Symbole (und Symbolismus) offenbaren eine bittere Nahost-Wahrheit

Es geht um mehr als eine Landkarte. Komplette Generationen palästinensisch-arabischer Kinder sind mit einem Bild mit einer machtvollen Botschaft aufgezogen worden: Ganz Palästina gehört den Arabern. Nichts davon gehört den Juden.

Stephen M. Flatow, JNS.org, 31. August 2020

Partners for Progressive Israel, eine links der Mitte stehende Gruppe, die Teil der American Zionist Movement ist, befindet sich inmitten von 12 Sitzungen einer „digitalen Exkursion nach Israel und Palästina“. Sitzung Nummer 3, die letzte Woche stattfand, bestand aus virtuellen Treffen mit offiziellen Vertretern der palästinensischen Autonomiebehörde.

Das offizielle Programmheft der Partners beschreibt die Inhalte der Sitzungen; zu jeder gehört ein Foto oder eine Illustration. Für die Sitzung mit dem PA-Treffen druckte das Heft das offizielle Logo der Palästinensischen Befreiungsorganisation ab, die das Obergremium für die PA ist. Das Emblem zeigt eine Karte von ganz Israel, geschmückt mit den Worten „Palästina vom Fluss bis zum Meer“.

Warum ist das wichtig?

Deshalb: Seit Mitte der 1970-er Jahre begannen israelische linke Aktivisten die Idee der „Zweistaatenlösung“ zu forcieren. Die Prämisse lautet, dass Israel sich auf die 16km breite Landenge lassende Waffenstillstandslinie von 1949 – in den erinnerungswürdigen Worten des Diplomaten Abba Eban die „Auschwitz-Linien“ – zurückzieht und in den geräumten Gebieten ein souveräner Staat „Palästina“ gegründet würde. Das Argument lautet: Wenn den palästinensischen Arabern in diesem Gebieten ihr eigener Staat gegeben wird, dann werden sie mit Israel in Frieden leben.

Das wichtige Hindernis bei dem Vorschlag ist, dass palästinensisch-arabische Sprecher weiter sagen, sie werden nicht mit dem Staat in den Gebieten zufrieden sein, sondern weiterhin ganz Israel als „besetztes Palästina“ betrachten und für die „Befreiung“ Palästinas kämpfen.

Das ist das, was es so schwer macht eine Mehrheit der Israelis zu überzeugen die Schaffung eines Palästinenserstaats zu unterstützen. Die meisten Israelis betrachten die vor ihnen liegenden Beweise und glauben nicht, dass die palästinensischen Araber in Frieden leben werden. Sie sehen die Bombenanschläge und die Schüsse – die Art, wie die palästinensische Gesellschaft ihre Bomber und Schützen verklärt. Sie hören die Reden, die Jihad und Blut fordern – ihr Blut.

Und sie sehen die Landkarten.

Inzwischen haben die israelischen Nachrichtenmedien weithin die Bilder der Landkarten veröffentlicht, die auf den Briefköpfen der PLO, an den Wänden der PA-Büros und vor allem in den Schulbücher der PA-Schulen erscheinen. Eine Landkarte, die ganz Israel als „besetztes Palästina“ zeigt.

Komplette Generationen palästinensisch-arabischer Kinder sind mit diesem Bild mit seiner machtvollen Botschaft aufgezogen worden: Ganz Palästina gehört den Arabern. Nichts davon gehört den Juden. Eine „Zweistaaten-Lösung“ ist nur ein Auftakt für das Endziel der kompletten Vernichtung Israels.

In der alten Zeit waren palästinensische Sprecher unverblümter und konnten ihre wahren Gefühle und Ziele nicht verbergen. Aber im Verlauf der Jahre – mit viel Anleitung durch jüdische „Friedens“-Aktivisten und Vertreter des Außenministeriums – haben die offiziellen Vertreter der PLO und der PA ihre Botschaft allmählich abgestimmt, wobei sie Worte betonen, die auf Englisch angenehm klingen, während sie niemals tatsächlich das Ziel der Beseitigung Israels aufgeben. Das zu tun ist nicht schwer, wenn ihr Reporter ihnen harmlose Fragen stellt, die dazu dienen die palästinensischen Offiziellen so moderat und vernünftig wie möglich aussehen zu lassen.

Das ist der Grund, dass PA-Vertreter, als Präsident Barack Obama 2013 die von der PA regierte Stadt Bethlehem besuchte, ganz schnell eine riesige Steinskulptur von der Fahrtroute des Präsidenten entfernte, die eine Landkarte zeigte, die ganz Israel als „Palästina“ beinhaltete. Und das ist der Grund, warum offizielle Vertreter der Al-Zeitoun-Schule beim Besuch von UNO-Generalsekretär Ban Ki-Moon 2016 in Gaza schnell eine große Israel-als-„Palästina“-Landkarte abdeckten, bevor er ankam.

Sie waren clever genug zu wissen, dass solche Bilder im Westen einen schlechten Eindruck machen. Als die Kameras weg waren, wurde das Monument natürlich wieder aufgestellt und die Landkarte wieder enthüllt.

Was mich zu den Partners for Progressive Israel und ihrer Entscheidung zurückbringt das PLO-Emblem mit der Keine-Israel-Landkarte abzudrucken. Ich sage nicht, dass niemand dieses Bild abdrucken sollte. Stimmt, es ist sehr beleidigend. Aber es ist auch verräterisch. Was ich sage, ist dass ich wünschte, die Partners for Progressive Israel innehalten würden, um sich das Emblem anzusehen, das sie da abgedruckt haben und über seine Bedeutung nachdenken.

Direkt neben dem Emblem schreiben die Partners im Text, der die Sitzung beschreibt: „Wir werden einige Mitglieder der aktuellen PA-Führung im Ramallah besuchen, Vertreter von Frieden mit Israel auf Grundlage von zwei lebensfähigen, souveränen Staaten.“ Richtig, „zwei souveräne Staaten“. Das ist der Text, der direkt neben der Landkarte steht, die einen einzigen souveränen Staat zeigt.

Die Partners fahren fort: „Wir werden uns auch mit einigen aus der PLO-Jugend treffen, die zeigen, wie sie sich die Zukunft Palästinas vorstellen.“

Werft einfach einen Blick auf das Bild links, Leute! Dort könnt ihr sehen, wie sie sich die Zukunft von Palästina vorstellen. Sie sagen es, laut und deutlich, mit dieser Karte, die euch direkt ins Gesicht starrt. Es ist an der Zeit, dass ihr aufhört euch mit Illusionen als Partner nehmt und anfangt mit der Realität zusammenzuarbeiten.

Wenn Israelhasser nicht einmal wissen, wie die Landkarte von „Palästina“ aussieht

David Lange, Israellycool, 27. Juli 2020

Die antiisraelische Facebook-Seite Quds News Network hat als Teil einer Kampagne eine Reihe von Fotos gepostet; diese Kampagne wurde weltweit von einer Gruppe Designer „in Solidarität mit Palästina nach den viraler Nachrichten“ gestartet, weil „das Land auf Google- und Apple-Landkarten nicht enthalten und durch ‚Israel‘ ersetzt worden ist“.

Hier sind einige Beispiele für das Gepostete.

Bemerken Sie irgendetwas Seltsames?

Die Antwort lautet, dass diese Landkarten die Golanhöhen beinhalten, von denen „Pro-Palästinenser“ nicht behaupten sollten, dass sie ihnen gehören, weil das syrisches Territorium war.

Was einfach nur zeigt: So viele der Hasser wissen nicht einmal, welches Territorium sie angeblich als den Palästinensern gehörend beanspruchen. Alles, was sie wissen, ist, dass sie wollen, dass ganz Israel vernichtet wird, also nehmen sie reflexartig die Landkarte Israels als ihre Grundlage.

Denken Sie daran: Die „Westbank“ war vor 1967 im Besitz von Jordanien; und der Gazastreifen war im Besitz von Ägypten und niemand forderte in diesen Jahren, dass diese Territorien Teil eines palästinensischen Staates sein sollten. Artikel 24 der PLO-Charta (1964) lautete:

Diese Organisation übt keinerlei regionale Souveränität über die Westbank im haschemitischen Königreich Jordanien, den Gazastreifen oder den Bereich Himmah aus.

Eine Landkarte Palästinas von 1895

Elder of Ziyon, 22. Mai 2020

Antiisrael-Aktivisten lieben es Münzen und Briefmarken und Landkarten von vor 1948 zu zeigen, die die Existenz Palästinas zeigen.

Ein Leser schickte mir dies hier aus einem Schulatlas von 1895.

Nun, da heißt es „Palästina“, aber es gibt an dieser Landkarte nichts Arabisches. Das ist alles ziemlich … biblisch.

Die Lügen-Landkarten des Mahmud Abbas

Dass Abbas das auf die höchste Ebene der internationalen Diplomatie brachte, legt nahe, dass er glaubt, die Welt sei bereit diese revisionistische Geschichte des Nahen Ostens zu übernehmen. Leider könnte es sein, dass er diesbezüglich nicht falsch liegt.

Danny Danon, JNS, 18. Februar 2020

PA-Führer Mahmud Abbas am 11. Februar 2020 bei den Vereinten Nationen (Quelle: Screenshot)

Als PA-Führer Mahmud Abbas letzte Woche vor dem UNO-Sicherheitsrat sprach, um den Nahost-Friedensplan von US-Präsident Donald Trump zu verurteilen, brachte er ein eigenartiges Requisit mit: Eine Grafik mit einer Serie von Landkarten, die den Titel „Der historische Kompromiss der Palästinenser“ trug. Sie behauptet zu zeigen, wie das „historische Palästina“ im Lauf des 20. Jahrhunderts „verschwand“.

Obwohl die Verwendung von Bildern bei der UNO weder neu noch einzigartig ist, hat es auf der höchsten Ebene der internationalen Diplomatie nie eine Grafik gegeben, die derart unverhohlen die Geschichte verfälscht. Diese Episode sollte außerhalb von Turtle Bay Alarmglocken klingen lassen, denn sie repräsentiert einen zunehmenden Trend der Umschreibung von Geschichte des Nahen Ostens.

Abbas‘ Grafik, die gemeinhin die „Landkarte der Lügen“ genannt wird, suggeriert irreführend, wie das sogenannte „historische Palästina“ von 1917 in seiner Größe durch eine Serie an Kompromissen in den Jahren 1937, 1947 und 1967 schrumpfte, bis es in „Trumps Plan“ von 2020 kaum noch erkennbar ist. Nimmt man das für bare Münze, dann legt die Landkarte nahe, dass die plötzliche Gründung und das Wachstums eines Staates, nämlich Israel, auf Kosten eines anderen erfolgte, Palästina.

Die Wahrheit sieht jedoch völlig anders aus.

Die Vorstellung, dass 1917 ein souveräner Staat „Palästina“– so wie in Abbas Landkarte dargestellt – existierte, ist fantasievolle Neuinterpretation der Geschichte. Die angestammte Heimat des jüdischen Volkes und der Ort der zwei Tempel und zahlreicher Königreiche wurde von den Römern an der Ostküste des Mittelmeers in „Palästina“ umbenannt, nachdem sie die jüdischen Königreiche von Judäa und Israel im Jahr 70 n.Chr. zerstörten; das war ihr Versuch die jüdische Verbindung zum Land aus den historischen Annalen zu löschen.

Die nächsten anderthalb Jahrtausende sollte die Souveränität wechseln, während Imperien um die Kontrolle über das Heilige Land stritten. Im 20. Jahrhundert war das osmanische Reich 400 Jahre lang der Souverän gewesen, trat aber die Kontrolle über „Palästina“ ab, damit die jüdische und die arabische Bevölkerung seiner Auflösung 1917 an den Völkerbund überging.

Bis heute hat es ein souveränes „Palästina“ nie gegeben, was auch im Widerspruch zur zweiten Täuschung in Abbas‘ Landkarte steht: dass die Palästinenser historische „Kompromisse“ gemacht haben. In den 1930-er Jahren schlug Chaim Weizmann (später der erste Präsident Israels) vor, dass die jüdische Gemeinschaft einem Staat zustimmen würde, auch wenn er nur „die Größe eines Tischtuchs“ haben würde. Während die Juden Palästinas bereit waren selbst die minimalsten Stufen der Souveränität zu akzeptieren, waren die Araber Palästinas nicht bereit irgendetwas anderes als das Maximum zu akzeptieren. Für sie war arabische Souveränität an der Verweigerung jüdischer Souveränität gebunden.

Kompromiss ist nötig, wenn eine begrenzte Menge zwischen mehreren Parteien aufgeteilt wird. Aber die Nullsummen-Rechnung der Araber hat eine Kultur der Verweigerung gezüchtet. Während die Juden ständig internationalen Teilungsangeboten zustimmten – dem Plan der Peel-Kommission 1937, dem UNO-Teilungsplan von 1947 und das Angebot von Land für Normalisierung 1967 – war die Antwort der Araber und Palästinenser jedes Mal ein „Nein“ zu Kompromiss. Mit der Vorstellung dieser Landkarten als „Kompromisse“ seitens der Palästinenser versucht Abbas Geschichte umzuschreiben.

Wenn ein Bild tausend Worte wert ist, hat Abbas der Wahrheit unermesslichen Schaden zugefügt, indem er der internationalen Gemeinschaft eine Grafik vorlegt, die fälschlich nahelegt, die Palästinenser wären ständig Kompromisse zu einer historischen Heimat eingegangen, in dem sie angeblich politische Souveränität genossen.

Dass Abbas diese Landkarte auf die höchste Ebene der internationalen Diplomatie brachte, legt nahe, dass er glaubt, die Welt sei bereit seine revisionistische Geschichte des Nahen Ostens zu zu übernehmen. Leider könnte es sein, dass er diesbezüglich nicht falsch liegt.

Geschichte umzuschreiben ist lange eine Taktik unverhohlener antiisraelischer und antisemitischer Organisationen gewesen. An Universitäten nutzen antiisraelische Gruppen regelmäßig eine Version dieser Karte während der berüchtigten Israel Apartheid Week. Die antisemitische BDS-Bewegung zeigt diese Grafik in ihrem Kampagnenmaterial. Al-Jazira, der Propagandaarm von Qatar, hat in der jüngeren Generation in Amerika ein zunehmendes Publikum und bringt ein interaktives Video „Wie Palästina verschwindet“ als Teil seines Kanals „Palestine Remix“.

Am hinterhältigsten ist jedoch die zunehmende Verwendung der Karte in Örtlichkeiten des Mainstreams. Im Oktober 2015 stellte MSNBC diese Karten in ein Live-Segment, in dem ein aktueller Schwall palästinensischer Gewalt auf dem Tempelberg diskutiert wurde (dafür entschuldigte man sich später). 2017 veröffentlichte die Columbia University die Landkarten in der Werbung für ein Workshop zu „Staatsbürgerschaft und Nationalität in Israel/Palästina“. Letzten September beinhaltete eine Abiturprüfung in Finnland diese Landkarten.

Die Verwendung der „Landkarten der Lügen“ in Mainstream-Medien und besonders in akademischen Kreisen wird den Effekt haben, dass ihr Inhalt und ihre Botschaft normal werden.

Für Israel und das jüdische Volk stellt das eine echte Gefahr dar. Bemühungen den jüdischen Staat zu delegitimieren werden lauter, wobei die Vereinten Nationen vor kurzem eine „schwarze Liste“ israelischer Firmen veröffentlichten, die in Judäa und Samaria agieren, was nur das jüngste Beispiel für revisionistische Geschichte mit konkreter Konsequenzen ist.

Wie man die vergangenen Formen ihrer Annahmen zur Gegenwart interpretiert und versteht, formt die Vision für die Zukunft. Abbas‘ „Landkarte der Lügen“ zu glauben, wird mehr anrichten als die Vergangenheit zu entehren; es wird der Sache des Friedens unwiderruflichen Schaden zufügen.

Mahmud Abbas erwischt, wie er versucht eine falsche Landkarte als Trumps Friedensplan-Landkarte auszugeben

Elder of Ziyon, 2. Februar 2020

In Berichten darüber, dass PA-Präsident Mahmud Abbas erklärte, die PA kappe alle Beziehungen, einschließlich der Sicherheitsverbindungen, mit den USA und Israel nach der Ankündigung des Trump-Friedensplan, erscheint dieses Foto (oder ein ähnliches) von Abbas:

Es sieht sehr danach aus, dass Abbas diese Grafik hochhält, einen Liebling der Israel-Hasser:

Erst einmal ist diese Grafik nachweislich falsch und sogar MSNBC hat sich dafür entschuldigt sie einmal benutzt zu haben.

Aber schaut man genauer hin, dann führt Abbas ein weiteres Leven an Falschheit ins Feld. Obwohl die Grafik identisch mit der oben ist, hat er die vierte Karte nicht mit „2000“ markiert, sondern stattdessen „Trump Plan-Entwurf“. Das ist ebenfalls unverhohlen falsch.

Dies ist die Landkarte des Trump-Friedensplans:

Wie Sie sehen können, weitet sie den Bereich der palästinensisch-arabischen Herrschaft aus.

Was vermutlich der Grund ist, warum Abbas sie nicht nur nicht als fünfte Karte hinzufügte – sie vernichtet das gesamte Argument, das er vorzunehmen versucht.

Jerusalem vor 1967: Ein Blick auf Landkarten von beiden Seiten der Grenze

Zu Ehren des Jerusalem-Tags lädt die Eran Laor Cartographic Collection ein einen Blick auf die Landkarten zu werfen, die die Stadt vor ihrer Wiedervereinigung definierten.

David Cohen, the Librarians, 30. Mai 2019
Das alte und das neue Jerusalem. Karte 1955 veröffentlicht von Steinmatzky.

Neunzehn Jahre lang war die Stadt Jerusalem zwischen Israel und Jordanien geteilt. In dieser Periode sahen Karten der Stadt krass anders aus, als wir sie heute kennen. Ein kurzer Blick auf Touristenkarten, kommerzielle Landkarten und sogar Karten in Zeitungen, die auf beiden Seiten der Grenze veröffentlicht wurden, offenbart das Ausmaß dieser Unterschiede.

Touristenkarte des jordanischen Jerusalem von 1961 (zum Vergrößern bitte im Originaltext anklicken).

„Tote Zone“ – was liegt jenseits der Grenze?

Innerhalb jeder Landkarte gibt es immer eine Art Abstraktion oder Filterung bestimmter Einzelheiten entsprechend der Informationen, die der Kartenmacher der Zielgruppe zu vermitteln versuchte (oder die er vermitteln sollte). Das geilt besonders für Touristenkarten, die durch ihre Natur im Inhalt selektiv sind und nicht unbedingt dem genauen Detail oder Maßstab verpflichtet sind.

Auf diese Weise werden die Grenzen eines kartografierten Gebiets festgelegt werden. Jedes Gebiet, das für die Absicht der Karte nicht relevant ist, wird gewöhnlich, wenn überhaupt, ein einfacher und knapper Weise beschrieben. Wir können an den Karten des geteilten Jerusalem sehen, wie sich das auslebt. In den meisten dieser Karten gibt es keinen Hinweis darauf, was jenseits der Grenze liegt. Es gibt nur eine „tote Zone“, die von einer einzigen, gleichbleibenden Farbe gekennzeichnet ist und alle Details zu Straßen oder Gebäuden auslässt. In einige Fällen gibt es spärliche Anmerkungen, die Details wie Waffenstillstandslinien, entmilitarisierte Zonen, Transittore und Niemandsland angeben.

Jordanische Touristenkarte der Altstadt von Jerusalem, 1960 (zum Vergrößern bitte im Originaltext anklicken).

Israelische Karte von 1958, die das Bild der vorigen Karte vervollständigt (zum Vergrößern bitte im Originaltext anklicken).

Es ist interessant zu sehen, wo die israelischen und jordanischen Landkarten einander widersprechen, sowie wo die Karten übereinstimmen. Jede von ihnen präsentiert eine andere Seite der Stadt, wobei die Trennung zwischen ihnen verläuft.

Ein faszinierendes Beispiel dafür ist eine jordanische Touristen-Karte von 1964. In ihr können wir sehen, wie die technischen Elemente der Kartografie wie die Verwendung von Farben, hilft eine geopolitische Realität auszudrücken. Das „besetzte Gebiet Jerusalems“ wird an der Peripherie der Karte rote markiert, Niemandsland grau und die entmilitarisierte Zone auf dem Skopusberg lila.

Jerusalem, Jordanien – das Heilige Land (zum Vergrößern bitte im Originaltext anklicken).

Neuberechnung der Richtung

Blickt man fünfzig Jahre später zurück, kann die Untersuchung dieser Karten ein Gefühl der Illusion und Desorientierung schaffen.

Eine israelische Touristenkarte von Westjerusalem aus den späten 1950-er Jahren orientierte die Landkarte mit dem Osten nach oben, statt der standardmäßigen Nordorientierung.

Andererseits scheint das Heilige Land auf einer jordanischen Touristenkarte der späten 1960-er Jahre Grenzen und Aspekte zu haben, die der israelischen Definition radikal widersprechen.

Jerusalem von Norden nach Süden. Tel Aviv 1957 (zum Vergrößern bitte im Originaltext anklicken).
Jerusalem als Teil von  Jordanien. Jordanische Karte 1964 (zum Vergrößern bitte im Originaltext anklicken).

Auf anderen Karten werden beide Seiten der Stadt detailliert dargestellt, wobei die Grenzlinie in der Mitte hervorgehoben ist. Diese Karten waren gestaltet, um Touristen ein vollständiges Bild der Stadt zu geben, wurden aber den neuen politischen Realitäten entsprechend angepasst, die nach dem Waffenstillstand im  November 1948 geschaffen wurden.

Eine Bildkarte von Jerusalem, ausgegeben 1955 von Steimatzky, war mit der Trennlinie bedruckt, die Jerusalem durchkreuzte. Das war keine neuen Karte von Jerusalem, sondern eine Neuveröffentlichung einer Karte, die erstmals rund ein Jahrzehnt zuvor veröffentlicht wurde.

Das alte und das neue Jerusalem, Steimatzky 1955 (zum Vergrößern bitte im Originaltext anklicken).

Eine jordanische Touristenkarte, die 1952 in Jerusalem veröffentlicht wurde, zeigt ebenfalls die gesamte Stadt Jerusalem mit einer hindurch verlaufenden Grenzlinie. Sie zeigt jeweils entmilitarisierte Zonen als „von der UNO kontrollierte Gebiete“ sowie „jüdisch kontrolliertes Territorium“ und „Niemandsland“.

Jerusalem in deiner Handfläche, 1952 (zum Vergrößern bitte im Originaltext anklicken).

Zu guter Letzt wurde am 14. Mai 1950 eine Sonderkarte für die Jerusalemer Leser von Ma’ariv zu Ehren des zweiten Jahrestages der Kämpfe um die Stadt gedruckt. Die Karte befand sich auf der Rückseite, zeigte die Stadt, ihre heiligen Stätten, die Hauptstraßen und die Grenzlinien.

Die eingelegte Karte in der Jerusalem-Ausgabe von Ma’ariv vom 14. Mai 1950 (zum Vergrößern bitte im Originaltext anklicken).

Weitere faszinierende historische Landkarten finden Sie beim Besuch der Internetseite der Eran Laor Cartographic Collection.

Die Bezeichnung „Ost-Jerusalem“

Yisrael Medad, 4. Dezember 2017

Im neuesten Bericht – Bericht zu vorbereitenden Aktivitäten 2017 des Büros der Staatsanwaltschaft des Internationalen Kriminalgerichtshofs – betreffs „Palästina“, Punkt 54 auf Seite 12 heißt es:

Im Juni 167 brach zwischen Israel und benachbarten Straßen ein internationaler bewaffneter Konflikt aus (der Sechstage-Krieg), als dessen Ergebnis Israel die Kontrolle über eine Reihe von Territorien gewann, darunter die Westbank und Ost-Jerusalem. Sofort nach dem Ende des Sechstage-Krieges richtete Israel eine Militärverwaltung in der Westbank ein und übernahm Gesetze und Anordnungen, die praktisch israelisches Recht, Gerichtsgewalt und Verwaltung auf Ost-Jerusalem ausweiteten.

Gab es ein Gebilde namens „Ost-Jerusalem“?

Eine recht einfache Frage, nicht wahr?

Hier sind zwei Landkarten von vor 1967 und nach 1948.

Die erste ist eine russische aus dem Jahr 1949:

Die zweite ist eine britische von 1957, aber mit einer Aktualisierung von 1960:*

Die britische Karte schließt genau genommen Neve Ya’akov ein, einen zerstörten und ethnisch gesäuberten jüdischen Moschaw, der im Krieg von 1948 überrannt worden war.

Beide vermerken „Jerusalem“, aber weder „Ost-Jerusalem“ noch „West-Jerusalem“.

Ich nehme an, dass diese Begriffe diplomatische waren, keine geografischen.

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Ein Rechtsanwalt kommentierte mir gegenüber, dass es in Absatz 56 einen Verweis auf „die Stadt Jerusalem“ als eine Gesamteinheit gibt.

Also überprüfte ich das und stellte fest, dass es zusätzliche 12 (!) Male in dem Bericht „Ost-Jerusalem“ steht, darunter einen Abschnitt mit dem Titel „Westbank und Ost-Jerusalem“. Und dass einmal Formulierungen sowohl aus Camp David als auch Oslo verwendet wurde.