Fauxtographie kehrt in den Gazastreifen zurück, von der New York Times eifrig veröffentlicht

Elder of Ziyon, 19. Mai 2021

Fotojournalisten im Gazastreifen arbeiten mit gestellten Fotos.

Sie können sich die Fotoserie ansehen, die von Shaban Elsousi auf seinem Instagram-Account stehen – und ein paar davon wurden dann von Medienorganen verwendet.

Es ist sehr offensichtlich, dass er das kleine Mädchen mit einem Spielzeug und manchmal mit ihrer Palästinenserflagge Modell stehen ließ. Nichts davon ist real.

Auch die New York Times heuert freischaffende Fotografen im Gazastreifen an, die jede Menge Anreiz haben Israel in schlechtem Licht zu zeigen und die Kriegsverbrechen der Hamas zu ignorieren, so wie, dass Raketen aus bevölkerungsreichen Gegenden verschossen werden. Die NYT hebt offensichtlich auch gestellte Foto wie dieses mit einem Puppenbett heraus, das irgendwie auf den Füßen landete, nur ein paar Meter entfernt von dem zerstörten Gebäude, in dem es sich angeblich befand – und ohne einen einzigen Staubfleck darauf. Der Fotograf hatten ebenfalls erstaunliches Glück einen fotogenen traurigen Jungen zu finden, der zufällig gerade davor vorbeiging, aber an der Seite, damit wir beides sehen können.

Oder dieses, für das die alten Frauen über gefährlichen Schutt kletterten, wo sie hätten fallen und sich die Hüfte brechen können, damit sie sich setzen konnten (auf einem komfortablen Plastikstuhl), um traurig für dieses vermeintlich unbemerkt aufgenommene Bild in die Kamera zu gucken:

Beachten Sie den bunten Laster im Hintergrund, der wieder verdächtig staubfrei ist:

Man sieht im Hintergrund den Strand, daher könnte das im Lager Schati sein, wo sich, wie Israel sagte, die Hamasführer trafen – aber die New York Times wird das nicht erwähnen.

Wo wir von Spielzeug reden: Wir sehen jede Menge davon, immer makellos, genauso, wie wir es in früheren Kriegen gesehen haben.

Westliche Medien haben keine andere Wahl als sich im Gazastreifen auf lokale Fotografen zu verlassen, aber westliche Redakteure wählen begierig Fotos aus, die in ihre antiisraelische Voreingenommenheit passen.

AP, Al-Jazira beschweren sich bitter, nachdem die Hamas-Militäreinrichtung, in der sie ihre Zelte aufgeschlagen hatten, von der IDF zerstört wurde

Charles Bybelezer, HonestReporting, 16. Mai 2021

Die israelischen Verteidigungskräfte (IDF) zerstörten am Samstag ein Gebäude im Gazastreifen, in dem die lokalen Büros mehrerer internationaler Medienorgane untergebracht waren, darunter Associated Press (AP) und Al-Jazira. Der israelische Angriff kam während intensiver Kämpfe mit der Hamas – die von den meisten westlichen Ländern als Terrororganisation eingestuft wird, auch von den den Vereinigten Staaten – die im Verlauf der sechs Tage davor mehr als 2.500 Geschosse auf den jüdischen Staat abgefeuert hatten.

Entscheidend ist, das die IDF vorab vor dem Angriff warnte – in Form von Telefonanrufen und später durch eine Rakete, die „auf dem Dach anklopfte“ und praktisch keinen Schaden anrichtete – um den Zivilisten genug Zeit zu geben den zwölfgeschossigen Komplex zu verlassen; und das aus einem Gebäude, von dem die IDF hinterher in einer Erklärung angab, dass Mitglieder des Geheimdienstes der Hamas von dort aus agierten. Der Hamas wurde damit vorgeworfen Journalisten als „menschliche Schutzschilde“ zu benutzen, während die gut belegte Tatsache betont wurde, dass die „Terrorgruppen vorsätzlich ihre Militärbasen in den Kern der [Zivil-] Bevölkerung im Gazastreifen platziert“.

Tatsächlich ist es kaum vorstellbar, dass die Entscheidungsträger, insbesondere bei Al-Jazira, einer Tochter von Qatar, nicht die leiseste Ahnung davon hatten, dass ihr Büro in Gaza sich in demselben Hochhaus befand wie Mitglieder einer von Doha mit dutzenden, wenn nicht hunderten Millionen Dollar jedes Jahr unterstützten Organisation.

Auf jeden Fall sollte es Journalisten nicht überraschen, dass die Hamas ihre Sicherheit dadurch gefährdet, dass sie sie in die Schusslinie bringt.

Trotzdem wurde Mostefa Souag, amtierender Generaldirektor des Senders al-Jazira, hinterher folgendermaßen zitiert:

Wir rufen die internationale Gemeinschaft auf solch barbarisches Handeln zu verurteilen … Wir fordern sofortiges internationale Handeln, um Israel für seine bewusst gegen Journalisten und die Medieneinrichtungen gerichteten Schüsse zur Verantwortung zu ziehen…

Darauf könnte man antworten: „Wie genau beschoss die IDF bewusst Reporter, wenn sie sie vorher über den Angriff informierte – obwohl das zu tun bedeutete, dass auch die Hamas-Agenten die Möglichkeit hatten das Gelände zu verlassen?

Derweil veröffentlichte der Präsident und CEO von Associated Press, Gary Pruitt, folgende Stellungnahme:

Wir sind bestürzt und entsetzt, dass das israelische Militär das Gebäude beschießt und zerstört, in dem APs Büro und andere Nachrichtenorgane in Gaza untergebracht waren. Sie haben seit Langem gewusst, wo unser Büro ist und wussten, dass dort Journalisten waren.

Wir erhielten eine Warnung, dass das Gebäude getroffen werden wird… Ein Dutzend AP-Journalisten und Freischaffende befanden sich im Gebäude und wir konnten sie glücklicherweise rechtzeitig herausbringen.

Jen Psaki, die Sprecherin des Weißen Hauses, fiel auf den sozialen Medien sofort ein:

Wir haben den Israelis direkt kommuniziert, dass die Sicherheit von Journalisten und unabhängigen Medien eine vorrangige Verantwortung darstellt.

Vielleicht hat Psaki Pruitts Presseerklärung nicht gelesen. Darüber hinaus ist HonestReporting nicht bekannt, dass in Gaza seit dem Ausbruch des Konflikts am letzten Montag irgendein Journalist verletzt wurde, ein kleines Wunder, wenn man bedenkt, wie dicht die Bevölkerung in diesem Bereich ist und angesichts der schieren Menge an Projektilen, die von dort nach Israel geschossen wurde.

Jetzt zum einschlägigen Internationalen Recht, das, kurz gesagt, Angriff auf nicht militärische Stellen untersagt, aber auch erklärt, dass eine Stelle nicht mehr als „zivil“ gilt, wenn Kriegsinstrumente dort platziert werden. Ausführlicher sieht man das in Artikel 52 des Zusatzprotokolls I der Vierten Genfer Konvention [S. 40 des PDF-Dokuments – heplev]:

1. Zivile Objekte dürfen weder angegriffen noch zum Gegenstand von Repressalien [Vergeltungsmaßnahmen – heplev] gemacht werden. Zivile Objekte sind alle Objekte, die nicht militärische Ziele im Sinne des Absatz 2 sind.

2. Angriffe sind streng auf militärische Ziele zu beschränken. Soweit es sich um Objekte handelt, gelten als militärische Ziele nur solche Objekte, die auf Grund ihrer Beschaffenheit, ihres Standorts, ihrer Zweckbestimmung oder ihrer Verwendung wirksam zu militärischen Handlungen beitragen und deren gänzliche oder teilweise Zerstörung, deren Inbesitznahme oder Neutralisierung unter den in dem betreffenden Zeitpunkt gegebenen Umständen einen eindeutigen militärischen Vorteil darstellt.

3. Im Zweifelsfall wird vermutet, dass ein in der Regel für zivile Zwecke bestimmtes Objekt, wie beispielsweise eine Kultstätte, ein Haus, eine sonstige Wohnstätte oder eine Schule, nicht dazu verwendet wird, wirksam zu militärischen Handlungen beizutragen.

Zusätzlich bekräftigt das humanitäre Gewohnheits-Völkerrecht dasselbe Konzept: Nämlich dass der Angriff auf zivile Stellen zwar verboten ist, diejenigen, die für Militäroperationen verwendet werden aber nicht als solche gelten.

Insbesondere heißt es dort (Regel 8. Definition militärischer Ziele):

Insofern werden, was Ziele angeht, militärische Ziele auf diejenigen Objekte beschränkt, die durch ihre Natur, Standort, Zweck oder Verwendung einen effektiven Beitrag zum militärischen Handeln leisten und deren teilweise oder komplette Zerstörung, Einnahme oder Neutralisierung unter den gegebenen Umständen des Zeitpunkts einen definitiven militärischen Vorteil bieten.

Von daher kann also kaum argumentiert werden, dass die IDF das Völkerrecht verletzte, indem sie ein Gebäude beschoss, aus dem die Menschen heraus waren und das mutmaßlich von der Hamas für ihren Aggressionskrieg gegen Israel eingesetzt wurde.

Dass einige Medien darüber hinaus vom israelischen Militär Beweise fordern, ist Messen mit zweierlei Maß, das nur in eine Richtung angewandt wird. Beispielsweise verbreiten Nachrichtenagenturen gewohnheitsmäßig Opferzahlen, die vom von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministerium in Gaza zur Verfügung gestellt werden, ohne sie faktisch zu überprüfen und ohne anzugeben, dass dieses Gremium eine lange Geschichte der gewollt Irreführung der Öffentlichkeit hat.

Gleichermaßen aufschlussreich ist, dass Nachrichtenorgane, die anscheinend in Bezug auf die Einsatzregeln der IDF voreilige Schlüsse zogen, sich beschwert haben, sie wären hereingelegt worden zu berichten, dass das israelische Militär am letzten Freitag eine Bodenoffensive im Gazastreifen begonnen habe.

Die angebliche Irreführung, eine oft im Kampf verwendete Taktik, kam in Form eines Tweets der IDF nur Stunden, bevor rund 160 Kampfjets losgeschickt wurden, um aus der Luft ein als „Metro“ bezeichnetes, massives unterirdisches Tunnelnetzwerk im Gazastreifen anzugreifen, das voller Hamas-Terroristen war, die eine Bodenoffensive erwarteten, die nicht kam.

IDF Luft- und Bodentruppen greifen derzeit im Gazastreifen an.

AP muss man zugute halten, dass sie – anders als die New York Times und die Washington Post – keinen ungenauen Bericht über die nicht existente Mission brachten; und zwar nach Durchführung grundlegender journalistischer Verfahren. Eigentlich war jeder mit einer allgemeinen Einsicht in Jerusalems politische und militärische Politik und Strategie gegenüber der Hamas von Anfang an skeptisch, was grünes Licht der Regierung für eine voll entfaltete Bodenoffensive so früh in der laufenden Konfrontation angeht.

Dafür brauchte HonestReporting rund fünf Minuten Anfragen an aktuelle und ehemalige Regierungs- und Militärvertreter, um festzustellen, dass die Wahrscheinlichkeit eines solchen Ereignisses bei fast Null lag – und dass israelische Truppen, wären sie im Gazastreifen, den Auftrag gehabt hätten, eine präzise taktische Mission durchzuführen (d.h. mit einer begrenzten Zahl von Spezialkräften eingedrungen wären), wovon niemand – wenn überhaupt – bis zu ihrem Abschluss etwas gehört hätte.

Allerdings wird von vielen Auslandsjournalisten offenbar kein grundlegendes Verständnis der Dynamiken des Konflikts gefordert; stattdessen werden einige auf den letzten Drücker nach Israel eingeflogen, um über ein Aufflammen in einem Jahrzehnte alten Krieg zu berichten, von dem sie anscheinend nur in der oft voreingenommenen Medienindustrie lesen, in der sie arbeiten.

HonestReporting fühlt mit Journalisten, die in einem Kriegsgebiet arbeiten und verstehen, warum der Vorfall von Samstag einen Angst-Nerv getroffen haben kann. Aus diesem Grund betonen wir, dass die Verantwortung direkt auf die Schultern der Hamas gelegt werden sollte, einer Organisation mit wenig, wenn überhaupt Interesse für Menschenleben, wie ihre elende Geschichte der Installation von Militäreinrichtungen in zivilen Bereichen bestätigt.

Das wurde anscheinend leider heute einmal mehr bewiesen.

Schäbige Israel-Berichterstattung von CNN, BBC, CBS führt zu Beschuldigungen von “ethnischer Säuberung”

Gidon Ben-Zvi, 9. November 2020

Globale Nachrichtenorganisationen haben fast gleichförmig über die Verurteilung des Abrisses „eines großen Teils einer palästinensischen Gemeinde in der Westbank, die 73 Menschen, darunter 41 Kinder, obdachlos machte“ berichtet.

Mit Vereinnahmung des palästinensischen Narrativs haben CNN, BBC und CBS sowie weitere Medien und ihresgleichen eine allem Anschein nach von einer Agenda getriebenen Geschichte ohne den Kontext verbreitet, was effektiv dazu dient den jüdischen Staat zu delegitimieren.

UNO und EU verreißen Israel nach Abriss in Westbank mit 73 obdachlos Gemachten

Der Weg zu zwei Staaten verläuft über Oslo

Am 3. November berichtete CNN, dass die Europäische Union Israels Schritt „scharf kritisierte“:

„Solche Entwicklungen stellen ein Hindernis für die Zweistaatenlösung dar“, sagte ein Sprecher in einer Stellungnahme. „Die EU betont erneut ihren Aufruf an Israel, alle solchen Abrisse einzustellen, einschließlich der von durch die EU finanzierte Bauten.“

An diesem Zitat ist seltsam, dass es den genauen Ort dieser „palästinensischen Gemeinde in der Westbank“ zu identifizieren versäumt. Fakt ist, dass Khirbet Humsa im Jordantal liegt. Das ist von Bedeutung, weil Israel und die PLO in den 1990-er Jahren die Oslo-Vereinbarungen unterschrieben, die eine friedliche Zweistaatenlösung vorsahen. Gemäß der Vereinbarung wurde die Westbank in drei getrennte Zonen aufgeteilt: die Areas A, B und C.

Das Jordantal liegt in Area C, die unter voller israelischer Sicherheits- und Zivilkontrolle steht. Jerusalem ist damit dort für die Planung und Genehmigung von Bautätigkeiten verantwortlich, für Juden wie für Araber. Die israelischen Behörden reißen regelmäßig Bauten in Area C ab, die als illegal errichtet eingeordnet werden.

Besonders bezüglich Khirbet Husma vermittelte Israels Militär-Kontakt den Palästinensern eindeutig, dass die zerstörten Bauten in einer Zone für scharfe Schussübungen gebaut waren. Tatsächlich verbot Israel den Zutritt zu der Gegend schon 1972. Humsas Beduinen-Einwohner appellierten vorher bei Israels Oberstem Gerichtshof, damit der bevorstehende Abriss widerrufen wird. 2019 lehnte das Gericht den Antrag ab und entschied, dass die Bewohner nicht dort bleiben konnten.

Aber diese entscheidenden Informationen wurden von den Medien insgesamt ignoriert. Während große Nachrichtenorgane wie CNN unkritisch Brüssels Ansicht brachten, dass israelische Politik ein Hindernis für eine Zweistaatenlösung ist, erfüllt der jüdische Staat in Wirklichkeit seine Verpflichtungen unter dem Oslo-Prozess.

EU finanziert Bau illegaler Siedlungen

Mehrere Nachrichtenorganisationen haben berichtet, dass die Beseitigung illegal gebauter Gebäude in der Westbank alarmierende Raten erreicht hätte:

Israel gerügt wegen „größtem Abriss palästinensischer Häuser in Jahren“

Diese Behauptung wirft die Frage auf: Was, wenn überhaupt etwas, hat diese Steigerung verursacht? Hätten die BBC und die anderen Organe haben sich darum gekümmert die Sache angemessen zu recherchieren, hätten sie entdeckt, dass illegale palästinensische Bautätigkeit in der Westbank ein nie da gewesenes Niveau erreicht hat.

Im Verlauf der letzten fünf Jahre sind auf rund 9 Quadratkilometern Territorium verteilt an mehr als 250 Stellen in Area C palästinensische Siedlungen und Infrastruktur gebaut worden. Dabei sind die mehr als 600 Kilometer illegal gebauter Zugangsstraßen zu diesen Stellen nicht eingerechnet.

Im Juli 2020 unterschrieben die Europäische Union, Dänemark und die palästinensische Autonomiebehörde eine Vereinbarung zum Bau von 16 Infrastrukturprojekten für die Palästinenser in Area C. Das war die fünfte Vereinbarung dieser Art. Weder beantragten die an den Projekten Beteiligten Genehmigungen, noch erhielten sie sie von der israelischen Zivilverwaltung.

Die israelische Regierung hat schon lange den Verdacht, dass dies integraler Bestandteil eines PA-Plans zur Schaffung von zusammenhängenden palästinensischen Bevölkerungszentren in der Region ist. Die EU kündigte ihre Unterstützung für die Initiative in einem Dokument namens „Landentwicklung und Zugang zu grundlegender Infrastruktur in Area C“ an.

Es stellt sich heraus: Um ohne weitere Verhandlungen oder gar diplomatische Konsultationen mit den Israelis einen De-facto-Palästinenserstaat zu schaffen, haben die europäischen Länder – einzeln und über die Europäische Union – hunderte Millionen Euro pro Jahr in jede Menge illegaler Initiativen gepumpt.

UNO sagt, Israels „rechtswidriger Abriss“ von Palästinenserdorf hinterlässt 41 obdachlose KInder

Von daher behauptet zwar CBS News, dass Israel selten Baugenehmigungen in Area C erteilt, aber die Palästinenser scheinen mit Hilfe europäischer Großzügigkeit schalten und walten zu können, wie sie wollen.

Ungeprüfte Unwahrheiten: Die Straße zur ethnischen Säuberung

Ohne die dazu gehörigen Fakten haben die unvollständigen und dadurch verzerrten Berichte der Medien die Tendenz in den Mainstream abzufärben, was im Gegenzug zu öffentlicher Verbreitung weiterer Verleumdungen gegen Israel führt:

Wenn Israel handelt, um das Gesetz durchzusetzen, wird nur allzu oft mit irreführenden Informationen auf es eingeprügelt, womit diejenigen ermutigt werden, die nur allzu froh sind die schiefe Botschaft zu verstärken.

Ist es möglich die extreme Einseitigkeit der BBC einzudämmen?

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Der ehemalige israelische Botschafter in Großbritannien Zvi Shtauber, erzählte mir 2005 ein einem Interview: „Die BBC an sich ist ein Problem. Ich hatte über die Jahre endlose Gespräche mit ihnen. Ein Zuschauer, der sich über einen längeren Zeitraum bei der BBC über Israel informieren lässt, erhält ein verzerrtes Bild. Das kommt nicht von einer einzelnen Sendung hier oder da. Das ist das Resultat des Sendeverhaltens der BBC. Bei Berichten aus Israel wird gewöhnlich im Hintergrund der Tempelberg gezeigt, was den Zuschauern den Eindruck vermittelt, dass Jerusalem vorwiegend muslimisch ist.“ Shtauber fasste seine Bemerkungen zusammen, indem er sagte, es sei für ihn eine fast tägliche Aufgabe auf die Verfälschungen der BBC zu reagieren.[1]

Im Verlauf der letzten Jahrzehnte hat es fortlaufend Beschwerden über die antiisraelische Einseitigkeit der BBC gegeben.[2] Es liegt mehr als genug Material für ein Buch darüber vor. CAMERA UK betreibt eine spezielle Beobachtungsseite, die sich auf die antiisraelische Voreingenommenheit der BBC konzentriert.[3]

Hier können nur ein paar der jüngsten Beispiele angeführt werden. Die ranghohe BBC-Producerin Rosie Garthwaite arbeitet an einer neuen Dokumentation, die israelisches Handeln in Ostjerusalem kritisiert. Sie hat bereits zugegeben in sozialen Medien unrichtige pro-palästinensische Propaganda zu verbreiten. Garthwaite löschte eine falsche Landkarten-Illustration von ihrem persönlichen Twitter-Konto, in der der angebliche Landverlust der Palästinenser an Israel enorm übertrieben wird. Sie wird zudem beschuldigt andere falsche oder umstrittene Behauptungen über Israel in sozialen Medien zu teilen. Garthwaite hat fälschlich suggeriert, der Gazastreifen habe nur eine Grenze und diese werde von Israel kontrolliert. Das ist nur eine Auswahl ihrer antiisraelischen Propaganda.[4]

Der ranghohe BBC-Journalist Nimesh Thaker nutzte das Twitter-Konto @notthatbothered, um Antisemitismus zu verharmlosen. Er wirbt für Extremisten wie Jackie Walker, die unter Jeremy Corbyns Vorsitz wegen ihres Antisemitismus aus der Labour Party ausgeschlossen wurde. Thaker nutzte zudem ein anonymes Konto bei den sozialen Medien, um einen Text gegen die jüdische Moderatorin Barnett zu unterstützen, nachdem diese über den persönlichen Einfluss von Antisemitismus auf ihr Leben sprach.[5]

Der jüdische Aktivist David Collier schrieb, dass man sich nicht mehr wundern müsse, dass der linken Randgruppe Jewish Voice for Labour bei der BBC so oft Sendezeit gegeben wird. Er fügte an, dass Leute wie Thaker die Nachrichten schreiben, die Millionen Menschen tagtäglich lesen und kam zu dem Schluss, dass nichts und niemand im Vereinten Königreich mehr Verantwortung für die Verbreitung des falschen antiisraelischen Narrativs tut als die BBC.[6]

So kann man immer weiter machen. Shtauber sagte: „Mehrere Schlüsselpositionen in der BBC sind von Linksextremen besetzt.“ Er erwähnte, dass die BBC ihre Werbung für Personal in der linken Tageszeitung The Guardian veröffentlicht.[7]

Bei so vielen parteiischen Journalisten überrascht es nicht, dass viele andere Fälle von Einseitigkeit – die nichts mit Juden oder Israel zu tun haben – vorkommen.[8] In der Vergangenheit gab es jedoch außer die BBC öffentlich zu kritisieren nichts, was man dagegen unternehmen konnte.

Frühere konservative Regierungen haben die Voreingenommenheit der BBC vernachlässigt. Die Situation könnte sich jetzt ändern. Im Juni ernannte die britische Regierung Tim Davie zum Generaldirektor der Gesellschaft. Er hat kritische Anmerkungen zur fehlenden Unparteilichkeit der BBC geäußert, die denen der vielen Kritiker ähneln. Bei einem Mitarbeitertreffen der BBC Anfang September sagte Davie: „Wenn du ein Meinungs-Kolumnist oder ein parteiischer Aktivist in den sozialen Medien sein willst, dann ist das eine zulässige Entscheidung, aber dann solltest du nicht bei der BBC arbeiten.“[9]

Die große Frage lautet: Kann ein Generaldirektor eine von tendenziösen Journalisten durchsetzte Gesellschaft wie der BBC umdrehen, sie in eine unparteiische verwandeln? Eine Möglichkeit wäre den etwa 50 Top-Managern zu sagen, dass sie gefeuert sind und ihnen die Option zu geben sich neu für einen der Posten zu bewerben. Sie müssten all ihr Material der letzten Jahre aus den sozialen Medien mitbringen. Unabhängige Forscher sollten ihre Arbeit bei der BBC untersuchen. Sie müssten aufgefordert werden ihre Einseitigkeit der Vergangenheit zu erklären und wie sie vorhaben diese in der Zukunft zu verhindern. Für Leute, deren linke Werte fast Teil ihres Blutkreislaufs sind, könnte das eine zu schwierige Aufgabe sein. Aus Prinzip sollte nicht mehr als die Hälfte von ihnen wieder eingestellt werden. Eine solche Methode ist jedoch in der demokratischen britischen Gesellschaft nicht zulässig.

Der britische Anwalt Trevor Asserson – der heute in Israel lebt – hat von 2000 bis 2004 eigenes Geld in vier gut dokumentierte Studien gesteckt, die sich mit der systematischen Einseitigkeit der BBC gegen Israel beschäftigen. Er kam zu dem Schluss, dass die Berichterstattung der BBC über den Nahen Osten von einer offensichtlichen Antipathie gegenüber dem Land infiziert ist. Diese verzerrte Medienberichterstattung schafft eine Atmosphäre, in der Antisemitismus aufblühen kann.

Asserson merkte an, dass das Monopol der BBC einem rechtlich bindenden Vertrat mit der britischen Regierung herrührt. Er definierte die fünfzehn rechtlichen Verpflichtungen der BBC gemäß ihrer Charta. Asserson zeigte dann viele Vorfälle, bei denen die BBC gegen mehrere der Vorgaben verstieß, in einigen Fällen sogar gegen die meisten.

Ein paar Beispiele der Ergebnisse Assersons: In seinem ersten Bericht schrieb er über die BBC: „Giftige Kommentare sind Teil von Fakten oder Zitaten ohne Herkunftsangabe.“[10]

Er analysierte auch zwei extrem einseitige Porträts von Sharon und Arafat, die auf der Internetseite der BBC auftauchten. Asserson erklärte: „Ein Kommentar ohne Quellenangabe implizierte, dass Sharon zügellos Gewalt einsetzt.“ Asserson entlarvte das als extreme Lüge. Einer der Gründe war, dass Sharon einem Rechtsprozess unterzogen wurde, der ihm in der Vergangenheit das Amt kostete.

Über Arafat schrieb Asserson, dass dieser auf der Internetseite mit Begriffen wie Heldentum, selbstloser Hingabe, harter Arbeit und natürlichen Führungstalenten beschrieb. Arafats enge Beteiligung an der Organisation von Terroranschlägen wurde übersehen. Nachdem Asserson seinen Bericht veröffentlichte, wurden die beiden Porträts von der Internetseite der BBC entfernt.[11]

In seinem zweiten Bericht lieferte Asserson Beweise, dass die BBC es unterließ vielen wichtigen Themen angemessene Hervorhebung zu geben, die ein negatives Bild der Palästinenser abgeben würden.[12]

In seinem dritten Bericht verglich Asserson die Berichterstattung der BBC zu britischen Soldaten im Irak mit der zu israelischen Soldaten im Konflikt mit den Palästinensern. Er kam zu dem Schluss, dass im Irak „Koalitionstruppen mit warmen und leuchtenden Begriffen beschrieben werden, mit denen Wohlwollen sowohl für sie als einzelne als auch für ihre militärische Zwangslage erzeugt werden. Im Gegensatz dazu werden israelische Soldaten als gesichtslose, skrupellose und brutale Killer dargestellt.“[13] Er und sein Mitautor zeigten anhand einer beträchtlichen Zahl sehr unterschiedlicher Beispiele, wie weit verbreitet die Einseitigkeit der BBC war.[14]

Assersons Berichte hatten einige Wirkung. Im November 2003 schuf die BBC plötzlich den Posten eines leitenden Redakteurs zu Beratung für ihre Nahost-Berichterstattung. Richard Sambook, damals Redakteur der 9 Uhr-Nachrichten der BBC, sagte Asserson, dass seine Berichte einer der Gründe hinter der Entscheidung zur Schaffung dieses Postens gewesen war.

2004 unternahm Balen eine interne Untersuchung der Berichterstattung der BBC zum palästinensisch-israelischen Konflikt.[15] Der Bericht wurde nie veröffentlich, was zu einer Reihe von Rechtsstreits führte, um seinen Inhalt öffentlich zu machen.[16] Nach acht Jahren beschloss der oberste Gerichtshof, dass der Balen-Bericht vom Freedom of Information Act ausgenommen ist.[17] Die BBC musste jedoch ihre Prozesskosten dazu offenlegen, die damals etwa eine halbe Million halbe Dollar betrugen. Man fragt sich, warum die BBC so viel Geld aufwandte, um ihn geheim zu halten, wenn die Ermittlung feststellte, dass ihre Berichterstattung unparteiisch war.

Es wäre gut, wenn Quellen in der jüdischen Gemeinschaft dem neuen Generaldirektor das gesamte Material von Asserson zuschicken würde. Es könnte ihm viel Zeit sparen die Manipulationen von Teilen der Beschäftigten der BBC zu verstehen.

HonestReporting war eine der wenigen, die sich damals stark, wenn auch erfolglos darum bemühten, dass der Balen-Bericht veröffentlicht wird.[18] Heute könnte Herrn Davie vorgeschlagen werden diesen Bericht aus dem Safe der BBC zu holen und ihn endlich öffentlich zu machen. Er könnte zeigen, dass die Chefs der BBC bereits vor mehr als 15 Jahren wussten, dass ihre Firma in ihrer Berichterstattung zum Nahen Osten parteiisch war.

[1] Manfred Gerstenfeld: Israel and Europe: An Expanding Abyss? JCPA/Konrad Adenauer-Stiftung 2005, Jerusalem (Israel), S.189

[2] https://honestreporting.com/the-2015-dishonest-reporter-of-the-year-why-the-bbc-won/

[3] https://camera-uk.org/bbc-complaints-list/; https://camera-uk.org/page/339/?ak_action=reject_mobile

[4] http://www.thejc.com/news/uk/senior-bbc-producer-admits-sharing-inaccurate-pro-palestinian-propaganda-on-twitter-1.506286

[5] http://www.thejc.com/news/uk/senior-bbc-journalist-used 1.506092?fbclid=IwAR0gJS3bCYHqRBI2YTM_BvbTsvg3SginyekscqgSXksEiOCfklcvdfb4qGM

[6] http://david-collier.com/toxic/?fbclid=IwAR2NE4dKqCHR21DY5ExcO7CN2MVxVYnVyqGFAJkIIBAYBcusv4_MlZnaIsg

[7] Manfred Gerstenfeld: Israel and Europe: An Expanding Abyss? JCPA/Konrad-Adenauer-Stiftung 2005. Jerusalem (Israel), S. 189

[8] www.crowdjustice.com/case/stopbbcbias/; https://pressgazette.co.uk/judges-reject-appeal-judicial-review-alleged-bbc-brexit-bias/

[9] http://www.theguardian.com/media/2020/sep/03/bbc-boss-tim-davie-to-crack-down-on-staff-posting-views-on-social-media

[10] Manfred Gerstenfeld: Israel and Europe: An Expanding Abyss? Jerusalem (JCPA/Konrad-Adenauer-Stiftung) 2005, S. 196

[11] Manfred Gerstenfeld: Israel and Europe: An Expanding Abyss? S. 196

[12] ebenda, S. 199

[13] ebenda, S. 200

[14] ebenda, S. 201

[15] http://www.standard.co.uk/news/the-secret-report-at-heart-of-bbc-s-gaza-paranoia-6870301.html

[16] www.timesofisrael.com/bbc-spends-almost-333000-concealing-middle-east-balen-report/

[17] http://www.bbc.com/news/world-17038937

[18] https://honestreporting.com/final-battle-to-release-the-bbcs-balen-report/

Niederländische Journalisten verbergen palästinensische Gräueltaten

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Ein zentraler Begriff meines neuen Buchs De Misleidingsindutrie (Die Täuschungsindustrie) ist der Ausdruck „Kampagnen-Journalismus“. Dieser bezieht sich auf die Art, in der niederländische Mainstream-Medien über Israel, die Palästinenser und die Region aus den Niederlanden heraus berichten. Das ist das Ergebnis von „Kampagnen-Journalismus“, einer Art Journalismus, die auf persönlichem Engagement gründet und sich nicht in erster Linie mit Fakten beschäftigt.

Diese Berichterstattung ist in den niederländischen Mainstream-Medien sehr üblich. Das läuft auf Berichterstattung über die Palästinenser als machtlose Opfer Israels hinaus; es wird ein negatives Bild des jüdischen Staates präsentiert. Dennoch betone ich, dass ich nicht den Eindruck erwecken will, dass dies gewollt geschieht.

Els van Diggele wurde 1967 im niederländischen Dorf Warmond geboren. Nach ihrem Studium der Geschichte an der Universität Leiden absolvierte sie einen Postdoktoranden-Kursus an der Erasmus-Universität in Rotterdam. Sie hat drei Bücher über internationale Streitfälle in Israel und den Palästinensergebieten unter Juden, Christen und Muslimen geschrieben. Vor kurzem veröffentlichte sie ein Buch über einen der wenigen noch lebenden Holocaust-Überlebenden.

Van Diggele fährt fort: Ich bin nur Beobachter, nicht beteiligt. Um das klarzustellen: Ich bin weder Anhänger Netanyahus, noch Zionistin, auch keine Nakba-Leugnerin; ich arbeite auch nicht für die israelische Botschaft oder den Mossad. Sie fügt hinzu: Um es ganz klar zu sagen: Ich plädiere nicht dafür auf die Palästinenser einzuprügeln.

Diese Bemerkungen führten zu der Frage, warum sie notwendig sind oder warum der Interviewer sie für notwendig befindet. Van Diggle antwortet: Infolge der Polarisierung des Themas muss man diese Dinge klarstellen. Aus Erfahrung weiß ich, dass es am besten ist den Leuten voraus zu sein, die mir ein Etikett anheften wollen.

Der Begriff „Kampagnen-Journalismus“ wurde, soweit ich weiß, um 1970 von Jerome Heldring geschaffen, einem ehemaligen Redakteur der niederländischen Tageszeitung NRC Handelsblad. Er sagte, Kampagnen-Journalismus ist eigentlich Propaganda. Der Journalist hat die Pflicht die Realität an der Stelle zu berichten, an der er (oder sie) sich befindet.

Dieser Kampagnen-Journalismus findet in den meisten Fällen unbewusst statt. Er ist weitgehend eine Sache des Instinkts. Er scheint in der Regel das Ergebnis eines emotionalen Engagements zu sein. Aber wenn die Auslandsredaktion eines Mediums sich dieses Phänomens nicht bewusst ist, dann ist das vielleicht noch schlimmer als bewusst irreführende Leute.

In meinem Buch zeige ich, dass Leser der Mainstream-Medien, Zuschauer und Hörer öffentlich-rechtlicher Nachrichtensendungen, die Opfer von Kampagnen-Journalismus sind. Dieses Genre ist nicht auf Berichte über Israel und die Palästinenser beschränkt. Es ist tatsächlich ein weit verbreitetes Phänomen, das auch andere Themen betrifft – Kolonialismus, Srebrenica und das Klima. Der Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern ist das beste und älteste Beispiel, das wir haben: Es zieht eine tiefe Kluft durch die niederländische Gesellschaft.

Der interne palästinensische, regelmäßig blutige Kampf um die Macht und die Unterdrückung der Alltagspalästinenser durch ihre eigenen Führer wird von den Mainstream-Medien weit weniger berichtet, als das, was auf der israelischen Seite geschieht. Geduld gegenüber den Palästinenserführern, die oft als Friedenstauben beschrieben werden, scheint ein Markenzeichen zu sein. Der Nachrichtenkonsument wird seit Jahrzehnten einseitig informiert. Der verursachte Schaden ist sehr schwer zu korrigieren. Die Tageszeitung NRC hat die Öffentlichkeit in diesem Bereich bereits seit Jahren betrogen. Diese Zeitung ist aber nur ein Beispiel dessen, was geschieht. Sie ist ein kommerzielles Produkt, deren Abonnement wir abbestellen können, Aber beim öffentlich-rechtlichen Nachrichtensender NOS geht das nicht.

Es werden in der Tat sehr selten Artikel veröffentlicht, die die Wahrheit sagen, insbesondere von einem Palästinenser geschriebene. Zum Beispiel erschien 2017 ein kritischer Artikel des palästinensischen Akademikers Sari Nusseibeh in der Tageszeitung De Volkskrant. Im selben Jahr veröffentlichte eine andere niederländische Tageszeitung, Trouw, einen objektiven Artikel des palästinensischen Journalisten Khaled Abu Toameh. Darüber hinaus ziehen von Zeit zu Zeit Publikationen von Human Rights Watch über die Verletzung der Menschenrechte in der palästinensischen Gesellschaft die Aufmerksamkeit niederländischer Journalisten auf sich. Noch seltener ist ein von einem eigenen Journalisten der Zeitung geschriebene Artikel mit Kritik an der palästinensischen Gesellschaft.

2017 entzog der Irak per Gesetz allen dort lebenden Palästinensern die Staatsbürgerschaft. Die europäischen Medien schenkten dem kaum Aufmerksamkeit. Das ist ein typisches Beispiel für die angelsächsische Formulierung „no Jews, no news“ [keine Juden, keine Nachrichten]. Die Besessenheit mit den Juden ist eine alte Abweichung vom europäischen moralischen Kompass. Konflikten, an denen Juden beteiligt sind, wird von den Redaktionen in der Regel höchste Priorität eingeräumt. Das führt zu einer Verzerrung der Nachrichten.

Die Palästinenser haben verstanden, dass sie keinen Nachrichtenwert haben, wenn sie nicht Juden darin verwickeln. Sie wissen, dass Demonstrationen im Gazastreifen an der israelischen Grenze immer Nachrichtenwert haben. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass niederländische Korrespondenten begreifen, dass die Palästinenser sie benutzen. Ihre instinktive Beteiligung überschattet ihr Urteilsvermögen.

Wenn die Liebe eines europäischen Journalisten für die Palästinenser der Aversion für die Juden und Israel entstammt, geschieht das ebenfalls unbewusst. Ich glaube, das spielt eine eher untergeordnete Rolle. Wichtiger ist die allgemeine, bewusste oder unbewusste europäische Obsession mit den Juden und Israel. Wir sollten uns bewusst sein, dass die Sympathie, die wir in den europäischen Mainstream-Medien für die Palästinenser sehen, damit in Verbindung steht. Diese Fixierung ist in westlicher Kultur seit Jahrhunderten Alltag. Was wir heute sehen, setzt diese Obsession unabsichtlich und vielleicht instinktiv fort.

Die Palästinenser haben in den Medien eine symbolische Funktion bekommen. Die Sympathie ist ein Zeichen moralischer Gerechtigkeit geworden. Andere Staaten, die gelitten haben, haben diese symbolische Funktion nicht. Symbolische Funktionen sind nicht verhältnismäßig.

Um ein typisches Beispiel aus den Niederlanden anzuführen: Menschen von den Molukken, einer Inselgruppe in Indonesien, sind die Opfer niederländischen Kolonialismus. Sie erlitten das grausamste Beispiel von Ausbeutung in der Geschichte. Ein Teil von ihnen sind Flüchtlinge, andere indigen und exotisch. Sie haben Jahrzehnte lang vergeblich für einen eigenen Staat gekämpft. Sie sollten für eine machtvolle Solidaritätsgeschichte qualifiziert sein. Diese gibt es nicht, weil ihre Hauptgegner, die Republik Indonesien, ebenfalls als Opfer von des Jahrhunderte alten niederländischen Kolonialismus betrachtet wird.

Ein weiteres großes Problem in den Niederlanden ist der NOS. Seit Jahrzehnten liefert dieser öffentlich-rechtlichen Sender irreführende Informationen. Es sollte eine unabhängige Ermittlung dazu geben, wie der NOS mit dem palästinensisch-israelischen Konflikt umgeht. Doch die Chancen, dass dies geschieht, sind sehr gering. Zweierlei ist in den niederländischen Mainstream-Medien nicht erlaubt: Die Palästinenser anzurühren und sie in den Medien zu kritisieren.

Van Diggele erklärt: In niederländischen Medien, Radio und Fernsehen kann alles erwähnt werden: versagende Politiker und Behörden, Ehebruch und Sex. Eines ist nicht erlaubt: Der Palästinenser darf keiner Kritik ausgesetzt werden. Er ist ein machtloses und unbestreitbares Opfer von fünfzig Jahren israelischer Besatzung. Er verdient Schutz, was uns automatisch zum Journalismus bringt: Journalisten dürfen über alles schreiben, aber wehe dem, der einen kritischen Blick auf den Zustand des Journalismus wirft.

Leser, Zuhörer und Zuschauer der Mainstream-Medien zahlen den Preis. Sie gaben dem Journalisten voller Vertrauen ihr Mandat. Dieses Vertrauen ist schwer beschädigt. Sie zählen darauf die ganze Geschichte zu erfahren, aber sie bekommen nur eine voreingenommene Version der Hälfte. Ist unter diesen Bedingungen ein ausgewogener Standpunkt überhaupt möglich? Wahrscheinlich nicht. Auf diese Ungerechtigkeit will ich die Aufmerksamkeit lenken.

Israelis werden angegriffen, in den Medien finden wir – nichts

Daniel Pomerantz, HonestReporting, 6. Februar 2020

Israelische Polizisten inspizieren den Ort eines Auto-Ramm-Anschlags. (Foto: Oren ben HaKoon/AFP via Getty Images)

Bei mindestens drei Terroranschlägen innerhalb von 24 Stunden haben Israelis gerade Leid erfahren. Die Einzelheiten kommen noch weiter herein, aber hier ist, was wir bisher wissen:

  1. In den frühen Morgenstunden vor Sonnenaufgang am Donnerstag [6. Februar 2020] rammte ein unbekannter Angreifer sein Auto in eine Gruppe Soldaten der Golani-Brigade, die vor Jerusalems Altem Bahnhof standen, einem beliebten Ort zum Ausgehen. Die Truppen besuchten Jerusalem vor einer frühmorgendlichen Vereidigungsfeier an der Westmauer. Zwölf [später: 14] Soldaten wurden bei dem Anschlag verletzt, einer davon schwer, der Rest leicht. Neun sind wieder aus dem Krankenhaus entlassen. Der schwer verwundete Soldat erlitt Verletzungen am ganzen Körper und musste operiert werden. Das Auto des Terroristen, das israelische Nummernschilder trug, wurde verlassen im Palästinenserdorf Beit Jala außerhalb von Bethlehem gefunden. [Der Täter konnte später noch gefasst werden. – heplev]
  2. Ein Grenzpolizist wurde bei einem Anschlag in der Altstadt von Jerusalem, außerhalb des Tempelbergs nahe des Löwentors durch Schüsse leicht verletzt. Reagierendes Sicherheitspersonal schoss auf den Angreifer und tötete ihn; er wurde als arabischer Israeli aus Haifa in seinen Vierzigern identifiziert, der vor kurzem vom Christentum zum Islam konvertierte.
  3. Auf einer Westbank-Autobahn wurde nahe der Siedlung Dolev aus einem fahrenden Auto heraus geschossen. Ein Soldat wurde leicht verletzt.

Als die Associated Press schließlich einen Artikel veröffentlichte, begann dieser mit den Worten:

Israelische Streitkräfte töteten zwei Palästinenser…

Reuters begann mit dem Satz:

Mindestens zwei Palästinenser wurden getötet und16 Israelis verletzt…

Sie stellten nicht klar, dass die Palästinenser Berichten zufolge getötet worden waren, während sie Gewaltakte verübten und dabei auf sie geschossen wurde: Mindestens einer war gerade dabei einen Molotowcocktail auf israelische Soldaten zu werfen.

Ein AFP-Artikel war ähnlich aufgebaut wie die Storys von AP und Reuters.

Da dies Nachrichtenagenturen sind, erwarten wir, dass ihre Berichte von vielen Medienorganen weltweit in den kommenden Stunden wiedergegeben werden.

Ist das normal? Ist das angemessen? Ist es noch zu früh, um aussagefähige und  ordentlich recherchierte Berichterstattung zu erwarten?

Nein.

Allein in den letzten Wochen wurden Storys von Anschlägen in Streathem in London bis Burkina Faso fast sofort international berichtet, die die fürchterlichen Auswirkungen von Terrorismus auf unschuldige Zivilisten betonten.

Doch obwohl die Anschläge auf Israelis in der israelischen und jüdischen Presse weithin berichtet werden und obwohl alle relevanten Informationen den Tag über weithin verfügbar waren, hat die internationale Presse sehr wenig gebracht und das, was sie brachte, war schrecklich irreführend. Das steht in heftigen Kontrast zur Berichterstattung über andere Terroranschläge weltweit.

Beispiele:

  • Letzten Donnerstag kündigte das Weiße Haus seinen lange erwarteten Friedensplan an, der in der internationalen Presse weithin kritisiert wurde, insbesondere bezüglich seiner Vorkehrungen für israelische Sicherheit und Entmilitarisierung eines Palästinenserstaats.
  • Später am selben Tag gab ein erboster Präsident Abbas grünes Licht für einen palästinensischen nationalen „Tag des Zorns“, der sich am Mittwoch in der Form von Krawallen, dem Verbrennen von Reifen und Raketenfeuer aus dem Gazastreifen auf israelische Gemeinden ausdrückte.
  • Die Ereignisse der Wut von Mittwoch eskalierten im Verlauf der Stunden: Und heute, am Donnerstag, werden Israelis hastig in Krankenhäuser gebracht – das Ergebnis davon mit Autos gerammt oder beschossen zu werden.
  • Der nächste Schritt, der der Aufmerksamkeit der internationalen Presse fast immer entgeht, besteht darin, dass die Palästinenserregierung den Angreifer und ihren Familien Belohnung in bar zahlt – in Mengen, die das Mehrfache des palästinensischen Lohns betragen und den Rest ihres Lebens. Wir wissen, dass das passieren wird, denn das palästinensische Gesetz schreibt es vor: Es heißt „Märtyrerfonds“ und wird oft als „Geld für Mord“ bezeichnet.

Jeder, der sich wirklich um Frieden kümmert, darum die Welt zu verstehen oder auch nur um die grundlegendsten Dinge von ethischem Journalismus, muss absolut Zugang zu diesen Informationen haben, zu diesem Kontext und zur kompletten Story.

Während ich dies schreibe, arbeitet unser gesamtes Team von HonestReporting heftig daran die Botschaft in die Öffentlichkeit zu bringen und die in Israel stationierte internationale Presse zu ermutigen ihren professionellen Verpflichtungen gerecht zu werden und über diese entscheidende Story zu berichten.

Das Schweigen der Medien zu Mahmud Abbas brechen

CAMERA, 24. Januar 2018 (am 30. Januar aktualisiert)

An allem ist Cromwell schuld

Es ist also möglich. Es gibt keine kosmische Kraft, keine nicht zu brechende journalistische Regel, die amerikanische Mainstream-Publikationen daran hindert sich auf Mahmud Abbas‘ Fehltritte zu konzentrieren.

Wir wissen das, weil The Atlantic genau das gemacht hat – die widerwärtige Rhetorik des Palästinenserpräsidenten anzuspechen – und nichts geschah, abgesehen von dem Erwarteten: Den Lesern wurde gesagt, was der Palästinenserpräsident sagte und sie wurden vollständiger über den Mann und den Konflikt informiert, den zu lösen er versäumt hat.

Offene Berichterstattung zu Abbas sollte nicht allzu schwer sein. Aber allzu viele in den Medien haben mit der Aufgabe zu kämpfen gehabt. Die übelsten Äußerungen aus seinem Mund sind von denen verheimlicht worden, die den Auftrag haben zu berichten, denselben Journalisten, die ansonsten zu glauben scheinen, dass der arabisch-israelische Konflikt das Epizentrum der Weltnachrichten seien. Als also Abbas vor kurzem mit Verweis auf die Juden sagte, es gebe „niemanden, der besser dabei ist Geschichte und Religion zu fälschen als sie“ und Gott höchstpersönlich zitierte, um die antisemitische Verleumdung zu untermauern, war das Schweigen der Medien ohrenbetäubend.

Die New York Times berichtete vom Treffen am 13. Dezember 2017, bei dem Abbas die Äußerung machte, entschied sich aber, der Antisemitismus eines Staatschefs sei nicht druckreif.

Die Times war da nicht allein. Die Washington Post, Associated Press, NPR, Reuters und die BBC waren ähnlich still zu Abbas‘ Vortrag antijüdischer Verse aus dem Koran, die er nutzte, um zu sagen, dass Juden die heiligen Schriften und die Geschichte fälschen.

Einen Monat später erhielten die Medien-Machtzentren eine zwei Chance. Am 14. Januar 2018 trat Abbas wieder ans Mikrofon und wieder rotzte er Gift über seine jüdischen Nachbarn in Israel. Abgesehen von der Verkündung des Todes des Oslo-Friedensprozesses zwischen Israel und den Palästinensern wies er die jüdische Verbindung zu Israel ab – „das hat nichts mit dem Judentum zu tun“ – und bestritt die Legitimität der jüdischen Präsenz im Land, bot wilde Verschwörungstheorien, um seinem palästinensischen Publikum zu erklären, warum die Juden überhaupt hier sind.

Zu den Erfindungen: Abbas behauptete, dass Oliver Cromwell, ein englischer Spitzenpolitiker des 17. Jahrhunderts, der der Idee wohlwollen gegenüber stand Juden zu erlauben wieder nach England wieder zu kommen, brütete sogar eine Verschwörung aus, um europäische Juden in den Nahen Osten befördern. Er behauptete, dass Juden in Europa nicht wegen ihrer Religion verfolgt wurden, sondern wegen ihrer „sozialen Funktion“. Er bestand darauf, dass der frühzionistische Anführer Theodor Herzl die Parole „Ein Land ohne Volk für ein Volk ohne Land“ prägte, um seinen angeblichen Wunsch zu vermitteln „die Palästinenser aus Palästina zu tilgen“. Er beschrieb ein „geheimes Treffen“ europäischer Führer Anfang des 20. Jahrhunderts, die fürchteten die arabische Welt sei bereit die europäische Zivilisation zu übernehmen; entwickelten einen Plan, um innere Kämpfe zu sähen, die die befürchtete Übernahme zu verhindern. Die Vertreibung und Flucht der Juden aus der arabischen Welt, darauf bestand Abbas, war insgesamt teil des Plans des israelischen Premierministers David Ben Gurion.

Die Juden selbst wollten nichts mit dem Land Israel zu tun haben, fuhr Abbas fort. „Selbst während des Holocaust wanderten sie nicht aus.“ (Fakt ist, dass arabische Führer die britischen Verwalter Palästinas unter Druck setzten jüdische Einwanderung zu verhindern und die Briten selbst währed und nach dem Holocaust dem weitgehend nachkamen. Der amerikanische Gesandte Earl G. Harrison berichtete 1945 an Präsident Truman, dass die meisten Juden in den Lagern für heimatlose Menschen „sofort nach Palästina evakuiert werden wollen“. Das Heilige Land ist „eindeutig die Wahl der meisten“ und „definitiv und vor allem die erste Wahl“, fügte er hinzu. Im selben Jahr kam ein Repräsentant des Roten Kreuzes zu dem Schluss: „Fünfundneunzig Prozent der jüdischen Flüchtlinge in Europa möchten nach Palästina auswandern.“)

Abbas behauptete auch, Israel betreibe Drogenschmuggel, um palästinensische Kinder zu schwächen und verteidigte Zahlungen an Terroristen in israelischen Gefängnissen.

Es überrascht nicht, dass nichts davon außerhalb der arabischen Welt besonders gut aufgenommen wurde. Tzachi Hanegbi, en Minister des israelischen Likud, kritisierte die Rede scharf als „gewürzt mit niederträchtigen antisemitischen Verschwörungstheorien und ist einer Führungskraft unziemlich“. Sein politischer Gegner, der israelische Oppositionsführer und Parteichef der Avoda, Avi Gabbay, bezeichnete Abbas‘ Worte als „massive Lügen voller Antisemitismus“.

Auch in den Vereinigten Staaten waren sich jüdischen Linke und Rechte weitgehend einig. JNS, das Jewish News Syndicate, berichtete, dass das pazifistische Israel Policy Forum Abbas‘ zweistündigen Vortrag eine „wirre Tirade“ bezeichnete und kam zu dem Schluss, jetzt sei es „unmöglich Abbas als einen realistischen Verhandlungspartner zu betrachten“. Abbas, fügte das Forum hinzu, „bestreitet weiter das Recht des jüdischen Volks au eine eigene Nationalbewegung“.

Eric Yoffie, ein linker, ehemaliger Leiter der Reforrnbewegung, bezeichnete die Rede als „ungeheuerlich, ignorant und für Juden und zivilisierte Menschen überall beleidigend“. Die Chefredakteurin des Forward, Jane Eisner, schrieb, dass Abbas‘ Rede „nicht abgetan, ignoriert oder gerechtfertigt werden kann“. Debra DeLee, die Präsidentin von Americans for Peace Now „verurteilte die von Abbas verwendete beleidigenden Sprache und besonders die inakzeptablen Verschwörungstheorien, die er wiederholte“. Selbst J-Street schaffte es zuzustimmen, dass weit verbreitete Verurteilung der Rede rechtfertigt werden kann.

Aaron David Miller, ein langjähriger US-Friedensunterhändler, nannte sie eine „verwirrte Rede“, die „sich in Antisemitismus drehte“ und Präsident Obamas Botschafter in Israel, Daniel Shapiro, nannte Elemente der Reede als „empörend“, „bizarre“ und „schändlich“; er kam zu dem Schluss, dass Abbas „aus dem Friedensgesprächsspiel raus ist“.

Der konservative Kommentator Jonathan Tobin argumentierte, dass „kein rationaler mensch Abbas‘ Tirade vom 14. Januar hören und immer noch glauben konnte, er habe ein Interesse an zwei Staaten oder Koexistenz“.

Liest man den Bericht der New York Times zur Rede, dann würde man aber die überwältigend negative Reaktion nie ahnen, die sie auslöste. Die Zeitung vermerkte, dass Abbas „die Administration Trump wütend angriff“, aber die Rede kam ansonsten als irgendwie moderat rüber.

Der Palästinenserführer „ging nicht so weit eine Alternative zu einer Zweistaatenlösung zu akzeptiere“, verkündete der Reporter David Halbfinger am Anfang des Textes, obwohl Abbas die Legitimität eines jüdischen Staats in der Region angriff, sowohl durch einen Angriff auf die Balfour-Erklärung, ein britisches Dokument, das die Gründung einer jüdischen nationalen Heimstatt unterstützte, und indem er Israel ein „kolonialistisches Unternehmen“ nannte, das „nichts mit dem Judentum zu tun hat“.

Halbfinger bestand dann darauf, dass Abbas „auch davor zurückscheute darauf zu drängen die Art provokativer Taten wie der Beendigung der PA-Sicherheitskooperation mit Israel zu beenden oder die Autonomiebehörde selbst aufzulösen“, was die Kosten der Besatzung für Israel erhöhen könnte und Offiziellen in Jerusalem und Washington erschüttern könne.“ (Der Zentralrat der PLO, vor denen Abbas die Rede hielt, schien eine andere Botschaft zu bekommen. Am folgenden Tag stimmte das von Abbas-Loyalisten beherrschte Gremium dafür zu empfehlen die Sicherheitskooperation mit Israel zu beenden.)

„Tatsächlich“, fügte der Reporter der New York Times hinzu, „schien Herr Abbas, der seine Verpflichtung zu Gewaltlosigkeit und den Terrorismus zu stoppen bestätigte, die Hoffnung auf eine Rückkehr zu Verhandlungen zu behalten.“

Erst im letzten Absatz des Artikels gab es einen Hinweis auf Abbas‘ wildere Anschuldigungen – und das Höchste, was die Zeitung dazu zu sagen hat, ist, dass sie die Zuhörer gelangweilt haben könnte:

Herr Abbas testete die Aufmerksamkeit seines Publikums mit einem langatmigen geschichtlichen Vortrag, der ins 17. Jahrhundert zurückging; er sagte, Oliver Cromwell hätte als erster vorgeschlagen europäische Juden ins Heilige Land zu schaffen, bevor er anfing den Zionismus bis zu dem nachzuverfolgen, was er die Bemühungen  des Journalisten des 19. Jahrhunderts und Aktivisten Theodor Herzl „die Palästinenser aus Palästina zu wischen“ nannte.

„Das ist ein koloniales Projekt, das nichts mit dem Judentum zu tun hat“, sagte Abbas. „Die Juden wurden als Mittel für das Konzept des verheißenen Landes benutzt – nennt es, wie immer ihr wollt. Alles ist erfunden.“

Ein langweilige „Geschichtsstunde“? Für eine Zeitung, die einen ganzen Artikel dem Fact-checking des israelischen Premierministers widmete, als der irrtümlich sagte, den Iranern wäre es verboten Jeans zu tragen und die einen israelischen Minister wegen „Verzerrens“ angriff, nachdem der eine (recht vernünftige) Vorhersage zum finanziellen Nutzen machte, den der Iran durch die Entlastung von Sanktionen haben würde, scheint der skeptische Umgang mit Abbas‘ absonderlichen Behauptungen und Theorien stillschweigende Zustimmung zu sein und ein falsches Signal für die Leser, dass die „Geschichtsstunde“ in Wirklichkeit echte Geschichte gewesen sein könnte.

CNNs Geschreibsel zu Arafats treffen war derweil noch weniger mitteilsam, was die üblen Details betrifft, wie CAMERA vor kurzem feststellte.

In solcher Gesellschaft war es bemerkenswert, dass The Atlantic am 21. Januar eine Story veröffentlichte, die das Thema nicht umging. Stattdessen war der Autor Grant Rumley geadeheraus und energisch in seiner Beschreibung von Abbas‘ Rede:

Letzten Sonntag hielt der 82-jähriger Abbas, Präsident der palästinensischen Autonomiebehörde, eine Rede vor dem Zentralrat der Palästinensischen Befreiungsorganisation. Über zwei schweifende Stunden entwickelte er antisemtische Redewendungen, untergrub die jüdische Verbindung zu israel und machte jeden von Oliver Cromwell über Napoleon bis Winston Churchill für die Gründung Israels verantwortlich.

Rumley erzähle auch das über Abbas, von dem nur allzu viele Journalisten es vorzögen, dass wir es vergessen:

In den letzten Jahren hat er israelische Rabbiner beschuldigt das Vergiften palästinensischer Brunnen zu unterstützen, behauptete Juden hätten Geschichte „erfunden“ und bestand darauf, dass er „das Jüdisch sein des Staates Israel niemals anerkennen wird“. Diese Spielerei mit Antisemitismus vergegenwärtigt seine umstrittene Doktorarbeit, in die die Zahl der Opfer des Holocaust verharmloste und andeutete es gebe eine Verbindung zwischen dem Zionismus und den Nationalsozialismus. Obwohl er später bezüglich der Behauptungen in seiner Dissertation zurückruderte, stellen seine aktuellen seine Ernsthaftigkeit infrage.

Abbas – der Mann, der mit dem Versprechen Präsident wurde, über öffentliche Diplomatie und Gewaltlosigkeit eine Einigung mit den Israelis zu erzielen – hat sich in einen Arafat verwandet, genau die Type, von der er versprach sie nicht zu werden. Es ist ein bemerkenswerter Absturz in Ungnade, den ein Führer vollzieht, der mit so großem Potenzial begann.

Es sollte nicht The Atlantic sein, der vorangeht, gewiss nicht so spät im Spiel. Nachrichten reporter sollten begriffen habe, dass von dem Tag an, als Präsident Abbas vor dreizehn Jahren seine vierjährige Amtszeit antrat, ihr Job nicht darin bestand den Palästinenserführer zu schützen, auch nicht die Idee zu propagieren, dass Abbas durch seine unverblümte Moderatheit der lebende Beweis für israelische Verantwortung für die Fortsetzung des Konflikts ist. Die Berichterstattung über Abbas‘ Rolle beim Schüren des Hasses ist nur allzu selten gewesen. Aber wenn ein verehrtes amerikanisches Magazin das kann, dann könnte es für den Rest noch Hoffnung geben.