20 Jahre seit Camp David: Immer noch wird an der Illusion von Oslo festgehalten

Der katastrophale Friedensgipfel, der zu einem palästinensischen Terrorkrieg führte, bleibt ein Musterbeispiel an Anmaßung und Widerwille die Wahrheit über einen unlösbaren Konflikt zu akzeptieren.

Jonathan S. Tobin, JNS.org, 23. Juli 2020

Es handelt sich um einen Jahrestag, den niemand feiert. Diesen Monat vor zwanzig Jahren hieß Präsident Bill Clinton den israelischen Premierminister Ehud Barak und Palästinenserführer Yassir Arafat zu einem Friedensgipfel in Camp David willkommen. Blickt man heute darauf zurück, dann begreifen selbst Veteranen der Administration Clinton, dass es ein Akt monumentaler Torheit war. Wie der ehemalige Friedensprozessbeauftragte des US-Außenministeriums für den Nahen Osten Aaron David Miller schrieb, war die Mühe zum Scheitern verurteilt, schon bevor sei begann.

Das Problem ist, dass selbst diejenigen, die im Nachhinein zugegeben haben, dass sie falsch lagen, immer noch an der Illusion hängen, dass klügere Diplomatie und andere amerikanische, israelische und Palästinenserführer immer noch ein anderes Ergebnis bringen könnten. Selbst die, die versuchen selbstkritisch zu sein,  sie hätten sich, wie Miller vermerkte, in Camp David im Juli 2000 „im Wald verirrt“, werden nur allmählich mit der Tatsache fertig, dass es für einige Probleme keine Lösung gibt. Schlimmer noch: Einige derer, die Präsident Donald Trumps Nahost-Friedensbemühungen verantwortlich leiten, scheinen darin gescheitert zu sein die Lektionen aus dem Camp David-Fiasko gelernt zu haben, auch wenn er es besser machen wollte als seine Vorgänger.

Anders als vor dem Hintergrund der Unterzeichnung der Oslo-Vereinbarungen sieben Jahre zuvor werden die Umstände, die zu den Ereignissen vom Juli 2000 führten nicht mehr sonderlich diskutiert. Das berühmte Foto auf dem Rasen des Weißen Hauses im September 1993 wird von manchen immer noch als historischer Triumph gefeiert, trotz der katastrophalen Konsequenzen dieser Vereinbarung. Aber der schmachvolle Abschluss des Gipfels im Jahr 2000 ist vom außenpolitischen Establishment und den Medien weitgehend in die orwellsche Erinnerungskiste geworfen worden.

Sie wollen die angebrachten Schlüsse aus diesen Ereignissen nicht ziehen, weil die Klausur das gesamte Konzept hinter dem Oslo-Prozess platzen ließ, dem es auf Grundlage eines Mythos entsprang. Die Annahme seitens all derer, die an der Bemühung beteiligt waren, lautete, dass die Teilung zwischen Israelis und Palästinensern durch schmerzliche Zugeständnisse und clevere, geduldige Diplomatie auf Grundlage von sich entwickelnden Beziehungen überbrückt werden könnte. Sie alle glaubten, wenn die Israelis bereit seien konkrete Zugeständnisse an Territorium zu machen und ihre Sicherheit zu gefährden – und die Palästinenser wirklich bereit seien endlich zu akzeptieren, dass der lange Krieg gegen den Zionismus vorbei ist – dann wären zwei neben einander in Frieden existierende Staaten möglich.

Bis zum Sommer 2000 hatten vernünftige Beobachter bereits herausgefunden, dass die Palästinenser keine derartigen Absichten hatten. Arafat war nicht die Absicht, wie es der ermordete israelische Premierminister Yitzhak Rabin hoffte, die Terroristen zu bekämpfen, die den Frieden bedrohten. Er plante und zahlte immer noch für Terrorismus, während sowohl die amerikanische wie die israelische Regierung die Wahrheit über sein Handeln und die Nichteinhaltung der Bedingungen der Vereinbarungen zu vertuschen, weil sie glaubten, das nicht zu tun würde dem Frieden schaden.

Schlimmer noch war, dass Barak ein Mann in Eile war. Nach einem fehlgeschlagenen Versuch die Golanhöhen bei Hafez Assads Regime in Syrien einzutauschen (ein Glücksfall für Israel, bedenkt man das Chaos und Blutvergießen, die das Land seitdem zerstört haben), wandte sich Barak Arafat zu. Er schlug alle Vorsicht in den Wind und verwarf die Roten Linien, die sowohl Rabin als auch Benjamin Netanyahu (der oft fälschlich für den Fehlschlag des Friedensprozesses verantwortlich gemacht wird, den er während seiner Amtszeit als Premierminister von 1996 bis 1999 tatsächlich versuchte voranzubringen) an den Tag gelegt hatten, indem er anbot Jerusalem zu teilen und fast die gesamte Westbank und den Gazastreifen zur Gründung eines Palästinenserstaats zu übergeben.

Aber nicht einmal diese grandiose Geste reichte aus, um Arafat in Versuchung zu bringen.

Der Terroristenveteran schlug ein Angebot aus, das ihm mehr oder weniger alles gab, von dem die, die für die Palästinenser eintreten, sagten, dass sie es wollten. Zwei Monate später begann er, überzeugt von Baraks Schwäche und im Glauben, blutige Anschläge auf Israel würde noch mehr solcher selbstmörderischen Zugeständnisse erzeugen, einen Abnutzungs-Terrorkrieg, der als Zweite Intifada bekannt ist. Dieser traumatische Konflikt, der mehr als 1.000 Israelis und viel mehr Palästinensern das Leben nahm, sprengte alle verbliebene Unterstützung für Oslo. Er führte bei den Israelis zu einem breiten Konsens – noch weiter verstärkt durch die desaströsen Resultate des Abzugs aus dem Gazastreifen im Jahr 2005 unter dem ehemaligen Premierminister Ariel Sharon, der zu einem von der Hamas geführten Terrorstaat in dem Streifen führte sowie die Weigerungen von Arafats Nachfolger Mahmud Abbas in Treu und Glauben zu verhandeln – dass Frieden in der absehbaren Zukunft unerreichbar ist.

Wie Miller jetzt einräumt hatte der Gipfel keines der Elemente, die zum Erfolg hätten führen können, also „starke Führer“, eine „brauchbare Abmachung“ und „effektive US-Vermittlung“. Baraks Verzweiflung und die schlechte Planung der Administration Clinton verschlimmerten die Dinge. Er hat auch Recht damit aufzuzeigen, dass Clintons Glaube, etwas zu versuchen und zu scheitern sei besser, als überhaupt nichts zu versuchen, ganz daneben war. Die Folgen dieser Selbstüberschätzung wurden mit dem Blut derer bezahlt, die in Arafats Intifada abgeschlachtet wurden.

Dennoch hält Miller an dem Irrglauben fest, dass mehr amerikanischer Druck auf den jüdischen Staat, verbunden mit einem Satz Parameter für einen Deal, der den Israelis keinen Spielraum zu Jerusalem und anderen störrischen Dingen gelassen hätte, einen Unterschied hätte machen können.

Er verachtet das Bestreben der Administration Trump Frieden voranzubringen, im Glauben, die sie Führenden seien Israel viel zu nahe. Aber obwohl Kushner anscheinend versucht hat die Fehler, die Clinton machte, zu vermeiden, scheint auch er nicht völlig zu verstehen, warum sogar seine realistischere Vision „Wohlstand zu Frieden“ wenig Chancen hat eine Vereinbarung wie auf dem Gipfel des Jahres 2000 zu erzielen.

In einem Interview mit Newsweek demonstrierte er eigenes magisches Denken. Kushner glaubt, dass der Schlüssel zum Frieden darin bestehe die arabischen Staaten dazu zu drängen Israel näher zu kommen. Das zu tun ist an und für sich etwas Gutes, aber wie alle anderen Formeln für eine Regelung schlug sie fehl, weil die Palästinenser einfach nicht daran interessiert sind.

Die Lektionen des Gipfels von Camp David stützen sich auf das Verständnis, dass bessere Diplomatie, Planung und Hilfe von außerhalb nie genug sein werden. Bis die Palästinenser ihre Vision eine Vision einer Welt ohne einen Staat Israel aufgeben – eine, die heute leider von Juden wie Peter Beinart geteilt wird, die glauben, der Fehlschlag Frieden zu schließen bedeute, dass das zionistische Projekt zugunsten einer gefährlichen utopischen Vision verworfen werden sollte, die zu weit mehr Blutvergießen führen wird als jede Intifada – wird kein Friedensprozess, egal, wie geschickt er geführt wird, jemals erfolgreich sein.

Die meisten Israelis begreifen diese bittere Wahrheit und haben ihre Erwartungen entsprechend angepasst. Man muss hoffen, dass zukünftige amerikanische Regierungen, einschließlich einer mutmaßlichen, vom früheren Vizepräsidenten Joe Biden geführten, die wahrscheinlich mit Veteranen der Administrationen Clinton und Obama besetzt sein wird, in der Lage sein werden zu begreifen, dass weitere Verhandlungen ohne eine grundlegende Veränderung der palästinensischen politischen Kultur für jedermann schlichte Zeitverschwendung ist.

In Frieden leben oder in Frieden ruhen?

Daniel Krygier, MiDA, 12. Februar 2018

Echter Fortschritt im arabisch-israelischen Konflikt wird nicht durch die Menge an Land herbeigeführt, das Israel aufgibt, sondern durch den Grad, in dem sich Israels Nachbarn Bildung für Frieden mit Israel zu eigen machen.

Fünfundzwanzig Jahre nach dem desaströsen Oslo-Vereinbarungen ist Israel dem Frieden mit seinen unmittelbaren Nachbarn nicht näher gekommen und es ist kein Ende des Konflikts mit der PLO und der Hamas in Sicht, der zahllose israelische Leben gefordert und Reibereien innerhalb des jüdischen Volks geschaffen hat.

Viele Linke, Juden wie Nichtjuden, legen zunehmend Israel die Verantwortung dafür zur Last und beschuldigen den jüdischen Staat ihm „fehlt es an Vision“ für die Zukunft. Nach ihren Angaben sind muslimische Araber die unglücklichen Opfer, die nichts falsch machen können, während Israel ein „brutaler Besatzer“ ist, der nichts richtig machen kann. Weit verbreiteter muslimischer Judenhass und Gegnerschaft schon gegenüber Israels Existenz werden bequemerweise unter den Teppich gekehrt und ignoriert.

Israel hat aber enorme Bemühungen unternommen Frieden zu erreichen. Es hat konkrete Opfer gebracht. Das Bild des PLO-Terroristen Yassir Arafat, der dem israelischen Premierminister Yitzhak Rabin 1993 am Weißen Haus die Hand schüttelt, hinterließ bei vielen Israelis gemischte Gefühle der Hoffnung und Skepsis. Da Israel kriegsmüde war und sich nach Frieden sehnte, waren damals viele Israelis bereit die von der internationalen Linken initiierte Formel „Land für Frieden“ auszuprobieren. Linke beanspruchten schnell ein Monopol auf „Frieden“. Sie dämonisierten jeden, der gegen die linke Politik opponierte, als „Feind des Friedens“. Die Oslo-Vereinbarungen führten zudem zu einer verstärkten Dämonisierung Israels und einer Legitimierung der Terrororganisation PLO.

Albert Einstein definierte Wahnsinn als dasselbe immer und immer wieder zu tun und ein anderes Ergebnis zu erwarten. Ein von der Realität losgelöster „Friedensprozess“ ist zum Scheitern verdammt, aber ein Großteil der Linken lehnt es ab diese harten Fakten ihrer Ideologie im Weg zu stehen. Gemäß dieses orwellschen Weltbildes ist die Abwesenheit von Frieden ein Ergebnis des israelischen Versagens zu „liefern“, was die Araber fordern. Westliche Mainstream-Medien und Akademiker haben ihren Professionalismus längst kompromittiert, indem sie ihre Rolle als investigativ die Wahrheit Suchende zugunsten von ideologischer Kriegsführung gegen Israel aufgegeben haben.

Schnellvorlauf auf 2018 und es wird der  weit überwiegende Mehrheit der nüchternen Leute offenbar, dass die Oslo-Vereinbarungen mit der PLO es verfehlt haben den arabisch-jüdischen Konflikt zu lösen.

Der respektierte israelisch-arabische Journalist Khaled Abu Toameh kennt die PLO und die Hamas besser als die meisten. Er wurde in der heute von der PLO geführte Stadt Tulkarm geboren und hat die letzten 35 Jahre über Arabisches in Judäa, Samaria und Gaza berichtet. Toameh bestätigt, dass linke Mainstream-Medien des Westens vorsätzlich Berichterstattung über entscheidende Fakten zum arabisch-israelischen Konflikts vernachlässige, die nicht Israel als den „Verbrecher“ kennzeichnen.

Toameh hat zwei wichtige Friedenshindernisse identifiziert: Das erste Hindernis ist das Fehlen von Friedenserziehung mit Israel. Sowohl Hamas als auch die PLO haben ihre Bevölkerung einer systematischen Gehirnwäsche unterzogen, dass der jüdische Staat „böse“, „illegitim“ ist und vernichtet werden muss.

Das zweite Hindernis ist das Fehlen einer arabischen Führung, die befugt ist eine Friedensvereinbarung mit Israel zu unterschreiben. Arabische Führer sind Geiseln ihrer eigenen völkermörderischen, antisemitischen Rhetorik geworden. Jeder Führer, der versucht einen Friedenshandel mit Israel zu unterzeichnen, wird automatisch als „Verräter“ bezeichnet. Der korrupte PLO-Führer Mahmud Abbas hat keine Eile sein komfortables Leben als ein weiterer ermordeter Anwar Sadat zu beenden.

Westliche Linke haben es verfehlt zu verstehen, dass die Mentalität der muslimisch-arabischen Welt  sich von der des Westens stark unterscheidet. Während Kompromisse im Westen als Tugend betrachtet werden, werden sie von muslimischen Arabern als Zeichen der Schwäche gesehen. Das ist der Grund, weshalb weder die Hamas noch die PLO jemals einen endgültigen Frieden mit Israel unterzeichnen können, der ihnen weniger als 100% ihrer Forderungen einbringt, die in Israels Vernichtung bestehen. Israelische Zugeständnisse drücken den Frieden weiter weg, weil er muslimisch-arabische Aggression belohnt und Israels Feinde ermutigt ihr völkermörderisches Ziel Israel von der Landkarte zu wischen zu verfolgen.

In seinem Buch The Oslo Syndrome: Delusions of a People under Siege[1] argumentiert Professor Kenneth Levin, dass das jüdische Volk den Großteil seiner Geschichte in einem Zustand feindlicher Belagerung gelebt hat. Einige Einzelpersonen sind nicht in der Lage mit dem Druck umzugehen und eine Lösung zu finden, indem sie ihre Verfolger identifizieren. Das erklärt die unverhältnismäßige Zahl jüdischer Einzelpersonen, die sich den Feinden Israels und des jüdischen Volks angeschlossen haben. Diese selbstzerstörerische Mentalität hat während des Oslo-Prozesses auch viele in Israels Führung geblendet und das will bei jüdischen Linken heute in Israel und Amerika nicht verschwinden.

Der israelische Oppositionsführer Isaac Herzog kritisierte gerade Präsident Trumps Entscheidung die Gelder für die den Terror unterstützende UNRWA zu kürzen. Herzog argumentierte, die PLO solle durch Zuckerbrot zurück an den Verhandlungstisch gebracht werden, nicht durch die Peitsche. Herzog plapperte alte, diskreditierte linke Fantasien nach. Das Erstaunliche an Herzogs Äußerung war, dass sie nach Abbas‘ jüngster antisemtischer Tirade gegen die Existenz Israels kam, in der er das jüdische Volk als „Kolonialisten“ der uralten jüdischen Heimat brandmarkte. Soweit es selbsternannte Linke betrifft, haben 25 Jahre systematische antijüdische Hetze und Terrorismus durch die PLO seit Oslo nie stattgefunden.

Die weit überwiegende Mehrheit der Israelis sind vernünftige Leute, die bereit sind Kompromisse einzugehen, damit ihre Familien in echtem Frieden leben können. Israels völkermörderische Nachbarn hingegen sind das Gegenteil friedlicher Demokratien wie Island, Dänemark oder die Schweiz.

Echte Fortschritte im arabisch-israelischen Konflikt werden nicht mit dem Menge an Land gemessen, das Israel abgibt, sondern mit dem Grad, in dem Israels Nachbarn Erziehung zum Frieden mit Israel und dem jüdischen Volk begrüßen. In einem rücksichtslosen Nahen Osten kann nur ein kampfstarkes Israel, nicht utopische Träume die jüdische Nation am Leben erhalten.

[2] Das Oslo-Syndrom: Wahnvorstellungen eines belagerten Volks

Skeptiker aus Übersee

Fans und Skeptiker des neuesten Friedensschachzugs müssen aufpassen

Jonathan Tobin, Jewish World Review, 17. Januar 2005

Es war Karl Marx, der falsche Prophet des Kommunismus, der einmal schrieb, dass sich Geschichte wiederholt, „das erste Mal als Tragödie, das zweite Mal als Farce“.

Dieses Bonmot könnte mehr oder weniger die Reaktion einiger skeptischer Zuschauer der Umarmung des neuen palästinensischen Führers Mahmud Abbas durch die Regierungen von Israel und den USA zusammenfassen.

Für diejenigen, die die 90-er Jahre damit zubrachten anzuführen, dass der Oslo-Prozess durch den Unwillen der Palästinenser Frieden zu schließen bedeutungslos gemacht wurde, hat der Rummel um Abbas’ nicht überraschenden Wahltriumph von dieser Woche etwas von einem déja vu.

Sie zeigen auf Abbas’ Akte der persönlichen Beteiligung am Terrorismus, seinen erklärten Unwillen die Terrorgruppen zu entwaffnen, seine Unterstützung des palästinensischen „Rückkehrrechts“ – was gleich bedeutend ist mit der Eliminierung Israels als jüdischem Staat – und fragen, warum irgendjemand sich vorstellen kann, dass eine solche Person sich irgendwie anders verhalten könnte als Yassir Arafat, der Mann, dem er Jahrzehnte lang loyal folgte.

Was geht hier vor? Man mag die Motive dieser unveränderten Oslo-isten in den Medien in Frage stellen, weil sie Abbas den Mantel des Friedensmachers aufzwingen. Aber sind die Israelis und in Erweiterung auch die Regierung Bush, die sich hinter deren Spiel stellt, einfach dumm?

Wenn man israelischen Regierungssprechern folgt, dann ist die Antwort auf die letzte Frage ein „Nein“. Anders als der blauäugige Glaube an einen „Neuen Nahen Osten“, der die von der Regierung der Arbeitsparte unter Yitzhak Rabin verbreitete Oslo-Euphorie charakterisierte, behauptet Israels neue Koalition von Scharon und dem immer hoffnungsvollen Shimon Peres, dass sie nichts nur aus Glauben heraus annimmt.

Blinde Unterstützung

In der Zwischenzeit stecken Israels amerikanische Freunde in einem Dilemma: Wie enthusiastisch sollten sie über das sein, was einige als eine echte Gelegenheit zum Frieden darstellen?

Und hier spielt die Bemerkung hinein, dass sich Geschichte wiederholt. Ein kurzer Überblick der Haltung amerikanischer Juden zum Friedensprozess ab 1993 bis in die Gegenwart zeigt die Gefahren, denen man sich aussetzt, wenn man Annahmen über die Palästinenser macht.

Von dem Augenblick an, als die Oslo-Vereinbarungen 1993 auf dem Rasen des Weißen Hauses unterzeichnet wurden – bis zum Moment ihres endgültigen Zusammenbruchs im Feuer und Blutvergießen, der im Beginn des palästinensischen Terror-Abnutzungskriegs im September 2000 gesehen wird – unterstützten die meisten amerikanischen Freunde Israels diesen Prozess instinktiv.

Das war nicht überraschend. Wenn Israels demokratisch gewählte Führer sich entscheiden dem Frieden eine Chance zu geben, sollte der natürliche Instinkt derer, die nicht im jüdischen Staat abstimmen, Steuern zahlen oder Militärdienst leisten, so aussehen, dass sie sich deren Urteil beugen.

Amerikaner, die sich als bessere Experten für die israelische Sicherheit aufspielen als israelische Generale mögen nicht falsch liegen, aber ihre Haltung ist schwer durchzusetzen. Zionistischer zu sein als die Israelis ist eine Pose, die nur wenige glaubwürdig durchhalten können.

Was hier im Verlauf der Oslo-Periode passierte ist, dass einige Amerikaner diesen Fehler nicht machten. Stattdessen verlangten sie lediglich, dass die Palästinenser ihren Oslo-Versprechungen nachkommen den Terror zu stoppen, ebenso das Lehren des Hasses auf Israel und die Juden. Verfochten von der Zionist Organization of America und ihrem Leiter Morton Klein, begann die Forderung nach Verantwortlichkeit als marginale Bewegung. Aber gegen Ende des Jahrzehnts, als die Perfidität Arafats immer klarer wurde, wurde Oslo-Skeptizismus zum Mainstream.

Der schlimmste Aspekt dieser Diskussion war das dumme Beharren seitens der Israelis wie der Clinton-Administration darauf, dass über die Nichteinhaltung der Vereinbarung durch Arafat und die Palästinenser gelogen wurde. Am Ende untergrub dieses weiß waschen der Palästinenser nur die Glaubwürdigkeit der Pro-Oslo-Kräfte.

Wird das alles wieder passieren?

Klein ist einer, von Abbas genauso wenig beeindruckt wie von Arafat, der denkt, dass wir wieder da zu sein scheinen, wo wir 1993 standen.

„Die meisten Amerikaner haben sich von Arafat täuschen lassen“, sagt er. „Wir sollten uns sehr bewusst sein, dass Abbas 40 Jahre lang Arafats erster Stellvertreter war.“ Klein glaubt, dass amerikanische Juden denselben Druck auf Washington ausüben sollte, dass es auf konkreten Schritten zum Frieden besteht, wie sie das in der Zeit Oslos taten.

So prinzipientreu sie auch sein mag, läuft eine solche Haltung dem Wunsch der israelischen Regierung voll entgegen, dass ihre amerikanischen Freunde nichts tun, das die Chance vernichtet, dass Abbas Israel ein gewisses Maß an Stabilität, vielleicht sogar Frieden geben wird.

Scharon kann seinen amerikanischen Kritikern zu Recht antworten, dass er, nicht sie, die Unterstützung der Mehrheit der Israelis für seinen Plan zum Abzug aus Gaza und den Versuch erneuter Verhandlungen hat. Abbas’ lange Liste heimtückischer Taten hilft dabei nicht, sagen seine Leute.

Reichlich Spielraum

Derzeit wird das vermutlich den meisten Amerikanern reichen, selbst für die Politiker, die einst Kleins Forderungen nach palästinensischer Verantwortlichkeit unterstützten. Scharons Ruf als „Hardliner“ (wie vor ihm schon der von Yitzhak Rabins) und Bushs leidenschaftliche Unterstützung der Sicherheit Israels werden ihnen reichlich Spielraum bei den amerikanischen Juden und der pro-israelischen Mehrheit im Kongress verschaffen.

Das bedeutet, dass die rechten Israelis, die sich von Amerika Hilfe dabei erwarten, dass der Gaza-Rückzugsplan gestoppt wird, dazu verdammt sind eine Enttäuschung zu erleben. Angesichts dieser Tatsache wird die ZOA klug beraten sein, wenn sie nur darauf besteht, dass die Palästinenser ihre Versprechen einhalten. Wenn ihre Haltung in offene Opposition zu Scharon übergehen sollte, werden ihr wenige folgen. Und der Himmel helfe dem amerikanisch-jüdischen Leiter, der auch nur mit dem Gedanken spielt israelische Soldaten zu unterstützen, die sagen, wie würden Befehle nicht befolgen die Siedlungen zu räumen.

Die hiesigen Rechten müssen aufpassen, dass sie sich von allem fern halten, das nach Unterstützung einer regelrechten Rebellion wegen Gaza riecht. Tun sie das nicht – und Klein besteht darauf, dass seine Gruppe glaubt, Soldaten sollten ihren Befehlen folgen – dann sind sie ganz schnell politisch vergessen.

Derzeit werden die meisten von uns sich zurücklehnen und besorgt zusehen, ob Scharons Wette auf Abbas weise ist. Die Palästinenser, nicht die Argumente der Skeptiker, so überzeugend sie auch sein mögen, werden diese Frage beantworten.

Aber wir sollten ein Warnsignal für Gefahr genau im Hinterkopf behalten.

Sollten wir, nach Monaten oder vielleicht sogar Jahren immer noch desselben Verhaltens seitens der Palästinenser, weiter Entschuldigungen für Abbas’ Verhalten hören und Botschaften über die Bedeutung alles zu ignorieren, was den Optimismus abwürgt, dann ist der Erweis gebracht, dass die Skeptiker recht hatten.

Wenn dem so sein wird, dann werden wir, wie es schon so oft in der jüdischen Geschichte gewesen ist, einer Tragödie zusehen, keiner Farce.

Das Oslo-Syndrom: Der Irrglaube eines belagerten Volkes

Kenneth Levin, Middle East Forum, 26. September 2005

Ausgerechnet am Abend des Handschlags zwischen Yitzhak Rabin und Yassir Arafat auf dem Rasen des Weißen Hauses im September 1993 ging Letzterer ins jordanische Fernsehen und sagte seiner Anhängerschaft, dass sie die Oslo-Vereinbarungen als die erste Phase des Stufenplans verstehen sollte, den die PLO 1974 ausgearbeitet hatte und dessen Endziel die Vernichtung Israels ist. Arafat wiederholte seine Aussage mindestens ein Dutzend Mal während der ersten Monate von Oslo. Warum bestand Israel auf dem Oslo-Prozess, obwohl es nach Arafats Ankunft in den Gebieten im Juli 1994 die schlimmsten Terroranschläge seiner Geschichte erlebte?

Der Oslo-Prozess hätte am Ende einen echten Frieden zwischen den Arabern und Israelis erreichen sollen; statt dessen ergab sich daraus der schlimmste Terror, den Israel je erlebt hat. Wir müssen fragen, warum das so ist. Warum ging Israel vielfache Vereinbarungen mit Arafat ein, obwohl er offen erklärte, dass sein Ziel die Auslöschung Israels sei?

Nach Angaben von Ari Shavit, der für Ha’aretz schreibt, waren aufgeklärte Israelis während der Oslo-Vereinbarungen von einer messianischen Idee beeinflusst – sie glaubten, dass das Ende des alten Nahen Ostens, das Ende der Geschichte, das Ende der Kriege und das Ende von Konflikten nahe war. Sie täuschten sich selbst mit Wahnvorstellungen, so geblendet, dass sie einen Akt messianischer Trunkenheit begingen.

Um das Warum dieser Situation zu verstehen, müssen wir einen Blick auf die Psychologie chronisch belagerter Bevölkerungen werfen. Fast unvermeidlich gibt es Teile der Bevölkerung, die die Anklagen der Belagerer in der Hoffnung akzeptieren, dass sie damit Erlösung und Frieden gewinnen können. Das ist eine psychologische Antwort auf das Belagert werden und die Juden sind seit 2000 Jahren belagert worden. Max Nordau schrieb vor mehr als 100 Jahren, dass der größte Erfolg der Antisemiten war, dass sie die Juden dazu gebracht hatten sich selbst durch antisemitische Augen zu sehen. Nordau sah die Idee eines jüdischen Staates als Zuflucht für alle Juden, ungeachtet ihrer politischen Ansichten, Sprache oder Nationalität.

In den 1920-ern und 1930-ern wurde in der zionistischen Bewegung der „neue Jude“ als säkularer Sozialist entworfen, ohne die Ausstattung, die die weitere nichtjüdische Welt erzürnte. Deutsche jüdische Intellektuelle wie Martin Buber setzen ihre Missbilligung in moralische Begriffe und argumentierten, dass Juden sich über die Notwendigkeit eines Staates hinaus bewegt hätten, waren aber auch besorgt, dass sie ihre neu erworbenen Nationalitäten verlieren könnten, wenn ein jüdischer Staat gegründet würde.

Seit der Gründung des jüdischen Staates bis 1977 wurde Israel von sozialistischen Zionisten geführt. Das änderte sich 1977, als erstmals eine nicht sozialistische Regierung gewählt wurde. Von 1977 bis 1992 begann die Wählerschaft der Arbeitspartei die Idee zu akzeptieren, dass, wenn Israel sich auf die Linien von 1967 zurückzog, die Araber ihnen erlauben würde in Frieden zu existieren. Die Bewegung der neuen Historiker unterstützte ebenfalls die Idee, dass Israel, um Frieden zu erreichen, seine Schuld anerkennen und einem Rückzug zustimmen müsse. Mehr noch: Sie bot die Sichtweise an, das Israel die Hauptverantwortung für den Hass trug, mit dem es von seinen Nachbarn gesehen wurde. Die pro-zionistische Bewegung argumentierte, dass Israel zu jüdisch sei und dass es das Rückkehrgesetz aufgeben und die Flagge und die Nationalhymne ändern müsse, weil diese den Arabern gegenüber unfair seien.

Innerhalb eines Jahres nach den Wahlen von 1992 hatte die Arbeitspartei einige dieser Ideen akzeptiert. Trotzdem ging die „Friedensbewegung“ gegen Premierminister Yitzhak Rabin auf die Straße, mit dem Argument, dass er nicht schnell genug Zugeständnisse machte. Diese Bewegung machte weiter Druck, mehr Konzessionen zu machen, trotz Arafats Äußerungen, dass dies die erste Phase im Plan zum Auslöschen Israels sei und trotz der Terroranschläge, die gegen Israel verübt wurden.

Die Koalition der Arbeitspartei wurde 1996 geschlagen, als Benjamin Netanyahu zum Premierminister gewählt wurde. In seinen drei Jahren als Kopf der Regierung war Netanyahus Ton weniger konziliant, aber er setzte die Führung einer Reihe von Verhandlungen fort, die auf dem Prinzip der israelischen Zugeständnisse im Austausch für palästinensische Zusicherungen gründete. Die Terroranschläge nahmen nicht ab.

Ehud Barak und eine von der Arbeitspartei geführte Koalition folgten 1999 Netanyahu nach. Baraks Ansatz war rhetorisch und praktisch dem von Rabin gleich, dessen Nachfolger er zu sein schien. Eine Serie intensiver Verhandlungen wurde unternommen, so z.B. in Scharm el-Scheikh, aber mit jedem Schritt kamen die Anschläge häufiger und schrecklicher.

Der Barak-Ansatz der Hinzufügung schrittweiser Zugeständnisse schlug furchtbar fehl. Im September 2000, als Arafat seinen Terrorkrieg gegen Israel begann, wurde einem zunehmenden Prozentsatz der Bevölkerung Israels klar, dass weder Rückzug noch Zugeständnisse ihnen den Frieden bringen würden, den sie so ernsthaft wünschten. Der Prozess kulminierte Anfang 2001 in der Wahl Ariel Scharons zum Premierminister. Der folgende Terrorkrieg und die Schlacht in Jenin überzeugten viele in der israelischen Öffentlichkeit, dass Zugeständnisse ein Auslaufmodell waren.

Obwohl es fast 60 Jahre belagert wird, hat Israel eine freie, Leben sprühende und kreative Gesellschaft geschaffen. Die Frage ist, ob Israel weiter fördern kann, was es als Mittel für echten Wandel in der arabischen Welt aufgebaut hat, oder ob die Israelis bei ihrer Suche nach wahrem Frieden weiterhin nach Täuschungen von Frieden greifen, die alles bedrohen, was sie geschaffen haben?

Veranschaulichung des Haupthindernisses für Frieden

Elder of Ziyon, 4. Januar 2017

Hier ist eine Landkarte mit jeder jüdischen Gemeinde überall in Judäa und Samaria, die zeigt, wie die „Siedlungen“ über das gesamte Gebiet verbreitet sind und wie schwer es wäre sie zu entfernen.

Es sieht sicherlich so aus, dass es keine Chance für eine Zweistaaten-Lösung gibt, nicht wahr?

Nur dass diese eine Landkarte von 1993 ist, als der Oslo-Prozess gerade begann!

Hier ist eine Karte von 2015, die genau dasselbe zeigt:

Legt man die neue Landkarte über die von 1993, dann sieht man, dass sich in den letzte 20 Jahren physisch nicht viel verändert hat (tatsächlich beinhaltet die Karte von 1993 Gemeinden, die es in der neuen Karte nicht gibt!):

Wenn die Siedlungen 1993 kein „Friedenshindernis“ waren, als der Friedensprozess begann…

Und wenn sie kein „Friedenshindernis“ waren, als Israel den Palästinenser 2000, 2001 und 2008 einen Staat anbot…

Was hat sich verändert?

Bei einer Zweistaaten-Friedenslösung müssen eindeutig einige dieser Gemeinden abgerissen werden. Es wäre damals nötig gewesen und es wäre  heute nötig (außer die Palästinenser entscheiden sich Juden das Recht zu geben in ihrem Staat in ihren Häusern zu bleiben, was sie nicht tun werden, wie sie wiederholt sagten).

Der Mythos der „sich ausdehnenden Siedlungen“ ist die größte Einzellüge des Konflikts; und sie ist die eine, die bis zum Erbrechen von höchsten Vertretern der USA, der Europäer und der UNO wiederholt wird. Das ist der Grund, dass sie immer Bevölkerungszahlen verwenden statt die Größe der Fläche, die von jüdischen Gemeinden belegt ist – weil diese tatsächlichen Zahlen nicht ins Narrativ passen, dass Israel die Chancen auf Frieden zerstört.

Wenn 1993 Frieden möglich war, es er auch heute möglich. War er damals nicht möglich, ist er heute nicht möglich. Es hat sich nichts Grundlegendes verändert – außer dem Anteil an Dämonisierung Israels durch seine angeblichen „Freunde“.

Die Leute, die jüdische Siedlungen für den fehlenden Frieden verantwortlich machen – während sie die zweite Intifada und die „Messer-Intifada“ sowie ständige Aufstachelung zur Ermordung von Juden ebenso ignorieren wie jede PA-Landkarte, die den jüdischen Staat auslöscht – sind Heuchler und Lügner. Und dazu gehören auch Barack Obama, John Kerry und fast jeder westliche Führungspolitiker.

 


 

Wenn Sie Geduld haben, dann finden Sie hier zwei Landkarten von B’Tselem aus dem Jahr 2002 – direkt nachdem Arafat die Clinton-Parameter ablehnte – und eine von 2011. Sehen Sie sich an, wie viel diese jüdischen Gemeinden angeblich gewachsen sind. Grafikdesign-Experten könnten die tatsächlichen Unterschiede in der Größe der jüdischen Gemeinden im Verlauf der Zeit zeigen wollen. (Ich wünschte, ich hätte die Fähigkeiten das zu tun.)

In Wirklichkeit lautet die Antwort: sehr wenig. Die Gemeinden belegten damals etwa 2% des Landes jenseits der Grünen Linie und tun das auch heute noch.

Wie die Siedlungen „illegal“ wurden

Moshe Dann, Jerusalem Post, 23. Juli 2009

Israel schlug, angegriffen, 1967 zurück und eroberte die Golanhöhen von Syrien, die Sinai-Halbinsel und den Gazastreifen von Ägypten und Judäa, Samaria und Jerusalem (die Westbank) von Jordanien. Israel war ein zweiter Holocaust angedroht worden und es gab wenige, die sein Handeln in Zweifel zogen. Niemand sprach von einem palästinensischen Staat; es gab kein „palästinensisches Volk“.

Viele Rechtsexperten akzeptierten Israels Recht seine historische Heimat zu „besetzen“ und sich darin niederzulassen, weil die Gegend von den einfallenden arabischen Ländern seit 1948 illegal besetzt war. Eine Organisation allerdings – das Internationale Komitee vom Roten Kreuz – war anderer Meinung.

Bei einem geheimen Treffen Anfang der 1970-er Jahre in Genf legte das IKRK fest, dass Israel die Vierte Genfer Konvention verletze. Auf Grundlage der Haager Konventionen wurde die GK IV nach dem Zweiten Weltkrieg entworfen, um unschuldige Zivilisten zu schützen und brutale Besatzungen beschneiden. Einseitig kehrte das IKRK das in eine Waffe zur Delegitimierung und Dämonisierung Israels.

So weit bekannt, baute das IKRK auf keinerlei rechtlichen Präzedenzfällen auf; sie erfand „das Recht“.

Gleichzeitig Richter und Geschworene, fehlte seiner Entscheidung der Anschein eines ordentlichen Verfahrens. Da alle Entscheidungen und Protokolle des IKRK zu dieser Sache unter Verschluss sind, bleibt selbst die Identität der Beteiligten ein Geheimnis. Und es gibt keine Berufungsinstanz. Ohne Transparenz oder juristische Ethik wurde das Urteil des IKRK zu „internationalem Recht“. Seine Verurteilungen Israels liefern die Basis für Anschuldigungen der „illegalen Besetzung“ allen 1967 eroberten Territoriums durch Israel.

Obwohl die meisten Mitglieder der internationalen Gemeinschaft, ihrer NGOs und Institutionen die Autorität des IKRK und anderer Institutionen, wie dem Internationalen Gerichtshof, als einzige Schiedsrichter dafür akzeptieren, was „legal“ ist oder nicht, ist es seltsam, dass manche israelische Politiker und Juristen Israels legalen Anspruch auf die Territorien nicht verteidigen können. Und Israels Anspruch ist überzeugend.

1945 wurde die UN-Charta angenommen; Artikel 80 hält fest: „…ist dieses Kapitel nicht so auszulegen, als ändere es unmittelbar oder mittelbar die Rechte von Staaten oder Völkern oder in Kraft befindliche internationale Übereinkünfte, deren Vertragsparteien Mitglieder der Vereinten Nationen sind.“ Das bedeutet, dass die Bezeichnung „Palästina“ als „Nationale Jüdische Heimstatt“, im britischen Mandat eingeschlossen und durch internationale Vereinbarungen vom Völkerbund und dem US-Kongress angenommen, Israels souveräne Rechte in diesem Gebiet garantiert. Alle jüdischen Siedlungsaktivitäten waren und sind daher legal.

Zwei Jahre später, mitten in einem sich ausweitenden Bürgerkrieg, schlug die UNO die Teilung Palästinas zwischen Juden und Arabern vor – womit sie die Bedingungen des Mandats änderte; die Juden akzeptierten, die Araber begannen einen Vernichtungskrieg.

Als Großbritannien das Mandat beendete und [das Mandatsgebiet] verließ, wurde der Staat Israel ausgerufen und den örtlichen Mobs, die die Juden seit Jahren angriffen, schlossen sich fünf arabische Armeen an. Der Waffenstillstand von 1949 – für die Juden die Unabhängigkeit, für die Araber die nakba (Katastrophe) – hatte keinen palästinensischen Staat zur Folge, weil die Araber ihn nicht wollten. Die arabischen Führer akzeptierten Israels Existenzrecht als jüdischer Staat nicht – die meisten lehnen ihn heute noch ab.

Unter dem Druck der Russen und der arabischen Staaten nahm der Sicherheitsrat die Resolution 242 an, die von Israels Rückzug von einigen – nicht allen – dieser eroberten Gebiete im Zusammenhang mit einem abschließenden Friedensabkommen spricht. In der Frage der Souveränität blieb sie ausweichend und problematisch.

Israels Politik und das oberste Gericht nahmen Abstand davon, die volle Souveränität über die gewonnen Gebiete geltend zu machen, aber da es keine reziproken Gesten gab, stimmten sie zu Juden die Erlaubnis zu geben, in Jerusalems Altstadt und nach Gush Etzion zurückzukehren, wo eine blühende Gruppe Siedlungen 1947 ausgelöscht worden war. Sie erlaubte in einem Kompromiss den Bau von Kiryat Arba bei Hebron, wo die jüdische Gemeinde bei arabischen Krawallen 1929 ausgelöscht worden war; den Juden wurde zum ersten Mal seit 700 Jahren erlaubt in der Machpela-Höhle zu beten, einem antiken Gebäude, in dem sich die Gräber der jüdischen Patriarchen und Matriarchen befinden.

Obwohl sie frei waren, die UNRWA-Flüchtlingslager mit neuen Chancen und Herausforderungen zu verlassen, forderten die Palästinenser weder Eigenstaatlichkeit noch Frieden mit Israel. Die PLO, die behauptete die Palästinenser zu repräsentieren, widmete sich dem Terrorismus, nicht dem Aufbau einer Nation.

Für manchen ist dies keine „Rechtsfrage“, sondern eine moralische: Juden sollten nicht über andere herrschen („besetzen“). Also zog sich Israel einseitig aus fast allen „palästinensischen“ Städten, Gemeinden und Dörfern zurück und übergab als Teil der Oslo-Vereinbarungen 1994 und ein paar Jahre später in den Abkommen von Wye und Hebron große Gebiete an die PA/PLO ab.

Als Israel sich aus dem Gazastreifen zurückzog, wurde dieser zu einer Bastion der Hamas. „Land für Frieden“ bedeutet in Wirklichkeit „Land für Terror“.

Unter dem Einfluss dieser Ereignisse, aufgehetzt durch die Islamisten, ermutigt von israelischen Zugeständnissen und mit dem Bestreben den Staat zu untergraben, identifizieren sich israelische Araber als „Palästinenser“ und fordern ein Ende der „jüdischen Besatzung“ und Diskriminierung und die Vernichtung des Staates. Andere verfechten, dass „Israels jüdische und demokratische“ Natur bedroht ist, wenn weiter eine große Anzahl Araber dazu gehört, die nicht loyal sind und sich nicht mit dem Staat identifizieren. Doch fast alle „Palästinenser“ leben unter der Herrschaft der PA, nicht unter israelischer. Der jetzige Streit dreht sich daher um Territorium, nicht um die Bevölkerung.

Vorhersagen einer „arabischen demographischen Zeitbombe“ haben sich nicht als realistisch oder genau erwiesen. Darüber hinaus könnte nachgedacht werden, arabischen Einwohnern volle Bürger- und Menschenrechte ohne politische Rechte zu geben, wie das in den meisten anderen Ländern der Fall ist, zusammen mit der Neuansiedlung arabischer „Flüchtlinge“ im Libanon, Syrien, Jordanien usw., der Auflösung der UNRWA-Lager, der Beendigung des Terrorismus und der Hetze gegen Israel.

Dass ein zweiter (oder dritter) arabisch-palästinensischer Staat eine existenzielle Bedrohung für Israel sein würde, scheint offensichtlich. „Land für Frieden“ ist fehl geschlagen. Warum also weiter dafür werben?

Die Verbindung zwischen den Oslo-Vereinbarungen und der Abkoppelung vom Gazastreifen

Dr. Joel Fishman, Editorial, Makor Rishon, 16. September 2005 (direkt vom Autor)

Diese Woche ging der zwölfte Jahrestag der Unterzeichnung der Oslo-Vereinbarungen still und ohne offizielle Aufmerksamkeit vorbei. Der erklärte Zweck der Oslo-Vereinbarungen war es einen Prozess zu initiieren, der einen Frieden zwischen der PLO und dem Staat Israel schaffen würde. Es hat Zeiten der Stille und Zeiten Gewalt, aber man muss sich nur die israelischen Toten zählen, um die Wahrheit zu kennen. Nach Angaben der Internetseite des Außenministeriums hat Israel 1.330 Tote zu beklagen: 256 von der Unterzeichnung der Prinzipienerklärung am 13. September 1993 bis zum September 2000 und 1.074 vom 29. September 200 bis zum 24. August 2005. Proportional zu ihrer Bevölkerung würde diese Zahl für die USA einen entsprechenden Verlust an Menschenlleben von 54.200 Bürgern ergeben, grob gesagt elfmal die Zahl der Opfer des 11. September. (Zwischen 29. September 2000 und 1. August 2005 berichtete der Magen David Adom, dass er insgesamt 7.445 Opfer wie folgt behandelte: 967 Getötete, 611 schwer Verwundete, 892 moderat und 4.975 leicht Verwundete, darunter 11 MDA-Mitarbeiter.) Auf Basis dieser objektiven und verifizierten Information ist klar, dass Israel sich im Krieg befindet.

Kürzlich wurde mit Israels Abzug aus dem Gazastreifen die Frage aufgeworfen, ob dies einen Schritt in Richtung Frieden darstellt. Vor einigen Wochen beschäftigte sich Sidney Zion, ein amerikanischer Nachrichtenmann, mit genau dieser Frage in der „New York Daily News“ in einem Artikel mit der Überschrift: „Sharons schicksalhafte Entscheidung 1993 besiegelt: Wer verlor Gaza?“ Zion erklärte, dass, als die Oslo-Vereinbarungen unterzeichnet wurden, es kaum die Notwendigkeit gab jüdische Siedler im Gazastreifen zu beschützen, weil die Palästinenser nur Steine werfen konnten. Die legale und illegale Bewaffnung der Palästinenser verschob jedoch das Gleichgewicht. Den gesamten „Friedensprozess“ hindurch schmuggelten die Palästinenser Waffen über Ägypten nach Gaza, „etwas, das alle wussten, aber absichtlich ignorierten“; und die Clinton-Administration übte Druck auf Israel aus, damit es still hielt. Shimon Peres fragte die Öffentlichkeit: „Soll Arafat die Hamas mit Stöcken und Steinen bekämpfen?“ Aber mit der zweiten Intifada waren die militärischen Kosten dieses Gebiet zu halten drastisch gestiegen. Eine Division, 15.000 israelische Soldaten, war nötig, um die Siedlungen im Gazastreifen zu schützen, ganz zu schweigen von den Nebeneffekten der Qassam-Raketen, die in den letzten Jahren in israelischen Moshavim und Städten wie Sderot landeten.

Zion gab den „pshat“, den einfachsten und logischsten Grund für Sharons Entscheidung Gaza zu verlassen. Wenn wir seine Interpretation akzeptieren, hatten die Oslo-Vereinbarungen tatsächlich wichtige Folgen, auch wenn die politischen Entscheidungsträger diese Tatsache nicht öffentlich anerkannten. Angesichts des Mixes militärischer und politischer Überlegungen, hatte Israel keine wirklich freie Wahl ob es im Gazastreifen bleiben konnte oder nicht. Die Kosten waren nicht tolerierbar geworden und es bestand die Aussicht, dass sie nur weiter steigen würden.

Eine weitere maßgebliche Analyse unterstützt diese Interpretation. Am 29. August veröffentlichte Professor Yehoshua Porath, prof. emeritus für islamische und Nahost-Studien an der Hebräischen Universität mit brutaler Offenheit seine Analyse auf der Internetseite „Bitterlemons“. Porat sagte voraus, dass der Nutzen des Abzugs kurz sein und Israel verpflichtet wäre den Gazastreifen zurückzuerobern: „… Unter internationalem Druck musste Israel in den zukünftigen Bau von Häfen und Flughäfen und der Übergabe der Kontrolle über Landzugänge von Ägypten nach Gaza in andere Hände einwilligen… Wenn die Häfen von Gaza erst einmal arbeiten, wird ein steter Fluss von Waffen den Streifen auf dem See- und Luftweg erreichen… Konsequenterweise werden die Palästinenser einige Monate oder Jahre nach der Vollendung der Häfen einen steten Bombenkrieg aus dem Gazastreifen gegen das südwestliche Israel (Sderot, Aschdod, Aschkelon) beginnen… Nach einer kurzen Zeit verheerender Schläge und trotz internationalem Druck den „armen“ Palästinensern mehr und mehr zuzugestehen und mehr und mehr Schläge einzustecken würde Israel mit einer Wiedereroberung des Gazastreifens antworten.“

Es sollte daher keine große Überraschung sein, dass vor Kurzem Vertreter der palästinensischen Autonomie und der Hamas öffentlich erklärten, dass dieser Abzug lediglich ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Erreichung ihres Endziels sei. Der PA-Vorsitzende Mahmud Abbas erklärte bei einer Rede auf einer riesigen Feier in Gaza Stadt am Freitag, 12. August: „Heute feiern wir die Befreiung von Gaza und der nördlichen Westbank; morgen werden wir die Befreiung Jerusalems feiern.“ Wie Yehoshafat Harkabi in den siebziger Jahren schrieb: Die Forderungen der Palästinenser können nicht erfüllt werden, weil sie grenzenlos sind.

Kommen wir zurück zu Sidney Zions Punkt: Wenn 1993 die Oslo-Vereinbarungen letztlich Israels Lage im Gazastreifen unhaltbar machten, dann hat das, was 1993 entschieden wurde, große strategische Bedeutung, denn es gab den Palästinensern eine territoriale Basis und die Waffen, um einen Krieg gegen Israel zu führen. Wenn man das Beispiel dessen nimmt, was Gaza geworden ist, kann man guten Glaubens aufzeigen, dass die Unterzeichnung der Oslo-Vereinbarungen zu Krieg führte. Vor zwölf Jahren redete man von Frieden. Heute aber spricht niemand mehr vom Frieden. Die Regierung Israels nicht. Die Palästinenser nicht. Die Europäer und die Amerikaner erwähnen ihn nicht mehr.

Obwohl es acht bis zwölf Jahre dauerte, bis die Ursache-und-Wirkung-Beziehung im Fall von Gaza dramatisch klar wurde, ist heute deutlich sichtbar, dass die Regierung Rabin mit dem Eingehen der Oslo-Vereinbarungen einen schweren Fehler beging. Diese neue und überzeugende Interpretation hat in Bezug auf die innenpolitische Diskussion in Israel einiges Gewicht. Mancher hat behauptet, dass es, wäre nur Rabin am Leben geblieben, Frieden gegeben hätte. Andere haben die „Rechte“ beschuldigt, „den Frieden ermordet“ zu haben. Solche Rationalisierungsbemühungen erklären historisch einfach nicht die wirklichen Folgen von Israels „Friedenswagnis“, denn sie werden benutzt, um die teuren Folgen einer großen Fehleinschätzung zu vertuschen. Der Zweck solcher leeren Worte muss als das verstanden werden, was sie sind und niemand kann guten Glaubens solche Äußerungen machen. Hoffentlich werden uns am zehnten Jahrestag von Rabins Ermordung solche Märchen erspart bleiben. Es wäre angemessener und mutiger, wenn diejenigen, die das Oslo-Abenteuer anfingen, die Verantwortung für den enormen Verlust and Leben und das menschliche Leid übernähmen, das sie über unschuldige israelische Zivilisten brachten; ebenso für den ernsten Schaden, den sie der Sicherheit unseres Landes zufügten.