Das ist meine Wahrheit: IDF-Soldaten reagieren auf Kriegsverbrechen-Vorwürfe (Das Schweigen wirklich brechen 5)

„Ich wurde verwundet, weil ich mit IDF-Werten ausgebildet wurde, jede verletzte Person gleich zu behandeln, selbst die Frau eines hochrangigen Terroristen, die mitten in einer Verhaftung ohnmächtig wird“, sagt ein Soldat, der durch einen Hinterhalt gelähmt wurde, bei dem er medizinische Hilfe leistete.

Redaktion Israel HaYom, 23. Juni 2015

Nach der Veröffentlichung des Berichts des UNO-Menschenrechtsrats zur Operation Fels in der Brandung gaben mehrere IDF-Soldaten persönliche Zeugnisse zu ihren Erfahrungen an der Front bei einer Reihe von Operationen, mit denen sie die höchste Priorität dem Respekt des menschlichen Lebens und der Bemühungen Schaden minimal zu halten demonstrieren.

Ein Soldat der Golani-Brigade teilte 2014 Erlebnisse der Behandlung eines syrischen Rebellen in Israels Norden vor der Operation Fels in der Brandung mit:

„Mein Name ist Gal Schmul und dies ist meine Wahrheit“, sagte er. „Ich bin Soldat und Sanitäter im 13. Bataillon der Golani. Rund vier Monate vor der Operation Fels in der Brandung hatten wir Dienst am Berg Hermon und ich behandelte einen syrischen Rebellen, dem ein Arm fehlt. Ich konnte sein Leben retten. Nachdem ich ihn behandelte, sagte der Rebell uns, dass er eines Tages nach Jerusalem gehen werde.“

Schmul teilte auch sein Erfahrungen aus dem Gazakrieg vom letzten Sommer. „Während der Operation Fels in der Brandung wurden in den Gazastreifen geschickt. Wir sollten an einem Freitag einmarschieren, aber sie befahlen uns zu warten, weil sie sagten, es gab noch immer Zivilisten in der Gegend.
Nachdem wir die Erlaubnis zum Einmarsch bekamen, wartete in Schujaiya die Hamas auf uns. Sie nutzte Zivilisten als menschliche Schutzschilde und verbarg sich in Krankenhäusern und Kindergärten. Etwa eine Stunde nach dem Einmarsch warteten die Terroristen in Tunneln auf uns und das, weil wir den Zivilisten Warnungen geschickt hatten, dass sie die Gegend verlassen sollten – wir verloren das Überraschungselement. Als Ergebnis davon wurden acht meiner Freunde getötet, sieben davon im Desaster mit dem Schützenpanzer“, erinnerte er sich.

Dror Dagan, Sanitäter der Eliteeinheit Duvdevan, sprach über seine eigene tragische Erfahrung im Jahr 2008, die einem Selbstmord-Bombenanschlag des Jahres 2004 folgte, bei dem in Jerusalem 11 Menschen getötet wurden; auch er erzählte seine Geschichte: „Die Hamas in Bethlehem beanspruchte die Verantwortung für den Anschlag. Nach einer Weile war der IDF-Geheimdienst dem Militärkommandeur der Hamas in der Stadt dicht auf den Fersen. Die Duvdevan-Einheit wurde in den Einsatz geschickt und nach einem Tag Überprüfung des Vorgehens brachen wir auf, um den Terroristen zu fassen. Es war ein sehr komplizierter und gefährlicher Einsatz, zu dem ich aus Sicherheitsgründen nicht mehr sagen kann.

Als wir das Haus [des Hamas-Kommandeurs] stürmten und begannen die Räume zu durchkämmen, wurde eine Frau, die wir als die Ehefrau des Kommandeurs identifiziert hatten, ohnmächtig. Als Sanitäter zögerte ich nicht zu ihr zu eilen, um ihr zu helfen“, erinnerte er sich. „Innerhalb von Minuten erkannten wir, dass die Ohnmacht vorgetäuscht war und dass sie Teil einer Falle war. Sie war ein Trick, eine Möglichkeit Zeit zu gewinnen, damit der gesucht Terrorist sich vorbereiten konnte. Plötzlich brach er hinter einer doppelten Wand hervor und begann in alle Richtungen zu schießen. Viele Soldaten wurden sofort verwundet, darunter auch ich.“

Dagan sprach dann von seinen Verletzungen: „Eine Kugel ging durch einen Teil meines Kopfes und eine andere steckte in meinem Rückenmark. Nach einer langen Reha bin ich immer noch von der Brust abwärts gelähmt und werde als 100% behindert eingestuft.

Ich wurde verwundet, weil ich entsprechend den Werten der IDF ausgebildet wurde jede verletzte Person gleich zu behandeln, selbst die Ehefrau eines hochrangigen Terroristen mitten in einer Verhaftungsaktion. Und das sagt wirklich alles. Unsere Soldaten werden verletzt, wenn sie sich menschlicher und moralischer verhalten als jede Armee in welchem Krieg auch immer“, sagte er.

Elad Almog, IDF-Bezirkskoordinator und Verbindungsoffizier, sprach über seine Erfahrungen vom Übergang Erez zum Gazastreifen: „Es war 2008. Während der Morgenrunde auf der Basis gab es plötzlich einen Schwall Mörser, die vom Himmel fielen. Wir rannten mit olympischer Geschwindigkeit in die Bunker und dort sah ich andere Soldaten – einige davon verwundet, andere in Schock. Es herrschte Chaos.

Ein kleiner palästinensischer Junge kam auf die palästinensische Seite des Übergangs Erez; er bat um medizinische Hilfe in einem israelischen Krankenhaus. Der Übergang lag unter Angriff und war für den Verkehr geschlossen“, fuhr er fort. „Und da war ich dann, in dieser sensiblen Lage, ein junger Offizier mit der Verantwortung mit einer komplizierten Zivilsache umgehen zu müssen. Ich drängte darauf den Übergang sofort zu öffnen, um das Kind durchzulassen. Unserer Soldaten wurden einfach gelehrt alle Menschen zu respektieren und nicht involvierte Bevölkerung freundlich zu behandeln.“

Der IDF-Intensiv-Sanitäterin Ofir Evron ging näher auf ihre Erfahrungen bei der Behandlung verletzter Palästinenser in den Jahren 2012 bis 2015 ein. „In meinem Dienst und in dem anderer Sanitäter waren wir immer darauf vorbereitet in der Lage zu sein innerhalb von sieben Minuten auf einen Anruf zu reagieren, selbst wenn wir schliefen oder unter der Dusche standen – immerhin geht es in unserem Job darum Leben zu retten“, sagte sie.

„Als IDF-Sanitäter sind vor verpflichtet jedermann medizinische Hilfe zu leisten, selbst wenn das bedeutet das eigene Leben zu riskieren. Mindestens einmal die Woche begegneten wir verletzten Palästinensern, die auf Behandlung warteten. DA wir nicht in unserer Basis bringen konnten, fuhren wir in einem Krankenwagen hin und Gott allein weiß, was sie unter ihrer Kleidung versteckt haben konnten“, sagte sie.

„Während meines Dienstes behandelte ich rund 100 Personen. Ich kann die Zahl der Israelis an einer Hand abzählen – der Rest waren Palästinenser. Ich bin stolz in der IDF gedient zu haben und ich bin stolz auf meine Armee“, erklärte sie.

Wie war das noch mit der Straßenbenutzungs-Apartheid in der „Westbank“?

Barry Shaw, Facebook, 1. Juni 2015

Wussten Sie, dass palästinensische Autos sich eine Straße mit israelischen Fahrern teilen können, dass es aber Straßen gibt, auf denen es verboten und gefährlich ist, dass israelische Autos sie benutzen?

Hier sehen Sie einen palästinensischen PKW, der einen israelischen LKW überholt.

PA-Strasse_verboten

Schujaiyah im Gazastreifen wird nicht allzu bald wieder aufgebaut – es ist propagandistisch zu wertvoll

Elder of Ziyon, 1. Juni 2015

Die Deutsche Welle offenbart* etwas Interessantes zum Gazastreifen:

Ein Jahr nach Kriegsende erinnert hier noch alles an den Konflikt. Zwar sind inzwischen die Trümmer von den Straßen geräumt, doch rechts und links sieht man immer noch zerbombte Häuser und Trümmerfelder. Von Wiederaufbau ist nur wenig zu sehen.
Oft fahren Konvois mit gepanzerten Autos durch die Straßen. Eine Tour durch das Viertel steht fast auf jedem Programm der wenigen ausländischen Gäste. Zumeist sind es Politiker, die das von Israel und Ägypten abgeriegelte Gebiet besuchen, um sich “ein Bild der Lage” zu machen.

Auch Issam Alewa hat schon viele dieser Konvois gesehen. Es sei wichtig, sagt er, dass Ausländer nach Gaza kämen, um die Folgen des Krieges zu sehen. “Wir heißen sie natürlich willkommen,” sagt er, “sie sollten alle herkommen.” Dass sich deshalb irgendetwas an der Situation ändert, erwartet er aber nicht.

Alewas Haus ist eigentlich nicht mehr bewohnbar. Die meisten Seitenwände der Wohnung im ersten Stock fehlen. Das Treppenhaus ist mit Einschusslöchern durchsiebt. Trotzdem lebt der Vater von 13 Kindern noch immer dort mit seiner Familie. “Jeder sagt mir, dass das Haus nicht mehr sicher ist und dass ich es komplett abreißen soll”, sagt er. “Aber wo sollen wir denn hin?”

Etwas weiter gibt der Artikel zu, dass Zehntausend Gazaner ihre beschädigten Häuser wieder aufgebaut haben:

Zudem haben rund 60.000 Familien Hilfe erhalten, um ihre Häuser zu reparieren. Das Baumaterial dafür wird über den “Gaza Reconstruction Mechanism” (GRM) importiert, den die Vereinten Nationen mit Israel und der Palästinensischen Autonomiebehörde im Oktober ausgehandelt hatten. Dennoch, finanzieller Druck und die strikten Einfuhrkontrollen von Baumaterial aus Israel machen die Einfuhr zu einem sehr komplizierten Prozess.

Doch aus irgendeinem Grund ging der Reporter in keines der Viertel, um die Reparatur von Zehntausenden Häuser zu erleben. (Und wenn der Prozess so kompliziert ist, wie haben es dann 60.000 Familien geschafft ihn erfolgreich zu durchlaufen?)

Es scheint wahrscheinlich, dass die Hamas – und zu einem gewissen Maß NGOs wie die UNRWA – Schujaiyah als Zoo behalten wollen, um der Welt zu zeigen, wie böse Israel ist.

Um es einfach auszudrücken: Es gibt keine Rechtfertigung dafür den Schutt neun Monate nach dem Krieg nicht weggeräumt zu haben. Im Gazastreifen gibt es Bulldozer und sogar Unternehmer, die Schutt recyceln, um neuen Beton und Schotter zu machen. Gazas 40%-ige Arbeitslosenquote bedeutet, dass es jede Menge Leute gibt, die bereit sind diesen Schutt zu bergen und zu verkaufen.

Aber Schujaiyah bleibt fast genauso, wie es im August aussah, außer vielleicht, dass die Straßen für die ständigen, mit glotzenden Europäern angefüllten Konvois freigeräumt wurden.

Dieses Foto wurde im April von AFP gemacht:

Der „Gaza Reconstruction Mechanism“ sagt, dass 58.000 Familien 100% des Materials zum Wiederaufbau erhalten haben. Weitere 30.000 haben Teile des dafür Benötigten gekauft und sie können den Rest kaufen, wann immer sie da wollen. (Der Grund, dass keine vollständig zerstörten Häuser wieder aufgebaut wurden, ist die Bürokratie, keine Materialknappheit oder Einchränkungen durch Israel. Und sehr wahrscheinlich soll diese Bürokratie auch Schujaiyah in der Verfassung halten, in er sie sich heute befindet.

Angesichts dieser Fakten scheint es wahrscheinlich zu sein, dass die sehr PR-bewussten Führer in Gaza (und die NGOs) Schujaiyah gewollt in Trümmer liegend und die Einwohner im Elend halten wollen, um das für Propaganda zu nutzen. Reporter – freudig an einer Story beteiligt, die ihnen solch großartiges Anschauungsmaterial reicht – werden die harten Fragen nicht stellen und werden die Erlaubnis nicht bekommen die Bereich des Gazastreifens zu besuchen, die Menschen wieder aufgebaut haben – oder die ihren Zement auf dem Schwarzmarkt an die Hamas verkauften.

Menschen des Gazastreifens werden obdachlos gehalten, damit Reporter Fotos wie diese machen und Artikel wie diesen schreiben können.

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* Ich benutze den etwas anders gegliederten deutschen Text.

Israel gegen die Kräfte des gefühlsbetonten Appells

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Die weltweite Reaktion auf Israels Operation „Fels in der Brandung“ hat einmal mehr den starken Einfluss des gefühlsbetonten Appells gezeigt und wie oft er rationale Analyse verdrängt. In vielen westlichen Gesellschaften dominieren der emotionale Ruf nach Mitleid und die Einbeziehung des Armutsaspekts innerhalb eines Themas regemäßig die Bewertung aller anderen beteiligten Fakten. Man muss kein Experte für die Effektivität falscher Argumente sein, um festzustellen, wie diese Technik für Propaganda genutzt wird.

Die Hamas und viele ihrer diversen Verbündeten bei westlichen Journalisten haben diese Tatsache verstanden. An die Emotionen des Publikums in der Welt zu appellieren lenkt den Fokus von Fakten und gesunder Logik ab. Videos oder Fotos toter palästinensischer Kinder, obdachloser Menschen und der Zerstörung von Häusern hat oft mehr Wirkung als die lange Liste der von der Hamas begangenen Verbrechen anzuführen. Diese Islamonazi-Bewegung will in ihrem dezidierten Streben Allah zu gefallen alle Juden töten. Ihre Führer wiederholten dieses Ziel während „Fels in der Brandung“ mehrfach.1

Die Hamas verschoss Raketen aus zivilen Bevölkerungszentren und gab offen zu, dass sie das tat.2 Sie benutzte menschliche Schutzschilde. Die IDF-Truppen im Gazastreifen fanden sogar ein vom militärischen Flügel der Hamas veröffentlichtes Handbuch mit dem Titel „Urbane Kriegsführung“. Es erklärte, wie die palästinensische Zivilbevölkerung gegen die IDF-Soldaten eingesetzt werden konnte und offenbarte, dass die Hamas sich durchaus bewusst ist, dass die IDF der Minimierung des Schadens für Zivilisten verpflichtet ist.3 Während der gesamten Operation warb die Hamas für ihre Liebe zum Tod.4 Sie scheint ein fortgesetztes Interesse daran zu haben die palästinensischen Opferzahlen in die Höhe zu treiben. Die Zahl der toten Kinder wird zu einem besonders nützlichen Mittel an die Gefühle der Welt zu appellieren. All diese Taktiken sind Methoden, die den Faktor des gefühlsbetonten Appells einsetzen.

Der Einfluss des gefühlsbetonten Appells in vielen Teilen der westlichen Welt hat den israelischen Diskurs über die Bedeutung großer Sorge um die Minimierung der Schäden für Zivilisten beherrscht. Nach internationalen Standards war die Opferrate von toten Zivilisten zu toten Terroristen der Operation „Fels in der Brandung“ niedrig. Auf Grundlage der Namen der getöteten Palästinenser berechnete das Meir Amit Intelligence and Terrorism Information Center, dass 52% der im Gazastreifen Getöteten palästinensische Kombattanten waren.5 Oberst Richard Kemp, ehemaliger Kommandeur der britischen Streitkräfte in Afghanistan, hat erklärt, dass im weltweiten Durchschnitt die Rate vier getötete Zivilisten für jeden getöteten Kombattanten beträgt.6

Die Nutzung des gefühlsbetonten Appells durch Israels Feinde kehrt regelmäßig wieder und setzt israelische Argumente und die Abwägung der Fakten außer Kraft. Ihn zu nutzen war während früherer israelischer Operationen im Gazastreifen allgemein verbreitet. Er wird auch in Bezug der Sicherheitsmaßnahmen genutzt, die Israel anzuwenden gezwungen ist, so der Einrichtung von Checkpoints. Der Sinn von Checkpoints ist es, palästinensische Mörder daran zu hindern illegal nach Israel einzudringen und Menschen zu töten. Das Thema ist jedoch in eine Quelle des Mitleids für die Palästinenser manipuliert worden, die diese Sicherheitsüberprüfungen über sich ergehen lassen müssen.

Alle zwei Jahre wird in Bethlehem eine Kirchenkonferenz mit dem Titel „Christus am Checkpoint“ veranstaltet. 2012 sagte ihr Organisator Munther Isaac, sie werde „auch abgehalten, um zu erkennen, was Jesus Christus tun und sagen würde, wenn er tagtäglich durch einen Checkpoint gehen müsste und zu festzulegen, wie er mit den Gefühlen der Wut und der Bitterkeit umgehen würde, die durch die Checkpoints ausgelöst werden“.7

Ähnliche Argumente werden bezüglich der Trennsperre verwendet, die gebaut wurde, um palästinensische Terroristen davon abzuhalten nach Israel zu gelangen. Oberst Danny Tirza, der Chef der strategischen Planung der Barriere war, erklärte, welche Überlegungen in ihre Gestaltung eingingen. „Wir mussten Israels Sicherheitsbedürfnisse berücksichtigen, aber auch die Rechte der Menschen, die in dem Bereich leben, um die Störung des täglichen Lebens der Palästinenser zu minimieren. Israels Oberster Gerichtshof sagte, wir müssten mehr Gewicht auf das Alltagsleben der Palästinenser legen, also veränderten wir den Verlauf an einigen Stellen und an anderen veränderten wir die Abläufe, durch die den Menschen ermöglicht wird von einer Seite des Zauns auf die andere zu gelangen.“8 Dennoch war die Sicherheitsbarriere schwerer Kritik ausgesetzt, auch durch den Internationalen Gerichtshof.9

Viele Reaktionen auf den Fall der Gaza-Flottille waren nur weitere Beispiele des effektiven Einsatzes des gefühlsbetonten Appells. Hauptorganisator der Flottille war die türkische IHH, ein Organ, das unter starkem Verdacht steht Verbindungen zu Terroristen zu haben. Auf der Mavi Marmara, dem größten Schiff der Flottille, befanden sich Einzelpersonen mit Terror-Verbindungen. Das Ganze war angeblich eine Hilfsmission, doch dieses Schiff führte überhaupt keine Hilfsgüter mit. Mehrere der Aktivisten an Bord der Mavi Marmara waren auf die Ausübung von Gewalt vorbereitet und mit Waffen ausgestattet, die dazu genutzt wurden die israelischen Soldaten anzugreifen. Sieben der an Bord getöteten neun Aktivisten hatten vor Reiseantritt ihren Wunsch geäußert als Märtyrer zu sterben.10 Trotz all dieser Fakten schaffte es Erdoğans Türkei die Gaza-Flottille und die Tötung mehrerer kämpfender Aktivisten in eine riesige menschliche Tragödie zu verwandeln.

Die israelischen Behörden haben offenbar sehr wenig von dem begriffen, wie der gefühlsbetonte Appell funktioniert und was ihn im Propagandakrieg effektiv macht. Und das trotz seiner widerholten und erfolgreichen Anwendung durch Israels Feinde. Wann immer eine militärische Operation geplant wird, widmet man einige Aufmerksamkeit der Frage, wie sie der Außenwelt dargestellt werden soll. Das ist ein sehr unvollständiges Herangehen an den Umgang mit dem bedeutenden Einsatz des gefühlsbetonten Appells durch Israels Feinde.

Das Thema des gefühlsbetonten Appells und wie ihm effektiv begegnet werden kann, ist eine komplexe Angelegenheit. Es ist kein Thema, für das Laien Lösungen entwerfen können. Ein Team aus Psychologen sollte die Erfolge des antiisraelischen gefühlsbetonten Appells sowohl der Vergangenheit als auch der Gegenwart systematisch analysieren und zwar zusammen mit anderen Spezialisten, darunter Rechtsanwälten und PR-Experten. Es müssen effektive Methoden entwickelt und dann von den israelischen Behörden ausprobiert werden, um den fortgesetzten Einfluss des gefühlsbetonten Appells abzuschwächen. Fakt ist: Das hätte schon vor vielen Jahren gemacht werden müssen.

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1 www.palwatch.org
2 Associated Press/Ha’aretz: Hamas acknowledges its forces fired rockets from civilian areas. Ha’aretz, 12. Sepember 2014.
3 Captured Hamas Combat Manual Explains Benefits of Human Shields. IDF-Blog, 4. August 2014.
4 www.palwatch.org
5 Examinationof the names of Palestinians killed in Operation Protective Edge – Part Seven. The Meir Amit Inteligence and Terrorism Information Center, 1. Dezember 2014.
6 Richard Kemp: Gaza’s Civilian Casualties: The Truth is very Different. Gatestone Institute, 3. August 2014.
7 Dexter Van Zile: Israeli Jews: The Impossible People at Christ at the Checkpoint. CAMERA, 11. April 2012.
8 Danny Tirza: The Strategic Logic of Israel’s Security Barrier. Jerusalem Center for Public Affairs, 8. März 2006.
9 Legal Consequences of the Construction of a Wall in the Occupied Palestinian Territory, International Court of Justice. 9. Juli 2004
10 Steven G. Merley: Turkey, the Global Muslim Brotherhood, and the Gaza Flotilla. Jerusalem Center for Public Affairs, 2011.

Wie man antiisraelische Propaganda effektiv bekämpfen kann

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

In der westlichen Welt hat Israel die Propagandaschlacht gegen die Araber weitgehend verloren. Mehr als 40% der Europäer glauben der Verschwörungstheorie, dass Israel die Palästinenser auslöschen will.1 In Wirklichkeit hat die palästinensische Bevölkerung enorm zugenommen. Der palästinensisch-israelische Konflikt wird oft absurderweise als die größte Bedrohung des Weltfriedens dargestellt.

Die Kriminalität der Palästinenser ähnelt zwar der in mehreren anderen muslimischen Ländern, wird aber von vielen Medien, Politikern und anderen ignoriert oder beschönigt. Rund um den Globus, ob innerhalb oder außerhalb der muslimischen Welt, wird eine große Zahl Menschen massakriert, davon einige durch Regierungen. Die US-Regierung und die Europäische Union schweigen jedoch oft zu diesen Massenmorden. Aber sie veröffentlichen gewissenhaft Verurteilungen Israels, weil es Häuser außerhalb der Grünen Linie baut, als würde das die Welt gefährden. Dies ist ein weiterer Erfolg der arabischen Propaganda.

Nach Angaben der Anti-Defamation League geht die Zahl der Antisemiten der Welt über eine Milliarde hinaus.2 Die aus großen Teilen der muslimischen Welt kommende antiisraelische und antisemitische Hass-Propaganda kennt keine Grenzen. Das ist eine höchst gefährliche Entwicklung. Israel ist ein kleines Land mit vielen Feinden. Sein Überleben hängt davon ab, dass es smarter ist als sie.

Die Frage ist deshalb: Warum versagt Israels Propaganda? Die strategische Antwort ist einfach. Israel kämpft einen totalen „unterbrochenen“ Krieg, der eine Reihe Facetten hat. Eine ist die militärische. Dafür hat Israel ein effizientes Instrument, die IDF. Sie leitet das gesamte militärische Schlachtfeld und führt neue Methoden zum Umgang mit zukünftigen Bedrohungen ein.

Eine zweite Facette ist der Geheimdienst-Krieg. Um diesen zu führen hat Israel drei kompetente Behörden: den Auslandsgeheimdienst Mossad, den Inlandsgeheimdienst Shabak und den militärischen Geheimdienst Aman. Der Cyberkrieg und wie man sich in ihm verteidigt ist noch zu einem weiteren wichtigen Schlachtfeld geworden und Israel investiert enorm, um in diesem Bereich weltführend zu werden.

Zur Führung eines vierten Elements dieses totalen „unterbrochenen“ Kriegs gibt es jedoch überraschenderweise kein effektives Instrument. Es gibt weder ein regierungseigenes noch ein Nichtregierungs-Gremium, das das gesamte Propaganda-Schlachtfeld überwacht. Einige israelische Regierungsorgane, private NGOs und weitere Betreiber beteiligen sich im Kampf gegen die Propaganda, doch zwischen ihnen gibt es wenig Koordination. Einige wichtige antiisraelische Propaganda-Angelegenheiten werden kaum angegangen.

In den letzten Jahrzehnten hat sich die Rolle der Diplomaten erweitert; zu ihr gehört jetzt die öffentliche Diplomatie (auf Hebräisch: hasbara). Von ihnen wird erwartet, dass sie nicht nur die Regierungskontakte in dem Land pflegen, in dem sie stationiert sind, sondern auch mit der dortigen Öffentlichkeit kommunizieren und sie dazu zu beeinflussen Israel wohlwollend zu betrachten. Zu diesem Zweck wurde eine Vielzahl an Mitteln entwickelt. Man hört oft, dass Israel in seiner öffentlichen Diplomatie effektiver sein sollte. Das stimmt, denn viele Menschen im Ausland haben eine strukturierte, feindliche Haltung gegenüber Israel, sind aber schlicht uninformiert.

Einen Propagandakrieg zu führen ist jedoch sehr schwierig. Man hat es hier nicht mit den schlecht Informierten zu tun, sondern bekämpft seine Gegner. Feindseligkeiten gegen Israel kommen sowohl von Regierungen als auch aus anderen Quellen innerhalb muslimischer Staaten, von Muslimen in der westlichen Welt, Politikern vieler Länder, NGOs, Akademikern, Gewerkschaften, (hauptsächlich linken) Kirchenführern, einer Vielzahl sozialistischer Parteien des Westens, der extremen Linken, der extremen Rechten und so weiter. Die sozialen Medien sind eine weitere Ebene der Hasspropaganda.

Diplomaten sind im Propagandakrieg ziemlich ineffektiv. Um es brutal auszudrücken: Sie sind gut dafür ausgebildet zu sagen es regnet, wenn man ihnen ins Gesicht spuckt.

Die einzige Möglichkeit den Propagandakrieg zu führen besteht darin eine zentrale Einheit zu gründen, ähnlich denen, die es für das Militär, die Geheimdienste und die Cyberkriegsführung gibt: ein Gremium, das das gesamte Schlachtfeld überblickt.

Was würde eine solche zentralisierte israelische Antipropaganda-Agentur tun? Lassen Sie mich einige der Grundlagen ausarbeiten. Sie müsste sich auf drei wichtige Vorgehensweisen konzentrieren: Recherche, Beobachtung und Aktivitäten.

Der Zweig Recherche würde eine Reihe von Bereichen abdecken. Er müsste detailliert ermitteln, wie der gesamte antiisraelische Propagandakrieg funktioniert. Dazu würde die Analyse der Schlüsselmotive der Dämonisierung gehören, woher die wichtigen Angriffe kommen, die Feststellung der Hauptkategorien der Täter, die Interaktionen zwischen ihnen, wie der Hass übertragen wird und so weiter.

Damit Israel seine zahlreichen Gegner im Propagandakrieg effektiv entlarven und bekämpfen kann, muss es auf organisierte Weise weit mehr über sie in Erfahrung bringen, als es das derzeit tut. Das antiisraelische Verleumdungs- und Hasssystem ist weit davon entfernt in seiner Gesamtheit ausgelotet worden zu sein. Ein Verständnis für sowohl die unstrukturierte als auch die strukturierte antiisraelische Hetze zu entwickeln und wie sie mutiert, sollte ein fortlaufendes Projekt sein. Man sollte eine Datenbank mit allen gesammelten Informationen einrichten.

Die zweite Funktion der Antipropaganda-Agentur bestünde darin aktuelle Entwicklungen zu beobachten. Solche Beobachtung würde von Spezialisten auf verschiedene Weise erfolgen. Einige würden Entwicklungen in bestimmten Ländern verfolgen. Andere würden sich auf bestimmte Täterkategorien wie muslimische Regierungen, Muslime in der westlichen Welt, Politiker, Akademiker usw. spezialisieren. Einen dritte Beobachtergruppe würde bestimmten Typen antiisraelischer Hetze wie Boykotte, De-Investitionen, Sanktionen, falsche Anschuldigungen, Anwendung von zweierlei Maß, falsche moralische Gleichsetzung, Sündenbocksuche und anderen Täuschungen folgen.

Der operationelle Zweig der neuen Struktur müsste zunehmend effektive Methoden zur Bekämpfung antiisraelischer Propaganda sowie auch Antisemitismus entwickeln. Er müsste auswerten, welche Aktivitäten er selbst unternehmen kann und welche anderen überlassen werden sollten – anderen Regierungseinrichtungen, Nichtregierungs-Gremien in Israel und dem Ausland oder auch einigen Einzelpersonen.

Der Erfolg einer zu gründenden zentralen israelischen Antipropaganda-Agentur würde von der Qualität ihrer Mitarbeiter und der Verfügbarkeit von Geldern der Regierung abhängen. Grobe Schätzungen setzten die finanziellen Erfordernisse auf $200 – $250 Millionen pro Jahr fest. Hätte Israel in den 1980-er Jahren begonnen die Hasspropaganda effektiv zu bekämpfen, wäre es in der Lage gewesen einen Großteil des Schadens zu vermeiden, der seitdem angerichtet wurde.

Zu demonstrieren, dass der Kampf gegen die Hass-Propaganda ein zentrales israelisches Gremium benötigt, das das Schlachtfeld überblickt, ist einfach. Seine Gründung hängt jedoch vom politischen Willen der Regierung ab diese enorm notwendige Agentur – Jahrzehnte zu spät – zu schaffen und die notwendigen Gelder bereitzustellen.

Dr. Manfred Gerstenfelds kommendes Buch „The War of a Million Cuts“ analysiert, wie Israel und die Juden delegitimiert werden und wie sie dagegen kämpfen sollten.
Er war von 2000 – 2012 Vorsitzender des Jerusalem Center of Public Affairs.

 

1 library.fes.de/pdf-files/do/07908-20110311.pdf
2 http://global100.adl.org