Der Irrglaube an die „Zweistaatenlösung“

Die Welt glaubt immer noch, dass die „Zweistaatenlösung“ der Weg ist den israelisch-palästinensischen Konflikt zu lösen. Aber wenn die Palästinenser diese Idee beschwören, dann meinen sie damit etwas ganz anderes, das nichts mit Frieden zu tun hat.

Dr. Joel Fishman, MIDA, 12. Februar 2017

Nur eine Phase auf dem Weg zur Vernichtung Israels; Salah Khala mit Yassir Arafat

Einige Zeit lang ist die Parole der sogenannten „Zweistaatenlösung“ in den Medien ständig als wünschenswertes Ziel präsentiert worden – ein Ziel, das Israel und die Palästinenser im Interesse des Friedens umsetzen sollten. Wann immer man diese Idee aufbringt, wird impliziert, dass Israel große Opfer im Austausch für unklaren Nutzen bringen sollte. Während der Zeit der Obama-Administration beschuldigte Außenminister John Kerry die Regierung Israels bitter, sie sei nicht auf die „Zweistaatenlösung“ festgelegt und erst noch letzte Woche in London erklärte Premierministerin Theresa May sie ziehe die „Zweistaatenlösung“ vor. Sie fragte Premierminister Netanyahu, ob er sich an diese Formel gebunden fühle. Der Premierminister seinerseits antwortete nicht direkt, sondern erklärte, dass Israel dem Frieden verpflichtet sei.

Dieser Parole fehlt jeglicher Wert. Die PLO führte ihn anfangs als List ein und ihr wahrer Zweck bestand darin ihre wahren Ziele und die ihres Nachfolgers, der Palästinensischen Autonomiebehörde zu kaschieren. Die Absicht derer, die die Idee der „Zweistaatenlösung“ in die Welt setzten, war, dass sie von den Israelis – ihren potenziellen Opfern – und anderen gutmeinenden Außenstehenden, die scheinbar eine faire Lösung dieses Krieges wollten, ganz anders verstanden wird.

Während des Krieges in Vietnam führten die Nordvietnamesen ursprünglich die „Zwei Staaten“-Formel ein, um ihr strategisches Ziel zu verstecken. Sie übernahmen eine Phasen-Strategie, die, weil die Aufmerksamkeit den Zwischenschritten ihres Kampfes gewidmet wurde, in die Lage versetzte ihr Ziel in kleinen Schritten zu erreichen. Ihre wahre Absicht war die Eroberung von Südvietnam und 1975 flohen die letzten Amerikaner per Hubschrauber vom Dach ihrer Botschaft in Saigon. Das war sowohl für die Südvietnamesen als für auch die Vereinigten Staaten von Amerika eine große Niederlage.

Während der frühen 1970-er Jahre führte Salah Khalaf, der als Abu Iyad bekannt war, eine PLO-Delegation nach Hanoi, um von den Nordvietnamesen zu lernen. Sie trafen dort den legendären General Vo Nguyen Giap und politische Berater, die sie anleiteten, wie sie ihre Sache präsentieren und ihr Terroristen-Image in der öffentlichen Meinung der Welt ändern können. Abu Iyad beschrieb diesen wichtigen Besuch in seinem Buch „Meine Heimat, mein Land“ (das er mit Eric Rouleau 1978 veröffentlichte). Abu Iyad erzählte, dass die Nordvietnamesen den Palästinensern rieten die Aufmerksamkeit den Zwischenschritten ihres Krieges zu widmen und die Notwendigkeit von „provisorischen Opfern“ zu akzeptieren.

„Ohne jemals ausdrücklich auf die Fatah und die PLO zu verweisen gaben die Mitglieder des Politbüros ein langes Exposé der verschiedenen Phasen im Kampf des vietnamesischen Volks aus, wobei erklärt wurde, warum sie sich mit verschiedenen Zugeständnissen abfinden mussten, manchmal so wichtigen wie der Teilung des Landes in zwei separate, unabhängige Staaten.“ Unabhängig davon veröffentlichte der Geheimdienstanalyst Yossef Bodansky 1997 mehr Informationen zu diesem Treffen. „Die Vietnamesen schlugen vor, dass das scheinbare Akzeptieren der Teilung des Landes in zwei unabhängige Staaten‘, ohne zu betonen, dass dies nur ein Zwischenschritt sei, die Gegner der PLO im Westen neutralisieren würde.“

Wir leben in einer Kultur der Hochtechnologie der kurzen, prägnanten Zitate und Textbotschaften, der schnellen und einfachen Kommunikation, der Online-Botschaften; solche Gewohnheiten halten die Öffentlichkeit davon ab die Erfahrungen der Vergangenheit sorgfältig zu studieren. Um zu verstehen, was hier falsch ist, müssen wir uns an die Geschichte dieser Parole erinnern, die von Anbeginn an als Schwindel konzipiert war. Sie begann als Mittel der politischen Kriegsführung und ihre Zielsetzung wurde nie geändert. Ihr Potenzial ist geblieben, weil Menschen die Vergangenheit nicht kennen oder eingelullt wurden.

Infolge der Verfolgung und Dokumentation des Ursprungs des Begriffs können wir mit Sicherheit wissen, dass er Betrug ist und dass diejenigen, die ihn fördern, Israel nicht Gutes wünschen können. Aus demselben Grund sollte kein Israeli, der seinem Land Gutes wünscht, jemals für die „Zweistaatenlösung“ eintreten. Ihr Programm bedeutet nichts weniger als den Politizid Israels. Die Idee mag während der Oslo-Ära in Mode gewesen sein, aber es ist immer noch nötig dem genau zuzuhören, was der Feind sagt und was er meint.

Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (12.-18. Februar 2017)

Sonntag, 12.02.2017:

Ein Hamasnik: „Dass sie am Leben bleiben wollen, ist Beweis, dass die Juden feige sind.“ (Das kann nur ein unmenschlich Verblendeter von sich geben – es zeigt, welch dunkle, teuflische Ideologie von dieser Truppe vertreten wird.)

Montag, 13.02.2017:

Das Nachrichtenportal 0404 vermeldete, dass im Laufe des jüdischen Neujahrsfestes der Bäume Tu Bishvat (am vergangenen Samstag, 11,2) mehrere Gruppen von linksextremen Aktivisten gemeinsam mit lokalen arabischen Einwohnern an die Sicherheitszäune der Farm Ma’on und der Siedlung Karmel und anderen in den Südhevronbergen gekommen waren. Teilweise hätten diese demonstrativ palästinensische Flaggen geschwenkt; neben dem Sicherheitszaun, unmittelbar an den Gemeinschaften und teilweise auf Staats- bzw.Gemeinschaftsland hätten sie Bäume gepflanzt. 0404 berichtet, diese Pflanzungen haben im Laufe der ganzen Woche bis zum Samstag hin stattgefunden. Offenbar handele es sich bei den Aktivisten, welche die palästinensischen Einwohner zu den Pflanzungen bringe, um Ausländer. Der Vorsitzende des Regionalkonzils Südhevron, Yochai Damri, äußerte starken Protest gegen die Aktionen.

Zudem berichtete 0404,Verdächtige hätten eine Aussichtsplattform nahe der jüdischen Ortschaft Bet Haggai bei Hevron angezündet, ebenso hätten andere versucht, Kirschenplantagen bei der Ma’on-Farm anzuzünden.

Wegen der seit Monaten andauernden Anschläge mit Felsbrocken und anderem aus dem PA-Dorf Husan am Gush Etzion ist der Zugang zu diesem Dorf von der IDF jetzt blockiert worden.

Die Hamas im Gazastreifen hat einen neuen Führer: Yahya Sinwar übernimmt von Ismail Haniyeh. Er gilt als einer der skrupellosesten Hamasniks überhaupt. Er saß wegen Mordes in einem israelischen Gefängnis und kam im Austausch gegen Gilad Shalit 2011 wieder frei. Selbst in der Hamas gilt er als „Falke“ und ist gegen jeglichen Kompromiss in der Politik gegenüber der PA und Israel.

Saeb Erekat hetzt wieder bei der EU: Er fordert ein „totales Verbot von in der Westbank hergestellten Waren“; das sei nötig um Israels „Kolonisierungspläne zu vereiteln“.

Donnerstag, 16.02.2017:

PA-Araber aus Husan wurde der Zugang nach Beitar Illit verwehrt, wo sie normalerweise arbeiten; aber wegen der ständigen Mordversuche mit Felsbrocken an Autofahrern wird Familienmitgliedern von Steinewerfern die Aufenthalts-/Arbeitsgenehmigung für Israel und „Siedlungen“ aberkannt.

Die Hisbollah droht Israel mit Angriffen auf den Atomreaktor von Dimona.

Es gab eine Bombendrohung gegen das israelische Konsulat in Miami. Es wurde evakuiert.

MK Ahmed Tibi (Vereinigte Arabische Liste) prahlt, wenn es keine Zweistaatenlösung gibt, dann eben eine Einstaatenlösung und dann würden alle Palästinenser ihn wählen und einige Israelis auch und er wäre Premierminister.

Die PLO interpretiert Trumps Anmerkung, dass die Zweistaatenlösung nicht die einzige Möglichkeit sein muss, „wenn beide Seiten das so wollen“ als offene Ablehnung der Zweistaatenlösung (was schon gelogen ist) und sagt, die Alternative dazu sein „Blutvergießen“.

Freitag, 17.02.2017:

Avigdor Lieberman bot der Hamas massive Wirtschaftshilfe für den Gazastreifen an, wenn die Terroristen ihre Raketen und Tunnel aufgeben. Mahmud al-Zahar von der Hamas lehnte das für die Terrorgrupe ab.

Grundsatzaussage eines Fatah-Offiziellen: Die Palästinenser haben das „Recht“ Terror zu benutzen, um „unser Heimatland zu befreien“. (Total nach Frieden suchend…)

Abbas hat neuerdings einen „Vizepräsidenten“ – jedenfalls in der Fatah. Und dieser Mahmud al-Aloul ist langjähriger Führer des „bewaffneten Arms der Fatah“, schon vor den Oslo-Vereinbarungen. Und er hat immer erklärt und ist weiterhin der Meinung, „bewaffneter Widerstand“ sei das Rechte der „Palästinenser“.

Der Januar war der für Israel blutigste Monat seit Juni: 5 tote Israelis, 16 Verletzte.

Terroristen beschwichtigen

Joseph Farah, WorldNetDaily, 8. Mai 2002

Als die Israelis vor zwei Jahren ihre Streitkräfte einseitig aus dem schmalen Korridor entlang seiner Nordgrenze zum Libanon zurückzogen, nahm die Welt des Terrorismus davon Kenntnis.

Hisbollah, die im Libanon stationierten islamischen Terroristen, die von Syrien und dem Iran den Rücken gestärkt bekommen, beanspruchte schnell den Verdienst für den israelischen Rückzug für sich. Die Hisbollah hatte einen Abnutzungskrieg gegen das israelische Militär und die Zivilisten im Südlibanon geführt, die vom jüdischen Staat Schutz erwarteten.

Israel mag andere politische Gründe für das Verlassen des Libanon gehabt haben, aber seine plötzliche Entscheidung, dies zu tun – was viele seiner arabischen Verbündeten der Gnade der Hisbollah auslieferte – sah tatsächlich wie eine Vietnam-artige Niederlage aus.

Der „Sieg“ der Hisbollah über die Israelis entging nicht der Aufmerksamkeit anderer terroristischer Gruppen – besonders derer, die mit Yassir Arafat verbunden sind. Hisbollah versuchte nie mit Israel zu verhandeln und Israel versuchte nie mit Hisbollah zu verhandeln. Hisbollah erreichte ihre kurzfristigen Ziele eines Israel-freien Libanon allein durch Guerilla-Krieg.

Der israelische Premierminister Ehud Barak mag gedacht haben, dass er mit dem Rückzug aus dem Libanon Punkte in der internationalen Gemeinschaft sammelt. Barak mag gedacht haben, dass er Arafat demonstrierte, wie vernünftig er war. He mag gedacht haben, der einseitige Rückzug würde eine Reduzierung der gewalttätigen Zusammenstöße an der Grenze und der Spannungen mit Arabern in den palästinensischen Gebieten bedeuten.

Was immer Barak dachte, er lag falsch. Wir können heute auf den israelischen Rückzug aus dem Libanon als den Schlüsselfehler der israelischen Politik zurückblicken, der zur massiven Eskalation des Terrorismus führte.

Arafat betrachtete den israelischen Rückzug als ein Zeichen der Schwäche – ein klein Beigeben gegenüber der skrupellosesten Terrororganisationen der Welt. Es ist recht plausibel, dass auch Osama bin Laden von dem Sieg seiner Verbündeten über Israel im Libanon inspiriert wurde. Die Lehre, die andere Terroristen aus Israels Erfahrungen im Libanon zogen, war, dass eine Kampagne von unbarmherziger Guerilla-Aktionen letztlich Erfolg bringen wird – je dreister die Aktionen, um so besser.

Arafat erhöhte die Gewalt schnell in seinem sich entfaltenden Intifada-Feldzug. Bin Laden griff New York und das Pentagon in einem koordinierten Selbstmord-Flugzeugentführungs-Versuch an. Arafats Streitkräfte übernahmen die Selbstmord-Bomber-Strategie.

Ich sage jetzt voraus, dass Hisbollah – unter der wachsamen Schirmherrschaft von Syrien und dem Iran – dabei ist, Israel stärker unter Druck zu setzen.

Hisbollah hat nach Geheimdienst-Berichten ein Arsenal von 10.000 Raketen, davon viele mit einer Reichweite von 70 Kilometern. Jetzt kontrolliert sie den von Israel verlassenen südlichen Libanon, von dem aus sie in der Lage ist, Verwüstung anzurichten. Sie macht gemeinsame Sache mit dem Generalkommando der PFLP, einem anderen von Syrien gestützten Verbündeten Arafats, um eine neue militärische Front an Israels Nordgrenze zu eröffnen.

Um sich auf die unvermeidbaren israelischen Vergeltungsmaßnahmen vorzubereiten, hat Syrien seine Armee im Libanon umgruppiert. Damaskus will sich nicht direkt in einem militärischen Zusammenstoß mit Israel engagieren. Statt dessen wünscht es, dass Hisbollah einen Stellvertreter-Krieg mit Israel führt – wobei es sich hinter den Röcken von Zivilisten versteckt. Hisbollahs Kommando- und Kontroll-Instanzen befinden sich in überfüllten städtischen Gebieten und können nicht ohne die Verursachung schwerer ziviler Verluste angegriffen werden – ein Vorgehen, das darauf abzielt, Israels Sorge um Menschenleben zum Verbündeten der Sache der Terroristen zu machen.

Aber ich muss leider sagen, dass es noch schlimmer kommt.

Geheimdienstberichte deuten auch darauf hin, dass bin Ladens Al Qaida und Hisbollah im Transport und der Lagerung von chemischen Waffen als Teil des Feldzugs zusammenarbeiten. Auch vom Iran wird gesagt, dass er den Terrorgruppen bei ihren Experimenten zur Bestückung dieser 10.000 Raketen mit chemischen Sprengköpfen hilft.

Wenn meine Vorhersage sich als richtig erweisen und Hisbollah, Syrien und der Iran die Einsätze im Nahen Osten erhöhen, könnten die vergangenen 18 Monate der Arafat-geförderten Gewalt gegen Israel im Vergleich wie ein Nebenvorstellung am Rande aussehen.

Und das wird das Ergebnis des Nachgebens gegenüber den Terroristen im Jahre 2000 sein.

Die Lehre ist eindeutig: Man kann nicht gewinnen, indem man den Terrorismus beschwichtigt. Man kann Terroristen nicht mit Freundlichkeit beeindrucken. Man kann Terroristen nicht mit Zugeständnissen umstimmen. Man kann mit Terroristen nicht verhandeln und man kann ihnen nicht Quartier bieten.

Israel machte den Fehler im Jahr 2000. Wird der Westen die Lehre daraus ziehen?

© WorldNetDaily.com, Inc. 2002

Nissans Notes and Quotes Corner: Ein palästinensischer Staat

#Nissan Ratzlav-Katz, 27. Juni 2008

Willkommen, Blogosphären-Süchtige. Hier ist die Ecke für Zitate und Anmerkungen. Ich werde diesen Ort nutzen, um interessante Historisches und Gegenwärtiges zu präsentieren, damit Sie es sich abspeichern können. Ich hoffe, meine Freunde von den Nachrichten-Junkies, von Geschichts-Fans oder intellektuellen Kämpfern auf der Suche nach tödlicher Munition Wert geschätzt wird.

In ersten Zitate und Anmerkungen möchte ich aus der offiziellen Fatah-Internetseite zitieren. Ja, heutzutage müssen auch die ganzen besten Terrorgruppen eine Website haben. Wäre Arafat immer noch am Leben, hätte er einen Facebook-Eintrag und ein Video auf MySpace („Ruft hinaus, zu allen Jihadiiiiiiiis! Was steht an?“)

Jedenfalls veröffentlichte die Fatah im Dezember 2001 ein Editorial anlässlich des 37. Jahrestages ihres ersten Terroranschlags (am 1. Januar behauptete die Gruppe einen Anschlag im Dezember durchgeführt zu haben). Die Fatah wurde nach Angaben des Editorials „1957 gegründet, als sie ihre erste Erklärung ausgab, die den militärischen Kampf forderte. In der Zeit von 1959 bis 1964 veröffentlichte die Fatah ein Magazin namens Unser Palästina. Acht Jahre des Organisierens, Rekrutierens und dem Aufmerksam machen gingen der ersten militärischen Operation voraus. Der militärische Arm der Fatah veröffentlichte sein erstes Statement am 1. Januar 1965.“

Da Judäa und Samaria (die „Westbank“) von 1957 bis 1967 unter jordanischer Herrschaft und der Gazastreifen unter ägyptischer Herrschaft standen, und da die Fatah von 2008 einen palästinensischen Staat (nur) in Judäa, Samaria und dem Gazastreifen zu beanspruchen behauptet, wäre es doch nur fair anzunehmen, dass die „erste militärische Operation“ der Fatah gegen Ägypten oder Jordanien gerichtet war.

PLO-Charta lehnt PLO-Anspruch auf Westbank und Gazastreifen ab
Uhps. Die erste Ausgabe des Bundes der von der Fatah kontrollierten PLO (alias die palästinensische National-Charta) von 1964 erklärte in Artikel 24: „Diese Organisation übt keinerlei territoriale Souveränität über die Westbank im Haschemitischen Königreich Jordanien, im Gazastreifen oder der Region Himmah aus.“ [Hier ist die Fassung von 1968, in der das nicht mehr steht.]

Natürlich war dieser historische erste Anschlag von 1962 und die meisten (aber bei weitem nicht alle) folgenden Anschläge der Fatah und der PLO gegen israelische und jüdische Ziele gerichtet. Und das angebliche Ziel all dieser Anschläge – ein Ziel, dem inzwischen der israelische Premierminister Ehud Olmert und US-Präsident George Bush und der größte Teil der restlichen Welt – zustimmen, ist (vermeintlich) die Schaffung eines palästinensischen Staaten in … der „Westbank“ und dem Gazastreifen“ gewesen.

Ein Palästinenserstaat ist „die wichtigste Waffe“ gegen Israel
Und wozu dient ein palästinensischer Staat in den Augen der Fatah (die derzeit vom Vorsitzenden der palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmud Abbas, geleitet wird, der als „moderate“ Alternative hingestellt wird)?

Wenn man ihren Fest-Editorial von 2001 folgt, glaubt die Fatah, dass „eine legitime palästinensische Einheit die wichtigste Waffe bildet, die die Araber gegen Israel haben, das der Außenposten der imperialistischen Mächte ist“.

Aha! Na, DAS erklärt eine Menge…
Quellen:
Palästinensische National-Charta, Ausgabe von 1964:
http://www.un.int/palestine/PLO/PNA2.html (zuletzt angesehen am 26. Juni 2008)
“The 37th Anniversary of Launching Fateh“: http://www.fateh.net/e_editor/01/311201.htm (zuletzt angesehen am 26. Juni 2008)

 

Das „historische Palästina“

Elder of Ziyon, 7. Januar 2009

Eines der ausgelatschten Denkmuster der antiisraelischen Horden ist: Israel bietet den palästinensischen Arabern nur 14% – oder auch 12% – des „historischen Palästina“ an. Hier ist als Beispiel ein kleiner Auszug dessen, wie die Phrase in den letzten Tagen eingesetzt wurde:

Was den Palästinensern jetzt bleibt, ist weniger als 14% des historischen Palästina, alles in isolierten Bantustans, schrumpfenden Ghettos, Mauern, Zäunen, Checkpoints mit unwirschen Soldaten und das immerwährende Vordringen sich ausweitender illegaler israelischer Siedlungen.

[1948] stahl [Israel] als ersten Schritt der Eroberung des gesamten Gebiets 78% des historischen Palästina zum ausschließlichen Gebrauch durch Juden.

Und der Guardian definiert für uns das „historische“ Palästina:

[Ismail Haniyehs] feierte mit seiner trotzigen Rede das 22. Jahr der Bewegung; er gelobte Israel niemals anzuerkennen und beanspruchte das gesamte historische Palästina für die Palästinenser. „Palästina vom Meer bis zum Fluss, wir werden es nicht aufgeben“, sagte er der Menge.

Genauso macht es die PLO auf der Internetseite ihrer Vertretung in den USA:

Das Problem besteht darin, dass das historische Palästina niemals so aussah, außer das Konzept von „Geschichte“ beginnt nach dem Ersten Weltkrieg. Dies ist eine historische Landkarte des im Westen gestalteten britischen Mandats für Palästina seit 1922 oder so – nicht wirklich „historisch“, in welchem Sinn auch immer.

Hier ist Palästina, wie es auf ein paar wahllos ausgesuchten Landkarten vor dem britischen Mandat erscheint:

Der Negev gehört fast nie dazu, dafür signifikante Teile des heutigen Jordanien. (Ägypten behauptet, dass Eilat Teil seines historischen Landes ist.) Der Jordan ist nie Grenze für irgendeine Vorstellung Palästinas vor der Auflösung des Ottomanischen Reiches.

In Begrifflichkeiten des „historischen Palästina“ schließen die Waffenstillstandslinien von 1948 vielleicht 30% oder 40% des Gebietes ein – aber sicherlich nicht 78%.

Die Frage, die kein palästinensischer Araber oder Unterstützer bisher beantwortet hat, ist: Warum decken sich ihre Ansprüche immer mit den Teilen Palästinas, die sich unter jüdischer Herrschaft befinden, und nicht mit den Teilen unter arabischer Herrschaft? Warum wurde von der PLO 1964 die Westbank ausdrücklich von der von ihr gewünschten Nation ausgeschlossen? Warum sagt die Hamas heute nicht, dass Teile Jordaniens innerhalb der Grenzen des Staates liegen sollten, den sie verlangen?

Wenn ihnen „Palästina“ so wichtig ist, warum verlangen sie es nicht ganz? Warum akzeptieren sie willkürliche, imperialistisch-westliche Teilung ihrer „historischen Nation“ als Grundlage ihrer angeblich uralten, historischen Forderungen?

Die Antwort ist einfach: Das historische Palästina kümmert sie nicht. Sie kümmert die ultimative Vernichtung jeglichen jüdischen Staates auf dem, was sie als arabisches oder muslimisches Land betrachten. All das Reden über das „historische Palästina“ ist eine Lüge, die den Westen täuschen soll.

Wenn man sich den Link zum Guardian oben ansieht, dass ist es eine außerordentlich erfolgreiche Lüge.

Die PLO-Charta

Im Internet konnte ich bei der Suche nach der PLO-Charta keine Ausgabe auf palästinensischen Seiten finden; ich fand aber eine englische Version auf einer israelischen Seite. Diese gebe ich hier wieder. Leider ist mir die URL verloren gegangen.

[Nachtrag: Ulrich Sahm schickte mir einen Link zur PLO-Charta als PDF-Dokument.]

Vorbemerkung zum Text der Charta:
Der Text ist die englische Version, die offiziell von der PLO veröffentlicht wurde, ungekürzt und nicht bearbeitet.
Bedenken Sie aber, dass die Übersetzung der PLO manchmal von der originalen, arabischen Fassung abweicht, um sie westlichen Lesern schmackhafter zu machen. Artikel 15 wird z.B. mit „die Beseitigung des Zionismus“ übersetzt, während die korrekte Übersetzung „die Auslöschung der zionistischen Präsenz“ wäre. „Die zionistische Präsenz“ ist ein geläufiger arabischer Ausdruck für den Staat Israel, womit dieser Artikel in Wahrheit ein Aufruf zur Zerstörung Israels ist und nicht nur zum Ende des Zionismus.
Wo Feinheiten im arabischen Original wichtig sind, wurde das arabische Wort in Anführungszeichen eingefügt.


PLO-Logo

Die palästinensische Nationalcharta:
Resolutionen des Palästinensischen Nationalrats,
1. bis 17. Juli 1968

Text der Charta

Artikel 1: Palästina ist das Heimatland des arabisch-palästinensischen Volkes; es ist ein unteilbarer Bestandteil des arabischen Heimatlandes und das palästinensische Volk ist integraler Bestandteil der arabischen Nation.

Artikel 2: Palästina mit den Grenzen, die es während des britischen Mandats hatte, ist eine unteilbare territoriale Einheit.

Artikel 3: Die palästinensischen Araber besitzen die legalen Rechte an ihrem Heimatland und haben das Recht, ihr Schicksal nach der Befreiung ihres Landes in Übereinstimmung mit ihren Wünschen und vollständig entsprechend ihrem eigenen Antrieb und Willen selbst zu bestimmen.

Artikel 4: Die palästinensische Identität ist ein unverfälschtes, wesentliches und angeborenes Charakteristikum; sie wird von Eltern an die Kinder weiter gegeben. Die zionistische Besatzung und die Zerstreuung der palästinensischen Araber durch die Katastrophen, die über sie herein brachen, verursachen nicht den Verlust der palästinensischen Identität und ihrer Mitgliedschaft in der palästinensischen Gemeinschaft; diese werden ihnen auch nicht verweigert.

Artikel 5: Palästinenser sind diejenigen arabischen Staatsangehörigen, die bis 1947 in der Regel in Palästina ihren Wohnsitz hatten, unabhängig davon, ob sie vertrieben wurden oder dort wohnen blieben. Jeder, der nach diesem Datum als Kind eines palästinensischen Vaters geboren wurde – ob in Palästina oder außerhalb – ist auch Palästinenser.

Artikel 6: Die Juden, die bis zum Beginn der zionistischen Invasion regulär in Palästina wohnten, werden als Palästinenser angesehen.

Artikel 7: Dass es eine palästinensische Gemeinschaft gibt und dass sie materielle, spirituelle und historische Verbindung mit Palästina hat, sind unbestreitbare Fakten. Es ist eine nationale Pflicht, palästinensische Menschen in arabisch-revolutionärer Weise zu erziehen. Alle Mittel der Information und Erziehung müssen übernommen werden, um den Palästinenser mit seinem Land in der bestmöglichen Art und Weise, geistig wie materiell, vertraut zu machen. Er muss auf den bewaffneten Kampf vorbereitet sein und bereit, sein Vermögen und sein Leben zu opfern, um sein Heimatland zurückzugewinnen und seine Befreiung zu ermöglichen.

Artikel 8: Die Phase in ihrer Geschichte, die die Palästinenser jetzt durchleben, ist die des nationalen (watani) Kampfes zur Befreiung Palästinas. Daher sind die Konflikte unter den nationalen Streitkräften Palästinas zweitrangig und sollten zum Wohle des grundlegenden Konflikts beendet werden, der zwischen den Kräften des Zionismus und Imperialismus auf der einen Seite und dem palästinensisch-arabischen Volk auf der anderen Seite besteht. Auf dieser Grundlage bilden die palästinensischen Massen, gleichgültig, ob sie im nationalen Heimatland leben oder in der Diaspora (mahajir) in ihren Organisationen wie als Individuen eine nationale Front, die für die Rückgewinnung Palästinas und seiner Befreiung durch bewaffneten Kampf arbeiten.

Artikel 9: Der bewaffnete Kampf ist der einzige Weg Palästina zu befreien. Daher bildet er die Gesamtstrategie, nicht nur eine taktische Phase. Die palästinensisch-arabischen Menschen bestehen auf ihrer absoluten Entschiedenheit und festen Entschlossenheit ihren bewaffneten Kampf fortzusetzen und für eine bewaffnete Volksrevolution zur Befreiung ihres Landes und seiner Rückgabe zu arbeiten. Sie bestehen auch auf ihrem Recht ein normales Leben in Palästina zu führen und ihre Rechte der Selbstbestimmung und Souveränität über dieses Land auszuüben.

Artikel 10: Kommando-Unternehmen bilden den Grundstock des palästinensischen Volksbefreiungskrieges. Dazu bedarf es seiner Eskalation, seiner Ausdehnung und der Mobilisierung aller Anstrengungen und Erziehungsmaßnahmen des palästinensischen Volkes und seiner Organisation und Einbringung in die bewaffnete palästinensische Revolution. Es bedarf auch der Erreichung der Einheit der verschiedenen Gruppierungen des palästinensischen Volkes für den nationalen (watani) Kampf und zwischen dem palästinensischen Volk und den arabischen Massen, um die Fortsetzung der Revolution, ihrer Eskalation und ihren Sieg sicher zu stellen.

Artikel 11: Die Palästinenser werden drei Wahlsprüche haben: nationale (wataniyya) Einheit, nationale (qawmiyya) Mobilisierung und Befreiung.

Artikel 12: Die Palästinenser glauben an die arabische Einheit. Um ihren Beitrag zur Erreichung dieses Ziels leisten zu können, müssen sie allerdings zum gegenwärtigen Zeitpunkt des Kampfes ihre palästinensische Identität sichern und ihr Bewusstsein dieser Identität entwickeln und sich gegen jeden Plan wehren, der diese auflösen oder schädigen könnte.

Artikel 13: Die arabische Einheit und die Befreiung Palästinas sind zwei sich ergänzende Ziele, bei dem die Erreichung des einen die Erreichung des anderen fördert. Daher führt arabische Einheit zur Befreiung Palästinas, die Befreiung Palästinas führt zur arabischen Einheit; und die Arbeit zur Verwirklichung des einen Ziels geht Seite an Seite mit der Arbeit zur Erreichung des andere vorwärts.

Artikel 14: Das Schicksal der arabischen Nation – und der arabischen Existenz an sich – hängt vom Schicksal der palästinensischen Sache ab. Dieser gegenseitigen Abhängigkeit entspringt die Verfolgung der Befreiung Palästinas und das Streben der arabischen Nation danach. Die Menschen Palästinas spielen die Rolle der Vorhut in der Verwirklichung dieses heiligen (qawmi) Ziels.

Artikel 15: Die Befreiung Palästinas ist, vom arabischen Standpunkt aus, eine nationale (qawmi) Pflicht; sie versucht die zionistische und imperialistische Aggression gegen das arabische Heimatland zurückzuschlagen und zielt auf die Auslöschung des Zionismus in Palästina. Die komplette Verantwortung fällt der arabischen Nation zu – Völkern wie Regierungen. Das arabische Volk von Palästina ist die Vorhut. Dem entsprechend müssen die arabischen Nationen alle ihre militärischen, menschlichen, moralischen und geistigen Möglichkeiten mobilisieren, damit diese sich aktiv mit dem palästinensischen Volk an der Befreiung Palästinas beteiligen. Sie [die arabische Nation] muss vor allem in der Phase der bewaffneten palästinensischen Revolution den Palästinensern alle mögliche Hilfe anbieten und sie mit materieller und menschlicher Unterstützung ausstatten und ihnen alle Mittel und Möglichkeiten zur Verfügung stellen, die es ihnen ermöglichen ihre führende Rolle in der bewaffneten Revolution fortzuführen, bis sie ihr Heimatland befreien.

Artikel 16: Vom geistlichen Standpunkt aus wird die Befreiung Palästinas das Heilige Land mit einer Atmosphäre der Sicherheit und Ruhe ausstatten, die im Gegenzug für die Sicherheit der religiösen Heiligtümer des Landes sorgen und die Freiheit der Anbetung und des Besuchs für jedermann garantieren werden, ohne Diskriminierung von Rasse, Farbe, Sprache oder Religion. Daher erwartet das Volk Palästinas Unterstützung aller geistlichen Kräfte der Welt.

Artikel 17: Die Befreiung Palästinas wird – vom menschlichen Standpunkt aus – die Würde, den Stolz und die Freiheit der einzelnen Palästinenser wieder herstellen. Daher blicken die arabischen Palästinenser mit Zuversicht auf die Unterstützung all derer, die an die Menschenwürde und die Freiheit in der Welt glauben.

Artikel 18: Vom internationalen Standpunkt aus ist die Befreiung Palästinas eine Verteidigungsaktion, die durch die Erfordernisse der Selbstverteidigung notwendig ist. Daher sehen sich die Palästinenser, so sehr sie die Freundschaft aller Völker anstreben, sich nach Freiheit liebenden und Frieden liebenden Staaten um, die sie unterstützen, um ihre legitimen Rechte in Palästina wiederherzustellen, Frieden und Sicherheit im Land wiederherzustellen und ihr Volk in die Lage zu versetzen, seine nationale Souveränität und Freiheit auszuüben.

Artikel 19: Die Teilung Palästinas im Jahr 1947 und die Errichtung des Staates Israel sind, ungeachtet der verstrichenen Zeit, vollkommen illegal, denn sie standen dem Willen des palästinensischen Volkes und ihrem natürlichen Recht auf ihr Heimatland entgegen und widersprachen der Charta der Vereinten Nationen, insbesondere dem Recht der Selbstbestimmung.

Artikel 20: Die Balfour-Erklärung, das Mandat für Palästina und alles, was auf diesen gründet, werden als null und nichtig angesehen. Behauptungen historischer religiöser Verbindungen der Juden mit Palästina stimmen nicht mit den Tatsachen der Geschichte und wahrhaftigen Verständnisses davon überein, was Staatlichkeit ausmacht. Da das Judentum eine Religion ist, bildet es keine unabhängige Nationalität. Die Juden bilden auch keine einzelne Nation mit eigener Identität; sie sind Staatsbürger der Staaten denen sie angehören.

Artikel 21: Die arabischen Palästinenser, die sich als bewaffnete palästinensischen Revolution verstehen, lehnen alle Lösungen ab, die Ersatz für die völlige Befreiung Palästinas sind und lehnen alle Vorschläge ab, die auf die Beendigung des palästinensischen Problems oder seine Internationalisierung zielen.

Artikel 22: Der Zionismus ist eine politische Bewegung, die organisch mit dem internationalen Imperialismus verbunden ist; er streitet wider alle Aktionen zur Befreiung und fortschrittliche Bewegungen der Welt. Er ist seiner Natur nach rassistisch und fanatisch, in seinen Zielen aggressiv, expansionistisch und kolonialistisch und in seinen Methoden faschistisch. Israel ist das Instrument der zionistischen Bewegung und die geographische Basis des Welt-Imperialismus, die strategisch mitten in das arabische Heimatland platziert wurde, um die Hoffnungen der arabischen Nation auf Befreiung, Einheit und Fortschritt zu bekämpfen. Israel ist eine ständige Quelle der Bedrohung des Friedens im Nahen Osten und in der ganzen Welt. Da die Befreiung Palästinas die zionistische und imperialistische Präsenz zerstören und zur Errichtung des Friedens im Nahen Osten beitragen wird, sucht das palästinensische Volk die Unterstützung aller progressiven und friedliebenden Kräfte und drängt sie alle, ohne Unterschied ihrer Mitgliedschaften und ihres Glaubens, dem palästinensischen Volk alle Hilfe und Unterstützung in ihrem gerechten Kampf zur Befreiung ihres Heimatlandes zu bieten.

Artikel 23: Das Verlangen nach Sicherheit und Frieden, wie auch das Verlangen nach Recht und Gerechtigkeit, verlangen von allen Staaten, den Zionismus als illegale Bewegung zu betrachten, seine Existenz als ungesetzlich anzusehen und seine Operationen auszugrenzen, um friedliche Beziehungen zwischen den Völkern zu erhalten und die Loyalität der Bürger zu ihren jeweiligen Heimatländern zu schützen.

Artikel 24: Die Palästinenser glauben an die Prinzipien der Gerechtigkeit, Freiheit, Souveränität, Selbstbestimmung, Menschenwürde und dem Recht aller Völker, diese auszuüben.

Artikel 25: Zur Erreichung der Ziele dieser Charta und ihrer Prinzipien wird die Palästinensische Befreiungsorganisation ihre Rolle in der Befreiung Palästinas in Übereinstimmung mit der Verfassung dieser Organisation ausüben.

Artikel 26: Die Palästinensische Befreiungsorganisation ist als Vertreterin der palästinensischen Revolutionsstreitkräfte verantwortlich für die Bewegung der palästinensischen Araber in ihrem Kampf – um ihr Heimatland zurückzugewinnen, zu befreien und in es zurückzukehren und ihr Recht auf Selbstbestimmung in diesem Land auszuüben – in allen militärischen, politischen und finanziellen Bereichen und auch für das, was für die palästinensische Sache auf der inter-arabischen und internationalen Ebene nötig sein wird.

Artikel 27: Die Palästinensische Befreiungsorganisation wird mit allen arabischen Staaten nach deren jeweiligen Möglichkeiten kooperieren; und sie wird angesichts der Notwendigkeiten des Befreiungskrieges eine neutrale Politik unter ihnen übernehmen; und auf dieser Grundlage wird sie nicht in die internen Angelegenheiten arabischer Staaten eingreifen.

Artikel 28: Die palästinensischen Araber bestehen auf der Wahrhaftigkeit und Unabhängigkeit ihrer nationalen (wataniyya) Revolution und lehnen alle Formen der Intervention, Treuhänderschaft und Unterordnung ab.

Artikel 29: Die Palästinenser besitzen das fundamentale und echte Recht ihr Heimatland zu befreien und wieder in Besitz zu nehmen. Die Palästinenser bestimmen ihre Haltung gegenüber allen Staaten und Kräften auf der Grundlage des Standards, den diese gegenüber der palästinensischen Revolution einnehmen, um die Ziele des palästinensischen Volkes zu erreichen.

Artikel 30: Kämpfer und Waffenträger im Befreiungskampf sind der Kern der Volksarmee, die die Schutzmacht für die Gewinne der palästinensischen Araber sein wird.

Artikel 31: Die Organisation soll eine Flagge, einen Treueid und eine Nationalhymne erhalten. Über all dies wird in Abstimmung mit besonderen Regularien entschieden.

Artikel 32: Regularien, die als Verfassung der Palästinensischen Befreiungsorganisation bekannt werden sollen, sollen an diese Charta angehängt werden. Sie wird die Art bestimmen, in der die Organisation und ihre Organe und Institutionen eingerichtet werden sollen; genauso die jeweiligen Kompetenzen und die Erfordernisse entsprechend der Charta.

Artikel 33: Diese Charta darf nicht erweitert werden außer durch eine [Abstimmung mit] Zweidrittel-Mehrheit der gesamten Mitgliedschaft des Nationalrats der Palästinensischen Befreiungsorganisation in einer Sondersitzung, die zu diesem Zweck einberufen wird.

von Leila S. Kadi (ed.), Grundlegende politische Dokumente der bewaffneten palästinensischen Widerstandsbewegung, Palästinensisches Forschungszentrum, Beirut, Dezember 1969, S. 137-141.


Anmerkungen heplev:
Dies ist weiterhin der gültige Text der Charta. Sie wurde bisher nicht geändert!
1998 hat es einen riesigen Rummel um einen Besuch des US-Präsidenten Bill Clinton in Gaza gegeben, bei dem angeblich diese Charta geändert worden sein sollte. Dies ist aber nicht geschehen.
Warum? Dazu gibt es Verschiedenes zu bedenken.
Nach Artikel 33 braucht es eine Zweidrittelmehrheit der Mitglieder des Nationalrats, um die Charta zu ändern. So viele Mitglieder waren in der Sitzung aber gar nicht anwesend, die vermeintlich über die Änderung abstimmte. Damit wäre jeder Beschluss, der auf dieser Sitzung gefasst wurde, ohnehin nicht gültig!
Es wurde gar nicht über die Streichung der Artikel zur Vernichtung Israels abgestimmt! Arafat ließ darüber abstimmen, ob die Mitglieder des Nationalrats mit den Vorschlägen einverstanden waren, die er in seinem Schreiben an sie gemacht hat. Was in diesem Brief stand, wissen nur er und die, die diesen Brief erhalten haben!
Mit anderen Worten: Der Westen war einmal mehr auf sein eigenes Wunschdenken herein gefallen! Es wurde einfach angenommen, dass es um die Streichung der Mord- und Vernichtungsartikel ging. Bis heute ist diese Streichung aber nicht beschlossen worden. Die Charta ist in vollem Umfang gültig, einschließlich des Ziels der Vernichtung Israels!

Es gibt Berichte, dass der Palästinensische Nationalrat (PNC) die Charta mit seinem Beschluss „änderte, indem er Artikel streicht, die den Briefen entgegen stehen, die zwischen der PLO und der Regierung Israels am 9. und 10. September 1993 ausgetauscht wurden“.
Auch auf der Internetseite der Palästinensischen Generaldirektion in Bonn steht, dass der Palästinensische Nationalrat (am 24.6.1996) „beschließt:
1. Änderung der Nationalcharta durch Streichung der Artikel, die im Widerspruch zu den Schreiben zwischen der PLO und der Regierung Israels vom 09.-10.09. 1993 stehen.
2. Der Nationalrat beauftragt den Rechtsausschuß, die Neufassung der Nationalcharta vorzubereiten und diesen Entwurf dem Zentralrat in seiner ersten Sitzung vorzulegen.“
Konkretisiert wird aber nichts.

Tatsache ist, wie Zuhair Sanduka, Direktor des „International Parliamentary Affairs Department of the Palestine National Council“ (Abteilung für internationale parlamentarische Angelegenheiten des PNC) in einem Interview mit IMRA am 23. Januar 2002 zugeben musste, dass „seitdem keine andere Charta geschrieben worden ist… Es gibt tatsächlich Veröffentlichungen, die auf die Entscheidung Bezug nehmen, die Veränderungen vorzunehmen. Aber das sind andere Texte [heißt: nicht die offiziell gültige Charta] – keine anderen Paragraphen oder Artikel an Stelle der Artikel, die gestrichen oder verändert werden sollten. Aber es gibt die Bezugnahme darauf, dass es Artikel gibt, die entweder gestrichen oder modifiziert oder ergänzt werden sollten.“
Was ist das für ein Herumeiern? Was wollen die PLO-Offiziellen? Das ist doch wohl ein offensichtlicher Versuch, die Weltöffentlichkeit zu täuschen und hinzuhalten. Es zeigt deutlich auf, dass die PLO (und damit die PA) nicht gewillt sind, ihre Ziele aufzugeben und den ganzen Wirbel nur veranstaltet haben, um dem Westen Sand in die Augen zu streuen!

So viel zu palästinensischer Pflichterfüllung aus Verträgen, die mit Israel, den USA und anderen westlichen Ländern geschlossen worden sind…

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Eine weitere deutsche Übersetzung der Palästinenser-Charta findet sich auf:
Palästinensische Generalvertretung, Bonn, „offizieller Text“ in Deutsch
Palästinensische Generalvertretung, Bonn, vermeintlich (so IZ Sozialwissenschaften, „FOKUSplus Israel : Palästina“) die Änderung, enthält aber nur den oben zitierten Text mit dem entsprechenden bürokratischen/technischen Vorspann.
Daneben gibt es auch entsprechende (und gut gemeinte) Texte englischsprachiger Organisationen. Aber keine offizielle Version einer palästinensischen Organisation!

Der Stufenplan der PLO von 1974

Original: The PLO’s „Phased Plan“

Im Yom Kippur-Krieg im Oktober 1973 begannen die arabischen Staaten am heiligsten Tag des jüdischen Kalenders einen Überraschungsangriff auf Israel. Einmal mehr versuchten sie Israel zu beseitigen, diesmal noch stärker motiviert durch den Wunsch ihre Ehre nach der heftigen Niederlage im Sechstagekrieg von 1967 wiederherzustellen. Obwohl Israel erst anfangs überrascht wurde, sammelte es sich und schlug den arabischen Angriff zurück, allerdings nicht ohne schwere Verluste zu erleiden.

Der Krieg überzeugte die Araber, dass sie nicht in der Lage sein würden Israel in seinen Grenzen nach 1967 militärisch zu vernichten. Daher nahmen sie eine neue Strategie zur Vernichtung Israels in drei Stufen in Angriff, die in der als Stufenplan bekannten Entscheidung der PLO von 1974 eingebettet ist (der Text folgt unten).

Zusammengefasst lautet der Plan:

  1. Durch den „bewaffneten Kampf“ (d.h. Terrorismus) eine „unabhängige, kämpfende nationale Autorität“ auf jedem Territorium zu schaffen, das von israelischer Herrschaft „befreit“ wird (Artikel 2).
  2. Den Kampf gegen Israel weiterzuführen, indem man das Territorium der nationalen Autorität als Operationsbasis nutzt (Artikel 4).
  3. Einen offenen Krieg zu provozieren, in dem Israel von seinen arabischen Nachbarn komplett vernichtet wird („alles palästinensische Gebiet befreien“) (Artikel 8).

Der Stufenplan ist heute noch gültig. Unmittelbar nach der Veröffentlichung der Vereinbarungen zwischen Israel und der PLO im Jahr 1993 verkündete der PLO-Vorsitzende Yassir Arafat, dass das historische Übereinkommen „die Basis für einen unabhängigen palästinensischen Staat in Übereinstimmung mit der Resolution der Palästinensischen Nationalrats von 1974 sein wird… Die 1974 ausgegebene PNC-Resolution fordert die Einrichtung einer nationalen Autorität auf jedem Teil palästinensischen Bodens, von dem Israel sich zurückzieht oder der befreit wird.“ (Radio Monte Carlo, 1. September 1993) Es sollte angemerkt werden, dass der Begriff der PLO für den jetzt im Gazastreifen und der Westbank eingesetzten Selbstverwaltungsrat „Palästinensische Nationale Autorität“ ist, worin sich die Sprache des Stufenplans wiederfindet. Man sollte auch vermerken, dass die Artikel 5 und 6 eine Revolution in Jordanien fordern, um eine neue jordanische Regierung einzuführen, die sich mit der Palästinensischen Nationalen Autorität verbündet. Historisch gesehen bildet Jordanien den Hauptteil des palästinensischen Territoriums und die Mehrzahl seiner Einwohner sind palästinensischer Herkunft. Die PLO hat nie die Legitimität des Königreichs Jordanien als von Palästina unabhängigem Staat anerkannt.


Der Stufenplan der PLO

Politisches Programm

Angenommen in der 12. Sitzung des Palästinensischen Nationalrats

Kairo, 9. Juni 1974

Text der Resolution des Stufenplans

Der Palästinensische Nationalrat beschließt:

Auf der Grundlage der Palästinensischen Nationalcharta und dem in der vom 6.-12. Januar 1973 abgehaltenen elften Sitzung entworfenen politischen Programms; und aus dem Glauben heraus, dass es unmöglich ist einen dauerhaften und gerechten Frieden in der Gegend zu schaffen, wenn nicht das palästinensische Volk alle seine nationalen Rechte wieder erwirbt und, in erster Linie und mit Vorrang, sein Recht auf Rückkehr und Selbstbestimmung auf dem gesamten Boden ihres Heimatlandes; und im Licht einer Studie der neuen politischen Umstände, die im Zeitraum zwischen der letzten und jetzigen Sitzung des Rates entstanden sind, das Folgende:

  1. Die Bestätigung der bisherigen Haltung der Palästinensischen Befreiungsbewegung zur Resolution 242, die das nationale Recht unseres Volkes ausradiert und die Sache unseres Volkes als Flüchtlingsproblem behandelt. Der Rat lehnt es daher ab mit dieser Resolution irgendetwas zu tun zu haben, egal auf welcher Ebene, sei es die arabische oder die internationale, einschließlich der Genfer Konferenz.
  2. Die Befreiungsorganisation wird alle Mittel einsetzen, in erster Linie und in der Hauptsache den bewaffneten Kampf, um das palästinensische Territorium zu befreien und die unabhängige kämpfende nationale Autorität für das Volk auf jedem Teil des palästinensischen Gebiets einzurichten, das befreit wird. Das wird weitere Veränderungen erfordern, die im Machtgleichgewicht zu Gunsten unseres Volkes und seines Kampfes erwirkt wird.
  3. Die Befreiungsorganisation wird gegen jeden Vorschlag einer palästinensischen Einrichtung kämpfen, zu deren Preis die Anerkennung, der Frieden, sichere Grenzen, der Verzicht auf nationale Rechte und die Beraubung des Recht auf Rückkehr für unser Volk sowie sein Recht auf Selbstbestimmung auf dem Boden seines Heimatlandes ist.
  4. Jeder unternommene Schritt hin auf die Befreiung ist die Verwirklichung der Strategie der Befreiungsorganisation, einen demokratischen palästinensischen Staat zu schaffen, wie er in den Resolutionen der bisherigen Palästinensischen Nationalräten ausgeführt ist.
  5. Kampf gemeinsam mit den nationalen jordanischen Kräften zur Errichtung einer jordanisch-palästinensischen nationalen Front, deren Ziel es sein wird in Jordanien eine demokratische nationale Autorität in engem Kontakt mit dem palästinensischen Gemeinwesen zu schaffen, das durch den Kampf errichtet wird.
  6. Die Befreiungsorganisation wird dafür kämpfen die Einheit im Kampf zwischen den beiden Völkern und allen Kräften der arabischen Befreiungsbewegung zu schaffen, die mit diesem Programm übereinstimmen.
  7. Angesichts dieses Programms wird die Befreiungsorganisation dafür kämpfen die nationale Einheit zu stärken und auf eine Ebene zu heben, wo sie in der Lage sein wird ihren nationalen Pflichten und Aufgaben nachzukommen.
  8. Einmal geschaffen, wird die palästinensische nationale Autorität danach streben die Einheit der Konfrontationsländer zu erreichen, mit dem Ziel die Befreiung allen palästinensischen Territoriums zu vollenden und als Schritt auf dem Weg zu umfassender arabischer Einheit.
  9. Die Befreiungsorganisation wird anstreben ihre Solidarität mit den sozialistischen Ländern und mit Kräften der Befreiung und des Fortschritts in der ganzen Welt zu stärken, mit dem Ziel alle Intrigen des Zionismus, der Reaktion und des Imperialismus zunichte zu machen.
  10. Im Licht dieses Programms wird die Revolutionsführung über die Taktiken bestimmen, die der Verwirklichung dieser Ziele dienen und möglich machen.

Das Exekutivkomitee der Palästinensischen Befreiungsorganisation wird jede Anstrengung unternehmen, um dieses Programm umzusetzen. Sollte eine Situation auftreten, die das Schicksal und die Zukunft des palästinensischen Volkes betrifft, wird die Nationalversammlung zu einer außerordentlichen Sitzung zusammentreten.