Die unausgeschlafenen Lügen der Taqqiya

Raymond Ibrahim, 27. April 2018 (FrontPage Magazine)

Versuche die islamische Doktrin der Taqqiya reinzuwaschen wird zunehmend verzweifelt.

Bedenken Sie BuzzFeeds aktuellen Artikel„‘Taqiyya’: How An Obscure Islamic Concept Became An Obsession Of Anti-Muslim Activists“.[1] E bietet dieselben Behauptungen und Rechtfertigungen, die bereits wiederholt diskreditiert worden sind.

Nachdem Ezra Levant, der Gründer von The Rebel Media, damit zitiert wurde, Taqiyya „bedeutet bewusste Irreführung von Ungläubigen, um ein islamisches Ziel zu fördern“ macht BuzzFeed so weiter: „Levant bezog sich auf eine falsche Interpretation eine undurchsichtigen islamischen Doktrin, die zur Grundüberzeugung antimuslimischer Autoren und Aktivisten geworden ist, von rechtsextremen Trollen und sogar des aktuellen Mitglieds im Kabinett Trump und ehemaligen Präsidentschaftskandidaten Ben Carson.“

Als Nächstes kommt bis zum Abwinken die Verteidigung:

Mohammed Fadel, ein Experte für islamisches Recht an der Universität Toronto, beschrieb Taqiyya (und ihre vielen alternativen Schreibweisen) als „eine Doktrin überlegter Verstellung“, die aus einer Zeit stammt, als Muslime Minderheiten und feindlichen Gesellschaften waren… „Der Koran erlaubt Muslimen in dieser Lage, die vor Tod oder Folter und anderer schlechter Behandlung flohen, ihren wahren Glauben zu verbergen. Und solange sie in ihren Herzen treu blieben, würden sie nicht als sündig betrachtet weden“, sagte Fadel gegenüber BuzzFeed News. Doch dieser Gedanke hat gewuchert, sagte Fadel, und zwar in der falschen Behauptung, dass es Muslimen erlaubt ist oder es ihnen Nichtmuslimen gegenüber sogar befohlen ist, als größeres Projekt westliche Länder zu übernehmen und die Scharia oder das islamische Recht zu verhängen. Er sagte, Taqiyya gestattet keine großen Täuschungen und hat keine Verbindung zu Scharia.

Die Ironie liegt hier darin, dass ich vor mehr als vier Jahren mit Ezra Levant und Mohammed Fadel in einem Gerichtsverfahren in Kanada involviert, in dem es um die Bedeutung der Taqiyya ging. Damals verklagte Khurrum Awan, ein Rechtsanwalt, Levant wegen Beleidigung auf $100.000, nachdem Letzterer ihn beschuldigt hatte Taqiyya zu betreiben. (Zuletzt hörte man, dass Awan seinen 77-jährigen Nachbarn verklagte, eine katholische Großmutter, weil sie in „großes christliches Kreuz“ in ihrem Garten stehen hat.)

Während der Verhandlung hatte Mohammad Fadel, BuzzFeeds Experte der Wahl, einen Expertenbericht zugunsten von Awan zum Wesen der Taqiyya vorgelegt, in dem alle möglichen Rechtfertigungen der muslimischen Doktrin lieferte. Er schloss seinen Bericht wie folgt:

Soviel ich weiß haben muslimische Theologen in keinem Fall die Position eingenommen, dass es allgemein erlaubt, geschweige denn verpflichtend ist, dass Muslime Nichtmuslime belügen, ob nun in Fragen zu religiösen Überzeugungen oder säkulare Bräuche… Obwohl es eine Klammer rechter Islamophobie in Nordamerika geworden ist, gibt es keine dogmatische Grundlage in authentischer islamischer Lehre um diese von Ezra Levant und anderen aufgestellte Behauptung zu unterstützen… dass Taqiyya alles andere als eine einzigartige Doktrin ist, gerechtfertigt unter Umständen extremem Zwang, die schlicht nicht auf in Kanada und den USA lebenden Muslime anwendbar sind.

In Reaktion darauf stellte mir Levant (schon 2013) einen Expertenbeicht zur Taqiyya zu schreiben, einschließlich einer Antwort auf Adels Behauptung. Das tat ich, einschließlich einer Analyse und Reaktion auf jeden von Fadel gemachten Punkt; ich kam zu folgendem Schluss:

Täuschung – unter dem weiten Begriff Taqiyya bekannt – ist im Islam erlaubt, weit über den begrenzten Fall des Selbstschutzes hinaus. Diese Erklärung ist nicht „islamophob“; sie ist wahr. Aus gesetzlicher Sicht und besonders mit dem Konzept der Tawriya, werden Täuschungen, solange sie inhaltlich  richtig sind („Ich habe keinen Pfennig in meiner Tasche“ – nur Dollars), nicht einmal als Lügen betrachtet. Der Prophet des Islam, Mohammed – das Beispiel, nach dem sunnitische Muslime ihr Leben besonders gestalten – nutzte regelmäßig Irreführung. Um eien Dichter (Ka’b ibn Ashraf) zu ermorden, der ihn beleidigte, erlaubte Mohammed einem Muslim den Poeten anzulügen. Von Mohammed ist weiter festgehalten, dass er erlaubte Eide zu brechen („Wenn etwas Besseres“ kommt) und seine Frau gegenüber und im Krieg offen zu lügen (ohne selbst Tawriya einzusetzen). Was Letzteres angeht, das einen ständigen Charakter in Gestalt von Jihad gegen Nichtmuslime, um den Islam (und die Muslime) uneingeschränkt herrschend zu machen (z.B. in Sure 8,39), sind Täuschung und Lügen natürlich statthaft.

Meine Antwort hatte offenbar den erwünschten Effekt; Levant drückte das in einer E-Mail an mich so aus: „Nach Erhalt des Berichts entschied er [Awan/der Klager] sich seinen eigenen Expertenzeugen [Fadel] nicht aufzurufen – der zufälligerweise ein Sympathisant der Muslimbruderschaft ist. Nachdem er unsere Widerlegung gelesen hatte, wollte er diese Diskussion liebe nicht führen.

Und hier führt Fadel wieder dieselben unhaltbaren Behauptungen zur Taqiyya und BuzzFeed zitiet sie.

Was uns zum ultimativen Punkt seines Posts bringt: all die Behauptungen der Taqiyya-Apologeten bloßzustellen – Fadel ließ in seinem Versuch den Begriff reinzuwaschen – nichts unversucht und wie auf sie zu antworten ist: Klicken Sie auf meinen Artikel „Taqiyya about Taqiyya“ von 12. Apil 2014, in dem ich jede mich mit jeder von Fadels Rechtfertigungen, einschließlich mit Zitierung von Quellen, methodisch auseinandersetze.

[1] Taqiyya: Wie ein obskures islamisches Konzept zur Obsession antimuslimischer Aktivisten wurde.

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Der weit verbreitete muslimische Antisemitismus in Frankreich

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

In den meisten europäischen Ländern sind keine quantitativen Daten zu muslimischem Antisemitismus verfügbar. Dennoch ist bekannt, dass Mitglieder der muslimischen Gemeinschaft hinter vielen der Aggressionen und extremen verbalen Angriffe auf und Beleidigungen von Juden stecken. In Frankreich ist im Verlauf der letzten Jahrzehnte eine Reihe von Juden ermordet worden. Zudem hat es versuchte Pogrome gegeben.

Eine Studie von Fondapol aus dem Jahr 2014 mit dem Titel Antisemitismus in der französischen öffentlichen Meinung, die von Dominique Reynié erstellt wurde, bietet viele Einblicke in den Antisemitismus in Frankreich. Muslime sind ein Teil der Gesellschaft, auf den sich die Studie konzentiert.[1] Die Autoren haben außerdem die extreme Rechte und die extreme Linke untersucht. Diese benötigen jedoch eine eigene Analyse.

In der gesamten französischen Gesellschaft heben 25% der Bevölkerung antisemitische Vorurteile. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass solche Vorurteile gegen Juden bei Muslimen zwei- bis dreimal so verbreitet sind.[2] Die Autoren der Studie haben die muslimische Bevölkerung in drei Kategorien eingeteilt: praktizierende Muslime, die sowohl an den Islam glauben als ihn auch praktizieren; diejenigen, die nur glauben; und diejenigen, die muslimischer Herkunft sind.[3] Die Kategorie der Praktizierenden macht 42% der Muslime in Frankreich aus. Diejenigen, die glauben, stellen 34% und diejenigen, die muslimischer Herkunft sind, machen 21% aus. Weitere 3% definieren sich als nicht religiös.[4]

Die Fondapol-Forscher stellten sechs Fragen über Vorurteile gegenüber Juden: 1) Nutzen Juden den Zustand der Opfer des Nazi-Völkermords während des Zweiten Weltkriegs für ihre eigenen Zwecke? 2) Haben Juden in den Bereichen Wirtschaft und Finanzen zu viel Macht? 3) Haben Juden im Bereich der Medien zu viel Macht? 4) Üben Juden zu viel politische Macht aus? 5) Gibt es auf Weltebene eine zionistische Verschwörung? 6) Sind Juden für die derzeitigen wirtschaftlichen Krisen verantwortlich?[5]

Ein paar Beispiele der Ergebnisse der Studie werden den heftigen Antisemitismus bei Muslimen in Frankreich hervorheben. Neunzehn Prozent der französischen Gesamtbevölkerung sind der Meinung, dass Juden zu viel Macht in der Politik haben. Unter allen Muslimen liegt der Anteil bei 51%. Brechen wir diese Zahl aber gemäß der drei Kategorien herunter, so liegt die Zahl bei denen, die sich nur als von muslimischer Herkunft definieren, bei 37%. Bei denen, die an den Islam glauben beträgt sie 49% und bei den praktizierenden Muslimen 63%.[6]

Der Anteil der Muslime, die alle sechs Fragen zu antisemitischen Vorurteilen negativ beantworteten, ist gering. Nur 17% der Muslime antworteten auf alle Fragen mit „Nein“. Es gibt kaum einen Unterschied zwischen praktizierenden Muslimen (13%) und denen, die nur glauben (14%). Für diejenigen muslimischer Herkunft liegt der Prozentsatz beträchtlich höher, doch sie befinden sich wiederum nur in einer Minderheit (27%).[7]

Eine Studie in Frankreich hat bereits 2005 gezeigt, dass antijüdische Vorurteile bei religiösen Muslimen besonders verbreitet waren. 46% hegten solche Gefühle; im Vergleich dazu waren es bei nicht praktizierenden Muslimen 30 Prozent. Es wurde festgestellt, dass nur 28 Prozent der religiösen Muslime in Frankreich als völlig frei von solchen Vorurteilen sind.[8] Obwohl die Studien in ihren Hauptergebnissen zu muslimischem Antisemitismus nicht vergleichbar sind, deuten sie in dieselbe Richtung.

Die hohen Anteile an Antisemitismus bei französischen Muslimen sollten nicht überraschen. Die große Mehrheit von ihnen sind Einwanderer aus nordafrikanischen Ländern oder Nachkommen solcher Immigranten. Die Bevölkerung dieser Länder gehört zu den antisemitischsten der Welt.[9][10][11]

Der französische Komödiant Dieudonné wird als einer der extremsten französischen Antisemiten betrachtet.[12] Viele französische Städte entschieden sich endlich seine Auftritte zu untersagen. Fünfzig Prozent der französischen Muslime finden, dass dieser Antisemit mit der Aussage recht hatte, dass der Zionismus eine internationale Organisation sei, die versucht die Welt und die Gesellschaft zum Nutzen der Juden zu beeinflussen. 64% der praktizierenden Muslime stimmen dem zu.[13]

Sechsundvierzig Prozent der Muslime glauben, dass der Zionismus eine rassistische Ideologie ist, während 23% der gesamten französischen Bevölkerung dem zustimmen. 66% der Muslime glauben, dass der Zionismus eine Ideologie ist, die Israel dazu dient eine Politik der Besatzung und Kolonisierung palästinensischer Territorien zu rechtfertigen. Alle oben angeführten Antworten klassifizieren die Juden als Kollektiv ein. Das ist typisch für antisemitisches Denken. In Wirklichkeit variieren bei Juden die Einstellungen zu vielen Themen und politischen Überzeugungen stark.

Zu Einstellungen gegenüber individuellen Juden sind Vorurteile von Muslimen ebenfalls stärker ausgeprägt als in der Gesamtbevölkerung. 33% der Muslime und 43% derer, die den Islam praktizieren, wollen keinen Juden als Präsidenten Frankreichs haben, gegenüber 21% aller französischen Bürger. 26% der Muslime und 33% der praktizierenden Muslime wollen nicht für einen jüdischen Bürgermeister stimmen, während es bei den Franzosen insgesamt 14% sind. 22% der Muslime und 30% der praktizierenden Muslime wollen keinen jüdischen Vorgesetzten; in der Gesamtbevölkerung sind es 10%. 18% der Muslime und 23% der Praktizierenden wollen keinen jüdischen Bankier, verglichen mit 10% der Gesamtbevölkerung.[14]

Zwölf Prozent der Franzosen sind nicht damit einverstanden, dass in Schulen der Holocaust gelehrt wird. 24% der Muslime und 28% der Praktizierenden sind gegen Holocaust-Bildung. 3% der französischen Bevölkerung leugnen zu einem gewissen Grad oder komplett den Holocaust. Bei Muslimen stimmen insgesamt 5% der falschen Behauptung zu, dass die Zahl der Opfer stark übertrieben wird. Bei den praktizierenden Muslimen beträgt der Anteil jedoch 8%.[15]

All das führt zu einem klaren Schluss: Im Verlauf der letzten Jahrzehnte haben französische Regierungen, ob nun sozialistisch oder rechts der Mitte, riesige Mengen an antisemitischen Immigranten in ihr Land gelassen.

[1] http://www.fondapol.org/wp-content/uploads/2014/11/CONF2press-Antisemitisme-DOC-6-web11h51.pdf

[2] Ebenda, S. 21

[3] Ebenda, S. 22

[4] Ebenda

[5] Ebenda, S. 10

[6] Ebenda, S. 22

[7] Ebenda, S. 21

[8] Cécilia Gabizon: Les musulmans pratiquants ont plus de préjugés. Le Figaro, 7. Dezember 2005.

[9] http://global100.adl.org/#country/morocco/2014

[10] http://global100.adl.org/#country/algeria/2014

[11] http://global100.adl.org/#country/tunisia/2014

[12] http://www.theguardian.com/world/2015/nov/25/french-comedian-dieudonne-prison-sentence-hate-speech

[13] www.fondapol.org/wp-content/uploads/2014/11/CONF2press-Antisemitisme-DOC-6-web11h51.pdf, S. 22.

[14] Ebenda, S. 24

[15] Ebenda, S. 25

Die Muslim-Bruderschaft: Globale Herausforderung des Islam für den Westen

Mosche Dann, The American Thinker, 17. Oktober 2010

Die Muslim-Bruderschaft (MB) ist eine der gefährlichsten islamischen Gruppen der heutigen Welt, nicht nur, weil sie Terrorismus unterstützt – z.B. politische und finanzielle Hilfe für ihren palästinensischen Ableger Hamas leistet – sonder weil sie Teil eines globalen islamistischen Netzwerks ist und eine Ideologe propagiert, die zu Extremismus und Terrorismus ermutigt.

Mit Ablegern in siebzig Ländern und Verbindungen zu wichtigen islamischen Organisationen hat die MB ein umfangreiches und gut finanziertes Netzwerk an Bildungs-, sozialen und kulturellen Institutionen, die für einen strategischen MB-Plan für islamische Dominanz werben – nicht durch Gewalt, sondern durch Integration, indem man Teil des nationalen sozialen und politischen Lebens wird; und durch die Anwendung des Scharia-Gesetzes. Diese Verbindungen geben ihr Zugang zu politischer Macht und erklären, warum sie und die von ihr unterstützten Organisationen von Regierungen und NGOs den Hof gemacht bekommen. Jean-Pierre Filiu vom Hudson Institute dazu:

Die Muslim-Bruderschaft … hat sich sowohl aus ideologischen wie aus taktischen Gründen in den vergangenen Jahrzehnten dazu tendiert ein begrenzteres Konzept des Jihad zu eigen gemacht, das mit Missionsarbeit und organisiertem politischem Kampf kombiniert wurde.

Hillel Fradkin, Direktor des Center on Islam, Democracy and the Future of the Muslime World am Hudson Institute, stellt fest, dass die 1928 in Ägypten gegründete MB die Quelle moderner radikalislamischer Bewegungen und ein wichtiger Teil muslimischer Gemeinden rund um die Welt ist. Die Übernahme des Gazastreifens durch die Hamas veränderte das Bild. Zum ersten Mal hatte die MB ein eigenes Territorium, einen virtuellen Staat und eine Armee. Filiu:

Der Bruderschafts-Ableger Hamas, der seit 2006 offiziell über den Gazastreifen herrscht, ist die erste palästinensische Miliz, die ihre Aktivitäten konsequent auf das Gebiet Palästinas vor 1948 beschränkt – also auf Israel, die Westbank und den Gazastreifen… Während des Prozesses zur Konsolidierung ihrer Macht unterdrückte sie in der Folge die von Al-Qaida inspirierten Gruppen des Gazastreifens. Heute ist der fortgesetzte Konflikt der Al-Qaida mit der Hamas eine der Hauptlasten für die Al-Qaida-Propaganda und ihre Anstrengungen geworden, sich als Führer der weltweiten Jihad-Bewegung zu etablieren.

Nach dem, was in einem 1991 geschriebenen MB-Dokument steht, besteht ihre Rolle in Gastgeberländern in einem Siedlungsprozess, der „Zivilisations-Jihad“ genannt wird und der „die westliche Zivilisation von innen heraus eliminieren und zerstören“ wird; dann wird ein „globaler islamischer Staat“ gegründet. Um das zu erreichen – durch Moscheen und islamische Zentren engagiert sich die MB in „Koalitionen“, „Abschöpfung“ und bürgerliche „Kooperation“, wodurch parallele soziale, politische und kulturelle Organisationen aufgebaut werden. Ihre Leitprinzipien sind die des Hassan al-Banna, der die ägyptische MB-Bewegung gründete und eng mit den Nazis verbündet war.

Die Nordamerika-Verbindung

Die umfangreichste, in den USA verfasst Studie über die Muslim-Bruderschaft ist Steven Merleys vom Hudson Institute (im April 2009) veröffentlichte Monographie. Er schließt:

Zur reichhaltigen Geschichte der Unterstützung islamischen Fundamentalismus, Antisemitismus und des Terrorismus durch die MB … gehört ideologische, finanzielle und juristische Unterstützung, insbesondere für die Hamas und andere palästinensische Terrororganisationen.

Mit der MB verbundene Organisationen wie das Council on American Islamic Relations (CAIR) – das aus der Islamic Association of Palestine (IAP) entstand, einer Fassade für Spendensammlung für die Terrororganisationen Islamischer Jihad und Hamas – sind keine Nebenerscheinungen des Ausdrucks von Volks- oder kommunalem Willen wie christliche und jüdische Organisationen, sondern selbst ernannte Repräsentanten, die einen explosiven Mix aus Religion und Politik vermengen. Die meisten MB-Organisationen werden von den Saudis und Golfstaaten finanziert und repräsentieren nicht amerikanische, vorwiegend arabische Muslime.

Mit mehr als dreißig Zweigen in Nordamerika stellt sich CAIR als größte „muslimische Bürgerrechts-Organisation“ dar, die anstrebt „das Verständnis für den Islam zu verbessern, zu Dialog zu ermutigen, Bürgerrechte zu schützen, amerikanische Muslime befähigen und Koalitionen aufzubauen, die für Gerechtigkeit und gegenseitiges Verständnis werben“. Vor ein paar Jahren stand CAIR auf einer Liste nicht angeklagter Mitverschwörer, denen von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen wurde an einem Komplott beteiligt gewesen zu sein, mit dem die Hamas über die Holy Land Foundation mit Geld versorgt wurde.

Daniel Pipes und Sharon Chadha schreiben:

Das vielleicht offensichtlichste Problem mit CAIR besteht darin, dass minestens fünf ihrer Mitarbeiter und Vorstandsmitglieder verhaftet, verurteilt, deportiert wurden oder auf andere Weise in Verbindung mit Terrorismus-Vorwürfen und –Aktivitäten standen … CAIR nimmt in der Wahhabi-Lobby eine Schlüsselrolle ein – dem Netzwerk an Organisationen, das gewöhnlich von Spenden aus Saudi-Arabien unterstützt ist und dessen Ziel darin besteht die in Saudi-Arabien praktizierte, besonders extreme Version des Islam zu verbreiten… CAIR hat sich beständig als im Krieg gegen den Terrorismus auf der falschen Seite stehend erwiesen und radikal-islamische Terroristen geschützt, verteidigt und unterstützt, denen etwas vorgeworfen wurde oder die sogar verurteilt waren.

Die Muslim Student Association (MSA), die mit 250 Ortsgruppen an fast jeder Universität größte muslimische Campus-Organisatin, wurde ebenfalls von der Muslim-Bruderschaft initiiert. Obwohl die derzeitige Beteiligung der MB nicht klar ist, sieht die Agenda ähnlich aus. Sie beschäftigte sich mit Protesten gegen Israel und der Störung proisraelischer Redner und Foren, mit Unterstützung von linken Studenten-Organisationen und natürlich von Administratoren toleriert, erklärt das den plötzlichen Anstieg der Feindseligkeit gegen Israel; dazu kommen die Gegnerschaft zu Amerikas Engagement im Irak, Afghanistan und Pakistan und der „amerikanische Imperialismus“. Sie beschränkten sich jedoch nicht auf Campus-Aktivitäten und so verschmolzen MSA und MB 1981 in die Islamic Society of North America, um ihre „außerschulischen“ Aktivitäten fortzusetzen.

Der saudische Prinz Alweed bin Talal ist ein wichtiger Geldgeber der Fassandenorganisationen der Muslim-Bruderschaft in den USA; er hilft über seine Königreich-Stiftung, die die American Society for Muslim Advancement unterstützt, ebenso das Cordoba-Projekt, die Leute hinter der „Ground Zero-Moschee“.

Anfang der 1990-er Jahre, nach den Oslo-Vereinbarungen zwischen Israel und der palästinensischen Autonomiebehörde, formte die MB mehrere Organisationen, die gegen jegliche Friedensvereinbarung sind. Die Muslim American Society beschreibt sich selbst als eine Bürgergruppe, die sich in „religiösen, wohltätigen, sozialen, kulturellen und Bildungsdingen“ engagiert, daran arbeitet „Familie und Gesellschaft“ zu verbessern und „Menschen dazu zu bewegen nach Gottes Bewusstsein, Freiheit und Gerechtigkeit zu streben und den Islam mit äußerster Klarheit zu vermitteln“. Ihre Vision ist eine „virtuose und gerechte amerikanische Gesellschaft“.

Ihre fundamentalistische Ideologie und politischen Aktivitäten passen allerdings nicht zu ihren hochtrabenden Worten und Idealen. Es gibt Berichte, die zeigen, dass das Ziel der Muslim American Society die radikale Umwandlung Amerikas in eine muslimische Gesellschaft unter striktem Scharia-Gesetz ist.

Die Islamic American University, ein MAS-Projekt, ist ein Ausbildungszentrum für die MB-Philosophie, steht in Verbindung mit Scheik Yussuf al-Qaradawi, der für Jihad wirbt, verkündet, dass muslimische Kräfte, die amerikanische Soldaten bekämpfen, „Märtyrer“ sind und arabisch-palästinensische Terrororganisationen wie die Hamas unterstützen.

Die MAS veröffentlicht ein Magazin, „The American Muslim“; darin werden Selbstmord-Bombenanschläge als „Märtyrer-Operationen“ unterstützt, die vom Koran genehmigt sind; es porträtiert asiatische muslimische Terroristen als „Freiheitskämpfer“.

Da all diese Informationen verfügbar sind, sollte man glauben, dass US-Regierungsbeamte sich Sorgen über die Aktivitäten dieser von der MB unterstützten Organisationen machen. Stattdessen werden sie vom Weißen Haus gefeiert und von Außenministerium und CIA unterstützt, wie www.globalmbreport.com feststellt, wo man der MB systematisch nachgeht.

„Ihre Anziehungskraft für Regierungen und nicht muslimische Behörden im Ausland“, sagt Terrorbekämpfungs-Forscher Steve Emerson, „besteht darin, dass diese MB-Gruppen ein Monopol auf die Führung und Repräsentation der meisten Muslime haben, dies durch die Tatsache, dass die MB in der muslimischen Welt das Zentrum der politischen und religiösen Schwerkraft hat und keinen Dissens duldet.“ Und sie kann, wenn nötig, all ihre Anhänger zum Handeln aufrufen, um mit „sanfter Gewalt“ statt mit „harter Gewalt“ Einfluss zu nehmen.

Machtübernahme in der Welt

Die MB ist ein wichtiger Teil der riesigen islamischen Bewegung, die religiöse Identität benutzt, um ihre politische Agenda zu tarnen. Alleine in den USA repräsentiert sie hunderte sozialer, politischer und kultureller Organisationen, Banken und Finanzinstitutionen; damit ist die MB in der Lage jeden Aspekt nationaler und internationaler Angelegenheiten zu infiltrieren und Einfluss auszuüben.

Die Islam-Expertin Bat Ye’or gibt an, dass die MB (durch ihre Muslim World League) eine enge Beziehung zur Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) hat, einer religiösen und politischen Organisation, die 56 Länder repräsentiert (dazu „Palästina“, das sie als Staat unter der PA betrachten) und eine ständige Delegation bei der UNO hat. Wie die MB unterstützt die OIC islamistische Herrschaft, was – anders ausgedrückt – die Etablierung des islamischen Scharia-Rechts und die Herrschaft eines Kalifats ist. Wegen ihrer politischen und diplomatischen Rolle nutzen sie allerdings eine subtilere, schrittweise Herangehensweise.

In Jordanien repräsentiert die wichtigste Oppositionspartei, die Islamische Aktionsfront, den „politischen Arm“ der MB. Sie sind Islamisten und fordern einen Boykott der Wahlen, in der Hoffnung die derzeitige Regierung zu stürzen und die Kontrolle über das Parlament zu übernehmen. Ihr ist zwar in Ägypten und Syrien politische Tätigkeit verboten und sie wird beschuldigt hinter Terroranschlägen zu stecken, doch die MB betreibt Netzwerke sozialer und wohltätiger Organisationen, womit sie sich eine gefestigte Basis im Volk verschafft.

Die MB ist auch in Ägypten eine wichtige Oppositionsgruppe und wird eine entscheidende Rolle spielen, wenn der ägyptische Präsident Mubarak stirbt. Mohammed Badie, der Leiter der ägyptischen Bruderschaft, erklärte vor kurzem, dass „Jihad zu führen eine Verpflichtung ist“.

Auch in Kanada expandiert die MB; dort war sie kürzlich Gastgeber „der größten islamischen Konferenz in der Geschichte Montreals“.

Ein vor kurzem erstellter Bericht von Pew zur Muslim-Bruderschaft in Westeuropa dokumentiert ihr umfangreiches Netzwerk. Es wird aber wenig bis nichts getan, um diese Organisationen und ihren Einfluss in den wachsenden muslimischen Gemeinden zu beobachten und einzuschränken. Die Präsenz so vieler MB-Organisationen erklärt die weit verbreiteten Demonstrationen gegen Israel und die gewalttätigen Reaktionen auf das, was als „Beleidigung des Islam“ wahrgenommen wird.

Lorenzo Vidino bietet eine ausgezeichnete Studie über die MB in Europa.

Die Bruderschaft hat lange als finanzieller Schlüssel-Knotenpunkt für unterschiedliche islamistische Gruppen gedient; Geheimdienstler sagen, die Bruderschaft habe ihr finanzielles Netzwerk an Beteiligungsgesellschaften und Bankkonten in fast allen europäischen Ländern ausgeweitet.

Wie kam es dazu?

Das Wachstum und die Verbreitung des globalen MB-Netzwerks scheint das Ergebnis einer sorgfältig geplanten organisatorischen Strategie zu sein.

(1) Finanziert durch Saudi-Arabien, die Golfstaaten und reiche arabisch-muslimische Familien, wirbt die MB über Bildungs-, soziale und religiöse Organisationen, in Schulen, Studenten-Organisationen und Studienzentren und mit muslimischen Berufs- und „Bürgerrechts“-Organisationen für eine strikte Interpretation der Scharia und der islamischen Herrschaft. Ihre extremistische Art des Islam im Westen, die sich auf Wahhabismus und Jihadismus gründet, wird jedoch selten offen gelegt.

(2) Über die Aufmerksamkeit für die Palästinenserfrage schloss sie sich mit „liberalen“, „progressiven“ und antijüdischen Elementen, besonders in den Medien, auf der ganzen Welt zusammen und nutzt jetzt deren Einfluss in der UNO und internationalen Gremien und Organisationen, um Israel zu dämonisieren, delegitimieren, isolieren und boykottieren.

Über eine sorgfältig geplante Täuschungsstrategie – Tarnung der Quellen ihrer Unterstützung, Aktivitäten, Philosophie und Ziele – sind von der MB gesponserte Organisationen in der Lage sich als religiöse und/oder Bürgerrechtsgruppen darzustellen und damit Überprüfungen zu vermeiden. Nichtmuslime begreifen, betäubt von Worten wie „Frieden“ und „Gerechtigkeit“, nicht in der Lage das Arabisch zu verstehen, das von Klerikern und in Druckmaterial verwendet wird, wenig bis nichts von dem, was innerhalb von Moscheen und muslimischen sozialen und Kulturzentren geschieht; und sie sind sich der Bedrohung nicht bewusst, die die Muslim-Bruderschaft darstellt.

Obwohl einige Akademiker und Regierungsvertreter versuchen, die MB als „moderat“ darzustellen, beweisen die Fakten etwas anderes. Die MB strebt aktiv an Amerikas Status als Weltmacht zu zerstören und es durch eine islamische Macht zu ersetzen, deren Außenpolitik sich auf Jihad und die Verbreitung des Islam gründen wird.

Was kann man tun?

Der erste Schritt der MB entgegenzutreten besteht darin ihre Organisationen zu identifizieren. Zusätzlich zu den oben zitierte sind hier einige der prominentesten in dern USA, die mit der MB verbunden sind:

Islamic Society of North America (ISNA)
Fiqh Council of NA (FCNA) (formerly American Muslim Council)
North American Islamic Trust (controls most mosques)
Muslim Youth of North America
Association of Muslim Scientists and Engineers
PAC’s and Muslim chaplains programs (in prisons, military and schools)
Islamic Medical Association
American Trust Publications
Islamic Circle of North American
International Institute for Islamic Thought (IIIT)
Association of Muslim Social Scientists
Wohltätigkeitsstiftungen wie Kind Hearts und die (inzwischen geschlossene) Holy Land Foundation, die Union of Good, die der IHH half, einer türkischen „Wohlfahrtsorganisation“, die die „Gaza-Flottille“ unterstützte und Terrorismus fördert, die Islamic Relief USA und Mercy USA und tausdende weitere.

Geht dem Geld nach.

Mit tausenden angeschlossenen Organisationen in Amerika und vielleicht Millionen in der ganzen Welt – gut organisiert, als Teil der akademischen Gemeinschaft und von religiösen und politischen Leitfiguren akzeptiert, innerhalb demokratischer Systeme arbeitend, finanziert von radikalen Jihadisten und von vielen in der internationalen Gemeinschaft unterstützt – ist die MB eine eindrucksvolle Bedrohung. Sie ist aber auch verletzbar, wenn sie bloßgestellt wird – und das ist eine Aufgaben, bei der jeder mitmachen kann.

Eine globale Jihadistengruppe

In den späten 1970-er Jahren, als das ägyptisch-israelische Friedensabkommen Formen annahm, wurde von Mitgliedern der MB in Ägpyten eine neue Terroristen-Organisation gebildet: der Islamische Jihad. De Name wurde gewählt, um Terrorismus im Namen des Islam zu rechtfertigen – nicht nu als PLO-Taktik, sondern um jeden, an jedem Ort anzugreifen, einschließlich der eigenen Familie, ohne Genehmigung durch irgendeine Autorität. Wie andere totalitäre Bewegungen sollte sie traditionelle Disziplin brechen und zu Terrorismus als religiöser Pflichterfüllung ermutigen.

Erst im Jahr 2005 wurde der Islamische Jihad (IJ) von den Vereinigten Staaten und später von der EU, der UNO und anderen Ländern zu einer Terror-Organisation erklärt, trotz der Tatsache, dass sie seit mehr als einem Jahrzehnt Terroranschläge ausgeführt hatte – hauptsächlich gegen Juden in Israel.

Vom IJ wird berichtet, dass er Gelder aus Saudi-Arabien und anderen arabischen Ländern erhält; seine Basis hat er derzeit in Syrien, wird aber heute zum größten Teil von Syrien und dem Iran finanziert. Mitglieder des Palästinensischen Islamischen Jihad arbeiten mit der Hamas und der Fatah (PA) zusammen; er hat keine direkten Verbindungen zur MB. Der IJ ist auch in Usbekistan, Pakistan und Afghanistan und anderen Gegenden der Region aktiv.

Amerikanische Muslime müssen sich ernstlich damit auseinandersetzen, warum ihre nicht muslimischen Nachbarn misstrauisch sind – so, wie diese Nachbarn sich sehr vor Vorurteilen in Acht nehmen müssen. Die eigene Agenda und Absichten zu verstecken ist genauso schlecht wie Fanatismus.

Die Botschaft und den Einfluss der Muslim-Bruderschaft zu unterschätzen ist eine Bedrohung der globalen und besonders der westlichen Sicherheit. Das ist die Botschaft des 9/11 und der Terroranschläge von London und Madrid. Es ist eine Botschaft, die wir ignorieren – und uns damit selbst in Gefahr bringen.

Zwei Jahrzehnte Rushdie-Regeln

Daniel Pipes, Commentary, Oktober 2010

Von einem 1989 veröffentlichten Roman Salman Rushdies zu einem amerikanischen Bürgerprotest namens „Jeder malt Mohammed“-Tag im Jahr 2010 hat sich ein vertrautes Muster entwickelt. Es setzt ein, wenn Westler etwas Kritisches zum Islam sagen oder tun. Islamisten antworten mit Beschimpfungen und Empörung, Rücknahme-Forderungen, der Androhung von Klagen vor Gericht oder Gewalt und mit tatsächlicher Gewalt. Im Gegenzug drucksen Westler herum, verdrehen die Tatsachen und knicken schließlich ein. Nebenher löst jede dieser Kontroversen eine Debatte aus, die sich auf die Frage der freien Meinungsäußerung konzentriert.

Ich werde zu diesem Ablauf zwei Punkte erörtern. Erstens, dass das Recht der Westler, über den Islam und die Muslime zu diskutieren, sie zu kritisieren und sogar sie verspotten im Verlauf der Jahre ausgehöhlt worden ist. Zweitens, dass die freie Meinungsäußerung ein geringerer Teil des Problems ist; etwas viel wichtigeres steht auf dem Spiel und dabei handelt es sich um eine entscheidende Frage unserer Zeit: Werden die Westler angesichts des Angriffs durch die Islamisten ihre eigene historische Zivilisation behalten oder werden sie sie an die islamischen Kultur und das islamischen Gesetz abtreten und sich einer Art Bürgerschaft zweiter Klasse unterwerfen?

Die Ära des islamistischen Aufbegehrens begann abrupt am 14. Februar 1989, als Ayatollah Ruhollah Khomeini, der Oberste Führer des Iran, im Fernsehen sah, wie Pakistaner mit Gewalt auf einen neuen Roman von Salman Rushdie reagierten, dem berühmten Autor südasiatischer Herkunft. Schon der Titel seines Buches, Die Satanischen Verse, nimmt Bezug auf den Koran und stellt eine direkte Herausforderung islamischer Empfindlichkeiten dar; sein Inhalt verschärfte das Problem weiter. Aufgebracht von dem, was er als blasphemisches Porträt des Islam durch Rushdie betrachtete, gab Khomeini ein Erlass aus, dessen fortgesetzter Einfluss es lohnenswert macht, ihn ausführlich zu zitieren:

Ich informiere alle pflichteifrigen Muslime der Welt, dass der Autor des Buches mit dem Titel Die Satanischen Verse – das in Gegnerschaft zum Islam, dem Propheten und dem Koran zusammengestellt, gedruckt und veröffentlicht wurde – und alle an der Veröffentlichung Beteiligten, die sich seines Inhalts bewusst waren, zum Tode verurteilt sind.

Ich rufe alle pflichteifrigen Muslime auf, sie rasch zu exekutieren, wo immer sie gefunden werden mögen, damit niemand sonst es wagt die Heiligkeiten zu beleidigen. So Allah will, ist jeder, der auf dem Weg dazu getötet wird, ein Märtyrer.

Zusätzlich sollte jeder, der Zugang zum Autor dieses Buches, aber nicht die Macht hat ihn hinzurichten, ihn dem Volk melden, damit er für sein Tun bestraft werden kann.

Dieser beispiellose Erlass – kein Regierungschef hatte je die Hinrichtung eines Romanautoren gefordert, der in einem anderen Land lebte – kam aus heiterem Himmel und überraschte alle, von iranischen Regierungsvertretern bis Rushdie selbst. Niemand hatte sich vorstellen können, dass ein magisch-realistischer Roman, vollgestopft mit Leuten, die aus dem Himmel fallen und Tieren, die reden, den Zorn des Herrschers des Iran auf sich ziehen könnte, einem Land, zu dem Rushdie kaum Verbindungen hatte.

Der Erlass führte zu physischen Angriffen auf Buchläden in Italien, Norwegen und den Vereinigten Staaten und auf Übersetzer der Satanischen Verse in Norwegen, Japan und der Türkei; im letzten Fall kamen der Übersetzer und 36 weitere Personen bei einer Brandstiftung in einem Hotel um. Andere Gewalt in mehrheitlich muslimischen Ländern führte zu mehr als 20 Todesfällen, hauptsächlich in Südasien. Dann, gerade als der Aufruhr zurückging, starb Khomeini im Juni 1989; sein Tod machte den Erlass, der etwas ungenau als Fatwa bezeichnet wurde, unveränderbar.

Der Erlass beinhaltet vier wichtige Elemente. Erstens skizzierte Khomeini durch die Feststellung der „Gegnerschaft zum Islam, dem Propheten und dem Koran“ die Breite der heiligen Inhalte, die nicht respektlos behandelt werden dürfen, ohne ein Todesurteil heraufzubeschwören.

Zweitens erklärte er mit der Zielsetzung gegen „alle, die an der Veröffentlichung beteiligt und sich der Inhalte bewusst waren,“ nicht nur dem Künstler den Krieg, sondern auch einer kompletten Kultur-Infrastruktur – einschließlich der tausenden Beschäftigten der Verlagshäuser, Werbefirmen, Vertriebsfirmen und Buchläden.

Drittens machte Khomeini mit dem Befehl zur Hinrichtung Rushdies, „damit niemand sonst es wagt die Heiligkeiten zu beleidigen“, seine Absicht deutlich, nicht nur den Schriftsteller zu bestrafen, sondern auch weitere Vorfälle der Verspottung zu verhindern.

Schließlich forderte Khomeini mit der Forderung, diejenigen, die nicht in der Lage sind Rushdie zu exekutieren, „ihn zu melden“ jeden Muslim der Welt auf, Teil eines informellen Geheimdienst-Netzwerks zu werden, das sich der Aufrechterhaltung der islamischen Heiligkeiten verpflichtet.

Diese vier Kennzeichen bilden zusammen das, was ich die Rushdie-Regeln nenne. Zwei Jahrzehnte sind vergangen und sie bleiben weitgehend in Kraft.

Der Erlass setzte im Westen mehrere Präzedenzfälle. Ein politischer Führer des Auslands ignorierte erfolgreich die konventionellen Grenzen der Staatsmacht. Ein religiöser Führer intervenierte nach Belieben direkt, ohne viel Risiko oder Widerstand, in kulturellen Fragen des Westens. Und ein muslimischer Führer etablierte den Präzedenzfall der Anwendung eines Aspekts des islamischen Gesetzes, der Scharia, in einem überwiegend nicht muslimischen Land. Zu diesem letzten Punkt ist zu sagen: Staaten des Westens dienten manchmal als Khomeinis effektivste Agenten. Die Regierung Österreichs verhängte eine Bewährungsstrafe gegen eine Person, die sich den Rushdie-Regeln widersetzte, während die Regierungen Frankreichs und Australiens Klagen anstrengten, die Gefängnisstrafen zu Folge hätten haben können. Am auffallendsten ist, dass die Behörden in Kanada, Großbritannien, den Niederlanden, Finnland und Israel tatsächlich Übertreter der Rushdie-Regeln ins Gefängnis steckten. Man muss sich schon anstrengen, um sich an die unschuldige Zeit vor 1989 zu erinnern, in der Westler sich frei zum Islam und damit zusammenhängenden Themen äußerten.

Die Rushdie-Regeln hatten sofort Einfluss auf im Westen lebende Muslime, deren Beleidigungs- und Gewaltausbrüche ein neu gefundenes Gefühl der Macht generierten. Von Schweden bis Neuseeland reagierten Islamisten mit Freude, dass Muslime nach Jahrhunderten der Defensive ihre Stimme gefunden hatten und den Westen aus dem Bauch der Bestie heraus herausfordern konnten. Der Großteil der folgenden Gewalt war von der wahllosen Sorte, nach dem Vorbild des 9/11, von Bali, Madrid, Beslan und London, bei denen Jihadisten alle töteten, die gerade ihren Weg kreuzten; TheReligionOfPeace.com dokumentiert weltweit durchschnittlich fünf wahllose islamistische Terroranschläge pro Tag.

Weniger üblich, aber bedrohlicher ist die Gewalt, die sich gegen die richtet, die sich den Rusdie-Regeln widersetzen. Wir wollen die Beispiele für dieses Phänomen auf ein Land eingrenzen, Dänemark. Im Oktober 2004 wurde ein Ausbilder am Carsten Niebuhr-Institut an der Universität Kopenhagen von mehreren Fremden getreten und geschlagen, als er gerade die Universität verließ. Sie informierten ihn, er habe aus dem Koran vorgelesen, wozu er als Ungläubiger (kafir) kein Recht habe. Im Oktober 2005 wurde der Chefredakteur der Jyllands Posten, Flemming Rose, bedroht, weil er die Veröffentlichung von Karikaturen autorisiert hatte, die Mohammed darstellten. Zwei der Karikaturisten mussten in den Untergrund gehen. Einer von ihnen, Kurt Westergaard, entkam später knapp einem physischen Angriff im eigenen Haus. Im März 2006 wurde Naser Khader, ein anti-islamistischer Politiker, von einem Islamisten bedroht, der warnte, Khader würde, sollte er Minister in der Regierung werden, samt seinem Ministerium in die Luft gejagt.

Die dänischen Erfahrungen sind typisch. Nach Angaben des Wall Street Journal „verstecken sich in ganz Europa dutzende Leute oder stehen unter Polizeischutz, weil muslimische Extremisten sie bedrohen“. Selbst Papst Benedikt XVI. erhielt einen Stoß Drohungen, nachdem er einen byzantinischen Kaiser zum Thema Islam zitierte. Allein in den Niederlanden meldeten Politiker innerhalb nur eines Jahres 121 gegen sie gerichtete Morddrohungen. Die Hinrichtung von Theo van Gogh – einem bekannten Libertären, Filmemacher, Talkshow-Moderator, Zeitungskolumnisten und Störenfried, der den Islam verspottet hatte – im Jahr 2004 auf einer Straße in Amsterdam traumatisierte das Land und führte zu einem kurzzeitigen Zustand des Aufruhrs.

Westler nehmen diese Gewalt allgemein als Angriff auf ihr Recht der Selbstdarstellung wahr. Aber wenn die freie Meinungsäußerung das Schlachtfeld ist, dann geht es im großen Krieg um die Grundprinzipien der westlichen Zivilisation. Das wiederholt auftretende Muster des islamistischen Aufbegehrens besteht, damit drei – nicht immer artikulierte – Ziele erreicht werden, die weit über das Verbot der Kritik am Islam hinausgehen.

Ein erstes Ziel besteht in der Etablierung eines Status, der den Islam höher stellt als andere. Khomeinis Forderungen nach der heiligen Dreieinigkeit von „Islam, dem Propheten und dem Koran“ impliziert besondere Privilegien für eine Religion, einen Ausschluss vom Getümmel des Marktes der Ideen. Der Islam sollte von einzigartigen Regeln profitieren, die anderen Religionen nicht zur Verfügung stehen. Jesus mag in Monty Pythons Das Leben des Brian oder Terry McNallys Corpus Christi verhöhnt werden können, aber – wie es auf einem Buchtitel hieß – „bei Mohammed pass auf!“

Das leitet zu einem zweiten Ziel über – muslimische Überlegenheit und westliche Minderwertigkeit. Islamisten sagen und tun regelmäßig Dinge, die für Westler weit beleidigender sind als alles, was Westler gegenüber Muslimen tun. Sie verachten offen die westliche Kultur; ein algerischer Islamist formulierte es so: Das ist keine Zivilisation, sondern eine „Syphilisierung“. Ihre Mainstreammedien veröffentlichen gröbere, widerlichere und gewalttätigere Karitkaturen als alles, was von Flemming Rose autorisiert wurde. Sie beleidigen frei das Judentum, das Christentum, den Hinduismus und den Buddhismus. sie ermorden Juden, weil sie Juden sind, wie Daniel Pearl in Pakistan. Sébastian Sellam und Ilan Halimi in Frankreich und Pamela Waechter und Ariel Sellouk in den USA. Ob aus Angst oder Unaufmerksamkeit, Westler billigen eine Unausgewogenheit, durch die Muslime beleidigen und angreifen dürfen, während sie selbst vor jeder solchen Beleidigungen oder Pein geschützt sind.

Sollten Westler diese Unausgewogenheit akzeptieren, wird der Dhimmi-Status folgen. Dieses islamische Konzept erlaubt den „Völkern des Buches“, Monotheisten wie Christen und Juden, ihre Religion unter muslimischer Herrschaft weiter zu praktizieren, allerdings unter Auferlegung vieler Einschränkungen. Seinerzeit bot der Dhimmi-Status gewisse Vorteile (noch 1945 hatten Juden unter dem Islam allgemein ein besseres Leben als unter der Christenheit), aber er ist dazu gedacht die Nichtmuslime zu kränken und zu erniedrigen, während er die Überlegenheit der Muslime verherrlicht. Dhimmis zahlen Zusatzsteuern, dürfen nicht zum Militär oder in die Regierung und leiden unter umfassenden juristischen Behinderungen. Zu manchen Zeiten und an manchen Orten durften Dhimmis auf einem Esel reiten, aber nicht auf einem Pferd; sie trugen bestimmte Kleidung und ein alter Dhimmi auf der Straße musste einem muslimischen Kind aus dem Weg springen. Elemente des Dhimmi-Status sind vor kurzem an so unterschiedlichen Orten wie dem Gazastreifen, der Westbank, Saudi-Arabien, dem Irak, dem Iran, Afghanistan, Pakistan, Malaysia und den Philippinen angewendet worden. Eindeutig haben sie Londonistan und weitere Orte im Visier.

Die Wiedereinrichtung des Dhimmi-Status ist seinerseits ein Schritt hin auf das dritte und ultimative Ziel der Islamisten: die Anwendung des vollen Scharia-Gesetzes. Die Diskussion über den Islam zu beenden ebnet den Weg dorthin. Im Gegenzug repräsentiert die Beibehaltung der freien Meinungsäußerung zum Islam eine entscheidende Verteidigung gegen das Aufzwingen einer islamischen Ordnung. Unsere Zivilisation zu behalten verlangt eine offene Diskussion über den Islam.

Die Scharia reguliert sowohl das private wie das öffentliche Leben. Zur privaten Dimension gehören äußerst persönliche Fragen wie körperliche Reinheit, Sexualleben, Geburt von Kindern, Familienbeziehungen, Kleidung und Essen. Im öffentlichen Bereich regelt die Scharia die sozialen Beziehungen, wirtschaftliche Transaktionen, Strafen für Straftaten, den Status von Frauen und Minderheiten, die Sklaverei, die Identität des Herrschers, das Gerichtswesen, das Steuerwesen und den Krieg. Kurz gesagt: Das islamische Gesetz schließt alles ein, von den Toilettensitten bis zur Kriegsführung.

Die Scharia verletzt damit die wichtigsten Grundlagen der westlichen Zivilisation. Die ungleichen Beziehungen zwischen Männern und Frauen, Muslimen und kafir, Eignern und Sklaven kann nicht mit Rechtegleichheit in Einklang gebracht werden. Der Harem ist mit einer monogamen Ordnung nicht übereinzubringen. Islamische Überlegenheitsansprüche widersprechen der freien Religionsausübung. Ein souveräner Gott kann keine Demokratie gestatten.

Die Islamisten stimmen alle in dem Ziel überein, dass das islamische Recht global angewendet werden soll. Sie unterscheiden sich lediglich darin, ob dieses Ziel durch Gewalt (der bin Laden den Vorzug gibt), totalitäre Herrschaft (Khomeini) oder durch den Marsch durch das politische System (der schweizerische Intellektuelle Tariq Ramadan) erreicht werden soll. Wie auch immer das geschehen wird: Würden die Islamisten eine Scharia-Ordnung erreichen, würden sie praktisch die westliche Zivilisation durch eine islamische Zivilisation ersetzen. Mit amerikanischer Wortwahl ausgedrückt: Wenn dem Koran erlaubt wird über die Verfassung zu triumphieren, gibt es die Vereinigten Staaten, wie es sie mehr als zwei Jahrhunderte gab, nicht mehr.

Die Rushdie-Regeln zu akzeptieren impliziert also mit anderen Worten einen Prozess, der mit der vollen Anwendung der Scharia seinen Höhepunkt erreicht. Würde Khomeini seinen Willen bekommen, könnten die unter uns, die die westliche Zivilisation wertschätzen, nicht gegen die Scharia streiten. Um die Folgen einer Beendigung der Debatte über den Islam zu verstehen, sehen Sie sich an, was ein vom Muslim Council of Britain (MCB) 2007 veröffentlichter, harmloser Bericht zu sein scheint. Das MCB ist eine führende islamistische Institution im Vereinigten Königreich. Unter dem Titel Towards Greater Understanding (Hin zu einem besseren Verständnis) rät er den britischen Behörden, wie man mit muslimischen Schülern in vom Steuerzahler finanzierten Schulen umgehen soll.

Das MCB versucht in Schulen eine Umwelt zu schaffen, in denen muslimische Kinder keine „unangemessenen Annahmen“ machen, dass „sie für Fortschritt in der Gesellschaft Kompromisse machen oder Gesichtspunkte, wer sie sind und ihre religiösen Ansichten und Werte, aufgeben müssen“. In Hinsicht darauf schlägt das MCB eine Liste an Veränderungen vor, bei der es einem die Sprache verschlägt; sie würden die Natur der britischen Schulen fundamental verändern, sie praktisch in eine Art saudi-arabischer Institutionen umformen. Einige der Vorschläge:

  • Gebete: Stellen Sie (1) zusätzliche „Wasserkannen oder -flaschen“ zum Waschen vor den Gebeten zur Verfügung und (2) Gelegenheiten zum Beten, idealerweise nach Jungen und Mädchen getrennt. Schulen sollten „einen geeigneten Besucher von außen, einen Lehrer oder einen älteren Schüler“ zur Verfügung stellen, der die gemeinsamen Freitagsgebete leitet und die Predigt hält.
  • Toiletten: In Wasserkannen oder -flaschen verfügbares Wasser, um sich zu reinigen.
  • Soziale Bräuche: Kein Druck, Mitgliedern des anderen Geschlechts die Hand zu schütteln, egal, ob Schülern oder Lehrern.
  • Stundenpläne: Ferientage für alle an den beiden wichtigen muslimischen Feiertagen, den Id-Festen.
  • Feiertage begehen: Beziehen Sie nicht muslimische Schüler und ihre Eltern in die Rituale islamischer Feiertage ein. Während des Ramadan sollten z.B. alle Kinder, nicht nur muslimische, „den Geist und die Werte des Ramadan durch kollektives Beten oder Themen-Versammlungen und gemeinsames Iftar (Fastenbrechen)“ feiern.
  • Ramadan: (1) Keine Prüfungen/Tests während dieses Monats, „da die Kombination aus Vorbereitungen auf Examen und Fasten sich für einige Schüler als zu fordernd erweisen kann“. (2) Keine Sexualerziehung, um die Einschränkungen des Sex während dieses Monats zu respektieren.
  • Essen: Sorgen Sie für Halal-Essen. Erlauben Sie Schülern mit ihrer rechten Hand zu essen.
  • Kleidung: Geben Sie dem Tragen von Hijab und auch Jilbab (ein langes Gewand, das über die Kleidung getragen wird und bis zu den Knöcheln reicht) statt. In Schwimmbädern sollten muslimische Kinder züchtige Schwimmkleidung tragen (Mädchen z.B. komplette Strumpfhosen und Leggings). Islamische Amulette müssen erlaubt sein.
  • Bärte: Ein Recht männlicher Studenten.
  • Sport: Geschlechtertrennung dort, wo es physische Kontakte mit anderen Mannschaftsspielern gibt, wie bei Basketball und Fußball, oder wenn man sich entblößt, wie beim Schwimmen.
  • Duschen: Getrennte Duschkabinen sind notwendig, damit Muslime nicht der „umfassenden Demütigung“ ausgesetzt werden, dass man sie komplett nackt sieht.
  • Musik: Sollte auf die „menschliche Stimme und nicht stimmbare Schlaginstrument wie Trommeln“ beschränkt werden.
  • Tanz: Ausgeschlossen, außer es erfolgt in einer Umgebung, in der Vertreter nur eines Geschlechts anwesend ist und kein „sexueller Beiklang und Botschaften“ involviert sind.
  • Lehrer- und Verwaltungsausbildung: Beschäftigte sollten ein islamisches „Bewusstseins-Training“ durchlaufen, damit die Schulen „besser informiert sind und über größere und genauere Wertschätzung der Bedürfnisse ihrer muslimischen Schüler“ verfügen.
  • Kunst: Befreien Sie muslimische Schüler von der Erstellung „dreidimensionaler figurativer Bildnisse von Menschen“.
  • Religionslehre: Bilder jeglicher Propheten (einschließlich Jesus) sind verboten.
  • Sprachlehre: Arabisch zu lernen sollte allen muslimischen Schülern ermöglicht werden.
  • Islamische Zivilisation: (1) Studieren Sie die Beiträge der Muslime zu Europa in den Fächern Geschichte, Kunst, Mathematik und den Wissenschaften und (2) betonen Sie die gemeinsamen Aspekte des europäischen und islamischen Erbes.

Die – explizite oder implizite – Auferlegung der Rushdie-Regeln würde jegliche Kritik an einem Programms wie dem des MCB unmöglich machen. Ich könnte diesen Artikel nicht schreiben, Commentary könnte ihn nicht veröffentlichen und Sie könnten ihn nicht lesen.

Schulen zu überarbeiten ist nur eine von einer Vielzahl geplanter Veränderungen. Schritt für Schritt, Stückchen für Stückchen wollen die Islamisten über Grundlagen des westlichen Lebens überwinden, indem dessen Bildungswesen, kulturelles Leben und Institutionen mit einem entsprechenden islamischen System durchzogen werden, das im Verlauf der Zeit die säkularen Institutionen aufbricht, bis eine islamische Ordnung entsteht. Manche Veränderungen sind bereits aktiv und erstrecken sich auf viele Lebensbereiche. Einige stechende Beispiele:

Polygamie ist in Großbritannien, den Niederlanden, Belgien, Italien, Australien und der kanadischen Provinz Ontario unter gewissen Umständen bereits zulässig. Im Bundesstaat Washington gibt es in städtischen Bädern Schwimmzeiten ausschließlich für muslimische Frauen. In drei US-Bundesstaaten können Frauen die Fotos für ihre Führerscheine im Hijab machen. Wenn sie für IKEA oder die Polizei von London arbeiten, können Frauen mit Firmenzeichen versehene Hijabs tragen, die die Arbeitgeber zur Verfügung stellen.

In zwei britischen Banken wurden Sparschweine als Sparsymbol verboten. „Jegliche Dinge, die religiöses Material beinhalten, das dem islamischen Glauben entgegen steht“ darf nicht über das US-Postnetz an im Nahen/Mittleren Osten dienende Soldaten geschickt werden. Medizinisches Personal in einem schottischen Krankenhaus darf in Anwesenheit von muslimischen Patienten oder Kollegen während des Ramadan weder essen noch trinken. Die Stadt Boston verkaufte öffentlichen Grund zu einem Discountpreis, damit dort eine islamische Institution gebaut werden kann.

Diese Schritte zur Islamisierung, kleine wie große, untergraben westliche Werte und Gepflogenheiten. Sie sind inakzeptabel: Muslime haben ein Recht auf gleiche Rechte und Verantwortung, aber nicht auf besondere Privilegien. Sie müssen sich in die bestehende Ordnung einfügen, nicht westliche Gesellschaften in die islamistische Gussform pressen. Zunehmende Freiheit ist willkommen, Rückentwicklung zu mittelalterlichen Normen der Scharia ist es nicht.

Im Rückblick waren 1989 die Reaktionen der Intellektuellen und Politiker auf den Rushdie-Erlass wegen ihrer Unterstützung für den gefährdeten Romanautor bemerkenswert, besonders die der Linken. Es war wahrscheinlicher, dass linke Intellektuelle auf seiner Seite standen (Susan Sontag: „Unsere Integrität als Nation ist durch einen Angriff auf einen Schriftsteller genauso gefährdet wie durch einen auf einen Öltanker“), als Rechte (Patrick Buchanen: „Wir sollten seinen kleinen blasphemischen Roman ins Kalte schieben“). Doch die Zeiten haben sich geändert: Paul Berman veröffentlichte vor kurzem ein Buch (The Flight of the Intellectuals), das seine Mitlinken vernichtend dafür kritisiert (wie es auf dem Einband formuliert wurde), dass sie „in ihrem Bemühen mit islamistischen Ideen und Gewalt zu ringen, schlimm versagten“.

Seinerzeit nannte der sozialistische Präsident Frankreichs, François Mitterrand, die Bedrohung Rushdies das „absolut Böse“. Die Partei der Grünen in Deutschland strebte den Bruch aller Wirtschaftsbeziehungen mit dem Iran an. Der deutsche Außenminister Hans-Dietrich Genscher begrüßte eine Resolution der Europäischen Union, die Rushdie als „Signal zur Sicherstellung der Erhaltung der Zivilisation und menschlichen Werte“ unterstützte. Der US-Senat verabschiedete einstimmig eine Resolution, die seine Verpflichtung „zum Schutz des Rechts einer jeden Person ohne Angst vor Einschüchterung und Gewalt Bücher zu schreiben, veröffentlichen, verkaufen, kaufen und lesen“ verabschiedete und verurteilte Khomeinis Drohung als „vom Staat gesponserten Terrorrismus“. Solche Reaktionen von Regierungen sind 2010 unvorstellbar.

Für jede Ausübung der freien Meinungsäußerung seit 1989 wie den dänischen Mohammed-Karikaturen oder den kompromisslosen Islamstudien, die von Prometheus Books veröffentlicht wurden, sind ungezählte Legionen an Schriftstellern, Verlagen und Illustratoren davor zurückgeschreckt ihre Meinung zum Ausdruck zu bringen. Zwei Beispiele: Paramount Pictures ersetzte die hamasartigen Terroristen aus Tom Clancys Roman The Sum of All Fears in ihrer Filmvariante der Geschichte durch europäische Neonazis. Und Yale University Press veröffentlichte ein Buch über die dänische Karikaturenkrise ohne zu erlauben, dass in der Studie die Karikaturen abgedruckt werden.

Die Argumentation derer, die kapitulieren, ist so ausnahmslos wie kläglich: „Diese Entscheidung wurde ausschließlich aus Sorge um die öffentliche Sicherheit getroffen“; „die Sicherheit unserer Beschäftigten hat oberste Priorität“; „ich habe echte Angst, dass jemand mir den Hals aufschlitzt“; „hätte ich gesagt, was ich wirklich vom Islam denke, würde ich nicht lange in dieser Welt überleben“; „wenn das ganz schlecht läuft, schreibe ich mein eigenes Todesurteil“.

Die Veränderungen seit 1989 sind in der Hauptsache Ergebnis dreier Ismen: Multikulturalismus, Linksfaschismus und Islamismus. Der multikulturelle Impuls betrachtet keine Lebensweise, kein Glaubenssystem oder politische Philosophie als besser oder schlechter als eine andere. So, wie italienisches und japanisches Essen beide lecker sind und satt machen, bieten Umweltbewusstsein oder Wicca gleichermaßen gültige Alternativen zur jüdisch-christlichen Zivilisation. Warum für einen Lebensstil kämpfen, wenn er keinen Anspruch auf Überlegenheit über irgendjemand anderes hat?

Doch etwas anderes ist vielleicht noch schlimmer: Wenn der westliche Imperialismus und die weiße Rasse die Welt verschmutzen, wer will dann westliche Zivilisation? Eine ansehnliche Bewegung von Linksfaschisten, angeführt von Hugo Chávez, betrachtet westliche Macht, die sie „Imperium“ nennt, als die Hauptbedrohung für die Welt, wobei in ihrer Sicht die Vereinigten Staaten und Israel die Hauptverbrecher sind.

Der Islamimsmus ist seit 1989 eindrucksvoll gewachsen; er wurde zur mächtigsten Form des radikalen Utopismus und formte eine Allianz mit der Linken; sie dominieren Zivilgesellschaften, fordern viele Regierungen heraus und übernehmen andere, richten einen Brückenkopf im Westen ein und treiben in internationalen Institutionen clever ihre Agenda voran.

Kurz gesagt: Das Yin der westlichen Schwäche ist auf das Yang der islamistischen Geltendmachung getroffen. Verteidiger der westlichen Zivilisation müssen nicht nur gegen die Islamisten kämpfen, sondern auch gegen die Multikulturalisten, die die Islamisten stark machen – und gegen die Linken, die sich mit ihnen verbünden.

 

Wie Muslime denken

Daniel Pipes, The New York Sun, 27. Juni 2006

Wie denken Muslime weltweit?

Um das herauszufinden führte das Pew Research Center for the People & the Press im Frühjahr eine groß angelegte Einstellungs-Umfrage durch, die den Titel „The Great Divide: How Westerners and Muslims View Each Other“ trug (Der große Graben: Wie Westler und Muslime einander sehen). Sie befragte Muslime in zwei Gruppen von Ländern: sechs mit lange bestehender, mehrheitlich muslimischer Bevölkerung (Ägypten, Indonesien, Jordanien, Nigeria, Pakistan, Türkei) und vier in Westeuropa mit neuen muslimischen Bevölkerungsminderheiten (Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Spanien).

Die Umfrage, die auch die westliche Sicht auf Muslime betrachtet, ergab einige bestürzende, aber nicht unbedingt überraschende Ergebnisse. Ihre Themen können in drei Rubriken eingeteilt werden:

Ein Hang zu Verschwörungstheorien: In nicht einer einzigen der befragten muslimischen Bevölkerungen gibt es eine Mehrheit, die glaubt, dass die Anschläge vom 11. September 2001 in Amerika von Arabern ausgeführt wurden. Die Anteile reichen von 15% in Pakistan, die Araber dafür verantwortlich machen, bis 48% unter den französischen Muslimen. In Bestätigung negativer Trends in der Türkei sank die Anzahl der Türken, die mit dem Finger auf Araber deuten von 46% im Jahr 2002 auf heute 16%. Mit anderen Worten: In jeder der zehn muslimischen Bevölkerungsgruppen betrachtet die Mehrheit den 11. September als eine Täuschung, begangen von der amerikanischen Regierung, Israel oder einer anderen Einrichtung.

Muslime hegen zudem weitgehend Vorurteile gegenüber Juden; das reicht von 28% unvorteilhafter Bewertungen unter französischen Muslimen bis zu 98% in Jordanien (das zwar eine moderate Monarchie, aber eine mehrheitlich palästinensische Bevölkerung hat). Darüber hinaus betrachten Muslime in bestimmten Ländern (insbesondere in Ägypten und Jordanien) Juden als verschwörerisch und verantwortlich für die schlechten Beziehungen zwischen Muslimen und dem Westen.

Verschwörungstheorien betreffen auch größere Themen. Auf die Frage: „Was ist für das Fehlen an Wohlstand in der muslimischen Nation verantwortlich?“ nennen zwischen 14% (in Pakistan) und 43% (in Jordanien) die Politik der USA und anderer westlicher Staaten, nicht einheimische Probleme wie mangelnde Demokratie oder Bildung oder das Vorhandensein von Korruption oder den radikalen Islam.

Die Verschwörerei deutet auf einen weit verbreiteten Unwillen in der Umma sich mit diesen Realitäten auseinanderzusetzen und stattdessen die sichereren Plattitüden von Verschwörungen, finsteren Plänen und Intrigen vorziehen. Das deckt auch große Probleme auf sich an die Moderne anzupassen.

Unterstützung von Terrorismus: Alle befragten muslimischen Bevölkerungsgruppen zeigten eine solide Mehrheit in der Unterstützung für Osama bin Laden. Gefragt, ob sie Vertrauen zu ihm haben, antworteten die Muslime positiv, was von 8% (in der Türkei) bis 72% (in Nigeria) reicht. Gleichermaßen sind Selbstmord-Bombenanschläge populär. Die Zahl der Muslime, die sie für gerechtfertigt halten, reicht von 13% (in Deutschland) bis 69% (in Nigeria). Diese schockierenden Zahlen deuten darauf hin, dass der Terrorismus bei Muslimen tief verwurzelt ist und auf Jahre hinaus eine Gefahr bleiben wird.

Britische und nigerianische Muslime am stärksten entfremdet: Großbritannien sticht als paradoxes Land hervor. Nichtmuslime haben auffallend wohl gesonnenere Ansichten zum Islam und Muslimen als sonst im Westen; z.B. sehen nur 32% der befragten Briten Muslime als gewalttätig an, bedeutend weniger als ihr Gegenpart in Frankreich (41%), Deutschland (52%) oder Spanien (60%). In der Auseinandersetzung um die Mohammed-Karikaturen zeigten die Briten mehr Sympathie für die muslimische Sichtweise als die anderen Europäer. Weiter gefasst machen die Briten Muslime weniger für den schlechten Zustand der westlich-muslimischen Beziehungen verantwortlich.

Die britischen Muslime antworten auf dieses Wohlwollen mit den bösartigsten antiwestlichen Attitüden, die in Europa zu finden sind. Unter ihnen betrachten viele mehr die Westler als gewalttätig, gierig, unmoralisch und arrogant als bei ihren Gegenübern in Frankreich, Deutschland und Spanien. Darüber hinaus sind ihre abgefragten Ansichten zu Juden, die Verantwortung für den 11.9. oder den Platz der Frau in der westlichen Gesellschaft bemerkenswert extremer.

Die Lage in Großbritannien spiegelt das „Londonistan“-Phänomen wider, bei dem die Briten vorauseilend katzbuckeln und Muslime auf diese Schwäche mit Aggression antworten.

Die nigerianischen Muslime haben allgemein die kriegerischsten Ansichten zu Fragen wie dem Zustand der Beziehungen zwischen dem Westen und den Muslimen, die angebliche Unmoral und Arroganz der Westler und der Unterstützung für bin Laden und Selbstmord-Terror. Dieser Extremismus entstammt zweifelsohne dem gewalttätigen Zustand der christlich-muslimischen Beziehungen in Nigeria.

Ironischerweise ist die stärkste muslimische Entfremdung in den Ländern zu finden, wo man den Muslimen entweder am stärksten oder wenigsten entgegen kommt. Das deutet darauf hin, dass ein Mittelweg der beste ist, bei dem Muslime weder Sonderprivilegien bekommen, wie sie sie in Großbritannien erhielten, noch sich in einem fortgeschrittenen Zustand der Feindseligkeit befinden wie in Nigeria.

Insgesamt sendet die Pew-Umfrage eine nicht zu leugnende Botschaft der Krise aus allen Ecken der muslimischen Welt.

Moderate Stimmen des Islam

Daniel Pipes, New York Post, 23. September 2003

„Früher oder später wirst du für deinen Haufen Lügen bezahlen“, hieß letzte Woche die drohende Botschaft an die Autorin von „The Trouble with Islam: A Wake-up Call for Honesty and Change“ (Das Problem mit dem Islam: ein Weckruf für Ehrlichkeit und Veränderung).

In diesem gerade in Kanada veröffentlichten Buch untersucht Irshad Manji so ungewöhnliche Tabu-Themen wie Antisemitismus, Sklaverei und den erniedrigenden Umgang mit Frauen – alles in dem, was sie als „höchste Ehrlichkeit“ bezeichnet.

„Werdet erwachsen!“, schimpft sie die Muslime aus, „und übernehmt Verantwortung für unsere Rolle in dem, was dem Islam Probleme bereitet.“

Obwohl sie Fernseh-Journalistin und -Persönlichkeit ist, bringt Manji – eine praktizierende Muslima – echten Einblick in ihr Thema mit. „Ich schätze, dass jeder Glauben seinen Teil an Buchstaben-Gläubigen hat. Die Christen haben die Evangelikalen. Die Juden haben die Ultra-Orthodoxen. Um Gottes Willen, selbst die Buddhisten haben ihre Fundamentalisten. Was aber dieses Buch einbläuen will: Nur im Islam ist der Glaube an die wortwörtliche Wahrheit des heiligen Buchs der Mainstream.“

Für ihre Mühen ist Manji „selbst hassend“ genannt worden, „irrelevant“, „eine Ausverkäuferin der Muslime“ und eine „Blasphemistin“. Ihr wird „Verunglimpfung des Islam“ sowie Entmenschlichung der Muslime vorgeworfen.

Dieser Ausbruch von Feindseligkeit veranlasste Manji einen Wachmann anzustellen und kugelsichere Scheiben in ihrem Haus zu installieren. Die Polizei von Toronto gibt „ein hohes Bewusstseinslevel“ bezüglich ihrer Sicherheit zu.

Manjis Notlage in unglücklicherweise nur allzu typisch für das, was mutigen, moderaten, modernen Muslimen blüht, wenn sie sich gegen die Geißel des militanten Islam äußern. Ihre Erfahrung entspricht der Bedrohung des Lebens von Schriftstellern wie Salman Rushdie und Taslima Nasreen.

Und Nicht-Muslime fragen sich, warum anti-islamistische Muslime in Westeuropa und Nordamerika so schweigsam sind?

Anti-islamistische Muslime – die ein modernes Leben führen wollen, das nicht von Burkas, Fatwas und gewalttätigen Visionen des Jihad belastet ist – befinden sich in der Defensive und sind mehr oder weniger bedeutungslos. Wie wortgewandt sie auch sein mögen, ihre vereinzelten Stimmen können nicht mit dem Brüllen der Entschiedenheit des militanten Islam konkurrieren, mit seinem Geld (von dem vieles aus Übersee kommt) und mit der Gewalt. Das Ergebnis davon ist, dass der militante Islam mit seiner Phobie vor dem Westen und dem Ziel der Welthegemonie den Islam im Westen dominiert und vielen die einzige Art Islam zu sein scheint.

Aber anti-islamistische Muslime gibt es nicht nur; in den zwei Jahren seit dem 11. September haben sie zunehmend ihre Stimme erhoben. Sie sind ein bunt gemischter Haufen, die weder einen gemeinsamen Ansatz teilen, noch einen Plan. Einige sind strenggläubig, andere nicht und wieder andere sind Freidenker oder Atheisten. Einige sind konservativ, andere liberal. Sie haben nur eine Feindschaft gegenüber dem Wahabismus, Khomeini und anderen Arten des militanten Islam gemein.

Sie beginnen Bücher zu produzieren, die die totalitäre Vision der Islamisten herausfordern. Abdelwahab Meddeb von der Sorbonne schrieb das anschaulich betitelte „Krankheit des Islam“, in dem er den militanten Islam mit dem Nationalsozialismus vergleicht. Akbar Ahmed von der American University schrieb „Der belagerte Islam“, in dem er Muslime aufrief, Nicht-Muslime zu respektieren.

Zu weiteren offen redenden Akademikern gehören Saadollah Gaussy, der früher an der Sophia Universität in Tokio lehrte, Hussein Haqqani von der Brookings Institution, Salim Mansur von der University of Western Ontario und Khalil Mohammed von der San Diego State University.

Journalisten wie Taschbih Sayyid von „Pakistan Today“ und Stephen Schwartz (der u.a. für „The Post“ und den „Weekly Standard“ schrieb) stehen in der Frontlinie gegen den militanten Islam in den USA, ebenso der Schriftsteller Khalid Durán. Tahir Aslam Gora füllt dieselbe Rolle in Kanada aus. Ein Ex-Muslim mit dem Pseudonym Ibn Warraq hat eine Reihe von Büchern geschrieben, die Muslime ermutigen sollen ihren Glauben zu hinterfragen.

Es gibt eine Reihe anti-islamistischer Organisationen, darunter das „Islamic Supreme Council of America“, das „Council for Democracy and Tolerance“, den „American Islamic Congress“ und schiitische Organisationen wie die „Society for Humanity“ und „Islam in America“. Eine Reihe türkischer Organisationen haben einen entschieden säkularen Touch, darunter die „Atatürk Society“ und die „Assembly of Turkish American Associations“.

Einige Anti-Islamisten haben öffentliche Ämter übernommen. Ayaan Hirsi Ali in Holland, der den Islam eine „rückwärtige“ Religion nannte, ist Mitglied des niederländischen Parlaments. Nasser Khader in Dänemark ist ebenfalls Parlamentsmitglied und ein Säkularist, der fordert, dass die Muslime sich vollständig in das dänische Volk integrieren.

Die schwache Stellung der anti-islamistischen Muslime hat zwei wichtige Folgen:

  • Damit sie durch das islamistische Getöse hindurch zu hören sind, braucht es Hilfe von außen – dass sie von Regierungen gefeiert werden, Fördermittel von Stiftungen erhalten, von den Medien anerkannt werden und Beachtung aus dem akademischen Bereich bekommen.
  • Dieselben Institutionen müssen dem jetzt dominanten, militant-islamischen Establishment aus dem Weg gehen. Moderate haben eine Chance gehört zu werden, wenn die Islamisten zurückgewiesen werden.

Wenn ein moderater und moderner Islam im Westen aufkommen soll, ist es entscheidend, dass Anti-Islamisten gefördert und Islamisten geschwächt werden.

IslamicTerror.com?

Joseph Farah, WorldNetDaily, 13. November 2001

Von seinem vornehmen High-Tech-Hauptquartier in London aus betreibt Scheik Omar Bakri Muhammad eine weltweit tätige islamistische Organisation, die für Osama bin Laden eintritt. Teil seines „Al-Muhajiroun“-Reichs ist eine englischsprachige Internetseite – die mit Aufrufen zur Kreuzigung oder Schlimmerem gegen die wahren Terroristen aufruft: Amerikaner und ihre muslimischen Stellvertreter in Pakistan.

Nach Scheik Omar tragen die Muslime im Westen sehr große Verantwortung darin, die Menschen darauf vorzubereiten den Islam zu empfangen oder die islamische Lebensweise anzuerkennen. Al-Muhajiroun ruft die Muslime im Westen auf, „die Vorkämpfer des kommenden Khilafah zu sein…, stark und vereint zu werden, um in der Lage zu sein, die weltweite muslimische Ummah zu unterstützen.“ Die Organisation glaubt, dass „die muslimische Gemeinschaft im Westen mit den Muslimen weltweit zusammen zu binden“ das Geheimnis ist, eine „weltweite islamische Revolution“ auszulösen.

Scheik Omar macht hält mit seiner totalen Unterstützung der Taliban nicht hinter dem Berg und erklärt Osama bin Laden für unschuldig an den Angriffen auf die USA vom 11. September oder irgendwelchen anderen terroristischen Vorfällen. Statt dessen gibt es von ihm viele öffentliche Interviews, in denen er den Mossad für die Zerstörung verantwortlich macht.

Almuhajiroun.com veröffentlicht eine Fatwa gegen den pakistanischen Präsidenten Pervez Musharraf und die USA.
Wie lautet das Urteil? „Die Bestrafung derer, die gegen Allah und seinen Apostel Krieg führen und danach streben Unheil ins Land zu bringen, ist lediglich die, dass sie ermordet oder gekreuzigt werden sollten oder ihre Hände und Füße sollten abgeschnitten werden oder sie sollten in Gefängnis gesteckt werden; dies soll für sie eine Entehrung in dieser Welt sein und danach sollen sie eine schwere Strafe tragen.“

Wer ist dieser Scheik Omar?
Er wurde 1958 in Aleppo (Syrien) geboren und wuchs – wie bin Laden – unter den Privilegierten einer wohlhabenden Familie auf. Er wurde eine ernsthafter Student des Islam und des Koran. Er machte seinen Universitätsabschluss über die Schariah und die Grundlagen des islamischen Rechts an der Universität Al-Imam Al-Uzaie in Beirut. Er behauptet 43 Bücher und Hefte über den Islam auf Arabisch und Englisch geschrieben zu haben. Über die Internetseite vertreibt er Videos und Bücher und kündigt Demonstrationen und Vorträge an – zumeist in Großbritannien.

Er behauptet hunderttausende Anhänger weltweit zu haben – einschließlich vieler in den USA. Er ist außerdem Richter des Schariah-Gerichts in Großbritannien, Generalsekretär der Islamischen Weltliga und Sprecher der Internationalen Islamischen Front.

Sein Ziel, wie auch das bin Ladens, ist die Wiedererrichtung der Khilifah – der weltweiten islamischen Vorherrschaft. „Al-Muhajiroun hat viele Organe, die in der Gesellschaft unter seiner Führung tätig sind“, behauptet er. „Diese Organe spezialisieren sich in unterschiedlichen Bereichen wie der Gesellschaft der muslimischen Anwälte, der Gesellschaft der zum Islam Konvertierten, der Gesellschaft der muslimischen Eltern, die Londoner Schariah-Schule, das Schariah-Gericht von Großbritannien, der Gesellschaft der muslimischen Studenten, der Islamischen Weltliga, der Muslimisch-kulturellen Gesellschaft und der Partei der Zukunft.“

Almuhajiroun.com ist nur eine von Dutzenden radikal-islamischer, englischsprachiger Internetseiten, die besonders dafür konzipiert zu sein scheinen, den Westen zu beeinflussen und dort zu rekrutieren.

Eine weitere ist Khalifornia.org – das ist keine Seite, die für Kalifornien als nächsten islamischen Staat wirbt – noch nicht.
Die Macher dieser Internetseite erklären den Namen so: „Als uns die folgende Erklärung des Namens Kalifornien begegnete, dass es der Grundbesitz der Khilafah sei, dachten wir, dass dies ein herausfordernder Name für eine Veröffentlichung ist, die die Muslime zur vollen Anwendung des Islam und einer Rückkehr zum Khilafah-Staat aufruft. Immerhin ist damit nicht gemeint, dass Kalifornien in irgendeiner Weise auserwählt oder berufen als solcher Staat berufen ist. Edward Hale, Verfasser von ‚Der Mann ohne Land‘, berichtete in ‚Die Berichte der Amerikanischen Antiquarischen Gesellschaft‘, dass der Name ‚Kalifornien‘ im Werk Montalvos gefunden wurde, einem spanischen Schriftsteller populärer Kavaliersromanzen des frühen 16. Jahrhunderts. Das war die Zeit der spanischen Eroberung Amerikas. … ‚Kaliferne war der Grundbesitz des Kalifen, des Herrschers der mohammedanischen Welt.’“
Während also einige Mexikaner darauf schielen, Kalifornien zurück zu verlangen, könnten sie Konkurrenz von Islamisten bekommen.

Dann gibt es die Internetseite der Islamischen Gesellschaft der Sheffield Hallam University, auch aus Großbritannien.
Wie viele andere radikal-islamische Seiten behält sich diese besondere Drohungen für das Regime von Musharraf in Pakistan vor: „Pakistan ordnet sich derzeit der internationalen Ordnung unter, die von Amerika beherrscht wird“, erklärt sie. „Es ist der wirtschaftlichen Versklavung durch den IWF (Internationaler Währungsfond) und der Weltbank unterworfen und akzeptiert die Oberhoheit der UNO. Derzeit plant die Regierung einen 1,5 Millionen-US-Dollar-Kredit vom IWF zu bekommen.“

Aus diesem Grund beklagt die Seite, dass „Russland nicht keinerlei Sorgen über das atomare Waffenarsenal Pakistans machte, bevor es die Muslime in Tschetschenien bombardierte.“

Ramadhan.org bringt ein groß heraus gestelltes Interview mit bin Laden und Horror-Geschichten über Muslime, die in den USA in der Nachfolge der Terrorangriffe vom 11. September verfolgt werden. Man kann dort auch elektronische Grußkarten an Freunde, die den Ramadan halten, verschicken.

Khilafah.com, eine der anspruchsvolleren Seiten dieser Art, lässt kaum Zweifel daran, wo sie in diesen Fragen des Tages steht:
„Präsident Bushs ‚gesucht – tot oder lebend‘-Aufruf weckte Erinnerungen daran, wie ‚der Westen gewonnen‘ durch ein gefühlloses und arrogantes Volk gewonnen wurde“, notiert ein markanter Artikel mit dem Titel „Wie der Westen verloren wurde“. „Die eingeborene indianische Zivilisation wurde ausgelöscht. Könnte es sein, dass der Westen durch sein fortgesetzt gefühlloses und arrogantes Verhalten verloren gehen?“

Der Artikel fährt mit dem Vorschlag fort, dass Amerikas Aktion in Afghanistan „durchaus der Beginn des Endes der Vormachtstellung der westlichen Zivilisation sein könnte, sofern eine lebensfähige alternative Weltordnung entsteht, die wirklich universal ist. Das ist nicht so verrückt, wie es klingen mag.“

Die von Khilafah.com vorgeschlagene lebensfähige alternative Weltordnung ist natürlich eine, die vom Islam bestimmt wird.

Glauben Sie nicht den moderaten Muslimen in den westlichen Medien, die Ihnen erzählen, dass Jihad die „Überwindung von Missgeschick“ bedeutet, sagt Khilafah.com. „Tatsache ist, dass für die Schariah Jihad bedeutet, die größtmöglichen Bemühungen im Kampf gegen die Ungläubigen zur Ehre Allahs auszuführen – direkt durch den Kampf auf dem Schlachtfeld oder indirekt durch die Unterstützung dieses Kampfes durch Gelder, gelehrte Urteile und die Ermutigung zur Teilnahme am Jihad“, verkündet ein Artikel auf der Internetseite. „Andere Aufgaben, die schwierig sein können und daher einige Anstrengung einschließen, aber nicht mit dem direkten Kampf in Verbindung stehen, wie z.B. die Reparatur eines Boilers oder die Herstellung von Stühlen, werden nicht Jihad genannt, wie er in der Schariah verstanden wird.“

Hizb-ut-tahrir.org warnt, dass eine „Allianz mit Amerika ein großes Verbrechen ist, das der Islam verbietet.“ Die Internetseite fährt mit der Erklärung fort, dass sie sich nicht darum kümmert, wer das World Trade Center am 11. September angriff – glaubt aber gleichzeitig, dass die Beweise gegen bin Laden fehlen. Die Seite macht die Juden dafür verantwortlich, die Herrschenden Amerikas dazu aufzustacheln wegen der Anschläge Vergeltung gegen die gesamte islamische Welt zu üben – für die natürlich inzwischen bin Laden die Verantwortung übernommen hat.

Isla.org hebt ebenfalls ein Interview mit bin Laden heraus. Der Rest der Seite ist weitgehend auf Arabisch verfasst.

Rechtfertigt der Koran terroristische Angriffe, wie sie Amerika am 11. September erlebte? Ohne jeden Zweifel, antwortet Tanzeem.org.
„Amir von Tanzim-e-Islami erklärt, dass die islamische Sichtweise zur Sache die ist, dass ein Angriff von Muslimen geführt werden darf, ohne jedes Ultimatum, gegen einen Feind, mit dem die Muslime nicht vertraglich gebunden sind“, erklärt die Internetseite. „Dagegen ist es nicht erlaubt, eine Nation ohne Ultimatum anzugreifen, mit dem Muslime einen Vertrag geschlossen haben (für den Fall, dass sie die Vertragsvereinbarungen zuerst verletzen). Er sagt, dass auch ein Guerillakrieg im Islam in einer Situation entschuldigt werden kann, in der entweder ein Volk gegen die Wand gedrückt wird und keine anderen Möglichkeiten hat, seine Stimme zu erheben, oder wo der Feind überwältigend stark ist und nicht anders besiegt werden kann. Er sagt, dass ein Angriff, in dem Zivilisten getötet werden, im Islam überaus unbeliebt ist. Die Unterdrückten und Verfolgten haben das Recht, Terror mit Terror zu vergelten.“