Die Auswahl der antisemitischsten Vorfälle 2016

ManfredGerstenfeldManfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Es ist zur Tradition geworden, dass das Simon Wiesenthal Center am Jahresende eine Auswahl der wichtigsten antisemitischen Vorfälle veröffentlicht. Als die Liste 2010 erstmals erstellt wurde¸ war sie zwei Seiten lang.[1] Bis letztes Jahr hatte sie sich auf sechs Seiten verdreifacht.[2] Was 2016 angeht, gibt es zwei neue Aspekte. Der erste ist die breite Anerkennung einer Antisemitismus-Definition, die seit Mai gültig ist, nämlich die der Internationalen Holocaust-Gedenkallianz (IHRA).[3] Ihre Annahme erforderte die Zustimmung aller 31 demokratischen Mitgliedsstaaten.

Der zweite Aspekt ist, dass der vielleicht größte antisemitische Vorfall dieses Jahres Juden nicht einmal erwähnte. Durch dieses Fehlen wurde er extrem antisemitisch. 2016 nahm die UNESCO eine Resolution an, die den Tempelberg ausschließlich als Al-Haram Al-Sharif/Al-Aqsa-Moschee bezeichnet.[4] Damit schnitt sie Juden und Christen von der Bedeutung Jerusalems für ihre Religionen ab.

Dieses Jahr wird es für die Führungskräfte des SWC schwierig sein ihre Arbeit zu tun, denn es gab eine Vielzahl wichitger antisemitischer Vorfälle, aus denen sie aussuchen können. Ein paar Vorschläge könnten hilfreich sein. Die Black Lives Matter-Koalition (BLM) sollte weit oben auf der Liste stehen. Ihr Programm behauptet fälschlich, Israel sei ein „Apartheidstaat“, der Völkermord an den Palästinensern begeht.[5]

Ein weiterer Spitzenkandidat für die SWC-Liste ist Jeremy Corbyn, der linksextreme Parteichef der Britischen Labour Party. Unter seiner Führung hat der Antisemitismus sich in der Partei enorm ausgeweitet. Corbyn hat Hamas und Hisbollah als seine Freunde bezeichnet und es so viele Monate lang abgelehnt sich von dieser Äußerung zu distanzieren,[6] dass dies, nachdem er es schließlich machte, bedeutungslos geworden war.

Corbyn ernannte als seinen strategischen Berater Seumas Milne,[7] der ein Fürsprecher der Hamas ist.[8] Er gab zudem Kenneth Livingstone, dem berüchtigten Produzenten antisemitischer Verleumdungen, eine wichtige Position in der Partei.[9] Letzerer wurde später wegen antisemitischer Äußerungen suspendiert. Er sagte, Hitler habe den Zionismus unterstützt.[10] Als der wiet verbreitete Antisemitismus in der Partei offenbar wurde, wählte er eine ungeeignete Untersucherin zur Ermittlung des Sachverhalts, die einen höchst unprofessionellen Bericht erstellte.[11]

Corbyns Tun passt aber nicht in die IHRA-Definition. Das zeigt, dass diese in Bezug auf antiisraelischen Antisemitismus viel zu kurz greift und durch eine detailliertere Definition dieser Art des Antisemitismus ergänzt werden sollte.[12]

Es gibt weitere Kandidaten aus Großbritannien. Eine ist Malia Bouattia, die Präsidentin der National Union of Students (NUS). Der innenpolitische Ausschuss des Unterhauses verurteilte, dass sie die Universität Birmingham als „zionistischen Außenposten“ bezeichnete. Der Ausschuss sagte zudem, dass die National Union of Students es versäumt hat eine zunehmende Kultur des Antisemitismus an den Universitäten ernst zu nehmen.[13]

Das SWC wird auch zu entscheiden haben, ob man auf ihrer Liste wieder Menschen anführen will, die regelmäßig antisemitische Verleumdungen produzieren. Dazu gehört Baroness Tonge. Dieses Jahr hat sie gesagt, Israels Umgang mit den Palästinensern sei eine wichtige Ursache für das Aufkommen des Jihadismus und des islamischen Staates;[14] sie war Gastgeberin einer Veranstaltung im Oberhaus, bei der Juden für den Holocaust verantwortlich gemacht wurden und die britische Regierung die Aufforderung bekam sich für die Balfour-Erklärung von 1917 zu entschuldigen.[15]

Die muslimische Welt ist ein Hauptlieferant antisemitischer Wiederholungstäter. Einer davon ist der türkische Präsident Tayyip Recep Erdoğan. Eine Erklärung von 2016, die ihn qualifiziert, lautet gemäß einer Übersetzung von AFP: „Ich akzeptiere nicht, was Hitler machte und ich akzeptiere auch nicht, was Israel getan hat. Wenn es darum geht, dass so viele Menschen sterben, ist es nicht angemessen zu fragen, wer barbarischer war.“[16]

Angesichts des ungarischen Antisemitismus sollte mindestens ein Kandidat aus diesem Land auf die Liste kommen. Vielleicht sollte es die ungarische Regierung sein, denn sie verlieh Zsolt Bayer, dem antisemitischen Kolumnisten der Magyar Hirlap und Publizisten der konservativen Partei Fidesz das Ritterkreuz des ungarischen Verdienstordens, die dritthöchste Auszeichnung, die die Regierung für Leistungen verleiht.[17]

Keine jährliche Liste antisemitischer Verleumdungen kann ohne Kandidaten aus den skandinavischen Brutstätten der Scheinheiligkeit und des Antisemitismus vollständig sein: Norwegen und Schweden. Die drittgrößte norwegische Stadt, Trondheim, ist jetzt im Rennen als Kandidat für Europas Hauptstadt der antiisraelischen Version des Antisemitismus, weil sie beschloss Produkte aus den Siedlungen zu boykottieren.[18]

Kreise des SWC informierten mich, dass die schwedische Außenministerin Margot Wallström nur knapp der Liste antisemitischer Vorfälle des letzten Jahres entging. Dieses Jahr sollte sie definitiv darauf erscheinen, denn sie forderte eine Untersuchung, ob Israel außergerichtlicher Tötungen von Palästinensern während der jüngsten Terrorwelle schuldig ist. Der Parteichef von Yesh Atid, Yair Lapid, bezeichnete sie während einer Kundgebung in Stockholm ausdrücklich als Antisemitin.[19]

BDS ist ebenfalls ein jedes Jahr wiederkehrendes antisemitisches Phänomen. Siebzig Juden schrieben einen Brief an die New York Book Review, mit dem sie einen gezielten Boykott aller Waren und Dienstleistungen ausschließlich aus allen israelischen Siedlungen und aller Investitionen dort forderten.[20] Wegen ihres zweierlei Maßes, das ein Kernelement des Antisemitismus ist, wären sie ein stellvertretender Kandidat für die BDS-Liste.

Die oben angeführte Auswahl könnte den Führungskräften des SWC helfen. Das Problem besteht darin, dass sie nur einen kleinen Anteil der vielen Kandidaten enthält, die ihnen die Unehre verleiht auf die Liste zu kommen.

[1] http://www.wiesenthal.com/atf/cf/%7B54d385e6-f1b9-4e9f-8e94-890c3e6dd277%7D/TTASS.PDF

[2] http://www.wiesenthal.com/atf/cf/%7B54d385e6-f1b9-4e9f-8e94-890c3e6dd277%7D/TT_2015.PDF

[3] http://www.holocaustremembrance.com/sites/default/files/press_release_document_antisemitism.pdf

[4] http://whc.unesco.org/archive/2016/whc16-40com-19-en.pdf

[5] http://www.jta.org/2016/08/09/news-opinion/united-states/author-of-black-lives-matter-position-on-israel-defends-genocide-claim

[6] https://www.theguardian.com/politics/2016/jul/04/jeremy-corbyn-says-he-regrets-calling-hamas-and-hezbollah-friends

[7] https://heplev.wordpress.com/2016/05/23/jeremy-corbyn-der-antisemiten-legitimiert/

[8] http://www.theguardian.com/commentisfree/2012/nov/20/palestinians-have-right-defend-themselves

[9] https://heplev.wordpress.com/2016/05/23/jeremy-corbyn-der-antisemiten-legitimiert/

[10] http://www.bbc.com/news/uk-politics-36160135

[11] https://heplev.wordpress.com/2016/07/18/die-hoechst-unprofessionelle-untersuchung-des-britischen-labour-antisemitismus/

[12] https://heplev.wordpress.com/2016/09/19/die-gerstenfeld-definition-fuer-antiisraelischen-antisemitismus/

[13] http://www.independent.co.uk/news/education/nus-president-malia-bouattia-anti-semitism-parliament-home-affairs-select-committee-israel-a7363591.html

[14] http://jewishnews.timesofisrael.com/baroness-tonge-shares-article-about-jewish-power/

[15] http://www.dailymail.co.uk/news/article-3878392/Israel-condemns-shameful-House-Lords-event-audience-applauded-claims-JEWS-responsible-Holocaust.html

[16] http://www.independent.co.uk/news/world/middle-east/erdogan-turkish-president-israel-hitler-more-barbarous-gaza-interview-palestinians-decide- holocaust-a7431311.html

[17] hungarianspectrum.org/2016/08/19/zsolt-bayer-the-purveyor-of-hate-in-his-own-words/

[18] https://heplev.wordpress.com/2016/12/12/trondheims-fortwaehrender-israel-hass/

[19] http://www.jpost.com/Israel-News/Politics-And-Diplomacy/WATCH-Pro-Israel-demonstrators-battle-anti-Zionism-at-Swedish-rally-466231

[20] http://www.nybooks.com/articles/2016/10/13/economic-boycott-israeli-settlements/

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Trondheims fortwährender Israel-Hass

ManfredGerstenfeldManfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Der Stadtrat von Trondheim hat einen Boykott aller israelischer Waren und Dienstleistungen beschlossen, die in Siedlungen in dem hergestellt werden, was sie die „besetzten Palästinensergebiete“ nennt.[1] Kein anderer Staat wird von Norwegens drittgrößter Stadt einem Boykott unterzogen. Solch zweierlei Maß ist nach Definition der Internationalen Holocaust-Gedenkallianz (IHRA) antisemitisch.[2] Norwegen war eines der 31 Länder im Vorstand der IHRA, die die Annahme dieser Definition im Mai 2016 bewilligten.

Viele Jahrhunderte klassischer antisemitischer Hetze in Europa haben zu einer Realität geführt, in der der langwierige Hass Teil der Kultur mehrerer Staaten wurde. Antiisraelismus hat eine viel kürzere Geschichte. In den vergangenen Jahrzehnten hat es mehrere signifikante Erscheinungsformen von Israelhass in Trondheim gegeben. Inzwischen könnte er auf dem Weg endemisch zu werden.

Eine historische Bilanz antiisraelischen Handelns seit mehr als zehn Jahren veranschaulicht dies. An der Norwegischen Universität für Wissenschaft und Technologie (NTNU) in Trondheim gehören alle Studenten der Studentenorganisation Studentsamskipaden i Trondheim (SITI an. Dieses Gremium sorgt für ihre soziale Sicherheit. Studenten an der Universität sind verpflichtet einen Semesterbeitrag zu zahlen, damit ihnen gestattet ist an Examen teilzunehmen; diese Gebühr schließt eine Zahlung an die SIT ein. Im April 2005 beschloss SIT einen Boykott Israels. Im Februar 2006 beendete SIT den Boykott, weil er nicht in ihre ethischen Richtlinien passt, die fordern, dass die Studenten ihre Entscheidungen eigenständig treffen.[3]

Ende 2005 beschloss die Region Sør Trøndelag, zu der Trondheim gehört, Israel zu boykottieren.[4] Die norwegische Regierung ließ sie daraufhin wissen, dass ein solcher Boykott gemäß dem Völkerrecht, norwegischem Recht und Vereinbarungen mit der EU und der Welthandelsorganisation (WTO) illegal ist.[5] Daraufhin beschloss die Region ihre Absicht aufzugeben. Sør Trøndelag war eine der ersten öffentlichen Instanzen in Europa, die einen solchen Boykott beschloss.[6] Obwohl die Region ohnehin kaum etwas von Israel kauft, wurde der Boykott als wichtiger Schritt bei der Formung der Haltung der Konsumenten betrachtet.

Im Frühjahr 2009 gab es einen Aufruf zum Boykott Israels von einer Gruppe Lehrender an der NTNU sowie von einem örtlichen College.[7] Der Rektor der Universität, Torbjørn Digernes, finanzierte eine Serie von 6 Vorlesungen zum Nahen Osten durch Antiisraelis. Zu den Dozenten aus dem Ausland gehörten die israelischen Extremisten Ilan Pappe und Moshe Zuckerman, dazu der amerikanische Wissenschaftler Stephen Walt. Drei weitere Vorlesungen wurden von norwegischen Antiisraelis gehalten. Die Hauptorganisatoren der Reihe hatten allesamt den Aufruf zu einem akademischen Boykott Israels unterschrieben.

Es gab viele Verurteilungen der NTNU.[8] An der Universität selbst organisierte ein Chemieprofessor eine Aktion gegen den Boykott. Jüdische Organisationen in der Welt sprachen sich gegen die NTNU aus. Die Anti-Defamation League schrieb an die Europäische Union und forderte, dass Israel boykottierende Universitäten vom Studentenaustauschprogramm Erasmus ausgeschlossen werden.

Das American Jewish Committee mobilisierte die Association of American Professors, um die NTNU zu verurteilen. Hauptakteur wurden die Scholars for Peace in the Middle East, die die Forderung der Boykottgegner in Trondheim unterstützten. Letztlich unterschrieben mehr als 3000 Universitätslehrende eine Petition, in der es hieß, wenn Israel boykottiert wird, dann würden sie nichts mehr mit der NTNU zu tun haben wollen. Darunter befanden sich 17 Nobelpreisträger, einschließlich der beiden einzigen lebenden Preisträger aus Norwegen.

Die vielleicht aggressivste Attacke gegen den Boykott kam von einer viel kleineren Quelle. Der international gelesene Blog Tundra Tabloids beschloss, dass der Umgang der NTNU mit Israel unter der Schirmherrschaft des Rektors entsprechend beantwortet werden sollte. Er veröffentlichte mehrere Bilder eines NTNU-Gebäudes auf das der Slogan „Hass-Campus“ eingeblendet wurde. Der Blog verspottete zudem Digernes. Er druckte eine Fotomontage von ihm zusammen mit dem damaligen iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad, dem französischen Rechtsextremistenführer Jean-Marie Le Pen und Hamasführer Isma‘il Haniyeh. In der Bildbeschreibung hieß es, dass auch sie als Lehrende an die NTNU eingeladen würden.[9]

Nachdem der Boykottantrag der NTNU auch vom norwegischen Minister für höhere Bildung verurteilt worden war, lehnte der Vorstand der NTNU den Boykottplan einstimmig ab.

Ein weiterer Boykottaufruf in Trondheim kam vom damaligen lutherischen Bischof Trondheims, Tor Jørgensen.[10] Um die lange Geschichte des Antisemitismus der lutherischen Kirche nachzuzeichnen, muss man sich nur daran erinnern, dass Martin Luther das Verbrennen von Synagogen zu Ehren Gottes und der Christenheit empfahl. Der Hass auf Juden, den Luther vielen seiner Anhänger einflößte, half die Infrastruktur für den Holocaust zu legen.

2011 brachte die Wochenzeitung Morgenbladet die Geschichte eines norwegischen Studenten der NTNU, auf den eine Frau zukam, die eine Zigarette rauchte. Als sie hörte, dass er mütterlicherseits israelischer Abstammung ist, sagte sie, dass Israel und sein Volk alles repräsentieren, was in dieser Welt falsch läuft und dass sie für die Hamas ist. Nach einer hitzigen Diskussion schlug sie ihm ins Gesicht.[11]

Zugegebenermaßen sind die Probleme des klassischen Antisemitismus und Israelhasses Norwegens nicht auf Trondheim beschränkt. Als jüdische Gemeindemitglieder zum Grad des Antisemitismus in Norwegen befragt wurden, gaben zwei Drittel der Befragten eine Zunahme an. Die Hälfte der Befragten sagte, sie hätten persönlich Antisemitismus erlebt.[12]

Die aktuelle Mitte-Rechts-Regierung Norwegens versucht den strukturellen Hass auf Israel in Norwegen zu übertünchen. 2012 wurde eine Stichprobengruppe in einer Studie des Zentrums für Holocaust-Studien und religiöse Minderheiten in Norwegen gefragt: „Ist das, was Israel den Palästinensern antut, das Gleiche, was die Nazis den Juden antaten?“ Achtundreißig Prozent der befragten Norweger bejahten das.[13]

Sollte nach den Parlamentswahlen 2017 eine von der Arbeitspartei geführte Regierung zurückkehren, werden die Probleme sich nur verstärken. Die Arbeitspartei wird von Jonas Gahr Stoere geführt, der regelmäßig gegen Israel hetzt.[14] Er hat sogar einen Klappentext zur Empfehlung eines Buches zweier norwegischer Hamas-Unterstützer geschrieben, die behaupteten Israel sei in den Gazastreifen eingedrungen, um Frauen und Kinder zu töten.[15]

[1] http://www.thelocal.no/20161118/trondheim-approves-boycott-of-israeli-settlement-goods

[2] http://www.holocaustremembrance.com/sites/default/files/press_release_document_antisemitism.pdf

[3] Persönliche Kommunikation mit Yael Beck.

[4] “Oppvask i FrP etter Israel-boikott,” Adresseavisen, 15 December 2005.

[5] “Forsvarsministeren krevde Israel-boikott,” Dagsavisen, 11 January 2006.

[6] “Avblåser boikott av Israel,” Aftenposten, 17 January 2006.

[7] http://www.akademiskboikott.no/opprop-mainmenu-34/14-oppropet/54

[8] Manfred Gerstenfeld: Antisemittismen I Norge. Bergen (Norge Idag) 2010, S. 140-143

[9] http://tundratabloid.blogspot.com/2009/09/student-to-dean-torbjrn-digernes-at.html, 23 September 2009.

[10] https://ivarfjeld.com/2010/03/09/norwegian-bishop-considers-boycott-of-israel/

[11] www.morgenbladet.no/apps/pbcs.dll/article?AID=/20110114/ODEBATT/701149975/-1/LEDER

[12] Rolf Golombek, Irene Levie, and Julian Cramer, “Jødisk liv i Norge”( June 2012).

[13] “Antisemittisme i Norge? Den norske befolkningens holdninger til jøder og andre minoriteter,” HL-senteret, 20 May 2012, www.hlsenteret.no/publikasjoner/antisemittisme-i-norge.

[14] http://sicsa.huji.ac.il/pdf/ACTA37.pdf

[15] Erlend Skevik, “Regjeringen støttet Gaza-legene,” Verdens Gang,18 September 2009.

Das Gegenteil von Logik

gefunden auf Facebook und eingedeutscht:

DrUnniWikan.NORFrau Wikan ist Sozialanthropologin an der Unversität von Oslo. Wikipedia zitiert sie weiter: „Die norwegischen Frauen müssen ihren Anteil an der Verantwortung für diese Vergewaltigungen tragen.“ Zum Beispiel, indem sie keine muslimischen Männer mit geringen Kenntnissen der norwegischen Kultur in ihre Häuser einladen.

Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (29.06.-05.07.2014)

Sonntag, 29.06.2014:

Terrorbilanz am Vormittag: 50 Raketen wurden allein in den zwei vergangenen Wochen aus dem Gazastreifen nach Israel geschossen. 12 davon nur an diesem Wochenende.

Die am Freitag von Israel getöteten Terroristen gehörten der ISIS an.

Netanyahu drohte mit einer Ausweitung der Aktionen gegen die Terroristen im Gazastreifen.

Montag, 30.06.2014:

Die Suche ist vorbei. Die drei Jungen wurden gefunden – d.h. ihre Leichen. Einfach auf einem Feld abgeladen, offenbar schon kurz nach der Entführung, halbwegs in einer flachen Mulde verscharrt. Gefesselt.

Die Terrorgruppe Palästinensischer Islamischer Jihad jammert bei Ägypten, es solle helfen die „israelische Aggression“ zu stoppen.
Die Terrorgruppe Hamas wendet sich mit derselben Aufforderung an die Türkei.
(Dabei wäre es so einfach: Hört mit dem Terror auf, dann habt ihr keine Probleme! Aber das wäre dann zu viel verlangt…)

Die Hamas droht wieder: Eine israelische Offensive würde „die Tore der Hölle öffnen“. Ja, für die Terroristen!

Die Volkswiderstandskomitees haben die Verantwortung für Raketen vom Sonntag für sich reklamiert. Und feiert einen feigen Terrormord von 2006.

Dienstag, 01.07.2014:

Die Jammerlappen von der PA jaulen wieder auf: „Kollektivbestrafung!“ Es gibt jedoch keine Verurteilung der Morde an den drei Jugendlichen. Dafür wird der Mord nur in der englischen Meldung der PA-Nachrichtenagentur gemeldet, die arabische Version lässt ihn komplett außen vor.

Abgesehen davon behauptet die Fatah weiter, die Jungs seien „Soldaten“ gewesen.

Der „moderate“ Mustafa Barghouti rechtfertigt den Mord an den drei Jungen.

Der „palästinensische“ „Botschafter“ in Lissabon fordert Terrorismus gegen Israel.

Bisherige Bilanz der Operation „Bruders Hüter“: 1,2 Millionen Schekel Terrorgelder konfisziert, 422 Terroristen festgenommen.

Mittwoch, 02.07.2014:

Der Iran zu den Aktionen wegen der ermordeten Jugendlichen: Empörung wegen der israelischen Invasion gegen friedliche Palästinenser. Allerdings schreibt IRNA auch über die Jungen auch, dass sie entführte und getötet wurden.

Anders die Die PA-Nachrichtenagentur WAFA: der angebliche Mord an israelischen Siedlern, die angeblich verschwunden waren.

Es gibt einzelne Israelis, die – in den sozialen Medien – „Vergeltung“ fordern, darunter auch Soldaten. Diese werden von der IDF verurteilt; Kommandeure sind angewiesen solche Leute herauszugreifen und zu bestrafen.

Die Familie Fraenkel (Verwandte eines der ermordeten Jungen) redet Klartext: Sollte der junge Araber aus Rache oder aus nationalistischen Gründen ermordet worden sein, so ist das nicht besser als der Mord an den drei Juden.

Mahmud Abbas jammert bei Ägypten, es solle (mit anderen Ländern) dafür sorgen, dass Israel nicht militärisch gegen den Gazastreifen vorgeht.

Die USA und Großbritannien nahmen die arabischen Mordversuche bei den Krawallen zum Anlass Israel zu Zurückhaltung aufzurufen. Das US-Außenministerium glaubt den arabischen Gerüchten eines Rachemords.

Donnerstag, 03.07.2014:

Bis auf weiteres wird die Straßenbahn in Jerusalem nur noch bis zum Viertel French Hill fahren; die Strecke von dort bis nach Pisgat Zeev bleibt vorläufig eingestellt. (In diesem Abschnitt hatte es die Krawalle mit Zerstörung der Haltestellen gegeben. Die Schäden an der Bahnstrecke zu reparieren, wird vermutlich einige Wochen bis Monate dauern.)

Die Eltern des ermordeten arabischen Jugendlichen haben widersprüchliche Angaben gemacht. Der Vater sagte u.a., dass ein jüngerer Sohn vor kurzem beinahe von Arabern entführt worden wäre, während die Mutter sagte, dieser Versuch sei von „Siedlern“ unternommen worden; außerdem hatte es am selben Tag von der Familie einen falschen Notruf gegeben. Die Polizei geht immer stärker von einer rein kriminellen Tat aus.

Die IDF hat Verfahren zur Bestrafung von rassistischer Online-Aufhetzung und Rache-Aufrufen durch israelische Soldaten im Zuge der Ermordung der drei israelischen Jugendlichen eingeleitet. Ein Soldat wurde deswegen festgenommen.

Auch der UNO-Sicherheitsrat weiß schon jetzt, dass der Mord an dem arabischen Jugendlichen „offensichtlich“ ein jüdischer Racheakt war und verurteiltes das mit einer Erklärung, die praktisch dieselbe war, wie sie zur Ermordung der drei Israelis ausgegeben wurde.

Die IDF hat ihre Truppen am Gazastreifen sicherheitshalber verstärkt.

Freitag, 04.07.2014:

Der ermordete arabische Junge: Wie sehen die Beweise für eine Täterschaft israelischer Siedler aus? So: Ein Junge wurde in einem Auto entführt. Trugen die Täter Kippa? Nein. Hatten sie Bärte, trugen sie Tzitzit? Nein. Warum Siedler? Sie flohen nach Jerusalem, dann sind sie Siedler.
Fazit: 1. In Jerusalem wohnen keine Araber. 2. Juden in Jerusalem sind „Siedler“.

Nach Tagen Raketenterror und Gegenschlägen hat, berichtet die BBC, die Hamas einer von Ägypten vermittelten Waffenruhe zugestimmt. Allerdings wurden nur wenige Stunden später wieder 2 Mörsergranaten nach Israel geschossen, die in offenem Gelände im Kreis Eschkol einschlugen.

Der US-„Vermittler“ Martin Indyk bezeichnet den „Friedensprozess“ als tot. Er macht „den Siedlungsbau“ dafür verantwortlich. Jahre lang im Geschäft, aber zu blind und dumm, um die Fakten zu sehen…

Die Mutter des ermordeten arabischen Jungen fordert Terror gegen Israel; das sei „palästinensisches Recht“.

Eine (neue?) PA-Gruppe, die sich „Koalition der Intifada-Jugend“ nennt, ruft zu Gewalt gegen in Judäa und Samaria lebende „Siedler“ auf. Die Ankündigung ist mit „Wir werden den Zionisten mit einem Felsen jagen“ und die Jugend wird aufgefordert „das Land zu verbrennen und es zur Hölle unter den Füßen der Eindringlinge zu machen“.

Der ermordete arabische Junge wurde heute beerdigt. Die „Trauernden“ schossen in die Luft und schworen Judenmord. Polizei wurde mit Steinen beworfen und weitere Zusammenstöße provoziert.

Von den Palästinenserführern – auch den „Moderaten“ gibt es Null Aufforderung zu „Zurückhaltung“ an die Araber.

Samstag, 05.07.2014:

Der Palästinensische Islamischer Jihad etikettiert jüdische Zivilisten in Judäa und Samaria als „legitime Ziele“.

Norwegens Außenminister warnt vor einer Eskalation der Lage und sagt, Israel habe die Verantwortung Zurückhaltung zu zeigen. (Ähm: Was tut es denn sonst? Solche „Proteste“ hätten in jedem anderen Land bereits Tote zur Folge. Und warum wird diese Verantwortung nur bei Israel angemahnt, nicht bei den Arabern???)

Zur Erinnerung: die „täglichen Vorkommnisse“ (verhinderte Terroranschläge, versuchte Morde usw.) finden sich auf der Seite „Friedfertigkeiten 2014“; die humanitären Lieferungen und Maßnahmen Israels unter „Humanitäres“ (beides in der Sidebar zu finden).

Der neue NATO-Generalsekretär Stoltenberg: Befürworter von Hamas-Interessen

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Mit der Zeit wird zunehmend klar, wie absurd die Wahl des ehemaligen norwegischen Premierministers der Arbeitspartei Jens Stoltenberg zum nächsten NATO-Generalsekretär ist. Die neue Vereinbarung zwischen Hamas und Fatah erinnert an die vielen Wege, wie Stoltenberg, seine Regierung und die Arbeitspartei direkt und indirekt die Interessen der Hamas beworben haben.

Die Hamas fordert in ihrem Programm die Ermordung der Juden.1 Im Januar 2006 erzielte sie bei den einzigen allgemeinen palästinensischen Wahlen die Mehrheit. Die Europäische Union und die USA stuften die Hamas als Terrorgruppe ein.2 Beide beendeten die Kontakte mit offiziellen Vertretern der Palästinenser, nachdem die Hamas im März 2006 eine neue Palästinenserregierung unter der Führung von Ismail Haniyeh bildete. Die Vereinigten Staaten und die EU kappten dann auch alle Hilfe für die Palästinenser.3

Im April 2006 wurden zwei Hamas-Repräsentanten, der Parlamentarier und Sprecher des Hamas-Blocks im Parlament Salah Mohammed El-Bardawil und Mohammed El-Rantisi, vom norwegischen Palästina-Komitee eingeladen. Man behauptete, es sei „wichtig“ Repräsentanten aus der neuen palästinensischen Regierung einzuladen.4 El-Rantisi wurde von Norwegen ein Schengen-Visum gegeben, was ihm erlaubte in jeden der 15 Mitgliedsstaaten einzureisen; El-Bardawil erhielt ein Visum für Norwegen, da sein vorheriger Schengen-Antrag von Frankreich abgelehnt wurde.5,6

Die Einreisegenehmigungen wurden nur wenige Wochen nach einem schweren Selbstmord-Bombenanschlag vor dem Schnellimbiss „The Mayor’s Falafel“ (Die Falafel des Bürgermeisters) in Tel Aviv erteilt, bei dem es neun Tote und mehr als 70 Verletzte gab.7 Die Bewegung Islamischer Jihad übernahm die Verantwortung. Die Hamas nannte den Anschlag eine legitime Reaktion auf „israelische Aggression“. Obwohl El-Bardawil sagte, er verurteile den Selbstmord-Bombenanschlag nicht, hieß Außenminister Støre – ebenfalls von der Arbeitspartei – den Hamas-Repräsentanten in Norwegen willkommen.8,9

In den folgenden Monaten wurden die Hamas-Repräsentanten Yahya al-Abadsa und Flüchtlingsminister Atef Adwan von derselben Organisation eingeladen. Al-Abadsa traf sich während seines einwöchigen Besuchs mit Amnesty International Norwegen und dem Leiter des parlamentarischen Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten, Olav Akselsen von der Arbeitspartei.10 Adwan nahm an einem Treffen mit dem Leiter der Nahost-Abteilung des Außenministeriums Kåre Eltervåg teil.11 Er traf sich auch mit Parlamentariern sowohl von der Arbeitspartei als auch der Sozialistischen Linken. Stoltenberg war nicht nur Premierminister, sondern auch – wie heute noch – Chef der Arbeitspartei.

Norwegen war die erste westliche Regierung, die die kurzlebige, wiederum von Haniyeh geführte Hamas-Fatah-Einheitsregierung von 2007 anerkannte.12 Der stellvertretende norwegische Außenminister Raymond Johansen wurde im März 2007 zum ersten hochrangigen europäischen Offiziellen, der mit ihm sprach. Mehrere Medien zeigten ein Bild der beiden, wie sie die Hände schüttelten.13 Nach dem Treffen mit Haniyeh sagte Johansen: „Wir hoffen, dass alle europäischen Länder und auch andere Länder diese Einheitsregierung unterstützen werden.“14,15 Israel sagte daraufhin alle geplanten Treffen zwischen Johansen und offiziellen Vertretern Israels ab.

Während Israels Operation Gegossenes Blei 2008/2009 gingen die beiden norwegische Ärzte und linksextremen Aktivisten Mads Gilbert und Erik Fosse nach Gaza und halfen bei der Behandlung verletzter Gazaner. Sie reisten als Teil der humanitären Organisation NORWAC in den Gazastreifen, die zu einem großen Teil vom norwegischen Außenministerium finanziert wird.16 Gilbert und Fosse wurden regelmäßig von den internationalen Medien interviewt und behaupteten, Israel greife Zivilisten an; sie setzten das mit Hades gleich, dem Gott der Toten und der Unterwelt der griechischen Mythologie.17

Das Krankenhaus in Gaza, in dem sie arbeiteten, wurde als Hamas-Hauptquartier genutzt. Die norwegischen Ärzte erwähnten dies jedoch in ihren zahlreichen internationalen Presseinterviews nicht ein einziges Mal. In ihrem Buch Eyes in Gaza (Augen in Gaza) erzählen diese beiden Hamas-Propagandisten, wie Stoltenberg die Ärzte anrief, als sie in Gaza waren und im Namen der Regierung und des norwegischen Volks Unterstützung zum Ausdruck brachte. „Wir sind sehr stolz auf euch“, sagte Stoltenberg.18

2011 behauptete die norwegische Regierung auf ihrer offiziellen Internetseite, dass sie geholfen habe Fatah und Hamas 2007 zu ihrer kurzlebigen Regierung zusammenzubringen. Støre hatte damals auf Anfrage von Mohammed Abbas Hamas-Führer Khaled Meschaal kontaktiert, um die Erwartungen der internationalen Gemeinschaft zu übermitteln, dass die beiden Parteien eine Einheitsregierung bilden sollten. Die norwegische Regierung behauptete zudem, dass sie die Hamas niemals anerkannte und keinen politischen Kontakt zu ihr herstellte.

Benson K. Whitney, damals amerikanischer Botschafter in Norwegen, sah das anders. In einer Note, die er 2009 an das Außenministerium geschrieben hatte, sagte er: „Obwohl sie es abstreiten würden, gibt es klare Anzeichen dafür, dass der Kontakt mit der Hamas nicht nur eine taktische Notwendigkeit für Dialog ist, sondern dass sie auch die Position der Hamas in gewissem Maße unterstützen.“19

Ich habe bereits an anderer Stelle weitere Gründe dokumentiert, warum Stoltenberg eine so schlechte Wahl als NATO-Generalsekretär ist.20 Im Verlauf der Zeit werden höchstwahrscheinlich weitere dies unterstützende Argumente an die Oberfläche kommen.

Dr. Manfred Gerstenfeld ist Mitglied des Aufsichtsrats des
Jerusalem Center of Public Affairs, dessen Vorsitzender er 12 Jahre lang war.

 

1 The Covenant of the Islamic Resistance Movement. Yale Law School [erhalten am 29. Juni 2013].
2 Hamas Wants off US, EU Terror lists. CBNNews, 12. März 2013.
3 EU, US set to end boycott of Palestinians. BBC, 20. März 2007.
4 Ole Berthelsen/Ole Peder Giæver: Støre ønsker Hamas velkommen. Nettavisen, 18. April 2006.
5 Abigail Klein Leichman: Oslo Grants Visa to Hamas Lawmaker. Jerusalem Post, 16. Mai 2006.
6 Sissel Henriksen: Slakter Sveriges. Klassekampen, 19. Mai 2006.
7 Suicide bomber kills nine in Tel Aviv. NBC News, 17. April 2006.
8 Ashraf al-Kahdra/ Ole Peder Giæver: Fordømmer ikke selvmords-angrepet. Nettavisen, 18. April 2006.
9 Ole Berthelsen/Ole Peder Giæver: Støre ønsker Hamas velkommen.
10 Ole Peder Giæver: Hamas-parlamentarikeren Yahya Al-Abadsa, som denne uken er på besøk i Norge, tror ikke det brygger til borgerkrig i de palestinske områdene. Nettavisen, 13. Juni 2006.
11 DU-representanter møtte Hamas-minister. Aftenposten, 13. Mai 2006.
12 Harald S. Klungtveit/Morten Øverbye: Israel avlyser alle avtaler med norsk statssekretær. Dagbladet, 20. März 2007.
13 Norwegian minister meets Hamas PM. BBC News, 19. März 2007.
14 ebenda.
15 Norway-Hamas Link Angers Israel. BBC News, 20. März 2007.
16 Erik Abild: NORWAC i Palestina. Norwegian Aid Committee, 19. Dezember 2010.
17 Gjermund Glesnes: Sammenlingner Gaza med dødsriket Hades. Verdens Gang, 4. Januar 2009.
18 Erlend Skevik: Regjeringen støttet Gaza-legene. Verdens Gang, 18. September 2009.
19 Pål T. Jørgensen/Espen Eide: Støre har hatt hemmelige samtaler med Hamas. 27 January 2011.
20 Manfred Gerstenfeld: NATO’s new secretary-general: Problematic not only for Israel. Jerusalem Post, 6. April 2014 (auf Deutsch hier).

Während des Holocaust verfolgten norwegische Nazi-Kollaborateure Juden

Manfred Gerstenfeld interviewt Eirik Veum (direkt vom Autor)

Meine drei Bücher über norwegische Kollaboration mit den deutschen Besatzern während des Zweiten Weltkriegs ergaben neue Informationen dazu, wie Norweger an der Verfolgung von Juden beteiligt waren. Norweger und Norwegerinnen gehörten verschiedenen deutschen SS- und Armeeeinheiten an. Von rund 5.500 norwegischen Freiwilligen wurden 852 getötet.

Im 2009 veröffentlichten The Fallen enthülle ich Namen, ihr Alter und wo diese Getöteten fielen. Einige Norweger in deutschen Einheiten der Waffen-SS und später in Sonderkommandos in Osteuropa sahen auch zu, wie Ukrainer und Deutsche Juden töteten. Norweger waren außerdem an der Suche nach Juden beteiligt. Ich entdeckte einen Fall, bei dem Norweger einen Juden in einem Haus fanden und ihn auf die Straße brachten. Danach wurde er erschossen, wir wissen aber nicht von wem. Infolge meines Buches wird Dr. Efraim Zuroff, der Direktor des Simon-Wiesenthal-Zentrums in Israel, versuchen zu ermitteln, ob Norweger auch direkt an Morden beteiligt waren.

Eirik Veum ist norwegischer Journalist, der für die Norwegische Rundfunkanstalt NRK arbeitet.

Dieses Buch und die beiden nächsten verkauften sich gut. Die Reaktionen waren allerdings gemischt. Mehrere Historiker behaupteten, mit meinen Themen sollten sich Historiker beschäftigen und nicht ein Journalist. Man fragt sich dann, warum kein Historiker in fast siebzig Jahren dieses Thema je erforschte. Einige Familienmitglieder der norwegischen Freiwilligen hatten kein Problem mit der Tatsache, dass ich die Namen ihrer Verwandten offenlegte. Sie glaubten, dass die Wahrheit öffentlich werden sollte, selbst wenn es brutal war. Sie hatten das Gefühl, dass Menschen für ihr Tun allein verantwortlich sind. Andere sagten, wir hätten ihre Familien entehrt, indem wir Verwandte namentlich identifizierten. Wieder andere erklärten, norwegische Kollaborateure mit den Nazis hätten den Namen ihrer Familie entehrt. Diese Debatte war intensiv und ihr Muster kehrte wieder, als meine beiden folgende Büchern veröffentlicht wurden. Es ist interessant festzustellen, dass mehr Energie der Diskussion des Themas der Identifizierung dieser Leute gewidmet wurde als ihren Taten.

Im Oktober 2013 gab ein 91-jähriger norwegischer Freiwilliger der SS-Division Viking – die aus Freiwilligen aus von den Deutschen besetzten Ländern bestand – dem NRK ein Interview. Er sagte, er habe zusammen mit anderen Soldaten Hunderte Einheimische in der Ukraine in einer Kirche gesammelt und sie dort verbrannt, während sie zusahen. Das war das erste Mal, dass ein norwegischer Freiwilliger öffentlich zugab an einem Kriegsverbrechen teilgenommen zu haben.

Mein zweites Buch, Gnadenlose Norweger – die Staatspolizei, wurde im Oktober 2012 veröffentlicht. Wie der Titel sagt, wurde darin die norwegische Staatspolizei erforscht, die mit der Gestapo kooperierte. Das norwegische Justizministerium hatte alle Juden Norwegens registriert. In ihre Ausweise wurden Kennzeichen gestempelt. Die Staatspolizei – gekleidet in norwegische Uniformen – verhaftete im Oktober 1942 männliche Juden und sammelte sie in einem Gefangenenlager. Die norwegischen Wachen dort waren oft sehr grausam.

Die Wertsachen der verhaftete Juden wurden von der Staatspolizei gesammelt und manchmal gestohlen. Einen Monat später wurden auch Frauen und Kinder von der Staatspolizei verhaftet. Diese brachte alle 771 verhafteten Juden in den Hafen von Oslo. In der Nähe des Schiffes Donau übergaben sie die meisten der Juden den Deutschen, die sie nach Stettin in Deutschland brachten. Fast alle wurden ermordet und nur 34 kehrten zurück.

Einige norwegische Nationalsozialisten kamen ins Gefängnis, weil die Deutschen sie als viel zu grausam betrachteten. Mitglieder der Staatspolizei exekutierten mehrere Widerstandskämpfer ohne Gerichtsverfahren. Manchmal mussten die Deutschen nach diesen Erschießungen das Blut beseitigen. Nachdem dieses Buch veröffentlicht wurde, wollten einige Historiker wie auch Familienmitglieder dieser Kriminellen mich vor Gericht bringen, weil ich als geheim eigestufte Informationen veröffentlicht und damit den Datenschutz verletzt hätte. Meine Anwälte schafften es, das zu stoppen.

Mein im Oktober 2013 veröffentlichtes drittes Buch trägt den Titel Gnadenlose Norweger – Hird. Darin wird die paramilitärische Jugendorganisation Hird untersucht, die von der norwegischen Nazipartei Nasjonal Samlung 1933 gegründet wurde. Sie hatte zwischen 20.000 und 28.000 Mitglieder, von denen einige sehr jung waren. Eine Reihe von ihnen war daran beteiligt mit der norwegischen SS Juden überall im Land festzunehmen. Mehrere stahlen auch jüdische Wertsachen.

Die Deutschen brachten jugoslawische Widerstandskämpfer und Zivilisten in sechs Gefangenenlager in Norwegen. Hird-Mitglieder wurden als Wachen eingesetzt. Einige von ihnen waren unbeschreiblich grausam. Sie erschossen aus Spaß Gefangene. Einige banden Ratten und Gefangene aneinander. Als die Ratten Hunger bekamen, fraßen sie die Gefangenen, die starben. Nach zehn Monaten nahmen die Deutschen die Norweger infolge ihrer Grausamkeit aus den Lagern. Danach verbesserte sich die Lage der Häftlinge.

Nach dem Krieg konnten Norweger, die kriminelle Taten verübt hatten, von überlebenden Widerstandskämpfern identifiziert werden; sie bekamen lange Haftstrafen. Da nur wenige Juden überlebt hatten, konnten Norweger, die Verbrechen an Juden verübt hatten, in der Regel nicht identifiziert werden. Einiges des gestohlenen jüdischen Eigentums wurde nie zurückgegeben und ist immer noch im Besitz norwegischer Familien.

Veum schließt: Es gibt vermutlich mehr norwegische Kollaborateure als Widerstandskämpfer. Es bleibt noch viel zu erforschen. Ich glaube, dass es norwegische Verbrecher aus dieser Zeit geben könnte, die noch am Leben sind und nie für die Kriegsverbrechen belangt wurden, an denen sie beteiligt waren.

Dr. Manfred Gerstenfeld ist Mitglied des Aufsichtsrats des
Jerusalem Center of Public Affairs, dessen Vorsitzender er 12 Jahre lang war.

Norwegische Gewerkschaften beschuldigen Juden palästinensisch-arabische Brunnen zu vergiften

Elder of Ziyon, 9. Dezember 2013

Der norwegische Verband der kommunalen und allgemeinen Angestellten hat 340.000 Mitglieder; er schickt kürzlich eine Gruppe Delegierte in die Westbank. Der daraus entstandene Artikel in ihrem monatlichen Magazin ist angefüllt mit antiisraelischer (und antisemitischer) Propaganda.

Miff.no, eine proisraelische norwegische Internetseite, berichtet, dass der Artikel Israel des „Völkermords“ und „ethnischen Säuberung“ an palästinensischen Arabern beschuldigt. Sie vermerkt, dass die arabische Bevölkerung in der Gegen sich in den letzten 100 Jahren verzehnfacht hat und vergleicht das mit der Bevölkerung Norwegens, die sich im gleichen Zeitraum nur verdoppelte. Wenn die palästinensischen Araber „Völkermord“ und „ethnische Säuberung“ durchlitten hätten, wie die Gewerkschaft behauptet, wie nennt man dann das, was den Norwegern passierte?

Der Artikel hat dieses Foto mit Bildbeschreibung:

“An der sehr heiligen Ibrahim-Moschee in der Stadt Hebron in der Westbank beschränken israelische Soldaten den Zugang für Palästinenser.“

Nichts darüber, dass dies eine jüdische heilige Stätte war, lange bevor es den Islam gab. Nichts über die dort begrabenen jüdischen Vorväter und -Mütter. Es ist eine sehr heilige Moschee und Juden schränken den Zugang ein (ich vermute, Leute mit Schusswaffen draußen zu halten, ist „Zugang einschränken“).

In dem Artikel heißt es auch als Fakt: „Es ist bekannt, dass israelische Siedler auch Brunnen vergiften.“ Damit sehen wir, dass der mittelalterliche Ritualmordvorwurf der Brunnen vergiftenden Juden im 21. Jahrhundert als Wahrheit akzeptiert worden ist.