Das „Die sind schuld“-Spiel der islamischen Terroristen

Raymond Ibrahim, 7. August 2022

Im letzten Mai veröffentlichte der Islamische Staat im Irak und Syrien („ISIS“) ein Video der Hinrichtung von rund 20 christlichen Zivilisten in Nigeria. Wie bei vielen anderen solcher ISIS-typischen Videos standen die Terroristen hinter ihren gefesselten und geknebelten Opfern, bevor sie sie umwarfen und ihnen unter „Allahu Akbar“-Gebrüll die Köpfe abschnitten.

Bevor sie das machten, sagte einer der maskierten Muslime in der Sprache Hausa, dass sie die Hinrichtung dieser Christen vornehmen, um „die Tötung des Führers der Gruppe im Nahen Osten früher im Jahr 2022 rächen“. Das ist offensichtlich ein Verweis auf ISIS-Führer Abu Ibrahim al-Haschimi al-Qarschi – einen Mann mit dem Ruf extremer Brutalität – der letzten Februar bei einem Luftangriff amerikanischer und kurdischer Streitkräfte im nordwestlichen Syrien getötet wurde.

Der Leser könnte darüber nachdenken, was verarmte christliche Zivilisten in Nigeria mit den Aktivitäten der US-amerikanischen und kurdischen Streitkräften in Syrien zu tun haben oder wie sie dafür verantwortlich sind. Fakt ist, dass muslimische Terroristen dafür berüchtigt sind alle möglichen Vorwände anführen – von denen viele ans Absurde grenzen – um zu rechtfertigen, dass sie gegen die christlichen Minderheiten in ihrer Mitte vorgehen und sie ermorden.

Zum Beispiel führte ISIS ähnliche „Beschwerden“ an, um sein grausiges Gemetzel an 21 Christen – 20 Kopten und einem Ghanaer – an einem Strand in Libyen 2015 zu rechtfertigen. Ein Artikel in Dabiq, dem englischsprachigen Online-Magazin des Islamischen Staats, mit dem Titel „Rache für die Muslimat [muslimischen Frauen], die von koptischen Kreuzzüglern in Ägypten ermordet wurden“ behauptete, die 21 Christen seien als „Vergeltung“ für zwei koptische Frauen abgeschlachtet worden, die 2010 laut islamischer Propaganda von Ägyptens koptisch-orthodoxer Kirche gezwungen worden waren ihren freiwilligen Übertritt zum Islam zu widerrufen und zum Christentum zurückzukehren.

Tatsächlich wurde der verstorbene koptische Papst Schenouda III, damals fast 90 Jahre alt und bewegungsunfähig gelähmt, als „US-Agent“ dargestellt, „ein Entführer und Folterer weiblicher muslimischer Konvertiten vom Christentum, der in Klöstern und Kirchen Waffen hortet, um Krieg gegen die Muslime zu führen und Ägypten zu teilen, um einen koptischen Staat zu schaffen.“

Der Islamische Staat führte auch den Bombenanschlag auf die Kirche Unserer Lieben Frau von der Erlösung in Bagdad als Ergebnis von „Vergeltung“ für dieselben angeblich zum Christentum zwangsweise rückkonvertierten Frauen in Ägypten an. Damals stürmten bewaffnete Jihadisten die irakische Kirche während eines Gottesdienstes, eröffneten wahllos das Feuer, bevor sie ihre Selbstmordwesten zündeten, die „mit Stahlkugeln gefüllt waren, um möglichst viele Menschen zu töten“. Fast 60 Christen – darunter Frauen, Kinder und sogar Babys (hier sind Bilder der Auswirkungen) – wurden niedergemetzelt.

Diese Art die Opfer verantwortlich zu machen beschränkt sich auch nicht auf den Nahen Osten. Zwei Tage, nachdem eine Serie von Bombenanschlägen am Ostersonntag 2019 Sri Lanka erschütterte, bei denen 359 Menschen getötet wurden, sagte ein nachrangiger Verteidigungsminister, dass der Angriff „als Vergeltung für den Angriff auf Muslime in Christchurch erfolgte“, wo ein Australier in Neuseeland in zwei Moscheen 51 Muslime tötete“.

Zwei Punkte strafen alle solche Behauptungen islamischer „Vergeltung“ aufgrund von „Beschwerden“ Lügen.

Erstens und wie schon erwähnt: Was hatten die 20 vor kurzem abgeschlachteten nigerianischen Christen mit amerikanischen und kurdischen Streitkräften in Syrien zu tun? Was hatten die irakischen Christen der Kirche Unserer Lieben Frau von der Erlösung oder der geköpfte Ghanaer mit den eingebildeten Verbrechen der Koptischen Kirche zu tun?

Und übrigens: Was haben Christen des Nahen Ostens, Afrikas und Asiens mit dem säkularen Westen zu tun? Wann immer letzterer irgendwie Muslime vor den Kopf stößt – ob durch die Veröffentlichung von Karikaturen oder den Beginn militärischer Operationen in Afghanistan – „reagieren“ Muslime damit, dass sie die christlichen Minderheiten in ihrer eigenen Mitte terrorisieren. Was genau haben Ostern feiernde braune Christen in Sri Lanka mit einem Weißen zu tun, der in Neuseeland Muslime tötet? Und wenn der Anschlag an Ostern eine Form der Vergeltung war, was erklärt dann die Tatsache, dass Muslime praktisch jedes Ostern Bombenanschläge auf Kirchen verüben (zuletzt erst wieder in Indonesien)?

Was uns zum zweiten Punkt bringt: Seit wann brauchen islamische Terroristen, die regelmäßig Hass auf andere predigen, überhaupt einen Grund oder eine Rechtfertigung, um Nichtmuslimen, allen voran Christen, das Leben zur Hölle zu machen? Seit Juli 2011 z.B. habe ich die monatlichen Berichte „Muslim Persecution of Christians“ [Christenverfolgung durch Muslime] zusammengestellt (die beim Gatestone Institute veröffentlicht werden). In praktisch jedem einzelnen dieser monatlichen Berichte werfen Muslime Bomben auf Kirchen, verbieten diese oder terrorisieren allgemein Christen. Sollen wir ernsthaft glauben, dass alles geschehe aufgrund von muslimischen „Beschwerden“ über die entmachteten christlichen Minderheiten in ihrer Mitte?

Selbst die muslimischen Terroristen, die „Beschwerden“ anführen, geben oft die Wahrheit hinter ihrem Tun preis. 2021 nahmen Muslime die Ermordung Nabil Salmas, eines weiteren Christen, im Sinai auf Video auf. In dem Video beschuldigen die Terroristen den Kopten fälschlich des Baus einer Kirche, die „mit dem Krieg der ägyptischen Armee und Geheimdienstes gegen den Islamischen Staat kooperiert“. Aber unmittelbar vor der Ermordung Salmas sagte der hinter ihm stehende Sprecher dies:

Alles Lob sei Allah, der seinen Sklaven [den Muslimen] zu kämpfen befahl und der den Ungläubigen Erniedrigung zuwies [letzteres wurde gesagt, während der Terrorist verächtlich auf den gefesselten und knienden Mann vor sich zeigte], bis sie die Jizya zahlen, während sie sich absolut unterworfen fühlen.

Das ist natürlich eine Umschreibung von Sure 9,29, die den Muslimen gebietet Jihad gegen die „Völker des Buches – Christen und Juden – zu führen, bis sie Tribut zahlen und völlig gefügig sind“. Beachten Sie: Der Koran führt keine Beschwerden über Christen und Juden an – außer natürlich die Tatsache, dass sie Christen und Juden sind, heißt Ungläubige, die die Autorität Mohammeds ablehnten und daher der Feind sind.

Kurz gesagt: Alle von diesen die bereits entrechtete religiöse Minderheiten in ihrer Mitte terrorisierenden Muslimen angeführten „Beschwerden“ sind verlogen und sollen die ansonsten feigen und grässlich Taten der Muslime „legitim“ machen.

Sind Massaker an Christen „Vergeltung” für Massaker an Muslimen?

Raymond Ibrahim, 29. April 2019 (Coptic Solicarity)

Islamische Terroristen massakrierten mit einer Bombenserie, die Sri Lanka am Ostersonntag, 21. April erschütterte, mehr als 300 Menschen. Drei der tödlichsten Bombenexplosionen fanden in vollgepackten Kirchen statt, in denen die Auferstehung Christi gefeiert wurde.

Obwohl dein Erzbischof aus Sri Lanka sagte, dass „wir nie erwarteten, dass so etwas geschieht und besonders nicht an Ostersonntag“, sind islamische Terroranschläge gegen Christen während oder um Ostern herum kaum etwas Ungewöhnliches.

Stark beachtenswert waren Bombenanschläge von islamischen Terroristen auf zwei koptisch-christliche Kirchen währen der Palmsonntagsmese 2017 in Ägypten, mit der die Osterwoche beginnt und bei der es 50 Tote und 120 Verletzte gab.

Während die parallelen Bomben auf Kirchen und das Massakrieren von Christen um Ostern herum offensichtlich sind, gibt es eine weitere, subtilere – und groteskere Parallele. Sowohl beim Beispiel aus Sri Lanka als auch dem aus Ägypten, die beide der Islamist Staat für sich beanspruchte, wurden „Kränkungen“ angeführt, um ihren Terrorismus zu rechtfertigen, den sie offenbar als „Vergeltung“ darstellen wollen.

Zwei Tage nach den Anschlägen auf Sri Lanka sagte ein nachrangiger Verteidigungsminister: „Erste Ermittlungen haben ergeben, dass, was in Sri Lanka geschah, als Vergeltung für den Anschlag auf Muslime in Christchurch erfolgte.“ Dort hatte letzten Monat ein Mann aus Neuseeland etwa 50 Muslime in zwei Moscheen getötet.

Gleichermaßen und den meisten nicht bekannt, führte der Islamische Staat „Kränkungen“ an, um sein grausames Abschlachten von 21 Christen – von denen 20 Kopten waren – am lybischen Meeresufer im Jahr 2015 zu rechtfertigen.

Ein Artikel in Dabia, dem englischsprachigen Online-Magazin des Islamischen Staates, trug die Überschrift „Rache für die Muslimat [muslimischen Frauen], die von koptischen Kreuzzüglern Ägyptens verfolgt werden“. Darin wurde behauptet, das die 21 Christen als „Rache“ für zwei zwei koptische Frauen abgeschlachtet wru den, di e2010 und nach Angaben islamischer Propgganda von Ägyptens koptisch-orthodoxer Kirche gezwungen wurden ihren Übertritt zum Islam zu widerrufen und zum Christentum zurückzukehren.

Tatsächlich stellten sie den verstorbenen koptische Papst Schenuda III damals dar als „US-Spion, ein Entführer und Folterer weiblicher muslimischer Konvertiten vom Christentum, der in Klöstern und Kirchen Waffen hortet, mit der Absicht Krieg gegen die Muslime zu führen und Ägypten zu teilen, um einen koptischen Staat zu schaffen“.

So sieht die Natur der islamischen Propaganda und Projektion aus – immer anderen dessen beschuldigen, was Islamisten gewohnheitsmäßig selbst tun.

Das Magazin des Islamischen Staats zitierte weiter den Bombenanschlag auf die Erlöserinnen-Kirche im Irak 2010 als Produkt der „Rache“ für dieselben angeblichen Rück-Konvertierungen der Frauen in Ägypten zum Christentum. Damals stürmten bewaffnete Jihadisten die irakische Kirche während des Gottesdienstes, eröffneten wahllos das Feuer, bevor sie ihre Selbstmord-Westen zündeten, die „mit Kugellager-Kugeln gefüllt warne, um so viele Menschen wie möglich zu töten“. Fast 60 Christen – darunter Frauen, Kinder und sogar Babys (Bilder, wie es danach aussah) – wurden abgeschlachtet.

Zwei Punkte strafen all solche Behauptungen islamischer „Vergeltung“ aufgrund von „Kränkungen“ Lügen:

Erstens: Seit wann brauchen islamische Terrororganisationen, die regelmäßig Hass auf andere predigen – an erster Stelle davon steht der Islamische Staat – jemals einen Grund oder eine Ausrede, um Nichtmuslimen, in erster Linie Christen, das Leben zur Hölle zu machen? Ich habe zum Beispiel seit Juli 2011 die monatlichen Berichte zur „muslimischen Christenverfolgung“ zusammengestellt (veröffentlicht auf Gatestone Institute). In praktisch jedem dieser monatlichen Berichte (aktuell 91) bombardieren, verbrennen oder verbieten Muslime Kirchen und terrorisieren allgemein Christen. Sollen wir ernsthaft glauben, dass das alles aus muslimischer „Gekränktheit“ gegen entmachtete christliche Minderheiten in ihrer Mitte geschieht?

Zweitens: Was genau haben braune Christen in Sri Lanka mit einem weißen Terroristen in Neuseeland zu tun? Was haben die irakischen Christen in der Erlöserinnen-Kirche oder der eine geköpfte Ghanaer mit den eingebildeten Verbrechen der koptischen Kirche zu tun?

Tatsache ist, dass säkulares westliches Handeln, das absolut nichts mit der Christenheit zu tun hat, regelmäßig von Muslimen angeführt wird, die ihre Wut an den verletzlichen christlichen Minderheiten in ihrer Mitte auslassen.

Das geht bis ins Mittelalter zurück, als Muslime wie der „großherzige“ Saladin „Vergeltung“ an den europäischen Kreuzrittern übte, indem er koptische Christen in Ägypten kreuzigte und ihre Kirchen teerte (dokumentiert in Adel Gundys anstehendem Buch A Sword Over the Nile).

Kurz gesagt: In der Vergangenheit wie in der Gegenwart haben Muslime keine „Kränkungen“ gebraucht, um Christen und andere „Ungläubige“ anzugreifen – obwohl sie sie gegenüber den Naiven in der westlichen Welt immer freudig angeführt haben.

Wird der Terror Europa einen? Aber sicher.

David Frankfurter, 5. August 2005 (The Sprout, Juli/August 2005)

Können wir jetzt, wo London brutal in die Spirale der Gewalt geschoben wurde, von Europa einen anderen und besseren Umgang mit dem Terrorismus? Verdammt unwahrscheinlich, wenn die Erfahrung auf der iberischen Halbinsel ein Hinweis darauf sein sollte.

Jeder Kommentator, der sein Geld wert ist, nannte die Gräueltaten vom 7. Juli einen Terrorakt – und zwar zurecht! Der Terror will Leben und Existenzen zerstören, mit wenig Respekt vor irgendetwas oder irgendjemandem. 24 Stunden lang hörte London auf zu funktionieren. Die Zahl der Toten ging in die Dutzende. Hunderte wurden verstümmelt; zahllose weitere Menschen wurden traumatisiert und viele werden lange Zeit in Behandlung sein. Gewöhnliche Leute, die jetzt zweimal überlegen werden, ob sie öffentliche Verkehrsmittel benutzen, haben sich in die anschwellenden Reihen der Terroropfer eingereiht.

Tony Blairs ständige Forderungen nach einem globalen Krieg gegen den Terror gründeten und gründen weiter auf dem, was jedermann jetzt als wahr ansieht: Die den Nahen Osten infizierende Krankheit ist nur allzu leicht von den Winden des Handels an die Strände Europas getragen worden. Die britischen Median sind im Gegensatz dazu derart beschäftigt gewesen, die Anstrengungen der Streitkräfte in Afghanistan und im Irak in Verruf zu bringen, dass sie vorgaben, den Terrorismus würde nicht einmal geben. Als die Züge in Madrid in die Luft flogen, machte die Presse in England „Separatisten“ dafür verantwortlich. Aber diesmal nicht: Ganz untypisch bezeichnete die BBC die Londoner Bomber ganz schnell als echte Terroristen. Tage später, als der schreckliche Bruch bewusst wurde, korrigierte die BBC im Nachhinein ihre einflussreiche Internetseite und entfernte das wertende „T“-Wort, das durch „Bomber“ ersetzt wurde.

Ob es in Bali, Madrid, dem Irak, dem Libanon, Bosnien oder Beslan ist, die aktuelle semantische Politik lautet: alles außer Terrorismus. So gewinnen die Sähenden der Angst, der Gemetzel und des Terrors, die Mörder unschuldiger Zivilisten, Frauen und Kinder ein zustimmendes Mediensiegel als „Militante“, „Eindringlinge“, „Separatisten“, „Hardliner“ oder andere euphemistischer Ehrentitel.

Schlaue Spielchen zu treiben ist nicht alles, was die Experten zu tun wissen. Sie geben auch Rat: diesen Terror zu besiegen, zu identifizieren und ihm entgegenzutreten. Gute Informationen, punktgenaue Angriffe auf Finanzquellen, harte Einigkeit und stählernes Durchhalten. Und vor allem muss man im Hinterkopf behalten, dass die Terroristen kein Interesse an unserer Sichtweise einer demokratischen Gesellschaft haben. Das ist der Grund, dass sie sich – buchstäblich – in Stücke reißen.

Europa bekommt gute Noten dafür, dass es diese Art von Vorgehen gut macht. Bonn und Rom überwanden örtliche Gruppen von Eindringlingen in den 70-er und 80-er Jahren und Madrid und Paris haben später solide Mauern aus Polizei auf die Straßen gebracht, wenn das notwendig war. Blair, der nach den Explosionen ungewöhnlich erschüttert aussah, drückte das gut aus: „Diese Art des Terrorismus hat sehr tiefe Wurzeln. So, wie man mit den Folgen davon umgehen muss – dem Versuch uns so gut zu schützen, wie das eine Zivilgesellschaft tun kann – so muss man auch versuchen, ihn mit seinen Wurzeln auszureißen.“

Die Jahrzehnte dauernde Schlacht mit baskischen Separatisten hat Madrid mit einem soliden Wunsch ausgestattet, dem internationalen Terror entgegenzutreten. Eine Möglichkeit ist es, Antiterror-Konferenzen abzuhalten. Weniger als zwei Monate vor den Bomben vom 11. März war Spanien Gastgeber eines internationalen Kongresses von Terroropfern. Da die Spanier Spanier sind, wurden Einladungen zu ihrem exklusiven „Terroropfer“-Clubs sehr ausgewählt vergeben. Verstümmelt zu sein oder ein Familienmitglied bei einem Terroranschlag verloren zu haben, reichte nicht aus. Die Opfer mussten einen politisch korrekten Pass besitzen. So wurden Eingeladene aus Spanien, den USA, Frankreich, Algerien, Nordirland, Kolumbien und einer Hand voll anderer Staaten angekarrt. Vertreter der Millionen vom Terror betroffenen Familien im Sudan, Bosnien, dem Senegal, Tschetschenien und dem Irak schafften es nicht auf Spaniens Liste. Es kann israelischen und kurdischen Terroropfern nicht viel Freude gemacht haben festzustellen, dass an ihrer Stelle die Botschafter Palästinas und Syriens auf der offiziellen Madrider VIP-Teilnehmerliste standen. Die Organisatoren gaben sich große Mühe sicherzustellen, dass die vier israelischen Terroropfer, die kamen, wussten, dass sie nicht eingeladene und nicht willkommene Eindringlinge waren.

Das politische Ansehen deines Landes in gewissen Kreisen scheint den Grad der Solidarität, Unterstützung und grundlegenden menschlichen Sympathie zu bestimmen, auf die man zählen kann. Die kürzlich getroffene Entscheidung der EU-Präsidentschaft, „diplomatische Kontakte auf niederer Ebene“ mit der Hamas zu erlauben, hebt das hervor. Eine Buchung als Star auf der EU-Liste der verbotenen Terrororganisationen darf den Spaß nicht verderben. Es muss einfach Zufall sein, dass forensische Analysen des Sprengstoffs, der von den Londoner Bombern benutzt wurde, diese mit den in England geborenen Bombern in Verbindung bringt, die sich selbst (zusammen mit einigen unschuldigen Stammgästen) in der Gaststätte Mike‘s Place in Tel Aviv in die Luft jagten. Uups… schon wieder die Hamas.

Überrascht es wirklich, dass im März 2005, drei Monate vor den Anschlägen in London, Al-Qaida öffentlich Spaniens internationale Terrorkonferenz verspottete? „Ihr Ungläubigen, was immer ihr vorbereitet, ihr werden besiegt werden und niemals siegreich sein, denn Allah hat uns den Sieg versprochen. Ihr müsst also nur warten … und wir werden auch warten.“

Ken Livingstone, der clevere Oberbürgermeister von London, muss mit sich selbst sehr zufrieden gewesen sein, weil er den ultimativen Antiterror-Schild erdacht hat. Seine öffentliche Gastgeberrolle, übertriebenes Lob und regelmäßige Verteidigung des qatarischen Scheik Yussef al-Qaradawi war ein Meisterstück. Zu den Morden an Frauen und Kindern im Irak und Israel nutzte al-Qaradawi seine religiöse Autorität für das Urteil: „Das ist nicht Selbstmord, es Märtyrertum im Namen Gottes.“ Der Rote Ken, nie um Verdrehungen verlegen, erklärt das so: „Sehr oft werden die, die unangenehme Wahrheiten aufbringen, verunglimpft.“

Natürlich wird die Unterstützung des Roten Ken für die Sache wirklich geschätzt. Palestinian Media Watch berichtet, dass das offizielle, von der palästinensischen Autonomie kontrollierte Fernsehen, seine regelmäßige Freitagspredigt den Bombenanschlägen des Vortags widmete und für Großbritannien und die noch um ihr Leben Kämpfenden betete. Die freundlichen Worte des Imam Suleiman Al-Satari waren inspirierend. „Vernichtet die Ungläubigen… Allah, zähle sie und töte sie bis zum letzen Mann und lass nicht einen übrig.“ Ein netter Zug, wenn man bedenkt, dass das Budget der PA-Sendungen und die Gehälter der Fernseh-Mitarbeiter so großzügig von der EU und dem Entwicklungsministerium des Vereinigten Königreichs finanziert werden.

Für die unter uns, die noch in die Position des Oberbürgermeisters aufsteigen müssen, bleibt nur übrig uns über einige ziemlich beunruhigende Aspekte des Terrors nachzugrübeln. Einfach gesagt, ist das … nun… gefährlich. Ein geheimer MI5-Bericht, der Sunday Times zugespielt, besagt, dass Großbritannien für bis zu 16.000 potenziellen Terroristen Heimat ist, die alle nur darauf warten losgeschickt zu werden. Londons Pendler-Klassen lernten auf die harte Tour, dass der Terrorismus britisch-innenpolitische Ziele hat, als die Bomber erklärten: „Es ist an der Zeit für Vergeltung an der einen Kreuzzug führenden zionistischen Nation von Großbritannien.“

Fast präzise mit der Ausführung dieser Vergeltung zusammen fiel eine Entscheidung, die von den G8 in Schottland getroffen wurde: Eine zusätzliche 3 Milliarden Dollar-Hilfe an die Palästinenser wurde begrüßt. Da das unmittelbar nach dem Massaker von London kam, kann argumentiert werden, dass Terrorismus so gesehen wird, dass er greifbare Belohnungen bringt. Während die Leichen im den Wracks in der „Tube“ noch warm waren, hatten ausgerechnet die Leute, die die Welt Flugzeugentführungen und Selbstmord-Bomber beibrachten, wieder einmal Zahltag.

Der Krieg gegen den Terror ist eine dieser alles-oder-nichts-Projekte. Es gibt viele Lehren und wenn man nicht gerade ein hochrangiger Politiker oder Oberbürgermeister ist, kann man ziemlich beunruhigt darüber sein, welchen Sinn das alles macht. Außer einem: Bei der Art, wie Europa das Spiel spielt, sind die nächsten Gräueltaten sichergestellt.

Die Araber wollen Israel immer noch vernichten

Daniel Pipes, The Wall Street Journal, 18. Januar 2002

Im vergangenen Juni strahlte das palästinensische Fernsehen einen Gottesdienst in einer Moschee in Gaza aus, in der der Imam, Ibrahim Madi, folgende Erklärung abgab: „So Gott will, wird dieser Unrechtsstaat Israel ausradiert werden, dieser Unrechtsstaat USA wird ausradiert werden, dieser Unrechtsstaat Großbritannien wird ausradiert werden.“

Bei den in letzter Zeit einmal mehr aufgedeckten Bemühungen der Palästinenser, ihr Waffenarsenal aufzustocken und bei ihren hartnäckig durchgeführten Anschlägen auf israelische Zivilisten, fühlt man sich an die freundliche Predigt des Scheichs erinnert. Der jüngste Anschlag letzte Nacht fand in einer Festhalle statt, als ein Palästinenser Handgranaten benutzte, um fünf Israelis zu töten und mehr als dreißig zu verletzten – weitaus weniger, als es der Fall gewesen wäre, wäre der Sprengstoff, den der Terrorist am Körper trug, wie geplant explodiert.

Und während die Lage der Amerikaner und der Israelis völlig unterschiedlich erscheinen können, erinnern uns Scheich Madis Bemerkungen daran, dass die Kräfte des militanten Islam sie als sehr ähnlich ansehen. Wenn also eine Erinnerung daran gebraucht wird, dass der Krieg gegen den Terrorismus über den Feldzug in Afghanistan hinaus geht, bieten die Palästinenser eine starke Gedächtnisstütze an. Die Herrschaft des militanten Islam in Afghanistan mag jetzt Geschichte sein, der militante Islam ist es aber nicht.

Osama bin Laden erklärte vor Jahren den Jihad gegen alle Christen und Juden, während sein Freund Mullah Omar, der Taliban-Diktator, öffentlich von der „Zerstörung Amerikas“ redete, von der er hoffte, dass sie „innerhalb einer kurzen Zeitspanne“ statt finden würde. Dass die Führer des militanten Islam Israel dasselbe wünschen, dürfte kaum neu sein. Der mächtigste unter ihnen, Irans oberster Führer, Ayatollah Ali Khamenei, rief kürzlich dazu auf, dass „dieses Krebsgeschwür eines Staates aus der Region entfernt wird“.

Es gibt sicher Unterschiede der Lage. Der Jihad gegen die USA ist neuer, weniger weit fortgeschritten und weniger von den nicht militanten islamischen Elementen unterstützt. Aber besonders jetzt, wo die USA formal den Krieg gegen den Terrorismus erklärt hat, wächst die Gemeinsamkeit der beiden Staaten.

Soweit es den Status als Nation unter Beschuss betrifft, ist Israels in seinem Lernprozess bereits weiter fortgeschritten. Der Versuch, den jüdischen Staat zu vernichten, wird seit seinem Entstehen 1948 unternommen. Seit mehr als einem halben Jahrhundert hat die Mehrheit der Araber darauf bestanden, im Staat Israel eine befristete Erscheinung zu sehen, einen Feind, von dem sie erwarten, dass sie ihn irgendwann überflüssig machen können und den Juden erlauben – im günstigsten Fall – als unterdrücktes Volk in „Palästina“ zu leben. Im schlimmsten Fall, wer weiß?

Als Israel gegründet wurde, nahmen die Araber ganz ungezwungen an, sie würden es zerstören. Aber Israel machte etwas richtig. 45 Jahre lang verteidigte sich der Staat mit einer Zähigkeit und Entschlossenheit, die die Araber bis 1993 ins Schwanken brachten. Das war der Augenblick, in dem Israel seinen Vorteil hätte ausnutzen müssen, um ein für allemal sein Existenzrecht anerkannt zu bekommen.

Statt dessen machten die Israelis das, was sich als historischer Fehler des Nachlassens erwies. Anstatt den Sack zu zu machen, boten sie ihren beiden Hauptfeinden – den Syrern und den Palästinensern – einen vorteilhaften Handel an.

Wie voraus zu sehen war, ging der Schuss nach hinten los: Anstatt als weitsichtige strategische Zugeständnisse angesehen zu werden, die darauf abzielten, die Konflikt zu beenden, wurden sie als Signale der Demoralisierung Israels interpretiert. Das Resultat waren erneuerte arabische Hoffnungen, Israel mit Waffengewalt zerstören zu können und ein heftiger Anstieg der Gewalt. Mit anderen Worten: Die Diplomatie belebte unabsichtlich die arabischen Träumen von der Vernichtung des jüdischen Staates.

Offensichtlich schädigt diese Mauer arabischer Ablehnung Israel, verweigert ihm das Angebot als normale Nation zu leben, setzt seine Bevölkerung mörderischen Angriffen aus und zwingt es, harte Schritte gegen seine Nachbarn zu unternehmen. Aber Israel gedeiht trotz dieser Angriffe, ist stolz auf seinen hohen Lebensstandard, eine demokratische Politik und eine vor Leben sprühende Kultur.

Die große Ironie ist, dass die Araber den höheren Preis für ihren destruktiven Trieb zahlen. Die arabische Zentrierung darauf, dem jüdischen Staat schaden zu wollen, hindert ein talentiertes und würdevolles Volk daran, sein Potential auszuschöpfen. Es bedeutet, dass sie es vernachlässigen ihren eigenen Lebensstandard zu verbessern, den eigenen politischen Prozess zu beginnen oder die Herrschaft des Gesetzes zu erreichen. Das Resultat ist offensichtlich: Araber sind weltweit führend im Anteil der Diktaturen, Schurkenstaaten, gewalttätigen Konflikte und der Militär-Ausgaben.

Die Araber dazu zu bringen, sich mit der Existenz Israels abzufinden, ist einfacher gesagt als getan. Aber es ist und bleibt die einzige Lösung. Nur eine solche Änderung der Einstellung wird den Jahrhunderte alten Konflikt beenden, es Israel erlauben Normalität zu erlangen und den Arabern eine Chance geben, auf dem Weg in die Moderne voran zu kommen.

Aber diese Interpretation des arabisch-israelischen Konflikts bürdet den Arabern die Last auf, woran wir in dieser Zeit nicht unbedingt gewöhnt sind. Der normale Menschenverstand hat sich so weit verschoben, dass selbst Israelis dazu neigen, arabische Akzeptanz Israels als vollendete Tatsache anzusehen und damit die Last zu handeln – in Form von Zugeständnissen (Übergabe der Golan-Höhen, Teilen von Jerusalem usw.) – Israel aufbürdet. Wenn aber diese Haltung 1993 glaubwürdig war, so beweisen doch die heutigen aufhetzerischen Reden und die Trommelschläge der Gewalt, dass es sich um eine Fata Morgana gehandelt hat.

Israel hat nun die nicht beneidenswerte Aufgabe die Araber zu überzeugen, dass ihre Zerstörungsträume fehl schlagen werden. In Aktionen umgesetzt bedeutet das Entschlossenheit und Zähigkeit. Es bedeutet gefürchtet zu werden, nicht geliebt. Der Vorgang wird weder zu Hause angenehm noch international populär sein. Aber welche Wahl gibt es? Der Fehlschlag des Osloer Verhandlungsprozesses zeigte nichts so sehr wie, dass Versuche einer schnellen Lösung dazu verdammt sind, fehl zu schlagen.

Den Konflikt auf diese Weise zu verstehen hat tief gehende Konsequenzen. Es bedeutet, dass die Welt draußen, die immer darauf bedacht ist, den arabisch-israelischen Konflikt zu lösen, am meisten dadurch helfen kann, dass sie einfach mit der Grundtatsache der arabischen Ablehnung Israels klar kommt. Sie muss Israels missliche Lage anerkennen; tolerieren, dass es genötigt ist, hart zu sein; und die Araber unter Druck setzen, einen grundsätzlichen Kurswechsel vorzunehmen.

Von vielen Regierungen, sogar der amerikanischen, verlangt dieser Ansatz eine Abkehr von der derzeitigen Politik eines Durchbruchs unter der Voraussetzung von Zugeständnissen Israels. Eine solche Umkehr der Politik wird nicht einfach zu erreichen sein, aber sie ist beinahe Vorbedingung für jeden, der die Beendigung des arabisch-israelischen Konflikts wirklich ernst nimmt.