Führende Heuchler preisen Castro und verurteilen Israel

ManfredGerstenfeldManfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Als Fidel Castro, Kubas langjähriger Herrscher, im Dezember 2016 starb, veröffentlichte die Washington Post einen Kommentar zu seinen zahlreichen Verbrechen. Der Autor schrieb, dass Castro „politische Rivalen tötete, Erschießungskommandos nutzte um tausende Kubaner zu töten, Terrorismus förderte, sich mit den schlimmsten Diktatoren der Welt verbündete, Konzentrationslager und Gefängnisse in nie da gewesenem Tempo baute, sie bis an die Grenzen füllte, wobei er einen höheren Prozentsatz seines eigenen Volks einkerkerte als die meisten modernen Diktatoren einschließlich Stalin, Folter und außergerichtliche Tötungen duldete und dazu ermutigte.[1] Die Einstufung Kubas als Staatssponsor des Terrorismus durch das US-Außenministerium wurde erst 2015 aufgehoben, sieben Jahre nachdem Castro Kubas Präsidentenamt abgab.[2]

Wir sind nicht in der Lage gewesen eine Einschätzung von Menschenrechtsorganisationen zu finden, wie viele Zehntausende während seiner Regierungsjahre als Premierminister (1959 bis1967) und Präsident (1976 bis 2008) ohne ordentliche Gerichtsverfahren getötet wurden. Dennoch hätten ihn seine Zeit an der Macht und die begangenen Verbrechen zu einem idealen ständigen Ziel für die Berichterstattung über die unter seiner Herrschaft geschehenen schweren Menschenrechtsverletzungen gemacht haben sollen.

Daher war zu erwarten, dass angelegentlich des Todes Castros ein großes Spektrum demokratischer Regierungen, Politiker und anderer aus das Verbrechertum des verstorbenen kubanischen Führers hinweisen würden. In Wirklichkeit fallen die Reaktionen auf Castros Tod aber in drei Kategorien: positive, negative und neutrale bzw. zurückhaltende.

Was die Castro gegenüber negativ Eingestellten angeht, so kam die stärkste Reaktion von Donald Trump. Er sagte: „Heute begeht die Welt das Ableben eines brutalen Diktators, der sein Volk fast sechs Jahrzehnte lang unterdrückte. Fidel Castros Vermächtnis ist eines aus Erschießungskommandos, Diebstahl, unvorstellbarem Leiden, Armut und der Verweigerung von Menschenrechten.“[3] Senator Ted Cruz sagte: „Fidel Castros Tod kann seine Tausende Opfer nicht zurückbringen, auch nicht ihren Familien Trost spenden. Heute erinnern wir uns an sie und ehren die mutigen Seelen, die den einsamen Kampf gegen die brutale kommunistische Diktatur führten, die er Kuba auferlegte.“[4]

Die Liste derer, die über Kubas grausamen Herrscher Positives zu sagen hatten, ist weit länger. In diesem Artikel können nur ein paar Beispiele angeführt werden. Russlands Präsident Wladimir Putin sagte: „Fidel Castro war ein ernster und verlässlicher Freund Russlands. Er leistete einen enormen Beitrag zur Bildung und Entwicklung der russisch-kubanischen Beziehungen, enger strategischer Kooperation in allen Bereichen.“[5]

Südafrikas Präsident Jacob Zuma hatte warme Worte, dankte dem kubanischen Führer für seine Hilfe und Unterstützung im Kampf zur Überwindung der Apartheid. „Präsident Castro identifizierte sich mit unserem Kampf gegen die Apartheid. Er inspirierte das kubanische Volk sich unserem Kampf anzuschließen. Als Möglichkeit Präsident Castro zu erinnern müssen die starken Bande der Solidarität, Zusammenarbeit und Freundschaft, die zwischen Südafrika und Kuba bestehen, beibehalten und gehegt werden.“[6]

Irlands Präsident Michael D. Higgins sagte: „An Fidel Castro wird man sich als einen Giganten unter den Weltführern erinnern, dessen Sicht nicht nur eine von Freiheit für sein Volk war, sondern für alle unterdrückten und ausgegrenzten Völker des Planeten.“[7] Präsident Mahmud Abbas von der palästinensischen Autonomiebehörde bejubelte den verstorbenen kubanischen Revolutionspräsidenten als Führer, „der sein Leben mit dem Kampf für die Sache der Gerechtigkeit verbrachte“.[8]

Justin Trudeau, Kanadas Premierminister, dessen Vater eine lebenslange Beziehung zu Fidel Castro hatte, betrieb Schönfärberei. Seine Kommentare zu Castro waren positiver als die der meisten westlichen Führungskräfte; er sagte: „Fidel Castro war ein herausragender Führer, der seinem Volk fast ein halbes Jahrhundert diente. Als legendärer Revolutionär und Redner brachte Herr Castro beträchtliche Verbesserungen für die Bildung und die Gesundheitsversorgung seines Inselstaates.“[9]

Diese Äußerung löste in Kanada eine Menge Kritik aus. Nach dem öffentlichen Aufschrei entschied sich Trudeau an Castros Beerdigung nicht teilzunehmen.[10] Spaniens Premierminister Mariano Rajoy schickte Kubas Regierung und Volk sein Beileid über Twitter, wo er Castro als „eine Person von historischer Bedeutung“ beschrieb.[11]

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker twitterte: „Mit dem Tod von Fidel Castro hat die Welt einen Mann verloren, der für viele ein Held war.“[12] Der ehemalige US-Präsident Jimmy Carter sagte: „Rosalynn und ich teilen unsere Anteilnahme mit der Familie Castro und dem kubanischen Volk zum Tod Fidel Castros.“[13]

Jeremy Corbyn, Parteichef der britischen Labour Party, dessen verquaste Urteile während des letzten Jahres häufig entlarvt worden sind, sagte: „Fidel Castros Tod markiert den Abgang einer riesigen Persönlichkeit der modernen Geschichte, nationalen Unabhängigkeit und des Sozialismus des 20. Jahrhunderts.“[14] Die Labor Party schickte Schatten-Außenministerin Emily Thornberry zur Beerdigung.[15]

Die amerikanische Hetzbewegung Black Lives Matter, die Israel fälschlich des Völkermords bezichtigt, pries Fidel Castro: „Obwohl kein Führer ohne Fehler ist, müssen wir die Rhetorik der Rechten zurückdrängen und El Commandante verteidigen.“[16] Für diese Heuchler spielte das Leben der vielen Kubaner, die Castro tötete, offensichtlich keine Rolle.

Die dritte Gruppe besteht aus neutraleren oder zurückhaltenden Äußerungen. UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon sagte: „In dieser Zeit der nationalen Trauer biete ich die Unterstützung der Vereinten Nationen an, an der Seite des Volks der Insel zu arbeiten.“[17] Der französische sozialistische Präsident François Hollande betrauerte den Verlust einer wichtigen Persönlichkeit der Weltbühne und heißt die Annäherung zwischen Havanna und Washington willkommen, während er Sorgen in Sachen Menschenrechte unter dem Regime Castro vermerkte. „Fidel Castro war eine überragende Persönlichkeit des 20. Jahrhunderts. Er war die Mensch gewordene kubanische Revolution, sowohl in ihren Hoffnungen als den folgenden Enttäuschungen“, sagte Hollande.[18]

Frankreich fand es allerdings nötig bei der Beerdigung repräsentiert zu sein. Es hatte Ségolène Royal geschickt, die sozialistische Umweltministerin. In ihrer Zeit in Kuba erklärte sie, dass „es auf Kuba keine politischen Gefangenen gibt“ und bezeichnete Castros Regime als „Demokratie“. Die französische Regierung war danach gezwungen diese kontroversen oder besser gesagt unverfroren falschen Kommentare richtigzustellen.[19][20]

Man muss sie nur mit Trumps Äußerung vergleichen, um festzustellen, wie Präsident Obama die Wahrheit verbarg: „Die Geschichte wird den enormen Einfluss dieser einzelnen Person auf das Volk und die Welt um sich herum aufzeichnen und bewerten.“[21] Um sicherzustellen, dass die Vermeidung der Wahrheit durch den Präsidenten nicht missverstanden werden kann, sagte US-Außenminister John Kerry: „Wir reichen dem kubanischen Volk heute unser Beileid, während sie das Ableben Fidel Castros betrauern. Mehr als ein halbes Jahrhundert spielte er eine übergroße Rolle in ihrem Leben und er beeinflusste den Gang der regionalen, sogar globalen Verhältnisse.“[22]

Die obige Liste der heuchlerischen Erklärungen – mit Ausnahme dessen, was Trump und Cruz sagten – spiegelt den kläglichen Zustand der Welt wider. Zu denen, die sich zu Castro positiv oder neutral äußerten, gehören führende Kritiker Israels. Sie verurteilen den Bau neuer Häuser jenseits der Grünen Linie. Gleichzeitig stehen sie positiv oder neutral zu einem Mann, der für Massentötungen, enorme Menschenrechtsverletzungen und massiven Export von Terrorismus verantwortlich ist.

[1] http://www.washingtonpost.com/opinions/global-opinions/farewell-to-cubas-brutal-big-brother/2016/11/26/d369affe-0eeb-11e6-bfa1-4efa856caf2a_story.html

[2] http://www.state.gov/documents/organization/258249.pdf

[3] https://www.theguardian.com/world/2016/nov/26/fidel-castro-death-obama-trump-response

[4] http://uk.businessinsider.com/fidel-castro-death-world-leaders-obama-trump-2016-11

[5] ebenda

[6] ebenda

[7] http://uk.businessinsider.com/fidel-castro-death-world-leaders-obama-trump-2016-11

[8] http://www.timesofisrael.com/abbas-orders-palestinian-flags-be-flown-at-half-staff-in-honor-of-castro/

[9] http://uk.businessinsider.com/fidel-castro-death-world-leaders-obama-trump-2016-11

[10] http://www.thestar.com/news/canada/2016/11/29/trudeau-out-of-step-with-canadians-in-response-to-castros-death-paul-wells.html

[11] http://www.politico.eu/article/vladmir-putin-fidel-castro-was-symbol-of-an-era-spain-rajoy/

[12] http://www.zerohedge.com/news/2016-11-26/world-leaders-respond-fidel-castros-death

[13] http://uk.businessinsider.com/fidel-castro-death-world-leaders-obama-trump-2016-11

[14] http://uk.businessinsider.com/jeremy-corbyn-wont-be-going-to-fidel-castros-funeral-2016-11

[15] http://www.independent.co.uk/news/uk/politics/jeremy-corbyn-fidel-castro-funeral-emily-thornberry-a7444116.html

[16] http://www.dailymail.co.uk/news/article-3977364/Fidel-Vive-Black-Lives-Matter-calls-supporters-come-defense-El-Comandante.html

[17] http://www.un.org/apps/news/story.asp?NewsID=55654#.WFd2IRt97IU

[18] http://www.zerohedge.com/news/2016-11-26/world-leaders-respond-fidel-castros-death

[19] https://panampost.com/sabrina-martin/2016/12/05/french-government-corrects-minister-cuba-not-democracy/amp/

[20] http://www.ladepeche.fr/article/2016/12/05/2472308-fidel-castro-segolene-royal-declenche-un-tolle-aux-funerailles.html

[21] http://www.washingtonpost.com/opinions/whats-the-obama-doctrine-a-shrug-of-the-shoulders/2016/11/28/7048e6d6-b591-11e6-b8df-600bd9d38a02_story.html

[22] http://uk.businessinsider.com/fidel-castro-death-world-leaders-obama-trump-2016-11

Führender israelischer Intellektueller: Israels Linke lehnt es ab, den Fehlschlag Oslo und Arafat zuzugeben, wie die europäische Linke es beim Kommunismus und Stalin machte

MEMRI, Sonderbericht Nr. 266, 3. September 2001 (Link ist leider nicht mehr zu finden)

In einem Kommentar in Ha’aretz beschreibt Shlomo Avineri – ein führender Professor der Hebrew University, früherer Direktor in Israels Außenministerium und bekannte Leitfigur aus Israels Friedensbewegung, der Verhandlungen mit der PLO lange vor Beginn des Olso-Prozesses befürwortete -, dass die Probleme der israelischen Linken zuzugeben, dass der Oslo-Prozess und Arafats Führungsversagen ein ideologischer Fehler waren, in vieler Hinsicht ähnlich den Problemen der europäischen Linken sind, die Idee aufzugeben, dass Kommunismus, das sowjetische System und Stalins Führung ein neues Zeitalter einleiteten, selbst nachdem die Schrecken des Kommunismus und Stalins ans Tageslicht kamen. Es folgen Auszüge aus Avineris Kommentar: (1)

Wenige Bücher über die intellektuelle Geschichte der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts sind so beeindruckend wie „Der Gott, der versagte“ [deutscher Titel: Ein Gott der keiner war] – eine Sammlung von Abhandlungen, in denen die besten Philosophen und Schriftsteller des Westens den schmerzhaften Prozess der Emanzipation vom falschen Charme des stalinistischen Traums beschreiben. Die Autoren – Arthur Koestler, Ignazio Silone, Richard Crossman, Richard Wright und andere, einige ehemalige Kommunisten, andere lediglich Bewunderer der Sowjetunion – schreiben jeder in seinen eigenen Worten und eigenem Stil darüber, wie schwer es war die Idee aufzugeben, dass das Sowjet-System eine neue Ära der Menschheit einleitete. Sogar als die Schrecken der Zwangskollektivierung, der Hitler-Stalin-Pakt, die sowjetischen Zwangsarbeitslager und die Lügen und der Betrug der stalinistischen Schauprozesse ans Tageslicht kamen – selbst dann blieb die emotionale Trennung schwierig.

Die meisten Autoren sagten, dass am schwierigsten nicht war mit den Tatsachen klarzukommen, sondern mit ihrem eigenen Glauben, ihrem Selbstverständnis als Soldaten des Kampfes für eine bessere Welt; wie schwierig es war, dass ihr Traum der Errettung eine Fata Morgana war, dass Stalin, die „glänzende Sonne“, ein Mörder war; dass die sowjetische Ideologie ein Netz aus Lügen war; dass die neue Gesellschaft, die frei und befreiend sein sollte, nichts als eine riesige Gefängniszelle war, gegründet auf Terror, die den unschuldigen Glauben einiger der besten westlichen Intellektuellen zynisch ausbeutete.

Etwas Ähnliches passiert heute mit der israelischen Linken, was man besonders in der Ablehnung einiger Mitglieder dieses Lagers bezüglich der einseitigen Trennung sieht. Warum Nationalisten und religiöse Rechte sich vor der einseitigen Trennung fürchten, scheint deutlich: damit würde der Traum eines Groß-Israel ein für allemal zerschlagen. Es gibt keine einseitige Trennung ohne die Evakuierung der Siedlungen.

Der Widerwille der Linken ist schwieriger zu verstehen. In einer so prekären Situation wie der heutigen sollte man denken, dass die Linksextremen noch diejenigen sind, die die einseitige Trennung freudig begrüßen würden. Wenn der Weg zu Kompromiss tatsächlich versperrt ist, warum sollte ein Linksextremer die Trennung ablehnen? Ein solcher Schritt würde letztlich zum Ende der israelischen Besatzung führen. Die meisten Palästinenser würden von den Ketten einer Besatzungsarmee befreit. Sie werden nicht länger von der Gnade israelischer Soldaten und Offiziere abhängig sein, die sich manchmal wie Herren und Meister benehmen. Die Siedlungen werden mit tausenden, sogar zehntausenden Siedlern aufgelöst. Offensichtlich wäre eine Verhandlungs-Vereinbarung besser. Aber man muss blind wie ein Maulwurf sein, um nach Camp David, der Intifada und den letzten Wahlen zu glauben, dass es ein großzügigeres israelisches Angebot geben könnte als das, das in Camp David und Taba gemacht wurde.

Der Hauptgrund für diese Ablehnung der Idee der einseitigen Trennung ist in keiner Weise mit der politischen Realität verbunden. Sie hat mit dem Problem des Eingeständnisses eines ideologischen Fehlschlags zu tun. Die Logik von Oslo war der Glaube, dass wir uns am Scheitelpunkt eines historischen Kompromisses befanden.

Als Arafat den Clinton-Plan ablehnte, das Rückkehrrecht zu einer Sache des Prinzips erklärte und leugnete, dass Israel irgendein Recht am Tempelberg hat, wurde klar, dass die Palästinenser nicht auf einen historischen Kompromiss vorbereitet waren. In ihren Augen waren die Verhandlungen nur ein Mittel zu bekommen, was sie wollten – nicht ein schmerzhafter Prozess des Gebens und Nehmens. Dass die palästinensische Öffentlichkeit und ihre Führer breite Zustimmung zu Terrorismus gegen israelische Bürger äußern, zeigt einmal mehr, dass die universellen Werte, die die israelische Linke hoch hält, der anderen Seite nichts bedeuten. Wer immer erwartete, dass Yassir Arafat sich in Nelson Mandela verwandelt, dem wurde das Gegenteil bewiesen, aber dies zuzugeben ist hart. Unglaublich hart.

Aus diesem Grund gibt es Mitglieder der israelischen Linken, die es vorziehen, unter der Illusion weiter zu arbeiten, dass ein Kompromiss erreicht werden kann. Es fällt ihnen schwer zuzugeben, dass „Frieden jetzt“, so wünschenswert auch immer, in der heutigen Zeit nicht möglich ist. Wenn die andere Seite nicht einen einzigen Intellektuellen auftreiben kann, der vorbereitet ist klar und deutlich zu erklären, ohne zu herumzudrucksen, dass der Mord von Kindern in einer Pizzeria ein Verbrechen ist, dann hat die israelische Linke keinen Verbündeten. Wer immer den kaltblütigen Mord an Kindern und die Errichtung von Siedlungen als in dieselbe moralische Kategorie gehörig ansieht, hat selbst allen Sinn für Moral verloren.

Es war hart für die vom Charme der Sowjetunion Verführten zu erkennen, dass diese ein skrupelloses, unterdrückerisches Land war, aber das war die Wahrheit. So wie die intellektuelle Ehrenhaftigkeit den führenden Intellektuellen der westlichen Welt es ermöglichte, betroffen von der Idee einer Morgendämmerung in Moskau zuzugeben, dass „Gott (Stalin) versagt hatte“, so hofft man, dass der quälende Prozess der Begegnung mit der Wahrheit der israelischen Linken ermöglichen wird, eine Lösung zu akzeptieren, die die Beendigung eines Großteils der heutigen Besatzung ermöglicht.

Wenn nicht, dann sind sie in Gefahr, sich – dialektisch, wenn man das so sagen kann – unter denen wiederzufinden, die die Besatzung fortsetzen. Für die Lösung, die sie vorschlagen, gibt es auf der anderen Seite keinen Partner. Das schmerzt, aber es ist die Wahrheit.
Fußnote:
(1) Ha’aretz, 24. August 2001

Anmerkung:
Ich bin nicht der Meinung, die der Autor anscheinend vertritt: dass eine einseitige Trennung und Abgrenzung Israels von den Palästinensergebieten eine Lösung darstellt.
Die Befürworter dieser Regelung haben ihre Lehre aus dem Libanon nicht gezogen. Der einseitige (und überstürzte) Rückzug der israelischen Armee aus der Pufferzone im Südlibanon hat Hizbollah (und Syrien) nur angestachelt, ihren Terror weiter zu betreiben. Um dem ganzen „Legitimität“ zu verleihen, wurden – in Ablehnung aller betreffenden UN-Beschlüsse – die „Shebaa Farmen“ zu libanesischem (statt syrischem) Staatsgebiet erklärt. Ihre „notwendige Befreiung“ und der „nicht vollständige Rückzug der Israelis von libanesischem Staatsgebiet“ rechtfertigt den fortgesetzten Terror der Hizbollah. Das zeigt, dass die arabische Seite eigentlich immer wieder „Gründe“ findet, den Kampf gegen Israel fortzusetzen. Ähnlich wird es mit den Palästinensern aussehen. Die „ungelösten Fragen“ werden zum Anlass genommen werden, den Krieg gegen den jüdischen Staat nicht zu beenden. Und wenn Arafat und Kumpane die „Palästinensergebiete“ zur freien Verfügung erhalten, können sie von dort ungehindert agieren. Es wird zum offenen Krieg zwischen Israel und den Palästinensern kommen, in den eventuell die arabischen Staaten ebenfalls eintreten werden. Dann haben wir genau das, was vermieden werden sollte! (Update 2016: Interessant, wie sich diese Einschätzung der Folgen einer Trennung nach der „Abkoppelung“ vom Gazastreifen 2005 bestätigt hat!)

Fragen an die Scheinheiligen

John Kerry giftet: Israel kann nicht jüdisch und demokratisch sein.

„Herr“ Steinmeier tönt: Ein demokratisches Israel ist nur über eine Zweistaatenlösung zu erreichen.

Echt jetzt?

Das heißt doch im Umkehrschluss: Kerry behauptet Juden könnten nicht demokratisch sein.

Steinmeier behauptet Israel sei kein demokratischer Staat.

Geht’s noch?

Wie schwachsinnig kann man sein? Ihr, die ihr doch schon Demokratie bejubelt, wenn es Wahlen gibt, aber sonst keine Anzeichen von Mitbestimmung, ihr sagt Juden können nicht demokratisch sein und ihr Land, in dem alle vier Jahre – und oft genug schon früher – gewählt wurde, weil die Regierung sich nicht mehr halten konnte oder wollte und deshalb das Volk entscheiden ließ, sei nicht demokratisch?

So etwas hat einen Namen, meine Herren. (Übrigens nicht nur die beiden, da gibt es überall haufenweise weitere solcher Charakterschweine, vorwiegend links, aber natürlich auch bei Neonazis und leider auch bei manchen Konservativen gibt es diese selbsternannten „kritischen Israelfreunde“.) Den weist ihr immer weit von euch und empört euch, wenn es euch vorgehalten wird. Aber was sonst soll es sein, wenn Juden auf solch verlogene Weise etwas per se abgesprochen wird und der Juden unter den Staaten so diskriminiert und verleumdet wird?

Unterstrichen und bestätigt wird das durch das Verhalten gegenüber den anderen mitagierenden Parteien. Wo sind diese Worte gegenüber den sogenannten Palästinensern? Wieso ist es selbstverständlich, dass von denen nicht gefordert wird demokratisch zu sein? Oder wieso wir davon ausgegangen, dass sie demokratisch sind, obwohl ihr „Präsident“ sich im zwölften Jahr seiner vierjährigen Amtszeit befindet und Wahlen seit 2005 schonmal gar nicht mehr stattgefunden haben? Wo das Volk nicht einmal ansatzweise irgendeine Art von Mitbestimmung hat?

Wieso wird davon von euch Großhirnen so getan, als handle es sich um einen guten Staat, in dem Apartheid herrschen wird, der sich Antisemitismus auf die Fahnen geschrieben hat, Völkermord an Juden lehrt und anstrebt und seine Jugend jetzt schon ausschließlich zum Judenhass und Judenmord erzieht? Wieso geht ihr davon aus, dass eine islamische Diktatur, die Juden von vorneherein ausschließt, demokratisch sein kann? Oder geht ihr nicht davon aus und findet das völlig in Ordnung, wenn die Menschen des Nahen Ostens so unterdrückt leben müssen? Haben die nichts anderes verdient und die Juden müssen sich dem deshalb unterordnen und sich fertig machen lassen?

Was ist euch ins Hirn geschissen worden, dass ihr eine derart kranke Scheiße von euch gebt, die ihr auch noch zu glauben scheint, von der ihr derart überzeugt seid, dass ihr sie so propagiert?

Mit Denkvermögen und Logik hat das schlicht überhaupt nichts zu tun. Es ist die pure Wirklichkeitsverweigerung. Es ist Faktenleugnung ohne Ende. Es ist eine Denkweise, die völlig von allem abgelöst ist, was man als normalen Menschenverstand bezeichnen kann. Ist das das, was heute als „intellektuell“ gilt? Wahrscheinlich ja.

Es ist wieder schick den Juden zu prügeln. Und ihr steht ganz stolz ganz vorne in der ersten Reihe derer, die zuschlagen. Auch wenn ihr die Drecksarbeit – den Mord an sich – andere tun lasst. Denen ihr aber die Hände schüttelt, die ihr preist, denen ihr Geld in die korrupten Taschen schaufelt, damit sie nur ja weiter machen. So wie die Terror-Mullahs im Iran. So wie die Kleptokratie des Yassir Arafat, fortgeführt von Mahmud Abbas sowie der Hamas. Für Judenmörder habt ihr Verständnis und Lob – für deren Opfer nur Hohn und Verachtung, Lüge und Verdammnis.

Der eine verschwindet jetzt von der ganz großen politischen Bühne. Er wird uns mit Sicherheit trotzdem erhalten bleiben.

Der andere soll Staatschef werden. Da kann er dann in seiner Gediegenheit weiter seinen Giftmüll von sich geben. Einer, der sich selbst so wichtig nimmt wie der andere auch. Und das ist keine Voraussetzung für einen guten Bundespräsidenten.

Mal vergleichen…

Idee aus Facebook:

Sind nicht die, die heute fordern, dass wir uns den Zugewanderten anpassen (Türkisch/Arabisch lernen, von ihrer Kultur vieles übenehmen), auch die, die sich darüber aufregen, dass die aus Europa gekommenen Amerikaner die einheimischen Amerikaner („Indianer“) besetzten, ihre Kultur nicht anerkannten, sich ihrer Kultur nicht anpassten, sie bekämpften? Und heute fordern sie, dass wir uns freiwillig in die Rolle der „Indianer“ begeben, damit die zugewanderten Muslime sich wohlfühlen und ausbreiten können?

usa-indianerland

Nicht nur Obama kloppen

Video: The Most Wonderful Time in Eight Years (nur für absolute Trump-Fans…)

Da ist einer wohl heilfroh, dass er eine „Trophäe“ abgeben kann:

Carter: „Gratuliere!“
Pokal: Schlechtester Präsident aller Zeiten

Aber es gibt es, das er richtig gut gemacht hat:

Meinen Leistungen?
Ich habe nur eins geschafft…
die Republikanische Partei so stark gemacht wie noch nie!

Nach der Wahl: Jetzt bekommt der Adler etwas verpasst…

Derweil die Linken in ein Muster verfallen:

5 Stufen der Trauer:
1. Leugnung: Nicht mein Präsident
2. Wut: Proteste gegen Trump
3. Feilschen: Neuauszählung 2016
(hier sind wir gerade)
4. Depression: __________
5. Hinnahme: ___________

Gehört auch zum Muster: Als Trump was vor der Wahl von Überprüfung der Wahl äußerte, giftete sie noch ganz anders, als jetzt:

„Jeder, der nicht bereit ist, das Ergebnis einer Wahl
anzuerkennen, ist eine Gefahr für die Demokratie.“
… AUSSER WENN ICH DAS BIN!

So ist das halt mit den Linken – sie sind die, denen alles zusteht, auch Widersprüchliches:

Was wäre, wenn ich euch erzähle, dass die Partei, die eine
Neuauszählung wegen illegaler Stimmabgabe anstrebt,
dieselbe Partei ist, die gegen ein Gesetz für Wähler-Identifizierungsnachweise
war, das helfen würde, dass keine illegalen Stimmen abgegeben werden?

Man muss nur immer eine etwas ältere einer aktuellen Aussage gegenüber stellen, um ihre Scheinheiligkeit zu demonstrieren:

erst: Trump-Anhänger, so gut ihr es auch meint, sprecht mir nach:
„Da ist nichts manipuliert, er verliert einfach nur.“
jetzt: Wenn es da Hacking oder Fälschungen bei der Stimmabgabe gab,
sollten beide Seiten eine Neuauszählung unterstützen.
Amerika verdient saubere Wahlen.

Aber wie es aussieht, sind die Spenden für eine Neuauszählung wohl nur ins Klo geworfenes Geld (heute Morgen kam die Nachricht, dass in Pennsylvania nicht ausgezählt wird, die Kosten sind den Antragstellern zu hoch…):

Und auf der anderen Seite? Da fängt so mancher an sich als Wendehals zu gerieren, so z.B. Mitt Romney:

Als ich sagte, du seist vulgär und unredlich,
und hättest nicht das Temperament einer stabilen Persönlichkeit,
wie wir sie als Staatschef brauchen,
da meint ich irgendwie: „Du wirst einen großartigen Präsidenten abgeben.“

Der Donald – ein wenig Spaß muss sein:


Könnt ihr euch vorstellen, dass jemand ein Attentat auf Donald Trump versucht und der Secret Service rufen muss:
„Donald Duck!“
(Donald, duck dich!)