Ellisa: eine israelische, christlich-arabische Heldin

„Den arabischen Mädchen, die sich verpflichten wollen, aber Angst haben, möchte ich einen Anstoß geben.“

Uri Gobey, Israellycool, 27. Mai 2022

Ich möchte Ihnen Ellisa vorstellen, eine christliche Araberin aus einem Dorf im Norden des Landes.

Ellisa hat immer davon geträumt zur IDF zu gehen, hatte aber Angst vor den Reaktionen derer, die ihr am nächsten standne. Sie verbarg den gesamten Rekrutierungsprozess vor ihrer Familie, bis sie es ihnen schließlich erzählte und überrascht war festzustellen, dass die damit glücklich waren und sie unterstützten.

Eineinhalb Jahre lang ist sie jetzt Kampfsoldatin im Bataillon Caracal und verteidigt tagtäglich die Südgrenze Israels.

Sie hat eine Botschaft, die sei vermitteln will: „Den arabischen Mädchen, die sich verpflichten wollen, aber Angst haben, möchte ich einen Anstoß geben. Heute ist meine Familie sehr stolz auf mich und ich stehe hinter meiner Entscheidung. Dem Staat zurückzugeben, was er mir mir gegeben hat, ist eine Pflicht und die Bürger zu beschützen ist ein Recht.“.

Kol HaKavod!

Mosche Dayan: Ein Leben in Bildern

Um 40 Jahre seit dem Ableben von Mosche Dayan zu begehen – einer der kultigsten und fotogensten Persönlichkeiten in Israels Geschichte – tauchten wir tief in die Sammlungen der Nationalbibliothek ein und suchten eine Handvoll Bilder aus, die sowohl historische wie auch persönliche Augenblicke in seinem ereignisreichen Leben einfingen.

Tamar Lewinsohn, the Librarians, 17. Oktober 2021

Hierfür war keine Vertiefung ins Archiv nötig.

Mosche Dayan war in den frühen Jahren jüdischer Eigenstaatlichkeit eine der Hauptattraktionen für Israels führende Fotografen. Die Auswahl an hier gezeigten Fotos einzugrenzen war keine einfache Aufgabe. Dayan zog es immer zu den Kameras und die Kameras zog es zu ihm.

Zu den Fotografen, die regelmäßig den jungen IDF-Generalstabschef ablichteten, gehörte Benno Rothenberg, selbst eine schillernde Figur und prominenter Professioneller Kameramann in Israel, der Dayans Liebe zur Archäologie teilte. Kurz vor seinem Tod hinterlegte Rothenberg seine 50.000 Fotos in die zuverlässigen Hände des Sammlers Zvi Meitar, so wie auch zwei andere führende Fotografe – Boris Carmi und Mosche Levin. Die Digitalisierung dieser Sammlungen wurde in Zusammenarbeit mit dem Zvi and Ofra Meitar Family Fund vor kurzem fertiggestellt. Die Fotos stehen jetzt online auf der Internetseite der Nationalbibliothek zur Verfügung.

Es lohnt sich auch die Arbeit des Fotografen Dan Hadani zu erwähnen. Von 1965 und bis zum Jahr 2000 war Hadani Manager der Israel Press and Photo Agency (IPPA); er dokumentierte zahllose Ereignisse der Geschichte des Staats Israel: Kriege, Wahlen, Proteste, soziale Kämpfe, Siedlungsprojekte, Feiern, Konzerte, verschiedene Kulturveranstaltungen und mehr – alles in allem fast eine Million Bilder. Diese Sammlung wurde vor einigen Jahren an die Nationalbibliothek übergeben; von ihnen sind jetzt fast eine halbe Million Bilder über den Katalog der Bibliothek verfügbar.

Zusätzlich zu dem obigen wurde 2017 eine Reihe einzigartiger, besonderer Fotografien von Mosche Dayan als Teil des persönlichen Archivs seines Sohnes Assi Dayan an die Nationalbibliothek gegeben. Mehrere weitere Fotos kommen aus der Bitmuna-Sammlung und dem Archiv des Ben Zvi Instituts. Sie alle sind auf der Nationalbibliothek Israels als Teil der Nationalen Fotosammlung der Familie Pritzker zur Verfügung gestellt.

Mosche Dayan, Kommandeur der Jerusalem-Front, mit Mitgliedern der Polizeieinheit auf dem Weg zum Skopusberg, 1950. Sammlung Dan Hadani, Pritzker Family National Photography Collection in der Nationalbibliothek Israels.
Mosche Dayan bereitet mit Kommandeuren der 6. Brigade der IDF Schneebälle vor, Winter 1949. Sammlung Dan Hadani, Pritzker Family National Photography Collection in der Nationalbibliothek Israels.
Außenminister Mosche Dayan spricht vor Einwohnern von Yamit, die gegen die geplante Evakuierung aus der Sinai-Siedlung als Teil des Friedensabkommens mit Ägypten protestierten (1978). Sammlung Dan Hadani, Pritzker Family National Photography Collection in der Nationalbibliothek Israels.
Mosche Dayan mit Menachem Begin und US-Präsident Jimmy Carter nach der Unterzeichnung des Friedensabkommens mit Ägypten. Sammlung Dan Hadani, Pritzker Family National Photography Collection in der Nationalbibliothek Israels.
Die Chuppa-Zeremonie bei der Doppelhochzeit von Assi und Aharona Dayan und Yael Dayan und Dov Sion. David Ben-Gurion und Rabbi Schlomo Goren sind unter dem Baldachin zu sehen. Sammlung Dan Hadani, Pritzker Family National Photography Collection in der Nationalbibliothek Israels.
Mosche Dayan liest mit seinem Sohn Assi. Der hebräische Text auf der Rückseite des Fotos lautet: „Ein idyllischer Familienabend. Der Offizier wird zum Lehrer für seinen jungen Sohn Assaf“, 1955. Archiv Assi Dayan, Nationalbibliothek Israel.
Mosche, Ruth, Yael, Udi und Assi Dayan – ein Familienfoto, das nach Mosches Ernennung zum Generalstabschef aufgenommen wurde; die Beschreibung mit den Namen der Familienmitglieder wurde von Assi geschrieben. Archiv Assi Dayan, Nationalbibliothek Israels.
Mosche Dayan mit Binyamin Zarhi und einem Beduinenreiter am Toten Meer. Zarhi war ein Klassenkamerad Dayans. Foto aus einem Familienalbum, vorbereitet von Assi Dayan für seinen Sohn Lior. Archiv Assi Dayan, Nationalbibliothek Israels.
Mosche Dayan als Kind in Degania. Mosche ist das Kind rechts. Nadav Man, Bitmuna. Aus der Sammlung Schmuel Dayan, Quelle: Zohar Betser, Pritzker Family National Photography Collection in der Nationalbibliothek Israels.
Haganah-Gefangene im Gefängnis von Akko, darunter Mosche Dayan am Anfang des Zugs, 1939. Nadav Man, Bitmuna. Aus der Sammlung Schmuel Dayan. Quelle: Zohar Betser, Pritzker Family National Photography Collection in der Nationalbibliothek Israels.
Der neue IDF-Generalstabschef Mosche Dayan im Haus von David Ben-Gurion, 1953. Foto: Benno Rothenberg, Meitar-Sammlung, Pritzker Family National Photography Collection in der Nationalbibliothek Israels.
Porträt von Mosche Dayan, dem dritten Generalstabschef; Foto: Benno Rothenberg, Meitar-Sammlung, Pritzker Family National Photography Collection in der Nationalbibliothek Israels. [Anmerkung heplef: Das Foto muss spiegelverkehrt abgebildet sein, da die Augenklappe auf dem falschen Auge ist; die Ordensbänder befinden sich ebenfalls auf der falschen Seite.]
Mosche Dayan bei einer Feier für gefallene Soldaten, 1948. Foto: Benno Rothenberg, Meitar-Sammlung, Pritzker Family National Photography Collection in der Nationalbibliothek Israels.
Mosche Dayan bei einer archäologischen Grabung, 1957. Foto: Benno Rothenberg, Meitar-Sammlung, Pritzker Family National Photography Collection in der Nationalbibliothek Israels.
Mosche Dayan bei einer archäologischen Grabung, 1957. Foto: Benno Rothenberg, Meitar-Sammlung, Pritzker Family National Photography Collection in der Nationalbibliothek Israels.
Verteidigungsminister Mosche Dayan an der Patriarchenhöhle in Hebron nach dem Sechstage-Krieg (von rechts nach links: der Journalist Mosche Pearlman, Rehavam Ze’evi, Dayan, sein Generalstabschef Mordechai Bar-On und der Chef des IDF-Zentralkommandos, Uzi Markis), 1967. Ben Zvi Institute, Archive Network Israel und Nationalbibliothek Israels.
Mosche Dayan und seine Frau Ruth mit ihrer ältesten Tochter Yael; Nahalal 1939. Ben Zvi Institute, Archive Network Israel und Nationalbibliothek Israels.
Generalstabschef Mosche Dayan mit IDF-Offizieren in einem Gummiboot am Tag, an dem die IDF sich von Scharm el-Scheik auf dem Sinai zurückzog. Eehavam Ze‘evi (recht mit dem Paddel), Schmuel Tankus, Mosche Dayan, Mordechai Bar-On und Uzi Narkis, 1957. Ben Zvi Institute, Archive Network Israel und Nationalbibliothek Israels.
David Ben-Gurion und Mosche Dayan im Parteisitz der Rafi. Foto: Boris Carmi, Meitar-Sammlung, Pritzker Family National Photography Collection in der Nationalbibliothek Israels.

An der Vorbereitung des Artikels war Matan Barzilai, Leiter der Archivabteilung der Nationalbibliothek Israels, beteiligt.

Diese bemerkenswerte Frau fertigte die erste israelische Flagge in Jerusalem

Rebecca Affachiner war auf mehreren Kontinenten wegweisend und sie machte das alles als religiöse jüdische Single-Frau

Frieda R. F. Horwitz, the Librarians, 28. Dezember 2021

Leidenschaftlich, abenteuerlustig, attraktiv, hoch gebildet, eine kosmopolitische Weltreisende und eine begabte Organisatorin – Rebecca Affachiner führte im frühen 20. Jahrhundert ein ungewöhnliches Leben als religiös praktizierende jüdische Single-Frau, die viele erste berufliche Dinge tat, als Frau ohne Kinder, die stark am Leben von Kindern aller Altersgruppen beteiligt war und als Frau, die ohne Begleitperson oder Gefährten die ganze Welt bereiste.

Rebecca wurde 1884 in Neswisch (im heutigen Belarus) in die sephardische Familie Affachiner geboren, die seit dem frühen 19. Jahrhundert dort gelebt hatte.

Kinder vor der Großen Synagoge in Neswisch, frühes 20. Jahrhundert. Aus dem Zentrum für Jüdische Kunst i der Hebräischen Universität Jerusalem, Teil der Digitalen Sammlung der Nationalbibliothek Israels.

Ihr Vater Yitzhak arbeitete als Schneider, bis er 1888 nach New York City auswanderte. Dort eröffnete er eine Schneiderei, die sein ganzes Arbeitsleben über am Schabbat geschlossen blieb – was es damals fast nie gab. Nachdem er 1890 nach New York kam, gingen Rebecca und ihre Geschwister in eine öffentliche Schule, in der Rebecca eine Leidenschaft fürs Lesen entwickelte. Rebecca kaufte eine zweibändige Sammlung der Dichtkunst von Emma Lazarus, die ihre Heldin wurde und die sie überall hin mitnahm, auch nach Jerusalem. Sie wurde eine geschickte Schreiberin und Vortragende, beteiligte sich ab frühem Altern an Debatten.

Rebecca Affachiner als junges Kind mit ihrer Familie. Aus dem Zentralarchiv für die Geschichte des jüdischen Volks in der Nationalbibliothek Israels.

Ungewöhnlich für ihre Zeit beschloss sie von Beruf Sozialarbeiterin zu werden und immatrikulierte sich dann im Dezember 1904 im neuen Lehrer-Abendkurs am Jewish Theological Seminary.

An der JTS freundete sie sich mit Solomon und Mathilde Shechter sowie mit Henrietta Szold an, die damals ebenfalls dort studierte, aber es war Rebecca, die die 1907 als erste Frau dort ihren Abschluss machte.

Salomon Shechter. Aus der Porträtsammlung Abraham Schwadron in der Nationalbibliothek Israels

1908 wurde sie, obwohl sie keine Rabbinerin war, zur jüdischen Seelsorgerin im Haus für straffällig gewordene Mädchen in Hudson (New York) und sollte viele Initiativen ausführen, um positive Vorbilder zu bieten und unterprivilegierten jüdischen Mädchen in New York zu unterstützen sowie Missionierungsversuche zu bekämpfen.

Auf Mathilde Schechters Empfehlung hin wurde Rebecca Leiterin der Columbia Religious & Industrial School for Girls, wo sie einige Jahre arbeitete. Foto aus der Ausgabe des The Hebrew Standard vom 7. Mai 1909 (Digitale Sammlung der Nationalbibliothek Israels)

Nachdem sie am 22. Februar 1912 zu einem von Henrietta Szold organisierten Treffen kam, mit dem eine offizielle zionistische Frauenorganisation gegründet werden sollte, engagierte sich Rebecca bei der Federation of American Zionists und – weil sie gebildeter war als ihre weiblichen Zeitgenossen – wurde schnell zu einer leitenden Persönlichkeit der Gruppe.

Während des Ersten Weltkriegs reiste Affachiner als Teil der Anstrengungen des National Jewish Board jüdische Soldaten zu unterstützen. Aus dem Zentralarchiv der Geschichte des jüdischen Volkes in der Nationalbibliothek Deutschlands.

Ein paar Jahre später beteiligte sie sich an einer großen amerikanisch-zionistischen Kampagne, um  Präsident Harding dazu zu bringen die Balfour-Erklärung anzuerkennen. 1921, als Chaim Weizman und Albert Einstein auf einer prominenten Mission durch Amerika tourten, um zur Unterstützung des Zionismus zu animieren, organisierte sie eine Veranstaltung mit ihnen und brachte $25.000 aus ihrer lokalen Gemeinde in Hartford (Connecticut) auf, damals eine fürstliche Summe.

Albert Einstein und Chaim Weizman im April 1921 (Foto: Bain News Service/lizenzfrei via Library of Congress)

Im Jahr davor war sie Leiterin der United Jewish Charities in Hartford geworden, die erste Frau, die in Amerika eine so hohe Position in einer jüdischen Organisation inne hatte. Sie gründete Ortsgruppen der Jewish Big Brothers and Big Sisters in der Stadt und führte zahllose weitere Bemühungen an Bedürftigen zu helfen, darunter die Organisation eines stadtweiten Boykotts von Straßenbahnen, als der Fahrpreis auf 10 Cents pro Fahrt erhöht wurde. Der Streik hatte Erfolg und der Fahrpreis ging auf 3 Cent zurück.

Es lohnt sich daran zu erinnern, dass Frauen in den USA erst im August 1920 das Wahlrecht erhielten. Rebeccas Leistungen kamen in einer Zeit, in der Frauenrechte in vielen Lebensreichen noch immer gravierend eingeschränkt waren, auch bei Grundeigentum.

Die 1920-er und 1930-er Jahre hindurch reiste Rebecca um die Welt, teilweise zum Vergnügen und teilweise um zu helfen besser zu verstehen, wo Juden eine sichere Zuflucht finden könnten.

Nachdem die USA 1924 die Einwanderung stark einschränkten, betrachteten Rebecca und andere sowohl Mexiko als auch Kuba als potenzielle Zufluchtsorte. Sie schrieb sogar einen Bericht über die Lage der Juden in Kuba für Louis Marshall, den bekannten Juristen, der damals das American Jewish Committee leitete.

Später, bei einer Ferienreise durch Italien, hatte sie eine von katholischen Freunden arrangierte Audienz beim Papst und ihr wurde sogar das Privileg angeboten in der Bibliothek des Vatikan einige seltene hebräische Manuskripte anzusehen. Rebecca kam im selben Jahr zwei Tage vor Tischa B’Av in Jerusalem an. Dort besuchte sie die neu gegründete Hebräische Universität auf dem Skopusberg sowie andere Stellen, traf sich mit führenden Persönlichkeiten, darunter mit Dr. Judah Magnes, dem ersten Kanzler der Universität.

Rebecca Affacahiner in Hartford, Connecticut, wo sie in der jüdischen Gemeinde eine Reihe von Jahren führend aktiv war. Aus dem Zentralarchiv der Geschichte des jüdischen Volks in der Nationalbibliothek Israels.

Nach ihrer Rückkehr in die USA hielt sie Vorträge über Palästina und wurde bald von Hadassah eingestellt, um neue Ortsvereine zu organisieren. Ende der 1920-er Jahre betrachtete Rebecca die zionistische Bewegung als große Gelegenheit für die Juden, nach Jahrhunderten in der Diaspora das neue jüdische Heimatland zu schaffen. Sie erkannte zudem die Notwendigkeit ein verlässliches Gesundheitssystem mit dem Hadassah-Krankenhaus als Qualitätsmaßstab zu schaffen.

1929 schlug sie vier männliche Kandidaten aus dem Rennen und wurde als Delegierte für den World Zionist Congress in Zürich gewählt. Auch wenn ihr die Geldmittel fehlten, um wirklich teilzunehmen, war Rebecca weiter an zionistischen Aktivitäten beteiligt. Im selben Jahr wurde sie Direktorin für Sozialdienste der lange etablierten jüdischen Gemeinschaft in Norfolk (Virginia) und sollte dann dort eines der ersten jüdischen Gemeindezentren gründen. Der Schritt machte sie auch zu einer der wenigen  jüdischen Berufstätigen, die großen Einfluss sowohl im Norden wie im Süden hatten.

Kurz bevor sie im Januar 1934 aus Norfolk ins Land Israel zog, wurde Rebecca in einer amerikanischen Radiosendung interviewt, die am Weihnachtstag ausgestrahlt wurde. Sie sprach von ihrem Wunsch eine Pionierin im Land Israel zu sein und erklärte:

Es gibt keinen Grund, warum drei radikale Gruppen unterschiedlicher Traditionen und Kulturen nicht harmonisch als Einheit unter einer Regierung leben können sollten.

Rebecca wurde schnell ein Teil des Lebens in Jerusalem, arbeitete mit Dr. Henry Keller an der Gründung des Alyn-Krankenhaus für behinderte Kinder und diente als dessen Direktorin für soziale Dienste.

Als der Holocaust näher rückte, reiste sie nach Rumänien und an andere Orte in Osteuropa, um für die Immigration ins Land Israel zu werben, während sie Zuhause in Jerusalem Aktivitäten und Initiativen organisierte, um zu helfen unterprivilegierte Kinder von der Straße zu holen, ganz ähnlich wie sie es in den USA schon getan hatte.

„Fräulein R. G. Affachiner, Direktorin der Hitahduth Olei Rumania (Rumänische Siedler-Vereinigung) ist gerade von einer Reise für die Organisation durch Rumänien zurückgekehrt.“
Diese Notiz erschien in der Ausgabe der Palestine Post vom 18. September 1939. Aus der Digitalen Sammlung der Nationalbibliothek Israels.

Obwohl sie mit Recha Frier und Henrietta Szold von der offiziellen Jugend-Aliyah-Bewegung verbunden war, hatte Rebecca das Gefühl, die Bewegung arbeite mit einem zu langsamen Prozedere und zu viel Formalitäten. 1939 organisierte und bezahlte sie selbst die Kosten um eine Gruppe von 20 rumänischen Jugendlichen, die auf einem der letzten Boote nach Israel zu bringen, die vor dem Krieg aus Europa flohen.

Während des Holocaust half sie Szold Flüchtlinge aufzunehmen, darunter die „Kinder von Teheran“; und nach dem Krieg arbeitete sie zunehmend mit dem Internationalen Roten Kreuz, als sie ein wichtiges Importgeschäft als Mittel gründete, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.

Trotz Warnungen der amerikanischen Regierung in Sicherheit zu fliehen, blieben Rebecca und andere wie sie 1948 während Israels Unabhängigkeitskrieg im Land. „Ich kann meine Schwestern und Brüder nicht verlassen“, sagte sie damals einem lokalen Reporter. „Ich habe mein ganzes Leben lang darauf gewartet die Wiedergeburt eines jüdischen Staates zu erleben. Ich habe nicht vor das zu verpassen.“

Als sie hörte, dass David Ben-Gurion am 14. Mai 1948 den Staat Israel ausgerufen hatte, nähte Rebecca die erste Flagge in Jerusalem und ließ sie an dem Tag wehen – die blauen Streifen hatte sie mit Buntstift auf ein Bettlaken gemalt!

Die letzten Jahre ihres Lebens sollte sie die Flagge an jedem israelischen Unabhängigkeitstag hissen.

Als es Rebecca 1966 zunehmend schlechter ging, schlief ihr Freund Ezra P. Gorodesky einen Monat lang auf einem Stuhl in ihrem Wohnzimmer, bevor sie in ein Pflegeheim zog, wo sie verstarb.

Vor ihrem Tod vertraute sie Ezra die Flagge an, ließ in versprechen sich gut darum zu kümmern, denn „das war meine persönliche Art Israels Entstehung willkommen zu heißen“.

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Nachdem sie starb, spendete Ezra P. Gorodesky die persönlichen Schriften Rebecca Affachiners dem Zentralarchiv für die Geschichte des jüdischen Volks, das heute Teil der Nationalbibliothek Israels ist. Es gibt zudem eine Rebecca Affachiner-Sammlung als Teil des Archivs der Nationalbibliothek.

2018 spendete Ezra die von Rebecca 1948 erstellte Flagge dem Ben-Gurion-Archiv an der Ben-Gurion-Universität im Negev. Ezra P Gorodesky verstarb 2020.

Die Nazis konnten den Künstler David Friedmann nicht zerstören

Jetzt sucht seine Tochter nach seinen von den Nazis geplünderten und verlorenen gegangenen Kunstwerken

Miriam Friedman Morris, the Librarians, 22. Juli 2020

David Friedmann 1936 in seiner Wohnung in der Paderborner Straße 9 in Berlin-Wilmersdorf. Im Hintergrund sein Gemälde des Berliner Doms. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es in der Wohnung seiner Schwägerin gefunden. Friedmanns Gemälde von Schlossbrücke und zeugnaus, heute im Deutschen Historischen Museum, erscheint ebenfalls. Diese Gemäldoe gehören zu den hunderten von den Nazis geplünderten und verloren gegangenen Kunstwerken.

Seit ich ein Kind war, sah ich meinen Vater mit einer Intensität und Leidenschaft malen, die etwas in mir berührte. Ich war fasziniert von seiner erfolgreichen Vorkriegs-Karriere und dem Schicksal seiner von den Nazis geplünderten Kunst. Er hatte weniges, das er aus einer Sammlung hunderter Gemälde, Zeichnungen, Lithografien und Radierungen zeigen konnte. Das verstärkte meine Leidenschaft diese Arbeiten zu finden und vor dem Vergessen zu retten.

David Friedmann wurde am 20. Dezember 1893 in Märisch-Ostrau (Österreich-Ungarn) geboren, dem heutigen Ostrava in der Tschechischen Republik. Er studierte Radierungen bei Hermann Struck und Malerei bei Lovis Corinth in Berlin. Er malte einige der wichtigsten Ereignisse der modernen Geschichte, überlebte den Ersten und den Zweiten Weltkrieg als Künstler. Friedmann schuf spätimpressionistische Landschaften, Stillleben, Innenräume, Akte und erhielt Applaus als Maler, der für seine Porträts bekannt war, die aus dem Leben gezeichnet waren. Er stellte an der Akademie der Künste, in der Berliner Secession und zahlreichen Galerien in ganz Deutschland und der Tschechoslowakei aus. Seine Verwendung von Hell und Dunkel, seine Fähigkeit Gesichtsausdrücke zu vermitteln, die Komposition sind alle Kennzeichen seiner Arbeit. Mit Bleistift und Papier fing er die großen Schachmeister der 1920-er Jahre ein. 1924 brachten ihm seine Schnellzeichner-Fertigkeiten eine zweite Karriere als freier Pressekünstler ein. Er skizzierte hunderte berühmte zeitgenössische Persönlichkeiten aus den Künsten, Musik, Theater, Sport,  Politik und Industrie, veröffentlichte hauptsächlich in den Berliner Zeitungen und in der Radio-Programmzeitschrift Der Deutsche Rundfunk. Zu den porträtierten Berühmtheiten gehörten Albert Einstein, Arnold Schönberg, Thomas Mann, Max Liebermann und Emaunel Lasker.

„Richard Réti am Schachbrett“, Lithografie, 1923. Diese erschien in einem Portfolio mit dem Titel „Das Schachmeister-Turnier in Mährisch Ostrau“ und alternativ „Köpfe berühmter Schachmeister“. Fünf Portfolios sind gefunden worden. (© Miriam Friedman Morris; Bild zur Verfügung gestellt von der Nationalbibliothek der Niederlande)

Friedmanns blühende Karriere in Berlin wurde 1933 durch das Naziregime beendet. Während sich alle seine Optionen einschränkten, produzierte er weiterhin Kunst, die Ereignisse illustrierte, sowie seine persönlichen Erfahrungen in der damaligen Zeit.1938 floh Friedmann mit seiner Familie nach Prag, entkam den Nazis einzig mit seinem künstlerischen Talent als Mittel zum Überleben. Er stellte das menschliche Schicksal als Flüchtling in Prag, als Gefangener im Ghetto von Lodz, im Auschwitz-Außenlager Gleiwitz I und als Überlebender bildlich dar. Seine Frau Mathilde und die kleine Tochter Mirjam Helene wurden in Auschwitz ermordet.

1941 plünderte die Gestapo sein hinterlassenes Werk in Berlin. Er verlor seine Ateliermöbel und -materialien, hunderte Ölgemälde, Wasserfarben, Zeichnungen, Radierungen und Lithografien. Nach Friedmanns Deportation ins Ghetto Lodz plünderten die Nazi-Behörden seine Kunstproduktion in Prag. 1946, als die Post von Berlin nach Prag endlich wieder eingerichtet war, erhielt Friedmann Porträt-Drucke und Fotos seiner Arbeit in einem Album. Die Prager Porträts waren auf 1940/41 datiert und geben zahlreichen bekannten und unbekannten Opfern ein Gesicht – historisch bedeutende Beweise einer dynamischen jüdischen Gemeinschaft, die vom Nazi-Regime vernichtet wurde. Weitere Porträts wurden im Nationalmuseum in Prag, Beit Theresienstadt in Givat Haim (Ihud) in Israel und in zwei der Familie gehörenden Sammlungen gefunden. Zahlreiche Arbeiten, darunter Porträts und Landschaften, tauchten im jüdischen Museum im Prag auf.

Überlebende Fotos von Stillleben, die David Friedmann 1939 und 1940 in Prag malte. Sein letzter Wohnort vor der Deportation ins Ghetto Lodz war die Dušní 10 im jüdischen Viertel der Stadt.
Diese Porträt-Drucke David Friedmanns von Jakob Edelstein, František Weidmann und Herbert Langer wurden 1940/41 in Prag produziert. Das Album wurde später dem Kunstmuseum von Yad Vashem gestiftet.

Kunstwerke wurden vom Nazi-Regime systematisch beschlagnahmt und auf Auktionen versteigert. Der Verbleib der restlichen geplünderten Kunst Friedmanns ist unbekannt.

Anschaulicher Titel: „Am Ufer“, Öl auf Holz, signiert von David Friedmann unten links und datiert auf 1932.
Das war eines von mehreren Gemälden, das später in Frankreich mit der roten Zahl „6198“ auftauchte, was nahe legt, dass es sich um eine Auktions-Verkaufsnummer handelt.

Aus seiner Haftzeit wurde eine Porträt-Zeichnung eines polnischen Gefangenen in Gleiwitz I im Staatsmuseum Auschwitz-Birkenau in Polen entdeckt. Es tauchten auch Beweise von Friedmanns Arbeit im Ghetto auf. Seine Radierung der Ghettobrücke von Lodz aus dem Jahr 1942 erschien als Kopfteil auf Seiten des The Chronicle of the Lodz Ghetto, 1941-1944 auf. Ein handgemachtes Album mit 33 Zeichnungen, die die Aktivitäten eines Hutmacher-Geschäfts („ressort“) im Ghetto Lodz 1943 dokumentieren, wird zudem in der Sammlung des Jüdischen Historischen Instituts in Warschau aufbewahrt.

Diese kolorierte Zeichnung stammt aus einem Album von 1943 von David Liebermann, das die Aktivitäten der Hutmacher-Werkstatt („ressort“) im Ghetto Lodz dokumentiert. (Foto: E. Ringelblum, Jüdisches Historisches Institut Warschau, Inventarnummer MZIH B-419/24)

Im Alter von 51 Jahren wurde Friedmann befreit – beträchtlich älter als die meisten anderen Überlebenden; er glaubte, es habe einen Grund gegeben, dass er überlebte. Die Verantwortung Zeugnis abzulegen lastete schwer auf seinem Gewissen, schon vor der Deportation. Sein brennender Wunsch war der Welt die skrupellose Verfolgung und Unmenschlichkeit zu zeigen, wie sie von den Nazis praktiziert wurde, in der Hoffnung, dass eine solche Barbarei niemals wieder geschehen würde. Friedmann fing die Szenen ein, die er nicht aus seinem Gedächtnis löschen konnte – Zwangsarbeit, Folter, Tötungen und der Todesmasch. Er nannte die Reihe „Weil sie Juden waren!“

„Todesmarsch vom Lager Gleiwitz I ins Lager Blechhammer“, Öl, 1947. David Friedmann zeigt sich selbst als Gefangener mit Brille als Erinnerung daran, dass seine Kunst ein Zeugnis des Bösen aus erster Hand ist. Er wurde von der Roten Armee am 25. Januar 1945 in Blechhammer befreit. (© Miriam Friedman Morris)

Friedmann malte seine Nachkriegsreise hindurch weiter. 1948 in Prag heiratete er Hildegard Taussig, eine Überlebende mehrerer Konzentrationslager. Ihre Ehe begann der Geschwindigkeit von  Flüchtlingen. Ein Jahr später floh das Paar aus der kommunistischen Tschechoslowakei nach Israel, wo ihre Tochter, erneut Miriam genannt, geboren wurde. Er arbeitete in einem Schilderladen und trug zur Gründung von Israels kommerzieller Kunstindustrie bei.

In jeder freien Minute zeichnete er für sich selbst. Friedmanns Farbpalette veränderte sich zu helleren, sonnendurchfluteten Tönen, weil er seine alte, dunkle Welt hinter sich ließ, um sein neu angenommenes Land zu erkunden. Nach zwei Jahren gründete er seine eigene Werbefirma und war Freischaffender für die Zeitungen, was ihm mehr Zeit für künstlerische Vorhaben erlaubte. Neben Porträts malte er Landschaften des Sees Genezareth, von Jaffa, Haifa, Tel Aviv, Netanya, Naharia und Tiberias. Einige Werke signierte er mit „Dfri“, die hebräischen Buchstaben für Daled, Peh, Resch, Jod.

Er genoss es auch Ansichten des Flusses Yarkon und von Hadar Yosef zu malen, wo er lebte. Mit Verständnis für die verarmten Juden, die aus dem Jemen eimigriert waren, porträtierte er Bettler auf den Straßen, um ihr Leid auszudrücken. David Friedmann hatte die Landschaft des Beginns des jüdischen Staates eingefangen. Jahrzehnte später hatte ich das enorme Vergnügen die dramatisch veränderte Szenerie aufzuspüren, die er malte, die heute schwer zu finden oder nicht mehr existent ist.

„Jemenitischer jüdischer Bettler“, Öl, 1950. Aus einer Privatsammlung.
„Straße zwischen Tel Aviv und Jaffa“, Ö, ca. 1950. Aus der Sammlung von Miriam Friedman Morris.

Israel war ein neuer Staat in armseligen wirtschaftlichen Verhältnissen. Unbeirrt davon, dass er 61 Jahre alt war, richtete Friedmann seine Ambitionen auf Amerika; 1954 kam er in New York an. Er musste vergessen, was in seinem Herzen verborgen war, die Gemälde aus den Konzentrationslagern und seinen Lebensunterhalt bestreiten. Direkt vom Schiff kommend sprach er bei der Werbetafel-Firma General Outdoor Advertising (GOA) vor. Er malte so schnell wie möglich, weil nur das unsere Familie vor der Armut retten würde. GOA kümmerte weder sein Alter, noch dass er kaum Englisch sprach.

Sie waren beeindruckt von einem fähigen Künstler, der mit erstaunlicher Geschwindigkeit malte – dieselben Fertigkeiten, die ihm 1994 in Gleiwitz I das Leben retteten, wo Friedmann mit primitiven Materialen improvisiert hatte, seine eigenen Farben und Pinsel aus Mitteln des Lagers herstellte, um ein Wandbild auf der Mauer einer Baracke zu malen, um den SS-Offizieren seine künstlerische Fähigkeit zu zeigen und ihn vor dem Tod zu bewahren. Was konnte er produzieren, um sie zu beeindrucken? Er dachte an die Havel, gemalt in Berlin mit „weißen Wolken am blauen Himmel, Bäumen und dazwischen ein paar kleine Häuser mit roten Dächern, Wasser, weißen Segelbooten und ihren Spiegelungen im Wasser“.

„Havel-Landschaft, Berlin“, Öl, 1923. Dieses Gemälde hing Jahrzehnte lang im Haus von Andrea Kress, die neugierig auf David Friedmann wurde. Sie erfuhr davon, dass die Tochter des Künstlers nach verlorener Kunst suchte und schickte dieses Foto.

Die GOA ließ die Familie zuerst nach Chicago und dann nach St. Louis umziehen. Nach nur fünfzehn Monaten in Amerika wurde Friedmann in die höchste künstlerische Position seiner Branche ernannt worden. Statt Bildern aus den Konzentrationslagern malte er die kultigen Schönen und fröhliche Leute, die auf zwei Stockwerke hohen Reklametafeln Bier verkauften. Die neue Karriere brachte Anerkennung und Zufriedenheit mit dem Leben in Amerika. 1960 wurde die Familie Friedmann zu stolzen Staatsbürgern der USA und ließ symbolisch das zweite „n“ im Nachnamen fallen.

Nach seiner Pensionierung 1962 sollte seine Kunst nicht schweigen. Er produzierte eine zweite Serie Holocaust-Kunst, um gegen den Antisemitismus und Rassenhass aller Menschen zu kämpfen. Die Ausstellung David Friedmann eröffnete 1965 in Baltimore (Maryland), beging 20 Jahre seit der Befreiung; darüber wurde sogar in der israelischen Presse berichtet.

David Friedmann legt letzte Hand an seine Kohlezeichnung „Befreiung?“ an. Der Künstler stellt sich selbst als den Gefangenen mit Brille dar. (Foto: Peter Rosvik, St. Louis, Missouri, 1964)

Friedmann starb im Alter von 86 Jahren am 27. Februar 1980. Er ist international mit Arbeiten anerkannt, die dauerhaft im Museum der Holocaust- Geschichte in Yad Vashem in Jerusalem, im Holocaust Museum & Learning Center in St. Louis und dem Sokolow-Museum in der Tschechischen Republik ausgestellt sind. Seine Arbeiten befinden sich in Sammlungen im Staatsmuseum Auschwitz-Birkenau in Polen, und im United States Holocaust Memorial Museum in Washington DC sowie anderen Institutionen und Museen. Weitere Ausstellungsorte sind die Halle der Berliner Philharmonie, das Terezin-Mahnmal in der Tschechischen Republik, der Hauptsitz der Vereinten Nationen und das deutsche Konsulat in New York.

1954 gehörte Friedmann zu den ersten, die von Deutschland wegen von den Nazis geplünderter Kunst entschädigt wurden. Die damit verbundene Summe beinhaltete Ansprüche für all seinen geplünderten Besitz. Er setzte seinen Kampf um Gerechtigkeit fort. 1961 erkannte ihm das oberste internationale Entschädigungsgericht in Berlin eine höhere Anpassung zu.

Dieses Gemälde von David Friedmann wurde 2002 in einem Katalog für das Auktionshaus Joseph Weiner gefunden. Obwohl es „Stillleben“ heißt, lautet der angemessene Titel „Vase mit Anemonen“, Öl, 1923. Letzte bekannte Ortsangabe war Haidhausener Kunst- und Antiquitäten GmbH, München.
„Liegender Häftling“, Kohle, 1945. Zuletzt gesehen in Israel, der Ort der Zeichnung aus dem Häftlingslager Gleiwitz I ist unbekannt. Die Zeichnung – eine von acht der Sammlung von Ze’ev Schek – war als Spende seiner Witwe Alisa Schek an das Kunstmuseum Yad Vashem in Jerusalem gedacht. Drei  Zeichnungen aus dieser Sammlung sind dauerhaft im Museum der Holocaust-Geschichte in Yad Vashem ausgestellt.

David Friedmann war ein erfolgreicher Künstler mit sowohl jüdischer als auch nichtjüdischer Klientel. Die Kunst wurde privat, in Galerien, Ausstellungen und bei Auktionen verkauft. Bei ihrer Flucht aus dem Deutschen Reich stellten die meisten Emigranten fest, dass sie ihre Kunst verkaufen mussten, um ihre Flucht zu finanzieren. Andere schafften es mit ihrer Kunst zusammen zu fliehen.

Kunstwerke finden weiterhin oft neue Eigentümer – verkauft auf Auktionen oder privat – und wird von Menschen gekauft, die nicht als Sammler bekannt sind. Stücke werden Generationen lang an Wänden von Familienheimen ausgestellt und die Tochter des Künstlers sucht nach ihnen. Kunstwerke von David Friedmann sind überall in der Welt aufgetaucht – den Niederlanden, Dänemark, Österreich, Belgien, England, Frankreich, Deutschland, Italien, der Tschechischen Republik, Polen, Israel, Australien, China, Kanada und in den Vereinigten Staaten. Während der letzen zwei Jahrzehnte habe ich angefangen seine Vorkriegs-Kunst zu finden.

Jedes Gemälde, das auftaucht, ist ein Sieg gegen das Deutsche Reich. David Friedmann trug Wichtiges sowohl im Rahmen der Kunst des 20. Jahrhunderts als auch im Schaffen von Materialien bei, die eine machtvolle menschliche Rolle in der Bildung von Menschen über die Realität des Holocaust spielen.

Mein Ziel ist es einen Katalog seiner Werke zu veröffentlichen, Beweise der brillanten Karriere, die die Nazis nicht zerstören konnten.

Gemalt von David Friedmann 1915 im Studentenatelier von Professor Lovis Corinth in Berlin, ist dies eines der seltenen überlebenden Werke aus der Zeit des Ersten Weltkriegs. Nach einer Jahrzehnte dauernden  Suche hatte die Autorin das Glück mit der Familie des Eigentümers in Verbindung zu treten und das Originalgemälde 2012 in Israel zu sehen.

Um mehr über David Friedmann und Informationen, die sie über bestehende Werke erhalten wollen, besuchen Sie bitte www.davidfriedmann.org oder die Facebook-Seite David Friedmann—Artist As Witness.

Dieser Artikel ist als Teil der Gescher L’Europa veröffentlicht worden, der Initiative der Nationalbibliothek Israels Geschichten zu teilen und mit Menschen, Institutionen und Gemeinschaften in Europa und darüber hinaus in Verbindung zu treten.