Während des Holocaust verfolgten norwegische Nazi-Kollaborateure Juden

27. Januar 2014 um 14:18 | Veröffentlicht in Europa, Geschichte | Hinterlasse einen Kommentar
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Manfred Gerstenfeld interviewt Eirik Veum (direkt vom Autor)

Meine drei Bücher über norwegische Kollaboration mit den deutschen Besatzern während des Zweiten Weltkriegs ergaben neue Informationen dazu, wie Norweger an der Verfolgung von Juden beteiligt waren. Norweger und Norwegerinnen gehörten verschiedenen deutschen SS- und Armeeeinheiten an. Von rund 5.500 norwegischen Freiwilligen wurden 852 getötet.

Im 2009 veröffentlichten The Fallen enthülle ich Namen, ihr Alter und wo diese Getöteten fielen. Einige Norweger in deutschen Einheiten der Waffen-SS und später in Sonderkommandos in Osteuropa sahen auch zu, wie Ukrainer und Deutsche Juden töteten. Norweger waren außerdem an der Suche nach Juden beteiligt. Ich entdeckte einen Fall, bei dem Norweger einen Juden in einem Haus fanden und ihn auf die Straße brachten. Danach wurde er erschossen, wir wissen aber nicht von wem. Infolge meines Buches wird Dr. Efraim Zuroff, der Direktor des Simon-Wiesenthal-Zentrums in Israel, versuchen zu ermitteln, ob Norweger auch direkt an Morden beteiligt waren.

Eirik Veum ist norwegischer Journalist, der für die Norwegische Rundfunkanstalt NRK arbeitet.

Dieses Buch und die beiden nächsten verkauften sich gut. Die Reaktionen waren allerdings gemischt. Mehrere Historiker behaupteten, mit meinen Themen sollten sich Historiker beschäftigen und nicht ein Journalist. Man fragt sich dann, warum kein Historiker in fast siebzig Jahren dieses Thema je erforschte. Einige Familienmitglieder der norwegischen Freiwilligen hatten kein Problem mit der Tatsache, dass ich die Namen ihrer Verwandten offenlegte. Sie glaubten, dass die Wahrheit öffentlich werden sollte, selbst wenn es brutal war. Sie hatten das Gefühl, dass Menschen für ihr Tun allein verantwortlich sind. Andere sagten, wir hätten ihre Familien entehrt, indem wir Verwandte namentlich identifizierten. Wieder andere erklärten, norwegische Kollaborateure mit den Nazis hätten den Namen ihrer Familie entehrt. Diese Debatte war intensiv und ihr Muster kehrte wieder, als meine beiden folgende Büchern veröffentlicht wurden. Es ist interessant festzustellen, dass mehr Energie der Diskussion des Themas der Identifizierung dieser Leute gewidmet wurde als ihren Taten.

Im Oktober 2013 gab ein 91-jähriger norwegischer Freiwilliger der SS-Division Viking – die aus Freiwilligen aus von den Deutschen besetzten Ländern bestand – dem NRK ein Interview. Er sagte, er habe zusammen mit anderen Soldaten Hunderte Einheimische in der Ukraine in einer Kirche gesammelt und sie dort verbrannt, während sie zusahen. Das war das erste Mal, dass ein norwegischer Freiwilliger öffentlich zugab an einem Kriegsverbrechen teilgenommen zu haben.

Mein zweites Buch, Gnadenlose Norweger – die Staatspolizei, wurde im Oktober 2012 veröffentlicht. Wie der Titel sagt, wurde darin die norwegische Staatspolizei erforscht, die mit der Gestapo kooperierte. Das norwegische Justizministerium hatte alle Juden Norwegens registriert. In ihre Ausweise wurden Kennzeichen gestempelt. Die Staatspolizei – gekleidet in norwegische Uniformen – verhaftete im Oktober 1942 männliche Juden und sammelte sie in einem Gefangenenlager. Die norwegischen Wachen dort waren oft sehr grausam.

Die Wertsachen der verhaftete Juden wurden von der Staatspolizei gesammelt und manchmal gestohlen. Einen Monat später wurden auch Frauen und Kinder von der Staatspolizei verhaftet. Diese brachte alle 771 verhafteten Juden in den Hafen von Oslo. In der Nähe des Schiffes Donau übergaben sie die meisten der Juden den Deutschen, die sie nach Stettin in Deutschland brachten. Fast alle wurden ermordet und nur 34 kehrten zurück.

Einige norwegische Nationalsozialisten kamen ins Gefängnis, weil die Deutschen sie als viel zu grausam betrachteten. Mitglieder der Staatspolizei exekutierten mehrere Widerstandskämpfer ohne Gerichtsverfahren. Manchmal mussten die Deutschen nach diesen Erschießungen das Blut beseitigen. Nachdem dieses Buch veröffentlicht wurde, wollten einige Historiker wie auch Familienmitglieder dieser Kriminellen mich vor Gericht bringen, weil ich als geheim eigestufte Informationen veröffentlicht und damit den Datenschutz verletzt hätte. Meine Anwälte schafften es, das zu stoppen.

Mein im Oktober 2013 veröffentlichtes drittes Buch trägt den Titel Gnadenlose Norweger – Hird. Darin wird die paramilitärische Jugendorganisation Hird untersucht, die von der norwegischen Nazipartei Nasjonal Samlung 1933 gegründet wurde. Sie hatte zwischen 20.000 und 28.000 Mitglieder, von denen einige sehr jung waren. Eine Reihe von ihnen war daran beteiligt mit der norwegischen SS Juden überall im Land festzunehmen. Mehrere stahlen auch jüdische Wertsachen.

Die Deutschen brachten jugoslawische Widerstandskämpfer und Zivilisten in sechs Gefangenenlager in Norwegen. Hird-Mitglieder wurden als Wachen eingesetzt. Einige von ihnen waren unbeschreiblich grausam. Sie erschossen aus Spaß Gefangene. Einige banden Ratten und Gefangene aneinander. Als die Ratten Hunger bekamen, fraßen sie die Gefangenen, die starben. Nach zehn Monaten nahmen die Deutschen die Norweger infolge ihrer Grausamkeit aus den Lagern. Danach verbesserte sich die Lage der Häftlinge.

Nach dem Krieg konnten Norweger, die kriminelle Taten verübt hatten, von überlebenden Widerstandskämpfern identifiziert werden; sie bekamen lange Haftstrafen. Da nur wenige Juden überlebt hatten, konnten Norweger, die Verbrechen an Juden verübt hatten, in der Regel nicht identifiziert werden. Einiges des gestohlenen jüdischen Eigentums wurde nie zurückgegeben und ist immer noch im Besitz norwegischer Familien.

Veum schließt: Es gibt vermutlich mehr norwegische Kollaborateure als Widerstandskämpfer. Es bleibt noch viel zu erforschen. Ich glaube, dass es norwegische Verbrecher aus dieser Zeit geben könnte, die noch am Leben sind und nie für die Kriegsverbrechen belangt wurden, an denen sie beteiligt waren.

Dr. Manfred Gerstenfeld ist Mitglied des Aufsichtsrats des
Jerusalem Center of Public Affairs, dessen Vorsitzender er 12 Jahre lang war.

Norwegische Gewerkschaften beschuldigen Juden palästinensisch-arabische Brunnen zu vergiften

19. Dezember 2013 um 14:50 | Veröffentlicht in Europa+Nahost | 1 Kommentar
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Elder of Ziyon, 9. Dezember 2013

Der norwegische Verband der kommunalen und allgemeinen Angestellten hat 340.000 Mitglieder; er schickt kürzlich eine Gruppe Delegierte in die Westbank. Der daraus entstandene Artikel in ihrem monatlichen Magazin ist angefüllt mit antiisraelischer (und antisemitischer) Propaganda.

Miff.no, eine proisraelische norwegische Internetseite, berichtet, dass der Artikel Israel des „Völkermords“ und „ethnischen Säuberung“ an palästinensischen Arabern beschuldigt. Sie vermerkt, dass die arabische Bevölkerung in der Gegen sich in den letzten 100 Jahren verzehnfacht hat und vergleicht das mit der Bevölkerung Norwegens, die sich im gleichen Zeitraum nur verdoppelte. Wenn die palästinensischen Araber „Völkermord“ und „ethnische Säuberung“ durchlitten hätten, wie die Gewerkschaft behauptet, wie nennt man dann das, was den Norwegern passierte?

Der Artikel hat dieses Foto mit Bildbeschreibung:

“An der sehr heiligen Ibrahim-Moschee in der Stadt Hebron in der Westbank beschränken israelische Soldaten den Zugang für Palästinenser.“

Nichts darüber, dass dies eine jüdische heilige Stätte war, lange bevor es den Islam gab. Nichts über die dort begrabenen jüdischen Vorväter und -Mütter. Es ist eine sehr heilige Moschee und Juden schränken den Zugang ein (ich vermute, Leute mit Schusswaffen draußen zu halten, ist „Zugang einschränken“).

In dem Artikel heißt es auch als Fakt: „Es ist bekannt, dass israelische Siedler auch Brunnen vergiften.“ Damit sehen wir, dass der mittelalterliche Ritualmordvorwurf der Brunnen vergiftenden Juden im 21. Jahrhundert als Wahrheit akzeptiert worden ist.

Christliche Feinde und Freunde Israels in Norwegen

16. Dezember 2013 um 14:30 | Veröffentlicht in Christen+Kirchen, Medien+Nahost | 1 Kommentar
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Manfred Gerstenfeld interviewt Sverre Hove (direkt vom Autor)

In den 1970-er Jahren nahm die frühere Bischofsgeneration eine feste Haltung gegen den Antisemitismus ein. Sie gab auch zu, dass die Verteidigung norwegischer Juden 1942 durch die Kirche – volkstümlich der „Brief zu den Hebräern“ genannt – zu spät kam, um ihre Deportation in die Todeslager der Nazis zu verhindern.

Die gegenwärtige Generation lutherischer Bischöfe in Norwegen ist von propalästinensischer Theologie sowie Ersetzungstheologie beherrscht. Letztere behauptet Gottes Bund mit den Juden sei durch einen mit Christen ersetzt worden. Oslos Bischof Ole Christian Kvarme lebte mehrere Jahre in Israel und spricht exzellent Hebräisch. Sein Einfluss wurde vor seiner Einsegnung ins Bischofsamt von einer feindseligen Kampagne der Medien und Linken lahm gelegt. Kvarme ist ein Freund Israels, weiß aber, dass harsche Medienkritik kommen wird, wenn er das öffentlich zu laut sagt.

Sverre Hove

Sverre Hove

Odd Sverre Hove war Chefredakteur der norwegischen christlichen Tageszeitung Dagen. Er war früher Landdekan der norwegischen Kirche und Generalsekretär der norwegischen Fischermission.

Eine Neuorientierung des Jahres 1675 schuf im Lauf der Jahre eine anhaltende Spaltung zwischen lutherischen Theologen. Die meisten aus dem Establishment blieben bei der Ersetzungstheologie. Die unabhängigeren Theologen liebten die biblischen Verheißungen einer jüdischen Rückkehr in das verheißene Land. Die Spaltung besteht bis heute.

Die norwegische Kirche war seit dem Mittelalter Staatskirche. Nach der lutherischen Reformation im 16. Jahrhundert wurde die Kirche noch stärker durch den König gelenkt. Die Verfassungsänderung des Jahres 2011 beendete den staatlichen Status der norwegischen Kirche. Ihre Bischöfe und Dekane werden nicht länger durch die norwegische Regierung ernannt. Die letzten Jahre des Staatskirchensystems waren von einer stark wachsenden sozialdemokratisch-ideologischen Vormacht in der Kirche gekennzeichnet, die gegen unpopuläre biblische Wahrheiten kämpfte.

Man sollte die gegenwärtige Freiheit der Kirche nicht überbewerten. Sie ist immer noch dem politischen Druck unterworfen, da über ihre Haushalte weiterhin das Stortinget (Parlament) und örtliche Stadträte entscheiden. Jedes Jahr wird eine ähnliche Geldsumme pro Mitglied an nicht staatskirchliche religiöse Gemeinschaften überwiesen, um finanzielle Diskriminierung zu vermeiden.

Die Mitgliedschaft in der norwegischen Kirche liegt bei 77% der Bevölkerung, vor vierzig Jahren lag sie bei rund 96%. Diese Abnahme kam teilweise wegen einen wachsenden Übergang in protestantische Freikirchen und zur katholischen Kirche zustande, dadurch, dass Menschen areligiös werden sowie durch die Einwanderung von Katholiken, Muslimen, Hindus und so weiter. Der Kirchenbesuch ist im Vergleich mit den Ergebnissen zu Umfragen zum persönlichen Glauben ungewöhnlich niedrig.

In den 1980-er Jahren gestatteten Regierung und Storting die Gründung einer jährlichen Kirchensynode (Kirkemøte). Sie besteht aus 80 gewählten Repräsentanten und rund 15 nicht gewählten Mitgliedern, von denen 12 Bischöfe sind. Außerdem wurde ein Synodenrat (Kirkerådet) mit rund 15 Mitgliedern eingerichtet.

Der Ökumenische Rat (MKR, Mellomkirkelig Råd) der Kirchensynode ist ein starker Verfechter palästinensischer Theologie und unterhält Verbindungen zum Ökumenischen Rat der Kirchen in Genf. Die derzeit gewählte Kirchensynode ist zusammen mit dem Synodenrat in Fragen „politischer“ Theologie oft moderater. Im September 2013 schickte der MKR einen liturgischen Text zur palästinensischen Besatzungstheologie an alle örtlichen Kirchen, der eine Woche lang auf freiwilliger Basis verwendet werden sollte. Der MKR wurde hinterher vom Kirkerådet kritisiert, der gegen politische Äußerungen innerhalb von kirchlicher Liturgie Einwände erhob.

Der größte Teil der norwegischen christlichen Unterstützer Israels ist in verschiedenen Kirchen, in Bethäusern sowie bei den meisten Mitgliedern protestantischer Freikirchen zu finden. Es gibt eine Anzahl proisraelischer Organisationen. Die wichtigste und effektivste ist die nicht religiöse MIFF (Med Israel for Fred). Die Mitgliederzahl in dieser proisraelischen Fürsprechergruppe wächst rapide. Die meisten Mitglieder sind Christen und Juden. Sie hat blühende Aktivitäten in Oslo und Regionalstädten überall in Norwegen.

Die meisten proisraelischen Bewegungen haben Treffen, große Sommerkonferenzen, verteilen Mitgliedschafts-Flyer und äußern sich gelegentlich öffentlich. Ihre Mitglieder nehmen hin und wieder an öffentlichen Pro-Israel-Demonstrationen in Oslo teil, wann immer etwas Besonderes im Gange ist.

Proisraelische Gruppen werden zumeist ignoriert oder gelegentlich von Arbeitsparteilern und anderen Linken in den Medien angegriffen. Zu den Ausnahmen gehören die kleine christliche Tageszeitung Dagen und die Wochenzeitung Norge Idag, die jetzt einen eigenen Buchverlag hat. Vårt Land ist eine einigermaßen ausgeglichene, in Oslo veröffentlichte Zeitung mit einer stärker der Kirche zugeneigten Linie. Sie ist in der Regel für proisraelische Op-Eds offen. Der Einfluss dieser Gruppen auf die allgemeine Öffentlichkeit ist jedoch bescheiden, da das Land von einer monolitisch linken ideologischen Vormacht beherrscht wird, die wenig Toleranz besitzt. Hoffentlich wird die neue norwegische Regierung aus Konservativen und Progressiven Israel nicht so feindlich gegenüber stehen, wie es ihre von der Arbeitspartei dominierte Vorgängerin war.

Dr. Manfred Gerstenfeld ist Mitglied des Aufsichtsrats des
Jerusalem Center of Public Affairs, dessen Vorsitzender er 12 Jahre lang war.

Norwegischer Diplomat schadet dem Image seines Landes

12. November 2013 um 14:14 | Veröffentlicht in Europa, Israel | Hinterlasse einen Kommentar
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Op-ed von Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Im Verlauf der letzten Jahre ist in Israel ein wenig mehr über die hasserfüllten Einstellungen Norwegens zu Israel und den Juden bekannt geworden. Das hat zu einem zunehmend negativen Image dieses Landes geführt. Der größte Schaden dafür, wie man in Israel Norwegen betrachtet, wurde vermutlich von seinem derzeitigen Botschafter Svein Sevje verursacht.

In einem Interview mit dem extrem linken israelischen Journalisten Akiva Eldar erklärte Sevje vor kurzem, warum Bashir Assad als barbarischer Diktator statt demokratischer Reformer in die Geschichte eingehen wird. Er implizierte, dass der syrische Bürgerkrieg aus der fehlenden Friedensvereinbarung mit Israel resultiert; er sagte: „Ich glaube, mit einer solchen Vereinbarung würde Syrien heute ein anderes Land sein. Die Notstandsgesetze hätten abgeschafft werden müssen; das Regime hätte Reformen ausgeführt. Das Regime war versteinert und sie wussten, dass eine Öffnung für demokratische Werte einen Machttransfer bedeuten würde und dazu waren sie nicht bereit. Eine Friedensvereinbarung mit Israel hätte eine Öffnung zur Welt bedeutet.“1

Die meisten diplomatischen Posten Sevjes befanden sich im Nahen Osten. Er hat allerdings reichlich wenig aus der tausendjährigen Geschichte des Antisemitismus gelernt, in dem Juden dauernd für das Fehlverhalten anderer verantwortlich gemacht wurden. Man erkennt dies aus seiner Äußerung gegenüber Eldar zu den Oslo-Vereinbarungen und ob als Ergebnis davon Frieden erreicht worden wäre: „Ich bin mir der Tatsache durchaus bewusst, dass das, was in den arabischen Ländern um euch herum geschieht, nichts mit dem Fehlen einer Vereinbarung zwischen Israelis und Palästinensern zu tun hat, aber sie hätte den Vorwand beseitig, Israel für alles verantwortlich zu machen.“ Es überrascht nicht, dass Sevje in diesem Interview weder etwas über die Glorifizierung von Mördern israelischer Zivilisten durch die palästinensische Autonomiebehörde sagt, noch über die religiösen Elemente in der völkermörderischen Charta der Hamas.

Eine Reihe der von Sevje israelischen Medien gegenüber getätigten Äußerungen nach Breiviks Morden im Jahr 2011 haben enorm zu Norwegens schlechtem Image beigetragen. In diesen Ausführungen implizierte er, dass Terror gegen Israel in norwegischen Augen gerechtfertigt sei. Das löste heftige Reaktionen verschiedener israelischer Autoren aus. Caroline Glick, stellvertretende Chefredakteurin der Jerusalem Post, zitierte Sevje: „Wir Norweger betrachten die Besatzung als Grund für den Terror gegen Israel. Viele Norweger sehen die Besatzung weiterhin als den Grund für Anschläge gegen Israel. Wer immer so denkt, wird seine Meinung nicht als Ergebnis des Anschlags in Oslo ändern.“ Glick kommentierte: „Nach Meinung der illiberalen Norweger ist also Terrorismus gerechtfertigt, wenn die Ideologie dahinter als gerechtfertigt angesehen wird. Für sie ist es inakzeptabel, dass Breivik norwegische Kinder ermordet, denn seine Ideologie ist falsch. Aber es ist akzeptabel, wenn Palästinenser israelische Kinder ermorden, denn ihre Ideologie ist richtig.“2

Der Politikwissenschaftler Barry Rubin schrieb: „Viele Europäer werden Terror gegen Israelis oder auch Amerikaner akzeptieren; sehr wenige werden dem Terror gegen ihre europäischen Mitbürger applaudieren. Einer der sensibelsten Aspekte des mörderischen Terroranschlags in Norwegen durch einen rechtsgerichteten Bewaffneten ist diese Ironie: Das Jugendlager, das er angriff, betrieb, was im Grunde – obwohl die Lagerteilnehmer das zweifellos nicht so sehen – ein Terror befürwortendes Programm.“3

Das von Norwegens linker Partei betriebene Lager warb dafür die Blockade des terroristischen Hamas-Regimes im Gazastreifen zu durchbrechen und für die sofortige Anerkennung eines palästinensischen Staates, ohne dass diese Einheit irgendetwas tun müsste, was sie davon abhält als Terrorbasis gegen Israel genutzt zu werden. Sie rechtfertigten Kräfte, die Terror gegen Israelis verübt hatten und Tausende von Menschen wie sie selbst töteten.“ In einem anderen Artikel schrieb Rubin: „Menschen, die Begründungen für Terrorismus zustimmen und diese Bewegungen politisch belohnen, verstärken den Terrorismus.“4

Diplomaten im Ausland versuchen die Beziehungen zwischen ihren Ländern zu verbessern. Vebjørn Dysvik jedoch veröffentlichte in seiner Zeit als stellvertretender Leiter der norwegischen Botschaft in Tel Aviv unter Sevje Blogeinträge auf der Internetseite der norwegischen Regierung, in denen er einseitige Rhetorik wiederholte, dass Siedlungsaktivitäten ein Hindernis für eine friedliche Lösung seien.5 Bei einer weiteren Gelegenheit beschrieb Dysvik auch, dass die „Besatzung“ ein „definierender Faktor“ der Beziehungen Norwegens zu Israel sei.6

In einem kürzlich mit der Jerusalem Post geführten Interview sagte Sevje, dass Norwegens Botschaft in kulturelle Aktivitäten in Israel investieren will, um ab jetzt das negative Image des Landes zu verbessern.7 Um das zu erreichen, hätte Norwegen effektivere Wege finden können. Es wäre zum Beispiel weit bedeutungsvoller gewesen, hätte sich König Harald V. für die hohen Orden entschuldigt, die er extremen Antisemiten verlieh, die sich als Antiisraelis tarnen. Der den Holocaust umkehrende Karikaturist Finn Graf zeichnete den ehemaligen Premierminister Ehud Olmert als Nazi-Kommandeur. Im März 2007 wurde er zum Ritter des prestigeträchtigen Königlichen Ordens von St. Olav geschlagen. Zwei weitere Auszeichnungen wurden den Hamas-Unterstützern und Förderern von Ritualmord-Vorwürfen Mads Gilbert und Erik Fosse verliehen. Der König verlieh eine weitere an den muslimischen Antisemiten Trond Ali Linstad, wurde aber angesichts weit verbreiteter Kritik gezwungen sie zurückzunehmen.

Die Förderung kultureller Aktivitäten durch Sevjes Botschaft begann grottenschlecht. Diese Woche wurde großzügige Unterstützung einer Konferenz an der Universität Haifa zum Oslo-Prozess angekündigt. Der einzige norwegische Sprecher ist der regelmäßig antiisraelische Hetzer Nils Butenschøn. Er sprach auch in einem Seminar der NTNU-Universität von Trondheim, das stattfand, bevor deren Vorstand 2010 darüber abstimmte, ob Israel boykottiert werdensoll. Ha’aretz bezeichnete dieses Seminar als ein „Allstar-Team der Israelhasser“.8

Norwegen hat eine neue Regierung, die wahrscheinlich die feindselige, zum Teil antisemitische und humanitär-rassistische Politik des von der Arbeitspartei dominierten bisherigen Kabinetts nicht fortsetzen wird. Ich wurde vor kurzem von einem norwegischen Fernsehsender und anderen dazu interviewt, wie die Beziehungen zwischen den beiden Ländern verbessert werden können. Ich wiederhole hier, was ich dort sagte: Der erste Schritt sollte sein, den derzeitigen norwegischen Botschafter durch jemanden zu ersetzen, der sein Land weit besser repräsentiert.

Dr. Manfred Gerstenfeld ist Mitglied des Aufsichtsrats des
Jerusalem Center of Public Affairs, dessen Vorsitzender er 12 Jahre lang war.

 

1 Akiva Eldar: Norwegian Diplomat Doubts Israel Settlement can be Stopped. Al-Monitor, 16. September 2013.
2 Caroline Glick: Breivik and totalitarian democrats. Jerusalem Post, 28. Juli 2011.
3 Barry Rubin: The Oslo Syndrome. Jerusalem Post, 31.August 2011.
4 Barry Rubin: Norway and Terror: Repressing discussion doesn’t help. Jerusalem Post, 6. August 2011.
5 Vebjørn Dysvik: Bosettinger til besvær. Norge I verden: Tel Aviv (Regjeringen), 15. März 2013.
6 Raphael Ahren: Told that Norway is the West’s most anti-Semitic country, diplomat lashes out at israel. The Times of Israel, 6. November 2012.
7 Barry Davis: Dancing with Norway. Jerusalem Post Magazine, 25. Oktober 2011, S. 20.
8 Why Nils Butenschøn must partake in next week’s seminar on anti-Semitism. Norway, Israel and the Jews, 11. Juni 2013.

Opfer von Muslimen? Habt ihr verdient.

8. November 2013 um 13:01 | Veröffentlicht in Europa+Islam | 3 Kommentare
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Bruce Bawer, FrontPageMag.com, 6. November 2013

Eines späten Abends vor zwei Jahren, nur wenige Tage vor Weihnachten, kletterten zwei Skimasken tragende Einbrecher durch ein offenes Fenster in das Haus von Arild Opheim und Elin Ruhlind Gjuvsland in Oslo. Der von ihnen erzeugte Lärm weckte zuerst Elin. Sie sah durch die Schlafzimmertür einen Schatten. Bevor sie wusste, wir ihr geschah fielen die beiden Eindringlinge über sie und Arild her, drückten sie auf die Matratze und sagten auf Englisch: „Nicht hinsehen. Schlafen. Wenn hingucken, wir töten.“

Die Diebe fesselten das Paar – die beide Jahre lang als Journalisten und Moderatoren für den Staatssender NRK gearbeitet haben – und sammelten verschiedene Dinge an, darunter Computer und Telefone. Arild und Elin übergaben außerdem ihre Bankkarten und Pincodes. Die Männer waren „sehr aggressiv“ – einer von ihnen schlug Elin mit einem stumpfen, metallenen Gegenstand auf den Kopf. Doch sie versuchten auch, wie das Paar letzten Freitag in der TV-Talkshow Skavlan und in einem Op-Ed im Dagbladet erklärte, „Mitgefühl zu gewinnen, indem sie ihre Geschichte erzählten“.

In einem Mix aus Spanisch, Arabisch und gebrochenem Englisch bestanden sie darauf, das sie „keine bösen Menschen“ seien, sondern „in einer verzweifelten Lage. Sie wollten in der Lage sein in Norwegen zu wohnen und zu arbeiten und ein normales Leben zu führen. Doch ihre Asylanträge waren abgelehnt worden. Jetzt  hatten sie keine andere Wahl als uns auszurauben und Geld  zu bekommen, um nach Hause zurückzukehren.“ Um nach Hause zurückzukehren, um „ihre Familien zu treffen, brauchten sie 20.000 Kronen“ – knapp €3000. „Sie hatten ein hartes Leben, während es den Norwegern gut ging.“ Arild und Elin, sagte einer der Ganoven, verdienten, was ihnen geschah.

(Fakt ist: Kein abgelehnter Asylbewerber in Norwegen muss jemanden ausrauben, um nach Hause zu kommen. Die norwegische Regierung bezahlt alle Ausgaben für eine solche Rückführung. Und noch etwas mehr.)

Kurz nach dem traumatischen Vorfall wurden beide Täter von Polizisten geschnappt. Einer von ihnen, ein 18-jähriger Algerier, der mehrere Jahre in Spanien lebte, wurde zu einem Jahr und sieben Monaten Gefängnis verurteilt, muss 60.1690 Kronen an Elin und 26.847 Kronen an Arild zahlen. Sein Komplize wurde in Dänemark verhaftet und in ein „Jugendgefängnis“ gesteckt, aus dem er entkam; er ist auf der Flucht. Was Arild und Elin angeht, die gesamte albtraumhafte Erfahrung macht sie – so ihre Worte – „scheu und vorsichtig“. Es ließ sie über die „üblen Gedanken über Einwanderer“ nachdenken. Elin „konnte es nicht einmal ertragen kleine Kinder Arabisch sprechen zu hören“. Schließlich entschieden sie sich ein Buch zu schreiben.

Dieses ist jetzt veröffentlicht worden, es heißt „Ungebetene Gäste“. In Skavlan sagten sie, dass Schreiben ihr Rettung war. Denn sehen Sie: Nach dieser furchtbaren Nacht waren sie in Gefahr – in einer Gefahr, die viel größer war, als einfach ihr Leben zu verlieren. Sie waren schlicht in der Gefahr sich selbst als Rassisten zu betrachten und von anderen betrachtet zu werden.

Rassisten! Wie Elin sich ausdrückte: Sie war gefährlich nahe daran die Theorie zu übernehmen, „das Einwanderer einfach herkommen, um uns auszunutzen, dass wir sicherstellen müssen, dass es nicht zu viele von ihnen gibt und dass wir in 50 Jahren mit gewissen Nationalitäten überbevölkert sein werden“. Sie hatten angefangen sich zu sorgen, dass es Dank der laxen Einwanderungspolitik „massiv Verbrechen geben wird, so dass wir in unserer eigenen Stadt nicht sicher sein werden“. Kurz gesagt, sie stand am Abgrund: „Ich dachte: Verdammt, wird mich das zur Rassistin machen?“

Halten Sie einen Moment inne und denken Sie über diese Äußerung nach: „Ich dachte: Verdammt, wird mich das zur Rassistin machen?“ Vermerken Sie besonders die implizite Definition von „Rassist“ – nämlich jemand, der ein realistisches Verständnis der derzeitigen Kriminalstatistiken, der vernünftigen demografischen Projektionen und der weniger als anständigen Motivation vieler „nicht westlicher Einwanderer“ hat.

Doch Arilds und Elins Geschichte endet mit einem Triumph. Sicher, Elin gibt zu, dass sie heute mehr Angst um die alltägliche Sicherheit ihrer Kinder hat. Doch sie bestätigt triumphierend: „Wir sind nicht zu Rassisten geworden.“ Au contraire! Dank dieser Männer, die durch ihre Fenster einstiegen, sie körperlich missbrauchten und ihr Leben bedrohten, sind sie und Arild erstklassige Dhimmis geworden. So schreiben sie in ihrem Op-Ed, dass sie dem zustimmen, was einer ihrer ungebetenen Gäste ihnen sagte.

Ja, wir bekommen, was wir verdienen… Wir bekommen, was wir verdienen – wegen Norwegens und Europas Einwanderungspolitik. Weil wir zu streng sind.

Jau, das haben Sie richtig gelesen: Europas Einwanderungspolitik, die die Kontinent im Handumdrehen verwandelte, ist „zu streng“. Arild und Elin verteidigen ihre These wie folgt:

Warum ziehen Menschen um? Warum finden Auswanderung und Einwanderung statt? Es geht um Träume. Sie haben einen Traum, dass das Leben auf die eine oder andere Weise besser sein kann, wenn sie umziehen – ob es von einem Viertel in ein anderes oder von einem Kontinent auf einen anderen ist.

Ob man von Norwegen nach Spanien zieht, weil man der Kälte müde ist oder man von Nordafrika nach Europa kommt, in der Hoffnung ein paar Jahre zu arbeiten und Geld für ein Haus in der Heimat zu sparen, das läuft auf dasselbe hinaus. Es sind Träume, die uns motivieren. Das ist völlig normal. Wir alle haben unsere Träume eines anderen und besseren Lebens. Gibt es da irgendetwas Kriminelles?

Träume! Um es kurz zu sagen: Ein norwegisches Rentnerpaar, dass ein Leben lang hart gearbeitet hat und sein Erspartes in einen Co-Op in Alicante steckt – wo sie das Gesetz achten und zur Wirtschaft beitragen – unterscheidet sich nicht von muslimischen „Jugendlichen“, die sich mit falschen Papieren nach Norwegen aufmachen und darauf aus sind die Einheimischen zu tyrannisieren und zu drangsalieren. Sie kommen, schreiben Arild und Elin, „mit dem Traum eines besseren Lebens, zeitweise oder auf Dauer“. Und was tun die Norweger?

Wir stecken sie in Asylantenheime – die die Politiker der Fortschrittspartei jetzt abschließen wollen wie Gefängnisse. Wir behandeln Träumer, als seien sie Verbrecher. Und vielleicht macht es das ihnen leichter tatsächlich Gangster zu werden? Wenn wir ihre Träume zerschlagen, hier zu wohnen und zu arbeiten, und sie in ein illegales Leben auf der Straße zwingen, vielleicht bekommen wir das, was wir verdienen, wenn sie sich Verbrechen zuwenden um zu überleben. Das war das, was die Typen sagten, die uns ausraubten. Im Verlauf der Zeit haben wir begriffen, was sie meinten.

Wenn sie Gangster sind, dann ist das unser Fehler. Sie können uns ausrauben oder vergewaltigen oder töten – doch selbst, während sie das tun, sind immer noch wir die Bösen und sie die wahren Opfer.

So sieht die Argumentation dieser beiden NRK-Journalisten aus. Es ist ausreichend klar, was hier passiert ist: Arild und Elin griffen in ihrer drängenden Such danach von sich nicht als „Rassisten“ zu denken, nach der Behauptung der Einbrecher, dass er und sein Kumpel niemals einen solchen Gesetzesverstoß begangen hätten, wenn ihre Asylanträge nicht abgelehnt worden wären. Das erlaubt Arild und Elin nahezulegen, wenn nur alle Asylsuchenden aufgenommen würden, dann würden solche Verstöße der Vergangenheit angehören.

Das winzigkleine Problem dieser Behauptung besteht darin, dass Arilds und Elins Reden praktisch keine Beziehung zur Realität hat. Wiedeholte Horrorgeschichten aus den Asylantenheimen – wo es regelmäßig Messerstechereien und Krawalle gibt – dienen nur zum Unterstreichen der Tatsache, dass wir hier nicht von sanften Seelen sprechen, die durch grausame Umstände zur Gewalt getrieben werden; stattdessen reden wir von einer systematischen, rücksichtslosen Gefährdung des norwegischen Volks durch die Behörden, die Arilds und Elins Immunität den Fakten gegenüber zu den Menschen, die sie ins Land holen und wie Bomben in vorher friedlichen Landgemeinden einpflanzen, teilen.

In den vergangenen Jahren sind gewalttätige Schwerverbrechen durch Asylsuchende ein unerhört unverhältnismäßiger Teil des Lebens Norwegens geworden. Eines Morgens im Jahr 2004, stach ein Somali in derselben Straßenbahn, die mein Partner jeden Tag zur genau derselben Zeit zur Arbeit nahm, auf fünf Menschen ein; er tötete einen, den 23 Jahre alten Terje Mjåland (der taub war und deshalb die Schreie seiner Mitfahrer nicht hörte). Verdiente er das? Zwei Jahre später marschierte ein Asylsuchender aus Algerien in das Büro eines bemerkenswert gütigen, sanftmütigen Arztes in Oslo, den ich kannte, Stein Sjaastad und erstach ihn. Verdiente er das?

Arild und Elin haben einen Vorschlag: „Warum öffnen wir nicht die Grenzen und lassen sie sich selbst regulieren?“ Immerhin, fragen sie, was sind internationale Grenzen anderes als Linien auf einer Landkarte, die „im Verlauf der gesamten Geschichte ohnehin veränderten“? Da das so ist, wie können wir glauben, dass wir das Recht haben „es abzulehnen Menschen die Linien überqueren zu lassen, die wir um uns gezogen haben?“ Ja, wir sind uns der derzeitigen Welle der Raubüberfälle und Diebstähle in Oslo bewusst (deren überwältigende Mehrheit von „nicht westlichen Einwanderern“ begangen worden sind) und sie behaupten das Bedürfnis zur Bekämpfung der Verbrechen zu verstehen. Doch der effektivste Ansatz, sagen sie, sie „das Bedürfnis Verbrechen zu begehen zu bekämpfen“, indem man „den Träumern – illegalen Einwandern – hilft, die hilflos auf den Straßen Europas stehen“. Mit anderen Worten: Die Lösung für blutrünstige Gesetzlosigkeit von nicht westlichen Einwanderern besteht darin mehr von ihnen hereinzuholen. Wenn die Norweger das nicht tun, „werden wir nur weiterhin bekommen, was wir verdienen“.

So endet Arilds und Elins Op-ed. Als ich es online las, konnte ich es nicht erwarten die Leserkommentare zu sehen. Leider fand ich am Ende der Seite diesen einzelnen Satz: „Der Kommentarteil wurde am Samstagnachmittag wegen mehrerer hasserfüllter und schikanösen Einträge geschlossen.“ Er wurde nicht nur geschlossen – die Kommentare wurden entfernt. Glücklicherweise hat die Internetseite document.no sie kopiert eingestellt. Es gibt Hunderte, vielleicht Tausende. Ich las ein paar Dutzend. Sie sind nicht „hasserfüllt und schikanös“. Sie sind die Reaktion der Norweger, die ihre Vernunft behalten haben und die die Nase voll haben von Typen Arild und Elin, die sie wechselweise als „naiv“, „verzerrt und indoktriniert“ und erbittert entschlossen „politisch korrekt zu sein“ beschrieben.

In der Tat. Ich meinerseits bin Arild und Elin dankbar, dass sie diesen erhellenden Blick in die Psyche der political correctness bereitstellen. Sie beschreiben ihre Einbrecher als verzweifelt nach Hause wollend. Doch es sind Arild und Elin, die nach ihrer furchtbaren Erfahrung verzweifelt „nach Hause“ wollen – zurück nach Hause, das heißt in die wohligen Gewissheiten ihrer PC-Ideologie.

Und sie haben es geschafft. Was für ein mitreißender Triumph! Ihre Ideologie kam direkt der Realität in die Quere – und doch fanden sie eine Möglichkeit trotz allem daran festzuhalten.

Ich freue mich auf ihren Kommentar zur jüngsten Gräueltat des Landes. Montagabend entführte ein abgelehnter Asylbewerber aus dem Südsudan im westlichen Norwegen einen Bus und ermordete drei Menschen. Er lebte in einem nahe gelegenen Asylbewerberheim, das erst vor drei Monaten in Betrieb ging. Wenn es nach der Fortschrittspartei gegangen wäre, wäre das Heim abgeschlossen worden – aber natürlich wäre das unmenschlich gewesen. Wenn es nach den Einheimischen gegangen wäre, so Nachrichtenberichte, dann hätte es das Heim dort erst gar nicht gegeben: Es wurde ihnen von Beamten des Landes aufgezwungen, die ihre Ablehnung als fremdenfeindlich betrachteten.

Die Mordopfer waren der Busfahrer, ein schwedischer Fahrgast über 50 und eine 19-jährige junge Frau, die als Margaret Molland Sanden identifiziert wurde, eine Chemie- und Biotechnik-Studentin an der Hochschule von Oslo und Akershus, deren Facebookseite zeigt, dass sein ein Fan von Bob Dylan und der Serie 24 war. Drei unglückliche Todesfälle, zweifellos. Doch immerhin bekamen sie, was sie verdienten. Oder?

Nach der Wahl: Norwegens Antiisraelismus wird weiter gehen

17. September 2013 um 14:35 | Veröffentlicht in Europa+Nahost | Hinterlasse einen Kommentar
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Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

In den letzten Jahren haben – wenn überhaupt – wenige westeuropäische Regierungen derart gegen Israel gehetzt wie die Regierung Norwegens. Die Wahlniederlage der Drei-Parteien-Koalition von Premierminister Jens Stoltenberg ist eine passende Gelegenheit, einige Aspekte dieses Hasses zusammenzufassen. Es war symbolisch, dass Stoltenberg, als er Dank für die Unterstützung seines erfolglosen Wahlkampfs aussprach, besonders den Führern der Gewerkschaft LO und der Jugendorganisation der Arbeitspartei (der AUF) dankte. Beide Gruppen haben Schlüsselrollen bei der Dämonisierung Israels gespielt.

Israel wird von Führern norwegischer Gewerkschaften unentwegt verleumdet. Ihre Hassförderung gipfelt am Tag der Arbeit – dem ersten Mai. Bei ihren Versammlungen beschäftigen sich nur ein paar wenige offizielle Transparente mit internationalen Fragen. Fast alle davon fordern Boykotte oder wiegeln auf andere Weise gegen Israel auf. Bereits 2002 forderte Gewerkschaftsführerin Gerd-Liv Valla einen Boykott Israels. Stoltenberg hat zu verschiedenen Gelegenheiten auf 1. Mai-Demonstrationen der LO gesprochen und den dortigen Hass gegen Israel ignoriert.

Die AUF geriet international ins Rampenlicht, als der Mörder Anders Breivik 2011 im jährlichen Sommerlager auf der Insel Utøya 69 Jugendliche tötete. Eine Begleiterscheinung der riesigen Medienaufmerksamkeit war, dass bekannt wurde, dass Kinder ab 14 Jahren dort indoktriniert wurden Israel zu hassen. Einige der Überlebenden von Utøya waren bei der Wahl am 9. September Kandidaten der Arbeitspartei.

Die wichtigste Hetzer gegen Israel aus der Arbeitspartei ist Jonas Gahr Stoere, der bis 2012 Außenminister war. Sein Nachfolger, Jespen Barth Eide hält weniger aufhetzerische Reden, verfolgt aber eine ähnliche Politik. Früher in diesem Jahr musste er zugeben, dass Stoere das Parlament zweimal belog, als er abstritt, dass Norwegen indirekt palästinensische Mörder in israelischen Gefängnissen finanziert.

Stoere sagte im Januar 2011 in einer Sendung von TV2, er spreche nicht direkt mit der Hamas. Der Interviewer erwiderte, Hamasführer Khaled Meschaal habe ihm von ihren Gesprächen erzählt. In einem Interview mit Ma’ariv im Jahr 2009 sagte Stoere, die Diplomatin Trine Lilleng sei nicht länger an Norwegens Botschaft in Saudi-Arabien stationiert. Sie hatte ihr E-Mail-Account beim Außenministerium genutzt, um Bilder zu verbreiten, die israelisches Handeln gegen die Palästinenser dem Holocaust gleichstellte. Ein paar Monate später rief der israelische Journalist Cnaan Lipshiz bei der norwegischen Botschaft in Riad an. Ihm wurde gesagt, Lilleng werde in einer halben Stunde wieder im Büro sein. Anscheinend war sie sogar befördert worden.

Stoere wurde 2011 im Utøya vor einem Transparent fotografiert, das einen Boykott Israels forderte, obwohl er gesagt hatte, er sei gegen diesen Boykott. Seine vielleicht extremste antiisraelische Handlung war das Schreiben eines Kommentars für den Rückendeckel für das Buch Eyes in Gaza (Augen in Gaza) der norwegischen Hamas-Unterstützer Gilbert und Fosse über ihre Erfahrungen dort während Israels Feldzugs Gegossenes Blei im Jahr 2008. Die Autoren behaupten Israel habe den Feldzug begonnen, um palästinensische Frauen und Kinder zu töten.

2012 schrieb Stoere in Ha’aretz, dass er besorgt sei, weil 38% der Norweger glauben Israel verhalte sich gegenüber den Palästinensern wie die Nazis gegenüber den Juden. Er stellte allerdings die notwendige Frage nicht. Wie viel trugen er und seine Regierungskollegen zu dieser Stimmung bei?

Während Stoeres Amtszeit behauptete Norwegens Botschafter in Israel, Svein Sevje, für Norweger seien Breiviks Morde nicht verständlich, anders als bei Palästinensern, die israelische Zivilisten ermorden. Die breit veröffentlichten Äußerungen des Botschafters schadeten Norwegens Image in Israel vermutlich mehr als die eines jeden anderen.

2010 pries der damalige norwegische Botschafter in Syren, Rolf Willy Hansen, öffentlich den Maler Hakon Gullvag, dessen Ausstellung antiisraelischer Hass-Gemälde in Damaskus von seiner Botschaft mit finanziert wurde. 2009 gab die Regierung Stoltenberg 20 Millionen Dollar für eine einjährige Hommage des Schriftstellers Knut Hamsun zum 150. Jahrestages seines Geburtstags aus. Hamsun hatte seinen Literatur-Nobelpreis dem deutschen Nazi-Propagandaminister Joseph Goebbels gegeben.

Ein weiterer Partner der geschlagenen Regierung, die Partei Sozialistische Linke, hat sogar noch mehr gegen Israel aufgehetzt als die Arbeitspartei. Der dritte Koalitionspartner, die Zentrumspartei, will die Beschneidung verbieten. Ein OSCE-Bericht des Jahres 2012 kritisierte die norwegische Regierung heftig wegen ihrer Haltung gegenüber sowohl den Juden als auch den Muslimen.

Was kann Israel von den beiden größten Mitte-Rechts-Parten erwarten, den Konservativen und der Fortschrittspartei, die aller Voraussicht nach in der Regierung sein werden? Sie werden die Unterstützung entweder der Christdemokraten oder der Liberalen brauchen, um eine Mehrheit im Parlament zu haben. Die Konservativen haben wenig Interesse an Außenpolitik. Die Fortschrittspartei unter Parteichefin Siv Jensen ist zuverlässig Pro-Israel und das gilt auch für die meisten Abgeordneten der Christdemokraten. Es wird also eine Verbesserung in Norwegens offizieller Haltung zu Israel geben.

Die wichtigen norwegischen Medien werden allerdings weiter Hass gegen Israel fördern. Dasselbe gilt für die Gewerkschaften, mehrere lutherische Kirchenleiter, NGOs, Akademiker und Einzelpersonen der Elite der Zivilgesellschaft. König Harald V. dürfte ebenfalls weiterhin königliche Orden an führende Antisemiten verleihen, wie er es während Stoltenbergs Regierungszeit tat.

Eine Studie der Stadtverwaltung von Oslo stellte fest, dass ein Drittel der jüdischen Oberstufenschüler mindestens zwei- oder dreimal im Monat physisch oder verbal belästigt werden. Es ist unwahrscheinlich, dass ihre Klassenkameraden dieses Verhalten einstellen, weil die Regierung Stoltenberg abgewählt wurde. Eines von vielen wichtigen Ersuchen, die Israel gegenüber der neuen Regierung stellen sollte, ist der Auftrag zur Erstellung einer Studie, wer 1,5 Millionen erwachsenen Norwegern den Glauben eingeimpft hat, Israel verhalte sich genauso wie die Nazis.

Dr. Manfred Gerstenfeld ist Mitglied des Aufsichtsrats des
Jerusalem Center of Public Affairs, dessen Vorsitzender er 12 Jahre lang war.

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