Und nochmal: Das britische Mandat Palästina hat NICHTS mit den heutigen Palästinensern zu tun

Elder of Ziyon, 19. Mai 2020

Issa Amro, der beliebte palästinensische Demonstrant, der in westlichen Medien begeistert porträtiert wird, twittert:

Ja, er verwendet ein britisches Dokument aus dem britischen Mandat Palästina, um irgendwie vorzugeben, es beweise, dass es so etwas wie einen unabhängigen Palästinenserstaat gegeben habe.

Wir haben diese Argumente früher schon demontiert, aber … es gibt keinen Mangel an Material, das wir noch nicht genutzt haben.

Hier ist etwas Geschichte Palästinas für Sie:

„Palästina erneuern“ bedeutet die jüdische Heimat wiederherzustellen.

Einiges an palästinensischer Kunst und Handwerk – mit Jiddisch, dieser uralten palästinensischen Sprache.

Die S/S Tel Aviv fuhr unter der Flagge von Palästina!

Ein paar Alltagsbilder von Palästinensern mit einem berühmten Palästinenser-Zitat.

Das ist interessant. Die Jüdische Brigade unter den Briten im Zweiten Weltkrieg hatte eine Kapelle, die 1945 dieses Konzert gab.

Irgendwo da draußen gibt es ein Video davon, wie die Kapelle spielt, aber ich kann es nicht mehr finden.

Das ist die einzige palästinensische Kultur, die vor 1948 existierte. Das zu sagen ist nicht politisch korrekt, aber das macht es nicht weniger wahr.

Kenne deine Geschichte: Jüdischer Erwerb von Agrarland in Palästina

David Lange, Israellycool, 14. Mai 2020

Aus Zeitungsarchiven und historischen Dokumente, um die üblichen Fehlvorstellungen zum Nahost-Konflikt zu widerlegen; hier: JTA, 9. Dez. 1929

Gestern postete ich darüber, wie Juden, die nach Zion zurückkehrten, das Malaria-Problem durch Trockenlegung der Sümpfe ausmerzten, was zu besseren Lebensbedingungen für alle damaligen Einwohner Palästinas führte, einschließlich der Araber.

Heute bringe ich einen Bericht der JTA von 1929 zu bestimmten Berichten der Shaw-Kommission, die gegründet wurde, um die gewalttätigen Unruhen in Palästina Ende August 1929 zu untersuchen, zu denen auch das Massaker von Hebron gehörte.

In diesen besonderen Berichten beschwerte sich Mohammed Ragheb, ein Inspektor des Landwirtschaftsministeriums, über die Juden, aber seine Beschwerden sind aufschlussreich. Zum einen gesteht er ein, dass unsere Trockenlegung der Sümpfe allen nutzte. Zweitens beschwert er sich zwar, die Juden würden „das Land schlucken, das für Orangenanbau am besten ist“, aber seine Aussage zeigt, dass die Juden diese Ländereien legal kauften.

Mohammed Ragheb, ein Inspektor im Landwirtschaftsministerium, Moslem, der einige landwirtschaftliche Erfahrung in Ägypten, Österreich und Rumänien haben soll, stimmte zu, dass die jüdischen Siedler malariainfizierte Sümpfe nehmen, sie trocken legen und daraus fruchtbares und wohnliches Land machen; in seiner Aussage für die arabische Seite erhob er in der gestrigen Sitzung der Untersuchungskommission den Vorwurf, dass die Juden nicht nur die Ländereien an sich reißen, die für Orangenanbau nutzbar sind, sondern dass von den fast 60.000 Ar, die für diesen Zweck entlang der Küstenebene von Gaza bis Haifa genutzt werden können, die Juden vor kurzem 25.000 Ar erworben haben.

Aus den durch den Zeugen Auni Abdul Haid vom Arabischen Rat moralisierend in einem Versuch die bekannte Beschwerde gegen die Juden zu beweisen vorgelegten Zahlen geht hervor, dass sie allmählich in die besten Ländereien eindrangen und die Araber enteigneten. Raghebs Belege waren ähnlich denen anderer arabischer Zeugen, nur betonte er die Küstenebene.

Ragheb erklärte, dass Palästinas Zukunft aus landwirtschaftlicher Sicht von der Küstenebene abhängt, die, wie er sagte, in den Besitz der Juden übergeht, die bereits 40 Prozent des Landes für den Anbau von Zitrusfrüchten kultivieren; die Araber bewirtschaften die übrigen 60 Prozent.

Aus diesen Belegen schloss Commissioner Snell, dass der arabische Groll darin bestand, dass die Juden Zitrusfrüchte kultivierten, wo vorher die Araber Melonen anbauten, aber der arabische Rat bestand darauf, dass große jüdische Firmen, einschließlich der von Lord Melchett gestützten, große Landstriche von „Kleinbesitzern“ aufkauften. Die Kommission erhielt von dem Zeugen das Zugeständnis, dass die sogenannten kleinen Landbesitzer jeweils 300 bis 5.000 Ar Land besaßen. Er gestand auch ein, dass das Land des Wadi Hawareth, das der Jüdische Nationalfonds für eine Million Dollar gekauft hatte, die von kanadischen Zionisten aufgebracht wurden, zwei Familien gehört hatte, beides in Beirut und Jaffa lebende Grundstücksbesitzer in Abwesenheit.

Der Zeuge erklärte, arabische Pflüger seien verpflichtet in andere Dörfer oder Städte zu ziehen, wenn die Juden von Arabern Land kauften, weil die neuen jüdischen Kolonisten keine Araber beschäftigen. Die Tatsache, dass das Land im Wadi Hawareth einer Familie namens Taman gehörte, war für die Kommissionsmitglieder überraschend, die den Eindruck gehabt hatten, dass es das Eigentum einer Reihe kleiner Landbesitzer war.

Jüdischer Landerwerb

Ragheb warf das Orangen-Land in der 40 Jahre alten Kolonie Hederah mit neu erworbenem jüdischen Land zusammen, um den Effekt zu schaffen, die Juden hätten im Distrikt Haifa sechs bis achttausend Ar für Orangenanbau geeignetes Land von kleinen Landeigentümern gekauft, gab aber zu, dass einiges davon von Großgrundbesitzern gekauft wurde.

Der arabische Berater Auni sorgte in der Sitzung für Gelächter, als er den Zeugen fragte, ob die Juden, von denen er behauptete, dass sie in den Distrikten Haifa und Tulkarm bereits 40.000 Ar besaßen – das sind drei Viertel der für Zitrusfrucht-Anbau verfügbaren Menge – nicht noch einmal die Hälfte davon dazu gekauft hätten. An diesem Punkt bemerkte der Vorsitzende Shaw lächelnd: „Was würde den Arabern bleiben?“ Ragheb stimmte zu, dass die Araber mindestens in den letzten fünf oder sechs Jahren beim Orangenanbau sehr aktiv gewesen waren, aber er erwähnte nichts zu jüdischem Einfluss.

Ragheb setzte seine Belehrung der Kommission in elementarer Landwirtschaft fort und versuchte zu beweisen, dass die jüdischen Siedler als Getreidebauern erfolglos waren. Sie waren gute Gärtner, sagte er. Er legte Berichte vor, die zeigten, dass die Getreideproduktionj zurückging, als sie die Ebene übernahmen. Betterton zog im selben Bericht die Aufmerksamkeit auf den Anstieg zwei Jahre später, als die Juden das Land kennengelernt hatten. Ragheb sagte: „Der Araber nutzt keine teuren Maschinen oder chemischen Dünger, aber er kann mit Getreideland besser umgehen als die Juden.“ Merriman wies darauf hin, dass die Verwendung der Maschinen gerechtfertigt war, da der jüdische Ertrag aus dem Land größer wurde.

Raghed stimmte zu, dass Auni die arabischen Einwände zitiert hatte, als er sagte, sie hätten Angst die Regierung würde Juden kostenfrei riesige Waldgebiete übergeben. Er hörte nie, dass Juden um diese gebeten hätten, gab er zu.

Die Zeugenaussage ging zu halb-wirtschaftlichen Gründen weiter, dass Araber ihre Behauptungen nicht belegen konnten, die Juden seien eine Belastung für das Land, würden aber schnell das meiste davon erwerben.

Mit anderen Worten: Wir kauften legal Land und arabische Eigentümer profitierten finanziell davon. Trotzdem beschweren sich Israelhasser gerne, wir hätten den Arabern das Land gestohlen.

„Ich hörte Deutschland habe kapituliert“ – Erinnerungen an den Tag des Kriegsendes im Mandat Palästina

Sein Sohn war immer noch an der Front, als der Philosoph Samuel Hugo Bergman darüber schrieb, wie die Nachrichten vom Sieg über die Nazis in Jerusalem erreichten.

Stefan Litt, the Librarians, 7. Mai 2020

Feiern am Tag des Sieges, Tel Aviv, Mai 1945 (Foto: Israel Museum)

2. Mai: Heute Morgen kam Nachricht von Hitlers Tod, die aus einer Reihe von Gründen keinen großen Eindruck hinterließ: weil die Menschen sie nicht glaubten oder weil sie darauf vorbereitet waren oder weil, nach allem, was geschehen war und immer noch wie Gift in der Seele zurückbleibt, der Tod des Einen, der hauptverantwortlich war, nichts mehr bedeutet. Es liegt in dieser Stunde des Sieges keine Freude in der Luft, so wie es auch am Anfang des Krieges keine Begeisterung gab […]

Nach fünf Jahren und acht Monaten ging mit der bedingungslosen Kapitulation der Deutschen am 8. Mai 1945 der Zweite Weltkrieg in Europa zu Ende. Er war der zerstörerischste und grausamste Krieg der Menschheitsgeschichte; an ihm waren mehr als 60 Staaten und rund 110 Millionen Soldaten beteiligt und es wird geschätzt, dass er etwa 60 Millionen Opfer gefordert hat, darunter sechs Millionen Juden, die Opfer des Holocaust. Riesige Gebiete, ganze Städte und Dörfer überall in Europa lagen in Trümmern und Millionen Menschen verloren ihre Häuser.

Geschichten aus dem Krieg und seine Historie wurden zur Grundlage einer unermesslichen Zahl literarischer und cineastischer Arbeiten, ebenso wissenschaftliche und philosophische Studien. Solche Geschichten haben auch heute noch dieselbe Funktion. Es versteht sich von selbst, dass ein Ereignis dieser Größenordnung in der Erinnerung von Millionen eingraviert blieb und folgenden Generationen, die Jahre nach Kriegsende geboren wurden, beschäftig.

Feiern zum Siegestag, Tel Aviv, Mai 1945 (Foto: Israel Museum)

5. Mai: Zwei Briefe von Uri [einer von Bermgans Söhnen], in denen er von seinem Treffen mit deutschen Gefangenen berichtet. Sie sind Menschen wie alle anderen auch. Darf er einem ein Messer geben, damit er eine Dose Sardinen öffnen kann? Sollte er ihm Zigaretten geben? Er schrieb von den jüdischen Soldaten, die bis zum Ende kämpften, damit sie nicht gezwungen wurden in Gefangenschaft zu gehen und fragte nach meiner Meinung dazu. Gestern schrieb ich ihm. – Was für Zeiten das sind! Gestern hörte ich im Radio eine Geschichte über die Kapitulation der Deutschen in Holland, Dänemark und Nordwestdeutschland. Danach sendeten sie Verse aus Psalm 126: „Wir waren wie Träumende […]

In europäischen Ländern hat der 8. Mai eine besondere Bedeutung, da 1945 an diesem Tag die Kapitulation der Deutschen in Kraft trat. Einen Tag zuvor hatte General Alfred Jodl, Chef des Wehrmachtsführungsstabes im Oberkommando der deutschen Wehrmacht sie unterzeichnet. Die Kapitulationszeremonie, bei der das Dokument in Anwesenheit der westlichen Alliierten unterschrieben wurde, fand am 7. Mai in der französischen Stadt Reims statt. Eine ähnliche Zeremonie gab es in Anwesenheit der Generale der Roten Armee der Sowjetunion am 9. Mai in Berlin.

Der Krieg hatte das Mandat Palästina und seine Einwohner kaum erreicht, außer bei einer Bombardierung von Tel Aviv durch die Italiener 1940. Eine größere Gefahr war die Anwesenheit großer deutscher Einheiten in Nordafrika unter dem Kommando von General Erwin Rommel, aber seine Niederlage im November 1942 bei El Alamein beendete die Gefahr der Eroberung Palästinas durch die Nazis.

6. Mai: Als [Yitzhak Ernst] Nebenzahl mir sagte, er habe im Radio gehört, dass sie den Siegestag innerhalb von ein oder zwei Tagen ausrufen würden, nutzte ich die Gelegenheit ihm von dem Pessimismus zu erzählen, der uns ergriff, der aller Freude wie in Fichmans Artikel in „Davar“ und im Gebet 126 [dem Vers aus den Psalmen] zuvorkommt.

Trotz dieser Lage waren viele Einwohner des Mandats Palästina auf die eine oder andere Weise am Krieg beteiligt: als Flüchtlinge aus Europa, als Soldaten in der Jewish Brigade (einer Einheit in der britischen Armee) oder als Verwandte von europäischen Juden, die den grausamen Taten der Deutschen im Rahmen der Endlösung und des methodischen Vernichtungsplan zum Opfer fielen.

7. Mai: Gelobt sei Gott!!!

Das Archiv der Nationalbibliothek Israels enthält Material, das den historischen Moment des Kriegsendes und der deutschen Kapitulation spiegelt. Ein faszinierendes Beispiel ist das Tagebuch des Philosophen Samuel Hugo Bergman.

Bergman (1883 – 1975), gebürtig aus Prag, wanderte 1920 nach Palästina ein. 15 Jahre lang diente er als Direktor der jüdischen National- und Universitätsbibliothek, der heutigen Nationalbibliothek Israels. Ab 1935 war er Professor für Philosophie an der Hebräischen Universität in Jerusalem.

Die Mitarbeiter der Jüdischen National- und Universitätsbibliothek, Sommer 1935; Samuel Hugo Bergman sitzt als 4. von rechts in der vorderen Reihe.

Wie viele in seiner Generation schrieb Bergman Tagebuch, in dem er Persönliches festhielt, aber auch auf politische Entwicklungen und Allgemeines verwies. Berman schrieb sein Tagebuch auf Detusch, nutzte aber ein Art Stenografie, die damals von Deutsch und andere Sprachen Sprechenden weithin verwendet wurde. Der Steno-Gebrauch ermöglichte ein schnelles Schreiben, war aber zu etwas wie einem Geheimcode geworden, da wir heute kaum noch in der Lage sind das zu entziffern. Glücklicherweise entzifferte Bergmans Witwe Elsa seine Journale zusammen mit einer Reihe weiterer Personen und kopierte die Texte in gewöhnliches Deutsch.

Die Seite aus Bergmans Tagebuch, die den 5.-9. Mai 1945 beschreibt, geschrieben in Stenografie. Archiv der Nationalbibliothek

Eine Auswahl aus den Tagebüchern wurde 1985 auf Deutsch veröffentlicht. Die Originaltagebücher befinden sich zusammen mit anderen Schriftstücken und Dokumenten im Samuel Hugo Bergman-Archiv in der der Archivabteilung der Nationalbibliothek Israels.

8. und 9. Mai: Zweit Tage Friedensfeiern. Am 7. Mai morgens ein Vortrag von Sir Ronald Davidson zu Problemen in England nach dem Krieg. Auf dem Weg hörte ich, dass Deutschland kapituliert habe. Am Abend, im Haus von [David Werner] Senator, während des Treffens um 9.30 Uhr erfuhren wir, dass sie Kapitulationsgespräche abgeschlossen waren und dass sie für den 8. und 9. Mai Friedenstage ausgerufen hatten. Am selben Abend ging ich mit [Else] zum Zion[splatz], wie wir nur betrunkene Soldaten sahen […]

Die hundert Jahre alten Lektionen aus einem Pogrom in Jerusalem

Bei den Nebi Musa-Unruhen, die letzte Woche vor 100 Jahren stattfanden, wurden fünf Juden getötet, hunderte wurden verletzt und ein Muster für Jahrzehnte antijüdischer Feindseligkeit geschaffen.

Sean Durns, MOSAIC, 14. April 2020

Eine antizionistische Demonstration am Damaskustor in Jerusalem, 8. März 1920 (Wikipedia)

Für Juden ist der Monat April derart mit Gedenktagen vollgestopft – vom Exodus aus Ägypten bis zum Aufstand im Warschauer Ghetto – dass es leicht ist einen zu verpassen, besonders dieses  Jahr, in dem die Coronavirus-Pandemie so viel Aufmerksamkeit aufsaugt. Aber selbst, wenn das nicht so wäre, könnte einem vergeben werden am 14. April den hundertsten Jahrestag des Ausbruchs der Nebi Musa-Unruhen in Jerusalem übersehen zu haben. Benannt sind die Unruhen nach dem muslimischen Fest zur Erinnerung an die Geburt von Moses; an diesem begannen sie, die Unruhen hinterließen 5 tote Juden, 211 Verletzte und mindestens zwei vergewaltigte Frauen.

Mit einem Jahrhundert Abstand erscheint es, dass vieles vom arabischen Antagonismus gegen die Juden sich nicht verändert hat. Wenn wir uns um die politischen Interessen der Unruhen, die Art und Weise, wie sie angestiftet wurden und ihre Folgen kümmern, können wir ähnliche Elemente der antijüdischen Strategie erkennen, wie sie seitdem eingesetzt wurden. Mein Ziel anlässlich dieses 100-jährigen Jubiläums ist es nicht, eine leidenschaftslose Zusammenfassung der Ereignisse zu liefern, sondern die Geschichte der Affäre als Kontext für die heutigen Verteidiger Israels anzubieten, damit sie wiederkehrende Muster im Verhalten ihrer Gegner identifizieren können.

Um diese Episode zu verstehen, müssen wir sie zuerst in den richtigen Kontext stellen. Das Land an der Ostküste des Mittelmeers hat bis zu dessen Auflösung im Ersten Weltkrieg zum osmanischen Reich gehört. Bei der Vorausplanung für die Zeit nach dem Krieg gab die britische Regierung im November 1917 die Balfour-Erklärung aus, die „in Palästina die Gründung einer nationalen Heimstatt für das jüdischen Volk“ forderte – aber dann einen vagen geografischen Bereich definierte.

Natürlich war Großbritannien nicht die einzige politische Macht, die Pläne für das Land schmiedete. Innerhalb der arabischen Welt flossen die Debatten darüber, was mit ihm zu tun wäre, in zwei Hauptmeinungen zusammen: eine malte sich Palästina als Teil eines ägyptischen Sultanats aus, vielleicht weiter unter osmanischer Herrschaft; die andere wünschte die Gründung eines Königreichs Syrien, zu dem nicht nur Palästina, sondern auch der moderne Libanon und Jordanien gehören sollte. In Jerusalem, zitiert der Historiker Simon Sebag Montefiore einen Jerusalemer Soldaten namens Ihsan Turjman (dessen Kriegstagbuch später unter dem englischen Titel Year of the Locust veröffentlicht wurde), der sich ein ägyptisches Fürstentum vorstellte, zu dem nicht nur Palästina, sondern auch der Hedschas gehört – die Region an der Ostküste des Roten Meeres, die derzeit von Saudi-Arabien regiert wird. Im Gegensatz dazu war Khalil Sakakini, ein griechisch-orthodoxer Schriftsteller und Aktivist, der sich für ein arabisches kulturelles Wiedererwachen einsetzte und später Anhänger des Dritten Reichs war, ein lautstarker Parteigänger der syrischen Option.

Für Araber auf beiden Seiten der Debatte war eines klar: Die Balfour-Erklärung mit ihrer Zustimmung zu jüdischen nationalen Ansprüchen ging gar nicht. Weniger klar war die Bedeutung des absichtlich vagen Begriffs „jüdische Heimstatt“ in der Erklärung, aber es war offenkundig, dass, was immer sie bedeutete, die langjährige Beziehung zwischen den Juden und den sie Jahrhunderte lang über sie herrschenden Nichtjuden verändert würde – eine Veränderung, die die meisten arabischen Führer als inakzeptabel erachteten.

Einen Monat vor Ausbruch der Unruhen in Jerusalem hatte sich am 8. März 1920 Feisal, der dritte Sohn des Großscherifs von Mekka und Führer des von den Briten geführten und finanzierten „Arabischen Aufstands“ gegen die Osmanen, in Damaskus selbst zum König von Syrien gekrönt. In der Hoffnung die Gunst der Briten zu gewinnen hatte Feisal im Juni 1918 dem Zionistenführer Chaim Weizmann gesagt, er unterstütze die Balfour-Erklärung. Seine Unterstützung war nicht von langer Dauer. Der verstorbene Diplomat und Schriftsteller Conor Cruise O’Brien hielt fest: „Sobald Feisal und seine Anhänger in der zweiten Hälfte des Jahres 1919 erkannten, dass die Briten seinen Anspruch auf den Thron in Damaskus nicht wirklich stützten, lebte [sein früherer] Anspruch auf ein vereintes Syrien einschließlich Palästinas wieder auf und der panarabische Nationalismus nahm eine pansyrische und sehr militante Wende.“ Zu den ersten Handlungen als König gehörte eine Erklärung, die Frankreich und Großbritannien aufforderte sich aus dem westlichen und südlichen Syrien zurückzuziehen, also aus den Gebieten, in denen heute der Libanon und Israel liegen. Er schuf und versammelte sogar einen „Allgemeinen syrischen Kongress“, der natürlich seine Ansprüche unterstützte. Seine Hoffnung war, den europäischen Mächten einen funktionierenden Staat zu präsentieren, dem sie im Nachhinein ihre Zustimmung geben konnten.

Während Feisal damit beschäftigt war diese Intrigen zu spinnen, blieb Palästina unter der Kontrolle der Britisch Occupied Enemy Territory Administration (OETA), einer Militärregierung, die im Oktober 1918 eingesetzt wurde. Viele führende OETA-Beamte unterstützten Feisal in seinem Anspruch nicht nur auf das eigentliche Syrien, sondern auch auf Palästina. Für einige schien Feisal Syrien zu geben der beste Weg zu sein die Briten zu stärken und die französischen Planungen in dem Gebiet zu vereiteln; Palästina in den Handel einzubringen würde helfen seinen Erfolg zu garantieren. Andere stützten Feisal eben um Balfour zu untergraben – vielleicht aus praktischen Überlegungen heraus, aus Feindschaft den Juden und dem Zionismus gegenüber oder einer Kombination daraus.

Damit strebte die OETA an Feisal darin zu unterstützen London ein fait accompli in der Form eines „Vereinten Syrien“ unter seiner Herrschaft zu präsentieren. Bereits Anfang 1919 stellte der Zionistenführer Wladimir Jabotinsky fest: „Die palästinensischen Behörden handeln auf eine Weise, die den Arabern eindeutig sagt, dass die [Balfour-] Erklärung nicht erfüllt werden muss.“

Unter diesen Umständen zettelte eine Gruppe arabischer Pro-Feisal-Aktivisten Aktionen auf der Straße an; damit hofften sie eine fortlaufende intra-arabische und intra-britische Debatte über das Schicksal Palästinas zu beeinflussen. Am 4. April 1920, auf dem Höhepunkt des Nebi Musa-Festivals, für das zehntausende Pilger jährlich in die Gegend strömten, begannen anonyme arabischsprachige Aushänge in Jerusalem aufzutauchen, in denen es hieß: „Die Regierung ist auf unserer Seite, [der britische General Edmund] Allenby ist auf unserer Seite, tötet die Juden; es gibt keine Strafe dafür Juden zu töten.“ Dann, wie der amerikanische Experte für Außenpolitik Bruce Hoffman es in seinem Buch Anonymous Soldiers 2015 dokumentierte:

hatte sich bis zum Vormittag eine große Menschenmenge vor dem Jaffa-Tor versammelt. Aufgestachelt von tendenziösen Rednern aus dem nahe gelegenen Arabischen Verein, begann die Menge den arabischen Reim zu skandieren „Palästina ist unser Land, die Juden sind unsere Hunde!“

Haddsch Amin al-Husseini – den die Briten im Jahr darauf zum Großmufti von Jerusalem ernennen sollten – hielt ein Bild von Feisal hoch und rief: „Das ist unser König!“ Andere in der Menge proklamierten: „Feisal ist unser König!“ Der Zeitungsredakteur und enthusiastische arabische Nationalist rief: „Wenn wir unsere Kraft nicht gegen die Zionisten wenden und gegen die Juden, werden wir sie nie los werden.“ Die rasende Menge begann zu brüllen: „Wir werden das Blut der Juden trinken.“ Die beiden Zutaten – vollgepackte Straßen und glühende Aufwiegelung – ließen die Flammen aufgehen. Das Pogrom hatte begonnen.

Tausende Araber rannten durch die Straßen Jerusalems, warfen Steine auf Juden, zerstörten Thora-Rollen, setzten eine Jeschiwa und mehrere Häuser in Brand, brachen in Gebäude ein, plünderten und so weiter. Sie machten das vier Tage lang, vom 4. bis 7. April, ohne dass die britische Obrigkeit bis zum Ende sonderlich eingriff. Als die Unruhen vorbei waren, waren fünf Juden und vier Araber tot und hunderte weitere Juden verletzt, einige lebensgefährlich.

Die Zionistenführer waren empört. Vorher hatten mehrere Sorge angesichts der zunehmend angespannten Lage zum Ausdruck gebracht – nur um zu erfahren, dass ihre Bedenken abgetan wurden. Als das Blutvergießen ausbrach, wandte sich Jabotinsky an den Militärgouverneur von Jerusalem Ronald Storrs und forderte die Erlaubnis Mitglieder der Haganah zu bewaffnen; die Haganah war eine gerade gegründete jüdische Verteidigungsorganisation, die eingesetzt werden sollte, um Leben und Besitz zu schützen. Storrs lehnte ab. Britische Truppen verboten sogar Mitgliedern der Haganah den Zutritt zur Altstadt, wo sie ihre jüdischen Glaubensgeschwister verteidigen wollten.

Einige jüdische Führer, darunter Jabotinsky und andere von der zionistischen Rechten, interpretierten die britische Reaktion auf Nebi Musa als Beweis für Vertrauensbruch. Sie zweifelten jetzt daran, dass die Briten sich weiter der Balfour-Erklärung verpflichtet betrachteten und ihre Zweifel sollten in den folgenden Jahren weiter zunehmen.

Tatsächlich begnadigte der neue Zivilgouverneur Herbert Samuel nach den Unruhen sowohl Husseini und Aref, als auch Jabotinsky, dem zusammen mit neunzehn jüdischen Verteidigern illegaler Waffenbesitz vorgeworfen wurde und als Geste der „Objektivität“ zunächst dieselbe Verurteilung wie Husseini erhielt. Und wie erwähnt versuchten die Briten später Husseini zu beschwichtigen, indem sie ihn zum Großmufti und Führer des Obersten Muslimrats ernannten – Ouvertüren, die er dadurch vergalt, dass er sich mit Hitler verbündete.

Ein Präzedenzfall war geschaffen. Den Nebi Musa-Unruhen folgte in der Zeit der britischen Herrschaft weitere antijüdische Gewalt, die in der Revolte von 1936-1939 gipfelte und die dann 1947 erneut hochkam.

Was Feisals Traum eines „Großsyrien“ angeht, sollte er nie Wirklichkeit werden. Französische Streitkräfte setzten ihn am 25. Juli 1920 ab und danach gingen Syrien und der Libanon den einen Weg, Jordanien und Palästina einen anderen. In der Folge sollten viele seiner Anhänger dazu kommen einen eigenen Palästinenserstaat als das einzige praktikable Gegenmittel zum Zionismus zu betrachten.

Aber dieser verspätete und freiheitsliebende Wunsch nach einem unabhängigen palästinensischen Staat war nicht die Inspiration für die antijüdische Gewalt, die vor 100 Jahren geschah. Bei dem Versuch arabische Gewalt im Nahen Osten zu verstehen, egal ob in jüngerer Zeit oder in der Vergangenheit, greifen westliche Analysten in der Regel auf vorhersagbare Klischees zurück: Unruhen sind das Resultat von Unmut, Unterdrückung, Armut oder vielleicht „uraltem Hass“; wo an den Unruhen Palästinenser beteiligt sind, sind sie auch das Ergebnis enttäuschter nationaler Bestrebungen. Manchmal haben diese Klischees wahre Elemente, aber meistens verschleiern sie mehr als die erhellen, besonders wenn sie mit der gleichermaßen fehlgeleiteten Tendenz kombiniert werden arabische Politik einzig durch das Prisma westlicher oder israelischer Politik zu betrachten.

Im Fall der Nebi Musa-Unruhen passt keine dieser Erklärungen. Soweit nationale Bestrebungen involviert waren, hatten sie nichts mit palästinensischer Eigenstaatlichkeit und alles mit der Eingliederung der palästinensischen Araber nach Großsyrien zu tun. Beschuldigungen über Misshandlungen passten genauso wenig in die Aufstachelung, von der sie ausgelöst wurden. Stattdessen waren die Unruhen erstens ein Versuch die arabische Meinung zu beeinflussen, indem Unterstützung der syrischen, nicht der ägyptischen Lösung gezeigt wurde. Zweitens, und das ist wichtiger, sollten sie die britische Meinung in dieselbe Richtung beeinflussen.

Wenn heute der Palästinensische Islamische Jihad oder Hamas Raketen auf Israel feuern oder Mahmud Abbas von der palästinensischen Autonomiebehörde Jerusalemer Araber zu Gewalt aufhetzt, hat die unmittelbare Ursache viel mehr mit interner palästinensischer Politik zu tun als mit allem anderen. Die relativ verhaltene Reaktion auf Amerikas Entscheidung seine Botschaft nach Jerusalem zu verlegen zeigt, wie stark Westler die Bedeutung ihrer Entscheidungen übertreiben.

Das heißt aber nicht, dass internationale Akteure überhaupt keinen Einfluss haben und das bringt uns zur zweiten Lektion aus den Nebi Musa-Unruhen: Wenn mächtige Persönlichkeiten Antizionisten dazu ermutigen zu glauben, ihre Sache könnte Erfolg haben, ist das Ergebnis davon oft das Vergießen jüdischen Blutes. Durch ihren offenkundigen Mangel an Einsatz für die Bestimmungen der Balfour-Erklärung signalisierte die lokale britische Obrigkeit den arabischen Führern, dass ein paar unangenehme Störungen ausreichen dürften in London die Nadel der Waage zu bewegen. Die Mandatsregierung machte dann alles noch schlimmer, indem sie „Ausgewogenheit“ demonstrierte, was darauf hinauslief denen, gegen die, die zu Gewalt anstifteten und die, die versuchten sich dagegen zu verteidigen, dieselben Strafen zu verhängten – und dann alle begnadigten.

Als wäre das nicht schlimm genug belohnten die Briten Husseini auch noch für seine Rolle, indem sie den Posten des Großmuftis von Jerusalem schufen und ihn mit diesem ehrten. Er kam nicht ohne Berechtigung zu dem Schluss, dass das Risiko für das Anzetteln von Pogromen gering war und griff daher 1929 und erneut von 1936 bis 1939 auf diese Taktik zurück. Erst der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs überzeugte die Briten, dass sie keine weiteren Unruhen tolerieren könnten und dass es unumgänglich war energisch dagegen vorzugehen.

Die Parallelen zur jüngeren Geschichte sind klar. Wenn die sogenannte internationale Gemeinschaft – also Europa, manchmal gemeinsam mit den USA – ihre Bereitschaft signalisiert Israel unter Druck zu setzen, es solle Zugeständnisse machen, egal wie die Palästinenser sich verhalten, dann sendet die Reaktion, mit rhetorischer „Ausgewogenheit“ auf Terrorismus zu reagieren und Aufstachelung zu Gewalt zu vergeben oder zu übersehen eine klare Botschaft, dass Terrorismus, Korruption, Uneinsichtigkeit und Antisemitismus sie kaum etwas kostet.

Es ist sogar noch schlimmer, wenn westliche Staaten den schlimmsten Akteuren Ehren verleihen, wie es die Briten mit Husseini machten und als Yassir Arafat 1974, nur zwei Jahre nach dem Massaker von München^, eingeladen wurde vor der UNO zu sprechen. Arafat war 1993 in Oslo das gekrönte Haupt des geplanten Palästinenserstaats und dann wurde ihm 1994 der Friedensnobelpreis verliehen. Palästinenserführer haben daher allen Grund zu dem Schluss zu kommen, wie vor einem Jahrhundert auch, dass „es für das Töten von Juden keine Strafe gibt“. Und Mahmud Abbas hat zwar weniger Blut an seinen Händen als Arafat, aber seine regelmäßige und durchaus gut dokumentierte Aufstachelung zu Unruhen, Messeranschlägen und Auto-Rammanschlägen haben seinem Ansehen in den diplomatischen Kreisen Europas nicht geschadet.

Diese Warnungen werden aus den Nebi Musa-Unruhen von 1920 gezogen. Die Folgen unserer Versäumnisse ihnen gemäß zu handeln sind nur allzu offensichtlich.

Historische Luftbilder des Landes Israel

Es war 1937 und der Verleger Salman Schocken suchte nach einem originellen Geschenk für seine Freunde. Das Ergebnis: 40 spektakuläre Fotografien, die die Städte und Landschaften vom Himmel aus einfangen.

Gil Weissblei, the Librarians, 6. November 2017

Das komplette Album

Tief im Archiv der Nationalbibliothek vergraben enthält eine unbeschriftete, in feines Leinen gewickelte Pappschachtel 40 qualitativ hochwertige Luftaufnahmen, die in Israel vor der Staatsgründung aufgenommen wurden. Ein angegilbtes Stück Papier liegt auf den Fotos; es enthält eine kurze Beschreibung auf Hebräisch und Deutsch, das die Geschichte hinter ihrer Produktion enthüllt.

Luftbild von Jerusalem 1937. Salman Schockens neues Haus und die Bibliothek befinden sich an der rechten Seite.

Das Foto-Projekt war das Ergebnis einer einzigartigen Zusammenarbeit zwischen einem erfolgreichen Verleger und einem der größten Fotografen Israels. Das Ziel war, den ersten Satz Luftbilder des Landes Israel aller Zeiten zu produzieren, die für nicht militärische Ziele aufgenommen wurden.

Was sagt die vergilbende Schrift und wer sind die Männer, die vor etwas über 80 Jahren dieses einzigartige Album schufen?

Vor dem Hintergrund der Gewalt der arabischen Revolte in Israel und Hitlers Erlassen in Deutschland fand in Jerusalem am 23. Oktober 1937 ein Fest zu Salman Schockens 60. Geburtstag statt. Auf der zweiten Etage seiner Bibliothek, einem Gebäude, das von dem gefeierten Architekt Erich Mendelsohn geplant worden war, versammelte Schocken eine kleine Gruppe Kollegen und Freunde, aber viele wollten ihre herzlichen Grüße an diesen wohlhabenden Mann, der ein Mäzen der hebräischen Literatur und der die großartigsten kreativen Geister in der sprießenden lokalen jüdischen Gemeinschaft war, ausweitern.

Jerusalems Altstadt 1937

Schockens öffentlicher Status im vorstaatlichen Israel befand sich auf seinem Höhepunkt. Er hatte hochrangige Positionen an der Hebräischen Universität in Jerusalem und der Jewish Agency inne und hatte gerade Ha’aretz gekauft – eine der wichtigsten Tageszeitung im Land Israel, die sein Sohn, Gerschom Schocken, dann 50 Jahre lang herausgeben sollte. Salman Schocken widmete die meiste seiner Energie der Kultivierung origineller und innovativer kultureller Erfahrungen – zuvorderst durch seine Sammlung Schocken-Bücher.

Der Autor S.Y. Agnon leitete eine Gruppe Schriftsteller, die Schocken „adoptierten“ und auf ihn aufpassten, der sie im Gegenzug großzügig unterstützte. Haim Hazaz, Schaul Tchernikowsky und andere Künstler erhielten von ihm stattliche Gehälter im Tausch für Exklusivrechte an ihrer Arbeit.

Während Schockens Bemühungen um die Kunst bestens bekannt sind, ist wenig über seine Initiative geschrieben worden Israel aus der Luft zu fotografieren. Schockens Zusammenarbeit 1937 mit Nachman Schifrin, Eigner der Orient Press Agency, hinterließ eine einzigartige Marke in der israelischen Fotografie.

Fotografen machen Aliyah

Nur vier Jahre vor der Zusammenarbeit verkaufte Nachman Schifrin seine große Pressefoto-Agentur in Berlin und immigrierte zusammen mit einem seiner besten Fotografen, Zoltan Kluger, in das Land Israel. Vier Monate, nachdem Hitler an die Macht kam, hatten Einschränkungen für die Aktivitäten jüdischer Fotografen Schifrin zu dem Schluss gebracht, dass er aus Europa herauskommen musste. Er begriff auch, dass die nationalen Institutionen professionelle Fotografen für die Entwicklung der Verlagsindustrie brauchten.

Tel Aviv

Schifrin war ein talentierter Unternehmer und gerissener, einfallsreicher Geschäftsmann. Allerdings war er kein Fotograf. Er vertraute das fotografische Know-how Kluger an, einem bescheidenen und hochqualifizierten Fotografen aus der ungarischen Stadt Kecskemet, der seit den 1920-er Jahren in Berlin gearbeitet hatte.

Die technische und künstlerische Qualität von Klugers Arbeit ließ ihn kurz nach seiner Ankunft im vorstaatlichen Israel im November 1933 zum bevorzugten Fotografen des Keren Hayesod und des Jüdischen Nationalfonds werden.

Schifrin und Klugers sofortiger Erfolg hielt sie nicht davon ab neue, zusätzliche Projekte zu suchen, auch wenn das Anfeindungen anderer Fotografen auf dem Gebiet schuf, aber eine neue Immigrationswelle aus Europa (die Fünfte Aliyah) brachte ein große Gruppe Fotografen, von denen einige internationalen Ruf hatten; das führte zu größerem Wettbewerb unter den Fotografen.

Luftbild des Kraftwerks in Naharayim 1937

Schifrin machte sich zunehmend Sorge wegen der Klagen anderer Fotografen, dass Kluger zu viel Exklusivität bei der Arbeit mit den nationalen Institutionen genoss. Das führte dazu, dass er und Kluger andere Möglichkeiten suchten ihre Überlegenheit auf dem Gebiet zu demonstrieren, darunter das von ihnen verfolgte gewagte Projekt, das es ihnen erlauben würde, buchstäblich auf ihre Rivalen herabzublicken.

Vogelperspektive

Wem kam tatsächlich die Idee Luftbilder aufzunehmen? Könnte es Kluger gewesen sein, der im Ersten Weltkrieg in der österreichisch-ungarischen Luftwaffe als Fotograf gedient hatte? Oder war es der quirlige Unternehmer Schifrin, der als erstes auf die Idee kam? Oder vielleicht war es Schocken, der für seine originellen Ideen auf dem Feld der Werbung weithin bekannt war. Die Antwort bleibt unklar.

Was bekannt ist: Schocken war die Schlüsselfigur in der Initiative ein ziviles Flugzeug zu mieten und das vorstaatliche Israel zum ersten Mal von oben zu dokumentieren. Bis zu dieser Initiative waren Luftbilder nur für militärische Zwecke aufgenommen worden, unter Schirmherrschaft der deutschen und britischen Luftwaffen während des Ersten Weltkriegs. Schocken war in der Lage über Aviron – die erste „Fluglinie“ im vorstaatlichen Israel – ein Privatflugzeug zu mieten und Kluger zaubern zu lassen.

Die Luftbilder des Fotografen enttäuschten nicht. Kluger machte atemberaubende Bilder der Judäischen Wüste, des Jordantals, von Tel Hai, Deganya, Ein Harod, Beit Yosef, Tirat Zvi, dem Tal von Beit Sche’an und den Küstengemeinden – und ganz besonders von Tel Aviv.

Luftbild von Nahalal im Norden Israels.

All diese Bilder waren Neuheiten im Fotoalbum des vorstaatlichen Israel, aber der krönende Abschluss der Sammlung waren Klugers Luftbilder von Jerusalem.

In einer Geste (oder vielleicht in Reaktion auf eine spezielle Anfrage) an den Schirmherrn des Projekts fotografierte Kluger Schockens Haus und Bibliothek – die luxuriösen Gebäude, die von Mendelsohn in den Außenbezirken von Talbieh entworfen und kurz vor Aufnahme der Fotos eingeweiht wurden.

Eines der erstaunlichsten Details der Bilder des Hauses Schocken ist der private Pool und die ihn umgebende Gartenlandschaft, entworfen von einem Gärtner, der extra für diese Aufgabe aus Deutschland geholt wurde.

Diese Fotografien sind wichtige Dokumente für das Studium des jüdischen Teils Jerusalems während der Mandatszeit. Es gab auch sagenhafte Fotos des Skopus-Bergs, wozu die ursprüngliche Nationalbibliothek Israels im Wolfson House gehört.

Verspäteter Dank

Der jüdische Philosoph Martin Buber sagte einmal: „Je älter wir werden, desto größer wird unsere Neigung Dank zu sagen, besonders gen Himmel.“

Schocken, ein Bewunderer Bubers, übernahm auch dessen Weltanschauung und wollte seinen vielen Gratulanten danken. Der Prozess ihm sein Dankeschön-Geschenke zu schicken, wurde enorm verzögert – zu großen Teilen dank des Verlegers akribischen Aufmerksamkeit für Details – aber Klugers Luftbilder wurden schließlich doch verschenkt.

Die Serie hochqualitativer Silberdrucke wurde auf Karton aufgebracht und sorgfältig in eine Kiste verpackt. Schocken fügte dann eine auf Deutsch wie Hebräisch beschriebene Seite hinzu: „Ich habe die Freude, Ihnen, wenn auch mit Verspätung, als kleine Gegengabe für Ihre freundliche Aufmerksamkeit anlässlich meines sechzigsten Geburtstags eine Mappe Flugaufnahmen aus unserem Lande zu überreichen.“

Unter der Widmung fügte Schocken ein paar handschriftliche Worte auf Deutsch hinzu und unterschrieb.

Die sorgfältige Produktion der Fotos (die noch zur Verzögerung beitrug) wird eine recht teure Aufgabe gewesen sein. Schocken, ein vernünftiger Geschäftsmann, der mit seinem Geld immer vorsichtig umging, produzierte eine begrenzte Anzahl der Alben, die 40 handverlesene Bilder zum Inhalt hatten. Er produzierte zudem zwei Mini-Alben, die eine kleinere Kollektion von jeweils sechs bis zwölf Fotos beinhalteten. Mehrere Kopien dieser Alben werden heute im Archiv der Nationalbibliothek Israels aufbewahrt. Ein paar Alben liegen auch in den persönlichen Archiven einiger enger Mitarbeiter Schockens.

Der Beginn des Zweiten Weltkriegs führte zu Einschränkungen der Zivilluftfahrt im vorstaatlichen Israel und Luftfotografie wurde verboten. Infolgedessen war am Ende das Projekt Schockens, Klugers und Schifrins für viele Jahre die einzige nichtmilitärische Dokumentation des Landes.

Selbst heute, 80 Jahre später sorgen die Schönheit und Qualität der Sammlung für Staunen und Inspiration.

Die Kreuzritterburg von Atlit 1937.
Luftbild des Skopusberg in Jerusalem

[Im Originalartikel können die Fotos zur Vergrößerung angeklickt werden.]

Die Malaria in Palästina auszumerzen war auch nur ein kolonialistisches Komplott der Zionisten!

Elder of Zioyn, 5. Februar 2020

Nachdem ich über den wirtschaftlichen Überblick zu Palästina 1934 gepostet hatte, der zeigte, dass jüdische Investitionen den Arabern der Region großen Nutzen gebracht hatten, darunter die Malaria unter Kontrolle zu bekommen, wurde mir ein bemerkenswertes Landkarten-Paar gezeigt.

Eine zeigte, wo gemäß eines britischen Berichts 1920 die wichtigen von Malaria verseuchten Landstriche Palästinas waren.

Ich fand eine ähnliche Karte für 1925:

Die andere zeigte, wo Juden in Palästina Land gekauft hatten, Stand von 1944 (blau = JNF, grün = Privateigentum):

Die beiden Karten sind bemerkenswert ähnlich.

Der Schluss lautet, dass Juden die schlimmsten Sumpfgebiete kauften, sie trocken legten und aus ihnen brauchbares, urbares Land machten, was allen nutzte.

Es dauerte bis 1968, aber Israel was der erste Staat Asiens, der die Malaria komplett ausrottete.

Wenn Sie Israel hassen, dann sollte dies jedoch als übles kolonialistisches Komplott betrachtet werden.

Das Buch „Healing the Land and the Nation: Malaria and the Zionist Project in Palestine, 1920-1947“ (Das Land und die Nation heilen: Malaria und das zionistische Projekt in Palästina 1920 – 1947) von Sandra M. Sufian (2007) sagt, dass die mit Malaria verbreitenden Moskitos verseuchten Sümpfe in Wirklichkeit palästinensischen Arabern heilige, therapeutische Teiche waren:

Überweisungen arabischer Patienten durch zionistische Ärzte an die heißen Quellen von Tiberias deuten darauf hin, dass die palästinensisch-arabische Praxis in Quellen zu baden und sich dort zu waschen auch eine medizinische Therapie war. Die Medizin palästinensischer Fellachen (Bauern) plädierte für therapeutisches Baden, besonders an mit heiligen Orten verbundenen Stellen mit Wasser, um Fieber zu senken, Augenleiden, Angst oder Sterilität zu heilen. Dr. Tawfiq Canaa, ein palästinensisch-arabischer Arzt vor und während der Mandatszeit, führte ausführliche Forschungsarbeiten zu palästinensischen Volkspraktiken und Schreinen durch. Er hielt fest, dass Menschen mit Fieber (höchstwahrscheinlich infolge von Malaria) normalerweise Bäder in Ein Silwan, Ein al-Samiya in Kolonia, Ein al-Nebi Ayyub oder dem Brunnen von al-Scheik Ibrahim in Beit Djibrin nahmen oder aus den Zisternen von al-Shuhada in Hebron tranken. Diese Bäder waren oft mit Gebetszeiten verbunden. Solche Rituale waren recht kompliziert und änderbar. Tiere mit Beschwerden wurden ebenfalls in diesen vermeintlich heilenden Gewässern gebadet.

In bestimmten Fällen betrachteten die arabischen fellahin (Kleinbauern) bestimmte Sümpfe als Orte der Heilung und Heiligkeit. Diese Ansicht stand in scharfem Gegensatz zu der zionistischen Beschreibung von Sümpfen als immer gefährlich für die eigene Gesundheit, „eine Krankheit des Bodens“ und ein erhebliches Hindernis für die jüdische Rettung. Für die fellahin bildeten diese sumpfigen, heiligen Orte einen Teil einer imaginären therapeutischen Landschaft Palästinas. Für die Zionisten waren die Sümpfe säkular, krankhaft, dienlich und Wirtschaftsobjekte.

Einfach nur zwei Narrative. Wer kann schon entscheiden, dass die jüdische Auffassung von Sümpfen als Seuchen verbreitend die richtige ist? Vielleicht waren sie wirklich heilige, heilende Sümpfe, wie die Araber es sagen. Sie trockenzulegen war nur ein weiteres Beispiel für Unterdrückung.

Diese Rezension des Buchs, im akademischen Journal H-Levant veröffentlicht, entwirft die These dass das gesamte Projekt die Malaria zu beseitigen nichts anderes als ein kolonialistisches Komplott der Zionisten war:

Nach Angaben von Sufian versuchten die zionistische Führung, wie auch die Mandatsregierung, die Gesundheit der palästinensischen Araber so zu verwalten, als wären sie Teil des natürlichen Umfelds. Krankheiten der „Einheimischen“ könnten auf die Kolonialbehörden oder die zionistischen Siedler übertragen werden und sollten daher über offizielle öffentliche Gesundheitspolitik bewältigt werden. Die Zionisten importierten europäische und US-amerikanische medizinische Technologien und Auslandskapital, um das Land so zu erneuern, wie in ihren Augen der Urszustand war, mit wenig Rücksicht auf diejenigen, die schon lange ihren Lebensunterhalt dort verdienten. Die zionistischen Siedler hatten kein Gefühl für die nationalen Rechte der palästinensischen Araber, von denen sie glaubten, dass sie nicht wirklich mit dem Land verbunden waren. Wie europäische Siedler andernorts betrachteten die Zionisten die einheimische Bevölkerung als primitiv und rückständig. Das Land war ein sumpfiges Brachland, bevölkert von einem unproduktiven Volk. Damit stützten sich die Zionisten lediglich auf Rassenansichten über nicht europäische, indigene Bevölkerungen, wie sie damals bei Kolonialisten vorherrschend waren. Wie Sufian herausstellt, betrachteten die Zionisten, so wie andere Europäer, die Malaria nicht als Umweltproblem, sondern eines, das vom pflichtvergessenen, gleichgültigen und faulen Lebensstil der Einheimischen verursacht war, deren Wasserlöcher und leckende Bewässerungsgräben ideale Orte für die Brut der Moskitos waren. Das Ziel der Zionisten war es, die Sümpfe und Wasserteiche trockenzulegen, um die Krankheit auszumerzen, womit sie gleichzeitig das für die Siedlungstätigkeit und landwirtschaftliche Produktion verfügbare Land vermehrten. Wie die Autorin festhält, zogen europäische Siedler in vielen Teilen der Welt diese Verbindung zwischen Ausmerzung von Krankheit, Immigration und Besiedlung. Als die Zionisten die Sümpfe trockenlegten, reduzierten sie auch das von Beduinen und anderen arabischen Landwirten für ihre Herden genutzte Weideland. Trotz heftigen Widerstands wurde vorher kollektiv von palästinensischen Arabern besessenes Land zu Privatland in Händen zionistischen Siedler.

Die bösen, Malaria ausmerzenden Zionisten unterdrückten in Wirklichkeit die Araber, deren Leben sie retteten.

Das ist eine ziemlich teuflische Darstellung.

Umfrage in Palästina von 1934 zeigt, wie Juden Arabern halfen; Araber strömten herzu, um nahe jüdischen Bereichen zu leben

Elder of Ziyon, 4. Februar 2020

Ich hatte ähnliche Berichte gesehen, aber dieser konkrete ist mir neu.

Er zeigt, dass Araber wegen jüdischer wirtschaftlicher Erfolge nach Palästina strömten und dass es dort praktisch keine negativen Auswirkungen jüdischer Zuwanderung gab.

Es zeigte sich, dass arabische Dörfer nahe jüdischen Bevölkerungszentren verglichen mit weiter entfernten Dörfern auf jede Weise verbessert da standen; letztere sahen aus, als seien sie hunderte Jahre zurückgeblieben.

Gleichermaßen nahmen arabische Häuser in der Nähe jüdischer Gemeinden an Wert zu, die weiter weg verloren an Wert.

Einiges davon ist schwer zu lesen und das meiste war nicht digitalisiert.

JTA vom 31. Januar 1934:

Umfrage zeigt, Araber profitierten von jüdischer Entwicklung Zions
Brodie berichtet, Muslime drängen ins neu Palästina
Die Vorteilte, die die arabische Bevölkerung in Palästina als Ergebnis der von Juden gemachten Investitionen und der allgemeinen Verbesserung der Lebensbedingungen dort erhalten, wurden von Israel B. Brodie, dem Präsidenten des American Economic Committee for Palestine, bei einem Treffen des Vorstands gestern Abend im Park Royal Hotel beschrieben. Mr. Brodie verlas einen Bericht zu einer Umfrage, die vom Komitee durchgeführt wurde.
Arabische Demonstrationen gegen jüdische Zuwanderung nach Palästina werden als von arabischen Grundbesitzern geschürt betrachtet, die aus selbstsüchtigen Gründen gegen „die rapide Entwicklung der alten orientalischen, halbfeudlaen Ordnung zu einer Emanzipation unter dem Einfluss der jüdischen Entwicklung Palästinas sind“, sagte Mr. Brodie.
„Das sogenannte ‚Vertreibungsproblem‘ ist in wirklichkeit eine ‚Vertreibung‘ der arabischen Form eines primitiven Lebensstandards zu einer höheren und zivilisierteren Wirtschaftsatmosphäre“, fuhr er fort. „Von den 1.200.000 von Juden erworbenen Dunam (1 Dunam entspricht einen Morgen) waren mehr als siebzig Prozent entweder nicht kultivierbar oder wurden kultivierbarer Sand, der brach lag. Praktisch alles Land wurde von Großgrundbesitzern abgekauft. Nur 75.500 Dunam wurden Fellachen (arabischen Bauern) abgekauft. Druch Fruchtbarmachung groß angelegter Dränage und Aufforstung ernährt ehemaliges Ödland heute tausende Familien. Für dieses Öd- und Brachland zahlten die Juden exorbitanten Preise.
‚Vertreibung‘ ist ein Mythos
Als ein Ergebnis von Lewis Frenchs Untersuchung ds Problems der ‚vertriebenen‘ Araber, sagte Mr. Brodie, hat die britische Regierung festgestellt, dass in den zwölf Jahren jüdischer Besiedlung 584 arabische Familien (von denen 200 Nomaden waren, die am Ende dieser Periode Land „besetzten“) von einer jüdischen Bevölkerung von 100.000 Personen ‚vertrieben‘ wurdne. Die diesen wie in allen anderen Fällen wurden die Fellachen großzügig entschädigt. Diese Entschädigung war groß genug, dass die Pächter ihre erdrückenden Schulden loswerden konnten. Viele wurden in die lage versettz sich kleine Farmen zu kaufen, wodurch sie selbst zum ersten Mal Landbesitzer wurden, während die übrigen zehn Prozent in die Städte zogen, angelockt von den dort infolge jüdischer Zuwanderung vorherrschenden hohen Löhnen.
„Die Umfrage“, fuhr Mr. Brodie fort, „zitiert beeindruckende statistische Fakten, die die außergewöhnliche Verbesserung des wirtschaftlichen Wohlergehens der Araber infoge des Kontakts mit dem neuen jüdischen Vorhabens. Arabische Dörfer ohne solchen Kontakt sind spärlich besiedelt und verkommen; ihnen fehlen Vieh und moderne landwirtschaftliche Geräte. Die Häuser sind kleine Lehmhütten ohne Fenster.
Andererseits findet man in arabischen Dörfern nahe jüdischen Siedlungen von motorpumpen getriebene Brunnen, Häuser aus Stein mit ziegelgedeckten Dächern und Fenstern, Vieh in gutem Zustand, bewässerte Gärten und Orangenhaine im Besitz von Fellachen, besser gekleidete und versorgte Kinder, weniger Augenkrankehiten und Blindheit und allgemein enorm verbesserte gesundheitliche Zustände.
neu gepflanzten Zitrusfrüchte von Arabern mit weiteren Gebieten in Vorbereitung. Das stellt eine Steigerung von 27 Prozent in einem Jahr dar. Arabische Bauern haben zudem ihre Aufmerksamketi Trockenfeldbau zugewendet. In arabischen Dörfern nahe jüdischen Siedlungen hat der Bereich unter Gemüseanbau beträchtlich zugenommen, Folge des durch jüdische Zuwanderung vergrößerten Marktes. Es wird geschätzt, dass die jüdische Bevölkerung palästinas jährlich von arabischen Bauern Produkte im Wert von mindestens £800.000 bis £1.000.000 kauft.“
„Der Nutzen jüdischer Zuwanderung spiegelt sich nich tnur in modernisierter arabischer Landwirtschaft, sondern auch in einer bemerkenswerten Erweiterung arabischer urbaner Siedlungen. Die Volkszählung der Regierung von 1931 zeigt eine starke Zunahme der arabischen Bevölkerung in den Städten mt einem daraus resultierenden Anstieg im Bausektor sowie den kommerz8iellen und industriellen Aktivitäten. Andererseits haben in arabischen Zentren abseits jüdischen Einflusses Grundstückspreise und Verbesserungen im Wert abgenommen.

Der Rest davon befindet sich im digitalen Archiv der JTA:

Der vorteilhafte Effekt jüdischer Zuwanderung spiegelt sich nicht nur in modernisierter arabischer Landwirtschaft, sondern auch in einer bemerkenswerten Ausdehnung arabischer städtischer Besiedlung. Die Bevölkerungszählung der Regierung von 1931 zeigt eine starke Zunahme der arabischen Bevölkerung in den Städten mit einem daraus resultierenden Anstieg in Bau-, Handels- und industriellen Aktivitäten. Andererseits sind in arabischen Zentren fern von jüdischem Einfluss die Grundstückspreise und Verbesserungen im Wert gesunken.

Araber drängen ins Heilige Land

„Der überzeugendste Beweis der wirtschaftlichen Verbesserungen auf Seiten der Araber ist die Tatsache, dass jährlich früher tausende Araber auswanderten. Heute werden arabische Zuwanderer nach Palästina aus anderen Ländern angezogen. Zwischen den Bevölkerungszählungen von 1922 und 1931 nahm die arabische Bevölkerung um 225.000 zu, eine Steigerung um vierzig Prozent. Eine weitere Illustration ist die scharfe Verringerung der Zahl nomadisierender Araber. Diese eingefleischten Wüstenwanderer können der machtvollen Attraktivität der blühenden städtischen und ländlichen Siedlungen nicht widerstehen, in denen Möglichkeiten Arbeit zu finden infolge des jüdischen Unternehmertums reichlich vorhanden sind.

Darüber hinaus sind die Vorteile aus der jüdischen Zuwanderung nicht ausschließlich wirtschaftlicher Natur. Praktisch die gesamte Zuteilung der Regierung für Bildung geht an die Instandhaltung arabischer Schulen. Die Juden unterstützen ihr Bildungssystem aus Privatmitteln. Als Ergebnis schwindet das Analphabetentum unter Arabern. Von noch größerem Nutzen für die Araber sind die jüdischen medizinischen Dienste gewesen. Die Verbreitung von Bindehautentzündungen, Malaria, Darmkrankheiten und Typhus hat im Verlauf des letzten Jahrzehnts stetig abgenommen.

Arbeitskräftemangel

Es ist nicht nur so, dass die jüdischen Zuwanderer rasch absorbiert werden, sondern es gibt einen Arbeitskräftemangel, sowohl arabisch wie jüdisch, der die Einfuhr jüdischer Zuwanderer nötig macht; die Zuwanderung hat zu einer Zunahme der Zahl arabischer Industriearbeiter geführt. Von 1924 bis 1928 stieg ihre Zahl um rund 6.000, von denen 2.000 in jüdischen Unternehmen beschäftigt waren, was zwanzig Prozent der Beschäftigten durch jüdisches Kapital ausmacht, während die Araber praktisch keine Juden beschäftigen.“