Die Herkunft der Kenntnisse der Messerstecher

Dr. Petra Marquardt-Bigman, twitter, 16. September 2018

Sollten Sie sich fragen, wie das palästinensische Terror-„Kind“, das heute einen Israeli erstach, in der Lage sein konnte sein Messer so gezielt zu führen, dann müssen Sie wissen, dass Anleitungen dazu, wohin man zielen muss, in sozialen Medien von Typen wie #AhedTamimis Mutter propagiert werden.

Die Terrorwelle, ein Jahr nach ihrem Beginn

Prof. Eyal Zisser, Israel HaYom, 18. Oktober 2016

Es ist mehr als ein Jahr her, dass Israel mit der jüngsten Welle palästinensischen Terrorismus zu tun bekam, die von „Einsame-Wolf“-Anschlägen geprägt ist, oft von Minderjährigen begangen, die sich entschieden eigenständig und spontan zu handeln. Die meisten dieser Terroristen haben keine Geschichte der Beteiligung an Terroraktivitäten und gehören keiner bestimmten Terrororganisation an.

Die Terrorwelle begann mit fast täglichen Anschlägen, die im Winter auf ein oder zwei pro Woche abflauten. Die Welle scheint jetzt wieder zuzulegen. Neununddreißig Israelis sind bei diesen Anschlägen ermordet und fast 500 verletzt worden. Diese Zahlen hätten weit höher ausfallen können, gäbe es nicht die entschlossenen vorbeugenden Maßnahmen der IDF und in einigen Fällen die der palästinensischen Sicherheitskräfte. Die meisten Angreifer, mehr als 200, wurden beim Versuch der Durchführung von Anschlägen getötet, was diese zu einer Art Selbstmordmission für die Terroristen macht.

Anfangs, als die Welle begann, versuchte mancher sie zu Spannungen wegen des Tempelbergs zu verknüpfen, was die Islamische Bewegung in Israel mit dem Slogan „Die Al-Aqsa ist in Gefahr“ zu schüren versuchte. Seitdem sind die Spannungen wegen des Tempelbergs abgeklungen und wir können sehen, dass die Motivation Juden anzugreifen keinen besonderen Grund oder Hintergrundsituation braucht.

Diese Terrorwell ist insoweit einzigartig, als sie von keinem bestimmten Organisator direkt gesteuert wird. Die palästinensische Autonomiebehörde ist auf der Hut und verurteilt Terroristen nicht; sie nimmt sie sogar in ihre Herde auf – aber im Gegensatz zur vorherigen Intifada initiiert weder sie noch eines ihrer Organe den Terrorismus. Die Hamas ihrerseits befindet sich im Gazastreifen tief in einem Überlebenskampf und ist ohnehin zu schwach, um eine breit angelegte, populistische Terrorkampagne in der Westbank zu starten, anders als die örtlich begrenzten Anschläge, die ihre aktiven Zellen im Feld verüben. Zudem ist wichtig zu vermerken, dass die palästinensische Bevölkerung als Ganzes nicht bei der aktuellen Gewaltwelle mitmacht, auch wenn sie die Angreifer hinterher unterstützt. Jeder vernünftige Palästinenser begreift, dass die aktuelle Realität, in der die Palästinenser in der Westbank leben, so komplex sie auch sein mag, der in der arabischen Welt von Libyen über Syrien, den Irak und selbst dem Gazastreifen vorherrschenden Situation vorzuziehen ist.

Die jungen Angreifer haben allerdings ihre eigene Logik. Das Motiv ist in der Regel ein persönlihces und eine Herausforderung der Realität ihres Lebens, die praktisch die Realität junger Araber im gesamten Nahen Osten ist. Die Herausforderung wird an die Gesellschaft gerichtet – die Nahe wie die Ferne, die palästinensische und sogar die Arabische. Es handelt sich um eine Generation junger Menschen, die von Seiten der sozialen Netzwerke beeinflusst sind und nach ihren eigenen Diktaten handeln, während sie ihre Eltern und sozialen Gefüge ignorieren. Und heute gibt der radikale Islam, einschließlich der Gruppendoktrin des Islamischen Staats, in diesen sozialen Netzwerken den Ton an.

Es ist unwahrscheinlich, dass sich ein 14- oder 15-jähriger, der sich vornimmt eine Anschlag zu verüben, fragt, wie die Palästinenserführung oder die Zukunft der Gebiete nach der Ära von PA-Präsident Mahmud Abbas aussehen werden. Stimmt, manchmal dienen Spannungen mit israelischen Soldaten als Motivationsfaktor, aber im weitesten Sinne sieht die Realität so aus, dass der jungen arabischen Generation die Zukunft und Hoffnung fehlt und Seiten der sozialen Netzwerke ihr Leben füllen und junge Palästinenser dazu drängen Anschläge zu verüben. Die nicht tolerierbare Leichtigkeit, mit der jeder Konflikt unmittelbar in Gewalt abrutscht – etwas, das wir auch bei israelischen sehen – fördert das Phänomen nur noch.

Wie die früheren Terrorwellen wird auch diese ausklingen, obwohl man kaum sagen kann, ob das Monate oder Jahre dauern wird. Israel hat erfolgreich eine Eskalation verhindert, ebenso eine Eruption eines breiten, allgemeinen, gewalttätigen Ausbruchs, indem es sofort auf Anschläge reagierte, ohne die Beziehung zur palästinensischen Gesellschaft oder zur PA zu beeinträchtigen, die beide ebenfalls nicht an einer Eskalation interessiert sind. Wie in früheren derartigen Kapiteln unseres Lebens müssen wir die Zähne zusammenbeißen, an der Verhinderung von Anschlägen arbeiten und bestimmt auf sie reagieren; und dann geduldig darauf warten, dass bessere Tage kommen werden.

Das Messer und die Botschaft: Die Wurzeln des neuen Palästinenseraufstands

Hirsh Goodman/Yossi Kuperwasser, JPCA, 29. Februar 2016

Eine Fernsehsendung, die einen Jugendlichen (oder eine Jugendiche) auf seine Mission in den Tod schickt, ist Teil einer sorgfältig abgestimmte Politik der Aufstachelung und des Zynismus, was den israelisch-palästinensischen Konflikt auf eine neue Ebene gebracht hat – eine, die Terror ohne Fingerabdrücke hervorbringt.

Aus dem palästinensischen Führer „Ersteche einen Juden“[1]

Es gibt Hetze, die von der Palästinenserführung verübt wird und man sieht sie in den palästinensischen Medien. Abgesehen davon sehe ich kein Quelle, die den Terror anleitet – Generalleutnant Gadi Eisenkot, IDF-Generatstabschef, 9. Februar 2015.[2]

Kurzfassung

Die jüngste Welle palästinensischer Gewalt gegen Juden ist etwas Neues, eine heimtückische Welle scheinbar nicht abgestimmter Anschläge, begangen von unerwarteter Angreifer und im Allgemeinen nicht zu einer bestimmten Organisation zurückzuverfolgen. Sie war zudem charakterisiert von Brutalität, Bösartigkeit und Wahllosigkeit, den zielgerichteten Einsatz des Messers, um die Absicht eine neue und erbarmungslose Welle des Judenschlachtens einzuhämmern, eine Botschaft an alle Israelis, dass weder sie noch ihre Kinder jemals in der Lage sein werden in diesem Land in Frieden zu leben.

Wie dieses Dokument zeigen wird, leiten der Palästinenserpräsident und die unter seiner Autorität stehenden in der Tat junge Palästinenser an, wie sie handeln sollen. Sie schicken sie nicht als Soldaten in die Schlacht, sondern stacheln sie durch wohlüberlegte Botschaften, Verdrehungen und Fälschungen zu Aktionen an; das wird von ranghohen Palästinenservertretern manchmal offen geäußert, zumeist aber hinterlistig; es zielt darauf den Konflikt am Leben zu erhalten und die Palästinenser in einem Reinwaschen als die Opfer darzustellen.

In all dem gibt es eine leitende Hand, die palästinensische Autonomiebehörde und die Palästinenserfraktion, die sie führt – die Fatah. Was man heute erlebt ist das Endspiel einer Strategie, die von der Fatah 2009 übernommen wurde und in Mahmud Abbas‘ Rede vor der UNO-Vollversammlung am 30. September 2015 ihren Höhepunkt erfuhr, als er ankündigte, dass die Palästinenser nicht länger an die (Friedens-) Abkommen von Oslo gebunden seien.

Eine Fernsehsendung, die einen Jugendlichen (oder eine Jugendiche) auf seine Mission in den Tod schickt, ist Teil einer sorgfältig abgestimmte Politik der Aufstachelung und des Zynismus, was den israelisch-palästinensischen Konflikt auf eine neue Ebene gebracht hat, eine die Terror ohne Fingerabdrücke hervorbringt, die aber mit unterschiedlichen Mitteln geschickt der Strategie eines endlosen Abnutzungskrieges der Fatah gegen Israel dient.

Während die aktuelle Gewaltwelle den Erfolg hatte die Palästinenserfrage wieder in gewissem Grad auf die internationale Agenda zu setzen, hat sie den Palästinenser einen wertvollen Aktivposten genommen: die politische Mitte Israels. Die Israelis haben das Vertrauen in die Palästinenser und ihre Führer verloren, selbst bei den Israelis, die glauben, dass Israel als Teil eines Friedensabkommens zwischen den beiden Seiten auf die Gebiete verzichten sollten.

Keine Gesellschaft kann in Angst und mit Anarchie vor ihrer Tür leben, wo Misstrauen um jede Ecke lugt.

Und keine Gesellschaft kann mit dem über soziale Medien und andere Mittel gegen sie gespienen Hass leben und ihn tolerieren, mit Rufmord und Lügen, die an die dunklen Tage erinnern, die zu den noch dunkleren Tagen in der nicht allzu fernen Vergangenheit des jüdischen Volks führten.

Israel wird lernen und sich der neuen Situation anpassen, wie es das in der Vergangenheit auch gemacht hat. Die Frage ist, ob die Palästinenserführung dasselbe tun und die Wende dazu schafft zu begreifen, dass das Monster, das sie geschaffen hat – eine Generation an Kindern, die dazu gebracht worden ist an eine Todeskultur zu glauben – nicht in ihrem besten Interesse ist.

Israel kann den Schaden unter Kontrolle halten, aber nur die Fatah und die PA können ihn beenden und es ist sie, die Palästinenserführung, die das tun muss, wenn der Weg der Verhandlungen und Aussöhnung wieder geöffnet und diese endlose und sinnlose Welle der Gewalt ausgelöscht werden soll.

[1] Raoul Wootliff: Videos teach would-be Palestinian attackers ‚how to stab‘. Times of Israel, 15. Oktober 2015.

[2] Yoav Zitun: Yoav Zitun: Eisenkot: IDF searching for every possible solution to tunnel problem. YNetNews, 9. Februar 2016.