Der malaysische Hassschürer Mahathir verflucht die Franzosen noch mehr als die Juden

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

„Juden sind die ersten, aber nicht die letzten.“ Das ist eine recht übliche Redensart, die verwendet wird, um Gesellschaften allgemein zu warnen, dass auch sie verletzbar sind, wenn es bedeutende Hetze oder Aggression gegen Juden gibt. Die Äußerung ist in ihrer Natur sehr allgemein. Daher ist es ratsam hin und wieder konkrete Beispiele beizubringen.

Mohamad Mahathir ist ein gewaltiger, extremer Antisemit. Er war von 1981 bis 2003 und wieder von Februar 2018 bis März 2020 Premierminister Malaysias. Seiner Reaktion auf die aktuellen Terroranschläge in Frankreich erhielt viel öffentliche Aufmerksamkeit. Am 16.Oktober köpfte ein tschetschenischer Muslim einen französischen Lehrer. Dem folgte ein paar Tage später ein tunesischer Muslim, der in einer Kirche in Nizza drei Menschen tötete.[1]

Mahathir schrieb daraufhin in seinem Blog: „Muslime haben das Recht wütend zu sein und wegen der Massaker in der Vergangenheit Millionen Franzosen zu töten.“ Sowohl Twitter als auch Facebook entfernten die Einträge mit dieser Bemerkung als gewaltverherrlichend.[2]

Mahathir behauptete, der Text sei aus dem Zusammenhang gerissen zitiert worden und ließ eine weitere Äußerung folgen: „Ich bin tatsächlich angewidert von den Versuchen, das, was ich auf meinem Blog schrieb falsch darzustellen und aus dem Zusammenhang zu reißen.“ Er sagte, die Kritiker hätten es verfehlt seinen Eintrag komplett zu lesen, besonders den nächsten Satz; der lautete: „Aber im Großen und Ganzen haben Muslime das Gesetz des ‚Auge um Auge‘ nicht angewendet. Muslime tun das nicht. Die Franzosen sollten das nicht tun. Stattdessen sollten die Franzosen ihr Volk lehren die Gefühle anderer Menschen zu respektieren.“[3]

Mahathirs Äußerung für das „Recht auf Mord“ passt in ein Problem, das zu erwähnen Kommentatoren üblicherweise nicht wagen, selbst wenn sie es begreifen. Zwar ist eine große Mehrheit der Muslime nicht gewalttätig, der Islam lässt in seinen Reihen aber auch Raum für extrem mörderische Meinungen. Vereinfachend gesagt, gibt es im Islam offensichtlich so etwas wie die Zehn Gebote nicht. Das erlaubt Haltungen und Äußerungen wie die Mahathirs im Rahmen seiner Religion/Ideologie sowie die de facto völkermörderischen Aufrufe iranischer Führer. Alles davon ist weit entfernt von den Weltanschauungen von Christenheit und Judentum.

Das hat auch die Entwicklung vieler Terrororganisationen innerhalb der Grenzen des Islam erlaubt. Alle drei führenden Terrororganisationen der Welt waren im Jahr 2019 muslimisch: ISIS, Al-Qaida und Boko Haram.[4] Es gibt zudem Imame, die gelegentlich Mord propagieren. Einige Fatwas – religiöse Entscheidungen – rufen auch offen zu Mord auf. Eine der am meisten publizierte war die von Ayatollah Khomeini gegen den Schriftsteller Salman Rushdie im Jahr 1989.[5]

Diese mörderischen Tendenzen sind gelegentlich sogar bei jungen Kindern zu finden. Ein französischer Lehrer am Kolleg Pierre Mendes France in der Stadt Saumur wies ein elfjähriges Kind zurecht, weil es nicht zuhörte. Das Kind reagierte: „Mein Vater wird kommen und dich köpfen.“[6]

Vertreter des Auslands haben berichtet, dass sie in Diskussionen mit malaysischen Top-Offiziellen oft hasserfüllte Bemerkungen über Israel hörten, ohne Bezug zum Gesprächsthema. Mahathir hat eine lange Geschichte verbaler antisemitischer Attacken, auch wenn sie nie so mörderisch waren wie die aktuelle gegen Frankreich.

1986 sagte Mahathir bei einem Treffen der Blockfreien-Bewegung: „Aus der Vertreibung der Juden aus den Heiligen Land vor 2.000 Jahren und die Unterdrückung der Juden durch die Nazis haben sie nichts gelernt. Wenn überhaupt, dann hat es den Juden zu genau den Monstern gemacht, die sie in ihrem Propagandamaterial so rundweg verurteilen. Sie sind die Schüler verstorbenen Dr. Goebbels.“[7]

Seine berüchtigste judenfeindliche Hetze, die auch am stärksten in Erinnerung bleibt, gab es beim zehnten Gipfeltreffen der Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) im Jahr 2003. An ihr nahmen die Führer von 57 Ländern teil. Mahathir stellte die Verbindungen zwischen Muslimen und Juden als weltweite frontale Konfrontation dar, wobei er einige neue Beispiele einer „jüdischen Verschwörung“ offerierte. Seinen Worten wurde von den Teilnehmern breiter Applaus gespendet.

Die Washington Post schrieb über die stehenden Ovationen, die Mahathir bei der OIC erhielt: „Zu Mahathirs Clique gehörten der saudische Kronprinz Abdallah, Pakistans Präsident Pervez Muscharraf, unser Mann in Afghanistan Hamid Karzai und sogar Russlands Wladimir Putin, der die große muslimische Minderheit seines Landes vertrat.“[8] Als eine Vielzahl europäischer Länder Mahathir kritisierte, distanzierte sich nicht ein einziger Führer eines muslimischen Landes von dessen Rede.[9]

2018 sprach Mahathir vor den Vereinten Nationen. Über Israel sagte er: „Der Welt ist sogar egal, wenn Israel Völkerrecht verletzt, Medikamente, Lebensmittel und Baumaterial transportierende Schiffe in internationalen Gewässern beschlagnahmt. Die Palästinenser feuerten ineffektive Raketen, die niemanden verletzten. Von Israel wurden massive Vergeltungsschläge durchgeführt, Krankenhäuser, Schulen und andere Gebäude bombardiert, mit toten unschuldigen Zivilisten, darunter Schulkinder und Krankenhaus-Patienten. Mehr noch“, sagte er. „Die Welt belohnt Israel, womit sie Palästina bewusst provoziert, indem sie Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkennt.“[10]

In seiner Rede vor der UNO 2019 variierte er dieses Thema und sagte unter anderem, dass Israel der Ursprung des Terrorismus sei; dazu äußerte er die Lüge, dass seine 90% starke arabische Bevölkerung [komplett] vertrieben worden sei. Seitdem sind Kriege in vielen Ländern geführt worden, von denen viele mit der Gründung Israels in Verbindung stehen. Und heute haben wir Terrorismus, von dem es vorher keinen gab oder zumindest nicht in der gegenwärtigen Größenordnung.

„… Wegen der Gründung Israels gibt es heute Feindseligkeit gegenüber den Muslimen und dem Islam. Muslime werden des Terrorismus beschuldigt, auch wenn sie nichts gemacht haben.“[11] Er fügte noch an, dass Malaysia den Staat Israel als Tatsache akzeptiert.[12]

2018, als die australische liberale Regierung Scott Morrison überlegte ob sie die Botschaft ihres Landes in Israel von Tel Aviv nach Jerusalem verlegt, sagte Mahathir, er habe dem australischen Premierminister gesagt, der Sache des Terrorismus etwas hinzuzufügen werde nicht hilfreich sein. Der Schatzmeister der Partei, Josh Frydenberg, erwähnte Mahathirs Antisemitismus. Er sagte, der malaysische Premierminister habe die Juden als „Hakennasen-Leute“ bezeichnet und die Zahl der im Holocaust getöteten Juden in Frage gestellt.[13] Mahathir verbot auch, dass der Film Schindlers Liste in Malaysia gezeigt wird.[14]

An vielen Orten, an denen er sprach, griff Mahathir Israel an. Ein paar Beispiele: 2019 war er Gast der Studentenvereinigung an der Cambridge University. Er sagte: „Ich hatte ein paar jüdische Freunde, sehr gute Freunde. Sie sind nicht wie die anderen Juden, das ist der Grund, weshalb sie meine Freunde sind.“[15] Für den, der die Geschichte des Antisemitismus kennt, ist die Äußerung, jemand sei kein Antisemit, weil er jüdische Freunde hat, oft ein indirekter Hinweis darauf, dass er ein Antisemit ist.

2019 sprach Mahathir auch beim World Leader’s Forum an der Columbia University. Er verteidigte seine antisemitischen Äußerungen der Vergangenheit und stellte die Zahl der im Holocaust getöteten Juden in Frage. Er sagte: „Ich übe mein Recht auf freie Meinungsäußerung aus. Warum darf ich nichts gegen Juden sagen, wenn eine Menge Leute gemeine Dinge über mich, über Malaysia sagen und ich protestierte nicht dagegen, demonstrierte nicht dagegen?“

In Reaktion auf die Frage eines Studenten, der sich als Mitglied eine proisraelischen Gruppe auf dem Campus zu erkennen gab, bestritt Mahathir in Frage gestellt zu haben, wie viele Juden im Holocaust getötet wurden, machte dann aber damit weiter genau das zu tun.

Bei der Studentenvertretung in Oxford Anfang 2019 sagte er: „Wir reden von freier Meinungsäußerung und dennoch könnt ihr nicht gegen die Juden sagen. Warum ist das so?“

Die Beispiele oben sind nur eine kleine Auswahl.

In einem Interview bei BBC Hard Talk sagte Mahathir: „Wenn ihr ehrlich sein wollt, dann begann das Problem im Nahen Osten mit der Gründung Israels. Das ist die Wahrheit. Aber das darf ich nicht sagen.“[16]

Wenn es eine wissenschaftliche Rangliste der Antisemiten der Welt gäbe, würde Mahathir weit oben stehen. Aber seine aktuelle Aufstachelung gegen die Juden und Israel ist von seinem Hass auf den Westen noch übertroffen worden.

[1] https://uk.reuters.com/article/uk-france-security-nice/tunisian-man-beheads-woman-kills-two-more-people-in-nice-church-idUKKBN27E177

[2] www.theguardian.com/politics/2020/oct/31/mahathir-mohamad-says-his-remarks-after-french-attack-were-taken-out-of-context

[3] ebenda

[4] www.investopedia.com/articles/investing/032615/3-most-dangerous-terrorist-organizations.asp

[5] http://www.theguardian.com/books/1989/feb/15/salmanrushdie

[6] http://www.ouest-france.fr/societe/faits-divers/maine-et-loire-mon-pere-va-venir-te-decapiter-a-saumur-un-eleve-menace-son-professeur-7042687

[7] http://www.nysun.com/editorials/anti-semitism-with-a-purpose/77919/

[8] http://www.washingtonpost.com/archive/opinions/2003/10/21/return-to-wannsee/aecded6d-7405-44b4-ac06-59a18c5c8602/?utm_term=.931c6f01b416

[9] www.jcpa.org/jl/vp506.htm

[10] http://www.freemalaysiatoday.com/category/nation/2018/09/29/its-vintage-mahathir-as-he-hits-out-at-west-israel-in-un-speech/

[11] http://www.nst.com.my/news/nation/2019/09/525269/dr-ms-full-speech-text-74th-unga

[12] ebenda

[13] http://www.reuters.com/article/us-malaysia-politics-mahathir-jews-idUSKCN1MC15T

[14] https://theconversation.com/frydenberg-lashes-out-at-malaysias-prime-minister-for-anti-semitism-107090

[15] www.telegraph.co.uk/news/2019/06/17/cambridge-union-audience-laughs-anti-semitic-joke-malaysian/

[16] https://jewishnews.timesofisrael.com/malaysian-pm-defends-describing-jews-as-hooked-nosed-on-bbcs-hard-talk/

Religions-Stasi

Wann immer ein System es nötig hat seine Vorstellungen von Moral und Treue zum System mit Hilfe von (gar noch dafür bezahlten) Spitzeln durchzusetzen und aufrecht zu erhalten, dann ist klar, dass es ein totalitäres, unfreies und nicht den Menschen bzw. dem Volk verpflichtet ist, sondern ausschließlich seiner totalitären, tyrannischen Ideologie. Das war bei den Blockwarten unserer ruhmreichen tausend Jahres so, das hatte die DDR mit ihren (Inlands-)IMs, wir können es in allen noch übrig gebliebenen Diktaturen finden, ob sie nun eher kommunistischen oder faschistischen Charakter haben – oder eben einen islamistischen.

Letzteres findet man jetzt in Malaysia. Nicht im ganzen Land, aber in einzelnen Bundesstaaten. So ein Bericht von AP:

Die Religionspolizei eines malaysischen Bundesstaates plant Spione einzusetzen, die als Kellner oder Hausmeister in Hotels arbeiten, um Aktivitäten zu stoppen, die die Behörden als unmoralisch ansehen, darunter Sex zwischen Unverheirateten… Die in der malayischen Sprache als „mat skoding“ bekannten Spione sollen der islamischen Polizei Tipps zu vermeintlichen unmoralischen Aktivitäten im nordöstlichen Bundesstaat Terengganu geben… Rosol [der Vorsitzende des islamischen Sozialkomitees des Staates] sagte, die Spione würden nach unverheirateten Paaren Ausschau halten, die „khalwat“ begehen oder „zu eng mit einander umgehen“, was unter dem islamischen Gesetz in Malaysia Ehebruch gleich gestellt ist. Das gilt für unbeaufsichtigte Treffen zwischen Männern und Frauen. Wer der khalwat für schuldig befunden wird, kann nach islamischem Gesetz, das nicht für Nichtmuslime gilt, mit bis zu zwei Monaten Haft bestraft werden. Den Spitzeln wird für jeden Hinweis eine Belohnung gezahlt.

Rosol sagte, die Spione würden gebraucht, weil „genaue Details die Polizisten genaue Informationen benötigten, um handeln zu können; andernfalls würden sie verheiratete Paare verheiratete Paare vorgehen.“

Genau das scheint aber trotzdem gelegentlich zu passieren; im Oktober stürmten die islamische Behördenvertreter das Haus eines amerikanischen Rentnerpaares auf einer malaysischen Ferieninsel wegen des Verdachts auf khalwat. Warum das nicht muslimische Paar unter Verdacht stand, ist nicht klar. Der Vorfall war jedenfalls sehr peinlich, vor allem, weil Malaysia versucht Touristen anzuziehen und im Ausland Lebende zu überzeigen Zweitwohnsitze im Land zu erwerben.

Die Vorgehensweise der Religions-Stasi, mit Spitzeln zu arbeiten, stößt auch in Malaysia nicht auf ungeteilte Befürwortung:

Anfang des Monats drängte der führende islamische Leiter des Bundesstaates Perlis die islamischen Behörden aufzuhören öffentliche Hinweise über muslimische Paare zu belohnen, die sich unmoralisch verhalten. Er sagte, das sei gegen islamische Lehren, denn es ermutige zum Eindringen in die Privatsphäre.

Anscheinend beklagt der gute Mann aber nur das Spitzelsystem. Ist mit Hilfe von unbezahlten Tippgebern zu arbeiten weniger Eindringen in die Privatsphäre?
Vielleicht ist er aber auch nur vorsichtig, damit die Religions-Stasi sich nicht gegen ihn wendet; ohne die bezahlten Spitzel sind die Informationen nicht so gut und so kann nicht so intensiv durchgesetzt werden, was die Extremisten wollen.

Tipp: Dhimmi Watch