Dieser tollkühne Mann in seiner fliegenden Kiste

Smoky Simon steigt zu seinem 100. Geburtstag in den Himmel auf

David E. Kaplan, Lay of the Land, 3. Dezember 2020

„Beglückend“ – so beschrieb Smoky Simon in einem Wort seinen Flug im Alter von 100 Jahren in einem kleinen Flugzeug über dem zentralen Negev nahe Beer Sheva. In einem lokalen Video des historischen Fluges, das auf YouTube viral ging, wurde dieser als „Flug des Jahrhunderts“ bezeichnet. Die meisten Typen – in jedem Alter – würden sich mit einem Stück Geburtstagskuchen zufrieden geben oder in fortgeschrittenem Alter mit einem „medizinischen“ Scotch. Nicht so Smoky, der im Mai 2020 100 wurde; er stieg im September in ein einmotoriges Tiger Moth-Propellerflugzeug und flog über genau die Gegend, in der er und seine Kameraden 1948 halfen die in ihrem Angriff vorrückenden Ägypter abzuwehren.

Nach dem Himmel greifen – Smoky im Alter von 100 im September 2020 bei seinem Flug.

Es war eine richtige „Familiensache“, denn in eigenen Flugzeugen an der Seite der Maschine ihres Vaters waren seine zwei Söhne Saul und Dan, die nach der Schule dem „Flugweg“ ihres Vaters folgten und Top-Piloten und Fluglehrer in der israelischen Luftwaffe wurden. Was für eine Freude für das Geburtstagskind, als er eine Stunde später aus dem Flugzeug stieg, um von seinen bewundernden Enkelkindern empfangen zu werden, die stolz „Saba, Saba“ (Großvater) riefen.

Auch wenn das Erlebnis sich „befreiend“ anfühlte, sollte Smoky später sagen: „Weißt du, das Gebiet, über das ich gerade flog – der zentrale Negev – war der allererste Bereich, der im Unabhängigkeitskrieg BEFREIT wurde“.

Hoch fliegend: Smoky und Myra Simon (sitzend) mit ihren Söhnen Saul (2. von links) und Dan (rechts) nach dem „Flug des Jahrhunderts“.

Bei einem Exklusivinterview mit Lay of the Land hatte Smoky zu diesem Erlebnis und den waghalsigen Tagen während Israels Unabhängigkeitskriegs viele weitere Worte über „beglückend“ hinaus zu sagen.

Der Unabhängigkeitskrieg war nicht nur Israels längster Krieg – er dauerte acht Monate, vom Mai 1948 bis Januar 1949 – „er war auch mit 6.373 militärischen und zivilen verlorenen Leben einer Bevölkerung von 650.000 der mit den höchsten Kosten“, sagt Smoky. „Und außerdem war er Israels schicksalhaftester Krieg, denn wenn dieser Krieg verloren gegangen wäre, hätten sich die Gebete, Hoffnungen und Träume von 2.000 Jahren in Luft aufgelöst.“

Um sicherzustellen, dass das nicht passiert, brauchte es Typen wie diesen beherzten südafrikanischen Flieger, der 1948 in die Luft aufstieg, um für das jüdische Überleben und die Unabhängigkeit zu kämpfen.

Ruf zu den Waffen

Es gibt nicht allzu viele Paare, die sagen können, sie hätten sich für ihre Flitterwochen einen Krieg ausgesucht, aber das ist genau das, was Smoky und seine junge Braut Myra 1948 machten. „Als die South African Zionist Federation begann ehemalige Soldaten des Zweiten Weltkriegs zu rekrutieren und klar wurde, dass es bald Krieg geben würde, verlegten wir unsere Hochzeit vor. Warum? Nun, als ich Myra sagte: ‚Wir müssen unsere Hochzeit verschieben, weil ich nach Palästina gehe‘, antwortete sie: ‚Nicht verschieben, sondern vorverlegen. WENN DU GEHST, GEHE ICH MIT!“

Insgeheim die Rettung Israels planen: Harold „Smoky“ Simon (2. v.l.) geht mit dem damaligen israelischen Luftwaffenkommandeur Aharon Remez (links) und zwei nicht identifizierten Soldaten während des Unabhängigkeitskriegs Pläne durch. (Foto: zur Verfügung gestellt)

So waren Smoky und Myra Teil der ersten Gruppe Freiwilliger aus Südafrika. „Wir kamen am 9. Mai 1948 an und am nächsten Tag wurden wir in den Dienst der neugeborenen israelischen Luftwaffe genommen, obwohl wir an diesem Tag noch nicht wussten, dass es Israel war – wir sprachen von Palästina.“ Während Myra in im Zweiten Weltkrieg als Meteorologin in der südafrikanischen Luftwaffe diente und die erste Ausbilderin für Meteorologie in der IAF wurde, war Smoky, der für die Royal Air Force über den Wüsten des westlichen Ägyptens, Libyens und Tunesiens und später über Sizilien und dem Rest Italiens geflogen war, dabei wieder „in die Geschichte abzuheben“.

Am 14. Mai 1948, während David Ben-Gurion in Tel Aviv den Staat Israel ausrief, war Smoky einer der ersten drei Menschen, die eine klare, beunruhigende Sicht auf das hatte, was dem neuen Staat widerfahren sollte. Die anderen beiden waren der Südafrikaner Boris Senior und der israelische Fotograf Schmulik Videlis, die in einer Bonanza den ersten Aufklärungsflug über Feindterritorium flogen. Boris war der Pilot, Smoky der Navigator.

Sie beobachteten schweren Herzens, dass die Straßen aus Transjordanien und Syrien mit hunderten Fahrzeugen, Panzern, Tanklastwagen, Halbkettenfahrzeugen und gepanzerten Fahrzeugen gesäumt waren, die „alle zum entscheidenden Schlag ausholten“.

Sie konnten sehen, dass Kfar Etzion „bereits überrannt war und in Brand stand“ und sollten bald erfahren, dass rund 200 Mitglieder des Kfar Etzion bei seiner Verteidigung getötet worden waren, darunter Südafrikaner.

Bei der Rückkehr nach Tel Aviv zur Einsatz-Nachbesprechung konnten sie ihre Beklemmung kaum verbergen.

„Wir wissen Bescheid“, sagte Yigal Ydin, der Einsatzchef.

Was Smoky nicht wusste, aber bei der Landung entdeckte, war, dass Ben-Gurion den Staat Israel ausgerufen hatte.

„Ich sage immer, dass ich, als ich zu dieser Aufklärungsmission abhob, das von Tel Aviv in Palästina machte und bei der Landung war derselbe Ort Tel Aviv in Israel!“

Die jüdische Welt von Smoky hatte sich für immer verändert.

„Tiger Moth“ zum „Ausrechnen“

Die von allen empfundene Beklemmung war nur natürlich. „Alles, was wir hatten, waren ein paar Tiger Moths, Cessnas und Austers. Diese bildeten unser „Bomberkommando“. Ägypten hatte 62 Frontflugzeuge, darunter britische Spitfire und italienische Macchis und wir waren wir, völlig ungeschützt ohne ein einziges Kampfflugzeug oder Flak-Geschütz. Ich erinnerte mich daran – und dachte daran, als ich zu meinem 100. Geburtstag wieder in der Tiger Moth flog – dass wir in einem echten, lebendigen Wunder leben.“

Die Führer der jüdischen Gemeinschaft in Palästina damals waren sich bewusst, dass das Ergebnis der Ausrufung des Staates Israel eine sofortige Invasion durch die umliegenden arabischen Staaten sein würde.

Und die Warnung in den Worten von US-Verteidigungsminister James Forrestal war deutlich:

„Auf der einen Seite gibt es 30 Millionen Araber und auf der anderen etwa 600.000 Juden. Es ist klar, dass in jedem Wettbewerb die Araber die Juden überwältigen werden. Warum stellt ihr euch nicht der Wirklichkeit? Seht euch einfach die Zahlen an!“

Kein Jude konnte irgendetwas (Positives) erwarten. Diese Worte des ersten Generalsekretärs der Arabischen Liga, Abd al-Rahman Azzam Pascha, waren schaurig:

„Es wird ein Vernichtungskrieg sein. Es wird ein folgenschweres Massaker in der Geschichte sein, von dem man wie von den Massakern der Mongolen oder der Kreuzritter sprechen wird.“

Was ging Ben-Gurion durch den Kopf, dass er mit der Ausrufung weiter machte? „Wissen Sie“, sagt Smoky, „ich habe mich tausendmal gefragt, welche Art von Inspiration und Mut und Entschlossenheit er hatte. Die einzige Antwort, die mir einfällt, lautet: Ein Beira – ‚Keine Wahl‘.“

Israels Position war düster. Es war ein Szenario David gegen Goliath, mit dem die sprichwörtlichen Hirtenstab und Steinschleuder gegen gut ausgerüstete Armeen aufs Schlachtfeld gebracht wurden.

Die „reine“ Wahrheit: Smoky und Myra Simon zeigen am 24. September 2019 Smokys Nefesch B’Nefeschs Sylvan Adams Bonei Zion-Preis für seine Lebensleistung, den er für seine Schlüsselrolle bei der Gründung der israelischen Luftwaffe einnahm. (Quelle: Nefesch B’Nefesch via Facebook)

In unseren aus Südafrika mitgebrachten paar Auster-Flugzeugen und den wenigen Cessnas flogen wir mit einem Piloten, einem Navigator und was wir ‚Bombenschmeißer‘ nannten in die Schlacht.“ Diese Kameraden hatten die Bomben – 20 und 50kg schwer – auf ihrem Schoß und in einer Höhe von 1.500 bis 2.000 Fuß (300 bis 600 Meter) warfen sie die raus und ließen sie auf den Feind fallen. Wir flogen dann zurück zur Basis, dankten unserem Glück, „luden nach“ und dann ging es auf in die nächste Runde.“

Zweifelnd fragte ich: „War das nicht sehr gefährlich?“

„Nun, bevor wir die Tür des Flugzeugs öffneten und die Bomben rauswarfen, sicherten wir die Bombenschmeißer mit Seilen, damit sie nicht zusammen mit den Bomben aus dem Flugzeug fielen. Manchmal warfen wir als Zugabe auch ein paar Kisten leere Flaschen raus, die ein furchtbares Geräusch machten, das die Leute unten zu Tode erschreckte. Wenn wir nichts Gutes hatten, dann taten wir zumindest so als ob!

So hat sich die israelische Luftwaffe auf diese bescheidene Weise in diese erstaunliche Weltklasse-Luftwaffe von heute verwandelt.“

Ein Offizier und Gentleman

„Bescheiden“ war sie, wie Smoky mit dieser köstlichen Anekdote bestätigt. Als er mit dem Rang eines Majors oder dem Äquivalent des „Staffelführers“ 1948 zum Einsatzleiter der Luftwaffe gemacht wurde, musste er diesen neuen Rang optisch zeigen, „aber wir hatten nichts, um das zu tun. Was machten wir also? Myra ging in einen Kurzwarenladen auf der Allenby Street, kaufte ein paar Bänder und nähte sie an meine Uniform.“

Steht bequem. Ein entspannter Luftkampf-Einsatzlieter Smoky Simon und Derek Bowden, Fallschirmjäger aus Großbritannien.

Frotzelnd, um die Spannung herauszunehmen, sagte Smoky am Abend vor seinem ersten Abflug zu einem Luftangriff auf Damaskus am 10. Juni 1948 – dem ersten Angriff auf eine arabische Feindstadt – zu Myra: „Wenn ich abgeschossen werde, dann wissen sie wenigstens, dass ich ‚ein Offizier und Gentleman‘ bin!“

Smokys Flugzeug machte in dieser Nacht sechs Überflüge über Damaskus, um den Eindruck zu schaffen, „dass wir Teil einer großen Formation waren“.

Obwohl der dadurch verursachte Schaden wahrscheinlich unwesentlich war – „ein paar Feuer“ – flohen am nächsten Tag „alle Ausländer aus Damaskus, weil sie Angst hatten, unsere ‚Luftwaffe‘ würde sie in Grund und Boden bomben.“

Ein Mann auf einer Mission: Major Smoky Simon in Uniform, erster Einsatzleiter der israelischen Luftwaffe.

Zeitalter der Wunder

Smoky erinnerte daran, dass in diesen frühen Tagen des Krieges Ägypten und Jordanien von den Briten ausgerüstet waren, Syrien und der Irak von den Franzosen, aber „Israel hatte nur einen Freund in der ganzen Welt und das war die Tschechoslowakei. Weißt du, wir waren diesem Land so viel schuldig. Es war Israels Rettungsleine und ich bin bis heute noch in Kontakt mit Leuten aus der Tschechoslowakei.“

„Wie maßgeblich war dieser Beitrag?“, frage ich.

„Erstens lieferten sie 25 deutsche Messerschmitts und was so bemerkenswert daran – ich bezeichne es als Wunder innerhalb des größeren Wunders – war, dass die ersten vier Messerschmitts, die zerlegt nach Israel gebracht und unter strengster Geheimhaltung wieder zusammengesetzt wurden, am 29. Mai bereit waren – zwei Wochen nach der Ausrufung des Staates – für eine Operation, die uns buchstäblich den Krieg und den Staat Israel rettete.“

Flug des Jahrhunderts: Smoky Simon feiert seinen 100. Geburtstag mit einer Rückkehr ins Cockpit einer Tiger Moth, 72 Jahre, nachdem er zu Einsatzleiter der IAF während Israels Unabhängigkeitskrieg ernannt wurde.

„Die Ägypter hatten die Kibbuzim im Süden überrannt und Aschdod erreicht. Am nächsten Tag würden sei in Tel Aviv sein, wo Ben-Gurion und die provisorische Regierung ihren Sitz hatten und der Unabhängigkeitskrieg wäre verloren gewesen.“

Wer flog also diese Flugzeuge, die sich den Ägyptern entgegenstellten?

„Zwei Mahalniks [Freiwillig aus dem Ausland], Lou Lenart, ein Amerikaner, der den Angriff anführte und Eddy Cohen, ein Südafrikaner, der leider bei der Operation getötet wurde, und zwei Israelis, Ezer Weitzman, später Präsident Israels, und Modi Alon. Und ich bezeichne diesen Tag als Israels Tag des Überlebens. Es war einer der größten Augenblicke der IAF.“

Der Angriff war für die ägyptischen Kommandeure ein Schock; sie hatten geglaubt, Israel habe keine Kampfflugzeuge und plötzlich stoppte dieser Angriff von vier Messerschmitts ihren Vormarsch. Smoky sagt: „Die Ägypter gingen in die Defensive und sollten nicht in 48 Stunden in Tel Aviv sein, wie ihre von der Regierung kontrollierten Medien geprahlt hatten. Tel Aviv entzog sich ihrem Zugriff! Ich denke immer an Churchills Worte zur Luftschlacht um England: „Niemals hatten so viele so wenigen so viel zu verdanken.“

Eine besondere Art. Bei Telfed’s Tribute to Machal in Beth Protea (Herzliya) wurden zwei der Gründer der israelischen Luftwaffe gesehen: Smoky Simon, stellvertretender Chef der Luftoperationen (links) und der verstorbene Sid Cohen, der die Staffel 101 kommandierte (rechts) sowie der verstorbene Maurice Ostroff (Mitte), Kommandeur der Radarstation Gefen. (Foto: D.E. Kaplan)

Zu diesen „wenigen“ gehört Smoky, heute Vorsitzender der World Machal (die Organisation, die die Freiwilligen aus dem Ausland in den israelischen Verteidigungskräften repräsentiert). Mit den Worten von Israels Gründervater und erstem Premierminister David Ben-Gurion:

„Die Machal-Streitkräfte waren der wichtigste Beitrag der Diaspora zum Überleben des Staates Israel.“

Zweiundsiebzig Jahre nach diesen schicksalsträchtigen Tagen war Smoky – im wunderbaren Alter von 100 Jahren – wieder im Cockpit, besuchte in einem ähnlichen Flugzeug ein mehr als vertrautes Terrain und dachte über das nach, „was erreicht wurde“.

Alle am Boden darunter können „mit ihren sprichwörtlichen Flügeln schlagen“ und „BRAVO“ rufen!

Familienwurzeln: Smoky und Myra Simon samt Großfamilie bei einer Einweihungsfeier der Wald-Wiederherstellung nahe des Denkmals für die gefallenen Machal-Soldaten.

Operation Maulwurfgrille 19: 34 Jahre danach bleibt der entscheidendste Sieg der israelischen Luftwaffe Standard

Bis zum heutigen Tag bleiben die Einzelheiten der Operation Maulwurfgrille 19 geheim

Uri Milstein, The Jerusalem Post, 18. Juli 2016

Piloten sammeln sich im Juni 1982 vor dem Start und den Beginn der Operation Maulwurfgrille 19

1992, nur ein Jahr nach der  Auflösung der Sowjetunion, besuchte Generalmajor a.D. David Ivri – damals der Generaldirektor im Verteidigungsministerium und ehemaliger Kommandeur der israelischen Luftwaffe (IAF) – die Tschechische Republik.

„Der stellvertretenden Generalstabschef der Tschechen sagte mir, als er 1982 im Nationalen Verteidigungsakademie in Moskau war“, erinnerte sich Ivri, „erfuhr er, dass der Schlag gegen die syrischen Luftverteidigungs-Raketenbatterien [SAM] einer der Auslöser für Glasnost [verstärkte Regierungstransparenz] in der Sowjetunion war. Die strategische Theorie, dass dem Westen die Fähigkeit fehlt das SAM-System zu überwinden, war widerlegt worden und das warf viele Zweifel über die sowjetischen Fähigkeiten allgemein und den Verteidigungssektor im Besonderen auf.“

Der tschechische Offizielle bezog sich auf die Operation Maulwurfgrille 19, der vielleicht größte Erfolg im ersten Libanonkrieg. Es war das erste Mal, dass eine von den Sowjets gebaute SAM-Raketenbatterie ohne Verwendung von Bodentruppen zerstört wurde. Innerhalb von zwei Stunden hatte die IAF 15 von 19 SAM-Batterien im Bekaa-Tal des Libanon zerstört, während sie gleichzeitig 90 Feindflugzeuge abschoss.

Bis heute bleiben die Einzelheiten von Operation Maulwurfgrille 19 geheim. Es war vielleicht die größte militärische Leistung der IDF, vielleicht übertraf sie sogar Operation Focus, dem Eröffnungsluftschlag zu Beginn des Sechstagekriegs, während dem Israel praktisch die kompletten Luftwaffen von Syrien und Ägypten vernichtete. Letzte Woche war der 34. Jahrestag des Ausbruchs des ersten Libanonkriegs, als die IDF erfolgreich machte, was keine andere Armee zuvor getan hatte: die Leistungsfähigkeit eines Feindes seine Raketen einzusetzen innerhalb von einer Stunde und 50 Minuten zu beseitigen.

In den Kriegen seitdem haben die IDF-Stabschefs eine ähnliche Strategie in den von ihnen geleiteten Kriegen eingesetzt. Generalleutnant d.R. Dan Halutz machte das während des zweiten Libanonkrieges 2006 und Generalleutnant d.R. Benny Gantz machte 2014 während der Operation Fels in der Brandung dasselbe. Das US-Militär nutzte diese Strategie in seinem Kampf gegen den Islamischen Staat in Syrien und dem Irak ebenfalls.

Das Versagen der israelischen Luftwaffe im Yom Kippur-Krieg von 1973 deutete sich durch Ereignisse an, die in der Nacht vom 29. auf den 30. Juni 1970 stattfanden. In dieser schicksalhaften Nacht brachten die Ägypter heimlich 10 Batterien SAM-2 und SAM-3 an den Suezkanal. Am nächsten Nachmittag stiegen zwei Paare israelischer Piloten in F-4 Phantoms zu einem Einsatz auf, um die Batterien auszuschalten, aber leider wurden zwei von ihnen von den sowjetischen Abwehranlagen abgeschossen.

Bis dahin wurden die F-4 Phantom als vor Raketen sicher angesehen.

Nach Angaben des damaligen Luftwaffen-Einsatzleiters, Oberst Jacob Agassi, war IAF-Kommandeur Generalmajor Moti Hod angesichts der Nachricht fassungslos (ungerechtfertigterweise, so Agassi) und kam zu dem Schluss, dass die IDF keine Möglichkeit hatte die von den SAM-Batterien dargestellte Gefahr zu überwinden. Fünf Wochen später sollte Hod derjenige sein, der für Israels Duldung der furchtbaren Umstände verantwortlich war, denen es begegnen musste, um den Abnutzungskrieg zu beenden.

Israel unternahm nie etwas als Reaktion darauf, dass die Ägypter die SAM-Batterien entlang des Kanals aufbauten.

Brigadegeneral Benny Peled beantragte, dass Major Ezra Harel, der gerade vom Studium in den USA zurückkam, eine komplette Untersuchung des Computersystems der Luftwaffe durchführt. „Ich habe in meinem ganzen Leben noch kein solches Durcheinander gesehen“, sagt Harel. „Soldaten reichten einen Bericht ein, aber der Bericht sollte nie seinen Bestimmungsort erreichen. Der Informationsfluss war völlig unberechenbar. Als ich zum Leiter der automatisierten System der Luftwaffe ernannt wurde, organisierte ich alles. Aber dann brach der Yom Kippur-Krieg aus und ich konnte keine weiteren Verbesserungen vornehmen.“

Oberst d.R. Eliahu Yitzhaki, der während des ersten Libanonkriegs die Abteilung für elektronische Kriegsführung der IAF kommandierte, glaubte, der erste Schritt in der Revolution Maulwurfgrille 19 fand 1973 statt.

„Am 17. Oktober, dem Tag nachdem wir den Kanal überquerten, wurde vier Jets befohlen die SAM-Batterien anzugreifen; dazu sollten sie die ‚hataf‘-Methode einsetzen [bei der die Flugzeuge tief, dann hoch und dann wieder tief fliegen sollten]. Ich sagte Peled, dass das eine Selbstmordmission sei. ‚Nun, da kann man jetzt nichts machen – die Befehle sind bereits ausgesandt. Lassen Sie uns das Beste hoffen‘, antwortete Peled.“

„Vier Flugzeuge wurden während der Operation getroffen und sechs unserer Flieger wurden getötet oder gefangen genommen“, fuhr Peled fort. „Am nächsten Tag wurden alle Flugzeuge der IAF gegroundet. Ihre Kommandeure warteten auf die Abteilung für elektronische Kriegsführung, um die Lage retten. Operation Nussknacker 23 wurde in voller Synchronisierung mit der Abteilung für elektronische Kriegsführung geplant. Die Flugzeuge flogen hoch, führten all ihre Aufgaben aus und nicht ein einziges Flugzeug wurde getroffen. Die Revolution hatte begonnen.“

Nach dem Krieg begann das von Peled ernannte Team die Luftwaffe wieder aufzubauen. „Wir werden hier ein Kommandozentrum aufbauen, um SAM-Batterien anzugreifen“, sagte Oberstleutnant Amos Amir, damals Leiter der Operation. „Der Leiter der Operationen wird hier in diesem Stuhl sitzen und alle Informationen über die Positionen der Batterien aus allen quellen werden in Echtzeit in diesen Computer laufen – nicht die, wo wir vor 10 Stunden waren. Und entsprechend dieser Informationen werden wir unsere Kampfpiloten führen, damit sie wissen können, wohin sie zielen müssen.“

Amir fuhr fort: „Das erste Problem, mit dem wir uns befassen mussten, war die Tatsache, dass die Ägypter die SAM-Batterien ständig verlegten. Wir würden einen Bericht erhalten, dass sie an einem bestimmten Ort stehen würden, aber wenn unsere Piloten diese Koordinaten erreichten, waren die SAMs nicht mehr dort. Das war im Sechstagekrieg kein Problem gewesen – wenn ein Flugzeug sie an einem bestimmten Ort gesehen hatte, war sie immer noch dort, wenn unsere Kampfflugzeuge dort eintrafen und wir waren in der Lage das Ziel zu zerstören. Dasselbe galt für die Panzer. Obwohl sie manchmal ein wenig bewegt worden waren, wenn wir dort eintrafen, konnten wir sie in der Regel in der Nähe orten.

Unsere zweite Herausforderung bestand darin zu erfahren, wie man ein Kontrollsystem erschafft. Wir  würden ein Flugzeug losschicken, um eine SAM zu bombardieren und wenn es sie ortete und erfolgreich zerstörte, waren wir glücklich. Konnte sie nicht geortet werden, würde das Flugzeug weiter nach ihr suchen. Bis der Yom Kippur-Krieg ausbrach, führten wir weiter Einsätze durch, bei denen wir ein Flugzeug losschickten, es würde wieder sein Ziel bombardieren und sich dann schnell wieder zurückziehen. Aber jetzt wollten wir den Feind schwer treffen, ohne ihm zu nahe zu kommen.“

Und so geschah es, dass die IAF während der neun Jahre zwischen dem Yom Kippur-Krieg und dem ersten Libanonkrieg aus dem Nichts eine erstklassige Luftwaffe aufbaute. Die Luftwaffe hatte ein phänomenales Kommunikationsnetzwerk, das mit den verschiedenen Waffengattungen in Kontakt blieb. Es bekam zwei Spitznamen: „Periskop“ und „Mitsing-Gruppe“, die beide andeuten, wie gut die verschiedenen Waffengattungen sich integrierten und dass sie ein gemeinsames Ziel hatten. Jede hatte ihre eigene Rolle, wusste aber auch, wie man kooperieren musste, um das gemeinsame Ziel zu erreichen.

Als am 6. Juni 1982 der erste Libanonkrieg ausbrach, hatte die IAF die geheimdienstlichen Fähigkeiten zu jedem Zeitpunkt zu wissen, wo sich ihre Ziele befanden. Sie hatte außerdem die Fähigkeit die syrische elektronische Kommunikation zu stören und konnte die Raketenbatterien mit elektrooptischen Raketen aus einer Entfernung von 40 km zu zerstören.

Am 4. Juni 1982 schossen Terroristen, die unter Anleitung von Abu Nidal vorgingen, der im Irak lebte und nicht der PLO angehörte, in London den Botschafter Shlomo Argov an. Sofort danach gab Premierminister Menachem Begin dem Druck von Verteidigungsminister Ariel Sharon und Generalstabschef Rafael „Raful“ Eitan nach und genehmigte die Operation „Kleine Kiefern“. Das war eine begrenzte Operation gegen die PLO im westlichen und zentralen Bereich des Südlibanon, der bis zu 40km jenseits der israelischen Grenze reichte.

Sharon und Eitan hatten jedoch andere Pläne. Sie wollten auch die Kontrolle über den östlichen Libanon bis zur Autobahn Beirut-Damaskus übernehmen und die Syrer hinauswerfen, damit sie den maronitischen Christen nicht ihre Kontrolle aufzwingen konnten; die Maroniten waren mit Israel verbündet. Aber um das zu tun, brauchten sie einen Vorwand, um die Operation beginnen zu können.

Die Operation sollte eineinhalb bis zwei Tage dauern, aber am dritten Tag ereignete sich ein Vorfall, der Sharon und Eitan den Vorwand lieferte, auf den sie gehofft hatten: Eine Einheit unter dem Kommando von Brigadegeneral Dan Vardi griff die Jezzine-Komplex direkt südlich von Jebl Baruch an, wo zwei Bataillon syrische Panzer, zwei Intanterie-Bataillone, zwei Divisionen Spezialeinheiten und zwei Divisionen der Fatah standen. Die Begründung für den Angriff lautete, dass die Syrer eilig Verstärkungen in das Gelände gebracht hatten. Ohne Begin zu informieren, genehmigte Sharon EItans Antrag darauf, dass IDF-Kampfjets die Verstärkungen bombardieren und die IDF-Truppen das Gelände erobern.

Vardi und seine Soldaten griffen die Stadt und die Armeebasis an; dabei flohen die meisten Syrer oder wurden gefangen genommen. Während des Angriffs hatten die Israelis den Erfolg 32 Panzer zu zerstören.

Die IAF schoss außerdem vier syrische Kampfjets ab. In Reaktion darauf brachten die Syrer fünf neue SAM-6-Raketenbatterien von den südlichen Golanhöhen in den Libanon, was die Zahl der SAMS im Libanon auf 19 erhöhte.

Die Operation Maulwurfgrille 19 wurde nachts ausgeführt und alle an der Operation beteiligten Luftwaffenflugzeuge wurden kurz davor alarmiert. Zum ersten Mal in der Geschichte der IAF wurde entschieden, dass Ivri nur die Kampfjets kommandieren sollte, die syrische Flugzeuge angreifen und dass Aviem Sella die Jets kommandierte, die die SAM-Batterien am Boden angreifen sollten.

Brigadegeneral d.R. Avi Barber, der von den Syrern während der Operation Modell 5 im Yom Kippur-Krieg gefangengenommen und als Geisel gehalten wurde, kommandierte eine Staffel, die für die Operation trainiert worden war; die andere Hälfte wurde angewiesen die SAM-Basen unter Nutzung traditioneller Methoden zu sprengen, sollte das erste Team scheitern.

Allerdings wurden einige der Piloten von Ungewissheit geplagt, wie ihre Erfolgsaussichten aussahen, darunter der zukünftige Luftwaffen- und Generalstabschef Dan Halutz sowie der zukünftige Leiter der Personalabteilung Avi Gil. Barber jedoch übernahm das Kommando der Staffel von Sella und war absolut zuversichtlich.

An diesem Mittwoch beaufsichtigte Barber die Vorbereitung der Flugzeuge sehr gewissenhaft. Der Beginn der Operation war für mittags angesetzt. Um 10 Uhr versammelte er die Mitglieder der Staffel im Lageraum. Als erstes sprach der Navigator Hauptmann Doron Dovrat, der nicht nur den Standort der SAM-Batterie kannte, sondern auch das gesamt Gebiet des Libanon.

Jedes Flugzeug führte zwei elektro-optische Bomben mit (präzisionsgelenkte Munition), von denen jede eine Tonne wog.

Gemäß dem Prinzip der Redundanz sollten die Navigatoren vier Bomben auf jede Batterie abwerfen. Jede Bombe kostet $1 Million. Die Navigatoren sollten die Bombe genau ins Zentrum jeder Batterie werfen. Dovrat wiederholte den Plan, besonders die Details, die die Navigatoren besonders wissen mussten, obwohl sie den Einsatz seit Jahren trainiert hatten.

Als nächstes sprach Barber zur Gruppe. Als er seine Ansprache beendete, warf er den Stab hin, den er genutzt hatte, um die Ziele auf der Landkarte zu zeigen und sagte dramatisch: „Jeder von euch hat eine große Verantwortung auf seinen Schultern, damit dieser Einsatz ein Erfolg wird. Ihr habt alle gelernt wie man fliegt und habt alle nötigen Mittel bekommen. Jetzt setzt es um!“ Der Beginn der Operation wurde auf 13 Uhr verschoben, dann weiter auf 14 Uhr. Um 13:45 Uhr hoben die Kampfjets unter Einhaltung von Funkstille einer nach dem anderen ab.

„Wir folgten vorbereiteten Routen über dem Meer, bis die Küste des Libanon in Sicht kam“, schilderte Barber. „Als wir 32km von der SAM6-Batterie entfernt waren, identifizierten wir unser Ziel. Ich flog etwas näher heran, um sicherzustellen, dass die Bombe das Ziel auch erreicht und löste die Bombe. Zuerst flog die Bombe auf Autopilot, aber dann übernahm Dovrat die Kontrolle und steuerte sie auf das Ziel zu. Plötzlich meldete das Kontrollzentrum ‚Alfa‘, was bedeutete, dass die Bombe ihr Ziel getroffen hatte. Ich erkannte, dass gerade etwas Historisches stattgefunden hatte. Ich hatte das Ziel bei meinem ersten Versuch getroffen und zerstört.“

Es dauerte nur 110 Minuten, bis die IAF 15 der 19 SAM-Batterien vernichtete.

An diesem Punkt entschied Sella die Operation zu stoppen und nicht zu versuchen die verbleibenden vier SAM-Batterien zu zerstören, um das Leben der Piloten nicht zu gefährden. Ivri bestätigte die Entscheidung. Am nächsten Tag wurden zwei weitere Batterien zerstört und am letzten Tag des Einsatzes die beiden verbliebenen Batterien.

Insgesamt waren während der drei Tage der Operation Maulwurfgrille 19 nicht weniger als 97 syrische Flugzeuge zerstört, ohne dass ein einziges israelisches Flugzeug getroffen wurde.

Während der Operation vernichtete die IAF komplett die Kampffähigkeit des syrischen Militärs, jedenfalls kurz- und mittelfristig. Jetzt hatte die IAF die vollständige Luftraumkontrolle, das syrische Militär hatte keine Überlebenschance.

Trotz der sich heute verändernden Schlachtfelds mit asymmetrischen Kriegsführungstaktiken, die auf Boden-Boden-Flugkörpern basieren – wie iwr es bei der Hisbollah im Libanon und der Hamas im Gazastreifen erlebt haben – bleiben die in der Operation Maulwurfgrille 19 gelernten Lektionen eine wichtige Strategie in Israels Verteidigungsfähigkeiten.

Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (17. – 23. Juni 2018)

Dieser Eintrag wird auf der Seite oben gehalten; die sonstigen Einträge folgen darunter.
Eine Liste der täglichen terroristischen ‚Vorkommnisse‘ wird in den Friedfertigkeiten 2018 geführt.

Sonntag, 17.06.2018:

Mit Informationen des Shin Bet konnte im April in Nablus eine Terrorzelle aus 20 PA-Arabern festgesetzt werden, die Bombenanschläge in Jerusalem und Tel Aviv geplant hatte. Dabei wurden Bomben und Schusswaffen beschlagnahmt.

Es gibt (arabische?) Berichte, dass israelische Kampfflugzeuge über der libanesischen Stadt Sidon gesichtet wurden.

Montag, 18.06.2018:

Minister Naftali Bennett sagt, angesichts der Terrordrachen Zurückhaltung zu üben werde nur zu einer Eskalation durch die Hamas führen. Er fordert deshalb den Einsatz „tödlicher Gewalt“ gegen die Leute, die die Drachen steigen lassen.

Dienstag, 19.06.2018:

Die PA hat einen weiteren Platz nach einem terroristischen Mörder benannt.

Premierminister Netanyahu stoppte den Abriss eines illegal errichteten arabischen Dorfes in Judäa („vorläufig“). Die jüdischen Bewohner des Orts nebenan sind empört.

Generalstaatsanwalt Mandelblat sagte zwar, dass die Terrordrachen legitime militärische Ziele seien, äußerte sich aber nicht dazu, ob es legal sei auf diejenigen zu schießen, die hinter diesen stecken.

Mittwoch, 20.06.2018:

Während der Nacht wurden ab kurz nach Mitternacht aus dem Gazastreifen 45 Raketen und Mörsergranaten auf israelische Zivilisten gefeuert:

Im Gegenzug beschoss in drei Wellen Israel 22 reine Terrorziele im Gazastreifen:

Aus Sicherheitskreisen in Israel verlautet, dass die Eskalation durch die Hamas einen neuen Bodenkrieg im Gazastreifen auslösen könnte. Die IDF sei darauf vorbereitet.

Die Hamas tönt, sie hätte das Recht sich gegen israelischen Beschuss zu wehren (merke: Auch wenn die Hamas anfängt zu schießen und die Israelis reagieren, sind die Israelis die Aggressoren!).

Die IDF verlegt weitere Abwehrbatterien „Eiserne Kuppel“ an den Gazastreifen.

Donnerstag, 21.06.2018:

Am Mittwochabend brüsteten sich Hamas und der Palästinensische Islamische Jihad für das Raketen-Sperrfeuer der Nacht von Dienstag auf Mittwoch verantwortlich zu sein.

Die PA nutzt einen dreifachen Mörder als Vorbild um zum Lesen zu ermuntern.

Heute Abend wird eine Thora-Spende gefeiert: Die Machpela (das Patriarchengrab) erhält eine neue Schriftrolle. Dazu gibt e sein Konzert. Die PalAraber toben. Die Machpela – Grab von Abraham, Isaak und Joseph nebst ihren Ehefrauen – sei die viertheiligste Stätte des Islam und eine Thora-Weihe eine Schändung dieser heiligen Stätte. Und sie drohen – welch Wunder – mit Gewalt.

Vor ein paar Wachen starb im Umfeld der Krawalle am Gazazaun ein 8 Monate altes Araberkind. Sofort wurde behauptet, es sei von den israelischen Soldaten ermordet worden, weil es Tränengas eingeatmet habe. Das stellte sich damals schon rasch als Lüge heraus. Jetzt gibt es verlässliche Informationen, dass die Hamas die Familie dafür bezahlte zu behaupten, das Kind sei von Israel ermordet worden.

Die PA ganz stolz: Wir haben Trumps Friedensplan vereitelt.

Die Hamas tönte, es gebe nur eine Möglichkeit die Terrordrachen zu stoppen: Wenn Israel den Forderungen der Rückkehr-Marschierer nachkommt und die „Blockade“ aufhebt.

Die Terroristen des Gazastreifens haben ein Video veröffentlicht, mit dem gezeigt wird, wie ein Ballon-Brandsatz erstellt wird.

Freitag, 22.06.2018:

Im April gab es in Israel 223 terroristische Vorfälle; im Mai waren es 365, fast 40% mehr und damit die höchste Zahl seit Oktober 2015. 271 der Vorfälle im Mai hatten mit Brandsätzen zu tun. 1 Soldat starb durch einen Anschlag, vier weitere verletzt – 3 davon sowie 1 Zivilist durch Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen.

Es gibt Berichte, die Hamas habe sich Ägypten gegenüber bereit erklärt einen Handel mit Israel abzuschließen. Dabei sollen die festgehaltenen Israelis (bzw. deren Leichen) zurückgegeben werden, wenn die Araber dafür einen Flughafen und einen Seehafen bekommen.

Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (3.-9. Juni 2018)

Dieser Eintrag wird auf der Seite oben gehalten; die sonstigen Einträge folgen darunter.
Eine Liste der täglichen terroristischen ‚Vorkommnisse‘ wird in den Friedfertigkeiten 2018 geführt.

Sonntag, 03.06.2018:

RTL-Nachrichten um 16.35 Uhr: Insgesamt hat die Luftwaffe 15 Angriffe geflogen. RTL bezeichnet sie als „Vergeltung“.

Die Terroristen im Gazastreifen haben angefangen, nicht nur Drachen, sondern auch mit Helium gefüllte Ballons nach Israel zu schicken, um Brände zu verursachen. Helium wird vor allem in Krankenhäusern eingesetzt. Jetzt stelle man sich vor, was los wäre, würde Israel den Import von Helium in den Gazastreifen untersagen – auch wenn mit allergrößter Wahrscheinlichkeit die Krankenhäuser den Rohstoff für diese Terrorballons liefern.

Die Berichte der Araber über die „Ermordung“ der Sanitäterin am Gaza-Zaun hat die üblichen Widersprüche: Mal wurde sie in den Rücken geschossen, mal von vorne. Mal trug sie einen weißen, markierten Kittel, mal blaue Kleidung, mal eine „Presse“-Weste. Mal ein rotes Kopftuch, mal ein blaues. Mal wurde ihr ein Luftröhrenschnitt gemacht und ein Tubus eingeführt, aber als sie im Krankenhaus ankam, war dieser entfernt. Wie glaubwürdig sind da die Behauptungen der Terroristen?

Benjamin Netanyahu gab Anweisung, dass die Kosten der durch die Terrordrachen verursachten landwirtschaftlichen Schäden von den für die Palästinenser vorgesehenen Geldern abgezogen werden.

Montag, 04.06.2018:

Bisherige Bilanz des Drachenterrors: Am Wochenende brachen 40 durch Feuerdrachen ausgelöste Brände aus. Ein Drittel des Naturparks Karmiya ist abgebrannt. Außerdem wurden hunderte Morgen Agrarland vernichtet. Seit April sind es 350 Feuer fast 7.000 Morgen Wald und Agrarland vernichtet.

Noch eine Bilanz: Während der letzten Monate erhielten 6.000 Menschen aus dem Gazastreifen medizinische Behandlung/Versorgung in Israel. (Ägpyten: 0)

Die PA tobt wegen der Ankündigung, dass Israel die Bauern aus dem Umfeld des Gazastreifens aus PA-Geldern entschädigen will. Das sei Banditentum, hieß es.

Dienstag, 05.06.2018:

Der Shin Bet hat Mordanschläge auf führende Israelis verhindert, darunter Premierminister Netanyahu und den Jerusalemer Bürgermeister Nir Barkat. Die Anschläge sollten von israelischen Staatsbürgern und Syrern verübt werden.

Mahmud Az-Zahar (ein Hamas-Mitgründer) „warnte“, die Gewaltwelle entlang der Gaza-Grenze werde nach Ende des Ramadan noch blutiger werden, wenn es „keine Lösung für die Not der Einwohner des Gazastreifens“ gebe.

Die IDF bereitet sich darauf vor, dass es am „Naksa-Tag“ wieder viel Gewalt am Gaza-Zaun geben wird. Die Hamas hat dafür eine neue Welle „Zusammenstöße“ angekündigt, was aber statt heute erst am Freitag laufen soll.

Die IDF sagt, die vorläufigen Ermittlungsergebnisse zeigen, dass am 1. Juni nicht absichtlich auf die arabische Sanitäterin geschossen wurde, die durch Schüsse starb.
Der Vater der Toten berichtete übrigens, dass die Hamas die Gedenkfeier für seine Tochter angriff, ihre Bilder zerriss und 10 Teilnehmer verprügelte.

Donnerstag, 06.06.2018:

Die IDF verdoppelt für morgen die Sicherheitskräfte am Gazastreifen.

Das von einem Terrordrachen ausgelöst Feuer am Kibbuz Nir Am konnte gelöscht werden.

Die Luftwaffe warf Flugblätter über dem Gazastreifen ab, die die Araber warnten, sie sollten sich nicht vom Iran und der Hamas missbrauchen lassen und am Freitag nicht an der Grenze randalieren.

Die Armee warnte die Israelis davor Branddrachen aus dem Gazastreifen anzufassen.

Hamas-Führer Ismail Haniyeh kündigte an, die „Proteste“ am Zaun würden weitergehen, „bis Jerusalem befreit ist“.

Freitag, 08.06.2018:

An den heutigen Krawallen am Gaza-Zaun beteiligten sich rund 10.000 Araber an mehreren Orten (Zahlen von ca. 17 Uhr). In den sozialen Medien wurden Bilder von Drachen gepostet, die die Botschaft trugen: „Söhne des Judentums. Verlasst unser Land oder wir werden euch abschlachten.“

Bei den Krawallen gab es nach vorläufigen Angaben der Terroristen 2 tote und 100 verletzte Araber. Später hieß es, es habe 3 Tote gegeben (i24: 4 Tote). Noch später wurde angegeben, 413 „Demonstranten“ sein verletzt worden, 80 durch Scharfschützen.

Von den Drachenangriffen wurden in Israel 4 Brände ausgelöst. Mindestens 4 Terrordrachen wurden von IDF-Drohnen abgefangen.

Einige der Randalierer am Gazastreifen trugen „Uniformen“, die KZ-Kitteln ähnelten. „Wir wollen die Welt daran erinnern, dass die israelische Besatzung dieselben Massaker begeht wie die Nazis“, hieß es dazu.

Samstag, 09.06.2018:

Zahlen: Bei den Krawallen am Gazazaun wurden Freitag 4 Araber getötet und mehrere hundert verletzt.

Sicherheitsministerminister Erdan verbot eine Iftar-Veranstaltung der PA in „Ost“-Jerusalem.

Foto des Tages: Flugschule

The Jewish Press, 18. August 2016

Israels Premierminister Benjamin Netanyahu sitzt bie einem Besuch auf der Luftwaffenbasis Tel Nof am 17. August 2016 in einem Apache-Hubschrauber und spricht mit Amir Eshel, der Oberkommandierenden der Luftwaffe.

Netanyahu diente in der Eliteeinheit Sayeret Matkal – aber wollte er vielleicht eigentlich lieber Pilot werden?

(Fotos: Flash 90)