Qualifizierte Hetze auf Österreichisch

Warum sollte es in anderen Ländern anders sein als bei uns? In Österreich gibt es auch öffentlich-rechtlichen Rundfunk und der geriert sich mindestens so schlimm wie der bei uns. Der 10. Oktober war so ein gemeinschaftlicher „Haut auf Israel ein“-Tag der Medien in Europa, wie es scheint. Die Gelegenheit durfte man sich aber auch einfach nicht entgehen lassen. Die BBC machte den Vorreiter, derart toll, dass sie sich eine Drohung des Pressebüros der israelischen Regierung einhandelte, man behalte sich vor BBC-Korrespondenten die Akkreditierung abzuerkennen. Sie änderten die unglaubliche Schlagzeile dreimal, ohne dass diese ihre Einseitigkeit verlor.

Aber um die geht es hier nicht, wir konzentrieren uns auf den ORF. Der machte mit einer Schlagzeile auf, wie sie boshafter verdrehend kaum möglich ist:

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Es kann nicht sein, es darf nicht sein, dass „Palästinenser“ etwas anderes als Opfer sind. Und wenn „Palästinenser“ Opfer sind, dann ist klar, wer Täter ist – die (israelischen) Juden. Palästinenser wurden getötet, bitte keine Ursachen in die Schlagzeile!

Der erste Absatz ist nicht besser. Nebenher wird erwähnt, dass „einige“ der Toten „orthodoxe Juden“ angegriffen hatten. So etwas schreibt man aber bitte in reichlich jüdische Gewalt, damit es nicht schlimm aussieht. Und überhaupt, orthodoxe Juden – die anzugreifen ist ja wohl mehr als gerechtfertigt, oder? Schließlich hat man seit inzwischen mindestens zwei bis zweieinhalb Jahrzehnten daran gearbeitet dem Nachrichtenkonsumenten das Bild des gewalttätigen, kriminellen jüdisch-orthodoxen, nationalreligiösen Bösen einzubläuen. Da ist die Beschreibung „orthodoxe Juden angegriffen“ schon ein Kampfargument zugunsten der Täter.

Die Aufrechnung der Toten darf auch nicht fehlen, damit die Perspektive stimmt: 19 Palästinenser sind tot, aber nur 4 Israelis. Hm – Juden, zu den Tätern gehören gelegentlich auch israelische Araber, zur Zeit immer mehr. Aber das muss ja nicht erwähnt werden, „Israelis“ sind die Juden, die anderen sind Palästinenser…

Und weiter im Thema: Gute Palästinenser, schlechte Palästinenser – nur Haniyeh von der Hamas hat aufgefordert den „Widerstand“ (der vom ORF nicht in Anführungszeichen gesetzt wird!) zu intensivieren. Was Mahmud Abbas und seine Kumpane so verkünden, wie sie die Terroristen hochleben lassen, das fällt unter den Tisch. Man muss das Zerrbild des moderaten Palästinenserführers aufrecht erhalten, sonst könnte man den Juden nicht so schön am Zeug flicken.

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Aber Haniyeh scheint nur zu reden, ganz im Gegensatz zu Israel. Dessen Soldaten erschossen gleich wieder zwei Palästinenser. Eigentlich grundlos, denn die Begründung ist nach ORF-Darstellung nicht glaubwürdig: „Sie hätten zuvor vier orthodoxe Juden mit Messern verletzt, erklärte die Poizei“ – ist also nicht erwiesen und der Konjunktiv unterstellt Unwahrheit. So wird das gemacht in der Qualitätspresse, wir kennen das: Israelische Angaben werden per Konjunktiv in Zweifel gezogen oder zumindest infrage gestellt, die der Araber als Tatsachen berichtet. (Und wenn es nicht anders geht als israelische Angaben als Fakten zu berichten, dann kann man wenigstens noch in Zweifel ziehen ob die Folgen, das israelische Handeln angemessen war.)

Genauso geht es weiter: Israelis töten – ein Palästinenser von „paramilitärischer Polizei“ in Schuafat; zwei weiter am Gazastreifen – und die Gründe sind zumindest zweifelhaft – „hätte das Feuer eröffnet“, „hätten sich nicht dort aufhalten dürfen“, „hätten Steine …. geworfen“. Was Israel sagt, kann so nicht stimmen und ist schon gar kein Grund zu schießen. Die Araber wollen ja nur spielen, die haben keine Mordabsichten.

Und da kann und darf auch nicht fehlen, dass die Luftwaffe wieder Böses angerichtet hat. Die Luftwaffe hat eine Frau und ihr Kind getötet, als sie zwar ein Hamas-Ziel beschoss, aber dadurch auch ein Haus in der Nähe einstürzte. Das geht nicht, dass Israel die Hamas beschießt und dabei niemand außer Zivilisten getroffen werden. Mal abgesehen davon, dass die IDF und die Regierung sofort bedauerten, dass es diese unbeteiligten Toten (und weitere Verletzte) gab: In unserer Medien- und Gutmenschenlandschaft ist es unentschuldbar, dass Juden gegen Terroristen vorgehen und jede Gelegenheit wird ausgeschlachtet, um das klar zu machen. Warum die Hamas ihre Trainingslager, ihre „Militär“-Posten und Waffen in unmittelbarer Nähe zu Wohnhäusern einrichtet, ist NIE Thema. Dass die Hamas unbedingt diese zivilen Opfer haben will, um sie der Welt unter die Nase zu reiben, weil sie genau weiß, wie der Westen auf jüdische Selbstverteidigung reagiert und am besten mit solchen Opfern aufgebracht werden kann, spielt keine Rolle. Man könnte manchmal auf den Gedanken kommen, wenn die Terroristen das nicht so machen würden, sie würde von unseren geistigen Eliten darauf gedrängt so zu handeln, damit man auf den Juden eindreschen kann.

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Der letzte Absatz ist wieder so eine nur scheinbar neutrale Schilderung. In Wirklichkeit wird damit Israel angeklagt. Schließlich haben die geschossen, obwohl nicht klar war, wer da Raketen schoss. Zumal die ja nicht alle in Israel einschlugen und nun auch noch gar keinen Schaden anrichteten. Wir haben das beliebteste Bild des Nahost-Konflikts überhaupt: Tote Palästinenser, die nichts angerichtet haben, aber die Juden rächen sich trotzdem. Dass die Raketen nun mal gar nicht geschossen wurden, um keinen Schaden anzurichten – geschenkt, das muss keiner beachten, dann könnte man Israel ja womöglich noch verstehen.

Der ORF macht kräftig mit im Spiel, das die Hamas und die anderen Terroristen von Mahmud Abbas über den Palästinensischen Islamischen Jihad und Hisbollah bis hin zu den Terror-Mullahs in Teheran vorgeben und das vom Westen nur allzu gerne mitgespielt wird: Lasst uns gegen die Juden schießen, das ist immer eine Win-Win-Situation. Schaffen wir es Juden zu schädigen oder gar zu töten, ist das ein Erfolg. Auch propagandistisch, nicht nur bei den eigenen Leuten. Und schaffen wir das nicht, dann ist das auch ein Erfolg, weil die Juden sich wehren werden und wir können ihnen Unverhältnismäßigkeit, biblische Rache und hoffentlich sogar Mord an Unbeteiligten anhängen. Die Idioten im Westen machen das mit. Sie konzentrieren sich sogar bei erfolgreichem Judenmord auf uns als Oper. Wir können nur gewinnen.

Der ORF gehört damit mit zu den Haupttätern beim Antisemitismus 2.0 – der Verleumdung und Bekämpfung des Juden unter den Staaten.

Die kleine Minderheit der Extremisten

Elder of Ziyon, 8. Januar 2007

Am 10. Januar brachte die palästinensisch-arabische Maan News folgende Karikatur:

Maan ist keine „extremistische“ Nachrichtenagentur und ihr Karikaturist ist nicht von der Sorte, die naziartige Karikaturen in die Zeitung bringt. Sie ist das Paradebeispiel für das, was unter den Pal-Arabern vom Westen als Mainstream und modern angesehen wird.

Obwohl es in der Vergangenheit schon unzählige Male aufgezeigt wurde, ist es wert immer und immer wieder wiederholt und klar gestellt zu werden. Diese Karikatur bedeutet:

  1. Der Mainstream der palästinensischen Araber ist nicht daran interessiert Seite an Seite mit Israel zu leben; sie sind daran interessiert Israel auszulöschen.
  2. Der Mainstream der palästinensischen Araber erwartet, dass ihr ultimativer Ziel auf militärische Weise erreicht werden wird.

Eine Folge dieser zwei Punkte ist: Jegliche „friedlichen“ Schritte, die von palästinensischen Arabern aus dem Mainstream unternommen werden, sind taktischer Art, um so ihrem Endziel des militärischen Sieges über Israel näher zu kommen.Eine andere Folge ist: Diejenigen, die jetzt tatsächlich kämpfen, namentlich Terroristen, die auf israelische Zivilisten schießen, sind die Helden der palästinensisch-arabischen Gesellschaft.

Fatah und Hamas und Islamischer Jihad und die anderen paramilitärischen Gruppen mögen wegen der Strategie, Taktik und Fokussierung ein wenig verschiedener Meinung sein, aber letztlich würde niemand von denen, die sich heute Palästinenser nennen, von der Karikatur oben auch nur im geringsten beleidigt sein. Im Gegenteil, sie ist ziemlich milde und erscheint einfach patriotisch.

Doch die Symbolik ist klar: Es gibt für Juden keine Platz, um auch nur einen einzigen Quadratzentimeter Land im Nahen Osten zu kontrollieren.

Wenn der Mainstream eine extremistische Haltung übernimmt, dann ist es absurd einige von ihnen als „moderat“ zu bezeichnen. Die Tatsache, dass es praktisch keinerlei palästinensische Araber gibt, die wirklich an einen dauerhaften Frieden mit Israel glauben, bedeutet, dass jedes Zugeständnis, das Israel für „Frieden“ macht, immer ein kleiner Schritt hin zu Israels Vernichtung ist.