Moderate Stimmen des Islam

Daniel Pipes, New York Post, 23. September 2003

„Früher oder später wirst du für deinen Haufen Lügen bezahlen“, hieß letzte Woche die drohende Botschaft an die Autorin von „The Trouble with Islam: A Wake-up Call for Honesty and Change“ (Das Problem mit dem Islam: ein Weckruf für Ehrlichkeit und Veränderung).

In diesem gerade in Kanada veröffentlichten Buch untersucht Irshad Manji so ungewöhnliche Tabu-Themen wie Antisemitismus, Sklaverei und den erniedrigenden Umgang mit Frauen – alles in dem, was sie als „höchste Ehrlichkeit“ bezeichnet.

„Werdet erwachsen!“, schimpft sie die Muslime aus, „und übernehmt Verantwortung für unsere Rolle in dem, was dem Islam Probleme bereitet.“

Obwohl sie Fernseh-Journalistin und -Persönlichkeit ist, bringt Manji – eine praktizierende Muslima – echten Einblick in ihr Thema mit. „Ich schätze, dass jeder Glauben seinen Teil an Buchstaben-Gläubigen hat. Die Christen haben die Evangelikalen. Die Juden haben die Ultra-Orthodoxen. Um Gottes Willen, selbst die Buddhisten haben ihre Fundamentalisten. Was aber dieses Buch einbläuen will: Nur im Islam ist der Glaube an die wortwörtliche Wahrheit des heiligen Buchs der Mainstream.“

Für ihre Mühen ist Manji „selbst hassend“ genannt worden, „irrelevant“, „eine Ausverkäuferin der Muslime“ und eine „Blasphemistin“. Ihr wird „Verunglimpfung des Islam“ sowie Entmenschlichung der Muslime vorgeworfen.

Dieser Ausbruch von Feindseligkeit veranlasste Manji einen Wachmann anzustellen und kugelsichere Scheiben in ihrem Haus zu installieren. Die Polizei von Toronto gibt „ein hohes Bewusstseinslevel“ bezüglich ihrer Sicherheit zu.

Manjis Notlage in unglücklicherweise nur allzu typisch für das, was mutigen, moderaten, modernen Muslimen blüht, wenn sie sich gegen die Geißel des militanten Islam äußern. Ihre Erfahrung entspricht der Bedrohung des Lebens von Schriftstellern wie Salman Rushdie und Taslima Nasreen.

Und Nicht-Muslime fragen sich, warum anti-islamistische Muslime in Westeuropa und Nordamerika so schweigsam sind?

Anti-islamistische Muslime – die ein modernes Leben führen wollen, das nicht von Burkas, Fatwas und gewalttätigen Visionen des Jihad belastet ist – befinden sich in der Defensive und sind mehr oder weniger bedeutungslos. Wie wortgewandt sie auch sein mögen, ihre vereinzelten Stimmen können nicht mit dem Brüllen der Entschiedenheit des militanten Islam konkurrieren, mit seinem Geld (von dem vieles aus Übersee kommt) und mit der Gewalt. Das Ergebnis davon ist, dass der militante Islam mit seiner Phobie vor dem Westen und dem Ziel der Welthegemonie den Islam im Westen dominiert und vielen die einzige Art Islam zu sein scheint.

Aber anti-islamistische Muslime gibt es nicht nur; in den zwei Jahren seit dem 11. September haben sie zunehmend ihre Stimme erhoben. Sie sind ein bunt gemischter Haufen, die weder einen gemeinsamen Ansatz teilen, noch einen Plan. Einige sind strenggläubig, andere nicht und wieder andere sind Freidenker oder Atheisten. Einige sind konservativ, andere liberal. Sie haben nur eine Feindschaft gegenüber dem Wahabismus, Khomeini und anderen Arten des militanten Islam gemein.

Sie beginnen Bücher zu produzieren, die die totalitäre Vision der Islamisten herausfordern. Abdelwahab Meddeb von der Sorbonne schrieb das anschaulich betitelte „Krankheit des Islam“, in dem er den militanten Islam mit dem Nationalsozialismus vergleicht. Akbar Ahmed von der American University schrieb „Der belagerte Islam“, in dem er Muslime aufrief, Nicht-Muslime zu respektieren.

Zu weiteren offen redenden Akademikern gehören Saadollah Gaussy, der früher an der Sophia Universität in Tokio lehrte, Hussein Haqqani von der Brookings Institution, Salim Mansur von der University of Western Ontario und Khalil Mohammed von der San Diego State University.

Journalisten wie Taschbih Sayyid von „Pakistan Today“ und Stephen Schwartz (der u.a. für „The Post“ und den „Weekly Standard“ schrieb) stehen in der Frontlinie gegen den militanten Islam in den USA, ebenso der Schriftsteller Khalid Durán. Tahir Aslam Gora füllt dieselbe Rolle in Kanada aus. Ein Ex-Muslim mit dem Pseudonym Ibn Warraq hat eine Reihe von Büchern geschrieben, die Muslime ermutigen sollen ihren Glauben zu hinterfragen.

Es gibt eine Reihe anti-islamistischer Organisationen, darunter das „Islamic Supreme Council of America“, das „Council for Democracy and Tolerance“, den „American Islamic Congress“ und schiitische Organisationen wie die „Society for Humanity“ und „Islam in America“. Eine Reihe türkischer Organisationen haben einen entschieden säkularen Touch, darunter die „Atatürk Society“ und die „Assembly of Turkish American Associations“.

Einige Anti-Islamisten haben öffentliche Ämter übernommen. Ayaan Hirsi Ali in Holland, der den Islam eine „rückwärtige“ Religion nannte, ist Mitglied des niederländischen Parlaments. Nasser Khader in Dänemark ist ebenfalls Parlamentsmitglied und ein Säkularist, der fordert, dass die Muslime sich vollständig in das dänische Volk integrieren.

Die schwache Stellung der anti-islamistischen Muslime hat zwei wichtige Folgen:

  • Damit sie durch das islamistische Getöse hindurch zu hören sind, braucht es Hilfe von außen – dass sie von Regierungen gefeiert werden, Fördermittel von Stiftungen erhalten, von den Medien anerkannt werden und Beachtung aus dem akademischen Bereich bekommen.
  • Dieselben Institutionen müssen dem jetzt dominanten, militant-islamischen Establishment aus dem Weg gehen. Moderate haben eine Chance gehört zu werden, wenn die Islamisten zurückgewiesen werden.

Wenn ein moderater und moderner Islam im Westen aufkommen soll, ist es entscheidend, dass Anti-Islamisten gefördert und Islamisten geschwächt werden.

Advertisements

IslamicTerror.com?

Joseph Farah, WorldNetDaily, 13. November 2001

Von seinem vornehmen High-Tech-Hauptquartier in London aus betreibt Scheik Omar Bakri Muhammad eine weltweit tätige islamistische Organisation, die für Osama bin Laden eintritt. Teil seines „Al-Muhajiroun“-Reichs ist eine englischsprachige Internetseite – die mit Aufrufen zur Kreuzigung oder Schlimmerem gegen die wahren Terroristen aufruft: Amerikaner und ihre muslimischen Stellvertreter in Pakistan.

Nach Scheik Omar tragen die Muslime im Westen sehr große Verantwortung darin, die Menschen darauf vorzubereiten den Islam zu empfangen oder die islamische Lebensweise anzuerkennen. Al-Muhajiroun ruft die Muslime im Westen auf, „die Vorkämpfer des kommenden Khilafah zu sein…, stark und vereint zu werden, um in der Lage zu sein, die weltweite muslimische Ummah zu unterstützen.“ Die Organisation glaubt, dass „die muslimische Gemeinschaft im Westen mit den Muslimen weltweit zusammen zu binden“ das Geheimnis ist, eine „weltweite islamische Revolution“ auszulösen.

Scheik Omar macht hält mit seiner totalen Unterstützung der Taliban nicht hinter dem Berg und erklärt Osama bin Laden für unschuldig an den Angriffen auf die USA vom 11. September oder irgendwelchen anderen terroristischen Vorfällen. Statt dessen gibt es von ihm viele öffentliche Interviews, in denen er den Mossad für die Zerstörung verantwortlich macht.

Almuhajiroun.com veröffentlicht eine Fatwa gegen den pakistanischen Präsidenten Pervez Musharraf und die USA.
Wie lautet das Urteil? „Die Bestrafung derer, die gegen Allah und seinen Apostel Krieg führen und danach streben Unheil ins Land zu bringen, ist lediglich die, dass sie ermordet oder gekreuzigt werden sollten oder ihre Hände und Füße sollten abgeschnitten werden oder sie sollten in Gefängnis gesteckt werden; dies soll für sie eine Entehrung in dieser Welt sein und danach sollen sie eine schwere Strafe tragen.“

Wer ist dieser Scheik Omar?
Er wurde 1958 in Aleppo (Syrien) geboren und wuchs – wie bin Laden – unter den Privilegierten einer wohlhabenden Familie auf. Er wurde eine ernsthafter Student des Islam und des Koran. Er machte seinen Universitätsabschluss über die Schariah und die Grundlagen des islamischen Rechts an der Universität Al-Imam Al-Uzaie in Beirut. Er behauptet 43 Bücher und Hefte über den Islam auf Arabisch und Englisch geschrieben zu haben. Über die Internetseite vertreibt er Videos und Bücher und kündigt Demonstrationen und Vorträge an – zumeist in Großbritannien.

Er behauptet hunderttausende Anhänger weltweit zu haben – einschließlich vieler in den USA. Er ist außerdem Richter des Schariah-Gerichts in Großbritannien, Generalsekretär der Islamischen Weltliga und Sprecher der Internationalen Islamischen Front.

Sein Ziel, wie auch das bin Ladens, ist die Wiedererrichtung der Khilifah – der weltweiten islamischen Vorherrschaft. „Al-Muhajiroun hat viele Organe, die in der Gesellschaft unter seiner Führung tätig sind“, behauptet er. „Diese Organe spezialisieren sich in unterschiedlichen Bereichen wie der Gesellschaft der muslimischen Anwälte, der Gesellschaft der zum Islam Konvertierten, der Gesellschaft der muslimischen Eltern, die Londoner Schariah-Schule, das Schariah-Gericht von Großbritannien, der Gesellschaft der muslimischen Studenten, der Islamischen Weltliga, der Muslimisch-kulturellen Gesellschaft und der Partei der Zukunft.“

Almuhajiroun.com ist nur eine von Dutzenden radikal-islamischer, englischsprachiger Internetseiten, die besonders dafür konzipiert zu sein scheinen, den Westen zu beeinflussen und dort zu rekrutieren.

Eine weitere ist Khalifornia.org – das ist keine Seite, die für Kalifornien als nächsten islamischen Staat wirbt – noch nicht.
Die Macher dieser Internetseite erklären den Namen so: „Als uns die folgende Erklärung des Namens Kalifornien begegnete, dass es der Grundbesitz der Khilafah sei, dachten wir, dass dies ein herausfordernder Name für eine Veröffentlichung ist, die die Muslime zur vollen Anwendung des Islam und einer Rückkehr zum Khilafah-Staat aufruft. Immerhin ist damit nicht gemeint, dass Kalifornien in irgendeiner Weise auserwählt oder berufen als solcher Staat berufen ist. Edward Hale, Verfasser von ‚Der Mann ohne Land‘, berichtete in ‚Die Berichte der Amerikanischen Antiquarischen Gesellschaft‘, dass der Name ‚Kalifornien‘ im Werk Montalvos gefunden wurde, einem spanischen Schriftsteller populärer Kavaliersromanzen des frühen 16. Jahrhunderts. Das war die Zeit der spanischen Eroberung Amerikas. … ‚Kaliferne war der Grundbesitz des Kalifen, des Herrschers der mohammedanischen Welt.’“
Während also einige Mexikaner darauf schielen, Kalifornien zurück zu verlangen, könnten sie Konkurrenz von Islamisten bekommen.

Dann gibt es die Internetseite der Islamischen Gesellschaft der Sheffield Hallam University, auch aus Großbritannien.
Wie viele andere radikal-islamische Seiten behält sich diese besondere Drohungen für das Regime von Musharraf in Pakistan vor: „Pakistan ordnet sich derzeit der internationalen Ordnung unter, die von Amerika beherrscht wird“, erklärt sie. „Es ist der wirtschaftlichen Versklavung durch den IWF (Internationaler Währungsfond) und der Weltbank unterworfen und akzeptiert die Oberhoheit der UNO. Derzeit plant die Regierung einen 1,5 Millionen-US-Dollar-Kredit vom IWF zu bekommen.“

Aus diesem Grund beklagt die Seite, dass „Russland nicht keinerlei Sorgen über das atomare Waffenarsenal Pakistans machte, bevor es die Muslime in Tschetschenien bombardierte.“

Ramadhan.org bringt ein groß heraus gestelltes Interview mit bin Laden und Horror-Geschichten über Muslime, die in den USA in der Nachfolge der Terrorangriffe vom 11. September verfolgt werden. Man kann dort auch elektronische Grußkarten an Freunde, die den Ramadan halten, verschicken.

Khilafah.com, eine der anspruchsvolleren Seiten dieser Art, lässt kaum Zweifel daran, wo sie in diesen Fragen des Tages steht:
„Präsident Bushs ‚gesucht – tot oder lebend‘-Aufruf weckte Erinnerungen daran, wie ‚der Westen gewonnen‘ durch ein gefühlloses und arrogantes Volk gewonnen wurde“, notiert ein markanter Artikel mit dem Titel „Wie der Westen verloren wurde“. „Die eingeborene indianische Zivilisation wurde ausgelöscht. Könnte es sein, dass der Westen durch sein fortgesetzt gefühlloses und arrogantes Verhalten verloren gehen?“

Der Artikel fährt mit dem Vorschlag fort, dass Amerikas Aktion in Afghanistan „durchaus der Beginn des Endes der Vormachtstellung der westlichen Zivilisation sein könnte, sofern eine lebensfähige alternative Weltordnung entsteht, die wirklich universal ist. Das ist nicht so verrückt, wie es klingen mag.“

Die von Khilafah.com vorgeschlagene lebensfähige alternative Weltordnung ist natürlich eine, die vom Islam bestimmt wird.

Glauben Sie nicht den moderaten Muslimen in den westlichen Medien, die Ihnen erzählen, dass Jihad die „Überwindung von Missgeschick“ bedeutet, sagt Khilafah.com. „Tatsache ist, dass für die Schariah Jihad bedeutet, die größtmöglichen Bemühungen im Kampf gegen die Ungläubigen zur Ehre Allahs auszuführen – direkt durch den Kampf auf dem Schlachtfeld oder indirekt durch die Unterstützung dieses Kampfes durch Gelder, gelehrte Urteile und die Ermutigung zur Teilnahme am Jihad“, verkündet ein Artikel auf der Internetseite. „Andere Aufgaben, die schwierig sein können und daher einige Anstrengung einschließen, aber nicht mit dem direkten Kampf in Verbindung stehen, wie z.B. die Reparatur eines Boilers oder die Herstellung von Stühlen, werden nicht Jihad genannt, wie er in der Schariah verstanden wird.“

Hizb-ut-tahrir.org warnt, dass eine „Allianz mit Amerika ein großes Verbrechen ist, das der Islam verbietet.“ Die Internetseite fährt mit der Erklärung fort, dass sie sich nicht darum kümmert, wer das World Trade Center am 11. September angriff – glaubt aber gleichzeitig, dass die Beweise gegen bin Laden fehlen. Die Seite macht die Juden dafür verantwortlich, die Herrschenden Amerikas dazu aufzustacheln wegen der Anschläge Vergeltung gegen die gesamte islamische Welt zu üben – für die natürlich inzwischen bin Laden die Verantwortung übernommen hat.

Isla.org hebt ebenfalls ein Interview mit bin Laden heraus. Der Rest der Seite ist weitgehend auf Arabisch verfasst.

Rechtfertigt der Koran terroristische Angriffe, wie sie Amerika am 11. September erlebte? Ohne jeden Zweifel, antwortet Tanzeem.org.
„Amir von Tanzim-e-Islami erklärt, dass die islamische Sichtweise zur Sache die ist, dass ein Angriff von Muslimen geführt werden darf, ohne jedes Ultimatum, gegen einen Feind, mit dem die Muslime nicht vertraglich gebunden sind“, erklärt die Internetseite. „Dagegen ist es nicht erlaubt, eine Nation ohne Ultimatum anzugreifen, mit dem Muslime einen Vertrag geschlossen haben (für den Fall, dass sie die Vertragsvereinbarungen zuerst verletzen). Er sagt, dass auch ein Guerillakrieg im Islam in einer Situation entschuldigt werden kann, in der entweder ein Volk gegen die Wand gedrückt wird und keine anderen Möglichkeiten hat, seine Stimme zu erheben, oder wo der Feind überwältigend stark ist und nicht anders besiegt werden kann. Er sagt, dass ein Angriff, in dem Zivilisten getötet werden, im Islam überaus unbeliebt ist. Die Unterdrückten und Verfolgten haben das Recht, Terror mit Terror zu vergelten.“

Entscheidend ist, welche Form des Islam sich durchsetzt

Daniel Pipes, Los Angeles Times, 22. Juli 1999

Der Islam soll in den Vereinigten Staaten 6 Millionen Anhänger haben und die am schnellsten wachsende Religion des Landes sein; 1960 lebten hier schätzungsweise 100.000 Muslime. Auf eine wichtige Weise ist das eine einzigartige Gemeinschaft, anders als jede andere, die vorher kam, und sie sieht sich Entscheidungsmöglichkeiten ausgesetzt, die vermutlich einigen Einfluss auf die USA und die nicht muslimischen Staaten der Welt haben.

Amerikanische Muslime – Immigranten, wie hier geborene – betrachten die USA auf eine von zwei vorherrschenden Möglichkeiten. Mitglieder der einen Gruppe, die Integrationisten, haben kein Problem damit, gleichzeitig patriotische Amerikaner und überzeugte Muslime zu sein. Symbolisch für diese Betrachtungsweise der USA, weht am Islamic Center of Southern California eine amerikanische Flagge.

Diese Integrationisten bestehen darauf, dass die Normen des Westens – nachbarschaftliche Beziehungen, Arbeitsfleiß, Ehrlichkeit – im Grunde das sind, was der Islam lehrt. Umgekehrt stellt der Islam die Erfüllung amerikanischer Werte dar und betrachtet Muslime als positive Kraft, die Amerika voran bringt. Ein Integrationist drückte das so aus, dass man, um ein guter Muslim zu sein, ein guter Amerikaner sein muss und umgekehrt. Oder, wie der schwarzamerikanische Leiter W. Deen Mohammed es sagte: „Der Islam kann dem Westen etwas bieten, statt eine Bedrohung des Westens darzustellen.“ Integrationisten akzeptieren, dass die USA nie ein muslimisches Land sein werden und haben sich damit abgefunden in einem nicht islamischen Umfeld zu leben; sie rufen die Muslime auf, ins öffentliche Leben einzutauchen, um nützlich wie einflussreich zu werden.

Im Gegensatz dazu streben Chauvinisten an, die USA zu einem muslimischen Staat zu machen, der eventuell gar dem iranischen oder sudanesischen Modell entspricht. Im Glauben, dass die islamische Zivilisation allem Amerikanischen überlegen ist, werben sie für den Islam als Lösung für alles Schlechte im Land. In den Worten ihres führenden Theoretikers, Ismail Al-Faruqi: „Nichts könnte großartiger sein als dieser junge, lebhafte und reiche Kontinent [Nordamerika], der sich von seiner bösen Vergangenheit löst und unter dem Banner des Allahu Akbar [Gott ist groß] vorwärts marschiert.“ Oder in den Worten eines Lehrers an der Al-Ghazly Islamic School in Jersey City (New Jersey): „Unser kurzfristiges Ziel ist es, den Islam einzuführen. Als langfristiges Ziel müssen wir die amerikanische Gesellschaft retten. Allah wird fragen, warum ich nicht vom Islam sprach, denn dieser Landstrich ist Allahs Eigentum.“

Einige dieser Sorte reden sogar davon, die US-Regierung zu stürzen und durch eine islamische zu ersetzen. Obwohl das bizarr klingt, gewinnt diese Haltung ernsthafte und weit gestreute Unterstützung bei Muslimen, von denen einige diskutieren, ob friedliche Mittel ausreichend sind oder ob Gewalt eine notwendige Option ist. (Scheik Omar Abdel Rahman vom World Trade Center-Anschlag von 1993 gehört eindeutig zu denen, die glauben, dass Gewalt notwendig ist.)

Kurz gesagt sind die Integrationisten erfreut in einem demokratischen Land zu leben, wo die Gesetzestreue vorherrscht, während die Chauvinisten die Bräuche des Nahen Ostens und Südasiens importieren wollen. Die eine Gruppe akzeptiert das Konzept eines amerikanisierten Islam als nicht weniger wert als den ägyptischen oder pakistanischen Islam, während die andere im amerikanischen Leben wenig Attraktives findet.

Welches dieser beiden Elemente sich durchsetzt, hat große Bedeutung für die Vereinigten Staaten und die Welt des Islam. Wenn die überwiegende Mehrheit der amerikanischen Muslime den integrativen Ansatz übernimmt, sollte sich die muslimische Gemeinschaft gut in das Gewebe des amerikanischen Lebens einfügen. Zusätzlich gibt es den Nutzen, dass die gut ausgebildete, wohlhabende und ambitionierte Gemeinschaft amerikanischer Muslime ihre Version eines modernen und toleranten Islam in den Nahen Osten, Südasien und andernorts Orte ausbreiten wird.

Wenn aber die Chauvinisten zahlreicher sind und (wie es heute der Fall ist) die meisten muslimischen Institutionen in den USA beherrschen, könnten die Folgen wirklich bitter sein. Nehmen wir den Vorfall vom März 1996, als Mahmud Abdul-Rauf, ein 27-jähriger Konvertit zum Islam, der damals in der National Basketball Association spielte, sich entschied sitzen zu bleiben, als die amerikanischen Nationalhymne vor jedem Spiel gespielt wurde. Als Muslim, sagte er, könne er der amerikanischen Flagge keinen solchen Respekt erweisen, da er sie als ein „Symbol der Unterdrückung, der Tyrannei“ betrachtete. Die Entfremdung dieses reichen und erfolgreichen Muslimen hat furchtbare Konsequenzen, wenn sie sich weit verbreitet.

Hier gibt es eine Rolle für jeden – Muslime, Nicht-Muslime, Geschäftsführer, Hollywood-Produzenten, Journalisten, Lehrer, religiöse Leiter – zu erklären, was es heißt Amerikaner zu sein und gegen muslimischen Chauvinismus zu argumentieren. Man könnte glauben es sei offensichtlich, dass das Leben in diesem Land dem im Iran oder Sudan unendlich vorzuziehen ist, aber das ist eindeutig nicht für jeden offensichtlich. Diejenigen von uns, die diese einfache Wahrheit verstehen, müssen sie unseren Mitbürgern erklären.

 

Muslimischer Antisemitismus in Großbritannien

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Im Vereinten Königreich sind antisemitische und antiisraelische Einstellungen bei Muslimen zwei- bis viermal so weit verbreitet wie in der Gesamtbevölkerung. Das ist einer der wichtigen Schlüsse eines aktuellen Berichts mit dem Titel „Antisemitsim in Contemporary Great Britain, a Study of Attitudes Toward Jews and Israel“ (Antisemitismus im heutigen Großbritannien. Eine Studie der Einstellungen gegenüber Juden und Israel). Die Studie wurde vom Institute for Jewish Policy Research (JPR) und dem Community Security Trust (CST) veröffentlicht. Ihr Autor ist L. Daniel Staetsky.

Die Herausgeber behaupten, dass dies die größte und detaillierteste Umfrage zu Einstellungen gegenüber Juden und Israel ist, die je in Großbritannien durchgeführt wurde.[1] Auch wenn es viele weitere Erkenntnisse zu antiisraelischen und antisemitischen Einstellungen gibt, können wir hier nur einen Teil davon ansprechen.

Konzentriert man sich auf die Einstellungen der muslimischen Bevölkerung des Vereinten Königreichs gegenüber Israel und den Juden, so zeigen die Antworten auf die einzelnen Fragen, dass Muslime stets negativer gegenüber Israel und/oder den Juden eingestellt sind als die Gesamtbevölkerung. Beispielsweise bejahten 13% der Gesamtbevölkerung, dass „Juden glauben, sie seien etwas Besseres als andere Menschen“. Bei Muslimen beträgt der Anteil 28%. Die Studie führt zudem die Antworten von religiösen Muslimen separat an, was in anderen Umfragen sonst nicht oft gemacht wird. Bei ihnen beträgt der Anteil 32%.[2]

Die Frage: „Werden Juden auf Kosten anderer reich ?“ bestätigten 12% der Gesamtbevölkerung und 27% der Muslime. Bei religiösen Muslimen sind es 33%. Was „Juden haben in Britannien zu viel Macht“ angeht, so denken 8% der Gesamtbevölkerung so, 27% aller Muslime und 32% der religiösen Muslime. Bei „Juden beuten den Holocaust-Opferstatus für ihre eigenen Zwecke aus“ stimmen 10% der Gesamtbevölkerung und 25% der Muslime zu. Bei religiösen Muslimen liegt der Anteil wieder höher; er beträgt 29%.

Der Aussage „Die Interessen der Juden in Britannien unterscheiden sich stark vom Rest [der Bevölkerung]“ stimmten 12% der Gesamtbevölkerung und 22% der Muslime zu. Bei religiösen Muslimen sind es 28%. 3% der Gesamtbevölkerung finden, dass der Holocaust übertrieben wird; bei den Muslimen sind es 14% und 18% der religiösen Muslimen bestätigen das.

Als die Meinungsforscher fragten, ob der „Holocaust eine Mär“ sei, dachten 2% der Gesamtbevölkerung, 8% der Muslime und 10% der religiösen Muslime so. Eine Frage wurde nur Muslimen gestellt: „Juden sind verflucht oder abgelehnt worden, weil sie nicht an Allah glauben.“ 11% der Muslime und 15% der religiösen Muslimen bejahten das.

Was positive Meinungen zu Juden angeht, bleiben die Muslime hinter der Gesamtbevölkerung zurück. 78% der Gesamtbevölkerung denken, dass ein „britischer Jude genauso ist wie jeder andere Brite“. 61% der Muslime denken so und 59% der religiösen Muslime stimmten damit überein.

Zur Frage, ob „britische Juden einen positiven Beitrag zur britischen Gesellschaft leisten“, dachten 61% der Gesamtbevölkerung so, allerdings nur 37% der Muslime. Bei religiösen Muslimen liegt der Anteil mit 34% noch niedriger.

Die Schlussfolgerung ist klar: Man kann sehr wenig zu den Meinungen der eigenen Bürger unternehmen, aber man hätte auf verschiedene Weisen diejenigen überprüfen können, die ins Land gekommen sind. Man sollte allerdings nicht alle Muslime abstempeln. Fakt ist, dass man kein einziges Mal bei den Muslimen, nicht einmal bei religiösen Muslimen, eine Mehrheit für die antisemitischen Aussagen findet.

Auch britischen Christen stellten die Meinungsforscher ähnliche Fragen wie der Gesamtbevölkerung. Sie stellten fest, dass negative Meinungen über Juden bei Christen selten die der Gesamtbevölkerung merklich übersteigen. Zur Äußerung, dass Juden die Opferrolle im Holocaust für eigene Zwecke missbrauchen, ist diese Meinung bei Christen weniger stark verbreitet. Zu den beiden positiven Fragen haben Christen eine positivere Sicht zu „ein britischer Jude ist genauso britisch wie jeder andere Brite“ und „Britische Juden leisten einen positiven Beitrag zur britischen Gesellschaft.“[3]

Die Studie behauptet, dass 4,5% der derzeitigen Bevölkerung Großbritanniens muslimisch ist. Eine ganze Menge davon sind importierte Antisemiten. Es wurde festgestellt, dass es – allgemein gesagt – eine starke Korrelation zwischen antisemitischen und antiisraelischen Einstellungen gibt. Bei Muslimen, die sieben der neun antisemitische Einstellungen erkennen lassenden Fragen zustimmten, hatten 87% auch antiisraelische Einstellungen.[4]

Das Projekt kam zudem zum Schluss, dass nichtreligiöse Muslime unter allen Muslimen die Gruppe sind, bei der es am wenigsten wahrscheinlich ist, dass sie antisemitische oder antiisraelische Einstellungen hegen. Die Anteile bei ihnen kommen dem Stand der Gesamtbevölkerung näher, auch wenn sie immer noch über dem Durchschnitt liegen.[5]

Es gibt eine weitere quantitative Quelle, die zeigt, dass Antisemitismus bei Muslimen weiter verbreitet ist als in der Gesamtbevölkerung. Sieht man sich die vielen antisemitischen Verunglimpfungen an, die in der britischen Labour Party ans Tageslicht gekommen sind, dann sieht man, dass der Anteil muslimischer Täter unverhältnismäßig hoch ist.[6]

Eine zweite Beobachtung besteht darin, dass einige Verleumdungen durch Muslime der Labour Party zu den extremsten überhaupt gehören. Der ehemalige Bürgermeister von Blackburn, Salim Mulla, behauptete Israel stecke hinter ISIS und fügte hinzu: „Zionistische Juden sind eine Schande für die Menschheit.“

Die Labour-Unterhausabgeordnete Naz Shah suggerierte, Israel solle in die Vereinigten Staaten verlegt werden. Später entschuldigte sie sich. Bevor sie das tat, wurde sie von Rupa Huq, einer weiteren Labour-Abgeordneten, in der BBC verteidigt.

Shah hatte den Labour-Stadtverordneten Mohammed Shabbir aus Bradforot beschäftigt, der behauptet haben soll, dass russisch-orthodoxe Juden am Sexhandel mit Frauen beteiligt seien. Er postete zudem auf Twitter vom „palästinensischen Holocaust“ im Gazastreifen. Andere muslimische Labour-Repräsentanten erklärten, sie hofften der Iran würde Atomwaffen einsetzen, um „Israel von der Landkarte zu wischen“ oder „Israel verhält sich wie die Nazis“ und „ohne meinen Helden Hitler hätten die Juden Palästina schon vor Jahren weggewischt; tut mir leid, aber so ist es nun mal“.

Es werden immer weitere antisemitische muslimische Vertreter der Labour Party bekannt. Einer der jüngsten Fälle ist Nasreen Khan. Sie wurde daraufhin von der Partei als mögliche Kandidatin für einen Sitz im Stadtrat von Bradford fallengelassen. Unter ihren Tweets der Vergangenheit befand sich dieser: „Was haben die Juden in dieser Welt schon Gutes getan?“.[7] Später entschuldigte sie sich.

Als ich vor mehr als eineinhalb Jahren die Aufmerksamkeit auf die unverhältnismäßig große und extreme Rolle von Muslimen bei antiisraelischer und antisemtischer Hetzte in der Labour Party lenkte, hatte das Thema keine wesentliche Aufmerksamkeit in der britischen Presse geweckt. Das hat sich nicht geändert. Es passt zum Wegsehen der Medien bei antiisraelischen und antisemitischen Einstellungen von Muslimen. Die Erfahrung andernorts zeigt, dass man die Veröffentlichung dieser Belege hinausschieben, aber nicht völlig unterdrücken kann. Umso mehr, als, auch wenn es nicht die Mehrheit der Muslime betrifft, das Schüren von Hass durch Muslime einen großen Anteil hat.

[1] Daniel Staetsky: Antisemitism in contemporary Great Britain: A study of attitudes towards Jews and Israel. Institute for Jewish Policy Research. September 2017. http://www.jpr.org.uk/documents/JPR.2017.Antisemitism_in_contemporary_Great_Britain.pdf

[2] Ebenda, S. 57. Zur Gesamtbevölkerung s. S. 34.

[3] Ebenda, S. 53

[4] Ebenda, S. 50

[5] Ebenda, S. 6

[6] https://www.israelnationalnews.com/Articles/Article.aspx/18841

[7] http://www.thejc.com/news/uk-news/labour-drop-nasreen-khan-as-council-candidate-over-antisemitic-posts-1.448151

Die kriminellen Brüder Merah: Wie Frankreich seine Juden und seine übrigen Bürger im Stich ließ

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Anfang November wurde Abdelkader Merah von einem französischen Gericht zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt.[1] Er wurde der kriminell-terroristischen Verschwörung für schuldig befunden. Abdelkader hatte großen Einfluss auf seinen mörderischen Bruder Mohammed Merah gehabt. Den Hintergrund der Familie Merah zu analysieren bietet uns wichtige Einblicke in die Probleme unkontrollierter und nicht selektiver Zuwanderung von Muslimen nach Europa sowie anderer Themen, die weit über die Verbrechen der Familie Merah hinausgehen.[2]

Zuerst die Fakten: Im März 2012 tötete Mohammed Merah, ein in Frankreich geborener Muslim algerischer Eltern, einen jüdischen Lehrer und drei Kinder vor der jüdischen Schule Otzar haTorah in Toulouse.[3] Mehrere Tage zuvor ermordete er drei französische Soldaten. Ein paar Tage nach den Morden an der Schule wurde Merah bei einem Schusswechsel mit der französischen Polizei getötet. Es wurde festgestellt, dass er Besucher einer Al-Qaida-Hochburg in Pakistan gewesen war.[4]

Mohammed Merah behauptete, er sei aus Solidarität mit palästinensischen Kindern zum Mord an Juden motiviert gewesen. Danach distanzierte sich der damalige palästinensische Premierminister Salam Fayyad von Merah. Er erklärte, dass palästinensische Kinder nicht zur Legitimierung von Terror genutzt werden sollten.[5] Fayyad versäumte es zu erwähnen, dass die Palästinenser gewohnheitsmäßig ihre eigenen terroristischen Mörder israelischer Zivilisten auf viele Weisen verherrlichen.

Nach Angaben der französischen Tageszeitung Le Monde sagte der Vater von Merah, um die Palästinenser zu verteidigen sei er bereit zum Selbstmordbomber zu werden. Souad Merah, die älteste Schwester von Mohammed, wurde mit der Aussage zitiert, sie wolle zusammen mit ihren Kindern im Untergrund zur Selbstmordbomberin werden, weil „es nicht Unschuldige sind, die man tötet, sondern Ungläubige“. Als sie von den von Mohammed begangenen Morden erfuhr, sagte Merahs Mutter Zoulikha: „Mein Sohn hat Frankreich auf die Knie gebracht.“[6] Der aktuelle Aufenthaltsort von Souad Merah ist nicht bekannt.[7]

Ende 2012 veröffentlichte Mohammeds Bruder Abdelghani ein Buch mit dem Titel „Mein Bruder, der Terrorist“. Er schrieb, dass ihre Eltern sie zu fanatischen Antisemiten erzogen hatten.[8] Bei einem Vorfall stach Abdelkader auf seinen Bruder Abdelghani ein und erhielt eine Gefängnisstrafe.

Hätten die französischen Behörden den Hintergrund und die Einstellungen ins Land kommender Migranten überprüft, wäre den Eltern der Merahs niemals die Einreise ins Land gestattet worden. Warum sollte das demokratische Frankreich mit seiner dunklen Vichy-Vergangenheit weiteren extremen Antisemiten erlauben sich dort niederzulassen? Eine Studie der amerikanischen Anti-Defamation League (ADL) stellte fest, dass der Anteil von Antisemiten in Algerien, Tunesien und Marokko jeweils bei 87 Prozent, 86 Prozent und 80 Prozent liegen.[9] Bei derart hohen Zahlen kann man verstehen, wie die massive, unkontrollierte Zuwanderung aus muslimischen Ländern für das westeuropäische Judentum zum negativsten Ereignis der letzten fünfzig Jahre geworden ist.

Mohammed Merahs Morde schufen eine Verbrechenswelle durch Nachahmer. Nach Angaben der jüdischen Verteidigungsorganisation Service de Protection de la Commauté Juive (SPCJ) erlebte Frankreich 2012 im Vergleich zu 2011 eine Zunahme der antisemitischen Vorfälle von 58%. Ihr Bericht erklärte: „2012 ist ein Jahr nie dagewesener Gewalt gegen Juden in Frankreich gewesen.“[10]

Zu den intelligentesten Apologeten von Mohammed Merah gehörte damals Tariq Ramadan, Professor für zeitgenössische Islamstudien in Oxford und Enkel von Hassan al-Banna, dem Gründer der Muslimbruderschaft. Er wurde vor kurzem von der Universität beurlaubt, nachdem zwei Frauen ihn der Vergewaltigung beschuldigten.[11] Es lohnt sich Ramadans Technik des Reinwaschens des Mörders zu analysieren. Er begann mit der Fälschung von Mohammed Merah’s Weltanschauung. Ramadan schrieb: „Merah war ein fehlgeleiteter Junge, in dessen Denken es keine Werte des Islam oder rassistische oder antisemitische Ideen gab.“

Der nächste Schritt bestand darin aus Merah ein Opfer zu machen. In Ramadans Worten war Merah „ein armer Kerl, schuldig und zweifelsohne zu verurteilen, obwohl er selbst Opfer einer sozialen Ordnung war, die ihn und Millionen weitere bereits zu einer Randständigkeit und Nichtanerkennung seines Status als Bürger mit gleichen Rechten und Chancens verurteilt hatte“. Ramadan verwandelte Merah so in ein nicht rassistisches, nicht  antisemitisches Opfer der Gesellschaft, dessen Ideen nichts mit irgendeiner muslimischen Ideologie zu tun hatte.[12]

Der inzwischen verstorbene französische jüdische Philosoph André Glucksmann griff Ramadans Reinwaschen an. Er schrieb, man könne heute sagen: „Der Henker war ein Opfer und die Opfer sind Henker.“ Glucksmann verwies zudem auf muslimische fundamentalistische Massenmörder mit einer weit besseren Bildung, als er schrieb, dass diejenigen, die von 1992 bis 1997 in Algerien viele Menschen abgeschlachtet hatten, Abitur hatten.[13]

In manchen Kreisen wurde Merah ebenfalls zum Helden. Eine Lehrerin in Rouen wurde beurlaubt, nachdem sie ihre Klasse zu einer Schweigeminute für Merah aufforderte.[14] Ihre Gewerkschaft machte aus ihr daraufhin ein Opfer, indem sie sagte, sie habe „psychologische Probleme“. Eine den Mörder verherrlichende Facebook-Seite wurde auf Verlangen der französischen Behörden geschlossen.[15]

Seitdem sind in Frankreich weitere muslimisch-terroristische Mörder dem Beispiel Mohammed Merahs gefolgt. 2015 konzentrierten sich einige auf Juden wie bei den Hypercacher-Morden[16], während andere bestimmte französische Ziele wie die Journalisten von Charlie Hebdo angriffen.[17] Wieder andere griffen willkürlich ausgesuchte französische Ziele an, wie es bei den Morden in Paris im November 2015 und denen von Nizza 2016 der Fall war. Zunächst sah es so aus, als habe die französische Regierung mit ihrer fahrlässigen Einwanderungspolitik gegenüber Frankreichs Juden unverhältnismäßig versagt. In den letzten Jahren ist allerdings klar geworden, dass sie auch gegenüber ihren Bürgern insgesamt versagt hat.

[1] http://www.lefigaro.fr/langue-francaise/dossier/abdelkader-merah-juge-pour-complicite-d-assassinats

[2] theatlantic.com/international/archive/2017/11/abdelkader-merah-toulouse-terrorist-brother-trial-france/544961/

[3] http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/europe/france/9157126/Toulouse-siege-as-it-happened.html

[4] http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/europe/france/9312399/Toulouse-killer-Mohamed-Merah-was-traced-to-al-Qaeda-stronghold.html

[5] http://www.maannews.com/Content.aspx?id=469956

[6] http://www.lemonde.fr/societe/article/2017/10/19/la-famille-merah-vue-de-l-interieur_5203004_3224.html

[7] http://www.marianne.net/societe/proces-merah-la-grande-absence-de-souad-soeur-ainee-et-mentor-du-tueur-au-scooter

[8] John Lichfield: How my hate-filled family spawned Merah the Monster. The Independent, 12. November 2012.

[9] http://global100.adl.org/#map/meast

[10] JTA: Report: France saw 58% rise in anti-Semitic attacks in 2012. Jerusalem Post, 20. Februar 2013. Den französischen Text lesen Sie bitte hier:“Rapport sur l’Antisémitisme en France,” Service de Protection de la Communauté Juive (SPCJ), 2012, http://dl.antisemitisme.org/RAPPORT%202012.pdf.

[11] http://www.theguardian.com/world/2017/nov/07/oxford-university-places-tariq-ramadan-on-leave-amid-claims

[12] https://tariqramadan.com/les-enseignements-de-toulouse/

[13] André Glucksmann: Strage di Tolosa, il male esiste. Ora non sia colpevole. Corriere della Sera, 26. März 2012.

[14] “French teacher seeks ‘minute’s silence for killer,’ AFP, 24. März 2012.

[15] http://www.lemonde.fr/societe/article/2012/03/23/l-interieur-fait-fermer-une-page-d-hommage-a-mohamed-merah-sur-facebook_1674659_3224.html

[16] http://www.timesofisrael.com/bodies-of-kosher-market-victims-to-arrive-in-israel-for-burial/

[17] http://www.bbc.com/news/world-europe-30708237

Henryk Broder und die ewigen Antisemiten

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Malmö, die drittgrößte schwedische Stadt, wird von vielen Experten als Hauptstadt des zeitgenössischen europäischen Antisemitismus betrachtet. Ein paar wenige der vielen Aspekte, die diese Charakterisierung rechtfertigen, werden teilweise in einer neuen deutschen Dokumentation mit dem Titel „Der ewige Antisemit – Geschichte einer unerwiderten Liebe“ entlarvt. Sie wurde anlässlich des Jahrestages der Kristallnacht am späten Abend des 8. November im Bayrischen Fernsehen ausgestrahlt.[1]

Der Film folgt dem deutsch-jüdischen Autor Henryk Broder bei seiner Reise durch Deutschland, Frankreich und Schweden. Er wird oft von Hamad Abdel Samed begleitet, einem in Deutschland lebenden ägyptischen Publizisten (mit deutscher Staatsangehörigkeit). Mehrere Theologen der ägyptischen Muslimbruderschaft haben eine Fatwa ausgegeben, dass er wegen Ketzerei getötet werden muss. Im Film ist er mit Personenschützern der Polizei zu sehen.[2]

Bevor Broder und Abdel Samad nach Malmö kamen, hatten sie Termine mit dem Polizeichef und der Bürgermeisterin vereinbart, die in letzter Minute abgesagt wurden. Sie trafen den amerikanischen Rabbiner der jüdischen Gemeinde Stadt, Shneur Kesselman. Er erzählt ihnen, dass die schrumpfende Gemeinde in der Synagoge schusssichere Fenster installieren musste. Selbst das half nicht. Eine Bombe explodierte vor der Synagoge und eine weitere Bombe wurde in die Kapelle des jüdischen Friedhofs geworfen, die komplett zerstört wurde.

Der der Chabat-Bewegung angehörende Rabbiner sagt, er werde regelmäßig schikaniert, wenn er auf die Straße geht. Aus vorbeifahrenden Autos werden ihm Beleidigungen wie „Tod den Juden“ zugerufen. Er wird mit Gegenständen beworfen, darunter befanden sich schon ein Apfel, ein Feuerzeug, ein Glas und eine Flasche. Kesselman kam vor zwölf Jahren nach Malmö. Er sagt, hätte er die Realität der Juden in der Stadt gekannt, wäre er nicht gekommen, aber heute will er aus Loyalität gegenüber der schrumpfenden jüdischen Gemeinde nicht fortgehen.

Kesselman erwartet, das viele Kinder der Gemeindemitglieder Malmö verlassen werden. Vor ein paar Wochen, der Film war schon fertiggestellt, zerschmetterten Steine einmal mehr die Fenster der Synagoge. Bei dieser Gelegenheit sagte der ehemalige Vorsitzende der jüdischen Gemeinde gegenüber der Presse, dass die meisten Vorfälle von Muslimen oder Arabern verübt werden.[3]

Ein jüdischer Lehrer an einer öffentlichen Grundschule in einem problematischen Viertel Malmös wird ebenfalls interviewt. Er spricht von Schießereien im Viertel, manchmal mit tödlichen Folgen. Kinder aus anderen Klassen öffnen manchmal die Klassentüren und rufen ihm antisemitische Beleidigungen zu. Ein Elfjähriger schrie „Heil Hitler“. Die Schulleitung mag die antisemitischen Vorfälle nicht öffentlich machen; sie sagt: „Das sind nur Kinder.“

Bevor sie durch ein Viertel Malmös mit einer großen Zahl an Migranten fahren, warnt die Polizei die Filmemacher, dass sie das Auto nicht verlassen, nicht einmal anhalten sollten. Auf gut Deutsch übersetzt heißt das: „Das ist ein muslimisches Ghetto, in dem die Polizei die Kontrolle verloren hat.“ Die Filmemacher verwenden durchweg das Wort „Migranten“, während der Zuschauer selbst begreifen muss, dass sie Muslime meinen. Dieser Teil der Dokumentation ist ein direkte Anklage der progressiven Behörden in Malmö und vielen anderen schwedischen Städten.

In Deutschland besuchen Broder und Abdel-Samad einen jüdischen Restaurant-Besitzer – einen irakischen Juden – in München. Dieser erzählt ihnen, dass er vor kurzem sein zweites Restaurant schließen musste. Er sieht sich oft antisemitischen Beleidigungen und Schikanen ausgesetzt, die von Deutschen ausgehen. Die Filmemacher besuchen Naumburg in Sachsen-Anhalt. Dort treffen sie einen Holocaust-Leugner, der ihnen erzählt, dass es in Auschwitz keine Gaskammern gab.

Der Interviewpartner ist sozialdemokratischer Bürgermeister eines Dorfes gewesen. Er wechselte später zur Neonazi-Partei NPD. Nachdem er erklärte, der Holocaust sei ein Mythos, wurde er in zwei Instanzen vor Gericht wegen Holocaustleugnung verurteilt. Das Oberlandesgericht Naumburg sprach ihn dann frei.

In Hildesheim wird eine Diskussion über extrem antisemitisches Material gegen Israel gezeigt, das in ein Seminar an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) eingefügt wurde. Von einem Podiumsmitglied werden ein paar Beispielbilder gezeigt, die Israel mit den Nazis gleichsetzen. Die Hochschulrektorin sagt, sie sei nicht überzeugt, dass das Seminar Antisemitisches beinhaltete. Broder kommentiert, dass die Nazis wussten, wie sie einen Juden definieren, aber heute Deutsche Probleme haben Antisemitismus zu definieren. In Köln wird eine Kunstmesse besucht, auf der ein Bild je nach Blickwinkel ein Hakenkreuz oder einen Davidstern zeigt. Die Messe findet in einem Gebäude statt, aus dem Juden und andere während des Krieges in Vernichtungslager geschickt wurden.

In Frankreich wird das alte Pariser Viertel um die Rue des Rosiers besucht. Die Gedenktafel des früheren Restaurants Goldenberg wird an einer Wand gezeigt. 1982 töteten Palästinenser sechs Gäste und verletzten 22 weitere. Schwer bewaffnete Soldaten patrouillieren das Viertel.

Der Film wurde von Broder und Joachim Schneider gemacht. Ein anderer von Letzterem erstellter Film, „Auserwählt und ausgegrenzt – der Hass auf Juden in Europa“, wurde im Frühjahr diesen Jahres vom deutsch-französischen Fernsehsender Arte zensiert, der ihn in Auftrag gegeben hatte. Später wurde er vom WDR gezeigt, der den Film verstümmelte, indem viele kritischen Anmerkungen in ihn eingearbeitet wurden.

Schließlich versucht Broder zu analysieren, was in Europa geschieht. Er diskutiert dies mit einem Freund, dem niederländisch-jüdischen Schriftsteller Leon de Winter. Da sie den Antisemitismus nicht erklären können, kommt de Winter zu dem Schluss, dass in der Vergangenheit niemand mehr Liebe für Europa hatte als die Juden. Diese Liebe wurde nicht erwidert. Er glaubt, dass jetzt die letzte Phase der Existenz der Juden in Europa angebrochen ist. De Winter prognostiziert, dass das europäische Judentum in 40 bis 50 Jahren verschwunden sein wird. Ob es so kommt, bleibt abzuwarten.

Derzeit gibt es Broders und Schröders Film nur auf Deutsch. Englische und französische Untertitel würden ihn einem weit größeren Publikum zugänglich machen.

[1] http://www.br.de/mediathek/video/dox-der-dokumentarfilm-der-ewige-antisemit-av:59cb7a607460e90012ceaeb7?t=1m7s

[2] http://www.zeit.de/zeit-magazin/2015/28/hamed-abdel-samad-rettung

[3] http://jewishnews.timesofisrael.com/stones-shatter-window-of-synagogue-in-sweden/

Europa, seine Muslime und Probleme des „Multikulti“: Die Vertreter des Multikulturalismus sind die eigentlichen Rassisten

Mark Steyn, National Post, 20. August 2002

Letzten Donnerstag wurde in Sydney der Boss einer libanesisch-muslimischen Vergewaltigungs-Gang zu 55 Jahren Gefängnis verurteilt. Ich sollte wohl sagen „libanesich-australisch“-muslimische Vergewaltigungs-Gang, denn die Beschuldigten waren australische Staatsbürger. Aber was ihre Identität angeht, betrachteten die lärmenden jungen Männer sich überwiegend als libanesisch und nur wenig australisch. Während ihrer Vergewaltigungen wurde der beglückten Dame gesagt, sie würde „nach libanesischer Art gef…..t“ und dass sie das verdiene, weil sie ein „australisches Schwein“ sei.

Unausweichlicherweise ist aber das Strafmaß „kontrovers“. Nach dem 11. September wurde den Amerikanern geraten sich zu fragen: „Warum hassen sie uns?“ Jetzt müssen Australier sich fragen: „Warum vergewaltigen sie uns?“ – wie Monroe Reimers es auf der Leserbrief-Seite des Sydney Morning Herald formulierte:

„So schrecklich das Verbrechen auch ist, wir dürfen Gerechtigkeit nicht mit Vergeltung verwechseln. Wir brauchen Antworten. Woher ist dieser Hass gekommen? Was haben wir dazu beigetragen? Vielleicht ist es an der Zeit sich den Rassismus durch Ausschluss anzusehen, der mit solcher Besessenheit von unserer Gesellschaft und unseren kulturellen Institutionen ausgeübt wird.“

Tatsächlich. Schon oft habe ich unter der Last einer grässlichen Politik Ottawas gelitten und daran gedacht ein Weibsbild unter mir festzuhalten und mit ihr Unzucht zu treiben, während 14 meiner Kumpel zusehen und darauf warten dranzukommen. Ich fürchte aber, dass in meinem Fall die Monroe Reimers der Welt weitaus weniger euphorisch nach den „Wurzeln“ meines Verhaltens suchen würden. Massenvergewaltigung als legitime Art sich in der Kampagne für soziale Gerechtigkeit auszudrücken ist ein Privileg, das nur wenigen zugestanden wird.

Herr Reimers wird sich allerdings glücklich schätzen, dass seine Ansicht in den unterschiedlichen Hemisphären geteilt wird. Fünf Tage vor dem 11.9.2001 berichtete die norwegische Zeitung „Dagbladet“, dass 65% der Vergewaltigungen im Land von „nicht-westlichen“ Immigranten verübt würden – eine Kategorie, die in Norwegen fast ausschließlich aus Muslimen besteht. Ein Professor an der Universität Oslo erklärte, dass ein Grund für den unverhältnismäßig hohen muslimischen Anteil an den Vergewaltigungen sei, dass in ihren Heimatländern „Vergewaltigung selten bestraft wird“, denn dort wird generell geglaubt, dass „die Frauen für die Vergewaltigung verantwortlich sind“.

Sollten also muslimische Immigranten in Norwegen darauf aufmerksam gemacht werden, dass die Dinge in Skandinavien etwas anders sind? Auf keinen Fall! Statt dessen sollten, darauf bestand der Professor, „die norwegischen Frauen ihren Teil der Verantwortung an diesen Vergewaltigungen übernehmen“, da ihre Art sich zu kleiden von den muslimischen Männern als unangemessen angesehen würde. „Norwegische Frauen müssen begreifen, dass wir in einer multikulturellen Gesellschaft leben und sich dieser anpassen.“ Oder, um Queen Victorias Ratschlag an ihre Tochter für die Hochzeitsnacht abzuändern: Leg dich hin und denke an den Jemen.

Frankreich? Nun, ich kann keine ethnische Vergewaltigungsstatistik aus der Fünften Republik anführen, da die Behörden alles unternehmen, keine solche zu führen. Aber obwohl das Phänomen der Massenvergewaltigung durch Immigranten nicht existiert, gibt es ein Wort dafür: „tournante“ – auf Deutsch: „Du bist dran.“ Letztes Jahr wurden 11 muslimische Männer verhaftet, weil sie sich bei einem Tournante mit einem 14-jährigen Mädchen in einem Keller vergnügten.

Dänemark? „Drei Viertel der Vergewaltigungen werden von Nicht-Dänen ausgeübt“, sagt Peter Skaarup, Vorsitzender der Volkspartei, ein Mitglied der Regierungskoalition.

Ich denke, Sie haben das Bild. Ob muslimische Kulturen mehr zu Vergewaltigung neigen oder nicht, sollten wir ein anderes Mal erörtern. Interessant ist, wie einfach sogar diese extremste Äußerung des Multikulturellen sich den üblichen Pietäten unterordnet. Norwegische Frauen müssen lernen, in wahrsten Sinne des Wortes „weniger ausschließend“ zu sein. Und männliche libanesische Immigranten, die aus einem vom Krieg zerrissenen Ödland fliehen und in einem friedlichen Land Zuflucht, Freiheit und Chancen finden, werden durch australischen Rassismus unvermeidbar zu einer Bande Vergewaltiger.

Nach dem 11. September sagte mir eine Freundin aus London, sie könne all diesen „Amerika muss sich selbst auf die Brust schlagen“-Kram nicht mehr ertragen. Sie arbeitete in einem Zentrum für Vergewaltigungsopfer und hatte dieses „Schuld des Opfers“-Gerede tausende Male gehört. Amerika hat sich das verdient: wie diese norwegischen Frauen war es „provokativ“. Meine Freundin fand, die Multikulti-Vertreter behandelten Amerika wie ein metaphorisches Vergewaltigungsopfer. Und trotzdem war die Erkenntnis überraschend, dass sie genau dasselbe mit echten Vergewaltigungsopfern tun. Nach dem Urteil im O.J. Simpson-Prozess merkten einige Feministen an, dass hier „Rasse über Geschlecht“ triumphiert habe. Nach dem 11. September haben wir gesehen, dass Multikulti alles schlägt. Sein Zugriff auf die Vorstellungskraft der westlichen Eliten ist unerschütterlich. Sogar Präsident Bush fühlte sich im Monat nach dem 11.9. genötigt, sich zu einer Serie von Foto-Shootings aufzustellen, damit er erklären konnte, der „Islam ist Frieden“, während ihn Repräsentanten des Council on American-Islamic Relations umgaben – einer Organisation, die wegen „ethnischer und religiöser Diskriminierung“ Einspruch gegen das Gerichtsverfahren gegen zwei Männer in Chicago erhob; diese hatten ihre Kusine zur Verteidigung der Familienehre getötet.

Zur Frage des „Islam ist Frieden“ hielt Bassam Tibi, ein muslimischer Professor an der Universität in Göttingen, vor ein paar Monaten eine hilfreiche Rede: „Beide Seiten sollten offen bekennen, dass trotz der Benutzung der gleichen Begriffe, diese jeweils sehr unterschiedliche Bedeutung für sie haben. Das Wort ‚Frieden‘ impliziert z.B. für einen Muslim die Erweiterung des Dar al-Islam – des ‚Hauses des Islam‘ – auf die gesamte Welt. Das unterscheidet sich völlig von dem aufgeklärten Konzept des ewigen Friedens, das das westliche Gedankengut beherrscht.“ Nur, wenn die gesamte Welt zum Dar al-Islam gehört, wird es ein Dar al-Salam, ein „Haus des Friedens“ geben.

Oberflächlich gesehen mag das lächerlich erscheinen. Die „muslimische Welt“ – der Bogen, der sich von Nordafrika bis Südasien erstreckt, ist ökonomisch, militärisch, wissenschaftlich und künstlerisch bedeutungslos. Aber durch das Prisma der norwegischen Vergewaltigung oder französischer Verbrechen betrachtet, klingt die Idee des Dar al-Islam nicht mehr so lächerlich. Der „Schweigekodex“, der Vergewaltigung in eng verwobenen muslimischen Familien umgibt, wird sozusagen durch den weiter gespannten „Schweigekodex“ ausgedehnt, der die multikulturellen Fragen des Westens umgibt. Wenn alle Kulturen gleichwertig sind, wie kann man dann Defekte anklagen?

So wie ich es verstehe, bestehen die Vorteile des Multikulti darin, dass die sterilen Weißbrot-Kulturen von Australien, Kanada und Großbritannien einige hervorragende ethnische Restaurants erhalten und die Commonwealth Games eine Eröffnungsfeier bekommen, die bis 2 Uhr morgens dauert. Aber im Fall der muslimischen Ghettos in Sydney, Oslo, Paris, Kopenhagen und Manchester bedeutet Multikulti, dass die schlimmsten Attribute muslimischer Kultur – Unterdrückung der Frauen – sich mit den schlimmsten Attributen der westlichen Kultur – Zügellosigkeit und Selbstbefriedigung – vereinigen. Pakistanische Skinhead-Gangs mit Tätowierungen und Piercings, die durch die Straßen von Nordengland stolzieren, sind genauso ein Produkt des Multikulti wie der Turban tragende Sikh-Mountie [heplev: Mounties wird eine Art Bundespolizisten in Kanada genannt]. Trotzdem wendet sich die politische Klasse selbst angesichts der gröbsten Angriffe auf seine meist gehegten Werte – die Rechte der Frauen und die der Homosexuellen – zimperlich ab.

Es gab einmal eine Zeit, da wussten wir, was zu tun ist. Ein britischer Bezirkspolizist, der in eine Suttee geriet, erfuhr von den Anwesenden, dass es in der hinduistischen Kultur üblich war, die Witwe mit ihrem Ehemann bei der Beerdigung zu verbrennen. Er antwortete, dass es in der britischen Kultur üblich sei, diejenigen zu hängen, die diese Art Sachen machten. Es gibt viele großartige Dinge aus Indien – Curry, Pyjamas, Sitars, Software-Ingenieure -, aber das Suttee gehört nicht dazu. Traurig, dass wir nicht länger in der Lage sind, „vorschnell zu urteilen“ und zu „diskriminieren“. Uns wird gesagt, dass die Imperialisten alter Schule Rassisten waren, dass sie die Farbigen für weniger wert hielten. Aber wenn das so war, dann betrachteten sie sie immerhin als solche, die in der Lage waren sich verbessern zu können. Die Mulitkultis sind genauso rassistisch. Der einzige Unterschied ist, dass sie glauben, die Farbigen könnten sich nicht ändern. Gott bewahre, man kann von einem Muslim in Norwegen nicht erwarten, dass er aufhört Frauen zu vergewaltigen! Es ist viel besser, dass man sich daran gewöhnt.

Man ist immer zu Erklärungen verpflichtet, wenn man einen Eiertanz auf diesem Gebiet aufführt: Ich bin kein Rassist, ich bin Kulturist. Ich glaube, dass die westliche Kultur – Gesetzestreue, uneingeschränktes Wahlrecht usw. – der arabischen Kultur vorzuziehen ist: Das ist der Grund, dass Millionen Muslime in Skandinavien leben, aber nur vier Skandinavier in Syrien. Das ist eine Abstimmung mit den Füßen. Ich bin für Immigration, wenn sie Assimilation beinhaltet. Ohne sie gehen wir, wie die Hindu-Witwe, langsam den Verbrennungshaufen unserer verlorenen Reiche hinauf. In der europäischen Außenpolitik kann man es bereits sehen: Sie haben Angst vor der mysteriösen, anschwellenden, unaufhaltbaren muslimischen Bevölkerung.

„Islam For All“ berichtete neulich, dass bei den derzeitigen demographischen Raten in 20 Jahren die Mehrheit der Kinder in Holland (also der Bevölkerung unter 18 Jahren) muslimisch sein wird. Es wird das erste islamische Land in Westeuropa sein, seit der Islam Spanien verlor. Europa ist heute eine Kolonie.

Oder, wie Charles Johnsen andeutete, dessen exzellente Internetseite „Little Green Footballs“ täglich Dutzende faszinierender islamischer Schmankerl bietet: „Vielleicht sollten wir wetten: Welches europäische Land wird das erste sein, das die Sharia einführt?“