Gedankenverlorenes Territorium: Israel hortet Juden, lässt Araber ihre traditionellen Massaker nicht verüben

„Krawalle sind nicht mehr dasselbe ohne lokale Juden, die man zum Sündenbock machen, verprügeln, vergewaltigen und ausplündern kann.“

PreOccupied Territory, 7. Juli 2021

Damaskus – Aktivisten und Regierungsvertreter aus der gesamten Region beschuldigten heute weiter den jüdischen Staat fast alle Juden des Nahen Ostens für sich selbst zu behalten, wodurch nur eine symbolische Anzahl in den verschiedenen es umgebenden Ländern verblieben ist und diese Gesellschaften der Gelegenheit beraubt seien den ehrwürdigen Brauch des Zusammentreibens von Juden auszuüben, um sie zu töten oder sich zumindest einem tobenden Mob anzuschließen, der jeden Juden, der ihm über den Weg läuft, ausraubt, vergewaltigt, verprügelt und ermordet.

Syrien, der Libanon, Ägypten und Jordanien – Israels unmittelbare Nachbarn – weisen eine jüdische Bevölkerung von vielleicht ein paar Dutzend auf, in einer Region, in der einst seit uralten Zeiten mehr als eine Million Juden lebten. Die Gründung Israels 1948 und seine erfolgreiche Verteidigung gegen örtliche irreguläre Kämpfer und eindringende Truppen aus fünf Ländern entfachte die Vertreibung von hunderttausenden Juden aus der gesamten Region, von denen viele in Israel aufgenommen wurden. Fortgesetzte Verfolgung der verbliebenen Juden in der Levante und darüber hinaus reduzierte deren Anzahl in diesen Ländern, während ihre Zahl in Israel stetig zunahm; heute beträgt Israels jüdische Bevölkerung mehr als sechs Millionen, die die Streitkräfte des Staates stur verteidigen und großangelegte Tötungen verhindern, die einst als wichtiges Ventil für umgebende Bevölkerungen dienten, um Aggression zu bekunden, wodurch diese Bevölkerungen ohne den Jahrhunderte alten Weg da stehen Wut, Überlegenheit oder einfach nur Langeweile zum Ausdruck zu bringen, indem sie durch die Straßen der Stadt marodieren und Juden niederknüppeln.

„Das ist nur ein Beispiel dafür, wie die Zionisten unsere Kultur auslöschen“, klagte der syrische Minister für religiöse Minderheiten, Butjur Nichtmuslim. „Allerlei Aktivisten versuchen ohnehin Juden aus der Entfernung zu töten, aber diese Zahlen sind immer enttäuschend. Nichts wie der Farhud [die Massaker in Bagdad 1941]; es wurden noch nicht einmal Dutzende Juden getötet wie in Hebron 1929. Unsere Lebensart verschwindet. Das ist eine Art ethnische Säuberung, wenn Sie mal darüber nachdenken. Denkmalschützer sollten Kampagnen betreiben, um uns die traditionellen Massaker vollführen zu lassen.“

„Krawalle sind nicht mehr dasselbe ohne die lokalen Juden zu Sündenböcken machen, verprügeln, vergewaltigen und ausplündern zu können“, gestand der libanesische Aktivist Mustafa Massakir ein. „Es gab einmal eine Zeit, da füllte das eine ganze Woche aus, aber heute, glaube ich, haben wir keine Juden mehr im Land dafür. Jedenfalls nicht genug für ein anständiges, altmodisches Massaker, das dem traditionellen Vorwurf „Juden töten nichtjüdische Kinder und nutzen ihr Blut für Matzen“ entstammt. Wir müssen uns damit zufrieden geben den jüdischen Staat zu beschuldigen er töte arabische Kids; das mag zwar auf seine eigene Weise befriedigend sein, aber es besteht eine gewisse Impotenz darin, nicht in der Lage zu sein als Teil des Rituals seine Nachbarn zu töten.“

Zwei getötete Palästinenser, von denen Sie nichts hörten

David Lange, Israelycool, 6. Juni 2021

Naharnet berichtet über etwas, das bisher von den Mainstream-Medien ignoriert wurde, obwohl tote palästinensische Araber dazugehören.

 

Zwei Einzelpersonen wurde während bewaffneter Zusammenstöße im palästinensischen Flüchtlingslager al-Raschidiye im Süden in der Stadt Tyros getötet, berichtete die National News Agency am Sonntag.

NNA sagte, am Sonntag brachen schwere Zusammenstöße zwischen Palästinenserfraktionen im Lager aus.

Die Kampfhandlungen weiteten sich aus und neben Maschinengewehren wurden Panzerfäusten und RPGs eingesetzt, gab die Agentur an.

Der Fernsehsender MTV sagte, die Zusammenstöße brachen zwischen Drogendealern in dem Viertel Al-SAfouri und in nahe gelegenen Gebieten aus, wobei zwei Personen tot und mehrere andere verletzt zurückblieben.

Wenn Palästinenser einander töten, ist das keine Nachricht. Wenn keine Juden beschuldigt werden können, ist hier nichts zu sehen, gehen Sie weiter.

Update: Aus dem bisher einzigen anderen Bericht dazu:

Palästinenser im Libanon haben seit dem Bürgerkrieg von 197r bis 1990 versucht unter dem Rada zu bleiben, was manche für den Beginn [der Zusammenstöße] verantwortlich machten.

Die libanesischen Gesetze diskriminieren Palästinenser, denen nicht gestattet wird Staatsbürger zu werden und denen verboten ist in den meisten Angestelltenberufen zu arbeiten sowie Land zu kaufen.

Wir haben nie gehört, dass die sogenannten „Propalästinenser“ sich über den Umgang mit den palästinensischen Arabern im Libanon beschweren.

 

Als die Juden aus dem Land Israel im Libanon Urlaub machten

Es gab eine Zeit, in der die Küstenstädte und verschneiten Gipfel des Libanon führende Touristen-Ziele für jüdische Einwohner des Mandats Palästina waren.

Amit Naor, the Librarians, 9. August 2020

Aus der Ephemera-Sammlung der Nationalbibliothek Israels

Als Ergebnis der berühmten Sykes-Picot-Vereinbarung wurde im Nahen Osten eine Linie gezogen, die Israel, Transjordanien und den Irak, die den Briten gegeben wurden, von Syrien und dem Libanon trennte, die den Franzosen gegeben wurden. Diese Grenze war nicht so unflexibel wie die modernen Grenzen, die wir heute kennen. Obwohl es natürlich Spannungen gab, waren diese hauptsächlich zwischen den verschiedenen ethnischen und religiösen Gruppen zu spüren, darunter Arabern und Juden. Wenn es zu Beziehungen zwischen den jeweiligen Regierungen kam, die im Mandat Palästina und dem Libanon (und Syrien) herrschten, waren die Verbindungen freundschaftlich: Handelsgüter wurden von einem Ort an den anderen geschickt, die von den Osmanen gelegten Eisenbahngleise verbanden ferne Länder und am wichtigsten: die Menschen reisten frei durch die Region.

Als Ergebnis davon besuchten, so wie in den Tagen des osmanischen Reichs jüdische Händler, Bürger des Mandats Palästina – Juden wie Araber – zwischen Jerusalem, Damaskus, Halab und Beirut weiter ihre Nachbarn im Norden, als sie unter britischer Herrschaft lebten. Insbesondere die lokale Tourismus-Industrie florierte in diesem Zeitraum. Der Libanon wurde als faszinierendes und attraktives Ziel betrachtet: seine Strände im Süden, die pulsierende Metropole Beirut und die schönen, schneebedeckten Berge – ein im Nahen Osten seltener Anblick. Die hebräische Presse und Schwarzen Bretter waren angefüllt mit Werbung, die jüdische Leser ansprachen in den Libanon zu kommen und dort zu entspannen.

Aus der Ephemera-Sammlung in der Nationalbibliothek Israels

In den Zeitungen wurden regelmäßig hunderte verlockender Illustrationen und Werbung veröffentlicht. Reklame für die vielen Hotels des Landes betonten das kühle, fast europäische Wetter und die Zedern, die man vom Fenster aus sehen konnte. Den Touristeneinrichtungen wurden oft französische Namen gegeben, um ihr Prestige in den Augen der Urlauber zu heben. So wie heutige Werbung betonte sie die kurzen Wege von Beirut aus und versprachen großzügige Unterkünfte zu erschwinglichen Preisen.

„Sammeln Sie Kraft und Gesundheit im Libanon – Vergnügen und Komfort zu geringen Kosten“, aus Do‘ar Hayom, 14. Juni 1935

Reklame, die für das Grand Hotel Casino in Ain Sofar wirbt und die modernsten Gerätschaften verspricht – einen Aufzug, Zentralheizung, koschere europäische Küche, 5-Uhr-Tee – alles beaufsichtigt vom „Wiener Management“, für gerade mal 55 Francs pro Tag; aus Do‘ar Hayom, 29. Juli 1934

Was zog potenzielle hebräische Touristen sonst noch an? Skifahren! Im wasserarmen Land Israel gab es nicht viele Orte mit Schnee, an denen man diesem beliebten europäischen Hobby nachgehen konnte, aber im Libanon florierte Wintersport, selbst noch im Frühling. Aus Europa wurden Skilehrer geholt und das Versprechen so nah an Zuhause Schnee zu genießen zog viele an.

Eine Reklame für Ski-Reisen nach Sofar im Libanon mit zwei schweizerischen Skilehrern; aus Do‘ar Hayom, 5. März 1935.

Der verschneite Gipfel des Jabal al-Barouk in den Schuf-Bergen, Libanon, 1929. Aus dem Archiv der Hebrew Reali School in Haifa, Bitumna-Sammlung.

Sagen wir also, Sie hätten beschlossen Ihren Sommerurlaub im Libanon zu verbringen – wie wären Sie dorthin gekommen? Sie hätten natürlich den Zug nehmen können, aber warum sich damit zufriedengeben? Touristen wurden an Bord eines der Schiffe eingeladen, die aus dem Hafen von Haifa ausliefen und auf dem Weg nach Beirut und darüber hinaus in verschiedenen Häfen anlegten. Sie hätten auch mit dem Bus reisen können – diese fuhren ab dem Zentralen Busbahnhof in Tel Aviv. Das Egged-Museum zeigt immer noch Reise-Fahrscheine an diese exotischen Zielorte. Und für mehrere hundert palästinensische Pfund (Lira) konnten Sie sogar von Haifa aus ein Taxi nehmen.

Aus der Ephemera-Sammlung in der Nationalbibliothek von Israel.

Auf dem Weg nach Baalbek, 1929. Foto: Jenka Ratner, Bitmuna-Sammlung.

Natürlich konnte man seinen Urlaub auf einer organisierten Reise verbringen. Das Reiseunternehmen kümmerte sich um alles. So konnten Sie sicher sein, dass Sie kein bedeutendes Reiseziel oder Attraktion verpassen. Wohin fuhren diese Touristen? Man hatte nie von einer vollständigen Reise in den Libanon ohne eine Tour durch die Küstenstädte, eine Fahrt in die libanesischen Berge und zu guter Letzt den Besuch der uralten Ruinen von Baalbek gehört.

Eine Reklame wirbt für eine organisierte zehntägige Rundreise in den „Libanon, den Alawitenstaat und Syrien“, einschließlich Stopps in Beirut, Tripolis, Aleppo und Damaskus. Aus der Ephemera-Sammlung in der Nationalbibliothek Israels.

Zweifelsohne galt der Libanon für viele als attraktives, faszinierendes Reiseziel. In den 1930-er Jahren war die Konkurrenz so stark, dass Hotels sogar jüdische Urlauber mit dem Versprechen von koscherem Essen lockten. Hebräische Zeitungen veröffentlichten Reklame für den Kauf von Partnerschaftsanteilen an diesen Hotels und oft wurden Vorträge zur Geografie Syriens und des Libanon von ranghohen Referenten, Lehrenden und Geografen der hebräischen Gemeinde im Mandat Palästina gehalten.

Werbung, die die libanesischen Hotels mit koscherem Essen auflistet; aus Ha‘aretz, 1. Juli 1935.

Offenbar war diese Praxis so weit verbreitet, dass für Sommerreisen in den Libanon auch in den frühen Tagen der arabischen Revolte von 1936 bis 1939 noch geworben wurde. Es scheint jedoch so, als ob während dieses Zeitraums einige Hotels bankrott gingen. Ein Hotel in Metula am Nordende des Landes Israel hießt „Der Schnee des Libanon“ (Scheleg-HaLevanon) und lud die lokalen Urlauber ein in seine Räumlichkeiten zu kommen, statt das Geld in solchen harten Zeiten im Ausland auszugeben.

Das Hotel Der Schnee des Libanon in Metula; Bitmuna-Sammlung.

Werbung für Reisen in den Libanon wurde sogar noch während des Zweiten Weltkriegs geschaltet, obwohl nach der Eroberung Frankreichs durch die Deutschen Feindsoldaten in Syrien und dem Libanon stationiert waren. Nachdem der Libanon aber 1943 seine Unabhängigkeit erhielt, wurden die Reisen wieder aufgenommen, wenn auch in geringerem Ausmaß wegen der Eskalation des jüdisch-arabischen Konflikts in dem, was immer noch das Mandat Palästina war.

Werbung aus dem Jahr 1945, die für eine einwöchige Reise nach Syrien und in den Libanon warb. Aus der Ephemera-Sammlung in der Nationalbibliothek Israels.

Natürlich machten der Unabhängigkeitskrieg und die Gründung des Staates Israel diesem beliebten Zeitvertreib ein Ende. Und bis wir das Skifahren auf den Hängen des Schuf-Gebirges oder Sonnenbaden an den Stränden Beiruts wieder aufnehmen können, laden wir diejenigen von ihnen, die sich vielleicht an eine Familienreise in den Libanon erinnern können, ein uns hier in den Kommentaren, auf Facebook oder Twitter davon zu erzählen.

Hisbollah betrauert tragischen Verlust von Sprengstoff

The Mideast Beast, 7. August 2020

Bild von The Nation auf https://bit.ly/2F1ckhK

Mit dem feierlichen Gelöbnis wieder aufzubauen, was das Land verloren hat, hielt Hisbollah-Generalsekretär Hassan Nasrallah am Donnerstag eine sehr emotionale Rede zum tragischen Verlust von tausenden Tonnen Sprengstoff-Material während der vier Explosionen im Hafen von Beirut.

„Glaubt mir, als ich sage, dass niemand diese Tragödie heftiger empfindet als ich und meine Hisbollah-Genossen“, sagte Nasrallah in einem aufgezeichneten Video. „Wie jeder andere auch konnte ich, als ich das furchtbare Video der Explosion sah, einzig daran denken, wie viele Millionen Kilogramm Sprengstoff-Material vernichtet worden waren und wie viele Bomben mit diesem Material hätten gebaut werden können.“

Nasrallah beendete das Video mit einer Botschaft der Hoffnung; er versprach entweder den Hafen wieder aufzubauen oder einen anderen Weg zu finden, um illegal Waffen ins Land zu schmuggeln.

„Wir werden nicht ruhen, bis jedes Gramm zerstörtes Sprengstoff-Material ersetzt worden ist und wieder gefährlich nahe eines dicht besiedelten Bevölkerungszentrums voller unschuldiger Zivilisten gelagert ist“, versprach Nasrallah. „Und wir werden mit jeder Faser unseres Seins diejenigen bekämpfen, die diese Tragödie als Rechtfertigung nutzen die politische Führung unseres Landes durch kompetenten und verantwortliche Regierung zu ersetzen.“

Palästinenser laufen Gefahr zu verhungern – im Libanon. Also werden Sie in den Medien davon nichts lesen.

Elder of Ziyon, 2. Januar 2020


Die Apartheid gegen Palästinenser im Libanon wird immer schlimmer – aber da Israel nicht beteiligt ist, gibt auch niemand vor mit ihnen solidarisch zu sein.

Yassir Ali, Mitglied des Generalsekretariats der Volkskonferenz für Palästinenser im Ausland, warnte vor „dem Schreckgespenst der Hungersnot“ in Palästinenserlagern im Libanon.

Er erklärte, dass die Arbeitslosenrate in den Lagern, in denen Palästinenser zu leben gezwungen sind, sich 2019 von 56% auf 65% verschlechterte und die Armutsrate sich von 65% auf 80% verschlimmerte.

Palästinenser im Libanon sind von etwa 73 Kategorien an Jobs im Libanon ausgeschlossen, was der Grund dafür ist, dass ihre Arbeitslosigkeits- und Armutsraten so hoch liegen.

Zusätzlich, sagte Ali, wird Palästinensern von libanesischen Banken nicht erlaubt Gelder abzuheben oder sich auch nur Gelder aus dem Ausland überweisen zu lassen.

Eine große Zahl der Flüchtlinge ist hauptsächlich von den Auslandsüberweisungen ihrer Kinder abhängig, die auf etwa 100 Millionen Dollar jährlich geschätzt werden. Die meisten bei der UNRWA „registrierten Flüchtlinge“ im Libanon haben den Libanon schon vor langer Zeit verlassen; vor ein paar Jahren waren von 470.000 gelisteten tatsächlich nur 174.000 im Libanon. Heute sind die Zahlen wahrscheinlich noch niedriger, weil junge Palästinenser im Libanon buchstäblich keine Zukunft haben.

Zusätzlich gibt es rund 20.000 syrische palästinensische Flüchtlinge, die sich immer noch im Libanon befinden; auch sie sind gezwungen in denselben übervölkerten Lagern zu leben wie die anderen Palästinenser.

Palästinenser im Libanon veranstalten massive Demonstrationen, um zu erreichen, dass ihnen dieses Jahr mehr Jobs möglich sind, heißt es von Ali. Aber als die größeren Demonstrationen gegen die Regierung begannen, entschieden die Palästinenser ihre eigenen Proteste einzustellen, weil ihre Lage so prekär ist und sie nicht wollten, dass es so aussieht, als würden sie Partei ergreifen. Immerhin hassen die meisten Libanesen ihre palästinensischen „Gäste“ und die armen Palästinenser wollen es für sich und ihre Familien nicht noch schlimmer machen.

Der Libanon ist für Palästinenser nach jedem Maßstab der schlimmste Ort der Welt. Diskriminierung ihnen gegenüber ist im Libanon gesetzlich verankert. Ihnen ist es nicht erlaubt Land zu kaufen oder auch nur ihre Häuser zu erweitern. Sie werden von der Bevölkerung gehasst. Sie würden liebend gerne in der Westbank oder sogar im Gazastreifen leben.

Aber wie oft sehen Sie irgendeinen Artikel über Palästinenser im Libanon? Wie viele NGOs, die vorgeben sich um die Palästinenser zu sorgen, erwähnen die Lage im Libanon überhaupt? Wann war das letzte Mal, dass Human Rights Watch über die Palästinenser im Libanon twitterte?

Die traurige Tatsache lautet: Wenn Juden nicht beteiligt sind, schert man sich den Teufel um die Palästinenser. 5.000 wurden in Syrien getötet – die Medien schweigen. In der Westbank herrscht Korruption – niemand kümmert das. Christen haben den Gazastreifen wegen Verfolgung durch Muslime praktisch alle verlassen – aber ihre einzige Erwähnung in den Meiden erfolgt, wenn Israel ihre Weihnachtsreisen einschränkt.

Zu praktisch jedem Menschen und jeder Gruppe, die sagen, dass sie pro-palästinensisch sind, wird mit dieser Geschichte und anderen bewiesen, dass sie nichts dergleichen sind. Sie sind schlicht antiisraelisch. Und der einzige Grund, dass irgendjemand sich mehr um Israels Umgang mit den Palästinensern kümmert als um den weit schlimmeren Umgang mit ihnen im Libanon, ist der gute, altmodische Antisemitismus.

Der Zweite Libanonkrieg und asymmetrische Kriegsführung

Dov Lipman, HonestReporting, 27. Oktober 2019

Ein israelischer Polizist rennt nur Momente nach einer Salve Katjuscha-Raketen der Hisbollah an einem brennenden Strommast vorbei, die während des zweiten Libanonkriegs am 13. Juli 2006 Nahariya trafen. (Foto: Roni Schutzer/Getty Images)

Lange vor dem zweiten Libanonkrieg, schon 1968, nutzte die palästinensische Befreiungsorganisation den südlichen Libanon als Startrampe für Raketenangriffe auf israelische Städte. Die Israelischen Verteidigungskräfte waren 1982 in den Libanon vorgestoßen, um die Terror-Infrastruktur zu zerstören, die für diese Angriffe verantwortlich war; dann zog sie sich im Jahr 2000 nach Unterdrückung der Bedrohung ab.

Aber in den darauf folgenden Jahren rüstete die Terrororganisation Hisbollah mit der militärischen und finanziellen Unterstützung durch den Iran auf. Ab dem Jahr 2000 bis zum Sommer 2006 griff die Hisbollah Israel mit Artillerie und grenzüberschreitenden Vorstößen circa 200-mal an, tötete Dutzende Israelis und verletzte mehr als 100.

Hisbollah löst den Zweiten Libanonkrieg aus

Am 12. Juli 2006 schossen Hisbollah-Terroristen in einem nicht provozierten Angriff Raketen aus dem Südlibanon auf israelische Grenzstädte, wodurch fünf israelische Zivilisten verletzt wurden.

Dieser Raketenangriff war eine aber nur Ablenkung für einen anderen Angriff.

Bei einem sorgfältig geplanten Überfall schoss eine Hisbollah-Einheit eine Panzerbekämpfungs-Rakete auf zwei IDF-Fahrzeuge, die an der israelisch-libanesischen Grenze Patrouille fuhren. 3 israelische Soldaten wurden getötet. Die Hisbollah entführte zwei israelische Reservesoldaten – den 31-jährigen Doktoranden am Technion und frisch verheirateten Ehud Goldwasser sowie den 26-jährigen Jurastudenten Eldad Regev. Fünf weitere IDF-Soldaten wurden im Libanon bei einem sofortigen Versuch die entführten Soldaten zu retten getötet.

Eldad Regev und Ehud Goldwasser

Israel begann Hisbollah-Ziele zu bombardieren, ebenso Brücken und Straßen im Libanon; damit sollte verhindert werden, dass die Hisbollah die entführten Soldaten weit von der Grenze weg schafft.

Der zweite Libanonkrieg war in vollem Gange.

Die Hisbollah kündigte an, dass sie Goldwasser und Regev freilassen würde, wenn Israel libanesische „Gefangene“ frei ließe, die in Israel festgehalten wurden. Auf der Liste der Hisbollah stand auch Samir Kuntar, der für einen besonders grausamen Anschlag von 1979 verantwortlich war. Kuntar drang aus dem Libanon nach Israel ein, brach in ein israelisches Wohnhaus ein, entführte den 31-jährigen Danny Haran und seine vierjährige Tochter Einat. An einem nahe gelegenen Strand erschoss Kuntar Danny; dann tötete er Einat, indem er ihren Kopf gegen die Felsen schlug.

Israel betrachtete die Entführung von Regev und Goldwasser durch die Hisbollah als Kriegsakt, verhängte eine Luft- und Seeblockade über den Libanon, begann massive Luftangriffe auf Hisbollah-Ziele, gefolgt von einer Bodeninvasion.

Raketenangriffe auf Israel

Vom Iran und Syrien bewaffnet bombardierte die Hisbollah israelische Städte mit Raketen. Während des einmonatigen zweiten Libanonkriegs feuerte die Hisbollah mehr als 4.000 Raketen auf israelische Städte – über 100 pro Tag. Etwa ein Viertel landete in zivilen Bereichen von Haifa, Kiryat Schmona, Safed, Tiberias und Nazareth. Eine Million Israelis musste in der Nähe von Luftschutzbunkern bleiben und 250.000 Einwohner waren gezwungen die Städte im Norden in Richtung sicherer Gebiete außerhalb der Raketenreichweite  zu verlassen.

Die Raketenangriffe der Hisbollah verursachten in Israel zahlreiche Waldbrände. Es wird geschätzt, dass es 50 bis 60 Jahre dauern wird die 16.500 Morgen vernichteter Wälder wiederherzustellen.

Einwohner von Nahariya mussten während der Angriffe der Hisbollah mit Katjuscha-Raketen aus dem Libanon 2006 in einem Luftschutzbunker bleiben. (Foto: Mosche Milner, Gefälligkeit des israelischen GPO.)

Die Hisbollah startete diese Raketen aus zivilen Bereichen im südlichen Libanon und lagerte ihre Munition in Wohngebieten. Das gefährdete die libanesische Bevölkerung, weil Israel versuchte die Raketen und ihre Abschussrampen zu zerstören. Israel warf Flugblätter ab, die die Zivilisten informierten, sie sollten Bereiche verlassen, die es bombardieren musste.

Während Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch und Amnesty International Israel wegen der Beschießung libanesischer Zivilisten und der Anwendung von unverhältnismäßiger Gewalt verurteilten, fasst Washington Post-Kolumnist Richard Cohen zusammen, warum die Anschuldigungen haltlos waren:

Die schrecklichen Konsequenzen von Verhältnismäßigkeit sind so klar, dass man sich fragt, ob das nicht nur ein Feigenblatt für allgemein antiisraelische Gefühle ist. Jeder, der sich im Nahen Osten ein wenig auskennt, weiß, dass Verhältnismäßigkeit Wahnsinn ist. Für Israel, ein kleines Land in Reichweite, wie wir herausfinden, einer aus dem Hinterhof eines Feindes gefeuerten Rakete, ist Verhältnismäßigkeit nicht nur nicht anwendbar, sondern Selbstmord. Das Letzte, was es brauchen kann, ist ein Abnutzungskrieg. Es reicht nicht, diese oder jene Raketenbatterie auszuschalten. Es muss Abschreckung wieder herstellen: Gibst du mir eine Ohrfeige, werde ich die das Licht ausknipsen.

Israel braucht dringend solche Abschreckung, seit es im Jahr 2000 aus dem Libanon und – vor kurzem – aus dem Gazastreifen abzog. Im Libanon geriet es praktisch in einen proportionalen Kreislauf aus Zuschlagen und Zurückschlagen mit der Hisbollah. Das kostete Israel 901 Tote und die Hisbollah verkündete 1.375, zu nahe an Pari, um eine nachhaltige Unterscheidung zu schaffen. Wie immer die Zahlen aussahen, es ändert die Tatsache nicht, dass israelische Wehrpflichtige oder Reservisten nicht glauben, dass Tod und Märtyrertum dasselbe sind. Auf Juden warten im Himmel keine Jungfrauen.

Eine Artillerieeinheit der IDF feuert 2006 von einer Stellung an der Nordgrenze auf Hisbollah-Ziele. (Foto: Mosche Millner, Gefälligkeit des GPO)

Die israelische Regierung erklärte wiederholt, sie kämpfe nicht gegen den Libanon, sondern nur gegen die Terrorinfrastruktur der Hisbollah. Da sich Waffenlager, Raketenwerfer sowie Kommando- und Kontrollzentren in oder sehr nahe von Häusern, Krankenhäusern, Schulen, Moscheen und allgemeiner Infrastruktur befanden, war der Schaden für den Libanon erheblich und unvermeidlich.

Die israelische Luftwaffe flog während des Monats der Kämpfe 11.897 Kampfeinsätze – mehr als während des Yom Kippur-Kriegs und fast doppelt so viele Einsätze wie im ersten Libanonkrieg. Die IDF verschoss 170.000 Artilleriegranaten, mehr als doppelt so viele wie während des Yom Kippur-Kriegs. 130.000 Häuser im Libanon in dem Bereich, aus dem Raketen gefeuert wurden, wurden beschädigt. 650 Kilometer Straßen, 73 Brücken und 900 Wirtschaftsgebäude wurden zerstört. Dank der Hisbollah-Doktrin sich in Zivilisten einzubetten wurde der zweite Libanonkrieg eine Fallstudie asymmetrischer Kriegsführung. Dr. Shaul Shay erklärte asymmetrische Kriegsführung so:

In asymmetrischen Konflikten sind demokratische Staaten – die typischerweise gewisse moralische Werte hoch halten – gezwungen, nichtstaatliche Akteure zu bekämpfen, die sich nicht an rechtliche oder humanitären Verpflichtungen gebunden verstehen. Trotz der gegenteiligen Propaganda schätzt Israel menschliches Leben wert, während nichtstaatliche Akteure wie die Hamas oder Al-Qaida regelmäßig humanitäre Prinzipien als bewusste Strategie missbrauchen, indem sie sowohl ihre eigene Zivilbevölkerung als auch die des sich verteidigenden Staates größeren Risiken aussetzen. Dass solche Terrorgruppen wie Hamas und Hisbollah aus dicht besiedelten Gebieten heraus agieren, illustriert diese Tatsache.

Israel erhielt breite Unterstützung, von westlichen Ländern bis zu arabischen Staaten. Saudi-Arabien erklärte, die Hisbollah sei allein verantwortlich für den Krieg. Die Vereinigten Arabischen Emirate Bahrain, Ägypten, Jordanien, Kuwait, der Irak und die Palästinensische Autonomiebehörde stimmten der saudischen Beschreibung des Angriffs der Hisbollah auf Israel als „unerwartet, unangemessen und unverantwortlich“ zu.

Nachbermerkungen zum Krieg

Während des Krieges wurden 121 IDF-Soldaten und 46 israelische Zivilisten getötet, davon 19 israelische Araber. Mehr als 4.000 Israelis wurden verletzt. Israel tötete mindestens 600 Hisbollah-Terroristen und verletzte 1.500. Um die 500 Libanesen starben während der Kämpfe und mehr als 2.500 wurden verletzt. Die Kämpfe endeten am 14. August mit einem von der UNO vermittelten Waffenstillstand. Der UNO-Sicherheitsrat genehmigte die Resolution 1701, die die Entwaffnung der Hisbollah forderte, den Rückzug der IDF aus dem Libanon und dass die libanesischen Streitkräfte und eine vergrößerte UNIFIL (United Nations Interim Force in Lebanon) im südlichen Libanon stationiert werden sollten.

Leider erklärten sowohl die libanesische Armee als auch UNIFIL, dass sie nichts tun würden um die Hisbollah zu entwaffnen. Wie erwartet bewaffnete die Hisbollah sich wieder und nur zehn Jahre nach dem Krieg hatte sie bereits 100.000 Raketen, die jeden Ort in Israel erreichen können. 2019 entlarvte und neutralisierte die IDF eine Reihe von die Grenze querenden Tunneln der Hisbollah, von denen UNIFIL eingestand, dass sie die Resolution 1701 verletzen.

Hisbollah-Führer Hassan Nasrallah sagte New TV in einem Interview vom 27. August 2006: „Wenn es auch nur eine einprozentige Chance gegeben hätte, dass die Gefangennahme vom 11. Juli zu dem geführt hätte, was geschah, hätte ich das gemacht? Ich würde sagen nein, absolut nicht.“

Noch trauriger ist, dass Israel nicht in der Lage war, die gefangenen Soldaten zu finden. Da man nicht wusste, ob Goldwasser und Regev noch lebten, stimmte Israel zwei Jahre später einem Gefangenenaustausch zu, der die Freilassung von Samir Kuntar beinhaltete. Die Tür des Fahrzeugs, in dem die beiden israelischen Soldaten sich befanden, öffnete sich und zwei Särge wurden herausgeholt, die die sterblichen Überreste der beiden Soldaten beinhalteten.

Es gab zwar erhebliche Kritik aus dem israelischen politischen und zivilen Establishment bezüglich der Schwierigkeit, die eine mächtige Armee hatte eine kleinere und weniger gut ausgerüstete Terrororganisation wie die Hisbollah zu besiegen, aber israelische Offizielle weisen auf die Tatsache hin, dass die starke Antwort der IDF die israelische Abschreckung wiederherstellte.