Die furchterregendste Waffe des jüdischen Volks – jetzt aufgedeckt

Paula R. Stern, 27. Juli 2017

Die furchterregendste Waffe des jüdischen Volks wurde jüngst auf dem Tempelberg entfesselt. Israelische Polizei, angewiesen den Status quo zu erhalten und zu vermeiden Muslime zu verärgern oder zu beleidigen – obwohl die Muslime zu diesem Zeitpunkt den Tempelberg boykottierten – eilten hinzu, um den Juden zu überwältigen, der es wagte diese Waffe freizusetzen.

Werfen Sie einen Blick auf dieses Video. Alles wurde mit mehreren praktischerweise vorhandenen Smartphones aufgenommen. Was Sie sehen werden ist ein Mann namens Ari Abramowitz auf dem Tempelberg und israelische Polizisten, die hinzu eilen um ihn aufzuhalten.

Richtig: Die mächtigste Waffe, von den Muslimen so sehr gefürchtet, dass sie vor Wut zittern, wenn sie es wagen sie zu sehen/zu hören, ist ein betender Jude! Schlimmer noch: ein Jude, der das Trauergebet [Kaddisch] für drei ermordete Menschen spricht.

Ich muss mich fragen, was passieren wird, wenn die Polizei Anzeige erstattet und Ari vor Gericht zerrt…

Richter: Und was wird ihm vorgeworfen? Was getan zu haben wird der Beschuldigten beschuldigt?

Staatsanwalt: Er hat gebetet, Euer Ehren.

Richter: Er hat … was?

Staatsanwalt: Er hat gebetet … auf dem Tempelberg.

In welcher Welt ist ein Gebet eine Waffe, etwas so furchtbares, dass die Polizei hinzueilen und ihn abführen muss?

Vielleicht gibt es in dem Gebet etwas, das beleidigend ist? Nicht, dass ich wüsste. Hier ist sein Text:

Erhoben und geheiligt werde sein großer Name auf der Welt, die nach seinem Willen von Ihm erschaffen wurde.

Sein Reich soll in eurem Leben in den eurigen Tagen und im Leben des ganzen Hauses Israel schnell und in nächster Zeit erstehen. Und wir sprechen: Amen!

Sein großer Name sei gepriesen in Ewigkeit und Ewigkeit der Ewigkeiten.

Gepriesen sei und gerühmt, verherrlicht, erhoben, erhöht, gefeiert, hocherhoben und gepriesen sei Name des Heiligen, gelobt sei er, hoch über jedem Lob und Gesang, Verherrlichung und Trostverheißung, die je in der Welt gesprochen wurde, sprechet Amen!

Fülle des Friedens und Leben möge vom Himmel herab uns und ganz Israel zuteil werden, sprechet Amen.

Der Frieden stiftet in seinen Himmelshöhen, stifte Frieden unter uns und ganz Israel, sprechet Amen.

Solange es beleidigend ist diese Worte vor einem Muslim auszusprechen, kann es keinen Frieden geben. Solange Juden ihr Recht verweigert wird zu beten – zu BETEN, Herrgott nochmal – solange WIRD es keinen Frieden geben. So einfach ist as.

Statt Ari schnell vom Tempelberg zu bringen, sollte die israelische Regierung aufstehen und diesem Wahnsinn ein Ende gebieten. Lasst Juden beten. Und wenn der Welt das nicht gefällt – dann müssen wir wohl unsere furchterregendste Waffe gegen sie loslassen und für ihre vom fehlenden Gebrauch verkümmerten Hirne und ihre an den Teufel verkauften Seelen beten.

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Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (2. – 8. Juli 2017)

Sonntag, 02.07.2017:

Um 4 Uhr früh wurden 4 jüdische Minderjährige im Gush Etzion aus dem Bett geholt und zur Befragung festgenommen. Sie wurden im Zusammenhang mit einem Vorfall verhört, der sich vor vielen Monaten ereignete. Nach der Befragung wurden sei auf freien Fuß gesetzt.

Die Fatah gelobt, das von der IDF abgebaute Denkmal für einen Terroristen wieder herzustellen. Die DFLP kam ihr offenbar zuvor und hat das schon gemacht.

Die Polizei hat einen vierten Verdächtigen zum Mord an der Grenzpolizistin Hadas Malka festgenommen.

Am Samstag wurden 28 illegal im Land befindliche PalAraber festgenommen. Der Van, in dem sie unterwegs waren, weckte den Verdacht von Grenzpolizisten, weil er mit Shas-Stickern (der Partei der Ultraorthodoxen) ausgerechnet am Sabbat unterwegs war.

Die Knessetabgeordenten sollen nach 18 Monaten Verbot ab nächster Woche wieder den Tempelberg wieder besuchen dürfen.

Montag, 03.07.2017:

Die PA fordert, dass der israelische Generalstaatsanwalt wegen „Ermutigung zu Terrorismus“ vor Gericht gestellt wird. Er hatte es gewagt sich positiv über Bautätigkeit in den „Siedlungen“ zu äußern.

Dienstag, 04.07.2017:

Mahmud Abbas gelobt die „Gehälter“ an die Terroristen niemals zu stoppen, „selbst wenn mich das die PA-Präsidentschaft kostet“.

Die IDF hat die Erlaubnis erhalten die Häuser der Terroristen abzureißen, die die Grenzpolizistin Hadas Malka ermordeten. Die Vorbereitungen laufen.

Mittwoch, 05.07.2017:

Die PA hat einen Verantwortlichen für die Machmpelah (Patriarchenhöhle) in Hebron, den aktuellen Bürgermeister von Hebron. Der Mann hatte vor einem Jahr auf Arabisch damit geprahlt, wie er 1980 6 Juden am Sabbat abschlachtete. Das war auf Film eingefangen worden. Er gab unter Applaus seiner Hoffnung Ausdruck, dass er weitere Juden ermorden wird.

Die Hamas verkündete auf twitter, dass sie die BDS-Bewegung unterstützt. Israels Minister für innere Sicherheit antwortete darauf, dass das offenbart, dass beide Gruppen dasselbe Ziel haben (sprich: die Vernichtung Israels).

In der Region Binyamin (in Samaria) wurden 2,5 ha Frucht tragende Weinstöcke von Arabern abgeschnitten und weiter beschädigt. Die Einwohner von Esch Kodesch beschweren sich seit Jahren, dass die Polizei nichts unternimmt.

Palästinensische und israelische Feuerwehrleute führten in Jenin eine gemeinsame Übung durch, wie Menschen aus Unfallfahrzeugen gerettet werden.

Hamasführer Ismail Haniyeh fordert eine palästinensische Einheitsregierung und offene Wahlen.

Mahmud Abbas hat bei seinem Besuch in Frankreich behauptet, er und seine Regierung seien zur Unterzeichnung einer Friedensvereinbarung bereit und würden nur auf eine Antwort aus Israel warten.

Donnerstag, 06.07.2017:

Eine der Hamas nahe stehende Zeitung veröffentlichte Daten zu den jüngsten Anschlägen auf Israelis. Demnach hat es in der ersten Jahreshälfte 2017 161 Anschläge gegeben, darunter 80 Fälle von Steinwürfen, 25 Stech-Anschläge, 9 mit Autos, 29 mit Schusswaffen und 39 mit Sprengsätzen. Zusätzlich gab es 365 Vorfälle, bei denen Molotowcocktails geworfen wurden sowie gewalttätige Auseinandersetzungen an mehr als 2.900 Stellen in Judäa und Samaria. (Dabei gab es 11 israelische Tote und 208 Verletzte, während die PalAraber 51 Tote melden, darunter 4 Frauen und sechs Minderjährige.

Terrorchef Ismail Haniyeh von der Hamas behauptet, dass ein „Gefangenenaustausch“ mit Israel unmittelbar bevor steht. Außerdem sagt er, die „Westbank“ bleibe ein Zentrum des Konflikts und „eine Adresse für Aufstand und Widerstand in all seinen Formen“. (Sprich: Der Terror geht weiter.)

Freitag, 07.07.2017:

Das PA-Fernsehen glorifizierte wieder einmal Terrormörder – diesmal die, die 1974 in Ma’alot 22 Schulkinder und 4 Erwachsene ermordeten. Nachdem vor kurzem ein Platz in Jenin nach dem Kopf der Mörder benannt und ein weiteres Denkmal aufgestellt wurde, benannte man jetzt noch eine Straße nach dem Terrorchef. Das Fernsehen pries zudem die Morde und die Mörder in einer Sendung.

PA-Araber versuchten bei Kedar eine illegale Siedlung zu bauen. Sicherheitskräfte beschlagnahmten Ausrüstung und zerstörten die bereits errichteten Gebäude. Beides war den Arabern von der EU geschenkt worden (eine eklatante Verletzung der Oslo-Vereinbarung).

Samstag, 08.07.2017:

Medien aus Israel und arabischen Staaten berichten übereinstimmend, dass Israel und die Hamas intensive Verhandlungen führen und kurz vor einer Einigung stehen, über die drei im Gazastreifen festgehaltene israelische Staatsbürger und die Leichen zweier Soldaten Israel übergeben werden sollen. Vermittler sind Russland, Ägypten und die Vereinen Nationen. Eine mögliche Einigung würde wohl so aussehen wie beim Austausch von Gilad Shalit.

Die Treibstofflieferungen Ägyptens in den Gazastreifen wurden heute um bis zur Hälfte gekürzt, weil die PA die Bankkonten einfror, mit denen die Lieferungen bezahlt wurden. Als wäre das noch nicht genug, kappte jemand die Stromleitungen, über die Strom aus Ägypten in den Gazastreifen geliefert werden.

1976 urteilte ein israelisches Gericht, dass jüdisches Gebet auf dem Tempelberg in Ordnung ist

Elder of Ziyon, 8. Februar 2017

Die Internetseite der PLO bringt einen täglichen Artikel, der das Jahr hindurch Jahrestage wichtiger Ereignisse in der palästinensischen Geschichte heraushebt.

Mit sehr wenigen Ausnahmen stammen fast alle der etwa 240 Ereignisse in ihrer Timeline aus den letzten 100 Jahren. (Sie beinhaltet für 1099 ein Datum für die Kreuzzüge und ein paar für die Zeit Napoleons 1799, dazu den ersten Zionistischen Kongress im Jahr 1897.)

Für den 8. Februar heißt es, dass 1976 „ein zionistisches Gericht entschied den Juden zu erlauben im Haram al-Scharif zu beten“.

Was geschah 1976?

JTA schreibt:

… eine winzige nationalistische Gruppe hat in regelmäßigen Abständen versucht auf dem Tempelberg zu beten. Am 8. Mai 1975 begannen acht junge Mitglieder dieser Gruppe, die vordergründig eine Tour auf dem Ort machten, zu beten. Die waren mit ihrem Gebet fast fertig, als ein alter Muslim sie bemerkte und seine Freunde herbeirief. Schon bald versammelte sich eine Menge Muslime und eine Auseinandersetzung brach aus. Die Dienst habenden Polizisten des Polizeipostens auf dem Tempelberg (zumeist Araber) wurden gerufen, um den Zusammenstoß zu beenden. Sie nahmen die jungen Juden fest, die in der Folge vor Gericht gestellt wurden.

Richterin Ruth Or entschied in ihrem Urteil vom 28. Januar, dass die den Polizisten gegebenen Anweisungen – die Juden davon abzuhalten auf dem Berg zu beten – illegal waren, da das Gesetz das Grundrecht aller Gläubigen an ihren heiligen Orten zu beten feststellt. Die Richterin kritisierte den Minister für religiöse Angelegenheiten dafür, dass er keine Verfahren für Gebete sowohl für Juden als auch Muslime auf dem Tempelberg eingeführt hatte.

Die Regierung hat solche Arrangements für die gemeinsame Nutzung der Machpela-Höhle in Hebron durch Muslime und Juden eingeführt, stellte die Richterin fest; sie hatte es aber unterlassen das auch für den Tempelberg zu tun.

Der Staatsanwalt hat gegen die Entscheidung des Bezirksgerichts Berufung eingelegt – was durchaus die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs von 1970 wieder einsetzen könnte. Derweil ist das Urteil der Richterin weiterhin Ursache für Spannungen in Ostjerusalem und er Westbank. Die Polizei sperrt weiter vermeintliche jüdische Beter vom Berg, aber muslimische Wut wird offenbar beschwichtigt werden, wenn die Entscheidung der Richterin verworfen werden wird.

Anscheinend wurde dieses Urteil aufgehoben.

Der Präsident des Obersten Gerichtshof, Aharon Barak, schrieb 1976 in Reaktion auf die Berufung:

Das Grundprinzip lautet, dass jeder Jude das Recht hat den Tempelberg zu betreten, dort zu beten und Gemeinschaft mit seinem Schöpfer zu haben. Das ist Teil der religiösen Freiheit zu beten, es ist Teil der freien Meinungsäußerung. Aber es ist, wie bei jedem Menschenrecht, nicht absolut, sonder ein relatives Recht… Tatsächlich ist es in einem Fall, in dem es so gut wie sicher ist, dass das öffentliche Interesse beeinträchtigt werden könnte, wenn das Recht einer Person auf religiöse Anbetung und freie religiöse Betätigung umgesetzt wird, möglich die Rechte der Person einzuschränken, um das öffentliche Interesse aufrechtzuerhalten.

Das ist erstaunlich, denn es sind nicht die Betenden, die Verletzungen verursachen, sondern die Frömmler, die es ablehnen dieses grundlegende Menschenrecht zuzulassen, das um das sich zu sorgen Barak behauptet. Es bedeutet, dass muslimische Extremisten Vetorecht über jüdische Menschenrechte besitzen, solange sie Gewalt einsetzen, was genau das Gegenteil von Menschenrechten ist.

Obwohl das Urteil der Richterin jüdisches Gebet gestattete, wurde das nie durchgesetzt und die israelische Polizei verbietet weiter jüdisches Gebet, die Palästinenser begehen den Tag immer noch (übrigens den falschen Tag) als weiteres Beispiel dafür, dass sie von Juden unterdrückt werden.

Foto des Tages: Montag auf dem Tempelberg

The Jewish Press, 12. September 2016

Arabische Kinder, angezogen als bewaffnete Hamas-Terroristen, auf dem Tempelberg, 12. Sept. 2016 (Foto: arabische soziale Medien)

Erstaunlich: Die immer wachsame israelische Poliizei schafft es jeden einzelnen Juden zu stoppen, der versucht den Tempelberg mti einem Gebetsbuch/Siddur, einer israelischen Flagge oder irgendeinem Zeichen oder Kleidungsstück beuschen will, das auch nur im Entferntesten mit dem Judentum oder Israel in Verbindung gebracht werden kann… Doch diese zwei arabischen Kinder, in voller Hamas-Terrorkluft mit Spielzeuggewehren gekleidet, schafften es offen herumzulaufen, damit alle Welt ein Foto davon machen kann.

Einfach unvorstellbar.

Auf ins Getümmel: Duma – ein Jahr (und drei Bandanschläge) später

Martin Sherman, Israel National News, 29. Juli 2016

„Ich sah Sa’ad und Reham brennend auf dem Boden. Direkt neben ihnen waren ZWEI maskierte Männer, einer neben jedem von ihnen. Sie waren in Jeans und schwarze, langärmlige Hemden gekleidet… Ihre Gesichter waren von Balaclava bedeckt, man sah nur Mund und Augen. Die Straßenlaternen schienen direkt auf sie. Ich war entsetzt von dem, was ich sah. Sie sahen mich und ich hatte Angst und rannte zurück nach Hause. Ich sagte meinem Bruder Bishar, er solle Hilfe holen und ging zu Sa’ads Haus zurück, wo ich die ZWEI maskierten Männer nicht mehr sah. – Augenzeugenbericht von Ibrahim Dawabscheh, einem Verwandten der Opfer, zum Brandanschlag in Duma; Amira Hass, Ha’aretz, 31. Juli 2015

Nach Angaben des Anklageprotokolls entschied sich Ben-Uliel am Abend des Aschlags auf das Haus von Dawabscheh den Brandanschlag ALLEINE durchzuführen… Er soll nach einem Haus gesucht haben, das bewohnt war und nutzte seinen ersten Brandsatz gegen ein zweistöckiges Haus, das sich als unbewohnt herausstellte… Dann ging er zum Haus der Dawabschehs, bereitete seinen zweiten Brandsatz im Garten vor und sprühte Graffiti auf die Mauern, bevor er den Brandsatz in das Haus warf und zu Fuß floh.Chaim Levinson und Barak Ravid, Ha’aretz, 3. Januar 2015

Fast auf den Tag vor einem Jahr, am 31. Juli 2015, war das gesamte Land von Berichten entsetzt, dass drei Mitglieder der Familie Dawabscheh aus dem Dorf Duma bei einem Brandanschlag auf ihr Haus verbrannten. In Hebräisch auf die Mauern des verbrannten Wohnhauses gesprühte Graffiti führte zum überstürzten Schluss, dass die Tat von „jüdischen Terroristen“ begangen wurde. Seit diesem unseligen Anschlag sind mindestens drei weitere Häuser des Dawabscheh-Clans – wie auch zwei davor – in Brand gesetzt worden, ohne jeglichen Hinweis auf die Beteiligung von „jüdischen Extremisten“.

Aber dazu später mehr.

Fanatsich umgekehrter Rassismus?

Die grausige Tragödie entfachte hastiges, selbstgerechtes Händeringen und scheinheilige Selbstvorwürfe weiter Bereiche der israelischen Gesellschaft – und fast aller Teile der Mainstream-Medien. Mit einem Schlag verblassten alle externen Bedrohungen des Staats in Beinahe-Bedeutungslosigkeit. Die Aufmerksamkeit konzentrierte sich nicht länger auf das Schreckgespenst eines atomaren Iran oder die Bedrohung durch den radikalen Islam, der Druck auf die belagerten Grenzen des Landes ausübt. Plötzlich war die existenzielle Bedrohung, der Israel sich gegenüber sah, die des „jüdischen Terrors“ – der „Gefahr“ durch ein paar Dutzend marginalisierter, zottelhaariger Jugendlicher, die die öden, windgepeitschten Hügelkuppen von Judäa-Samaria bewohnen.

Ohne eine Spur an Beweisen, die ihre Anschuldigungen untermauerten, schien ein Journalist nach dem anderen um die Schärfe zu wetteifern, mit der sie die vermuteten Täter angriffen. Mit blindem Vertrauen – so unmissverständlich, wie es unbegründet war – zur kollektiven Identität der Täter und er kollektiven Schuld der israelischen Gesellschaft insgesamt für den ruchlosen Charakter der Tat begannen sie eine brutale Ekstase der Selbstgeißelung.

So lamentierte kaum zwei Tage nach dem Brandanschlag in einem erstaunlichen Umkehr-Rassismus mit der Überschrift „Wir sind nicht besser als unsere Feinde“ Sima Kadmon von Yedioth Aharonot: „…Lassen Sie niemanden sagen, dass diese ein Einzelfall ist… Jüdische Terroristen sind nur die Botschafter; es gibt ein gut geöltes System an Hetze hinter ihnen… Es ist an der Zeit die Wahrheit zu sagen, die herzzerreißende, aber unumgängliche Wahrheit: Nach einer Generation rechter Regierung haben wir eine Rasse entwickelt … nicht stolz, nicht großzügig, sondern definitiv grausam…“

„Israel ist das Gleiche wie ISIS“

Im Nu waren alle Unterschiede zwischen Israelis und ISIS ausradiert.

Sie glauben, ich übertreibe? Falsch gedacht! Hier ist eine Auswahl des „von Schmerz geplagten“ Insichgehens, das zum in Mode gekommenen journalistischen Rituals der Mainstream-Medien wurde.

Schon in der Nacht des grässlichen Verbrechens löste Ron Ben Yishai von Ynetnews den Fall. In „Wie der jüdische Jihad zu stoppen ist“ bestimmte er – endgültig: „… das ist religiös-messianischer Terrorismus, begangen von Leuten, die sich als in Übereinstimmung mit Gottes wahrem Willen betrachten. In einfacheren Worten: Das ist jüdische Jihadismus, in jedem Detail identisch mit dem des islamischen Jihadismus.“

In ihrem bereits erwähnten Text pflichtet Sima Kadmon „gequält“ zu: „Es ist vorbei. Wenn wir glaubten, es könne uns nicht passieren, dass wir nicht so sind, dass Juden so etwas nicht tun, dass nur sie Kinder ermorden können, in Häuser gehen und ein Baby aus nächster Nähe erschießen, Familien verbrennen, mörderischen Terror verüben – das war’s, es ist vorbei. Wir sind, wir können, wir tun. Kinder bei lebendigem Leib verbrennen, mörderischen, unmenschlichen, unbegreiflichen Terror begehen. Und nein, wir sind nicht besser als sie.“

Und da war dann noch der immer entsetzliche Gideon Levy, der wahr gewordene Traum aller ständig Judeophoben, der einen Tag nach der Tragäide in Ha’aretz eine kollektive Verdammung veröffentlichte; sie trug den Titel „Alles Israelis schuldig dafür palästinensische Familie anzuzünden“. Gemäß Levy: Israelis erstechen Schwule und verbrennen Kinder. Es gibt kein Stückchen Verleumdung, nicht die geringste Übertreibung in dieser trockenen Beschreibung…“

Es dauerte nicht lange, bis dieses Sperrfeuer bittere Früchte trug. Vom Medienangriff in Panik versetzt warfen die politischen höheren Ränge und die Sicherheitskräfte das Rechtskraftprinzip über Bord.

„Wenige außer Beschuldigung der Gedankenverbrechen“?

Innerhalb weniger Tage wurden administrative Verhaftungen vorgenommen. Meir Ettinger, Eviatar Slonim und Mordechai Meir wurden ohne Verfahren eingesperrt, wie verlautete wegen Verdacht der Beteiligung an der Brandstiftung in Duma.

Die Verhaftungen waren von ominösen Warnungen vor drohenden Gefahren für den Staat, die die ruchlosen Taten, sowohl die der Vergangenheit als auch geplanter, der Häftlinge zur Folge haben, die über längere Zeiten isoliert wurden, ohne dass konkrete Anklagepunkt gegen sie vorgebracht wurden. Hartnäckige Gerüchte über die Anwendung brutaler Verhörtechniken waren reichlich vorhanden – aber Anklagen wurden keine erhoben.

Einer nach dem anderen wurden die Verhafteten wieder freigelassen – Meir Anfang Januar, Slonim Anfang Februar und Ettinger im Juni diesen Jahres.

Der Fall Ettinger riecht besonders nach überflüssigem Übelwollen. Im April wurde ihm – nach Monaten in Haft – mit einer vom Obersten Gerichtshof aufrecht erhaltenen Entscheidung die Erlaubnis verweigert der Beschneidungszeremonie (brit mila) seines neugeborenen Sohnes beizuwohnen. Die Gründe für diese Verweigerung waren, dass er immer noch „eine Sicherheitsbedrohung für die Öffentlichkeit“ darstellte. Doch kaum einen Monat später wurde verkündet, dass er entlassen würde – ohne Anklage!

In einem aufwühlenden Bericht der Affäre Ettinger schrieb Liel Leibovitz vom Tablet: „Nachdem ich mich mit Regierungsvertretern sowie Freunden und Familienmitgliedern traf und ausführlich Ettingers öffentliche wie private Schriften durchsah, habe ich jede Menge gefunden, das Menschen aufbringen könnte, die seine politischen Ansichten nicht teilen, aber nichts deutet darauf hin, dass der mystisch gesinnte junge Mann  auf welche Art auch immer an der Planung oder Durchführung konkreter Anschläge gegen wen auch immer beteiligt war.“

Er fügte vernichtend hinzu: „Vielmehr ist es schwierig, sieht man sich das Beweismaterial an, nicht zu dem Schluss zu kommen, dass die Vorwürfe gegen Ettinger sich auf wenig mehr als den Vorwurf von Gedankenverbrechen belaufen.“

Dröhnendes Schweigen

Das Schicksal der Inhaftierten hat – nicht überraschend, sondern deprimierend – zu wenig oder keiner Empörung seitens der üblicherweise lautstarken Verteidiger der Menschenrechte geführt. Tatsächlich ist dem, was zunehmend wie drakonischer Machtmissbrauch, willkürliche Verletzung von Bürgerrechten und beunruhigender Inhaftierung wegen wenig mehr als „Gedankenverbrechen“ mit dröhnendem Schweigen seitens lärmender Chöre linker Stimmen begegnet worden, die immer eifrig dabei sind jeden Hinweis auf übermäßigen Einsatz von Regierungsmacht zu verurteilen.

In der Tat sind später folgende Entwicklungen nicht allzu beruhigend.

Anfang Dezember 2015 nahmen die israelischen Behörden den 21-jährigen Aviram Ben-Uliel in Administrativhaft. Nach fast 3 Wochen Schweigens wurde Ben-Uliel aus immer noch ungeklärten Gründen zur „tickenden Zeitbombe“ erklärt (d.h. eine Quelle klarer und akuter Gefahr) und Folter unterworfen, um ein Geständnis zu bekommen. Auf Grundlage dieses Geständnisses wurde (am 3. Januar 2016) Anklage gegen ihn erhoben – und gegen einen weiteren, nicht genannte Minderjährigen, dem vorgeworfen wird Ben-Uliel geholfen, die Brandstiftung aber nicht begangen zu haben.

Auf Grundlage des unter Zwang erfolgten Geständnisses – das er anschließend zurückzog – ist die Anklage gegen Ben-Uliel aus einer Reihe von Gründen beunruhigend. Denn wie Chaim Levinson von Ha’aretz zeigt, steht sie in beträchtlichen Teilen im Widerspruch zu den Augenzeugen-Aussagen dessen, was in der Nacht der tödlichen Brandstiftung stattfand.

Verstörende Diskrepanzen

All diese Berichte sprechen von mehreren Angreifern – mindestens zwei – wie es sich in dem Ausschnitt von Ibrahim Dawabscheh am Anfang spiegelt, der in dem Fall als „Schlüsselzeuge“ beschrieben wird. Doch in der auf dem Geständnis gründenden Anklage wird Ben-Uliel als allein Handelnder beschuldigt!

Darüber hinaus erwähnten die ersten Berichte, dass ein Motorfahrzeug benutzt wurde – und aufgrund dieser Berichte wurden sogar einige Festnahmen vorgenommen – s. „Jüdischer Terrorverdächtige angeklagt, aber Verurteilungen, so es sie überhaupt geben wird, werden lange Zeit brauchen“. – Ha’aretz, 4. Januar 2016.

Dementsprechend ist es schwierig zu widerstehen die beunruhigenden Frage aufzuwerfen, dass, wenn die ursprünglichen Festlegungen in dem Fall (mehrere Täter, Involvierung eines Motorfahrzeugs) sich offenbar als „unbegründet“ erwiesen haben, es nicht innerhalb der Grenzen des Möglichen ist, dass andere Aspekte der ursprünglichen Annahmen sich als gleichermaßen unbegründet erweisen könnten, einschließlich nicht nur der Zahl der Angreifer und ihrer Fortbewegungsmethode, sondern auch ihrer Identität und sogar – was der Himmel verhüten möge – ihrer Ethnie?

Ich habe mich früher schon ausführlich mit der Brandstiftung n Duma (d.h. der vom Juli 2015, nicht all den anderen davor und danach) beschäftigt. Ich warnte davor:

(a) eine Gleichwertigkeit zwischen ideopolitisch motivierten Verbrechen jüdischer Extremisten und dem arabisch-islamischen Terror zu ziehen, dem Israel heute ausgesetzt ist – und damit zwischen den Maßnahmen, die dazu eingesetzt werden, um damit fertig zu werden; und

(b) der fast pawlowsche Reflex beim Anzünden des Dawabsche-Hauses jüdische Schuld anzunehmen.[i]

Unterscheidungen treffen

Ich habe wenig Zweifel, dass die von mir angeführten Argumente heute noch gelten. Entsprechend möchte die Leser drängen meine Analysen dazu durchzusehen, warum es geboten ist eine qualitative Unterscheidung zwischen arabischem Terrorismus und terroristischen Organisationen, die ihn begehen einerseits und den Gruppen jüdischer radikalreligiöser Banditen andererseits zu treffen – ebenso die nachteiligen Konsequenzen, die solche unangebrachten Parallelen für Israel mit sich bringen.

Ähnlich argumentierte ich, dass staatliche Anwendung drakonischer außerjuristischer Kräfte – wie Administrativhaft ohne Anklage, Inhaftierte Monate lang in Einzelhaft zu halten und die Verweigerung „fairer Verfahren“ – durchaus gerechtfertigt waren, wenn man es mit Bedrohung zu tun hat, die staatliche/quasi-staatliche/staatlich gedeckter Feinde zu tun hat, die massive Budgets und internationalen Wirkungsbereich haben.

Das ist allerdings überhaupt nicht der Fall, wenn die angenommene Bedrohung von winzigsten Gruppen Jugendlicher (oder gerade eben nicht mehr Jugendlicher) ausgeht, die nicht nur in ger israelischen Gesellschaft als Ganzer marginal und marginalisiert sind, sondern auch in einem Großteil ihres sozialen Umfelds, ohne internationalen Wirkungsbereich, die nur sehr dürftige Ressourcen zur Verfügung haben.

Natürlich weiß ich nicht, ob Ben-Uliel im Sinne der Anklage schuldig ist. Aber eins ist gewiss: Er ist kein Bin Laden oder Hassan Nasrallah – und die Maßnahmen, die nötig sind, um mit ihm oder irgendeiner Gruppe, mit der er in Verbindung steht, fertig zu werden, unterscheiden sich sehr stark von denen – oder sollten es – die nötig sind, um mit Typen wie Bin Laden/Nasrallah, ihren Organisationen oder ihren Lakaien fertig zu werden.

Was Sie glauben müssen

Aber wenn man der Behauptung Glauben Glaubwürdigkeit verleihen möchte, dass Ben-Uliel schuldig im Sinne der Anklage ist, was muss man glauben?

Nun, man müsste glauben, dass: Bel-Uliel, ein Mann, der vor kurzem heiratete und Vater eines Säuglings, der keine Ausbildung als Sondereinsatzkraft hat (a) die „cojones“ und die Fähigkeiten hatte, nicht nur unbemerkt mehr als 5 Kilometer – in der Nacht – zu laufen; (b) wobei er an zahlreichen, stärker exponierten Alternativzielen in den Außenbezirken des Dorfes vorbei kam; (c) er es schaffte unbemerkt und unbewaffnet in das Zentrum des feindlichen Dorfes einzudringen; (d) ein unbewohntes Gebäude in Brand zu setzen; (e) dann, immer noch unbemerkt, ausgiebig Farbe auf zu sprühen, um das belastende hebräische Graffiti zu schreiben; (f) dann das Haus der Dawabsches anzustecken; und (g) schließlich eine phantomartige Flucht zu schaffen, bei der er das Dorf ohne eine Spur zu hinterlassen verließ, ganz zu schweigen davon aufgegriffen zu werden und keinen Hinweis zu hinterlassen, der andeutet, wohin er verschwand – und all das ganz auf sich gestellt!

Ist das wirklich glaubwürdig??

Doch das ist nicht alles. Wenn Ben-Uliel nur nach einem willkürlich ausgesuchten arabischen Ziel aus war, warum wählte er kein Haus in den Außenbezirken des Dorfes statt eines im Zentrum? Das hätte seinen Flucht einfacher gemacht. Und warum entschied er sich für Duma – ein Dorf, in dem die Häuser des Dawabsche-Clans ohnehin regelmäßig Ziel von Anschlägen sind? Konnte er vielleicht unter „verschärfter Befragung“ eine plausible Antwort geben?

Das sind beunruhigende Fragen. Ein Jahr – und drei ungelöste Brandanschläge – später sind das Fragen, denen man sich stellen muss.

[i] Texte dazu: Jewish hate crimes and vandalism are NOT terrorism (06.08.2015); Trivializing ‘terror’ (13.08.2015); Why now? The hypocritical hullabaloo over Jewish ‘terror’ (20.08.2015); Duma, ‘dirty dancing’ & deeply disturbing detention (31.12.2015); Presumption of guilt (07.01.2016); Jewish ‘terror’ – A guide for the perplexed (14.01.2016)