Was hat NGO Monitor falsch verstanden? (Tipp: Nichts!)

Dexter Van Zile, The Times of Israel blogs, 6. Februar 2019

Ein  Aktivist des Ökumenischen Begleitprogramms des Weltkirchenrats führt 2012 Teilnehmer der Reise der „Christus am Checkpoint“-Konferenz an Israels Sicherheitsbarriere in Bethlehem. (Foto: Dexter Van Zile)

Der Middle East Council of Churches (MECC), der belagerte christlichen Gemeinden in mehrheitlich muslimischen Ländern der gesamten Region repräsentiert, verteidigte neulich den Ökumenischen Rat der Kirchen (Weltkirchenrat), indem er gegen nicht genannte zionistische Gruppen Anschuldigungen erhob, sie würden die Aktivisten der Organisation diffamieren, die im Heiligen Land unter der Obhut des Ökumenischen Begleitprogramms im Besetzten Palästina (Ecumenical Accompaniment Program in Occupied Palestine – EAPPI) agieren.

Das Kommuniqué wurde von Exekutivkomitee des MECC ausgegeben, das Ende Januar im Libanon zusammenkam. Das Kommuniqué erklärte: „Die Teilnehmer verurteilen den unfairen und bösartigen Angriff auf das Ökumenische Begleitprogramm im Besetzten Palästina, der von einer der zionistischen Institutionen geführt wurde.“

Der Grad der Verachtung des MECC für Israel und Israelis ist ziemlich offensichtlich. Das Exekutivkomitee des MECC kann sich nicht einmal dazu aufraffen, die fragliche Organisation beim Namen zu nennen, geschweige denn den jüdischen Staat – Israel – in seinem Kommuniqué namentlich anzuführen.

Es ist widerlich. Es ist so, als nähmen die für das MECC verantwortlichen Bischöfe und Patriarchen die arabischen Extremisten im Nahen Osten zum Vorbild, die immer noch davon träumen das „zionistische Gebilde“ in ihrer Mitte zu vernichten. Jemand muss den Leuten in der Führungsriege des MECC sagen, dass das Mittelalter anrief und seinen Antisemitismus zurückhaben will.

Trotz der Weigerung des MECC die fragliche „zionistische Institution“ mit Namen zu nennen, ist ziemlich klar, dass die nicht genannte „zionistische Institution“ NGO Monitor ist, das vir kurzem einen vernichtenden und maßgeblichen Bericht über das EAPPI veröffentlichte. Der Bericht führt detailliert an, wie die Organisation als Trainingslager für antiisraelische Interessenvertretung fungiert. Insbesondere legt der Bericht dar, dass „EAPPI beträchtliche Betonung auf politische Interessenvertretung vor, während und nach der Reise legt. Wenn Freiwillige in ihre Heimatländer und –Kirchen zurückkehren, betreiben sie antiisraelische Lobbyarbeit wie BDS-Kampagnen und die Gleichsetzung von Israel mit dem Apartheid-Südafrika und Nazi-Deutschland.“

Das ist nicht zu leugnen. NGO Monitor hat das genau richtig verstanden.

EAPPI ist eine von zwei Bürokratien (die andere ist das Palestine-Israel Ecumenical Forum oder PIEF), die vom ÖRK gegründet wurden, um gegenüber Menschen außerhalb des Nahen Ostens antiisraelische Propaganda zu propagieren. Ein Aktivist, der das Heilige Land unter dem Deckmantel des EAPPI-Friedenschaffens besucht und dann nach Südafrika zurückkehrte, erzählte seinen Mitchristen: „Es ist an der Zeit zu sagen, dass die Opfer des Holocaust die Täter geworden sind.“ Der Bericht dokumentiert zudem, wie europäische Regierungen dem EAPPI-Programm im Heiligen Land beträchtliche Finanzmittel zukommen lassen, was ebenfalls unbestritten ist.

Das Interessante an der Attacke des MECC ist, dass er nicht ein Iota an Beweisen liefert, dass irgendetwas, was über die EAPPI gesagt wurde, falsch ist. Ebenso der Weltkirchenrat, der das Programm beaufsichtigt. Ja, der ÖRK hat eine vage Stellungnahme veröffentlicht, die erklärt, er sei gegen Antisemitismus und Gewalt und wolle Frieden, aber die Tatsache bleibt bestehen: EAPPI-Aktivisten verkehren regelmäßig mit palästinensischen Extremisten, die Menschenrechtsrhetorik als Deckmantel für ihre Absicht benutzen dem jüdischen Volk seinen souveränen Staat zu rauben.

Ein palästinensischer Extremist, der sich in der Aufmerksamkeit der EAPPI-Aktivisten sonnt, ist Hasan Breijieh, ein Sprecher der PFLP, der auf Video festgehalten wurde, wie er am Sabbat Juden außerhalb ihrer Häuser drangsalierte und der ein Gedicht geschrieben hat, das den Geist von William Wallace in sehr einem sehr offensichtlichen Versuch beschwört den in der Westbank lebenden Israelischen Juden Angst zu machen im Schlaf ermordet zu werden.

Breijieh ist übrigens Sprecher der Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP), einer Organisatione, die im Verlauf der letzten Jahrzehnte zahlreiche Terroranschläge auf Zivilisten verübt hat, darunter das Flughafen-Massaker von Lod. Trotz alldem ist de Facebook-Seite von Breijieh angefüllt mit Fotos von EAPPI-Aktivisten, die ihn besuchen.

Ein interessantes Gedankenexperiment für die EAPPI und ihre Anhänger, mit dem sie sich beschäftigen sollten, besteht in der Frage, ob wie sich mit jüdischen Organisationen verbinden würden, die offen die Ermordung von Palästinensern befürworten, wofür ihr Wohnort als Begründung angegeben wird. Wenn die Antwort „nein“ lautet – und so sollte es sein – dann stellt sich die Frage, warum sie sich mit Palästinensern zusammentun, die für den Mord und die Vertreibung von Juden in der Westbank eintreten. Weil es das ist, was EAPPI-Aktivisten getan haben und es sich in der Rhetorik zeigt, die sie an den Tag legen, wenn sie aus dem Heiligen Land in ihre Heimatländer zurückkehren.

NGO Monitor ist nicht die einzige Organisation, die die EAPPI effektiv genau untersucht haben. Im Tirzus Bemühungen EAPPI-Aktivisten auf Video zu filmen war einer der Faktoren, die dazu führten, dass die Organisation aktuell beschlossen hat sich aus Hebron zurückzuziehen. Und eine weitere Version, DMU, verfolgt EAPPI-Aktivisten seit Jahren aufmerksam. DMU-Aktiviistin Amit Barak ist besonders effektiv darin gewesen die Verbindungen zwischen Hasan Breijieh und seinen Fans in der EAPPPI zu dokumentieren und zu publizieren.

Willkommen zu Foucaults Panoptikum,  Leute! Wie ist die Aussicht?

„Kostümspiel“ ist das beste Wort den EAPPI-Aktivismus in der Westbank zu beschreiben. Für den Uneingeweihten: „Kostümspiel“ beschreibt die Praxis sich als die fiktive Lieblingsfigur eines Buchs oder Films. Sie sehen Kostümspiel betreibende Menschen auf Science Fiction-Tagung, wo die Fans sich als ihre Lieblingsfiguren aus Star Trek oder Raumschiff Enterprise oder Harry Potter-Serien verkleiden. Auf einer Fiction-Tagung Fan-Dasein zu betreiben ist eines, aber in ein Umfeld zu marschieren, in dem regelmäßig antijüdische Hetze verbreitet wird und palästinensische Extremisten wie Hasan Breijieh mit Zuneigung überschüttet werden, ist etwas völlig anderes.

Das zu tun ist schlecht, aber EAPPI-Aktivisten machten das mehr als einmal. Und doch haben aus irgendeinem Grund die gut gekleideten Bischöfe und Patriarchen, die mit dem Middle East Council of Churces verbunden sind, es für angebracht gehalten die Organisation zu verteidigen.

Sind das wirklich Bischöfe oder spielen auch sie Verkleiden?

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Weltkirchenrat begünstigt Nationalismus und Antisemitismus

Das Dokument Kairos-Palästina und alternative Tourismus

Petra Heldt, Gatestone Institute, 22. Januar 2017

  • Die zwei unmittelbaren Ziele des Kairos-Dokuments sind: 1) Israel und die jüdische Verbindung zum Land Israel zu boykottieren; 2) die Unterstützung christlicher Zionisten und aller anderen Christen für Israel auszuschalten.
  • Den zwei Zielen von Kairos folgend zielte das Sekretariat des ÖRK auf Israels Tourismus-Industrie und strebte danach die Pilger aus Israel in die Palästinensergebiete umzuleiten sowie die Pilger von einer positiven Sicht Israels zu negativen Reaktionen auf den jüdischen Staat zu bringen.
  • Viele treue Christen, darunter ein beträchtlicher Anteil aus der evangelischen Kirche von Hannover, sind sich wohl kaum des Ausmaßes der Irreführung bewusst, die von Sekretariat des ÖRK eingesetzt wird. Sie wären empört, wüssten sie, dass sie für den nationalistischen und antisemitischen Plan des Sekretariats benutzt werden.

Der christliche Glaube ist dafür bekannt an Standpunkten der göttlichen Zusage an das jüdische Volk in sieben biblischen Bundesschlüssen festzuhalten: sechs bedingungslose mit Abraham (1. Mose 12,1-3), dem Land (1. Mose 12,1), den Leviten (4. Mose 25,10-13), David (2. Samuel 7,10-16), Israel und Juda (Jeremia 31,31-34), Jerusalem (Hesekiel 16) sowie eine mit Vorbehalt im Sinai (2. Mose 19,5). Diesen Verpflichtungen geht der allgemeine Bund mit der gesamten Schöpfung (1. Mose 9,12-17) voraus. Viele Versuche, die versuchen diese himmlische Union der zu Israel gewordenen Allgemeingültigkeit neu zu entwerfen, gehen unbeirrbar dem Nationalismus und Antisemitismus in die Falle.

Zu zwei theologischen Umstrukturierungsbemühungen dieser Art der jüngeren Vergangenheit zählen die „Deutschen Christen“ in Nazideutschland und einige palästinensische Christen. Ersterer Versuch endete im Holocaust; der letztere wird heute vom Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK, auch Weltkirchenrat) über zwei Hauptantriebe gefördert: das Ecumenical Accompaniment Programme to Palestine and Israel (EAPPI – Ökumenisches Begleitprogramm für Palästina und Israel) und das Kairos-Palästina-Dokument mit seinem Ableger „Alternative Tourism“. Diese beiden Programme sind hier von Interesse.

1) Das Kairos-Palästina-Dokument

Im Dezember 2009 startete ein Forum unter Vorsitz des ehemaligen Lateinischen Patriarchen von Jerusalem, Michel Sabbah, das Kairos-Dokument. Das ÖRK-Sekretariat verbreitete das Papier schnell bei protestantischen Kirchen weltweit; es fordert ein Programm der Boykotte, De-Investitionen und Delegimiation, das sich gegen den Staat Israel richtet.

Im April 2010 schrieb Malcolm Lowe seinen Grundlagen-Artikel „The Palestinian Kairos Document: A Behind-the-Scenes Analysis, der von der New English Review veröffentlicht wurde. Lowes sorgfältige Studie legt eine Reihe Irreführungen hinter dem Kairos-Dokument offen. Sieben der falschen Vorwände werden hier angeführt.

Irreführung 1: Israel ist ein Apartheidstaat

Zur Sache: Der Name des Dokuments spielt auf den Namen einer Erklärung an, die 1985 in Südafrika ausgegeben wurde.[1] Diese Anspielung soll Israel gewollt mit dem Apartheidregime auf eine Stufe stellen.

Fakt: Israel ist kein Apartheidstaat. Israel ist eine blühende Demokratie mit einer riesigen Zahl an Nichtjuden, die auf allen Ebenen der israelischen Gesellschaft voll integriert sind.

Irreführung 2: Die Leiter der Jerusalemer Kirchen unterstützen Kairos.

Zur Sache: Unter den sechzehn Unterzeichnern befindet sich nur ein einziger Dienst tuender Kirchenleiter, nämlich Munib Younan, der Bischof der Arabisch-Lutherischen Kirche. Die übrigen Unterzeichner sind palästinensische Aktivisten wie der lutherische Gemeindepfarrer Mitri Raheb und der pensionierte anglikanische Geistliche Na’im Ateek; darüber hinaus handelt es sich um niedrigrangige Beamte und Laien. Younan, der den Verlust seiner israelischen Sonderrechte fürchtete, zog seine Unterschrift zurück. Aus seelsorgerlichen Gründen veröffentlichten die Leiter der Jerusalemer Kirchen eine kurze Stellungnahme, die den christlichen Glauben unterstützt. Dieses Kommuniqué wurde dem Karios-Dokument betrügerisch als Vorwort vorangestellt.

Fakt: Die Leiter der Kirchen von Jerusalem unterstützen Kairos nicht. Jerusalemer Kirchenleiter bis auf einen bewahren den christlichen Glauben.

Irreführung 3: „Ohne Besatzung kein Widerstand“ (Kairos 1, 4)

Zur Sache: Die Autoren von Kairos und das Sekretariat des ÖRK wissen, dass Sabbahs Behauptung „keine Besatzung – kein Widerstand“ falsch ist. Ihnen ist die Tatsache bekannt, dass Organisationen wie die Hamas, die in der palästinensischen Bevölkerung über massenhafte Unterstützung verfügt, den „Widerstand“ so lange fortsetzen, wie der Staat Israel existiert. Dieselbe falsche Botschaft wird später in dem Dokument wiederholt (4, 3), wo Terrorismus in Anführungszeichen gesetzt wird – so man ihn denn überhaupt erwähnt.

Fakt: Für Kairos geht Terror gegen den Staat Israel weiter, solange es einen Staat Israel gibt (er wird nur nicht so genannt).

Irreführung 4: Christliche Zustimmung für Israel ist ein Zeichen christlichen Fundamentalismus (Kairos 2, 2.2).

Zur Sache: Kairos bietet Ateeks Irrlehre dar, als stelle sich Gott, da er nur „gut und gerecht“ ist, auf die Seite der Unterdrückten, nämlich des palästinensischen Volks (Kairos 2, 2.2). Es stellt sich gegen den biblisch-christlichen Glauben an Gottes Treue gegenüber Seinem Volk Israel und delegitimiert glaubenstreue Theologie als biblischen Fundamentalismus.

Fakt: Christen auf der Seite Israels sind theologisch tadellos und rechtmäßig.

Irreführung 5: Der Staat Israel ist ein von der Bibel angetriebener Betreiber von heiligem Krieg (Kairos 2,5)

Zur Sache: Kairos unterstützt Ateeks Ideologie und behauptet: „Die israelische Besatzung palästinensischen Landes ist eine Sünde gegen Gott und die Menschheit“; es kommt zu dem Schluss, dass Israels Politik auf biblischen Konzepten fußt (Kairos 2,5). Die Schreiber wissen, dass Israel einer solchen Theologie nicht beipflichtet, sondern dass es in Wahrheit die politische Theologie der Hamas ist, die Gewalt und heiligen Krieg im Namen ihres Gottes fordert.

Fakt: Israels Politik fußt auf Mustern politischen Denkens.

Irreführung 6: Kairos unterstützt die Zweistaatenlösung.

Zur Sache: Ateeks Organisation Sabeel und Kairos befördern die weltweite Ansicht, dass die „Zweistaatenlösung“ nicht realisierbar ist, dass „Gerechtigkeit“ nur erreicht wird, wen der Staat Israel in einem einzigen, binationalen Staat mit arabischer Mehrheit aufgeht. Nirgends in dem Dokument kommt der Begriff „zwei Staaten“ vor. Die Schreiber wollen einen einzigen Staat sehen, der Muslime, Juden und Christen gleichermaßen annimmt. (Kairos 9,3).

Fakte: Kairos unterstützt die Eliminierung des jüdischen Staates Israel.

Irreführung 7: Kairos fördert einen Boykott nur der Produkte aus Judäa und Samaria.

Zur Sache: Abschnitt 7 des Dokuments ist „Ein Wort an die internationale Gemeinschaft“ und fordert einen „Boykott aller Produkte der Besatzung“ (vgl. Abschnitt 2).

Fakt: Kairos propagiert den Boykott des Staates Israel.

Schluss:

Die zwei unmittelbaren Ziele des Kairos-Dokuments sind: 1) Israel und die jüdische Verbindung zum Land Israel zu boykottieren; 2) die Unterstützung christlicher Zionisten und aller anderen Christen für Israel auszuschalten.

Rifat Odeh Kassis, Mitautor und allgemeiner Koordinator der Initiative Kairos Palästina, gibt im Bild Al-Manar TV, dem offiziellen Fernsehsender der Terrororganisation Hisbollah, ein Intererview. (Foto-Quelle: Kairos Palestine)

2) Alternativer Tourismus

Den zwei Zielen von Kairos folgend zielte das Sekretariat des ÖRK auf Israels Tourismus-Industrie und strebte danach die Pilger aus Israel in die Palästinensergebiete umzuleiten sowie die Pilger von einer positiven Sicht Israels zu negativen Reaktionen auf den jüdischen Staat zu bringen. Seit 2010 entwickeln sich drei Phasen von „alternativem Tourismus“.

(1) 2010 veröffentlichte der ÖRK “ Leitlinien für Touristen unter dem Titel „Kommt und seht: Ein Aufruf an Christen, die überlegen ins Heilige Land zu pilgern.

Eine Gruppe handverlesener 27 Theologen aus 14 Ländern, darunter auch palästinensische Aktivisten, gab vor die Stimme palästinensischer Christen zu sein und rief christliche Pilger auf „ihren Glauben zu leben, wenn sie das Heilige Land besuchen, indem sie Sorge um das palästinensische Volk zeigen, dessen Leben von der israelischen Besatzung ihres Landes enorm eingeschränkt ist.“ Das Treffen wurde von der palästinensischen NGO Alternative Tourism Group (ATG)[2] in Zusammenarbeit mit drei Organen des ÖRK organisiert: der Ecumenical Coalition for Tourism (ECOT – Ökumenische Koalition für Tourismus), dem Kairos-Dokument und dem Palestine-Israel Ecumenical Forum (PIEF – Ökumenisches Forum Israel-Palästina).

Der „Verhaltenskodex für Reisende im Heiligen Land“ dieser Leitlinien entstammt direkt der Palästinensischen Initiative Für Verantwortlichen Tourismus, die am 6. Mai 2009 um Befürwortung durch den Papst bat. Die Leitlinien legen eine komplette Beschreibung von Pilgerreisen vor, einschließlich Listen an Stätten, Hotels, Reiseführern, Bussen, Büchern, Geschäften, Restaurants – allesamt ausschließlich palästinensisch; diese endet mit einer Kodex für das Verhalten in dieser muslimischen Gesellschaft.

(2) 2013 startete die Vollversammlung des ÖRK in Pusan (Südkorea) das Programm Pilgrimage of Justice and Peace (PJP – Pilgerfahrt Frieden und Gerechtigkeit). Im Juli 2014 empfahl das Zentralkomitee des ÖRK das PJP 347 Kirchen in 110 Ländern. Am fünften Jahrestag von Kairos bestätigte der ÖRK im Dezember 2014 in Bethlehem seine Kairos-Politik und seine Verbindung mit dem PJP.

„Wir [die Pilger] verpflichten uns palästinensische Christen in der Verbundenheit des Ökumenischen Rats der Kirchen bei der Pilgrimage for Justice and Peace zu begleiten.“

Trotz seiner wortreichen, mit theologischem ÖRK-Geschwätz überladenen Darstellung im Jahr 2013 ist die politische Absicht des PJP klar: die beiden unmittelbaren Ziele von Kairos zu fördern, nämlich Israels Verbindung zu seinem historischen Land auszulöschen und die christlichen Beziehungen zu Israel auszuradieren. Die Lutherische Kirche in Jerusalem verwendet PJP als Mittel Pilgern und Freiwilligen eine Einführung ins „Heilige Land“ zu geben.

(3) Rechtzeitig zum fünften Jahrestag von Kairos im Dezember 2014 veröffentlichten die deutsche, evangelische „Brot für die Welt“ (BFS) und die deutsche katholische Organisation „Misereor“ unter dem Titel Kommt und Seht eine gemeinsame deutsche Interpretation der Pilgerleitlinien des ÖRK von 2010. Die deutsche Broschüre folgt größtenteils der Linie der englischen Vorlage, verfehlt es aber die Originalquelle zu nennen. Der deutsche Text verschleiert zudem sorgfältig jede Bezugnahme auf Kairos. Die Einleitung von Kommt und Seht stellt die Broschüre täuschend als von Tourism Watch in Zusammenarbeit mit der Gemeinsamen Initiative für Menschenrechte im Nahen Osten, Misereor und Brot für die Welt erstellt dar. Zwei Herausgeber werden genannt: Brot für die Welt und der Entwicklungsdienst Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung e.V.

Beide Organisationen sind wichtige Geldgeber des ÖRK gewesen. Nach Angaben von NGO Monitor hat BFW 2013 2.248.975 Schweizer Franken überwiesen; 2014 waren es 5.509.589 SFr. 2013 überwies der EED 3.604.134 SFr.

Während Kairos und sein touristischer Ableger an Boykott, De-Investition und Sanktionen sowohl gegen den Staat Israel aus auch die bibeltreuen Christen arbeiten, halten freundliche Bischöfe gut gemeinte, fromme Vorträge zur Wichtigkeit frommer Pilgerreisen und verweisen dazu auf das PJP, wie die Internetseite des ÖRK verkündet. Dieselbe Internetseite verweist auf die Synode der Lutherischen Kirche von Hannover, wo unter der Führung eines ehemaligen Bischofs im November 2016 die Kirchensynode die Unterstützung des PJP-Programms diskutierte. Zusammen mit dem PJP kommt die Unterstützung für Kairos. Dieser Plan sieht aus wie ein weiterer Versuch in Verbindung mit dem Kairos-Palästina-Solidaritätsnetzwerk (KPSN) in Deutschland, das im Dezember 2014 immer noch über die schwachen Reaktionen beklagte, die Kairos seitens der Evangelischen Kirche in Deutschland erhielt. Sicher sind sich viele treue Christen, darunter ein beträchtlicher Anteil aus der evangelischen Kirche von Hannover, kaum des Ausmaßes der Irreführung bewusst, die von Sekretariat des ÖRK eingesetzt wird. Sie wären empört, wüssten sie, dass sie für den nationalistischen und antisemitischen Plan des Sekretariats benutzt werden.

Dr. Petra Heldt ist Direktorin der Ecumenical Theological Research Fraternity in Jerusalem.

[1] Kairos Theologians: The Kairos document: Challenge to the Church. A Theological Comment on the Political Crisis in South Africa. Skotaville Publishers 1986.

[2] Gruppe Alternativer Tourismus

Eine atemberaubende Theologie des Terrors beim Weltkirchenrat

This Ongoing War, 2. Januar 2017

Pfarrer Olav Fyske Tveit vom ÖRK (Bildquelle)

Wir haben mindestens ein gutes Dutzend Einträge dem gewidmet, was der Ökumenische Rat der Kirchen gesagt und getan hat (klicken Sie hier) und offen gesagt ist es schwer irgendetwas Positives über ihn zu sagen. Hier ist das jüngste Beispiel und der Grund dafür.

Gestern gab das Sekretariat des ÖRK, der seinen Sitz in Genf hat, den Medien gegenüber eine Stellungnahme zum Neujahrs-Massaker im Istanbuler Club Reina aus. Die Verantwortung für diese brutalen und grausamen Morde wurde heute von einer islamistischen Terrorgruppe [„The Latest: Islamic State claims Instanbul night club attack“, Associated Press, heute].

Hier die Erklärung des Rats:

ÖRK verurteilt Terroranschlag in Istanbul auf unschuldige Neujahr Feiernde | 1. Januar 2017 | Der Generalsekretär des Ökumenischen Rats der Kirchen (ÖRK), PFr. Dr. Olav Fykse Tveit, verurteilt den jüngsten Terroranschlag auf Menschen in Istanbul, die das neue Jahr feierten. Mindestens 39 Menschen wurden getötet und Dutzende weitere wurden verletzt, als ein einzelner Bewaffneter einen gedrängt vollen Nachtclub in Istanbul angriff… „Unschuldige Menschen leiden immer wieder. Das ist eine böse Tat. Dieser Anschlag schockiert besonders, erstens, weil es eine klare Absicht gegeben zu haben scheint gewollt Menschen zu treffen, die einfach den Neujahrstag genießen wollten“, sagte Tveit… „Angesichts dieser Brutalität, muss die Familie der Menschheit, alle Menschen voller Glauben und gutem Willen zusammenstehen, um sich wieder dem Respekt und der Fürsorge für einander, gegenseitigem Schutz und der Verhinderung solcher Gewalt zu verpflichten.“ Der ÖRK bietet den Trauernden und Verletzten sein tiefstes Beileid. Tveit sagte: „Gott, in deiner Gnade sei bei den Opfern und ihren Familien und denen die sie begleiten und ihnen helfen.“ (Online hier)

Die meisten verantwortungsbewussten Menschen werden zustimmen, dass es richtig ist, wenn eine höchst einflussreiche Religionsgruppe den Allmächtigen anruft sich auf die Seite der Opfer zu stellen. Es wäre unvorstellbar, dass Pfarrer Tveit die gegenteilige Sicht eingenommen und zu Mitgefühl für die mörderischen Barbaren von ISIS aufgerufen hätte.

Aber Moment.

Wir möchten aufzeigen, wie anders derselbe Herr Tveit sich in Bezug auf eine andere Ansammlung von Barbaren äußert, die, anders als die Täter des Barbarismus von Istanbul vor zwei Tagen, gefasst und in den meisten Fällen wegen Terrorvorwürfen vor Gericht gestellt und verurteilt wurden. In Bezug auf diese Barbaren drängte Herr Tveit die christlichen Gläubigen sehr öffentlich von seinem Büro aus, sie sollten für sie beten und ihnen auf praktische Weise zu helfen und keinen Gedanken auf die Dinge zu verschwenden, die diese Häftlinge getan haben, um weggesperrt zu werden.

Die Szene vor den Nachtclub Reina in Istanbul (Bildquelle)

Dieser widerliche Appell nach Mitgefühl für tatsächliche und verhinderte Mörder erweckte unsere Aufmerksamkeit im April 2014 [hier], das der ÖRK seine Gläubigen zur Solidarität mit dem aufrief, was er unaufrichtig so nantnte:

„rund 5000 palästinensische Männer, Frauen und Kinder, die in israelischen Gefängnissen schmachten“.

Zu ihren Gunsten sollten gläubige Mitglieder

„für alle Häftlinge beten, sie besuchen und sich um ihre Bedürfnisse kümmern, egal weshalb sie in Haft sind. In Israel und Palästina haben Häftlinge eine größere Bedeutung als in der Vergangenheit bekommen.“

Lassen Sie diese Worte einmal in ihrem Kopf herumgehen. „Egal, weshalb sie in Haft sind.“ Das lässt uns fragen, welche Art von boshafter falscher Theologie dieser Mann und seine Kohorten ausüben. Natürlich betrachten er und sie sich nicht als eine Art satanischer Kult, sondern vielmehr als

die breiteste und inklusivste der vielen organisierten Ausdrucksformen der modernen ökumenischen Bewegung, eine Bewegung, deren Ziel die Einheit der Christen sit. Der ÖRK bringt Kirchen, Konfessionen und kirchliche Gemeinschaften in mehr als 110 Ländern und Gebieten der gesamten Welt zusammen; er repräsentiert 500 Millionen Christen und darunter den Großteil der orthodoxen Kirchen, viele anglikanische, baptistische, lutherische, methodistische und reformierte Kirchen sowie viele unierte und unabhängige Kirchen. Zwar ist die Mehrheit der Gründerkirchen des ÖRK europäische und amerikanische Kirchen waren, kommen die meisten Mitgliedskirchen heute aus Afrika, Asien, der Karibik, Lateinamerika, dem Nahen Osten und dem Pazifik: Es gibt heut 348 Mitgliedskirchen. Für diese ist der ÖRK ein einzigartiger Ort: einer, in dem sie gemeinsam reflektieren, sprechen, handeln, beten und arbeiten können, einander herausfordern und unterstützen können, miteinander teilen und diskutieren können… [aus der Internetseite des ÖRK von heute]

Es spielt für Olav Fykse Tveit, den Vorsitzenden des ÖRK, einen gebildeten und kultivierten Mann auf einer Mission und ein norwegischer lutherischer Geistlicher, keine Rolle, dass viele der Häftlinge verurteilte Mörder sind, die zugaben unschuldige Menschen getötet zu haben. Zumeist unschuldige jüdische Menschen, sollten Sie sich bereits wundern.

Eine wie große Rolle spielte es, dass die meisten davon Terroristen sind, die keine Reue zeigen? Oder dass die palästinensisch-arabische Gesellschaft von ihrem Präsidenten Mahmud Abbas bis nach ganz unten sie alles als Helden umarmt, wie wir es diesem Blog Dutzende Male im Verlauf des letzten Jahrzehnts gezeigt haben? Die Antwort: kein Bisschen. (Zu den anderen Kommentaren, die wir damals abgaben, siehe: „Christliche Solidarität mit reuelosen Mörder: Wo bleibt die Empörung?“)

Also spielen wir mal „Was wäre, wenn“.

Wie hätte die Reaktion gestern in Istanbul ausgesehen – oder in Paris oder Brüssel oder Sydney – hätte der Leiter des Weltkirchenrats dazu aufgefordert

  • die Freiheit der Mörder von Istanbul wiederherzustellen
  • die Gerechtigkeit der Sache der Bewaffneten zu respektieren
  • die Würde der Schützen von Istanbul – die mit ihren leistungsstarken Waffen aus kürzester Entfernung auf die Feiernden im Nachtclub schossen – die Solidarität der gläubigen Christen gewinnen zu lassen.

Trauernde bereit die Beerdigung eines der Opfer des Massakers von Istanbul vor [Bildquelle]
Freiheit, Gerechtigkeit, Würde, Solidarität. Herr Tveit forderte seine Herde vor zwei Jahren auf alles davon über den Himmel zu Gunsten und Zuspruch für palästinensisch-arabische Häftlinge hinter israelischen Gittern anzusreben. (Volle Offenlegung: Mehrere der Verurteilten sind zufälligerweise die Mörder unserer 15-jährigen Tochter Malki. Also fehlt uns hier wohl eine gewisse wissenschaftliche Objektivität.)

Hätte er es gewagt seiner Kanzel in Genf eine solche Bitte zugunsten der Schützen und die Verschwörer von Istanbul vorzubringen? Die Antwort ist offensichtlich. Was er machte, kann er – und nur deshalb – tun, weil die Opfer des palästinensisch-arabischen Terrors die sind, die sie sind.

Mit der Zeit wird klarer, dass diese wichtige christliche Gruppe eine Theologie des Terrors und der Opferrolle entwickelt hat und propagiert, die schonungslos kritische Überprüfung verdient, unseres Wissens nach aber bisher nicht erhält.

Warum versuchen wir nicht den Standpunkt des Ökumenischen Rats der Kirchen zu bekommen? Das haben wir in der Tat versucht. Wie hier vermerkt kam die einzige substanzielle Reaktion, die wir selbst jemals bekamen (und wir haben uns sehr bemüht und das wiederholt) kam in Form einer persönlichen Note des damaligen Kommunikationsdirektors des ÖRK im Auftrag von Herrn Tveit, einem Mark Beach, der diesen Posten nicht länger inne hat. In einer E-Mail aus Genf an uns, datiert vom 5. Juni 2014, in der unsere Fragen und harten kritischen Kommentare angesprochen wurden, die ihm sein Chef weitergegeben hatte. Wir schrieben als Eltern eines wunderbaren 15-jährigen Kindes, das von den Strolchen ermordet wurde, für deren Würde zu beten die Christen des ÖRK aufgefordert wurden.

Anscheinend nicht allzu bewegt informierte und Herr Beach hilfreich:

„Ja, ich glaube, wir haben nichts weiter zu sagen.“

Und tatsächlich haben wie nie wieder etwas von ihm gehört. Der Hintergrund dazu ist hier [Angst und Abscheu beim Weltkirchenrat].

Wir sind verwirrt von der Vorstellung, dass religiös und moralisch gesonnene Christen das sehen können und trotzdem nicht danach rufen, dass die ÖRK-Führung die Treppe ihres außerordentlich gut ausgerüsteten schweizerischen Hauptsitzes hinunter, von ihren Kanzeln und auf die Straße geworfen wird.

Wenn eine christlich-ökumenische Organisation Israels Sünden beichtet

Dexter Van Zile, Israel HaYom, 9. Oktober 2016

In ein paar Tagen werden sich Juden weltweit in Syngogen versammeln, um am Feiertag Yom Kippur für ihre Sünden zu büßen. Sie werden 25 Stunden lang fasten, beten und hoffen, dass, bis sie sich hinsetzen und ihre Fast mit einem feierlichen Mahl beenden, sie von ihren Sünden gereinigt und auf die Stufe von Engeln erhoben sind.

Dieses Jahr können Juden, die Probleme haben ihre Sünden zu identifizieren, für die sie Buße tun müssen, die Internetseite des Ökumenischen Rats der Kirchen [Weltkirchenrat] konsultieren; das ist eine der vielen christlichen Organisationen, die Geschichten und Bilder von sich im Heiligen Land schlecht verhaltenden Juden sammeln und dann diese Geschichten und Bilder an ihrer christlichen Anhänger weltweit versenden.

Der ÖRK tut diese Arbeit in einer erklärten Anstrengung, um Frieden zwischen Israelis und Palästinensern zu fördern, doch offiziellen Vertretern des Rats ist es reichlich egal, ob Juden in Israel und dem Rest der Welt ihr Material für Selbstgeißelung verwenden. Es würde sie glücklich – richtig glücklich – machen zu sehen, dass Juden in den Chor der Verdammung des jüdischen Staates einfallen.

Ein Ort, den man sich auf der Internetseite des ÖRK ansehen sollte, ist der Teil, der seine Weltwoche für Frieden in Palästina und Israel bewirbt, die jedes Jahr im September stattfindet.

Dieses Jahr hat der ÖRK sich selbst übertroffen und eine liturgische „Werkzeugkiste“ produziert, die Christen nutzen können, um den Fokus ihrer Aufmerksamkeit auf die Sünden des jüdischen Staates zu richten. Das nennt sich „Barrieren abbauen“ und ist eine offensichtliche Bezugnahme auf die Sicherheitsbarriere, die im Verlauf des letzten Jahrzehnts tausende Leben – sowohl israelisches wie palästinensisches – gerettet hat.

Das Eröffnungsgebet bitte, dass „unsere gemeinsamen Gebete um Frieden, Gerechtigkeit und Gleichheit die Kraft der Liebe sind, mächtig genug, um die Art zu verändern, wie wir mit unseren Nachbarn umgehen und die Trennmauer zu Fall zu bringen.“

Es gibt in dieser Liturgie nichts dazu die Klingen in den Händen von Terroristen zu bändigen, die während der aktuellen Messer-Intifada auf Männer, Frauen und Kinder einstachen, die jeer Menge Israelis das Leben kosteten. Auch gibt es keinen Verweis auf die antisemitische Hetze, die im palästinensischen Fernsehen sowohl im Gazastreifen als auch in der Westbank ausgestrahlt wird und die die palästinensischen jungen Leute ermutigt ihr Leben mit Selbstmordangriffe zu vergeuden.

Im „Wechselgebet der Beichte“ wird es nicht viel besser. Es ist keine wirkliche Beichte von Sünden seitens der Christen, die das Gebet lesen, sondern in Wirklichkeit eine Liste von Vorwürfen gegen Israel, verkleidet in eine christliche Beichte von Sünden.

Das Gebet beschuldigt Israel implizit palästinensisches Wasser zu stehlen, wenn es darin heißt: „Du gabst reichlich Wasser und Essen für alle, aber Menschen horten es für sich selbst.“ In diesem Zusammenhang wissen die Leser, dass „Menschen“ in Wirklichkeit „diese verdammten Israelis“ bedeutet.

Wenn das Gebet ehrlich wäre, würde es Dankbarkeit zum Ausdruck bringen, dass die Israelis die Wasserproduktion und das Leitungssystem in die Westbank verbessert haben – und als Ergebnis davon der Wasserverbrauch pro Kopf für die Palästinenser in dieser Gegen seit 1967 zugenommen hat. Aber wie bei der Yom Kippur-Liturgie geht es in diesem Gebet um das Beichten der Sünden von Juden, nicht der von irgendjemandem sonst.

Zur Liturgie gehört auch ein Zeugnis palästinensischen Einwohners von Beit Jala, der von den Problemen spricht, die er hat um einen Checkpoint zu passieren, damit er zu seiner Arbeit in Jerusalem kommen oder seine Frau in ein Krankenhaus in Jerusalem bringen kann. „Ich kann mich noch daran erinnern, dass es keine Mauern gab“, berichtet Bassam. „Es war leicht für uns, uns frei zu bewegen, andere zu besuchen, an Gebeten in Kirchen teilzunehmen, Verwandte in Jerusalem oder Nazareth zu besuchen. Es war leicht diese Beziehungen aufrechtzuerhalten. Heute haben wir unsere Verwandten seit Jahren nicht gesehen.“

Es gibt eine Menge israelischer Juden, die ihre Verwandten seit Jahren nicht gesehen haben, weil sie während der zweiten Intifada von Selbstmordbombern getötet wurden, aber aus irgendwelchen Gründen werden diese Verluste nicht erwähnt.

Bei all ihrer Heuchelei für Frieden, Aussöhnung und Reue zu werben, ist die Liturgie des ÖRK nur ein weiteres Dokument, das Christen eine Vorwand liefert die Sünden des jüdischen Staates zu beichten, auch noch in der Kulisse einer Kirche.

Wir haben von dieser Art des Verhaltens im Verlauf der Kirchengeschichte genug gesehen und doch geht es weiter.

Manches ändert sich eben nie.
s. zum ÖRK und der Weltwoche des Friedens auch Dexter van Ziles Artikel „Die anhaltende Anti-Israel-Besessenheit des Weltkirchenrats

Fünf Dinge, die Sie über den Weltkirchenrat wissen müssen

CAMERA, 16. September 2016

Vom 18. Bis 24. September 2016 werden Aktivisten und Beschäftigte des Ökumenischen Rats der Kirchen, einer Dachorganisation von 350 protestantischen und orthodoxen Kirchen mit Hauptsitz in Genf (Schweiz) an einer „Weltwoche für Frieden in Palästina-Israel“ teilnehmen.

Das ist eine jährliche Veranstaltung jedes Jahr September, für die im Internet und den Mitgliedskirchen des ÖRK weltweit geworben wird.

Der ÖRK fördert eine verzerrte Sicht auf den arabisch-israelischen Konflikt. Nach seiner Schilderung sind die Israelis für das Fortbestehen des israelisch-palästinensischen Konflikts und das dadurch verursachte Leid verantwortlich. Die Verbrechend er Palästinenser sind gewöhnlich der Erwähnung nicht wert. (Zu einer kurzen Diskussion der Propaganda, die vom ÖRK in diesem Jahr ausgesendet wurde, lesen Sie bitte diesen von CAMERA produzierten Artikel, der Anfang der Woche in The Algemeiner veröffentlicht wurde.)

Der ÖRK ist ein regelmäßiger Antagonist im Propagandakrieg gegen den jüdischen Staat gewesen. Hier folgen fünf Dinge, die Sie über den ÖRK wissen müssen, um seine Rolle bei der Förderung von Antizionismus in christlichen Kirchen weltweit zu verstehen.

  1. Beschäftigte des ÖRK und Friedensaktivisten brüllen wie Löwen gegen Israel, verhalten sich aber eher unterwürfig, wenn sie mit muslimischen Führern und jihadistischen Bewegungen zu tun haben.

Wie die unten verlinkten Artikel zeigen hat der Ökumenische Rat der Kirchen wiederholt und regelmäßig israelisches Handeln verurteilt, während der bezüglich der Verbrechen arabischer und muslimischer Führer sowie politischer Bewegungen des Nahen Ostens ziemlich still bleibt.

Das wird im Versagen des ÖRK auf die Massaker der PLO an Christen während des libanesischen Bürgerkriegs besonders offenkundig. Unter der Führung von Yassir Arafat tötete die PLO 1976 tausende Christen in Damour.

Das hielt den ÖRK nicht davon ab einen lobenden Nachruf auf Arafat auszugeben, als der 2004 starb. Darin hieß es unter anderem: „In seiner langen Geschichte als Führer erreichte Yassir Arafat die Erkenntnis, dass wahre Gerechtigkeit Frieden, Sicherheit und Hoffnung sowohl für die Palästinenser als auch die Israelis zu begrüßen.

Interessanterweise hat der ÖRK den israelischen Premierminister Benjamin Netanyahu verurteilt, dem Regierungschef des einzigen Landes des Nahen Ostens, in dem die indigene christliche Bevölkerung zunimmt; dieser hatte sich geweigert Terroristen aus dem Gefängnis zu entlassen.

  1. Der ÖRK hat zwei Beamtenapparate – das Ökumenische Forum Palästina-Israel (PIEF) und das Ökumenische Begleitprogramm in Palästina-Israel (EAPPI), die der Verurteilung Israels gewidmet sind. Es gibt jedoch keinen ähnlichen Beamtenapparat, der für Christen eintritt, die in mehrheitlich muslimischen Ländern leiden.

Das PIEF wurde vom ÖRK 2007 gegründet; es ist eine Gruppe christlicher Leiter und Theologen, die Äußerungen produziert und sendet, die Israel verurteilen, ohne die Palästinenserführer für deren Verbrechen verantwortlich zu machen. Das EAPPI wurde vom ÖRK während der zweiten Intifada gegründet; es schickt Aktivisten zumeist aus Europa und Nordamerika, um sich bei Konfrontationen mit israelischen Soldaten und in Gemeinden der Westbank lebenden israelischen Zivilisten solidarisch auf die Seite der Palästinenser zu stellen. Sie spezialisieren sich zudem darin Bilder und Geschichten von sich schlecht verhaltenden Israelis zu sammeln und diese an Christen in ihren Heimatgemeinden zu schicken.

Das EAPPI veröffentlicht z.B. ein Editorial in seinem inzwischen eingegangen Magazin (ChainReaction), mit dem zu einer Einstaatenlösung des israelisch-palästinensischen Konflikts gefordert wurde (was die Eliminierung des Staates Israel bedeutet hätte); ein weiterer Artikel rier die Unterstützter auf das Gesetz durch das Hacken von Regierungs-Internetseiten zu brechen. (Dieser Artikel ist inzwischen aus dem Internet entfernt worden.)

Wenn es darum geht muslimische Gewalt gegen Christen anzusprechen, gibt der ÖRK verurteilende Erklärungen ab, doch diese sind typischerweise weit sanfter als die Kritik von ÖRK-Institutionen an Israel. Als ökumenische Körperschaft hat der ÖRK alles in seiner Macht stehende getan, den Empfindlichkeiten muslimischer Führer nicht zu nahe zu treten, mit denen er Dialoge betreiben.

Mehr Hintergrund liefert der Wissenschaftler Malcolm Lowe aus Jerusalem. Er hat beim Gatestone Institute über das Versagen des ÖRK geschrieben den Mund zugunsten unter der Knute muslimischer Gewalt leidender Christen aufzumachen.

  1. Während der Ökumenische Rat der Kirchen regelmäßig Israel und seine Führungspolitiker verurteilt, ist er sehr zurückhaltend gewesen über die vom syrische Bashar al-Assad verübten Gräuel zu sprechen.

2015 gab der Ökumenische Rat der Kirchen eine Erklärung aus, in der er Sorge wegen des Gebrauchs von Chemiewaffen im syrischen Bürgerkrieg zum Ausdruck brachte; diese Ekrlärung sagt aber nicht, wer diese Waffen auch nutzt. Interessanterweise liefert eine Suche nach „Assad“ auf den Internetseiten des ÖRK keine Treffer zur Erwähnung der Verbrechen Bashar Assads gegen das Volk Syriens. Ihm wird der Einsatz von Chlorgas gegen Zivilisten in Syrien vorgeworfen. Eine Suche nach „Chlor“ auf den Seiten des ÖRK zeigt auch zu diesem Thema keine Treffer.

  1. Die Gremien des ÖRK verzichtete darauf den Einmarsch der Sowjetunion in Afghanistan in den 1980-er Jahren zu verurteilen.

Während Christen aus dem Nahen Osten den ÖRK überzeugt haben unablässig Israel zu verurteilen, war die russisch-orthodoxe Kirche in der Lage zu verhindern, dass der ÖRK den sowjetischen Einmarsch in Afghanistan in den 1980-er Jahren zu verhindern. Delegierte der russisch-orthodoxen Kirche sagten Delegierten der ÖRK-Vollversammlung 1982, wenn die Organisation den Einmarsch verurteilt, würde sie nicht länger in der Lage sein Mitglied des ökumenischen Gremiums zu sein. Zu Informationen über diese Geschichte lesen Sie bitte hier mehr.

  1. Der Ökumenische Rat der Kirchen war ein wichtiges Organ und Verteidiger der UNO-Konferenz gegen Rassismus, Rassendiskriminierung, Fremdenfeindlichkeit und zugehöriger Intoleranz, die 2001 in Durban (Südafrika) stattfand und die sich ein antisemitisches Hassfest kehrte. Insbesondere beschloss man dort eine Verurteilung von Antisemitismus und schon vor Beginn der Konferenz erfolgte Bemühungen den jüdischen Staat von einer Delegitimierungsresolution auszunehmen zu löschen.

Die UNO-Konferenz in Durban war ein Wendepunkt-Ereignis, das demonstrierte, dass die internationale Menschenrechtsgemeinschaft von einer sehr üblen und feindseligen Gruppe an Aktivisten gekidnappt worden war, die mehr daran interessiert waren Hass auf Israel statt menschliches Wohlergehen zu fördern. Staat sich gegen diese Agenda zu stellen half der ÖRK dabei. In einer Presseerklärung sagte die ÖRK-Delegation bei der Konferenz sie „feiert, dass eins solches Forum stattfand, weil es in die lange geschätzte Tradition des ÖRK fällt Opfern [von Rassismus] Raum zu öffentlicher Rede zu geben“. Die Delegation berichtete zudem, dass ihr „durch die sensiblen Erklärungen und der Unterstützung seiner palästinensischen Mitglieder enorm geholfen wurde“.

Interessanterweise sagte die Konferenz von Durban so gut wie nichts über die Menschenrechtsverletzungen in mehrheitlich muslimischen Ländern. Vorhersagbar wurde diese verzerrte Agenda bestätigt, bevor die Konferenz begann. In einem von der UNO-Hochkommissarin für Menschenrechte 1m 15. August 2001 vorgelegten Hintergrundpapier stellte der ÖRK eine ausschließlich Konzentration auf den Einfluss weißen Kolonialismus auf Völker der Dritten Welt zur Schau, ohne den Einfluss des arabischen Imperialismus und des expansionistischen Islam einzuräumen, den diese auf Minderheiten in aller Welt hatten. (Mehr Information dazu finden Sie hier.)

Aber hier ist die Krönung: Der ÖRK hat beschlossen einen Verweis auf Antisemitismus und Bemühungen zur Delegitimierung des jüdischen Staates in einer Resolution zu löschen, die auf der Konferenz genehmigt werden soll. Weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Hintergrund:
Hier ist eine Liste an Artikeln, die die beunruhigende Feindschaft des ÖRK gegenüber dem jüdischen Staat dokumentieren:

The World Council of Churches‘ Ongoing Anti-Israel Obsession, The Algemeiner, 14. Sept. 2016.
Dignity… Or Dhimmitude? The Algemeiner, 14. Sept. 2014.
World Council of Churches attacks Israel to no gain, The Commentator, 3. Juni 2013.
The World Council of Churches Anti-Israel Policies, Arutz Sheva, 29. Dez. 2011.
The World Council of Churches Broadcasts a Lethal Narrative, CAMERA, 11. Okt. 2011.
The World Council of Churches Made Durban Worse, CAMERA, 13. Sept. 2011.
Broadcasting a Lethal Narrative: The World Council of Churches and Israel, Jewish Political Studies Review, 1. Aug. 2011.

Der Ökumenische Rat der Hass-Kirchen

Matan Ascher (direkt vom Autor; eine für das amerikanische Publikum gedachte englische Version findet sich bei Times of Israel blogs)

„Während wir den Tag der palästinensischen Gefangenen begehen, wollen wir unserer Solidarität mit mehr als 5.000 palästinensischen Häftlingen zum Ausdruck bringen, die in israelischen Gefängnissen schmachten.“ So begann im April 2014 der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) seine Äußerung, nachdem Israel die Freilassung von palästinensischen Terroristen abgebrochen hatte.

Viele von uns tendieren dazu zu glauben, dass der globale Antisemitismus eine grundlegende Sache ist, die zur DNA der Feinde Israels gehört. In vielen Fällen ist stimmt das, aber es ist auch wichtig zu verstehen, dass dieser Hass durch mehrere Organisationen für ziemlich lange Zeit verbreitet wurde. Während Israel sich Boykott und Terror entgegen stellt, gibt es kaum jemanden in der Welt, der die Aktionen von dem verfolgt, was möglicherweise als größte anti-israelische religiöse Propaganda-Motor der Welt genannt werden kann – dem ÖRK oder Weltkirchenrat. Wir sprechen von einer Dachorganisation 349 protestantischer, orthodoxer und evangelischer Kirchen in 150 Ländern (zum Beispiel die Evangelische Kirche in Deutschland und die Altkatholische Kirche Österreichs); vom ORK werden insgesamt fast 600 Millionen Christen auf der ganzen Welt repräsentiert. Die Organisation war im Jahr 1948 aus der ökumenischen Bewegung heraus gegründet worden und ist seitdem obsessiv auf den israelisch-palästinensischen Konflikt konzentriert.

Dies spiegelt sich auch in der fast völligen Missachtung für die Ermordung von Christen durch Muslime im Nahen Osten. So wird der ÖRK die Hamas nicht als Terrororganisation bezeichnen; erst im Hinblick auf die Intensivierung des islamischen Staats (früher bekannt als ISIS), hat man dort begonnen sich mit dem Thema des radikalen Islam auseinanderzusetzen.

Während der Militäroperation „Protective Edge“, hat der Rat Israel häufig hart verurteilt und Hamas nur selten erwähnt. ÖRK-Generalsekretär Olav Fykse Tveit sagte: „Wir verurteilen die unterschiedslosen Angriffe des israelischen Militärs auf die Zivilbevölkerung in Gaza, wie wir das absurde und unmoralische Abfeuern von Raketen durch Militante aus dem Gazastreifen auf bewohnte Gebieten in Israel verurteilen.“ Wer sind denn diese Militanten? Doch der vielleicht nervigste Teil ist die Aussage: „Wir müssen die Situation im Gazastreifen angesichts der Besetzung der palästinensischen Gebiete untersuchen.“ Was hat das nun überhaupt mit den Raketen der Hamas zu tun?

Der ÖRK ist zudem eine der wichtigsten Organisationen, die an der BDS-Kampagne gegen Israel beteiligt sind. Im Jahr 2005 hat die Vollversammlung die Entscheidung der Presbyterianischen Kirche der USA (PCUSA) sich von Israel zu trennen unterstützt und sagte, diese Aktion sei „lobenswert“. Während „Protective Edge“ wurde diese Entscheidung bestätigt.

Der Rat arbeitet auf mehreren Ebenen: Die primäre ist die Bereitstellung von Meldungen und Aussagen, die durch ihre Kirchen wieder an mehr als eine halbe Milliarde Gläubigen geht. Seltamerweise wiederholt der ÖRK angesichts eines brennenden Nahen Ostens oft die Behauptung, dass „die israelische Besatzung der palästinensischen Gebiete das Hauptproblem ist, das Instabilität und Unruhe in der Region verursacht“. Eine weitere originelle Methode ist die Verurteilung der christlichen Unterstützer Israels, wenn gesagt wird, dass diese Unterstützer „das Wort Gottes verfälschen“.

In den letzten Jahren hat der ÖRK eine einzigartige Kombination aus Organisationen geschaffen, die in Israel operieren. Eine davon ist das PIEF – das Ökumenische Forum Palästina Israel. Gegründet 2007, setzt sich das PIEF aus palästinensischen christlichen Kirchenführern zusammen, die den religiösen und spirituellen Hintergrund zum Angriff auf Israel liefern. Ihre bekannteste Aktivität ist das im Jahr 2009 veröffentlichte Kairos-Dokument. Darin hieß es unter anderem, dass die Palästinenser auf das Recht auf Rückkehr warten (der die Zerstörung des jüdischen Staates bedeutet) und dass Israel den legitimen palästinensischen Widerstand nutzt, um ihn als Terrorismus zu bezeichnen. Das von der BDS-Bewegung unterstützte Dokument wurde in viele Sprachen übersetzt und in ÖRK-Kirchen auf der ganzen Welt verteilt.

Der ÖRK hat auch versucht, aus dem Inneren des Kongresses heraus gegen Israel zu agieren, indem angesehene Kirchenführer des ÖRK-Gremiums für die Vereinigten Staaten, des 45 Millionen Gläubige vertretenden NCC, im Jahr 2012 einen Brief geschickt bekamen, in dem die Mitglieder des Kongresses forderten die militärische Hilfe für Israel zu reduzieren.

Wie können wir mit ihren Aktivitäten umzugehen? Zuerst sollten wir sie eingestehen und genau beobachten. Wir müssen die örtlichen Kirchen für die Aktionen des Rates zur Verantwortung ziehen. Obwohl der Rat behauptet nicht antisemitisch zu sein, können wir eindeutig sagen, dass seine Worte Beweise für Hass auf Juden liefern. Abschließend denke ich, dass es für diejenigen, die Israel in der Auseinandersetzung mit dem globalen Terrorismus unterstützen, sehr wichtig ist sich zu bemühen und Israel im Umgang mit Einrichtungen wie dem ÖRK (die versuchen Israel schwach zu machen) zu helfen.

Matan Emmanuel Ascher ist Israeli und studiert Jura und Politikwissenschaft an der Bar-Ilan-Universität. Er ist Praktikant am Jerusalem Zentrum für Public Affairs (JCPA) und Leiter des Yuvalim-Projekts der Zionistischen Weltorganisation (WZO) an der BIU.
https://www.facebook.com/matan.asher
auf Twitter: @matanasher

Weltkirchenrat schaut zu, während Christen sterben, Kirchen verkommen

Malcolm Lowe, Gatestone Institute, 22. Oktober 2013

Wer braucht den ÖRK noch? Wäre die Welt, ganz zu schweigen von den Christen des Nahen/Mittleren Ostens, ohne ihn besser dran?

Der Ökumenische Rat der Kirchen („Weltkirchenrat“/ÖRK) in Genf hat den Anspruch 345 Kirchen weltweit zu repräsentieren und ihnen zu dienen. Was hat er getan, um den verfolgten Kirchen im Irak, Syrien und Ägypten zu helfen? Oder der Flut syrischer Flüchtlingen nach Jordanien und in den Libanon? Antwort: Er hat das gesamte Jahr 2013 der Förderung einer „Weltwoche für Frieden in Palästina Israel“ (22.-28. September) gewidmet. Soll heißen, er hat Schweizer Franken in das Aufwühlen einer Ecke der Region gegossen, die gerade fast ruhig ist.

Es ist nicht so, als wäre es ein Geheimnis, dass muslimische Gewalt im Irak innerhalb eines Jahrzehnts die Hälfte der christlichen Bevölkerung aus dem Land trieb. Oder dass Untergruppen der Al-Qaida ganze syrische Dörfer und Städte ihrer christlichen Bevölkerung entleert haben. Oder dass kurz nach Präsident Morsis Absetzung fast hundert koptische Kirchen in Ägypten von Unterstützern der Muslimbruderschaft überfallen wurden. Und das war nur eines der Kapitel des fortgesetzten Martyriums der Kopten, von denen seit dem Sturz von Präsident Mubarak 100.000 aus Ägypten geflohen sind.

All diese Fakten sind auf vielen Internetseiten dokumentiert worden, vor allem von Raymond Ibrahim, der auch die endlosen Angriffe von muslimischen Gruppen auf Christen in Pakistan und Nigeria, in der Tat weltweit aufzeichnet. Seit August 2011 hat das Gatestone Institute seine monatliche Zusammenfassung solcher Berichte veröffentlicht. Wer jedoch einen Blick auf die Internetseite des ÖRK wirft, wird kaum irgendeine Wahrnehmung all dessen feststellen. Stattdessen ist die Internetseite des ÖRK vollgeladen mit Maßnahmen und Quellen zu den Palästinensern. Die „Quellen“ bieten Zusammenstellungen palästinensischer Propaganda, einschließlich Forderungen nach dem so genannten „Rückkehrrecht“ der Palästinenser (heißt: die Verwandlung Israels in einen mehrheitlich arabischen Staat).

Die Ausrede für dieses absurde Ungleichgewicht ist, dass der ÖRK seit Jahrzehnten entgegen aller Beweise behauptet hat und darauf besteht das weiter zu tun, Kirchen des Nahen Ostens hätten keine wirklichen Probleme außer der Palästinenserfrage. Früher in diesem Jahr (21.-25. Mai) veranstaltete der ÖRK in der Nähe von Beirut (Libanon) eine Konferenz zu „Christliche Präsenz und Zeugnis im Nahen Osten“. Die Schlusserklärung proklamierte: „Palästina bleibt weiter das zentrale Thema in der Region. Den Konflikt zwischen Israel und Palästina in Übereinstimmung mit den UNO-Resolutionen und dem internationalen Recht zu lösen wird enorm helfen die anderen Konflikte in der Region zu lösen.“

Rifat Odeh Kassis, Co-Autor und allgemeiner Koordinator der Kairos-Palästina-Initiative des ÖRK, ehemaliger Leiter des Ökumenischen Begleitprogramms des ÖRK in Palästina und Israel und Sonderberater des ÖRK-Generalsekretärs wird im Bild oben bei einem Interview gezeigt, das er dem Hisbollah-Fernsehsender Al-Manar gab. (Fotoquelle: Kairos Palästina)

Wer in der Welt glaubt angesichts des Elends, das die Christen im Zuge des so genannten „Arabischen Frühlings“ überwältigt hat, noch an solchen Unsinn – außer unverbesserliche Judenhasser? Sicher, der ÖRK könnte ein paar der letzten unter den Bischöfen des Nahen Ostens zusammentrommeln, aber mit welcher Ausrede? Wie kann irgendein geistig gesunder, gut ausgebildeter Kirchenbürokrat der Sorte, aus denen sich der ÖRK rekrutiert, eine solche Erklärung abgeben, nur zwei Stunden Fahrt entfernt von den Wirren in Syrien, die Hunderttausende Flüchtlinge in genau den Libanon geschickt haben, in dem die Konferenz veranstaltet wurde?

Das derzeitige Level der Verfolgung von Christen ist in Ägypten derart hoch, dass selbst der ÖRK das nicht völlig übersehen kann. Am 15. August schickte Rev. Dr. Olav Fykse Tveit, Generalsekretär des ÖRK, einen kurzen Solidaritätsbrief an ÖRK-Mitgliedskirchen in Ägypten. In diesem Brief drückte er Bedauern wegen „Angriffen auf einige Kirchen und Grundstücke christlicher Gemeinden“ aus. Das Wort „einige“ zeigt, wie wenig ihm bewusst war, dass bereits am Tag, an dem Präsident Morsi abgesetzt wurde, fünfzig Kirchen und eintausend christliche Unternehmen in Brand gesetzt wurden, wie der ägyptische Rechtsanwalt Ehab Ramsy berichtet. Jedenfalls, wenn Tveit nicht bewusst das Ausmaß des koptischen Leidens untertrieb.

Die Internetseite des ÖRK informiert uns, dass Tveit „zusätzlich zu diesem Brief“ anmerkte: „Ich hoffe, dass dies nicht als Konflikt zwischen Christen und Muslimen interpretiert wird.“ Wer, glaubt er, organisierte den systematischen Angriff auf ägyptische Christen? Balinesische Hindus? Animisten aus Papua-Neuguinea? Marsmännchen? Sogar Amnesty International, das sich sonst selbst übermäßig mit den Palästinenser beschäftigt, wagte es – in einem detaillierten Bericht (sechzehn Seiten mit reichlich Illustrationen) zu „Ägyptens Christen gefangen  zwischen religiös motivierten Angriffen und staatlichem Nichtstun“ – zu erwähnen, dass Muslime für die Anschläge verantwortlich waren.

Die 234 Worte des Briefs Tveits bilden den Beitrag des ÖRK zur Milderung des Leides von zehn millionen oder mehr ägyptischen Christen (es ist Teil ihres Elends, dass Ägypten keine verlässlichen Daten zur Verfügung stellt). Syrische Christen zählen rund zweieinhalb Millionen; die Hilfe des ÖRK für sie bestand in einer eintägigen Konferenz in Genf am 18. September und der Ausgabe eines Aufrufs zum Frieden am nächsten Tag. Im Gegensatz dazu hat der ÖRK im letzten Jahrzehnt echtes Geld in die Werbung für die palästinensische Sache gesteckt, obwohl lediglich 50.000 Christen in der Westbank und kaum eintausend im Gazastreifen wohnen. Ein Artikel mit dem Titel „Der Mythos der palästinensischen Christenheit“ stellte heraus, dass es in Israel selbst weit mehr Arabisch sprechende Christen gibt, die dort sogar einen höheren sozialen Status (Bildung, Einkommen) genießen als die jüdische Bevölkerung.

Für die Palästinenser hat der ÖRK in seiner Bürokratie einen besonderen Zweig geschaffen: sein Palestine Israel Ecumenical Forum (PIEF – Ökumenisches Forum Palästina Israel). Auf der „Was wir tun“-Seite des ÖRK wird das Thema „Kirchen im Nahen Osten“ wie folgt definiert: „Dieses Projekt will ein Ökumenisches Forum Palästina/Israel als Raum aufbauen, in dem die gesamte ökumenischen Bewegung ihre kollektiven Energien und Ressourcen für einen dauerhaften Frieden gemeinsam einbringen kann.“ Heißt: Im Nahen Osten kümmert sich der ÖRK nur um Palästina und er will, dass alle Kirchen der Welt diesen Exklusiv-Fokus übernehmen.

Das 2007 geschaffene PIEF ist die Körperschaft, die die erwähnte „Weltwoche für Frieden in Palästina Israel“ organisiert. Es hat außerdem ein Büro in Jerusalem eingerichtet, das Jerusalem Interchurch Center, das versucht örtliche Christen für Aktivitäten zu rekrutieren, die für die palästinensische Sache werben. Ein Beispiel ist das berüchtigte Kairos-Palästina-Dokument, eine von ÖRK-Mitarbeitern in Zusammenarbeit mit einer Hand voll nicht repräsentativer örtlicher Christen geschaffenen Initiative, mit der der ÖRK seine Mitgliedskirchen bombardierte.

Das vom ÖRK am aufwändigsten finanzierte palästinensische Projekt ist aber sein „Ecumenical Accompaniment Program in Palestine and Israel“ (EAPPI – Ökumenisches Begleitprogramm in Palästina und Israel), das es inzwischen zwölf Jahre gibt. Die zugehörige Internetseite dieses ÖRK-Ablegers definiert seinen Zweck wie folgt: Das EAPPI „bringt Internationale in die Westbank, damit diese Erfahrung zum Leben unter Besatzung sammeln. Ökumenische Begleiter (EAs) bieten schützende Präsenz für gefährdete Gemeinden, beobachten und berichten Menschenrechtsverletzungen und unterstützen Palästinenser und Israelis, die gemeinsam für Frieden arbeiten. Wenn sie nach Hause zurückkehren, setzen sich die EAs für eine gerechte und friedliche Lösung des israelisch/palästinensischen Konflikts durch ein Ende der Besatzung, Respektierung des internationalen Rechts und Umsetzung der UNO-Resolutionen ein.“

Die „Internationalen“ werden hauptsächlich aus westlichen protestantischen Kirchen rekrutiert und verbringen gerade mal drei Monate mit der Gewinnung ihrer „Erfahrung“ (lies: intensive Indoktrination in palästinensischen „Narrativen“, deren Wahrheitsgehalt nicht nachgeprüft werden kann). Warum nur drei Monate? Weil das die Zeitspanne eines israelischen Standard-Touristenvisums ist, damit sie unbemerkt als Touristen kommen und gehen können. Bei ihrer Rückkehr müssen sie genausso viel Zeit mit Touren durch ihre Kirchen verbringen, um die Botschaft voranzubringen, die sie gelernt haben.

Hier sehen wir das wirklich Böse, das sich aus diesem Programm ergibt. Über das EAPPI sind die Bürokratien der reichen protestantischen Kirchen überzeugt worden, dass das Einzige, um das sie sich im Nahen Osten sorgen müssen, die Lage der Palästinenser ist. Alle Missionsressourcen der westlichen Protestanten werden auf Palästina konzentriert und ihre wichtigen Bürokraten sind genauso total besessen von dem Thema wie es der ÖRK selbst ist. Die verfolgten Christen des Irak, Syriens und Ägyptens können sich genauso gut einen Strick nehmen.

Warum, möchte man fragen, hat der ÖRK nicht einmal daran gedacht „Begleit“-Programme für Länder einzurichten, in denen Christen sterben und ihre Kirchen eingehen wie Primeln? Eine Antwort ist die oben zitierte groteske Lüge, die der ÖRK propagiert: dass Palästina das „zentrale Thema“ sei und dass dieses Problem zu lösen die Christen retten wird, die andernorts im Nahen Osten krepieren.

Eine weitere Antwort lautet: pure Feigheit. Die Hauptaufgabe der EAPPI-Internationalen – abgesehen davon, dass sie den nicht verifizierbaren palästinensischen Erzählungen lauschen – besteht darin den Palästinensern zuzusehen, wie sie durch israelische Checkpoints gehen. Die Zahl der Checkpoints ist in den vergangenen Jahren drastisch reduziert worden und die israelischen Behörden führen schnellere und sicherere Identifikationsmittel ein, also gibt es hier kein großes Risiko. Wenn die EAPPI-Internationalen einen Hauch von Gefahr haben wollen, können sie sich an einem Freitag – natürlich aus sicherer Entfernung – eine rituelle Auseinandersetzung zwischen Steine werfenden palästinensischen Jugendlichen und darauf mit Tränengas reagierenden israelischen Soldaten ansehen gehen. In Ägypten oder Syrien würden sie sich dagegen echten Gefahren durch Maschinengewehre, Brandstiftung oder Bombardierungen mit konventionellen und chemischen Waffen gegenüber sehen.

Zum Glück für die Christen des Nahen Ostens hat sich der Vatikan nie dem ÖRK angeschlossen und schickt lediglich Beobachter zu den seltenen Gelegenheiten, bei denen die ÖRK-Mitglieder sich an ihre ursprüngliche Aufgabe erinnern: zu theologischen Diskussionen zur geteilten Christenheit zu ermutigen. In Syrien und Ägypten stellen sich Katholiken des Franziskaner-Ordens mit anderen mutig den ernsten Gefahren, die die Lieferung von Hilfe an verfolgte Christen aller Konfessionen mit sich bringt.

Anders als der von seiner Obsession mit Palästina beeinflusste ÖRK und die westlichen protestantischen Kirchen hat die russisch-orthodoxe Kirche eine echte finanzielle Last zugunsten der syrischen Christen übernommen. Im August diesen Jahres überwies das Patriarchat von Moskau mehr als eine Million Dollar an das griechisch-orthodoxe Patriarchat von Antiochia, um dort zu helfen. „Spenden kamen aus den Diözesen, Gemeinden, Klöstern und von Einzelpersonen aus verschiedenen Städten, einschließlich Kaliningrad, Wladiwostok, Jekaterinburg, Syktywkar, Saransk, Murmansk, Pskow, Orenburg, Wolgograd, Tula und sogar Krimsk, das letztes Jahr vernichtende Fluten erlebte“, vermerkte das Moskauer Patriarchat. „Geld wurde auch aus Israel, Armenien, Italien, Deutschland und weiteren Ländern auf das Konto der Abteilung für Wohltätigkeit und Sozialdienste der Kirche überwiesen.“

Ja, sogar die Russisch-Orthodoxen in Israel leisteten einen Beitrag. Ebenso arbeitet das griechisch-orthodoxe Patriarchat von Jerusalem unter syrischen Flüchtlingen in Jordanien. Es gibt auch jüdische Gruppen in Israel, die die gefährliche Aufgabe auf sich genommen haben Lebensmittel und medizinische Gütern an Opfer des syrischen Bürgerkriegs zu liefern. Gleichzeitig sind Hunderte verwundeter Syrer nach Israel geschmuggelt worden, um in Krankenhäusern – kostenlos – medizinische Hilfe zu erhalten, während die israelische Armee nahe der Grenze ein Feldlazarett für weniger dringende Fälle errichtet hat. In israelischen medizinischen Einrichtungen arbeiten – natürlich – Muslime und Christen Seite an Seite mit Juden, um jedermann zu behandeln, was die Kommunikation mit den syrischen Arabern ermöglicht. Hier haben wir also ein Paradox: Der ÖRK bringt Israelis in Kirchen weltweit unerbittlich in Verruf, während Israelis weit mehr als der ÖRK tun, um Opfern der Gewalt in Syrien zu helfen.

Lassen Sie uns festhalten, was der ÖRK ist und was er nicht ist. Er beschreibt sich selbst als eine Organisation mit „345 Mitgliedskirchen, die mehr als 500 Millionen Christen in mehr als 110 Ländern und Territorien repräsentiert“. Dieser Aspekt seiner Existenz ist jedoch nur einmal alle paar Jahre erkennbar, wenn er eine Versammlung oder eine Konferenz organisiert. Den Rest der Zeit ist der ÖRK nichts als ein Trupp Bürokraten in seinem Genfer Büro. Seine Aktivitäten und Erklärungen werden von diesen bestimmt – und von ihnen allein. Geht einer von ihnen in Rente, suchen die anderen dessen Nachfolger aus. Sie kommen überwiegend aus einer kleinen Zahl protestantischer Kirchen in Nordamerika und Nordeuropa. Als Ausnahme war von 2004-2009 ein Kenianer Generalsekretär, doch der trat plötzlich zurück, nachdem Fragen zu seiner Doktorarbeit aufgeworfen wurden. Der derzeitige Amtsinhaber Tveit ist ein norwegischer Lutheraner.

Diese protestantischen Kirchen sind diejenigen, die der Palästinenseragenda des ÖRK hörig sind. Betrachten Sie z.B. Robert O. Smith, einen Co-Moderator des PIEF des ÖRK, der außerdem im Namen einer großen lutherischen US-Kirche (der ELCA) über Europa und den Nahen Osten berichtet. Smith ist ein ständiger Kritiker – oder eher Verunglimpfer – des christlichen Zionismus, ob nun in seiner Doktorarbeit, seinen Artikeln oder seinem neuesten Buch.

Ein weiteres Beispiel sind die US-Presbyterianer (PCUSA). Ihre Nahost-Bürokraten haben seit Jahren versucht die Kirche in eine propalästinensische Haltung zu ziehen. Ein großer Teil der Laienschaft ist allerdings dagegen, ob nun aus Sympathie für Israel oder aus Ärger, dass ihnen diese Bürokraten etwas diktieren. Daher gibt es alle zwei Jahre einen Kampf auf der Vollversammlung der PCUSA. Beide Seiten investieren große Mengen an Geld, um Unterstützung zusammenzubringen – Geld, das die verzweifelt armen ägyptischen koptischen Familien viel besser hätten brauchen können. Bisher haben die Bürokraten meistens verloren, doch nur bis zur nächsten Vollversammlung.

In der PCUSA funktionieren die presbyterianischen demokratischen Prinzipien wenigstens noch. Anders in verschiedenen europäischen protestantischen Kirchen, wo die Laienschaft weniger in der Lage ist sich zu betätigen. An anderer Stelle habe ich dokumentiert, wie tief mit Fehlern behaftete propalästinensische Berichte offiziell von den britischen Methodisten und der Church of Scotland akzeptiert wurden. Die erste große Kirche, die diese Richtung einschlug, war allerdings die schwedische Kirche. In solchen Fällen ist das, was angekommen ist, eine neue Art der Ersetzungstheologie: Die Palästinenser sind das auserwählte Volk geworden und das Kairos-Palästina-Dokument erhält Vorrang vor der Bibel. Und in der Tat ermutigen diese Kirchen heftige Bibelkritik, aber Kairos Palästina wird als unfehlbare Heilige Schrift behandelt.

Es überrascht nicht, dass Kirchen, die die Grundlagen der protestantischen Theologe ausgemustert haben, in den letzten Jahrzehnten auch einen massiven Mitgliederrückgang, finanzielle Probleme und einen allgemeinen Richtungsverlust zu verzeichnen haben. Diese Verbindung wurde vor drei Jahren in einer meisterhaften Analyse von Dexter Van Zile herausgestellt; die Zeit seitdem hat das nur bestätigt. Er schrieb sie, als die Mitgliederzahl der PCUSA um rund 3% jährlich zurückging; 2012 lag der Rückgang bei 5,26%. Die Mitgliederzahl der ELCA ist im Zeitraum 2010-2012 um 5,95%, 4,98% und 2,68% zurückgegangen.

Die Agenda der Konferenzen und Versammlungen des ÖRK, zusammen mit allen geäußerten Erklärungen, werden ebenfalls in Genf bestimmt. Ein franziskanischer Freund wurde einmal zu einer solchen Show eingeladen. Als er ankam, wurde ihm gesagt, seine Aufgabe sei das Vorlesen eines Grußes der Christen aus dem Heiligen Land. Als er den ihm in die Hand gedrückten Text las, protestierte er, er habe ihn nie zuvor gelesen, dass er ihn natürlich nicht aus den Heiligen Land mitgebracht hatte und dass es darin Dinge gab, die offensichtlich falsch waren. Nein, wurde ihm gesagt, er müsse ihn genauso vorlesen, wie er war.

Gleichermaßen ist die anstehende Zehnte Versammlung des ÖRK (30.10.-8.11. in Busan, Korea) bereits komplett festgelegt. Das aus Genf diktierte Thema „Gott des Lebens, führe uns zu Gerechtigkeit und Frieden“ ist ein Fingerzeig: „Frieden und Gerechtigkeit“ ist ein vertrauter Slogan der propalästinensischen Propaganda. Das Handbuch der Zehnten Versammlung zeigt in der Tat, dass EAPPI und Kairos Palästina zusammen mit der „Öko-Gerechtigkeit Palästinas“ stark in den Vordergrund gestellt werden.

Was ist „Öko-Gerechtigkeit“?, wird man sich fragen. Die Antwort: „Die Redner werden die täglichen Ungerechtigkeiten der Besatzung und den kritischen Zustand der Umwelt im Heiligen Land behandeln. Wasserknappheit, Fragen der Abfallwirtschaft und Lebensmittelsouveränität sind allesamt drängende Anliegen der Palästinenser. Indem angesprochen wird, wie diese Anliegen die menschliche Bevölkerung wirtschaftlich, kulturell und psychologisch beeinflussen, informiert das Workshop die Teilnehmer über Öko-Gerechtigkeit und eine Diskussion zur Notwendigkeit internationaler Solidarität in dieser Frage fördern.“

Erwarten Sie aber bitte nicht, dass Punkte erwähnt werden wie die Weigerung der PA sich an gemeinsamen Abwasseraufbereitungsprojekten mit Israel zu beteiligen, die immense Verschwendung in den leckenden Hauptwasserleitungen der Palästinenserstädte oder die illegal gegrabenen Brunnen, die dafür gesorgt haben, dass das Grundwasser des Gazastreifens mit Meerwasser verunreinigt wurde. Nein, die Palästinenser werden wie üblich Israel zum Sündenbock für all ihre eigenen Sünden gegen die Umwelt machen.

Anfang letzten Jahres veröffentlichte Prof. Haim Gwirzman vom BESA Center an der Bar-Ilan-Universität die komplette Widerlegung all der oft wiederholten palästinensischen Lügen über die Lage mit ihrem Wasser. Eine Zusammenfassung seiner Erkenntnisse ist auch hier zu finden. Es gehört aber zur typischen palästinensischen Propaganda, dass dieselben alten Lügen ständig wiederholt werden, egal wie oft oder wie gründlich sie widerlegt worden sind. Und egal, wenn Christen dasselbe tun. Wenn Israel in Verruf gebracht wird, ist die Wahrheit bedeutungslos – das ist nur eine der Verbindungen zwischen Antiisraelismus und Antisemitismus.

Andererseits tauchen die Worte „Syrien“, „Ägypten“, „Irak“ und „Libanon“ nirgendwo im Handbuch für die anstehende Versammlung des ÖRK auf. Das Wort „Jordanien“ erscheint nur im Namen des „Environmental Education Center of the Evangelical Lutheran Church in Jordan and the Holy Land“ (Umweltbildungszentrum der Evangelischen Lutherischen Kirche von Jordanien und dem Heiligen Land) auf, dem Präsentator des Nonsens-Workshops zu „Öko-Gerechtigkeit“. Einmal mehr wird der ÖRK die wirklich drängenden Nöte der Christen des Nahen Ostens zugunsten der propalästinensischen Agitation ignorieren.

Ja, mögen Sie einwenden, aber es wird doch mehr auf der Tagesordnung der Zehnten Versammlung stehen. Formulieren Sie das anders herum: Wenn die anderen Sitzungen auf einem ähnlich schwachen Niveau sind, warum um die halbe Welt reisen, um dorthin zu gehen? Lassen Sie, wer immer die Zeit dafür hat, das Handbuch durchsehen und eigene Schlüsse ziehen. Sie könnten feststellen, dass es dem ÖRK egal ist, was angeboten wird, solange alle Teilnehmer fixiert auf Palästina nach Hause gehen.

Das führt zu einer weiter gefassten Frage: Wer braucht den ÖRK noch? Wäre die Welt, geschweige denn die Christen des Nahen Ostens, nicht ohne ihn besser dran? Als der ÖRK 1948 gegründet wurde, war es höchst ungewöhnlich, dass die Leiter verschiedener Kirchen miteinander konferierten. Heute ist es üblich und durch raschen und günstigen Lufttransport alltäglich. Päpste und Prälaten flitzen überall hin. Wenn der ÖRK einfach verschwände, würde er einen bequemen Parkplatz für protestantische Bürokraten beseitigen, die sich langweilen oder in ihren Kirchen am falschen Platz fühlen. Aber wer sonst würde ihn vermissen?

Was die diesjährige „Weltwoche für Frieden in Palästina Israel“ angeht, so scheint ihre Bedeutung eher gering gewesen zu sein. Das PIEF veröffentlichte eine kurze Mitteilung über Teilnahme „in mindestens 22 Ländern weltweit“, zusammen mit einer detaillierteren Liste. Das läuft auf die Aussage hinaus, dass in gerade einmal 20% der „mehr als 110 Länder und Territorien“ des ÖRK mindestens eine Kirche reagierte. In Deutschland wird z.B. nur eine Veranstaltung in Essen erwähnt. Unter „USA“ sind keine Veranstaltungen aufgeführt, nur Gebete, die von einem Vorstand der United Methodist Church und dem Presbyterium von Atlanta ausgegeben wurden. In „Russland und Ukraine“ nahm lediglich eine methodistische Kirche teil. Das kann kaum als Massenbewegung beschrieben werden. Es ist eher ein sektiererischer Kult mit seinen eigenen, komischen Ritualen.

Eines dieser Rituale ist ein „Änderungsspiel“ namens „Besatzung: ein Spiel um Leben“. Es ist nach dem Vorbild von „Snakes and Ladders“ (Schlangen und Leitern) gestaltet und soll palästinensische Not darstellen. Man kann hier Bischof William Kenny und Rev. Paul Dean auf so eine Art unter dem Blick des palästinensisch-lutherischen Bischofs Younan in London herumhüpfen sehen. Die Erfinder dieses Spiels nennen sich „Embrace the Middle East“ (Umarmt den Nahen Osten), also sollten sie Versionen für die syrischen und ägyptischen Christen in der Rubrik „Ein Spiel des Todes“ erfinden. (Immerhin ist „Monopoly“ in allen möglichen nationalen Versionen erhältlich.) Nur würden sie dann die hüpfenden Kleriker die furchtbaren Tode auf gewissen Plätzen simulieren lassen müssen. Bei anderen müssten sie ihre Taschen leeren, um die Jizya-Steuer zu zahlen, die den Kopten von muslimischen Gangstern abgepresst wird.

Was der ÖRK selbst beitrug, war eine Massenpilgerfahrt nach Jerusalem, doch die scheint nicht zustande gekommen zu sein. Die Liste des PIEF erwähnt sie nicht. Es gab Gerüchte über ein paar Dutzend solcher „Pilger“, die in einem Konvent in Bethlehem intensive Instruktionen erhielten, eine Art EAPPI-Crashkurs. Wenn sie stattfand, dann war sie im Vergleich mit den Tausenden zionistischer Christen, die zur gleichen Zeit am von der Internationalen Christlichen Botschaft in Jerusalem organisierten Laubhüttenfest teilnahmen, minimal. Die israelische Presse nahm nur Letztere wahr, wie sie durch die Straßen marschierten und auf einer traditionellen Parade israelischer Organisationen ihre Nationalflaggen schwenkten.

Genau während dieser Tage vom 22.-28. September hatten die Weltmedien keine Zeit für den ÖRK; aller Augen waren auf den Anschlag somalisch-muslimischer Terroristen auf ein Einkaufszentrum in Kenia gerichtet. Jeder hörte und las die furchtbaren Berichte, wie die Terroristen zuerst alle entließen, die beweisen konnten Muslime zu sein, dann die anderen grotesk folterten, bevor sie sie ermordeten. Die Angst vor islamischem Extremismus, nicht die Sorge um Palästina, hatte einen festeren Zugriff auf den Großteil des Westens.

Selbst die palästinensische Presse scheint den Plan des ÖRK ignoriert zu haben. Eine Durchsicht der Seiten von Al-Quds aus dieser Woche brachte keinen einzigen Hinweis, obwohl verschiedene andere Delegationen pflichtgemäß aufgeführt wurden. Vielleicht wurde eine der vom PIEF unter „Palästina“ aufgeführten Veranstaltungen irgendwo erwähnt, aber der Hinweis muss sehr kurz gewesen sein.

Schließlich wollen wir noch einen Blick auf die Empfehlungen des PIEF für Gottesdienste für Sonntag, den 22. September werfen. Sie waren überschrieben mit „Zum Beten braucht man eine Genehmigung des Militärs“ und bestand aus einem doppelten Ritual. Als erstes: „Blockieren Sie Ihre Kircheneingang mit Stacheldraht oder einer Sperre; erklären Sie den Gemeindegliedern, sie hätten keine geeignete Genehmigung die Kirche zu betreten.“ Das ist sicherlich bequemer, als Bewaffnete hineinzuschicken und willkürlich zu schießen, Bomben zu werfen, Bilder herunterzureißen und zu zerstören, Kreuze zu zerschlagen und den Ort in Brand zu setzen. Jedenfalls, wenn sie die Erfahrungen von Christen in Ägypten, Syrien, dem Irak, Pakistan oder Nigeria nachstellen wollten.

Der zweite Teil des Rituals bestand darin eine Erklärung laut vorzulesen, die von den Kirchenleitern in Jerusalem an Ostern diesen Jahres nach einem Tumult an einer Polizeisperre in der Altstadt von Jerusalem ausgegeben wurde. Die Erklärung führte Beschwerde wegen „großer Trauer und Schmerz für einige unserer Gläubigen, weil sie von einigen israelischen Polizisten schlimm behandelt wurden“.

Nun, ein Video des Vorfalls können Sie sich selbst ansehen. Obwohl die Jerusalem Post die Story diensteifrig mit „Video zeigt, wie Jerusalemer Polizei älteren Priester angreift“ überschreibt, erzählt das Video eine andere Geschichte. Der betreffende Priester versuchte offensichtlich sich durch eine Polizeiabsperrung zu zwängen und musste gebändigt werden. Jeder weniger Illustre wäre wegen Missachtung von Polizeianweisungen und Gewalt gegen Polizeibeamte festgenommen worden.

Wer viele Ostern in Jerusalem beobachtet hat, kann leicht erklären, wie die Vorgehensweise der Polizei aussieht. Das Problem ist, dass die Straßen um die Grabeskirche sehr eng sind, was es großen Zahlen von Menschen fast unmöglich macht sich gleichzeitig in beide Richtungen zu bewegen. Also sperrt die Polizei die gesamte Gegend mit Barrieren ab und richtet eindeutige Ein- und Ausgänge ein, damit der Strom der Gläubigen immer nur in eine Richtung fließt.

Der betreffende Priester – identifiziert als Leiter der koptischen Kirche in Ramallah – musste nur zu einem der ausgewiesenen Eingänge gehen. Aber er glaubte, er und seine Freunde sollten eine Ausnahme sein; als er versuchte sich an einer anderen Stelle durchzuzwängen, hielt ihn die Polizei auf. Die Kopten wurden wütend und die Kirchenleiter gaben – ungeachtet der Rechte der Sache – eine Solidaritätserklärung aus, um das Gesicht der koptischen Kirche zu wahren.

Wir sehen also, dass es eine glatte Lüge ist ein solches Ritual unter der Überschrift „Zum Beten braucht man eine Genehmigung des Militärs“ zu präsentieren. Eine angemessene Überschrift wäre „Bitte benutzen Sie zum Betreten der Kirche den nördlichen Eingang“. An den anderen Türen der Kirche sollte man statt Stacheldraht eine solche Mitteilung aufhängen. Aber wer könnte sich darüber aufregen?