Die Nakba: Wer wollte wen vernichten?

Smadar Bat Adam, Israel HaYom, 10. Mai 2016

Am Vorabend des 68. Jahrestags der Unabhängigkeit Israels klopft die Nakba wieder ans Tor; sie ist an sich schon ein Kainsmal. Ihre Rolle besteht darin den ewigen Schmerz zu verkörpern, ihr einziger Zweck ist es anklagend mit dem Finger auf den sprießenden Staat Israel zu richten, als wollte sie sagen: Ihr habt ein Verbrechen begangen, ihr habt verzerrt, geraubt, unterdrückt. Das Land, das ihr in Beton und Zement gekleidet habt, in Gärten und Wälder, gehört dir nicht, es gehört uns; eure Existenz ist eine Katastrophe und wir werden den Schlüssel zu unserem Heim behalten, aus den wir flohen/vertrieben wurden, als Zeugnis unserer Absicht in dieses Heim zurückzukehren, aus dem ihr uns entfernt habt.

Das ist die Nakba, eine Ablehnung des Staats Israel, eine immerwährende Zurückweisung als die nationale Heimstatt des jüdischen Volks zu existieren.

In arabischer Literatur bezeichnet das Wort „Nakba“ – das gewählt wurde, um der „Katastrophe, die dem palästinensischen Volk widerfuhr“ zu gewähren, das gleiche Gewicht wie dem jüdischen Holocaust zu gewähren – eine Naturkatastrophe, etwas, das einem schweren Erdbeben oder einem gewaltigen Vulkanausbruch gleicht.

Bis zu dem Moment, an dem Constantin Zureiq, ein Professor für Nahost-Studien an der Amerikanischen Universität in Beirut, die Nakba mit der Existenz des Staates Israel in seinem Buch „The Meaning of Disaster“[1] aus dem Jahr 1948 verband. Die von den arabischen Staaten erlittene militärische Niederlage, schrieb Zureiq, ist nichts weniger als „in allem, was sie mit sich brachte, eine Katastrophe. … Sieben arabische Staaten erklären dem Zionismus im Land Israel den Krieg … veruschen ede Teilung zu negieren und den Zionismus zu besiegen, eben aber die Schlacht auf, nachdem sie einen beträchtlichen Teil des Landes verloren, selbst den Teil, der den Arabern ‚gegeben‘ wurde.“

Ein paar kurze Jahre später sollte Aref al-Aref, ein Historiker, Politiker und arabische Person des öffentlichen Lebens während des britischen Mandats im damaligen Palästina, die Nakba auf ewit mit dem palästinensischen Flüchtlingsstatus verbinden. Er schrieb in seinem Buch „The Catastrophe: The Catastrophe of Jerusalem and the Lost Paradise, 1947-1952”[2], dass „während dieses Zeitraums wir, die Araber im Allgemeinen und die Palästinenser im Besonderen, von einer Katastrophe der Art getroffen wurden, wie sie uns seit vielen Generationen nicht widerfahren ist. Unsere Heimat wurde gestohlen, wir wurden von unserem Land vertrieben und wir verloren eine große Zahl unserer Söhne und vor allem anderen wurde unsere Ehre tief verletzt.“

Kommt Ihnen das als etwas zu sehr in die Vergangenheit eingetaucht vor? Gut, spulen wir auf 2011 vor. Ein vom palästinensischen zentralen Statistikbüro verteiltes Dokument behauptete: „Die Nakba Palästinas ist der Prozess der ethnischen Säuberung, begleitet von Zerstörung und der bewaffneten und methodischen Entwurzelung eines Volkes aus seinem Land, so dass sein Platz von einem anderen Volk eingenommen werden kann … die palästinensische Nakba geschah als Teil eines genauen militärischen Plans, der von anderen umgesetzt wurde, an dem große Nationen teilhatten – und der in der immensen Tragödie endete, die dem palästinensischen Volk widerfuhr.“

Wann war Palästina das Heimatland der Palästinenser? Und was ist mit der Ablehnung des Teilungsplan der Vereinten Nationen? Oder der Ablehnung der Entscheidung der UNO den Staat Israel zu gründen? Und den folgenden Vernichtungskriegen gegen uns? Was ist mit der unablässigen Delegitimierung? Ich bin als Rassist bezeichnet worden, jemand der es hartnäckig ablehnt die Nakba zu „verstehen“. Aber das ist besser als ein Sentimentalität, die danach strebt die von ihren Feiern zu „verstehen“, in denen sie unsere Auslöschung fordern.

[1] Der Sinngehalt von Katastrophe

[2] Die Katastrophe: Die Katastrophe Jerusalems und das verlorene Paradies 1947-1952

Foto der Woche: Nein, das Foto ist überhaupt nicht gestellt (mit Update)

Elder of Ziyon, 17. Mai 2015

Eine Palästinenserin sieht am Donnerstag, vor den Gedenkfeiern zum 67. Jahrestag der „Nakba“ aus einem Fenster ihres Hauses im Flüchtlingslager Al-Schati in Gaza Stadt. (Mohammed Abed/AFP)

Ich bin sicher, dass der Fotograf nichts damit zu tun hatte, dass dieses Foto gestellt wurde. Er hat Moral!

Warum sieht ihr Haus so schlimm aus? Immerhin sieht es nicht so aus, als sei es bombardiert worden. Das Lager Schati steht unter kompletter palästinensisch-arabischer Herrschaft. Es gibt keine Knappheit an westlicher oder arabischer Finanzhilfe, um das Haus dieser armen Frau zu reparieren. Die Zeit, die nötig war, um dieses Foto zu stellen, hätte genutzt werden können, um den Fensterladen zu reparieren. Warum ist also das Fenster in einem so schlechten Zustand?

Das sind Fragen, die nicht gestellt werden, wenn der Nakba-Tag anrollt. Nein, derzeit müssen die Fotografen die Nakba illustrieren und eine alte Frau, die verlassen zu ihrem echten Haus irgendwo in Israel schaut, in einem heruntergekommenen Haus lebt, das innerhalb einer Woche leicht zu reparieren wäre, entspricht den Anforderungen.

Man erinnert sich, dass Israel schon 1979 versuchte echte Häuser für solche Leute zu bauen – und die UNO verurteilte es dafür, dass es diese verfallenen „Flüchtlings“-Lager loswerden wollte, die so nützlich für Fototermine dazu sin, wie schlecht es den palästinensischen Arabern geht.

UPDATE: Ein anderer Winkel. Ihre Finger befinden sich in genau derselben Position, aber unser Fotograf bat sie ihren Kopf ein wenig weiter ins Haus, aber nach links zu bewegen, damit er nicht so im Schatten ist.

Kein Ende einer selbst geschaffenen Tragödie

Daniel Mandel, The American Thinker, 12. Juni 2014

Mahmud Abbas’ Fatah/PA hat gerade ein Aussöhnungsabkommen mit der Hamas zementiert – der Terrorbewegung, die der Fatah 2007 den Gazastreifen abnahm und deren Charta Judenmord fordert. Die von den USA vermittelten israelisch-palästinensischen Verhandlungen sind in einer vorhersagbaren Runde an Schuldzuweisungen gescheitert. Doch die in den letzten Wochen zelebrierten Ereignisse bieten den Schlüssel für das Verständnis, weshalb solche Gespräche unvermeidlich in eine Sackgasse führen. Am 15. Mai begingen die Palästinenser das, was sie die Naqba (Arabisch für „Katastrophe“) nennen – den Tag, an dem Israel nach Ablauf der britischen Herrschaft unter einem Völkerbund-Mandat entstand.

Diese Gegenüberstellung von israelische Unabhängigkeit und Naqba ist kein Zufall. Wir sollen es so begreifen, dass Israels Gründung die Vertreibung Hunderttausener palästinensischer Araber verursachte.

Die Wahrheit sieht allerdings anders aus. Ein im letzten Jahr deklassifiziertes britisches Dokument von Anfang 1948 erzählt die Geschichte: „Die Araber haben überwältigende Niederlagen erlitten … Jüdische Siege … haben die arabische Moral auf Null reduziert und sie folgen dem feigen Beispiel ihrer unfähigen Führer und fliehen zu Tausenden aus den gemischten Gebieten.“

Mit anderen Worten: Juden und Araber, einschließlich irregulärer Auslandsmilizen aus Nachbarstaaten, befanden sich bereits im Krieg und Araber flohen, noch bevor Israel am 15. Mai 1948 in Souveränität entstand.

Damit besteht das, was heute die Naqba genannt wird, nicht aus gewalttätiger israelische Vertreibung von Arabern, sondern aus benachbarten arabischen Armeen und interne palästinensischen Milizen, die auf Israels Unabhängigkeitserklärung und den Abzug der Briten mit Feindseligkeiten in großem Stil antworteten. Tel Aviv wurde aus der Luft bombardiert und der Kopf der provisorischen israelischen Regierung, David Ben-Gurion, hielt aus einem Luftschutzbunker seine erste Radioansprache an die Nation.

Israel hielt der Invasion und der Verstümmelung – dem allgemein bestätigten Ziel der arabischen Kriegsteilnehmer – stand und die Palästinenser gingen als am schlimmsten geschädigte aus dem gesamten Projekt hervor. Am Ende des Krieges lebten 600.000 Palästinenser als Flüchtlinge unter benachbarten arabischen Regimen. Neulich formulierte es Abudlateef Al-Mulhim in Arab News so: „Es war eine Niederlage, aber die Araber entschlossen sich es eine Katastrophe zu nennen.“

Entsprechend irreführend ist der Begriff Naqba. Tatsächlich riecht er nach Lüge, weil er eine von anderen zugefügte Tragödie impliziert. Die Tragödie war natürlich selbst zugefügt. Israels UNO-Botschafter Abba Eban drückte es einige Jahre später so aus: „Ermittelt man erst einmal die Verantwortung für diesen Krieg, dann hat man die Verantwortung für das Flüchtlingsproblem festgestellt. Nichts in der Geschichte unserer Generation ist klarer oder weniger kontrovers als die Initiative der arabischen Regierungen für den Konflikt, aus dem die Flüchtlingstragödie entstand.“

Die Palästinenser jedoch trauern heute nicht wegen der schlecht durchdachten Wahl in den Krieg zu ziehen, um Israel abzutreiben. Sie trauen nur darüber, dass sie scheiterten.

Das läuft historischer Erfahrung mit desaströsen Niederlagen zuwider. Die Deutschen betrauern heute ihre Verluste im Zweiten Weltkrieg – aber nicht indem sie ihren Einfall in Polen rühmen und ihre Versuch Europa zu unterjoche rechtfertigen. Sie verherrlichen die Nazi-Aggression nicht.

Die Japaner betrauern ihre Verluste im Zweiten Weltkrieg – aber nicht, indem sie ihren Angriff auf Pearl Harbor und ihren Versuch Südostasien zu unterjochen preisen. Sie verherrlichen den japanischen Imperialismus nicht.

Schon die Existenz der Naqba-Gedenkfeiern ist daher auf eine Weise lehrreich, die wenige begreifen. Sie informiert uns darüber, dass die Palästinenser die Tatsache nicht eingestehen – wie es die Deutschen und Japaner gemacht haben – dass sie als direktes Ergebnis ihrer Bemühungen Täter zu sein Opfer wurden. Sie informiert uns, dass die Palästinenser heute immer noch gerne Erfolg mit dem hätten, mit dem sie damals so jämmerlich scheiterten. Und sie informiert uns darüber, dass sie keine Verantwortung für ihre eigene missliche Lage übernehmen, die bis heute aufgrund ihres eigenen Beharrens darauf auf einzigartige Weise beibehalten wird.

Wenn Leser das bezweifeln, denken Sie bitte über die folgende kurze Darstellung nach: Im Januar 2011 bot John Manley, der damalige Außenminister in Jean Chretiens kanadischer Regierung, den palästinensischen Flüchtlingen und ihren Nachkommen ein Willkommen in Kanada an. Die palästinensische Antwort? Mr. Manley wurde als Puppe von palästinensischen Randalierern in Nablus verbrannt und der palästinensische Abgeordnete Hussam Khader von der Fatah – nicht der Hamas oder einer der anderen islamistischen Gruppen – erklärte: „Wenn es Kanada mit der Umsiedlung ernst ist, dann können Sie militärische Angriffe in Ottawa oder Montreal erwarten.“ Ein ähnliches Angebot des damaligen australischen Einwanderungsministers Philip Ruddock erhielt ebenfalls eine drohende palästinensische Erwiderung.

Warum diese erstaunliche Reaktion eines offiziellen Regierungsvertreters auf ein Angebot zu Flüchtlingshilfe? Weil die Gründung eines Palästinenserstaates und die Neuansiedlung der Flüchtlinge und ihrer Nachkommen im Land oder im Ausland jegliche international akzeptierten Begründungen für den Konflikt beseitigen würde. Das ist der Grund, warum Hilfe bei der Lösung des palästinensischen Flüchtlingsproblems als feindlicher Akt betrachtet wird – und zwar von den Palästinensern.

Naqba-Gedenkveranstaltungen verraten, dass es in dem Konflikt um Israels Existenz geht – nicht um Territorium, Grenzen, heilige Orte, Flüchtlinge oder irgendeine Aufstellung von Einzelheiten.

Wenn die Palästinenser akzeptieren, dass Israel von Dauer ist, wird die Möglichkeit des Endes des Konflikts in Sicht kommen. In der Zwischenzeit kann verantwortliches Regieren von Naqba-Gedenkveranstaltungen abhalten – statt sie als harmlosen Ausdruck nationalen Verlustes oder nationaler Trauer zu behandeln – als einen kleinen Schritt darauf hin diesen Tag näher zu bringen.

Ein Wendepunkt im arabisch-israelischen Konflikt?

von Daniel Pipes, 15. Mai 2011
Englischer Originaltext: A Turning Point in the Arab-Israeli Conflict?
Übersetzung: H. Eiteneier

Vor einigen Wochen sagte ich voraus, dass die arabischen Unruhen die Palästinenser dazu inspirieren könnte „die anderen in der Region nach[zu]ahmen, indem sie von der Führung von Krieg und Terrorismus zugunsten nicht gewalttätigem politischen Handeln abgehen. Dazu könnte massive nicht gewalttätige Demonstrationen gehören, wie gegen israelische Städte, Grenzen und Kontrollpunkte zu marschieren.“

Wie aufs Stichwort fanden an dem, was die Palästinenser „Nakba-Tag“ nennen, der Ablehnung der Unabhängigkeit Israels am 15. Mai 1948, heute koordinierte und nie da gewesene Massenaktivitäten statt. Eine Schlagzeile der New York Times fasst die Ereignisse treffend zusammen: „Israel gerät an vier Grenzen mit Protestlern aneinander.“ Diese vier Grenzen sind die zum Libanon, Syrien der Westbank und dem Gazastreifen.

Aus diesen vier sticht die Demonstration auf den normalerweise friedlichen Golanhöhen heraus. Nach Angaben von Joel Greenberg von der Washington Post

Der ernsteste Vorfall fand an der Grenze zwischen Syrien und den besetzen Golanhöhen statt; dort versammelten sich Tausende Demonstranten auf der syrischen Seite und Hunderte fluteten in das von Israel gehaltene Territorium, nachdem sie den Grenzzaun einebneten. Jede Menge Menschen begaben sich in das [von Israel kontrollierte] Drusendorf Majdal Shams, versammelten sich auf den Platz im Zentrum, wo sie die palästinensische Flagge hissten.

Aber weil die Palästinenser Palästinenser sind, konnten sie dem Rückgriff auf Gewalt nicht widerstehen, womit sie vielleicht die gesamten Anstrengungen untergruben. Nach Angaben eines Berichts in Yedi’ot Aharonot trampelten die Syrer den Grenzzaun nieder, schleuderten Steine auf israelische Soldaten, verletzten zehn und verließen Israel am frühen Abend mit Rufen „Wir kommen wieder“, dem Dorfbewohner Applaus spendeten.

Syrische Untertanen, die ohne israelische Erlaubnis massenhaft die Grenze auf den Golanhöhen überquerten, hat es (nach allem, was ich weiß) bisher nie gegeben. Und natürlich ist im totalitären Syrien diese Art von Vorkommnis die Genehmigung durch die Regierung benötigen. Man kann diese Proteste zwar dem Wunsch in Damaskus zuschreiben die Aufmerksamkeit von seinen internen Problemen abzulenken, aber sie passen auch ins größere Bild.

Danny Danon, ein führender Likud-Politiker, stellte die Herausforderung von vier Seiten als eine Übung für September dar; für dann erwartet die Palästinensische Autonomiebehörde, dass die UNO-Vollversammlung einen souveränen Staat „Palästina“ erklärt. Ich gehe weiter und sage voraus, dass dieses Zwischending aus zivilem Ungehorsam und Gewalt auf niedriger Ebene für einige Zeit zur Lieblingstaktik der Palästinenser wird. Ich sage auch voraus, dass dies fehlschlagen wird, wenn es, wie heute, Tote gibt. Aber die Taktik kann Israel auch richtig Schaden, wenn die Führung es schafft die Menschenmengen gewaltfrei zu halten.

Syrische Staatsbürger führen palästinensische und syrische Flaggen mit, als sie sich der Grenze zu Israel nähern.

Etwas Neues: Syrer klettern am 15. Mai über den Grenzzaun, um auf die Golanhöhen zu gelangen.

Israelische Soldaten auf der Hut vor dem unvorhersehbaren Zustrom.