Das palästinensischen Ziel ist die Zerstörung Israels in Phasen

von Itamar Marcus, Palestinian Media Watch, 28. August 2002 (der Link konnte ich nicht mehr finden)

Einführung:

Israels Generalstabschef Ayalon verursachte diese Woche politische Irritationen, als er verkündete, dass die Autonomiebehörde Israel durch die Umsetzung der Oslo-Vereinbarungen in Phasen zerstören will.

Seine professionelle Einschätzung gründet auf Analysen des Militärgeheimdienstes. Sie bestätigt die Erkenntnisse eines letztes Jahr veröffentlichten PMW-Berichts, der einige der zahlreichen Erklärungen von palästinensischen politischen Führern auf Arabisch dokumentiert, darunter solche von Faisal Husseini, der zur selben Schlussfolgerung führten. Diese Aussagen enthalten ausdrückliche Äußerungen auf Arabisch, dass der Sinn von Oslo die Zerstörung Israels ist.

Als Service für unsere Leser verteilen wir diesen Bericht erneut:
PMW-Sonderbericht Nr. 31 (aktualisiert im Mai 2002)

Ist das palästinensische Ziel ein Friedensabkommen oder „Hudna“ (Waffenstillstand)?
von Itamar Marcus, PMW-Direktor

Einleitung

Der arabisch-israelische Knesset-Abgeordnete Abd-al Malek Dahamsche wurde im palästinensischen Fernsehen interviewt. Ein Zuschauer rief im Studio an und sagte: „Unser Problem mit Israel ist kein Problem von Grenzen, sondern ein Existenz-Problem .“ Dahamsche antwortete: „Wir übertreiben, wenn wir ‚Frieden’ sagen… worüber wir in Wirklichkeit reden, ist ‚Hudna’.“ [PATV, 1. September 2000]

„Hudna“ ist ein islamischer Begriff, der einen Waffenstillstand bezeichnet. Der Abgeordnete Dahamsche akzeptierte die von dem Anrufer ausgeführte Haltung, indem er die Vereinbarungen mit Israel nicht als „Frieden“, sondern als Waffenstillstand bezeichnete.

Dieser Bericht untersucht, in welchem Ausmaß die Meinung Dahamsches die Haltung der palästinensischen Autonomiebehörde widerspiegelt. Wenn palästinensische Offizielle auf Arabisch zu ihrem Volk sprechen, gehen sie dann davon aus, dass ein dauerhaftes Abkommen mit Israel ein Friedensvertrag ist, der den Konflikt beendet, oder ist es nur der Versuch mit einer „Hudna“ einen zeitlich begrenzten Waffenstillstand zu schließen?

Ergebnisse:

Die Untersuchung zeigt eine klare und einheitliche Weltsicht innerhalb der palästinensischen Führung anhand von Reden an die Nation, Ausbildungsprogrammen und durch Schulbücher, die von der Autonomiebehörde herausgegeben wurden.

Israel wird beständig als Kolonie definiert, die das Land von „Palästina“ stahl und kein Recht hat zu existieren. Daher ist im Rahmen der „Gerechtigkeit“ kein Platz für Israels dauerhafte Existenz. Das arabisch-palästinensische Wörterbuch enthält viele Ausdrücke, die die Verhandlungen mit Israel in diesem Zusammenhang beschreiben: „Die dauerhafte Vereinbarung ist eine Phase“; „Die Oslo-Vereinbarung soll einen Fuß in die Tür bringen“; „Alle Verträge sind zeitlich begrenzt“. In diesem Zusammenhang ist der Oslo-Prozess Teil des Prozesses der Befreiung „Palästinas“. Die ständig wiederholte Rechtfertigung einer zeitlich begrenzten Vereinbarung mit Israel ist die „derzeitige Machtverteilung“. Die Haltung, die innerhalb der Autonomiebehörde ausgedrückt wird, belegt, dass Dahamsches Ansicht, dass die Endstatus-Vereinbarung mit Israel als „Hudna“ anzusehen ist, die Regel, nicht die Ausnahme.

Es folgen einige Beispiele, in denen PA-Führer dies ausdrücklich erklärt haben.
1. Faisal Husseini, PA-Repräsentant für Jerusalem:
Die Oslo-Vereinbarungen sind ein Trojanisches Pferd

„Hätten die USA und Israel vor Oslo begriffen, dass alles, was von der palästinensischen Nationalbewegung und der pan-arabischen Bewegung übrig war, ein hölzernes Pferd namens Arafat oder PLO war, dann hätten sie nie ihre befestigten Tore geöffnet und es in ihre Festung hinein gelassen. <

Diese Bemühung [die Intifada] hätte weitaus besser, weiter verbreitet und bedeutsamer sein können, hätten wir uns selbst klar gemacht, dass die Oslo-Vereinbarungen – oder jedes andere Abkommen – nur eine vorläufige Maßnahme oder ein Schritt auf etwas Größeres ist… Wir unterscheiden die strategischen, langfristigen Ziele von den politischen Phasenzielen, die wir wegen internationalen Drucks vorläufig akzeptieren müssen… [Palästina ist] nach der übergeordneten Strategie ‚im Ganzen Land zwischen Fluss und Meer’ gelegen. Palästina als Ganzes ist arabisches Land, das Land der arabischen Nation.“ [Al-Arabi, Ägypten, 24. Juni 2001]
2. Abd El Aziz Shahian, PA-Minister für Versorgung:
Oslo ist nur der erste Schritt zur Vernichtung Israels

„Das palästinensische Volk akzeptierte die Oslo-Vereinbarungen als ersten Schritt und nicht als dauerhafte Vereinbarung, weil es voraus setzte, dass der Krieg und Kampf im Land effizienter ist als der Kampf von einem weit entfernten Land aus [d.h. Tunesien, wo die PLO vor Oslo stationiert war]… Das palästinensische Volk wird seine Revolution fortsetzen, bis sie die Ziele der Revolution von 1965 erreicht…“ (PA-Versorgungsminister Abd El Aziz Shahina, in Al Ayyam, 30. Mai 2000)

[Die „Revolution von 1965“ ist die Gründung der PLO und die Veröffentlichung der PLO-Charta, die zur Vernichtung Israels durch einen bewaffneten Kampf aufruft.]

3. Othman Abu Arbia, Arafats Stellvertreter:
Der palästinensische Staat ist nur der erste Schritt

„… In dieser Phase werden wir in unserem Kampf die Ziele des Phasenplans beibehalten. Das Ziel dieser Phase ist die Schaffung eines unabhängigen palästinensischen Staates mit seiner Hauptstadt in Jerusalem. Wenn wir das erreichen, wird es ein positiver Schritt sein und uns dem nächsten Schritt mit anderen Mitteln und Wegen näher bringen… ‚Jeder Palästinenser muss klar und eindeutig wissen, dass der unabhängige Palästinenserstaat mit Jerusalem als seiner Hauptstadt nicht das Ende der Fahnenstange ist.’ Der Aufstieg des palästinensischen Staates ist eine Phase, nach der es eine weitere Phase geben wird. Und das ist der demokratische Staat in ganz Palästina [d.h. an Stelle von Israel].“ (Al-Hayat Al-Jadida, 25. November 1999]

[Othman Abu Arbia ist Arafats Berater für politische Führung und nationale Angelegenheiten und der Generaldirektor für nationale Angelegenheiten, eine hochrangige Position in der palästinensischen Bildungsstruktur.]

4. Scheik Yussuf Abu Sneineh, Prediger der Al Aksa-Moschee:
Ganz Israel ist für immer „Palästina“

„Das islamische Land Palästina ist eins und kann nicht geteilt werden. Es gibt keinen Unterschied zwischen Haifa und Nablus, zwischen Lod und Ramallah, zwischen Jerusalem und Nazareth, zwischen Gaza und Aschkelon. Das Land Palästina ist Land der Waqf, das den Muslimen in der ganzen Welt gehört. Und niemand hat das Recht, darüber frei zu verfügen oder Zugeständnisse zu machen oder es im Stich zu lassen. Wer immer das tut, verrät es und ist nicht mehr als ein verabscheuungswürdiger Verbrecher, der in der Hölle wohnen wird!“ (Der Prediger der Al Aksa-Moschee, Scheik Yussuf Abu Sneineh, PATV, 8. September 2000]
5. Abdullah Al-Hourani, Vorsitzender des Politischen Komitees des Palästinensischen Nationalrats:
Der Konflikt bleibt ewig – ganz Israel ist Palästina

Interviewer: „Wie sehen Sie die Zukunft des Friedensprozesses?“
Al-Hourani: „Ob sie nun zu Verhandlungen zurückkehren oder nicht und ob sie die Vereinbarungen einhalten oder nicht – der politische Plan ist eine zeitlich begrenzte Vereinbarung und der Konflikt bleibt ewig bestehen, wird nicht weggeschlossen und die Vereinbarungen, über die gesprochen werden, betreffen nur die derzeitigen Machtverhältnisse. Der Kampf wird weiter gehen. Es mag Pausen geben, aber letztendlich gehört Palästina vom [Mittel-]Meer bis zum Fluss [Jordan] uns.“ (Al-Hayat Al-Jadida, 14. April 2000]
6. Imad Alfalugi, PA-Minister für Kommunikation:
Der „Besatzungsstaat“ Israel wird aufhören zu existieren

„Unser Volk hat Hoffnung für die Zukunft, dass der Besatzungsstaat aufhört zu existieren und dass es egal ist, wie groß seine Macht und seine Arroganz sind…“ (Kommunikationsminister Imad Alfalugi, Al-Hayat Al-Jadida, 18. November 1999]

7. Salim Aloadia, Abu Salam, Berater für politische Angelegenheiten:
Das Ziel hat sich nicht geändert – die „Befreiung Palästinas“

„Als wir die Waffen 1965 aufnahmen und die moderne palästinensische Revolution begann, hatte sie ein Ziel. Dieses Ziel hat sich nicht geändert – es ist die Befreiung Palästinas.“ (Al-Hayat Al-Jadia, 20. Januar 2000)
8. Scheik Ikrima Sabri, von der Autonomiebehörde ernannter Mufti von Jerusalem und Palästina:
Wir haben Jaffa und Akkra nicht vergessen

„Wir diskutieren die derzeitigen Probleme und wenn wir über Jerusalem reden, dann heißt das nicht, dass wir Hebron oder Jaffa oder Akko vergessen haben… Wir reden über die derzeitigen Probleme, die zu einer bestimmten Zeit Vorrang haben. Das heißt nicht, das wir andere aufgegeben haben… Wir haben einige Male angekündigt, dass vom religiösen Standpunkt aus Palästina vom Meer bis zum Fluss islamisch ist.“ [PATV, 11. Januar 2001]

[Anmerkung: Jaffa und Akko sind israelische Städte. „Vom Meer bis zum Fluss“ ist ganz Israel.]

9. Dr. Ahmet Yussuf Abu Halbiah, eine religiöser PA-Führer, Mitglied des palästinensischen Shariah-Rats und Studienrektor der Islamischen Universität:
“Alle Vereinbarung sind zeitlich begrenzt“

„Uns, der Nation Palästinas, ist das von Allah gegebenes Schicksal, die Vorhut im Krieg gegen die Juden zu sein, bis zur Auferstehung der Toten, wie der Prophet Mohammed sagte: Die Auferstehung der Toten wird nicht kommen, bis ihr die Schlacht gegen die Juden führt und sie tötet. Wir, die Palästinenser, sind in dieser Sache die Vorhut in diesem Kampf, ob wir wollen oder nicht. Alle gemachten Vereinbarungen sind zeitlich begrenzt.“ (Prediger Dr. Ahmed Yussuf Abu Halbiah, PATV, 28. Juli 2000)
10. Dr. Mohammed Ibrahim Madi, religiöser Führer der Autonomiebehörde:
“Wir werden als Eroberer nach Jaffa, Ramle und Lod und ganz Palästina einziehen.“

„Wir sind sicher, dass Allah uns helfen wird zu triumphieren. Es ist unser fester Glaube, dass wir eines Tages Jerusalem als Eroberer betreten werden, wie auch Jaffa, Ramle und Lod und ganz Palästina. [Anmerkung: Jaffa, Ramle und Lod sind israelische Städte.]
Wenn Er [Allah] fragt sie [die arabischen Führer] am Tag des Gerichts: ‚Der größte Teil Palästinas wurde 1948 verloren und was habt ihr getan? Der Rest wurde 1967 verloren und wird es wieder erobert.’ Wie sollen wir unserem Gott antworten?
Palästina soll das Grab der Invasoren sein, wie es das für die Tartaren war und die Kreuzfahrer und den modernen Kolonialismus. Die Tradition lehrt uns, dass Allah den schätzte, von dem Mohammed sagte: ‚Die Juden werden gegen euch kämpfen, aber ihr sollt als über sie herrschende Herren daraus hervor gehen.“ [Prediger Dr. Mohammed Ibrahim Madi, PATV, 12. April 2002]
11. Dr. Mohammed Ibrahim Madi, ein religiöser PA-Führer:
“Wir werden sie in Hadera in die Luft jagen, wir werden sie in Tel Aviv in die Luft jagen.“

„Wir werden sie in Hadera in die Luft jagen, wir werden sie in Tel Aviv in die Luft jagen du in Netanya… Wir werden gegen sie kämpfen und über sie herrschen, bis die Juden sich hinter Bäumen und Steinen verstecken und der Baum und der Stein werden sagen: ‚Muslim! Diener Allahs, da ist ein Jude hinter mir, töte ihn.’ Wir werden Jerusalem als Eroberer betreten, in Jaffa und Haifa und Ashkelon als Eroberer einmarschieren…“ (Prediger Dr. Mohammed Ibrahim Madi, PATV, 3. August 2001]
12. Dr. Ahmed Yussuf Abu Halbiah, religiöser PA-Führer:
„Wir werden Haifa, Akkra, Jaffa, das Galiläische Dreieck und den Negev nicht vergessen.“

„Selbst, wenn Vereinbarungen bezüglich Gazas und der Westbank unterschrieben würden, werden wir Haifa, Akkra, Jaffa, das Galiläische Dreieck und den Negev nicht vergessen. Es ist nur eine Frage der Zeit.“ (Prediger Dr. Ahmed Yussuf Abu Halbiah, PATV, 13. Oktober 2000]

[Anmerkung: Alles sind israelische Städte oder Regionen]

13. Dr. Mohammed Ibrahim Madi, religiöser palästinensischer Führer:
Palästina wird zu seinen früheren Zeiten zurückkehren. Israel wird Vergangenheit sein.

„Wer ist verantwortlich für den Verlust Palästinas, dem guten Land, das die Texte des geliebten Koran viele Male segnen und dafür, dass es betrügerisch Israel genannt wird? Wer ist verantwortlich für den Verlust Jerusalems?… Der Prophet [Mohammed] beruhigt uns mit vielen Hadithen, dass Palästina zu seinen früheren Zeiten zurückkehren wird… Durch göttliche Vorherbestimmung müssen wir einen Halt vorbereiten, für die kommende Armee Allahs. Möge es Allahs Wille sein, dass dieser Unterdrückerstaat Israel Vergangenheit werden wird…“ (Prediger Dr. Mohammed Ibrahim Madi, PATV, 8. Juni 2001)
Schlussfolgerungen:

Was aus den Reden der Palästinenser klar wird ist: Ihr Ziel der Vernichtung Israels ist nie aufgegeben worden. Tatsächlich sind die Botschaften der Führungen Israels und der Palästinenser an ihre jeweiligen Völker einander genau entgegen gesetzt:

Die israelische Führung sagt: Das Endstatusabkommen wird schmerzlich sein, aber wir werden es akzeptieren, weil es das Ende des Konflikts mit den Palästinensern und der arabischen Welt insgesamt beendet.

Die palästinensische Führung sagt: Das Endstatusabkommen wird schmerzlich sein, aber wir werden es akzeptieren, denn es bildet nicht das Ende des Konflikts. Es ist eine Phase in der Vernichtung Israels.

Die Worte des Knesset-Abgeordneten Abd-al Malek Dahamsche bilden die konzeptionelle Basis für die Politik der Palästinensischen Autonomiebehörde:

„Wir übertreiben, wenn wir ‚Frieden’ sagen… worüber wir in Wirklichkeit reden, ist ‚Hudna’“.

Die Opfer als Opfer übertrumpfen

Rava Eleasari, tellinglies.org, April 2002 (Link fehlt)

Es begann alles damit, dass Arafat den Verhandlungstisch in Camp David praktisch umwarf. Worüber regte er sich auf? Meistens wird gesagt, er konnte es nicht übers Herz bringen eine Vereinbarung zu unterschreiben, die nicht das „Rückkehrrecht“ mit einschloss. Immerhin hatte er seinen Leuten über all die Jahre versprochen, dass sie ihre Häuser in Galiläa, Akkra und Jaffa eines Tages zurück bekommen würden.

Aber ich glaube, was er in Wirklichkeit nicht aufgeben konnte, war der palästinensische Opferstatus.

Dieser Opferstatus war intakt gewesen, solange die Palästinenser in Hütten in Flüchtlingslagern lebten, durch eine Besatzungsarmee regiert und mit ihrer Führung im Exil und auf der Flucht. Als aber Arafat die Oslo-Verträge unterschrieb, begann der Opferstatus der Palästinenser zu schwinden. Sie waren jetzt Friedenspartner, internationalen Lobes wert. Sie bekamen Autonomie, ein Parlament, Gewehre, um ihre eigene zivile Ordnung durchzusetzen. Geld floss aus Europa – und komfortable Mittelklasse-Wohnprojekte schossen in einem zuvor nicht gekannten Bauboom aus dem Boden. Zu der Zeit, als die zweite, die Al-Aqsa-Intifada, im Oktober 2000 ausbrach, hatten die Palästinenser eine der höchsten wirtschaftlichen Wachstumsraten der Welt, um die 10 Prozent.

Gleichzeitig war Arafats Popularität an einem Tiefpunkt angelangt. Sowie die Palästinenser ihr Image als Opfer ablegten und als selbstständige Bürger an einem bald bestehenden Staat interessiert wurden, griffen viele Arafat wegen der weit verbreiteten Korruption seiner Vertreter und dem Muskelprotz-Verhalten seiner Sicherheitskräfte an. Er stand auch zunehmender Opposition radikal-islamischer Fundamentalisten gegenüber.

Zu dem Zeitpunkt, als Arafat dann in Camp David saß, sah er sich vor zwei Alternativen gestellt: entweder einen Staat für sein Volk zu unterschreiben und sich selbst als veraltet zu erklären oder „einfach Nein zu sagen“ und den Opferstatus der Palästinenser wieder zu beleben – und damit sich selbst.

Wir wissen, was er wählte und was geschah. Interessant ist aber, wie zynisch, manipulativ und systematisch Arafat darin gewesen ist, die palästinensische Opferrolle aufzupolieren.

Zuerst schickte die Führung Kinder auf die Straßen, damit sie Steine auf israelische Soldaten warfen. Die daraus resultierenden Bilder von getöteten Jungen (und wer sind Opfer mit mehr Effekt als Kinder?) trugen viel dazu bei, die Sympathie für die palästinensische Sache zu schaffen. Das dauerte, bis die Menschen einige Monate später erkannten, dass die Kinder als Deckung für Gewehrschützen dienten (bei uns nimmt man das bis heute nicht zur Kenntnis!); sie begannen sich zu wundern (Ausnahme wieder: Deutschland/Europa), was für eine Art Menschen ihre neun- oder elf-jährigen Kinder für Straßenkämpfe opferten anstatt sie zu beschützen.

Diese Reaktion spornte die Palästinenser zu einem Wechsel der Taktik an. Jetzt wurde das Licht auf die sich vermehrenden israelischen Straßensperren gelenkt, die schwangere Frauen davon abhielten das Krankenhaus zu erreichen (und welche effektiveren Opfer gibt es als Kinder, die noch nicht einmal geboren worden sind?). Ganz egal, dass die Palästinenser selbst den Israelis die gerechtfertigten Gründe für die Straßensperren gegeben hatten, indem sie Krankenwagen zum Transport von Terroristen benutzten oder Autos für Explosionen präparierten. Die öffentliche Meinung ergriff diese neuen Tiefpunkte der palästinensischen Erniedrigung und Not und der Druck auf Israel erhöhte sich einmal mehr.

Aus Arafats Sicht war diese Opferrolle immer noch nicht stark genug. Die USA waren strikt gegen Terror und gegen Araber eingestellt, die Europäer begannen wegen des Nahen Ostens gelangweilt zu werden und die palästinensischen Führer sagten hinter geschlossenen Türen, dass Arafat die Dinge so richtig verpfuscht hätte.

Also ließ Arafat die bis dahin größte Gewaltwelle los – beinahe tägliche Selbstmord-Bomben – und hielt den Israelis solange die Köder hin, bis diese keine andere Wahl mehr hatten, als dagegen zu kämpfen, indem sie wieder in die gesamte Westbank eindrangen. Mehr noch: Er stellte sicher, dass palästinensische Kämpfer in den am dichtesten besiedelten Wohngebieten Schutz suchten und die Zivilisten als menschliche Schutzschilde benutzten und sie praktisch als Geiseln nahmen. Auf diese Weise konnte Arafat garantieren, dass – selbst angesichts der relativ langsamen und vorsichtigen Vorgehensweise in den Kämpfen – eine Höchstzahl an zivilen Todesfällen verursacht werden könnte oder, sollte das fehl schlagen, maximale Zerstörungen. Um das zu erreichen versahen die palästinensischen Guerillas Flüchtlingslager mit Sprengfallen, mit Dutzenden Bomben, die die israelische Armee dann sprengen musste, damit die Einwohner sie nicht bei ihrer Rückkehr auslösten; das verursachte weitere Dutzende zerstörte Häuser und Straßen.

In gewissem Sinn marschierte die israelische Armee genau in diese PR-Falle. Sie hätten sicher mehr Schaden verursachen können, hätten sie die palästinensischen Städte einfach aus der Luft bombardiert, statt bei der Suche nach Terroristen von Tür zu Tür zu gehen. Trotzdem gibt die Bilder von Leichen, platt gewalzten Autos, zerstörten Häusern und zerschlagener Kanalisation. „Gräuel“, sagen die Palästinenser, „Massaker“. Der auf Besuch befindliche portugiesische Schriftsteller Jose Saramago, Nobelpreis-Träger, schaute über das belagerte Ramallah und sprach das schicksalhafte Wort aus: „Auschwitz“.

Und damit kommen wir zur Sache: Dieses Wort bezeichnet Arafats Endziel. Er will offensichtlich nicht weniger als einen Holocaust seines Volkes, damit die Palästinenser genauso einen Staat verdient haben werden wie die Juden nach der Schoah. Damit die Palästinenser einen neuen und verbesserten Staat verdient haben werden, einen Staat, der viel besser ist als das, was ihnen bisher angeboten wurde. Wie sonst kann man dieses Verhalten erklären? Selbst jetzt, während die Israelis noch palästinensische Städte besetzt halten und weitere Gebäude einebnen, rufen Arafat und seine Gang immer noch zu Jihad und Selbstmordbomben auf. Arafat selbst will „ein Märtyrer, ein Märtyrer, ein Märtyrer“ sein -das nobelste, heldenhafteste Opfer – und für die unterdrückten palästinensischen Massen sterben. Tatsächlich ist sein Beliebtheitsgrad unter den Palästinensern und in der arabischen Welt wie noch nie vorher in die höchsten Höhen geschossen.

Das Problem in Arafats Denken besteht in Zweierlei:

Auf der rhetorischen Ebene erzielen die Vorwürfe des Nazismus nicht die Wucht, die sie haben sollten. Der Grund dafür: Palästinenser-Sprecher haben bereits den Wert der Sprache der Gräueltaten herab gesetzt. Sie haben den Begriff „Kriegsverbrechen“ bereits zu sehr für die Beschreibung der Erniedrigung hochgespielt, die die Palästinenser an den Kontrollposten erleben; „ethnische Säuberung“ zur Beschreibung der Verhaftung von Terror-Verdächtigen (von denen die meisten innerhalb von Stunden oder Tagen wieder frei gelassen wurden); und der Begriff des Völkermords zur Beschreibung einiger hundert toter Zivilisten, die meist tragisch ins Kreuzfeuer zwischen israelischen Soldaten und palästinensischen Milizen gerieten. Was der durchschlagende Hit „Auschwitz“ sein sollte, fällt auf ermattete Ohren.

Auf der historischen Ebene wichtiger: Die Palästinenser scheinen vergessen zu haben, mit wem sie es zu tun haben. Die Juden wissen selbst sehr gut, was ein Holocaust ist; sie haben nämlich am eigenen Leib die systematische und kaltblütige Ausrottung eines Volkes erlebt. Was den Opferstatus angeht, haben die Juden die imposanteste Visitenkarte der modernen Geschichte, auf der das Blut von sechs Millionen eingraviert ist, was ihnen die Schuld der Welt und deren Sympathie sichern sollte. Die Juden werden nicht für Angeber Platz machen, sie werden sich nicht als Opfer auf den zweiten Platz verdrängen lassen. Und nachdem sie ihren Sinn für Proporz auf die harte Tour gelernt haben, werden sie das letzte Volk auf der Erde sein, das einen neuen Holocaust an einem anderen Volk verüben wird.

So kann also Arafat weiter versuchen die Israelis zu ködern, er mag seine Bereitschaft zu sterben verkünden, er kann weiter sein Volk aufhetzen. Er kann versuchen, dem palästinensischen Volk den grausigsten, tragischsten und quälendsten Opferstatus zu verschaffen, den es jemals hatte und das auch erreichen. Aber er wird niemals den kalten Schauer der Endlösung erhalten, egal, wie viel die Palästinenser das so hinzudrehen versuchen. Die Welt wird sich nicht schuldig fühlen. Den Israelis werden sie nicht leid tun. Und die Palästinenser werden als Opfer vor allem einer Sache enden: der Fehlurteile und der Selbsttäuschung ihrer eigenen Führung.

Der Vorteil des Bösen gegenüber dem Gewissen

Warum der Westen Yassir Arafat endlos neue Chancen gibt

Norman Doidge, The Weekly Standard, 15. April 2002

Wie kommt es, dass die Bush-Administration, der es mit dem Widerstand gegen Terroristen und diejenigen, die ihnen Gastfreundschaft gewähren, todernst ist, Colin Powell letzte Woche erklären lassen konnte dass Arafat überhaupt kein Terrorist sei? Und das an demselben Tag, an dem herausgefunden wurde, dass der Altterrorist Yassir Arafat die Al-Aksa-Selbstmordbomber finanziert. Am 4. April forderte Präsident Bush Israel auf, seine Angriffe auf Arafats terroristische Infrastruktur einzustellen. Was kann in ihren Köpfen vorgehen? Meinen sie es nun Ernst oder nicht?

Tatsächlich ist es ihnen mit der Bekämpfung des Terrors Ernst. Sie befinden sich aber auch in einer psychologischen Klemme, die sie nicht verstehen. Arafat davon kommen zu lassen ist ein Verhaltensmuster, das derart oft wiederkehrt, dass es einfach nicht mehr nur als Fehler beschrieben werden kann. Es ist dasselbe Muster, das George Bush Senior veranlasst hat davor zurückzuschrecken Saddam Hussein fertig zu machen, als er ihn schon überwältigt hatte. Diese Woche hoffen Europa, die arabische Welt und die Bush-Administration darauf, dass sich eine diplomatische Initiative entwickelt, die sicher stellt, dass Israel denselben Fehler macht, den George Bush Senior im Irak machte; deshalb verboten sie Israel, Arafat und sein Regime zu zerschlagen.

Keiner überlebt so lange wie Yassir Arafat – vierzig Jahre als Terrorist -, wenn er nicht etwas über die Schwachstellen der westlichen Psychologie weiß. Der israelische Außenminister Abba Eban spöttelte einmal, dass die Palästinenser unter Arafats Führung „niemals die Gelegenheit auslassen eine Gelegenheit auszulassen“. Der Bemerkung ist das Alter nicht bekommen. Näher an der Wahrheit liegt, dass der Westen mysteriöserweise niemals eine Gelegenheit verpasst hat Arafat wiederzubeleben. Arafat konnte seinen Kampfgeist aufrecht erhalten, weil der versteht, wie die westliche Psyche in derartigen Situationen auf der Grenze zum Tod funktioniert. Das ist so, weil er als Terrorist ohne Gewissen Dinge erkennt, die diejenigen mit Gewissen nicht sehen können. Diese Einblicke haben Yassir Arafat am Leben erhalten.

Es wäre einfach, Arafats endlose neue Chancen einfach einer irre geführten politischen Linken zuzuschreiben, da die Linke es vorzieht, mit Arafat nicht als Kriminellem, sondern als Gleichberechtigtem umzugehen. Aber heute ist in Israel wie den USA die Rechte, nicht die Linke an der Macht. Außerdem waren, geschichtlich betrachtet, nicht alle, die Arafat wiederbelebten, Linksextreme oder ideologische Feinde Israels. Viele von ihnen haben gewusst, dass Arafat ein Lügner und Terrorist ist. Arafats psychologischer Zauber wird vor allem offenbar, wenn er ihn auf solche Leute anwendet.

Aber zuerst sollten wir den Fall klar stellen. Es gibt eine bemerkenswerte Liste ehrenwerter Bekämpfer des Terrorismus und der Tyrannei, die sich in der Situation wieder finden, dass sie ihre eigenen Prinzipien über Bord werfen, damit Arafat davon kommt, statt ihn der Gerechtigkeit zuzuführen. Ronald Reagan duldete keine Kompromisse mit dem „Reich des Bösen“ und bombardierte Muammar Gaddafis Haus und tötete ihn beinahe. Trotzdem übte Präsident Reagan in den 80-er Jahren Druck auf Menachem Begin aus, Arafat und seine Kämpfer entkommen zu lassen, als die israelische Armee sie in West-Beirut in die Ecke gedrängt hatte. Begin, der damit Karriere gemacht hatte, liberalen Demokratien zu widerstehen, die Israel schlechte Ratschläge gaben, gab nach. Nachdem er Arafat durch den größten Teil seines Erwachsenenlebens hindurch bekämpft hatte, entkriminalisierte und bewaffnete ihn Yitzak Rabin durch Oslo genau in dem Moment, als er am schwächsten war – frisch nach seiner Unterstützung des geschlagenen Saddam Hussein. Ehud Barak machte eine außergewöhnliche Karriere durch die Bekämpfung von Terroristen, bevor Arafat die Beendigung seiner Karriere verursachte. Der jetzige Präsident Bush übernahm das Amt und weigerte sich mit Arafat zu sprechen oder ihn wie ein normales Staatsoberhaupt zu behandeln. Bushs Haltung wurde gestärkt, als Palästinenser am 11. September in den Straßen feierten; und seine Eingeweide revoltierten im letzten Dezember angesichts der palästinensischen und Fatah-Selbstmordbomber in Israel.

Aber wenn solche Männer mit Arafat zu tun haben, gibt es gelegentlich eine Kehrtwendung. Bei Präsident Bush passierte das im März. Als Israel Truppen in das Nervenzentrum der Terroristen in Ramallah schickte, um weitere Anschläge auf Zivilisten zu verhindern – als es also letztlich genau das tat, was die USA in Afghanistan tun -, sagte Präsident Bush, die israelischen Aktionen seien „nicht hilfreich“. Wenn sie mit Arafat zu tun haben, werden selbst die Feinde des Terrors widersprüchlich und inkonsequent.

Der Urtyp des Befreiers Arafats ist ein politischer Führer, der ihn viele Male kritisiert hat, sich als ausdrücklich fähig zur Benutzung von tödlicher Gewalt in anderen Situationen erwiesen hat und – wie Reagan, Bush, Begin, Sharon, Rabin und Barak – andere kritisiert hat, dass sie Terroristen laufen ließen. Der typische Befreier in letzter Minute ist ein zögernder und bald reuiger Erlöser, der oft gegen Terror gekämpft hat. In der Regel ist er furchtbar beunruhigt davon, dass er Arafat laufen lässt, aber er fühlt sich durch eine stärkere Kraft in die Falle gelockt. Es passiert immer etwas, über das das Wissen, dass es gefährlich ist, solche Leute ungestraft davon kommen zu lassen, nicht in wirkungsvolles Handeln umgesetzt wird. Es ist, als würden diese Politiker einem Zauber erliegen.

Dieser „Zauber“ ist Teil der Dynamik, die aktiv ist, wenn das Böse, dem man entgegen tritt, unverschämt und unbarmherzig ist. Das passierte, als der erste Präsident Bush Saddam Hussein am Ende Golfkriegs davon kommen ließ. Dass Bush Saddam der Niederlage zu entkommen erlaubte, als er praktisch so gut wie erobert war, ist entscheidend. Derjenige, der sich dem schlechten Rat des Freilassens zu folgen entscheidet, handelt nicht aus einer Position der relativen Schwäche. Neville Chamberlain und die anderen, die Hitler in München (1938) entkommen ließen – einen weiteren Repräsentanten des unverschämt Bösen -, taten das, bevor der Führer seine Kriegsmaschine perfektioniert hatte. Es ist, als gäbe es ein ungeschriebenes psychologisches Gesetz, dass, wo das Böse sich so schamlos wie nur irgend möglich verhält – mit den barbarischsten Morden an Kindern und Zivilisten, den unglaublichsten Behauptungen und Lügen -, es irgendwie noch um fünf vor zwölf als Ausnahme für eine Begnadigung behandelt wird.

In jedem Fall der Geschichte gibt es natürlich ein politisches Gebot, das angeführt wird um zu rechtfertigen, dass die Niederlage den Händen des Sieges entrissen wird. In Arafats Fall stellte sich heraus, dass das politische Gebot jedes Mal auf einer falschen Kalkulation basierte. Im März war der US-Druck auf Israel, seinen Zugriff auf Arafat zu lockern, gerechtfertigt, um arabische Unterstützung für Washingtons Versuch zu sammeln, Saddam zu stürzen. Diese arabische Unterstützung kam nicht zustande, genauso wenig wie die Versprechungen von Oslo. Washingtons arabische „Freunde“ erklärten im Gegenteil auf dem Beiruter Gipfel, dass jeder Angriff auf den Irak ein Angriff auf sie alle sei. Darauf antwortete Außenminister Powell, Arafat, der sich mit der Ermordung des amerikanischen Botschafters und seines Vertreters in Khartoum brüstete, sei kein Terrorist.

Der Student der menschlichen Natur, der am besten die Bedeutung dieser bizarren Dynamik erkannt zu haben scheint, in der ein gewissenhafter Held sich als unfähig erweist, einen als bösartig erkannten Feind aus dem Weg zu räumen, war kein Geringerer als Shakespeare. The Bard war tatsächlich davon besessen, das Phänomen zu verstehen. Hamlet zögert, Claudius der Gerechtigkeit zuzuführen und bezahlte das mit seinem Leben und dem derer, die ihn liebten. Aber es ist „Richard III.“, aus dem man am meisten über Personen lernen kann, die das Böse sehen, aber im entscheidenden Moment zögern. Die Hauptfiguren sind sich voll bewusst, dass Richard unzweifelhaft bösartig ist; trotzdem lassen sie ihm seinen Willen. Richard ist die systematisch böseste in allen Stücken Shakespeares. „Ich kann lächeln und lächelnd morden“, sagt er und schwört, dass er alle Schurken der Welt übertreffen „und den mörderischen Machiavelli zurück auf die Schulbank schicken“ will.

Die wichtigste Erkenntnis, die Richard hat, lautet: Während das Gewissen uns erlaubt, die gewöhnlichen Verbrechen zu verstehen, macht es uns den außergewöhnlichsten gegenüber blind.

Der Gedanke, dass das Gewissen uns blind macht, uns weniger fähig macht, den unverschämtesten Formen des Bösen entgegen zu treten, ist sehr verstörend; denn das Bewusstsein ist das sine qua non der zivilen Gesellschaft. Das Gewissen soll die Kraft sein, die uns hilft, uns der Wirkung auf andere bewusst zu werden, wie auch unserer Motive ihnen gegenüber, besonders unserer niederen Motive. Im elisabethanischen Englisch ist „Gewissen“ ein zweideutiges Wort, das entweder die Kraft bezeichnet, die uns erlaubt Schuld zu empfinden, oder ein „Bewusstsein“ (wie in „Gewissen“). Wenn Hamlet sagt: „Das Gewissen mach uns alle zu Feiglingen“, dann meint er damit das Bewusstsein, das uns auf die Möglichkeit des Todes aufmerksam macht, uns feige macht.

Das Gewissen, das dazu gemacht ist, das Böse in uns aufzuspüren, kann aber auch unser Bewusstsein für das Böse verringern. Das passiert nach Freud, weil die Person mit einem Gewissen automatisch lernt seine destruktivsten Neigungen zu unterdrücken, um nicht nach ihnen zu handeln. Er beginnt z.B. den Nervenkitzel des Bösen zu ignorieren, den ein Sadist wie Richard III. empfindet, wenn er Gott spielt und Menschen nach eigenem Gutdünken tötet. Aber der Preis dafür, die zerstörerischsten eigenen Gefühle zu unterdrücken, ist eine Unfähigkeit, ohne bedeutende Anstrengungen diejenigen zu verstehen, die diesen Gefühlen freien Lauf lassen.

Dies ist in „Richard III.“ wieder und wieder zu sehen, besonders als Richard Lady Anne verführt, deren Ehemann er ermordet hat; und es ist wieder und wieder in unserem Umgang mit Terroristen zu sehen. Richard bringt Anne dazu ihr Schwert fallen zu lassen, als sie ihn töten will. Obwohl sie weiß, dass er böse ist, kann Anne nicht sehen, dass er kein Gewissen hat. Sie sagt ihm, er solle sich aufhängen für das, was er getan hat. Sie begreift gar nicht, was los ist. Er fühlt keine Schuld. Schließlich heiratet sie ihn und er ermordet sie.

Das Gewissen, wenn es gut funktioniert – automatisch und ohne das Eingreifen der Vernunft, so dass wir das Richtige tun ohne nachzudenken – ist nicht einfach rational. Es ist eine Kraft, schlichtweg ein Instrument, vor dem die gewissenhafte Person schuldig bis zum Beweis des Gegenteils ist. Als vorbeugendes Organ des Geistes blockiert das Gewissen erst und lässt das Denken erst später zu. Männer wie Arafat und Richard wissen das. Das ist der Grund, dass beide Männer ständig andere beschuldigen Verbrechen zu begehen – um sie zu paralysieren. Beide wissen, dass es keine Rolle spielt, ob die Anschuldigungen falsch sind oder nicht. Richard beschuldigt Anne schamlos, sie habe den Mord an ihrem Ehemann angestiftet, wie Arafat den Westen beschuldigt, den Terrorismus zu verursachen.

Es ist diese Kraft in der Psyche seiner Feinde, die die Person ohne Gewissen so effektiv als Fünfte Kolonne einsetzen kann. Da er selbst keine solche innere Stimme hat, die ihn immer hinterfragt, kann er sie bei anderen deutlich erkennen – weitaus besser als diejenigen, die ihr Knecht sind und jeden ihrer Vorwürfe ernst nehmen. Arafat wird ständig eine (weitere) neue Chance gegeben, weil das Gewissen des Westens tut, was ein Gewissen tut: es hinterfragt das Handeln des Westens. Deshalb spricht Arafat ständig mit dem Gewissen des Westens, besonders durch seine endlose Zuflucht zu „internationalem Recht“ und die Anrufung der „Menschenrechte“, eine unglaublich unverschämte Masche aus dem Mund eines Terroristen.

In der Demokratie ist das Gesetz wie ein staatsbürgerliches Gewissen. Und wie ein Gewissen ist es ein sehr grobes Instrument. Weil das Gesetz in der Demokratie vom Volk gemacht ist, hat es dessen Respekt. Demokratische Staatsbürger neigen zu der illusorischen Hoffnung, dass das Gesetzt auf internationale Angelegenheiten zwischen Regierungen erfolgreich angewendet werden kann, egal, ob es sich dabei um Demokratien oder Diktaturen handelt, ob sie stark oder schwach sind. Der Name dieser Hoffnung lautet „Völkerrecht“. Da aber das Gesetz in Diktaturen letztlich das Ergebnis der Laune eines einzelnen Menschen ist, lediglich das Ausdrucksmittel des vorherrschenden Willens der Macht, kann es diesen vorherrschenden Willen und die Macht nicht einschränken. Gewissenhaftigkeit verbindet sich in Diktaturen auf keinerlei Weise mit dem Gesetz. Internationale Abkommen mit Tyrannen sind bedeutungslos, aber die Erzielung solcher Abkommen ist genau das, was das (US-) Außenministerium unterstützt, indem es versucht Israel dazu zu bewegen sich mit Arafat an einen Tisch zu setzen.

„Was ist schon das Gesetz?“, fragte Saddam Hussein einmal. Dann beantwortete er seine eigene Frage: „Die beiden Zeilen über meiner Unterschrift.“

Wenn ein Terrorist wie Arafat oder bin Laden Bomben und Sprache gemeinsam benutzt, dann ist sein Ziel, die von ihm ins Visier genommene Gesellschaft zu schwächen, indem er sie nicht nur über Angst manipuliert, sondern auch über ihr Gewissen. Er versucht in jedem Einzelnen eine Fünfte Kolonne zu schaffen, die seinen Idealen mit Sympathie begegnet, sowie eine Fünfte Kolonne in der Gesellschaft, eine Anti-Selbstverteidigungs-Bewegung, die rechtschaffene Lobby, die die Regierung dazu veranlassen will die Tore zu öffnen, damit der Terrorist sein Ziel mit Leichtigkeit zerstören kann. Die Mechanismen aber, durch die Gesellschaften zusammenbrechen, müssen weitgehend unbewusst ablaufen. Schließlich können sich nur wenige Menschen im Spiegel betrachten, wenn sie von sich sagen: „Ich breche unter der Angst zusammen.“

Der Terrorist muss seine Opfer daher überzeugen, dass sie „das Richtige tun“, wenn sie unter der Angst zusammenbrechen. Um das zu tun, muss der Terrorist das Gewissen des Opfers rekrutieren oder übernehmen und verändern. Das geschieht stufenweise.

Terror funktioniert nicht einfach durch Morde: Er ist boshaft theatralisch. Terror will nicht nur seine unmittelbaren Opfer verstümmeln, sondern auch ein damit verbundenes Trauma beim „Publikum“ herbeiführen, um dieses gegen seinen Willen zu verändern. Die Kerntaktik des Terrorismus ist der Gebrauch wahlloser Gewalt im „Wohnzimmer“ der Bevölkerung. Sie flößt das Gefühl ein, dass man das Schlachtfeld niemals verlassen kann, weil das eigene Zuhause das Schlachtfeld ist. Das geniale am Terrorismus ist, dass er unregelmäßige, wahllose Gewalt einsetzt, um das Gefühl zu erzeugen, dass der Terror allgegenwärtig ist.

In den 70-er Jahren, als regelmäßig Flugzeuge und Menschen entführt wurden, tauchte ein bizarres Phänomen auf. Das Gewissen wurde ebenfalls entführt. Menschen, die vor einer geladenen Waffe stehen und um ihr Leben betteln mussten, deren nächster Atemzug von ihren Geiselnehmern abhing, beschrieben später ihre Geiselnehmer als gerechte Leute, von denen sie gut behandelt wurden. Ehemalige Geiseln hielten ihren eigenen Regierungen rechtschaffene Vorträge über die Notwendigkeit, die Forderungen der Terroristen zu unterstützen. Unaufhörlicher Terror ließ ein fast psychotisches Wunschdenken aufkommen, das die Terroristen zu guten Menschen umdefinierte, nein, sogar zu Erlösern.

Der betreffende psychologische Mechanismus wird „Identifikation mit dem Aggressor“ genannt und wurde erstmals von Anna Freud beschrieben. Wenn diese Identifikation geschieht, dann ist das so, als würde der Terrorist seine Ideale und seine Moralvorstellungen in das Gewissen des Opfers einpflanzen.

Das Musterbeispiel dafür spielte sich 1973 in Stockholm ab, als vier Schalterbeamte 131 Stunden lang in einem Banktresor mit vorgehaltener Waffe festgehalten wurden. Schon bald zeigten die Gefangenen mehr Angst vor der Polizei, die versuchte sie zu retten, als vor den Geiselnehmern. Ein Gefangener sagte in einem Telefonat mit dem schwedischen Premierminister Olaf Palme: „Die Räuber beschützen uns vor der Polizei.“ Nachdem die Schalterbeamten befreit wurden, äußerten sie keinen Hass gegen die Geiselnehmer und sagten sogar, sie seien ihnen emotional verpflichtet. Durch die 70-er Jahre hindurch wurde das Stockholm-Syndrom wieder und wieder demonstriert. Amerikaner, die von Terroristen im Libanon entführt wurden, kamen frei und priesen ausgerechnet die arabischen Terroristen, die ihre Mitgefangenen ermordeten. Patty Hearst, die in Kalifornien von der Symbionese Liberation Army gekidnappt wurde, machte das Gleiche.

Das Stockholm-Syndrom ist kein bewusster Versuch sich bei den Geiselnehmern lieb Kind zu machen, sondern eine automatische emotionale Reaktion, die bei vielen, wenn auch nicht allen Gefangenen zu finden ist. Mit der Hilfe des Fernsehens schafft der Terrorismus etwas, das man ein „Second-hand-Stockholm-Syndrom“ der Politik nennen könnte. Ziel ist es, die Bevölkerung, auf die man zielt, in ein Wunschdenken zurück fallen zu lassen, so dass sie sagt: „Wenn wir ihren Forderungen zuhören, dann werden sie vielleicht aufhören. Vielleicht liegt das Problem darin, wie wir die Krise handhaben. Vielleicht verlangen wir zu viel. Vielleicht kann man mit ihnen reden. Vielleicht sollten wir nicht weiter auf sie feuern und dem Frieden eine Chance geben.“ Die Staatsbürger werden zunehmend passiv und konfus und sind bereit zu beschwichtigen. Diese Konfusion wird immer dann deutlich, wenn Experten, die Terror verteidigen, davon reden, dass terroristische Gewalt nicht von den Tätern verursacht ist, sondern durch eine abstrakte „Spirale der Gewalt“; damit suggerieren sie eine moralische Gleichstellung zwischen dem Terroristen und seinen Opfern und blenden die Wirklichkeit des Barbarismus und der menschlichen Psychopathie aus. Wie viel angenehmer ist es doch, in einer Welt der Abstraktionen zu leben als der der Richards, Arafats, Saddams und bin Ladens.

Wie Richard ist der Terrorist unverschämt und unbarmherzig. Für Amerika ist Terror im eigenen Land neu und es muss die Rücksichtslosigkeit erst noch in Aktion erleben. Es sind Gesellschaften wie Israel, Ziel beständiger Terrorkampagnen, die für das Second-hand-Stockholm-Sydrom besonders anfällig sind.

Israel stand während der gesamten Oslo-Phase deutlich schlecht da. Das ist die Zeit, in der die israelische Linke die israelischen Schulbücher umschrieb, die meisten Bezüge zum Holocaust und seiner Rolle in der Gründung des Staates fallen ließ; die Bezüge zu den Angriffen der arabischen Armeen von 1948, 1967 und 1973; die Bezüge zum totalen Versagen der liberalen westlichen Demokratien wie Frankreich bei der Hilfe zur Rettung der Juden (was eine der Hauptrechtfertigungen des Zionismus wurde); und sie setzten den israelischen Jugendlichen, die bald darauf in der Armee dienen mussten, die palästinenserzentrierte Sichtweise der Ereignisse vor. Während Shimon Peres argumentierte, im „neuen Nahen Osten“ (einem Ort, wo es keinen Antisemitismus geben würde) würde es die Notwendigkeit eines jüdischen Staates nicht geben, akzeptierten israelische Intellektuelle wie der Romanautor David Grossman die Ansicht des Aggressors, dass die jüdische Selbstverteidigung bösartig sei:

„Von den Juden in Israel wird jetzt nicht nur verlangt, Territorium im geographischen Sinn aufzugeben. Wir müssen genauso eine Umgruppierung – oder sogar einen vollständigen Rückzug – von ganzen Regionen unserer Seele vornehmen… Langsam, über Jahre hinweg, werden wir entdecken, dass wir beginnen sie aufzugeben:… Macht als Wert aufgeben; die Armee als Selbstwert aufgeben;… aufgeben, dass es Hut ist, für sein Land zu sterben‘; das Our das Beste für die Luftwaffe‘ aufgeben,… und das �Mir nach‘ aufgeben [die Doktrin, dass kommandierende Offiziere ihre Truppen in gefährliche Situationen führen].“

Die wiederholte Botschaft dieser kurzen, beschwörenden Formel: Israel, gibt dein Schwert ab.

Terroristen können mit Hilfe der Sprache arbeiten, wie es Richard tat, bis er die Gewalt benutzen konnte – oder sie arbeiten nur mit Gewalt. Was Arafats Karriere im Terrorismus so bemerkenswert macht, ist, dass er, als er nur begrenzte Möglichkeit zum Einsatz von Gewalt hatte, die gleichen Mittel wie Richard nutzen konnte seine Feinde zu überzeugen ihn nicht durch die Mangel zu drehen.

Arafat war es möglich, sich und das palästinensische Volk als Opfer darzustellen, weil er – da ohne Gewissen – palästinensische Kinder geschickt dazu ermutigen konnte, sich als menschliche Schutzschilde für seine Scharfschützen aufzustellen. Einen solchen Feind zu bekämpfen verursachte Israel solche Gewissensbisse, dass viele Israelis das Gefühl hatten, sie könnten nicht mehr damit leben – obwohl sie wussten, dass Arafat sie manipulierte. Das war ein weiterer Grund, dass die Israelis den normalen Menschenverstand ignorierten und sich entschieden, der Oslo-Illusion nachzugeben, dass Arafat vertraut werden könnte.

Es ist interessant, dass die einzige Person, die schließlich Richard III. in Shakespeares Stück schlägt, Richmond ist, die einzige Schlüsselfigur, die niemals mit Richard spricht oder ihm Gehör schenkt und so nie in seinen Bann gerät. Mit Arafat zu sprechen, was nach allen Experten getan werden muss um Frieden in den Nahen Osten zu bringen, ist der genau falsche Weg, denn es gibt keinen Dialog mit einem Mann ohne Gewissen. Ein weiterer falscher Ansatz ist das Spiel der Entkriminalisierung Arafats. Indem es ablehnt, ihn für seine horrenden Verbrechen zu bestrafen, wie eine ernst zu nehmende Nation es tun würde, lässt Israel die Welt, die Araber und sich selbst glauben, dass seine Verbrechen vielleicht gerechtfertigt werden können und dass seine Versuche, ihn von weiteren kriminellen Taten abzuhalten, selbst schon kriminelle Exzesse sind. Israel wäre besser dran, wenn es der Welt schonungslos die Bilder von Arafats Opfern zeigen würde, einschließlich des amerikanischen Botschafters, den er ermordete.

Nicht alle Kriminellen sind gleich unverschämt. Arafat scheint die Macht zu haben, genau die Feinde zu neutralisieren, die ihn als den Bösesten ansehen – vielleicht deshalb, weil sie ihm dadurch, dass sie ihn praktisch als Inkarnation des Teufels betrachten, eine übernatürliche Unzerstörbarkeit zuschreiben. Solcher Aberglaube hat viele, die weitaus mächtiger als Arafat sind, zögern lassen, seine Karriere zu beenden. Er hat im Endeffekt seine eigene Unverschämtheit dazu benutzt, die Welt zu überzeugen, dass ihn der Gerechtigkeit zu überantworten eine Katastrophe sei, die mehr Arafats schafft, wenn man ihn zum Märtyrer macht (als ob es im Nahen Osten heute an Märtyrer mangelte).

Im Bann dieses Geistes ist Amerika nicht bereit Israel zu erlauben Arafats Terrorherrschaft ein Ende zu machen. Washington hat sich darauf zurückgezogen ihn mit einer Art primitiver Verhaltenstherapie anzugehen, die besagt, dass „wenn er dem Terror entsagt“ oder „wenn er den Terror kontrolliert“, dann werden wir mit ihm reden. Es ist als ob nur zählte, ihn dazu zu bringen, die richtigen Worte zu sagen – ohne Rücksicht auf seine Absichten, als müsse man keinen Unterschied machen zwischen seinem strategischen Ziel (der Zerstörung Israels) und der taktischen Bereitschaft zu verkünden, er sei gegen Terror.

Arafat hat entdeckt, wie auch Shakespeare es verstand, dass je unverschämter und rücksichtsloser man seine Brutalitäten betreibt, es desto wahrscheinlicher ist, dass man eine weitere Chance bekommt und sogar mächtige Menschen mit Gewissen findet, die auf einen zukommen und Vergessen und Vergeben anbieten und der Versöhnlichkeit einen schlechten Ruf verschaffen.

Norman Doidge schreibt für die National Post of Canada und ist Psychologe an der Columbia University und der University of Toronto.

Der Missbrauch des Heiligen als politisches Mittel

B.F. Spears, Jr., IsraelNationalNews, 12. April 2002

Yassir Arafat telefonierte Donnerstag per Handy und erzählte einer Gruppe Ägypter in Kairo: „Die (israelische) Besatzung überschreitet alle Grenzen, nicht nur gegen … unsere Kinder, unsere Frauen… (sondern auch) gegen unsere christlichen und muslimischen Heiligtümer.“ Er fuhr fort: „Die Aggression, die heute gegen die Geburtskirche weiter geführt wird… ist ein Verbrechen… Wir werden weiterhin diese Kirche verteidigen, ohne Rücksicht auf irgendjemanden.“

Was für ein großartiger Mann! Als christlichen Pfarrer beruhigt es mich ungemein zu wissen, dass Yassir meine Interessen dort unten wahrnimmt.

Yassir Arafat ist eines der größten Genies dieser Welt in der Kunst des Erledigens „politischer Mehrfach-Aufgaben“. Das heißt, man muss in der Lage sein, zwei – scheinbar unvereinbare – politische Ziele gleichzeitig zu bewältigen. Zum Beispiel greift man einen Feind schwer an, aber dieser Feind bekommt eine Faust aufs Auge, weil er als der Aggressor gilt. Wie funktioniert das?

Arafat schickt Wellen von Selbstmordbombern in eine demokratische, offene Gesellschaft, jammert währenddessen die ganze Zeit, er wolle wirklich Frieden und dass es diesen geben würde, wenn Israel nur seine Angriffe einstellen würde. Er greift an, aber er beschuldigt Israel, der Schurke zu sein. Er gewinnt auf beide Arten. Zwei politische Ziele sind gleichzeitig erreicht.

Nachdem nun Israel es ablehnt, sich von der Meinung der Welt fesseln zu lassen und kraftvoll gegen die PA vorgeht, müssen Arafats Leute sich irgendwo verstecken. Welcher Platz wäre besser für diese Gangster geeignet als eine weltberühmte christliche Kirche in Bethlehem? Auf die zynischst vorstellbare Weise verschanzen sich Terroristen in einem Gebäude, das für die Weltchristenheit heilig ist; sie sind sich voll bewusst, dass Israel die Heiligkeit des Ortes respektieren wird (auch wenn die Terroristen das nicht tun). Dann trompetet Arafat in die Welt hinaus, dass Israel eine „Aggression… gegen die Geburtskirche“ begeht, dass es „ein Verbrechen ist…“ und: „Wir werden weiter diese Kirche verteidigen, ohne Rücksicht auf irgendjemanden.“

Arafat benutzt zynisch einen heiligen Ort als Versteck für Mörder und erklärt dann, Israel versuche die Kirche zu zerstören. Er bekommt ein Versteck und Israel die internationale Faust aufs Auge. So gewinnt Arafat doppelt. Das ist das Erreichen mehrfacher politischer Ziele. Achten Sie darauf. Er macht das jedes Mal. Wirklich tragisch daran ist, dass große Teile der Welt das auch noch glauben.

Die Lage in Bethlehem verursacht alle möglichen Leute, zur Religion zu finden. Nach Berichten von AP war das, was am Donnerstag in der Abbassiya-Kathedrale in Kairo passierte, „die erste politische Versammlung, die seit 1919 in einer ägyptischen Kirche statt fand“. Das muslimisch dominierte Ägypten mag hart zu den Christen sein, aber das hindert sie nicht an einem Publicity-Coup. Fünftausend versammelten sich, um Yassir Arafat zuzuhören, wie er Israel nieder machte.

Der Vorfall zeichnet ein großartiges Bild seines Charakters. Wie Sie sich erinnern werden, hat Arafat ein unabdingbares Interesse an Bethlehem – der arme Yassir konnte Weihnachten nicht nach Bethlehem. Er wurde zitiert, dass die Israelis ihn davon abhalten würden „seine Pflicht vor Gott“ zu erfüllen. Der arme Kerl war so scharf darauf, zur Mitternachtsmesse nach Bethlehem zu kommen, dass er bereit war „sogar zu Fuß“ dorthin zu gehen. Hey, ich bin bloß ein Texaner, aber ich wusste nicht, dass Weihnachten ein so großer muslimischer Festtag ist. Treffen Sie ihre eigenen Schlussfolgerungen. Ist es vielleicht entfernt möglich, dass Mr. PR selbst einen religiösen Feiertag als Werkzeug benutzte um gute Publicity zu bekommen? So zynisch kann er doch nicht sein.

Solange sich Arafat derart viele Sorgen um die armen Christen in Bethlehem und ihre Kirche macht, sollte man nicht vernünftigerweise überlegen, wie es ihnen geht? Veröffentlichte Berichte haben beschrieben, dass Bethlehems arabische Christen von 60 Prozent der Bevölkerung im Jahre 1990 auf 20 Prozent 1998 geschrumpft sind. Man sollte darauf achten, dass die Christen flohen, während die palästinensische Autonomiebehörde die Verwaltung der Stadt hatte. Als ich im Januar in Jerusalem war, erzählte mir ein protestantischer Leiter, es wäre eine Überraschung, wenn der christliche Bevölkerungsanteil noch 3 Prozent betrüge – wegen der schweren Verfolgung durch die Palästinenser. Im nahe gelegenen Beit Jala waren die Christen in der Mehrheit, als die Palästinenser die Macht übernahmen. Jetzt heißt es, dass mehr Christen aus Beit Jala in Südamerika leben als in Beit Jala selbst zurück geblieben sind. Vielleicht konnten sie all den wunderbaren „Schutz“ durch Arafat und seine Freunde einfach nicht ertragen.

Erinnern Sie sich an Beit Jala? Das ist der Ort, an dem die Terroristen in die Stadt schleichen um auf Gilo, auf der anderen Seite des Tales, zu schießen. Die Schützen liebten es, sich so nah wie möglich an den christlichen Stätten zu positionieren. Schließlich wäre es eine PR-Goldmine, wenn die israelische Armee am Ziel vorbei schießen und eine Kirche treffen würde. Die Palästinenser versuchen gezielt, unschuldige Zivilisten in Gilo zu ermorden, aber über Israel würde gesagt werden, es habe skrupellos eine christliche Kirche angegriffen und es bekäme schlechte Publicity. Wiederum die Erreichung mehrerer politischer Ziele auf einmal.

Auch Beit Jala gibt ein Bild auf Arafats Charakter. Jedes religiöse Symbol, alles, was anderen wertvoll ist, egal, wie heilig, ist nur eine weitere Waffe in Arafats Hand. Eine weltberühmte Kirche? Verstecke Mörder darin und beschuldige Israel des Versuchs, die Kirche zu zerstören. Eine Kirche in Ägypten? Nutze sie als Public Relations-Gelegenheit. Eine Kirche in Beit Jala? Verstecke dich dahinter um Juden zu beschießen und hoffe dann, dass die israelische Armee sie aus Versehen trifft.

Ich höre so viele Leute sagen, dass, wenn wir Arafat los werden, er nur durch jemanden ersetzt würde, der genauso schlimm oder schlimmer sei. Aber was ist Arafats wirkliches Talent? Er ist ein Meister der Public Relations. Er schickt die Bomber los und erscheint dann als Opfer. Es ist wirklich erstaunlich. Gibt es einen anderen Palästinenerführer, der den internationalen Respekt besitzt (schmerzlich, aber so ist es) und die weltweiten Kontakte, die Arafat hat? Wie viele Palästinenserführer haben einen Friedensnobelpreis im Trophäenschrank? Allein sein Adressbuch wäre der Traum eines jeden internationalen Politikers.

Seit 38 Jahren hat Arafat eine zunehmend unsichere Koalition von Terroristengruppen angeführt. Diese Fraktionen haben einen gemeinsamen Nenner gehabt – die Entschlossenheit zur Zerstörung Israels. Die wirkliche Gefahr für Israel aber ist Arafats Fähigkeit, zynisch und brillant die Weltmeinung zu manipulieren. Funktioniert das? Es funktioniert so gut, dass ein bedeutsamer Anteil der Welt glaubt, Arafat sei Recht und die Palästinenser die Opfer. So sehr, dass wegen des Drucks dieser Weltmeinung Israel sich bis vor zwei Wochen nicht wagte, sein eigenes Volk machtvoll zu beschützen.

Es ist Zeit, dass Arafat abtritt.

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B.F. Spears, Jr. ist Pastor in Fort Worth, Texas

PLO-Archive: Arafat kontrolliert den Terror der Fatah-Tanzim und anderer Organisationen

Michael Widlanski, The MediaLine, 25. März 2002

Israel hat in den letzten Tagen Dokumente zugänglich gemacht, die Yassir Arafat unwiderlegbar mit den Terrorakten der Fatah-Tazim-Miliz und anderer terroristischer Organisationen in Verbindung bringt.

Andere Akten deuten stark darauf hin, dass Arafat und seine Adjutanten den gegenwärtigen Abnutzungskrieg (von ihnen „Intifada“ genannt“ lange vor dem September 2000 planten – vielleicht bereits im Herbst 1995 – und dass sie keine Absicht hatten, eine friedliche Einigung aufgrund von Kompromissen mit Israel einzugehen.

„Diese Akten – von denen Arafat viele selbst unterschrieb – sind mehr als eine rauchende Waffe. Sie sind ein rauchender Füller – ein Füller, aus dem Blut tropft -, den Arafat hält“, erklärte Uzi Landau, Israels Minister für öffentliche Sicherheit, der die Dokumente der AP zugänglich machte.

Die Akten waren Teil der Archive mit zehntausenden von Papieren, die im „Orient-Haus“ lagerten; das Orient-Haus ist ein Gebäude-Komplex, der Faisal Husseini gehörte, Yassir Arafats persönlichem Repräsentant in Jerusalem (bis zu seinem Tod im Herbst letzten Jahres) und das Hauptquartier der Autonomiebehörde in der israelischen Hauptstadt.

Die Gebäude wurden auf Anordnung von Sicherheitsminister Landau geschlossen, was die Rückendeckung der israelischen Gerichte hatte, denn der Autonomiebehörde ist es laut den mit Israel geschlossenen Verträgen nicht erlaubt, dort nationale Institutionen zu unterhalten.

Zusätzliche Akten in den Archiven, die von den israelischen Behörden sicher gestellt wurden, enthüllen die enge Verbindung zwischen Arafat (und den Institutionen, die er kontrolliert) und islamischen Terrorgruppen wie Hamas und der Holy Land Foundation (die mit Al-Qaida verbunden ist).

Die Akten zeigen, dass die Autonomiebehörde (PA) eine enge Beziehung zu Saddam Husseins Irak hat und sich glücklich schätzte, besondere Geldhilfen zu empfangen, die aus irakischen Ölverkäufen stammten, die unter besonderen Vereinbarungen mit der UNO getätigt wurden.

Zu den bemerkenswerten Funden unter den tausenden von Akten befinden sich:

*– unterschriebene Befehle Arafats, Tanzim-Mitglieder zu entlohnen, die als Leute bekannt sind, die Anschläge durchführen;

*– unterschriebene Berichte über Terrror-Aktivitäten, die um höhere Budget-Mittel bitten; diese Berichte gingen an den Mann, der Arafats persönlicher Repräsentant in Jerusalem war – Faisal Husseini;

*– unterschriebene Befehle Arafats, Mitglieder der Tanzim-Miliz in Offiziersränge der Palästinensischen Armee zu erheben, die eine nicht uniformierte Armee und damit nach internationalem Recht eine illegale Armee ist.

„Arafat leugnet eine Beteiligung am Waffentransport der Karine-A, aber er kann diese Akten nicht leugnen, die zeigen, dass er und seine Spitzenleute diese Terrorakte planten und finanzierten“, erklärte Dr. Landau.

Die Akten könnten dazu dienen, der Frage, ob Arafat die Tanzim kontrolliert oder von ihnen kontrolliert wird, ein Ende zu setzen.

Zusätzlich beinhaltet das Archivmaterial viele handschriftliche Notizen und Briefe, wie auch maschinenschriftliche Artikel und Aufsätze, die von führenden Palästinensern wie Arafat selbst, Husseini und Tanzimführer Marwan Barghouti unterschrieben sind.

Das Material deutet unter anderem stark darauf hin, dass:

*– Die Tanzim sind ein integraler Bestandteil der militärischen Bereiche der Autonomiebehörde und ihre Mitglieder agieren praktisch als nicht uniformierte Armee, im Gegensatz zu internationalem Recht;

*– Yassir Arafat hat formal und praktisch die Kontrolle über die Tanzim, entgegen den Analysen, die beinhaltet haben, dass die Tanzim unabhängig von Arafats Kontrolle seien;

*– Marwan Barghouti berichtet Yassir Arafat regelmäßig sogar über Kleinigkeiten der Operationen seiner Organisation – sogar die Ernennung und die Ränge von Offizieren der mittleren und höheren Ebene;

Eine der am meisten für sich sprechenden Enthüllungen der Akten ist: die weithin akzeptierte Ansicht, dass Arafat „die Details anderen überlässt“, ist völlig falsch.

Tatsächlich zeigen die Akten wiederholt, dass Arafat tagtäglich in Kontrolle der Details aller seiner Organisationen ist und die Informationen zur Kommentierung seinen hochrangigen Mitgliedern seiner militärischen Abteilungen weiter gibt – z.B. den Generälen Haj Ismail, Abdel-Razek Mujaida und Hadj Mutlik (der die militärische Entlohnung der PA abwickelt).

Die Ansprache in Ramallah vom 18.12.2001 und andere Äußerungen

Am 18.12.2001 sprach Arafat vor mehreren tausend Zuhörern in Ramallah. Die Rede wurde vom palästinensischen Radio übertragen. Auszüge daraus und weitere Äußerungen finden sich auf der Website von MEMRI (http://www.memri.org).

MEMRI – Sonderbericht über die PA (Nr. 317)
20. Dezember 2001

Jüngste Äußerungen Yassir Arafats

Zusätzlich zu einer Fernseh-Ansprache an das palästinensische Volk, in dem er zur Beendigung der Märtyrer-Operationen und Mörser-Angriffe gegen Israel aufrief, gab der PLO-Vorsitzende Yassir Arafat in jüngster Zeit mehrere Erklärungen ab, über die von den westlichen Medien nicht breit berichtet wurde. Im Folgenden finden Sie Auszüge aus zwei Reden und einem Interview, wie sie von arabischen Medien berichtet wurden:

Ansprache an Jerusalemer Palästinenser (Ramallah, 18.12.2001):(1)

O ihr, die standhaft seid, o ihr Helden des Landes der „Nachtreise und Himmelfahrt [des Propheten Mohammed, wie sie im Koran erzählt wird]“ im Land der ersten Gebetsrichtung, o ihr Helden der drittheiligsten Stätte [des Islam], vom Geburtsort Jesu und dem Ort der Himmelfahrt unseres Herrn Mohammed.(2) Wie inzwischen üblich, wird der moslemische mit dem christlichen Ursprung verknüpft und Gemeinsamkeiten konstruiert, die die Christen verführen sollen, gegen das Volk ihres Gottes zu kämpfen. Jüdische Ansprüche fallen unter den Tisch.
Ich sage euch, dass wir nun in einer historischen Phase sind… ihr verteidigt die erste Gebetsrichtung und die drittheiligste Stätte, den Ort der Geburt des Messias. Eure Standhaftigkeit ist höchst wichtig, nicht nur für Palästina und nicht nur für die arabische Nation, sondern für alle Christen und Muslime der Welt… Ersteres beruht auf dem Irrtum Mohammeds, er brächte die gleiche Botschaft wie Abraham und Moses; das zweite ist die nicht haltbare Legende, Mohammed von Jerusalem zu seiner „Nachtreise“ aufgebrochen.
O Brüder, es gibt eine Verschwörung Jerusalem zu judaisieren; daher sage ich euch, o Kameraden dieser Reise, ihr steht jetzt an der Front des Kampfes in der Mitte der Herausforderung, in Jerusalem. Ihr seid gesegnet, in dieser Region zu leben… Klar, das muss eine Verschwörung sein – wie alles, was dazu führt, dass Arafat nicht seinen Willen bekommt…
Der Prophet sagte: „Es gibt eine Gruppe in meiner Nation, die am Glauben fest hält, die ihren Feind herausfordern und die nicht von ihrem Feind verletzt werden können und sie sollen, so Allah will, gewinnen.“ Unverletzliche Palästinenser?
Der Prophet wurde gefragt: „Wo sind sie?“ und antwortete: „In Jerusalem und seiner Umgebung und sie sollen bis zum jüngsten Tag in der Frontlinie bleiben.“ Ihr seid wahrhaftig in der Frontlinie. Ich habe mich dazu verpflichtet, ich habe mich dazu verpflichtet, ich habe mich dazu verpflichtet. O Berg, kein Wind kann dich erschüttern.“ Nur, dass die „Palästinenser“ zum größten Teil gar nicht aus „Palästina“ kommen, sondern aus anderen arabischen Ländern.
Niemand kann diese Nation der Giganten [d.h. die Palästinenser] regieren. Einhundertvier Jahre vergingen seit der ersten [zionistischen] Versammlung in Basel [Schweiz, 1897], wo behauptet wurde, dass unser Land ein „Land ohne Volk für ein Volk ohne Heimat [d.h. die Juden]“ sei. Als Golda Meir nach dem palästinensischen Volk gefragt wurde, sagte sie: „Es gibt keine Palästinenser.“ Heute werden der Märtyrer Muhammad al-Dura und alle unsere Märtyrer im Paradies ihnen sagen: „Wir sind eine Nation der Giganten, wir werden das Frontlinien-Land (3) verteidigen.“ Wie entvölkert „Palästina“ war, belegen unzählige Reiseberichte aus dem 19. und den ersten 25 Jahren des 20. Jahrhunderts.

Wären die „Palästinenser“ tatsächlich diese Giganten, dann hätten sie ihr Judenproblem längst „gelöst“.

[Arafat deutete auf ein kleines Mädchen und fuhr fort:] Diese kleine Süße ist der erste unserer Soldaten, wir treten der Verschwörung zur Judaisierung Jerusalems entgegen, aber solange ihr in der vordersten Front dieser Frontlinie standhaft seid, kann niemand sie verletzen… Derjenige, der seine Haltung dem anderen aufzwingen wird, ist die Nation der Giganten, so Allah will. Die „Judaisierung“ kann nur passieren, weil vorher die Araber „ihr“ Jerusalem judenrein gemacht haben.

Dem folgt eine sehr eindeutige Aussage: Den Israelis wird der Wille der Palästinenser aufgezwungen – kein Wort von friedlichem Miteinander!

Einer unserer Jungen oder eine unserer Blumen [d.h. männliche oder weibliche palästinensische Jugendliche] wird, so Allah will, die Flagge Palästinas über den Mauern Jerusalems schwenken, über seinen Kirchen und Moscheen, ob jemandem das gefällt oder nicht und wer immer das nicht mag, der kann das Wasser des Toten Meeres trinken. Deutlicher kann man niemandem die Vernichtung androhen.
Ich rufe meine Geliebten in Jerusalem auf: Mehr Entschlossenheit, mehr Stärke, mehr Entschlusskraft. Und wenn Allah will, werden wir in der Al Aksa-Moschee und in der Grabeskirche beten, so Allah will, so Allah will. Als ob ihnen das Beten dort heute nicht möglich wäre!
Und wieder die unzulässige Verknüpfung mit den Christen.
Ich sage diese Dinge, damit sie in der Ferne und in der Nähe in der ganzen Welt gehört werden. Die Nation der Giganten wird dieses heilige Land mit seinem Blut, mit seiner Seele, mit seinem Eigentum und mit allem, was sie hat verteidigen. Dies ist ein heiliges Land, dies ist das Land unserer Nation der Giganten, von der Wiege bis ins Grab… Es ist wieder nur von Kampf und Blut die Rede – friedliche Lösung? Fehlanzeige!
Wir stehen dem Kind bei, der Blume, dem Mann, der Frau, dem alten Mann und dem jungen Mann. Wir alle erretten die heiligen christlichen und muslimischen Stätten, wir werden sie verteidigen und werden sie stark machen, denn dies ist unsere Bestimmung: bis zum jüngsten Tag in der vordersten Front zu leben. [Das besagt die islamische Tradition.] „Ein Märtyrer von denen ist siebzig wert“ [soll heißen: ein Märtyrer der vordersten Front in Jerusalem ist siebzig Märtyrer anderer Fronten des Jihad wert]. Warum? Weil wir (hier) im Heiligen Land sind… Kein Wort des Friedens, immer nur Kriegsgeschrei – das soll ein Friedenspartner sein?
Wir werden kämpfen in diesem gesegneten Land, in diesem gesegneten Land. Dies ist unsere Botschaft und es ist kein Zufall, dass einhundertvier Jahre danach [nach dem ersten zionistischen Kongress] und trotz all der Verschwörungen und alle dem Blut, das vergossen wurde, diese Nation weiter ihr Haupt und ihre Flagge hoch hält, so Allah will, so Allah will. Eine unserer Blumen und einer unserer Jungen wird die Flagge über den Mauern Jerusalems, über seinen Moscheen und seinen Kirchen schwingen… Kampf, Krieg, Blut – andere Lösungen WILL Arafat überhaupt nicht! (Aber den Israelis wirft er heuchlerisch und verlogen vor, was er selbst praktiziert.)

In einem Interview mit der kuwaitischen Tageszeitung Al-Rai ´Al-´Am am 12. Dezember 2001 sprach Arafat von einer Verschwörung, die von den Premierministern Sharon und Barak ausgeheckt wurde, um in Israel einen Regierungswechsel zu vollziehen: (4)

„Barak hätte weitere zweieinhalb Jahre an der Macht bleiben können, aber die Vereinbarung zwischen ihm und Sharon – in deren Folge Sharon die Al Aksa-Moschee besuchen ging, was das gut bekannte Massaker an den Freitags-Betern verursachte, in deren Folge die Intifada ausbracht – diese Vereinbarung [und alles weitere] war geplant.
Als Sharon an die Macht kam, bat er die Israelis, ihm einhundert Tage zu geben, damit er die Intifada beenden könnte. Die hundert Tage endeten und er fragte sie: ‚Gebt mir weitere hundert Tage, um unseren militärischen Plan auszuführen, Operation Hölle‘. Und er ist immer noch dabei ich auszuführen… [heißt: er hat es immer noch nicht geschafft]“
Wieder Verleumdung und Geschichtsfälschung: Diese „Vereinbarung“ ist Quatsch. Sharon hat sich nicht einmal in die Nähe der Al Aksa-Moschee begeben, sondern den Rest des Tempelbergs besucht. Das „Massaker“ waren Kämpfe der Polizei mit „Betern“, die mit Hilfe von Steinwürfen versuchten Juden vor der Westmauer zu ermorden und zu vertreiben. Die Intifada „brach“ nicht „aus“, sie war von Arafat lange vorbereitet, geplant und initiiert.

Die „Operation Hölle“ gibt es nicht.

Arafat prahlte, das „trotz israelischen Drucks niemand [unter den Palästinensern sagte:] ‚Aah‘ [ein Seufzen]… Lassen Sie mich ein Beispiel anführen… Wissen Sie, was eine Mutter eines Märtyrers tut, wenn ihr vom Märtyrertum ihres Sohnes berichtet wird? Sie geht mit Freundenrufen auf die Straße und sagt: ‚Allah sei gelobt, mein Sohn, dass du Palästina geheiratet hast statt deiner Kusine.‘ Das ist das palästinensische Volk.“ Wo das zutrifft, zeigt es höchstens eins: wie aufgehetzt und verblendet diese Mütter durch die palästinensische Führung, Medien und „Geistlichen“ sind, dass sie jede natürliche Reaktion auf den Verlust ihrer Kinder verloren haben.
Oder es zeigt, dass das Trauergeschrei vor den westlichen Kameras nur gespielt ist!
In diesem Interview erklärte Arafat auch, dass „gesagt wird, dass eine halbe Million Juden in Afghanistan sind, die [die Israelis] in die Westbank und den Gazastreifen bringen wollen.“ In Kabul gibt es heute noch ganze zwei Juden! Wo sollen die 500.000 Juden her kommen?
Arafat fuhr mit der Erklärung fort: „Die extremistischen Kräfte in Israel töteten meinen verstorbenen Partner Yitzhak Rabin, der mit mir Frieden schloss, den Frieden der Mutigen. Dies nährt Zweifel am Verhalten einiger [unter den Palästinensern], die die Interessen des palästinensischen Volkes und als seinen Kopf einen unabhängigen palästinensischen Staat mit Jerusalem als seiner Hauptstadt gefährden… wir haben den Notstand erklärt, weil es einige gibt, die das palästinensische Volk auslöschen wollen. Mal ganz was Neues: Palästinenser wollen ihr eigenes Volk auslöschen! Wo ist denn da die viel beschworene Einheit dieses Volkes?
Arafat verdreht sich die vermeintlichen wie tatsächlichen Fakten, wie es gerade passt – egal, wie widersprüchlich sie sein mögen.
Es gibt eine Verschwörung gegen das palästinensische Volk. Daher haben wir einige strikte Maßnahmen ergriffen und wenden eine harte Politik gegen jene an, die der Stimme der Vernunft nicht treu sind und die die Interessen des palästinensischen Volkes nicht respektieren. Dann sind also Gruppierungen wie Hamas usw. Partner Israels. Israel ist so perfide, dass es seine Bürger von einem heimlichen Partner ermorden lässt, damit es neben diesem Partner alle anderen Palästinenser gleich mit auslöschen kann. Wow!
Wir fingen mit denen an, die diese Operationen ausführen, die die palästinensesiche Sache und das palästinensische Image verletzen und schädigen. Kein Wort davon, dass „diese Operationen“ an sich unmenschlich und einfach falsch sein könnten – sie sind falsch, weil sie der PR Arafats nicht zuträglich sind!
Diese Leute konnten keinen besseren Zeitpunkt finden [um Märtyrer-Operationen auszuführen] außer ausgerechnet den Augenblick, als Sharon mit leeren Händen zu einem Treffen mit Präsident Bush ging. Sie gaben Sharon diese Operationen als ein Geschenk… Klar, es ist eine Verschwörung, da konnten sie zu keinem anderen Zeitpunkt zuschlagen! Schließlich sind sie von Israel gesteuert!
Der Prophet Mohammed wurde in der Schlacht von Uhud geschlagen, als einige wenige Muslime vom Berg herab kamen [dem Schlachtfeld] um die Kriegsbeute einzusammeln. Ich sage diesen Leuten: Lasst diese Beute und die Unterstützung, die ihr vom Osten und Westen bekommtn, nicht in eine Waffe umkehren, die uns unsere Sache trifft…“ Hamas und andere sammeln Beutegut ein? Von wem – den Israelis oder der Autonomiebehörde?

In einem „offenen Dialog“ mit Intellektuellen in Ramallahs Casablanca Hotel am 13. Dezember 2001:(5)

„Einhundertvier Jahre sind vergangen seit dem ersten zionistischen Kongress in Basel [Schweiz] und unser Volk steht immer noch fest trotz des Ausmaßes der Verschwörung und trotz der großen Zahl der Verschwörer, beginnend bei Sykes-Pikot [1915] bis zum heutigen Tag… Wir befinden uns im Herz dieser Schlacht mit dem vollen Ausmaß seiner Bedeutung auf allen Ebenen… aber wir sind ihr verpflichtet.“ Bei so viel Gerede von Verschwörung wundert es nicht, dass die „Protokolle der Weisen von Zion“ in der arabischen Welt weit verbreitet sind und als echt betrachtet werden.
Über die Rolle der arabischen Regierungen sagte Arafat:
„[Seit 1948] werden unsere Waffen [von arabischen Herrschern] beschlagnahmt; meine und die meines Kameraden Hamed Abu-Sittah sind während des ‚Nakba‘-Krieges [‚Katastrophen-Krieg, so nennen die Araber den Unabhängigkeitskrieg Israels] von 1948 beschlagnahmt. Sie nahmen unsere Waffen; ich erinnere an das, was Ägyptens Präsident Gamal Abdel Nasser sagte – dass die Waffen von uns fern gehalten wurden und uns nicht erreichten [um im Krieg gegen Israel benutzt zu werden]… Ich kenne viele Geheimnisse, die ganze Berge sprengen könnten, aber ich will sie nicht vor der Presse erzählen.“
In seinen Medien lässt Arafat immer die Unterstützung durch die arabischen Brüder verkünden – also alles Lüge, weil diese Brüder ihnen die Waffen vorenthielten.

Die letzte Bemerkung muss als offene Drohung gegen die „Brüder“ angesehen werden – auch hier ist die (jüdische?) Verschwörung am Werk! Aber er könnte sie, wenn er nur wollte, platzen lassen. Warum tut er es nicht, muss er sich vor der Reaktion der arabischen „Brüder“ fürchten?

Anmerkungen:
(1) WAFA (Palästinensische Nachrichtenagentur, Gaza, 18.12.2001.
(2) Diese Aussagen beziehen sich auf Jerusalem.
(3) Koranischer Begriff zur Definition des Gebietes, das an Feindesland angrenzt.
(4) Al-Rai ´Al-´am (Kuwait), 12.12.2001.
(5) Al-Hayat (London), 13.12.2001

Fazit:
Alles, was die westlichen Medien und Politiker so hoch bejubelten, ist durch diese Äußerungen Makulatur, auch wenn sie teilweise schon vor der Rede vom 16.12.2001 gemacht wurden. Sie zeigen deutlich auf, wie Arafat die Lage sieht und was er will. Die vermeintlichen positiven Worte vom 16.12.2001 werden hier eindeutig umgekehrt. Arafat will keinen Frieden, keinen Ausgleich – er will die Auseinandersetzung mit den Waffen, er will die Juden vernichten!

Arafats Rede vor der UN-Vollversammlung am 10.11.2001

Übersetzter Originaltext Kommentar des Übersetzers
Ankündigung des nächsten Redners:
ANSPRACHE SEINER EXZELLENZ, PRÄSIDENT YASSIR ARAFAT, Arafat ist kein Präsident!
Präsident des Staates Palästina, dass in der UNO der Terrorist Arafat als Staatspräsident vorgestellt wird, ist eine unglaubliche Entgleisung, die durch nichts zu rechtfertigen ist: Es gibt (zumindest bisher) keinen Staat „Palästina“, keinen Staatspräsidenten, aber die UNO will offenbar Fakten schaffen, ohne Rücksicht auf Verluste!
Vorsitzender des Exekutiv-Komitees der Palästinensischen Befreiungs-Organisation (PLO), Präsident der Palästinensischen National-Behörde Eine solche „Nationalbehörde“ gibt es nicht – es gibt eine palästinensische Autonomie-Behörde, deren Vorsitzender Arafat ist; die Bezeichnung „national“ wird von den Palästinensern benutzt und fälschlicherweise von vielen im Westen übernommen; das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland z.B. benutzt den Begriff „national“ nie, weil er international nicht vereinbart ist – auch darüber setzt die UNO sich hinweg.
(Arafat geht ans Rednerpult)
Herr Präsident, Exzellenzen, Herr UN-Generalsekretär, ich möchte damit beginnen, meine Glückwünsche Ihnen, Herr Präsident, zu Ihrer Wahl zum Präsidenten dieser Sitzungsperode der UN-Generalversammlung zu überbringen. Ich möchte auch meine Glückwünsche seiner Exzellenz, Herrn Kofi Annan, dafür überbringen, dass er zu einer zweiten Amtszeit als Generalsekretär gewählt wurde und der UN dafür, dass sie mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde.

Es ist besonders wichtig, heute in dieser Sitzung bei Ihnen zu sein, die unter sehr kritischen und wichtigen Umständen abgehalten wird, denn wir treffen uns in den Nachwirkungen der terroristischen, erschreckenden, kriminellen und verabscheuungswürdigen Taten des 11. September 2001 gegen New York und Washington, D.C., die wir scharf verurteilten. In diesem Zusammenhang möchte ich noch einmal Präsident Bush, dem amerikanischen Volk und Regierung und den Familien der Opfer unsere tiefste und wärmste Sympathie aussprechen. Das palästinensische Volk hat seine Bereitschaft ausgedrückt, alle Formen intenrationalen Terrorismus entgegen zu treten, einschließlich staatlich organisiertem Terror, um eine neue Welt aufzubauen, die Gerechtigkeit, Frieden, Sicherheit und Freiheit für alle Menschen garantiert, eine neue Welt auf der Basis der Menschenrechte, internationaler Legalität. Wir rufen alle Naitonen auf, ihre Bemühungen innerhalb des Rahmens der UNO und internationaler Legalität zu koordinieren, um einen Zusammenstoß der Zivilisationen zu vermeiden und zum Dialog zwischen allen Völkern zu ermutigen.

Herr Präsident, ich hatte letztes Jahr die Ehre, auf dem Milleniuims-Gipfel der UNO zu sprechen; hier bin ich wieder einmal, spreche zu Ihnen, mit dem Schmerz des palästinensischen Volkes und seiner gerechten Sache, das immer noch auf eine gerechte Lösung wartet.

Wie Sie sich alle erinnern, verabschiedete die UN-Vollversammlung die Resolution 181, die die Aufteilung Palästinas in zwei Staaten forderte: einen jüdisch, den anderen palästinensisch, aber der palästinensische Staat wurde von der UNO nicht anerkannt, im Gegenteil: das palästinensische Volk sah sich einer enormen historischen Ungerechtigkeit gegenüber, die Mehrheit wurde von ihren Heimen entwurzelt und zu Flüchtlingen gemacht. Das ist nun wirklich der Gipfel der Unverfrorenheit: Die Araber haben den Teilungsbeschluss nicht anerkannt, es gab nie die Chance, diesen palästinensischen Staat einzurichten, weil die arabischen Nachbarstaaten dies nicht wollten und gegen Israel Krieg führten! Wie Arafat die Entwurzelung der Flüchtlinge auslegt, brauche ich wohl nicht zu schildern – nach PA-Lesart hat Israel die Palästinenser vertrieben! Dabei waren es die Araber, die die Menschen dort weg holten, lockten und teilweise mit Drohungen entfernten.
Dazu kommt dann noch: Was sollte denn die UNO anerkennen? Wo war denn der „palästinensische Staat“? Den wollte kein Araber – und Jordanien und Ägypten besetzten das, was angeblich heute das Staatsgebiet eines palästinensischen Staates werden soll. Dagegen hat kein Araber protestiert. Auch kein Palästinenser, denn die gab es damals noch nicht, sie wurden erst 1964 erfunden!
Das palästinensische Volk setzt seine Suche nach dem Recht auf Selbstbestimmung und Rückkehr weiter fort. Rechte, die heute das Rückgrat aller wichtigen Resolutionen des Sicherheitsrats und der Generalversammlung darstellen, die universelle Erklärung der Menschenrechte und des internationalen Rechts. Rechte, die auf dem nationalen palästinensischen Boden ausgeübt werden sollten. Das ist interessant: Niemand glaubt wirklich, dass Arafat als Herrscher die Menschenrechte in seinem Herrschaftsbereich auch nur im mindesten interessieren. Im Gegenteil: Dort wird ohne ordentliche Gerichtsverfahren (im internationalem Standard) verurteilt und ins Gefängnis (menschenunwürdige Zustände) gesteckt oder hingerichtet; in seinen Gefängnissen wird gefoltert. Und wie er seinem Volk bei der von ihm und seinesgleichen ausgeübten Korruption Gerechtigkeit widerfahren lassen will, ist mir schleierhaft.
Ihnen ist bewusst, meine Damen und Herren, dass wir die Lösung akzeptiert haben, die die ingernationale Gemeinschaft angeboten hat, ja, wir haben weniger als 25 Prozent des historischen Palästinas akzeptiert, während die Vollversammlung uns fast 50 Prozent des historischen Palästina zugestand, wie es die Resolution 181 von 1947 vorsah. Arafat kümmert es nicht, dass es kein „historisches Palästina“ gab. Ihn kümmert es nicht, dass das britische Mandat „Palästina“ ursprünglich das gesamte Gebiet des heutigen Jordanien einschloss und von den Briten ohne Abstimmung mit dem Völkerbund oder später der UNO vom „Palästina“ westlich des Jordan abgetrennt wurde, um als Königreich Transjordanien einen eigenen Staat zu bilden – das heutige Jordanien. Ihn kümmert es nicht, dass eine arabische Akzeptanz des Teilungsbeschlusses von 1947 fehlte und Israel schon vor dem Teilungsplan 75% dessen verweigert wurde, was den Juden vom Völkerbund als Heimstatt zugewiesen wurde. Ihm ist egal, dass die Vergrößerung des israelischen Staatsgebiets nur durch arabisch verursachte Kriege zustande kam. Wie großzügig, auf die Hälfte dessen zu „verzichten“, was man ohnehin nicht mehr bekommen kann.
Auf dieser neuen Basis gingen wir zur Konferenz von Madrid, die auf der Grundlage des Prinzips „Land für Frieden“ und mit der objektiven Umsetzung aller bedeutenden Resolution der internationalen Legalitätsträger einschließlich der Resolutionen 242, 338, 425 und der Resolution 194 der UN-Vollversammlung betreffs der palästinensischen Flüchtlinge abgehalten wurde. Und die Ungenauigkeiten wie die Unwahrheiten gehen weiter: Land für Frieden bedeutet ja wohl, dass die Israelis nicht weiter vom palästinensischen Terror bedroht sind – das hat Arafat mit seinen Kumpanen nie auch nur ansatzweise verwirklicht (weshalb sollte er also Land dafür bekommen?). Die Auslegung der Resolutionen, die Arafat anführt, ist so einseitig, dass Israel nur Pflichten auferlegt bekommt, ohne dass die Palästinenser sich um die von ihnen zu erfüllenden Pflichten kümmern.
Dann unterschrieben wir die Oslo-Vereinbarungen in Washington, D.C., mit den USA, der Russischen Föderation, der Europäischen Union, China, Japan, Ägypten, Jordanien und der ganzen Welt als Zeugen. Später unterzeichneten wir weitere Vereinbarungen und Verständigungs-Abkommen. Nach der Ermordung meines Partners, Herrn Yitzak Rabin, verfolgten die israelischen Regierungen einen Weg der Nicht-Erfüllung und setzten Israels Verpflichtungen aus den zugehörigen, unterschriebenen Vereinbarungen nicht um, was unsere aufrichtigen Bemühungen, einen umfassenden, gerechten, dauerhaften Frieden, den Frieden der Mutigen, erschwerte. Siedlungen und Siedler haben sich seit dem Start des Friedensprozesses verdoppelt, was den Mangel an Ernsthaftigkeit auf Seiten der israelischen Regierung widerspiegelt. Die Behauptung Arafats, er habe sich um umfassenden Frieden bemüht, spottet jeder Beschreibung. Jeder Konflikt mit der Regierung Netanyahu z.B. und die entsprechenden Verzögerungen im Oslo-Prozess resultierte daraus, dass Arafat seinen Verpflichtungen nicht nach kam – und der Westen Israel unter Druck setzte, sich trotzdem aus weiteren Gebieten zurückzuziehen! Arafat verschweigt, dass er noch zu Lebzeiten Rabins den Frieden unterlief und die Abkommen ad absurdum führte, als er (öffentlich und aufgezeichnet!) sagte, dass der Vertrag mit Israel dem gleich setzbar sei, den Mohammed mit den Qureish schloss – und den er (islamisch legal, weil mit Ungläubigen geschlossen!) in dem Moment brach, als er militärisch stark genug war, sie zu besiegen. Damit hat er die Oslo-Verträge für von vorneherein als Mittel zum Zweck klassiert: Eine Wartezeit zu schaffen, um die Israelis zu günstiger Stunde wieder neu angreifen (und vernichten) zu können. So sehen Arafats Bemühung um Frieden aus!
Dann kam Sharons Besuch des Edlen Heiligtums im heiligen Jerusalem, vor dem ich die israelische Regierung gewarnt hatte, dass es schwerste Konsequenzen für den Friedensprozess und die Region haben werde. Eklatanter kann man kaum lügen: Sharon hat sich nicht nur von den Moscheen fern gehalten, die Palästinenser hatten bei den Anfragen der Barak-Regierung gesagt, der Besuch könne problemlos statt finden, solange Sharon sich den Moscheen nicht nähere. Die angebliche Warnung Arafats hat es nicht gegeben. Außerdem bestreitet er weiterhin die Rechte der Juden am Tempelberg.
Diese Aktion löste die palästinensische Intifada aus; sie kam als Reflex der Ablehnung des palästinensischen Volkes gegen die Verstöße der israelischen Regierung gegen unterschriebene Vereinbarungen, israelischer Siedlungspolitik, die die Besatzung vertieft, statt sie durch Abzug aus dem besetzten palästinensischen Gebiet zu beenden sowie auch ihrer Politik, unsere christlichen und moslemischen Heiligen Stätten zu unterwandern. Wo soll denn diese „Unterwanderung“ statt finden? Die Israelis haben ALLE „Heiligen Stätten“ der Christen und Moslems als solche behandelt und ihnen nirgendwo Schaden zugefügt. Sie haben den Moslems die Verwaltung des Tempelbergs überlassen (was nur dazu genutzt wird, Juden vom Tempelberg fern zu halten). Mir kann auch keiner erzählen, dass der Besuch Sharons der Auslöser für den Terror war – er wurde als Anstoß genommen für Maßnahmen, die von langer Hand vorbereitet waren (was inzwischen genügend palästinensische Führer/“Politiker“ zugegeben haben!). Hätte es Sharons Besuch nicht gegeben, hätte Arafat sich einen anderen fadenscheinigen Grund gesucht!
Die derzeitige israelische Regierung führt die Aggression gegen das palästinensische Volk fort, die von der vorherigen Regierung begonnen wurde. Staatsterrorismus wird gegen das palästinensische Volk verübt, wobei die Macht der israelischen Armee, einschließlich F-15, F-16, Apache-Hubschraubern, Panzern, Raketen und Marineschiffen, einschließlich verbotener Waffen genutzt wird. Und wieder wird auf die Propagandapauke gehauen: Die „Aggression“ besteht darin, dass sich Israel gegen den Terror der Arafat-Schergen wehrt. Die Palästinenser selbst wollen und werden „alle Mittel einsetzen“, die sie haben, um gegen Israel vorzugehen – aber wehe, die Israelis handeln entsprechend. Der „Staatsterrorismus“ sind Israels gezielte Schläge, die die Opfer so gering wie möglich halten, während die Leute Arafats möglichst viele Opfer unter Unschuldigen erzielen wollen. Wer übt also Terror aus? Es spricht für die Israelis, dass sie ihre besten High-Tech-Waffen einsetzen, um gegen die Terroristen vorzugehen, weil dadurch unnötige Opfer verhindert werden! Würden sie weniger hoch enwickelte Waffen verwenden, gäbe es mehr Opfer unter den Palästinensern. – Illegale Waffen setzen die Israelis nicht ein. In Europa kam die Diskussion um die amerikanische „Uran“-Munition auf – prompt behaupteten die Palästinenser, Israel würde Uran-Munition gegen sie einsetzen; die ständig behaupteten Gasangriffe konnten sie nicht nachweisen. Arafat lügt seit Jahren gegenüber allen möglichen Leuten, Israel vergifte Palästinenser mit AIDS, setze Gift ein (in Süßigkeiten abgeworfen) usw. Das kann er nicht belegen, aber was soll’s? Hauptsache, es steht in der Welt und die eigenen Leute und die Araber glauben es. Die anderen sind egal, die glauben dann wenigstens die weniger haarsträubenden Sachen. Wieso widerspricht ihm niemand?
Die israelische Armee praktiziert auch die Ermordung palästinensischer politischer Führer, Zerstörung von Häusern, Vernichtung von privaten und Regierungsinstitutionen, der Entwurzelung hunderttausender von Bäumen und Farmen (Oliven und Obst), Praktiken, die die Tötung von Frauen, Kindern und Alten einschließen. 1800 Palästinenser wurden getötet und 37.000 verwundet, wodurch viele ein Leben lang behindert sind, tausende wurden verhaftet. Arafats Zahlen sind lächerlich um ein Vielfaches übertrieben. Das entscheidende sagt er nicht: Warum wohl gibt es die Toten, Verwundeten und Verhafteten? Weil Arafat nicht für Frieden sorgt, sondern den Krieg will. Warum wurden Bäume ausgerissen und Häuser platt gemacht? Weil Arafats Terroristen sie als Deckung für ihre Anschläge nutzten. Im Gegensatz zu Israel, das ausschließlich zum Schutz gegen Angriffe zu solchen Maßnahmen greift, haben Palästinenser gezielt israelische Felder und Glashäuser in Brand gesetzt und auf andere Arten vernichtet. Wer hat hier also mehr Grund zur Beschwerde? Wer tötet ohne Ansehen der Person, wobei Frauen, Kinder und Alte sterben? Bei den Israelis sind das bedauerte palästinensische Opfer, während die Arafat-Terroristen genau diese „Zielgruppe“ haben. Arafat verkehrt die Tatsachen, wenn er anderes behauptet.
Es sollte angemerkt werden, dass die palästinensische Wirtschaft verwüstet wurde, die Verluste erreichen 7 Milliarden Dollar als Resultat aller möglichen Formen von ökonomischer, finanzieller, medizinischer, Lebensmittel-Abriegelungen und Belagerungen, die allen palästinensischen Städten, Dörfern und Flüchtlingslagern aufgezwungen wurden, die weiterhin die Bewegungsmöglichkeiten der Leute und Waren verhindern, inklusive der Bewegungsfreiheit von Schülern und Lehrer, die daran gehindert werden ihre Schulen und Universitäten zu erreichen und die kürzlich verschärft wurden. Unsere internen Verbindunge, Flughäfen sind geschlossen. Alle Maßnahmen stehen in krasser Verletzung der grundlegendsten Menschenrechte. Arbeiter werden davon abgehalten, ihre Arbeitsstellen zu erreichen. Herr Arafat vergisst einmal mehr die Gründe für das israelische Handeln: die terroristischen Aktionen der Verbrecher zu behindern, möglichst verhindern, die von Arafat geschützt, unterstützt und befehligt werden. Er schreibt die katastrofale ökonomische Lage den Israelis zu – und verschweigt dabei die Verantwortung seines eigenen Apparats, der Milliarden-Hilfen der USA und der EU in Korruptionskassen versickern ließ, in illegale Waffenkäufe statt die wirtschaftliche Entwicklung gesteckt und zur Entlohnung der Tanzim und anderer Terroristengruppen der Fatah genutzt hat. Die Selbstmord-Attentäter wurden in palästinensischen Schulen und Universitäten radikalisiert und rekrutiert. Die sonstigen Attentäter kommen aus allen möglichen Schichten und Gegenden der Autonomiegebiete. Um den terroristischen Aktivitäten auch nur einigermaßen vorbeugen zu können bleibt Israel nichts anderes übrig, als die Bewegungsfreiheit der Terroristen (und damit der palästinensischen Bevölkerung insgesamt) zu kontrollieren und einzuschränken. Würde Arafat seinen Verpflichtungen nachkommen und die Terroristen verhaften sowie die Volksverhetzung gegen die Juden beenden und seine Jugend zum Frieden erziehen, dann könnten alle Schranken wieder abgebaut werden. Aber das will Arafat vorsichtshalber nicht ausprobieren, es könnte ja zum Frieden führen – und er verlöre einen Sündenbock für seine eigenen Verbrechen! Für ihn gehört es zu den grundlegenden Menschenrechten, dass Juden ungehindert abgeschlachtet werden können, die Mörder sich frei bewegen können müssen und Israel sich auf keinen Fall wehren darf. Bezüglich der wirtschaftlichen Situation der Palästinenser vergisst Arafat auch geflissentlich, dass seine Untertanen, solange Israel für sie sorgte, in wirtschaftlich besseren Verhältnissen lebten als heute. Er verschweigt, dass Israel mehr für die Palästinenser getan hat als alle Araber des Nahen Ostens zusammen!
Wir stehen einer Aggression, Eskalation und dem blutigen Krieg des Staatsterrors gegenüber, der von der israelischen Regierung gegen unser Volk, Land, die heiligen Stätten geführt wird, den Panzervorstößen in unsere Städte, Dörfer und Flüchtlingslager und den Massakern, die an verschiedenen Orten in der Westbank und dem Gazastreifen verübt wurden. Wir rufen die internationale Gemeinschaft, vertreten durch Sie alle und alle Befürworter des Friedens, der Freiheit, Gerechtigkeit in aller Welt auf, jeden möglichen Versuch zu unternehmen, diesen Aggressionskrieg zu stoppen, internationale Beobachter zu schicken, um unser Volk vor der Besatzung, dem Terror, der ethnischen Säuberung zu schützen, die von Israel ausgeübt wird und um die Umsetzung eines Waffenstillstands zu überwachen, der von unserer Seite mehrfach erklärt wurde und immer durch die israelische Regierung verletzt wurde. Jetzt läuft er zur Hochform in der Desinformation auf: Israels Waffenstillstände, sein Stillhalten z.B. über zwei Monate (von Mitte Mai bis Mitte Juli) werden ignoriert. Im Gegensatz zu Israel haben Arafats „Waffenstillstände“ nie Wirkung gezeigt – der Ankündigung folgten eine Erhöhung der terroristischen Aktivitäten in Qualität oder Quantität, manchmal in beidem. Wenn Arafat von ethnischen Säuberungen spricht, dann verkehrt er die Verhälntnisse: Er will einen judenreinen Palästinenserstaat, er verbietet Juden den Zugang zu ihren heiligen Stätten usw. Wer ist hier der Rassist? Er sagt, die Israelis richteten Massaker an – was gehört dazu? Zielgerichtete Tötung einzelner Terroristen soll schon Massaker darstellen? Wenn Israel Massaker anrichten würde, müssten die Palästinenser weitaus mehr Beerdigungen bewältigen. Wenn Massaker stattfinden, dann dort, wo Palästinenser gezielt in Menschenmengen, Privatwagen oder Busse schießen oder diese per Selbstmordattentat in die Luft jagen – aber da interessiert ja nicht, das ist ja keine israelische Gewalt.
Herr Präsident, die internationale Schirmherrschaft über den Friedensprozess im Nahen Osten ist die einzige Garantie für die Bemühungen, die die internationale Gemeinschaft unternimmt, um Frieden zu einer etablierten Realität in unserer Region zu machen, die Abwesenheit der internationalen Einbeziehung in den Konflikt und die seriöse Suche nach einer Lösung der palästinensischen Frage in Übereinstimmung mit Gerechtigkeit du den Prinzipien des internationalen Rechts wird die Region in die Gewalt, Konfrontation und das Blutvergießen zurücksetzen und die Situation explosiver und brüchiger mache Das ist Arafats Ziel seit Ausbruch der Gewalt – Internationalisierung, damit die Verhältnisse des Libanon und Hebrons auch im übrigen Gebiet entstehen: internationale Beobachter, die unter Druck stehen oder auch bedroht werden und deshalb nur das berichten, was die PLO berichtet wissen will.
Daher rufe ich die internationale Gemeinschaft auf ihre ehrlichen Bemühungen zur Beendung der derzeitigen Situation und der eskalierenden Krise zu verdoppeln, die den Friedensprozess bedrohen. Es ist für die aktiven Eingriffe der internationalen Gemeinschaft und der echten Supermächte ehtscheident, den Friedensprozess zu retten und zurück auf die Gleise zu setzen und ihne ehrlich und effektiv vorwärts zu bringen. Ein dauerhafter Frieden wird nicht erreicht werden und anhalten ohne die Umsetzung internationaler Vorschriften, die für einen effektiven internationalen Mechanismus sorgen sollte, über den die entsprechenden Resolutionen des Sicherheitsrats und der Vollversammlung umgesetzt werden. Die genaue und ehrliche Umsetzung dieser Resolutionen wird den Frieden bringen und erhalten und weiteres Blutvergießen in unserer Region zu verhüten. Arafats Ziel seit Beginn des derzeitigen Terrors ist die Internationalisierung, damit Israels Handlungsfähigkeit möglichst stark beschnitten wird. Wenn er von ehrlicher Umsetzung der Resolutionen redet, dann spricht er von seiner eigenen, völlig einseitigen Auslegung – jede andere akzeptiert er erfahrungsgemäß nicht. Ehrlich und objektiv ist Arafats Sichtweise mitnichten! Und was Araber mit UN-Resolutionen tun, die ihnen nicht passen, haben wir seit 1948 immer wieder erleben können (s. Resolution 181), zuletzt im Fall der „Sheeba-Farmen“, von denen die UNO sagt, sie seien syrisch, die aber von den Arabern auf einmal zu libanesischem Staatsgebiet erklärt wird, damit die Hisbollah weiter gegen Israel um der „Freiheit“ willen bomben kann. Und noch einmal: vorsichtshalber verzichtet Arafat darauf, den israelischen Friedenswillen zu testen und terrorisiert weiter. Von wem also geht das Blutvergießen aus?
Entsprechend unserem Glauben an Frieden als eine strategisch unumkehrbare Option unseres Volkes haben wir vollständig und positiv mit allen internationalen Bemühungen und Initiativen zusammen gearbeitet, z.B. (?) der ägyptisch-jordanischen Initiative, den Tenet-Verständigungen und dem Mitchell-Bericht, die wir als Paket akzeptierten. Allerdings nicht auch nur ansatzweise umsetzten! Und außerdem falsch darstellten.
Wir haben auch einen einseitigen, umfassenden Waffenstillstand ausgerufen und wir haben äußerste Anstrengungen unternommen ihn einzuhalten. Eine glatte Lüge – dagegen spricht alleine die Zahl der Anschläge in Israel, die im Durchschnitt deutlich höher liegen als im Frühjahr, vor dem einseitigen israelischen Waffenstillstand, der von Arafat genutzt wurde, die Gewalt in Qualität und Quantität zu steigern.
Am Vorabend des jüdischen Neujahrs ging von uns eine Aufruf zum Frieden auf und wir entboten dem israelischen Volk unsere aufrichtigen Glückwünsche und riefen sie auf, das neue Jahr eine Gelegenheit zu einem neuen Zeitalter des Friedens, der Sicherheit und Koexistenz zwischen dem palästinensischen und dem israelischen Volk und den Menschen des Nahen Ostens zu machen. Was außer von Shimon Peres, Yossi Beilin und Uri Avnery als lachhafte Propaganda abgetan wird.
Wir haben unsere Strategische Verpflichtung zum Frieden, zu Verhandlungen, einer friedlichen Lösung aller ausstehenden Fragen zwischen uns und der Regierung von Israel sehr deutlich und aufrichtig getroffen. Warum dann weiterhin die Hetzbücher in den Schulen, die Hetzkampagnen in den Medien, die Ausbildungslager für kleine Kinder, die Verherrlichung der „Märtyrer“ und Selbstmörder, die Verteufelung der Juden, die Geschichtsverfälschungen der Waqf zum Tempelberg und Jerusalem, die Angriffe auf die jüdischen heiligen Stätten, der Schutz der Terroristen usw?
Bedauerlicherweise wies die israelische Regierung ihre Armee an, die Militärkampagne gegen unser Volk, unsere Städte, Dörfe und Flüchtlingslager zu eskalieren, wozu die Pufferzonen gehören, die zu Zerstörung unserer Farmen, der Entwurzelung tausender vo Bäumen an den verschiedenen Orten der Westbank und des Gazastreifens gehören. Zu diesen verleumderischen Vorwürfen brauche ich nicht mehr zu sagen, das steht oben schon. Aber Wiederholung braucht Herr Arafat, damit er seine Lügen selber glauben kann.
Erlauben Sie mir, meine größte Hochachtung und aufrichtigen Wünsche an alle brüderlichen, freundlichen Nationen und den Supermächten auszudrücken, die heute mehr als je zuvor erkannt haben, dass die Einrichtung eines palästinensischen Staates mit dem heiligen Jerusalem als seiner Hauptstadt die einzige Garantie für Sicherheit, Frieden und Stabilität in der Region und der Welt ist und einen Grundstein für seine Schaffung und seinen Erhalt ist. Ich wage das zu bezweifeln – Arafat und genügend seiner Schergen haben zu oft und zu glaubhaft gesagt, dass der Palästinenserstaat vom Jordan bis zum Mittelmeer reichen soll. Der „Frieden“ Arafats kann also erst dann stabil und fortdauernd sein, wenn Israel vernichtet ist – genau das, was die PA-Schulbücher, Medien und der Mufti von Jerusalem, wie auch die übrigen „Geistlichen“ predigen.
Wir rufen diese Nationen auf, besonders die USA, Großbritannien, die russische Föderation, Frankreich, China, Japan, die Länder der EU, dass sie jeden möglichen Versuch ausüben, diese Vision auf einen realistischen Weg zu bringen, um dem palästinensischen Volk zu ermöglichen in Frieden, Würde, Freiheit in Unabhängigkeit und eigener Landeshoheit in ihrem eigenen unabhängigen Staat auf ihrem nationalen Boden mit dem heiligen Jerusalem als ihrer Hauptstadt zu leben und sicher zu stellen, dass Israel, die Besatzungsmacht, vollständig und umfassend aus allen palästinensischen und arabischen Gebieten einschließlich dem heiligen Jerusalem auf die Grenzen vom 4. Juni 1967 zurückzieht, die Siedlungsaktivitäten beendet und die Siedler aus unserem Land evakuiert und den palästinensischen Flüchtlingen das Recht auf Rückkehr in Übereinstimmung mit der Resolution 194 garantiert, die dieses Recht aufführt und zur Entschädigung derer aufruft, die nicht zurückzukehren wünschen. Da haben wir wieder die einseitigen Darstellungen zu den UN-Beschlüssen. Nach diesen müssten auch die Juden, die vertrieben wurden, in ihre Gebiete/Häuser usw. zurückkehren dürfen – aber das lehnt Arafat ab, alle „Siedler“ müssen verschwinden, egal, ob sie vor 1948 in dem zukünftigen Palästinenserstaat lebten oder nicht. Eine Entschädigung käme für sie auch nicht in Frage. Nach Arafats Lesart haben nur die Israelis Verpflichtungen, nur die Israelis verletzen die UN-Resolutionen, nur die Israelis sind die, die zahlen müssen. Palästinenser sind zu nichts verpflichtet! Mich würde im Übrigen auch interessieren, was die übrigen arabischen Staaten sagen, wenn sie auf einmal die Resolution zur Rückkehr der Flüchtlinge umsetzen müssten – sie haben 1948/49 hunderttausende von Juden vertriegen, die ihre Rechte einklagen könnten!
Wir heißen die positiven Stellungnahmen von Präsident George Bush und anderer Führer willkommen, die zur Errichtung des palästinensischen Staates aufriefen; wir glauben, dass dies einen entscheidenen Schritt auf dem Weg zur Beendigung des Konflikts und der Errichtung des Friedens im Nahen Osten darstellt. Klar, dass er das so sieht. Die sicherlich etwas schlecht überlegten, aber wohl (wegen der Antiterror-Koalition) gewollten Äußerungen Bushs und Blairs haben ihn darin bestätigt, dass nur genug gelogen, gebombt und terrorisiert werden muss, damit der Westen ihm liefert, was er haben will. Dass dies SEIN „Frieden“ ist, der den jüdischen Staat vernichten wird, stellt er nicht heraus – das will der Westen nicht hören, also verschweigen wir es ihm, es reicht, wenn es die eigenen Leute wissen.
Ich sage Ihnen offen, dass die Wiederbelebung des Friedensprozesses nach allem ,was geschehen ist, nicht durch Interim-Abkommen möglich sein wird; es ist natürlich unmöglich, ein weiteres Interim-Abkommen zu erreichen. Und schon wird der Grund dafür gelegt, dass ein Friede nicht erreichbar wird: Israel hat unter Barak ein Endstatus-Abkommen versucht und ist grausam an Arafat gescheitert. Deshalb wird es erst einmal keinen Versuch in dieser Richtung mehr unternehmen. Sharon und viele andere haben schon gesagt, dass sie weitere Interim-Abkommen suchen werden, um langsam in Richtung eines Endstatus-Abkommens zu gelangen. Alles andere ist nach den Erfahrungen Baraks offensichtlich unrealistisch. Aber Arafat beugt dem vor. Er stellt die Israelis einmal mehr vor die Wahl: Entweder ihr tut, was wir wollen oder wir kommen mit Terror! Wie soll so ein Frieden erreicht werden können? Nicht mit Arafat, der will absolut keinen Frieden, außer dem, den er definiert: Juden raus und alles den Palästinensern. Judenreines Land zwischen Jordan und Mittelmeer!
Um die Situation auf dem Boden zu kontrollieren und zu dem zurück zu bringen, was vor dem 28. September 2000 bestand, braucht einen klaren politischen Horizont, damit die Hoffnung wieder belebt wird.

Was der Friedensprozess nun braucht, um einen gerechten und dauerhaften Frieden zu erreichen, ist ein aufrichtiger Versuch unter der Schirmherrschaft der USA, der russischen Föderation, der EU und arabischer und muslimischer Staate und anderer freundschaftlich verbundener Nationen der blockfreien Bewegung, um sofort einen umfassenden Rahmen für eine dauerhafte Lösung auf Grundlage der internationalen Legalität, damit beide Parteien rasch über die Details der dauerhaften Lösung verhandeln können

Und das bedeutet für Arafat: Ich mache keine Kompromisse, ich sage, was ich haben will – und wenn die Juden nicht spuren, dann ist es halt nichts mit Frieden, dann wird wieder gebombt. Das ist dieselbe Strategie wie in Camp David: Ich bestimme, was gerecht ist, die Juden haben den Preis zu zahlen und wer Kompromisse von mir erwartet, der muss sehen, wo er bleibt.
Dem sollte unverzüglich von der Umsetzung des Mitchell-Berichts und der Tenet-Vorschläge voran gehen. Wobei er geflissentlich außer Acht lässt, dass er selbst natürlich die Bedingungen beider Vereinbarungen/Vorschläge nicht erfüllt, aber Israel trotzdem alles tun soll, was darin von ihm gefordert wird. Er verschweigt, dass in beiden Vorbedingung ist, dass die Palästinenser den Terror einstellen und zu Recht und Gesetz zurückkehren. Er verschweigt, dass der erste Schritt von ihm kommen muss. Vorher hat Israel überhaupt keine Verpflichtungen!
Es ist offensichtlich, dass wir mehr internationale Bemühungen und internationale Präsenz vor Ort brauchen. Weiter oben steht alles zu Arafats Internationalisierungs-Versuch.
Auf jeden Fall müssen die UNO und der Generalsekretär ihre wichtige Rolle tragen, damit wir unsere Friedens-Unternehmung erreichen können. Und solange sie Arafats Meinung sind, ist alles gut – aber wehe, sie weichen auch nur einen Millimeter davon ab, dann sind sie die bösen Verbrecher, die das palästinensische Volk verraten und sich der jüdischen Weltverschwörung hingeben – vgl. die palästinensische Presse gegenüber jedem, der Arafat nicht nach dem Mund redet, auch wenn er gerade eben noch ein „Freund“ war.
Ich rufe die israelische Regierung und das israelische Volk auf, auf diesen Ansatz positiv zu reagieren, damit wir zusammen Frieden im Land des Heiligen Landes bauen können. Es ist unnötig zu sagen, dass wir einen schnellen Versuch benötigen, der nicht länger verzögert werden darf, besonders angesichts der derzeitigen internationalen Situation. Es ist klar, dass Arafat schnelles Handeln braucht – bei Verzögerungen ist seine Macht in Gefahr, er könnte von den westlichen Mächten wieder einmal entlarvt werden und seine heuchlerischen Positionen als solche erkannt werden. Die taktischen Unterstützungsrufe der westlichen Welt, wegen der Anti-Terror-Koalition getätigt, könnten weniger ernst gemeint sein, wenn das Afghanistan-Problem sich einer Lösung zuneigt und die Notwendigkeit nicht mehr besteht, die von den Arabern betriebene Verknüpfung des Al-Qaida-Terrorismus mit der Lösung des Nahost-Konflikts zu Politik zu machen. Und vor allem: Es könnte sein, dass die „militanten“ Gruppen und andere anfangen könnten gegen Arafat vorzugehen und ihn abzulösen.
Wir sind bereit, unseren Teil der Verantwortung zu tragen, wir bauen darauf, dass Sie auch bereit sind, dasselbe zu tun. Den ersten Teil der Behauptung führt Arafat Zuhause täglich ad absurdum – und die Welt soll das unterstützen. Er unterstellt, dass die Israelis nicht bereit sind – dabei haben sie es immer und immer wieder bewiesen, während die Palästinenser das nutzten, den Terror auszudehnen.
Ich grüße Sie alle und hoffe, dass diese Sitzungsperiode die geforderten Resolutionen und Empfehlungen hervor bringt, die es unseren Völker und Nationen und die gesamte Menschheit ermöglichen in Frieden, Stabilität und mehr Wohlstand zu leben. Im Falle der Palästinenser braucht es dazu weniger UN-Resolutionen, sondern mehr die Abschaffung der Korruption, die Beendigung der Gewalt und eine Rückkehr zu zivilisiertem Verhalten, damit die Palästinenser zu mehr Wohlstand kommen.
FRIEDE SEI MIT IHNEN In seinen Zeitungen und auf der Website der Fatah heißt es an dieser Stelle immer: REVOLUTION BIS ZUM SIEG! (von wegen Frieden!)