Der Zionismus sieht aus wie ein Paar schmutziger Turnschuhe

Forest Rain, Inspiration from Zion, 20. Dezember 2016

Turnschue stehen zum Trocknen draußen. Nass und voller Sand sehen sie für mich müde aus.

Sie zu sehen bricht fast mein Herz.

Sie erzählen die Geschichte, die anderswo lebende Menschen vielleicht nicht erkennen, die meisten Israelis aber sehr wohl. Auch diejenigen, die diese Geschichte nicht im eigenen Haus haben, kennen die Geschichte gut. Über politische Zugehörigkeit und religiöse Konfessionen hinaus ist es eine Geschichte, die wir alle anerkennen (einschließlich derer, die anderer Ansicht sind oder sie nicht Zuhause haben wollen).

Ein schmutziges Paar Turnschuhe; so sieht der Zionismus aus.

Ein stiller Beleg der Bemühung, des Wunsches etwas zu erreichen und vor allem: der Wunsch zu dienen.

Nachts, unten am Strand, im Kalten, im Wind. Laufen, Stretchen, Kraft aufbauen. Trommeln, das Pflaster, durch den Sand, das Wasser und wieder zurück.

Sich unter Zusatzgewicht anstrengen, bewusst hinzugenommen, um den Lauf schwieriger zu machen.

Der beißende Wind ist etwas, das ignoriert werden muss. Die zeitweise Unannehmlichkeit etwas, über das man lacht, im Wissen, dass Herausforderungen der Zukunft härter sein werden.

Niemand sagte ihm, er solle gehen. Er geht aus eigenem Antrieb. Es gibt keine Aufforderungen zu Hilfe, nein: „Kannst du mich fahren?“ Nur ein schnelles „Tschüß“ und dann ist er fort, weg, um sich anderen wie ihm selbst anzuschließen.

Zusammen strengen sie sich an, puschen sich zu neuen Höhen, wissen, dass die Prüfungen, die sie schaffen wollen, sie physisch und mental über ihre derzeitigen Limits dehnen werden. Und sollten sie sie bestehen, werden die nächsten Herausforderungen noch härter sein.

Sie müssen stärker, schneller, besser sein… das ist die einzige Möglichkeit die Aufnahme in eine Eliteeinheit der IDF zu erhalten. Für diese Gruppe ist eine normale Einheit nicht genug. Sie streben danach die Besten zu sein, damit sie sich den Besten anschließen können.

Ihre Kameraden werden auch dienen, aber nur wenige muten sich die Herausforderungen zu, die diese Gruppe auf sich nimmt. Wenige sind fähig, imstande das zu tun.

Sie wetteifern nicht für den eigenen Ruhm. Es gibt nichts ruhmreiches dabei nass, müde, in Schmerzen, schmutzig, erschöpft zu sein… Sie wetteifern für die Ehre ihrem Volk zu dienen, Schulter an Schulter mit anderen, die genauso engagiert sind, genauso leidenschaftlich, wie sie es sind.

Ihr Zionismus ist unsere Zukunft.

Fasziniert von der Aussicht

Der Nasa-Astronaut Jeff Williams teilte auf Facebook kurz vor Pessah ein Foto, das er aus der Internationalen Raumstation machte und kommentierte es:

Endlich haben wir einen Sonntag (kein Frachttransporter dieses Wochenende!) mit etwas Zeit für uns selbst, um die Aussicht aus dem Fenster zu genießen. Jedes Mal, wenn wir darüber fliegen, bin ich von dieser Aussicht fasziniert, bedenkt man, dass sie die weit überwiegende Mehrheit der biblischen Geschichte beinhaltet. Mein Vater – Geschichtslehrer in der High School – vermittelte mir eine Liebe und Wertschätzung für Geschichte und ich habe ein besonderes Verständnis für diese Geschichte. „… denn mein ganzes Denken gilt deinen Zeugnissen.“ (Psalm 119,99, Bruns-Übersetzung) Es ist ein guter Ruhetag hier über dem Planeten!

Naher-Osten-aus-ISS

Ton aus beim arabisch-israelischen Konflikt

Mark Pellegrino, Israellycool, 27. März 2016

Mark Pellegrino ist ein amerikanischer Film- und Fernsehschauspieler, der am besten durch seine Arbeit als Lucifer in „Supernatural“, Paul Bennett in „Dexter“ und Jacob in „Lost“ bekannt ist. Er ist Mitgründer der The American Capitalist Party.

Der Sommer 2014 veränderte meine Beziehung zu den sozialen Medien für immer. Das war der Sommer, in dem Akteure der Hamas drei israelische Jugendliche entführten und brutal ermordeten. Dem folgte der israelische Einmarsch in den Gazastreifen, der etwa 2.200 tote Palästinenser und 72 tote Israelis zur Folge hatte.

Für mich schien die Sache klar zu sein: Unschuldige Zivilisten einer pluralistischen Gesellschaft wurden von Akteuren einer autoritären Regierung ermordet wurden. Einer Regierung, die dem eigenen Volk politischen und materiellen Gewinn vorenthält und regelmäßig politische Dissidenten ermordet. Als der Einfall ein massives Netzwerk an „Terrortunneln“ (die für unzählige Verbrechden an der zivilen und militärischen Bevölkerung Israels genutzt wurden) schien das Sahnehäubchen zu sein, das auf den sprichwörtlichen moralischen Kuchen verteilt wurde. Wir waren hier Zeugen eines Selbstläufers im Schatten moralischer Schuld … glaubte ich jedenfalls.

Es stellte sich heraus, dass das dieser Tage nicht so sehr der Fall ist. Erstens ließ Hollywood eine Petition kursieren, mit der Israel verurteilt wurde. Dann protestierten College-Studenten gegen die israelischen Kriegstaktiken und die Nachrichten häufte noch drauf, indem sie tagtäglich Opferzahlen (zumeist Palästinenser) berichteten.

Es dauerte nicht lange, da begannen in sozialen Medien Narrative Landkarten zu begleiten, die den jüdischen Staat eines ausgemachten Völkermords am palästinensischen Volk beschuldigten. Zuzusehen, wie dieser Irrsinn sich aufdröselte, wurde unmöglich, also stürzte ich mich ins Getümmel.

Den gesamten Sommer über diskutierte ich mit jedem, der die Dreistigkeit hatte die moralische Umkehr zu posten, die Palästinenser seien die Opfer Israels. Und nach zwei Monate, in denen ich ihre Behauptungen wider- und ihre Lügen offenlegte (wobei meine Tweets oft auf den Seiten großer Medien veröffentlicht wurden), überzeugte ich niemanden. Wie konnte das sein, dachte ich. Fakten sind hartnäckige Sachen und sie waren auf meiner Seite; und doch schienen die Leute, die für die „palästinensische“ Sache agitierten, ihnen gegenüber einzigartig resistent zu sein. Zuerst dachte ich, die Antwort läge in unserer allgegenwärtigen Sucht nach einem bestimmten Narrativ von Gut und Böse. Dieses Narrativ lautet hauptsächlich so: Wenn du reich bist, bist du korrupt und kamst vermutlich dahin, indem du über und/oder auf jemand anderen getreten bist. Wenn du arm bist, bist du arm, weil jemand anderes dir die Mittel vorenthalten hat dich aus der Armut zu befreien. Die Personen, die dir das genommen hat, war vermutlich … Sie ahnen es … reich. Diese Art sozialen Determinismus ist seit Jahrhunderten das thematische Rückgrat des Geschichtenerzählens (es begann, als der soziale Determinismus tatsächlich ein Faktor der Mobilität des Einzelnen war). Wir haben es bis heute am Hals. Fakt ist, dass Israel vermutlich schlecht war, weil es reich und die Palästinenser vermutlich gut (oder unterdrückt) wurden, weil sie arm sind – dass könnte ein hartnäckiges Vorurteil sein, das überwunden werden muss, was aber nicht unmöglich sein sollte. Es musste etwas anderes geben.

Erst fast zwei Jahre später, als ich mit meiner Frau eine Reality Show ansah (bitte verurteilt mich nicht), dass mir die Antwort aufging. Wir sahen eine Sendung namens „Are You The One“ (Bist du es?). In der Sendung erhalten Leute in ihren 20-ern, die in ihren Beziehungen elend gescheitert sind, den Auftrag ihre „wahre Liebe“ zu finden. Die passende Person – nach Meinung eines Computertests, Interviews mit Angehörigen und anderen halbobjektiven Kriterien – ist sogar dabei. Sie müssen ihn oder sie nur finden. Wenn alle zwanzig ihren Partner finden, gewinnen sie eine Million Dollar. Wenn nicht, dann nicht. Als ich darüber nachdachte erfordert das Spiel zu spielen (und darauf läuft es hinaus) einen rationale Geist. Man muss Informationen finden, diese Fakten in Schlussfolgerungen packen und aufgrund dieser Schlüsse handeln. Aber Vernunft und Fakten waren für KEINEN dieser jungen Leute Standard. Was war es dann? Gefühle, Instinkt, chemische Verbindungen. Fakten, Denken und diese verrückte Kleinigkeit namens Urteilsvermögen hielt in ihre Beurteilung der anderen nirgendwo Einzug. Und das trotz eines Misserfolgs nach dem anderen ihrer ausprobierten und nicht sonderlich genauen Methode der „Gefühle als Mittel der Erkenntnis“.

Dann traf es mich. Diese Kids KÖNNEN NICHT denken. Jetzt meine ich damit nicht, dass die Synapsen ihres Gehirns irgendwie nicht in der Lage sind physische Verbindungen aufzubauen, sondern die Mittel ihre Hirne zu nutzen, besonders in diesem Bereich, waren NICHT VORHANDEN. Warum? Weil ihnen vom Kindergarten bis zum Abitur und danach (wenn sie studierten) beigebracht wurde, dass Vernunft keine vertrauenswürdige geistige Fähigkeit ist. Diese Kids hatten die Maxime von fast jedem Philosophen und Intellektuellen geschluckt (wiedergegeben, wie es von Autoren und Künstlern überall gemacht wird), dass das Herz dem Kopf überlegen ist; besonders wenn es um die Auswertung der großen Fragen geht, wie die, wen man heiraten wird, welche Arbeit man machen wird, wen man in ein wichtiges Amt wählt und welche Seite man in einem Kampf auf Leben und Tod unterstützen sollte. Wir haben Jahrzehnte der Gefühlskultur gehabt, die ihr Gift aus den viel gepriesenen Hallen der akademischen Welt in die leeren Schädel der Jugend der Welt tröpfelten und ich war Zeuge der unglückseligen und hilflosen Ergebnisse davon in einer relativ harmlosen und leicht amüsanten Fernsehsendung. Wenn aber diese Art Orientierung ihren Weg in die REALE Welt findet, dann ist das Ergebnis kein ordinäres Reality-Fernsehen, sondern die große Tragödie der moralischen Umkehrung.

Wer vom Herzen beherrscht wird, für den dienen materielle Beweise nur dazu die Gefühle zu bestätigen, die aus seinem Herzen kommen. Beweise, die damit in Konflikt stehen, werden gleich verworfen. Gott behüte, dass der Konflikt durch einen DENKPROZESS gelöst wird. Der Standard des Guten ist daher nicht die Realität oder das OBJEKTIV Gute, sondern die eigenen, halb bewussten Auswertungen, seien sie richtig (korrekte Überlegungen zur Realität) oder falsch (wahnhaft). Was zählt, ist das Gefühl. Die Hamas hat das haargenau begriffen. Und obwohl sie nicht in der Lage zu sein vermögen dem Aufstieg des Emotionalismus und den Absturz der Vernunft durch den Pantheon der akademischen Welt und Literatur nachzuspüren, können sie ihn natürlich fühlen und Vorteile aus dem Trend ziehen. Was bedeutete das für mich und meine Internetkriege? Es bedeutet, dass Bilder für eine Auseinandersetzung ausreichten und dass Versuche den moralischen Unterschied zwischen initiierter Gewalt und Gegenmaßnahmen darstellender Gewalt auf taube Ohren stießen. Es bedeutete, dass die Zahl von Toten mit Moral und Unmoral verschmolzen, selbst wenn diese Zahlen nicht zeigten, wer der Aggressor war und wer der Verteidigende, sondern nur, wer beim Töten effektiver war. Die Zahlen zeigten außerdem nicht die Bevölkerungsdichte, die Kollateralschäden zur Gewissheit machten oder die skrupellose Politik des Feindes, der Märtyrer dazu benutzte die eigne PR-Kampagne voranzubringen. Es bedeutete, dass Argumente bezüglich der Legitimität Israels auf reines Eingeborenensein oder Nativismus als Standard oder Legitimität eingedampft wurde, BASTA; denn was ein Land TATSÄCHLICH legitim macht – seine Versuche eine Regierung zu schaffen, die die Rechte ihrer Bürger respektiert – ist ein viel zu abstraktes Thema für die Gefühlskult-Anhänger, als dass man das beherzigen könnte.

Was für eine beängstigende Aussicht, dass die Welt ein Mob wird, weil sie nicht fähig ist über die mit dem Teelöffel eingeflößten Narrative und Vorurteile hinauszusehen. Mobs sind vorwiegend für ihren Emotionalismus bekannt, danach für die Leichtigkeit, mit der ihre Emotionen auf Ziele hin manipuliert werden. Die durch die Hand von antikapitalistischen Diktatoren institutionalisierten Morde und das Abschlachten ganzer Menschenrassen, von denen man glaubte, sie seien an sich böse, sind Zeugnis für diese Tatsache. Derselbe Typ Abschlachtens findet heute statt, aber er sit die Ablehnung eines Landes, das von denen geschlachtet wird, die nicht tiefer denken können als ein Bild oder ein konkreter Satz Statistiken.

Mir scheint es so, dass menschliche Wesen den Sieg über die Natur über die kompromisslose Nutzung der Vernunft erzielen. Aber sie erreichen etwas anderes durch die Nutzung des Verstandes, das genauso wichtig ist: GERECHTIGKEIT. Den Verstand und das Konzept der Gerechtigkeit aufzugeben wir jedem Strolch zur Definition überlassen der eine Kamera, eine Story und einen Mythos von Gut und Böse hat, die er abspielen kann.

Liebe Palästinenserin, …

Paula R. Sterin, A Soldier’s Mother, 8. März 2016

Eine fünfzigjährige Palästinenserin versuchte am Morgen [des 8. März] einen israelischen Grenzschützer zu erstechen. Die Polizei bemerkte ihr Tun und schoss auf sie, bevor sie Erfolg hatte. Sie wurde schwer verletzt du starb an ihren Wunden. Bei diesem jüngsten Terroranschlag wurden keine Israelis verletzt.

Und so fing ich an nachzudenken…

Liebe Palästinenserin,

ich wurde noch nie angeschossen. Ich bete zu Gott, dass mir das auch nie passieren wird.

Aber hier bist du, erschossen, trotz versuchen dein erbärmliches Leben zur retten. Du bist heute Morgen in Jerusalem auf einen Polizisten zugegangen und hast ein Messer gezogen und die Polizei schoss dich an. Bis zu diesem Morgen ist es sehr wahrscheinlich, dass du und ich bei den wichtigen Meilensteinen des Lebens uns sehr ähnlich waren.

Du warst um die 50 Jahre alt, nur ein wenig jünger als ich. Ich bin eine Tochter, ein Ehefrau, eine Mutter und Großmutter. Ich frage mich, was du bist … oder warst …, abgesehen davon dass du Terroristin warst – und glücklicherweise eine ungeschickte und jetzt tote.

Hattest du Kinder, einen Ehemann und Enkel? Hättest du Erfolg gehabt, dann wäre jemandes Leben heute sehr verändert worden. Letzten Mittwoch war Tzvika Cohen ein viel geliebter Sicherheitsmann in Ma’ale Adumim, der die Menschen grüßte, wenn sie hier das Einkaufszentrum betraten und verließen. Letzten Donnerstag übernahm er den Platz eines anderen Wachmanns, der zu krank war um die Nachtschicht zu machen.

Ein arabischer Arbeiter, einer, mit dem er zusammensaß und Kaffee trank, hatte Erfolg mit seinem Anschlag von hinten auf Tzvika. Immer und immer wieder traf er Tzvika mit einem Beil und jetzt, während seine Familie und Gemeinde für seine Genesung beten, hat sich unsere Stadt verändert. Die Menschen sind wütend und wollen keine arabischen Arbeiter in unserer Stadt. Wir wissen, dass nicht alle Arbeiter schuldig, nicht alle Terroristen sind. Aber dieser eine, der es war, kam mit einer Arbeitserlaubnis her, trank Kaffee mit dem Personal des Einkaufszentrums und hatte ein freundschaftliches Verhältnis zu ihnen … bis er sich entschied jemanden zu töten.

Heute versuchtest du jemand anderem zu tun, was dieser arabische Arbeiter tat – das Leben eines Menschen zerstören und seine Familie für immer zu verändern. Du hast versagt, weil unserer Grenzschützer gelernt haben, dass dir nicht zu trauen ist – nicht einmal einer Frau, nicht einmal einem jungen Kind. Und so waren sie wachsam, wie immer. Sie sahen dich kommen. Vielleicht sahen sie Angst in deinen Augen, vielleicht sahen sie Hass. Was immer es war, sie wussten, noch bevor du das Messer zogst, dass du gekommen warst um zu töten.

Und so waren sie, als du dein Messer zogst, bereit – du gingst auf einen Schützer zu; andere sahen und schossen auf dich … und du starbst. In dieser Minuten und den wenigen, die dir auf dieser Erde blieben – dachtest du an deine Welt, die, die du verlassen hast?

Du bist darin gescheitert jemanden zu verletzen und so dreht sich die Welt in Israel weiter; aber die Welt, an deren Gestaltung du die letzten fünfzig Jahre gearbeitet hast, hat sich verändert. Wer wird sich um deine Familie kümmern? Vielleicht hat dein Mann weitere Ehefrauen? Das ist etwas, das wir nicht haben, also weiß ich nicht, wie das funktioniert. Ich vermute, er wird jetzt öfter mit den anderen Ehefrauen schlafen, wo er nicht mehr mit dir schlafen muss. Sie werden sich um seine Bedürfnisse kümmern, sicher stellen, dass er zu essen hat.

Aber warum sollten seine anderen Frauen sich um deine Kinder und Enkel kümmern? Ich sprach einmal mit einem Araber namens Daoud über seine Frauen. Seine erste Frau war damals 46 Jahre alt und er nannte sie „die Arme“. Vielleicht dachte dein Mann so über dich. Vielleicht hast du es gehasst, dass er sich andere Frauen nahm – ich würde es bestimmt hassen, wenn mein Mann sich einer anderen zuwendet.

Hast du Kinder? Ich habe fünf. Drei sind mit den wundervollsten Menschen verheiratet. Sie haben erstaunliche Leben aufgebaut, aber sie haben immer noch das Gefühl mich zu brauchen. Ich rede fast jeden Tag mit ihnen. Einer ist heute wütend auf mich, aber ich sage ihm immer, dass ich ihn liebe und umarme ihn oder gebe ihm einen Kuss – und er umarmt mich oder küsst mich zurück. Ich glaube nicht, dass es im Leben viele Dinge gibt, die so stark sind wie die Mutterliebe, also kann ich nicht anders als mich zu fragen, was mit deiner passiert ist.

Hast du Kinder? Sind sie alle erwachsen? Meine Jüngste ist 16 Jahre alt. Ich sehe sie aufwachsen du staune über die Frau, die zu entstehen beginnt. Sie ist eine Schönheit und anmutig und ein Drama, genau auf der am Rand ins Morgen. Sie kommt in mein Zimmer und erzählt mir alles aus ihrer Welt. Was ist mit deinen Töchtern? Und deinen Söhnen? Meine Kinder wissen, dass ich vom anderen Ende der Welt kommen würde, um zu ihnen zu kommen, Berge versetzen würde, wenn es nötig wäre.

Und eine Kinder – was hast du sie gelehrt? Dass du lieber einen Juden töten würdest statt für sie Mutter zu sein? Dass sie dir nacheifern sollen, dass auch sie für das Messer leben und vielleicht sterben müssen? Glaubst du vielleicht, dass du mit 50 aufgehört hast Mutter zu sein, dass sie dich nicht mehr brauchen? Ich vermute mal, das ist etwas, von dem du hoffst, dass es wahr ist, da du dich jetzt entschlossen hattest sie zu verlassen.

Hast du Enkel? Ich habe drei kleine Enkel. Sie erfüllen mein Leben mit viel Freude. Sag‘ das nicht meinen Kinder, aber ich denke, mein ältester Enkel ist das klügste menschliche Wesen der Welt. Ich könnte ihm ständig zuhören. Ich lese ihm vor und er erzählt mir Geschichten. Ich muss daran denken Englisch mit ihm zu sprechen, wenn er mir auf Hebräisch antwortet. Meine Enkelin lässt mein Herz schmelzen, wenn sie die Treppen hochruft: „Savta, ich komme!“ oder „Savta, gute Nacht. Ich liebe dich!“. Und mein jüngster Enkel, für den gibt es keine Worte. Er sieht mich einfach an und ich weiß, die Welt ist in Ordnung.

Hast du Enkel? Was wird ihnen von dir in Erinnerung bleiben? Vielleicht werden sie sich überhaupt nicht an dich erinnern. Du wirst ein Name geworden sein, eine Märtyrerin. Sie werden lernen, dass du es vorzogst einen ruhmreichen Tod zu sterben, statt sie aufwachsen zu sehen. Dass dein Hass auf Juden, die du nicht einmal kennst, stärker war als jede Liebe, die du angeblich für sie hattest. Wirst du von ihnen erwarten, dass sie deinen sinnlosen Tod rächen?

Meine werden sich an die süße Soße erinnern, die ich auf meine Hamburger gebe, an die Kartoffel-Kutel – das Rezept dafür ist in Wirklichkeit das meiner Schwiegermutter. Sie werden sich erinnern, dass ich sie hielt, wenn sie weinten, mit ihnen spielte. Sie werden sich an das große Spielzeugauto erinnern und an die Rutsche, die ich für sie habe, wenn sie zu Besuch kommen.

Du bist also jetzt tot. Vielleicht werde ich deinen Namen nie erfahren, ob du verheiratet warst, Kinder hattest, Enkel hattest.. Wenn dem so war, hat du der nächsten Generation und der darauf folgenden weiteres Gift hinzugefügt. Und die Ironie ist, dass du wahrscheinlich herausfinden wirst, dass der Himmel Terroristen nicht annähernd so willkommen heißt, wie man dir weisgemacht hat.

Oh, CNN und Reuters werden über die Palästinenserin schreiben, die heute von Israelis erschossen wurde. Sie werden weit unten in dem Artikel eine Zeile hinzufügen, dass du ein Messer gezogen hast. Du wirst der Statistik hinzugefügt – den Terroranschlägen des Zählers in Israel. Aber mal ehrlich, nach mehr als 300 Anschläge in den letzten Monaten wird einer, bei dem glücklicherweise niemand verletzt wurde, liegt deiner sehr weit hinten.

Was wir hier also haben, liebe Palästinenserin, ist ein vergeudeter Tod eines vergeudeten Lebens.

Wacht auf und zählt mal Eins und Eins zusammen

Dies ist nicht die erste akademische Diskussion über Moral und Ethik*

Dr. Mordechai Kedar, Israel National News, 6. November 2015

In Israel findet ein erbitterter Streit über die explosive Frage statt, ob der Öffentlichkeit erlaubt werden soll das Recht in die eigene Hand zu nehmen, wenn sie mit einem Terroristen konfrontiert ist, der gerade auf einen Juden eingestochen hat. Es gibt keinen Streit über die Zulässigkeit einen Terroristen zu töten, bevor er jemanden angegriffen hat, wenn es der einzige Weg zu sein scheint ihn davon abzuhalten seinen Plan auszuführen. Das Dilemma dreht sich darum, ob es zulässig ist einen Terroristen zu töten, nachdem er auf jemanden eingestochen hat. Auch hier geht es nicht darum ihn zu töten, wenn er in der Lage ist seinen Mordversuch fortzusetzen; in diesem Fall, stimmen alle überein, muss er umgehend eliminiert werden.

Das Problem entsteht, wenn ein Terrorist neutralisiert ist, auf dem Boden liegt, möglicherweise verwundet oder mit Handschellen gefesselt und nicht in der Lage ist aufzustehen und weitere Menschen zu verletzen. Kann ihn physisch anzugreifen und gar seinen Tod zu verursachen gebilligt werden oder hat er, einmal neutralisiert, Anspruch auf Schutz vor spontaner Vergeltung, auf medizinische Versorgung und ein faires Gerichtsverfahren, in dem seine Strafe festgelegt wird?

Die Antwort auf diese Frage hängt von den Auffassungen ab, die die Person hat, an die sie gerichtet wird. Bezeichnenderweise muss die Debatte auf die Grundlage der Schlussfolgerungen gestellt werden, die aus dem Studium des israelischen Rechts- und moralischen Systems erzielt werden; das spiegelt ein Land, das vom Recht bestimmt wird, in dem auch ein Krimineller das Recht auf ein ordentliches Gerichtsverfahren hat – oder sollte die Debatte auf die Tatsache gegründet sein, dass die Täter nicht Teil der israelischen Normativität sind, die moralischen Standards Israels nicht akzeptieren und sie wahrscheinlich zusammen mit dem gesamten Staat vernichten würden, so dass es keinen logischen Grund dafür gibt, dass das System ihn schützt.

Mit anderen Worten: Sollte die Debatte um die „Lynch-Frage“ von den Rechtsprinzipien geleitet werden, die der israelischen Gesellschaft dienen? Oder sollten wir die Frage vom Standpunkt des Angreifers, seiner Gesellschaft und den Normen aus betrachtet werden, nach denen er lebt? Und vergessen Sie nicht, dass, während dieser Streit tobt, andere, drängenderer Fragen den Israelis keine Ruhepause bieten: Wie kann der nächste Anschlag verhindert werden und wie kann der nächste Terrorist davon abgehalten werden im Versuch sie zu ermorden sogar auf 80-jährige Juden einzustechen?

Viele linke Israelis nutzen juristische und moralische Argumente, die ausschließlich moderner, liberaler und säkularer israelische Erfahrung entstammen. Dies ist die Haltung, die von Professor Mosche Negbi in einem Artikel in Ha’aretz (3. November 2015) verfochten wurde; er lehrt an der Hebräischen Universität und ist juristischer Kommentator für den Radiosender Voice of Israel.

Ein kurzer Blick auf die Überschrift des Artikels – Die Lynchkultur der extremen Rechten – reicht aus, um seine Empfindungen zum Thema herauszufinden. Gemäß seiner Auffassung (oder der des für das Schreiben der Schlagzeilen zuständigen Redakteurs) ist Terroristen zu verletzen keine emotionale Reaktion auf einen Vorfall, bei dem ein Terrorist gerade auf einen Juden eingestochen hat, sondern Teil eines „kulturellen Musters“, ein Hinweis auf etwas Genetisches, das in der Zusammensetzung eines rechten Extremisten verwurzelt ist, ihn bei jedem Schritt leitet. Seiner Meinung nach sind rechte Extremisten Leute, deren gesamte Kultur eine des Lynchens ist, Leute, die ihre Zeit damit verbringen nach jemandem zu suchen, den sie lynchen können.

Negbi nannte sie „einen unkontrollierten Mob“, dessen „kriminelle Ansichten“ die Hallen der Regierung und der Sicherheitseinrichtungen infiltriert haben und „unangreifbarer Beweis für die zunehmende Bestialität Israels“ bieten.

„Palästinensisches Blut ist nicht das einzige Blut, das zu vergießen erlaubt wird. Das gleiche gilt für das Blut eines jeden, der versucht Israels Rückentwicklung von einem gesetzestreuen in einen gesetzlosen Lnychstaat zu stoppen“, behauptet er. Professor Negbi fährt damit fort Richter und Akademiker zu zitieren, die vernichtende Kritiken über Mitglieder der IDF der Sicherheitskräfte geschrieben haben, die gegen das Gesetz verstießen, als sie ihre Aufträge ausführten – und die von der Justiz dafür bestraft wurden.

Ähnliche Ansichten wurden von Adi Meiri vom Radiosender Reshet Bet in ihrer regelmäßigen Sendung „Alles Gerede“ vom 3. November zum Ausdruck gebracht. Das Problem all dieser Schreiber und Radiosprecher ist, dass sie die Messerstecher-Terrorfrage durch die rosarote Brille der linken, modernen israelischen Kultur analysieren. Diese Kultur ist eine, die darauf besteht, dass jeder Bürger und jedes Mitglied der Sicherheitskräfte verpflichtet ist Selbstkontrolle, Zurückhaltung und Verhältnismäßigkeit zu üben, selbst wenn das bedeutet sich und andere mit dem eigenen Körper vor Kriminellen zu schützen, die darauf aus sind Verletzungen zuzufügen. Sie gehen mit dem terroristischen Messerstecher und Mörder um, als sei er Mitglied einer zivilisierten Gesellschaft, der leider vom richtigen Weg abgewichen ist, aber Anrecht auf allen Schutz hat, den das Gesetz jedem Kriminellen von dem Moment an bietet, in dem er aufhört eine unmittelbare und offensichtliche Gefahr für andere darzustellen.

Was Negbi, Meiri und ihre Freunde motiviert, ist das moralische Ethos, das für sich den Anspruch erhebt, dass der jüdische Staat an einen ethischen Kodex gebunden ist, der uns verbietet gewalttätig gegen jemanden zu handeln, der keine greifbare und unmittelbare Gefahr darstellt, selbst wenn er uns weniger als eine Minute zuvor in Mordabsicht auf uns einstach. Dieser moralistische Ansatz ist im israelischen Gesetz und diversen Gerichtsentscheidungen zu finden. Das Prinzip dahinter ist, dass wir nicht so handeln, wie es unsere Feinde tun, wir sinken nicht auf ihr Niveau hinab – weil wir besser als sie sind. Riecht diese Herangehensweise nach hochmütiger Arroganz?

Ein weiteres „nebensächliches“ Detail, das es wert ist erwähnt zu werden: Unsere rechtlichen und moralischen Dilemmata machen auf unsere Feinde nicht den geringsten Eindruck; sie nutzten schlicht die Tatsache aus, dass wir ihnen erlauben frei und unkontrolliert mitten unter uns herumzulaufen, was ihnen die Möglichkeit schafft zu jedem beliebigen Zeitpunkt geschärfte Messer aus ihren Taschen zu ziehen und uns abzuschlachten.

Folgt man dem Ansatz unserer Feinde zur Lage, haben Juden absolut kein Recht in diesem Land zu leben, nicht einmal in Tel Aviv, denn sie sind Eroberer des islamischen Staats Palästina, der allein den Muslimen gehört. Wir haben kein Recht auf Unabhängigkeit oder Souveränität, weil Juden verpflichtet sind unter der Scharia, dem islamischen Recht, zu leben – als unterwürfige Dhimmis. Schützen wir uns, brechen wir das Gesetz des islamischen Schutzes und verdienen es abgeschlachtet zu werden.

Der durchschnittliche Messerstecher weiß, dass er im Fall, dass man ihn fasst, ins Gefängnis gesteckt wird, wo er für den Erwerb eines akademischen Grades studieren kann, dass er innerhalb von ein paar Jahren gegen einen israelischen Soldaten oder Bürger ausgetauscht werden wird, der extra zum Zweck den terroristischen Mörder freizupressen entführt wurde; und dass seine Familie während seiner Haft von der PA eine großzügige Geldsumme erhalten wird (deren Quelle der amerikanische Steuerzahler ist). Das alles zusätzlich zur großen Ehre, die seine Familie genießen wird, egal ob er getötet wird oder nicht. Wird er getötet, wird eine Schule nach ihm benannt werden, in der Kinder ein „Erbe“ lernen werden; und möglicherweise wird eine Straße oder sogar eine Organisation mit seinem Namen den Geist des antiisraelischen Jihad in der Welt verbreiten.

Der Messerstecher wird von denselben Anliegen motiviert, die Haddsch Amin al-Husseini, den Großmufti von Jerusalem, ermutigten sich an der Vernichtung des europäischen Judentums in den 1940-er Jahren zu beteiligen. Ein Muslim, der loszieht, um einen Juden abzustechen, weiß, dass ihn im Paradies eine Belohnung erwartet, wenn er vor, während oder nach der Tat getötet wird. Unsere moralischen Bedenken interessieren ihn nicht im Geringsten, aber im ungünstigsten Fall werden sie der Grund sein, dass er vor der Wut der vor Ort um ihn herum Stehenden geschützt werden. Er verlässt sich auf das israelische Recht und Israels Polizei ihn vor der Vergeltung der Menge zu schützen und ist sicher, dass er überleben wird, um weitere Juden abzustechen, nachdem er bei einem Gefangenenaustausch befreit wird.

So arbeitet die israelische Moral gegen Israel und seine Bürger, paralysiert die israelische Abschreckung und ermutigt die Terroristen Israelis abzustechen. Die Messerstecher sind in einer Win-Win-Situation, da israelisches Recht und Moral ihnen Immunität vor sofortiger Bestrafung durch die Umstehenden gewährt, die Zeugen ihres terroristischen Tuns sind. Es stellt sich heraus, dass diejenigen, die ständig Lektionen über Moral von sich geben, sich eigentlich unmoralisch verhalten, indem sie Terror und Mord begünstigen. Es ist faszinierend einen Jura-Professor zu sehen, der unverhohlen Terror fördert.

So fesselt sich Israel seine Hände selbst und macht es schwieriger effektiv auf Terror zu reagieren. Israel hat seine Fähigkeit verloren terroristische Mörder abzuschrecken, weil sie das Gefühl von Immunität haben. Es sollte selbstverständlich sein, dass jeder Terrorist, der ein Messer in die Hand nimmt, um auf einen Juden einzustechen, weiß, dass er nicht lebend nach Hause zurückkehren wird, dass er entweder von Sicherheitspersonal oder von den Menschen getötet wird, die Zeugen seines Tuns sind. Ist die Zeit, in der Muslime jüdisches Blut als billig ansahen, nicht vorbei? Israel hat keine Wahl, es muss seine Fähigkeit Terroristen abzuschrecken, wieder herstellen.

Sowohl die Linke als auch die Rechte muss daran denken, dass dies der Nahe Osten ist. Frieden ist in dieser Region nicht das Los derer, die unbeirrt westlichen Gebräuchen, Gesetzen und Ethik folgen. Wer Erfolg hat, überzeugt seine Feinde, dass er unüberwindbar ist und dass sie ihn zu ihrem eigenen Besten lieber in Ruhe lassen sollten; so jemand hat die Chance Frieden zu erreichen.

Jeder, der das nicht begreift oder es nicht begreifen will, ist von der Realität abgeschnitten. Ich schlage vor, dass er zu seinem eigenen Besten aufwacht und Eins und Eins zusammenzählt, bevor das Schlachterbeil ihm den Kopf vom Körper trennt – und ich betreibe hier nicht einfach Panikmache.

Für den Fall, dass dieses Szenario eintritt, wird es ihm irgendwie eine Hilfe sein, dass er eine moralische Person ist?

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Anmerkung heplev: Und darum sollte es sich bei diesem Text handeln – er sollte Anlass für offene Diskussion sein. Der Artikel soll zum Nachdenken anregen. Ich persönlich glaube, dass es nicht gestattet werden darf einen Täter, der sich nicht mehr wehren kann, zu töten. Dann wäre es besser die Todesstrafe wieder einzuführen und ihn vor Gericht zu stellen. Wenn man den Menschen erlaubt (inzwischen wehrlose) Täter zu lynchen, gibt es die Gefahr, dass die Gesellschaft tatsächlich abgleitet.

Sie steckten sie in eine Gaskammer

Paula R. Stern, PaulaSays, 16. Mai 2014

Wie viele Israelis arbeite ich in der Hi-Tech-Welt. Immer mehr gibt es immer weniger Cyber-Grenzen. In Minuten überbrücken wir die Kluft tausender Kilometer, um uns mit jemandem in Indien, Island, den USA oder Deutschland hinzusetzen und plaudern.

Als der Hi-Tech-Boom 2001 platzte, entließ eine Firma in Israel fast ihr gesamtes Personal … und stellte mich ein. Seitdem arbeite ich dort. Irgendwann kauften sie eine Firma in den USA, die Ähnliches machte; durch den Zusammenschluss hofften sie die technologischen Angebote der neuen, größeren Firma auszubauen und zu bereichern. Ich wurde damit beauftragt an ihren Dokumentationen zu arbeiten und fügte das meinem bestehenden Verantwortungsbereich hinzu. Wenn nötig, holte ich zusätzliche Hilfe; ansonsten bin ich ihr Dokumentationsteam. Etwas später kauften sie eine Firma in Island, eine weitere in den USA und eine in Deutschland.

Meine Schwiegermutter war ein Teenager, als die Nazis in ihre kleine Stadt an der Grenze zwischen Ungarn und der Tschechoslowakei kamen. Zuerst nahmen sie ihren ältesten Bruder und seine frisch angetraute Frau mit. Dann kamen sie wieder und holten den Rest. Sie ermordeten ihre Großeltern, Onkel und Tanten. Sie ermordeten ihren Vater, ihre Mutter, eine jüngere Schwester und einen zweiten Bruder.

Sie steckten sie und ihre Schwester in eine Gaskammer und schlossen die Tür… Sekunden müssen wie eine Ewigkeit erschienen sein, als sie dort nackt im Dunkeln standen. Und dann … öffneten die Nazi-Wächter die Tür, weil sie ein paar weitere Frauen für einen Arbeitstrupp brauchten und sie und ihre Schwester wurden herausgezogen. Die Zurückgebliebenen wurden Teil der sechs Millionen.

Wenn High-Tech-Firmen fusionieren, muss man die Stärken jeder der Firmen evaluieren. Was wird wo gemacht – und muss es zweimal gemacht werden? Offenbar bin ich die einsame technische Autorin und treffe daher nicht nur mit israelischen Ingenieuren zusammen, sondern mit Teams in weit entfernten Ländern. Das ist eigentlich ziemlich cool. Ich gehe in einen von drei Videokonferenz-Räumen, betrete einen gemeinsamen Tagungsraum und habe ein Treffen mit jemandem in einer anderen Zeitzone. Wir sitzen überall in der Welt, wie Menschen früher an einem Tisch saßen. Keine Verzögerungen, keine Unterbrechungen.

Er kann seinen Bildschirm teilen, damit ich sehen kann, woran er arbeitet; ich kann meinen teilen. Wir hören, wir sehen, wir reden. Wir planen die Woche, diskutieren über die Firma, welche Dokumente benötigt werden, den Gesamtfluss der Informationen und die ständige Notwendigkeit die Kommunikation zwischen den Abteilungen Entwicklung und Dokumentation zu verbessern. Manchmal sprechen wir über einen anstehenden Feiertag, wenn der eine oder andere nicht da sein wird. Je mehr er mit seinem angenehmen und ruhigen deutschen Akzent spricht, desto mehr denkt ein Gehirn auf Hebräisch. Ich zwinge mich nur Englisch zu sprechen – das ist ganz schön seltsam, weil Englisch die Sprache meiner Geburt ist, aber nicht die meines Herzens. Ich kann Dinge in Englisch ausdrücken, die mir auf Hebräisch nicht gelingen, einfach weil Englisch meine Muttersprache bleibt. Doch in diesen Momenten, wenn ich merke, das Hebräisch einfach nicht nutzbar ist, ist es Hebräisch, das meinen Verstand füllt.

Sie steckten sie in eine Gaskammer; diese sanfte Frau, die nie jemandem weh getan hatte. Und als sie aus dem Krieg kam, kam sie zurück, um eine Schwester und einen Bruder und einen Cousin vorzufinden, der ihr Ehemann wurde. Ein paar weitere Cousins kamen wieder – eine junge Generation, der die Grundlagen gestohlen worden waren. Sie waren eine Gruppe junger Leute – höchstens in ihren frühen Zwanzigern, aber sie waren alles, was ihnen an Familie geblieben war. Er kaufte ein Haus, in dem sie alle leben konnten; und als sie sagte, es sei an der Zeit, dass sie weiterzieht und Arbeit findet, stellte er sie an, damit sie sein großes Haus putzte und warnte dann in aller Stille jeden davor nur ja keine Schweinerei anzurichten, damit sie nicht so schwer arbeiten musste. Sie zogen nach Amerika, weil es das einzige Land war, das ihnen allen Visa gab; und sie brachten ihre vier Kinder auf die Welt. Und wenn diese, wie sie, ein wenig vernarbt waren, dann war es nicht ihre Schuld. Wie konnte sie keine Narben haben? Wie konnten sie keine Narben haben?

Er ist sehr höflich, sehr intelligent, sehr praktisch veranlagt und sehr sensibel, was die Bedürfnisse der Firma angeht. Es ist ein Vergnügen mit jemandem zu arbeiten, der wertschätzt, was ich mache und den Nutzen davon erkennt. Technisches Schreiben ist eine exakte Fertigkeit. Fehler und Unstimmigkeiten verwirren den Nutzer. Er schätzt das, wohingegen die meisten es als etwas extrem und absurd ansehen.

Darüber hinaus schätzt er das Wissen, das ich auf diesem Gebiet im Verlauf der letzen zwei Jahrzehnte angesammelt habe. Ich frage nach einem Upgrade und habe das Gefühl erklären zu müssen, warum der Kauf der neuesten Version eines Software-Entwicklungswerkzeugs meine Arbeit einfacher und effektiver machen wird. Innerhalb von Minuten sorgt er dafür, dass der Kauf genehmigt wird. Er ist für einen technischen Schreiber ein Traum mit ihm zu arbeiten und er spricht mit einem deutschen Akzent.

Es ist 70 Jahre her… 70 Jahre, seit sie sie in die Gaskammer steckten. Sie starb vor 19 Jahren. Sie erlebte, dass sie meine drei Kinder sehen und im Arm halten konnte; meine jüngste Tochter hat ihren Namen, ihre Grazie und sogar ihre Augen. Meine Tochter, alle meine Kinder, leben in einer Welt, die enorm weit von der entfernt ist, in die meine Schwiegermutter geboren wurde. Niemals, nicht in einer Million Jahre, könnte ein Hitler heute tun, was damals getan wurde. Nicht, weil er es nicht versuchen würde, sondern weil wir ihn nicht lassen würden. Die Stärke unserer Armee, unserer Söhne, steht, fliegt, bewacht und befährt das Meer für uns alle.

All die Jahre unserer Ehe habe ich nichts „Made in Germany“ gekauft. Die Leute sagen, ich bestrafe die Falschen; dass das heutige Deutschland nichts falsch machte. Sie haben recht … aber ich auch. Solange meine Schweigermutter lebte, brachte ich nichts aus Deutschland in mein Haus. Wie hätte ich das tun können? Hätte ich einen deutschen Ofen gekauft? Der Gedanke macht mich krank.

Sie steckten sie in eine Gaskammer; ermordeten fast alle, die sie liebte. Sie gab ihren Kindern ihre Namen, wo ihr das möglich war. Ich nannte meinen ersten Sohn nach ihrem älteren Bruder; meinen zweiten Sohn nach dem jüngeren Bruder meines Schwiegervaters, der auch ermordet wurde.

Warum sollte das heutige Deutschland verantwortlich gemacht werden? Zweifelsohne sollte man es nicht tun. Warum sollten sie für die Wunden Narben erhalten, die ihre Großeltern und Urgroßeltern zufügten?

Ah, hier ist endlich die Frage. Warum sollten sie Narben bekommen? Meine Kinder wissen, woher ihre Namen kommen; wissen, was ihrer Großmutter angetan wurde. Wir reden noch nicht von vielen Generationen zurückliegenden Verwandten – wir reden von ihrer Großmutter. Mein Mann kannte die Liebe von Großeltern nie, weil die Nazis alle vier ermordeten, lange bevor er geboren wurde.

Und dieser Mann, den ich jede Woche treffe, spricht mit demselben Akzent. Und in dieser Welt, die so weit von meiner Arbeit entfernt ist, kann ich zugeben, dass es für mich schwierig ist. Schwierig seinen Akzent zu hören. Es ist nicht sein Fehler; aber meiner ist es auch nicht.

Eine der israelischen Managerinnen flog zu einem Treffen nach Deutschland. Während freundlicher Diskussionen fragte einer der Deutschen sie, was Israel im Gazastreifen macht und sagte, es sei falsch, dass Israel dort Konzentrationslager schafft. Ich fragte sie, was sie antwortete, während in mir die Wut aufstieg. Sie sagte nichts, ignorierte den Kommentar. Ich wäre nie in der Lage gewesen solche Zurückhaltung zu zeigen.

Konzentrationslager im Gazastreifen? Nein, nicht mal annähernd. Niemand steckt Palästinenser in Gaskammern, wie meine Schwiegermutter hineingesteckt wurde. Und niemand bezahlte meinen Schwiegervater und meine Schwiegermutter für die Knochenarbeit, die zu tun sie gezwungen wurden. Man musste Sklave der Nazis sein oder sterben. Palästinenser, die für Israelis arbeiten, werden bezahlt und viele leben wie Könige in großen Häusern, haben feine Autos und mehrere Telefone am Gürtel.

Meine Schwiegermutter lebte von Zuteilungen, die sie kaum am Leben hielten; palästinensische Geschäfte sind voller Bonbons, Fleisch, Gemüse und mehr.

Wenn jemand in den Nazi-Todeslagern krank wurde, musste er weiter arbeiten und seine Krankheit verbergen, besonders die Jungen. Palästinenser, die fortschrittliche medizinische Hilfe brauchen, kommen oft zur Behandlung in israelische Krankenhäuser, besonders die Jungen.

So gehe ich jede Woche in mein Treffen und frage mich, ob das die Woche sein wird, in der mein Herz sich losreißt und fragt – warst du derjenige, der den Gazastreifen mit einem deutschen KZ gleichsetzte? War dein Großvater der Nazi, der den Großvater meines Mannes ermordete? Hast du Narben durch das, was deine Nation tat, wie meine sie von dem hat, was ihr angetan wurde? Wenn mein Mann Narben hat und meine Kinder Narben haben, warum solltest du nicht auch Narben haben?

Es ist letztlich so wie mit dem großen rosa Elefanten im Raum: Wir beenden unser Meeting, wünschen einander alles Gute. Wir lächeln, echtes Lächeln, wenn wir einander grüßen oder lachen über die jüngsten Veränderungen in der Firma. Ich mag ihn wirklich und vielleicht, wenn er nach Israel kommt, biete ich ihm an ihn herumzuführen und ihm einige der erstaunlichen Dinge zu zeigen, die wir aufgebaut haben; und während unserer Treffen höre ich seinen Worten zu und nicht seinem Akzent.

Sie steckten sie in eine Gaskammer; ermordeten fast alle, die sie liebte.