Der Job des Präsidenten

Zwei wollten ihn haben. Einer wird ihn übernehmen. Und der aus dem Amt scheidende Präsident wird wohl weiterhin als dumm, dümmer, minderbemittelter Verschwörer und Kriegstreiber gehandelt werden. Ein wenig Perspektive bezüglich der Terror-Problematik kommt von Yaakov Kirschen.


So verhalten sich allerdings nicht nur die Amerikaner. Die Europäer würden das mit noch viel mehr Vehemenz vertreten!

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Annapolis-Fragezeichen

Die Konferenz an sich ist vorbei. Allenthalben wird davon geredet, dass Olmert und Abbas sich so toll verständig gezeigt haben. Der Frieden steht praktisch vor dem Ausbruch, man muss nur noch ein paar Dinge klären, bis Ende 2008. Was davon wirklich zu halten ist, muss sich erst noch herausstellen.

Die „lustigen“ Episoden fangen allerdings schon in Annapolis selbst an. So berichtet Robert Spencer von Jihad Watch:

Olmert, Abbas geloben sich „Terrorismus und Hetze entgegen zu stellen, ob von Palästinensern oder Israelis begangen“

Blanke moralische Gleichsetzung, begrüßt von Olmert, Bush und – natürlich – Abbas.

Hier das Video, wie Bush aus der gemeinsamen Erklärung vorliest.

Hier die Story: „Nahostführer geloben ‚neues Zeitalter des Friedens.’“

Und auf der Titelseite: „Moral Inversion at Annapolis“ (Moralische Umkehrung in Annapolis) von P. David Hornik sowie „Palestinians: Aggressors, Not Victims“ (Palästinenser: Aggressoren, nicht Opfer) von David Meir-Levi.

Nehmen wir einen Präsidenten, der die jihadistische Unnachgiebigkeit nicht begreift, die den palästinensisch-israelischen Konflikt anheizt – nicht Wortklaubereien über den Besitz dieses oder jenes Stückchens Land – der verzweifelt versucht sein absinkendes Vermächtnis aufbügeln will. Nehmen wir einen israelischen Premierminister, der sich trotzig den Plan verschrieben hat, dass ein Israel, das nur klein und wehrlos genug ist, von den Jihadisten in Ruhe gelassen wird, trotz der Berge an Beweisen für das Gegenteil. Fügen wir einen „Palästinenser“-Führer hinzu, der Zuhause von Kräften bedroht wird, die noch gewalttätiger und unnachgiebiger sind als er und der eine Gruppe anführt, die versuchte genau den israelischen Premierminister vor nur ein paar Monaten zu ermorden – was darauf hin deutet, dass er selbst entweder Komplize ist oder unfähig ist.

Was bekommen wir? Einen Frieden, der die jihadistisch-terroristischer Gewalt gegen unschuldige Menschen mit dem Widerstand gegen diese Gewalt gleich setzt. Nicht gerade ein viel versprechender Anfang.

Und wieso die Aufregung? Na ja, das oben verlinkte Video und der Text sagen alles, aber auf Englisch. Deshalb hier der versteckte Hammer auf Deutsch (übernommen von Gateway Pundit); Präsident Bush liest aus der „Gemeinsamen Erklärung“ vor:

Wir geben unserer Entschlossenheit Ausdruck dem Blutvergießen, Leiden und den Jahrzehnten des Konflikts zwischen unseren Völkern ein Ende zu setzen; ein neues Zeitalter des Friedens, gegründet auf Freiheit, Sicherheit, Gerechtigkeit, Würde, Respekt und gegenseitiger Anerkennung herbeizuführen; eine Kultur des Friedens und der Gewaltlosigkeit auszubreiten; uns Terrorismus und Hetze entgegen zu stellen, ob sie nun von Palästinensern oder Israelis begangen werden.

Herausgestellt ist es ja genug: „Terrorismus und Hetze… ob von Palästinensern oder Israelis begangen“. Das so zu sagen, ist entweder völlige Ignoranz der Verhältnisse oder totale Verblendung. Wer hat denn die letzten 14 Jahre mit Terror zugebracht? Mit der Erziehung einer kompletten Bevölkerung zum Judenhass? Mit der Aufhetzung gegen Israel, das vernichtet werden muss? Mit über 1.000 willkürlich ermordeten Menschen, der größte Teil Zivilisten, die nur das Verbrechen begangen hatten Israelis zu sein und Bus zu fahren, Pizza essen zu wollen, vor einer Disco zu warten oder sonstwo harmlos herumzusitzen.

Und wer Palästinenser terrorisiert? Klar, die finden wir – den durchgeknallten, psychisch mehr als angeknacksten, fahnenflüchtigen Soldaten, der einen Bus bestieg und arabische israelische Staatsbürger tötete und verletzte. Und dann ist da Baruch Goldstein, DER Zeuge der Israelhasser, der – huch das war ja schon 1994, als er die betenden Muslime massakrierte.

Die moralische Gleichsetzung der seltenen Fälle von Mord und Hetze durch Israelis mit dem systematischen, gewollten und gefeierten Terrorismus der palästinensischen Araber ist ekelhaft! Dass Ehud Olmert das unterschrieben hat und trägt, disqualifiziert ihn endgültig als jemanden, der Israel politisch vertreten darf.

DryBones, 28.11.2007 - deutschDie Palästinenser können jetzt mit offiziellem Segen aus Annapolis und mit Zustimmung der israelischen Regierung von israelischen Terrorismus reden, der gestoppt werden muss – weil Olmert diesen Schwachsinn abgesegnet hat und weil Bush es der Welt vorgelesen hat. Niedlich! Die Terroristen sind die Terrorisierten! Hervorragend, da haben wir das schiefe Weltbild endgültig gedreht. Da palästinensischer Terrorismus ja kein Terrorismus ist, sondern Widerstand, haben wir jetzt die Munition Israel abzuschießen.

Wenn man sich so ansieht, was da in Annapolis gelaufen ist, dann mag man Yaakov Kirschen in seiner Einschätzung in seinen DryBones nur zustimmen. Besonders dem letzten Satz.

Salaam Fayyad, Israels Held

Caroline Glick, Jerusalem Post, 17. August 2007

Manchmal muss sich Terror nicht auszahlen. Berichte aus der letzten Woche, dass Fatah-Premierminister Salaam Fayyad die jährlichen Gehälter an Mitglieder der Hamas-Armee im Gazastreifen ausgezahlt hatte, veranlasste den US-Kongressabgeordneten Eric Cantor einen wütenden Brief an Fayad herauszujagen.

Cantor, dritter in der Hierarchie der Republikaner im Abgeordnetenhaus, war gerade als Leiter einer Kongress-Delegation der Republikaner aus Israel und der palästinensischen Autonomie zurück, wo er in Ramallah auch mit Fayyad zusammentraf. Er schrieb: „Ohne weitere Erklärung Ihrerseits werde ich mich veranlasst sehen meine Kollegen im Kongress zu warnen, dass jegliche Besuche bei Ihrer Regierung wenig Wert haben, wenn es darum geht den Palästinensern und den Israelis Frieden und Sicherheit zu bringen. Darüber hinaus werde ich helfen, die Opposition im Kongress gegen jede zusätzliche Dollars der US-Steuerzahler zu führen, die an die palästinensische Autonomie geschickt werden sollen.“

Cantor hat allen Grund als Amerikaner auf Fayyad wütend zu sein. Die Hamas-Truppen im Gazastreifen, trainiert und kommandiert von den Iranischen Revolutionsgarden, bilden ein Schlüsselglied der Achse des globalen Jihad, den die USA im Irak, Afghanistan und weltweit bekämpfen. Indem er die Hamas stärkt, schadet Fayyad nicht nur einfach Israel. Er agiert in einer Art, die die Achse als Ganzes stärkt. Und damit schadet er den nationalen Sicherheitsinteressen der USA.

Diesen Zug verteidigte Fayyad, indem er anfangs behauptete die Zahlung sei ein bedauerlicher Computerfehler. In seiner neuen Story behauptet Fayyad, dass ein Hamas-Agent in seinem Finanzministerium dafür verantwortlich war.

Fayyads Entschuldigungen werfen natürlich die Frage auf: Wenn die Fatah gegen die Hamas ist, warum sind alle Namen und Bankkonten der Soldaten der Hamas so bequem in den Computerdaten des Finanzministeriums der Fatah gespeichert? Abgesehen davon ist es schwer zu glauben, dass die Fatah dagegen war die Jihad-Truppen zu bezahlen. Seit die Hamas im Juni den Gazastreifen übernahm, hat Fayyad regelmäßig die Gehälter der Hamas-Abgeordneten, der öffentlichen Angestellten der Hamas-Regierung und der in israelischen Gefängnissen eingesperrten Hamas-Terroristen gezahlt.

Darüber hinaus ist Fayyads Behauptung, dass die Fatah gegen die Hamas ist, kaum glaubwürdig angesichts dessen, dass die Fatah in intensiven Verhandlungen mit der Hamas für eine Wiedervereinigung ihrer Kräfte steht. Mittwoch erklärte der Vorsitzende Mahmud Abbas offen, dass er die Versöhnung mit der Hamas anstrebt. In der gemeinsamen Pressekonferenz mit dem japanischen Außenminister Taro Aso forderte Abbas eine „Rückkehr zur nationalen Einheit“. Er sagte: „Die Spaltung [zwischen Judäa und Samaria und dem Gazastreifen, die] als Ergebnis des Coups der Hamas [entstand], ist vorübergehend und wird beseitigt werden.“

Die Tatsache, dass die Fatah selbst eine jihadistische Terrorgruppe ist, hilft auch zu erklären, warum sie kein Problem damit hat die Gehälter der Terrorarmee der Hamas zu zahlen. Die unangenehme Wahrheit der Verpflichtung der Fatah zum Terror wurde diese Woche mit der Anklage gegen den Fatah-Abgeordneten und stellvertretenden Kommandeur ihrer Allgemeinen Geheimdienst-Miliz, Jamal Tirawi, verdeutlicht. Tirawi wird vorgeworfen die Selbstmord-Bomber losgeschickt zu haben, die im März 2002 ein Coffee Shop-Cafe in Tel Aviv in die Luft jagten. Ihm wird ebenfalls vorgeworfen andere Terroristen zu trainieren und zu kommandieren, die Selbstmord- und Schusswaffenanschläge gegen Israelis verübten.

Tirawis Anklage war weiterer Beleg, dass die Fatah US-Interessen untergräbt. Wie Aaron Klein am Mittwoch in World News Daily berichtete: Als stellvertretender Kommandeur der Geheimdienst-Miliz der Fatah hielt Tirawi umfassende Kontakte mit US-Sicherheitskoordinator Generalleutnant Keith Dayton und erhielt amerikanische Waffen.

Aber natürlich ist Amerika nicht das vorrangige Opfer der Fatah.

IDF-Streitkräfte, die diese Woche die Armee der Hamas im südlichen Gazastreifen in Kämpfe verwickelte, berichteten, dass die Hamas heute ein weitaus schwierigerer Feind ist als jemals zuvor: Sie kämpft sehr ähnlich der Hisbollah, sie hat hoch entwickelte Waffen und ist in disziplinierten Einheiten organisiert.

Da Fayyad diese Truppen mit Geldern bezahlte, die Israel ihm überwies, könnte man erwartet haben, dass die Regierung Olmert sich ihrer Verurteilung durch Cantor anschließt. Aber in einerm weiteren Zeichen der strategischen Demenz der Regierung sind Premierminister Ehud Olmert und Außenministerin Tzipi Livni zu Fayyads Verteidigung geeilt.

Bei der Ansprache an eine Besucherdelegation demokratischer Kongressabgeordneter bestanden Olmert und Livni darauf, dass Fayyad die Wahrheit sagte, als er sagte, die Zahlungen an die Armee der Hamas seien das Ergebnis eines Computerfehlers. Der Abgeordnete Steny Hoyer sagte gegenüber der Jerusalem Post, dass Olmert, Livni und der US-Generalkonsul in Jerusalem, Jacob Walles, alle „sagten, sie glaubten, dass dies ein buchhalterischer, bürokratischer Fehler war, kein bewusster Versuch der Hamas zu helfen“.

“Angesichts der Tatsache, das Israels Außenministerin, Israels Premierminister und unser Generalkonsul alle in dieser Sache übereinstimmen, hatten Fayyads Darstellungen mehr Glaubwürdigkeit bei uns gefunden, als wir die Sache ihm gegenüber aufbrachten“, schloss Hoyer.

Auf dem grundlegendsten Level ist es zutiefst verstörend, dass Olmert und Livni als PR-Team der Fatah agieren. Aber darüber hinaus demonstriert ihre hartnäckige Unterstützung der Fatah, dass sie darin versagen drei grundlegende Fakten zu begreifen oder sich mit ihnen abzufinden.

Erstens zeigen Livni und Olmert, dass sie unfähig sind zu akzeptieren, dass die Fatah Israels Feind ist. Ihre Entschiedenheit die Fatah zu beschwichtigen und einen palästinensischen Staat zu gründen, ist so stark, dass sie sich daran festhalten, selbst wenn die inhärente Feindseligkeit der Fatah ihnen ins Gesicht starrt.

Zweitens begreifen sie den potenziellen Einfluss von Cantors Brief auf die US-Politik den Palästinensern gegenüber nicht. Indem sie Fayad gegen Cantors Zurechtweisung verteidigen, machten Livni und Olmert klar, dass es für sie keine US-Politik gegenüber den Palästinensern geben sollte und sogar geben kann, als die von Außenministerin Rice, Israel unter Druck zu setzen, dass es der Terrororganisation Fatah Land, Geld, Eigenstaatlichkeit und Waffen gibt.

Und schließlich ignorieren Olmert und Livni, indem sie Rices Politik der Beschwichtigung palästinensischer Terroristen unterstützen, die Tatsache, dass Israel wie auch die USA den palästinensischen Jihad in einer Weise behandeln, die in völligem Widerspruch zur US-Strategie der Eindämmung der Kräfte des Jihad überall in der Welt steht. In starkem Kontrast zur Umarmung der Fatah und der palästinensischen Eigenstaatlichkeit durch die Administration arbeiten die USA überall sonst in der Welt daran die Terroristen zu besiegen und ihnen die Kontrolle über Territorium zu verwehren. Die Tatsache, dass die derzeitige US-Politik gegenüber den palästinensischen Terroristen im Widerspruch zur allgemeinen Strategie der Bush-Administration der Bekämpfung des Terrors steht, reicht aus um zu erwarten, dass viele Amerikaner nicht glauben dürften, dass die Unterstützung für die Fatah und die palästinensische Eigenstaatlichkeit durch Rice die Interessen der USA voran bringt.

Obwohl Olmert und Livni es ablehnen irgendetwas davon zu sehen, gibt Rice selbst offen zu, dass ihre nicht die einzig mögliche Sichtweise des palästinensischen Jihads gegen Israel ist. Im letzten Monat erklärte Rice in einem Gespräch mit Kongress-Mitgliedern, dass sie sich genötigt fühlt ihre Energien der raschen Schaffung eines palästinensischen Staates zu widmen, weil sie nicht darauf vertrauen kann, dass die nächste Regierung die Lage so betrachten wird, wie sie es tut.

Die lautesten Stimmen, die fordern, dass die USA dieselbe Politik gegenüber den Palästinensern an den Tag legen, wie sie sie gegenüber den Terrorkräften in der übrigen Welt anwendet, kommen aus George W. Bushs eigener Republikanischen Partei. Der ehemalige Bürgermeister von New York, Rudolph Guiliani, ist die stärkste republikanische Stimme für eine Veränderung gewesen.

In einem diese Woche in Foreign Affairs veröffentlichten Artikel unterstützte Guiliani Bushs Ansicht, dass das Ziel des Krieges der USA darin besteht die globale terroristische Bewegung genauso zu vernichten wie deren islamisch-faschistische Ideologie. Aber Guiliani gab starken Bedenken zu Bushs tatsächlicher Politik Ausdruck, von der er glaubt, dass sie widersprüchlich und unzureichend stark ist.

Guiliani stellt seine Forderung nach Beständigkeit in seiner Diskussion der Palästinenser und Israel klarer dar. Seine Worte: „Es ist zu viel Betonung auf die Vermittlung von Verhandlungen zwischen den Israelis und den Palästinensern gelegt worden – Verhandlungen, die immer und immer wieder dieselben Themen aufbringen. Es liegt nicht im Interesse der Vereinigten Staaten, zu einer Zeit, da sie von islamistischen Terroristen bedroht werden, bei der Schaffung eines weiteren Staates zu assistieren, der den Terrorismus unterstützt.“

Er fügte hinzu: „Amerikas Verpflichtung für die Sicherheit Israels ist ein dauerhaftes Merkmal unserer Außenpolitik.“ Indem er seine Position so formulierte, machte Guiliani klar, das es aus seiner Perspektive keinen Unterschied zwischen dem Jihad gegen Israel und dem Jihad in der übrigen Welt gibt. Das Ergebnis ist, in seiner Sicht, dass die USA ihre Politik gegenüber den Palästinensern mit ihrer Politik gegenüber dem Jihad in überall in der Welt in eine Linie bringen sollten.

Während Guiliani in seiner Kritik der Politik Bushs gegenüber den Palästinensern so offen gewesen ist, stehen seine Ansichten nicht außerhalb der Übereinstimmung mit dem allgemeinen Tenor der präsidialen Debatte der Republikaner. Der ehemalige Gouverneur von Massachusetts, Mitt Romney, und der frühere Senator Fred Thompson haben gleichermaßen klar gemacht, dass sie glauben, die USA müssten in der Führung des Krieges direkt und beständig sein.

Die republikanische Debatte sollte Israel zweierlei signalisieren: Erstens zeigt sie, dass es eine vernünftige Chance gibt, dass Israel im Januar 2009 von einer US-Administration begrüßt wird, die den Enthusiasmus der Regierung Olmert für die Beschwichtigung palästinensischer Terroristen nicht teilt.

Zweitens deutet sie an, dass die republikanischen Kandidaten, während die Wahlen des Jahres 2008 näher rücken, Bush zwingen könnten seine Unterstützung für die Fatah zu dämpfen. Rice könnte außerstande sein ihre Überquerung der Ziellinie zu erzwingen.

Hier in Israel sind wir, nach Likud-Leiter Benjamin Netanyahus verblüffendem Sieg in den Wahlen zur Likud-Führung am Dienstag, ebenfalls dabei in den Wahlkampf-Modus zu wechseln. Die israelischen Wähler werden erwarten, dass Verteidigungsminister Ehud Barak als Parteichef der Arbeitspartei und Netanyahu ihre Visionen präsentieren, welchen Weg Israel einschlagen sollte.

Da Barak einen Parteivorstandssieg den arabischen Wählern der Arbeitspartei verdankt, erwartet niemand von ihm, dass er seine Verpflichtung zur palästinensischen Eigenstaatlichkeit aufgibt. Aber bei Netanyahu sieht das anders aus. Es würde für den Likud absolut Sinn machen, seine Wahlplattform auf die Erkenntnis zu gründen, dass die Fatah Israels Feind ist und die Gründung eines palästinensischen Staates abzulehnen. Und Netanyahu ist besser qualifiziert als jeder andere Politiker, die israelischen Wähler zu überzeugen eine solche auf der Realität basierende Plattform zu unterstützen.

Indem er das iranische Atomwaffenprogramm ansprach, zeigte Netanyahu, dass er erkennt, dass es eine starke Koalition in den USA gibt, die gerne machtvoller handeln würde, um zu verhindern, dass der Iran Atomwaffen erwirbt, als es die Regierungen Olmert oder Bush es tun. Netanyahu unterstützte diese Kräfte weise und half ihnen die Administration unter Druck zu setzen ihre Anstrengungen zu intensivieren den Iran zu stoppen. Eine Folge dieses Drucks war die Entscheidung der Administration in der letzten Woche, die iranischen Revolutionsgarden als Terrororganisation zu bezeichnen.

Wie Cantors Brief und Guilianis Artikel deutlich machen, gibt es auch eine starke Koalition in den USA, die bereit ist zu erkennen, dass die Fatah Mitglied des Feindeslagers ist und zu akzeptieren, dass ein den Terror unterstützender Palästinenserstaat den nationalen Sicherheitsinteressen der USA schadet. Doch, wie Steny Hoyer klar machte, können nur die Israelis am Ruder einer solchen Koalition stehen. Israelis wie Amerikaner müssen hoffen, dass Netanyahu seine Pflicht begrüßen und diese Koalition anführen wird.

Der pure Realismus?

„Das ist ein ideologischer Kampf. Wir sehen vor uns den Unterschied zwischen einer Gruppe von Leuten, die diejenigen Palästinenser repräsentieren wollen, die an Frieden glauben, die wollen, dass es ihrem Volk besser geht, die an die Demokratie glauben – sie brauchen Hilfe, um die Institutionen aufzubauen, die notwenig sind, damit die Demokratie blühen kann und sie brauchen Hilfe, um Sicherheitskräfte aufzubauen, damit sie am Ende durchsetzen können, was die meisten Menschen wollen: in Frieden zu leben – und das gegen eine Gruppe Radikaler und Extremisten, die bereit sind Gewalt zu benutzen, manchmal unaussprechliche Gewalt, um ein politisches Ziel zu erreichen.“

Worte von Präsident Bush bei der Pressekonferenz mit Ehud Olmert.

Da fragt man sich, was die Jahre seit 1993/94 los gewesen ist. Wer hat in diesen Jahren die Demokratie NICHT aufgebaut? Wer hat in diesen Jahren die Sicherheitskräfte NICHT zu Polizisten, sondern Judenmörder ausgebildet? Wer hat in diesen Jahren bewiesen, dass er NICHT an den Frieden glaubt, NICHT für den Frieden arbeitet und NICHT auf Gewalt verzichtet? Wer hat in diesen Jahren bewiesen, dass er Gewalt, manchmal unaussprechliche Gewalt nutzt, um seine politischen Ziele zu erreichen? Nur die Hamas?

Es ist schon erstaunlich, was der Präsident da in Gegenwart des israelischen Ministerpräsidenten unwidersprochen von sich geben kann; wie die Erfahrungen der letzten 14 Jahre ausgeblendet werden und wie wenig man aus der Geschichte zu lernen bereit ist. Olmert wie Bush kommen offenbar gar nicht auf die Idee zu berücksichtigen, dass die Hamas NICHT das große Problem der Zeit nach Oslo war, sondern die PLO/Fatah. Heute hofieren sie Abbas genauso, wie sie früher Arafat hofiert haben. Und so soll es anscheinend überall weiter gehen.

Was hat die Fatah vorzuweisen, um diese positive Bewertung zu rechtfertigen? Hat sie ihre Hetze in den Medien aufgegeben? Die Gehirnwäsche der Schüler? Die Hasserzeugung in den Medien? Die Geiferei in den Moscheen?

Die Fatah hat in den Jahren seit 1993/94 die Grundlagen gelegt. Sie hat nicht einen einzigen Schritt zum Frieden getan. Sie hat dafür gesorgt, dass die Hamas auf dieser Grundlage argumentieren kann: Seht, wir machen es konsequent, nicht so wie die Schlappschwänze der korrupten Fatah!

Dass bei aller angekündigten Unterstützung und Lippenbekenntnisse mit den Israelis verhandeln zu wollen bei der Fatah nichts substanziell anders läuft als bei der Hamas, ist offenkundig – außer, man will auf Teufel komm raus die gegenüber der Hamas „gemäßigte“ Fatah sehen, die damit schon zu den Guten zählen muss. Als wenn die Wahl zwischen Hamas und Fatah nicht die zwischen Pest und Cholera sei! Als würde es keine Fatah-Leute geben, die gemeinsam mit anderen Terrorgruppen Juden morden!

Da kann man sich nur dem Kommentar von IMRA anschließen: Unter Ignorierung der Fatah-Gangster, die derzeit in die Planung und Ausführung von Terroranschlägen involviert sind, sollte betont werden, dass der „moderate“ Mahmud Abbas nicht „an Frieden glaubt“ – er glaubt, dass es nicht effizient ist Israelis zu ermorden, so lange man seinem Ziel näher kommt, ohne einen Schuss abzugeben. Und wenn das Reden einen nicht länger deinem Ziel näher bringt – dann geht man eben wieder zurück zum „Widerstand“.

Genau diese Strategie betreibt wird ignoriert. Sei wird von der Fatah nicht einmal durchgängig eingehalten, weil oft genug „Widerstand“ und Gerede nebeneinander her laufen. Und wenn sie nicht selbst morden – das hat die Hamas von ihnen übernommen – dann tun sie erst rechts nichts dagegen, dass andere diese Rolle übernehmen. Und diesen Massenmördern wollen Bush und Olmert (und praktisch ganz Europa) helfen – die väterlichen Freunde, die schützend ihre Hand über die weniger schlimmen Mordbrenner halten, weil die eben nicht anders können und doch entgegen aller Fakten am Ende dem Gerede nachgeben.

Da bleibt nur der Hinweis auf einen realistischeren Ansatz (habe ich per E-Mail erhalten): Um den Palästinensern zu helfen, sollten wir ihre Führung vernichten, ihre Waffen konfiszieren, ihre Grenzen für weitere Waffenlieferungen undurchdringlich machen.

Kann man nicht besser sagen. Realistisch gesehen sind Bush und Olmert Lichtjahre von der Lösung der innerpalästinensischen Probleme entfernt. Von der Lösung des arabisch-israelischen Konflikts sollten wir lieber gar nicht erst anfangen.