Der dänische „Karikaturenstreit” (3) – Der Fluch der moderaten Muslime

Charles Krauthammer, The Washington Post, 10. Februar 2006

Während ein großer Teil der islamischen Welt in einen wohl überlegten Ausbruch von Zorn über die dänischen Mohammed-Karikaturen ausbricht, sind auf beiden Seiten Stimmen der Vernunft zu hören. Einige islamische Führer und Organisationen sprechen sich, während sie das Gefühl des Grolls der Demonstranten und ihre Wut teilen, gegen den Gebrauch von Gewalt als Mittel ihres Ausdrucks aus. Ihre westlichen Gegenstücke – Intellektuelle, darunter die meisten der großen Zeitungen der Vereinigten Staaten – sind ähnlich ausgewogen: Während natürlich das Prinzip der freien Meinungsäußerung begrüßt wird, kritisieren sie die dänische Zeitung wegen des Missbrauchs dieses Rechts durch die Veröffentlichung der beleidigenden Karikaturen und erklären im Namen der religiösen Sensibilität gegen die Veröffentlichung, dass sie das nicht tun werden.

Gott bewahre uns vor den Stimmen der Vernunft.

Was in der islamischen Gemeinschaft als Moderatheit durchgeht – „Ich teile eure Wut, aber zündet nicht diese Botschaft an“ – ist einfach nichts dergleichen. Das ist einfach ein zynischer Weg die Ziele des Mobs gut zu heißen ohne die Mittel zu begrüßen. Das ist arglistig, denn während man vorgibt das Prinzip der religiösen Rücksichtnahme hoch zu halten, liegt nur das Interesse an diesem Fall von religiöser Gefühllosigkeit vor.

Hat irgendeiner dieser „Moderaten“ jemals gegen die grotesken Karikaturen von Christen und insbesondere von Juden protestiert, die im gesamten Mittleren Osten tagtäglich ausgestrahlt werden? Die Predigten im palästinensischen Fernsehen, in denen Juden als Söhne von Schweinen und Affen bezeichnet werden? Die syrische Fernsehserie zur Hauptsendezeit, die zeigt, wie Rabbis einen nicht jüdischen Jungen schlachten, um sein Blut rituell zu sich zu nehmen? Die 41-teilige (!) Serie im ägyptischen Fernsehen, die auf der antisemitischen, zaristischen Fälschung (und Inspiration der Nazis) basiert, den „Protokollen der Weisen von Zion“, die zeigt, wie die Juden sich mit einer Jahrhunderte alten Verschwörung zur Beherrschung der Welt beschäftigen?

Ein wahrhaft moderater Muslim ist einer, der gegen die Schändung jeden Glaubens protestiert. Die das nicht tun, sind keine Moderaten, sondern Heuchler, Opportunisten und Vertreter der Randalierer, die lediglich andere Mittel zur Erreichung desselben Ziels nutzen: dem Westen mit seinen Traditionen der Redefreiheit einen Satz von Tabus aufzudrücken, die exklusiv für den islamischen Glauben gelten. Solche Leute sind keine Verteidiger der Religion, sondern solche, die an die muslimische Überlegenheit glauben und versuchen ihr Diktat dem liberalen Westen aufzuzwingen.

Und diesen „Moderaten“ wird von westlichen „Moderaten“ geholfen, von ihnen unterstützt, die Bilder einer mit Elefantenkot bedeckten Jungfrau Maria veröffentlichen und „Piss Christ“ (ein Kruzifix, das in einem mit Urin gefüllten Glasgefäß steckt) als Kunst feiern, das öffentliche Subventionierung verdient, aber von einer plötzlichen religiösen Sensibilität ergriffen sind, wenn Mohammed das Objekt ist.

Wären sie nicht so heuchlerisch gewesen, könnte man ihre Ablehnung der Wiederveröffentlichung dieser Karikaturen verteidigen, weil guter Geschmack und Feingefühl manchmal über dem Nachrichtenwert stehen können. Schließlich veröffentlichen amerikanische Zeitungen allgemein – und zu Recht – aus grundsätzlichem Anstand keine Bilder von Leichen, welchen Nachrichtenwert auch immer sie haben.

Es gibt ein „Sensibilitäts“-Argument dafür die Karikaturen gar nicht erst zu veröffentlichen – damals im September, als sie das erste Mal in dieser dänischen Zeitung erschienen. Es ist aber nicht [mehr] September. Es ist Februar. Die Karikaturen wurden veröffentlicht und die Zeitung, die Herausgeber und Dänemark selbst werden wütend angegriffen. Nach vielfachen Brandstiftungen, verheerenden Boykotten und Drohungen Hände und Köpfe anzuschlagen hat das Thema nicht länger Nachrichtenwert, d.h. ob eine Zeitung sie veröffentlichen soll um die Leserschaft darüber informieren muss, was im Gang ist. Thema jetzt ist die Solidarität.

Der Mob versucht den westlichen Zeitungen, tatsächlich aber auch den westlichen Regierungen, zu diktieren, was ein legitimes Thema für Diskussion und Karikatur ist. Die Karikaturen haben nicht ansatzweise das künstlerische Niveau von Salman Rushdies Prosa, aber das ist nicht das Problem. Das Problem ist, wer entscheidet, was innerhalb der Grenzen dessen, was wir altmodisch als freie Welt bezeichnen, gesagt werden kann und was gezeichnet werden kann.

Der Mob hat das in einen Testfall für Redefreiheit im Westen gedreht. Die deutschen, französischen und italienischen Zeitungen, die diese Karikaturen abdruckten, machten das nicht, um zu informieren, sondern um sich zu widersetzen – um zu erklären, dass sie sich nicht vom Mob einschüchtern lassen.

Was im Raum steht, ist Angst. Der unausgesprochene Grund, dass viele Zeitungen [die Karikaturen] nicht abdrucken, ist nicht Sensibilität, sondern einfach Angst. Sie wissen, was Theo van Gogh passiert ist, der einen Film über die islamische Behandlung von Frauen machte und ein Messer in die Brust bekam, an dem ein islamistisches Manifest befestigt war.

Die weltweiten Krawalle und Verbrennungen sind Instrumente der Einschüchterung, Erinnerungen an van Goghs Schicksal. Die islamischen „Moderaten“ sind die Agenten und Interpreten des Mobs, die uns warnen, das nicht wieder zu tun. Und die westlichen „Moderaten“ sind ihre verängstigten Kollaborateure, die sagen: „Keine Sorge, machen wir nicht. Es sind diese Dänen. Wir sind sauber. Verschont uns. Bitte.“

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Moderate Muslime erkennen

Daniel Pipes, The New York Times, 23. November 2004

Es gibt gute Nachrichten zu vermelden: Die Vorstellung, dass der „militante Islam das Problem und der moderate Islam die Lösung“ ist, gewinnt mit der Zeit immer mehr an Akzeptanz. Aber es gibt auch schlechte Nachrichten, nämlich die wachsende Konfusion darüber, wer wirklich ein moderater Muslim ist. Das bedeutet, dass die ideologische Seite des Krieges gegen den Terror zwar Fortschritte macht, allerdings nur geringe.

Die gute Nachricht: Anti-islamistische Muslime äußern sich seit dem 11. September. Zu ihnen gehören anerkannte Akademiker wie Azar Nafisi (Johns Hopkins University), Ahmed al-Rahim (früher in Harvard), Kemal Silay (Indiana) und Bassam Tibi (Göttingen). Wichtige islamische Persönlichkeiten wie Ahmed Subhy Mansour und Muhammad Hisham Kabbani äußern sich sehr deutlich.

Organisationen entstehen. Das American Islamic Forum for Democracy, angeführt von Zuhdi Jasser, ist in Phoenix (Arizona) aktiv. Die Free Muslim Coalition Against Terrorism scheint aufrichtig antiislamistisch zu sein, trotz meiner anfänglichen Zweifel bezüglich ihres Gründers Kamal Nawash. International fordert eine vor einem Monat bekannt gemachte wichtige Petition einer Gruppe liberaler Araber einen Vertrag, der religiöse Aufhetzung zu Gewalt bannt. Insbesondere genannt werden „Scheiks des Todes“ (wie Yussuf Al-Qaradawi von Al-Jazira TV) und es wird gefordert, dass sie vor ein internationales Gericht gestellt werden. Mehr als 2.500 muslimische Intellektuelle aus 23 Staaten unterschrieben diese Petition innerhalb kürzester Zeit.

Inzwischen finden einzelne Muslime den Mut, islamistische Verbindungen zum Terrorismus zu verurteilen. Das wahrscheinlich am stärksten herausstechende Beispiel ist ein Artikel von Abdel Rahman al-Rashid, einem saudischen Journalisten in London. „Es ist eine sichere Tatsache, dass nicht alle Muslime Terroristen sind“, schreibt er, „aber es ist genauso sicher und außergewöhnlich schmerzlich, dass fast alle Terroristen Muslime sind. Wir können unseren Namen nicht rein waschen, wenn wir nicht die beschämende Tatsache eingestehen, dass der Terror eine islamische Unternehmung geworden ist, ein fast exklusives Monopol, das muslimische Männer und Frauen umsetzen.“

Weitere Analysten sind al-Raschids Beispiel gefolgt. Osama El-Ghazali Harb schreibt aus Ägypten, dass „muslimische und arabische Intellektuelle und Meinungsführer jedem Versuch entgegen treten müssen, die barbarischen Akte dieser Gruppen damit zu rechtfertigen, dass Muslime Leid erdulden.“ Aus Virginia kommt Anouar Boukhars‚ Meinung, dass „Terrorismus ein muslimisches Problem und die Ablehnung, das zuzugeben wirklich Besorgnis erregend ist.“

Die schlechte Nachricht: Jede Menge falscher Moderater paradieren umher und sie sind schwer zu erkennen, selbst für jemanden wie mich, der diesem Thema so viel Aufmerksamkeit widmet. Das Council of American Islamic Relations erhält immer noch breite Unterstützung und die Islamic Society of North America legt noch immer gelegentlich die amerikanische Regierung auf’s Kreuz. Die brandneue Progressive Muslim Union erhält wegen ihrer angeblichen Moderatheit begeisterte Kritiken von leichtgläubigen Journalisten, obwohl ein Großteil ihrer Führung (Salam Al-Marayati, Sarah Eltantawi, Hussein Ibish, und Ali Abunimah) wohlbekannte Extremisten sind. Zum Glück hielten die Behörden Tariq Ramadan wie auch Yussuf Islam aus Amerika heraus, aber Khalid Abu El Fadl kam durch und, was noch schlimmer war, erhielt einen Termin beim Präsidenten.

Selbst Demonstrationen gegen den Terror sind nicht immer, was sie zu sein scheinen. Am 21. November marschierten mehrere Tausend Demonstranten, einige davon Muslime, in Köln unter Spruchbändern mit der Aufschrift „Gemeinsam für Frieden und gegen Terror“. Man rief „Nein zum Terror“ und Politiker gaben Wohlfühl-Erklärungen ab. Die kurz nach dem Mord vom 2. November an Theo van Gogh erfolgte Demonstration in Köln diente allerdings als clevere Verteidigungs-Maßnahme. Der Organisator der Veranstaltung, die islamistische Diyanet Işleri Türk-Islam Birliği nutzte sie als Nebelwand, um den Druck hin zu wirklichem Wandel abzuwehren. Die Reden auf der Demonstration schlossen kein mea culpa oder Aufrufe zu einem In-sich-Gehen ein, nur Rechtfertigung des Jihad und die Beschwörung fader und leerer Schlagworte wie „Islam heißt Frieden„.

Diese komplexen, verwirrenden Daten deuten auf mehrere Schlussfolgerungen hin:

  • Islamisten sehen das Bedürfnis moderate Muslime sehen zu wollen und lernen diese Moderatheit vorzutäuschen. Im Lauf der Zeit wird sich ihre Tarnung ohne Zweifel weiter verbessern.
  • Herauszufinden, wer wer ist, ist von großer Wichtigkeit. Es mag offensichtlich sein, dass Osama bin Laden islamistisch und Irshad Manji antiislamistisch ist, aber viele Muslime befinden sich im Trüben dazwischen. In der Türkei tobt seit Jahren eine ungelöste Debatte, ob der derzeitige Premierminister, Recep Tayyip Erdoğan, ein Islamist ist oder nicht.
  • Die Aufgabe wahre Moderate zu identifizieren kann nicht durch Raten und Intuition erledigt werden; um das zu überprüfen, sollte man sich die anhaltende Geschichte der Unterstützung von Islamisten durch die amerikanische Regierung ansehen, die diesen Legitimation, Bildung und (sogar vielleicht) Gelder verschuf. Auch ich habe meine Fehler gemacht. Nötig ist ein ernsthaftes, andauerndes Nachforschen.

Moderate Stimmen des Islam

Daniel Pipes, New York Post, 23. September 2003

„Früher oder später wirst du für deinen Haufen Lügen bezahlen“, hieß letzte Woche die drohende Botschaft an die Autorin von „The Trouble with Islam: A Wake-up Call for Honesty and Change“ (Das Problem mit dem Islam: ein Weckruf für Ehrlichkeit und Veränderung).

In diesem gerade in Kanada veröffentlichten Buch untersucht Irshad Manji so ungewöhnliche Tabu-Themen wie Antisemitismus, Sklaverei und den erniedrigenden Umgang mit Frauen – alles in dem, was sie als „höchste Ehrlichkeit“ bezeichnet.

„Werdet erwachsen!“, schimpft sie die Muslime aus, „und übernehmt Verantwortung für unsere Rolle in dem, was dem Islam Probleme bereitet.“

Obwohl sie Fernseh-Journalistin und -Persönlichkeit ist, bringt Manji – eine praktizierende Muslima – echten Einblick in ihr Thema mit. „Ich schätze, dass jeder Glauben seinen Teil an Buchstaben-Gläubigen hat. Die Christen haben die Evangelikalen. Die Juden haben die Ultra-Orthodoxen. Um Gottes Willen, selbst die Buddhisten haben ihre Fundamentalisten. Was aber dieses Buch einbläuen will: Nur im Islam ist der Glaube an die wortwörtliche Wahrheit des heiligen Buchs der Mainstream.“

Für ihre Mühen ist Manji „selbst hassend“ genannt worden, „irrelevant“, „eine Ausverkäuferin der Muslime“ und eine „Blasphemistin“. Ihr wird „Verunglimpfung des Islam“ sowie Entmenschlichung der Muslime vorgeworfen.

Dieser Ausbruch von Feindseligkeit veranlasste Manji einen Wachmann anzustellen und kugelsichere Scheiben in ihrem Haus zu installieren. Die Polizei von Toronto gibt „ein hohes Bewusstseinslevel“ bezüglich ihrer Sicherheit zu.

Manjis Notlage in unglücklicherweise nur allzu typisch für das, was mutigen, moderaten, modernen Muslimen blüht, wenn sie sich gegen die Geißel des militanten Islam äußern. Ihre Erfahrung entspricht der Bedrohung des Lebens von Schriftstellern wie Salman Rushdie und Taslima Nasreen.

Und Nicht-Muslime fragen sich, warum anti-islamistische Muslime in Westeuropa und Nordamerika so schweigsam sind?

Anti-islamistische Muslime – die ein modernes Leben führen wollen, das nicht von Burkas, Fatwas und gewalttätigen Visionen des Jihad belastet ist – befinden sich in der Defensive und sind mehr oder weniger bedeutungslos. Wie wortgewandt sie auch sein mögen, ihre vereinzelten Stimmen können nicht mit dem Brüllen der Entschiedenheit des militanten Islam konkurrieren, mit seinem Geld (von dem vieles aus Übersee kommt) und mit der Gewalt. Das Ergebnis davon ist, dass der militante Islam mit seiner Phobie vor dem Westen und dem Ziel der Welthegemonie den Islam im Westen dominiert und vielen die einzige Art Islam zu sein scheint.

Aber anti-islamistische Muslime gibt es nicht nur; in den zwei Jahren seit dem 11. September haben sie zunehmend ihre Stimme erhoben. Sie sind ein bunt gemischter Haufen, die weder einen gemeinsamen Ansatz teilen, noch einen Plan. Einige sind strenggläubig, andere nicht und wieder andere sind Freidenker oder Atheisten. Einige sind konservativ, andere liberal. Sie haben nur eine Feindschaft gegenüber dem Wahabismus, Khomeini und anderen Arten des militanten Islam gemein.

Sie beginnen Bücher zu produzieren, die die totalitäre Vision der Islamisten herausfordern. Abdelwahab Meddeb von der Sorbonne schrieb das anschaulich betitelte „Krankheit des Islam“, in dem er den militanten Islam mit dem Nationalsozialismus vergleicht. Akbar Ahmed von der American University schrieb „Der belagerte Islam“, in dem er Muslime aufrief, Nicht-Muslime zu respektieren.

Zu weiteren offen redenden Akademikern gehören Saadollah Gaussy, der früher an der Sophia Universität in Tokio lehrte, Hussein Haqqani von der Brookings Institution, Salim Mansur von der University of Western Ontario und Khalil Mohammed von der San Diego State University.

Journalisten wie Taschbih Sayyid von „Pakistan Today“ und Stephen Schwartz (der u.a. für „The Post“ und den „Weekly Standard“ schrieb) stehen in der Frontlinie gegen den militanten Islam in den USA, ebenso der Schriftsteller Khalid Durán. Tahir Aslam Gora füllt dieselbe Rolle in Kanada aus. Ein Ex-Muslim mit dem Pseudonym Ibn Warraq hat eine Reihe von Büchern geschrieben, die Muslime ermutigen sollen ihren Glauben zu hinterfragen.

Es gibt eine Reihe anti-islamistischer Organisationen, darunter das „Islamic Supreme Council of America“, das „Council for Democracy and Tolerance“, den „American Islamic Congress“ und schiitische Organisationen wie die „Society for Humanity“ und „Islam in America“. Eine Reihe türkischer Organisationen haben einen entschieden säkularen Touch, darunter die „Atatürk Society“ und die „Assembly of Turkish American Associations“.

Einige Anti-Islamisten haben öffentliche Ämter übernommen. Ayaan Hirsi Ali in Holland, der den Islam eine „rückwärtige“ Religion nannte, ist Mitglied des niederländischen Parlaments. Nasser Khader in Dänemark ist ebenfalls Parlamentsmitglied und ein Säkularist, der fordert, dass die Muslime sich vollständig in das dänische Volk integrieren.

Die schwache Stellung der anti-islamistischen Muslime hat zwei wichtige Folgen:

  • Damit sie durch das islamistische Getöse hindurch zu hören sind, braucht es Hilfe von außen – dass sie von Regierungen gefeiert werden, Fördermittel von Stiftungen erhalten, von den Medien anerkannt werden und Beachtung aus dem akademischen Bereich bekommen.
  • Dieselben Institutionen müssen dem jetzt dominanten, militant-islamischen Establishment aus dem Weg gehen. Moderate haben eine Chance gehört zu werden, wenn die Islamisten zurückgewiesen werden.

Wenn ein moderater und moderner Islam im Westen aufkommen soll, ist es entscheidend, dass Anti-Islamisten gefördert und Islamisten geschwächt werden.

Unsere neue Religion: der moderate Islam

Daniel Greenfield, Sultan Knish, 3. September 2014

Ich habe seit dem 11. September [2001] nach dem moderaten Islam gesucht und wie die Socke in der Waschmaschine befand er sich am letzten Ort, an dem ich nachsah.

Das Mainstream-Britannien muss sich mehr in die muslimsche Lebensweise integrieren, nicht anders herum

Man kann keinen moderaten Islam in den Moscheen oder in Mekka finden. Man wird ihn nicht im Koran oder den Hadithen finden. Wer moderaten Islam finden will, durchstöbere die Kommentare der Zeitungen nach einem Terroranschlag oder belege einen Kurs zu islamischer Religion, der von einem Unitarier-Soziologen gelehrt wird, der falschen Eingeborenenschmuck trägt.

Man kann einen moderaten Islam nicht in Saudi-Arabien oder dem Iran finden, aber man findet ihn in zahllosen Netzwerk-Specials, Artikeln und Büchern über die zwei Heimatländer ihrer jeweiligen Sorten des Islam.

Im Osten kann man das legendenumwobene Land der moderaten Muslime nicht finden. Man kann s nicht einmal im Westen finden. Wie alle Mythen gibt es ihn in der Fantasie derer, die die Geschichten erzählen. Man findet keinen moderaten Islam im Koran, aber man wird ihm in zahllosen westlichen Büchern über den Islam begegnen.

Der moderate Islam ist nicht, was die meisten Muslime glauben. Er ist, was Linke glauben, dass Muslime es glauben.

Die neue multikulturelle Theologie des Westens ist der moderate Islam. Der moderate Islam ist die perfekte Religion für ein säkulares Zeitalter, da er überhaupt keine Religion ist.

Man nehme den Islam, drehe ihn auf links und schon hat man den moderaten Islam. Man nehme einen Muslim, der ein Jahr lang in keiner Moschee mehr war, der die gesamte Startelf des 1. FC Köln, aber nicht Mohammeds Begleiter aufzählen kann und schon haben wir einen moderaten Muslim. Genauer gesagt: einen säkularen Muslim.

Eine frühe Generation westlicher Führungspolitiker strebte die Bestätigung ihrer nationalen Schicksale im Göttlichen an. Die heutige Generation westlicher Anführer strebt nach der Bestätigung ihres säkularen Liberalismus in einem moderaten Islam. Selbst dann, wenn sie ihn erfinden müssen.

Ohne einen moderaten Islam kollabieren die sozialistischen Projekte Europas, die auf enorme Einwanderung angewiesen sind. Amerikas Krieg gegen den Terror wird zur endlosen, unvermeidlichen Schinderei, als die er sich durch den Aufstieg des ISIS einmal mehr erwiesen hat. Der Multikulturalismus, Postnationalismus und Dritte-Welt-Schuldgefühle würden allesamt implodieren.

Ohne moderate Muslime kehrt der Nationalismus zurück, die Grenzen gehen zu und die Recht gewinnt. Das ist das, was sie fürchten.

Wenn es keinen moderaten Islam gibt, keinen moderaten Mohammed, keinen moderaten Allah, dann muss das sozialistische Königreich des Himmels auf der Erde in die Mülltonne wandern. Die großen Koalitionen, in denen LGBT-Aktivisten und Islamisten wegen Gaza die Juden anbrüllen, sind nicht die Zukunft; sie sind die Weimarer Republik auf Rädern.

Rückblende auf Obama in seinem Sonnenanzug, der sagt, dass er keine Strategie für den ISIS hat. Der ursprüngliche Plan war, noch vor den Midterm-Wahlen Osama lebend gefangen zu nehmen, ihn vor Gericht zu stellen, einen Deal mit den moderaten Taliban zu treffen und das Ende des Kriegs gegen den Terror zu verkünden.

So viel dazu.

Der moderate Islam ist ein schwieriger Glaube. Um daran zu glauben, muss man mehr als tausend Jahre aufgezeichneter Geschichte, Theologie, Demografie und so ziemlich alles ignorieren, was vor 1965 war. Man muss die bärtigen Männer ignorieren, die Köpfe abhacken, weil sie nicht die Mehrheit der Muslime repräsentieren.

Das macht auch Mohammed nicht, der seinen eigenen reichlichen Anteil am Köpfe abschlagen hatte.

Die Zukunft darf nicht denen gehören, die den Propheten des Islam beleidigen.

Der wahre Islam ist ein Thema, zu dem Nichtmuslime ohne Glauben, die die Plattitüden einer Post-alles-Gesellschaft für heilig erachten, nur allzu begierig Vorträge halten, ohne irgendetwas darüber zu wissen. Ihr Islam ist nicht die Religion Mohammeds, des Koran, der Hadithe, der Kalifen oder seiner praktizierenden Gläubigen an Orten wie Saudi-Arabien, Pakistan, dem Iran, dem Irak oder Indonesien. Ihr Islam ist eine Religion, die nicht existiert, von der sie aber leidenschaftlich glauben, dass sie existieren muss, denn ohne sie wäre ihr Lebensart genauso dem Untergang geweiht wie der Dodo.

Sie sind keine Muslime. Sie glauben nicht an Allah oder den Koran. Stattdessen glauben sie an das Gute eines Islam, der ohne Rückgriff auf heilige Schriften, Theologie oder eine Gottheit existiert. Das mag den tatsächlich Glaubenden merkwürdig erscheinen, aber all ihre eigenen, armen zerlumpten Abfälle des Christentums oder Judentums kümmern sich nicht darum sonderlich Aufmerksamkeit für die Gottheiten oder heiligen Schriften aufzubringen, außer es geht darum sich die Rosinen-Zitate über Toleranz herauszupicken.

Wundert es, dass sie mit dem Islam genauso umgehen?

Die wahren moderaten Muslime sind säkulare Linke mit lose christlichen und jüdischen Überzeugungen, die einen moderaten Islam erfunden haben und an ihn glauben, der aber außerhalb ihrer Köpfe nicht existiert. Dieser säkulare Islam, der alles Leben wertschätzt, ist sozialer Gerechtigkeit und universaler Toleranz verpflichtet, ist ein Gegenüber ihrer eigenen verfälschten Religionen. Und haben zu viel Angst aufzuwachen und zu erkennen, dass es ihn nicht gibt.

Wenn amerikanische und europäische Führungspersönlichkeiten darauf bestehen, dass der Islam nichts mit der jüngsten islamischen Gräueltat zu tun hat, dann beziehen sie sich nicht auf eine von Muslimen praktizierte Religion, sondern auf eine eingebildete Religion, von der sie sich vorstellen, dass Muslime sie praktizieren müssen, weil die Alternative das Ende von allem ist, an das sie glauben.

Ihr moderater Islam ist milde mit den Einzelheiten, jenseits davon für soziale Gerechtigkeit zu stehen, die globale Erwärmung zu bekämpfen und Schwulenrechte zu unterstützen, denn er ist wahrer Multikulturalismus, der einen falschen Bart trägt. Wenn ein westlicher Anführer behauptet, die neueste Truppe islamischer Terroristen spreche nicht für den Islam, dann verteidigt er nicht Muslime, sonder den Multikulturalismus. Er nimmt an, dass Muslime an den Multikulturalismus glauben, weil er selbst es tut.

Der moderate Islam ist schlicht falsch buchstabierter Multikulturalismus. Seine Existenz ist ein fester Glaubensgrundsatz derer, die an den Multikulturalismus glauben.

Einem an moderate Muslime Glaubenden von seinem erfundenen Glauben abzubringen, indem man den langen Pfad der Leichen oder der hasserfüllten Hadithe aufzählt, die zu Massenmord auffordern, ist sinnlos, denn das sind nicht die Wurzeln dieser Religion. Er weiß nicht, was ein Hadith ist, es kümmert ihn auch nicht. Als angesehener Mensch der sozialen Gerechtigkeit ordnet er die gewalttätige Geschichte des Islam europäischem Kolonialismus und Unterdrückung zu.

Der Begriff „moderater Islam“ ist übel und beleidigend. Es gibt keinen moderaten Islam. Der Islam ist der Islam.

Er hat den Koran nie gelesen. Er hat tausend Artikel darüber gelesen, dass Muslime am Flughafen, im Gazastreifen, in Burma und in Bugs-Bunny-Zeichentricks unterdrückt werden. Sie sind die neuen edlen Wilden und er will kein Wort gegen sie hören. Da er ihre Identitäten in seiner Fantasie (trotz der mit Markierungen versehenen Ausgabe von Edward Saids „Orientalismus“, die auf seiner Nachtkommode liegt) kolonisiert hat, behandelt er sie als Spiegelbild seines eigenen Egos.

Wenn du sagst, dass moderate Muslime nicht existieren, nennst du ihn einen schlechten Menschen. Wenn du den Islam kritisch hinterfragst, greifst du den Multikulturalismus an und er wird damit antworten dich als Rassisten zu bezeichnen, ungeachtet der Tatsache, dass der Islam so sehr eine Rasse ist wie Kommunismus, Nationalsozialismus oder der Micky Maus-Fanclub Rassen sind.

Der moderate Muslim ist eine Erfindung der linken Akademiker, der säkularen Theologen, der geistlosen Politiker und ihres schrill-idiotischen Cousins, des politischen Aktivisten. Wie Geld in den Haushalten, das ihre Pläne untermauert und der wissenschaftlichen Beweise für die nicht existente globale Erderwärmung.

Und es ist nicht notwendig, dass er existiert. Es ist nur nötig, dass wir den Glauben an seine Existenz haben.

Die erniedrigt-linken Nachkommen von Christen und Juden warten auf einen moderat-muslimischen Messias, der die Unmöglichkeiten ihrer multikulturellen Gesellschaft durch Heilung der Konflikte zwischen dem Islam und dem Westen in Einklang bringt. Bis sie diesen finden, müssen sie einfach glauben – nicht an eine Gottheit, sondern an den moderaten Muslim.

Wo der Sänger so war

Der größte Friedensfreund des muslimischen England hat nach eigener Aussage „niemals eine Terrorgruppe oder sonst irgendeine Gruppe unterstützt, die etwas anders als Wohltätigkeit tut und gut für die Menschheit ist“. Das ist sehr lobenswert. Denn jetzt wissen wir, dass Gruppen wie die Muslimbruderschaft, die Hamas, der Palästinensische Islamische Jihad, die Baathisten der Version Saddam wie Assad, George Habaschs Volksfront für die Befreiung Palästinas, die Demokratische Front für die Befreiung Palästinas und Gruppen aus dem Jemen, Pakistan, Algerien und Syrien, die in Verbindung mit al-Qaida stehen, sowie diese Truppe selbst allesamt nichts Unfriedliches im Sinn haben und ausschließlich Suppenküchen, Krankenhäuser und Sozialdienste betreiben.

Woher wir das wissen? Ganz einfach: Anfang der 1990-er Jahre nahm der ehemalige Cat Stevens an einer einschlägigen Konferenz im Sudan teil, die von einem gewissen Hassan al-Turabi veranstaltet wurde, der sozialpolitisch unproblematische Sachen von sich zu geben pflegt wie: „Amerika verkörpert für Muslime den Teufel. Wenn ich ‚Muslime’ sagte, dann meine ich alle Muslime der Welt.“

Eine Folge dieser Konferenz war, dass der Chefterrorist der Hisbollah, Imad Mugniye, die Selbstmord-Bomber der al-Qaida lehrte hoch entwickelte LKW-Bomben zu bauen. Einige der von ihm geschulten Terroristen verübten die Anschläge auf die US-Botschaften in Kenia und Tansania im August 1998.

Wer an einer solchen Konferenz teilnimmt – selbst, wenn nur als (passiver) Rezipient – der hat wohl diesen Organisationen nicht ablehnend gegenüber gestanden. Und wenn er heute noch kein kritisches Wort über sie verlieren mag, dann muss davon ausgegangen werden, dass der Sängerknabe das alles weit gehend in Ordnung findet, was die Truppen so treiben.

Wie friedfertig ist also dieser Terroristen-Seminarist wirklich?

Was sind moderate Muslime?

Wenn man danach geht, was der Konvertit „Yusuf Islam“ alias Pop-Ikone Cat Stevens der New York Times zu sagen hatte, dann erkennt man sie daran, dass sie auf keinen Fall gegen Terroristen Stellung nehmen, sondern über Frieden reden und Reportern vorwerfen sie würden aggressive Fragen stellen.

Das Interview endete folgendermaßen:

Bei all Ihrer Ergebenheit zu Bildung und guten Taten haben Regierungsvertreter in verschiedenen Ländern versucht Sie mit extremistischen Gruppen in Verbindung zu bringen, darunter der Hamas. Was denken Sie von der Hamas?
Das ist eine extrem aufgeladene Frage.
Können Sie versuchen sie zu beantworten?
Ich habe niemals eine Terrorgruppe oder sonst irgendeine Gruppe unterstützt, die etwas anders als Wohltätigkeit tut und gut für die Menschheit ist.
Okay, aber viele von uns hier in den Staaten würden gerne sehen, dass moderate Muslime sich stärker anstrengen, um den extremistischen Rand des Glaubens zu verurteilen. Sehr wenige Mainstream-Muslime haben öffentlich ihre radikalen Brüder kritisiert.
Wenn ich kein Beispiel dafür bin, dann sagen Sie mir: Wer ist es?
Würden Sie also sagen, dass sie für eine Terrorgruppe wie die Hamas Verachtung empfinden?
Ich würde dieses Wort nicht in den Mund nehmen. Ich würde zu diesem Thema gar nichts sagen. Ich bin hier, um über Frieden zu reden. Ich bin ein Mann, der für diese Welt Frieden will und ich denke nicht, dass man das erreicht, indem man Leute in Ecken drängt und ihnen sehr, sehr schwierige Fragen zu sehr strittigen Themen stellt.

Halten wir fest, was der „moderate“ Sänger bestimmen will: Zu Terrorgruppen sollten Muslime sich nicht äußern. Wer ihnen Fragen stellt, die mit den Terroristen zu tun haben, besonders solche, die eine Verurteilung dieser Terroristen nahe legt, ist unverschämt. Die Moderatheit und Friedensliebe von Muslimen in Frage zu stellen, sowieso.

Von moderaten Muslimen zu verlangen sich gegen die Terroristen zu stellen, ist also nicht statthaft. Es zeugt von der aggressiven Ignoranz der Ungläubigen, die sich gefälligst ihrer Rolle als minderwertige Zeitgenossen zu fügen haben. Und offenbar gehören Muslime, die das anders sehen und Terroristen verurteilen, vom wahren Glauben abgefallen. Muslime kritisieren andere Muslime nicht. Basta.

Ein „Moderater“ wie dieser Sänger macht sich auf diese Weise zum Helfer des Terrors. Weil er sich nicht gegen die Gewalt seiner Glaubensbrüder ausspricht, sondern denen Vorwürfe macht, die sich gegen die Terroristen stellen, unterstützt er die Mörder. So friedlich, wie „Yusuf Islam“ sicht gibt, ist er nicht. Er ist ein Wolf im Schafspelz. Aber wehe, man sagt ihm das!