Die Palästinensische Autonomiebehörde zerstört sich aus „Ehre“ weiter selbst – wird es ein Ehren-Selbstmord sein oder ein Selbstmord-Bombenanschlag?

Elder of Ziyon, 14. September 2020

Heute Morgen sagte PA-Premierminister Mohamed Schtayyeh, dass die PA-Minister darüber nachdenken Präsident Abbas einen Plan vorzulegen, ihre Beziehung zur Arabischen Liga zu „überdenken“, will der Liga sich weigerte einen Beschluss zur Verurteilung der VAE wegen deren Entscheidung zur Normalisierung der Beziehungen zu Israel zu verurteilen.

Schtayyeh sagte während seiner Rede zu Beginn des Kabinettstreffens heute, dass die Arabische Liga ein Symbol arabischer Inkompetenz geworden sei und dass Normalisierung der Beziehungen zu Israel ein Affront gegenüber der arabischen Würde ist.

Er fügte an: „Ist es für Araber möglich zu akzeptieren, in der Al-Aqsa-Moschee auch nur zu beten, während sie besetzt ist?“

Seine angebliche Sorge wegen der Politisierung des Tempelberg-Bereichs ist ein wenig scheinheilig, da es nur wenige Wochen her ist, dass der Mufti der PA, der für Mahmud Abbas arbeitet, eine Fatwa ausgab, keinen Einwohnern eines arabischen Staates, der die Beziehungen zu Israel normalisiert, den Bereich auch nur zu betreten.

„Morgen wird die arabische Friedensinitiative gekillt und die arabische Solidarität wird sterben. Daher müssen wir gemeinsam aufstehen und wir werden einen schwarzen Tag der Geschichte der arabischen Nation und eine Niederlage der Institution der Arabischen Liga erleben, die nicht länger geeint, sondern gespalten ist. Dieser Tag wird dem Kalender des palästinensischen Schmerzes und der Akte des arabischen Bruchs hinzugefügt werden“, fügte Schtayyeh an.

Jahrzehnte lang wurde jede Resolution der Palästinenser in der Arabischen Liga beschlossen, während die Araber Solidarität mit einer Sache vortäuschten, die sie zunehmend ablehnten. Schließlich beginnt die Scharade zu enden, da arabische Staaten ihre eigenen Interessen der gefälschten Solidarität der arabischen Welt vorzogen, in der die antiisraelische Sache oft die einzige Haltung war, auf die die Mitglieder der Arabischen Liga sich einigen konnten.

Statt zu sehen, dass der Wind sich gedreht hat, agiert die Palästinenserführung, als würde sie immer noch bestimmen, wie die gesamte arabische Welt zu handeln hat. Die arabische Weigerung sich blind ihrem Willen zu beugen verursacht eine Menge Wut und null Selbstreflexion.

Die palästinensische Autonomiebehörde sagt der Arabischen Liga nicht, sie solle zur Hölle fahren, aber sie beschließt sich mit der Hamas zu verbünden – der mit der Muslimbruderschaft verbundenen Gruppe, die für einen so großen Teil der arabischen Welt Anathema geworden ist und die Ägypten und Jordanien aus ihrer wohlwollenden Haltung der PA gegenüber herausdrücken will. Morgen und Freitag veranstalten PA und Hamas gemeinsame Anti-VAE-Kundgebungen und die gesamte Situation lässt sie mehr miteinander sprechen, als sie es in vielen Jahren getan haben.

Wegen ihres sehr verzerrten Ehrgefühls zerstört die PA sich selbst. Sie kann schlicht nicht begreifen, dass die Welt sich verändert hat und sie sich mit ihr ändern muss. Es gibt hier die Gelegenheit für einen Weg zum eigenen Staat, den zu nehmen sie sich weigert und damit verprellt sie die übrige arabische Welt, auf die sie sich für Unterstützung verlassen hat. Darüber hinaus wird ein Schwenk zur Hamas sie ihren Gönnern noch weiter entfremden.

Die einzige echte Frage – eine mit Auswirkungen von Leben und Tod – lautet: Werden die PA und die PLO sich entscheiden, sich ausdrücklich mit dem Iran, Hamas und dem Islamischen Jihad zu verbünden und zum Terrorismus als Hauptstrategie zurückkehren? Sie wollen immer noch die Beziehungen zu europäischen Mächten beibehalten, die die arabische Welt als ihre Haupthelden abgelöst haben. Aber die Hamas und andere Terrorgruppen betrachten sie als Gelegenheit zum „bewaffnetem Widerstand“ zurückzukehren, ein Schritt, auf den Iran und dessen Vertreter Hisbollah aktiv drängen.

Die Palästinenser schießen sich weiter ins Knie

Elder of Ziyon, 18. August 2020

Die Palästinenser reagieren weiter auf die Vereinbarung zwischen Israel und den VAE auf die für sie schlimmstmögliche Weise.

Der Mufti von Jerusalem gab eine Fatwa aus, in der es hieß, den Einwohnern der VAE sei es „vom Gesetz verboten“ die Al-Aqsa zu besuchen. VAE-Einwohner werden das natürlich ignorieren – sie sind nicht an seine Fatwas gebunden. Wenn er glaubt, das werde sie dazu bringen die Palästinenser zu unterstützen, dann ist er nicht sonderlich helle.

Gleichermaßen sagte der palästinensische Premierminister Mohammed Schtayyeh, dass die Palästinenser die Dubai Expo boykottieren wird, die für den 21. Oktober geplant ist.

Die Hauptwaffe, die die Palästinenser haben, ist Propaganda und in diesen zwei Fällen verspielen sie die Chance ihre Geschichte einem eingenommenem arabischen Publikum zu erzählen. Und in beiden Fällen erreichen sie mit ihren angeblich prinzipienfesten Einstellungen nichts.

Es ist eine wunderbare Möglichkeit sicherzustellen, dass sie niemals einen Staat bekommen.

Wussten Sie, dass es eine Palästinian Airlines gibt – mit 140 Beschäftigten in den Büchern?

David Lange, Israellycool, 14. Juli 2020

Der palästinensische Menschenrechtsaktivist Bassam Eid bemerkte während seiner Recherchen zu den Ausgaben der palästinensischen Autonomiebehörde etwas Seltsames.


Bei meinen aktuellen Recherchen stellte ich fest, dass 140 Beschäftigte der Palestinian Airlnes immer noch monatliche Gehälter von der PA bekommen.
Kann mir jemand sagten, wohin die Palestinian Airlines fliegt?

Mir war nicht bewusst, dass es eine Palestinian Airlines gibt, aber andererseits wusste ich auch nicht, dass es eine palästinensische Raumfahrtagentur gibt. Beides klingt so plausibel wie das palästinensische Museum.

Aber ob ihr mir glaubt oder nicht, es gibt eine palästinensische Fluggesellschaft – und ich meine damit nicht Mahmud Abbas‘ $50 Millionen teuren Privatjet.

Die Airline kann ihre Wurzeln zur Interimsvereinbarung über die Westbank den Gazastreifen zurückverfolgen, die von Israel und den Palästinensern 1995 im norwegischen Oslo unterzeichnet wurde. Unter dem einfachen Namen „Oslo II-Abkommen“ einer gemeinsamen Vereinbarung der beiden Länder sollten Japan, Marokko, Ägypten, Saudi-Arabien, Spanien und Deutschland übereinkommen den Bau des Hauptflughafens im Gazastreifen zu finanzieren.

Der Flughafen sollte mit einem Terminal ausgerüstet werden, das 700.000 Passagiere im Jahr abfertigen kann, eine 3.000m lange Landebahn bekommen, einen Kontrollturm und Navigationsausrüstung. Die Pläne sahen vor, dass der Flughafen im Südende des Gazastreifens gebaut wird; die Anflüge und Abflüge sollten direkt von und nach Ägypten erfolgen und israelischen Luftraum komplett meiden.

Sobald ein kommerzieller Flughafen eingerichtet war, machte die PA mit einem Plan weiter für das umkämpfte Land eine nationale Fluggesellschaft zu gründen. Die Airline wurde 1995 mit finanzieller Unterstützung aus den Niederlanden und Saudi-Arabien offiziell angekündigt; die Gönner spendeten zwei Fokker 50 und eine Boeing 727 als Hilfe für den Beginn des Betriebs.

Die neu gebildete Palestinian Airlines sollte sich der Arab Air Carriers Organization anschließen, die Einführung in die Allianz 1999 erfolgen. Während die Airline 1997 offiziell den Betrieb aufnahm, wurden rasch Limits festgestellt, wohin sie fliegen konnte. Der Yassir Arafat International Airport im Gazastreifen war noch immer im Bau, weshalb die Airline den Dienst von den ägyptischen Städten Port Said und Arish nach Jiddah in Saudi-Arabien und Amman in Jordanien aufnahm.

Sobald die Heimat der Airline im Gazastreifen fertiggestellt war, wurden alle Operationen auf den neuen Flughafen verlegt. Palestinian Airlines  expandierte rasch und bot Dienste in weitere Länder an, darunter die Türkei, Bahrain, Qatar, Ägypten und die Vereinigten Arabischen Emirate. Die Airline erhielt auch eine Iljuschin Il-62, die bei ihren Expansionsplänen helfen sollte.

Während die Airline expandierte, war sie nicht völlig ohne israelische Einschränkungen. Unter der Oslo II-Vereinbarung hatte Israel das Recht den Flugplan des Flughafens einzuschränken, was regelmäßig dafür sorgte, dass der Flughafen nachts geschlossen war. Auch die Sicherheit des Flughafens wurde von der israelischen Regierung verwaltet, denn diese befürchtete, dass die Palästinenser wegen der wirtschaftlichen Instabilität des Gazastreifens bei der Sicherheit nachlässig würden.

Leider hat sich das Oslo II-Abkommen im Lauf der Zeit abgeschwächt und die Spannungen zwischen Israelis und Palästinensern führte in den frühen 2000-ern zum Ausbruch der zweiten Intifada. Palestinian Airlines war gezwungen den Betrieb einzustellen, während Israel und Palästina ihren Konflikt eskalierten.

Weil sie befürchteten, dass die Palästinenser den Yassir Arafat-Flughafen für den Schmuggel von Waffen in den Gazastreifen nutzen würden, machte Israel ihn zu einem Primärziel, zerstörte 2001 sowohl das Radar als auch den Kontrollturm, bevor die Landebahn 2002 von Bulldozern aufgerissen wurde. Neben seinen Schmuggel-Befürchtungen behauptete Israel auch, dass der Abriss eine Reaktion auf einen palästinensischen Überfall war, bei dem vier israelische Soldaten getötet wurden.

Ohne Heimatflughafen in Palästina floh die Staatsairline zurück über die Grenze und begann erneut Operationen am Internationalen Flughafen El-Arisch in Ägypten. Palästinenser nach Arisch zu schaffen, war allerdings ein Kampf, da die ägyptischen Sicherheitskräfte bis zu einem Tag brauchen konnten, um die Reisenden bei Ein- wie Ausreise abzufertigen. Im Versuch die Dinge zu erleichtern, besetzte die Airline weiter die Ticketschalter am Yassir Arafat-Flughafen mit Personal; man hoffte innerhalb des Gazastreifens Tickets an Passagiere zu verkaufen und ihr Flugerlebnis zu vereinfachen.

Mit diesen Einschränkungen und der Operation der Fluglinie fast 50km von Zuhause auf der anderen Seite einer internationalen Grenze trocknete die Kundschaft für Palestinian Airlines aus. Die Airline entfernte die Boeing 727 und die Iljuschin Il-62 aus ihrer Flotte, bevor sie 2005 den Betrieb ganz einstellte. Die PA hielt an den zwei Fokker 50 fest und verleaste sie an andere Fluggesellschaften während sie auf eine Chance wartete den Betrieb wieder aufzunehmen.

Diese Chance sollte schließlich 2012 kommen, als die Airline ankündigte, sie würde mit ihren Fokker 50 und einem Routennetz den Dienst wieder aufnehmen, das wieder die Basis in Arisch hatte und Flüge nach Kairo, Amman und Jiddah anbot. Aber wie ihre früheren Erfahrungen in Arisch war Palästina zu stark benachteiligt, als dass es von seiner Airline Gebrauch machen konnte.

Die Airline sollte weniger als zwei Jahre durchhalten, bevor sie den Betrieb wieder einstellte. Die PA kehrte zum Verleasen ihrer Fokker 50 zurück, derzeit ist Niger Airlines die Heimat der beiden Flugzeuge. Obwohl sie derzeit keine Flüge anbietet, ist die Airline immer noch aktives Mitglied von ICAO, IATA und der Arab Air Carriers Organization.

Während Palästina hofft wieder eine fliegende Airline zu haben, ist die Aussicht nach Hause in den Gazastreifen zu kommen immer düsterer. Der Flughafen erhielt in den letzten Jahren weitere Schäden, wobei Terminal und Vorfeldbereich 2014 von der israelischen Luftwaffe heftig bombardiert wurden. Weil die Erholungsversuche in Ägypten sich als zu teuer für die Airline erwiesen haben, ist Palestinian Airlines derzeit eine nationale Fluggesellschaft ohne Zuhause, ohne Betrieb und ohne klare Zukunft.

Aber mit 140 Beschäftigten. Klingt plausibel.

Die PA verhindert weiter, dass Gazaner benötigte medizinische Hilfe erhalten. „Propalästinensische Gruppen“ schweigen.

Elder of Ziyon, 3. Juli 2020

Aus dem Bericht der OCHA-OPT der UNO zu den letzten zwei Wochen im Juni:

Ein acht Monate alter Junge, der eine Operation am Herzen in einem israelischen Krankenhaus benötigte, konnte den Gazastreifen nicht verlassen und starb am 18. Juni. Seit dem 21. Mai hat die PA keine Anträge für Ausreisegenehmigungen aus dem Gazastreifen angenommen oder an die israelischen Behörden weitergeleitet; das ist eine Reaktion auf Israels Plan Teile der Westbank zu annektieren. Seitdem schafften es nur ein paar wenige Patienten, die zu medizinischer Behandlung in der Westbank oder Israel überwiesen wurden, es mit Hilfe von NGOs oder internationalen Organisationen geschafft den Gazastreifen zu verlassen.

Nicht nur die palästinensische Autonomiebehörde hat diese medizinischen Transfers gestoppt, das tun auch palästinensische NGOs – die NGOs, die die UNO anführt, sind israelische NGOs!

Wie es immer der Fall ist, sorgen sich Israel und die Israelis mehr um palästinensisches Leben als es die Palästinenser tun. Die PLO und die PA wie die Fatah und Hamas sind begierig darauf ihre eigenen Leute nebulösen „Prinzipen“ zu opfern, in diesem Fall dem „Prinzip“ nicht mit Juden zureden um palästinensisches Leben zu retten.

Die Welt bleibt von dieser Grausamkeit unberührt, die Palästinenser ihrem eigenen Volk gegenüber zeigt, weil das falsch Narrativ des die Palästinenser hassenden Israel zu stark ist, als dass erlaubt wird Gegenbeispiele zu verbreiten.

Abbas-Berater preist Nazi-Kollaborateur als „Vorbildcharakter” – ehemaliger Mufti von Palästina Haddsch Amin Al-Husseini

Nan Jacques Zilberdik/Itamar Marcus, Palestinian Media Watch, 12. Juli 2019

Der bekannte Nazi-Kollaborateur, der ehemalige Mufti von Palästina Haddsch Amin al-Husseini, wurde von Abbas‘ Berater für religiöse Angelegenheiten und islamische Beziehungen, Mahmud al-Habbasch, offen geehrt.

Im Zweiten Weltkrieg zog Al-Husseini nach Berlin, wo er mit Hitler zusammenarbeitete und die Kriegsanstrengungen der Nazis aktiv unterstützte. Al-Husseini stand auf Jugoslawiens Liste der gesuchten Kriegsverbrecher und war verantwortlich für eine muslimische SS-Division, die tausende Serben und Kroaten ermordete. Als die Nazis anboten einige jüdische Kinder freizulassen, bekämpfte al-Husseini ihre Freilassung und als Resultat davon wurden 5.000 Kinder in die Gaskammern geschickt.

Amin al-Husseini bei einem Treffen mit Hitler (Dezember 1941)

Diese Woche, zum Jahrestag seines Todes, postete Abbas‘ Berater ein Foto Al-Husseinis und pries ihn als „Vorbildcharakter“:

Text des Eintrags: „An diesem Tag, dem 4. Juli 1974, starb der große palästinensische nationale Führer, der [ehemalige] Mufti Palästinas und Leiter des Arabischen Hohen Komitees, Haddsch Amin Al-Husseini – der viele Jahren lang den palästinensischen Kmapf gegen die britische und israelische Besatzung führte. Unsere Führer sind unsere Vorbilder.“
[Facebookseite von Mahmud Al-Habbasch, 4. Juli 2019; Hervorhebung hinzugefügt]

Al-HAbbaschgs Lob ist allerdings kein Einzelfall. Die PA hat mindestens eine Schule nach dem Nazi-Kollaborateur benannt – die Amin Al-Husseini-Grundschule in El-Bireh; der aktuelle PA-Mufti hat seinen Vorgänger mit dem Niederlegen eines Kranzes an seinem Grab geehrte und die Nationalen Sicherheitskräfte der PA haben auf Facebook auf Al-Husseini aufmerksam gemacht.

Führende „Moderate“ der PA schränken Peres‘ Spielraum ein

Michael Widlanski, The MediaLine, 14. Februar 2002 (nicht mehr online)

Palästinenserführer werden alle vorläufigen oder territorialen Teillösungen mit Israel ablehnen und lehnen es ab, sich weiter mit dem israelischen Premierminister Ariel Sharon zu treffen, sagte Donnerstagnachmittag (14. Februar) der Palästinenservertreter, der oft als das „moderateste“ Mitglied der palästinensischen Führung und möglicher Nachfolger Yassir Arafats als Palästinenserführer.

„Wir haben eine Abmachung mit Israel, die UN-Resolutionen 242 und 338“, sagte Ahmad Qreia, Sprecher des Palästinenserrats und betonte stark: „UND (dazu) den vollständigen Rückzug auf die Grenzen vom 4. Juni 1967.“ (Anmerkung heplev: Die Palästinenser behaupten immer, dass die Resolution 242 den kompletten Rückzug auf die Grenzen von 1967 fordert – warum muss das dann noch einmal extra gefordert werden? Das kann doch nur eins heißen: Sie wissen genau, dass ihre Behauptung falsch ist!)

Qreia (auch unter seinem Spitznamen Abu Alla bekannt) lehnte auch jegliche israelische und westliche Spekulation über mögliche Palästinenserführer, die in Arafats Fußstapfen treten könnten, ab; Arafat zeigte in den letzten Tagen Zeichen von Stress und sprunghaftes Verhalten.

„Wir haben einen gewählten Führer und das ist Yassir Arafat, das Symbol der palästinensischen Unabhängigkeit“, erklärte der weithin als Abu Alla bekannte Mann.

Seine Bemerkungen in arabischer Sprache wurden von Voice of Palestine sehr hervorgehoben ausgestrahlt.

Abu Allas Kommentare schienen den diplomatischen Bemühungen von Shimon Peres einen weiteren Schlag zu versetzen; dieser hat versucht ein vorläufiges palästinensisch-israelisches Abkommen auf Basis der israelischen Anerkennung eines palästinensischen Staates innerhalb der von der PA komplett kontrollierten 42 Prozent der Westbank und des fast kompletten Gazastreifens.

Anfang der Woche lehnte der PA Kabinett-Sekretär Ahmad Abdul-Rahman ebenfalls öffentlich das, was er „Peres‘ 42-Prozent-Lösung“ nannte.

Die Kommentare des Palästinensersprechers waren auch eine deutliche Warnung an die im israelischen „Friedenslager“, die immer wieder vorschlagen, dass Arafat ersetzt werden solle, um den „Oslo-Prozess“ zu retten – das Netz von Vereinbarungen, die von palästinensischen Führern und Peres 1993 geleitet wurde.

Arafats heftige Stimmungsschwankungen sind für diejenigen offensichtlich geworden, die ihm in den letzten Tagen nahe waren.

Der Palästinenserführer ist triumphatorisch vor den Menschenmengen vor seinem Büro aufgetreten, lächelte und gestikulierte heftig, wenn auch mit mehr Zucken des Gesichts als in der Vergangenheit. Aber im Privaten hat er gebrütet und ist regelmäßig mit seinen Topp-Leuten in kleinliches Gezänk geraten, wobei er mehrere schlug und sogar eine Pistole zog und in einem Streit mit Jibril Rajoub, den Chef des Geheimdienstes in der Westbank, diesen damit bedrohte.

Feuerpause palästinensischer Art

Der Geist von Arafats Weihnachts-Vergangenheit sieht aus wie seine Weihnachts-Zukunft

Michael Widlanski, The MediaLine, 25.12.2001 (nicht mehr online)

Eine dreiköpfige palästinensische Terroristengruppe aus Arafats Fatah-Organisation verwundete in der Nacht zum ersten Weihnachtsfeiertag einen israelischen Autofahrer schwer, aber als sie sich ihm näherten um sicher zu stellen, dass er tot war, schoss der lebensgefährlich verwundete Israeli – der aus mehreren Wunden in Brust und Bauch blutend – auf die arabischen Angreifer, tötete einen und verwundete einen anderen.
(Nicht einmal seine ureigene „Fraktion“ hört auf die „Friedensappelle“ ihres Führers! Die Frage ist: Weil sie ihm nicht folgen oder weil sie wissen, was sie von seinen Reden zu halten haben?)

Arafats Radio „Voice of Palestine“ (VOP) verurteilte den Angriff heute Morgen nicht, sondern erhob den toten arabischen Terroristen, Jamal Ahmad Abu-Atwan, zum „Märtyrer“; israelische Geheimdienst-Quellen sagten, der Schütze war Teil einer Gruppe, die von Fatah-Offiziellen aus dem direkten Umfeld von Arafat ausgeschickt wurde.
(Wenn es Arafat ernst wäre mit der Feuerpause, dann würden seine Medien anders reden!)

„Die palästinensische Befreiungsbewegung (Fatah) grüßt den Märtyrer Abu-Atwan als einen Helden“, erklärte ein Bericht von Voice of Palestine um 7.25 Uhr, keine zehn Minuten nachdem VOP eine Weihnachtsansprache von Arafat zum wiederholten Male ausstrahlte, in der er zum „Frieden der Mutigen“ aufrief und Israel Kriegsverbrechen vorwarf.

„Dieser ‚Märtyrer‘ hätte im Gefängnis sitzen müssen“, machte Dr. Ra’anan Gissin, persönlicher Sprecher von Premierminister Ariel Sharon, geltend. „Wir hatten seinen Namen vor langem an Arafat weiter gegeben (der versprach Terroristen zu verhaften)“, sagte Gissin in einem Interview mit The Media Line (www.themedialine.org).

VOP gab die Schuld am Tod des Terroristen israelischen Soldaten, ohne zu erwähnen, wie die drei Terroristen den von dem 47-jährigen Vitali Binos gefahrenen israelischen Wagen in der Nähe der Siedlung von Einav in Samaria (im nördlichen Teil der Westbank) angriffen.

Der Anschlag war nur einer von vielen auf Israelis, seit Arafat seine weit beachtete Rede letzte Woche (16.12.2001) gab, die einen starken Rückgang palästinensischer Angriffe, besonders von Selbstmord-Attentätern in israelischen Städten, signalisieren sollte; es gab aber stichhaltige Hinweise darauf, dass dies nicht passieren würde, einschließlich der folgenden:

* – Ein ranghoher Beistand Arafats, der palästinensische Kabinett-Sekretär Ahmad Abdul-Rahman machte vor drei Tagen [am 22.12.2001] einen dramatischen „Geburtstags“-Besuch im Hauptquartier der Volksfront für die Befreiung Palästinas (PFLP), um die Gründung der Organisation vor 34 Jahren zu feiern ? der Organisation die vor zwei Monaten in Jerusalem einen israelischen Minister ermordete.

* – Ein 23-jähriger israelischer Reserve-Soldat wurde durch palästinensische Terroristen an der israelisch-jordanischen Grenze im Jordantal getötet und vier weitere verwundet. Mindestens zwei der Terroristen wurden ebenfalls getötet. Der israelische Soldat wurde als Michael Siton, ein Jeschiwa-Schüler, identifiziert.

* – Drei arabische Terroristen, die mit Selbstmord-Bombenanschlägen in der Vergangenheit oder neu geplanten in Verbindung stehen, wurden in den letzten Tagen in oder bei Haifa, Ort jüngster Anschläge, verhaftet.

* – Und die Anzahl der Terror-Anschläge „fiel“ auf 15 bis 25 pro Tag; vor zwei Monaten lag der Durchschnitt bei 40 bis 70.

Eine gründliche Analyse von Arafats „moderater“ Rede am 16. Dezember und die Natur verschiedener Anschläge der letzten Tage zeigen tatsächlich, dass Arafat der Meinung ist, es sei legitim, auf Israelische „Siedler“ und Soldaten zu schießen; israelische Beamte glauben, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bevor die Selbstmord-Anschläge und der Mörserbeschuss auch wieder aufgenommen werden.
„Wir haben Informationen, dass sie immer noch versuchen ihre Anschläge in den Städten fortzusetzen“, macht Generalstabschef Shaul Mofaz geltend.

Mehrere ranghohe israelische Beamte sagten, dass die Terroristen, die bei Haifa gefangen wurden, auch Teil der PFLP-Organisation waren, die von Arafat, Abdul-Rahman und anderen führenden Personen der Autonomiebehörde umarmt wurde.
„Wir wissen, dass diese Anschläge von Ahmad Sa’adat (Kopf der PFLP) geplant wurden, der beweisen wollte, dass es ihn noch gibt“, sagte Sharons Sprecher Gissin.
Zum Angriff auf Vitali Binos sagte Gissin, dass Israel schlüssige Informationen habe, dass „die ganze Operation von Marwan Barghouti befohlen wurde“, dem Kopf der Tanzim-Miliz der Fatah in der Westbank.

Zwischenzeitlich ist es eindeutig als Wunder anzusehen, dass der 47-jährige Binos, in seinem lebensbedrohlichen Zustand und an eine Beatmungsmaschine angeschlossen, immer noch lebt.
„Er verlor ein drittel seines Blutes und als er im Krankenhaus ankam hatte er keinen Blutdruck mehr“, sagte Dr. Meir Ronen vom Hillel Yaffe-Hospital in der nordisraelischen Stadt Hadera.
Dr. Ronen sagte, Binos Zustand habe sich stabilisiert, sei aber weiterhin lebensbedrohlich.

Die politische Bühne Israels heizte sich auf; es gab Aufrufe, Außenminister Shimon Peres solle zurücktreten und Premierminister Sharon solle öffentlich zu Gerüchten um hochrangig geführte Gespräche zwischen Israel und den Palästinensern Stellung nehmen.

Die Situation entwickelte sich, nachdem Sharon – innerhalb von 24 Stunden – öffentliche Rückzieher bezüglich seiner öffentlichen Abscheu über die „eingebildeten Verhandlungen“ machte, die Außenminister Shimon Peres mit Arafats Autonomiebehörde führte.
Sharon, der Peres‘ Stimme bei der Verabschiedung des Haushalts diese Woche braucht, war gezwungen, seine Bemerkungen zurückzunehmen und öffentlich zu verkünden, dass er Peres erlaubt habe, politische Gespräche mit der PA zu führen. Ein detaillierter Bericht in der israelischen Tageszeitung Yediot Aharonot veröffentlichte ein Dokument, in dem Peres Arafat die Erklärung eines palästinensischen Staates auf rund 42 Prozent der Westbank als Teil eines Interim-Abkommens anbot. „Herr Sharon hat einmal mehr seinen berühmten Zickzack-Kurs verfolgt“, merkte Yaron Dekel, Kommentator von Israeli Television, an.

Die Palästinensischen „Staatsmedien“ verkündeten, dass der PA-Unterhändler Ahmad Qreia (bekannt unter seinem Spitznamen Abu Ala) nur zwei Tage nach der Verwerfung der Idee Gespräche mit Peres führte.

Sharon und Peres wurden von Mitgliedern von Sharons Likud und Peres‘ Arbeitsparte kritisiert. Der frühere Premier- und Verteidigungsminister Ehud Barak griff Peres wegen der Gespräche mit Arafat heftig an und sagte, dass Peres‘ Taten Israels militärische und seine politische Position untergrabe. Barak, früherer Chef der Arbeitspartei und Generalstabschef, sagte, Peres helfe Arafat aus seiner Isolation heraus zu bringen. „Niemand wird strenger mit ihm umgehen als wir“, sagte Barak.

Die Sharon-Regierung verweigerte Arafat die Erlaubnis sein Hauptquartier in Ramallah zu verlassen um die Weihnachtsfeierlichkeiten in Bethlehem beizuwohnen, bis bzw. bevor Arafat die beiden in Ramallah lebenden Terroristen verhaftet, die den israelischen Tourismusminister Rehav’am Ze’evi vor zwei Monaten ermordeten.

Arafats Adjutanten sagten, der palästinensische Führer versuche hart, die Mörder zu finden, habe aber wenig Erfolg, obwohl Arafat im Ersten Kanal von Israeli Television vor zwei Wochen prahlte, dass er die Täter so gut wie gefasst habe.

Arafat hielt in der Zwischenzeit im Fernsehen seine zweite Ansprache innerhalb von acht Tagen an das palästinensische Volk, wobei er Weihnachten zum Vorwand nahm: „Wir sind für den Frieden der Mutigen, nicht für den durch die Panzer geschaffenen“, sagte der Palästinenser-Führer, unter dessen Herrschaft Bethlehem gleichmäßig seine christliche Einwohnerschaft verliert.