UNO-Applaus

Es war nicht das erste Mal, dass Vertreter einiger westlicher Staaten wegen ihm den Saal verlassen. Aber es war auch nicht das erste Mal, dass die UNO-Vollversammlung wegen Mahmud A. aus T. begeistert applaudiert. Das gibt dem Teheran-Adolf Oberwasser, zeigt ihm, dass er richtig liegt; er darf sich legitimiert und unterstützt nicht nur fühlen. Er kann mit Fug und Recht behaupten, er sei anerkannt und wer ihn kritisiert, sei in der Minderheit.

Neben dem Kopfschütteln über den Juble über blanken Antisemitismus, Hasspredigten auf den Westen und völkermörderische Pläne seitens der Mehrheit der UNO-Vollversammlung muss gefragt werden, warum diejenigen des Westens, die den Saal verließen, nicht konsequent sind und gleich weiter gehen: Verlassen der UNO.

Das halten viele für einen zu weit gehenden Schritt. Schließlich gibt es ja nur den einen Ahmadinedschad. Na ja, noch den einen Gaddafi. Aber sonst? Alles Leute, mit denen man arbeiten kann. Sogar mit Mugabe?

Es ist zum Kotzen. Jeder, der auch nur ansatzweise mit Neonazis zu tun hat, wird (in der Regel richtigerweise) wie die Pest behandelt. Aber in der Vollversammlung gilt das nicht. A’dschad ist ja kein Neonazi, auch wenn er deren Ideologie in Grundzügen so schön voll verinnerlicht hat. Also sind die, die ihm zujubeln, wie die Quislinge dem Führer, alles anständige Leute, die für uns berechtigterweise Gründe zum Klagen haben und die wir unterstützen und hofieren müssen.

Einem Quisling würde ich nicht die Hand reichen. Warum sollte ich also denen das Wort reden, sie anständig finden und mit ihnen zusammenarbeiten, die Achmadinedschad bejubeln?

Konsequent wäre es, wenn diejenigen, die aus dem Saal gingen, als Adolfinedschad das Wort ergriff, spätestens nach dessen Bejubelung den Ort hinter sich gelassen hätten. Die UNO, wie sie sich heute darstellt, gehört abgeschafft. Alles andere ist Verrat an allen Prinzipien, für die unser Staat, unsere Kultur angeblich einsteht.

Statt konsequent zu handeln, marschiert die nächste Wirtschaftsdelegation nach Teheran. Nun ja, das ist auch eine Art Konsequenz. Eine, die die Völkermörder in ihrem Tun bestätigt. Und in ihrer Haltung gegenüber dem Westen, den sie verachten und den sie am liebsten besiegt sehen wollen.

PS: Och, guck mal, Gideon findet auch, der Laden gehört geschlossen.

Verzerrter Spiegel: Amalek und SPON

Vorbemerkung: Marquardt-Bigman schreibt über die auf SPON eingestellte englische Übersetzung; der Druck-Artikel im Nr. 26/22.06.09 wird im Inhaltsverzeichnis mit „Droht ein Krieg zwischen Iran und Israel“ angekündigt und folgt auf den Seiten 104-107 unter dem Titel „Das Duell der Auserwählten“ und stand zur Zeit nicht online (ist inzwischen erfolgt). Der englische Teaser ist dort nicht vorhanden. Die Zitate aus dem Aufsatz sind der deutschen Printausgabe entnommen.

Petra Marquardt-Bigman, Jerusalem Post-blogs, 24. Juni 2009

Kein Zweifel, wenn es um die Dämonisierung Israels geht, dann ist das Rennen in vollem Gang – obwohl nicht völlig klar ist, ob die Ziellinie am Grund des Journalismus oder ganz oben in der Heuchelei angesetzt ist. Auf jeden Fall haben wir einen starken Bewerber: Unter dem Titel „Potenzial für die Apokalypse“ fragte das deutsche Nachrichten-Magazin Der Spiegel am Montag: „Ist Krieg zwischen Iran und Israel unvermeidlich?“ Die Einführung des langen Aufsatzes (etwa 4.000 Worte) liefert eine sensationalistische Zusammenfassung, um den Appetit der Leser zu wecken:

Der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu und der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad mögen sehr verschieden erscheinen, aber sie sind in ihren apokalyptischen religiösen Visionen vereint. Ihr jeweiliger Glaube könnte sie auf einen Kollisionskurs mit möglicherweise fürchterlichen Folgen bringen.

Ich rieb mir ungläubig die Augen und las noch einmal – und noch einmal – aber das steht da so: Bibi Netanyahu, der säkulare Premierminister einer säkularen Demokratie, hat „apokalyptische religiöse Visionen“, die ihn irgendwie mit dem den Holocaust leugnenden, fanatisch religiösen Mahmud Ahmadinedschad „vereinen“, der gerade durch „göttliche Bewertung“ die Wiederwahl „gewonnen“ hat, weil der „oberste Führer“ der iranischen Mullahkratie das sagt.

Der Autor dieses Geschwafels ist offenbar ein altgedienter Journalist, Erich Follath, der als Experte dieser Art von Vergleich posiert, weil er Netanyahu ein paar Mal getroffen hat – erstmals 1976, kurz nachdem Yonatan Netanyahu in Entebbe getötet wurde – und er auch im Iran gewesen ist und sogar Mahmud Ahmadinedschad interviewte. Nun denn, der Mann muss wissen, wovon er redet!!!

Wie sich herausstellt, ist dies nicht das erste Mal, dass Follath seine Meinung zu einem Mitglied der aktuellen Regierung Israels von sich gibt: Angelegentlich des Besuchs von Avigdor Lieberman vor kurzem in Berlin machte sich Follath die Arbiet mit einer „Rede“ oder eher einer Vortrag aufzuwarten, von der er meinte, dass Deutschlands Außenminister ihn halten sollte, um seinen israelischen Kollegen zurechtzuweisen. Mehrere deutschsprachige Blogger haben diesen von Follaths Fantasie-Rede zur Schau gestellten unverfrorenen Hass und Antisemitismus kommentiert.

Diesmal hat sich Follath sehr bemüht kultivierter zu erscheinen:

Wer verstehen will, was Irans Präsident und Israels Premier umtreibt, welche Überzeugungen ihre Politik leiten, muss sich auf tiefreligiöse Konzepte einlassen, die Ahmadinedschad wie Netanjahu prägen du die sie fast zwangsweise aufeinanderprallen lassen: das islamische „Hakkami“, das jüdische „Amalek“. … hilft es auch ein wenig, die Akteure aus eigenem Erleben zu kennen und das Umfeld der Mächtigen bei zahlreichen Reisen nach Iran in den vergangenen dreieinhalb Jahrzehnten recherchiert zu haben. Aus Puzzle-Teilen entsteht so ein Bild. Kein allumfassendes, alles erklärendes, aber immerhin ein Bild, das auf konkreter Spurensuche und Annäherung beruht.

Ist das nicht eindrucksvoll? Follath hat „das Umfeld der Mächtigen“ recherchiert! Da nun Follath glaubt, dass Netanyahu und Ahmadinedschad „Zwillinge im Geiste“ sind, lohnt es sich ein paar Glanzstücke seiner Beschreibung des „Umfelds“ des Mahmud Ahmadinedschad zu zitieren:

… dann lernte er mit Mitte zwanzig Mesbah Jasdi kennen und verfiel dem mystischen Fundamentalismus. Schon längst bekennt er sich nun wie sein Vorbild zur selben ultrareligiösen Schule des Schiitentums – in ihrem religiösen Fieber erinnert diese Hakkani-Gruppierung an die zelotischen Glaubenseiferer einer anderen Religion, der Wiedergeborenen Christen (zu denen sich auch Geroge W. Bush zählt).

Aha, George W. Bush ist auch Teil des Bildes… Nun, wie auch immer, nach Meinung Follaths traf Ahmadinedschad seinen „Mentor“ Masbah Jasdi jede Woche für ein „ideologisches tête-à-tête“ – und so beschreibt er Mesbah Jasdis Ansichten:

Ideologisch ist er ein ultrakonservativer Hardliner, ein Theoretiker der Radikalen, … Er propagiert ganz offen Selbstmordattentate, fordert die Vollstreckung des Mordaufrufs gegen den Schriftsteller Salman Rushdie, verlangt „das Blut jedes Menschen, der den Islam beleidigt“. Und er hält „die Zionisten“ für das Grundübel der Erde.

Zum Glück gibt es keinerlei Grund zur Sorge, denn, wie Follath herausstellt: „Ahmadinedschad, der Holocaust-Leugner und Israel-Hasser, hat immer wieder versichert, er wolle das ‚Zionisten-Gebilde‘ nicht militärisch angreifen.“ Natürlich kennt Follath auch Iran-Experten, die bestätigen werden, dass Ahmadinedschads angebliche Drohungen in Wirklickeit in „metaphysischer Art“ verstanden werden müssen.

So, das ist erledigt, was für eine Erleichterung. Oh nein, wartet – da ist immer noch dieser sehr, sehr Angst einflößende, unheimliche Bibi Netanyahu… Nicht, dass Follath irgendetwas Negatives über Bibi sagen würde, er zitiert lediglich andere, zum Beispiel den ehemaligen Sprecher des Weißen Hauses, Joe Lockhart; der „nannte den israelischen Premier ‚eines der anstößigsten Individuen…  einen Lügner und Betrüger‘“. Und dann ist da die „liberale und steht gut informierte israelische Tageszeitung Haaretz“, die berichtete: „Politiker, die in Verbindung mit Netanjahu stehen, sagen, er habe seinen Entschluss zur militärischen Zerstörung der iranischen Nuklearanlagen schon gefasst.“ Follath: „Und zwar unabhängig von der Zustimmung Washingtons.“

Offensichtlich kann Follath daher nur schlussfolgern: „Aber in der Frage der iranishen Atombomben wird Netanjahu aller Voraussicht nach knallhart bleiben. Auf einen Angriff zusteuern.“ Er ermerkt ebenfalls, dass Netanyahu „ein Verbleiben seines Gegenspielers Ahmadinedshad im Amt geradezu herbeizusehnen“ schient, „wie selbst die ‚FAZ‘ mit Bezug auf israelische Quellen befremdet konstatiert hat“. Auf der Suche nach einer Erklärung für all diese erstaunlichen Dinge, weist Follath seine Leser auf Jeffrey Goldberg hin: „Als der amerikanische Autor und Israel-Kenner Jeffery Goldberg kürzlich bei einem Netanjahu-Vertrauten nachfragte, wie sich diese Fixierung erklären lasse, sagte der nur: ‚Denken Sie an Amalek.‘“

Nehmen Sie bitte zur Kenntnis, dass Sie bitte davon ausgehen sollen die Tatsache zu übersehen, dass diese überaus wichtige Bemerkung „Denken Sie an Amalek“ nicht von Netanyahu, sondern von einem „Vertrauten“ des Premierministers gemacht wurde. Kein Grund für Pedantismus hier, wirklich nicht. Nun, sind Sie bereit für das Einmaleins des Judentums zur Bedeutung von „Amalek“, mit freundlicher Genehmigung von Follath? Yallah, hier geht’s los:

Das ist der jüdische Begriff, der in unseligem Kontext zur islamischen „Hakkani“-Schule steht – ein spiegelbildliches Begriffspaar, das Krieg bedeuten könnte. Amalek ist im Wortsinn der Name des biblischen Enkels von Esau, der mit seinen Stammeskriegern aus Kanaan die Hebräer auf dem Weg ins Heilige Land Eretz Israel heimtückisch und unprovoziert überfalllen hat; Amalek meint im übertragenen Sinne die existentielle Bedrohung für das Judentum zu allen Zeiten, unter allen Umständen, durch alle Feinde. … Die Auseinandersetzung mit Amalek darf keine jüdische Generation vergessen, denn Amalek verkörpert das Böse, das Zerstörerische, das Schlechte an sich. Das gilt es zu bekämpfen, das ist für einen strenggläubigen Juden „Mizwat Asse“, ein Gebot der Tat – und laut manchen Deutungen der alten Schriften geht es noch um mehr, nämlich darum, die Urfeinde auszulöschen… Denn nach einem möglichen iranischen Nuklear-Erstschlag, so geht das apokalyptische jüdische Gedankengebäude, wird es einen Judenstaat nicht mehr geben. Im Zweifel also gegen den Angeklagten. [Im englischen Text heißt es hier: Mit anderen Worten: Es ist im Zweifelsfall besser zuerst anzugreifen.]

Wenn es also das „apokalyptische jüdische Gedankengebäude“ nicht gäbe, gäbe es kein wirkliches Problem mit einem iranischen Nuklearangriff auf Israel? Ich verstehe …

Wie erschreckend schäbig dieser Text wirklich ist, kann mit einem Blogpost hübsch illustrierte werden, den Gershom Gorenberg vor ungefähr vier Wochen schrieb, der Goldbergs Artikel aufnahm, der die verdächtige „Amalek“-Anspielung beinhaltete und versuchte die Bedeutung des Konzepts zu klären.

Es ist überflüssig zu erwähnen, dass Follath sehr davon profitiert hätte, hätte er diesen Eintrag gelesen. Einer der ersten Punkte, die Gorenberg zu recht betonte, ist der, dass es nicht Netanyahu selbst war, der auf Amalek verwies. Gorenberg vermerkte ebenfalls, dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass Netanyahu dieses religiös inspirierte Konzept verwenden würde und er stellte heraus, dass Bibi als Sohn eines Historikers „dazu tendiert seine Metaphern aus der Geschichte zu nehmen“. Natürlich dachte Gorenberg, wie jeder, der etwas von Netanyahu weiß, sofort an die berühmte „Es ist 1938 und der Iran ist Deutschland“-Rede, die Netanyahu im November 2006 hielt.

Es ist nicht schwer zu verstehen, warum Follath es vorzieht diese Rede NICHT zu erwähnen… In der Tat ist es nicht nur die deutsche Geschichte, die jede Bezugnahme auf 1938 ein wenig ungemütlich gemacht hätte, sondern auch die Gegenwart: Immerhin macht Deutschland lebhaft Geschäfte mit dem Iran. Es ist schon ironisch, dass die deutschsprachige Ausgabe des SPIEGEL diese Woche einen Bericht bringt, der aufdeckt, dass unter allen westlichen Industrienationen Deutschland Irans größter Handelspartner ist, was es nach China zum zweitgrößten Exporteur in den Iran macht. Und wohlgemerkt: Der Bericht erklärt, dass deutsche Firmen gegen „voreilige“ Sanktionen gegen den Iran sind…

Aber warum sich um das deutsche Geschäfts-„Umfeld“ sorgen – schließlich gibt es „apokalyptische jüdische Gedankengebäude“, wegen derer man sich Sorgen machen muss!

Invasion der Killer-Apfelsinen

Gleich zwei Berichte gibt es zu den gefährlichen Zionisten-Orangen; wie wir wissen, ist das für Araber und Muslime äußerst gefährlich. Damit machen die Zionisten die Araber und Muslime platt, weil sie schlimme Dinge da rein tun. Der erste Bericht kommt vom iranischen Press TV:

Angeblich aus Israel importierte Orangen haben im Iran eine Kontroverse ausgelöst, da Teheran jede Art von Handel mit Tel Aviv verboten hat.
Die Orangen tragen Aufkleber mit der Aufschrift: „Jaffa sweetie Israel PO“. Sie wurden allerdings in Kisten verteilt, die den Aufdruck „made in China“ trugen.
In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Mehr beschrieb der Leiter der Obst- und Gemüseverteilungsorganisation in Teheran, Hossen Safaie, den Vorfall als „Besorgnis erregend“ und fügte hinzu, dass die Gesetzesbrecher der Gerechtigkeit zugeführt werden müssten.
Safaie sagte, dass seine Organisation den Fall genau verfolgen wird und denjenigen, die Profit machen wollen, nicht erlauben werde, das unter Ignorierung des religiös und revolutionär Gelernten zu tun.
Inzwischen setzte der stellvertretende iranische Wirtschaftsminister Mohammed Sadeq Mofatteh einen Preis von 1.000.000.000.000 iranischen Real (1 Milliarde US-Dollar) für jeden, der beweisen kann, dass das iranische Wirtschaftsministerium eine Einfuhrerlaubnis für die Orangen ausgegeben hat, berichtete IRIB.
Mofatteh behautpete, dass Schurkenelemente die Orangen als „Jaffa sweetie Israel PO“ beklebt haben könnten, um die herrschende Regierung in Misskredit zu bringen.

Der zweite Bericht kommt von einem iranischen Blogger:

Für eine weitere „umsonst für Wählerstimmen“-Show kündigte Ahmadinedschads Lager kostenlose Orangenverteilungen an die Bevölkerung an, als er eine Wahlkampf-Demonstration im Armenbezirk von Islamshahr abhalten sollte. Natürlich funktionierte der Trick und wie vorhergesagt tauchten große Mengen auf, die die Gelegenheit frische, saftige Orangen umsonst zu bekommen, nicht verpassen wollten. Es gab allerdings ein Problem: Die Orangen waren israelische Orangen, die immer noch den offensichtlichen Aufkleber „Jaffa“ trugen!
Kurz nachdem Präsident Ahmadinedschad die ihm vom UNO-Gipfel auf einem Tablett seriverte Plattform nutzte, um extremistische und militante Seelen im Nahen Osten zu rekrutieren, verteilte der selbst ernannte Fürsprecher des unterdrückten palästinensischen Volkes israelische Orangen an einen Miet-Mob aus.

Gateway Pundit vermerkt noch, die iranischen Behörden berichteten, die in Teheran über das Wochenende verteilten Orangen kämen aus China, nicht aus Israel. Ja klar, „made in China“ stand ja auf den Apfelsinen, nicht auf den Kisten – äh umgekehrt. Aber wenn’s auf den Kisten steht, dann bezieht’s sich ja auf die Apfelsinen, nicht auf die Kisten, oder? Verkauft euch doch selbst für blöde!

Anmerkung von Elder of Ziyon:
Wenn Israel schlau ist, dann wird es sich die bereits bestehende Paranoia der iranischen Offiziellen zunutze machen. Einfach ein paar hebräischsprachige Aufkleber quer durch Teheran anzubringen würde ausreichen, die iranischen Offiziellen unkontrolliert zittern und spucken zu lassen.

Selbstmord, der Weg zur nationalen Erlösung

Amnon Rubinstein, Jerusalem Post, 21. Mai 2008

Gaza ist dabei zu einem Symbol zu werden. Wir betonen zurecht Israels Bedürfnis dem täglichen, sich immer weiter ausdehnenden Beschuss unserer Zivilsten ein Ende zu setzen; es ist in der Tat offensichtlich, dass Israel irgendwann militärisch einschreiten muss – kein Land könnte anders handeln – um die Gewehre und Raketenwerfer zum Schweigen zu bringen.

Ein weiterer Aspekt ist von gleicher Bedeutung und betrifft die Haltung der Hamas-Herrscher zu der steigenden Spannung: Einerseits verhandeln sie – mit Ägypten, nicht mit dem illegitimen zionistischen Gebilde – wegen einer zeitlich begrenzten Einstellung der Feindseligkeiten. Andererseits genehmigen sie die Vergrößerung der Reichweite ihrer Raketenangriffe, im vollen Wissen, dass die den Tag schneller herbeiführen wird, an dem Israel, egal, unter welcher Regierung, seiner Armee befehlen muss in den Gazastreifen einzumarschieren und der Hamas die Macht abzunehmen.

So sieht die Politik der Hamas aus: nicht nur ein endlos Blut vergießender Krieg gegen das zionistische Gebilde, sondern auch die Bereitschaft als Teil dieses Krieges ihren Zugriff auf den Gazastreifen zu verlieren. Das bedeutet die Bereitschaft nicht nur das Leben von Männern, Frauen und Kindern zu opfern, sondern auch die Bereitschaft genau das Regime zu opfern, das sie vor nicht allzu langer Zeit durch einen gewalttätigen Coup errichtet haben. Mit anderen Worten: Es ist ein stark zum Ausdruck gebrachter Prozess des politischen Selbstmords – nicht nur die Einzelperson ist Schahid, sondern das Regime selbst.

Das mag wie eine extreme Schlussfolgerung klingen, aber wie Ari Bar Yossef, Oberstleutnant a.D. und Administrator des Sicherheitskomitees der Knesset im Armee-Journal Ma’arachot schreibt, sind solche fälle islamistischen nationalen Selbstmords nicht ungewöhnlich. Er zitiert drei Beispiele von arabisch-muslimischen Regimen, die ihre Existenz auf irrationale Weise opfern, sich über ihren Instinkt des Selbsterhalts hinwegsetzen, um den wahrgenommenen Feind bis zum bitteren Ende zu bekämpfen.

  • Der erste Fall ist der des Saddam Hussein, der 2003 den Krieg und die Eroberung dadurch hätte vermeiden können, dass er den UNO-Inspektoren die Suche nach (den offenbar nicht vorhandenen) Massenvernichtungswaffen hätte erlaubte, wo immer diese das tun wollten. Doch der Herrscher des Irak entschied sich für den Krieg, im vollen Bewusstsein, dass er die Macht der USA zu spüren bekommen würde.
  • Der zweite Fall ist der des Yassir Araft im Jahr 2000; nach dem Fehlschlag in Camp David und den Gesprächen in Taba hatte er zwei Optionen: weiterhin mit Israel zu reden – das unter der Führung von Ehud Barak stand, der die moderateste und flexibelste Regierung leitete, die Israel je hatte – oder von Gewalt Gebrauch zu machen. Er wählte das Zweite, mit dem Ergebnis, dass alle Fortschritte hin auf eine palästinensische Unabhängigkeit blockiert waren. Der daraus folgende Verlust von Leben, auf beiden Seiten, bezeugt, wie Arafat Selbstmord dem Kompromiss vorzog.
  • Der dritte Fall ist der der Taliban. Nach dem 11. September hatte deren Führung zwei Möglichkeiten: in Verhandlungen mit den USA einzutreten mit der Aussicht darauf Osama bin Laden auszuliefern; oder Krieg und Vernichtung zu riskieren. Die Wahl, die sie trafen, war offensichtlich: Lieber bis zum Tod kämpfen als auch nur einen Zentimeter aufgeben.

In allen der drei Fälle ist die Schlussfolgerung einfach: in die Länge gezogener Krieg, Tod, Vernichtung und nationaler Selbstmord sind friedlichen Lösungen des Konflikts vorzuziehen: Der Tod ist Verhandlungen mit Ungläubigen vorzuziehen. Dieselbe Schlussfolgerung ist natürlich darauf anzuwenden, dass die Palästinenser für die Hamas und ihren selbstmörderischen Weg stimmten und für die Entscheidung des Iran sich mit seinem Bestehen auf den Erwerb von Atomwaffen gegen den UNO-Sicherheitsrat zu stellen.

Diese Fälle, auch wenn sie in den Annalen der Geschichte beispiellos sind, sollten nicht allzu sehr überraschen. Wenn man individuellen Selbstmord glorifiziert, dann ist der Tod der Schlüssel zu einem glücklichen Leben nach dem Tod; wenn der Krieg selbst heilig gemacht wird, warum sollte diese Vorstellung nicht vom Individuum auf das Kollektiv ausgedehnt werden? Auf das Regime selbst? Selbstmord ist der Weg zur persönlichen wie der nationalen Erlösung.

Glücklicherweise sind nicht alle arabischen oder muslimischen Regime so. Die riesige Mehrzahl der Araber wünscht sich Leben, Freiheit und Glück. Aber wenn es um das verhasste Israel geht, herrscht der Wahnsinn und das nicht nur bei den Iranern. Es ist eine Tatsache, dass das ausdrückliche Ziel des Iran „Israel von der Landkarte zu wischen“ mit der impliziten Drohung dafür Atomwaffen zu benutzen, von vielen Palästinensern unterstützt wird – obwohl auch sie dabei „weggewischt“ würden.

Selbstmord im Kampf gegen Israel hat einen Grad an Legitimität erworben, den der Westen nicht einmal ansatzweise begreifen kann.

Dieser unangenehme Folgerung muss entgegengetreten werden. Andererseits sollte es uns dringend dazu bringen unsere Anstrengungen zu verstärken eine Art modus vivendi mit der PLO zu finden, um den Einfluss der Fanatiker zu vermindern (trotz der Tatsache, dass jeder so erzielte Kompromiss vom Iran und seinen Kohorten zurückgewiesen werden wird); währenddessen sollte sich andererseits Israel, wie auch der Westen, auf einen langen, irrationalen und teuren Krieg vorbereiten, der anders sein wird als jeder, der in der Vergangenheit gekämpft wurde.

Der Autor ist Jura-Professor am Interdisciplinary Center (IDC) in Herzliya, ehemaliger Bildungsminister und Knessetabgeordneter und erhielt 2006 den Israel-Preis.

Tödlicher Wahn

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat mal wieder die Werte seines religiösen Wahns beschworen. Gerade erst sagte er, dass Niederlagen keine Bedeutung für die haben, die an das Märtyrertum glauben. „Die Kultur des Anstreben des Märtyrertums wird uns vor allen sozialen Problemen schützen.“

Das könnte sein – auf diese Weise entledigt sich man seines Geburten-Überschusses. Allerdings kann man ihm auch einen Spruch von US-General George S. Patton vom 31. Mai 1944 entgegen halten:

Ich möchte, dass ihr euch daran erinnert, dass kein Bastard je einen Krieg gewonnen hat, indem er für sein Land starb. Er hat ihn gewonnen, indem er dafür sorgte, dass der andere arme, dumme Bastard für sein Land starb.“

Wie sich Selbstmord-Operationen auf den Kriegsverlauf auswirken, haben u.a. die Japaner im Zweiten Weltkrieg erfahren. Die Deutschen hatten auch so eine „Kultur“, die das Sterben für’s Vaterland zum höchsten Gut erhob – und verloren.

Es bleibt zu hoffen, dass sich das nicht wiederholen muss, um vor der und für die Welt die Wahnsinnigen wieer einmal zu widerlegen.

Ab 5 Uhr 45…

…will er zurückschießen lassen. AchmachmermalJihad eifert einmal mehr seinem Gefreiten-Vorbild aus dem letzten Jahrhundert nach. Eben berichtete N24 (sinngemäß, nicht wörtlich wieder gegeben), dass Israel, wenn es wieder einen Krieg gegen die Palästinenser oder den Libanon vom Zaun bricht, es eine Welle des Widerstands und seine Vernichtung erleben wird.

Natürlich, Völkermord-Aspiranten brauchen immer selbst geschaffene Anlässe. Adolf den vom Sender Gleiwitz, AchmachmirdenJihad blendet aus, dass Israel angegriffen wird und definiert Verteidigung als Angriffskrieg.

Das Problem ist nicht, dass solche Drecksäue sich so verhalten, sondern dass sie hier bei uns ständig massenhaft Helfershelfer finden, die die Sauereien für rechtens erklären und die Opfer zu Tätern machen. Es kann gar nicht konstruiert genug sein, damit diese Leute glauben, dass die Juden/Israelis die Teufel sind und die Terroristen eigentlich ganz friedliche Engel. Es kotzt mich an!