Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (10.-16.04.2016)

Sonntag, 10.04.2016:

Die Hamas griff – wie nicht anders zu erwarten – die PA wegen der Festnahme der drei Möchtegern-Terroristen an; PA-Sicherheitskräfte nahmen die Jugendlichen fest, die einen schweren Terroranschlag geplant und sich die dafür benötigten Waffen schon besorgt hatten.

Die Regierung sollte heute eine verstärkte Polizeipräsenz in den arabischen Teilen Jerusalems beschließen; dazu gehören mehr Gelder und die Einstellung von 300 neuen Polizisten.

Die PA hat Klage gegen zwei Firmen erhoben, die israelische Produkte in den PA-Gebieten vertreiben und damit gegen das Verbot des Handels mit solchen Waren verstoßen.

Montag, 11.04.2016:

Arabische Quellen aus dem Umfeld von Marwan Barghouti geben an, dass führende PalAraber übereingekommen sind nach dem Tod von Mahmud Abbas einen Plan ausführen wollen, mit dem Israel „gewaltfrei“ bekämpft wird. Ein „Volksaufstand“ soll die israelischen Sicherheitskräfte aus dem Gleichgewicht bringen, verwirren und überstrapazieren.

Dienstag, 12.04.2016:

Der Großmufti von Jerusalem verurteilte die israelischen Behörden, weil sie „extremistische Juden beschützen, die die Heiligkeit der Al-Aqsa-Moschee entweihen“.

Das Elektrizitätswerk des Gazastreifens ist seit Samstagabend mal wieder stillgelegt. Es hat keinen Treibstoff mehr, weil es weiterhin Streit um Steuern zwischen Hamas und PA gibt, gaben Offizielle an.

Mittwoch, 13.04.2016:

Es gibt Bestrebungen (Forderungen) seitens israelischer Araber, dass Araberinnen und Jüdinnen auf Entbindungsstationen in israelischen Krankenhäusern getrennt untergebracht werden müssen. Sogar in der Knesset wird darüber debattiert (auch weil das Gesundheitsministerium die Trennung verbietet). An der ersten Debatte hierzu nahmen ausschließlich arabische MKs teil.

Benjamin Netanyahus Büro orderte kurz vor der Umsetzung des Abrisses eines illegalen arabischen Hauses in einem Nationalpark an, dass der Abriss gestoppt wird. Im Gegensatz dazu wurde ein jüdisches Haus in Beit-El abgerissen – mitten in der Nacht; das darin lebende junge Paar (sie ist schwanger) ist jetzt obdachlos. (Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Das Haus war illegal gebaut und der Abriss ist rechtens. Aber man darf ja mal auf das zweierlei Maß aufmerksam machen…)

Am Arawa-Checkpoint verbrannten zwei Soldaten eine PA-Flagge. Sie werden vor ein Militärgericht gestellt.

Donnerstag, 14.04.2016:

Die Fatah glorifiziert mal wieder Terroristinnen. Gleich zwei davon, die 2002 bei zwei Selbstmord-Bombenanschlägen 8 Menschen ermordeten und mehr als 100 verletzten, wurden auf Facebook geehrt. (So sieht die Hand in Wirklichkeit aus, die laut Abbas – wörtlich im israelischen Fernsehen – „in Frieden gereicht“ wird.

Der arabische MK Jamal Zahalka forderte, dass die PalAraber „mit allen Mitteln“ versuchen sollen Juden vom Tempelberg wegzuhalten.

Samstag, 16.04.2016:

Abbas war in Paris. Dort erzählte er Hollande, die Palästinenser würden durch die Besatzung und die Erweiterung der Siedlungen „ersticken“.

„Die friedliche Mehrheit ist irrelevant“

Warum? Weil sie nichts unternimmt und weil sie auf die Macht verzichtet.

Brigitte Gabriel antwortet auf die Frage einer jungen Muslima (Jura-Studentin an der American University), die beklagt, dass die friedliche Mehrheit der Muslime in der Welt bzw. auch in den USA so wenig Aufmerksamkeit erhält und alle Muslime über einen Kamm geschoren werden („als schlecht bezeichnet werden“), weil sie doch eher für die Muslime steht als die Extremisten und Terroristen. Wie kann eine Ideologie mit Waffen besiegt werden (die Frage ist als rhetorische Frage gestellt, sie impliziert, dass das nicht geht)? Die Ideologie müsse ideologisch angegangen werden.

Brigitte Gabriel findet diese Frage sehr gut. Und sie antwortet erst einmal mit Geschichte:

Heute gibt es 1,2 Milliarden Muslime in der Welt. Natürlich sind nicht alle davon radikal. Die Mehrheit sind friedfertige Menschen. Die Radikalen werden auf 15 bis 25 Prozent dieser Muslime geschätzt (so alle Geheimdienste der Welt). Damit sind 75% der Muslime friedfertige Menschen. Sieht man sich aber die 15 bis 25 Prozent der muslimischen Weltbevölkerung an, dann haben wir 80 Millionen bis 300 Millionen Menschen, die sich der Vernichtung der westlichen Zivilisation verschrieben haben. Das sind so viele, wie die Bevölkerung der USA. Warum also sollten wir uns wegen 15 bis 25 Prozent Sorgen machen? Weil es die Radikalen sind, die töten. Weil es die Radikalen sind, die köpfen und massakrieren.

Wenn man sich die Geschichte ansieht, … dann waren die meisten Deutschen friedfertig. Aber die Nazis bestimmten die Agenda und als Ergebnis starben 60 Millionen Menschen. … Die friedliche Mehrheit war irrelevant.

Sieht man sich Russland an, dann waren auch die meisten Russen friedfertig. Dennoch waren die Russen in der Lage 20 Millionen Menschen zu töten. Die friedliche Mehrheit war irrelevant.

Sieht man sich China an, dann waren auch die meisten Chinesen friedfertig. Dennoch waren die Chinesen in der Lage 70 Millionen Menschen zu töten. Die friedliche Mehrheit war irrelevant.

Sieht man sich Japan vor dem Zweiten Weltkrieg an, dann waren auch die meisten Japaner friedfertig. Dennoch war Japan in der Lage sich seinen Weg durch Südostasien zu schlachten und dabei 12 Millionen Menschen zu töten, die meisten mit Bajonetten und Schaufeln. Die friedliche Mehrheit war irrelevant.

Am 11. September in den USA lebten es 2,3 Millionen arabische Muslime in den USA. Es waren 19 Hijacker nötig, 19 Radikale, um Amerika auf die Knie zu bringen, das World Trade Center zu zerstören, das Pentagon anzugreifen und fast 3.000 Menschen zu töten. Die friedliche Mehrheit war irrelevant.

Bei all unserem Reden von der Macht der Vernunft und moderaten und friedlichen Muslimen freut es mich, dass Sie hier sind. Aber wo sind die anderen, die sich äußern? …

Es ist an der Zeit die politische Korrektheit zu nehmen und auf den Müll zu werfen, wo sie hingehört.

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Schmankerl am Rande: Es handelte sich um eine Podiumsdiskussion zu Ermordung von 4 amerikanischen Botschaftsmitarbeitern im libyschen Benghazi, darunter der Botschafter selbst. Niemand hatte von Muslimen gesprochen, niemand hatte von Hass auf Muslime gesprochen, es ging darum, was die US-Regierung hier gemacht bzw. falsch gemacht hat. Die Studentin war die, die das Thema Muslime aufbrachte.