Sie lebt seit 73 Jahren im Libanon, aber sie dort wird niemals eingebürgert werden

Elder of Ziyon, 14. Oktober 2021

The New Arab brachte die Kurzbiografie einer 88 Jahre alten Frau, Amna Hasan Mawd, die während des Kriegs von 1948 aus Palästina floh und im Libanon endete.

Am Ende des Interviews sagt Mawd: „Mein Mann hatte auf sein Bild geschrieben, bevor er starb: ‚Ich will in Palästina sterben.‘ Aber er starb als Flüchtling und kehrte nicht nach Palästina zurück und es scheint so, als werde auch ich als Flüchtling sterben.“

Damit soll natürlich gesagt werden, wie schlimm es ist, dass sie nach 73 Jahren immer noch Flüchtling ist. Aber die wahre Frage lautet: Warum ist sie nach 73 Jahren keine Staatsbürgerin des Libanon?

Das könnte natürlich geändert werden. Der Libanon könnte Palästinensern, die dort seit, sagen wir, mehr als 30 oder 50 Jahren wohnen, ganz zu schweigen von 70, die Staatsbürgerschaft anbieten.

Welches Land hält seine Flüchtlinge mehr als sieben Jahrzehnte ohne die Möglichkeit eingebürgert zu werden?

Einen Artikel, der den Libanon dafür kritisierte, wie er mit seinen palästinensischen Flüchtlingen umgeht, wird man ziemlich selten finden. Für andere Flüchtlinge wären das große Nachrichten. Aber es gibt einen ungeschriebenen Vertrag zwischen den Libanesen, Arabern, Menschenrechts-Organisationen und den Medien, dass einzig Israel für 73 Jahre libanesische Misshandlung von Palästinensern verantwortlich gemacht werden kann. Dass Palästinenser als einzige von allen Flüchtlingsgruppen, niemals eingebürgert werden dürfen.

Denn diese Gruppen, die allesamt behaupten sich so sehr um die Menschenrechte der Palästinenser zu sorgen, wollen diese Leute unbegrenzt staatenlos halten, damit sie Kanonenfutter für die schlussendliche Vernichtung Israel werden können.

Der nächste Libanon-Krieg

Er wird ohne Warnung beginnen. Und die Folgen werden wahrscheinlich gewaltig sein.

Matti Friedman, Tablet, 10. September 2021

Die Regeln für die Beobachtung der Grenze zwischen Israel und dem Libanon lautet: Obwohl nichts zu passieren scheint, passiert immer etwas. Zum Beispiel schien an einem Nachmittag nichts zu passieren, den ich vor kurzem entlang des elektrifizierten Zauns in dem Versuch verbrachte, ein Gefühl für den Verlauf der Ereignisse dieses angespannten Sommers zu bekommen und auf einen grünen Gebüsch-Teppich starrte, der sich bis zu einer Gruppe libanesischer Häuser in der Nähe erstreckte. In der Spätsommerhitze war alles ruhig.

Ein Busch direkt hinter dem Zaun raschelte und ein grauer Sonnenhut erschien, gefolgt von einem bärtigen Gesicht und dann von dem zielgerichteten Körper eines jungen Mannes in schwarzem Adidas-Fußballtrikot – Hisbollah, aber bewaffnet nur mit einer Kamera. Jeder, der jemals Zeit in einem Hinterhalt oder im Wachdienst verbracht hat, weiß, wie spannend es ist nach Stunden der Langweile etwas zu tun zu haben und der Mann hatte etwas Federndes im Schritt, als er auf uns zukam. Er hob sein Teleobjektiv an einer Stelle etwa 50m von der Stelle entfernt, von der aus ich mit einem israelischen Offizier und zwei Soldaten zusah. Die Guerillas agieren nicht alleine, aber die Kameraden des Fotografen, vermutlich mit mehr als Kameras ausgerüstet, blieben ungesehen in den Büschen.

Die Hisbollah-Ausgucke, die in den Fenstern des nahegelegenen friedlichen Orts Ayta asch-Schab und im Unterholz verteilt waren, hatten vermutlich den israelischen Geländewagen gesehen, der die Zubringerstraße zur Grenzstellung erklomm und wussten, dass seine vielen Antennen bedeuteten, dass er zu einem Kommandeur gehörte. Sie warteten. Der Offizier war nicht überrascht den Fotografen zu sehen, der ein paar Dutzend Bilder von uns schoss. Wir machten mit den Handys ein paar Aufnahmen von ihm. Die Hisbollah beobachtet die Armee, die die Hisbollah dabei beobachtet, wie sie die Armee beobachtet. „Dieser Sektor ist ein Schachspiel“, sagte der Offizier.

Die Libanon-Front ist selten die größte Sorge der Israelis oder internationaler Zuschauer. Es gibt in der Regel etwas Dringenderes. Aber weise Beobachter lassen diese Grenze nie lange aus den Augen. Wenn man zum Beispiel von dem Punkt, an dem ich dem Hisbollah-Fotografen begegnete, entlang des Höhenzugs nach Westen sieht, ist es möglich die Stelle nahe einer Straßenbiegung zu sehen, wo wie üblich an einem Tag 2019 nichts im Gang zu sein schien, an dem die Armee einen Angriffstunnel der Hisbollah freilegte, der 80m unter die Erde ging und Treppenstufen zu einem Ausgang hatte, der 250m innerhalb des israelischen Territoriums lag. Ein Schild in dem Tunnel lautete: „Nach Jerusalem“. Die Guerillas hatten ihn Jahre lang gegraben. Die Armee zerstörte ihn zusammen mit fünf anderen, die an anderen Stellen entlang des Zauns offengelegt wurden. Die Wahrnehmung der Grenze ebbte ab, wie das so läuft, aber jeder, der aufpasst, weiß, dass die Hisbollah hart am Werk ist und hart daran arbeitet das zu verbergen. Hier und da werden flüchtige Einblicke möglich. Letztes Jahr explodierte, was ein ziviles Haus im Ort Ain Qana zu sein schien, als ein Waffenlager der Hisbollah detonierte. Und vor ein paar Monaten veröffentlichte die Armee im Versuch, die Aufmerksamkeit auf das zu lenken, was unter der zivilen Landschaft des Libanon zu sein schien, Fotos dessen, was als weiteres Waffenversteck identifiziert wurde. Dieses, im Dorf Ebba, wurde in einem zivilen Gebäude direkt neben einer Schule verborgen.

In diesem Sommer ist anders, dass manche der wichtigen Veränderungen auf der libanesischen Seite jetzt leichter zu sehen sind. Der Libanon ist lange eine Hülse von Land gewesen, ein Sammelsurium konkurrierender Sekten und Lager, aber heute bedroht eine Wirtschaftskrise die Überreste des Staates in einen wahren Zusammenbruch zu drücken. Die jungen Israelis im Ausguck können es mit bloßem Auge sehen. Nehmen wir zum Beispiel den Ausguck Nurit, eine von den Grenzstellungen, die ich mit dem Offizier besuchte. (Nurit bedeutet „Butterblume“, ein merkwürdiger Name für einen militärischen Posten, aber die Armee hat ihren Stellungen hier immer schon ländlich-idyllische Namen gegeben. Ich verbachte einen Teil meines eigenen Militärdienstes Ende 1990 im Libanon an einem Ort namens Kürbis.) Die Soldaten des Vorpostens schauten jede Nacht auf die Lichter des nahe gelegenen Ayta Asch-Schab. Aber jetzt ist das Dorf größtenteils dunkel, weil es selten Strom gibt. Der Preis für Treibstoff hat sich erst letzten Monat fast verdoppelt und ein paar Tage vor meiner Begegnung mit dem Fotografen wurden zwei libanesische Zivilisten bei einer Schießerei an einer Tankstelle getötet. Ein paar Tage später starben mehr als zwei Dutzend, als ein Tanklastwagen unter weiterhin unklaren Umständen explodierte. Bäckereien strampeln sich ab um die Öfen in Gang zu halten, Supermärkte werfen das Fleisch weg, weil sie den Strom für die Kühlung nicht haben und die Hälfte der Leute im Land – rund 3 Millionen – leben unter der Armutsgrenze und sinkt weiter.

Das Rinnsal verzweifelter Zivilisten, die versuchen über die Grenze nach Israel zu kommen – einige sudanesische Migranten und andere Ausländer, aber auch libanesische Bürger – hat zugenommen. Sie werden in der Regel von jungen Soldatinnen erspäht, die in Räumen voller Bildschirme sitzen und die Kameras und Sensoren verfolgten und dann von den Patrouillen der Pionierbrigade abgefangen werden, die im Moment für den Zaun in diesem Sektor verantwortlich sind. Ich traf ein paar der sonnenverbrannten 20-Jährigen der Brigade, die am Tor zur Basis direkt westlich von Butterblume, dem Außenposten Livneh („Birke“), an ihrem Humvee herumlungerten, unter hoch aufragenden Betonsperren, die errichtet wurden, um die Blicklinie und Kugeln aus dem nur ein paar Meter entfernten Libanon zu blockieren.

Aus dem westlichen Galiläa die Zickzack-Straße zum Grenzgrat hinaufzufahren bringt einen aus Israel hinaus in eine hoch gelegene Welt, die das Gefühl gibt irgendwo anders zu sein – eine Art Zwischenland, das fast mehr libanesisch als israelisch erscheint. Unten im Tiefland gibt es Strände und Restaurants, in denen man den Libanon und die Hisbollah vergessen kann, aber nicht hier oben. Israelische Zivilisten leben so nah am Zaun wie die Soldaten, aber anders als Soldaten werden sie nie abgelöst. An Orten wie dem Kibbuz Adamit haben Leute, die Hühner und Äpfel ziehen, ein halbes Jahrhundert Gewalt durchlebt, die in beide Richtungen über die Grenze ging. Es gab in den 1970-ern und 1980-ern Infiltrationen durch palästinensische Terroristen wie den Angriff auf einen zivilen Bus bei Avivim, bei dem 12 Zivilisten, darunter 9 Kinder, getötet wurden; oder den auf den Kindergarten des Kibbuz Misgav Am oder den auf die Schule in Ma’alot. Es gab Dutzende.

Dann kam 1978 Israels erster größerer Vorstoß gegen palästinensische Kämpfer im Libanon, als die Libanesen sich in einem 15-jährigen Bürgerkrieg zerfleischten; dann die große, verbockte israelische Invasion von ’82, den Ersten Libanonkrieg; dann die 18 Jahre niedrigschwelliger Kämpfe in Israels „Sicherheitszone“ im Südlibanon, die den Untergang der Palästinensergruppen und den Aufstieg der schiitischen Armee Hisbollah und ihrer Geldgeber aus dem Iran erlebten. Diese Periode, die die israelische Regierung schließlich erst dieses Jahr offiziell als Krieg anerkannte, endete im Jahr 2000 mit einem ungeregelten Abzug über Nacht und der Preisgabe von Israels lokalen libanesischen Verbündeten, gefolgt von einer Übernahme durch die Hisbollah noch am selben Tag. Vom Sommer 2021 aus betrachtet handelte es sich um ein Ereignis, das in seiner Natur, wenn auch natürlich nicht im Umfang, an den US-Abzug aus Afghanistan erinnert. Dem Abzug im Jahr 2000 folgten kleine Angriffe und Infiltrationen – drei auf einer Patrouille getötete Soldaten, ein in Westgaliläa ermordeter Hirte, der seine Herde hütete, zwei Armee-Techniker, die am Außenposten Butterblume von einer Antenne heruntergeschossen wurden – und dann im Sommer 2006 der zweite Libanonkrieg.

Direkt unterhalb des Postens Birke, ein paar Schritte vom Elektrozaun entfernt, hielt ich das Auto an der Stelle der Straße an, wo ein Hisbollah-Team die Grenze im Sommer 2006 überquerte und eine Routine-Patrouille Reservisten überraschte, von denen sie zwei Leichen als Druckmittel für Verhandlungen in den Libanon verschleppte. Ein israelischer Panzer eilte beim Posten Butterblume in Position, was die Hisbollah antizipierte, weil sie ein genaues Auge auf Manöver der Armee gehabt hatte: Ein Sprengsatz zerstörte den Panzer und tötete die gesamte Besatzung.

Im folgenden Monat wurde Nordisrael von tausenden Raketen getroffen und Teile des Libanon wurden von der israelischen Luftwaffe verheert. Ich berichtete über diesen Krieg, lebte im armierten „Schutzraum“ meiner Eltern direkt südlich der Grenze in Nahariya, das zur Geisterstadt wurde, weil die Einwohner nach Süden flohen. Seitdem hat jeder hier auf den „nächsten Krieg“ gewartet, der als von vorneherein feststehend betrachtet und allgemein im Vorhinein als weit schlimmer als der letzte beschrieben wird. Das Raketenarsenal der Hisbollah ist heute größer und tödlicher als vor 15 Sommern und im nächsten Krieg wird es nicht nur Nordisrael sein, das in ihrer Reichweite liegt. Die Schirmherren der Hisbollah im Iran sind heute stärker ermutigt als 2006, während unsere Schirmherren, die Amerikaner, durcheinander und angeschlagen sind. Wir sind stark und mächtig und die Hisbollah hat das Überraschungselement. Es wird wahrscheinlich kein Vorspiel geben. Der nächste Krieg wird wie der letzte beginnen, plötzlich, wenn nichts zu passieren scheint.

Dan Kohn lebt seit 50 Jahren im Kibbuz Adamit. Im letzten Krieg, als die meisten Leute aus der Grenzregion in den Süden evakuiert wurden, bleiben er und die anderen Einwohner vor Ort. Sie befinden sich so nahe am Zaun, dass die Geschosse der Hisbollah über ihre Köpfe hinweg flogen. Nichts traf den Kibbuz, bis zum letzten Tag, als eine Katjuscha-Rakete den Daewoo Super Racer von Kohns Sohn zerstörte, den dieser ein paar Minuten zuvor geparkt hatte. Wie die meisten Israelis hat Kohn beträchtliche Achtung vor der Hisbollah. „Wenn sie über den Zaun kommen, dann wird das nicht nur mit zwei oder drei Leuten sein wie bei den Palästinensergruppen früher“, sagte er. Es werden mehrere Dutzend sein. Die Armee hat gewarnt, dass der nächste Krieg einen Versuch der Hisbollah beinhalten wird eine ganze israelische Gemeinde zu besetzen und zu halten, wenn auch nur für ein paar Stunden oder einen Tag. Dieser Kibbuz wäre ein offensichtliches Ziel. Das wäre nicht so schwer. Die Armee zerstörte sechs Tunnel unter der Grenze. „Aber manchmal frage ich mich, ob sie den siebten fanden“, sagte Kohn.

Die Einwohner von Adamit treffen sich regelmäßig mit Offizieren der Armee, die ihnen versichert haben, dass Soldaten sie im Fall eines Eindringens der Hisbollah innerhalb von Minuten erreichen werden. „Ich glaube ihnen kein Wort“, sagte Kohn mir, aber er schien nicht allzu besorgt. Der Libanon mit seiner bezaubernden Landschaft und der Tendenz unangenehme Überraschungen zu liefern, ist einfach Teil seines Lebens. Er unternahm mit mir eine Fahrt entlang des Zauns, am benachbarten Beduinendorf Aramscheh vorbei, dessen israelische Einwohner Verwandte auf der libanesischen Seite haben. Wir sahen die blauen, mit den Buchstaben „UN“ bemalten Metallfässer, die die internationale Grenze markieren. Ein weißer UNO-Hubschrauber flog über uns hinweg, Teil der zahnlosen internationalen Streitkraft, die den Frieden entlang der Grenze aufrecht erhalten soll, aber nichts gegen die Hisbollah unternehmen kann. An diesem Nachmittag würde der Pilot zweifellos berichten, dass nichts im Gang war.

Als ich am 4. August zum Treffen mit Kohn in Adamit fuhr, berichtete das Radio von einem Angriff mit drei im Libanon gestarteten Raketen, die einer Palästinensergruppe zugeschrieben wurde. Israel reagierte mit Luftangriffen, die auch niemanden verletzte und dann schoss die Hisbollah eine Salve von 19 Raketen über die Grenze, das erste Mal seit dem Krieg von 2006, dass sie die Verantwortung für einen solchen Angriff übernahm. Es war ein einzigartiger Schritt. Als Zeichen des zunehmenden Stresses innerhalb des Libanon wurde die Hisbollah-Mannschaft, die die Raketen geschossen hatte, von wütenden drusischen Dorfbewohnern festgehalten und aufgemischt, die begriffen, dass ihr Leben in Gefahr war, wenn die Israelis zurückschießen. Einer der Drusen filmte das und stellte das Video online. Auch das war einzigartig.

Die Ereignisse demonstrieren die gewaltige Kluft zwischen den Sorgen der Israelis und dem, was westliche Beobachter beschäftigt. Israel hat jetzt Stellvertreter des Iran und seiner Verbündeten an seinen Grenzen mit dem Libanon, Syrien und dem Gazastreifen und wird regelmäßig mit Raketen aus den Gebieten beschossen, die es im Jahr 2000 im Südlibanon und 2005 im Gazastreifen verlassen hat. Seit dem Krieg mit der Hisbollah 2006 und mehrere Runde der Kämpfe mit der Hamas hindurch hat die Propaganda dieser Gruppen in westlichen Gesellschaften und Hauptstädten Fuß gefasst. Die Hisbollah scheinen, wie die Hamas und wie die Iranier, die beide unterstützen, ein genaues Verständnis des wirren intellektuellen Moments in den USA und von dem ideologischen Trubel zu haben, was von der westlichen Presse übrig ist.

Sie verstehen, dass der Raketenstart aus dem zivilen Hinterhof im Gazastreifen oder dem Libanon nicht gefilmt werden wird; die beim israelischen Gegenschlag getöteten Unschuldigen werden von Dutzenden Filmteams festgehalten, dann wie Supermodels und ein paar Kongressmitgliedern unter #IsraeliGenocide (israelischer Völkermord) getwittert. Ein Waffenlager der Hisbollah direkt neben einer Schule löst ein Schulterzucken aus; seine Zerstörung durch einen israelischen Jet wird Thema einer „Untersuchung“ durch Human Rights Watch und eines Foto-Essays in der New York Times sein, in dem ein einzelner leerer Schultisch unbeschädigt und pittoresk im Schutt steht. Das Drehbuch ist bereits geschrieben. Javad Zarif, bis vor kurzem iranischer Außenminister, hat gelernt Israel nicht als Affront für die Sorte des fundamentalistischen Islam des Regimes zu verurteilen, sondern als solchen für die Menschenrechte, das humanitäre Völkerrecht und das Internationale Recht“ und immer mehr Westler glauben, das mache Sinn. All das war von Israels Feinden im letzten Krieg im Gazastreifen im Mai effektiv eingesetzt – und alles wird im nächsten Libanonkrieg mit größerer Kraft eingesetzt, wann immer der stattfindet.

Ich verbrachte Zeit an der Grenze mit Oberstleutnant Yitzhak Huri, der stellvertretender Kommanfeur der Armeebrigade in diesem Sektor ist. Ich fragte ihn, ob er denkt, dass der Zerfall des Libanon und die Verzweiflung seiner Bürger Krieg mehr oder weniger wahrscheinlich macht. Wird die Krise die Libanesen zu Rückziehern bewegen, um weiteres Chaos zu vermeiden oder alles aufs Spiel zu setzen? „Wenn jemand nichts zu verlieren hat, dann weißt du nicht, wozu er in der Lage ist“, sagte Huri. „Dasselbe gilt für Länder.“

Dieselbe Frage stellte ich dem Libanon-Beobachter David Daoud, der in eine jüdische Familie in Beirut geboren wurde und in Washington DC lebt, wo er mit dem Atlantic Council und der Lobbygruppe United Against a Nuclear Iran arbeitet. Die Hisbollah hat nie gewollt, dass der Libanon ein erfolgreicher Staat „wie Isarel oder Sinagpur“ ist, sagte Daoud, denn das würde ihre Autonomie einschränken. Aber gleichzeitig, sagte er, würde den Interessen der Organisation nicht mit einem weiteren Bürgerkrieg oder der Art von staatlichem Zusammenbruch gedient sein, der durch einen Krieg mit Israel zu diesem Zeitpunkt beschleunigt herbeigeführt würde. Die Gruppe, denkt Daoud, würde vermutlich eher versuchen die aktuelle Krise zu nutzen, um sich stärker in den Mittelpunkt des Lebens ihrer Anhänger zu stellen, indem sie tut, was sie immer getan hat: Dienste bieten, die vom Staat angeboten werden sollten, aber nicht werden. Die Hisbollah verteilt bereits Brot und Sprit und sie spielt ihre Karten gut, wird gestärkt daraus hervorgehen. „Die Krise hat die Hisbollah nicht geschwächt, aber sie hat sie in einem Ausmaß eingeschränkt, dass sie an der Grenze verantwortungsvoll handeln muss“, sagte Daoud.

Das ist z.B. der Grund, dass Hisbollahführer Hassan Nasrallah schnell verkündete, dass die Salve von 19 Raketen vor kurzem gewollt in offenes Gelände geschossen worden sei, nicht auf israelische Zivilisten oder gar Soldaten. Er versucht seinen Anhängern Stärke zu projizieren, besteht darauf, dass er keine Angst vor Krieg hat, während er sein Handeln so justiert, dass keine Explosion eintritt, die er nicht zu handhaben in der Lage sein wird. Aber es ist ein riskantes Spiel. Beide Seiten mögen keinen Krieg wollen, aber das bedeutet nicht, dass es keinen geben wird. Die Dinge könnten leicht außer Kontrolle geraten, egal wie eng jede Seite die andere beobachtet.

Was sehen Israelis, wenn wir in den Libanon blicken? Einen Ort mit wunderschönen Wäldern und Stränden, wo unterschiedliche Leute sich einen Streifen der levantinischen Küste teilen, einen, der so erfolgreich hätte sein können wie Israel, wenn nicht erfolgreicher – die „Schweiz des Ostens“, wie die Leute in den 1950-er und 1960-er Jahren sagten. Manche von uns sehen ein Land, das eine Arena für fehlgeleitete israelische Politik oder der Hintergrund eines starken Kapitels unseres Lebens als junge Soldaten. Viele sehen eine ständige Bedrohung.

Es gibt aber eine andere Geschichte, die wir diesen Sommer jenseits des Zauns sehen könnten, während wir uns abstrampeln aus einer nie da gewesenen Zeit der politischen Funktionsstörung bei uns selbst, mit vier Wahlen in zwei Jahren und keinem Staatshaushalt, mit politischen Führungskräften, die versucht haben uns zu überzeugen einander als Feinde zu betrachten und mit internen Spaltungen, die sich als weniger überbrückbar anfühlen als jemals zuvor. Der Libanon ist ein Land, das sich erlaubte ausgehöhlt zu werden. Seine unterschiedlichen Religionsgemeinschaften versäumten es eine nationale Geschichte um Staatsbürgerschaft zu schaffen, die andere Loyalitäten verdrängt und der Staat war gelähmt, bis das zerbrechliche Gefüge sich zersetzte, bis die Kräfte des Fortschritts nachließen oder auswanderten und durch religiöse und Stammesmächte ersetzt wurden, die der Moderne nicht nur gleichgültig gegenüber waren, sondern offen verachten. Es handelt sich um den Zusammenbruch eines Staates, der eines der Themen dieser Region in unserer Zeit ist. Die Auflösungskräfte sind in Israel schwächer als im Libanon, aber sie sind vorhanden und werden siegen, wenn wir sie lassen. Der Nachbar auf der anderen Seite des Zauns ist nicht nur ein Problem oder eine Bedrohung. Der Libanon ist eine eventuelle Zukunft.

Warum machen drusische Dorfbewohner im Libanon den Job der UNO?

Emanuel Miller, HonestReporting, 9. August 2021

Zum ersten Mal seit dem Zweiten Libanon-Krieg (2006) hat die Hisbollah die Verantwortung für auf Israel geschossene Raketen übernommen. Am Freitag wurden 19 Raketen von vom Iran unterstützten Terrororganisationen geschossen.

Die Zahl hatte problemlos höher sein können.

Als drusische Bürger eines Dorfes im südlichen Libanon Hisbollah-Kämpfer ausmachten, umzingelten sie die Terroristen und vertrieben sie, wobei sie sie wütend beschuldigten aus einem zivilen Bereich heraus geschossen zu haben.

Der Libanon, der seit Jahren unter einer Wirtschaftskrise aufgrund von Korruption und iranischer Einmischung leidet, steht am Rande des Zusammenbruchs. Weit verbreitete Stromknappheit ist alltäglich und die Währung hat im Lauf des letzten Jahres beträchtlich an Wert verloren.

Das Letzte, was der Libanon braucht, ist ein Krieg mit Israel, aber die Hisbollah hat ein Arsenal von tausenden Raketen und hat gezeigt, dass er Israel angreifen kann.

UNIFIL, die UNO-Friedensschützer-Truppe in der Region, muss ihren Job tun und die Hisbollah davon abhalten den völligen Zusammenbruch des Landes herbeizuführen.

Weitere Informationen zu den Vereinten Nationen und warum ihnen nicht getraut werden kann den Frieden zu erhalten, finden Sie in den folgenden Quellen (auf Englisch):

Gedankenverlorenes Territorium: Israel hortet Juden, lässt Araber ihre traditionellen Massaker nicht verüben

„Krawalle sind nicht mehr dasselbe ohne lokale Juden, die man zum Sündenbock machen, verprügeln, vergewaltigen und ausplündern kann.“

PreOccupied Territory, 7. Juli 2021

Damaskus – Aktivisten und Regierungsvertreter aus der gesamten Region beschuldigten heute weiter den jüdischen Staat fast alle Juden des Nahen Ostens für sich selbst zu behalten, wodurch nur eine symbolische Anzahl in den verschiedenen es umgebenden Ländern verblieben ist und diese Gesellschaften der Gelegenheit beraubt seien den ehrwürdigen Brauch des Zusammentreibens von Juden auszuüben, um sie zu töten oder sich zumindest einem tobenden Mob anzuschließen, der jeden Juden, der ihm über den Weg läuft, ausraubt, vergewaltigt, verprügelt und ermordet.

Syrien, der Libanon, Ägypten und Jordanien – Israels unmittelbare Nachbarn – weisen eine jüdische Bevölkerung von vielleicht ein paar Dutzend auf, in einer Region, in der einst seit uralten Zeiten mehr als eine Million Juden lebten. Die Gründung Israels 1948 und seine erfolgreiche Verteidigung gegen örtliche irreguläre Kämpfer und eindringende Truppen aus fünf Ländern entfachte die Vertreibung von hunderttausenden Juden aus der gesamten Region, von denen viele in Israel aufgenommen wurden. Fortgesetzte Verfolgung der verbliebenen Juden in der Levante und darüber hinaus reduzierte deren Anzahl in diesen Ländern, während ihre Zahl in Israel stetig zunahm; heute beträgt Israels jüdische Bevölkerung mehr als sechs Millionen, die die Streitkräfte des Staates stur verteidigen und großangelegte Tötungen verhindern, die einst als wichtiges Ventil für umgebende Bevölkerungen dienten, um Aggression zu bekunden, wodurch diese Bevölkerungen ohne den Jahrhunderte alten Weg da stehen Wut, Überlegenheit oder einfach nur Langeweile zum Ausdruck zu bringen, indem sie durch die Straßen der Stadt marodieren und Juden niederknüppeln.

„Das ist nur ein Beispiel dafür, wie die Zionisten unsere Kultur auslöschen“, klagte der syrische Minister für religiöse Minderheiten, Butjur Nichtmuslim. „Allerlei Aktivisten versuchen ohnehin Juden aus der Entfernung zu töten, aber diese Zahlen sind immer enttäuschend. Nichts wie der Farhud [die Massaker in Bagdad 1941]; es wurden noch nicht einmal Dutzende Juden getötet wie in Hebron 1929. Unsere Lebensart verschwindet. Das ist eine Art ethnische Säuberung, wenn Sie mal darüber nachdenken. Denkmalschützer sollten Kampagnen betreiben, um uns die traditionellen Massaker vollführen zu lassen.“

„Krawalle sind nicht mehr dasselbe ohne die lokalen Juden zu Sündenböcken machen, verprügeln, vergewaltigen und ausplündern zu können“, gestand der libanesische Aktivist Mustafa Massakir ein. „Es gab einmal eine Zeit, da füllte das eine ganze Woche aus, aber heute, glaube ich, haben wir keine Juden mehr im Land dafür. Jedenfalls nicht genug für ein anständiges, altmodisches Massaker, das dem traditionellen Vorwurf „Juden töten nichtjüdische Kinder und nutzen ihr Blut für Matzen“ entstammt. Wir müssen uns damit zufrieden geben den jüdischen Staat zu beschuldigen er töte arabische Kids; das mag zwar auf seine eigene Weise befriedigend sein, aber es besteht eine gewisse Impotenz darin, nicht in der Lage zu sein als Teil des Rituals seine Nachbarn zu töten.“

Zwei getötete Palästinenser, von denen Sie nichts hörten

David Lange, Israelycool, 6. Juni 2021

Naharnet berichtet über etwas, das bisher von den Mainstream-Medien ignoriert wurde, obwohl tote palästinensische Araber dazugehören.

 

Zwei Einzelpersonen wurde während bewaffneter Zusammenstöße im palästinensischen Flüchtlingslager al-Raschidiye im Süden in der Stadt Tyros getötet, berichtete die National News Agency am Sonntag.

NNA sagte, am Sonntag brachen schwere Zusammenstöße zwischen Palästinenserfraktionen im Lager aus.

Die Kampfhandlungen weiteten sich aus und neben Maschinengewehren wurden Panzerfäusten und RPGs eingesetzt, gab die Agentur an.

Der Fernsehsender MTV sagte, die Zusammenstöße brachen zwischen Drogendealern in dem Viertel Al-SAfouri und in nahe gelegenen Gebieten aus, wobei zwei Personen tot und mehrere andere verletzt zurückblieben.

Wenn Palästinenser einander töten, ist das keine Nachricht. Wenn keine Juden beschuldigt werden können, ist hier nichts zu sehen, gehen Sie weiter.

Update: Aus dem bisher einzigen anderen Bericht dazu:

Palästinenser im Libanon haben seit dem Bürgerkrieg von 197r bis 1990 versucht unter dem Rada zu bleiben, was manche für den Beginn [der Zusammenstöße] verantwortlich machten.

Die libanesischen Gesetze diskriminieren Palästinenser, denen nicht gestattet wird Staatsbürger zu werden und denen verboten ist in den meisten Angestelltenberufen zu arbeiten sowie Land zu kaufen.

Wir haben nie gehört, dass die sogenannten „Propalästinenser“ sich über den Umgang mit den palästinensischen Arabern im Libanon beschweren.

 

Als die Juden aus dem Land Israel im Libanon Urlaub machten

Es gab eine Zeit, in der die Küstenstädte und verschneiten Gipfel des Libanon führende Touristen-Ziele für jüdische Einwohner des Mandats Palästina waren.

Amit Naor, the Librarians, 9. August 2020

Aus der Ephemera-Sammlung der Nationalbibliothek Israels

Als Ergebnis der berühmten Sykes-Picot-Vereinbarung wurde im Nahen Osten eine Linie gezogen, die Israel, Transjordanien und den Irak, die den Briten gegeben wurden, von Syrien und dem Libanon trennte, die den Franzosen gegeben wurden. Diese Grenze war nicht so unflexibel wie die modernen Grenzen, die wir heute kennen. Obwohl es natürlich Spannungen gab, waren diese hauptsächlich zwischen den verschiedenen ethnischen und religiösen Gruppen zu spüren, darunter Arabern und Juden. Wenn es zu Beziehungen zwischen den jeweiligen Regierungen kam, die im Mandat Palästina und dem Libanon (und Syrien) herrschten, waren die Verbindungen freundschaftlich: Handelsgüter wurden von einem Ort an den anderen geschickt, die von den Osmanen gelegten Eisenbahngleise verbanden ferne Länder und am wichtigsten: die Menschen reisten frei durch die Region.

Als Ergebnis davon besuchten, so wie in den Tagen des osmanischen Reichs jüdische Händler, Bürger des Mandats Palästina – Juden wie Araber – zwischen Jerusalem, Damaskus, Halab und Beirut weiter ihre Nachbarn im Norden, als sie unter britischer Herrschaft lebten. Insbesondere die lokale Tourismus-Industrie florierte in diesem Zeitraum. Der Libanon wurde als faszinierendes und attraktives Ziel betrachtet: seine Strände im Süden, die pulsierende Metropole Beirut und die schönen, schneebedeckten Berge – ein im Nahen Osten seltener Anblick. Die hebräische Presse und Schwarzen Bretter waren angefüllt mit Werbung, die jüdische Leser ansprachen in den Libanon zu kommen und dort zu entspannen.

Aus der Ephemera-Sammlung in der Nationalbibliothek Israels

In den Zeitungen wurden regelmäßig hunderte verlockender Illustrationen und Werbung veröffentlicht. Reklame für die vielen Hotels des Landes betonten das kühle, fast europäische Wetter und die Zedern, die man vom Fenster aus sehen konnte. Den Touristeneinrichtungen wurden oft französische Namen gegeben, um ihr Prestige in den Augen der Urlauber zu heben. So wie heutige Werbung betonte sie die kurzen Wege von Beirut aus und versprachen großzügige Unterkünfte zu erschwinglichen Preisen.

„Sammeln Sie Kraft und Gesundheit im Libanon – Vergnügen und Komfort zu geringen Kosten“, aus Do‘ar Hayom, 14. Juni 1935

Reklame, die für das Grand Hotel Casino in Ain Sofar wirbt und die modernsten Gerätschaften verspricht – einen Aufzug, Zentralheizung, koschere europäische Küche, 5-Uhr-Tee – alles beaufsichtigt vom „Wiener Management“, für gerade mal 55 Francs pro Tag; aus Do‘ar Hayom, 29. Juli 1934

Was zog potenzielle hebräische Touristen sonst noch an? Skifahren! Im wasserarmen Land Israel gab es nicht viele Orte mit Schnee, an denen man diesem beliebten europäischen Hobby nachgehen konnte, aber im Libanon florierte Wintersport, selbst noch im Frühling. Aus Europa wurden Skilehrer geholt und das Versprechen so nah an Zuhause Schnee zu genießen zog viele an.

Eine Reklame für Ski-Reisen nach Sofar im Libanon mit zwei schweizerischen Skilehrern; aus Do‘ar Hayom, 5. März 1935.

Der verschneite Gipfel des Jabal al-Barouk in den Schuf-Bergen, Libanon, 1929. Aus dem Archiv der Hebrew Reali School in Haifa, Bitumna-Sammlung.

Sagen wir also, Sie hätten beschlossen Ihren Sommerurlaub im Libanon zu verbringen – wie wären Sie dorthin gekommen? Sie hätten natürlich den Zug nehmen können, aber warum sich damit zufriedengeben? Touristen wurden an Bord eines der Schiffe eingeladen, die aus dem Hafen von Haifa ausliefen und auf dem Weg nach Beirut und darüber hinaus in verschiedenen Häfen anlegten. Sie hätten auch mit dem Bus reisen können – diese fuhren ab dem Zentralen Busbahnhof in Tel Aviv. Das Egged-Museum zeigt immer noch Reise-Fahrscheine an diese exotischen Zielorte. Und für mehrere hundert palästinensische Pfund (Lira) konnten Sie sogar von Haifa aus ein Taxi nehmen.

Aus der Ephemera-Sammlung in der Nationalbibliothek von Israel.

Auf dem Weg nach Baalbek, 1929. Foto: Jenka Ratner, Bitmuna-Sammlung.

Natürlich konnte man seinen Urlaub auf einer organisierten Reise verbringen. Das Reiseunternehmen kümmerte sich um alles. So konnten Sie sicher sein, dass Sie kein bedeutendes Reiseziel oder Attraktion verpassen. Wohin fuhren diese Touristen? Man hatte nie von einer vollständigen Reise in den Libanon ohne eine Tour durch die Küstenstädte, eine Fahrt in die libanesischen Berge und zu guter Letzt den Besuch der uralten Ruinen von Baalbek gehört.

Eine Reklame wirbt für eine organisierte zehntägige Rundreise in den „Libanon, den Alawitenstaat und Syrien“, einschließlich Stopps in Beirut, Tripolis, Aleppo und Damaskus. Aus der Ephemera-Sammlung in der Nationalbibliothek Israels.

Zweifelsohne galt der Libanon für viele als attraktives, faszinierendes Reiseziel. In den 1930-er Jahren war die Konkurrenz so stark, dass Hotels sogar jüdische Urlauber mit dem Versprechen von koscherem Essen lockten. Hebräische Zeitungen veröffentlichten Reklame für den Kauf von Partnerschaftsanteilen an diesen Hotels und oft wurden Vorträge zur Geografie Syriens und des Libanon von ranghohen Referenten, Lehrenden und Geografen der hebräischen Gemeinde im Mandat Palästina gehalten.

Werbung, die die libanesischen Hotels mit koscherem Essen auflistet; aus Ha‘aretz, 1. Juli 1935.

Offenbar war diese Praxis so weit verbreitet, dass für Sommerreisen in den Libanon auch in den frühen Tagen der arabischen Revolte von 1936 bis 1939 noch geworben wurde. Es scheint jedoch so, als ob während dieses Zeitraums einige Hotels bankrott gingen. Ein Hotel in Metula am Nordende des Landes Israel hießt „Der Schnee des Libanon“ (Scheleg-HaLevanon) und lud die lokalen Urlauber ein in seine Räumlichkeiten zu kommen, statt das Geld in solchen harten Zeiten im Ausland auszugeben.

Das Hotel Der Schnee des Libanon in Metula; Bitmuna-Sammlung.

Werbung für Reisen in den Libanon wurde sogar noch während des Zweiten Weltkriegs geschaltet, obwohl nach der Eroberung Frankreichs durch die Deutschen Feindsoldaten in Syrien und dem Libanon stationiert waren. Nachdem der Libanon aber 1943 seine Unabhängigkeit erhielt, wurden die Reisen wieder aufgenommen, wenn auch in geringerem Ausmaß wegen der Eskalation des jüdisch-arabischen Konflikts in dem, was immer noch das Mandat Palästina war.

Werbung aus dem Jahr 1945, die für eine einwöchige Reise nach Syrien und in den Libanon warb. Aus der Ephemera-Sammlung in der Nationalbibliothek Israels.

Natürlich machten der Unabhängigkeitskrieg und die Gründung des Staates Israel diesem beliebten Zeitvertreib ein Ende. Und bis wir das Skifahren auf den Hängen des Schuf-Gebirges oder Sonnenbaden an den Stränden Beiruts wieder aufnehmen können, laden wir diejenigen von ihnen, die sich vielleicht an eine Familienreise in den Libanon erinnern können, ein uns hier in den Kommentaren, auf Facebook oder Twitter davon zu erzählen.

Hisbollah betrauert tragischen Verlust von Sprengstoff

The Mideast Beast, 7. August 2020

Bild von The Nation auf https://bit.ly/2F1ckhK

Mit dem feierlichen Gelöbnis wieder aufzubauen, was das Land verloren hat, hielt Hisbollah-Generalsekretär Hassan Nasrallah am Donnerstag eine sehr emotionale Rede zum tragischen Verlust von tausenden Tonnen Sprengstoff-Material während der vier Explosionen im Hafen von Beirut.

„Glaubt mir, als ich sage, dass niemand diese Tragödie heftiger empfindet als ich und meine Hisbollah-Genossen“, sagte Nasrallah in einem aufgezeichneten Video. „Wie jeder andere auch konnte ich, als ich das furchtbare Video der Explosion sah, einzig daran denken, wie viele Millionen Kilogramm Sprengstoff-Material vernichtet worden waren und wie viele Bomben mit diesem Material hätten gebaut werden können.“

Nasrallah beendete das Video mit einer Botschaft der Hoffnung; er versprach entweder den Hafen wieder aufzubauen oder einen anderen Weg zu finden, um illegal Waffen ins Land zu schmuggeln.

„Wir werden nicht ruhen, bis jedes Gramm zerstörtes Sprengstoff-Material ersetzt worden ist und wieder gefährlich nahe eines dicht besiedelten Bevölkerungszentrums voller unschuldiger Zivilisten gelagert ist“, versprach Nasrallah. „Und wir werden mit jeder Faser unseres Seins diejenigen bekämpfen, die diese Tragödie als Rechtfertigung nutzen die politische Führung unseres Landes durch kompetenten und verantwortliche Regierung zu ersetzen.“