Das Leben der Palästinenser ist unwichtig*

* außer Israel kann dafür verantwortlich gemacht werden.

Bret Stephens, The New York Times, 21. März 2019

Hajar Harb, eine palästinensische Journalistin, ist von der Hamas verhaftet worden, weil sie einen gegenüber dem Gesundheitsministerium kritischen Artikel veröffentlichte. (Foto: Adel Hana/Associated Press)

Die Menschen im Gazastreifen protestieren wieder und Soldaten schießen wieder und Zivilisten werden wieder zu Opfern. Nur dass Sie dieses Mal die Story verpasst haben könnten, weil diese Proteste in den meisten westlichen Nachrichten kaum für einen Absatz wert gehalten wurden.

Das ist seltsam: Manche Medien sind bereit Monate journalistischer Recherche in die Flugbahn einer einzelnen Kugel zu investieren, die versehentlich einen Palästinenser tötet – vorausgesetzt, es handelt sich um eine israelische Kugel.

Der Unterschied beseht diesmal darin, dass die Schüsse von der Hamas abgegeben werden, der militant-islamistischen Gruppe, die seit 2007 im Gazastreifen regiert hat, als sie in einem kurzen und die blutigen Bürgerkrieg ihren Rivalen in der Fatah die Macht entriss. Seitdem sind keine echten Wahlen veranstaltet und kein Widerspruch geduldet worden.

Die aktuellen Demonstrationen, die letzte Woche begannen, kommen als Reaktion auf Jahre der wirtschaftlichen Misswirtschaft der Hamas, Preiserhöhungen und jüngsten Steuererhöhungen. Das geschieht nicht aufgrund fehlender Geldmittel für die Hamas: Seit 2012 hat die Gruppe mehr als eine Milliarde Dollar allein von Qatar erhalten, um Kosten für Treibstoff, humanitäre Hilfe und die Gehälter von Behördenbediensteten zu bezahlen.

Wohin das Geld geht, ist eine andere Frage. 2014 berichtete das Wall Street Journal, dass die Hamas Rund $90 Millionen für den Bau von Angriffstunneln nach Israel ausgegeben hatte, Durchschnittskosten von fast $3 Millionen pro Tunnel. Das in jeden Tunnel gesteckte Material, berichtete das Journal, reicht aus „um 86 Häuser, sieben Moscheen, sechs Schulen oder 19 kleine Kliniken zu bauen“. Drei Kriege gegen Israel, jeder von der Hamas angefangen, haben ebenfalls ihren Tribut an Leben, Verletzungen, Infrastruktur und Isolation gefordert.

All das hat für die Menschen des Gazastreifens Leiden und Mangel bedeutet, unabhängig von allem, was Israel tut. Im Februar berichtete Amnesty International, dass gegen die palästinensische Journalistin Hajar Harb ein Gerichtsverfahren in Abwesenheit geführt wurde, weil sie auf Al-Araby TV einen Bericht brachte, der detailliert Korruptionsvorwürfe im Gesundheitsministerium beschrieb. Hamas-Vertreten haben sich zudem Berichten zufolge bereichert, indem sie den Untergrundhandel zwischen dem Gazastreifen und Ägypten mit Waren von Geflügel über Möbel bis hin zu Autos kontrollieren.

Deshalb lassen die Gazaner ihre Verzweiflung wissen. Hunderte gingen letzte Woche auf die Straße, nur um von Hamas-Sicherheitskräften beschossen, zusammengeknüppelt und verhaftet zu werden.

„Das Zuschlagen gegen freie Meinungsäußerung und die Anwendung von Folter im Gazastreifen hat alarmierende neue Höhen erreicht“, vermerkte Saleh Higazi von Amnesty. Zu den Vorfällen gehören die Verhaftung von Menschenrechtsaktivisten, das Prügeln und die Inhaftierung von mehr als 15 lokalen Journalisten und gewalttätige Angriffe auf friedliche Demonstranten „unter Verwendung von Granaten, Schlagstöcken, Pfeffersprach, scharfer Munition und physischen Angriffen“.

Überrascht? Sollten Sie auch sein. Die Hamas bezeichnet sich selbst als „Widerstands“-Bewegung und solche Bewegungen, von der Irisch-Republikanischen Armee über den Vietkong bis zur Simbabwes ZANU-PF, neigen dazu sich auf bemerkenswert ähnliche Weise zu verhalten: fanatisch, brutal, militaristisch, scheinheilig und korrupt.

Für diese Gruppen bedeutet Befreiung mehr als die Ersetzung einer Art fremder Besatzung durch lokalen Despotismus. Sie bekennen sich zur Demokratie, veranstalten aber nie wirklich faire Wahlen. Sie schaffen eine Geheimpolizei, parallele Sicherheitskräfte, Politbüros, innere und äußere Parteistrukturen. Sie führen Krieg gegen ihre Nachbarn, um von ihrem unvermeidlichen Versagen Zuhause Wohlstand zu schaffen abzulenken. Ihre Führer predigen Kampf und Märtyrertum, während sie selbst in Saus und Braus leben.

Genauso wenig sollten Sie von der Dürftigkeit westlicher Berichterstattung überrascht sein. Es würde das herkömmliche Narrativ des iraelisch-palästinensischen Konflikts verkomplizieren, das besagt, dass Israel nicht nur der Hauptunterdrücker, sondern der einzige ist. Das füttert die breitere progressive Fiktion, die großen Verbrechen der Welt nach dem Zweiten Weltkrieg seien die, die der Westen gegen den Rest der Welt begeht. Tatsächlich waren die von Nichtwestlern – Mao Tse-Tung, Pol-Pot, Saddam Hussein, Fidel Castro, Idi Amin, Nicolás Maduro – an ihren eigenen Völkern begangenen Verbrechen weit schlimmer.

Dasselbe gilt für die Palästinenser. In Syrien sind in den letzten zehn Jahren mehr gestorben, hauptsächlich aufgrund der Verheerungen des angeblich propalästinensischen Regimes von Bashar al-Assad, als von Israel getötet wurden. Und die Palästinenser sind weiter die Opfer von Führern, die keinen Grund erkennen, sich regulären Wahlen zu stellen – oder finanziellen Überprüfungen oder Kriminalermittlungen oder irgendeinem anderen Mechanismus politischer oder moralischer Rechenschaft.

Das Fehlen von Rechenschaft ist in erster Linie ein Versagen der Palästinenser. Aber westlicher Journalismus leistet dem Vorschub; mit wenigen ehrenwerten Ausnahmen ist er zu lange erbärmlich uninteressiert an jeglicher Form palästinensischen Leidens gewesen, für das nicht Israel verantwortlich gemacht werden kann. Das ist manchmal eine Funktion ideologischer Einseitigkeit, aber es ist auch ein Versagen von grundlegender Berichterstattung.

Die Israelis und ihre Freunde im Ausland beschweren ich oft über schiefe Berichterstattung, die bei allem, was sie tun, Fehler finden, während sie alles Entschuldigungen finden, was ihre Gegner tun. Wenn die Proteste im Gazastreifen irgendetwas demonstrieren, dann dass auch die Palästinenser kaum Nutzen aus der Berichterstattung zeihen können.

Palästinensisches Leben und Lebensunterhalt sollten wichtig sein, egal, wer ihnen schadet. Eine Welt, die mit den Schultern zuckt, wenn die Hamas das eigene Volk misshandelt, lizensiert nur die ungehinderte Fortsetzung der Misshandlungen,

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Die iranische Drohne

Melanie Phillips, 11. Februar 2018

Begann der Iran gestern [10. Januar] seinen Vernichtungskrieg gegen Israel?

Der Ablauf der Ereignisse, nach Angaben des ehemaligen IDF-Sprechers Oberstleutnant Peer Lerner, war Folgender: Gestern Morgen drang eine iranische Drohne – ein fortschrittliches Modell mit Stealth-Eigenschaften – nach Israel ein; sie kam über die Grenze aus Jordanien. Sie wurde nach rund eineinhalb Minuten über israelischem Territorium von einem IDF-Kampfhubschrauber abgefangen.

Sofort danach führte die israelische Luftwaffe [IAF] einen gezielten Angriff durch und zerstörte das Kommandofahrzeug, das die Drohne steuerte. Auf dem Weg nach Hause wurde ein israelisches F-16-Kampfflugzeug von massivem syrischen Luftabwehrfeuer abgeschossen. Danach führte die IAF einen breit angelegten Angriff gegen 12 Ziele in Syrien durch, darunter drei Luftabwehr-Batterien und vier iranische Stellungen.

Weit verbreitete Fehlberichterstattung dieser Ereignisse durch die Medien stellten die gewöhnliche Kombination aus träger Inkompetenz und Vorsatz dar. Medienorgane, einschließlich der New York Times, CNN, dem Guardian und BBC News implizieren fälschlich, dass Israel der Aggressor war; erst wenn man diese Artikel sorgfälig liest, könnte der wahre Ablauf der Ereignisse erkannt werden.

Der Guardian behauptete, Israel habe einen „groß angelegten Luftangriff auf Syrien geflogen, nachdem eines seiner F-16-Kampfflugzeuge abstürzte, das unter syrischem Luftabwehrfeuer stand“. Wie die BBC räumte er erst im dritten Absatz ein, dass dieser Angriff eine Antwort auf den iranischen Drohnenangriff war, während CNN das in den fünften Absatz verbannte.

Und die unsägliche New York Times überschrieb ihre Geschichte: „Israel greift Iran in Syrien an und verliert einen Jet“. Nett, nicht?

Die Bedeutung des iranischen Drohnenstarts ist nicht klar. Vielleicht wollte der Iran damit provozieren und wusste, das würde eine gebührende israelische Reaktion hervorrufen. Aber mit welchem Ziel schickte er sie los? Wollte der Iran sich einfach auf die Brust trommeln und demonstrieren, wie leicht es sei Israel anzugreifen? Wollte er austesten, wie Israel reagiert? Versuchte er stattdessen die Stealth-Qualitäten der Drohne ausprobieren? Unterschätzte er die Reaktion Israels?

Israel seinerseits zeigte die atemberaubende Präzision seiner Geheimdienste nicht nur zu syrischen, sondern auch zu iranischen Positionen, von denen es sagt, sie seien verborgen waren. Trotzdem war die Tatsache, dass Syrien in der Lage war ein israelisches Kampfflugzeug abzuschießen, für Israel ein Schlag und für Syrien und den Iran ein Motivationsschub.

Die Israel gezeigte sofortige Unterstützung durch die USA, die fest erklärte, dass Israel absolut das Recht hat sich zu verteidigen, war offensichtlich willkommen. Trotzdem ist da etwas sehr falsch an dieser Situation, die jeder – einschließlich der USA – als normal zu akzeptieren scheint.

Der Iran ist ein fanatisches islamisches Regime, getrieben von dem völkerrmörderischen Ziel Israel auszulöschen. Er hat das der Welt wiederholt angekündigt, begleitet vom geistesgestörten und obsessiven Holocaust-Leugnung und antijüdischen Verleumdungen. Es kann keinen Zweifel an seiner unversöhnlichen Absicht geben, dass er dieses höllischen Ziels zu verwirklichen will.

Im Libanon hat sich seine Stellvertreterarmee Hisbollah in der Zivilbevölkerung mehr als 150.000 auf Israel gerichtete Raketen eingebettet. In Syrien hat die Unterstützung des Iran Assad ermöglicht an Israels Grenze zu gelangen. Im Gazastreifen bettet der Iran sich über die Hamas ein.

Seit dem Debakel des Kriegs im Irak 2003, der mit dem Ziel begonnen wurde Saddam Hussein davon abzuhalten Massenvernichtungswaffen zu erwerben oder zu entwickeln, scheint der Westen sich entschieden zu haben, dass präventive Schläge auf ewig vom Tisch sind.

Das bedeutet, dass Israel sich als unbewegliches Ziel verhalten, darauf warten soll, dass der Iran es angreift, bevor es irgendetwas tun kann, um sich zu verteidigen. Selbst von der Drohne wird von manchen gesagt, sie habe keinen wirklich Angriff dargestellt. Mit anderen Worten: Israel hat zu warten, bis seine Bürger getötet werden (wie viele??), bevor es das Recht hat militärisch zu handeln (und selbst dann: Wie stehen die Wetten, dass es als Aggressor dargestellt würde? Ziemlich hoch).

Der Film Die dunkelste Stunde hat verdienten Beifall für Gary Oldmans herausragende Leistung als Winston Churchill bekommen. Das Publikum wird – einige davon zum ersten Mal – über die trostlose Wirklichkeit des britischen Appeasement der 1930-er Jahre informiert, das stattfand, obwohl Hitler in die Tschechoslowakei einmarschierte; auch über die Art, in der Churchills nur allzu korrekte Warnungen über Hitlers Absichten ignoriert wurden, während man Churchill als extremistischen Kriegshetzer hinstellte. Hätte man ihm früher zugehört, hätte Hitler vielleicht aufgehalten und zahllose Millionen Leben gerettet werden können.

Israels Lage heute ist vergleichbar damit, dass Hitler 150.000 Raketenbatterien in, sagen wir, Irland stationiert hätte, die alle auf Großbritannien ausgerichtet sind und dann nach Frankeich vorstößt und die Küste der Normandie erreicht, während er die ganze Zeit seine Streitkräfte auf den Kanalinseln eingräbt.

Großbritannien zog schließlich in den Krieg, als Hitler in Polen einmarschierte. Selbst im Appeasement-Britannien schlug niemand vor es hätte warten sollen, bis die Nazis die französische Küste erreichten, bevor es sich entschied sie zu bekämpfen. Hätte es das getan, wäre Großbritannien zusammen mit Europa heute eine Nazi-Diktatur. Dennoch erwarten die Leute von Israel, dass es da sitzt und Däumchen dreht, während völkemörderische Fanatiker mit der Absicht es zu vernichten es ungehindert umzingelt.

So wie mit Hitlers Absichten in den 1930-er Jahren ist die unerbittliche Absicht Israel auszulöschen ignoriert, heruntergespielt oder bestritten worden.

Kein zivilisiertes Land will Krieg und Israel wird alles ihm Mögliche tun, um einen uneingeschränkten Krieg zu vermeiden. Aber der Iran befindet sich bereits mit Israel im Krieg – einem Krieg, den der Iran angefangen hat. Heute lautet die Frage, ob die Stärke und Genauigkeit der Antwort Israels auf die Drohne den Iran von weiterer Aggression abschrecken wird.

Es wird eine viel größere Chance auf Vermeidung eines totalen Kriegs geben, wenn Britannien und Europa endliche zur Vernunft kommen und anfangen dem Iran Feuer unter dem Hintern zu machen, statt danach zu streben ihn bei jeder Gelegenheit zu reinzuwaschen, zu entschuldigen und zu belohnen.

Die Antwort auf die Frage hängt allerdings von dem ab, was der Iran beabsichtigte, als er seine Drohne nach Israel schickte. Auf Grundlage der bisher veröffentlichten Informationen kann man das unmöglich sagen.

Wir müssen hoffen, dass Israel selbst die Antwort kennt und dass es entsprechend tujn wird, was immer es tun muss. Westliche Staaten mögen das missbilligen; aber in der Vergangenheit entschieden sich diese westlichen Staaten, wenn Juden vor der Vernichtung standen, dazu wegzusehen. Und wenn heute Israelis von arabischen oder islamischen Fanatikern ermordet werden, sehen diese westlichen Staaten immer noch weg – oder schlimme: machen Israel selbst dafür verantwortlich, dass es zum Opfer gemacht wird.

Diese Staaten mögen sich den Luxus leisten den Wert von jüdischem Leben auf null zu setzen. Aber der Staat Israel wurde auf dem Prinzip „nie wieder“ gegründet; und wenn es sein muss wird es auch, genauso wie der aufsässige britische Soldat es in der berühmten Karikatur von David Low in dieser dunkelsten Stunde sagen: „Nun denn, alleine.“

Die Gaza-Krise und die monströse Reaktion darauf

Melanie Phillips, 6. Juli 2006 (The Jewish Press, 12. Juli 2006)

Vorbemerkung: Die von Phillips beschriebene Medien-Reaktion kann im Großen und Ganzen auch auf Deutschland übertragen werden. Und das Grundproblem der selbsthassenden Juden, die von der pro-palästinensischen Seite herangezogen werden, kennen wir auch. Man muss sich nur ansehen, wie Leute wie Uri Avnery, Mosche Zimmermann und Felicia Langer von unseren Medien hofiert werden, dann sind die abschreckenden Beispiele, wenn auch noch sehr unvollständig, deutlich vor Augen.
Selbst gemessen an den Standards der britischen Schwätzer-Klasse spottet die Reaktion auf die Krise in Gaza jeder Beschreibung. Übel wollende Lügen sind zu einer pathologischen Abkehr von der Wirklichkeit mutiert.

Erinnern wir uns an die Zusammenhänge. Israel wird wegen der Besetzung des Gazastreifens verurteilt, von der gesagt wurde, dass sie „Verzweiflung“ und „Frust“ schaffe, die die Gewalt gegen Israels verursache. Israel zog aus dem Gazastreifen ab. Mit dem Tag des Rückzugs begannen die Palästinenser Raketen aus dem Gazastreifen nach Israel zu schießen. Diese Raketen haben für einige Todesfälle und Verletzte gesorgt. Mehr als 1000 sind seit dem Rückzug abgefeuert worden. Jetzt haben zwei Raketen Aschkelon getroffen; eine von ihnen schlug auf einem Schulhof ein, der zufälligerweise gerade leer war. Dies bildet, wie Ze’ev Schiff von Haaretz feststellte, „eine unzweideutige Einladung der Hamas zum Krieg dar“.

Über praktisch keinen dieser Angriffe ist in Großbritannien berichtet worden.

Die Palästinenser haben ein riesiges Waffenarsenal in den Gazastreifen geschmuggelt und Tunnel nach Israel gegraben. Wenn sie es nicht schon haben, ist es nur eine Frage der Zeit, bevor sie chemisches oder biologisches Material in die Hände bekommen, mit dem die Waffen noch weiter aufgerüstet werden können. Für die Palästinenser hat der Rückzug aus dem Gazastreifen die Gelegenheit gebracht ihren Krieg gegen Israel hochzufahren. So weit war das immer gut vorhersagbar (einschließlich von Menschen wie meiner selbst, die den Abzug als das geringere zweier furchtbarer Übel unterstützten). Da Israel den Gazastreifen nicht länger besetzte, sollte – denen, die das vorher nicht glaubten – durch diese Angriffe nach dem Abzug klar gewesen sein, dass der Krieg der Palästinenser keiner zur Befreiung, sonder zur Auslöschung ist (wie sie so hilfreich in der palästinensischen Nationalcharta wie auch der Charter der Hamas verkündeten).

Praktisch nichts davon ist in Großbritannien berichtet worden.

Erst der Stoßangriff auf Israel durch den Tunnel, die Tötung der israelischen Soldaten, die Entführung von Unteroffizier Shalit und der folgende Mord an einem israelischen Jugendlichen in der Westbank führte schließlich dazu, das Israel antwortete. Es hat sich zwei Monate Zeit gelassen, das zu tun. Und wie antwortete es? Es zerstörte zwei Brücken und eine Elektrostation – und die britischen Medien schrien sofort los, dies seien Kriegsverbrechen und „kollektive Bestrafung“, obwohl bis zu diesem Zeitpunkt praktisch kein Palästinenser getötet worden war.

Heute eskalierten die Kämpfe und damit die Verluste. Das ist der unvermeidbare Preis eines Krieges, der Israel erklärt wurde. Zivilisten, die bedauerlicherweise getötet werden, sind Opfer, weil die Männer des Terrors sich unter ihnen positionieren und die palästinensische Bevölkerung damit als menschliche Schutzschilder benutzen, wie dieser kleine Ausschnitt aufzeigt.

Das wird in den britischen Medien nicht berichtet. Statt dessen wird Israels Verteidigung – und die davon verursachte, augenfällige Schwierigkeit, dass es praktisch unmöglich ist sich zu verteidigen, ohne dass Zivilisten zu Schaden kommen, weil die Hamas die palästinensische Zivilgesellschaft in ein Basislager für den Krieg verwandelte – monströserweise als illegitime Aggression dargestellt. Im heutigen „Guardian“ beschwert sich der unsägliche Jonathan Steele, dass die „Belagerung von Gaza“ die „Prinzipien der Verhältnismäßigkeit verletzt“.

Die Palästinenser töten zwei Soldaten und nehmen einen gefangen und als Antwort werden Elektrizitätswerke in die Luft gejagt, Abwasser- und Wassersysteme zum Stoppen bringen, Brücken werden zerstört, Überschallknalle ängstigen Kinder Tag und Nacht und all dies wird einer hungrigen Bevölkerung zugefügt, die in dem, was effektiv ein riesiges offenes Gefängnis ist, belagert wird.

Ein „offenes Gefängnis“? Der Gazastreifen hat eine offene Grenze zu Ägypten. „Kinder geängstigt“? Nicht ein Wort von Steele über die israelischen Kinder, die traumatisiert sind, weil sie unter permanenten Raketenangriffe aus dem Gazastreifen leben. „Ein hungriges Volk“? Wenn sie Waffen aus Ägypten nach Gaza schmuggeln können, wie kommt es, dass sie keine Lebensmittel haben? Sie sind nicht zu hungrig um Raketen auf israelische Schulen abzufeuern und Krieg gegen Israel zu führen, einfach weil es das Verbrechen begeht weiterhin zu existieren. Die Gehässigkeit von Steeles verdrehter Analyse ist einfach atemberaubend.

Ob der ultimative Plan ist alle Palästinenser so in den Hunger zu treiben, dass sie nach Ägypten, Jordanien und noch weiter weg fliehen, oder nur Gaza als Gefängnis für die Arbeitslosen und die Westban als einen Haufen Bantustans zu behalten, Israel macht sich über jede UNO-Resolution zum Konflikt lustig.

Auf diese Weise verwandelt er Israel wegen dessen Versuch sich und das Leben seiner Staatsbürger gegen Menschen zu verteidigen, die sich einem ausgesprochen völkermörderischen Projekt verschrieben haben, in einen wilden und tyrannischen Aggressor.

Aber solch verdrehtes Denken ist nichts im Vergleich zu jüdischem Selbsthass. Steele greift auf einen wahrhaft Ekel erregenden Text von Gideon Levy zurück, der in Ha’aretz schreibt:

Es ist nicht legitim 750.000 Menschen den Strom abzudrehen. Es ist nicht legitim 20.000 Menschen aufzufordern aus ihren Häusern zu fliehen und ihre Städte in Geisterstädte zu verwandeln. Es ist nicht legitim in den syrischen Luftraum einzudringen. Es ist nicht legitim eine halbe Regierung zu kidnappen und ein Viertel des Parlaments. Ein Staat, der solche Schritte unternimmt, ist nicht länger von einer Terrororganisation zu unterscheiden.

Was Levy im Endeffekt sagt, ist, dass es für Israel nicht legitim ist sich zu verteidigen. Das zu tun ist offensichtlich „Terrorismus“. Er und Ha’aretz haben damit (und nicht zum ersten Mal) denen eine potente Waffe ausgehändigt, die Levys Heimatland vernichtet sehen wollen. Eine gleichermaßen abscheuliche Rolle wird von gewissen britischen Juden in der Linken gespielt. In der heutigen „Times“ unterschrieben Hunderte britischer Juden eine ganzseitige Anzeige, bei der sich einem der Magen umdreht; in dieser griffen sie ebenfalls auf Gideon Levys Artikel zurück und sagten:

Wir sehen mit Erschrecken die kollektive Bestrafung der Menschen von Gaza.

Sehen Sie, diese Juden sehen nicht mit Erschrecken die kollektive Bestrafung durch Massenmord und Raketenangriffe, die von den Palästinensern den Israelis seit einem halben Jahrhundert wegen des Verbrechens überhaupt zu existieren auferlegt wird. Nein, sie sehen mit Erschrecken – und verleumden weiterhin – Israels Versuch sich zu verteidigen; in ihrem verdrehten Hirn wird das zum

Verwendung seiner enorm überlegenen Militärmacht, um ein ganzes Volk zu terrorisieren.

So werden die Bombenanschläge, das Bombardement mit Raketen, die Kriegserklärungen und die Völkermord-Absichten ignoriert, durch die Israel von den Palästinensern terrorisiert wird. Israel, das größte Opfer systematischen Terrors zur Auslöschung, wird als seine Peiniger terrorisierend dargestellt – einfach, weil es sich zu verteidigen versucht. Die Unterschreiber wiederholen Levy’s verdrehten Vorwurf Israel verschleppe „regelmäßig Palästinenser aus ihren Häusern“. Das scheint eine Anspielung auf die Verhaftung verschiedener Hamas-Terroristen durch Israel zu sein, die Mitglieder dessen sind, was lachhaft die palästinensische „Regierung“ genannt wird – genauer gesagt: einer Terrororganisation, die von den Leuten gewählt wurde, um ihre erklärte Absicht so viele Juden wie möglich zu ermorden, auszuführen. Damit wird die Verhaftung von Leuten wegen terroristischer Verbrechen im moralischen Paralleluniversum des Gideon Levy und der Unterschreiber bei der „Times“ selbst zu „Terrorismus“. Vom Gesetz gedeckte Verhaftungen werden als „Entführungen“ hingestellt. Diese Leute sind nicht dumm – zu den Unterschreibern gehören Prominente aus der britischen Kulturlandschaft – aber das ist moralische Geistesschwäche. Kollektive Bestrafung? Eher kollektiver Selbsthass.

Gaza ist eine Krise für Israel. Die Anzeige in der “Times“ ist eine Krise des britischen Judentums.

 

Hass-Indoktrination und die Blindheit der Medien

Andrea Levin, CAMERA, 3. Mai 2005

Der Wunsch eine Lösung des grausamen arabisch-israelischen Konflikts zu sehen, ist für Journalisten ebenso verständlich wie gefährlich. Während der Oslo-Zeit standen Wünsche nur allzu oft an Stelle von Fakten, wobei gegenüber der antiisraelischen und antijüdischen Industrie des Hasses ständig ein Auge zu gedrückt wurde, die von Arafat und der palästinensischen Autonomiebehörde ausgebrütet wurde.

Wer kann sagen, ob die Geschichte anders verlaufen wäre, hätte es nicht diese zum Himmel schreiende journalistische Vernachlässigung der Hass-Indoktrination durch die PA gegeben, wie auch der fundamentalen Rolle, die solche Indoktrination bei der Vorbereitung palästinensischer Söhne und Töchter, Mütter und Väter auf Selbstmord/Mord spielt.

Auch heute, mitten in der so genannten Hudna (oder Zeit der relativen Ruhe) wird der Wunsch nach einem Ende des Konflikts in einem Hang zum Herunterspielen, Übersehen und Minimieren der Wirklichkeiten in der palästinensischen Welt reflektiert – aus Furcht, dass man das Friedensversprechen kalt abspritzen müsste.

Aber Fakten sind hartnäckig. Aktuelle Berichte von Beobachtungsgruppen, dass die PA-Medien die Hetze herunter fahren, sind gemischt mit Gegen-Berichten neuer und bösartiger Schmähungen. Nach Angaben des israelischen Intelligence and Terrorism Information Center hat es einige Sendungen im Fernsehen und Radio gegeben, die freundlichere, versöhnlichere Friedensthemen hatten. Aber Palestinian Media Watch registriert die gleichzeitige Einleitung eines Segments im Fernsehen, das ein Lied beinhaltet, das Israel beschuldigt „Palästinenser im Namen Gottes zu foltern, zu verstümmeln und zu töten“.

Karikaturen in der offiziellen Zeitung Al-Hayat al-Jadida bieten dem Leser weiter Bilder grässlicher israelischer Soldaten und am 10. April einem spinnenartigen Davidstern, der den muslimischen Felsendom bedroht. Das ist dasselbe Organ, das auf seiner Titelseite ein Farbfoto des Terroristen veröffentlichte, der am 25. Februar 5 Israelis in Tel Aviv das Leben nahm – und es nannte ihn einen Märtyrer.

Keine der Beobachtergruppen berichtet Veränderungen in den Schlüsselbereichen der religiösen und schulischen Indoktrination. Moscheen sind einer der schlimmsten Kanäle der Gehässigkeit gegen Juden und Israel gewesen; sie hetzen weiter und schürten kürzlich Ängste, dass jüdische Radikale die islamischen heiligen Stätten auf dem Tempelberg angreifen würden. Die hetzerischen Predigten wurden außerdem im PA-Fernsehen gezeigt.

Die umfassenden israelischen Maßnahmen zum Schutz der muslimischen Schreine und muslimischen Lebens blieben völlig unerwähnt.

Gleichermaßen bleiben palästinensische Schulbücher ein Transportmittel der Lehre, dass Israel illegitim ist und rechtmäßig durch Palästina ersetzt werden wird. Keine Landkarte in irgendeinem Buch zeigt den Staat Israel in irgendeiner Grenze. Nur ganz Israel mit einschließendes Palästina taucht auf, während von Israels Städten, geographischen Punkten und Wasserreserven gesagt wird, sie seien Teile Palästinas.

Kann irgendjemand bezweifeln, dass Kinder, wenn sie solche Dinge ein Dutzend beeindruckbare Jahre gelehrt werden, tief gehende Folgen haben? Wenn der Hass kontinuierlich durch Fernsehen, Radio, religiöse Lehre, politische Führer, Sommerlager, öffentliche Demonstrationen und Poster an den Mauern der Stadtviertel verstärkt werden, welches andere Ergebnis könnte erwartet werden als die Ablehnung einer friedlichen Regelung mit Israel?

Am 16. April veröffentlichte WAFA, die Nachrichtenagentur der PLO, eine Story, in der behauptet wurde, Israel habe am Grenzübergang in Rafah eine Anlage installiert, die sie „eine Strahlen-Spionage-Maschine“ nannte.

Nach Angaben von WAFA würde die Durchleuchtungsmaschine „furchtbare Nebeneffekte auf ihre Gesundheit (sic)“ haben. Doktor Koma’a al-Saga vom al-Shifa-Krankenhaus in Gaza warnte, dass die Anlage „sehr gefährliche Krankheiten verursachen könnte: Thrombosen, Sterilität, angeborene Anomalien, Krebs, Leukämie und geistige Zurückgebliebenheit.“

Einen Tag darauf, nachdem sie wegen ihrer absurden Behauptungen zur Rede gestellt wurde, änderte WAFA seine Story dahin gehend, Israel statt dessen zu verunglimpfen, es benutze „die kontroverse Nackt-Spionage-Maschine“, die angeblich das Schamgefühl der durch Rafah reisenden Personen verletzt.

Israel ist regelmäßig bizarren Vorwürfen ausgesetzt die Gesundheit der Palästinenser zu schädigen, darunter Vorwürfe, es verteile vergiftete Süßigkeiten, vergifte Wasser, benutze Giftgas und abgereichertes Uran usw. Solch absurde Vorwürfe stehen im Einklang mit dunklen, antiisraelischen Mythologien der Schulen, Moscheen, Medien und der politischen Klasse – und alle erklären in erster Linie das Versagen der palästinensischen Gesellschaft sich mit Israels Existenz abzufinden.

Die Informationen zum Einimpfen des Hasses ist für Journalisten ohne weiteres verfügbar. Sie könnten z.B. den Einfluss der Schulbücher auf Kinder dadurch erkunden, indem sie einfach einige palästinensische Schüler fragen, was sie in Bezug auf Judentum und Israels Existenzrecht gelernt haben.

Die Geschichte der Berichterstattung zu Oslo war erbärmlich – und es gibt bisher wenige Zeichen, dass die Lektion gelernt wurde.

Beispiele für die Darstellung des Nahost-Konflikts in deutschen Medien (3)

Am Dienstag, 12. August 2003, fanden innerhalb einer Stunde zwei Selbstmord-Bombenanschläge gegen Israelis statt. Ein Selbstmord-Attentäter sprengte sich bei Tel Aviv in einem Supermarkt in die Luft; kaum eine Stunde später geschah dasselbe an einer Bushaltestelle der „Siedlerstadt“ Ariel. Die Bilanz: zwei tote Selbstmord-Attentäter, ein toter Israeli und ein Haufen Verwundete. Wie wurde in deutschen Medien über diesen Vorfall berichtet?

——

Leserbref an den WDR (WDR2-Mittagsmagazin, abgeschickt 12.37 Uhr):

Sehr geehrte Damen und Herren,

das erste Thema Ihrer heutigen Mittagsmagazin-Sendung waren die beiden Selbstmord-Attentate gegen Israelis.

Ich muss mich über die Analyse Ihres Korrespondenten wundern (Vorname Karsten, den Nachnamen habe ich nicht verstanden). Er führte lang und breit aus, dass weder Hamas noch Islamischer Jihad sich zu diesen Anschlägen bekannten, dass diese beiden Gruppen im Gegenteil noch immer auf der Einhaltung des Waffenstillstands beharren.

„Automatische“ Schlussfolgerung des Moderators: Da sind also offenbar durchgeknallte Einzeltäter am Werk.

So kann man sich das natürlich auch stricken!

Ihnen und Ihrem Korrespondenten scheint völlig durchzugehen, dass dies nicht die ersten Anschläge waren, seit die beiden von Ihnen genannten Terrorgruppen ihre „Hudna“ verkündeten (die bestenfalls eine zeitlich begrenzte Feuerpause zur Verbesserung der Bewaffnung und zur personellen Stärkung dient – lesen Sie mal nach, was im Islam eine Hudna ist!). Und bei den bisherigen Anschlägen haben sich immer wieder Fatah-Gruppen (also Terror-Gruppen des angeblichen „Palästinenser-Präsidenten“, der lediglich Vorsitzender der Autonomiebehörde ist) zu diesen Anschlägen bekannt. Durchgeknallte Einzeltäter? Angesichts von 170 Terroranschlägen seit Beginn der „Hudna“ wohl kaum!

Sie verschließen einmal mehr die Augen vor den Realitäten und arbeiten damit weiter an der Verdummung Ihres Publikums.

Das Beste in dieser Richtung kam dann aber noch, nicht wahr? Das geht nicht, dass man über Palästineser-Terror berichtet, ohne Israel wenigstens einen Teil der Schuld für diesen Terror zu geben. Oder wie soll verstanden werden, dass
a) im Zusammenhang mit Attentaten, die ausdrücklich wohl nicht (allgemeine Vermutung!) von Hamas oder Jihad begangen wurden, die vier (bisher habe ich in allen Meldungen von zweien gelesen!) toten palästinensischen Hamas-Terroristen erwähnt werden, die vor ein paar Tagen „von israelischen Soldaten getötet wurden“, und
b) dabei nicht einmal erwähnt wurde, dass die versuchte Verhaftung dieser vier (oder waren es doch nur zwei?) Top-Terroristen in einem Feuergefecht endete, bei dem diese (und ein israelischer Soldat) umkamen? Nach den Worten Ihres Korrespondenten müsste man annehmen, dass die Israelis die vier einfach erschossen haben, von einem Kampf hat er jedenfalls nichts erwähnt.

Aber das als „Rechtfertigung“ dafür zu nehmen, dass die Israelis sich nicht wundern müssten, dass wieder Morde an ihnen verübt werden, ist schon reichlich dreist.

Wann berichten Sie mal wieder alle Fakten über den Nahen Osten?
Wann werden endlich mal wieder falsche Zusammenhänge fallen gelassen?

In den Nachrichten-Schlagzeilen von 12.30 Uhr reden Sie dann davon, dass bei „zwei Selbstmord-Anschlägen drei Menschen ums Leben gekommen“ seien. Was soll das eigentlich? Zwei dieser Toten waren offenbar die Selbstmord-Attentäter! Die sind also genau so umgekommen, wie das jüdische Opfer? Waren sie auch Opfer? Das ist eine unglaublich unverschämte Verfälschung der Wahrheit!

So, wie Sie die Situation im Nahen Osten darstellen, sind Sie Partei. Sie haben sich auf eine Seite gestellt, die von Ihnen stärker vertreten wird. Das ist nicht Journalismus, das ist Propaganda. Und zwar Propaganda für die Terroristen, nicht für die Opfer!
Hören Sie damit auf!


Nachtrag von 14.41 Uhr:

Sehr geehrte Damen und Herren,

gerade lese ich bei „Spiegel online“:

Hamas und Aksa-Brigaden bekennen sich zu Terroranschlägen

Sowohl die radikalislamische Hamas als auch die Arafat-nahen Aksa-Brigaden haben sich zu den Selbstmordanschlägen auf eine jüdische Siedlung im Westjordanland und ein Einkaufszentrum bei Tel Aviv bekannt.

Damit dürfte sich die „These“ Ihres Korrespondenten von kurz nach 12 Uhr erledigt haben, dass es durchgeknallte Einzeltäter sind, die die Attentate gegen Israel ausführen.

Süddeutsche Zeitung: „Quartett des Erfolgs“

Kommentar zu einem Artikel aus der Süddeutschen Zeitung (heplev, 22. April 2002)

Originaltext Kommentar
Die Lehre aus den vergeblichen Friedensbemühungen im Nahen Osten heißt: Der Druck auf die Konfliktparteien muss so weit erhöht werden, bis die Schmerzgrenze beider überschritten ist

Von Martin Winter

Das ist ungefähr so, als würde man der UdSSR von 1941 sagen, es müsse so viel Druck ausgeübt werden, dass bei ihnen und Hitlerdeutschland die Schmerzgrenze überschritten ist.

 

 Mit dem Vorschlag an den Weltsicherheitsrat, eine Friedenstruppe nach Palästina zu schicken, hat Kofi Annan, der Generalsekretär der Vereinten Nationen, den Abschied von den bisherigen Strategien für den Nahen Osten eingeläutet. Die handlungsleitende Idee, dass Israelis und Palästinensern nur Vermittlungsdienste geleistet, der Friedensschluss ihnen aber selber vorbehalten bleiben müsse, hat sich als Illusion erwiesen. Mit diesem Ansatz war selbst der mutige und beharrliche Moderator Bill Clinton gescheitert. Sein letzter Versuch, bei dem im Jahre 2000 der Frieden schon greifbar nahe schien, endete in der zweiten Intifada. Seitdem versinken Palästinenser und Israelis in einem Meer von Gewalt, aus dem sie sich selber nicht werden retten können. Die Aufgabe der internationalen Gemeinschaft heißt darum nicht mehr Moderation, sondern politische Intervention.

 

 

 

 Der Autor hat keine Lust, sich mit Verantwortung bei den Konfliktparteien auseinander zu setzen. Schreibt er beiden die gleiche „Schuld“ zu (wenn nicht sogar den Israelis mehr)?Die politische Intervention, die der Autor verlangt, kann keine Wirkung erzielen, weil sie das Problem nicht angehen. Und wenn eine Partei nicht ihre bösartigen und rassistischen Ziele aufgibt (nämlich die palästinensische), dann kann noch so viel politische Intervention stattfinden, es wird weiter Gewalt geben. Wenn die Selbstmord-Attentäter nicht gestoppt werden (wozu ihnen die Grundlage auch physisch entzogen werden muss), dann gibt es keine Möglichkeit, die Gewalt zu beenden.

Wenn schon der Clinton-Versuch an Arafat scheiterte, was soll denn dann noch Druck auf BEIDE Seiten?

Dabei geht es um das Wie. Das Was ist bekannt. Frieden gibt es im Nahen Osten nur, wenn Israel sich auf die Grenzen von 1967 zurückzieht und alle illegalen Siedlungen auflöst. Im Gegenzug müssen die Palästinenser alle Gewalt einstellen, Israel anerkennen und ihre Forderung nach einer Rückkehr der Flüchtlinge auf israelisches Staatsgebiet zur Verhandlung stellen. Und dies alles muss am Ende durch internationale Garantien und mit einer Anerkennung Israels durch die arabische Welt abgesichert werden. Aber dies steht am Ende. Jetzt muss erst ein trittsicherer Einstieg in eine politische Intervention gefunden werden.

 

 

Also: Erst muss Israel was tun, dann die Palästinenser. Womit Arafat wieder mal einen Schritt weiter kommt. Er bekommt, was er immer schon als Minimum haben wollte. Dann kann er das ganze abwürgen und seinen Stufenplan wieder angehen.

Es ist auch nett, dass von den Israelis Taten als Vorleistungen verlangt werden (die durch UN-Resolutionen so nicht vorgegeben sind!), von den Palästinensern aber nur die Bereitschaft, über etwas zu reden. Kompromisse werden vorher von ihnen noch nicht einmal erwartet!

Die Lehre aus den vergeblichen Friedensbemühungen heißt: Der Druck auf die Konfliktparteien muss so weit erhöht werden, bis die Schmerzgrenze beider überschritten ist. Die liegt, ähnlich wie in Nordirland, vermutlich da, wo die Gegner die kollektive Erkenntnis überkommt, dass sie sich in eine aussichtslose Lage gebracht haben. Nach außen isoliert und geächtet. Und nach innen sinnlos selbstzerstörerisch. Diesen Prozess der Erkenntnis zu beschleunigen, bedarf es einer Strategie, die auf drei Säulen ruht: zum einen Einigkeit. Die Idee des „Quartetts“ aus USA, EU, Russland und den UN ist der richtige Ansatz. Er funktioniert aber nur dann, wenn die ganz unterschiedlichen Gewichte der Beteiligten zu einem einzigen addiert werden und einen rissfreien politischen Willen signalisieren. Zum Zweiten Unparteilichkeit. Es muss jeder Versuchung widerstanden werden, sich auf eine der beiden Seiten zu schlagen. Das würde gefährliches Misstrauen produzieren. Umgekehrt muss Jerusalem und Ramallah jeder Weg verbaut werden, Keile in das Quartett treiben zu können. Zum Dritten internationale Garantien. Israel und Palästina müssen darauf bauen können, dass ihr Lohn für eine Beendigung der Kämpfe und für die Respektierung der jeweiligen Grenzen in der politischen, ökonomischen und militärischen Garantie ihrer staatlichen Existenz durch die mächtigsten Mitglieder der internationalen Gemeinschaft liegt. In Nordirland rüstet die IRA wieder auf; sie haben nur mal Pause gemacht. Warum sollte es im Nahen Osten anders sein? Dort wird ja von den Palästinensern noch nicht einmal BEHAUPTET, sie würden eine dauerhafte Lösung anerkennen!

Ich sehe – besonders in Europa – nirgendwo, dass BEIDE Seiten isoliert und geächtet werden. Während die EU über Sanktionen gegen Israel nachdenkt, schiebt sie Arafat wieder mal Millionenbeträge in den Hintern. Wo bleibt die Ächtung Arafats?

So weit die Theorie. In der Praxis fehlt noch eine wichtige Voraussetzung. Das Quartett existiert in Wahrheit noch gar nicht. Die USA, ohne die es keinen Frieden im Nahen Osten geben kann, die aber auch nicht stark genug sind, ihn allein herbeizuzwingen, befinden sich gerade auf einem Einsame-Wolf-Trip. Es kann noch einige Zeit verstreichen, bis Washington auf den Pfad der multilateralen Logik zurückkehrt. Die EU ist sich zwar im Prinzip einig, aber Frankreich, Großbritannien oder auch Deutschland schweben ständig in Gefahr, aus historischen Gründen auf verschiedenen Seiten Partei zu nehmen. Russlands Muskeln sind noch ein wenig schwach. Und die UN stehen im Ruf, im Nahen Osten mit unterschiedlichem Maß zu messen.

 

 

 

 

Hier kommt endlich mal eine annehmbare Analyse. Wie soll aber bei dieser Einseitigkeit – die europäische ist nur angedeutet und entspricht nicht dem, wie es tatsächlich aussieht – eine Unparteilichkeit möglich sein? Und wer definiert diese? Die Franzosen sehen sich nicht als parteiisch, die Dänen und Schweden ohnehin nicht. Belgien und Spanien sind auch offen gegen Israel. Aber behaupte jemand, sie seien parteiisch! Die starke Einseitigkeit der USA beruht wenigstens noch weitgehend auf geraden Ansichten zum Nahostkonflikt. Und die UNO? Der Ruf ist noch viel zu gut, die Handlungsweisen der UNO sprechen eine völlig andere Sprache.

Aber auch hier wieder die Blauäugigkeit, dass die Palästinenser/Araber das Spiel mitmachen.

Aber da es zum Quartett keine aussichtsreiche Alternative gibt, müssen sich die vier schnell quartettfähig machen. Jedes Zögern gibt nur Raum für weitere Gewalt und weiteres Blutvergießen. Es gibt eine Alternative: Lasst die Israelis gewinnen! Wenn die Palästinenser so am Boden sind, wie es Deutschland bzw. Japan 1945 waren, dann gibt es wirklich eine Chance.
Das „Quartett des Erfolgs“ ist ein Quartett der Einseitigkeiten, der Blauäugigkeit und der Blindheit. Die Europäer wollen Appeasement – was das bringt, haben sie selbst nach 1945 nicht gelernt. Die Amerikaner sind in der Gefahr, dieselbe Richtung einzuschlagen, damit ihre „Koalition gegen den Terror“ nicht auseinander fällt (als ob da noch jemand ernsthaft mitmacht!).Herr Winter, das ist leider großer Stuss, den Sie da von sich gegeben haben!

Hetze im ZDF, 12.10.2016

Attila Teri auf Facebook, 12. Oktober 2016:

ZDF-Hetzte gegen Israel am 12.10.16 (ab Minute 34.05)- und das auch noch ausgerechnet am Yom Kippur! Hat das ZDF gehofft, dass kein Jude an diesem Tag Fernsehen guckt und so der Beitrag nicht auffällt?

„Größtes Freiluftgefängnis der Welt! – so beschreiben Menschenrechtsorganisationen häufig den Gazastreifen. Der schmale Küstenstreifen wird von der radikal-islamischen Hamas kontrolliert und durch Israel von Außenwelt praktisch abgeschlossen. Drei Kriege mit der israelischen Armee in den vergangenen Jahren haben Spuren hinterlassen. Die Hoffnungslosigkeit ist vor allem für die vielen Kinder und Jugendlichen schwer zu ertragen. Wer Glück hat, findet für sich einen Weg, damit zu Recht zu kommen. So wie die 16jährige Miriam. Nicola Albrecht erzählt ihre Geschichte.“

So lautete die Anmoderation zu dem Beitrag, der gerade im ZDF Mittagsmagazin gelaufen ist. Anschließend folgt eine „rührende“ Geschichte von einem „palästinensischen“ Mädchen in Gaza, das in ihrem ersten O-Ton sagt:

„Unser Leben hier ist anders, Wir haben immer Angst vor dem Krieg. Und wenn Krieg ist, dann bleibe ich zwar Zuhause, aber ich fürchte mich trotzdem. Auch unser Haus könnte bombardiert werden.“

Nicola Albrecht gibt anschließend ihr Bestes, um Israel anschließend als Aggressor einzuordnen: In ihrem Text heißt es: „Miriam hat schon drei Kriege erlebt. Untersuchungen zeigen, in Gaza ist jedes 2. Kind traumatisiert………. Sie hat einen Ort gefunden, wo sie sich wohlfühlt. Auf dem Meer. Sie ist die erste junge Frau, die segeln kann. Weil ihr Vater als Geschäftsmann gut verdient, hat er ihr eine kleine Yole gekauft………“ Am Land geht in Gaza kaum etwas voran. Erst kürzlich mahnte die Weltbank an, dass von den zugesagten Hilfsgeldern von der internationalen Staatengemeinschaft zum Wiederaufbau nach dem Krieg 2014, nicht einmal die Hälfte angekommen sei. Und Israels Blockadepolitik die Situation zudem verschärfe. ………..

Damit Frau Albrecht behaupten kann, ihrer journalistischen Pflicht Genüge getan zu haben, wird in EINEM Satz auf die Hamas Bezug genommen: „Und die radikal-islamische Hamas, die den Gazastreifen regiert, veruntreut offenbar Gelder, investiert in den Bau von sogenannten Terrortunneln………..

Dann geht es weiter mit dem Paliwoodstück:

„Ich versuche nicht so weit zu segeln. Ich höre, wenn die israelische Marine auf die Fischer schießt, die weit rausfahren. Aber mein Traum ist es, im Ausland für Palästina an einem internationalen Segelwettbewerb teilzunehmen.“

Der Schluss hat es dann noch einmal in sich: „Miriam glaubt an Gott und irgendwann, erzählt sie uns, wird ihr Allah schon helfen, Gaza der Hamas und den enggezogenen Grenzen ihrer Heimat zu entfliehen.“

Mehr offene PR gegen Israel geht kaum. Die wahren Gründe blendet Frau Albrecht komplett aus, erwähnt auch nicht mal in einem Satz, dass die Grenzen zu Ägypten hermetisch zugemacht wurden wegen dem islamistischen Terror usw. Genauso wenig, warum z.B. die israelische Marine auf „palästinensische“ Fischer schießt, wenn überhaupt. Sie erweckt einzig allein nur den Eindruck, dass Israel der Terrorist sei. ES WIRD ZEIT IHR DAS HANDWERK ZU LEGEN!