Irgendwie verstehe ich inzwischen, …

… dass sie Ulrich Sahm bei n-tv nicht mehr haben wollten, denn sonst hätten sie wohl eine weniger unterirdische Berichterstattung. Am 16. Oktober schreiben sie auf ihrer Internetseite: Palästinenser planen „Freitag der Revolution“. Darin ist vor allem von israelischen Maßnahmen die Rede – alles zeigt, wie Israel die Palästinenser unter Druck setzt: Einschränkung des Zugangs zum Tempelberg, 300 Soldaten zur Verstärkung in Jerusalem, massive Präsenz, mit Gewehren gewaffnete Polizei, Absperrung von arabischen Stadtvierteln, (geplante) Lockerung der Waffengesetze für Israelis, verstärkte Überwachung der Sperranlage zum Westjordanland, Zerstörung von Häusern der Attentäter. Seitens der Araber gibt es nur abstrakt die Aufforderung zu Demonstrationen. Alles ganz harmlos also.

Und dann kommt der Hammer:

n-tv_2015-10-16

„Seit Monatsbeginn wurden bereits mehr als 30 Palästinenser bei Anschlägen oder Protestaktionen getötet. Im gleichen Zeitraum starben sieben Israelis bei Attentaten. Die meisten Attentäter kamen aus arabischen Vierteln Ost-Jerusalems.“

Geht’s noch? „Bei Anschlägen oder Protestaktionen getötet“ – das hört sich an, als wären Anschläge auf die Araber verübt worden! Und wer sollte sie angesichts der massiven Beschreibung israelischen Vorgehens wohl umgebracht haben?

Übrigens: Wieso wird eigentlich nicht geschrieben, wer die Attentäter sind? Araber als Terroristen, darf das nicht sein? Gewalt „bricht aus“? Da kommt noch der Palästinenser, der „mit seinem Auto eine Bushaltestelle rammte“ und dabei „starb ein Rabbiner“. Also wohl ein Unfall? Es gibt Videoaufnahmen des Vorfalls, das zeigt, dass der Rabbiner mitnichten starb, als der Palästinenser „mit seinem Auto eine Bushaltestelle rammte“, sonder der Terrorist ausstieg und den Verletzten mit einem Schlachterbeil erschlug.

Haben sie bei n-tv zu wenig Platz, um den Ablauf korrekt anzugeben? Oder liegt das vielleicht daran, dass man kein „falsches“ Bild schaffen will – wobei „falsch“ nicht faktisch falsch bedeutet, sonder ideologisch falsch.

Der Rabbiner wurde nicht umgebracht, der starb einfach. Bei einem Unfall? Oder bei einem Mordanschlag? Das muss der Leser selbst herausfinden oder schließen. Die Formulierung deutet eher einen Unfall an: „zudem starb“ ist etwas, das nicht darauf hindeutet, dass es ein Anschlag war. Und wenn dann noch ein Auto eine Bushaltestelle rammt und nicht von seinem Fahrer in die Menschen gesteuert wird, wird das Bild „perfekt“ und der Terror ist keiner mehr.

Danke, n-tv, dass ihr mir die Augen geöffnet habt. Ulrich Sahm berichtet wahrheitsgemäß die Fakten. Ihr lügt mit ihnen, so wie ihr sie anführt. Das passt nicht zusammen.

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Was ist da los? Die Medienmeute ist los…

Drei junge Israelis wurden von Terroristen entführt. Was bewegt die deutsche Qualitätsjournaille? n-tv sieht den Nahost-Konflikt „befeuert“ – nein, nicht durch die Entführung oder Handeln von Terroristen, sondern durch den Hashtag „#BringBackOurBoys“, die Internet-Aufmerksamkeitsinitiative gegen die Entführung!

ntv-hashtagBBOBUnd was ist problematisch an der Aktion? Die Palästinenser regen sich auf, das sei doch alles völlig unangemessen. Und diese Meinung von „palästinensischen Usern“ wird nicht etwa als das bezeichnet, was es ist, sondern der Eindruck erweckt, als hätten sie absolut recht sich so aufzuregen. Weil die Israelis/Juden ja allesamt viel schlimmer sind.

Richard Schneider von der tagesschau hat nur eine Erkenntnis – nicht, dass es da Terroristen gibt, die es zu bekämpfen gilt, sondern er kennt nur ein Problem und das bestehe darin, dass Netanyahu versuche politisches Kapital aus der Entführung zu schlagen. Und auch der SPIEGEL hat kein Problem auf die entführten Jungen zu verzichten, ganz zu schweigen von den besorgten Eltern. Stattdessen gibt es Bilder von Soldaten, die nach den Jungen suchen – natürlich wird das als schlimme israelische Übergriffe gegen Unschuldige inszeniert. Die tagesschau geht konsequent weiter den Weg der Desinformation und bezeichnet die tatsächlichen Opfer als „mutmaßlich entführt“ und „verschwunden“, Netanyahu könne keinen eindeutigen Hinweis auf eine Entführung präsentieren. Dass zu diesem Zeitpunkt längst bekannt ist, dass die Polizei einen dicken Fehler machte, als sie einen Anruf der Entführten empfing und für einen arabischen „Scherz“ hielt (um die Gesetzeshüter nutzlos zu beschäftigen), interessiert die deutsche Qualitätsjournaille einen Dreck. Das muss verschwiegen werden, sonst würden die tollen Einschätzungen ja in sich zusammenfallen und die Juden hätten tatsächlich richtig gehandelt.

Fehlt nur noch, dass irgendein Idiot Hebron zum neuen Lidice erklärt…
auch lesenswert:
– Ruhrbarone: n-tv: Mitgefühl schuld am Nahost-Konflikt
– tapfer im nirgendwo: #BringBackOurBoys
Die Meschuggestan-Protokolle: … dann lasst es einfach ganz sein!

„Die Fehde“ und wer sie wie führt

Die Überschrift stimmt ja noch: „Salafisten wollten Beisicht töten“, titelte die n-tv. Doch schon im ersten Absatz (fett gedruckt) gibt es Schwachsinn:

Die Fehde zwischen den rechtsextremen Anhängern der Splitterpartei Pro NRW und den Salafisten im Rheinland geht weiter. Die Polizei nimmt vier Verdächtige fest, die einen Anschlag geplant haben sollen. Die Polizei spricht von einem Mordversuch. Beteiligt sein soll auch der Attentäter vom Bonner Hauptbahnhof.

Aha, „die Fehde“ geht weiter. Hat ProNRW auch schon versucht zu morden? Oder ist das nur eine logische Steigerung und demnächst müssen Parteimitglieder von ProNRW festgenommen werden, weil auch die Mord planen? Sind die ProNRW-Typen so gewalttätig wie die Salafisten?

So wenig ich von den Pro-Typen halte – sie haben Gewalt weder gepredigt noch befürwortet, geschweige denn verübt. Ganz im Gegensatz zu den Muslim-Extremisten, für die Gewaltanwendung gegen missliebige Personen offiziell zum Wohlverhalten im Dienste Allahs gehört. Sie dürfen nicht anders.

Aber für die Qualitätspresse sieht das offensichtlich anders aus. Da ist gewaltfreier Extremismus dasselbe wie gewalttätiger Extremismus und man muss davon reden, dass eine „Fehde weiter geht“, die nur von einer Seite mit gewollten, bisher aber zum Glück zumindest bei uns erfolglosen Versuchen von Mord und Totschlag geführt wird.

Fragen wir mal die Polizisten in Bonn, von wem sie verletzt wurden.

Fragen wir mal die Ordnungshüter, vor welcher Seite sie erwarten sich schützen zu müssen.

Fragen wir mal die Staatsanwaltschaften, wie viele ProNRW-Typen (oder auch von ProKöln oder der bundesweiten Partei) Anzeigen wegen gewalttätigen Versuchen der Meinungsdurchsetzung gestellt wurden und wie viele gegen gewalttätige Muslimextremisten.

Fragen wir mal die Gerichte, gegen wie viele ProNRW-Typen sie schon wegen Gewalttaten gegen Salafisten sie schon verhandeln mussten und gegen wie viele Muslim-Extremisten.

Das Ergebnis dürfte klar aussehen.

Wer den n-tv-Artikel bis zu Ende liest, erfährt die Fakten, wenn er richtig hinsieht: Gewalt ging in dieser „Fehde“ immer und ausschließlich von den Muslimextremisten aus. Warum dann oben am Anfang diese Einordnung auf derselben Ebene? Weil man unbedingt die unliebsamen deutschen Extremisten so verteufeln muss? Weil man keine wirklichen Argumente gegen ProNRW hat, die ziehen würden? Oder vielleicht, weil man seinen Lenin gut verinnerlicht hat: Der Feind (selbst wenn er kein Feind ist, sondern nur als solche wahrgenommen wird) muss nicht bekämpft, sondern vernichtet werden.