Eine notwendige, äußerst wichtige Botschaft an das Holocaust Forum

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Dutzende Staatsoberhäupter werden nach Jerusalem kommen, um am Fünften Holocaust-Forum teilzunehmen. Diese Veranstaltung wird am 23. Januar in Yad Vashem beginnen und unter der Schirmherrschaft des israelischen Präsidenten Reuven Rivlin stattfinden. Die Zusammenkunft ist eine einzigartige Gelegenheit einem Top-Publikum öffentlich eine entscheidende Botschaft im Kampf gegen Antisemitismus zu vermitteln. Die israelische Regierung und jüdische Institutionen haben es Jahrzehnte lang versäumt die Botschaft öffentlich zu weiterzugeben, dass Antisemitismus mehr als tausend Jahre lang ein integraler Bestandteil westlicher Kultur gewesen ist. Diese Tatsache ist unentbehrlich für das Verständnis und die Bekämpfung von zeitgenössischem Antisemitismus und muss daher kontinuierlich wiederholt werden.

Vor mehr als einem Jahrtausend haben mächtige Organisationen – hauptsächlich, aber nicht ausschließlich im Westen – die Idee propagiert, dass Juden absolut böse sind. Die römisch-katholische Kirche war die Originalquelle dieser hasserfüllten Idee. Ihr folgten später verschiedene andere christliche Denominationen. Juden in allen Generationen wurden beschuldigt den mutmaßlichen Sohn Gottes, Jesus, getötet zu haben; ihnen wurde die Verantwortung für seinen Tod vorgeworfen.

Christliche Theologen stereotypisierten die Juden. Statt den Fehler bei einzelnen Individuen in einer lange zurückliegenden Vergangenheit zu suchen, machten sie alle Juden jeder Generation für ein Verbrechen verantwortlich, das ihre Ahnen nicht begangen hatten. Damit lieferten sie einen riesigen Beitrag zu dem, was heute allgemein Rassismus genannt wird. Menschen zu stereotypisieren ist ein Kernelement dieses Übels. Als Christen Juden brutal behandelten, entwickelten sie die boshafte Behauptung, das daraus resultierende Leiden der Juden sei göttliche Strafe dafür, dass sie Jesus nicht anerkennen.

Unter den protestantischen Reformern sticht Martin Luther in seinen späten Jahren als fanatischer Antisemit heraus. Er schrieb, dass Juden in Ställen gehalten werden sollten, ihre Bücher sollten ihnen weggenommen werden und wenn Rabbiner predigten, dass sollten sie getötet werden. Luther empfahl auch, dass Synagogen zur Ehre Gottes und der Christenheit niedergebrannt werden sollten.[1] Heutzutage gehört der Ökumenische Rat der Kirchen („Weltkirchenrat“) zu den großen christlichen Hass Schürenden gegen Israel.[2]

Auf der Jahrhunderte alten Infrastruktur des christlichen Antisemitismus entwickelte sich ein zweiter Typ des Antisemitismus: der ethnische/nationalistische Antisemitismus. Ohne die christliche Hass-Grundlage hätten viele in den europäischen Gesellschaften vermutlich weniger bereitwillig mit den deutschen Mördern bei der Verfolgung der Juden kooperiert.

Die Anti-Defamation League hat mehrere Studien zu einer Reihe von europäischen Ländern sowie den Vereinigten Staaten und Argentinien veröffentlicht. Die Umfragen stellten fest, dass selbst heute noch 26% der Christen an die Falschmeldung glauben, dass die Juden für den Tod Jesu verantwortlich sind.[3]

Mit der Entwicklung der westlichen Kultur mutierte auch der Antisemitismus. Anti-Israelismus hat dieselben Kernmotive wie die beiden früheren Typen des „klassischen“ Antisemitismus. Im christlichen Antisemitismus waren die Juden aufgrund der falschen Anschuldigung, sie hätten Jesus getötet, das absolut Böse. In der nachfolgenden Nazi-Ideologie waren die Juden das absolut Böse, weil sie fälschlich als untermenschlich, mit Defekten geboren, Insekten, Ungeziefer oder Bakterien angesehen wurden.

In der zeitgenössischen Gesellschaft stellt sich das absolut Böse als sich wie Nazis zu verhalten und Völkermord zu planen dar. Aus verschiedenen Studien wissen wir, dass eine große Minderheit der Bevölkerung Europas fälschlicherweise glaubt, Israel habe vor Völkermord an den Palästinensern zu begehen; alternativ wird geglaubt, es verhalte sich den Palästinensern gegenüber wie die Nazis es den Juden gegenüber machten.[4]

Es gibt viele Belege der fortbestehenden Verflechtung von Antisemitismus und westlicher Kultur. Rothschild, die Juden und Geld sind immer wiederkehrende, von Antisemiten verwendete Verknüpfungen. Lange davor hatte die Kirche bereits Judas Ischariot vorgeworfen Jesus für Geld verkauft zu haben. Shylock taucht immer noch in der westlichen Gesellschaft als der Inbegriff des Wucherers auf. Trotz des extremen Bösen des Nationalsozialismus wurde der Nazi-Denker Martin Heidegger zum führenden Philosophen des Nachkriegs-Europa.[5]

Es gibt viele weitere Belege, dass dieser Antisemitismus mit der westlichen Kultur verflochten ist. In der Postmoderne entwickeln viele wichtige neue intellektuelle oder ideologische Strömungen früher oder später antisemitische Ausdrucksformen. Die Menschenrechtsbewegung ist vollgestopft mit antiisraelischen NGOs. Ihr höchstes Organ, der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen (UNHRC), ist ein moralisch korruptes Gremium, das von antiisraelischen Hass Schürenden durchsetzt ist.

Es gibt eine Vielzahl anderer Beispiele zeitgenössischer ideologischer Bewegungen, in denen Antisemitismus aufgekommen ist. Ein paar Beispiele: Der Feminismus ist eine offensichtliche.[6] Ebenso Teile der LGBT-Bewegung. Einige Leute in dieser Bewegung beschuldigen Israel des „Pinkwashing“. Diese Idee behauptet, dass Israel der Schwulengemeinschaft gleiche Rechte einräumt, sei ein Mittel die Aufmerksamkeit von seiner angeblichen Diskriminierung der Palästinenser abzulenken.[7] Die Intersektionalitätsbewegung zielt oft auf die Solidarität aller Opfer mit Ausnahme der Juden.

In der akademischen Welt bezeichnen Verfechter des Postkolonialismus Israel manchmal als „Kolonialmacht“.[8] Der Begriff ist eine gewaltige Entstellung. Israels Verhalten gegenüber den Palästinensern enthält keine Ähnlichkeit zu den massiven Verbrechen der belgischen, britischen, niederländischen, französischen, deutschen, portugiesischen und spanischen Kolonisatoren an den eroberten Völkern im Verlauf der Jahrhunderte. Diese Länder unterwarfen Völker, um Geld zu machen. Juden machten das Gegenteil. Sie investierten große Mühen und beträchtliche Geldsummen in die Wiederbelebung ihres angestammten Landes, um es aus langjähriger Verwahrlosung zu holen.

Das bevorstehende Holocaust-Forum ist eine einzigartige Gelegenheit für die Organisatoren die obigen Botschaften öffentlich zu präsentieren. Es ist eine Schande, dass so viele jüdische Organisationen es versäumt haben die fortgesetzte Verflechtung von Juden hassendem Antisemitismus mit westlicher Kultur hervorzuheben und was das dafür bedeutet den zeitgenössischen Antisemitismus zu verstehen und zu bekämpfen.

[1] https://jcpa.org/article/historical-roots-anti-israel-positions-liberal-protestant-churches-2/

[2] www.israelnationalnews.com/Articles/Article.aspx/11053; https://jerusalemjournal.net/news-and-views/fools-on-the-ground-the-world-council-of-churches-in-israel-and-its-eappi-by-dexter-van-zile

[3] www.adl.org/news/press-releases/adl-poll-anti-semitic-attitudes-in-america-decline-3-percent

[4] Zum Beispiel: library.fes.de/pdf-files/do/07908-20110311.pdf

[5] https://www.newyorker.com/culture/richard-brody/why-does-it-matter-if-heidegger-was-anti-semitic

[6] http://www.israelnationalnews.com/Articles/Article.aspx/18876

[7] http://www.jpost.com/Israel-News/Ilhan-Omar-Rashida-Tlaib-respond-to-Palestinian-LGBTQ-ban-on-Twitter-599139

[8] https://spme.org/spme-research/analysis/philip-carl-salzman-reflections-on-postcolonial-theory-and-the-arab-israel-conflict/4259/

Was hat NGO Monitor falsch verstanden? (Tipp: Nichts!)

Dexter Van Zile, The Times of Israel blogs, 6. Februar 2019

Ein  Aktivist des Ökumenischen Begleitprogramms des Weltkirchenrats führt 2012 Teilnehmer der Reise der „Christus am Checkpoint“-Konferenz an Israels Sicherheitsbarriere in Bethlehem. (Foto: Dexter Van Zile)

Der Middle East Council of Churches (MECC), der belagerte christlichen Gemeinden in mehrheitlich muslimischen Ländern der gesamten Region repräsentiert, verteidigte neulich den Ökumenischen Rat der Kirchen (Weltkirchenrat), indem er gegen nicht genannte zionistische Gruppen Anschuldigungen erhob, sie würden die Aktivisten der Organisation diffamieren, die im Heiligen Land unter der Obhut des Ökumenischen Begleitprogramms im Besetzten Palästina (Ecumenical Accompaniment Program in Occupied Palestine – EAPPI) agieren.

Das Kommuniqué wurde von Exekutivkomitee des MECC ausgegeben, das Ende Januar im Libanon zusammenkam. Das Kommuniqué erklärte: „Die Teilnehmer verurteilen den unfairen und bösartigen Angriff auf das Ökumenische Begleitprogramm im Besetzten Palästina, der von einer der zionistischen Institutionen geführt wurde.“

Der Grad der Verachtung des MECC für Israel und Israelis ist ziemlich offensichtlich. Das Exekutivkomitee des MECC kann sich nicht einmal dazu aufraffen, die fragliche Organisation beim Namen zu nennen, geschweige denn den jüdischen Staat – Israel – in seinem Kommuniqué namentlich anzuführen.

Es ist widerlich. Es ist so, als nähmen die für das MECC verantwortlichen Bischöfe und Patriarchen die arabischen Extremisten im Nahen Osten zum Vorbild, die immer noch davon träumen das „zionistische Gebilde“ in ihrer Mitte zu vernichten. Jemand muss den Leuten in der Führungsriege des MECC sagen, dass das Mittelalter anrief und seinen Antisemitismus zurückhaben will.

Trotz der Weigerung des MECC die fragliche „zionistische Institution“ mit Namen zu nennen, ist ziemlich klar, dass die nicht genannte „zionistische Institution“ NGO Monitor ist, das vir kurzem einen vernichtenden und maßgeblichen Bericht über das EAPPI veröffentlichte. Der Bericht führt detailliert an, wie die Organisation als Trainingslager für antiisraelische Interessenvertretung fungiert. Insbesondere legt der Bericht dar, dass „EAPPI beträchtliche Betonung auf politische Interessenvertretung vor, während und nach der Reise legt. Wenn Freiwillige in ihre Heimatländer und –Kirchen zurückkehren, betreiben sie antiisraelische Lobbyarbeit wie BDS-Kampagnen und die Gleichsetzung von Israel mit dem Apartheid-Südafrika und Nazi-Deutschland.“

Das ist nicht zu leugnen. NGO Monitor hat das genau richtig verstanden.

EAPPI ist eine von zwei Bürokratien (die andere ist das Palestine-Israel Ecumenical Forum oder PIEF), die vom ÖRK gegründet wurden, um gegenüber Menschen außerhalb des Nahen Ostens antiisraelische Propaganda zu propagieren. Ein Aktivist, der das Heilige Land unter dem Deckmantel des EAPPI-Friedenschaffens besucht und dann nach Südafrika zurückkehrte, erzählte seinen Mitchristen: „Es ist an der Zeit zu sagen, dass die Opfer des Holocaust die Täter geworden sind.“ Der Bericht dokumentiert zudem, wie europäische Regierungen dem EAPPI-Programm im Heiligen Land beträchtliche Finanzmittel zukommen lassen, was ebenfalls unbestritten ist.

Das Interessante an der Attacke des MECC ist, dass er nicht ein Iota an Beweisen liefert, dass irgendetwas, was über die EAPPI gesagt wurde, falsch ist. Ebenso der Weltkirchenrat, der das Programm beaufsichtigt. Ja, der ÖRK hat eine vage Stellungnahme veröffentlicht, die erklärt, er sei gegen Antisemitismus und Gewalt und wolle Frieden, aber die Tatsache bleibt bestehen: EAPPI-Aktivisten verkehren regelmäßig mit palästinensischen Extremisten, die Menschenrechtsrhetorik als Deckmantel für ihre Absicht benutzen dem jüdischen Volk seinen souveränen Staat zu rauben.

Ein palästinensischer Extremist, der sich in der Aufmerksamkeit der EAPPI-Aktivisten sonnt, ist Hasan Breijieh, ein Sprecher der PFLP, der auf Video festgehalten wurde, wie er am Sabbat Juden außerhalb ihrer Häuser drangsalierte und der ein Gedicht geschrieben hat, das den Geist von William Wallace in sehr einem sehr offensichtlichen Versuch beschwört den in der Westbank lebenden Israelischen Juden Angst zu machen im Schlaf ermordet zu werden.

Breijieh ist übrigens Sprecher der Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP), einer Organisatione, die im Verlauf der letzten Jahrzehnte zahlreiche Terroranschläge auf Zivilisten verübt hat, darunter das Flughafen-Massaker von Lod. Trotz alldem ist de Facebook-Seite von Breijieh angefüllt mit Fotos von EAPPI-Aktivisten, die ihn besuchen.

Ein interessantes Gedankenexperiment für die EAPPI und ihre Anhänger, mit dem sie sich beschäftigen sollten, besteht in der Frage, ob wie sich mit jüdischen Organisationen verbinden würden, die offen die Ermordung von Palästinensern befürworten, wofür ihr Wohnort als Begründung angegeben wird. Wenn die Antwort „nein“ lautet – und so sollte es sein – dann stellt sich die Frage, warum sie sich mit Palästinensern zusammentun, die für den Mord und die Vertreibung von Juden in der Westbank eintreten. Weil es das ist, was EAPPI-Aktivisten getan haben und es sich in der Rhetorik zeigt, die sie an den Tag legen, wenn sie aus dem Heiligen Land in ihre Heimatländer zurückkehren.

NGO Monitor ist nicht die einzige Organisation, die die EAPPI effektiv genau untersucht haben. Im Tirzus Bemühungen EAPPI-Aktivisten auf Video zu filmen war einer der Faktoren, die dazu führten, dass die Organisation aktuell beschlossen hat sich aus Hebron zurückzuziehen. Und eine weitere Version, DMU, verfolgt EAPPI-Aktivisten seit Jahren aufmerksam. DMU-Aktiviistin Amit Barak ist besonders effektiv darin gewesen die Verbindungen zwischen Hasan Breijieh und seinen Fans in der EAPPPI zu dokumentieren und zu publizieren.

Willkommen zu Foucaults Panoptikum,  Leute! Wie ist die Aussicht?

„Kostümspiel“ ist das beste Wort den EAPPI-Aktivismus in der Westbank zu beschreiben. Für den Uneingeweihten: „Kostümspiel“ beschreibt die Praxis sich als die fiktive Lieblingsfigur eines Buchs oder Films. Sie sehen Kostümspiel betreibende Menschen auf Science Fiction-Tagung, wo die Fans sich als ihre Lieblingsfiguren aus Star Trek oder Raumschiff Enterprise oder Harry Potter-Serien verkleiden. Auf einer Fiction-Tagung Fan-Dasein zu betreiben ist eines, aber in ein Umfeld zu marschieren, in dem regelmäßig antijüdische Hetze verbreitet wird und palästinensische Extremisten wie Hasan Breijieh mit Zuneigung überschüttet werden, ist etwas völlig anderes.

Das zu tun ist schlecht, aber EAPPI-Aktivisten machten das mehr als einmal. Und doch haben aus irgendeinem Grund die gut gekleideten Bischöfe und Patriarchen, die mit dem Middle East Council of Churces verbunden sind, es für angebracht gehalten die Organisation zu verteidigen.

Sind das wirklich Bischöfe oder spielen auch sie Verkleiden?

Weltkirchenrat begünstigt Nationalismus und Antisemitismus

Das Dokument Kairos-Palästina und alternative Tourismus

Petra Heldt, Gatestone Institute, 22. Januar 2017

  • Die zwei unmittelbaren Ziele des Kairos-Dokuments sind: 1) Israel und die jüdische Verbindung zum Land Israel zu boykottieren; 2) die Unterstützung christlicher Zionisten und aller anderen Christen für Israel auszuschalten.
  • Den zwei Zielen von Kairos folgend zielte das Sekretariat des ÖRK auf Israels Tourismus-Industrie und strebte danach die Pilger aus Israel in die Palästinensergebiete umzuleiten sowie die Pilger von einer positiven Sicht Israels zu negativen Reaktionen auf den jüdischen Staat zu bringen.
  • Viele treue Christen, darunter ein beträchtlicher Anteil aus der evangelischen Kirche von Hannover, sind sich wohl kaum des Ausmaßes der Irreführung bewusst, die von Sekretariat des ÖRK eingesetzt wird. Sie wären empört, wüssten sie, dass sie für den nationalistischen und antisemitischen Plan des Sekretariats benutzt werden.

Der christliche Glaube ist dafür bekannt an Standpunkten der göttlichen Zusage an das jüdische Volk in sieben biblischen Bundesschlüssen festzuhalten: sechs bedingungslose mit Abraham (1. Mose 12,1-3), dem Land (1. Mose 12,1), den Leviten (4. Mose 25,10-13), David (2. Samuel 7,10-16), Israel und Juda (Jeremia 31,31-34), Jerusalem (Hesekiel 16) sowie eine mit Vorbehalt im Sinai (2. Mose 19,5). Diesen Verpflichtungen geht der allgemeine Bund mit der gesamten Schöpfung (1. Mose 9,12-17) voraus. Viele Versuche, die versuchen diese himmlische Union der zu Israel gewordenen Allgemeingültigkeit neu zu entwerfen, gehen unbeirrbar dem Nationalismus und Antisemitismus in die Falle.

Zu zwei theologischen Umstrukturierungsbemühungen dieser Art der jüngeren Vergangenheit zählen die „Deutschen Christen“ in Nazideutschland und einige palästinensische Christen. Ersterer Versuch endete im Holocaust; der letztere wird heute vom Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK, auch Weltkirchenrat) über zwei Hauptantriebe gefördert: das Ecumenical Accompaniment Programme to Palestine and Israel (EAPPI – Ökumenisches Begleitprogramm für Palästina und Israel) und das Kairos-Palästina-Dokument mit seinem Ableger „Alternative Tourism“. Diese beiden Programme sind hier von Interesse.

1) Das Kairos-Palästina-Dokument

Im Dezember 2009 startete ein Forum unter Vorsitz des ehemaligen Lateinischen Patriarchen von Jerusalem, Michel Sabbah, das Kairos-Dokument. Das ÖRK-Sekretariat verbreitete das Papier schnell bei protestantischen Kirchen weltweit; es fordert ein Programm der Boykotte, De-Investitionen und Delegimiation, das sich gegen den Staat Israel richtet.

Im April 2010 schrieb Malcolm Lowe seinen Grundlagen-Artikel „The Palestinian Kairos Document: A Behind-the-Scenes Analysis, der von der New English Review veröffentlicht wurde. Lowes sorgfältige Studie legt eine Reihe Irreführungen hinter dem Kairos-Dokument offen. Sieben der falschen Vorwände werden hier angeführt.

Irreführung 1: Israel ist ein Apartheidstaat

Zur Sache: Der Name des Dokuments spielt auf den Namen einer Erklärung an, die 1985 in Südafrika ausgegeben wurde.[1] Diese Anspielung soll Israel gewollt mit dem Apartheidregime auf eine Stufe stellen.

Fakt: Israel ist kein Apartheidstaat. Israel ist eine blühende Demokratie mit einer riesigen Zahl an Nichtjuden, die auf allen Ebenen der israelischen Gesellschaft voll integriert sind.

Irreführung 2: Die Leiter der Jerusalemer Kirchen unterstützen Kairos.

Zur Sache: Unter den sechzehn Unterzeichnern befindet sich nur ein einziger Dienst tuender Kirchenleiter, nämlich Munib Younan, der Bischof der Arabisch-Lutherischen Kirche. Die übrigen Unterzeichner sind palästinensische Aktivisten wie der lutherische Gemeindepfarrer Mitri Raheb und der pensionierte anglikanische Geistliche Na’im Ateek; darüber hinaus handelt es sich um niedrigrangige Beamte und Laien. Younan, der den Verlust seiner israelischen Sonderrechte fürchtete, zog seine Unterschrift zurück. Aus seelsorgerlichen Gründen veröffentlichten die Leiter der Jerusalemer Kirchen eine kurze Stellungnahme, die den christlichen Glauben unterstützt. Dieses Kommuniqué wurde dem Karios-Dokument betrügerisch als Vorwort vorangestellt.

Fakt: Die Leiter der Kirchen von Jerusalem unterstützen Kairos nicht. Jerusalemer Kirchenleiter bis auf einen bewahren den christlichen Glauben.

Irreführung 3: „Ohne Besatzung kein Widerstand“ (Kairos 1, 4)

Zur Sache: Die Autoren von Kairos und das Sekretariat des ÖRK wissen, dass Sabbahs Behauptung „keine Besatzung – kein Widerstand“ falsch ist. Ihnen ist die Tatsache bekannt, dass Organisationen wie die Hamas, die in der palästinensischen Bevölkerung über massenhafte Unterstützung verfügt, den „Widerstand“ so lange fortsetzen, wie der Staat Israel existiert. Dieselbe falsche Botschaft wird später in dem Dokument wiederholt (4, 3), wo Terrorismus in Anführungszeichen gesetzt wird – so man ihn denn überhaupt erwähnt.

Fakt: Für Kairos geht Terror gegen den Staat Israel weiter, solange es einen Staat Israel gibt (er wird nur nicht so genannt).

Irreführung 4: Christliche Zustimmung für Israel ist ein Zeichen christlichen Fundamentalismus (Kairos 2, 2.2).

Zur Sache: Kairos bietet Ateeks Irrlehre dar, als stelle sich Gott, da er nur „gut und gerecht“ ist, auf die Seite der Unterdrückten, nämlich des palästinensischen Volks (Kairos 2, 2.2). Es stellt sich gegen den biblisch-christlichen Glauben an Gottes Treue gegenüber Seinem Volk Israel und delegitimiert glaubenstreue Theologie als biblischen Fundamentalismus.

Fakt: Christen auf der Seite Israels sind theologisch tadellos und rechtmäßig.

Irreführung 5: Der Staat Israel ist ein von der Bibel angetriebener Betreiber von heiligem Krieg (Kairos 2,5)

Zur Sache: Kairos unterstützt Ateeks Ideologie und behauptet: „Die israelische Besatzung palästinensischen Landes ist eine Sünde gegen Gott und die Menschheit“; es kommt zu dem Schluss, dass Israels Politik auf biblischen Konzepten fußt (Kairos 2,5). Die Schreiber wissen, dass Israel einer solchen Theologie nicht beipflichtet, sondern dass es in Wahrheit die politische Theologie der Hamas ist, die Gewalt und heiligen Krieg im Namen ihres Gottes fordert.

Fakt: Israels Politik fußt auf Mustern politischen Denkens.

Irreführung 6: Kairos unterstützt die Zweistaatenlösung.

Zur Sache: Ateeks Organisation Sabeel und Kairos befördern die weltweite Ansicht, dass die „Zweistaatenlösung“ nicht realisierbar ist, dass „Gerechtigkeit“ nur erreicht wird, wen der Staat Israel in einem einzigen, binationalen Staat mit arabischer Mehrheit aufgeht. Nirgends in dem Dokument kommt der Begriff „zwei Staaten“ vor. Die Schreiber wollen einen einzigen Staat sehen, der Muslime, Juden und Christen gleichermaßen annimmt. (Kairos 9,3).

Fakte: Kairos unterstützt die Eliminierung des jüdischen Staates Israel.

Irreführung 7: Kairos fördert einen Boykott nur der Produkte aus Judäa und Samaria.

Zur Sache: Abschnitt 7 des Dokuments ist „Ein Wort an die internationale Gemeinschaft“ und fordert einen „Boykott aller Produkte der Besatzung“ (vgl. Abschnitt 2).

Fakt: Kairos propagiert den Boykott des Staates Israel.

Schluss:

Die zwei unmittelbaren Ziele des Kairos-Dokuments sind: 1) Israel und die jüdische Verbindung zum Land Israel zu boykottieren; 2) die Unterstützung christlicher Zionisten und aller anderen Christen für Israel auszuschalten.

Rifat Odeh Kassis, Mitautor und allgemeiner Koordinator der Initiative Kairos Palästina, gibt im Bild Al-Manar TV, dem offiziellen Fernsehsender der Terrororganisation Hisbollah, ein Intererview. (Foto-Quelle: Kairos Palestine)

2) Alternativer Tourismus

Den zwei Zielen von Kairos folgend zielte das Sekretariat des ÖRK auf Israels Tourismus-Industrie und strebte danach die Pilger aus Israel in die Palästinensergebiete umzuleiten sowie die Pilger von einer positiven Sicht Israels zu negativen Reaktionen auf den jüdischen Staat zu bringen. Seit 2010 entwickeln sich drei Phasen von „alternativem Tourismus“.

(1) 2010 veröffentlichte der ÖRK “ Leitlinien für Touristen unter dem Titel „Kommt und seht: Ein Aufruf an Christen, die überlegen ins Heilige Land zu pilgern.

Eine Gruppe handverlesener 27 Theologen aus 14 Ländern, darunter auch palästinensische Aktivisten, gab vor die Stimme palästinensischer Christen zu sein und rief christliche Pilger auf „ihren Glauben zu leben, wenn sie das Heilige Land besuchen, indem sie Sorge um das palästinensische Volk zeigen, dessen Leben von der israelischen Besatzung ihres Landes enorm eingeschränkt ist.“ Das Treffen wurde von der palästinensischen NGO Alternative Tourism Group (ATG)[2] in Zusammenarbeit mit drei Organen des ÖRK organisiert: der Ecumenical Coalition for Tourism (ECOT – Ökumenische Koalition für Tourismus), dem Kairos-Dokument und dem Palestine-Israel Ecumenical Forum (PIEF – Ökumenisches Forum Israel-Palästina).

Der „Verhaltenskodex für Reisende im Heiligen Land“ dieser Leitlinien entstammt direkt der Palästinensischen Initiative Für Verantwortlichen Tourismus, die am 6. Mai 2009 um Befürwortung durch den Papst bat. Die Leitlinien legen eine komplette Beschreibung von Pilgerreisen vor, einschließlich Listen an Stätten, Hotels, Reiseführern, Bussen, Büchern, Geschäften, Restaurants – allesamt ausschließlich palästinensisch; diese endet mit einer Kodex für das Verhalten in dieser muslimischen Gesellschaft.

(2) 2013 startete die Vollversammlung des ÖRK in Pusan (Südkorea) das Programm Pilgrimage of Justice and Peace (PJP – Pilgerfahrt Frieden und Gerechtigkeit). Im Juli 2014 empfahl das Zentralkomitee des ÖRK das PJP 347 Kirchen in 110 Ländern. Am fünften Jahrestag von Kairos bestätigte der ÖRK im Dezember 2014 in Bethlehem seine Kairos-Politik und seine Verbindung mit dem PJP.

„Wir [die Pilger] verpflichten uns palästinensische Christen in der Verbundenheit des Ökumenischen Rats der Kirchen bei der Pilgrimage for Justice and Peace zu begleiten.“

Trotz seiner wortreichen, mit theologischem ÖRK-Geschwätz überladenen Darstellung im Jahr 2013 ist die politische Absicht des PJP klar: die beiden unmittelbaren Ziele von Kairos zu fördern, nämlich Israels Verbindung zu seinem historischen Land auszulöschen und die christlichen Beziehungen zu Israel auszuradieren. Die Lutherische Kirche in Jerusalem verwendet PJP als Mittel Pilgern und Freiwilligen eine Einführung ins „Heilige Land“ zu geben.

(3) Rechtzeitig zum fünften Jahrestag von Kairos im Dezember 2014 veröffentlichten die deutsche, evangelische „Brot für die Welt“ (BFS) und die deutsche katholische Organisation „Misereor“ unter dem Titel Kommt und Seht eine gemeinsame deutsche Interpretation der Pilgerleitlinien des ÖRK von 2010. Die deutsche Broschüre folgt größtenteils der Linie der englischen Vorlage, verfehlt es aber die Originalquelle zu nennen. Der deutsche Text verschleiert zudem sorgfältig jede Bezugnahme auf Kairos. Die Einleitung von Kommt und Seht stellt die Broschüre täuschend als von Tourism Watch in Zusammenarbeit mit der Gemeinsamen Initiative für Menschenrechte im Nahen Osten, Misereor und Brot für die Welt erstellt dar. Zwei Herausgeber werden genannt: Brot für die Welt und der Entwicklungsdienst Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung e.V.

Beide Organisationen sind wichtige Geldgeber des ÖRK gewesen. Nach Angaben von NGO Monitor hat BFW 2013 2.248.975 Schweizer Franken überwiesen; 2014 waren es 5.509.589 SFr. 2013 überwies der EED 3.604.134 SFr.

Während Kairos und sein touristischer Ableger an Boykott, De-Investition und Sanktionen sowohl gegen den Staat Israel aus auch die bibeltreuen Christen arbeiten, halten freundliche Bischöfe gut gemeinte, fromme Vorträge zur Wichtigkeit frommer Pilgerreisen und verweisen dazu auf das PJP, wie die Internetseite des ÖRK verkündet. Dieselbe Internetseite verweist auf die Synode der Lutherischen Kirche von Hannover, wo unter der Führung eines ehemaligen Bischofs im November 2016 die Kirchensynode die Unterstützung des PJP-Programms diskutierte. Zusammen mit dem PJP kommt die Unterstützung für Kairos. Dieser Plan sieht aus wie ein weiterer Versuch in Verbindung mit dem Kairos-Palästina-Solidaritätsnetzwerk (KPSN) in Deutschland, das im Dezember 2014 immer noch über die schwachen Reaktionen beklagte, die Kairos seitens der Evangelischen Kirche in Deutschland erhielt. Sicher sind sich viele treue Christen, darunter ein beträchtlicher Anteil aus der evangelischen Kirche von Hannover, kaum des Ausmaßes der Irreführung bewusst, die von Sekretariat des ÖRK eingesetzt wird. Sie wären empört, wüssten sie, dass sie für den nationalistischen und antisemitischen Plan des Sekretariats benutzt werden.

Dr. Petra Heldt ist Direktorin der Ecumenical Theological Research Fraternity in Jerusalem.

[1] Kairos Theologians: The Kairos document: Challenge to the Church. A Theological Comment on the Political Crisis in South Africa. Skotaville Publishers 1986.

[2] Gruppe Alternativer Tourismus

Eine atemberaubende Theologie des Terrors beim Weltkirchenrat

This Ongoing War, 2. Januar 2017

Pfarrer Olav Fyske Tveit vom ÖRK (Bildquelle)

Wir haben mindestens ein gutes Dutzend Einträge dem gewidmet, was der Ökumenische Rat der Kirchen gesagt und getan hat (klicken Sie hier) und offen gesagt ist es schwer irgendetwas Positives über ihn zu sagen. Hier ist das jüngste Beispiel und der Grund dafür.

Gestern gab das Sekretariat des ÖRK, der seinen Sitz in Genf hat, den Medien gegenüber eine Stellungnahme zum Neujahrs-Massaker im Istanbuler Club Reina aus. Die Verantwortung für diese brutalen und grausamen Morde wurde heute von einer islamistischen Terrorgruppe [„The Latest: Islamic State claims Instanbul night club attack“, Associated Press, heute].

Hier die Erklärung des Rats:

ÖRK verurteilt Terroranschlag in Istanbul auf unschuldige Neujahr Feiernde | 1. Januar 2017 | Der Generalsekretär des Ökumenischen Rats der Kirchen (ÖRK), PFr. Dr. Olav Fykse Tveit, verurteilt den jüngsten Terroranschlag auf Menschen in Istanbul, die das neue Jahr feierten. Mindestens 39 Menschen wurden getötet und Dutzende weitere wurden verletzt, als ein einzelner Bewaffneter einen gedrängt vollen Nachtclub in Istanbul angriff… „Unschuldige Menschen leiden immer wieder. Das ist eine böse Tat. Dieser Anschlag schockiert besonders, erstens, weil es eine klare Absicht gegeben zu haben scheint gewollt Menschen zu treffen, die einfach den Neujahrstag genießen wollten“, sagte Tveit… „Angesichts dieser Brutalität, muss die Familie der Menschheit, alle Menschen voller Glauben und gutem Willen zusammenstehen, um sich wieder dem Respekt und der Fürsorge für einander, gegenseitigem Schutz und der Verhinderung solcher Gewalt zu verpflichten.“ Der ÖRK bietet den Trauernden und Verletzten sein tiefstes Beileid. Tveit sagte: „Gott, in deiner Gnade sei bei den Opfern und ihren Familien und denen die sie begleiten und ihnen helfen.“ (Online hier)

Die meisten verantwortungsbewussten Menschen werden zustimmen, dass es richtig ist, wenn eine höchst einflussreiche Religionsgruppe den Allmächtigen anruft sich auf die Seite der Opfer zu stellen. Es wäre unvorstellbar, dass Pfarrer Tveit die gegenteilige Sicht eingenommen und zu Mitgefühl für die mörderischen Barbaren von ISIS aufgerufen hätte.

Aber Moment.

Wir möchten aufzeigen, wie anders derselbe Herr Tveit sich in Bezug auf eine andere Ansammlung von Barbaren äußert, die, anders als die Täter des Barbarismus von Istanbul vor zwei Tagen, gefasst und in den meisten Fällen wegen Terrorvorwürfen vor Gericht gestellt und verurteilt wurden. In Bezug auf diese Barbaren drängte Herr Tveit die christlichen Gläubigen sehr öffentlich von seinem Büro aus, sie sollten für sie beten und ihnen auf praktische Weise zu helfen und keinen Gedanken auf die Dinge zu verschwenden, die diese Häftlinge getan haben, um weggesperrt zu werden.

Die Szene vor den Nachtclub Reina in Istanbul (Bildquelle)

Dieser widerliche Appell nach Mitgefühl für tatsächliche und verhinderte Mörder erweckte unsere Aufmerksamkeit im April 2014 [hier], das der ÖRK seine Gläubigen zur Solidarität mit dem aufrief, was er unaufrichtig so nantnte:

„rund 5000 palästinensische Männer, Frauen und Kinder, die in israelischen Gefängnissen schmachten“.

Zu ihren Gunsten sollten gläubige Mitglieder

„für alle Häftlinge beten, sie besuchen und sich um ihre Bedürfnisse kümmern, egal weshalb sie in Haft sind. In Israel und Palästina haben Häftlinge eine größere Bedeutung als in der Vergangenheit bekommen.“

Lassen Sie diese Worte einmal in ihrem Kopf herumgehen. „Egal, weshalb sie in Haft sind.“ Das lässt uns fragen, welche Art von boshafter falscher Theologie dieser Mann und seine Kohorten ausüben. Natürlich betrachten er und sie sich nicht als eine Art satanischer Kult, sondern vielmehr als

die breiteste und inklusivste der vielen organisierten Ausdrucksformen der modernen ökumenischen Bewegung, eine Bewegung, deren Ziel die Einheit der Christen sit. Der ÖRK bringt Kirchen, Konfessionen und kirchliche Gemeinschaften in mehr als 110 Ländern und Gebieten der gesamten Welt zusammen; er repräsentiert 500 Millionen Christen und darunter den Großteil der orthodoxen Kirchen, viele anglikanische, baptistische, lutherische, methodistische und reformierte Kirchen sowie viele unierte und unabhängige Kirchen. Zwar ist die Mehrheit der Gründerkirchen des ÖRK europäische und amerikanische Kirchen waren, kommen die meisten Mitgliedskirchen heute aus Afrika, Asien, der Karibik, Lateinamerika, dem Nahen Osten und dem Pazifik: Es gibt heut 348 Mitgliedskirchen. Für diese ist der ÖRK ein einzigartiger Ort: einer, in dem sie gemeinsam reflektieren, sprechen, handeln, beten und arbeiten können, einander herausfordern und unterstützen können, miteinander teilen und diskutieren können… [aus der Internetseite des ÖRK von heute]

Es spielt für Olav Fykse Tveit, den Vorsitzenden des ÖRK, einen gebildeten und kultivierten Mann auf einer Mission und ein norwegischer lutherischer Geistlicher, keine Rolle, dass viele der Häftlinge verurteilte Mörder sind, die zugaben unschuldige Menschen getötet zu haben. Zumeist unschuldige jüdische Menschen, sollten Sie sich bereits wundern.

Eine wie große Rolle spielte es, dass die meisten davon Terroristen sind, die keine Reue zeigen? Oder dass die palästinensisch-arabische Gesellschaft von ihrem Präsidenten Mahmud Abbas bis nach ganz unten sie alles als Helden umarmt, wie wir es diesem Blog Dutzende Male im Verlauf des letzten Jahrzehnts gezeigt haben? Die Antwort: kein Bisschen. (Zu den anderen Kommentaren, die wir damals abgaben, siehe: „Christliche Solidarität mit reuelosen Mörder: Wo bleibt die Empörung?“)

Also spielen wir mal „Was wäre, wenn“.

Wie hätte die Reaktion gestern in Istanbul ausgesehen – oder in Paris oder Brüssel oder Sydney – hätte der Leiter des Weltkirchenrats dazu aufgefordert

  • die Freiheit der Mörder von Istanbul wiederherzustellen
  • die Gerechtigkeit der Sache der Bewaffneten zu respektieren
  • die Würde der Schützen von Istanbul – die mit ihren leistungsstarken Waffen aus kürzester Entfernung auf die Feiernden im Nachtclub schossen – die Solidarität der gläubigen Christen gewinnen zu lassen.

Trauernde bereit die Beerdigung eines der Opfer des Massakers von Istanbul vor [Bildquelle]
Freiheit, Gerechtigkeit, Würde, Solidarität. Herr Tveit forderte seine Herde vor zwei Jahren auf alles davon über den Himmel zu Gunsten und Zuspruch für palästinensisch-arabische Häftlinge hinter israelischen Gittern anzusreben. (Volle Offenlegung: Mehrere der Verurteilten sind zufälligerweise die Mörder unserer 15-jährigen Tochter Malki. Also fehlt uns hier wohl eine gewisse wissenschaftliche Objektivität.)

Hätte er es gewagt seiner Kanzel in Genf eine solche Bitte zugunsten der Schützen und die Verschwörer von Istanbul vorzubringen? Die Antwort ist offensichtlich. Was er machte, kann er – und nur deshalb – tun, weil die Opfer des palästinensisch-arabischen Terrors die sind, die sie sind.

Mit der Zeit wird klarer, dass diese wichtige christliche Gruppe eine Theologie des Terrors und der Opferrolle entwickelt hat und propagiert, die schonungslos kritische Überprüfung verdient, unseres Wissens nach aber bisher nicht erhält.

Warum versuchen wir nicht den Standpunkt des Ökumenischen Rats der Kirchen zu bekommen? Das haben wir in der Tat versucht. Wie hier vermerkt kam die einzige substanzielle Reaktion, die wir selbst jemals bekamen (und wir haben uns sehr bemüht und das wiederholt) kam in Form einer persönlichen Note des damaligen Kommunikationsdirektors des ÖRK im Auftrag von Herrn Tveit, einem Mark Beach, der diesen Posten nicht länger inne hat. In einer E-Mail aus Genf an uns, datiert vom 5. Juni 2014, in der unsere Fragen und harten kritischen Kommentare angesprochen wurden, die ihm sein Chef weitergegeben hatte. Wir schrieben als Eltern eines wunderbaren 15-jährigen Kindes, das von den Strolchen ermordet wurde, für deren Würde zu beten die Christen des ÖRK aufgefordert wurden.

Anscheinend nicht allzu bewegt informierte und Herr Beach hilfreich:

„Ja, ich glaube, wir haben nichts weiter zu sagen.“

Und tatsächlich haben wie nie wieder etwas von ihm gehört. Der Hintergrund dazu ist hier [Angst und Abscheu beim Weltkirchenrat].

Wir sind verwirrt von der Vorstellung, dass religiös und moralisch gesonnene Christen das sehen können und trotzdem nicht danach rufen, dass die ÖRK-Führung die Treppe ihres außerordentlich gut ausgerüsteten schweizerischen Hauptsitzes hinunter, von ihren Kanzeln und auf die Straße geworfen wird.

Wenn eine christlich-ökumenische Organisation Israels Sünden beichtet

Dexter Van Zile, Israel HaYom, 9. Oktober 2016

In ein paar Tagen werden sich Juden weltweit in Syngogen versammeln, um am Feiertag Yom Kippur für ihre Sünden zu büßen. Sie werden 25 Stunden lang fasten, beten und hoffen, dass, bis sie sich hinsetzen und ihre Fast mit einem feierlichen Mahl beenden, sie von ihren Sünden gereinigt und auf die Stufe von Engeln erhoben sind.

Dieses Jahr können Juden, die Probleme haben ihre Sünden zu identifizieren, für die sie Buße tun müssen, die Internetseite des Ökumenischen Rats der Kirchen [Weltkirchenrat] konsultieren; das ist eine der vielen christlichen Organisationen, die Geschichten und Bilder von sich im Heiligen Land schlecht verhaltenden Juden sammeln und dann diese Geschichten und Bilder an ihrer christlichen Anhänger weltweit versenden.

Der ÖRK tut diese Arbeit in einer erklärten Anstrengung, um Frieden zwischen Israelis und Palästinensern zu fördern, doch offiziellen Vertretern des Rats ist es reichlich egal, ob Juden in Israel und dem Rest der Welt ihr Material für Selbstgeißelung verwenden. Es würde sie glücklich – richtig glücklich – machen zu sehen, dass Juden in den Chor der Verdammung des jüdischen Staates einfallen.

Ein Ort, den man sich auf der Internetseite des ÖRK ansehen sollte, ist der Teil, der seine Weltwoche für Frieden in Palästina und Israel bewirbt, die jedes Jahr im September stattfindet.

Dieses Jahr hat der ÖRK sich selbst übertroffen und eine liturgische „Werkzeugkiste“ produziert, die Christen nutzen können, um den Fokus ihrer Aufmerksamkeit auf die Sünden des jüdischen Staates zu richten. Das nennt sich „Barrieren abbauen“ und ist eine offensichtliche Bezugnahme auf die Sicherheitsbarriere, die im Verlauf des letzten Jahrzehnts tausende Leben – sowohl israelisches wie palästinensisches – gerettet hat.

Das Eröffnungsgebet bitte, dass „unsere gemeinsamen Gebete um Frieden, Gerechtigkeit und Gleichheit die Kraft der Liebe sind, mächtig genug, um die Art zu verändern, wie wir mit unseren Nachbarn umgehen und die Trennmauer zu Fall zu bringen.“

Es gibt in dieser Liturgie nichts dazu die Klingen in den Händen von Terroristen zu bändigen, die während der aktuellen Messer-Intifada auf Männer, Frauen und Kinder einstachen, die jeer Menge Israelis das Leben kosteten. Auch gibt es keinen Verweis auf die antisemitische Hetze, die im palästinensischen Fernsehen sowohl im Gazastreifen als auch in der Westbank ausgestrahlt wird und die die palästinensischen jungen Leute ermutigt ihr Leben mit Selbstmordangriffe zu vergeuden.

Im „Wechselgebet der Beichte“ wird es nicht viel besser. Es ist keine wirkliche Beichte von Sünden seitens der Christen, die das Gebet lesen, sondern in Wirklichkeit eine Liste von Vorwürfen gegen Israel, verkleidet in eine christliche Beichte von Sünden.

Das Gebet beschuldigt Israel implizit palästinensisches Wasser zu stehlen, wenn es darin heißt: „Du gabst reichlich Wasser und Essen für alle, aber Menschen horten es für sich selbst.“ In diesem Zusammenhang wissen die Leser, dass „Menschen“ in Wirklichkeit „diese verdammten Israelis“ bedeutet.

Wenn das Gebet ehrlich wäre, würde es Dankbarkeit zum Ausdruck bringen, dass die Israelis die Wasserproduktion und das Leitungssystem in die Westbank verbessert haben – und als Ergebnis davon der Wasserverbrauch pro Kopf für die Palästinenser in dieser Gegen seit 1967 zugenommen hat. Aber wie bei der Yom Kippur-Liturgie geht es in diesem Gebet um das Beichten der Sünden von Juden, nicht der von irgendjemandem sonst.

Zur Liturgie gehört auch ein Zeugnis palästinensischen Einwohners von Beit Jala, der von den Problemen spricht, die er hat um einen Checkpoint zu passieren, damit er zu seiner Arbeit in Jerusalem kommen oder seine Frau in ein Krankenhaus in Jerusalem bringen kann. „Ich kann mich noch daran erinnern, dass es keine Mauern gab“, berichtet Bassam. „Es war leicht für uns, uns frei zu bewegen, andere zu besuchen, an Gebeten in Kirchen teilzunehmen, Verwandte in Jerusalem oder Nazareth zu besuchen. Es war leicht diese Beziehungen aufrechtzuerhalten. Heute haben wir unsere Verwandten seit Jahren nicht gesehen.“

Es gibt eine Menge israelischer Juden, die ihre Verwandten seit Jahren nicht gesehen haben, weil sie während der zweiten Intifada von Selbstmordbombern getötet wurden, aber aus irgendwelchen Gründen werden diese Verluste nicht erwähnt.

Bei all ihrer Heuchelei für Frieden, Aussöhnung und Reue zu werben, ist die Liturgie des ÖRK nur ein weiteres Dokument, das Christen eine Vorwand liefert die Sünden des jüdischen Staates zu beichten, auch noch in der Kulisse einer Kirche.

Wir haben von dieser Art des Verhaltens im Verlauf der Kirchengeschichte genug gesehen und doch geht es weiter.

Manches ändert sich eben nie.
s. zum ÖRK und der Weltwoche des Friedens auch Dexter van Ziles Artikel „Die anhaltende Anti-Israel-Besessenheit des Weltkirchenrats

Fünf Dinge, die Sie über den Weltkirchenrat wissen müssen

CAMERA, 16. September 2016

Vom 18. Bis 24. September 2016 werden Aktivisten und Beschäftigte des Ökumenischen Rats der Kirchen, einer Dachorganisation von 350 protestantischen und orthodoxen Kirchen mit Hauptsitz in Genf (Schweiz) an einer „Weltwoche für Frieden in Palästina-Israel“ teilnehmen.

Das ist eine jährliche Veranstaltung jedes Jahr September, für die im Internet und den Mitgliedskirchen des ÖRK weltweit geworben wird.

Der ÖRK fördert eine verzerrte Sicht auf den arabisch-israelischen Konflikt. Nach seiner Schilderung sind die Israelis für das Fortbestehen des israelisch-palästinensischen Konflikts und das dadurch verursachte Leid verantwortlich. Die Verbrechend er Palästinenser sind gewöhnlich der Erwähnung nicht wert. (Zu einer kurzen Diskussion der Propaganda, die vom ÖRK in diesem Jahr ausgesendet wurde, lesen Sie bitte diesen von CAMERA produzierten Artikel, der Anfang der Woche in The Algemeiner veröffentlicht wurde.)

Der ÖRK ist ein regelmäßiger Antagonist im Propagandakrieg gegen den jüdischen Staat gewesen. Hier folgen fünf Dinge, die Sie über den ÖRK wissen müssen, um seine Rolle bei der Förderung von Antizionismus in christlichen Kirchen weltweit zu verstehen.

  1. Beschäftigte des ÖRK und Friedensaktivisten brüllen wie Löwen gegen Israel, verhalten sich aber eher unterwürfig, wenn sie mit muslimischen Führern und jihadistischen Bewegungen zu tun haben.

Wie die unten verlinkten Artikel zeigen hat der Ökumenische Rat der Kirchen wiederholt und regelmäßig israelisches Handeln verurteilt, während der bezüglich der Verbrechen arabischer und muslimischer Führer sowie politischer Bewegungen des Nahen Ostens ziemlich still bleibt.

Das wird im Versagen des ÖRK auf die Massaker der PLO an Christen während des libanesischen Bürgerkriegs besonders offenkundig. Unter der Führung von Yassir Arafat tötete die PLO 1976 tausende Christen in Damour.

Das hielt den ÖRK nicht davon ab einen lobenden Nachruf auf Arafat auszugeben, als der 2004 starb. Darin hieß es unter anderem: „In seiner langen Geschichte als Führer erreichte Yassir Arafat die Erkenntnis, dass wahre Gerechtigkeit Frieden, Sicherheit und Hoffnung sowohl für die Palästinenser als auch die Israelis zu begrüßen.

Interessanterweise hat der ÖRK den israelischen Premierminister Benjamin Netanyahu verurteilt, dem Regierungschef des einzigen Landes des Nahen Ostens, in dem die indigene christliche Bevölkerung zunimmt; dieser hatte sich geweigert Terroristen aus dem Gefängnis zu entlassen.

  1. Der ÖRK hat zwei Beamtenapparate – das Ökumenische Forum Palästina-Israel (PIEF) und das Ökumenische Begleitprogramm in Palästina-Israel (EAPPI), die der Verurteilung Israels gewidmet sind. Es gibt jedoch keinen ähnlichen Beamtenapparat, der für Christen eintritt, die in mehrheitlich muslimischen Ländern leiden.

Das PIEF wurde vom ÖRK 2007 gegründet; es ist eine Gruppe christlicher Leiter und Theologen, die Äußerungen produziert und sendet, die Israel verurteilen, ohne die Palästinenserführer für deren Verbrechen verantwortlich zu machen. Das EAPPI wurde vom ÖRK während der zweiten Intifada gegründet; es schickt Aktivisten zumeist aus Europa und Nordamerika, um sich bei Konfrontationen mit israelischen Soldaten und in Gemeinden der Westbank lebenden israelischen Zivilisten solidarisch auf die Seite der Palästinenser zu stellen. Sie spezialisieren sich zudem darin Bilder und Geschichten von sich schlecht verhaltenden Israelis zu sammeln und diese an Christen in ihren Heimatgemeinden zu schicken.

Das EAPPI veröffentlicht z.B. ein Editorial in seinem inzwischen eingegangen Magazin (ChainReaction), mit dem zu einer Einstaatenlösung des israelisch-palästinensischen Konflikts gefordert wurde (was die Eliminierung des Staates Israel bedeutet hätte); ein weiterer Artikel rier die Unterstützter auf das Gesetz durch das Hacken von Regierungs-Internetseiten zu brechen. (Dieser Artikel ist inzwischen aus dem Internet entfernt worden.)

Wenn es darum geht muslimische Gewalt gegen Christen anzusprechen, gibt der ÖRK verurteilende Erklärungen ab, doch diese sind typischerweise weit sanfter als die Kritik von ÖRK-Institutionen an Israel. Als ökumenische Körperschaft hat der ÖRK alles in seiner Macht stehende getan, den Empfindlichkeiten muslimischer Führer nicht zu nahe zu treten, mit denen er Dialoge betreiben.

Mehr Hintergrund liefert der Wissenschaftler Malcolm Lowe aus Jerusalem. Er hat beim Gatestone Institute über das Versagen des ÖRK geschrieben den Mund zugunsten unter der Knute muslimischer Gewalt leidender Christen aufzumachen.

  1. Während der Ökumenische Rat der Kirchen regelmäßig Israel und seine Führungspolitiker verurteilt, ist er sehr zurückhaltend gewesen über die vom syrische Bashar al-Assad verübten Gräuel zu sprechen.

2015 gab der Ökumenische Rat der Kirchen eine Erklärung aus, in der er Sorge wegen des Gebrauchs von Chemiewaffen im syrischen Bürgerkrieg zum Ausdruck brachte; diese Ekrlärung sagt aber nicht, wer diese Waffen auch nutzt. Interessanterweise liefert eine Suche nach „Assad“ auf den Internetseiten des ÖRK keine Treffer zur Erwähnung der Verbrechen Bashar Assads gegen das Volk Syriens. Ihm wird der Einsatz von Chlorgas gegen Zivilisten in Syrien vorgeworfen. Eine Suche nach „Chlor“ auf den Seiten des ÖRK zeigt auch zu diesem Thema keine Treffer.

  1. Die Gremien des ÖRK verzichtete darauf den Einmarsch der Sowjetunion in Afghanistan in den 1980-er Jahren zu verurteilen.

Während Christen aus dem Nahen Osten den ÖRK überzeugt haben unablässig Israel zu verurteilen, war die russisch-orthodoxe Kirche in der Lage zu verhindern, dass der ÖRK den sowjetischen Einmarsch in Afghanistan in den 1980-er Jahren zu verhindern. Delegierte der russisch-orthodoxen Kirche sagten Delegierten der ÖRK-Vollversammlung 1982, wenn die Organisation den Einmarsch verurteilt, würde sie nicht länger in der Lage sein Mitglied des ökumenischen Gremiums zu sein. Zu Informationen über diese Geschichte lesen Sie bitte hier mehr.

  1. Der Ökumenische Rat der Kirchen war ein wichtiges Organ und Verteidiger der UNO-Konferenz gegen Rassismus, Rassendiskriminierung, Fremdenfeindlichkeit und zugehöriger Intoleranz, die 2001 in Durban (Südafrika) stattfand und die sich ein antisemitisches Hassfest kehrte. Insbesondere beschloss man dort eine Verurteilung von Antisemitismus und schon vor Beginn der Konferenz erfolgte Bemühungen den jüdischen Staat von einer Delegitimierungsresolution auszunehmen zu löschen.

Die UNO-Konferenz in Durban war ein Wendepunkt-Ereignis, das demonstrierte, dass die internationale Menschenrechtsgemeinschaft von einer sehr üblen und feindseligen Gruppe an Aktivisten gekidnappt worden war, die mehr daran interessiert waren Hass auf Israel statt menschliches Wohlergehen zu fördern. Staat sich gegen diese Agenda zu stellen half der ÖRK dabei. In einer Presseerklärung sagte die ÖRK-Delegation bei der Konferenz sie „feiert, dass eins solches Forum stattfand, weil es in die lange geschätzte Tradition des ÖRK fällt Opfern [von Rassismus] Raum zu öffentlicher Rede zu geben“. Die Delegation berichtete zudem, dass ihr „durch die sensiblen Erklärungen und der Unterstützung seiner palästinensischen Mitglieder enorm geholfen wurde“.

Interessanterweise sagte die Konferenz von Durban so gut wie nichts über die Menschenrechtsverletzungen in mehrheitlich muslimischen Ländern. Vorhersagbar wurde diese verzerrte Agenda bestätigt, bevor die Konferenz begann. In einem von der UNO-Hochkommissarin für Menschenrechte 1m 15. August 2001 vorgelegten Hintergrundpapier stellte der ÖRK eine ausschließlich Konzentration auf den Einfluss weißen Kolonialismus auf Völker der Dritten Welt zur Schau, ohne den Einfluss des arabischen Imperialismus und des expansionistischen Islam einzuräumen, den diese auf Minderheiten in aller Welt hatten. (Mehr Information dazu finden Sie hier.)

Aber hier ist die Krönung: Der ÖRK hat beschlossen einen Verweis auf Antisemitismus und Bemühungen zur Delegitimierung des jüdischen Staates in einer Resolution zu löschen, die auf der Konferenz genehmigt werden soll. Weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Hintergrund:
Hier ist eine Liste an Artikeln, die die beunruhigende Feindschaft des ÖRK gegenüber dem jüdischen Staat dokumentieren:

The World Council of Churches‘ Ongoing Anti-Israel Obsession, The Algemeiner, 14. Sept. 2016.
Dignity… Or Dhimmitude? The Algemeiner, 14. Sept. 2014.
World Council of Churches attacks Israel to no gain, The Commentator, 3. Juni 2013.
The World Council of Churches Anti-Israel Policies, Arutz Sheva, 29. Dez. 2011.
The World Council of Churches Broadcasts a Lethal Narrative, CAMERA, 11. Okt. 2011.
The World Council of Churches Made Durban Worse, CAMERA, 13. Sept. 2011.
Broadcasting a Lethal Narrative: The World Council of Churches and Israel, Jewish Political Studies Review, 1. Aug. 2011.

Der Ökumenische Rat der Hass-Kirchen

Matan Ascher (direkt vom Autor; eine für das amerikanische Publikum gedachte englische Version findet sich bei Times of Israel blogs)

„Während wir den Tag der palästinensischen Gefangenen begehen, wollen wir unserer Solidarität mit mehr als 5.000 palästinensischen Häftlingen zum Ausdruck bringen, die in israelischen Gefängnissen schmachten.“ So begann im April 2014 der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) seine Äußerung, nachdem Israel die Freilassung von palästinensischen Terroristen abgebrochen hatte.

Viele von uns tendieren dazu zu glauben, dass der globale Antisemitismus eine grundlegende Sache ist, die zur DNA der Feinde Israels gehört. In vielen Fällen ist stimmt das, aber es ist auch wichtig zu verstehen, dass dieser Hass durch mehrere Organisationen für ziemlich lange Zeit verbreitet wurde. Während Israel sich Boykott und Terror entgegen stellt, gibt es kaum jemanden in der Welt, der die Aktionen von dem verfolgt, was möglicherweise als größte anti-israelische religiöse Propaganda-Motor der Welt genannt werden kann – dem ÖRK oder Weltkirchenrat. Wir sprechen von einer Dachorganisation 349 protestantischer, orthodoxer und evangelischer Kirchen in 150 Ländern (zum Beispiel die Evangelische Kirche in Deutschland und die Altkatholische Kirche Österreichs); vom ORK werden insgesamt fast 600 Millionen Christen auf der ganzen Welt repräsentiert. Die Organisation war im Jahr 1948 aus der ökumenischen Bewegung heraus gegründet worden und ist seitdem obsessiv auf den israelisch-palästinensischen Konflikt konzentriert.

Dies spiegelt sich auch in der fast völligen Missachtung für die Ermordung von Christen durch Muslime im Nahen Osten. So wird der ÖRK die Hamas nicht als Terrororganisation bezeichnen; erst im Hinblick auf die Intensivierung des islamischen Staats (früher bekannt als ISIS), hat man dort begonnen sich mit dem Thema des radikalen Islam auseinanderzusetzen.

Während der Militäroperation „Protective Edge“, hat der Rat Israel häufig hart verurteilt und Hamas nur selten erwähnt. ÖRK-Generalsekretär Olav Fykse Tveit sagte: „Wir verurteilen die unterschiedslosen Angriffe des israelischen Militärs auf die Zivilbevölkerung in Gaza, wie wir das absurde und unmoralische Abfeuern von Raketen durch Militante aus dem Gazastreifen auf bewohnte Gebieten in Israel verurteilen.“ Wer sind denn diese Militanten? Doch der vielleicht nervigste Teil ist die Aussage: „Wir müssen die Situation im Gazastreifen angesichts der Besetzung der palästinensischen Gebiete untersuchen.“ Was hat das nun überhaupt mit den Raketen der Hamas zu tun?

Der ÖRK ist zudem eine der wichtigsten Organisationen, die an der BDS-Kampagne gegen Israel beteiligt sind. Im Jahr 2005 hat die Vollversammlung die Entscheidung der Presbyterianischen Kirche der USA (PCUSA) sich von Israel zu trennen unterstützt und sagte, diese Aktion sei „lobenswert“. Während „Protective Edge“ wurde diese Entscheidung bestätigt.

Der Rat arbeitet auf mehreren Ebenen: Die primäre ist die Bereitstellung von Meldungen und Aussagen, die durch ihre Kirchen wieder an mehr als eine halbe Milliarde Gläubigen geht. Seltamerweise wiederholt der ÖRK angesichts eines brennenden Nahen Ostens oft die Behauptung, dass „die israelische Besatzung der palästinensischen Gebiete das Hauptproblem ist, das Instabilität und Unruhe in der Region verursacht“. Eine weitere originelle Methode ist die Verurteilung der christlichen Unterstützer Israels, wenn gesagt wird, dass diese Unterstützer „das Wort Gottes verfälschen“.

In den letzten Jahren hat der ÖRK eine einzigartige Kombination aus Organisationen geschaffen, die in Israel operieren. Eine davon ist das PIEF – das Ökumenische Forum Palästina Israel. Gegründet 2007, setzt sich das PIEF aus palästinensischen christlichen Kirchenführern zusammen, die den religiösen und spirituellen Hintergrund zum Angriff auf Israel liefern. Ihre bekannteste Aktivität ist das im Jahr 2009 veröffentlichte Kairos-Dokument. Darin hieß es unter anderem, dass die Palästinenser auf das Recht auf Rückkehr warten (der die Zerstörung des jüdischen Staates bedeutet) und dass Israel den legitimen palästinensischen Widerstand nutzt, um ihn als Terrorismus zu bezeichnen. Das von der BDS-Bewegung unterstützte Dokument wurde in viele Sprachen übersetzt und in ÖRK-Kirchen auf der ganzen Welt verteilt.

Der ÖRK hat auch versucht, aus dem Inneren des Kongresses heraus gegen Israel zu agieren, indem angesehene Kirchenführer des ÖRK-Gremiums für die Vereinigten Staaten, des 45 Millionen Gläubige vertretenden NCC, im Jahr 2012 einen Brief geschickt bekamen, in dem die Mitglieder des Kongresses forderten die militärische Hilfe für Israel zu reduzieren.

Wie können wir mit ihren Aktivitäten umzugehen? Zuerst sollten wir sie eingestehen und genau beobachten. Wir müssen die örtlichen Kirchen für die Aktionen des Rates zur Verantwortung ziehen. Obwohl der Rat behauptet nicht antisemitisch zu sein, können wir eindeutig sagen, dass seine Worte Beweise für Hass auf Juden liefern. Abschließend denke ich, dass es für diejenigen, die Israel in der Auseinandersetzung mit dem globalen Terrorismus unterstützen, sehr wichtig ist sich zu bemühen und Israel im Umgang mit Einrichtungen wie dem ÖRK (die versuchen Israel schwach zu machen) zu helfen.

Matan Emmanuel Ascher ist Israeli und studiert Jura und Politikwissenschaft an der Bar-Ilan-Universität. Er ist Praktikant am Jerusalem Zentrum für Public Affairs (JCPA) und Leiter des Yuvalim-Projekts der Zionistischen Weltorganisation (WZO) an der BIU.
https://www.facebook.com/matan.asher
auf Twitter: @matanasher