Ein Vorzeige-Jude für die Vernichtung Israels

Eine Pappnase hat ein „revolutionäres“ Buch geschrieben. Mit Inhalten, die angeblich erstmals die wahre Geschichte von 1948 geschildert wird. Mutig soll der Mann sein. Ein Tabubrecher. Einziger, der die Wahrheit sagt. Dass er mitsamt einem Trupp gleichgesinnter „Tabubrecher“ seit Jahren dasselbe Mantra trommelt und im Westen wie bei den üblichen Israelvernichtungs-Predigern aus dem arabisch-islamischen Raum deswegen hoch angesehen ist und als Musterjude vorgezeigt wird, spielt für die Jubel-Goys keine Rolle. Nun, das ist Werbung, da wird gelogen, dass die Schwarte kracht. Sonst kann man nichts absetzen – wobei antiisraelisches und antichristliches Geschreibsel eigentlich immer ein Selbstläufer ist, aber was soll’s.

Und so hat die Pappnase dann eben jedem und allen Interviews gegeben, die von ihm wissen wollten, was es mit dem Buch so auf sich hat – halt, nein: Sie wollen nur ihre antisemitischen Lügen bestätigt bekommen, aber das ficht den mutigen Einzelkämpfer nicht an. Ergo findet sich im Vorspann zu dem Interview mit einem neonazistischen Kampfblatt das wieder, was Pappe in Grundzügen denkt:

Im damaligen britischen Mandatsgebiet Palästina rief der „Jüdische Nationalrat“ am 14. Mai 1948 völkerrechtswidrig die einseitige Unabhängigkeit aus.

Wieso völkerrechtswidrig? Weil die Heil-Hitler-Trupps von Hadsch Amin al-Husseini nicht einverstanden waren? Oder die übrigen „Treibt die Juden ins Meer“-Brüllhansel?
Die Briten waren an diesem Tag raus aus dem Mandat. Es bestand ein Macht-Vakuum, das sich vorher schon breit machte und dazu führte, dass die Judenmörder des Mufti an allen Ecken und Enden frei schalten und walten (sprich: morden und plündern) konnten, wo sich die Juden nicht wehrten.
Was hätten die Juden also tun sollen? Sich an die Straßen stellen, „Heil Hadsch Amin!“ brüllen und den Massen- und Völkermördern des Muftis den Hals bieten, damit die nicht so viel Mühe bei der Fortsetzung der Endlösung haben?

Gleichzeitig wurde damit begonnen, große Teile der einheimischen arabischen Mehrheitsbevölkerung zu vertreiben.

Ja klar, anders geht’s nicht. Dass die meisten Araber das Land verließen, um den siegreichen arabischen Armeen nicht im Weg zu sein oder nach dem schnellen arabischen Sieg ggf. auch nicht als Verräter und Kollaborateure umgebracht zu werden, gilt nicht. Fakten dürfen nicht im Weg stehen – schon gar nicht solche, wie dass ein riesiger Teil der arabischen Bevölkerung seine Heime verließ, ohne einen jüdischen Bewaffneten auch nur gesehen zu haben. Aber was will man erwarten von einem, der selbst nach bewiesenem Betrug dem Betrüger immer noch die Stange hält und ihn als Opfer sieht, nachdem er Interviews mit (arabischen!) Zeitzeugen fälschte, um für seine Doktorarbeit das „richtige“ Bild der mordenden und vertreibenden Juden hinzubekommen? Dass ausgerechnet so einer die Vertreibungen und Massenmorde der aufgehetzten Husseini-Araber in die Diskussion einbringt? Das ist wohl zu viel verlangt, denn es würde das schlechte Licht auf die „falsche“ Seite werfen.

Dasselbe Schicksal widerfuhr auch der deutschen Minderheit, die bereits zwischen 1939 und 1948 von der britischen Mandatsverwaltung systematisch nach Australien zwangsumgesiedelt wurde.

Klar, jetzt muss die Schicksalsgemeinschaft beschworen werden. Vielleicht sollte man hier aber doch darauf hinweisen, dass es in den Reihen der Templer eine Besorgnis erregende Nähe zum Nationalsozialismus gab. Abgesehen davon war es nicht unüblich, dass „Volksdeutsche“ in Territorien unter alliierter Kontrolle aus als kritisch wichtig angesehenen Gegenden entfernt wurden. Das Risiko wurde als zu groß eingeschätzt.

Die Ereignisse von 1948, die erstmals vom israelischen Historiker Prof. Dr. Ilan Pappé umfassend beschrieben wurden, läuteten das Ende der Ära eines liberalen Islam ein und sind die Wurzel des noch immer andauernden Nahostkonflikts.

Aha, die „Ereignisse von 1948“ sind bisher nicht umfassend beschrieben worden. „Umgeschrieben“ wäre wohl die bessere Bezeichnung, wie die „neuen Historiker“ immer wieder bewiesen haben. Besonders „schön“ ist aber die Behauptung, dass mit 1948 das „Ende der Ära eines liberalen Islam“ „eingeläutet“ wurde. Alles vorher wird ausgeblendet, die Geschichte fängt erst 1948 an (höchstens der Holocaust kommt noch ins Spiel, wenn man den Israelis vorwirft, dass die „Palästinenser“ seine wahren Opfer sind). Dass Hadsch Amin eine Anhänger seit den frühen 1920-er Jahren einen Terrorkrieg gegen die Juden und gegen jeden Araber, der nicht auf seiner Seite mitzog, führte, das muss ignoriert werden, damit das ideologische Bild stimmt. Dass der Vernichtungskrieg gegen die Juden in „Palästina“ spätestens seit dem Teilungsbeschluss der UNO in seine heiße Phase ging und lange vor Mai 1948 im Gang war – geschenkt, das braucht der hysterische Scheinhistoriker nicht, denn das spräche ja nicht gegen die Juden.

Im Gespräch mit Erhard Düvel von der National-Zeitung meinte der Autor, dass der 14. Mai 1948 für die Völkergemeinschaft kein Grund zum Feiern sei.

Und hier entblößt sich, wes Geistes Kind der Vertreter dieser oben angeführten Meinungen ist. Die neonazistische Nationalzeitung ist mit ihren Ansichten voll kompatibel mit dem sich links gebenden jüdischen Antisemiten, der geschichtliche Wahrheit nicht über Fakten und Dokumenten vor allem auch der jeweiligen Zeit definiert, sondern über das, was heute von Arabern über diese Zeit erzählt wird.

Darauf aufmerksam gemacht, dass ein Interview mit ihm in dieser rechtsextremen Zeitung erschien, verschickte die Pappnase eilends elektronische Rundschreiben, um allen Interessierten und Uninteressierten mitzuteilen, dass er diesen Leuten natürlich niemals ein Interview gegeben hätte, hätte er gewusst, mit wem er sich da unterhält. Seine Ideologie und Haltung, behauptete er, stünden in völligem Gegensatz zu dem, was diese Zeitung repräsentiere.

Diese Mail ließ die Schreiberin des ersten Hinweises eine Frage schreiben:
Das führt aber nicht dazu, dass Sie darüber nachdenken, warum Zeitungen wie diese Ihre smarten Ideen so lieben?

Es kam die übliche Antwort eines jeden Extremisten: Das machen auch DIE ZEIT, die Times, der Independent, Led Monde, etc. – ausweichen, ablenken, keinesfalls die legitimen Schlüsse zulassen wollen. Was das beweist? Höchstens, dass der neue Antisemitismus Einzug in die „Mitte“ der Gesellschaft gehalten hat und diese das nicht wahr haben will. Dann muss man ihm eben die Nase drauf stoßen:

Was immer Sie über dieses nicht autorisierte Interview erzählen, Sie sprechen die Tatsache nicht an, dass Ihre Ideen so sehr mit denen der Nazis harmonieren, dass sie zur Veröffentlichung in deren Medien willkommen sind. Professor, Sie sind Nazi-kompatibel. Sie lieben Juden wie Sie. Darauf können Sie stolz sein!

Das kann einer wie die Pappnase nicht auf sich sitzen lassen. Seine Reaktion? Die eines Kindergarten-Kindes: Selber Nazi! Bäh! Ich bin gut! Du nicht! Gefolgt von der Selbstbeweihräucherung des einsamen Kämpfers, der hier und da noch den einen oder anderen Juden hat, der ihm zustimmt. Merke: Selbst ein Alibi-Jude braucht andere Alibi-Juden, um sich zu bestätigen, dass er kein Alibi-Jude ist sondern recht hat – und ein einsamer Rufer in der Wüste. Ohne zu merken, dass der Sand um ihn herum die nichtjüdischen Antisemiten sind, mit denen er im Chor heult.

Das ist also die Qualität eines Mannes, der von interessierten Kreisen als „Gewissen Israels“ gefeiert wird – weil er den Judenstaat als Unrechtsstaat brandmarkt, ihm jede Legitimität abspricht und alles und jeden willkommen in die Arme schließt, der mit ihm eine Meinung ist. Und sich dann wundert, wenn er mit Nazis im selben Bett liegt. Die angeblich im völligen Gegensatz zu dem stehen, was er repräsentiert. Zur Verlogenheit kommt noch Narzissmus hinzu. Die große gemeinsame Konstante sind die antiisraelischen Hasstiraden.