Untersuchung: Wie israelfeindliche Aktivisten die Corona-Krise gegen Israel einsetzen

Israelfeindliche Aktivisten instrumentalisieren Ereignisse und Krisen, die nichts mit Israel zu tun haben, und dies geschieht auch bei der Corona-Pandemie – die „üblichen Verdächtigen“ haben ein neuerliches Thema, das sie ausschlachten können.

Samantha Mandeles, Legal Insurrection, 9. April 2020 (Dank an Yvaine für die Übersetzung)

Wir haben viel darüber geschrieben, wie israelfeindliche Aktivisten routinemäßig Ereignisse und Krisen instrumentalisieren, die nichts mit Israel zu tun haben, und wie sie diese Ereignisse und Krisen gemäß der „Intersektions“-Theorie gegen Israel wenden.

Dies geschieht auch bei der Corona-Pandemie – die „üblichen Verdächtigen“ haben ein neuerliches Thema, das sie für ihre Zwecke nutzen können.

Zu den Gruppen und Individuen, die diese Pandemie instrumentalisiert haben, zählen: selbsternannt „jüdische“ israelfeindliche Organisationen wie die Jewish Voice for Peace (JVP) und IfNotNow (INN), so genannte Menschenrechts-Aufpasserorganisationen wie Human Rights Watch (HRW) und B‘tselem, zutiefste antizionistische Blogs wie Mondoweiss und Electronic Intifada, eine Vielzahl von Ortsgruppen und Studentenführern von Students for Justice in Palestine (SJP), Islamistengruppen wie die American Muslims for Palestine (AMP) und die Al-Awda Right of Return Coalition, Islamistenführer wie Abbas Hamideh und Linda Sarsour, Verschwörungstheorien verbreitende „Akademiker“ wie Asad Abukhalil und Steven Salaita sowie leichtgläubige Helfer wie der „Journalist“ Ben Norton und CodePink-Kodirektorin Ariel Gold.

Inhalt

  1. Einführung: Zeitungsenten über das „zionistische Coronavirus“
  2. Darstellung von Zionismus als eigentlicher Virus: Al-Awda und die islamistische Inspiration
  3. Opfer und Gefährdung: Palästinenser und Covid-19
  4. Zusammenkunft: Gazaner ignorieren die soziale Isolation und kommen zusammen, um ihren Israelhass auszudrücken
  5. Israel ist immer schuld: Ariel Gold und Ben Norton über Covid in Gaza
  6. Vorhersage einer palästinensischen Covid-19-Apokalypse: Jewish Voice for Peace, Linda Sarsour, B’tselem, Human Rights Watch und IfNotNow
  7. Coronavirus als neue BDS-Keule: Human Rights Watch, Jewish Voice for Peace, American Muslims for Palestine und Lamis Deek
  8. Covid-19 ein „Werkzeug israelischer Unterdrückung“: Students for Justice in Palestine, Steven Salaita, Lamis Deek, Mondoweiss und Carlos Latuff
  9. BDS-Inspiration in der arabisch-muslimischen Welt
  10. Rechtfertigung israelischen Leids: Students for Justice in Palestine, Steven Salaita, Mairav Zonszein und Sarah Leah Whitson
  11. „Die Welt ist nicht genug“: Antizionisten nutzen Covid, um Israel in die Ausweglosigkeit zu zwingen
  12. ‚Aid-Washing‘: Electronic Intifada und BDS Südafrika
  13. Spekulationen über israelische Pläne: Electronic Intifada und Asad Abukhalil
  14. Projektion von Pallywood-Perversionen auf Israel: die U.S. Campaign for Palestinian Rights und Scientists of the Palestinian Youth Movement
  15. Schluss
  16. Einführung: Zeitungsenten über das „zionistische Coronavirus“

——

A. Einführung: Zeitungsenten über das „zionistische Coronavirus“

Über Jahre hinweg haben israelfeindliche Propagandisten ihre radikale, mit dem Islamismus verbundene Bewegung in den „Mainstream“ zu bringen versucht, indem sie den jüdischen Staat unablässig mit Themen in Verbindung gebracht haben, die bereits große Wellen schlugen. „Intersektionalität“ predigende israelfeindliche Aktivisten behaupten, jegliche „Unterdrückung“, jegliches Unglück würde von denselben „Unterdrückern“ ausgeübt oder verschärft – und oft wird es so dargestellt, als folgten alle den gleichermaßen bösartigen Ideologien des Rassismus, des Imperalismus, des Kapitalismus und/oder des Zionismus. Israel wurde daher für alles verantwortlich gemacht – von tödlicher Polizeigewalt gegen farbige Amerikaner bis hin zu den Ungerechtigkeiten an der US-mexikanischen Grenze.

In ähnlicher Weise ist auch Covid-19 eine fast flächendeckend beunruhigende und unangenehme Situation; Israelgegner (darunter intersektionelle BDS-Befürworter, internationale arabische und islamistische Medien und Rechtsextreme) haben aus der weltweiten Angst, Enttäuschung und wirtschaftlichen Katastrophe Kapital geschlagen, indem sie das Virus und seine schädlichen Auswirkungen auf jede nur erdenkliche Weise mit Israel und Zionismus in Zusammenhang gestellt haben.

Zudem ergehen sich eingefleischte Antizionisten durch die Pandemie in einseitiger Bestätigung; wie Ex-Professor und BDS-Anhänger Steven Salaita (der den Zionismus öffentlich als ursächlich für Antisemitismus bezeichnet hat) zeigt, kann jeder Umstand so manipuliert werden, dass er auf das bereits vorher gefasste Urteil passt, Israelis mangele es an „Mitgefühl“.

Über Jahre hinweg haben israelfeindliche Propagandisten ihre radikale, mit dem Islamismus verbundene Bewegung in den „Mainstream“ zu bringen versucht, indem sie den jüdischen Staat unablässig mit Themen in Verbindung gebracht haben, die bereits große Wellen schlugen. „Intersektionalität“ predigende israelfeindliche Aktivisten behaupten, jegliche „Unterdrückung“, jegliches Unglück würde von denselben „Unterdrückern“ ausgeübt oder verschärft – und oft wird es so dargestellt, als folgten alle den gleichermaßen bösartigen Ideologien des Rassismus, des Imperalismus, des Kapitalismus und/oder des Zionismus. Israel wurde daher für alles verantwortlich gemacht – von tödlicher Polizeigewalt gegen farbige Amerikaner bis hin zu den Ungerechtigkeiten an der US-mexikanischen Grenze.

In ähnlicher Weise ist auch Covid-19 eine fast flächendeckend beunruhigende und unangenehme Situation; Israelgegner (darunter intersektionelle BDS-Befürworter, internationale arabische und islamistische Medien und weiße Rassisten) haben aus der weltweiten Angst, Enttäuschung und wirtschaftlichen Katastrophe Kapital geschlagen, indem sie das Virus und seine schädlichen Auswirkungen auf jede nur erdenkliche Weise mit Israel und Zionismus in Zusammenhang gestellt haben.

Zudem ergehen sich eingefleischte Antizionisten durch die Pandemie in einseitiger Bestätigung; wie Ex-Professor und BDS-Anhänger Steven Salaita (der den Zionismus öffentlich als ursächlich für Antisemitismus bezeichnet hat) zeigt (hier archiviert), kann jeder Umstand so manipuliert werden, dass er auf das bereits vorher gefasste Urteil passt, Israelis mangele es an „Mitgefühl“.

[Die USA lehnen es ab Sanktionen gegen den Iran aufzuheben, erwartet also nicht, dass Israel die Belagerung des Gazastreifens aufhebt, egal, wie viele Menschen an beiden Orten sterben. Imperialismus und Mitgefühl sind nicht miteinander vereinbar.
Die Notlage ist natürlich Absicht. Das Fehlen von Mitgefühl ist ein ideologisches merkmal des Imperialismus.]

B. Darstellung von Zionismus als eigentlicher Virus: Al-Awda und die islamistische Inspiration

Die wohl billigste Art und Weise, wie israelfeindliche Propagandisten die Pandemie ausschlachten, ist, indem sie den müden Vergleich wiederholen, Israel bzw. der Zionismus (die nationale Freiheitsbewegung des jüdischen Volkes) sei eine Krankheit.

Ungeachtet der uralten Geschichte der Verschwörungstheorien, Juden würden absichtlich Krankheiten verbreiten, kommen einige der übelsten Krankheitsvergleiche von iranischen Regierungsbeamten – darunter Ex-Präsident Mahmud Ahmadineschad und der amtierende Präsident Hassan Rohani –, die Israel oft als „Krebstumor“ bezeichnen und erklären, es solle vernichtet werden.

BDS-Befürworter sind diesem Beispiel gefolgt, z. B. als die britische Islamistengruppe Innovative Minds im Jahr 2012 eine Demo für ihre Israelboykott-Kampagne organisiert hat, stand auf mindestens einem Schild zu lesen: „Israel ist eine Krankheit, wir sind das Heilmittel“.

Neueren Datums (aus 2018) ist ein Tweet des Palestine Information Center (eine so genannte Nachrichtenwebsite, die häufig wegen der Verbreitung eklatanter Unwahrheiten entlarvt wird), worin Israel ebenfalls als „eine Krankheit“ bezeichnet wird (hier archiviert).

[Israel ist eine Seuche: Iraelische Militärpolizei verhindert, dass eine palästinensische junge Frau die Al-Aqsa-Moschee betritt, weil das Wort Palästinenser auf ihrer Tasche steht.]

Und schließlich gibt es noch die Konferenz des Palestinian Solidarity Movement an der Duke University im Jahr 2004, wo Mazin Qumsiyeh, islamistischer Mitbegründer der radikal israelfeindlichen Gruppe „Al-Awda Right of Return Coalition“, Berichten zufolge den Zionismus gleichermaßen als „Krankheit“ tituliert hat.

So ist es nur passend, dass Al-Awdas Mitbegründer (und anscheinend enger Freund der Kongressabgeordneten Rashida Tlaib) Abbas Hamideh dieses Sprachbild auch in Zeiten des Coronavirus bemüht hat. Er hat es sogar geschafft, sich (ähnlich wie die Innovative-Minds-Demonstranten) als das Heilmittel für Zionismus hinzustellen. In Hamidehs Tweet vom 9. März heißt es (hier archiviert): „So wird das Zionavirus bekämpft <3“.

Sein Tweet schmückte Hamideh mit einem Videoausschnitt, das ihn mit Megaphon auf der Al-Awda-Kundgebung draußen vor der AIPAC-Konferenz am 1. März 2020 bei einer Kundgebung außerhalb der jährlichen politischen Konferenz des American Israel Public Affairs Committee (AIPAC) zeigt – derselben Kundgebung, die in in unserem letzten Posting dokumentierten: Video – Anti-Israel AIPAC protester: „Die müssten auf den Knien liegen und um Vergebung betteln“. Eindeutig kein Feind von Subtilität, rundete Hamideh sein „Zionavirus“-Tweet mit „F#CK ISRAELI OCCUPATION“ ab.

[So bekämpft man den Zionavirus]

C. Opfer und Gefährdung: Palästinenser und Covid-19

Zwar mögen die Abbad Hamidehs dieser Welt damit zufrieden sein, ein vage antisemitisches Kofferwort und ein selbstgefälliges GIF zu twittern (siehe oben), aber andere BDS-Befürworter versuchen Zusammenhänge zwischen Israel und Covid-19 herbeizulügen, indem sie die gängigeren BDS-geführten Narrative von palästinensischer Opferrolle und mangelnder Handlungsfähigkeit im Angesicht zweier Übel (US-Imperialismus und zionistischer Kolonialismus) übernehmen.

Oft implizieren BDS-Befürworter (oder sagen es sogar ganz offen), Israel gehöre zu den schlimmsten Menschenrechtsverletzern der Welt. Dementsprechend heißt es dann, die Palästinenser seien das am meisten geschädigte Volk der Welt – und dass ihre Opferrolle fast immer allein auf Israel zurückzuführen sei.

Wer dieses Narrativ übernimmt, für den bietet die aktuelle Covid-19-Situation eine ganze Reihe von Tragödien, die man ausschmücken und dann Israel zuschreiben kann. So wird die Mär der palästinensischen Dauer-Opferrolle neu verpackt und gestärkt.

Ein vor kurzem erschienener Text (hier archiviert) im israelfeindlichen Blog Electronic Intifada (dessen  Mitbegründer, der antiisraelische Hitzkopf Ali Abunimah Berichten zufolge seine Absicht ankündigte den Staat Israel zu vernichten, auf die Einstaaten-Lösung drängt, in welcher Israel kein jüdischer Staat mehr wäre, der lautstark BDS unterstützt und der Israels Gründung und Existenz als „Katastrophe“ bezeichnet) ist ein gutes Beispiel für die Corona-Umverkleidung der gängigen BDS-Themen.

Autorin Tamara Nasser schreibt darin:

Während immer mehr Menschen an Corona erkranken, sehen sich die Palästinenser einem alten Feind gegenüber: der israelischen Militärbesatzung. (…)

„Die Gazaner zählen zu den weltweit am stärksten von der Covid-19-Pandemie bedrohten Menschen“, so die palästinensische Menschenrechtsgruppe Al-Haq.

Aber wie so oft bei BDS-Befürwortern ist Nassers und Al-Haqs Händeringen über das palästinensische Wohlergehen rein performativ. Nachdem Nasser in abstrakter Weise die „Besatzung“ für die Verkomplizierung der palästinensischen Reaktion auf Covid verantwortlich macht, lässt sie sich zu einem genaueren Blick auf Berichte hinab, die aus Gaza stammen.

1. Zusammenkunft: Gazaner ignorieren die soziale Isolation und kommen zusammen, um ihren Israelhass auszudrücken

Tatsächlich deuten Berichte aus dem von der Hamas kontrollierten Gebiet darauf hin, dass einige Gaza-Beamte die fortgesetzte öffentliche Verunglimpfung Israels über die Sicherheit der Bevölkerung stellen.

Am 30. März twitterte eine offizielle palästinensische Nachrichtenagentur Fotos einer überfüllten „Pressekonferenz“ anlässlich des „Tages des palästinensischen Landes“ – ein jährlich stattfindendes Israelhassfest in Gaza, auf dem es oft zum „Great Return March“ kommt, wo Hunderte Araber (oft Angehörige der Hamas, des Palästinensisch-Islamischen Dschihad oder anderer Terrorgruppen) zur israelischen Grenze gehen und einen gewaltsamen Konflikt provozieren, der dann dem israelischen Militär in die Schuhe geschoben werden kann (hier und hier archiviert).

Die Fotos zeigen Dutzende eng zusammenstehende Menschen (darunter auch Kinder), und keiner trägt eine Maske. Zwei Fotos zeigen eine Frau mit Beingips und Krücken (aha, offenbar fehlt es also nicht an medizinischer Ausstattung, wie antiisraelische Stimmen ständig behaupten), die fröhlich auf einer großen auf dem Boden ausgebreiteten Israelflagge umherläuft.

Offenkundig verlief die Zusammenkunft wie geplant, trotz Berichten, dass die von der Hamas kontrollierte Regierung einige Tage vorher Präventivmaßnahmen angekündigt hatte. Dies nachdem zwei Gazaner unter Missachtung von Sicherheitsvorgaben aus dem Ausland nach Gaza zurückkamen und die ersten waren, die positiv auf Corona getestet wurden.

Die zwei Erkrankten hatten vom 11. bis 15. März an einer Islamkonferenz in Lahore/Pakistan teilgenommen, wie Quellen im Gazastreifen verrieten. Laut der Quellen hatten viele tausend Muslime an der Konferenz teilgenommen und die von den pakistanischen Behörden verhängten Beschränkungen ignoriert – denn wegen des Coronavirus waren ebensolche Zusammenkünfte verboten worden… Ein dritter Palästinenser aus dem Dorf Karawet Bani Hassan in der Nähe von Nablus (im Westjordanland) hatte ebenfalls dieser Konferenz beigewohnt und wurde letzte Woche nach seiner Rückkehr aus Pakistan positiv auf Corona getestet.

Und scheinbar, bevor die zwei Patienten ihre Diagnose bekamen:

…wir [Gazaner] glaubten, der Gazastreifen sei das sicherste Gebiet der ganzen Welt“, so Ayman al-Ghul, Sozialarbeiter aus der Stadt Gaza.

2. Israel ist immer schuld: Ariel Gold und Ben Norton über Covid in Gaza

Doch ungeachtet gegenteiliger Behauptungen waren israelfeindliche Entitäten nur allzu bereit, Israel die alleinige Schuld für aktuelle und zukünftige Covid-19-Fälle unter den Palästinensern zuzuschreiben.

Eine solche Anschuldigung findet sich schon bei CodePink-Kodirektorin Ariel Gold.

Schon oft haben wir über Gold und die radikale „Antikriegs“-Organisation CodePink berichtet. Im Rahmen unserer Berichterstattung fiel uns Golds Tendenz auf, Israel zwanghaft für alles die Schuld zuzuschieben, für jede beliebige Tragödie. Ein Beispiel war, als Gold versuchte, die Schießerei in El Paso gegen Israel zu verwenden. Wir haben auch über ihre Versäumnisse berichtet, echte unterdrückerische und autoritäre Regimes für ihre Verbrechen zur Rechenschaft zu ziehen, z. B. als CodePink eine Propagandareise durch den Iran machte und dabei Frauen im Stich ließ und Juden niedermachte.

In den vergangenen Wochen ist Gold wieder in ihre alte Gewohnheit verfallen und hat denselben Satz immer und immer wieder getwittert. Die Schuld für jeglichen Covid-Toten in Gaza trifft allein Israel.

(Israel ist an jedem COVID-19-Toten im Gazastreifen schuld.)

[Das Völkerrecht: Israel ist an jedem Coronavirus-Toten im Gazastreifen schuld.]

Gold ist nicht die einzige; andere Israelhasser teilen ihre Überzeugungen, wenngleich mit etwas detaillierteren Erklärungen über den vermuteten Zusammenhang zwischen Israel und den Corona-Fällen in Gaza.

In einem Tweet vom 21. März behauptete der selbsternannte „Journalist“ (und Herausgeber der Grayzone News) Ben Norton (hier archiviert), Israel sei für jeden Covid-19-Todesfall in Gaza verantwortlich, weil es Gazas „Gesundheits-Infrastruktur zerbombt“ habe. (Die gut dokumentierte Angewohnheit der Hamas, Gazas „Gesundheits-Infrastruktur“ zu Waffenlagern, Abschussrampen und Militär-Hauptquartieren umzufunktionieren, verschwieg er geflissentlich.)

Er fügt hinzu, Israel setze Gaza einer „Belagerung im Mittelalter-Stil“ aus (was auch immer das heißen soll – vermutlich meint er Israels Seeblockade des Gazastreifens).

[Der Coronavirus hat jetzt den Gazastreifen erreicht, der unter völlig illegaler, brutaler, mittelalterlicher Belagerung durch Israel steht.
Der Gazastreifen hat kaum Gesundheitsinfrastruktur; es ist von Israel in Stücke gebombt worden. Jeder vom Covid-19 verursachte Tod ist Blut an Isrels Händen.]

3. Vorhersage einer palästinensischen Covid-19-Apokalypse: Jewish Voice for Peace, Linda Sarsour, B’tselem, Human Rights Watch und IfNotNow

Andere Corona-Schuldzuschreibungen umfassen übertriebene Anschuldigungen von israelischer Barbarei, aber auch schreckliche und paranoide Vorhersagen einer zukünftigen, von Israel angerichteten palästinensischen Corona-Apokalypse.

Eine dieser Vorhersagen gab es, als die extrem israelfeindliche Organisation Jewish Voice for Peace anlässlich des „Tags des palästinensischen Landes“ zu einer „virtuellen Kundgebung“ einlud. Hauptrednerin war niemand anderes als die berüchtigte islamistische Aktivistin und Louis-Farrakhan-Anhängerin Linda Sarsour (die vor kurzem Gegenwind bekam, als sie erklärte, Israel sei auf der Idee errichtet worden, Juden seien besser als alle anderen).

In ihrer auf Zoom gehaltenen Rede sagte Sarsour voraus, das Coronavirus könnte jeden einzelnen Menschen in Gaza töten:

Dieses Covid-Virus könnte ein Todesurteil für über zwei Millionen Menschen bedeuten, und dieses Blut wird an den Händen des amerikanischen Volkes und der amerikanischen Regierung kleben, die weiterhin die israelische Regierung unterstützt, welche Menschen weiterhin in einem Freiluftgefängnis eingesperrt hält.

Die gesamte „Kundgebung“ könnt ihr hier sehen: https://vimeo.com/402707651

Wie wir früher bereits feststellten, ist Sarsours Behauptung, Gaza sei ein „Freiluftgefängnis“, eine zentrale Überzeugung der BDS-Bewegung – wobei die Hamas-Kontrolle und die Abzweigung von Zement und anderen Baustoffen für Tunnels und Raketen natürlich ignoriert wird.

Und genau wie ihre „Verbündeten“ ignorierte Sarsour, dass sich Covid-19 in Gaza selbst laut Angaben der Hamas-Ministerien auszubreiten begann, als zwei Palästinenser aus dem Ausland zurückgekehrt waren.

Es scheint, als halte Sarsour und andere Gleichgesinnte nichts davon ab, über Israels angebliche Schuld zu schwadronieren, und die aktuelle ängstliche Atmosphäre in der Bevölkerung bestärke sie nur.

Eine besonders finstere Vorhersage im Stil der palästinensischen Opferrolle stammt von der Organisation B‘tselem, die sich selbst das „israelische Informationszentrum für Menschenrechte in den besetzten Gebieten“ nennt. In Wirklichkeit ist B‘tselem, wie wir früher schon erklärt haben,

…Liebling der Linken, da ihr Hauptdaseinszweck wie bei den meisten vom Ausland finanzierten Organisationen darin besteht, jeden Morgen aufzustehen und etwas Schlimmes über Israel oder die israelische Gesellschaft zu finden. Jene Organisationen, die Israel ultragenau unter die Lupe nehmen und die palästinensische Gesellschaft vollkommen außer Acht lassen, spielen eine Schlüsselrolle im internationalen Propagandakrieg gegen Israel.

Tatsächlich warf B‘tselems Droh-Tweet vom 23. März Israel vor, es habe die Covid-19-Krise in Gaza „verursacht“, und warnte, Israel werde nicht in der Lage sein, die „Schuld“ am kommenden „Alptraumszenario zu leugnen“ (hier archiviert).

[COVID-19 im Gazastreifen? Nach mehr als einem Jahrzehnt israelischer Blockade – Israel wird es nicht schaffen die Verantwortung abzulenken, enn dieses Albtraum-Szenario sich ine ein Realität kehrt, die es gescahffen hat und die zu verhindern es keine Bemühung unternommen hat.]

Und wie die Beobachter der Organisation Monitor festgestellt haben, verbreitet auch die in New York ansässige Organisation Human Rights Watch dieselbe Art von Agitation und Propaganda:

Am 15. März 2020 twitterte der ausführende Direktor Ken Roth: „Das Coronavirus wird die Weisheit der israelischen Politik auf die Probe stellen, Wirtschaft und Gesundheitswesen von Gaza und Westjordanland zu lähmen. Als Besatzungsmacht (was angesichts Israels strenger Bewegungseinschränkungen auch für Gaza gilt) ist Israel für die Gesundheitsversorgung verantwortlich.“

Selbstverständlich sieht Roth Ägypten nicht ebenfalls „auf die Probe gestellt“ – obwohl Ägypten ebenfalls an Gaza grenzt und das Gebiet Einfuhr- sowie Reisebeschränkungen unterstellt hat. Und genausowenig tut dies IfNotNow (INN), eine intersektionelle Antizionisten-Organisation, die (ähnlich wie Jewish Voice for Peace) eine Spaltung in der amerikanisch-jüdischen Gemeinschaft zu erwirken versucht, indem sie a) Israel verunglimpft und b) die amerikanischen Juden für das „Unrecht“ der „Besatzung“ verantwortlich macht.

Wir haben früher bereits über INNs Bemühungen berichtet, ganz anders geartete Bewegungen für soziale Gerechtigkeit wie z. B. die Einwanderungsdebatte in den USA oder die LGBTQ-Bürgerrechte herzunehmen und deren Mitstreiter gegen Israel aufzuhetzen. Und natürlich hat INN das auch mit der Covid-19-Krise versucht. Investigative Project on Terrorism (IPT) dokumentierte INNs hysterische israelfokussierte Reaktion (hier archiviert), als die ersten Nachrichten über Covid-19-Fälle in Gaza eintrafen:

Dies könnte einer der schlimmsten #Coronavirus-Ausbrüche weltweit werden“, schrieb INN auf Facebook. „Hebt die israelische Regierung ihre Militärblockade des Gazastreifens nicht sofort auf und liefert medizinische Güter wie Masken und Beatmungsgeräte, dann könnten viele tausend Palästinenser sterben.“

Obwohl der von INN gepostete Artikel feststellte, dass die ersten Covid-19-Fälle in Gaza von Pakistan herrührten, die israelischen und ägyptischen Restriktionen bezüglich Gaza beschrieb und nachwies, dass ebenjene Restriktionen die Ausbreitung des Virus verlangsamt haben, ignorierte INN all diese Fakten und machte Israel für eine Katastrophe verantwortlich, die noch nicht einmal eingetroffen ist – alles nur mit dem Ziel, die eigene Sache voranzubringen.

Und mal ganz abgesehen von dem faktenignorierenden Narrativ über die Situation vor Ort in Gaza oder über Zweck und Auswirkung der israelischen Sicherheitsmaßnahmen (wie der Seeblockade) – derartige Verzerrungen durch sogenannte humanitäre Entitäten kann die Gefahr, der die Palästinenser durch Covid ausgesetzt sind, sogar noch verschärfen.

Indem Israelgegner die Schuld an jeglichen zukünftigen Covid-19-Ausbrüchen unter den Palästinensern allein Israel zuschieben, sprechen sie die Hamas und die Palästinenserbehörde (PA) – die autoritären und zutiefst korrupten Palästinenserregierungen, die den Gazastreifen und den größten Teil der Palästinensergebiete im Westjordanland kontrollieren – von ihrer überwältigend großen Schuld an palästinensischem Leid frei.

Und angesichts dessen, dass die Hamas und die PA immer wieder bewiesen haben, dass sie die Sicherheit und das Wohlergehen der Palästinenser nur allzu gern opfern, um Israel zum Sündenbock zu machen, spornt jedes Signal – insbesondere Signale aus dem Westen –, Hamas und PA würden für die Not ihres eigenen Volkes nicht verantwortlich gemacht, jedes der beiden Regime nur weiter an, alle Bürger, die sie für entbehrlich halten, in Gefahr zu bringen.

4. Coronavirus als neue BDS-Keule: Human Rights Watch, Jewish Voice for Peace, American Muslims for Palestine und Lamis Deek

Wilde Spekulationen über eine düstere Zukunft der Palästinenser sind Teil der Bemühungen, die ohnehin schon beachtliche Covid-19-Panik gegen Israel instrumentalisieren zu wollen; die Situation vor Ort zu übertreiben ermöglicht es den BDS-Aktivisten, den Druck auf Entscheidungsträger zu erhöhen.

Indem Sarsour, B‘tselem, Roth etc. einen kausalen Zusammenhang zwischen einer Politik, die Israels Fortbestand als jüdischem Staat garantiert, und einer möglichen Covid-Apokalypse der Palästinenser behaupten, benutzen sie die Krise als einen weiteren in einer langen Reihe rhetorischer Knüppel, mit denen Israel gezwungen werden soll, sich den destruktiven Forderungen zu beugen, welche von der BDS-Kampagne und ihren Vorläufern seit Jahrzehnten erhoben werden.

Beispielsweise haben BDS-Befürworter schon seit Jahren gefordert, Israel solle seine legale Seeblockade des Gazastreifens aufheben, aber diese Forderung haben sie nun erweitert: Israel soll die Blockade nun aufheben, um Masken und andere die Pandemie verzögernde Hilfsgüter in das von der Hamas kontrollierte Gebiet kommen können.

Wie NGO Monitor feststellte, hat Omar Shakir von Human Rights Watch in einem Tweet behauptet (hier archiviert):

Israel hat 2 Millionen Menschen in einer 40 mal 11 Kilometer großen Enklave eingesperrt und die Einfuhr von Waren 13 Jahre lang stark eingeschränkt, worunter der Gesundheitssektor des Gazastreifens stark litt. Echte Katastrophengefahr. Abriegelung muss aufhören.“ Shakir verschweigt die Korruption der Hamas, den Missbrauch von Hilfsleistungen und die Entscheidung, Ressourcen für den Terror einzusetzen anstatt medizinische Infrastruktur aufzubauen.

[Eilmeldung: Gaza-Gesundheitsministerium berichtet 7 neue Fälle von Menschen, die positiv auf Covid-19 getestet wruden. Israel hat 2 Millionen Menschen in der 40x11km-Enklave eingepfercht und die Einfuhr von Waren 13 Jahre lang streng eingeschränkt, den Gesundheitssektor des Gazastreifens dezimiert. Echtes Risiko einer Katastrophe. Sperrung muss enden.]

Jewish Voice for Peace (JVP) hat ihrerseits den Twitter-Hashtag #SpreadSolidarity gefördert. Er ist Teil ihrer Kampagne, Israel solle seine legale Seeblockade des Gazastreifens wegen Corona beenden (ein Schritt, der zweifellos größere Waffentransporte an die Hamas zur Folge hätte). Ein Tweet enthielt eine Grafik, die mahnte: „Lasst Gaza atmen“ (hier archiviert).

[Israels 13-jährige E inschränkungen palästinensischer Reisen und Zugang zu Waren haben das Gesundheitssystem des Gazastreifens erstickt. Und Mitten in einer tödlichen Pandemie benötigen die Palästinenser im Gazastreifen lebensrettende Versorgungsgüter und Fürsorge mehr als je. Israel muss die Gaza-Blockade beenden und Solidarität verbreiten.]

Im Rahmen ihrer Kampagne hat JVP sich auch an amerikanische Gesetzgeber gewandt, indem sie eine Petition ins Leben rief und ihre Anhänger bat: „Sagt dem Kongress: Ende der Gaza-Blockade“. Der Grund: „Covid-19 stellt eine besondere Bedrohung der Palästinenser in Gaza dar“. Und wieder prophezeite sie die „unvermeidliche“ Auslöschung des Gazastreifens, falls Israel seine Sicherheitsvorkehrungen aufrechterhält:

Wir bitten die Mitglieder des Kongresses, Israel aufzufordern, sein Todesurteil für das Volk von Gaza aufzuheben und die Blockade zu beenden.

Andere Israelfeinde in den USA haben dieselbe Taktik angewandt. Eine davon ist die selbsternannte „Menschenrechtsanwältin, Aktivistin, Strategin und Ninja-Anwältin der Völker“ (und ehemaliges Vorstandsmitglied von CAIR-NY) Lamis Deek. Trotz ihrer erklärten Sorge um die Menschenrechts hat Deek Terroristen des Palästinensischen Islamischen Dschihad gepriesen und Hamas-Mörder dafür gelobt, dass sie Israelis getötet haben.

So ist ihre kürzliche Andeutung keine Überraschung, die amerikanische Gesundheitsversorgung habe während der Covid-Pandemie gelitten, weil die USA „Milliarden“ für Israel ausgibt, „die am stärksten militarisierte Gesellschaft der Welt und das letzte Apartheid-Kolonieprojekt“.

[Wann weitet Florida Medicaid aus? Wann verabschiedet der Kongress Medicare für alle? Ich könnte das echt brauchen.
Die Milliarden $, die USG für die höchst militarisierte Gesellschaft der Erde und das letzte lebende Apartheid-Kolonisierungsprojekt (d.h. Israel, dessen Siedler übrigens kostenlose Gesundheitsversorgung bekommen) in Verletzun gdes Völkerrechts per ICJ-Entscheidung von 2004 ausgibt – ist Geld,d as wir hier für Lebensmittel, Wohnraum und medizinische Versorgung brauchen.]

In ähnlicher Weise verschickte die radikal israelfeindliche Organisation American Muslims for Palestine eine E-Mail, in der sie ihre Anhänger bat zu fordern, der Kongress solle „Israels Menschenrechtsverstößen die Finanzmittel entziehen“. In diesem E-Mail wurde auch behauptet: „Das palästinensische Volk braucht heute mehr denn je unsere Solidarität, während es dem Sturm des Coronavirus gegenübersteht und gleichzeitig die grausame israelische Unterdrückung überlebt.“


Entzieht Israels Menschenrechtsverletzungen die Finanzierung,
finanziert lebensrettende Dienste für Palästina neu
Während diese COVID-19-Pandemie tobt, treiben unsere Steuerdollars weiter Israles Menschenrechtsverletzungen an, einschließlich der Einkerkerung palästinensischer Kinder und dem Abriss palästinensischer Häuser in der besetzten Westbank. Nicht nur das – 2018 beendete die Administration Trump alle lebensrettende humanitäre Hilfe für die Palästinenser, darunter die Beendigung der fast 70-jährigen Beziehung zur UNO-Organisatoin für palästinensische Flüchtlinge, UNRWA….

5. Covid-19 ein „Werkzeug israelischer Unterdrückung“: Students for Justice in Palestine, Steven Salaita, Lamis Deek, Mondoweiss und Carlos Latuff

Sogar über die Ausnutzung der Covid-Panik hinaus haben israelfeindliche Aktivisten darauf insistiert (hier archiviert), Israel mache die Pandemie für die Palästinenser noch gefährlicher als für jeden anderen. Sie sind sogar so weit gegangen zu behaupten, es sei Israel (und manchmal auch die USA), das das Virus ausnutzt – und zwar indem es das Virus als Waffe gegen die verwundbaren Palästinenser einsetzt.

Ex-Professor Steven Salaita und einer seiner Fans haben exakt das oben Beschriebene behauptet und die gesamte USA und ganz Israel ohne jede weitere Erklärung in den Schmutz gezogen, und zwar auf der Grundlage eines halb satirisch gemeinten Artikels (der sich für palästinensisches Wohlergehen einsetzt).

[Diese Pandemie hat (nicht zum ersten Mal) deutlich gemacht, dass die USA trotz ihrer lauten Bekundungen moralischer Überlegenheit versierter darin sind die Heilung der Betroffenen auszunutzen.
Jüdisch und vom Coronavirus in Panik versetzt? Komm mit deinem schuldigen Gewissen nach Israel
Commen Sie in ein Land, das sich mit dem Überwinden extremer Szenarien auskennt. Nutzen Sie Ihr Recht auf Staatsbürgerschaft und prangern Sie Netanyahus krasse Versuche an die Rechte der arabischen Bürger zu herabzustufen]

Und auch unsere Lieblings-“Menschenrechtsanwältin“ Lamis Deek erhob einen ähnlich merkwürdigen Vorwurf im Zusammenhang mit dem Coronavirus, indem sie twitterte, Israel nutze Covid-19 als „Werkzeug für ethnische Säuberung und Völkermord an den Palästinensern“ (hier archiviert).

[Keine Frage, israel betrachtet den Ausbruch des Coronavirus als Verbündeten und Mittel für ethnische Säuberung und Völkermord an den Palästinensern.
Sie haben gerade die Notfallklinik für Coronaausbruch zerstört, Soldaten spucken auf palästinensische Autotüren, Siedler dringen immer noch in Häuser und zerstören sie.]

Dann ist da noch der Fall des israelfeindlichen brasilianischen Karikaturisten Carlos Latuff (dessen Karikaturen die palästinensische Gewalt gegen Israelis als lebensrettende Heldentaten wohlgesinnter Comic-Figuren dargestellt haben; er hat den zweiten Platz im Holocaust-Karikaturenwettbewerb des iranischen Regimes belegt). Seine Haltung bezüglich Israel und Covid hat er im israelfeindlichen Blog Mondoweiss dargelegt – seine dortige Karikatur zeigt einen israelischen Soldaten am Betonteil der israelischen Sicherheitsbarriere, der eine harmlose alte Palästinenserin mit vorgehaltener Waffe zwingt, auf eine Wand aus riesigen Covid-19-Viren zuzugehen.

Das Bild deutet an, Israel gebrauche das Virus sozusagen für seine „Drecksarbeit“; Latuff scheint davon auszugehen, Israels Ziel sei die Auslöschung der Palästinenser, und das Virus sei ein willkommenes Mittel zu diesem Zweck. Ebenso unterstellt die Karikatur ironischerweise, Israel sei frei von Covid und habe die Krankheit auf die Palästinensergebiete beschränkt, die völlig damit durchsättigt seien.

Natürlich ist das völlig abwegig. Laut den jüngsten Berichten gibt es in Israel über 9.000 dokumentierte Covid-Fälle, 60 davon sind tödlich verlaufen. Im Vergleich hierzu weisen die jüngsten palästinensischen Berichte der Anzahl und dem Prozentsatz nach weit geringere Werte auf: 247 Fälle im Westjordanland, 13 Fälle im Gazastreifen.

Wie der Blog IsraellyCool anmerkt, ignoriert die Karikatur…

bequemerweise die Tatsache, dass Gaza auch an Ägypten grenzt (das die Freizügigkeit gleichermaßen einschränkt), die Hamas wegen Corona nun die Grenzübergänge nach Israel und nach Ägypten geschlossen hat, und dass Israel mit den Palästinensern zusammenarbeitet, um Lösungen gegen Corona zu finden.

Trotz dieser Tatsachen gewinnt der Vorwurf, Israel setze das Virus absichtlich zur Verschlimmerung der ohnehin schon grausamen Behandlung der Palästinenser ein, bei BDS-Anhängern an Boden.

Tatsächlich ist das schon zum Lieblingsthema der Students for Justice in Palestine (SJP) geworden, die seit ihrer erstmaligen Gründung im Jahr 2001 zu den größten antizionistischen und antisemitischen Hetzern zählen.

SJP war wegen ihrer hoch aggressiven, manchmal eklatant antisemitischen Possen schon oft in diesem Blog zu Gast, beispielsweise als die SJP-Ortsgruppe am Vassar College eine Nazi-Karikatur verbreitete oder als die SJP-Ortsgruppe an der University of California in Davis jüdische Studenten mit „Allahu akbar“-Sprechchören verhöhnte. Uns blieb auch nicht verborgen, dass SLP-Gruppen an vorderster Front „intersektioneller“ Bemühungen stehen, völlig sachfremde Themen wie Black Lives Matter gegen Israel einzusetzen; so arbeitet SJP beispielsweise daran, einer breiten Schicht der modernen Bürgerrechtsbewegungen Antizionismus einzuimpfen, indem sie an BLM-Proteste zweckentfremdet (wie z. B. in Ferguson, Baltimore und New York City geschehen). Ein weiteres Beispiel wäre ein Zusammenschluss aus SJP-Ortsgruppen im New Yorker Stadtgebiet, die sich die Schwierigkeiten der Studenten mit Studiengebühren zu eigen machten und die 2015er Studentenproteste zweckentfremdeten, indem sie die Behauptung streuten, die Studiengebühren verteuerten sich wegen CUNYs „zionistischer Verwaltung“ und wegen israelischen Investitionen.

Es überrascht also nicht, dass SJP auch Corona für seine Propagandaziele instrumentalisiert.

Eine SJP-Ortsgruppe, die diese Taktik anwendet, ist diejenige an der Cornell University. Schon lange versucht sie (und hat darin versagt), BDS-Resolutionen an der Cornell durchzubringen, sogar unter Gebrauch von Bildern der Popular Front for the Liberation of Palestine.

In einem Facebookbeitrag vom 16. März sprach Cornells SJP-Ortsgruppe unter Verwendung vollkommen islamistischen Sprachgebrauchs Israel mit dem typischen Bombast am Coronavirus schuldig: „Die unmenschliche Besatzung der zionistischen Entität hat in Gaza jeden Tag zu einem Tag des Ausnahmszustands gemacht.“

Die SJP-Ortsgruppe an der University of Maryland organisierte am 10. März eine Veranstaltung, auf der das Coronavirus ebenfalls mit der „Besatzung“ in Verbindung gebracht wurde (hier archiviert).

a. BDS-Inspiration in der arabisch-muslimischen Welt

Damit keiner glaubt, BDS-Anhänger wären ganz allein auf diese clevere Corona-Instrumentalisierung gekommen, hier einige Beispiele für dieselbe Art von Anschuldigungen aus der arabischen Welt.

Das Middle East Media Research Institute (MEMRI), das Medienbeiträge aus der MENA-Region übersetzt, hat eine Vielzahl an Beispielen für solche Anschuldigungen veröffentlicht:

Der Ausbruch des Coronavirus ging mit der Verbreitung einer Vielzahl von Verschwörungstheorien über den Ursprung des Virus einher, die u.a. in arabischen und insbesondere in palästinensischen Medien verbreitet wurden. Während PA-Regierungssprecher Ibrahim Milhem sagte, die PA ergreife Anti-Corona-Maßnahmen in Abstimmung und Zusammenarbeit mit Israel, beschuldigten einige palästinensische Medien Israel und die USA, das Virus aus verschiedenen Gründen in der Welt zu verbreiten – um China und den Iran zu schwächen, um Trumps Wiederwahl zu stützen, um Israels Machtübernahme in der Region voranzubringen.

In der PA-Tageszeitung Al-Hayat Al-Jadida erschien am 16. März eine politische Karikatur, die das Coronavirus als israelischer Panzer zeigt, der einen Palästinenser mit einem Kind im Arm verfolgt. Die Karikatur erinnert an das Grundthema in Carlos Latuffs Karikatur weiter oben; beide zeigen die Palästinenser (ängstlich und unter Waffenbedrohung) als unzweifelhaft wehrlos und unschuldig. Und beide zeigen übergroße Versionen des Virus, der den Palästinensern den Weg nach vorne versperrt.

Hier ein weiteres Beispiel aus palästinensischen Medien (MEMRI, Hervorhebung hinzugefügt):

As‘ad Al-Zouni, ein jordanischer Journalist palästinensischer Herkunft, der häufig antisemitische und Verschwörungs-Artikel schreibt, schrieb auf der palästinensischen Nachrichtenwebsite Dunya Al-Watan, die Juden und die CIA seien für die Ausbreitung des Virus verantwortlich: „[Das Auftauchen] des Coronavirus, der sich in aller Welt verbreitet… und der am selben Tag in China erschien, als Auftragnehmer Präsident Trump ein Handelsabkommen mit jenem riesigen Land unterzeichnete, kann nicht als reiner Zufall betrachtet werden. Dies gilt besonders, weil die zionistengesteuerte US-Medienmaschinerie diese ganze Sache als Geschäft bezeichnet. Vielleicht geschah die Ausbreitung [des Virus] in 46 US-Staaten nachdem sich Auftragnehmer Trump gleichgültig gegenüber der Lage gezeigt hatte und den Amerikanern sagte: ‚Macht euch keine Gedanken, es ist nicht schlimm, es geht vorbei.‘ … Dieses Virus ist sicherlich Ergebnis des verborgenen Hasses der Juden auf die ganze Welt, und seine Ausbreitung in den USA soll dies zeigen und gleichzeitig als Waffe für Auftragnehmer Trump im baldigen Wahlkampf dienen, um seine Wiederwahl zu sichern – als Dankeschön für die Gunst, die er der Kolonie Israel, der chasarischen, zionistischen, jüdischen Terrorentität erwiesen hat.

Die wichtigsten [dieser Gefälligkeiten] waren der Trump-Friedensplan, [Maßnahmen und Aussagen bezüglich] Jerusalem, die Golanhöhen und die Siedlungen. Als die Juden die Feuersbrunst des Ersten Weltkriegs entfachten, erhielten sie die Balfour-Erklärung. Als sie den Zweiten Weltkrieg entfachten, bekamen sie ihre Chasarenkolonie in Palästina. [Jetzt] wollen sie einen dritten [Welt-]Krieg, um das jüdische Königreich Groß-Israel auszurufen – und hier sind wir nun und leben in der Atmosphäre eines dritten Weltkriegs, wo die militärischen und politischen Horizonte der regionalen und innenpolitischen Konflikte besiegelt sind, während die wirtschaftliche Stagnation aufgrund der steigenden Preise und der politischen Stagnation immer schlimmer wird.“

In einem dritten Beispiel hielt MEMRI die Rede eines jemenitischen Gelehrten fest, der behauptete, Covid-19 sei Teil eines jüdischen Komplotts, heilige muslimische Städte zu „verjuden“.

[Freitagspredigt des jemenitischen Gelehrten Ibrahim Al-Ubeidi: Der Coroanvirus ist Teil eines Plans der Juden, Israels, der USA Mekka, Medina zu kontrollieren; der Clan der Saud ist eine jüdische Familie, die an die Macht gebracht wurde, um diese Städte zu verjuden.]

6. Rechtfertigung israelischen Leids: Students for Justice in Palestine, Steven Salaita, Mairav Zonszein und Sarah Leah Whitson

Oben haben wir einige Beispiele gehabt, wie israelfeindliche Aktivisten Covid-19-Nachrichten und -Fakten in ihr antizionistisches Narrativ umgebogen haben. Aber es geht teilweise noch weiter: Einige haben versucht, die negativen Auswirkungen der weltweiten Isolation umzumünzen. Indem Antizionisten behaupten, die durch den Lockdown verursachten finanziellen Nöte, die Frustration, Einsamkeit und Langeweile entsprächen dem, was Palästinenser jeden Tag erleben, wollen sie Israel mit einem zutiefst unangenehmen Gefühl, das jetzt alle persönlich erfahren haben, in Verbindung bringen.

Der ehemalige Professor Steven Salaita bietet ein weiteres Beispiel für angewandte „Lockdown-Instrumentalisierung“ (hier archiviert):

[Im Gaastreifen ging der Lockdown dem Virus voraus; Lockdown wird einen Impfstoff überdauern. Palästinensisches Leid ist eine notwendige Voraussetzung dessen, was Menschen im Westen gerne Normalität nennen.]

So können israelfeindliche Kohorten die Krise nutzen, Unterstützung für ihre Bewegung aufzubauen, und zwar innerhalb wie außerhalb Israels.

Aber diese Taktik hat noch mehr Nutzen. Mit der Behauptung, die Covid-Beschränkungen in Israel ähnelten dem, was Israel den Palästinensern auferlegt – also dass die Israelis nun einen Geschmack ihrer eigenen Medizin mitbekämen –, können Antizionisten ihre Gleichgültigkeit gegenüber israelischem Leid wegen der Pandemie rechtfertigen. Und schlimmer noch, sie rechtfertigen die Überzeugung, Israelis verdienten es, wegen Covid-19 zu leiden.

Typisches Beispiel: Mairav Zonszein, eine jüdische antizionistische Autorin mit Fokus auf „Israel/Palästina und seine Rolle in der US-Politik“, offenbarte ihren Mangel an Sympathie für Israelis, die unter der Pandemie litten. Zonszein, eine „freischaffende Journalistin“, die Ilhan Omar, Rashida Tlaib und B‘tselem gegen Antisemitismusvorwürfe verteidigt hat, reagierte mit Zynismus auf die Nachricht über israelische Lockdowns. Die Präventivmaßnahmen verglich sie mit dem, was „unter der Besatzung leidende Palästinenser bereits seit über einem halben Jahrhundert mitmachen“.

Schlimmer noch, Zonszeins bittere Worte zogen eine ähnliche Reaktion von Sarah Leah Whitson nach sich, eine ehemalige Mitarbeiterin von Human Rights Watch. Wie NGO Monitor festhielt:

Sarah Leah Whitson, derzeit am Quincy Institute und früher Leiterin der MENA-Abteilung bei Human Rights Watch, …machte Gebrauch von der klassisch antisemitischen Ritualmordlegende, als sie [Zonszeins Tweet beantwortete und] über „6 Millionen jüdische Israelis“, die wegen des Virus plötzlich ein Leben unter „Besatzung“ verstünden, schrieb: „Eine so winzige Geschmacksprobe. Da fehlt ein Esslöffel Blut.“

Vielleicht bedauerte Whitson ihren Ausbruch von Schadenfreude, da sie ihren Tweet später löschte. (Seit September 2018 hat sie jedoch einen festen ‚angepinnten Tweet‘ auf ihrem Account, der eine künstlerische Darstellung des Mohammed-Al-Dura-Falles zeigt. Der Fall Al-Dura gilt gemeinhin als Schwindel, der Israel des Mordes an einem zwölfjährigen arabischen Jungen beschuldigen soll – eine moderne Version der antisemitischen Ritualmordlegende.)

[Sean Durns: Ah, die gute alte Ritualmordlüge – gerade rechtzeitig für Pessah. Was für eine großartige Einstellung.
Mairav Zonszein: 6 Millionen jüdische Israelis bekommen jetzt einen Eindruck davon, was die gleiche Anzahl unter Besatzung lebender Palästinenser mehr als ein halbes Jahrhundert lang erlebt haben.
Sarah Leah Whitson: Was für ein winziger Eindruck. Ich vermisse einen Teelöffel Blut.
Larry Weiss: Großartig, wieder von Sarah Leah zu hören.
Prof.Gerald Steinberg: Sarah Leah hat die Beweise gelöscht. Schuldig. QuincyInst – diese Unmoral liegt vor deiner Türschwelle. Sie wird nicht verschwinden.]

Andere Zionisten waren weniger schüchtern mit ihrer offensichtlichen Apathie gegenüber israelischem Leid. Eine der schockierendsten Reaktionen war die auf den Tod des 88jährigen Holocaust-Überlebenden Aryeh Even, der am 20. März an Covid-19 verstarb und der so geliebt und verehrt wurde, dass sogar seine Krankenschwester Rachel ihre Verzweiflung über sein Ableben in Worte kleidete:

Mein Herz ist gebrochen. Freitag nacht wurden meine schlimmsten Ängste wahr, als ich zusehen musste, wie mein geliebter Patient Aryeh Even seine letzten Atemzüge tat. Durch Gottes Gnade eilten zwei Patienten-“Engel“ an seine Seite. Mit Tränen in den Augen beobachte ich, wie sie instinktiv ihre Hände auf seine Augen legen und das „Shema“-Gebet sprechen. Sie trösten ihn und verabschieden sich, und seine Seele schreitet durch das Himmelstor. Du hast mein Herz berührt. Auch das des Personals und der Patienten hast du berührt. Ich weiß, dein Leben wird eine Inspiration für das gesamte Volk Israel sein. Geh in Frieden. Geh in Frieden an deine Ruhestätte. Pass von oben auf uns auf.

Die allgemeine Trauer über Evens Tod veranlasste die ehemalige NYU-Studentin und SJP-Führerin Leen Dweik, ihre herzlose Gleichgültigkeit auf Twitter hinauszuposaunen.

[Stand With  Us: Eine frühere Leiterin der Ortsgruppe New York City der SJP (Students for Justice in Palestine), Leen Dweik, postete diesen hasserfüllten und verstörenden Tweet, nachdem er erfuhr, das Israel den ersten Corona-Toten meldete (einen 88-jährigen Holocaust-Überlebenden)
sippin on dat: Soll ich mir die Nägel heute rot oder grün lackieren?
Spectator: Gerade gemeldet: Israel berichtet den ersten Corona-Toten]

Schon bald nach Dweiks Tweet veranlasste die öffentliche Empörung ihre Alma Mater zu einem Kommentar:

Die New York University (NYU) unternahm diese Woche einen ungewöhnlichen Schritt und verurteilte eine ehemalige Studentin wegen eines spöttischen Tweets über den ersten israelischen Corona-Todesfall.

Nachdem sie letzten Freitag vom Tod des 88jährigen Holocaustüberlebenden Aryeh Even in Jerusalem erfuhr, twitterte Leen Dweik, Ex-Vorsitzende der SJP-Ortsgruppe der NYU: „Egal, soll ich meine Nägel heute rot oder grün anmalen?“

Am Dienstag gab NYU-Sprecher John Beckman bekannt: „Bei fast 500.000 Ehemaligen reagiert die NYU nur selten auf Social-Media-Posts ihrer Absolventen, aber dieser Tweet einer ehemaligen NYU-Studentin über den ersten israelischen Covid-19-Todesfall war gefühllos und beschämend.“

Er fügte hinzu: „Die von der Pandemie verursachten Störungen und Todesfälle sollten Anlass sein, uns in Sympathie zu vereinen. Sie sollten keine Quelle für Uneinigkeit und Gleichgültigkeit sein. Die NYU verurteilt solche Gefühllosigkeit; sie steht im Widerspruch zu den Werten unseres Campus.“

Aber wie es auch bei anderen israelfeindlichen Aktivisten der Fall ist, die wir hier erwähnt haben, ist dieser hasserfüllte Text bei Dweik keine unerwartete Anomalie. 2018 mitverfasste und bewarb sie eine Pro-BDS-Resolution der Studentenvertretung an der NYU, und 2018 bis 2019 war sie Vorsitzende der SJP-Ortsgruppe der NYU.

Sie tritt auch als „Buzzfeed-Artikelschreiberin“, für die sie im März 2019 einen Text verfasste. Sie und ihr mit JVP in Zusammenhang stehender Mitautor nutzten ihre fünf Minuten Buzzfeed-Ruhm, um sich als „Menschen in unerschütterlicher Solidarität mit den Palästinensern in ihrem Kampf für Freiheit und Menschenrechte“ zu präsentieren, ebenso als „Aktivisten, die sich nicht vor der Wahrheit scheuen“ und die „wissen, dass wir die Pflicht haben, jeglichen Fanatismus anzuprangern, wo auch immer wir ihn vorfinden“. Und: „Wir verstehen nur zu gut die Konsequenzen von Antisemitismus, muslimfeindlichem Fanatismus und weißem Rassismus.“

Doch im selben Artikel verteidigten Dweik und ihre Mitautorin die kontroverse Unterstellung von Kongressmitglied Ilhan Omar, AIPAC besteche Kongressmitglieder, damit sich diese für Israel einsetzen. Sie prangerten den „massiven Einfluss der Israellobby“ an. Dementsprechend lässt auch der Rest von Dweiks Tweets wenig Zweifel, dass dieser auf Covid bezogene Ausdruck von Borniertheit keine Anomalie war; unter ihren Tweets sind viele Befürwortungen der Zerstörung Israels und viele höhnische Reaktionen auf Berichte, in denen das Leid mit Israel in Verbindung stehender Studenten zum Ausdruck kommt (hier und hier archiviert):

[Menschen, die die Abschaffung des Staates Israel nicht wollen … wyd]

[ein Zionist an der Uni sagte, die Zeit, in der all das BDS/Tel Aviv-Resolution-Zeugs ablief, war die „schlimmste Woche ihres Lebens“ wie Imao sis warte einfach, bis iwr den gesamten Staat Israel demontieren]

7. „Die Welt ist nicht genug“: Antizionisten nutzen Covid, um Israel in die Ausweglosigkeit zu zwingen

Trotz der internationalen Propaganda, die Covid-Krise gegen Israel auszuschlachten, arbeitet der jüdische Staat eng mit Palästinensern zusammen und koordiniert den Transfer medizinischer Güter, humanitärer Hilfe und medizinischer Ausbilder nach Gaza und in die arabischen Gebiete des Westjordanlands. Zudem stellt er sicher, dass alle Covid-19-Patienten in Israel angemessen versorgt werden, ungeachtet ihrer Religion. Selbst die Vereinten Nationen – die nicht gerade als Freund Israels bekannt sind – lobten die „ausgezeichnete“ israelisch-palästinensische Kooperation im Kampf gegen die Pandemie.

Aber für Israelfeinde sind Fakten weitgehend irrelevant – sie sind sogar eine Bedrohung für die Delegitimierungsbemühungen der BDS. In Folge haben viele lautstark plärrende Antizionisten begonnen, eine weitere altbekannte BDS-Taktik zu adaptieren: die Ablehnung (oder sogar Leugnung) aller guten Werke, die Israel tut. Für BDS sind sie a) ein Versuch, die Welt von dem Missbrauch der Palästinenser abzulenken, und/oder b) die Ruhe vor dem Sturm, nämlich weitere Ungerechtigkeiten gegenüber den Palästinensern.

a. ‚Aid-Washing‘: Electronic Intifada und BDS Südafrika

BDS-Aktivisten haben sich solche Behauptungen schon früher zu eigen gemacht; wie bereits gesagt haben besessene Antizionisten Israel oft des sogenannten „Pinkwashing“ beschuldigt – also zweckdienlich Pro-LGBTQ-Politik zu betreiben, um die Welt von der Tatsache israelischer Grausamkeit gegenüber den Palästinensern abzulenken. Der produktive Blogger Elder of Ziyon drückt es gut aus:

Für diese kranken Leute ist es buchstäblich unmöglich, dass Israel oder die Israelis irgendetwas Bewundernswertes tun. Alles im Zusammenhang mit Israel ist Konflikt. Der Konflikt ist alles. Für sie wird Israel durch den Wunsch definiert, sämtliche Araber loszuwerden. Jeder Gegenbeweis wird sofort als PR abgetan. Das Konzept, dass die meisten Israelis einfach nur wie jeder andere auch ihr Leben leben wollen und dass sie sogar nette, normale, freundliche Leute sein können, muss bekämpft werden. Nimmt die Welt Israelis als Menschen wahr, wird die Botschaft israelischer Kriminalität verwässert – und das darf nicht sein. Alles, was der Dämonisierung des jüdischen Staates entgegensteht, ist per definitionem ebenso teuflisch wie der jüdische Staat selbst.

Eine dieser Personen nennt sich auf Twitter „gazawia“ und behauptet, „Doktorant an der Columbia U“ zu sein. Offenbar entschlossen, einen Weg zu finden, die Aufmerksamkeit von Israels Transfer von medizinischen Gütern nach Gaza abzulenken, erwiderte gazawia auf ein COGAT-Update (COGAT steht für Coordination of Government Activities in the Territories) mit Empörung und nannte die Gruppe „Besatzer“, die „kein Recht haben zu entscheiden, was in den Gazastreifen hinein und hinaus geht“ (hier archiviert):

[COGAT: Heute koordinierte COGATS Gaza-CLA den Transfer medizinischer Ausrüstung und Labormaterials über den Übergang Erez nach Gaza, auf Anforderung der WHO, die für die Durchführung von hunderten von Tests zur Identifizierung und Entdeckung des Coronavirus bei Patienten gebraucht werden.
gazawia: Ihr habt kein Recht zu kontrollieren, was in den Gazastreifen rein- und aus ihm rausgeht,  ihr Besatzer -beendet eure Kolonisierung sofort!]

Einige Tage zuvor reagierte Electronic-Intifada-Redakteurin Maureen Murray ähnlich zynisch auf COGAT (hier archiviert):

[Gestern besuchten Experten des israelischen Gesundheitsministeriums im Bereich der Mediz8in, Infektionsprävention, Logistik und Bauwesens die Krankenhäuser Al-Makassed und Auguste Victoria in Jerusalem, um bei der Einrichtung zweckbestimmter Abteilungen zur Unterbringung von COVID-19-Patienten zu helfen.]

[Mareen Murphy: Ich hoffe, die Polizei stürmte während des B esuchs aus dem Gesundheitsminiterium nicht die Krankenäuser und entführte Patitenten.]

BDS will so viel wie möglich von Israels Bemühungen, von Covid betroffenen Palästinenser zu helfen, verschleiern und gleichzeitig die Pandemie als Propagandawerkzeug gegen Israel einsetzen. Wie Dan Diker vom Jerusalem Center for Public Affairs in einem kürzlich erschienenen Essay bemerkt:

Israelische Maßnahmen zum Schutz seiner arabisch-israelischen Bürger und Einwohner, wozu auch die detaillierten Anweisungen des Gesundheitsministeriums auf Arabisch zählen, hinderten die Führung von BDS Südafrika nicht daran, im Rahmen der jährlichen „Israel Apartheid Week“ die üblichen verlogenen und konspirativen Anschuldigungen gegenüber Israel vorzubringen. Am 19. März behauptete Mohammed Desai, BDS Südafrikas Gründer und Chefprediger, Israel verweigere die Herausgabe lebenswichtiger Anweisungen auf Arabisch für arabisch sprechende Bürger. Desais falsche Anschuldigung wurde jedoch an Ort und Stelle durch den anderen Gast der Fernsehdebatte, den arabischen Israeli Yoseph Haddad, als falsch entlarvt. Er bezeichnete den schockierten Desai im südafrikanischen Staatsfernsehen als „Lügner“.

Ronnie Kasrils, ein jüdischer Aktivist bei BDS Südafrika und bekennendes kommunistisches Mitglied des Afrikanischen Nationalkongresses, spann Desais Erfindung weiter. Gegenüber der südafrikanischen Tageszeitung Daily Maverick erklärte er: „Israel… gibt Corona-Anweisungen nur in hebräischer Sprache heraus und ignoriert die arabische Muttersprache der 20% Palästinenser, die im Zionistenstaat leben.“

Andererseits, sollten BDS-Anhänger je gezwungen sein, israelische Hilfe oder Rücksichtnahme auf Araber anzuerkennen, können sie argumentieren, die Hilfe sei absichtlich unzureichend oder solle die israelische Unterdrückung der Palästinenser verschleiern.

Zum Beispiel reagierte ein Israelhasser auf COGATs Bemühungen mit exakt diesem Einwand und plärrte, der israelische Transfer von Ausrüstung nach Gaza würde „niemanden täuschen“.

b. Spekulationen über israelische Pläne: Electronic Intifada und Asad Abukhalil

So haben Antizionisten die Covid-19-Pandemie dazu genutzt, eine Lose/Lose-Situation für Israel zu schaffen. Jede positive Maßnahme, die Israel ergreift, kann zum Beweis für ruchlose israelische Absichten umgebogen werden; und natürlich beschuldigt man Israel auch der Planung weiterer Ungerechtigkeiten gegenüber den Palästinensern.

In einem vor kurzem auf Arabisch veröffentlichten Tweet (hier archiviert) beklagte Professor Asad Abukhalil von der California State University: „Es ist mehr als zwei Wochen her“, seit ein israelisches Forschungszentrum seine Pläne verkündet hat, einen Covid-19-Impfstoff zu entwickeln. Aber Abukhalil ließ es dabei nicht bewenden; vielmehr schloss er (selbstverständlich ohne jeden Beweis), die augenscheinliche Verzögerung bei der Herausgabe des israelischen Impfstoffes könne an einem israelischen Plan liegen, den Arabern den Zugang zu dem Impfstoff auf unbestimmte Zeit zu verwehren: „Ein Jahr? Zwei Jahre? Drei Jahre?“

Ein ähnlich bizarres Beispiel für antizionistische Spekulationen über angebliche israelische Pläne zur Unterdrückung der Palästinenser gab es im oben erwähnten Artikel „Pandemic and Occupation“ von Electronic Intifada. Autorin Tamara Nasser quälte sich ob der Möglichkeit, Israel könne einige arabische Viertel in Ostjerusalem vom Rest der Stadt abschneiden, wofür Corona dann als Entschuldigung herhalten müsse – trotz der Tatsache, dass ihre verlinkte Quelle ausdrücklich betonte, Jerusalems Bürgermeister und die Polizei hätten keinerlei Pläne, so etwas durchzuführen. Sie schrieb:

Eine solche Maßnahme wäre ein weiterer Schritt, die seit langem bestehenden Pläne Israels, die Jerusalemer Stadtgrenzen neu zu ziehen und diese Stadtviertel formell von Jerusalem abzutrennen.

Israel würde das Coronavirus als Vorwand benutzen, um diese Stadtviertel von Jerusalem abzuschneiden, obwohl die Fallzahl in diesen Vierteln deutlich niedriger ist als im Land Israel selbst.“

Andernorts hat Asad Abukhalil, Professor an der California State, Israel angesichts der COVID-Pandemie (hier archiviert) der Planung unheimlicherer Gräueltaten beschuldigt. Elder of Ziyon dokumentierte:

Und an der California State University, die Asad Abukhalil beschäftigt (er hat einen Blog namens The Angry Arab – der wütenden Araber), beschuldigt der Professor alle Nichtjuden in Massengefängnisse stecken zu wollen.

[asad abukhalil: Israel wird – da bin ich sicher – für Juden und Nichtjuden verschiedene medizinische Verfahren  haben. Nichtjuden werden in Massengefängnisse gesteckt werden.
Israel HaYom: Israel könnte Quarantäne für alle verhängten, die aus dem Ausland zurückkommen, sagt Netanyahu unter zunehmenden Bedenken zu Coronavirus.]

c. Projektion von Pallywood-Perversionen auf Israel: die U.S. Campaign for Palestinian Rights und Scientists of the Palestinian Youth Movement

Ein offener Brief von November 2019 aus der Feder des jetzt im Ruhestand befindlichen Gelehrten Richard Landes von der Boston University bietet eine Erklärung für die zunehmend absurden antizionistischen Theorien über Israels Absichten.

Als es an der Universität zu einer Kontroverse kam, weil sie überlegte, Dr. Sarah Ihmoud einzustellen (eine antisemitische BDS-Predigerin, die sich als Akademikerin ausgibt), schrieb Professor Landes:

Dr. Ihmoud ist keine Gelehrte, sondern eine professionelle Propagandistin, deren Aufgabe (ähnlich wie bei den traditionellen Praktikern des uralten Hasses) in der Anklage Israels (d. h. souveräner Juden) besteht, das Land würde unschuldige Palästinenser auf vorsätzliche und böswillige Weise angreifen. Dies tut sie mit erfundenen Behauptungen (daher die Bedeutung ihrer unverlässlichen Referenzen), die sie dann zu einer postkolonialen theoretischen Struktur verbiegt, in welcher Israel die Verkörperung des Bösen darstellt und an einem Völkermord und am Unglück der Welt schuldig ist.

In der Tat vermute ich, dass sich bei einer sorgfältigen Untersuchung ihrer Behauptungen ergibt, dass viele ihrer Anklagen gegenüber Israel Projektionen der [Nahost-]Kultur sind, die sie nicht erwähnt; ein in antisemitischen Angriffen in Vergangenheit und Gegenwart sehr häufig anzutreffendes Muster. (Ihr Zitat von Mordechai Kedar verwechselt seine Beschreibung der palästinensischen Kultur mit einem Aufruf an Israel, sich auf solche Weise zu verhalten; und sie beschuldigt Ben-Gurion, zionistische Gebärmütter zu Waffen u machen, wobei das ein explizit palästinensisches Thema ist.) Warum fanden so viele Enthusiasten der Protokolle der Weisen von Zion (von den Nazis und Kommunisten des 20. Jahrhunderts bis zu den globalen Dschihadisten des 21.) dieses gefälschte Dokument so aufregend? Weil es ihnen erlaubte, Juden genau der kriminellen Ambitionen zu beschuldigen, die sie selbst verfolgten.

Ob BDS-Anhänger ihre Verachtung von coronainduziertem israelischem Leid rechtfertigen oder Geschichten über israelischen Hass erfinden – viele ihrer israelfeindlichen Covid-Behauptungen scheinen ebenfalls „Projektionen“ zu sein.

In einem Paradebeispiel hierfür antwortete ein israelfeindlicher Tastenheld vor kurzem auf die Corona-Todesnachricht des Holocaustüberlebenden Aryeh Even: „Bestimmt beschuldigen sie die Palästinenser.“ (hier archiviert) Dies trotz der überwältigend großen Anzahl von Fällen, wo Palästinenser und israelfeindliche Missionare aller Art das Virus auf Israel geschoben haben.

Sie werden es vermutlich den Palästinensern anhängen.

Ein weiteres Beispiel: Die israelfeindliche U.S. Campaign for Palestinian Rights (USPCR) stellte ein Online-Toolkit für „Palästinenserrechte während Covid-19“ zusammen:

Das Toolkit ist voll mit Quellen, die antizionistisches Verhalten auf Israel projizieren und Verschwörungstheorien rund um den jüdischen Staat als Tatsache darstellen. USCPR scheint sich dessen jedoch nicht bewusst zu sein und ergreift in der Einleitung zu dem Toolkit die Gelegenheit, sich und seine Verbündeten als nach „Gerechtigkeit“ Strebende zu preisen:

Als Organisatoren, die eine bessere und gerechtere Welt für alle Völker aufbauen, ist uns bewusst, dass Zeiten großer gesellschaftlicher Krisen in Augenblicke großartiger Möglichkeiten verwandelt werden müssen. Inspiriert von Generationen eisern durchhaltender Organisatoren hat der nationale Organisations- und Lobbystab der US Campaign for Palestinian Rights (USPCR) dieses Toolkit ins Leben gerufen, das für Organisierer für Palästinenserrechte gedacht ist, die vor Ort mit den Herausforderungen des gegenwärtigen Augenblicks kämpfen.

Einer der im Toolkit zur Verfügung gestellten Links ist ein offener Brief einer Gruppe namens „Scientists of the Palestinian Youth Movement“. In einer besonders bizarren Wirklichkeitsverdrehung ignorieren sie die unzähligen Behauptungen, Israel benutze das Virus als Waffe, und bestehen statt dessen darauf, dass „zionistische Medien“ die Palästinenser für die Verbreitung von Covid-19 verantwortlich machen werden:

Scientists of the Palestinian Youth Movement (SPYM) bringt unsere Analyse und unsere Befürchtungen über die Eskalation der Reaktionen auf Covid-19 zum Ausdruck, ausgelöst durch SARS-CoV-2, früher als 2019-nCoV bekannt. Wir glauben, dass Wissenschaft nicht in einem Vakuum existiert, und wissenschaftliche Exaktheit muss ein Verständnis der systemischen Kräfte von Unterdrückung und Enteignung umfassen. Wir müssen all den Einzelpersonen und Bevölkerungsgruppen Aufmerksamkeit schenken, die strukturell nicht über die notwendigen Mittel verfügen, um ihr Ausgesetztsein dem Virus gegenüber zu verringern und denen eine qualitativ hochwertige medizinische Versorgung vorenthalten wird.

Palästinenser, die weiterhin gegen die zionistische Kolonisierung und ethnische Säuberung kämpfen, haben aufgrund der brutalen Besatzungsmaschinerie, Belagerung und Apartheid nur beschränkten Zugang zu Krankenhäusern und erhalten nicht die notwendige Behandlung. Gesundheitliche Entbehrungen sind keine zufällige Folge eines kolonialen Siedlerprojekts, sondern wohnt einem kolonialen System inne, das darauf ausgerichtet ist, Land und Gesellschaft für die einheimische Bevölkerung unbewohnbar zu machen. Der zionistische Staat, auf der Enteignung und dem Exil der Palästinenser errichtet, hat die Palästinenser stets als eine äußere Bedrohung des Staates betrachtet und sie oft mit Ansteckung und Ungeziefer gleichgesetzt. Angesichts dessen haben wir allen Grund zu der Annahme, dass die zionistischen Medien die Palästinenser und ihr unterversorgtes Gesundheitssystem als Hauptverantwortliche für Covid-19 bezeichnen werden.

Neben der Beschränkung des palästinensischen Zugangs zu Gesundheitsversorgung ist der zionistische Staat der Hauptakteur bei der Eindämmung palästinensischer Nothilfen in Massen-Notsituationen, die der Staat dem palästinensischen Volk auferlegt hat, worunter auch die Völkermordkampagnen in Gaza zählen.

D. Schluss

BDS-Tatsachenverdrehern ist nichts heilig… von der Vortäuschung von Verletzungen bis hin zum Einsatz von Kindern als Requisiten, vom Jubilieren über jüdisches Leid bis hin zur Anklage des jüdischen Staates wegen exakt denselben Dingen, die ihm angetan werden. Jahrzehntelang haben israelfeindliche Hetzer ausgeklügelte schreckliche Szenen israelischer „Brutalität“ und palästinensischer „Opferrolleinszeniert, wobei sie sich völlig im Recht sahen, solches zu tun.

Auch die Covid-19-Krise war hier keine Ausnahme. Indem die jüdische nationale Freiheitsbewegung und die einzige jüdische Staat der Welt mit der Verwüstung durch das Coronavirus in Verbindung gebracht werden, können Israelhasser unseren Staat leichter so darstellen, wie Antisemiten über viele Generationen hinweg Juden dargestellt haben: als mutwillig zerstörerische Schattenmacht, fast unkontrollierbar und auf unerklärliche Weise mächtig, genau wie das Virus selbst.

Professor Landes stellte fest, dass BDS-Enthusiasten und Pallywood-Produzenten hauptsächlich deswegen so erfolgreich mit ihren Propagandabemühungen sind, weil viele im Westen diese Bilder leichtgläubig weiterverbreiten. Es ist das Bild des palästinensischen David, der tapfer gegen den übermächtigen israelischen Goliath kämpft. Im Zeitalter des neuen Coronavirus haben Islamisten und ihre linken intersektionellen Befähiger weitere Elemente zu diesem Mythos beigetragen: Goliath nutzt biologische Kriegsführung und David hat noch nicht mal eine Maske.

Israel kritisiert deutschen Außenminister hart wegen „unredlichem Umschreiben“ von Anne Franks Vermächtnis

Benjamin Weinthal, Jerusalem Post, 13. Juni 2019

Fotos von Anne Frank im Museum Anne-Frank-Hause in Amsterdam, Niederlande, 21. November 2018 (Foto: REUTERS/Eva Plevier)

Deutschlands Außenministerium feierte im Februar die iranische Revolution in der Botschaft Teherans in Berlin.

Emmanuel Nahschon, Sprecher des israelischen Außenministeriums, gab eine kraftvolle Erklärung gegen den deutschen Außenminister Heiko Maas ab, weil der es durch Fehlinterpretation des Vermächtnisses von Anne Frank versäumt die Lektionen des Holocaust zu internalisieren.

Nahschon, einer der erfahrensten Diplomaten, schrieb auf twitter: „Anne Franks Tagebuch ist KEINE Warnung vor wischiwaschi-pseudouniversalen Werten! Anne Franks Vermächtnis ist eine Warnung vor dem Hass und der Verfolgung von JUDEN. Der Versuch ‚Lektionen der Schoah [Holocaust] zu universalisieren, ist nichts anderes als eine unlautere Umschreibung der Geschichte‘.“

Nahschons Tweet vom Mittwoch war eine Reaktion auf einen Tweet des deutschen Außenministeriums, geschrieben zu Ehren von dem, was Anne Franks 90. Geburtstag gewesen wäre. „Außenminister Heiko Maas: #AnneFrank wäre heute 90 geworden“, schrieb das Außenministerium. „Ihr Tagebuch ist heute wichtiger als je zuvor als Warnung vor Diskriminierung, Marginalisierung und Verfolgung und als Symbol der Menschlichkeit. Wir können von ihr lernen.“

Nahschon hat als stellvertretender Missionschef in Israels Botschaft in Deutschland gedient und wird nächster Botschafter Israels in Belgien sein.

Maas kam diese Woche gerade erst von einem Treffen mit den Führern des Regimes im Iran zurück; dabei traf er auch Außenminister Mohammed Javad Zarif. Maas, der sagte, er sei „wegen Auschwitz“ in die Politik gegangen, arbeitet daran einen Finanzmechanismus in Gang zu bringen, der US-Sanktionen gegen das klerikale Regime in Teheran umgeht.

Der Iran wird von Antisemitismus-Experten als führender internationaler Staatssponsor von Holocaust-Leugnung und Antisemitismus betrachtet. Das US-Außenministerium klassifizierte die Islamische Republik Iran als Top-Staatssponsor von Terrorismus.

Rabbi Abraham Cooper, stellvertretender Dekan des Simon Wiesenthal Center, sagte gegenüber der Jerusalem Post: „Warum diese Verzweiflung Deutschlands die serienlügenden Möchtegern-Tyrannen in Teheran zu retten? Es ist Zeit friedliche Sanktionen zu nutzen, um Tyrannen Paroli zu bieten und für das Volk des Iran einzustehen.“

Maas‘ Außenministerium feierte im Februar Irans Revolution in Teherans Botschaft in Berlin. Maas‘ Staatssekretär Niels Annen hat gesagt, Deutschland werde die Hisbollah nicht als Ganzes ächten; die Hisbollah ist der Haupt-Erfüllungsgehilfe des iranischen Regimes. Nach Angaben eines deutschen Geheimdienstberichts aus Niedersachsen hat sie in Deutschland 1.050 Agenten.

Deutschlands Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier twitterte ebenfalls zu Frank: „#AnneFrank könnte heute immer noch leben, könnte Kinder, Enkel & Urenkel haben. Doch sie wurde durch die Ermordung und Auslöschung der Juden um Jugend, Leben und Alter, um Freunde und Leid betrogen. Ihr bleibendes Vermächtnis: Nie wieder! und: Wehret den Anfängen!“

Altmaier hat tatkräftig daran gearbeitet die Geschäfte mit dem iranischen Regime anzukurbeln und es abgelehnt Anfragen der Post zu seiner pro-iranischen Geschäftspolitik und wie das mit Deutschlands Politik der Gewährleistung der Sicherheit Israels und des Kampfs gegen Antisemitismus zusammenpasst zu beantworten. Merkel sagte Israels Knesset 2008, dass Israels Sicherheit für ihre Regierung „nicht verhandelbar“ sei.

Deutschlands Außenminister Heiko Maas beantwortete eine Anfrage der Post bisher nicht.

Internationaler Holocaust-Gedenktag

Es ist „internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des nationalsozialistischen Völkermords an den europäischen Juden“.

Jetzt ergehen sie sich wieder im Gedenken an die ermordeten Juden. Ganz besonders in Deutschland wird das „Nie wieder“ so herausgekramt wie immer auch am 9. November zum Kristallnacht-Gedenken. Deutschland hat die tollste Gedenkkultur der Welt. Wir können uns an die eigene Brust schlagen, wie niemand sonst. Und das tun wir in Deutschland mit Inbrunst.

Da gibt es Aktionen ohne Ende. In Leverkusen zum Beispiel putzten Gymnasiasten die „Stolpersteine“ – in einer Fußgängerzone. Was ist mit den anderen? Sollten die nicht auch sauber sein? Oder gelten sie nicht so viel, weil sie weiter abseits liegen? Nein, das war wohl „praktischer Geschichtsunterricht, denn die Aktion fand während der Unterrichtszeit statt.

In Regensburg gibt es eine Gedenkfeier der Stadt u.a. mit einem Kurzfilm von Schülern über das KZ Ravensbrück.

Die Grünen in Aachen haben eine Ausstellung zu bieten, die bis 1. Februar in einer Kirche zu sehen ist und am Sonntag mit einer Klezmer-Band eröffnet wird.

In Weimar war schon am Freitag offizielles Kranzniederlegen im KZ Buchenwalt unter Ausschluss der AfD, weil diese – angeblich – „antidemokratische, menschenrechtsfeindliche und geschichtsrevisionistische Positionen“ vertritt. (Nur der dritte Punkt trifft auf einzelne, sicherlich noch zu viele Mitglieder zu, nicht die Gesamtpartei. Aber hier wird wieder eine politische Suppe gekocht, das Gedenken einmal mehr instrumentalisiert. Es wird ausgegrenzt und verleumdet.)

In Frankfurt-Flörsheim steht die „Musik jüdischer Künstler der Weimarer Zeit … ganz im Fokus des Programms“, „deren Namen heute zu Unrecht oft völlig vergessen sind.“

Berlin gedenkt in einer „Erinnerungsstunde“ am Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma; dazu ein „stilles Gedenken“ am Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen im Tiergarten. Am Gedenktag für die Ermordung der europäischen Juden werden die Mahnmale anderen Opfer in den Mittelpunkt gerückt.

Auf ZDF info liefen von der Nacht (!) von Freitag auf Samstag 14 Dokumentationen und Filme. Ganz gewichtig anscheinend 3 Folgen „Die Wahrheit über den Holocaust“ von 1.15 bis 3.30 Uhr.

Der Zentralrat der Juden in Deutschland mahnte vor wachsender Geschichtsvergessenheit in Deutschland und Europa. „Das mangelnde historische Wissen und die fehlende Empathie mit den Opfern der Schoah führten zu Gleichgültigkeit, fürchtet Zentralratspräsident Josef Schuster. Der Holocaust-Gedenktag soll hiergegen ein deutliches Zeichen setzen.“

NRW-Ministerpräsident Laschet reist extra (auf Einladung der Union progressiver Juden) nach Auschwitz. Info dazu: Für Laschet und die Landesregierung seien das Mahnen und Erinnern an das Menschheitsverbrechen der Schoah sowie die Förderung der Erinnerungskultur und das entschlossene Eintreten gegen Antisemitismus zentrale Anliegen, hieß es weiter. Wie manifestiert sich dieses „entschlossene Eintreten gegen Antisemitismus“? Tut die Landesregierung das auch gelegentlich auch mal außerhalb des Neonazi-Antisemitismus? Da fehlen die handfesten Beispiele.

Für Wien gilt: „Aktive Gedenkpolitik bedeutet aber nicht nur die Beschäftigung mit der Vergangenheit, sie bedeutet sich den Ideologien der Ungleichheit in der Gegenwart entgegen zu stellen und Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen! Nachdem Zeitzeug_innen uns in den vergangenen Jahrzehnten unermüdlich erzählt haben, zu welchem unfassbaren Elend radikaler Nationalismus und rassistischer Wahn in Europa geführt haben, sehen wir in Europa heute erneut nationalistische und rassistische Bewegungen wiederentstehen oder bereits mit Macht ausgestattet”, so „Jetzt Zeichen setzen”. Deshalb wolle man wie jedes Jahr ein Zeichen am geschichtsträchtigen Heldenplatz setzen. Ah, ganz wichtig: Instrumentalisierung gegen „rechts“, aber der heutzutage am stärksten manifeste Antisemitismus wird ausgeklammert.

Es wird überall wieder hehre Worte geben und beschworen den Anfängen zu wehen – und dem werden wohl keine Taten folgen. Wenn der Regierende Bürgermeister von Berlin und amtierende Bundesratspräsident Müller wissen lässt: „Wir dürfen rassistischer und antisemitischer Hetze und Ausgrenzung keinen Raum geben. Wir können das Verbrennen von Flaggen des Staates Israel auf unseren Straßen nicht hinnehmen. Wir müssen verhindern, dass alte und neue Formen des Antisemitismus und Rassismus alltäglicher Begleiter werden“, dann sind das richtige Worte – die aber auch nur wieder hohl bleiben, weil sie keine Folgen haben. Das Verbrennen israelischer Flaggen anzuprangern ist schön und gut. Aber die Hetzpropaganda gegen Israel bleibt außen vor. Und dass es auch hier nur gegen „rechts“ geht, ist ohnehin selbstverständlich, denn: „Ausgrenzung, Hetze und Vorurteilen müssen wir Aufklärung und Wachsamkeit der Zivilgesellschaft und des Rechtsstaates entgegenstellen“, gilt nicht für Antifa und muslimische Einstellungen.

Ähnlich Jean-Claude Juncker, der „nie gedacht hätte“, „dass ich es noch erleben würde, wie Juden in Europa Angst bekommen, ihren Glauben auszuüben. Es erfüllt mich mit Trauer, dass fast 40 Prozent von ihnen darüber nachdenken, Europa zu verlassen. In Europa ist Holocaustleugnung salonfähig. Während jeder dritte Europäer nach eigenen Angaben ’nur ein bisschen‘ über den Holocaust weiß, hat einer von zwanzig nie etwas davon gehört.“ Und die „Erinnerung am Leben erhalten“ sehen will. Ross und Reiter des aktuellen Antisemitismus nennt er nicht.

Es wird sich wie immer in viel Symbolismus ergangen. Konkrete Folgen? Fehlanzeige. Und schon gar kein Angehen der tatsächlichen Probleme und Problembereiter. Im Zweifelsfall werden eher eigener Hass und Vorurteile gepflegt, um politische Süppchen zu kochen.

Wunderbares Erinnern! Ganz toll! Wie jedes Jahr zweimal. Hinterher gehen wir wieder zum Alltag über. Ignorieren linken und islamischen Antisemitismus. Hetze gegen Israel. Beschimpfen nicht nur die AfD, um sie zu Antisemiten zu machen. Damit die wahren Antisemiten nicht bekämpft werden müssen, das wäre zu aufwändig und wohl auch noch gefährlich.

Wie war das noch? Je länger das Dritte Reich tot ist, desto stärker wird Hitler bekämpft? Wie passend. Nur keine neuen „Kriege“ führen. Den Tätern von heute ergeben wir uns lieber vorab. Bis wir gemerkt haben, dass es zu spät ist, sind wir da selbst schon ermordet worden. Weil ein Wunsch-Weltbild wichtiger ist als die Realität. Weil ideologisierte Verbohrtheit mehr zählt als nüchterne Bestandsaufnahmen. Weil aus der Vergangenheit zu lernen mühsam und es viel leichter ist, sich erneut dumm und blind zu verhalten. Weil „wehret den Anfängen“ so schön klingt, wenn man es gegen unliebsame Menschen und Gruppen anwendet, die gerade unbequem sind – und man es gegenüber denen längst verpasst hat, die die tatsächlichen Gefahrenherde stellen: Islamistischen Predigern, die Hass verbreiten und Judenfeindschaft einimpfen; Verbänden, die vor allem eins können: Beleidigtsein in die Welt zu trompeten und die Täter in den eigenen Reihen schützen und reinwaschen sowie die Schuld auf Opfer schieben. Oder als Regierung auch gegenüber Regimen, die Völkermord an Juden propagieren, imperialistischen Terror nicht nur in der eigenen Region verbreiten – aber mit denen man unbedingt Geschäfte machen muss, sie hofiert und „kritischen Dialog“ führt, der seit 40 Jahren einmal nicht ansatzweise das gebracht hat, was er bringen soll, sondern genau das Gegenteil.

Der Hass, der Antisemitismus, Gewalttaten kommen heute in unserer Gesellschaft zu enorm großen Teilen aus den Reihen der Muslime; in der Weltpolitik von radikal-muslimischen Staaten. Die Ursachen dafür zu bekämpfen geht nicht. Das ist „islamophob“, wird als ausgrenzend und rassistisch gebrandmarkt. Warum? Weil das ideologische Bild stimmen muss. Und wenn die Juden da nicht reinpassen, weil es Israel gibt, dann ist dieser Antisemitismus eben auch in Ordnung.

Auf diese Art von Gedenken verzichte ich lieber. Mir sind dazu die hasserfüllten Gesichter mit dem Gebrüll der „Gegendemonstranten“ zu sehr präsent, denen ich bei Kundgebungen begegnete, die tatsächlich gegen Antisemitismus stattfanden. Von „Gegendemonstranten“, die denen angehörten, die heute als Vorbilder zur Bekämpfung von Rassismus und Ausgrenzung da stehen.

Countdown der Top 10 der schlimmsten Handlungen der UNO 2018

UN Watch, 23. Dezember 2018

Platz 10: Das Regime Maduro wird beim ersten Besuch eines UNO-Menschenrechtsvertreters in Venezuela gepriesen

Alfred de Zayas, der „Unabhängig Experte zur Förderung einer demokratischen und gerechten internationalen Ordnung“ des UNO-Menschenrechtsrats – Im September 2018 wurde Venezuelas Maduro-Regime in einem offiziellen Experten-Bericht von Alfred de Zayas, dem „Unabhängigen Experte zur Förderung einer demokratischen und gerechten internationalen Ordnung“ legitimiert.  Wie UN Watch während Zayas‘ Besucht in Venezuela – als er Propagandafotos postete, die vorgaben, verhungernde Venezolaner hätten in Wirklichkeit jede Menge Lebensmittel zur Verfügung – warnte, war sein Abschlussbericht eine komplette Reinwaschung der Verbrechen Maduros; der Begriff „politischer Häftling“ kommt nirgendwo vor und heldenhafte Dissidenten wie Leopoldo Lopez und Antonio Ledezma werden als Kriegshetzer verurteilt. Nach Angaben von Zayas‘ Bericht sind die Schuldigen in Venezuela nicht Maduro und seine Günstlinge, sonder „die Welthandelsorganisation, die Weltbank, der Internationale Währungsfond, länderübergreifende Konzerne und einige Lobbys wie der militärisch-industriell-finanzielle Komplex“ sowie „bilaterale Investmentverträge, Freihandelsabkommen, Kredit-Ratingagenturen, Anlagefonds, Boykotte und einseitige Zwangsmaßnahmen“. Maduro bekommt einen Freifahrtschein, weil es sich nach Angaben von Zayas um eine „demokratisch gewählte Regierung“ handelt, die „Legitimität besitzt“ und „nur sie kann die Menschenrechte von Personen in ihrer Zuständigkeit schützen und Veränderung verwirklichen“. Die Lösung für die Katastrophe Venezuelas liegt in „vertrauensvollen Verhandlungen zwischen der Regierung und der Opposition, einem Ende des Wirtschaftskrieges und der Aufhebung der Sanktionen“ gegen Maduros kriminelles Regime. Amnesty International und Human Rights Watch, die einflussreichsten NGOs im UNO-Menschenrechtssystem, lehnten es ab Zayas zu kritisieren.

Platz 9: Die UNO wählt Erdoğans Türkei zum Aufseher von Menschenrechts-Aktivisten

Im Januar 2018 wählte die UNO das Regime der Türkei Erdoğans – das Menschenrechtsaktivisten, Journalisten und Dissidenten verhaftet, ins Gefängnis steckt und verfolgt – zum Vizevorsitzenden des UNO-Komitees zu Nichtregierungsorganisationen, das die Aktivitäten von Menschenrechtsgruppen bei der UNO zulässt.

Platz 8: Kuba wird gestattet beim UNO-Menschenrechtsbericht mit hunderten fingierter Eingaben zu schummeln

Im Mai 2018 machte rKuba den vorgeschriebenen UNO-Bericht zur Menschenrechtslage im Land lächerlich, indem es hunderte fingierter NGO-Einreichungen vorlegte, die die Menschenrechtsbilanz des unterdrückerischen Regime bejubelten, darunter eine der „kubanischen Hundesport-Föderation“. Kuba zog gegen UN Watch von der Leine, weil es die Fälschungen entlarvte, ebenso auf Freedom House, weil es bei der Organisation der Aussage von Menschenrechtsaktiviten an den Rändern des UNO-Berichts half, darunter Rosa Maria Paya.

Platz 7: Die UNO wählt Saudi-Arabien in drei UNO-Frauenrechtsgremien

2018 sicherte sich Saudi-Arabien, das von vielen als frauenfeindlichstes Regime der Welt angesehen wird, Schlüsselpositionen in drei der wichtigsten Frauenrechts-Gremien der UNO. Zuerst nahm Saudi-Arabien im März 2018 seinen Sitz in der UNO-Kommission für den Status von Frauen ein – ermöglicht durch Stimmen von Belgien, Irland und Schweden – und zwar dank einer Wahl im Jahr zuvor, wie UN Watch aufdeckte. Zweitens wurde Saudi-Arabien im April 2018 in den Vorstand für Frauen der UNO gewählt, der auch als UNO-Organisation für die Gleichstellung der Geschlechter und Stärkung der Frauen bekannt ist. Drittens gewann Saudi-Arabiens Kandidat im Juni 2018 einen Sitz im UNO-Komitee für die Beseitigung der Diskriminierung von Frauen, einem Expertengremium aus 23 Mitgliedern, die die Umsetzung der Konvention zur Eliminierung aller Formen der Frauendiskriminierung überwacht, Länderberichte überprüft und Empfehlungen übernimmt, Beschwerden von Einzelpersonen oder Gruppen in Sachen Rechtsverletzungen gemäß der Konvention erhält, Untersuchungen von Situationen schwerer oder systematischer Verletzung von Frauenrechten initiiert und allgemeine Empfehlungen bezüglich der Konvention formuliert.

Platz 6: UNO-Vertreter für Menschenrechte schweigt zu Irans Angriff auf Demonstranten

An meine 42.000 Follower hier, von denen Hunderte UNO-Vertreter, -Botschafter und NGO-Ativisten sind: Während wir den 5. Tag der Proteste im Iran beginnen, kennt irgendjemand von Ihnen auch nur ein einziges UNO-Gremium oder einen offiziellen Vertreter der UNO, der sich zugunsten der Menschenrechte der verhafteten, verprügelten, mit Tränengas beschossenen und angeschossenen Demonstranten geäußert hat?

Als der Januar 2018 begann, ignorierten UNO-Vertreter weiter die gewalttätige Bekämpfung der Massenproteste durch den Iran, die ein paar Tage zuvor begonnen hatten. UN Watch twitterte die Frage, ob überhaupt irgendein UNO-Vertreter sich in Verteidigung der Opfer des Iran geäußert hatte; der Tweet verbreitete sich lauffeuerartig mit 9.000 Retweets und 15.000 Likes. Erst später wurde wurde UNO-Menschenrechtschef Zeid al-Hussein durch Beschämung dazu getrieben eine Erklärung auszugeben, mit der die iranischen Machthaber aufgefordert wurden die Recht der Demonstranten und Häftlinge zu respektieren.

Platz 5: Die UNO wählt die Regime von Eritrea, Somalia, Kamerun in den Menschenrechtsrat

Im Oktober 2018 brach die UNO ihre eigenen Regeln, indem sie notorische Menschenrechtsverletzer in den aus 47 Staaten bestehenden Menschenrechtsrat wählte. UN Watch deckte den Skandal in einem gemeinsamen Bericht mit der Human Rights Foundation und dem Raul Wallenberg Centre for Human Rights auf. Der Bericht wurde in einem großen Artikel im The Guardian – mit dem Titel „Why are world’s worst violators joining UN human richts council?“ (Warum kommen die schlimmsten Menschenrechtsverletzer der Welt in den UNO-Menschenrechtsrat?) – veröffentlicht und von anderen Zeitungen weltweit zitiert. Die Tweed-Serie von UN Watch über die Mitglieder des UNHRC wurde 9.000-mal geteilt

Platz 4: UNO-Vollversammlung verurteilt Israel 21-mal, verfehlt es aber die Hamas auch nur einmal zu verurteilen

2018 verurteilte die UNO-Vollversammlung Israel öfter als sie es mit dem gesamten Rest der Welt machte. Es gab 21 einseitige Resolutionen zu Israel und sechs zu den anderen 192 Ländern der Welt, wobei jeweils eine Resolution den Iran, Syrien, Nordkorea, Russlands Handeln auf der Krim, Myanmar und die USA wegen ihres Embargos von Kuba betraf. Bemühungen der USA, die Vollversammlung möge Resolutionen beschließen, die die Hamas verurteilen oder Kuba für seine Menschenrechtsverletzungen zur Verantwortung ziehen, scheiterten beide.

Die kompletten, 2018 von der UNO- Vollversammlung beschlossenen Verurteilungen:
Israel – 21
Iran – 1
Nordkorea – 1
Russland – 1
Myanmar – 1
USA – 1
Algerien – 0
China – 0
Hamas – 0
Irak – 0
Pakistan – 0
Qatar – 0
Saudi-Arabien – 0
Somalia – 0
Türkei – 0
Venezuela – 0
Zimbabwe – 0

Platz 3: Großzügiges Lob in den Berichten zu den Menschenrechtsbilanzen von China und Saudi-Arabien

Zur Besprechung der Berichte des UNO-Menschenrechtsrats kam Saudi-Arabien mit einer großen Delegation, um mit ihrer „Werbung für und Schutz der Menschenrechte von Frauen“ zu prahlen, die sich „großartiger Entwicklungen“ erfreut haben und sie haben „viele Maßnahmen getroffen, um die Gleichstellung von Mann und Frau sicherzustellen“.

Als die UNO die Menschenrechtsberichte von Saudi-Arabien und China besprach – von denen Ken Roth von Human Rights Watch versprach, sie würde „harte Untersuchungen“ sein – bestand die Prüfung in Wirklichkeit aus umfassendem Lob für ihre Menschenrechtsbilanzen. Saudi-Arabien erhielt Lob von 75% der Delegationen, während China das noch mit Lob von 86% der Redner bei dieser Besprechung übertraf. UN Watch entlarvte den Prozess als Betrug, wie in der Washington Times berichtet wurde: U.N. praises Saudi Arabia on women’s rights (UNO preist Saudi-Arabiens Frauenrechte).

Chinas Propaganda beim UNO-Menschenrechtsrat heute, während diese Woche seine Bilanz besprochen wird (86% der Berichte bestanden aus Lob). Daher fragte ich die chinesische Dame, die die Ausbeute aushändigte, ob dieser USB-Stick Informationen über China von meinem Computer versenden würde. „Ich glaube nicht … so funktioniert das normalerweise nicht.“

Platz 2: UNO betreibt Lobbyarbeit für die schlimmsten Diktaturen gegen westliche Sanktionen

Presse-Briefing von Herrn Idriss Jazairy, dem Sonderberichterstatter des UNO-Menschenrechtsrats zu den „negativen Auswirkungen einseitiger Zwangsmaßnahmen zum Genuss von Menschenrechten“.

Im Oktober 2018 legte der UNO-Menschenrechts-„Experte“ Idriss Jazairy – ein ehemaliger algerischer Botschafter bei der UNO – der Vollversammlung einen Bericht vor, in dem er gegen ein „Wissens-Embargo“ protestierte, das verhindert, dass der Iran und Nordkorea ihre Leute zum Studium der Atomphysik nach Europa schicken können. Es schien ihm egal zu sein, dass beide Länder, die andere mit Auslöschung gedroht hatten, wegen illegaler Handlungen zum Bau einer Atombombe verurteilt worden sind. In seinem mündlichen Vortrag sprach er im Namen von Belarus (Weißrussland), Kubas, des Iran, Nordkoreas, Qatars, Russlands, des Sudan, Venezuelas, Zimbabwes, des Jemen und Syriens; er argumentierte, die Regime seien als Ergebnis westlicher Sanktionen Opfer von Menschenrechtsverletzungen. Früher im Jahr, im Mai, gab Jazairy nach seinem Besuch in Syrien – „auf Einladung der syrische Regierung“ eine Erklärung aus, in der er argumentierte, das Regime Assad sei ein besonderes Opfer.

Platz 1: Syriens Regime Assad hat den Vorsitz des Forums für Abrüstung

Und jetzt dies: Nachdem die eigenen Leute vergast wurden, soll Syrien den Vorsitz des UNO-Abrüstungsforums zu chemischen und Atomwaffen übernehmen; Wächterorganisation fordert USA und Europa auf (als Protest) den Saal zu verlassen.

Im Mai übernahm Assads Syrien – ein Regime mit wohlbekannter Neigung zum Einsatz biologischer und chemischer Waffen gegen das eigene Volk – den Vorsitz der von der UNO gestützten Konferenz zur Abrüstung, die sich mit dem Atomwaffensperrvertrag, globalen Konventionen zum Verbot biologischer und chemischer Waffen und der umfangreichen Testverbots-Vertrag beschäftigt. Der Exklusivbericht von UN Watch und der zugehörige Aufruf veranlassten einen weltweiten Aufschrei. Der Skandal ergab sich in einer Pressekonferenz des US-Außenministeriums – er provozierte Kritik von Sprecherin Heather Nauert, der nächsten US-Botschafterin bei der UNO – und wurde weltweit berichtet, darunter durch The Associated Press, EFE Brasil, die Daily Mail, Lalibre.be, de Volkskrant, Aftonbladet, ntv Nachrichten, Tagesspiegel, New York Post, CNSNews.com und RFE/RL. Der von UN Watch geführte Widerstand hatte keine Ergebnisse. Es ist zwar eine Regel, dass Diplomaten jedem Land gratulieren, das den Vorsitz einer UNO-Sitzung übernimmt, sogar Diktaturen, führte die Kampagne von UN Watch dazu, dass die USA den Saal verließen und das Regime von den Repräsentanten der EU, Großbritanniens, Deutschlands, Frankreichs, Kanadas und den Niederlanden verurteilt wurde. Die USA forderten Syrien auf zurückzutreten; es habe „weder die Glaubwürdigkeit noch die moralische Autorität den Vorsitz der Abrüstungskonferenz zu führen“. Großbritannien „beklagte“ Syriens Vorsitz, Deutschland sagte, Syrien habe „keinerlei Glaubwürdigkeit den Vorsitz auszuüben“.

Palästinenser verwenden Zitat von Martin Luther King, verfehlen dessen Meinung aber komplett

Aussie Dave, Israellycool, 11. Juni 2018

Ich bin mir ziemlich sicher, dass dies nicht das ist, was Martin Luther King Jr. meinte.

„Wir müssen lernen zusammen zu leben, wie Brüder oder gemeinsam als Narren untergehen.

Ich bin mir auch nicht sicher, dass sie Martin Luther King Jr. zitieren wollen.

Mal so, mal anders – wie sie es gerade haben wollen

Die Araber (nicht nur) im Gazastreifen machen sich die Nazis, wie sie es gerne hätten. Mal sind sie die Bösen, wenn es ihnen dient, mal (und zwar öfter) sind die Nazis die Vorbilder.
Frage: Sind die Terroristen am Gaza-Zaun gegen die Nazis oder befürworten sie sie?

(gefunden auf Facebook)

Der weit verbreitete Missbrauch des Gedenkens an Anne Frank

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Anne Frank ist vermutlich zur bekanntesten während der Schoah ermordeten jüdischen Person geworden. Die Erinnerung an sie ist zudem eine der am meisten missbrauchte. Diese Misshandlung hat eine lange Geschichte. Es tauchen immer wieder neue Beispiele dafür auf. Eins von vielen: Im Januar 2018 wurde gegen den italienischen Erstliga-Club Lazio Rom eine Geldstrafe von 50.000 Euro verhängt, nachdem Anhänger vor einem Spiel im Oktober 2017 antisemitische Anne Frank-Aufkleber zeigten.[1]

In den späten 1980-er Jahren erlaubte der damalige Leiter des Anne Frank-Hauses in Amsterdam dem niederländischen Filmemacher Willy Lindwer nicht seinen Film Die letzten sieben Monate der Anne Frank in ihrem Haus zu drehen. Die Dokumentation behandelte ihr Leiden in den Konzentrationslagern und ihren Tod in Bergen-Belsen. Lindwer erzählt, dass der Direktor ihm sagte: „Anne Frank ist ein Symbol. Symbole sollten nicht in einem Konzentrationslager sterbend gezeigt werden.“[2]

Das Anne Frank-Haus in Amsterdam hat vor Jahrzehnten bei vielen Gelegenheiten ihren Namen für politische Zwecke verwendet, die nichts mit der Ehrung ihres Andenkens zu tun hatten. Die niederländische Journalistin Elma Verhey kommentierte die Rolle der Anne Frank-Stiftung 1995 so: „Nicht alle Niederländer finden es passend, dass das Anne Frank-Haus sich in eine der wichtigsten Touristenattraktionen Amsterdams entwickelt hat. Viele niederländische Juden meiden das Anne Frank-Haus wegen einiger der durch ihr Tagebuch geschaffenen Mythen. Darüber hinaus hat es Bedenken gegeben, dass die Stiftung in der Vergangenheit einer Handvoll Neonazis in Deutschland und dem Leid der Palästinenser mehr Aufmerksamkeit gewidmet hat als dem staatlich gesponserten Antisemitismus der ehemaligen Sowjetunion.[3]

Aus den Niederlanden sind auch andere Entstellungen der Erinnerung an Anne Frank gekommen. Im Februar 2007 tauchten in Amsterdam Graffiti auf, die Anne Frank mit einer Keffiye zeigten.[4] 2008 wurde aus demselben Bild eine kommerzielle Postkarte gemacht,[5] trotz der Tatsache, dass die Mehrheitspartei bei den einzigen palästinensischen Parlamentswahlen 2006 die Hamas war, die den Völkermord an den Juden anstrebt. 2006 postete eine belgisch-niederländische Muslimgruppe eine Karikatur von Anne Frank im Bett mit Hitler.[6]

Das Motiv der palästinensischen Anne Frank kehrt regelmäßig wieder. Vor kurzem erschien es auf Postern und Flugblättern an der Wits-Universität in Johannesburg. Es wurde während der Israel Apartheid Week von der Palästinensischen Solidaritätskampagne propagiert.[7] 2017 verglich ein freier Reiseführer am Anne Frank-Zentrum in Berlin das Leiden der Juden unter den Nazis mit dem der Palästinenser unter israelischer Kontrolle. Das Zentrum distanzierte sich von dieser Äußerung.[8]

In den Niederlanden wird ein neues Theaterstück von Ilja Pfeiffer über Anne Frank aufgeführt. Das Stück macht, völlig unhistorisch, aus einer der Personen, die sich mit ihr versteckten – Fritz Pfeffer –in einen Gewalttäter.[9] Er wurde in der Schoah ermordet. Das Stück, in dem die Erinnerung an ein Holocaustoper besudelt wird, ist ein weiteres Beispiel der partiellen Zersetzung der niederländischen Gesellschaft, deren Regierung nicht zugeben wird wie massiv ihre Vorgänger im Exil im Zweiten Weltkrieg sich überhaupt nicht für das Schicksal der verfolgten Juden interessierte.

Die „palästinensische“ Anne Frank ist eine Umkehrung des Holocaust. Eine weitere Verzerrung des Holocaust besteht in seiner Entjudaisierung.[10] 1952 wurde eine englische Übersetzung des Tagebuchs für den amerikanischen Markt veröffentlicht. Ihr Titel lautete: Anne Frank: The Diary of a Youg Girl.[11] David Barnouw, früher Forscher am Nederlands Instituut voor Oorlogsdocumentatie (NIOD)[12], schrieb, dass Eleanor Roosevelt, die Witwe des Kriegspräsidenten Franklin Delano Roosevelt das Vorwort schreib. In diesem Text wurden die Begriffe „Jude“ oder „Verfolgung“ von Juden nicht ein einziges Mal verwendet.[13]

Frances Goodrich und Albert Hackett schrieben ein Theaterstück auf der Grundlage des Tagebuchs, das 1955 in New York uraufgeführt wurde. Barnouw schreibt: „Natürlich kann die Adaption eines Buchs oder in diesem Fall eines Tagebuchs [um ein Bühnen Stück daraus zu machen] nicht komplett dem Original entsprechen. Aber die Tatsache, dass es da einen Hitler und den Nationalsozialismus gab, ist in den Hintergrund gedrängt worden.“[14] Ein früher geschriebenes Stück von Meyer Levin hatte mehr jüdischen Inhalt, wurde aber von vielen Produzenten abgelehnt.[15]

Der Historiker Tim Cole stellt fest: „Die zeitgenössische Übung der Toleranz fordert, dass Annes Worte neu geschrieben werden, um Mitglieder ‚dieser oder jener Minderheit‘ einzuschließen und schon macht das die historische Realität zur Farce.“ Er fügt an: „Angesichts dieses mythischen Status riskiert der Holocaust zu einer beliebten Vergangenheit zu werden, die dazu genutzt wird allen möglichen gegenwärtigen Bedürfnissen zu dienen. Insbesondere tendieren die Bedürfnisse des heutigen linken Trends dazu eine machtvolle Geschichte der Vergangenheit zu kapern und sie zu universalisieren, um eine Reihe neuer universaler Lektionen anzufertigen.“ Cole schließt: „Wenn es eine Lektion gibt, die aus dem Holocaust gezogen werden kann, dann ist es genau die, dass der Optimismus der Anne Frank bedauerlich deplatziert war.“[16]

Steven Goldstein, Direktor einer kleinen amerikanischen Organisation, die sich Anne Frank Center for Mutual Respect[17] nennt, greift Donald Trump an.[18] Er hat ein Recht auf seine Meinung. Dies aber für ein nach Anne Frank benanntes Zentrum zu tun ist Missbrauch der Erinnerung an eine verstorbene Person, die sich nicht mehr wehren kann.

In Sachen Instrumentalisierung des Tagebuchs als Mittel für „unversalistische“ Ideale, sollte auch die Rolle von Annes Vater Otto Frank erwähnt werden. Verhey beschreibt sie ausführlich. Sie schrieb zudem, dass Annes Vater nichts tat, um den Mythos zu zerstreuen, dass Anne Frank „still in der Vorstellung starb, dass ihr nichts Ernstes geschehen würde“.[19]

Das oben Beschriebene ist nur eine kleine Auswahl aus einem riesigen Verfälschungskomplex zu einer jungen jüdischen Frau, die in der Schoah ermordet wurde. Leider kann man fast sicher sein, dass dieser Artikel, wenn er vielleicht in einem Jahr auf den neuesten Stand gebracht wird, eine Reihe neuer Beispiele des Missbrauchs der Erinnerung an Anne Frank beinhalten wird.

[1] http://www.bbc.com/sport/football/42816855

[2] Persönliches Gespräch mit Willy Lindwer. (vgl. http://jcpa.org/article/symbolic-and-other-roles-of-jews-in-dutch-society/)

[3] Elma Verhey: Anne Frank and the Dutch Myth. In: Alex Brobman/Joel S. Fishman: Anne Frank in Historical Perspective: A teaching Guide for Secondary Schools. Los Angeles (Martyrs Memorial and Museum of the Holocaust of the Jewish Federation of Greater Los Angeles) 1995, S. 23-24.

[4] www.cidi.nl/gezamenlijke-verklaring-van-cidi-en-boomerang-over-anne-frank-kaart/; http://www.historischnieuwsblad.nl/nl/nieuws/12850/historische-helden-op-een-shirt.html

[5] http://www.geschiedenis.nl/nieuws/artikel/2888/omstreden-anne-frank-kaart-blijft-in-roulatie

[6] http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-3211339,00.html

[7] http://www.jpost.com/Diaspora/South-African-students-mark-Israel-Apartheid-week-with-Palestinian-Anne-Frank-545221

[8] www.timesofisrael.com/berlin-anne-frank-center-guide-says-holocaust-suffering-like-palestinian-strife/

[9] http://www.jta.org/2017/11/05/arts-entertainment/a-new-dutch-play-about-anne-frank-doesnt-mention-jews-nazis

[10] http://jcpa.org/book/the-abuse-of-holocaust-memory-distortions-and-responses/ (chapter 5: 79-89)

[11] Das Tagebuch eines jungen Mädchens

[12] Niederländisches Institut für Kriegsdokumentation; heute: NIOD Instituut voor Oorlogs-, Holocaust- en Genocidestudies (NIOD Institut für Kriegs-, Holocaust- und Genozidstudien)

[13] David Barnouw, Anne Frank: voor beginners en gevorderden (Den Haag: Sdu, 1998).

[14] NIOD, S. 30.

[15] Ebenda, S. 23-26.

[16] Tim Cole: Selling the Holocaust. New York (Routledge) 2000, S. 42.

[17] Anne Frank-Zentrum für gegenseiigen Respekt

[18] http://www.theatlantic.com/politics/archive/2017/04/anne-frank-center/524055/

[19] Gerrold van der Stroom (Hg.): De Vele Gezichten van Anne Frank, visies op een Fenomeen. Amsterdam (de Prom) 2003.