Juden waren die ersten, die im arabisch-israelischen Konflikt ihre Häuser verloren – 1866

Elder of Ziyon, 9. Dezember 2013

Das hier ist von The Occident and American Jewish Advocate, „dem ersten erfolgreichen jüdischen Mehrteiler in den USA“, vom April 1867. Es handelt sich um eine Teil-Reproduktion von „Sir Moses Montefiores Bericht an das Board of Deputies der britischen Juden“, offenbar vom Vorjahr oder vielleicht noch früher.

Am Samstag, 14. April, nach dem Morgengottesdienst, ging ich eine Runde durch den Garten und war sehr zufrieden mit den Fortschritten des Ortes seit meinem letzten Besuch in Jerusalem.

Ich bedauere aber, nicht in der Lage zu sein, dasselbe vom Land bei Jaffa berichten zu können, das leider zu Personen geführt hat, die – nicht in der Lage den drohenden Angriffen der benachbarten Araber Widerstand zu leisten – den Ort komplett verlassen haben. Die Folge ist, dass die Häuser komplett abgerissen und die Bäume zerstört wurden. Ich bin aktuell aber diesbezüglich in Gesprächen mit dem Ober-Haham der marokkanischen Gemeinde in Jerusalem. Wenn ausriechende Gelder dafür besorgt werden können, hoffe ich vier oder fünf Familien an diesem jetzt verlassenen Ort eingerichtet zu sehen, die sich fleißig für die Kultivierung des Landes einsetzen werden, das von beträchtlichem Wert ist und sofort von einem Zaun zur Markierung seiner Grenzen gesichert werden sollte.

Das ist einer der frühesten Angriffe, dich ich von Arabern direkt gegen eine jüdische Gemeinde in Israel gesehen habe. (Zuvor war der früheste, von dem ich wusste, von 1886 in Petah Tikva, mindestens 20 Jahre später. Es gab auch 1834 Pogrome in Safed und Hebron, aber die Angriffe auf Juden damals scheinen eher opportunistischer Natur während anderer innerarabischer Kämpfe gewesen zu sein.)

Die Landkarte Palästinas zeigt, dass keinerlei Palästinenser existierten

Peter Baum, Weekly Blitz, 28. August 2021

Die Landkarte Palästina war die Ergänzung einer Landkarte, die aus den späten Jahren der osmanischen Herrschaft stammt. Nach dem Sturz des osmanischen Reichs wurde dieselbe Karte von den politischen Bürokraten verwendet, die 1916 das Sykes-Picot-Abkommen zur Aufteilung der Region und Abstimmung der Einflusssphären der Sieger nutzten.

In einem früheren meiner Artikel in Weekly Blitz wies ich nach, dass diejenigen, die sich heute als „Palästinenser“ samt historischen, religiösen und juristischen Ansprüchen auf das Land bezeichnen, in Wirklichkeit die dritte und vierte Generation von Zuwanderern aus umgebenden Ländern sind, die von dem Gebiet als direkte Folge des wirtschaftlichen Nutzens angezogen wurden, der vom Zionismus geschaffen wurde. Der Artikel findet sich auf Blitz unter dem Titel „Die Zuwanderer, die sich heute als Palästinenser bezeichnen“.

Der Artikel gewann außergewöhnliches Feedback und viele pro-palästinensische Unterstützer fanden ihn sowohl widerwärtig als gleichzeitig auch faszinierend, schlicht wegen der Wahrhaftigkeit und der gewissenhaften, disziplinierten Recherche, die für ein solch brisantes Op-Ed nötig ist.

Nach dem Artikel postete ich dann in den sozialen Medien eine Ergänzung, die jetzt in diesen Artikel eingeflossen ist; dafür zitiere ich Winston Churchill. Unglaublicherweise hatte ich mehr Kommentare, Teilende und Reposts als zu irgendetwas anderem, das ich je über das Thema Israel-Palästina geschrieben habe und die Rückmeldungen waren recht bemerkenswert, da so viele vorher die Fakten nicht kannten, die zuerst in Weekly Blitz veröffentlicht wurden.

Der Mut des Redaktionsteams brachte viele neue Leser dazu mich zu kontaktieren und eine zugesandte Landkarte, die die Fakten untermauerten, die im ersten Artikel gepostet wurden: „Der Minirock und die Barbie-Puppe waren Erfindungen der 1960-er Jahre, genauso wie die Palästinenser.“

Die Landkarte Palästinas war ein Zusatz einer Karte, die aus den späten Jahren der osmanischen Herrschaft stammt. Nach dem Sturz des osmanischen Reichs wurde dieselbe Karte von den politischen Bürokraten verwendet, die 1916 das Sykes-Picot-Abkommen zur Aufteilung der Region und Abstimmung der Einflusssphären der Sieger nutzten.

Die Original-Landkarte Palästinas

Gedruckt erscheint die Landkarte ursprünglich im Atlas der Ameican Geographical Society of New York und die ergänzte Version mit der Liste der Einwohnervölker erschien 2018 in der Library of Congress in Washington DC in einer Nahost-Ausstellung.

Die Karte bestätigt die unbestreitbare historische Tatsache, dass kein Volk, Rasse, Stamm oder Kultur existierte, die sich als Palästinenser identifizierte und  diese schlicht ein Mythos, ein anthropologisches Wunder und eine Lüge sind. Wie zahlreiche Forscher, Politiker und sogar palästinensische Militante dargelegt haben, wurden die Palästinenser als politische Waffe geschaffen, um bei der Vernichtung Israels zu helfen, wie in ihren Satzungen, der Palästinensischen Nationalratscharta von 1968 und der Palästinensischen Charta der Hamas von 1988 ersichtlich ist. Beide sind immer noch gültig und die Kinder in UNO-Schulen werden tagtäglich mit von westlichen Geberländlern finanzierter palästinensischer Nazi-Propaganda gefüttert

Die Äußerung von Zuhair Moschin, ehemaliger Kommandeur des militärischen Arms der PLO in einem Interview mit dem niederländischen Journal Trouw 1977 war vernichtend. Er erklärte:
„Aus politischen Gründen betonen wir unsere palästinensische Identität – die Existenz einer eigenen palästinensischen Identität dient einzig taktischen Zwecken; und sie ist ein neues Mittel im Kampf gegen Israel.“

Auni Bey Abdul, syrisch-arabischer Delegierter 1937 vor der Peel-Kommission:
„So etwas wie ein Land wie Palästina gibt es nicht. Das ist ein von den Zionisten erfundener Begriff. Es gibt in der Bibel kein Palästina.“

Dieser Politiker hatte tatsächlich nicht unrecht, da der Begriff Palästina mit Juden assoziiert war und paradoxerweise überhaupt nicht mit „Palästinensern“ oder Arabern. Die Palestine Post war eine jüdische Zeitung; die Anglo Palestine Bank war eine jüdische Bank; die Palestine Wine Company war eine jüdische Firma und so weiter und so fort. In der Tat gibt es im Arabischen keinen Laut für den Buchstaben P, so dass die „Palästinenser“ sich selbst „Filastin“ nennen, was das arabische Wort für Philister ist. Die Philister kamen aus Griechenland und starben ca. 500 v.Chr. aus. Oder vielleicht ziehen die Palästinenser die moderne Definition für Philister vor: pöbelhafte, unkultivierte Heiden. Warum sollte irgendeine Gruppe mit ausgestorbenen griechischen Invasoren oder unzivilisierten Menschen assoziiert werden? Einzig die mythischen Palästinenser können das beantworten.

Die Landkarte identifiziert alle Völker, die den Bereich bewohnten und Palästinenser erscheinen dort nicht, schlicht weil sie noch nicht erfunden waren und damit keinerlei historischen oder rechtlichen Anspruch auf das Gebiet haben, sondern nur über die Mythologie. Wenn die Palästinenser heute behaupten, sie seien alle Muslime, dann ist, weil weder Palästina noch Jerusalem im Koran auftauchen und Allah das Land in zahlreichen Suren (Sure 5,21 und 17,104 als nur zwei Beispiele) dem jüdischen Volk übermacht, schenkt und verspricht, jeder religiöse Anspruch genauso gefälscht.

Die Leute, die das Land bewohnten, werden wie folgt aufgeführt:

Linke Spalte: Griechen, Türken, Armenier, Tscherkessen, Tataren, Karapapaken, Lazis, Tachtaschis, Kizilbaschis, Balikis, Awscharen, Aptalen, Kurden, Syrer.
Rechte Spalte: Mateuilehs, Ismailier, Ansazarier, Drusen, Maroniten, Aramäer, Jesiden, Nestorianer, Chaldäer, Jakobiten, Sabäer, Araber, Samaritaner, Perser, Juden.

Diese Religionsgemeinschaften passen zu Churchills verschiedenen Äußerungen und auch die mit Quellen versehenen Literaturhinweise beweisen meinen ursprünglichen Artikel.

Die Araber oder heutigen Palästinenser waren Kolonisatoren, Siedler und Zuwanderer.

Churchill erkannte diese unbestreitbaren Tatsachen.

1922 – A Peace to End all Peace:
„Die Araber würden auf ewig im Dunkeln sitzen, hätten nicht zionistische Ingenieure den Jordan für die Elektrifizierung nutzbar gemacht. Heute schwärmen sie nach Palästina auf der Suche nach dem Licht.“

Im Unterhaus sagte er im Mai 1939:
„„Weit entfernt davon verfolgt zu sein, sind die Araber ins Land gedrängt und vermehrten sich, bis ihre Bevölkerung stärker zugenommen hat. als selbst das Weltjudentum die jüdische Bevölkerung hätte erhöhen können.“

Der Bericht der Peel-Kommission erklärte 1937:
„Die illegale arabische Zuwanderung kam nicht nur aus dem Sinai, sondern auch aus Transjordanien und Syrien…“

Derselbe Bericht führte den Großmufti von Jerusalem, Haddsch Amin al-Husseini an, den Nazi-Kollaborateur, der gegenüber Sir Laurie Hammond zugab, dass alles Land von den Zionisten oder einzelnen Philantropen legal erworben und dass absolut kein Land gestohlen wurde.

Schlussfolgernd haben dieser und mein voriger Artikel mit Unterstützung von Quellenverweisen über jeden Zweifel  hinaus bewiesen, dass die Palästinenser, die sich unter diesem Banner identifizieren, die Enkel und Urenkel von Zuwanderern aus den umliegenden Ländern ohne historische, religiöse oder rechtliche Ansprüche auf irgendein Land sind, in dem sie gesiedelt haben.

Ihre Satzungen sind moralisch so verwerflich, dass jeder von ihnen geltend gemachte politische Anspruch auf das Land der Vernichtung, Abfall und weltweiten Entschuldigung für die Einführung solcher Mengen geschriebener Exkremente unterliegen sollte, die sie ihren Kindern gegenüber weiterhin propagieren.

Die Zuwanderer, die sich heute als Palästinenser bezeichnen

Es hat seit der Niederschrift der Bibel hunderte Tagebuchschreiber gegeben, die ihre Reisen nach Palästina festhielten, ohne jemals auf die zu verweisen, die sich aktuell als indigene Palästinenser bezeichnen.

Peter Baum, Weekly Blitz, 22. August 2021

 „Der Minirock und die Barbie-Puppe waren Kreationen der 1960-er Jahre – so wie auch die Palästinenser.“

Die Schriftsteller, Forscher, Reisenden, religiösen, politischen und militärischen Führer, die seit undenkbaren Zeiten nach Palästina reisten oder dort wohnten und ihre Erfahrungen aufzeichneten, gaben in ihren Schriften nie Hinweise ein als Palästinenser bekanntes Volk, Rasse oder Stamm in der Region.

Es hat seit der Niederschrift der Bibel hunderte Tagebuchschreiber gegeben, die ihre Reisen nach Palästina festhielten, ohne jemals auf die zu verweisen, die sich aktuell als indigene Palästinenser bezeichnen. Keiner dieser Autoren hat je auf ein Beispiel, einen Krieg, eine Schlacht oder einen Konflikt verwiesen, der von Palästinensern gegen einen inneren oder äußeren Eindringling zum Schutz ihres Lebensraums ausgefochten wurde, ganz zu schweigen vom Namen eines indigenen Palästinenserführers. Die Tatsache ist die, dass die indigenen Palästinenser ein historischer Mythos sind – ein anthropologisches Wunder.

In dem angehängten Artikel für Blitz habe ich zahlreiche Einzelpersonen über die Jahrhunderte angeführt, die ihre Reisen durch die geografische Region ausführlich beschrieben, die wir heute als Israel und die Palästinensergebiete bezeichnen; keiner dieser Historiker, Forscher, Reisenden und Tagebuchschreiber erwähnte je ein palästinensisches Volk. Und der Grund ist einfach und logisch, denn die Palästinenser waren Zuwanderer in das Gebiet.

Unten gibt es nur ein paar Beispiele arabischer Kommentatoren, die meine Äußerung bestätigen.

Auni Bey Abdul-Hadi, syrisch-arabischer Führer bei der britischen Peel-Kommission, 1937:
„So etwas wie ein Land Palästina gibt es nicht. Palästina ist ein Begriff, den die Zionisten erfanden. Es gibt im Koran kein Palästina, das ist uns fremd.“

Ahmad Schukan, arabischer Botschafter bei den Vereinten Nationen, 1956:
„Eine Kreatur wie Palästina gibt es überhaupt nicht…“

König Hussein von Jordanien erklärte 1960:
„Seit 1948 sind arabische Führer das sogenannte Palästinenser-Problem auf unverantwortliche Weise angegangen. Sie haben die Palästinenserfrage für selbstsüchtige politische Zwecke genutzt. Das ist sowohl lächerlich als auch kriminell.“

Walid Shoebat, ehemaliger PLO-Terrorist, erklärte:
„Warum ist es so, dass ich am 4. Juni 1967 Jordanier war und über Nacht zum Palästinenser wurde?“

Zuhair Mushin, Mitglied des Militärrats der PLO in einem Interview mit der niederländischen Zeitung Trouw, März 1977:
„Es gibt keine Unterschiede zwischen Jordaniern, Syrern und Libanesen. Wir sind alle Teil einer Nation. Nur aus politischen Gründen unterstreichen wir sorgfältig unsere ‚palästinensische‘ Identität … Ja, die Existenz einer eigenen palästinensischen Identität dient nur taktischen Zwecken. Die Gründung eines Palästinenserstaats ist ein neues Instrument im anhaltenden Kampf gegen Israel.“

Perverserweise gab sogar der prominenteste sogenannte „Palästinenser“, Yassir Arafat – richtiger Name: Mohammed Abdel Rahman Raouf al-Qudwa – der in Wirklichkeit Ägypter war, in seiner Autobiografie zu, dass die Palästinenser eine Erfindung waren:
„Wenn es irgendetwas wie einen Palästinenser gibt, dann bin ich es, Arafat, der sie schuf.“

Joseph Farah, ein arabischer Autor und Historiker, in seinem Buch Myths Of The Middle East:
„Es hat nie ein als Palästina bekanntes Land gegeben, das von Palästinensern regiert wurde, die Araber waren…“

Diejenigen, die sich heute als „Palästinenser“ bezeichnen, sind Nachkommen der dritten und vierten Generation von Zuwanderern aus umliegenden arabischen Ländern. Es gab einen ganzen Berg an Regierungsberichten, Artikeln, Fachbüchern und Material, die über alle Zweifel hinaus beweisen, dass die weit überwiegende Mehrheit der Araber keine Land besitzenden Palästinenser waren, die indigene Einwohner gewesen waren, sondern Zuwanderer, die von den wirtschaftlichen Vorteilen profitierten, die der Zionismus schuf. Darüber hinaus identifizierten sich diese Araber nie als Palästinenser, ein Begriff, von dem sie glaubten, er verhöhnte ihren Ursprung, wie die Zitate oben bestätigen.

Arabische Zuwanderung und Zionismus vereinigten sich zur Verbesserung der Wirtschaft der Region und es ist faszinierend auf die Aussagen des Großmuftis von Jerusalem, Haddsch Amin al-Husseini, gegenüber Sir Laurie Hammond von der Peel-Kommission 1937 zurückzukommen, in denen er bestätigte und zugab, dass von den Zionisten überhaupt kein Land gestohlen, sondern alles legal erworben wurde. Die Landkäufer waren der Jüdische Nationalfonds oder einzelne Philanthropen.

Viele schrieben in ihren Tagebüchern über den Zustrom arabischer Immigration nach Palästina während der ersten Wellen des Zionismus.

James Finn: Arbeiten zu Unruhen in Syrien, 2. Juni 1860:
„Ich erfuhr von der Ankunft von sechstausend Bnei Sukhr-Arabern in Tiberias, die bisher nie auf dieser Seite des Jordan zu sehen waren.“

C. G. Smith: Studien zu Palästina während der Osmanen-Zeit:
„Nach 1870 gehörte zur Türkisch voran-Politik das Einpflanzen tscherkessischer Kolonien im Land.“

Die Encyclopedia Brittanica hält 1911 fest:
„Es gibt sehr große Kontingente aus mediterranen Ländern, besonders aus Armenien, Griechenland und Italien. Turkmenische Siedler und eine ziemlich große afghanische Kolonie, Motawila-Zuwanderer aus Persien, Kurdenstämme, eine bosnische Kolonie, Tscherkessen-Siedlungen und ein großes algerisches und sudanesisches Element.“

Tewlik Bey El-Hourani, Gouverneur der Provinz Houran im südwestlichen Syrien, erklärte bei einem Interview mit La Syne vom 12. August 1934: „In den letzten Monaten gingen bis zu 36.000 huranesische Syrer nach Palästina und haben sich dort niedergelassen.“

De Hass, Geschichte Palästinas, 1934:
„1860 wanderten ganze algerische Stämme in Massen nach Safed ein. Die Muslime von Safed stammen zumeist von diesen maurischen Siedlern und von Kurden ab, die etwas früher in der Gegend eintrafen.“

Es ist offensichtlich, dass Zuwanderer nicht nur Araber waren, sondern europäische Christen und einmal stellten Christen fast fünfzig Prozent der Bevölkerung des Palästina nach 1964. Die muslimischen Palästinenser sind bei der ethnischen Säuberung der Christen sehr erfolgreich gewesen, die jetzt rund fünf Prozent des heutigen Palästina ausmachen.

De Hass, Geschichte Palästinas, 1934, fährt fort:
„Die heutigen Palästinenser sind Zuwanderer aus vielen Nationen; vom Balkan, Griechen, Syrer, Lateiner, Ägypter, Türken, Armenier, Italiener, Perser, Kurden, Deutsche, Afghanen, Tscherkessen, Bosnier, Sudanesen, Samaritaner, Algerier, Motawila, Tartaren, Ungarn, Schotten, Navarresen, Bretonen, Engländer, Franken, Ruthenen, Böhmer, Bulgaren, Georgier, Kopten, Inder, Maroniten und viele andere.“

Bericht der Palestine Peel Commission, London 1937:
„Die illegale arabische Zuwanderung kam nicht nur aus dem Sinai, sondern auch aus Transjordanien und Syrien und es ist sehr schwer die Not der Araber festzustellen, wenn gleichzeitig ihre Landsleute aus Nachbarstaaten nicht davon abgehalten werden konnten dorthin zu gehen, um an dieser Not teilzuhaben.“

Winston Churchill, 1922 in A Peace to End All Peace:
„Die Araber hätten auf ewig im Dunkeln gesessen, hätten nicht die zionistischen Ingenieure den Jordan für die Elektrifizierung nutzbar gemacht. Heute schwärmen sie nach Palästina auf der Suche nach dem Licht.“

1939 schrieb Churchill:
„Weit entfernt davon verfolgt zu sein, sind die Araber ins Land gedrängt und vermehrten sich, bis ihre Bevölkerung stärker zugenommen hat. als selbst das Weltjudentum die jüdische Bevölkerung hätte erhöhen können.“

Ernst Frankenstein in seinem Justice for my People, 1943:
„Ibrahim Pascha, der ägyptische Eroberer Palästinas im Jahr 1831, hinterließ permanente Kolonien an Ägyptern in Besian, Nablus, Irbid, Akko und Jaffa – alleine nach Jaffa sind mindestens 2.000 Menschen importiert worden.“

James William Parks schrieb in seiner History of the Peoples of Palestine, 1970, S. 212:
„Es gibt Dörfer, die komplett von Siedlern aus anderen Teilen des türkischen Imperiums des 19. Jahrhundert bevölkert sind. Es gibt Dörfer mit Bosniern, Tscherkessen und Ägyptern.“

Wie kann es sein, dass die fiktiven Palästinenser es geschafft haben die Welt zu überzeugen, sie seien das historische Volk der Gegend, von der sie behaupten, sie sei ihnen von den Zionisten gestohlen worden? Die Palästinenser sind ein fiktives Volk, das sich in eine Tatsache umgewandelt hat. Die Welt hingegen beschließt die Fakten zu ignorieren. Der moderne Antisemitismus soll den palästinensischen Anspruch unterstützen, der historisch und rechtlich nie existiert hat.

Die heimliche Ausgrabung in Jerusalem

Ein britisher Aristokrat, der die Bundeslade suchte, startete die eigenartigste archäologische Grabung der Geschichte – und löste im Nahen Osten eine Krise aus.

Andrew Lawler, Smithsonian Mag, 25. Oktober 2021

Ein neues Buch des Journalisten Andrew Lawler zeichnet die Chronik einer unerlaubten Grabung in der Heiligen Stadt von 1909-1911 nach. Abgebildet hier: eine Replika der Bundeslade vor einer Jerusalem-Karte des 20. Jahrhunderts (Foto-Illustration: Meilan Solly – public domaine, Ben Schumin via Wikimedia Commons unter CC BY-SA 2.5)

In den Annalen der Archäologie gehört es zu den bizarrsten Grabungsteams. Angeführt von einem gutaussehenden britischen Aristokraten, gehörten zu ihren Mitgliedern ein Schweizer Hellseher, ein finnnischer Poet, ein englischer Cricket-Meister und ein beschnurrbarter Schwede, der einen Dampfer auf dem Kongo steuerte. Keiner hatte eine Ausbildung für das Fachgebiet.

Genauso ungewöhnlich war das Objekt ihrer Suche. Diese kunterbunte Ansammlung kam 1909 in Jerusalem an, als die heilige Stadt noch unter der Zuständigkeit des osmanischen Reichs stand und aus Istanbul regiert wurde. Sie suchten nichts Geringeres als die berühmte Bundeslade, zusammen mit von König Salomo vor 3.000 Jahren gesammelten Schätzen, die der Legende zufolge später versteckt wurden.

Lange bevor Jäger des verlorenen Schatzes Kassenhit war, begann diese Truppe merkwürdiger Entdecker eine geheime Grabung, die sich in einen internationalen Skandal aufblähte, der den Nahen Osten erschütterte und bis heute Folgen hat.

Alles begann, als ein undurchsichtiger skandinavischer Gelehrter behauptete, er habe einen geheimen Bibelcode enträtselt, der punktgenau die Stelle des vergrabenen heiligen Schatzes zeigt. Die überlebenden Notizen von Valter Juvelius sind eine Masse gekritzelter Zahlen, undurchsichtiger Sätze und Verweise auf die heilige Schrift, so dass unklar ist, welchen Geheimcode entschlüsselt zu haben er behauptete. Aber er war überzeugt, dass die heiligen Objekte in einem Tunnel in Jerusalem ruhten. Juvelius reiste auf der vergeblichen Suche nach einem Mäzen durch Europa, bis er sich eine Vorstellung bei Captain Montagu Brownlow Parker sicherte, dem 30-jährigen Bruder eines englischen Earls.

Parker, Veteran des Burenkriegs und nichtsnutziger Londoner Salonlöwe, war fasziniert. Er stimmte zu als Expeditionsleiter zu fungieren und richtete ein Konsortium ein, das 60.000 Anteile von je 1 Pfund für das Projekt verkaufen sollte. Sein Status, Charme und flottes Aussehen erwiesen sich für ein ganzes Spektrum an Investoren, vom Fleischverpacker J. Ogden Armour aus Chicago bis zur Duchess of Marlborough als unwiderstehlich. Sie berappten bis zum Gegenwert von heute $2,4 Millionen, um die Ausgaben zu decken.

Parkers überzeugendes Argument lautete, dass diese läppische Summe nicht nur das berühmteste heilige Artefakt der Welt wiederbeschaffen würde, sondern auch ein gewaltiges Vermögen. Er schätzte, die Lade würde zusammen mit den vielen Gold- und Silberplatten und Kesseln sowie anderen kostbaren, in dem Bibeltext erwähnten Objekten auf dem Markt $200 Millionen abwerfen – heute rund $5,7 Milliarden. Die Suche nach der Bundeslade war nicht einfach eine spirituelle; sie würde auch eine immens profitable sein.

Valter Juvelius (links) und ein nicht identifiziertes Mitglied von Parkers Mission (Foto: Public domain via Wikimedia Commons)

Es gibt eine Andeutung, dass Parkers Interesse an dem Schatz weder frommer noch habgieriger, sondern letztlich romantischer Natur war. Eine amerikanische Zeitung behauptete später, er habe zugestimmen das Proejkt zu leiten, um die Hand einer reichen Geschiedenen zu gewinnen. „Nun, bring die Bundeslade mit zurück und ich werden noch einmal mit dir sprechen“, soll sie gesagt haben.


Die Bundeslade wird im Buch Exodus (2. Mose) als rechteckige Holztruhe beschrieben, aus Akazienholz gefertigt, mit Blattgold überzogen und mit den Statuen zweier Cherubim auf ihrem goldenen Deckel. Die heilige Schrift gibt an, dass sie gebaut wurde, um die beiden Tafeln mit den Zehn Geboten zu enthalten, die die Israeliten bald nach dem Auszug aus Ägypten erhielten. „Dort will ich mit dir zusammenkommen und mit dir reden von dem Sühnedeckel herab, zwischen den beiden Cherubim, die auf der Lade des Zeugnisses sind, über alles, was ich dir für die Kinder Israels befehlen will“, sagte Gott zu Mose, als er detaillierte Anweisungen zur Gestaltung der tragbaren Truhe ab, die mit zwei hölzernen Stäben getragen werden konnte.

Solche Heiligtümer waren im antiken Nahen Osten alltäglich. Eine Holztruhe ähnlicher Größe wurde in König Tuts Grab gefunden, wähend man andere in Ägypten fand, die mit Statuen von Götzen bedeckt und als Sarkophag verwerdet wurden. Einge waren zeremonielle Boote, die von Priestern auf Stangen getragen wurden. Die Cherubim in der Bibel stammten wahrscheinlich aus babylonischer Tradition.

Benjamin West: Josua durchschreitet den Jordan mit der Bundeslade, 1800 (Foto: Public domain via Wikimedia Commons)

Was die Lade vom ihren nahöstlichen Cousins unterschied war der biblische Anspruch, dass sie als machtvolle spirituelle Waffe diente, imstande den Jordan zu teilen, die Mauern Jerichos zu Fall zu bringen und allgemein jeden Feind der Israeliten zu vernichten. Von König David hießt es, er habe sie nach Jerusalem gebracht; er tanzte verzückt vor dem heiligen Objekt, als es in die Stadt einzog. Schließlich bekam sie in der Stadt auf dem Tempelberg in Salomos Tempel ihren Standort, in dem Raum, der als das Allerheiligste bekannt wurde – das zentrale Heiligtum, zu dem nur der Hohepriester Zugang hatte und auch das nur einmal im Jahr. Ihre  Anwesenheit hatte der Bergstadt eine neue und mächtige religiöse Stärke gegeben, aber sie wird in der Bibel nie wieder erwähnt.

Im Jahr 586 v.Chr. griff die babylonische Armee Jerusalem an und „trug alles aus dem Tempel Gottes nach Babylon, Großes und Kleines und die Schätze des Tempels des Herrn und die Schätze des Königs und seiner Amtsträger“, berichtet das Buch Chroniken in der Bibel. Es ist unklar, ob die Bundeslade selbst zu diesen Dingen gehörte; die Invasoren waren auf jeden Fall die dritte in der Bibel erwähnte Armee, die das Heiligtum geplündert hatte. Ob sie nun weggenommen, versteckt oder zerstört wurde, das Schicksal der Lade hat zahllose Legenden, hunderte Bücher und einen Blockbuster-Film von Steven Spielberg hervorgebracht.

Zu den möglichen Stellen, an denen die verlorene Lade sich befinden könnte, gehören eine äthiopische Kirche, ein irisches Moor, ein Keller im Vatikan, ein ägyptischer Tempel, ein Berggipfel in Jordanien und eine Höhle am Toten Meer. Einige jüdische Traditionen beharren darauf, dass Priester die Lade und andere Schätze unter dem Tempelberg oder in der Nähe versteckten, wo sie angeblich sogar nach der Zerstörung des letzten jüdischen Heiligtums durch die Römer im Jahr 70 n.Chr. verblieben.


Neunzehn Jahrhunderte später erheben sich der goldene Felsendom und die weitläufige Al-Aqsa-Moschee über den Parks und Brunnen der drittheiligesten Stätte des Islam. Ausgrabungen auf dem, was Muslime das Edle Heiligtum nennen, waren vom Sultan in Istanbul streng verboten; er war der Wärter der heiligsten Orte des Islam. Juvelius hingegen glaubte, dass „seine Wiedergabe des hebräischen Textes anzeigte, dass die Bundeslade gefunden werden könnte, wenn man sich den Hügel über unterirdische Gänge hinaufarbeitete“, wie ein Mitglied der Expedition später schrieb.

Der Felsendom, fotografiert 1910 (Bild: Public domain via Wikimedia Commons)

Diese Gänge liegen unter einem felsigen Bergkamm, der sich südlich des Berges erstreckt; Archäologen hatten vor kurzem festgestellt, dass es sich bei dem Ort um die antike, von König David um 1.000 v.Chr. eroberte Stadt handelte. Außerhalb der Mauern der Altstadt gelegen, war dieser Ausläufer größtenteils Weideland und befand sich in sicherer Distanz zum Edlen Heiligtum. Es war nur eine Frage durch den Bergkamm zu kommen, um den Tunnel zu finden, der bergauf zu Salomos Schatz führte.

Parker reiste von London nach Istanbul und sicherte sich für 500 britische Pfund – heute rund $80.000 – eine Grabungsgenehmigung, zusammen mit einem geheimen Handel die Hälfte der Ausbeute mit osmanischen Beamten zu teilen. Im Sommer 1909 kam der Hauptteil des Teams in der Hafenstadt Jaffa in Palästina an, wenn auch die Ausschiffung vom Ausbruch der Beulenpest verzögert wurde. Einmal in Jerusalem angekommen, mietete die Gruppe eine luxuriöse Villa, die mit Perserteppichen und Wasserpfeifen mit langen Schläuchen ausgestattet war; ein Raum war für die wertvollen Funde reserviert, von denen sie sicher waren, dass sie sie bald einsammeln würden.

„Sie waren mit Sicherheit die merkwürdigsten Archäologen, die Jerusalem besuchten“, merkte Bertha Spafford Vester an, eine amerikanische Missionarin, die in der Stadt aufwuchs. „Wir hörten von fröhlichen Partys, die die Engländer gaben, einmal mit dem türkischen Pascha als Gast, und dass sie Orangen für Schießübungen benutzten.“

Vesters Vergnügen wandte sich in Wut, als sie erfuhr, dass das Team die Absicht hatte auf dem historischen Hang südlich des Edlen Heiligtums zu graben. Sie war entsetzt von „ihrem völligen Mangel an achäologischen Kenntnissen“. Das war keine Übertreibung; eines der Expeditionsmitglieder beharrte darauf, dass die Lade auf dem Berg Ararat zu finden sein müsse, wobei er offenbar Noahs Arche mit dem Lade Köng Davids durch einander brachte.[*] Unter dem Druck lokaler Ausländer stimmte Parker zu einem französischen Mönch Zugang zu gewähren, der auch Archäologe war, um ihre Funde aufzuzeichnen – obwohl das Objekt ihrer Suche strikt vertraulich gehalten wurde.

Montagu Brownlow Parker (Foto: Public domain via Wikimedia Commons)

Die Grabung selbst war nur schwer geheim zu halten, weil sie die bis dahin größte in der Geschichte Jerusalems war. Fast 200 Arbeiter buddelten in eineinhalb Meter Tiefe Gänge unter dem Bergkamm; die Luft dafür wurde von mechanischen Pumpen geliefert. „Wir lebten fast die gesamte Zeit, in der es Tageslicht gab, im Untergrund“, berichtete der französische Mönch später. „Die Arbeit ging nach Einbruch der Dunkelheit ohne Unterbrechung weiter, bei Fackellicht und zum Klang von Liedern, die die Arbeiter sangen.“ Sie trafen auf zahrleiche antike Gänge – „dunkle, geheimnisvolle Tunnel, die sich endlos ins Innere des Felsens erstreckten“. Aber der Mönch sagte, dass die einzigen Artefakte, die sie fanden, „einige alte jüdische flache Lampen aus Ton waren, einige rote Keramikscherben und ein paar metallene Schleuderkugeln“.

Es gab keine Spur von Gold oder Silber, geschweige denn der Bundeslade. Bald wurde das Wetter bitter kalt und feucht; irgendwann streikten die Arbeiter. In diesem Herbst packten Parker und sein Team alles ein und reisten bis zum nächsten Sommer ab. Als sie zurückkehrten, kam der Chefingenieur des revolutionären Londoner U-Bahn-Systems mit, das als „The Tube“ bekannt war. Inzwischen war Juvelius an Malaria erkrankt und hatte bezüglich der Suche keine Illusionen mehr. Er segelte nach Hause, als osmansiche Beamte, die die Grabung überwachten, wegen der Verzögerungen ungeduldig wurden. Das reduzierte Team arbeite ohne mehr Glück zu haben den nächsten Winter durch.

Im Frühjahr 1911, nur wenige Monate vor dem Auslaufen der Genehmigung, schmiedete Parker einen vermessenen und gefährlichen Plan. Er bestach den muslimischen Scheik, der die Verantwortung für das Edle Heiligtum hatte und ließ ihn die Wachen zu einem islamischen Fest schicken, das vor der Stadt stattfand. Zum ersten Mal seit den Kreuzzügen war der verehrte Ort fremden Eindringlingen gegenüber schutzlos. Neun aufeinander folgende Nächte schaufelten Parker und senie Männer an verschiedenen Stellen auf dem Plateau herum, aber vergeblich.

Von Parker und seinem Grabungsteam geborgeneTonwaren. (Foto: Public domain via Wikimedia Commons)

Schließlich, weil die Zeit ablief, bevor das Fest endete, traf Parker eine noch überstürztere Entscheidung. In der zehnten Nacht betraten er und ein kleines Team die flache Höhle unter dem Felsendom – Westlern als Omar-Moschee bekannt – ganz nahe an genau der Stelle, wo Mohammed in den Himmel aufgefahren sein soll. Der Aristokrat war überzeugt, dass dies der offenkundige Ruheplatz der Bundeslade sei, weil das Gerücht umging, dies sei die Stelle von Salomos lange verloren gegangenem Allerheiligsten. Es war auch eine Stelle, die an Heiligkeit für die Muslime nur von Mekka und Medina übertroffen wird.

Die Einzelheiten der Geschehnisse der Nacht vom 12. April 1911 sind veschwommen. Entweder stolperte ein schlafloser Einwohner über die Arbeiter, als diese an dem Felsen herumhackten, oder ein Wörter, der nicht eingeweiht war, hörte die Geräusche und schlug Alarm. Unbestritten ist, dass die muslimischen Einwohner Jerusalems schnell die Straßen füllten, erbost von der Nachricht, dass ihre heilige Stätte von Christen angegriffen wurde. Aus Angst um ihr Lebne flohen Parker und seine Freunde, sprangen schnell in den Zug nach Jaffa. Cool tranken sie Tee in der Hafenstadt, bevor sie osmanischen Einreisebeamten anboten auf ihrer Yacht ein Fest ausrichteten. Parker und seine Kollegen rudderten zu dem Boot, um es für ihre Gäste vorzubereiten – und fuhren dann unverzüglich damit fort.

Weltweit kursierten Gerüchte, die Fremden hätten sich mit dem Stab des Moses, den Gesetzestafeln und einer beliebigen Anzahl möglicher weiterer Reliquien davongemacht. „Mit dem Schatz, der Salomo gehörte, verschwunden“, lautete die Schlagzeile in der New York Times vom 4. Mai über dem Untertitel: „Englische Gruppe veschwindet auf Yacht nachdem sie unter der Omar-Moschee grub.“ Drei Tage später veröffentlichte dieselbe Zeitung einen langen Artikel mit dem Titel „Haben Engländer die Bundeslade gefunden?“ Die Times berichtete: „Man glaubt, dass die Entdecker Salomos Krone, sein Schwert und seinen Ring sowie ein antikes Manuskript der Bibel fanden.“

Derweil gingen rund 2.000 Demonstranten auf die Straßen der Stadt und forderten Gerechtigkeit. „Es gab einen schrecklichen Aufruhr und es waren zwei Battalionne in Jerusalem stationierter türkischer Infanterie nötig, um diesen niederzuschlagen“, schrieb ein Expeditionsmitglied. Der Scheik des Edlen Heiligtums und der Statthatler der Stadt wurden verhaftet, aber das trug wenig dazu bei die öffentliche Wut zu däampfen. „Muslime in Rage“ bei einer „aktuellen Sensation aus Jerusalem“ lautete eine Schlagzeile des Evening Star aus Washington.

Nachrichtenberichte in der europäischen Presse behaupteten sogar, Parkers Debakel könne zum Sturz der Regierung in Istanbul führen. Am 8. Mai trat das osmanische Parlament zu einer Sondersitzung zusammen. Arabische Abgeordnete legten Beweise vor, dass der Pascha von Jerusalem und der örtliche Militärbefehlshaber von Parker bestochen worden waren. „Die Regierung vertuscht alles“, schloss ein aufgebrachter Vertreter aus der Schwarzmeer-Region. Ein Minister der Regierung erntete Gejohle, als er insistierte, ihr Anteil an Parkers Schatz hätte ausgereicht, um die gesamten Staatsschulden zu begleichen. Am Ende wurden alle ranghohen Beamten von Fehlverhalten freigesprochen, wenn auch der Statthalter Jerusalems seinen Job verlor.

Eine amerikanische Zeitung warnte, die Schatzsuche christlicher Abenteurer „könnte einen heiligen Krieg in der Region provoziert haben“. Das war nicht übertrieben: Die Ereignisse in der Heiligen Stadt wurden von islamischen Führern in der ganzen Welt verurteilt, auch aus dem britischen Indien. Eine Kommissino indischer Muslime ermittelte in dem Vorfall und kam schließlich zu dem Schluss, dass nichts geraubt worden war. Die Beamten in London atmeten erleichtert auf.


Parker kehrte nach nach Großbritannien zurück ohne die Folgen seines Tuns begriffen zu haben. Auch das britische Außenministerium scheint den skrupellosen Aristokraten nicht an die Kandare genommen zu haben. Erstaunlicherweise reiste er im September desselben Jahres zu einem erneuten Versuch den angeblichen Schatz zu finden los. Auf den Rat osmanischer Freunde hin nicht wieder vor Jaffa zu ankern, fuhr er kühn nach Istanbul. Es war aber Krieg zwischen dem Reich und Italien ausgebrochen und kein Schmiergeld der Welt konnte ihm eine neue Genehmigung verschaffen; der Krieg hatte Vorrang vor dem Graben nach Gold. Parker kehrte nie nach Jerusalem zurück und der Vorfall von 1911, wenn man sich überhaupt an ihn erinnert, wurde im Westen als unbedeutende komische Oper abgetan.

Expeditionsführer Montagu Brownlow Parker (Foto: Public domain via Wikimedia Commons)

Diese unmögliche Expedition tat aber mehr als andere zu dazu anzuregen nach der Bundeslade zu suchen. Sie pflanzte in aller Stille bei den palästinensischen Muslimen intenisves Misstrauen gegenüber Archäologie, während das die Grundlage für den palästinensischen Nationalismus legte. Nach Angaben des Historikers Louis Fishman vom Brooklyn College demonstrierte der Vorfall den lokalen Arabern, dass den Osmanen nicht vertraut werden konnte das Elde Heiligtum zu schützen; die Palästinenser mussten seine Heiligkeit schon selbst sichern. Der Felsendom und das heilige Plateau kamen bald als zentrales Symbol zunehmenden palästinensischen Nationalismus auf. Das brachte Jerusalems Muslime auf direkten Kollisionskurs mit der steigenden Welle jüdischer Immigranten, die sich an der nahegelegenen Klagemauer zum Gebet drängten.

Die Briten besetzten dann Jerusalem und verwalteten nach dem Ersten Weltkrieg Palästina, während Parker in der britischen Armee in Frankreich diente und dann aus dem Rampenlicht trat. Beim Tod seines Bruders wurde er 1951 der Fünfte Earl of Morley und residierte in einer eleganten georgianischen Villa bei Plymouth. Soweit bekannt, sprach oder schrieb er nie wieder über sein Missgeschick in Jerusalem. Überflüssig zu erwähnen: Er gewann nie die Hand der Dame der feinen Gesellschaft und starb 1962 als Junggeselle.

Adaptiert aus: Under Jerusalem: The Buried History of the World’s Most Contested City von Andrew Lawler, das von Doubleday am 2. November 2021 veröffentlicht wurde.


[*] das englische Wort für Bundeslade ist „Ark of the Covenant“; Noahs Arche ist „Noah’s Ark“.

„Das Historische Palästina“ – ein irreführender Anachronismus

Aslo Aizenberg, HonestReporting, 29. März 2021

Das „historische Palästina“ ist ein landläufig verwendter Begriff, wenn der arabisch-israelische Konflikt diskutiert wird. Die Wendung suggeriert, dass in der Vergangenheit eine als Palästina bekannte Nation existierte, wobei das Wort „historisch“ den Eindruck vermittelt, dass diese Nation in der Region tief verwurzelt ist und damit einen natürlichen Anspruch hat in Form eines modernen Staats namens Palästina wiederbelebt zu werden. Indem auf das Land so ohne Erwähnung jüdischer Geschichte verwiesen wird, wird auch subtil angedeutet, dass jüdische Präsenz in der Region fremd ist.

Dieser Artikel diskutiert die Herkunft und Evolution der Verwendung von „Palästina“ als Ortsname und dass aktuelle Vorstellungen des „historischen Palästina“ allesamt auf einem falschen Verständnis der geografischen und politischen Historie der Region beruhen.

Das historische Palästina im heutigen Gebrauch bezieht sich auf das Territorium, das jetzt Israel, die Westbank und den Gazastreifen umfasst. Hier sind mehrere markante Beispiele der Verwendung des Begriffs.

  • Saeb Erekat, Chefunterhändler der palästinensischen Autonomiebehörde, erkärte in einem im Mai 2019 in der New York Times veröffentlichten Kommentarartikel, die Palästinenser würden Israel in den „Grenzen von 1967, gleichbedeutend mit 78 Prozent des historischen Palästina“ anerkennen.[i] Auf welches „historische Palästina“ bezog sich Erekat und umfasst Israel wirklich 78% dieses „historischen“ Territoriums?
  • Die Columbia Journalism Review veröffentlichte im Januar 2019 einen Artikel mit der Überschrift „Palstinensische Bürger Israels kämpfen darum ihre Geschichte zu erzählen“, in der der Autor behauptete: „Das historische Palästina unter osmanischer und britischer Kontrolle hatte eine blühende arabische Presse.“[ii] War Palästina jemals ein Territorium unter osmansicher Kontrolle?
  • Ein Artikel im The Washington Report vom Juni 2019 zu Nahost-Angelegenheiten über Trumps „Deal des Jahrhunderts“ für den Frieden im Nahen Osten erklärt, dass der Deal dem „neue Palästina“ die Verantwortung „über 12 Prozent des historischen Palästina“ überlassen könnte.[iii] Welches Gebiet des Landes wurde verwendet, um bei dieser Zahl anzugelangen?
  • Präsident Abbas stellte im November 2012 in seiner Rede vor den Vereinten Nationen Folgendes fest: „Die Zweistaatenlösung, d.h. der an der Seite des Staates Israel koexistierende Staat Palästina, repräsentiert den Geist und das Wesen des historischen Kompromisses, der in der Prinzipienerklärung von Oslo verkörpert wird, der vor 19 Jahren zwischen der Palästinenesischen Befreiungsorganisation (PLO) und der Regierung Israels unter der Schirmherrschaft der USA auf dem Rasen des Weißen Hauses unterschriebenen Vereinbarung, ein Kompromiss, bei dem das palästinensische Volk um des Friedensschlusses willen akzeptierte seinen Staat auf nur 22% des Territoriums des historischen Palästina zu gründen.“[iv] Ist diese Zahl von 22% akkurat?

Geografische Geschichte des Heiligen Landes

Palästina, oder offiziell „Provinica Syria Palaestina“, war ein von den Römern 135 n.Chr. erfundener Name als Ersatz für „Judäa“, im Versuch, nach der Niederlage Bar Kohbas bei der jüdischen Rebellion gegen das römische Reich alle Bezeichnungen des Judentums in der Region zu verdrängen. Ebenso wurde Jerusalem offiziell in Aelia Capitolina umbenannt. Im vierten Jahrhundert wurde die Provinz in drei kleinere Einheiten aufgeteilt: Palaestina Prima, Palaestina Secunda und Palaestina Tertia (s. Karte A). Beachten Sie, dass die neuen Provinzen horizontal organisiert waren und Gebiete auf beiden Seiten des Jordan umfassten.

Karte A. Das römische Palästina

Im frühen siebten Jahrhundert kam in Arabien der Islam auf und muslimische Armeen begannen große Teile des Nahen Ostens zu erobern, darunter im Jahr 640 n.Chr. die drei „Palaestinas“. Die muslimischen Eroberer behielten die römisch-byzantinische Teilung der Region weitgehend bei: Paleastina Prima wurde in „Jund Filastin“ (Militärdistrikt Filastin) umbenannt und Palaestina Secunda wurde nach dem Jordan in „Jund Al-Urdunn“ umbenannt. Palaestina Tertia hörte auf ein eigener Distrikt zu sein und wurde Teil des Wüstenterritoriums im Süden. Jund Filastin und Jund Al-Urdunn umfassten zwei von fünf Provinzen (dazu gab es Jund Dimaschk, Jund Hims und Jund Kinnasrin), die eine größere geografische Region bildeten, die auf Arabisch als „Esch-Scham“ oder „Bilad al-Scham“ bekannt war. Bilad al-Scham bedeutete „Land der linken Hand“, im Gegensatz zu „Bilad al-Yaman“, was „Land der rechten Hand“ bedeutete. Wenn man in Mekka oder Medina stand und nach Osten schaute, lag Bilad al-Scham zur Linken oder im Norden, während Bilad al-Yaman rechts oder im Süden lag. „Esch-Scham“ bezog sich auch auf die Stadt Damaskus und seine weitere Bedeutung war, dass die gesamte Region von Damaskus aus regiert wurde. Esch-Scham wurde später mit „Syrien“ und dem Konzept von „Großsyrien“ assoziiert, was weiter unten diskutiert wird.

Esch-Scham und die Jud-Distrikte bleiben bis zur Eroberung durch die christlichen Kreuzritter 1099 in Kraft. Das neu geformte Lateinische Königreich Jerusalem begann als kleines Territorium, weitete sich dann allmählich aus, um ein Gebiet zu umfassen, das sich in seiner größten Ausdehnung von einem Punkt nördlich von Beirut bis zur Wüste Sinai und auf beiden Seiten des Jordan erstreckte, wie Karte B zeigt. Die christlichen Herrscher nannten keine Provinz oder Bezirk Palästina. Im Verlauf der nächsten zwei Jahrhunderte führte eine Serie von miltärischen Aktionen mit einem Hin und Her zwischen Muslimen und Christen zu fließenden Grenzen, aber am Ende des dreizehnten Jahrhunderts wurden die Kreuzritter von den Mameluken komplett vertrieben. Die Kreuzritter-Periode und die Gründung des Lateinischen Königreichs Jerusalem flößten innerhalb der christlichen Welt ein Bewusstsein des heiligen Landes als einer geografischen Einheit ein und verstärkten religiöse Zuordnungen mit der Region, die bis ins 19. und 20. Jahrhundert weitergetragen wurden.


Karte B: das Lateinische Königreich Jerusalem

Die Mameluken blieben die nächsten Jahrhunderte in Kontorolle und führten neue geografische Einteilungen ein; sie benannten Provinzen entsprechend ihrer Hauptstädte. Die meiste Zeit dieser Periode war das Land beiderseits des Jordan in sechs Distrikte eingeteilt, deren Hauptstädte in Gaza, Hebron, Jerusalem, Ludd, Nablus und Qaqun (eine Stadt nördlich von Jaffa) waren. Wie bei früheren muslimischen Reichen wurden diese Distrikte als Teil eines größeren Territoriums Esch-Scham/Bilad al-Scham betrachtet, deren Zentrum Damaskus war. Die Mameluken nannten keinerlei Territorium Palästina/Filastin, das inzwischen wenig andere Bedeutung hatte als der frührere Name einer Provinz des lange untergegangenen christlichen, römisch-byzantinischen Imperiums zu sein.

1516 wurden die Mamluken von einem weiteren muslimischen Imperium abgelöst, dem der osmanischen Türken, die aus Kleinasien kamen. Die Türken führten neue gegrafische Bezeichnungen für ihre Eroberungen ein; sie teilten das Territorium in Verwaltungsprovinzen ein, die als Eyalets bekannt waren. Anfangs wurde der größte Teil des Territoriums, das heute Syrien, den Libanon, Jordanien, Israel, die Westbank und den Gazastreifen ausmacht (die als die „modernen Staaten“ bezeichnet werden können) in das einzelne Eyalet Sam eingegliedert, das allgemein der armen Region entsprach, die man als „Esch-Scham“ kannte. Einmal mehr war es so, dass die Osmanen keinerlei Territorium als Palästina/Filastin bezeichneten, obwohl die Osmanen natürlich die Geschichte der Region und ihre alten Namen kannten. Palästina war zudem für Juden ein irrelevanter Name geworden, sie zogen “Eretz Israel” (Land of Israel) vor; gleiches gilt für die Araber und Muslime, die weiterhin von Esch-Scham sprachen. Selbst bei Christen war Palsätina ein verlorener Name für den Großteil des osmanischen Gebiets, da sie es vorzogen die Region das „Heilige Land“ oder „Judäa“ zu nennen.

Die Verwaltungsgrenzen und Namen der Eyalets veränderten sich im Verlauf der Jahrhunderte mehrmals und im frühen 19. Jahrhundert wurde das Eyalet Sam in drei neue Eyalets aufgeteilt: Aleppo, Sidon und Damaskus. Die Gegend, die üblicherweise mit dem Heiligen Land assoziiert wird, bestand im Großen und Ganzen aus den Eyalets Sidon und Damaskus, also wurde die Verwaltung vom heutigen Libanon und Syrien aus gehandhabt. 1864 verfügten die Osmanen eine weitere Neuorganisation der Verwaltung, die die alten Eyalets zugunsten neuer Provinzen abschaffte, die Vilayets hießen, die dann weiter in Unterbezirke aufgeteilt wurden, die Sanjaks hießen. Jedes Vilayet wurde von einem Vali oder Generalgouverneur und jeder Sanjak wurde von einem Mutesarrif regiert. Die Neuorganisation schuf ein neues Vilayet Suriya (die arabische Form von Syrien), das im Wesentlichen eine Union der früheren Eyalts Sidon und Damaskus war, wobei der Vali in Damaskus saß, das den Großteil des Territoriums dser modernen Staaten umfasste. Die Gründung dieser Provinz war das erste Mal, dass der Name „Syrien“ von den Osmanen offiziell verwendet wurde, um ein Gebiet zu benennen.

Weniger als ein Jahrzehnt später, 1873, führten die Osmanen eine weiterte Verwaltungsänderung bei den Bezirken ein, indem ein Teil des Vilalyet Suriya genommen wurde, um daraus eine Provinz namens „Mutasarrifiya Jerusalem“ zu machen. Eine Mutasarrifiya (oder Mutessariflik) war eine Provinz ähnlich einem Vilayet mit einem Gouverneur, der direkt dem Sultan unterstand. Der Sultan schuf diese Provinz mit Hauptquartier in Jerusalem, das ihm direkt unterstand, weil die heilige Stadt in der Weltpolitik immer wichtiger wurde, hauptsächlich infolge des zunehmenden europäischen Interesses an der Region. 1888 wurde das Vilayet Suriya mit der Schaffung eines neuen Vilayets Beirut weiter verkleinert; das Vilayet Beirut enthielt fünf Sanjaks: Latakia, Tripoli, Beirut, Akko und Nablus. Diese Verwaltungstrukturt, wie Karte C sie zeigt, blieb bis zum Ersten Weltkrieg allgemein stabil.[v] Der lila Bereich zeigt das verkleinerte VIlayet Syrien, die neue Mutasarrifiya Jerusalem ist rosa. Das neue Vilayet Beirut liegt nördlich der Mutasarrifiya Jerualem in orange. Mit dieser Organisation waren Bereiche, die normalerweise als Teil Palästinas gelten – z.B. Nablus, Haifa und Akko – Teil der Provinz Beirut, was nicht ungewöhnlich ist, weil die Osmanen zwischen Bereichen im heutigen Norden Israels und dem Süden des Libanon keinen Unterschied machten. Die einzige Gemeinsamkeit durch die ganzen Verwaltungsänderungen unter osmanischer Kontrolle hindurch besteht darin, dass Palästina als Ortsname niemals in Betracht kam, nicht einmal für eine kleinere Verwaltungseinheit wie einen Sanjak. Als der Erste Weltkrieg ausbrach, war „Palästina“ als Ort fast ein Jahrtausend lang nicht mehr existent, ein Überbleibsel antiker römischer Herrschaft.[vi]

Karte C: Osmanische Verwaltungseinheiten (Vilayets) 1903

Karte C (2)

Palästina: Pflege eines antiken Namens

Selbst unter den osmanischen Türken, die die Region Jahrunderte lang kontrollierten und ihre eigenen politischen Grenzen unterhielten, die den lange ausgestorbenen Ort namens „Palästina“ nicht enthielten, und obwohl niemand in der Region sich als „Palästinenser” betrachtet hätte, kam der Begriff im 19. Jahrhundert wieder in Gebrauch – aber nicht durch die Araber oder jüdische Einwohner der Region oder die herrschenden Osmanen, sondern durch Christen aus dem Ausland. Irgendwann in der europäischen Renaissance mit ihrem erneuerten Interesse an der klassischen Welt, kam wieder christliches Interesse an dem römischen Namen „Palaestina“ auf, später gestärkt durch Napoleons Vorstoß in den Nahen Osten im Jahr 1799. Obwohl er von den Osmanen, Juden, Muslimen, Arabern und sogar den meisten Christen lange schon ausrangiert wurde, wurde der Jahrhunderte alte Name für das alte römische Land Jesu und der Bibel wieder aktuell.[vii]

Der erste Versuch ein eingenes Gebiet namens „Palästina“ präzise zu kartieren und abzugrenzen wird normalerweise Pierre Jacotin, einem Mitglied der Entourage Napoleons, zugeschrieben und kurz nach der Expedition veröffentlicht. Im 19. Jahrhundert wurden viele weitere Landkarten produziert, aber die Version mit der höchsten Qualität wurde 1878 vom Palestine Exploration Fund veröffentlicht. Diese Landkarten hatten wenig mit der Wirklickeit der tatsächlichen politischen Grenzen gemein, die von der türkischen Obrigkeit etabliert wurden und gründeten stattdessen auf Vorstellungen eines Gebiets, das in der Bibel umrissen war. Ein Gelehrter der Geografie der Region  des 19. Jahrhunderts erklärte: „… diese Kartographen waren vielleicht mehr damit beschäftigt das Buch Josua zu illustrieren als daran, zukünftigen Historikern des osmanischen Reiches zu helfen…“[viii] Wie man erwarten konnte, varriierten die Karten zudem beträchtlich, da die Kartografen unsicher waren, wie das Territorium auf Grundlage von nur verbalen Beschreibungen in antiken Texten gezeigt werden sollte. Ein Beispiel findet sich in Karte D, die 1892 in Deutschland veröffenlicht wurde. Sie zeigt Palästina sowie eingeklinkt die antiken Stämme Israels und das Hochland von Judäa.[ix] Die Encyclopedia Britannica von 1911 beschreibt die Unklarheit dieses schwammigen Ortes namens Palästina:

PALÄSTINA, ein geografischer Name, der eher lose verwendet wird. Etymologische Genauigkeit würde erfordern nur den schmalen Küstenstreifen so zu bezeichnen, der einst von den Philistern besetzt war, von denen der Name abgeleitet ist. Er wird jedoch herkömmlicherweise als Name für ein Territorium verwendet, das im Alten Testament als Erbteil der Hebräer vor dem Exil angegeben wird; somit könnte allgemein gesagt werden, dass es sich um das südliche Drittel der Provinz Syrien handelte. Außer im Westen, wo das Land ans Mittelmeer grenzt, kann die Grenze des Landes auf der Karte nicht als definitive Linie festgelegt werden. Die modernen Unterteiliungen unter der Zuständigkeit des osmanischen Reichs sind keineswegs deckungsgleich mit denen der Antike und bieten daher keine Grenze, nach der Palästina genau vom Rest Syriens im Norden oder von der Sinai bzw. der Arabischen Wüste im Süden und Osten getrennt werden kann; es gibt auch keine Aufzeichnungn antiker Grenzen, die ausreichen, um die vollen und eindeutigen Grenzen angeben, um die komplette Grenzziehung für das Land möglich macht… Nimmt man als Anhaltspunkt die natürlichen Gegebenheiten, die diesen Gegebenheiten am besten entsprechen, dann können wir Palästina als den Streifen Land beschreiben, der sich entlang des Ostufers des Mittelmeers von der Mündung des Flusses Litani oder Kasimiya (33° 20‘ N) nach Süden bis zur Mündung des Wadi Ghuzza erstreckt; Letzteres stößt bei 31° 28‘ N, etwas südlich von Gaza, ans Meer und verläuft dann in südöstlicher Richtung, so dass es an seiner nörldichen Seite den Ort Beersheba einschließt. Nach Osten gibt es eine solche Grenze nicht. Es stimmt, dass der Jordan eine Abgrenzungslinie zwischen dem westlichen und dem östlichen Palästina bildet; aber es praktisch nicht zu sagen, wo letzteres endet und die Arabische Wüste beginnt. Vielleicht ist die Linie der PIlgerstraße von Damaskus nach Mekka die geeignetste mögliche Grenze.

Wie in dieser maßgeblichen, in Großbritannien veröffentlichten Enzyklopädie veröffentlicht, gehörten zu Palästina Teile des heutigen Südliblllanon und Territorium östlich des Jordan, aber wenig von der Wüste Negev.

Karte D: In Deutschlanad veröffentlichte Landkarte Palästinas, 1892

Das historische Palästina: ein Anachronismus

Die tatsächliche politische Geografie der Region wurde in den meisten Weltatlanten akkurat dargestellt, korrekt in Karten des osmanischen Reichs der Türkei einbezogen oder genauer der „asiatischen Türkei“ (wie schon in Karte C gezeigt), gegenüber der „europäischen Türkei“. Diese Landkarten zeigen korrekt die osmanischen Einteilungen, ohne dass Palästina zu finden war, weil es nicht existierte. Seltsamerweise, aber entsprechend dem biblischen Interesse am Heiligen Land seitens Christen in Europa und Amerika, beinhalteten dieselben modernen Weltatlanten neben der der osmanischen Türkei zusätzlich eine Karte von „Palästina“, wie man an disem Beispiel von Rand, McNallys „Geschäftsatlas“ sehen kann, der 1892 veröffentlicht wurde (s. Karte E, ähnlich dem deutschen Beispiel in Karte D).[x] Diese kuriose Entscheidung wäre ähnlich einem Weltaltas von 2019, der zum Beispiele eine Landkarte des modernen Irak wiedergibt und dann auf einer anderen Seite eine Landkarte des antiken Sumer zeigt – ohne dass eine andere antike Landkarte oder untergeganger Geograife irgendeines anderen Landes angeboten wird. Warum gaben diese zeitgenössischen Atlas-Verlage eine Karte Palästinas an, die auf die Römerzeit zurückging? Wegen des Glaubens, dass das Land Jesu ein Lese-Muss war, selbst in einem Atlas, der sich der Darstellung der modernen Welt widmete.

Karte E: In den USA veröffentlichte Lankarte Palästinas, 1892

Viele moderne Historiker haben diesen Anachronismus übernommen, beschreiben oder zeigen manchmal Palästina, wie es angeblich während der Zeit der Osmanen erschien.[xi] All diese Darstellungen sind allerings fehlerhaft, da die Osmanen kein einziges Gebiet als Palästina bezeichneten oder den Namen in irgendeiner offiziellen Funktion verwendeten.[xii] Leider ist es Brauch geworden die heutige typische Definition des „historischen Palästina“ (d.h. des Gebiets, das das heutige Israel, die Westbank und dne Gazastreifen umfasst) über die Landkarten des osmanischen Reichs zu legen, womit der falsche Eindruck vermittelt wird, die Definition von heute gründe auf irgendeine Weise auf osmanischer Geografie.

Die Briten und Franzosen sollten später das osmanische Vilayet-System ebenfalls ignorieren; stattdessen zerstückelten sie die Region einzig auf Grundlage der Bedürfnisse der beiden Mächte. Bemerkenswert ist: Als die Briten nach dem Ersten Weltkrieg mit den Franzosen über die Grenzen des neuen Mandats Palästina verhandelten, gründete die ursprüngliche britische Haltung auf der vagen biblischen Benennung des Landes Israels als „von Dan bis Beersheva“ (1. Samuel 24,2) liegend. Gideon Berger, ein bekannter Erforscher der Geografie der Region, erklärt: „Diese biblische Formel, die von den die Bibel kennenden Briten vorgetragen wurde, ist schnell zur zentralen Formel bei der Festlegung der zukünftigen Grenzen Palästinas geworden.“[xiii]

Diese in der heutigen Diskussion über den Konflikt beschworenen, von oden Europäern des zwanzigsten Jahrhunderts geschaffenen Grenzen werden heute als langjährig und heilig behandelt, während die osmanischen Benennungen eine lange zurückliegende Erinnerung. Ein weiterer Kernfehler in der heutigen Verwendung von „historisches Palästina“ ist, dass die gebräuchliche Definition Gebiete östlich des Jordan ausschließt, obwohl die ganze Geschichte hindurch, von der römisch-byzantinischen Zeit bis ins 19. Jahrhundert, Landkarten bis zur ursprünglichen Bildung des britischen Mandats Palästina, Teile des modernen Jordanien IMMER als Teil Palästinas betrachtet wurden.

Es ist in Wirklichkeit „das historische Syrien“

Während sich die Begrifflichkeiten des heiligen Landes oft auf Palästina konzentirerten, ist es für das Verständnis der geografischen Geschichte der Region wichtig die Verwendung und Geografie von Syrien zu verstehen. Genau genommen übernahmen die Osmanen „Syrien“ als den Namen für eines ihrer Vilayets, das die Jahrhunderte alte Bezeichnung der Region als „Esch-Scham“ ersetzte. Über den Einfluss der christlich-arabischen Literatur und westeuropäischer Verwendung während des 19. Jahrhunderts kam es dazu, dass die moderne arabische Form von Syrien (oder „Suriya“) in regelmäßigen Gebrauch kam und Ende des Jahrhunderts ersetzte er selbst im muslimisch-arabischen allgemeinen Gebrauch Esch-Sham oder Bilad al-Scham. Die modernen Staaten, einschließlich Israls, waren eigentlich alle Teil dessen, was besser als das „historische Syrien“ oder seinem früheren Gegenstück Esch-Scham beschrieben würde, nicht als „historisches Palästina“, eine Tatsache, die in der heutigen Diskussion über den Nahen Osten komplett verloren gegangen ist. Eine ausgezeichnete Darstellung davon, wie die Region allgemein als Syrien bekannt war, findet sich in Karte F, veröffentlicht vom französischen Geografen Vital Cuinet im Jahr 1896, die das Vilayet Syrien und die osmanischen Verwaltungseinheiten zeigt.

Karte F: Das osmanischei Syrien

Die damalige lokale arabische Bevölkerung hätte ebenfalls allgemein die gesamte Region als Syrien und sich selbst als „Syrer“ (oder nach dem früheren Namen Esch-Scham/Bilad al-Scham) bezeichnet, wie sie es in den aufeinander folgenden muslimischen Reichen viele Jahrhunderte lang gemacht hatten. Diese präzise Erinnerung an „Groß-Syrien“ dauerte Jahrzehne lang, wie es Faiz El-Khouri, Minister der syrischen Gesandtschaft in Washington in seiner Rede vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen am 14. Mai 1947 zur Palästina-Frage ausdrückte:

… Ich möchte der Vollversammlung gerne erklären, wie die Position Syriens in Bezug auf Palästina aussieht. Ich denke, die meisten von Ihnen, wenn nicht alle, wissen, dass Palästina eine syrische Provinz war. Es gibt dort geografische, historische, rassische und religiöse Verbindungen. Es gibt nicht einen einzigen Unterschied zwischen den Palästinensern und den Syrern und ohne die Balfour-Erklärung und die Bestimmungen des Mandats wäre  Palästina heute eine syrische Provinz, wie sie das früher immer war.[xiv]

Ein früheres Beispiel der Verbindungen zu Syrien ist in einer Resolution des Ersten Kongresses der Muslimisch-Christlichen Gesellschaft zu finden, der im Januar 1918 in Jerusalem stattfand. Er wurde zusammengerufen, um arabische Delegierte für die erste Friedenskonferenz nach dem Ersten Weltkrieg auszuwählen. In der Resolution hieß es: „Wir betrachten Palästina als Teil des arabischen Syrien, da es von diesem zu keiner Zeit getrennt war. Wir sind mit ihm durch nationale, religiöse, sprachliche, natürliche, wirtschaftliche und geografische Bande verbunden.“[xv] Es gab eine deutliche Anerkenntnis, dass Palästina eine künstliche Schöpfung des christlichen Europa war und der Kongress es vorzog sich auf die lange bestehende Benennung der Region als Syrien zu konzentrieren.

Natürlich sind all diese Fakten im heutigen Diskurs verloren gegangen, mit einer Verschleierung der historischen Wirklichkeit, es habe ein eigenständiges sowohl ethnisches als auch geografisches palästinensisches Bewusstsein gegeben, das aber erst im 20. Jahrhundert aufkam. Syrien ist der bei weitem genauere Begriff, der auf die Menschen und die Geografie der Region angewendet werden sollte, wenn das Wort „historisch“ verwendet wird.

Die Bildung des modernen Palästina

Palästina als formell-politische Einheit entstand als Ergebnis von Handeln, das von den wichtigsten Alliierten Mächte nach dem Ersten Weltkrieg auf der im April 1920 abgehaltenen Konferenz von San Remo unternommen wurde. Die Resolution von San Remo mit Datum vom 25. April 1920 war das Dokument, das offiziell ein Mandat für Palästina schuf und den Briten die Kontrolle über das Gebiet übertrug. Die Resolution wies die „Mandatsmacht“, also die Briten, an, eine nationale Heimstatt für das jüdische Volk in der neuen Entität einzurichten; die Grundlage dafür war die zuvor ausgegebene Balfour-Erklärung.

Am 1. Juli 1920 setzten die Briten die in der Resolution von San Remo umrissenen Vereinbarungen um und beendeten die Militärverwaltung des Territoriums, das offiziell „Occupied Enemy Territory Administration“ (OETA) hieß. Palästina war geboren. Die ursprünglichen Grenzen des Mandats Palästina, wie sie von den Hauptmächten in der Region – Großbritannien und Frankreich – vereinbart waren, einschließlich des gesamten Territoriums, das heute Israel, Jordanien, die Westbank und den Gazastreifen beinhaltet. Die Briten wählten den Namen „Palästina“ in Übereinstimmung mit christlich-europäischer Tradition, wobei sie wiederum lokale Terminologie und osmanische Benennungen ignorierten. Als Zugeständnis an die jüdische Bevölkerung und in Bestätigung der Balfour-Erklärung fügten sie der hebärischen Form des Namens Palästina die Initialen „aleph“ und „yud“ (die für Eretz Israel standen, das „Land Israel“) hinzu. Im Verlauf der nächsten drei Jahre sollten ständige Verhandlungen mit den Franzosen und andere regionale Ereignisse zu beträchtlichen Veränderungen der Grenzen des Mandats Palästina führen. Diese modifizierten Grenzen sollten schließlich die Grenzlinien für die Staaten des heutigen Nahen Ostens und wiederum als scheinbar heilige historische Grenzen kanonisiert werden.

Während dieser Diskussionen zwischen den Mächten beschlossen die Briten aus Gründen, die über den Umfang dieses Artikels hinausgehen, einseitig 77% des den Briten in San Remo bewilligten Mandats Palästina herauszunehmen und unter die Kontrolle Abdallahs zu stellen, den sie den neuen Emir von Transjordanien nannten (siehe Karte G). Diese neue arbische Gebilde, das in Wirklichkeit Teil des „historischen Palästina“ war, wurde offiziell am 11. April 1921 aus der Taufe gehoben. Wie so oft wird dieses entscheidende Ereignis in der geografischen Geschichte der Region heute normalerweise ignoriert. Die meisten Diskussionen über den Konflikt erkennen nicht an, dass das moderne Jordanien ethnisch und geografisch immer das gleiche Gebiet gewesen ist wie Bereiche westlich des Jordan.

Karte G: das britische Mandat Palästina

Schlussfolgerung

Es ist schwer die alte Realität von unserer modernen Terminologie zu trennen und die sich ständig ändernden Ortsnamen zu organisieren. Zur Verwirrung trägt die Tatsache bei, dass christliche Fremde im 19. und frühen 20. Jahrhundert beschlossen antike Gebiete und Ortsnamen mit Grenzen wiederzubeleben und aufrechtzuerhalten, obwohl weder die aktuellen politischen Herrscher des Territoriums noch die örtlichen Einwohner für diese Ortsnamen eine Verwendung hatten. Hier sind die Schlüsselfolgerungen, die Teil des Diskurses zur Geschichte der Region werden sollten:

  • Palästina war ein Provinzname, der von den Römern im Jahr 135 n.Chr. eingeführt wrude, um „Judäa“ zu ersetzen und nach der Niederwerfung der jüdischen Rebellion alle anderen Spuren jüdischen Lebens in der Region zu ersetzen. Die muslimischen Eroberer im 7. Jahrhundert behielten den Namen „Filastin“, um eine Provinz zu bezeichnen, aber ab der christlichen Eroberung wurde der Name nicht mehr verwendet.
  • Die muslimischen Mameluken, die die Christen besiegten, bezeichneten keinerlei Territorium als Palästina/Filastin und genauso wenig machten es die osmanischen Türken, die die Region ab dem frühen 16. Jahrhundert bis zum Ersten Weltkrieg kontrollierten. Fast ein Jahrtausend lang wurde der Ortsname „Palästina“ nicht verwendet, ein lange vergessenes Überbleibsel römischer Herrschaft in der Antike.
  • Der Begriff „Palästina“ wurde von christlichen Europäern im 19. Jahrhundert wieder aufgrund seiner Verbindung zur Bibel und zum Land Jesu wieder regelmäßig verwendet. Weder die osmanischen Türken noch die örtlichen Bewohner verwendeten zu dieser Zeit den Begriff „Palästina“.
  • Europäer zeichneten im 19. und frühen 20. Jahrhundert Landkarten von „Palästina“auf Grundlage antiker biblischer Vorstellungen von dieser Region und steckten sie anachronistisch in moderne Atlanten des Gebiets, obwohl ein solches Gebilde nicht existierte. Die tatsächlichen Ortsnamen und Grenzen der Region waren in denselben Atlanten unter dem korrekten Titel „asiatische Türkei“ zu finden. Das wäre so, als würden Westler heute darauf bestehen den irak als historisches Sumer zu bezeichnen und Landkarten des antiken Sumer in zeitgenössischen Atlanten einbinden, ohne uralte Karten für irgendeinen anderen Staat.
  • Das Palästina während der Römerzeit, wie sie in von Europäern im 19. Jahrhundert erstlelten Landkarten und der Bildung des Mandats Palästina 1920 gezeigt wurden, schlossen immer Gebiet östlich und westlich des Jordan ein. Auch der südliche Libanon gehörte dazu, der sich historisch nicht von Bereichen in Nordisrael unterschied. Das wird von zahlreichen geografischen Studien der Region bestätigt, die im 19. Jahrhundert, von britischen Geografen geleitet durchgeführt wurden (z.B. veröffentlichte der Palestine Exploration Fund 1881 „An Introduction to the Survey of Western Palestine“, wo Westpalästina am Jordan endet und Ostpalästina auf der anderen Seite).
  • Das nach dem Ersten Weltkrieg unter britische Kontrolle gestellte Mandat Palästina entsprach der Tatsache, dass Palästina in all seinen Verkörperungen immer Territorium auf beiden Seiten des Jordan beinhaltete.
  • Als die Briten 1921 eigenmächtig beschlossen auf 77% des Territoriums des Originalmandats Transjordanien zu schaffen, behielten sie nur 23%, den Teil westlich des Jordan, unter dem Namen „Palästina“. Irgendwie wurde in den Jahrzehnten nach dieser Trennung die Vorstellung von „Palästina“ und dem „historischen Palästina“ nur auf Teile westlich des Jordan eingeschränkt.
  • Der Teilungsplan von 1947, der die Aufteilung des Mandats Palästina in einen jüdischen Staat und einen arabischen Staat empfahl, gewährte dem jüdischen Staat etwa 56% des Territoriums – aber das waren nur 13% des ursprünglichen Mandats Palästina. Fakt ist, dass der Teilungsplan den Arabern pratisch zwei Staaten auf dem Mandat Palästina einräumte, die 87% des Originalmandats umfassten.
  • Nach dem Unabhängigkeitskrieg von 1948 weitete der neue Staat Israel sein Territorium auf etwa 78% des reduzierten Mandats Palästina aus, während die Westbank und der Gazastreifen sich auf 22% des Gebiets beliefen.
  • Als Abbas sagte, das palästinensische Volk werde um des Friedens willen einen Staat auf nur 22% des Territoriums des „historischen Palästina“ akzeptieren, lag er grob falsch. Da das historische Palästina notwendigerweise Gebiete östlich und westlich des Jordan einschließt, wie das ursprüngliche Mandat Palästina es akkurat widerspiegelte, beläuft sich das Land, das Jordanien, die Westbank und den Gazastreifen umfasst, heute 82% des Gesamtgebiets. Israel ist ein Staat, der am Ende einen Anteil von weniger als 15% des Mandats Palästina hatte.
  • Die meisten Leute verwenden heute die Grenzen des Mandats Palästina nach 1921 als ihre Definition des „historischen Palästina“, obwohl diese künstlich geschaffenen Grenzen in Wirklichkeit ahistorisch, neuer und künstlich geschaffen sind. „Mandat Palästina“ wäre ein genauerer Begriff gewesen und sollte von den Medien anstelle von „historisches Palästina“ verwendet werden.
  • In den heutigen Diskussionen wird vergessen, dass es weit genauer wäre die Region „historisches Syrien“ zu nennen, da die allgemeine Region des heutigen Israel, der Westbank, des Gazastreifens, Jordaniens, Syriens und des Libanon geografisch und ethnisch Teil einer politischen Einheit waren, die als Esch-Scham und später Syrien bekannt waren. Die lokale Bevölkerung hätte sich zudem nicht als Teil dieses Territoriums betrachtet. Ohne die Wiederbelebung des Namens Palästina durch das christliche Europa irgendwann im 19. Jahrhundert hätte sich sicher Syrien als Name der Region durchgesetzt, so wie es Jahrhunderte lang gewesen war. Das oben angeführte Zitat durch den Minister der syrischen Gesandtschaft in Washington von 1947 macht das deutlich.


Quellen:

Biger, Gideon: The Boundaries of Modern Palestine, 1840-1947 (RoutledgeCurzon, London, 2004).

Doumani, Beshara B: Rediscovering Palestine: Merchants and Peasants in Jabal Nablus (1700-1900, University of California Press, Berkeley, 1995).

Dowty, Alan: Israel/Palestine (Polity Press, Cambridge, 2005).

Hopkins, I.W.J.: Nineteenth-Century Maps of Palestine: Dual-Purpose Historical Evidence, Imago Mundi (Bd. 22., 1968, S. 30-36).

Kark, Ruth(Hg.): The Land that Became Israel, Studies in Historical Geography (Yale University Press, New Haven, 1989). Eintrag von Gideon Biger: The Names and Boundaries of Eretz-Israel (Palestine) as Reflections of Stages in its History, S. 1-22.

Le Strange, Guy: Palestine Under the Moslems, A Description of Syria and the Holy Land from A.D. 650 to 1500 (Alexander P. Watt, London, 1890).

Lewis, Bernard: Islam in History (Second Edition; verwendetes Kapitel: Palestine: On the History and Geography of a Name, S. 153-165) (Open Court, Chicago, 1993)

Mandel, Neville J.: The Arabs and Zionism Before World War I (University of California Press, Berkeley, 1976).

Ma’oz, Moshe (Hg.): Studies on Palestine During the Ottoman Period (Magnes Press, Jerusalem, 1975). Eintrag von: Porath, Yehoshua: The Political Awakening of the Palestinian Arabs and their Leadership Towards the End of the Ottoman Period, S. 351-381.

MacCoun, Townsend: The Holy Land in Geography and in History, Bd. II (MacCoun, New York, 1897).

Parkes, James: History of Palestine From 135 A.D. to Modern Times (Oxford University Press, New York, 1949).

Pitcher, Donald Edgar: An Historical Geography of the Ottoman Empire (E.J. Brill, Leiden, Netherlands, 1972).

Porath, Yehoshua: The Emergence of the Palestinian-Arab National Movement 1918-1929 (Frank Cass, London, 1974).

Richter, Julius: A History of Protestant Missions in the Near East (Fleming H. Revell Company, New York, 1910).

Zachs, Fruma: The Making of A Syrian Identity, Intellectuals and Merchants in Nineteenth Century Beirut (Brill, Leiden, 2005).


[i] Erekat, Saeb: Trump Doesn’t Want Peace. He Wants Palestinian Surrender. New York Times, 22. Mai 2019. https://www.nytimes.com/2019/05/22/opinion/trump-israel-palestinian-peace-plan.html

[ii] Berger, Miriam: Palestinian citizens of Israel struggle to tell their stories. Columbia Journalism Review, 11. Januar  2019. https://www.cjr.org/analysis/palestinian-citizens-of-israel-musawa.php

[iii] Cook, Jonathan: The ‘Deal of the Century’ Would Force Palestinians to Swallow a Bitter Pill. Washington Report on Middle East Affairs. Juni/Juli 2019, S. 8-10. https://www.wrmea.org/2019-june-july/the-deal-of-the-century-would-force-palestinians-to-swallow-a-bitter-pill.html

[iv] (29. November 2012) Erklärung von Präsident Abbas vor der Verabschiedung der Resolution 67/19 zum Status Palästinas bei den Vereinten Nationen. http://palestineun.org/29-november-2012-statement-of-president-abbas-before-the-adoption-of-resolution-6719-on-the-status-of-palestine-in-the-united-nations/

[v] Dodd, Mead & Company, 1903

[vi] Zu den Quellen für diesen Teil gehröt Kark (Biger-Artikel); s. 15-18; Parkes, S. 87-88; Le Strange (S. 5 und 27), MacCoun, S. 107-109; Pitcher, S. 128 und 141; Zachs, S. 95-102;  Lewis, S. 158.

[vii] Biger (Kark), p. 19.

[viii] Hopkins, p. 30, 36.

[ix] F.A. Brockhaus, Leipzig, 1892.

[x] Rand, McNally & Cos Enlarged Business Atlas, Chicago, 1892.

[xi] siehe z.B. Dowty, S. 19.

[xii] Doumani, S. 261.

[xiii] Biger, S. 68

[xiv] Achte Plenarsitzung der Vollversammlung der Vereinten Nationen (A/2/PV.78) in der Vollversammlungshalle in Flushing Meadow, New York, 14. Mail 1947 um 15 Uhr.

[xv] Porath, S. 82.

Der Islam kriecht auf einen Berg europäischer Leichen

Ein weiterer wichtiger Moment in der Geschichte

Raymond Ibrahim, FrontPageMagazine, 17. Juni 2020

Anfang dieser Woche, am 15. Juni, ereignete sich im Jahr 1389 eine zentrale militärische Begegnung zwischen dem Islam und dem Westen: die Schlacht im Kosovo. In ihrem Gefolge wurde der Islam zur dominierenden Kraft in Osteuropa – er unterwarf einen Großteil des Balkans bis ins frühe 20. Jahrhundert. Die Geschichte dieser Schlacht – und warum Osteuropas moderne Nachfolgen der Religion Mohammeds gegenüber argwöhnisch bleiben, folgt:

Als der türkische Gründer des osmanischen Reiches, Osman Bey – dessen kleines Emirat im westlichsten Teil Anatoliens (oder Kleinasiens) konzentriert war – 1323 im Sterben lag, sagte er seinem Sohn und Nachfolger Orhan, er solle „den Islam mit deinen Waffen verbreiten“ und zwar nach Osteuropa.

Eifrig machte sein Sohn genau das; Der Reisende Ibn Batutua, der Orhan einst in Bursa traf, stellte fest, obwohl der Jihadist einige hunderte byzantinische Festungen eingenommen hatte, „war er nie einen ganzen Monat lang in einer von ihnen geblieben“, denn er „kämpft ständig gegen die Ungläubigen und hält sie unter Belagerung“. Christliche Städte fielen wie Dominosteine: Smyrna 1329, Nicäa 1331 und Nicomedia 1337. Bis 1340 befand sich ganz Nordwest-Anatolien unter türkischer Kontrolle. Inzwischen und um einen europäischen Zeitgenossen zu zitieren, „waren die Feinde des Kreuzes und die Mörder des christlichen Volkes, das sind die Türken, von Konstantinopel durch einen Kanal von drei oder vier Meilen getrennt“.

Bis 1354 schafften es die osmanischen Türken unter Orhans Sohn Suleiman, die Dardanellen zu überqueren und in die aufgegebene Festungsstadt Gallipoli einzuziehen, womit sie ihren ersten festen Halt in Europa hatten: „Wo es Kirchen gab, zerstörte er sie oder mache aus ihnen Moscheen,“ schreibt ein osmanischer Chronist: „Wo es Kirchenglocken gab, zerbrach Suleiman sie und warf sie in Feuer. Deshalb gibt es anstelle der Glocken heute Muezzine.“

Gereinigt von allem christlichen „Dreck“ wurde Gallipoli, wie ein späterer osmanischer Bey prahlte, „zum muslimischen Hals, der jede christliche Nation verschlingt – der die Christen würgt und vernichtet“. Aus dieser heruntergekommenen, aber strategisch platzierten Festungsstadt begannen die Osmanen eine Terrorkampagne durch die Landschaft, immer davon überzeugt, sie würden Gottes Werk tun. „Sie leben vom Bogen, dem Schwert und Ausschweifung, fanden Vergnügen daran Sklavinnen zu nehmen und widmete sich Mord, Plünderung und Ausbeutung“, erklärte Gregory Palamas, ein orthodoxer Metropolit, der in Gallipoli gefangen genommen wurde; er fügte hinzu: „Und sie begingen nicht nur diese Verbrechen, sondern sie glaubten – welche Verirrung – Gott würde das gut finden!“

Nach Orhans Tod im Jahr 1360 und unter seinem Sohn Murad I. – der erste seiner Linie, der den Titel „Sultan“ übernahm – begann der gen Westen gerichtete Jihad in den Balkan hinein ernsthaft und war unaufhaltsam. Bis 1371 hatte er seinem Sultanat Teile von Bulgarien und Mazedonien einverleibt, was Konstantinopel jetzt derart einkreiste, das „ein Bürger einfach dadurch das Reich verlassen konnte, dass er Stadt durch ihre Tore verließ“.

Daher überrascht es nicht, dass es, als Prinz Lazar von Serbien (geb. 1330) Murads Invastionsstreitkräfte 1387 besiegte, „es wilde Freude bei den Slawen des Balkans gab. Serben, Bosnier, Albaner, Bulgaren, Walachen und Ungarn aus den Frontprovinzen sammelten sich alle um Lazar wie nie zuvor, entschlossen die Türken aus Europa hinauszutreiben.“

Murad reagierte am 15. Juni 1389 auf diese Unverschämtheit im Kosovo. Dort kämpfte eine mehrheitlich serbische Koalition, verstärkt durch Kontingente aus Ungarn, Polen und Rumänien – zwölftausend Männer unter der Führung von Lazar – gegen 30.000 Osmanen, die der Sultan selbst anführte. Trotz des anfänglichen Sturzregens an türkischen Pfeilen stürmte die serbische schwere Kavallerie durch die osmanischen Linien und brach den linken Flügel auf; der osmanische rechte unter Murads ältestem Sohn Bayezid wirbelte herum und umzingelte die Christen. Der chaotische Zusammenprall dauerte Stunden.

Am Abend vor der Schlacht hatte Murad Allah angefleht und um „die Gunst gebeten für den wahren Glauben, den Märtyrertod zu sterben“. Irgendwann gegen Ende der Schlacht wurde sein Gebet erhöht. Gemäß der Tradition bot Miloš Obilić, ein serbischer Ritter, an zu den Osmanen überzulaufen, vorausgesetzt dass ihm angesichts seines hohen Ranges erlaubt werde sich dem Sultan persönlich zu unterwerfen. Sie brachten ihn vor Murad und nachdem Miloš in falscher Unterwerfung niederkniete, stürzte er sich auf den muslimischen Kriegsherrn und rammte ihm einen Dolch tief in den Bauch (andere Quellen sagen „mit zwei Stichen, die aus seinem Rücken wieder herausgingen“). Die ansonsten langsamen Wachen des Sultans reagierten damit den Serben in Stücke zu hacken. In Blut getränkt und Blut spuckend lebte Murad lange genug um zu sehen, wie sein Erzfeind, der inzwischen gefangen genommene Lazar, vor ihn gebracht, gefoltert und enthauptet wurde. Als kleine Versöhnlichkeit könnte es dem sterbenden Märtyrer ein Lächeln ins Gesicht gebracht haben.

Murads Sohn Bayezit übernahm sofort das Kommando: „Seine erste Anordnung als Sultan an der Leiche seines Vaters war der Befehl seinen Bruder mit einer Bogensehne zu erdrosseln. Das war Yakub, sein Mit-Kommandierender in der Schlacht, der sich auf dem Feld ausgezeichnet hatte und bei seinen Truppen beliebt war.“ Als nächstes brachte Bayezid die Schlacht zu einem entscheidenden Ende; er warf alles, was er hatte, gegen den Feind, führte die Abschlachtung jedes einzelnen übrigen Christen an – wobei aber noch mehr seiner eigenen Männer starben.

Auf das riesige Feld strömten so viele Vögel, um an den Leichen zu schlemmen, dass die Nachwelt sich des Kosovo als „Amselfeld“ erinnerte. Zwar handelte es sich praktisch um ein Unentschieden – oder bestenfalls einen Pyrrhus-Sieg der Osmanen – doh spürten die Serben, mit weniger Männern und Ressourcen, im Vergleich zu dem im Aufwind befindlichen muslimischen Imperium, den Stich stärker.

In den Jahren nach der Schlacht vom Kosovo war die osmanische Kriegsmaschine nicht mehr aufzuhalten: Die Nationen des Balkan wurden von den Muslimen erobert – nachdem es ein Jahrtausend des Jihad Widerstand geleistet hatte, fiel 1453 auch Konstantinopel an den Islam – und sie blieben Jahrhunderte lang unter osmanischer Herrschaft.

Das kollektive Gedächtnis der nicht allzu lange zurückliegenden Erfahrungen der Osteuropäer mit und unter dem Islam sollten nie unterschätzt werden, wenn man darüber nachdenkt, warum sie beträchtlich misstrauischer – wenn nicht geradezu feindselig – ihm und seinen Migranten gegenüber sind als ihre westlichen, liberalen Gegenüber.

So erklärte der ungarische Premierminister Victor Orbán einmal:

Wir wollen Frankreich, Belgien und alle anderen Länder nicht kritisieren, aber wir glauben, jedes Land hat das Recht zu entscheiden, ob es eine große Anzahl an Muslimen in einem Land haben will. Wenn sie mit ihnen leben wollen, dann können sie das tun. Wir wollen das nicht und wir glauben, wir haben das Recht zu entscheiden, dass wir keine große Anzahl an muslimischen Menschen in unserem Land haben wollen. Wir mögen die Folgen davon eine große Zahl muslimischer Gemeinschaften zu haben nicht, die wir in anderen Ländern sehen und ich sehe keinen Grund dafür, dass irgendjemand anderes uns dazu zwingt Möglichkeiten zu schaffen in Ungarn zusammenzuleben, die wir nicht haben wollen… Ich muss sagen, wenn es darum geht mit muslimischen Gemeinschaften zusammenzuleben, dann sind wir die einzigen, die Erfahrung haben, denn wir hatten die Möglichkeit diese Erfahrung 150 Jahre lang zu machen.

Und diese Jahre – 1541 bis 1699, während das islamisch-osmanische Reich Ungarn besetzte – sind angefüllt mit Massakern, der Versklavung und der Vergewaltigung von Ungarinnen.

Als David Ben Gurions Vater ihm etwas Bargeld schickte

Als Dr. Irving Halperin im Sommer 1968 an David Ben-Gurion schrieb, enthielt die Antwort ein paar überraschende Anekdoten über den ersten Premierminister des jüdischen Staates.

Zack Rothbart, the Librarians, 8. August 2017

Ich bin lange schon ein „unsichtbarer“ Fan von Ihnen gewesen.

Es war der Sommer 1968.

Die Vereinigten Staaten befanden sich in Aufruhr. Protestierende und öffentliche Zurschaustellung der Zuneigung füllten die Straßen, neue Musik füllte den Äther.

Für viele war San Francisco das Epizentrum von allem. Das San Francisco State College, an dem Dr. Irving Halperin Englisch lehrte, hatte Gewalt, Massenproteste, Verhaftungen von Studenten und Lehrenden erlebt. Es sollte bald der Ort des längsten Studentenstreiks in der akademischen Geschichte Amerikas sein.

Gleichwohl erwähnt Dr. Halperin in dem Brief, den er auf Englisch an den ersten Premierminister Israels schrieb, nichts von dem, was um ihn herum vorging.

Brief von Ben-Gurion an Irving Halperin, Corresponcence, 14. August 1968, Ben-Gurion-Archiv

Halperin war ein jüdischer Akademiker mittleren Alters, der einfach etwas über die Vergangenheit wissen wollte, über die Zeit der „Zweiten Aliyah“ sechs Jahrzehnte zuvor, in der Ben-Gurion das osmanische Palästina zu seiner Heimat machte.

In den letzten vier Monaten war ich fürchterlich beschäftigt und bitte um Entschuldigung, dass ich Ihren Brief vom 14. August bis jetzt nicht beantwortet habe.

Am 18. September schrieb Ben-Gurion handschriftlich aus bescheidenen Räumlichkeiten des Kibbuz Sde-Boker in der Wüste Negev auf Englisch seine Antwort. Israels 82-jähriger Gründervater war peinlich berührt, dass er so lange gebraucht hatte, um einem Mann in Kalifornien zurückzuschreiben, den er nie getroffen hatte.

Halperin hatte Ben-Gurion gebeten „dokumentarisches Material“ und „literarische Arbeiten“ zu empfehlen, die ihm helfen könnten ein Buch über „das Alltagsleben der Siedler der zweiten Aliyah in Israel“ zu schreiben. Er wollte „ein greifbares Verständnis dafür, wo sie arbeiteten, wie sie lebten, was sie aßen, wie sie die Herausforderungen des Landes sahen, wie sie litten usw.“ Dann schob er am Rand der Seite „auf Englisch“ nach und verband das mit „literarische Arbeiten“, um klar zu machen, dass hebräische Quellen für ihn nicht verwendbar sein würden.

In seiner Antwort schlug Ben-Gurion zuerst vor, er solle ספר העליה השניה (Das Buch der Zweiten Aliyah) lesen, eine hebräische Sammlung von Aufsätzen und persönlichen Berichten mit Bezug zu der Zeit. Dann bot er in erster Person diesem Fremden vom anderen Ende des Globus einen intimen Bericht (in Englisch) seiner frühesten Erfahrungen im Land Israel an.

Ich werde mein Leben beschreiben, als ich vor 62 Jahren ein Jahr in Petah-Tikva und vor 60 Jahren in Sejera arbeitete. In P.T.: Es war nicht leicht jeden Tag zur Arbeit zu gelangen, da unsere Kolonisten arabische Arbeitskräfte bevorzugten. Ich arbeitete 8 Stunden am Tag, wenn ich zur Arbeit kam. Ich erhielt pro Tag 8 Piaster, arbeitete 8 Stunden pro Tag. Ich konnte nicht jeden Tag arbeiten, entweder weil ich nicht zur Arbeit gelangte oder weil ich unter Malaria litt. Im Durchschnitt arbeitete ich 10 Tage in einem Monat.

Die Farm Sejera im Jahr 1912, aus dem Buch ספר העליה השנייה, das Ben-Gurion persönlich empfahl.

Ben-Gurions Vater, selbst ein begeisterter und aktiver Zionist, der einmal an niemand anderen als Theodor Herzl geschrieben hatte, um um Rat über die Ausbildung des jungen David zu fragen, konnte es nicht ertragen von den armseligen Umständen seines Sohnes zu lesen. Er hatte seinen Sohn sogar erfolglos zurück nach Plonsk eingeladen und schickte ihm Geld, um dabei zu helfen seine Lage zu verbessern:

Als mein Vater erfuhr, dass ich an Malaria und Hunger litt, bat er mich in einem Brief nach Hause zu kommen. Ich antwortete, dass Israel mein Zuhause ist. Dann schickte er mir Geld. Ich schickte das Geld zurück.

Nachdem er Malaria, Hunger und mickrige 8 Piaster am Tag durchlitten hatte, zog Ben-Gurion in die Siedlung Sejera in Galiläa, wo „ich dauerhafte Arbeit hatte und obwohl mein Lohn nur 30 Franken betrug, war ich recht glücklich“.

Nachdem er angab, ein persönlicher, handgeschriebener Bericht von Israels Gründungsvater sei von marginaler Bedeutung, schließt Ben-Gurion seinen Brief an Halperin mit: „Aber versuchen Sie das Buch ‘ספר העליה השניה‘ („Das Buch der zweiten Migrationswelle“) zu bekommen – eine einfache Empfehlung und vielleicht eine nicht so subtile Ermahnung Hebräisch zu lernen eines alternden Staatsmanns in der israelischen Wüste an „einen ‚unsichtbaren‘ Fan“ am anderen Ende der Welt.

Der Umschlag, in dem David Ben-Gurion seinen Brief an Dr. Irving Halperin am San Francisco State College schickte. Aus der Abraham Schwadron-Sammlung an der Nationalbibliothek Israels (Schwad 01 02 216)

Handgeschriebener Brief von David Ben-Gurion an Dr. Irving Halperin, Sde-Boker, 9. September 1968. Aus der Abraham Schadron-Sammlung in der Nationalbibliothek Israels (Schwad 01 02 216)

Besonderen Dank and Leanna Feldman vom Ben-Gurion-Archiv an der Ben-Gurion-Universität im Negev, Daniel Lipson und Chen Malul von der Nationalbibliothek Israels für ihre Unterstützung und Einblicke.