Wer sind heute die stärksten, am wenigsten zaghaften zionistischen Stimmen in Israel?

Sheri Oz, Israel Diaries, 7. Juni 2020

Es scheint so, als gehörten einige der stärksten zionistischen Stimmen einem Drusen aus Daliat el-Carmel, einem Arabisch sprechenden Christen aus Haifa und einem aramäisch-christlichen Maroniten aus Gush Halav. Werfen wir einen Blick auf das, was diese drei Männer auf Facebook zu den gestrigen Protesten in Tel Aviv posteten – dem Protest gegen die Ausweitung des israelischen Rechts auf unsere Gemeinden in Judäa und Samaria. Dem folgt eine kurze Anmerkung zu dem, was ich in den englischsprachigen israelischen Medien gefunden habe.

Ich werde zuerst die deutsche (aus dem Englischen übersetzte) Übersetzung einstellen und dann den Post selbst.

Samer Berany schrieb (meine Übersetzung):

Das werdet ihr in den Nachrichtenmedien nicht sehen.
Guten Morgen, Freunde;
Gestern gab es eine gewalttätige und gefährliche antiisraelische Demonstration auf dem Rabin-Platz unter der Schirmherrschaft von 39 Organisationen und Bewegungen der extremen Linken, darunter viele kommunistische Organisationen wie Maki, die Israelische Kommunistische Jugend-Allianz und natürlich Hadasch.
Ja, Leute … 39 Organisationen und Bewegungen ohne dass eine einzige drusische Organisation vor Ort war.
Zehntausende Teilnehmer, unter ihnen viele Israelis, die die PLO-Flagge hissten und die palästinensische Hymne „Baladi Baladi“ sangen, aber Drusen und Tscherkessen … Null … und keine NGO oder Bewegung.
Die Medien werden nicht darüber reden, aber sobald sie einen bemitleidenswerten Drusen treffen, der beriet ist darüber zu klagen, wie schlimm es unter dem israelischen Volk ist, eröffnen sie die Abendnachrichten mit ihm oder ihr im Zentrum einer ausführlichen Story.

Yoseph Haddad schrieb (seine Übersetzung [ins Englische]):

Die Proteste gestern am Rabin-Platz wurden von der Gemeinsamen Liste und direkt neben Palästinenser-Flaggen geführt, eine arabische Israelin hob ein Schild hoch, darauf hieß es: „Wir können seit 1948 nicht atmen.“
Stimmt, es ist nicht alles perfekt, es gibt eine Menge Probleme und wir müssen sie in Ordnung bringen, aber diesen Satz als repräsentativ für die israelischen Araber zu schreiben … ist nichts als eine große Lüge! Welch eine Schande!

 

Shadi Khalloul Risho schrieb (meine Übersetzung [ins Englische]):

Ich sehe und ich glaube nicht, in welchem Ausmaß es Juden gibt, die in Tel Aviv von der Wahrheit abgekoppelt sind. Ich sehe keine israelischen Flaggen, sondern Flaggen des Islamischen Kalifats, Palästina-Einheit. Einmal mehr tricksen sie manipulativ Israelis dazu israelische Widerstandskraft gegen einen bösartigen Feind zu schwächen, der am Ende auch mit ihnen keinerlei Erbarmen haben wird. Die dich niedergerissen und verwüstet haben, ziehen weg von dir. (Jesaja 49,17)

Und was liefert uns die englischsprachige israelische Presse? Sie bringen immer nur Kriegsverbrechen und Apartheid. Einige luden sogar Bernie Sanders‘ Video hoch, in dem er gestern Abend an den Schreien gegen unser Land mitmachte, weil es unser Recht auf unsere Gemeinden in Judäa und Samaria ausweitet.

Um diese Täuschung der Medienberichte zu sehen, betrachten Sie den letzten Satz in einem Artikel der Jerusalem Post:

Dier Protestlers in Tel Aviv brüllten „Ich kann nicht atmen“ und dass ihnen „von der übergriffigen Diktatur die Luft abgeschnürt“ werde, womit sie die in den gesamten USA tobenden Rassenkrawalle meinten.

Was sie den Lesern allerdings nicht sagten, ist, dass auf dem Schild, das sie zitierten, stand: „Wir können seit 1948 nicht atemen.“

Geringfügige Unruhe bei der Demo in Tel Aviv, als Protestierende der Polizei trotzten, „Iyad“ brüllten und gegen „brutale Bullen“ schrien.

Ich muss fragen: Fühlen sich alle an dem Protest teilnehmenden Juden wohl, dass sie gegen in Haifa, Netanya, Petach Tikva lebenden protestieren und sogar die, die rund um genau den Platz leben, auf dem sie gestern Abend standen?

Ich sehe nicht, dass irgendeine der englischsprachigen Medienseiten dieses Bild in ihren Berichten zeigt:

Palästinenser und Juden kommen n Tel Aviv bei einem Protest zusammen, der Annexion und Apartheid die Stirn bietet. Das ist die Koexistenz und Mit-Widerstand, an die ich glaube. Ich freue mich auf den Tag, an dem wir alle zusammen frei und gleichberechtigt sein werden.

Ich denke, sie wollen nicht, dass irgendjemand glaubt, es gebe Opposition gegen die Existenz des Staats Israel, egal in welcher Größe. Was sonst kann „Schafft den Zionismus ab“ bedeuten?

Vielleicht am ironischsten ist ein Gespräch, das sich heute Morgen mit einem arabischen Israeli hatte, der immer noch an die angebliche Zweistaatenlösung glaubt; und er will nicht, dass es kein Israel gibt, in dem er weiter leben kann. Während er über seine Opposition gegen die anstehende Ausweitung israelischen Rechts nach Judäa und Samaria redet, sagte er mir recht offen und deutlich, dass 99% der palästinensisch-arabischen Bevölkerung in „der Westbank“ sich einfach wünschen, dass Israel zurückkommt und dort die Kontrolle wieder übernimmt. Um was zur Hölle dreht sich dieser Protest dann eigentlich?

Können Menschen wirklich so außer Kontakt mit dem sein, was heute los ist und in alten Mustern und Propaganda fest?

Israel hat gegen uns geführte Kriege gewonnen, mit denen unsere Auslöschung erreicht werden sollte. Wir haben gewonnen. Und dann entschuldigen wir uns dafür, dass sie uns nicht losgeworden sind? Sind wir schüchtern? Sind wir ängstlich? Wir könnten von Samer, Yoseph und Shadi etwas über Selbstachtung lernen.

Arutz Sheva-Autor als führender Antisemitismus-Forscher anerkannt

Dr. Manfred Gerstenfeld schreibt regelmäßig auf Arutz Sheva (und abseits vom mainstream – heplev), ist Hauptredner der CIJR-Gala, listet Prioritäten im Kampf gegen Antisemitismus.

Israel National News, Redaktion, 8. Dezember 2019

Marchla Abramovitz überreicht Dr. Gerstenfeld die Auszeichnung (Foto: INN/MG)

Dr. Manfred Gerstenfeld, Autor für Arutz Sheva, wo er regelmäßig Beiträge veröffentlicht, war am 1. Dezember der Hauptredner auf der jährlichen Gala des Canadian Institute for Jewish Research (CIJR) in Montreal.

Auf der Gala wurde Gerstenfeld die Auszeichnung International Lion of Judah (Internationaler Löwe von Juda) des CIJR für „hervorragende Dienste für Israel und das jüdische Volk“ verliehen. Die Einladung zum Abend kündigte ihn als die anerkannte führende internationale Autorität auf dem Gebiet des Antisemitismus an.

In seiner Rede vermerkte Gerstenfeld drei strategische Prioritäten im Kampf gegen fast grenzenlose antisemitische Bedrohungen; zuvor erklärte er, dass es gemäß der globalen Studie der Anti-Defamation League, weltweit mehr als eine Milliarde Antisemiten gibt. Diese Zahl bezieht sich nur auf den klassischen religiösen und ethnisch-nationalen Antisemitismus. Nicht eingerechnet sind Menschen, die sich nur als antiisraelisch betrachten. Er merkte an, dass diese Erkenntnis sich in rund 75 Antisemiten auf jeden Juden übersetzt, Babys und selbsthassende Juden eingeschlossen.

Gerstenfeld definierte seine drei Prioritäten wie folgt:

  • Er forderte die Bildung einer Agentur für Propagandabekämpfung, die für die israelische Regierung höchste Priorität haben sollte. Nur eine solche Organisation kann sich systematisch um die weit verbreiteten Hasskampagnen gegen Israel und die Juden weltweit kümmern. Israel hat die Gelder zur Verfügung, um eine solche Organisation zu gründen und zu unterhalten. Eine solche Agentur könnte den vielen proisraelischen Organisationen und Einzelpersonen unschätzbare Hilfe bieten. Gerstenfeld nannte Beispiele dafür, wie leicht es war Pro-BDS-Akademiker davon abzuschrecken diese antisemitische Aktivität zu unterstützen.
  • Die zweite Priorität nach Gerstenfeld besteht darin in erster Linie nichtjüdische Politiker und andere Prominente zu überzeugen, dass sie eingestehen, dass Antisemitismus mehr als tausend Jahre lang integraler Bestandteil westlicher Kultur gewesen ist. Wie sich die Kultur entwickelte, machten es auch der Antisemitismus und seine Mutationen.

Gerstenfeld führte als Beispiel dafür die horrende falsche Vorstellung an, dass Juden absolut böse sind. Im Christentum bestand solches Übel darin, dass Juden für den Tod des behaupteten Sohnes Gottes, Jesus, verantwortlich gemacht wurden. In der schlimmsten Erscheinungsform ethnischen Nationalismus, dem Nationalsozialismus, waren die Juden absolut böse, weil sie als Untermenschen betrachtet wurden. Als Ungeziefer oder Bakterien, entschieden die Nazis, sollten Juden ausgelöscht werden.

Im Weiteren hob Gerstenfeld heraus, dass der Nationalsozialismus und die Planung von Völkermord heute die Symbole des absolut Bösen sind. Im übelsten Antiisraelismus wird Israels Handeln gegenüber palästinensischen Arabern fälschlich dem der Nazis gegen die Juden gleichgesetzt. Er fügte hinzu, dass Israel zudem fälschlich beschuldigt wird Völkermord an den palästinensischen Arabern zu planen. Mehr als 150 Millionen von 400 Millionen erwachsenen EU-Bürgern glauben diese Verleumdung.

Gerstenfeld fügte hinzu, wenn erst einmal akzeptiert wird, dass westliche Kultur von Antisemitismus durchdrungen ist, dann wird es leichter viele zeitgenössische Fälle von Antisemitismus in historischer Perspektive aufzudecken. Wenn Juden und Nichtjuden erst einmal darin übereinstimmen, wird es möglich effektiver gegen diesen ältesten Hass vorzugehen.

  • Als dritte, aber nicht weniger wichtige Priorität als die beiden ersten, nannte Gerstenfeld die Notwendigkeit jüdische Masochisten zu entlarven. Er sagte, dass es in der jüdischen Tradition eine langjährige Strömung des Masochismus gibt. Zeitgenössische jüdische Masochisten in Israel und im Ausland behaupten, Israel müsse perfekt sein, während andere das nicht sein müssen. Sie werden selten, wenn überhaupt, jemandem sagen, dass Israels Feinde etwas falsch machen. Das ist gemäß der am meisten anerkannten Definition des Antisemitismus eine antisemitische Einstellung; diese Definition ist die der Holocaust-Gedenkallianz (IHRA).

Jüdische Masochisten, fuhr er fort, sind die idealen nützlichen Idioten, um von Israels Feinden manipuliert und benutzt zu werden. Diese können sich immer auf Äußerungen dieser Masochisten stützen, um Israel zu kritisieren. Ein Beispiel für einen prominenten jüdischen Masochisten, sagte Gerstenfeld, ist einer der  Präsidentschaftskandidaten der US-Demokraten Bernie Sanders. Sanders hat Netanyahu als Rassisten bezeichnet, während er zu Mahmud Abbas schwieg, der sagte, dass im zukünftigen Palästinenserstaat keine Israelis leben werden.

Gerstenfeld sagte, dass viele jüdische Aktivisten, die jüdische Masochisten kennen, diesen sagen, dass sie, indem sie Israel aussondern und zur Kriminalität der Palästinenser schweigen, antisemitisch handeln.

Er stellte weiterhin heraus, dass die zentralen Kräfte, die in der westlichen Öffentlichkeit Hass auf Israel verbreiten, aus der liberalen Linken kommen. Muslimische Fanatiker und Rechtsextremisten sind weit gewalttätiger, sind jedoch in Mainstream-Medien und Politik marginal.

Gerstenfeld sprach zudem das Thema freie Meinungsäußerung an. Freie Meinungsäußerung in sozialen Medien hat zu einer Explosion des Hassredens geführt. Diejenigen, die für unbegrenzte freie Meinungsäußerung sind, unterminieren indirekt die westliche Demokratie. Er fuhr fort, das die Interaktion von Juden mit der Gesamtgesellschaft es ermöglicht, dies und viele andere Probleme weit klarer zu erkennen.

Gerstenfeld wurde vom ehemaligen kanadischen Justizminister und führenden internationalen Menschenrechtsaktivisten Irwin Cotler vorgestellt, der zu seinen Ehren sprach und ihn einen Universalgelehrten nannte. Es gab zudem lobende Videos von Rabbi Abraham Cooper, dem Prodekan des Simon Wiesenthal Center in Los Angeles sowie Hillen Neuer, dem Direktor von UN Watch in Genf. Professor Alvin Rosenfeld, der Direktor des Institute for the Study of Contemporary Antisemitism an der Indiana University, schickte einen geschriebenen Text voll Lob, der von Professor Fred Krantz, dem Direktor des CIJR, vorgelesen wurde.

In früheren  Jahren wurde Gerstenfeld, der der emeritierte Vorsitzende des Jerusalem Center for Public Affairs ist, vom Journal for the Study of Antisemitism eine Auszeichnung für sein Lebenswerk sowie der International Leadership Award des Simon Wiesenthal Centers verliehen.

Eine richtig langsame ethnische Säuberung

Elder of Ziyon, 30. Januar 2008

Eines der Mantras der arabischen Welt und ihrer linken nützlichen Idioten ist: Israel unternimmt „ethnische Säuberungen“ palästinensischer Araber oder Araber überhaupt. Der Gazastreifen wird immer als bestes Beispiel für israelischen Völkermord/ethnische Säuberungen herausgekramt.

Ein beständiges Thema dieser Propagandisten und Debilen ist ihre entschiedene Überzeugung, dass Israel den gesamten Grenzdurchbruch in Rafah plante, um Hunderttausende Gazaner dazu zu bringen den Streifen zu verlassen – und dann wollte Israel die Mauer wieder schließen und sie in Ägypten ausgesperrt bleiben lassen. Ein Beispiel der linksextremen Pacific Free Press von letzter Woche:

So gingen die fliehende Palästinenser einfach in eine Falle. Aus freiem Willen sind sie jetzt nach Ägypten verbannt. Wir müssen abwarten und sehen, wie vielen von ihnen die Rückkehr erlaubt wird.

Genauso steht ein Kolumnist der Palestine Press heute vor einem Rätsel: warum genau Israel seinen schändlichen – und soooo offensichtlichen – Plan nicht durchführte.

Aber selbst ohne diesen rauchenden Colt gibt es keinen Mangel an mentalen Zwergen, die Gefallen an ihrem neuesten Mode-Slogan haben: „Zeitlupen-Völkermord“ im Gazastreifen. Ein paar brandfrische Beispiele:

Uruknet: „Es gibt keinen Zweifel, dass Israel einen Zeitlupen-Völkermord im Gazastreifen herbeiführt.“
Al-Ahram: „Samira Al-halayka, ein Hamas-Mitglied des palästinensischen Legislativrats (eine von zwei Hamas-Abgeordneten – beides Frauen – die noch nicht von Israel festgenommen wurden) forderte die Araber und Muslime in der ganzen Welt auf offensiv gegen den ‚Zeitlupen-Völkermord’ im Gazastreifen zu vorzugehen.“
Dissident Voice: „Der Zionismus ist unwiderlegbar rassistisch. Der Beweis ist die Enteignung und der Zeitlupen-Völkermord, den Israel gegen die Palästinenser im Nahen Osten führt.“

Schauen wir uns die Zahlen an!

Nach Angaben des CIA Factbook gibt es im Gazastreifen 1.482.405 Menschen. Die Sterberate beträgt 3,74 Tote auf 1.000 Einwohner; die Geburtenrate beträgt 38,9 Geburten pro 1.000 Einwohner.

Das bedeutet, dass man für dieses Jahr erwarten kann, dass etwa 5.500 Gazaner sterben und mehr als 57.000 geboren werden.

Im Ergebnis würden sogar dann, wenn dieses Jahr 50.000 zusätzliche Menschen des Gazastreifens sterben würden – das Zehnfache der normalen Rate – seine Bevölkerungszahl nächstes Jahr immer noch höher wäre.

Um so viele Araber zu töten müsste Israel Methoden anwenden, wie wir sie von anderen kennen: Syrien oder Saddams Irak oder Jordanien oder dem Iran oder Ägypten (mit dem netten Chemiewaffen-Touch im Jemen) oder…

Nee, wenn es darum geht Araber zu töten, spielt Israel in einer viel niedrigeren Liga.

Ja klar: Die Abrüstung hat’s gebracht!

Nur Abrüstung hat Sicherheit gebracht. Es darf kein neues Wettrüsten in Europa geben. So SPD-Boss Beck aus Rheinland-Pfalz. Raketen-Abwehr bedroht die Interessen Europas. Raketen bringen keine Sicherheit. Das Vorhaben ist ein Alleingang. Darüber hat keiner allein zu befinden. Die Beziehungen zu Russland sind gefährdet.

Fangen wir mit dem ersten Punkt an: Abrüstung war nur möglich, Herr Beck, weil der Westen sich nicht darauf eingelassen hatte, rüstungsmäßig dem Ostblock unterlegen zu werden. Abrüstung, Herr Beck, war nur möglich, weil der Westen bereit war – na ja, ein paar Regierungen und die Amerikaner – sich dem Rüstungswettlauf der Sowjets zu stellen und ihn zu gewinnen.

Die Linken, auch die FDP und alles, was sonst noch „Frieden“ auf seine Fahnen geschrieben hat, biegen sich so gerne alles so zurecht, wie es in ihr Weltbild passt. Da werden dann Ursachen und Wirkungen etwas verschoben und ignoriert, was man nicht brauchen kann.

Wenn die NATO nicht aufgerüstet hätte, hätten die Sowjets sich nie auf Verhandlungen einlassen müssen. Wenn die NATO sich dem russisch initiierten Wettrüsten nicht gestellt hätte, wäre die Sowjetunion nicht untergegangen. Aber Herr Beck meint, die Abrüstung sei vom Reden gekommen, vom Nachgeben, vom „Verständnis“ für die „Sorgen“ der UdSSR und weil man lieb sein wollte. Ausgerechnet!

Und so geht es jetzt wieder los. Bedrohung kommt nach dieser Idioten-Lesart von Defensivmaßnahmen, nicht von denen, die drohen, die Massenvernichtungswaffen bauen und einsetzen wollen und ihre Umgebung knechten – wie der antisemitisch-genozidale Iran, das atomterroristische Nordkorea oder die erpresserischen Muskelprotze in Moskau. Macht ja nichts, die sind alle harmlos, die Amerikaner sind die Bösen. Mit den Russen darf man es sich nicht verderben, die sind ja gleich nebenan. Das ist bedrohlich. Der Iran ist auch näher an Europa als an den USA. Da können wir uns amerikanische Abwehr nicht leisten. Überhaupt keine Abwehr.

Ach, wenn es sie doch wirklich nur so blöde wären. Leider glauben sie den Schwachsinn, den sie da verbreiten. Die glauben wirklich, dass die US-Raketenabwehr eine Bedrohung ist und nicht die aggressiven Vorhaben der Iraner oder die Muskelspiele der Russen. Mit denen ist man doch gut Freund, die können gar nichts unternehmen, was sich auf uns negativ auswirkt. Die Erpressungen, die Putin mit den Ukrainern und zuletzt den Weißrussen getrieben hat, sind nicht fein. Aber Putin ist unser Freund. Wir sind für ihn viel zu wertvoll. Idioten, ihr wisst ja nicht, WIE recht ihr da habt. Als Idioten seid ihr so wertvoll! Als nichts anderes. Und ihr macht euch erpressbar. Diese Sorge wurde dieses Jahr endlich einmal akut. Aber etwas daraus lernen? Zilch. Die alten Idiotensprüche werden wieder aufgewärmt und schon passt alles wieder – die Amis sind die Bösen, die Russen die Guten und alles, was die Amis machen, schadet.

Das Anti-Argument der gefährdeten Beziehungen zu Russland verdeckt das Erpressungspotenzial, das in diesen Beziehungen steckt. „Gefährdete Beziehungen zu Russland“ bedeutet, dass man Putin zumindest beschwichtigen muss, um nicht von ihm fertig gemacht zu werden. Da steckt zumindest die Angst dahinter, dass uns der Gashahn abgedreht wird. Wobei nicht einmal gesagt ist, dass ein selbstbewusster, aufrechter Umgang mit dem „lupenreinen Demokraten“ nicht genauso erfolgreich sein kann. Auch Putin kann man Grenzen klar machen. Statt dessen sonnt man sich in gutmenschlicher Rechthaberei, dass der potenzielle Erpresser der Gute und der potenzielle Schützer der Böse ist. Man gesteht sich nicht ein, dass man Angst haben sollte. Man sucht moralisch erhabene Überlegenheit, die nur bestätigt, was man ist und den Undemokraten im Kreml in seiner Position stärkt.

Stärke zeigen wird als grundsätzlich falsch dargestellt. Wehrhaftigkeit als Übel. Erpressbarkeit als gut und Nachgiebigkeit gegenüber denen, die drohen, als Allheilmittel. Die Stärkung der negativen Kräfte, so wird geglaubt, wird diese dazu bringen, ihre negativen Absichten nicht umzusetzen. Warum auch nicht, wenn die die Kuh melken können? Aber irgendwann ist die Kuh leer und dann nutzt das alles nichts mehr. Aber so weit zu denken überfordert die Herren Beck & Co und die Damen Roth samt Konsorten – und leider auch genügend von denen, die als „rechts“ gelten. Egal, ob es sich um das Problem der russischen Machtspielchen handelt, die iranischen Atompläne oder auch die Islamisten im eigenen Land und der arabischen Welt. Der Kreis schließt sich. Allen Verbrechern der internationalen Politik läuft man hinterher, hofiert sie, schmiert ihnen Honig um’s Maul und unterstützt sie gegen den Großen Satan. Den Amerikanern wird auf Teufel komm raus „Widerstand“ geleistet, die Bedrohenden zu Freunden erklärt. Egal, wie die Wirklichkeit aussieht. Die ist Einbildung.

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