on the Report of the United Nations Independent Commission of Inquiry on the 2014 Gaza Conflict. United Nations Office of the High Commissioner for Human Rights, 19. Juni 2015.

[11] Marissa Newman: Israel announces it won’t cooperate with UN Gaza probe. The Times of Israel, 12. November 2014.

[12] Report of the independent commission of inquiry established pursuant to Human Rights Council resolution S-21/1***.***. UNO-Vollversammlung, 24. Juni 2015.

[13] Yoav Zitun/Itay Blumenthal: IDF withdraws from Gaza as 17 rockets fired at Israel.YNet, 5. August 2014.

[14] Report of the independent commission of inquiry established pursuant to Human Rights Council resolution S-21/1***.***. UNO-Vollversammlung, 24. Juni 2015.

[15] Manfred Gerstenfeld/Jamie Berk: The UN Human Rights Council and Moral Relativism. Israel National News, 31. Juli 2015. S. auch: Manfred Gerstenfeld/Jamie Berk: UNESCO’s Use of Moral Relativism to Foster Anti-Israel Bias. Israel National News, 18. August 2015.

 

Olmert wieder. Ob das stimmt?

Neueste Schote von Premier Olmert: Er behauptet, auf den Libanonkrieg sei Israel schon Monate lang vorbereitet gewesen. Angezweifelt wird das vom Vorsitzenden des Außen- und Verteidigungsausschusses, Yuval Steinitz. Der führt an, dass es keinerlei Diskussionen über die Möglichkeit eines Krieges im Norden oder dessen Vorbereitung gegeben hat. Außerdem kürzte die Regierung Olmert erst zwei Monate vor Kriegsausbruch das IDF-Budget um eine halbe Million Schekel.

Olmert behauptete am 1. Februar vor dem Untersuchungsausschuss seine Entscheidung auf die Entführung der beiden Soldaten Ehud Goldwasser und Eldad Regev mit einer groß angelegten Militäroperation zu antworten sei schon vier Monate vor Kriegsausbruch getroffen worden.

Sollte das stimmen, dann fragt sich natürlich, wie es kommt, dass Israel derart unvorbereitet und konfus in den Libanon ging. Die Probleme sind bekannt: unzureichendes Training, teilweise mangelhafte Ausrüstung, unzusammenhängende Aktionen, widersprüchliche Befehle, Chaos in den Bodenoperationen.

Einen Entschluss für eine groß angelegte Militäraktion zu treffen und dann die Truppen nicht darauf vorzubereiten bzw. sich vorbereiten zu lassen, das würde allerdings zur selbstmörderischen Politik der derzeitigen Chaos-Regierung passen.

Der Winograd-Ausschuss hatte gegenüber Olmert drei Hauptbereiche, in denen er Auskunft haben wollte: wie die Entscheidung in den Krieg zu ziehen getroffen worden war, warum Olmert sich entschied im Libanon 48 Stunden vor der Feuereinstellung eine groß angelegte Bodenoperation zu beginnen, die noch 33 Soldaten das Leben kostete und die Umstände um Amir Peretz’ Ernennung zum Verteidigungsminister.

Der Meisterplaner im Premier-Sessel will bereits am 8. Januar 2006, nur vier Tage nach seiner Ernennung zum Premierminister in Folge von Sharons Krankheit, ein erstes Treffen abgehalten haben; diese seien im März, April, Mai und Juli (nach der Entführung von Gilad Shalit durch die Hamas) fortgeführt worden. Olmert will weiterhin Generalstabschef Halutz angewiesen haben, dass eine Entführung von IDF-Soldaten, begleitet von Raketenbeschuss über die Grenze Israels Abschreckungsfähigkeit beeinträchtigen würde. Halutz habe geantwortet, dass Israel in einem solchen Fall keine Zurückhaltung üben könne. Olmert habe Halutz’ Rat angenommen.

Hm, das spricht wohl dafür, dass da entschieden wurde etwas zu unternehmen, aber nicht, was. Vergleichbar mit einem Fußballtrainer, der seinem Co-Trainer sagt, wenn die Gegner ein Tor schießen, müsse man stürmen wie wild. Und der Co-Trainer sagt: Klar, das ist nicht akzeptabel, wenn die anderen ein Tor schießen, dann müssen wir volle Kanne nach vorne spielen. Aber die Mannschaft lassen sie weder Torschüsse noch Laufwege und Spielzüge dafür trainieren.

Was den Verteidigungsminister angeht, wäscht Olmert seine Hände in Unschuld: Das Verteidigungsministerium sei nach den Koalitionsverhandlungen an die Arbeitspartei gegeben worden, die habe den Minister ausgewählt. So kann man sich auch aus der Affäre ziehen: Ich hab keine Verantwortung dafür, ich habe nichts falsch gemacht, da müsst ihr die anderen fragen. Wenn wir Blindfische in der Regierung haben, kann ich nichts dafür.

Vielleicht hätte er nicht so machtgeil nur nach dem Amt schielen und besser verhandeln oder die Avoda nicht einbeziehen sollen! Notfalls verzichtet man auch auf so ein Amt, um eine so unmögliche Lage nicht zu schaffen. Aber das kann der Mann nicht, der musste um jeden Preis seinen Posten haben.