Ein Jude in Köln

Malca Goldstein-Wolf, Facebook, 15. Mai 2021

Da hat es doch dieser freche Judenbengel Max Garbinski gewagt, sich mit einem T-Shirt auf dem steht „Küss mich, ich bin koscher“ und auf dem eine kleine Israelflagge abgebildet ist, heute an den Rand einer Pro-Palästinensischen Demo zu stellen.

Sofort wurde er von fünf(!) Polizeibeamten umzingelt, die ihm befohlen ihnen zu einem Hauseingang zu folgen.

Dort wurde er angewiesen, seine Taschen zu leeren, Max holte aber nur seine Geldbörse mit dem Ausweis hervor.

Dann wollte man ihn durchsuchen, als er erstaunt fragte, was er denn getan hätte, antwortete ein Polizist, dass sich die Demonstranten von der Israelflagge auf dem Shirt provoziert fühlen könnten.

Max, inzwischen außer sich, entgegnete, dass er seit 60 Jahren in Köln lebt, ein Kind von Holocaust-Überlebenden ist und wenn sie ihn zwingen würden, das Shirt auszuziehen, würde er eine Dienstaufsichtsbeschwerde einleiten.

Die Polizisten befahlen ihm dann die Jacke zu schließen, damit das Shirt nicht mehr sichtbar ist. Man könne ihm sonst keinen Schutz garantieren.

Als unbescholtener Bürger, dessen einziges „Vergehen“ war, ein Shirt mit Israelflagge zu tragen, fühlte sich Max wie ein Schwerverbrecher.

Sollte er noch einmal „auffällig“ werden, würde er des Platzes verwiesen, mahnte einer der Beamten.

Nicht die Hater werden zur Räson gerufen, der Jude gilt als Störenfried.Eine Frau, die ein Plakat in der Hand hielt, dass eine Israelflagge mit einem Arm zeigte, der ein Kind mit einem Messer tötet , wurde nicht ermahnt.

Wir wissen spätestens jetzt, was uns in diesem Land erwartet…

Juden verteilen Lebensmittel zum Ramadan an arme Marokkaner – und viele Muslime sind wütend wegen dieser „Erniedrigung“?

Elder of Ziyon, 25. April 2021

Ein Video wird geteilt, in dem Mitglieder einer jüdischen Organisation zu sehen sind, die unter Polizeiaufsicht an einer Synagoge Lebensmittelpakete zum Ramadan an eine lange Schlange mittelloser Marokkaner verteilen.

Die meisten Kommentare auf YouTube sind ziemlich negativ. Während Einzelne die Juden loben, sagen die meisten Kommentatoren, sie würden sich schämen, dass diese Leute Almosen von Juden annehmen und dass die Menschen, die die Hilfe annehmen, voller Schande und Erniedrigung seien.

Oh Gott, Hunger und Erniedrigung
Die Kultur der Erniedrigung und des Bettelns bei Fremden wird bei Gruppen der Gesellschaft eingegraben.
Die tödliche Person hat sein Volk zur Beute des Volks von Zion gemacht.
Es gibt ein altes algerisches Sprichwort, das besagt: „Schande ist länger als das Leben. Das Leben vergeht, aber Schande wird Generationen lang weiter gegeben.
Meine algerischen Brüder, als Muslime müssen wir Flugzeuge mit Ramadan-Tribünen an unsere freien Muslime schicken, die fastenden Brüder in Marokko. Damit Allahs Feinde sie nicht demütigen können.

Die Themen der Kritiker lauten, dass Juden keine wahren Marokkaner sind und dass ihre Absicht beim Verteilen von Lebensmitteln darin besteht die Muslime zu demütigen.

Es ist interessant, dass Almosen von Juden anzunehmen zutiefst demütigend ist, aber Hilfe von der UNRWA oder der EU für Leute überhaupt nicht problematisch ist, die angeblich so sensibel für Schande sind.

So schwer ist das nicht: Die muslimischen Länder ohne Juden sind die, die am antisemitischsten sind

Elder of Ziyon, 5. April 2021

Eien Reihe Geschichten der letzten Wochen hebt das Ende der jüdischen Gemeinden in verschiedenen muslimischen und arabischen Staaten heraus.

Heute sind im Irak nur noch vier Juden übrig, von denen keiner möchte, dass seine Identität bekanntgemacht wird. Es waren einmal 150.000.

Im Jemen verbleiben nur noch sechs Juden, nachdem gerade 13 zwangsweise weggingen – obwohl sie Berichten zufolge stramm dagegen waren nach Israel zu ziehen. Es waren einmal mehr als 60.000.

Der letzte Jude Afghanistans verlässt das Land; er wachte über die leere Synagoge, die jetzt für immer schließt. Diese Gemeinschaft reicht bis ins 7. Jahrhundert zurück.

In Ägypten gibt es noch rund 10 alte Juden (1948 waren es 75.000). Weniger als 200 in Algerien (140.000). Geschätzte 30 im Libanon, 1948 waren es 24.000. fast Null in Syrien (30.000). Null in Libyen (früher 38.000). Null in Jordanien. Fast keine mehr in der PA.

Marokko, das seine Toleranz gegenüber Juden feierte, hat nur noch rund 3.000 Juden, die im Land verbleiben, es waren einmal 250.000. Gleichermaßen ist Tunesiens jüdische Bevölkerung von mehr als 100.000 auf 1.500 gefallen und auch dieses Land gilt als judenfreundlich. Der Iran posaunt seine Toleranz gegenüber Juden hinaus, aber 75% der Juden flohen nach der islamischen Revolution 1979.

Die Beziehung zwischen muslimischem Antisemitismus und Freundlichkeit gegenüber Israel kann unmöglich ignoriert werden. Einige muslimische Länder, die warme Beziehungen zu Israel haben, wie Aserbaidschan und Kasachstan, haben auch blühende jüdische Gemeinschaften. Die jüdischen Gemeinden im Golf beginnen nach den Abraham-Vereinbarungen wieder öffentlich in Erscheinung zu treten.

Ich sehe mit Juden sympathisierende Artikel, die gelegentlich in Ländern wie Irak und Ägypten veröffentlicht werden, was bis vor nicht allzu langer Zeit undenkbar war. Trotzdem ist di Beziehung zwischen dem, wie muslimische Länder mit ihren Juden umgehen und wie sie Israel betrachten zu stark, als man sie ignorieren kann.

Die Leute, die gerne vorgeben, dass es in der arabischen und muslimischen Welt keinen Antisemitismus gibt, müssen sich nur ansehen, wie es den jüdischen Gemeinden in der Welt ergangen ist.

Der malaysische Hassschürer Mahathir verflucht die Franzosen noch mehr als die Juden

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

„Juden sind die ersten, aber nicht die letzten.“ Das ist eine recht übliche Redensart, die verwendet wird, um Gesellschaften allgemein zu warnen, dass auch sie verletzbar sind, wenn es bedeutende Hetze oder Aggression gegen Juden gibt. Die Äußerung ist in ihrer Natur sehr allgemein. Daher ist es ratsam hin und wieder konkrete Beispiele beizubringen.

Mohamad Mahathir ist ein gewaltiger, extremer Antisemit. Er war von 1981 bis 2003 und wieder von Februar 2018 bis März 2020 Premierminister Malaysias. Seiner Reaktion auf die aktuellen Terroranschläge in Frankreich erhielt viel öffentliche Aufmerksamkeit. Am 16.Oktober köpfte ein tschetschenischer Muslim einen französischen Lehrer. Dem folgte ein paar Tage später ein tunesischer Muslim, der in einer Kirche in Nizza drei Menschen tötete.[1]

Mahathir schrieb daraufhin in seinem Blog: „Muslime haben das Recht wütend zu sein und wegen der Massaker in der Vergangenheit Millionen Franzosen zu töten.“ Sowohl Twitter als auch Facebook entfernten die Einträge mit dieser Bemerkung als gewaltverherrlichend.[2]

Mahathir behauptete, der Text sei aus dem Zusammenhang gerissen zitiert worden und ließ eine weitere Äußerung folgen: „Ich bin tatsächlich angewidert von den Versuchen, das, was ich auf meinem Blog schrieb falsch darzustellen und aus dem Zusammenhang zu reißen.“ Er sagte, die Kritiker hätten es verfehlt seinen Eintrag komplett zu lesen, besonders den nächsten Satz; der lautete: „Aber im Großen und Ganzen haben Muslime das Gesetz des ‚Auge um Auge‘ nicht angewendet. Muslime tun das nicht. Die Franzosen sollten das nicht tun. Stattdessen sollten die Franzosen ihr Volk lehren die Gefühle anderer Menschen zu respektieren.“[3]

Mahathirs Äußerung für das „Recht auf Mord“ passt in ein Problem, das zu erwähnen Kommentatoren üblicherweise nicht wagen, selbst wenn sie es begreifen. Zwar ist eine große Mehrheit der Muslime nicht gewalttätig, der Islam lässt in seinen Reihen aber auch Raum für extrem mörderische Meinungen. Vereinfachend gesagt, gibt es im Islam offensichtlich so etwas wie die Zehn Gebote nicht. Das erlaubt Haltungen und Äußerungen wie die Mahathirs im Rahmen seiner Religion/Ideologie sowie die de facto völkermörderischen Aufrufe iranischer Führer. Alles davon ist weit entfernt von den Weltanschauungen von Christenheit und Judentum.

Das hat auch die Entwicklung vieler Terrororganisationen innerhalb der Grenzen des Islam erlaubt. Alle drei führenden Terrororganisationen der Welt waren im Jahr 2019 muslimisch: ISIS, Al-Qaida und Boko Haram.[4] Es gibt zudem Imame, die gelegentlich Mord propagieren. Einige Fatwas – religiöse Entscheidungen – rufen auch offen zu Mord auf. Eine der am meisten publizierte war die von Ayatollah Khomeini gegen den Schriftsteller Salman Rushdie im Jahr 1989.[5]

Diese mörderischen Tendenzen sind gelegentlich sogar bei jungen Kindern zu finden. Ein französischer Lehrer am Kolleg Pierre Mendes France in der Stadt Saumur wies ein elfjähriges Kind zurecht, weil es nicht zuhörte. Das Kind reagierte: „Mein Vater wird kommen und dich köpfen.“[6]

Vertreter des Auslands haben berichtet, dass sie in Diskussionen mit malaysischen Top-Offiziellen oft hasserfüllte Bemerkungen über Israel hörten, ohne Bezug zum Gesprächsthema. Mahathir hat eine lange Geschichte verbaler antisemitischer Attacken, auch wenn sie nie so mörderisch waren wie die aktuelle gegen Frankreich.

1986 sagte Mahathir bei einem Treffen der Blockfreien-Bewegung: „Aus der Vertreibung der Juden aus den Heiligen Land vor 2.000 Jahren und die Unterdrückung der Juden durch die Nazis haben sie nichts gelernt. Wenn überhaupt, dann hat es den Juden zu genau den Monstern gemacht, die sie in ihrem Propagandamaterial so rundweg verurteilen. Sie sind die Schüler verstorbenen Dr. Goebbels.“[7]

Seine berüchtigste judenfeindliche Hetze, die auch am stärksten in Erinnerung bleibt, gab es beim zehnten Gipfeltreffen der Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) im Jahr 2003. An ihr nahmen die Führer von 57 Ländern teil. Mahathir stellte die Verbindungen zwischen Muslimen und Juden als weltweite frontale Konfrontation dar, wobei er einige neue Beispiele einer „jüdischen Verschwörung“ offerierte. Seinen Worten wurde von den Teilnehmern breiter Applaus gespendet.

Die Washington Post schrieb über die stehenden Ovationen, die Mahathir bei der OIC erhielt: „Zu Mahathirs Clique gehörten der saudische Kronprinz Abdallah, Pakistans Präsident Pervez Muscharraf, unser Mann in Afghanistan Hamid Karzai und sogar Russlands Wladimir Putin, der die große muslimische Minderheit seines Landes vertrat.“[8] Als eine Vielzahl europäischer Länder Mahathir kritisierte, distanzierte sich nicht ein einziger Führer eines muslimischen Landes von dessen Rede.[9]

2018 sprach Mahathir vor den Vereinten Nationen. Über Israel sagte er: „Der Welt ist sogar egal, wenn Israel Völkerrecht verletzt, Medikamente, Lebensmittel und Baumaterial transportierende Schiffe in internationalen Gewässern beschlagnahmt. Die Palästinenser feuerten ineffektive Raketen, die niemanden verletzten. Von Israel wurden massive Vergeltungsschläge durchgeführt, Krankenhäuser, Schulen und andere Gebäude bombardiert, mit toten unschuldigen Zivilisten, darunter Schulkinder und Krankenhaus-Patienten. Mehr noch“, sagte er. „Die Welt belohnt Israel, womit sie Palästina bewusst provoziert, indem sie Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkennt.“[10]

In seiner Rede vor der UNO 2019 variierte er dieses Thema und sagte unter anderem, dass Israel der Ursprung des Terrorismus sei; dazu äußerte er die Lüge, dass seine 90% starke arabische Bevölkerung [komplett] vertrieben worden sei. Seitdem sind Kriege in vielen Ländern geführt worden, von denen viele mit der Gründung Israels in Verbindung stehen. Und heute haben wir Terrorismus, von dem es vorher keinen gab oder zumindest nicht in der gegenwärtigen Größenordnung.

„… Wegen der Gründung Israels gibt es heute Feindseligkeit gegenüber den Muslimen und dem Islam. Muslime werden des Terrorismus beschuldigt, auch wenn sie nichts gemacht haben.“[11] Er fügte noch an, dass Malaysia den Staat Israel als Tatsache akzeptiert.[12]

2018, als die australische liberale Regierung Scott Morrison überlegte ob sie die Botschaft ihres Landes in Israel von Tel Aviv nach Jerusalem verlegt, sagte Mahathir, er habe dem australischen Premierminister gesagt, der Sache des Terrorismus etwas hinzuzufügen werde nicht hilfreich sein. Der Schatzmeister der Partei, Josh Frydenberg, erwähnte Mahathirs Antisemitismus. Er sagte, der malaysische Premierminister habe die Juden als „Hakennasen-Leute“ bezeichnet und die Zahl der im Holocaust getöteten Juden in Frage gestellt.[13] Mahathir verbot auch, dass der Film Schindlers Liste in Malaysia gezeigt wird.[14]

An vielen Orten, an denen er sprach, griff Mahathir Israel an. Ein paar Beispiele: 2019 war er Gast der Studentenvereinigung an der Cambridge University. Er sagte: „Ich hatte ein paar jüdische Freunde, sehr gute Freunde. Sie sind nicht wie die anderen Juden, das ist der Grund, weshalb sie meine Freunde sind.“[15] Für den, der die Geschichte des Antisemitismus kennt, ist die Äußerung, jemand sei kein Antisemit, weil er jüdische Freunde hat, oft ein indirekter Hinweis darauf, dass er ein Antisemit ist.

2019 sprach Mahathir auch beim World Leader’s Forum an der Columbia University. Er verteidigte seine antisemitischen Äußerungen der Vergangenheit und stellte die Zahl der im Holocaust getöteten Juden in Frage. Er sagte: „Ich übe mein Recht auf freie Meinungsäußerung aus. Warum darf ich nichts gegen Juden sagen, wenn eine Menge Leute gemeine Dinge über mich, über Malaysia sagen und ich protestierte nicht dagegen, demonstrierte nicht dagegen?“

In Reaktion auf die Frage eines Studenten, der sich als Mitglied eine proisraelischen Gruppe auf dem Campus zu erkennen gab, bestritt Mahathir in Frage gestellt zu haben, wie viele Juden im Holocaust getötet wurden, machte dann aber damit weiter genau das zu tun.

Bei der Studentenvertretung in Oxford Anfang 2019 sagte er: „Wir reden von freier Meinungsäußerung und dennoch könnt ihr nicht gegen die Juden sagen. Warum ist das so?“

Die Beispiele oben sind nur eine kleine Auswahl.

In einem Interview bei BBC Hard Talk sagte Mahathir: „Wenn ihr ehrlich sein wollt, dann begann das Problem im Nahen Osten mit der Gründung Israels. Das ist die Wahrheit. Aber das darf ich nicht sagen.“[16]

Wenn es eine wissenschaftliche Rangliste der Antisemiten der Welt gäbe, würde Mahathir weit oben stehen. Aber seine aktuelle Aufstachelung gegen die Juden und Israel ist von seinem Hass auf den Westen noch übertroffen worden.

[1] https://uk.reuters.com/article/uk-france-security-nice/tunisian-man-beheads-woman-kills-two-more-people-in-nice-church-idUKKBN27E177

[2] www.theguardian.com/politics/2020/oct/31/mahathir-mohamad-says-his-remarks-after-french-attack-were-taken-out-of-context

[3] ebenda

[4] www.investopedia.com/articles/investing/032615/3-most-dangerous-terrorist-organizations.asp

[5] http://www.theguardian.com/books/1989/feb/15/salmanrushdie

[6] http://www.ouest-france.fr/societe/faits-divers/maine-et-loire-mon-pere-va-venir-te-decapiter-a-saumur-un-eleve-menace-son-professeur-7042687

[7] http://www.nysun.com/editorials/anti-semitism-with-a-purpose/77919/

[8] http://www.washingtonpost.com/archive/opinions/2003/10/21/return-to-wannsee/aecded6d-7405-44b4-ac06-59a18c5c8602/?utm_term=.931c6f01b416

[9] www.jcpa.org/jl/vp506.htm

[10] http://www.freemalaysiatoday.com/category/nation/2018/09/29/its-vintage-mahathir-as-he-hits-out-at-west-israel-in-un-speech/

[11] http://www.nst.com.my/news/nation/2019/09/525269/dr-ms-full-speech-text-74th-unga

[12] ebenda

[13] http://www.reuters.com/article/us-malaysia-politics-mahathir-jews-idUSKCN1MC15T

[14] https://theconversation.com/frydenberg-lashes-out-at-malaysias-prime-minister-for-anti-semitism-107090

[15] www.telegraph.co.uk/news/2019/06/17/cambridge-union-audience-laughs-anti-semitic-joke-malaysian/

[16] https://jewishnews.timesofisrael.com/malaysian-pm-defends-describing-jews-as-hooked-nosed-on-bbcs-hard-talk/

Judenhass in Deutschland

Eine „aggressive Stimmung“ innerhalb einer bestimmten Gruppe

Stephen Brown, FrontPageMag, 10. Dezember 2019

Letzten Monat wurde in Bayern eine Frau angegriffen, weil sie Jüdin ist. Ein Mann hörte ihre zwei Söhne Hebräisch sprechen und erkannte sie als Israelis. Er brüllte dann auf Arabisch „Jude“ und warf einen Stein, der die Frau am Kopf traf. Zum Glück wurde sie nur leicht verletzt.

Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich vor einer Diskothek in Deutschland. Ein Mann sprach auf Hebräisch mit Freunden, als ihm ein Fremder, aus keinem erkennbaren Grund, ins Gesicht boxte. Der Angreifer floh.

„Auf dem Kontinent geschehen Dinge, die wir seit 1933 nicht mehr gesehen haben“, sagte der Berliner Rechtsanwalt Nathan Gelbert vor einem Komitee des israelischen Parlaments in einer Sondersitzung, wie die Zeitung Die Welt berichtete.

Nach Angaben einer Studie des World Jewish Congress  (WJC), der einhundert Länder repräsentiert, „hegt jeder vierte Deutsche antisemitische Gedanken“. Aber die Studie bricht das nicht auf ethnische Gruppen oder die Religion derer herunter, die so denken.

Im Juli des letzten Sommers wurden für die Studie 1.300 Menschen befragt. Zu weiteren Ergebnissen gehört, das 41 Prozent glauben, Juden reden zu viel über den Holocaust, 28 Prozent glauben, Juden haben zu viel Macht in der Wirtschaft, 26 Prozent glauben, sie haben zu viel Macht in der Weltpolitik und 48 Prozent glauben, Juden sind Israel gegenüber loyaler als Deutschland.

Nach Angaben der Studie „nimmt in der überwältigenden Mehrheit der Bevölkerung der Antisemitismus zu“.

„Der Antisemitismus hat in Deutschland einen Krisenpunkt erreicht. Es ist Zeit, dass ganz Deutschland Haltung einnimmt und Antisemitismus frontal bekämpft“, sagt der WJC-Präsident.

Während die Polizei die politischen Motive für die Hälfte der Anschläge und Äußerungen von Antisemitismus als unbekannt klassifiziert, scheinen viele aus der muslimischen Bevölkerung zu kommen.

Das war der Fall bei zwei Angriffen auf Rabbiner in Berlin. Einer, ein 55-jähriger Rabbi, der durch seine Kleidung leicht als Jude erkennbar war, wurde von vier Jugendlichen von hinten niedergeschlagen, von denen die Polizei sagt, dass sie einen arabischen Hintergrund haben. Er war einer von drei Rabbinern, die innerhalb weniger Wochen angegriffen wurden.

Dieser Rabbiner war der Vorsitzende eines Bildungszentrums und ironischerweise Vorstandsmitglied des Jüdischen Forums für Demokratie und gegen Antisemitismus. Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland nannte das „einen grausamen Angriff auf das Judentum in Deutschland“.

Der andere Rabbiner, ein 53-jähriger Berliner, ging mit seiner sechsjährigen Tochter die Straße entlang, als vier Jugendliche ihn fragten: „Sind Sie Jude?“ Und dann griffen sie ihn physisch an. Sie beleidigten ihn, seinen Glauben, seine Mutter und drohten seiner Tochter mit dem Tod, bevor sie verschwanden. Die Polizei glaubt, dass diese Angreifer ebenfalls einen arabischen Hintergrund hatten. In beiden Angriffen wird wegen Hassverbrechen ermittelt.

Antisemitismus nimmt in Berlin derart überhand, dass im letzten September der Staatsanwaltschaft der Stadt zu ersten Mal überhaupt ein Antisemitismus-Beauftragter zugeordnet wurde. Im letzten Jahr wurden in Berlin 1.083 antisemitische Vorfälle verzeichnet, 14 Prozent mehr als im Jahr davor.

„Es gibt in Berlin ein zunehmendes und sich verhärtendes Antisemitismusproblem“, sagte Dirk Behrendt, der Justizminister der Stadt.

Antisemitische Gewalttaten haben sich allein in Berlin seit dem letzten Jahr offenbar mehr als verdoppelt, berichtet Die Welt, um 155 Prozent von 18 auf 46. Und Drohungen nahmen um 77 Prozent von 26 auf 46 zu. Aber das sind nur die angezeigten Taten. Die Polizei glaubt, dass 18 Prozent aus der extremen Rechten kommen und neun Prozent von antiisraelischen Aktivisten wie Linken.

Es sind viele Angriffe und sie nehmen zu. So wie der gegen die Frau, die einkaufen ging; der Ladeninhaber sah den Davidstern an ihrem Schlüsselanhänger. Er brüllte sie an: „Verpiss dich, du jüdische Schlampe!“ Dann kam er hinter der Theke hervor, so dass die Frau die Flucht ergriff. Ein weiterer Vorfall ereignete sich in einem Fitnessstudio in Freiburg, wo ein junger Mann mit Kippa von hinten angegriffen wurde; ihm wurde auf den Kopf geschlagen. Der Angreifer riss ihm die Kippa herunter und versuchte sie zu zerreißen. Als er keinen Erfolg hatte, bespuckte er sie und warf sie ein den Müll.

„Ich hatte Angst, er würde auch mich hineinwerfen“, sagte der junge Mann.

Der Angreifer floh, weil er wusste, dass die Polizei gerufen worden war. Das Opfer sagte, er trage immer einen Hut über seiner Kippa, wenn er durch das Zentrum Berlins geht, wo ihm Sachen wie „Free Palestine“ und „Du bist tot“ hinterher gebrüllt werden.

Bei einem weiteren Vorfall in einer U-Bahn am frühen Morgen begannen zwei Männer auf die Türen und Scheiben zu schlagen; sie riefen „Israel muss brennen. Alle Juden müssen brennen.“ Als ein Mann versuchte mit ihnen zu reden, wurde er attackiert.

Solche Entwicklungen machen „das Alltagsleben für die Betroffenen besonders schwierig…“, hieß es in Die Welt.

Darüber hinaus sind es jüdische und israelische Institutionen, auf die antisemitische Angriffe am häufigsten zielen. Menschen stehen auf Platz zwei, heißt es in einem Bericht, der von der Recherche- und  Informationsstelle für Antisemitismus Berlin vorgestellt wurde.

Es gibt ein großes Antisemitismus-Problem bei der muslimischen Bevölkerung in Berlin wie auch in anderen deutschen Städten. Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat „eine aggressive Stimmung gegenüber Juden besonders unter Muslimen“ festgestellt.

„In den großen Stadtvierteln mit überwältigender muslimischer Bevölkerung gibt es bereits seit langem ein ernstes (Antisemitismus-) Problem“, erklärte die Amadeu Antonio Stiftung.

Ein Grund dafür besteht in hasserfüllten, antiisraelischen Sendungen wie denen der Hisbollah, die über Satellit aus dem Nahen Osten in europäischen Wohnzimmern empfangen werden und erklären, dass Israel kein Recht hat zu existieren.

Nach Angeben des Deutsch-Arabischen Zentrums wird Judenhass auch von den Eltern an die Kinder weitergegeben.

„Die Eltern verfolgen täglich den Konflikt Zuhause, auch wenn sie in Deutschland leben. Sie sind wegen dem, was in ihren Heimatländern geschieht, aufgebracht. Diese Wut und diesen Hass geben sie an ihre Kinder weiter“, sagte ein Vertreter des Zentrums.

Solcher Hass stellt sich in antisemitischen Parolen bei antiisraelischen Demonstrationen zur Schau. Zu den charmantesten gehören: Kindermörder Israel; Tod Israel; Tod den Juden; Ihr Juden seit Bestien; Juden sind Schweine; und: Jude, Jude, feiges Schwein. Und dann gibt es immer Plakate mit dem ausgekreuzten Davidstern.

Deutschland wird von Juden nicht als antisemitisches Land betrachtet. Zum Beispiel unterstützt die Regierung Israels und hat von den Nazis zerstörte Synagogen wieder aufgebaut, darunter die Synagoge in Mainz. Sie wurde von den Nationalsozialisten 1938 zerstört und von der Regierung 2010 genau am selben Ort wieder aufgebaut.

„Neue Synagogen sind für Juden in der Bundesrepublik ein Symbol des Vertrauens“, sagte Deutschlands Präsident bei der Einweihung der Synagoge, während der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland es ein „Wunder eines lebendigen Judentums in Deutschland“ nannte.

Aber Regierungsvertreter und die Polizei scheinen gegenüber muslimischem Antisemitismus hilflos zu sein. Die Polizei wird oft beschuldigt einfach daneben zu stehen, wenn Demonstrationen das Gesetz brechen und hasserfüllte antisemitische Parolen brüllen.

Aus diesem Grund erklärt ein Kommentar in Die Welt, dass es nicht überall in Deutschland möglich ist, mit einer Kippa am Freitagnachmittag in eine Synagoge zu gehen. In der Synagoge beten Juden hinter kugelsicherem Glas, während die Polizei draußen Wache steht.

„Europa wird von Antisemitismus überrannt“, sagte der Inhaber einer Sicherheitsfirma, die ehemalige israelische Soldaten schickt, um jüdische Institutionen in Deutschland zu schützen… Manchmal habe ich das Gefühl, dass wir uns kurz vor einem neuen Pogrom befinden.“

Ein Berliner Synagogenmitglied fasste die Situation der Juden vielleicht am besten zusammen, als er erklärte: „Siebzig Jahre nach dem Holocaust leben wir wieder hinter Ghettomauern, allerdings nicht, um wegzusperrt werden, sondern damit wir beschützt werden.“

Muslimführer bestreitet jüdische Rechte in Jerusalem vor Repräsentanten des Vatikan

Elder of Ziyon, 4. Oktober 2019

Am Donnerstag besuchten die Repräsentanten des Vatikan für die östlichen Kirchen Leonard Sandri und Fracesco Patton den Tempelberg/das Al-Aqsa-Gelände.

Kardinal Sandri hielt eine Rede, in der er die Position des Vatikan zu Jerusalem betonte, darunter dieses Zitat von Papst Franziskus vom letzten März:

Wir glauben es ist wichtig die Heilige Stadt Jerusalem als gemeinsames Erbe der Menschheit zu erhalten und vor allem für die Gläubigen der drei monotheistischen Religionen, als einen Treffpunkt und Symbol friedlicher Koexistenz, an dem gegenseitiger Respekt und Dialog kultiviert werden.
Mit diesem Ziel vor Augen müssen der besondere multireligiöse Charakter , die geistliche Dimension und die eigene kulturelle Identität Jerusalems erhalten und gefördert werden.
Wir hoffen daher, dass den Gläubigen der drei monotheistischen Religionen in der Heiligen Stadt die volle Freiheit des Zugangs und das Recht eines Jeden seinen eigenen Gottesdienst zu feiern gewährt wird, damit in Jerusalem von seinen Gläubigen das Gebet zu Gott, dem Schöpfer von allem, für einen zukünftigen Frieden und Brüderlichkeit auf der Erde aufgerichtet wird.

Scheik Mohammed Azzam Al-Khatib Al-Tamimi, Generaldirektor der Waqf und der Al-Aqsa-Moschee, antwortete mit einer antiisraelischen Äußerung, die zudem jegliche jüdische Verbindung zu Jerusalem leugnete:

Ich danke der franziskanischen Delegation in Jerusalem, der Delegation des Vatikan, für diesen Besuch und für Ihre Solidarität mit der Behörde der Waqf in Jerusalem, die wegen der fortgesetzten historischen israelische Verletzung der Al-Aqsa-Moschee eine schwierige Zeit erlebt.
Das heutige Treffen hat eine historische Bedeutung und wir können sagten, dass es früheren Besuchen des Obersten Pontifex Franziskus bei unserem Grundbesitz (Waqf) und unserer Al-Aqsa-Moschee folgt und er ist eine klare und feierliche Botschaft auf Grundlage der christlich-muslimischen Koexistenz und Ihre fortgesetzte Unterstützung zum Erhalt des historischen Status quo in islamischen und christlichen Schreinen gemäß den Vereinbarungen, die vor der Besetzung Jerusalems 1967 eingerichtet wurden.
Das Modell der friedlichen islamischen und christlichen Koexistenz in Jerusalem hat 1.400 Jahre angehalten, aber leider können wir nicht vergessen, sondern verurteilen die Kriege und Angriffe gegen Gotteshäuser, gegen die Gläubigen und die unschuldigen Einwohner der Heiligen Stadt und betrachten diese Taten als Anomalie in der Geschichte Jerusalems.

Dann macht er es noch schlimmer:

Wir nutzen die Gelegenheit dieses Treffens um unser Festhalten an den Prinzipien des Omar-Paktes, der die Form der christlich-muslimischen Beziehung auf der Grundlage einrichtete, dass die Al-Aqsa-Moschee ausschließlich Gebetsort für die Muslime ist, so wie die Grabeskirche das für die Christen ist.

Dieser Pakt, auf Arabisch als „al-‘Uhda al-‘Umariyya“ bekannt, ist bezüglich seiner Authentizität in Frage gestellt; es gibt viele Versionen. Die scheinbar zuverlässigste Version, von Al-Tabari festgehalten, beinhaltet:

Dies ist die Zusage der Sicherheit [aman], die der Diener des Gottes, Omar, der Kommandeur der treuen Gläubigen, dem Volk von Jerusalem gegeben hat. Er hat ihnen Sicherheit für sich selbst, ihren Besitz, ihre Kirchen, ihre Kreuze, den Kranken und Gesunden der Stadt zugesichert, für alle ihre Rituale, die zu ihrer Religion gehören. Ihre Kirchen werden nicht von Muslimen bewohnt werden, noch werden sie zerstört werden. Weder sie noch das Land, auf dem sie stehen, auch nicht ihr Kreuz, nicht ihr Landbesitz werden beschädigt werden. Sie werden nicht zwangskonvertiert. Kein Jude wird mit ihnen in Jerusalem leben.*

Wenn Al-Tamimi sich auf Omars Versprechen an die Christen bezieht, löscht er weiter jüdische Geschichte aus.

Die Vertreter des Vatikans sind natürlich zu höflich, um bei einer Zeremonie gegen den auseindeutigen Antisemitismus des Repräsentanten der Waqf zu protestieren, die die Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Religionen feiert sollte. Die Juden den Wölfen zum Fraß vorzuwerfen ist ein kleiner Preis, der dafür bezahlt wird.

Oh und arabische Nachrichtenseiten berichten über Tamimis Worte, als würde der Vatikan dem zustimmen.

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* Gehörte der antisemitische Teil wirklich zu Omars Zusicherung? Tamimi scheint das so zu sagen. Islamicity in den USA argumentiert, es habe nicht so sein können, zerstört dann aber Tamimis Beharren auf muslimische Exklusivität für den Tempelberg!

Es gibt in dem Vertrag zwar eine Klausel bezüglich des Bannes der Juden aus Jerusalem, aber deren Authentizität ist umstritten. Einer der Führer von Omar in Jerusalem war ein Jude namens Kaab al-Ahbar. Omar erlaubte Juden weiterhin auf dem Tempelberg und an der Klagemauer zu beten, während die Byzantiner ihnen alle solche Aktivitäten verboten. Damit steht die Authentizität der Klausel zu den Juden in Frage.

Andere Quellen sagen, dass Omar Jerusalem niemals besuchte, sondern Zeugen sahen, dass Juden auf den Tempelberg gelassen wurden und sogar halfen den Felsendom und die Al-Aqsa-Moschee zu bauen.

Tabu brechender deutscher Geheimdienstbericht zu muslimischem Antisemitismus

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor; Englisch auf: BESA Center, 30. April 2019)

Das Bundesamt für Verfassungsschutz hat einen 40 Seiten langen Bericht mit dem Titel „Antisemitismus im Islamismus“ veröffentlicht. Nie zuvor hat ein europäischer Geheimdienst einen Bericht zu muslimischem Antisemitismus publiziert. Dieser Bericht ist ein wichtiger Bruch mit der deutschen Vergangenheit, weil er die erste offizielle Veröffentlichung eines nationalen Gremiums ist, die in angemessenen Details den Antisemitismus offenlegt, der Teilen der muslimischen Gemeinschaft entspringt.

Der Titel spiegelt allerdings nicht seinen Inhalt. Es wurde wahrscheinlich – von einem Standpunkt politischer Korrektheit aus – als inakzeptabel betrachtet, ihn in Übereinstimmung mit seinem Inhalt „Antisemitismus und Islam“ zu nennen. In vielen, aber nicht allen der folgenden Zitate sollte das Wort „islamistisch“ durch „muslimisch“ ersetzt werden.

Der Bericht definiert Islamismus als eine Form des politischen Extremismus unter Muslimen. Er strebt nach der Eliminierung der Demokratie; Antisemitismus ist ein wesentliches seiner ideologischen Elemente.

Viele Muslime sind keine Antisemiten. Dennoch ist das Antisemitismus-Problem im Islam weit davon entfernt sich auf Menschen mit extremen politischen Ansichten oder gar religiöse Muslime zu beschränken. Der Bericht deutet an, das viele Vorfälle durch Einzelpersonen verursacht worden, „zu denen es bis dahin keine Anzeichen gab, dass sie dem organisiertem Islamismus zur Verfügung standen“. Das legt nahe, dass diese antisemitischen Taten wegen Islamismus begangen wurden, was vermutlich bei einer beträchtlichen Zahl von Vorfällen nicht der Fall ist.

Vor nur eineinhalb Jahren war es in Deutschland tabu von muslimischem Antisemitismus zu sprechen, Politiker konnten das einmal erwähnen. Das trotz der Tatsache, dass allgemein bekannt war, dass es von Muslimen im Land begangene schwere antisemitische Vorfälle gegeben hatte.

Das Dokument beginnt mit der Erklärung, dass wegen der historischen Gründe und Erfahrungen mit dem Nationalsozialismus eine lange Zeit lang jede antisemitische Einstellung rechtem Antisemitismus zugeschrieben wurde. Nur allmählich ist im aktuellen Jahrhundert klar geworden, dass die Rechten kein Monopol auf Antisemitismus haben. Darüber hinaus gibt der Bericht an, dass es verbreiteten „täglichen“ Antisemitismus gibt, der im sozialen und politischen Zentrum der deutschen Gesellschaft weit verbreitet ist. Darüber hinaus gibt es bei Linksextremisten Antizionismus und Antisemitismus.[1]

Die Autoren fahren fort, dass die antisemitischen Meinungen im Islamismus noch weiter reichen. Religiöse, territoriale und politische Motive kombinieren sich zu einer antisemitischen Weltsicht. Die Debatten aller islamistischen Gruppen haben als zentrale Säule ein Bild des Judentums als Feind.

Der Bericht erklärt, dass die Ankunft von mehr als einer Million Muslimen in Deutschland von 2014 bis 2017 die Bedeutung des islamistischen Antisemitismus im Land hat zunehmen lassen. Er zitiert die Antisemitismus-Statistiken der Anti-Defamation League in den Bevölkerungen von Staaten im Nahen Osten und Nordafrika. In diesen Regionen ist die Türkei eines der am wenigsten antisemitischen Länder, aus dem viele in Deutschland lebende Muslime stammen. Selbst dort gibt es „fast 70% Antisemiten“.[2] Die Studie erwähnt, dass viele Kinder in diesen Ländern mit Antisemitismus als selbstverständlichem Phänomen aufwachsen.[3]

Der Bericht betrachtet, wie viele Experten auch, eine Demonstration 2017 in Berlin als Wendepunkt im deutschen Bewusstsein des islamistischen Antisemitismus. Dort wurden Plakate getragen, die die Vernichtung Israels forderten. Eine israelische Flagge wurde verbrannt. Der Bericht führt an, dass die extremistischen Handlungen von Menschen initiiert wurden, zu denen keine vorherigen Beziehungen zu islamistischen Organisationen bekannt waren.[4] Diese Tatsache ist vermutlich nie zuvor veröffentlicht worden.

Diese Fakten schockierten Deutschland wegen der Verbindung zu den weit ernsteren Buchverbrennungen von 1933, die damals von der nationalsozialistischen Regierung angeregt wurden. Das Video dieser Flaggenverbrennungen verbreitete sich wie ein Virus, was plötzlich zu einer Reihe von Reaktionen führender Politiker führte. Der deutsche Präsident und Sozialdemokrat Frank-Walter Steinmeier sagte, dass die Verantwortung Deutschlands für seine Geschichte „keine Grenzen für diejenigen kennt, die später geboren sind und keine Ausnahmen für Immigranten“. Er fügte hinzu: „Sie ist nicht verhandelbar – für alle, die in Deutschland leben und hier leben wollen.“[5] Jens Spahn aus dem Vorstand der CDU von Kanzlerin Merkel, der inzwischen Bundesgesundheitsminister geworden ist, merkte an, dass die Zuwanderung aus muslimischen Ländern der Grund für die aktuellen Demonstrationen in Deutschland sind.[6] Stephan Harbarth, stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion sagte: „Wir müssen auch dem Antisemitismus von Migranten mit arabischem Hintergrund und aus den afrikanischen Ländern entschieden entgegentreten.“[7]

Die Studie erklärt, dass es entscheidend ist der Verbreitung extremistischen Antisemitismus unter muslimischen Bevölkerungen in Deutschland gegenzusteuern. Das benötigt ein größeres Bewusstsein für dieses Problem in der Öffentlichkeit, insbesondere bei Lehrern, Sozialarbeitern, der Polizei und Beschäftigten in den Ämtern für Migration und Flüchtlinge sowie bei den zuständigen Vertretern der deutschen Bundesländer.

Die Autoren erwähnen zudem, dass die Art, wie Islamisten den Islam interpretieren, im Widerspruch zu den im Grundgesetz verankerten Grundsätzen der Volkssouveränität, der Trennung von Staat und Religion, der freien Meinungsäußerung und der allgemeinen Gleichberechtigung stehen.[8] Aus diesem Grund beobachten deutsche Geheimdienste die Aktivitäten islamistischer Organisationen.

Der Bericht listet wichtige antisemitische Ausdrucksformen von islamistischem Antisemitismus auf, darunter: „Juden kontrollieren die Finanzen und die Wirtschaft“,[9] „Juden agieren mit der Hilfe von Geheimagenten und Organisationen“ und „es gibt einen ewigen Kampf zwischen Muslimen und Juden“.[10] Der Bericht zählt auch die verschiedenen extremen Muslimorganisationen auf, die in Deutschland aktiv sind. Dazu gehören die lokale Muslimbruderschaft,[11] Hamas,[12], Hisbollah,[13] Hisb ut-Tahrir,[14] ISIS, die türkische Mili Görüs sowie Salafisten.

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass die mehr als einhundert offiziell von Muslimen 2017 verursachten antisemitischen Vorfälle höchstwahrscheinlich nur die Spitze des Eisbergs sind.[15] Infolge der Bedeutung der Regierungsagentur, die diesen Bericht veröffentlicht hat, ist der muslimische Antisemitismus in Deutschland heute endlich offiziell ausführlich beschrieben worden. Das ist schon viel zu lange überfällig gewesen.

Kurz nach dem obigen Dokument wurde vom Liberal-Islamischen Bund ein 178 Seiten starker Bericht veröffentlicht; er trägt den Titel „Extreme out – Empowerment statt Antisemitismus“.[16][17] Er wurde unter anderem vom Bundesamt für Migration und Flüchtling finanziert. Der Bericht zeigt, dass viele muslimische Teenager ihre antisemitischen Einstellungen mit dem Argument rechtfertigen, sie selbst hätten zunehmende Islamophobie Erniedrigung und Intoleranz erfahren. Er kommt zu dem Schluss, dass Mitglieder der muslimischen Minderheit in einer noch kleineren Minderheit, den Juden, einen Sündenbock suchen.

Der Bericht wurde heftig kritisiert. Alan Posener, politischer Korrespondent von Die Welt, schrieb, dass Antisemitismus bei muslimischen Jugendlichen das Ergebnis schon existierender antisemitischer Vorurteile ist.[18] Der Politologe Hamed Abdel-Samad bestritt ebenfalls, dass muslimischer Antisemitismus das Ergebnis von „Islamophobie“ ist. Er schrieb, wäre dies der Fall, dann wäre die muslimische Welt frei von Islamismus und Antisemitismus, da es in diesen Ländern keine Islamfeindlichkeit gibt.[19]

[1] www.verfassungsschutz.de/de/oeffentlichkeitsarbeit/publikationen/pb-islamismus/broschuere-2019-03-antisemitismus-im-islamismus, S. 5

[2] ebenda, S 6.

[3] ebenda, S 7

[4] ebenda, S. 7

[5] http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/steinmeier-antisemitismus-ist-nicht-ueberwunden-15342133.html

[6] http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/jens-spahn-warnt-vor-importiertem-antisemitismus-15342394.html

[7] http://www.welt.de/politik/deutschland/article172205448/Antisemitismus-Union-im-Bundestag-will-Judenhasser-ausweisen.html

[8] www.verfassungsschutz.de/de/oeffentlichkeitsarbeit/publikationen/pb-islamismus/broschuere-2019-03-antisemitismus-im-islamismus, S. 14

[9] ebenda, S. 20

[10] ebenda, S. 22

[11] ebenda, S. 27

[12] ebenda, S. 28

[13] ebenda, S. 29

[14] ebenda, S. 32

[15] ebenda, S. 38

[16] https://lib-ev.jimdo.com/

[17] www.welt.de/politik/deutschland/article191175341/Schulprojekt-zu-Antisemitismus-Experten-sehen-hoechst-bedenklichen-Mechanismus.html

[18] www.welt.de/debatte/kommentare/article191243211/Antisemitismus-bei-Muslimen-Der-gar-nicht-so-neue-Judenhass.html

[19] www.juedische-allgemeine.de/politik/schuld-sind-immer-die-anderen/