Zum Amnesty-Bericht „Die Tötung der Zukunft“

Amnesty International „berichtet“ über die toten Kinder des Nahost-Konflikts

Ende September 2002 veröffentlichte Amnesty International den Bericht „TÖTUNG DER ZUKUNFT – Kinder im Schussfeld“ zur Lage der Kinder im Nahost-Konflikt. Der Bericht kann bei Amnesty auf Englisch gelesen werden: http://web.amnesty.org/ai.nsf/index/mde020052002.

Mir selbst ist an dem Bericht vor allem negativ aufgefallen, dass angeblich
– israelische Soldaten praktisch immer wahllos, unprovoziert und gezielt auf Kinder schießen,
– es praktisch keine palästinensisch verursachten Tode palästinensischer Kinder gibt (bis auf die Selbstmord-Attentäter),
– es israelische Systematik ist palästinensische Kinder zu töten,
– getötete palästinensische Kinder entweder unbeteiligt waren oder „lediglich Steine warfen“ (was offensichtlich heißen soll, dass das überhaupt nicht gefährlich ist), sich dabei teilweise sogar sehr weit von den Israelis entfernt befanden,
– niemand sonst seitens der Palästinenser an solchen „Demonstrationen“ beteiligt war (die Bezeichnung palästinensisch initiierter gewalttätiger Auseinandersetzungen als „Demonstrationen“ allein ist schon ein Hohn).

Nicht erwähnt wird in dem Bericht, dass die AI-Mitarbeiter, die als Zeugen geführt werden, zum allergrößten Teil selbst Palästinenser sind – natürlich völlig objektiv und ohne jeglichen Verdacht, sich einseitig zu äußern. Nicht erwähnt wird auch, dass die palästinensischen „Zeugen“ vielleicht nicht so recht glaubwürdig sein könnten; nein, ihre Berichte werden grundsätzlich für bare Münze genommen, israelische Darstellungen aber gar nicht erst berücksichtigt.

Auffällig auch, dass alle Palästinenser maximal „Aktivisten“ sind, nicht einmal „militant“, geschweige denn Terroristen. Egal, was derjenige zu verantworten hat, den Israel verfolgt, egal, wie viel er sich mit Taten gegen Juden gebrüstet hat und egal, wie antisemitisch, mörderisch und hetzend dieser Palästinenser geredet hat, er ist einer, der genauso bezeichnet wird, wie jemand, der Plakate klebt und Transparente hoch hält.

Auffällig weiterhin, dass den toten palästinensischen Kindern in diesem Bericht 5442 Wörter gewidmet werden, während die israelischen 1620 Wörter wert sind; dass in 733 Wörtern über die (vermeintliche) Verantwortung der IDF geschrieben wird, in den 466 Wörtern über Verantwortung der „bewaffneten palästinensischen Gruppen“ von „israelischen Rechtsverletzungen, egal welchen Ausmaßes“ die Rede ist (umgekehrt fehlen entsprechende Hinweise über Rechtsverletzungen der Palästinenser); dass Kritik an den „bewaffneten palästinensischen Gruppen“ (aber praktisch kaum an der PA) geübt wird, während die Israelis praktisch in Grund und Boden verdammt werden; dass von den Israelis verlangt wird, sie sollten sich internationalen Kontrollen unterwerfen, Gleiches aber nicht an die Adresse der Palästinenser gerichtet ist.

So viel zu Amnestys Objektivität aus meiner persönlichen Sicht. Es folgen zwei Stellungnahmen aus anderer Quelle:

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„Kindesmissbrauch in der palästinensischen Autonomie“

von Justus Weiner, Jerusalem Post, 2. Oktober 2002

(Der Autor ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hebrew University und der Universität von Tel Aviv, außerdem Forscher am Jerusalem Center for Public Affairs. Dieser Artikel wurde aus einer Schrift adaptiert, die vom Institute for Contemporary Affairs veröffentlicht wurde. Das Institut ist ein gemeinsames Projekt des Jerusalem Center for Public Affairs und der Wechsler Family Foundation.)

Vom ersten Moment der gegenwärtigen palästinensischen Intifada vor zwei Jahren haben Kinder und Teenager eine integrale Rolle gespielt. Bedauerlicherweise wird diese Rolle im jüngsten Bericht von Amnesty International mit dem Titel „Killing the Future – Children in the Line of Fire“ (Tötung der Zukunft – Kinder in der Schusslinie) nicht angemessen angegangen.

Da sie wissen, dass israelischen Soldaten befohlen ist, nicht scharf auf Kinder zu schießen und sie deswegen disziplinarische Maßnahmen oder das Militärgericht erwarten müssen, verstecken sich palästinensische Schützen unter Jugendlichen oder benutzen sie als menschliche Schutzschilde. Drei Entwicklungen der jüngeren Zeit sind ebenfalls bemerkenswert:

Yassir Arafats Stellvertreter, Abu Mazen, gab gegenüber einer kuwaitischen Zeitung im Juni zu, dass palästinensischen Kinder 5 Schekel (gut 1 Euro) für jede Rohrbomber gezahlt wurde, die sie warfen.

Kinder sind während des Jahres 2002 zunehmend für Selbstmordanschläge rekrutiert worden; ihre Eltern erhielten Bargeld-Zahlungen der PA, des Irak und Saudi Arabiens.

Der Versuch einer Vertuschung: Die palästinensische Journalistenvereinigung hat ihre Mitglieder gewarnt, sie würden bestraft werden, wenn sie bewaffnete Kinder fotografierten.

Kinder opfern

Am 30. März ging ein 16-jähriges palästinensisches Mädchen namens Ayat Akhras in einen Jerusalemer Supermarkt und sprengte eine Bombe, die unter ihrer Kleidung verborgen war. Dadurch wurden zwei Israelis getötet und 22 weitere verwundet.

Am 23. April versuchten drei Teenager aus Gaza – Anwawr Hamduna, Yusef Zakut und Abu Nada – unter dem Sicherheitszaun der jüdischen Gemeinde Netzarim durchzukriechen und die Bewohner anzugreifen. Sie wurden von Wachen erschossen.

Über einen Monat lang verbarrikadierten sich palästinensische Kinder bis hinunter ins Alter von 10 Jahren mit palästinensischen Bewaffneten in der Geburtskirche von Bethlehem.

Im Mai wurde ein 16-jähriger in einem Taxi bei Jenin verhaften, der eine Bombe an seinem Körper trug.

Ein 15-jähriges palästinensisches Mädchen, das wegen Werfens von Brandbomben auf IDF-Soldaten verhaftet wurde, gab am 13. Juni während des Verhörs zu, dass sie vorher bereits als Selbstmord-Terroristin rekrutiert wurde.

Am 9. Juli verhafteten israelische Sicherheitskräfte ein weiteres 15-jähriges palästinensisches Mädchen, die zugab der Durchführung eines Selbstmordanschlags in Israel zugestimmt zu haben.

Das sind einige der jüngsten Entwicklungen der Intifada, einer nicht da gewesenen Well fortgesetzter Anschläge, die die Region seit zwei Jahren überschwemmt. Obwohl einige Teile der palästinensischen Gesellschaft gegen die Benutzung von Kindern für „Märtyrer“-Operationen ist – oder zumindest ihrer Kinder -, bleiben dies vereinzelte Stimmen. IDF-Soldaten, die an der Operation Schutzschild teil nahmen berichteten z.B., dass Kinder gelegentlich zurück gelassen wurden um Sprengfallen auszulösen, die die Terroristen für die Soldaten zurück ließen.

Aber warum sind diese jungen Menschen bereit ihr Leben weg zu werfen?

Wer hat sie dazu gebracht zu glauben, dass die Übernahme gefährlicher Aufgaben in der Gewalt dazu führen wird, dass sich ihre persönliche Lage, die der Familie oder die politische bessern wird?

Wie konnte die Feier der Gewalt gegen Israelis derart tief in die palästinensische Kultur eingepflanzt werden? Welche Sache, egal, wie hoch sie gehalten wird, kann eine Gesellschaft dazu motivieren, ihre Kinder, ihre Zukunft zu opfern?

Ein Markenzeichen des Stolzes der Familie

Der Druck sich in der Intifada zu opfern, kommt oft von Zuhause. Von Arafats Reden geschürt, in denen er die Rolle der Kinder im Kampf und die Wichtigkeit des Märtyrertums lobt, sind viele palästinensische Eltern dahin gekommen, die Rolle der Jugend im Aufstand als nützlich und tatsächlich auch als ehrbar anzusehen. Nachdem der 15-jähriger Ahmed Omar Abu Selmia dann auf seinem Weg zum Anschlag auf die israelische Gemeinde Dugit getötet wurde, feierte sein Vater sein „Märtyrertum“ mit einem Fest auf der Straße, an dem rund 200 Personen teil nahmen.

Märtyrer – Menschen, die für die Sache des Jihad (Heiliger Krieg) und den Islam sterben – werden von den Palästinensern derart hoch angesehen, dass manchmal Eltern den Tod ihrer Kinder als ein stolzes Abzeichen ansehen. Eltern von Kleinkindern erzählen stolz, wie ihre kleinen Kinder sagen, sie wollten Märtyrer werden und der Vater eines 13-Jährigen sagte: „Ich bete, dass Allah als Märtyrer wählt.“

Eine Mutter erzählte einem Journalisten der Londoner Times: „I bin glücklich, dass er [ihr 13-jähriger Sohn] zum Märtyrer wurde. Ich werde alle meine Söhne und Töchter [insgesamt 12] der Al-Aqsa und Jerusalem opfern.“

Ein weiterer Grund, dass palästinensische Eltern ihren Kindern erlauben und sie sogar ermutigen, sich an den Aktionen zu beteiligen, ist der finanzielle Anreiz, der den Familien der „Märtyrer“ geboten wird. Die PA sorgt für Barzahlungen von $2000 für jedes getötete und $300 für jedes verwundete Kind.

Saudi Arabien kündigte an, dass es $250 Millionen als ersten Beitrag von einer Million Dollar bereit gestellt hat, die die Familien der Märtyrer unterstützen sollen.

Zusätzlich zahlt die Arab Liberation Front, eine palästinensische Gruppe, die dem irakischen Präsidenten Saddam Hussein loyal ergeben ist, den Verwundeten und den Familien der Toten großzügige Handgelder: $500 für eine Verwundung, $1.000 für Verkrüppelung, $10.000 für die Familie eines Märtyrers und $25.000 für die Familie eines Selbstmordbomber-Märtyrers – verschwenderische Summen, wenn man die chronische Arbeitslosigkeit und Armut der Mehrheit der palästinensischen Einwohner der Westbank und des Gazastreifens bedenkt.

Eine Gesellschaft, die den Tod heiligt

Der gewaltsame Tod wird durchgängig in den Palästinensergebieten heilig gehalten. Die Straßen sind gepflastert mit Postern, die die (Helden-)Taten der einzelnen Selbstmord-Bomber verehren. Statt Pokemon- oder Baseball-Karten tauschen die Kinder Märtyrer-Karten, die sie in den örtlichen Geschäften kaufen. Kettchen mit Bildern der Märtyrer sind auch sehr beliebt.

Ein beliebter Wahlspruch lautet: „Nehmt euch in Acht vor einem natürlichem Tod.“

Selbstmord-Bombe zu sein wird als Stolz des Viertels betrachtet, Straßen werden nach den Tätern dieser Gräuel benannt. Es gibt sogar eine Musikgruppe, die sich „Die Märtyrer“ nennt und deren Verse Werte unterstützen wie „Opfere dich für Allah“.

Unter diesen kulturellen Einflüssen geben viele Kinder gerne zu, dass sie Selbstmord-Bomber werden wollen. Einige malen Bilder und fantasieren über den Tag, an dem sie ihr Ziel erreichen werden.

Die Kleinen werden gelehrt, dass sie als Selbstmordbomber in luxuriöses Paradies aufsteigen werden, das mit 72 Jungfrauen ausgestattet ist, die auf den Märtyrer warten und ihn belohnen, wenn er eintrifft.

Ein amerikanischer Psychiater mit 22 Jahren Erfahrung im Studium und in der Behandlung von Selbstmord gefährdeten Patienten betont, dass Selbstmordbomber – Kinder wie Erwachsene – „Werkzeuge sind, die von den Terror-Führern benutzt“ durch „eine komplette Kultur, die sie ermutigt zu sterben.“

Die PA – die Einheit, die eingerichtet, ermächtigt, finanziert und bewaffnet wurde, den Oslo-Friedensprozess voran zu bringen – benutzt diese Wege, um die Jugend zur Teilnahme an antiisraelischer Gewalt auf der Straße und sogar zum direkten Terrorismus aufzustacheln.

Aufhetzung ist in der palästinensischen Gesellschaft gebieterisch und allgegenwärtig. Der palästinensische Kolumnist Aschraf al-Arjami stimmt zu, dass der Patriotismus er palästinensischen Jugend ausgenutzt wird und die Schulen und Moscheen unter palästinensischer Kontrolle die Kinder beeinflussen.

Die Kampagne zur Aufstachelung der Kinder kommt direkt von der Spitze der PA. Dokumente, die das PA-Abzeichen und das von Arafats Büro tragen, beinhalten aufhetzende Texte, die die Israelis als „Plünderer des Landes“ und die „Macher des internationalen Terrors“ bezeichnen. Arafat selbst nennt die Kinder die „Generale der Steine“ und spielt so mit ihrem Stolz und ihren jungen Egos.

Ein einem Sommerlager der PA beobachtete ein Reporter der New York Times, wie die Teilnehmer die Entführung eines israelischen Politikers übten, Kalaschnikow-Gewehre auseinander nahmen und wieder zusammen setzten und Überfall-Techniken lernten.

Eine Fernsehsendung für kleine Zuschauer zeigt einen Jungen, der in Gaza getötet wurde, wie er im Himmel ankommt, wo es Strände, Wasserfälle und ein Spielrad gibt. Er sagt: „Ich winke euch nicht zum Abschied, ich winke, um euch zu sagen, dass ihr meinem Beispiel folgen sollt.“ Die begleitende Musik spielt ein Lied: „Wie angenehm ist der Geruch der Märtyrer, wie angenehm der Geruch von Land, des Landes, das vom Blut getränkt ist, dem Blut, dass aus einer frischen Leiche strömt.“

In einem Interview mit der von der PA kontrollierten Zeitung erklärte im Oktober Yussef Jamah, palästinensischer Minister für die Heiligen Stätten: „Die Selbstmordbomber sind ein legitimes Mittel, durch das die Palästinenser den Feind bekämpfen… Die Angriff sind das Gebot Allahs.“

Obwohl die islamischen Autoritäten gegen Selbstmordbomben sind, sagte Scheik Ikrama Sabri, von der PA ernannte Mufti von Jerusalem: „Es gibt keinen Zweifel, dass ein Kinder-Märtyrer vorschlägt, die neue Generation solle die Mission mit Entschiedenheit weiter tragen. Je jünger der Märtyrer, desto mehr respektiere ich ihn.“

Dass hochrangige PA-Vertreter die Beerdigungen der „Märtyrer“ besuchen, überrascht nicht.

Ausbildung der „Märtyrer von Morgen“

Selbst in den öffentlichen PA-Schulen spielt die Aufstachelung zur Gewalt eine wichtige Rolle, während das Interesse an Ausgleich mit Israel bemerkenswert abwesend ist. Naim Abu Humus, stellvertretender PA-Minister für Erziehung, rief die Schulen auf, die ersten Schuljahre dazu zu verpflichten für die Seelen derer zu beten, die in der Intifada getötet wurden. Er sagte: „Heute ehren wir die Al Aksa und Palästina und gedenken der palästinensischen Märtyrer.“

Schilder an den Wänden der Kindergärten erklären die Kinder zu den „Märtyrern von Morgen“ und Grundschullehrer wie Schulleiter empfehlen ihren jungen Schülern, sie sollten wollen, dass sie „deren zionistischen Körper in kleine Stücke reißen und ihnen mehr Schmerzen zufügen, als sie sich je vorstellen könnten“.

Poster in Lehrräumen der Universitäten erinnern die Welt stolz daran, dass die palästinensische Sache mit „menschlichen Bomben“ bewaffnet ist. Scheik Hassan Yosef, ein führendes Hamas-Mitglied, fasst diesen Prozess der Aufstachelung zusammen, wenn er sagt: „Wir möchten sie aus dem Kindergarten bis zur Universität heran ziehen.“

Der palästinensische Brigadegeneral Mahmud M. Abu Marzoug erinnerte eine Gruppe Mädchen der 10. Klasse in Gaza daran, dass „ihr als Märtyrer im Himmel leben werdet“. Nach der Rede stellte sich eine Gruppe Mädchen an und versicherte einem Reporter der Washington Post, dass sie glücklich sein würden Selbstmord-Anschläge oder andere Taten ausführen zu dürfen, die in ihrem Tod enden würden.

All das zusammen genommen erklärt, warum junge Palästinenser so begeistert über die Aussicht auf „Märtyrertum“ sind. „Wenn ich ein Märtyrer werde, dann verteilt Kannafa [süßen Kuchen]“, soll ein 14-Jähriger seinen Freunden in den Tagen vor seinem Tod in den Krawallen gesagt haben. Ein 12-Jähriger, der in den Kämpfen starb, soll sich so nach dem Märtyrertod gesehnt haben, dass er seine eigene Todesanzeige Zuhause auf die Wand schrieb. Von einem verletzten 13-Jährigen wird berichtet, er habe gesagt: „Ich will nicht verletzt werden, sondern etwas Höheres: ein Märtyrer.“ Ein 13-jähriges Mädchen aus Ägypten versucht in sich in den Gazastreifen zu schleichen, um „die palästinensischen Kinder bei allem, auch beim Steine werfen, zu unterstützen.“ Eine Woche später wurde ein 12-jähriger Junge an der israelischen Grenze aufgegriffen, als er das Gleiche versuchte.

Aber warum ermutigt die PA palästinensische Kinder, sich an der Gewalt zu beteiligen?

Deutlich ist, dass die Sympathie für die palästinensische Sache durch westliche Medienberichte gesteigert wurde, die oft Vorfälle heraus hoben, in denen palästinensische Kinder durch israelische Soldaten oder Polizisten getötet oder verletzt wurden. Diese gedankenlosen Berichte haben schwere Kritik an der israelischen Politik verursacht, aber wenige in der westlichen Welt haben das Chaos durchdacht, dass sie in den Fernseh-Nachrichten sehen, um zu überlegen, wessen Interessen durch diese Todesfälle gedient wird.

In die Frontlinien geschoben

Es scheint ein Ende der Liste palästinensischer Kinder zu geben, die getötet wurden, nachdem sie von der Palästinenserführung in die Frontlinien des Konflikts geschickt wurden. Nora Schalhub, ein 16-jähriges palästinensisches Mädchen, wurde im Februar getötet, während sie eine Gruppe israelischer Soldaten an einem militärischen Kontrollpunkt mit einem Messer in der Hand angriff. Andaeeb Taqataqah war erst 17, als sie von einer Terrortruppe rekrutiert und in den Tod geschickt wurde – in einem Selbstmordangriff auf einen überfüllten Jerusalemer Markt am 12. April.

Zwei Punkte sind als Ergebnis der zunehmenden Zahl solcher Angriffe klar. Der erste: Palästinensische Kinder und Jugendliche stellen sich an, um ihr Leben weg zu werfen. Der zweite: Es gibt breit gefächerte Bemühungen der palästinensischen Führer, Eltern, Geistlichen und Lehrer, die jugendliche Energie in tödliche Gewalt zu verwandeln.

Und im Gegensatz zu dem oben erwähnten Bericht von Amnesty International, der offensichtlich die Tötungen von palästinensischen und israelischen Kindern gleich zu setzen versucht, schreien einige Ungleichheiten nach Aufmerksamkeit. Einige wenige davon sind:

Israelischen Eltern wird weder von ihrer Regierung noch von Fremden etwas gezahlt, wenn ihre Kinder verwundet oder getötet werden.

IDF-Soldaten benutzen keine israelischen Kinder als menschliche Schutzschilde, wenn sie einen Feuerwechsel mit palästinensischen Bewaffneten beginnen

Es gibt im jüdischen Gesetz keinerlei Doktrin wie die, die muslimischen Schahiden (Märtyrern) nach ihrem Tod freudvolle Belohnungen im Paradies garantieren.

Israelische Schulen und Synagogen unterziehen keine Kinder einer Gehirnwäsche, damit sie lebensbedrohliche Gewalt gegen palästinensische Zivilisten anwenden.

Die Regierung Israels hat keine tausende von Terroristen auf der Gehaltsliste.

Israelische Eltern konnten sind nie in den Medien zitiert worden, wie sie ihre Kinder drängten ihr Leben für eine politische oder religiöse Sache zu opfern. Auch schickten sie ihre Kinder nicht an die Front um vor den Kameras Krawall zu veranstalten.

Israelische Ferienlager indoktrinieren Kinder nicht zu töten, lehren sie auch nicht, wie man Überfälle verübt oder Feuerwaffen benutzt.

Kinderprogramme im israelischen Fernsehen bringen nie Lehrer, die lächeln und in die Hände klatschen, während ihre Schüler von der Absicht singen Märtyrer zu werden.

Israelische Kinder sammeln und tauschen keine Märtyrer-Sammelkarten oder hören der Musik einer Gruppe zu, die sie „Die Märtyrer“ nennt.

Hochrangige israelischen Politiker und religiöse Führer loben weder Kinder, die sich an Gewalt beteiligen, noch stacheln sie sie dazu an.

Am wichtigsten aber: Israelische Soldaten schießen nicht absichtlich auf palästinensische Kinder in Bussen, Restaurants, Discotheken usw. (oder auf andere, die nicht in die Gewalttaten verwickelt sind).

Vor Kurzem nahmen sechs mit M-16 und Kalaschnikows bewaffnete Kinder an einer pro-Irak-Demonstration im Gazastreifen teil. Unter dem Eindruck solch schockierender Bilder, wie auch denen von palästinensischen Kleinkindern, die nachgemachten Selbstmordbomber-Westen begann sich die Meinung der westlichen Öffentlichkeit zu verschieben. Heftige Reaktionen ersetzten zunehmend die Neugier.

Aber statt ihre beruflichen Pflichten zu erfüllen und Nachrichten und kontroverse Dinge zu veröffentlichen, warnte die palästinensische Journalistenvereinigung im August ihre Mitglieder, dass sie jeden Journalisten oder Fotografen bestrafen würde, der Fotos bewaffneter oder maskierter palästinensischer Kinder macht. Diese bedrohliche Botschaft, die an Journalisten und Nachrichtenagenturen gefaxt wurde, besagte, dass palästinensische Journalisten, die von Agenturen des Auslands beschäftigt seien, sogar dafür verantwortlich seien, dass sichergestellt würde, dass ihre Kollegen sich entsprechend der Warnung verhielten. Die Vereinigung fügte weiterhin hinzu, dass sie keinen Journalisten verteidigen würde, der diese neue Politik nicht umsetze, sollte die PA sich entscheiden, sie zu bestrafen.

Eklatanter Missbrauch von Kindern in dieser Art und Versuche sie zu vertuschen würden nirgendwo sonst in der Welt toleriert werden. Wo sind die Vertreter des Kindeswohls, um die Praktiken zu verdammen, die die Gehirne vergiften und die Körper der jungen Palästinenser gefährden?

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Aus: A TIME TO SPEAK, Ausgabe II-10 (November 2002)

”Manchmal ist es die erste Pflicht intelligenter Menschen, einmal mehr das Offensichtliche festzustellen.“ – George Orwell

Amnesty Internationals Bericht „Tötung der Zukunft“ über die Tode von israelischen und arabischen Kindern, „vergisst“ die Unterscheidung, die offensichtlich sein sollte: den Unterschied zwischen dem gewollten Mord von Kindern und dem Schicksal von Kindern, die gewollt in Kampfzonen geschickt werden.

Israelische Kinder werden getötet, weil PLO-Terroristen sie sich als Ziele aussuchen. Sei zünden Bomben an Orten, wo es mehr mit größter Wahrscheinlichkeit Babys, Kinder und Teenager gibt, wie z.B. einer Pizzastube. Ein 10 Monate altes Baby war das ausgesuchte Opfer eines arabischen Scharfschützen. Zwei Schuljungen, 13 und 14 Jahre alt, gingen in der Nähe ihres Zuhauses spazieren, wurden überfallen, in eine Höhle gezerrt und mit Steinen zu Tode geprügelt. Yeshiva-Schüler im Teenageralter wurden nieder gemäht, als sie Basketball spielten. Ein fünfjähriges Mädchen versuchte sich unter einem Bett zu verstecken, als Terroristen in das Haus ihrer Familie einbrachen; sie zerrten sie heraus und erschossen sie.

Arabische Kinder werden getötet, weil sie absichtlich Gefahren ausgesetzt werden. PLO-Terroristen, die wissen, dass es israelischen Soldaten verboten ist, scharf auf Kinder zu schießen, schützen sich, indem sie sich hinter Kindern und Teenagern verstecken oder sie vorschicken, um Handgranaten und Feuerbomben zu werfen. Terrorführer, die Massenmord-Anschläge auf Israelis planen, schlagen ihr Hauptquartiere und ihre Wohnsitze unter Frauen und Kindern auf. Diese kalkulierte Taktik, Kinder als menschliche Schutzschilde zu benutzen, bringt die Opferzahlen hervor, die wir erleben.

Das „Offensichtliche“, das einigen Zuschauern so schwer fassbar zu sein scheint, ist der Unterschied zwischen einem Programm des Mordens und der bedauerlichen Notwendigkeit der Selbstverteidigung. Er ist vergleichbar mit der Unterscheidung zwischen jüdischen Kindern, die von SS-Männern der Nazis in Gaskammern geworfen wurden und deutschen Kindern, die in den Bombardierungen von Berlin und Dresden umkamen. Schuldig sind die, die die Selbstverteidigung notwendig machen.

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Die Resolution 194 (4): Der Teil der Resolution 194, den die Araber ignorieren

Elder of Ziyon, 23. Oktober 2011

Palästinensische Araber und ihre Unterstützer hören nie auf die Resolution 194 der UNO-Vollversammlung als Beweis anzuführen, dass es für palästinensisch-arabische Flüchtlinge von 1948 und ihre Nachkommen ein juristisches „Rückkehrrecht“ gibt. Es gibt jede Menge Argumente, die beweisen, dass das falsch ist – nicht zuletzt, dass Resolutionen der Vollversammlung rechtlich nicht bindend sind wie auch die einschränkende Natur des Textes.

Doch erstaunlicherweise fordert genau derselbe Paragraph der Resolution 194 die Wiederansiedlung von arabischen Flüchtlingen in arabischen Staaten!

Der Teil der 194, der immer zitiert wird, ist dieser:

beschließt, dass den Flüchtlingen, die in ihre Heime zurückzukehren wünschen und in Frieden mit ihren Nachbarn zu leben, dies zum frühestmöglichen Zeitpunkt erlaubt wird und dass Ausgleichszahlungen für das Eigentum derer gezahlt werden sollte, die nicht in zurückkehren und für Verlust oder Schaden von Eigentum, das unter den Regeln des internationalen Rechts oder der Gleichbehandlung, von den verantwortlichen Regierungen wieder gut gemacht werden sollten;

Aber der zweite Satz desselben Paragraphen sagt dies:

weist die Schlichtungskommission an, die Rückführung, Wiederansiedlung und wirtschaftliche und soziale Rehabilitation der Flüchtlinge und Entschädigungszahlungen zu erleichtern und engen Kontakt mit dem Direktor des UN-Flüchtlingswerks für palästinensische Flüchtlinge und durch ihn mit den entsprechenden Organen und Einrichtungen der Vereinten Nationen zu halten;

Die Schlichtungskommission interpretierte diesen Satz definitiv so, das er Wiederansiedlung in arabischen Ländern bedeutet.

Während der Konferenz in Paris 1951 (UN-Dokument A/1985) betonte die Kommission, dass den „Rückkehr“-Teil der Resolution 194 isoliert in Anspruch zu nehmen nicht das ist, was mit der Resolution beabsichtigt war:

In der Erklärung des Vorsitzenden wurde vermerkt, dass die Erfahrung gezeigt hatte, dass die Konzentration auf den einen oder anderen isoliert betrachteten Paragraphen der Resolution außerhalb des Zusammenhangs der Förderung des Friedens in Palästina nicht geholfen hat. Alle Elemente waren notwendig, aber sie sind nur nützlich, wenn sie entsprechend eines Gesamtplans miteinander verbunden sind. Zum Beispiel wies die Resolution die Kommission an die Repatriierung, Wiederansiedlung und Wiedereingliederung von Flüchtlingen zu erleichtern und diese Anweisung hatte die Kommission nicht vergessen, als sie die Vorschläge für die Konferenz entwarf.

Und was war mit „Wiederansiedlung“ gemeint?

Die von der Kommission vorgeschlagene Lösung des Flüchtlingsproblems fasste die Repatriierung nach und Integration einiger der Flüchtlinge in Israel ins Auge sowie die Wiederansiedlung der anderen in arabischen Ländern.

Behalten Sie im Hinterkopf, dass Israel damals anbot einen Teil der Flüchtlinge aufzunehmen, in voller Übereinstimmung mit der Resolution, aber auch im Zusammenhang mit den anderen Teilen der Resolution, die notwendig waren, um einen vollen Frieden zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarn sicherzustellen.

Obwohl es also stimmt, dass die Resolution 194 heute keine Bedeutung mehr hat, müssen diejenigen, die darauf bestehen, dass sie immer noch die Grundlage für das „Rückkehrrecht“ ist, erklären, warum arabische Staaten ihre andere Anforderung ignoriert haben, dass palästinensisch-arabische Flüchtlinge, die wünschen in arabischen Ländern zu leben, erlaubt werden sollte sich dort anzusiedeln.

Ihr Versagen das zu tun ist nur ein weiteres Beispiel arabischer Heuchelei.

Wie der Fünfstern in die israelische Flagge kommt – die „Heilige“ Legende des ZDF

Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 31. Dezember 2017

ZDF am ersten Weihnachtstag: Mit Markus Lanz im heiligen Land

Es ist immer schön zu erfahren, was das deutsche Fernsehen so sieht. Noch spannender, was es alles nicht bemerkt. Besonders interessant wird es, wenn es Dinge behauptet, die sonst keiner wahrnimmt und die meisten Überraschungen bieten sogenannte Reportagen aus dem Nahen Osten, der, wenn man sich nicht festlegen will, ob man Israel oder „Palästina“ meint, von deutschen Journalisten gerne auch das „Heilige Land“ genannt wird.

Herr Lanz begleitet den Pater Nikodemus durch das „Heilige Land“ und ist überrascht:

04:00 „Dominieren hier (in Bethlehem) nicht die Minarette?

05:00 Pater Nikodemus erklärt: „Christen werden immer weniger, weil die Christen am wenigsten Kinder haben, … weil wir wollen, dass die Kinder eine Zukunft haben, dass die eine optimale Schulausbildung haben, dass die alle auf die Universität gehen können. Was sind die Christen hier? Sie sind die Apotheker, Ingenieure, Ärzte, die Bildungselite.“

Der Zuschauer fragt sich: Haben die gut ausgebildeten Christen im „Heiligen Land“ nun gute Jobs oder sie sind gegangen? Fakt ist, dass in Israel die Christen von Jahr zu Jahr mehr werden und oft sehr gute Jobs haben. Das gilt allerdings nur für Israel selbst, und nicht für Bethlehem und die palästinensischen Gebiete. Denn da ziehen die gut ausgebildeten Christen tatsächlich weg. Was der Zuschauer nicht weiß: Bis 1948 war Bethlehem eine rein christliche Stadt. Heute bilden Christen in Bethlehem nur noch eine schwindende Minderheit. Die Behauptung, dass Kinder und Christen keine „Zukunft“ hätten, ist ein typisch palästinensisches Narrativ und gilt nicht für Israel selbst. Lanz hätte auch feststellen können, dass die Zahl der Christen in Israel stetig wächst, auch wenn deren Anteil an der Gesamtbevölkerung sinkt, wegen vieler Kinder bei Muslimen und orthodoxen Juden, sowie wegen jüdischer Einwanderung. (Genauso ist der Anteil der Türken in Deutschland 1990 drastisch gesunken, ohne dass auch nur ein einziger das Land verlassen hätte: wegen der Wiedervereinigung) Aber im „Heiligen Land“ des Deutschen Fernsehens will man es wohl nicht so genau wissen

05:44 erklärt uns Lanz „Doch Plakate an den Straßenecken zeigen, dass auch in der Geburtsstadt Jesu ein unseliger Konflikt schwelt. Sie erinnern an Palästinenser, die in blutigen Auseinandersetzungen mit Israelis starben. Manche auch als Selbstmordattentäter, mit unzähligen Toten auf beiden Seiten, darunter auch immer wieder Kinder.“

Typisch für palästinensische Selbstmordattentate ist, dass es nur einen toten Attentäter gibt, aber viele Tote auf der anderen Seite. Doch Lanz scheint hier die Ähnlichkeit zum Attentat auf dem Breitscheidplatz vermeiden zu wollen. Denn sonst könnte man sich vielleicht fragen, warum es in Berlin eigentlich noch keine Heldenikone von Anis Amri gibt, als Erinnerung an den „unseligen Konflikt“ der Islamisten mit dem deutschen Staat.

06:00 „Eine Mauer, mit 8 Metern weit höher als die Berliner Mauer, trennt die Westbank von Israel. Und soll so das Land vor neuen Terroranschlägen aus den Palästinensergebieten schützen. Ein unverzichtbarer Schutz für die einen, ein Quell ständiger Frustration für die anderen. An diesen Türmen entlädt sich immer wieder die Wut der Bevölkerung. Zuletzt nach der Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels durch den US Präsidenten.“

Der Vergleich mit der Berliner Mauer hinkt aus mehreren Gründen: Sie wurde vom DDR- Regime errichtet, um die eigene Bevölkerung einzusperren, während die israelische Mauer Terroristen aussperren soll. Die israelische Mauer ist durchlässig, aber nur durch Kontrollpunkte. Täglich wechseln über 120.000 Palästinenser nach Israel, um ihrer Arbeit nachzugehen. Weitere 30.000 Palästinenser arbeiten in den israelischen Siedlungen im Westjordanland. An der Berliner Mauer gab es Selbstschussanlagen und andere Methoden, Menschen zu töten, nicht an der israelischen Mauer.

07:00 Treffen mit dem palästinensischen Pfarrer Mitri Raheb. Lanz fragt, was für Raheb die Mauer zwischen Bethlehem und Jerusalem bedeutet.

Raheb meint, man solle sich „die Westbank als Emmentaler Käse vorstellen. Bethlehem ist so ein Loch in diesem Käse. Von drei Seiten von dieser Mauer umgeben. Im Norden, Westen und Süden. Nur im Osten haben wir noch keine Mauer.“

Auch nach Süden hin ist Bethlehem offen und ohne Mauer. Aber das wollen weder Raheb noch Lanz zur Kenntnis nehmen.

An dieser Stelle entspinnt sich ein denkwürdiger Dialog:

Lanz: „Was macht das mit den Menschen, die haben ja überhaupt keine Gelegenheit mehr, sich zu begegnen, sich kennenzulernen. Das Verständnis für den jeweils anderen wird ja immer kleiner.“

Raheb: „Ein Sinn von dieser Mauer ist, dass die Israelis den Eindruck bekommen, die Palästinenser gibt es nicht. Also wir sind hier sozusagen verborgen hinter der Mauer.“

Lanz: „Und umgekehrt auch.“

Raheb: „Das führt natürlich dazu, dass auch die Palästinenser deshalb keinen Israeli mehr treffen können. Das heißt man kann natürlich sehr einfach Stereotype bilden und Feindbilder.“

Lanz: „Klischees / Vorurteile.“

Raheb: „Genau“

Hier denkt der Fernsehmann vermutlich nicht an die Poller, die in diesem Jahr allen frei fahrenden LKWs den Zugang zu den deutschen Weihnachtsmärkten verstellten. Aber es kommt noch dicker:

Raheb: „Die Mauer steht da wo das letzte Haus im Ort steht. Das heißt, unsere Städte können nicht mehr wachsen. Wenn eine Stadt nicht mehr wachsen kann, (heißt das) wir können keine neuen Viertel bauen.“

Unwidersprochen von Lanz kann hier Raheb Blödsinn behaupten, denn „unsere Städte“ sind keineswegs völlig eingemauert. Auch Bethlehem kann sich problemlos nach Süden und Osten hin ausbreiten. Unerwähnt bleibt auch, dass israelische Städte wie gerade Jerusalem sich wegen der Mauer nicht in alle Richtungen ausbreiten können.

Durch den verständnisvollen deutschen Reporter ermutigt, spinnt Raheb seine Legende munter weiter: „Wir können nicht expandieren, das heißt natürlich, die Arbeitslosigkeit wächst, Bethlehem hat die höchste Arbeitslosenquote in der ganzen Westbank. Also 24,6 Prozent momentan. Wenn die Arbeitslosigkeit wächst, heißt das, die Kriminalität wächst, mit Kriminalität kommen Drogen, und das ist also eine von Menschenhand gemachte Katastrophe. Die meisten jungen Leute hier, das ist ein Unterschied zu Deutschland, haben überhaupt kein Problem zu glauben, dass es ein Leben nach dem Tode gibt. Das Problem für die jungen Leute hier ist zu glauben, dass es ein Leben vor dem Tod gibt, wofür es sich zu leben lohnt.“

Warum gibt es dann keine Selbstmordattentäter in vielen anderen Ländern mit großer Armut und Arbeitslosigkeit? Diese Frage stellt sich Lanz nicht, sondern erklärt dem staunenden Zuschauer:

Lanz: „Die Isolation durch die Mauer ist Nährboden für Frustration und Aggression. Kinder werden früh radikalisiert. Seit der ersten Intifada, dem ersten Aufstand gegen die israelische Besatzung, stehen bei den Protesten immer wieder auch Kinder an vorderster Front, so auch der kleine Ramzi Aburedwan, der 1988 Steine auf israelische Soldaten warf.“

Lanz vertauscht hier komplett Ursache und Wirkung. Er unterstellt hier, dass es auch 1988 schon eine Mauer gab. Damals war das ganze Land aber noch offen, ohne jeden Checkpoint. Die Mauer wurde erst 2003 errichtet, wegen der Selbstmordattentate. Aber vermutlich ist man im deutschen Fernsehen der Ansicht, dass diese Information den Zuschauer verwirren könnte.

Anschließend folgt eine Unterhaltung über erschossene Kinder, denn wir wissen ja auch aus Deutschland, dass es bei bestimmten Tätergruppen immer nur um Kinder geht.

Ramzi ist „heute ein bekannter Kulturmanager und arbeitet als Dirigent in Belgien, Frankreich und Marokko“. Er erklärt im Rückblick: „Das Steinewerfen war damals die einzige Art, wie wir uns mitteilen konnten, dabei wollten wir nur frei sein.“

Lanz hat Verständnis: „Ramzi führt mich an den Ort… In eines der vielen Flüchtlingscamps, in dem er aufwuchs“ „seit fast 70 Jahren leben Menschen in diesen slumartigen Vierteln – die damals vertrieben wurden.“

Warum Tausende aus Nahost vertriebene Juden in Israel eine Heimat gefunden haben, sich aber bis heute kein arabischer Staat der muslimischen Menschen aus dem ehemaligen Mandatsgebiet Palästina angenommen hat, diese Frage stellt sich Lanz nicht.

Stolz wird berichtet, Ramzi sei auch über die Grenzen des Westjordanlandes aktiv.

Interessant: Eben hieß es doch noch, dass die Palästinenser eingesperrt seien und nicht reisen könnten…

Auch ein junger Geigenbauer erklärt mit Hinweis auf Israel: „Wenn sie wirklich Frieden haben wollen, dann würden sie keine Mauer bauen…“

Die von Lanz nicht gestellte Gegenfrage: Und wenn die Palästinenser Frieden wollen, wieso betreiben sie Terror, bis die Israelis für viel Geld sich mit Mauern und Kontrollpunkten schützen müssen?

Weiter geht es nach Nazareth. Hier sei die Sehnsucht nach Frieden groß. Lanz sagt: „Hier leben Muslime, Christen und Juden zusammen ohne trennende Mauer.“

Sein Begleiter Nikodemus differenziert: Nazareth ist arabisch, Obernazareth jüdisch

In Nazareth gibt es keine Mauern, das stimmt, aber unerklärt bleibt, wieso keine Juden im arabischen Teil der Stadt wohnen, während im jüdischen Ober-Nazareth auch viele Araber eingezogen sind.

24:17 Screenshot. Lanz schaut wohlgefällig auf ein altes Relief und sagt: „der Davidstern ist heute Symbol Israels“

Lanz verwechselt hier allerdings das Pentagramm, den fünfzackigen Stern, aus dem sich auch der Sowjetstern entwickelt hat, mit dem Hexagramm, dem sechszackigen „Davidstern“, der die Flagge Israels schmückt.

Besonders friedlich wird es für Lanz in Tabgha, einer Begegnungsstätte von Behinderten am See Genezareth. Für Lanz ein „Urlaub vom Nahostkonflikt“, „Hier entsteht sehr viel Frieden“ „So treffen sich hier auch israelische und arabische Gruppen…“

Offenbar ist hier jüdisch mit „israelisch“ gemeint, wobei auch die arabischen Behinderten Israelis sein dürften. Eine wunderbar absurde Aussage, die letztlich besagt, dass Israelis mit Israelis friedlich umgehen können…

Bei 33:23 wird dem Zuschauer ein Kraftwerk gezeigt und erklärt: Dieses Kraftwerk lieferte vor 70 Jahren Strom für die ganze Region.

Lanz vergisst zu erwähnen: Das Rutenberg-Kraftwerk in Naharaim hat bis 1948 Strom geliefert und wurde dann durch Krieg zerstört und verlassen.

Beim Thema Taufplatz und Schmutzwasser im Jordan gibt es ebenfalls Verwechslungen. Die von den Israelis künstlich errichtete Taufstätte ist rund 100 km oberhalb des ursprünglichen Taufplatzes…sie befindet sich bei dem noch aufgestauten Ausfluss des See Genezareth.

Herrlich ist auch bei Minute 34:30 die Bemerkung von Lanz zum Toten Meer. Er nennt es „salzig kühles Nass“.

Lanz hat wohl noch nie im Sommer versucht, sich im Toten Meer abzukühlen… “Die Wassertemperatur im Toten Meer ist vor allem für Menschen mit Abneigung vor kaltem Wasser ein Traum: denn bei Temperaturen von bis zu 31 Grad Celsius muss wirklich niemand frieren.“

Lanz trifft Mira Edelstein von EcoPeace, eine Umweltaktivistin. Diese erzählt nichts Falsches, lässt aber wesentliche Punkte aus:

Das Wasser verdunstet sehr stark und es wird für die Gewinnung von Kali, Salz, Brom und andere Mineralien von Israel und Jordanien entnommen. Das ist der Hauptgrund für das Verschwinden des Meeres, nicht nur der mangelnde Zufluss von Wasser, etwa aus dem Jordan. Das Problem hat schon vor über 120 Jahren Theodor Herzl erkannt und vorgeschlagen, einen Kanal zwischen dem Roten und Toten Meer zu bauen, um das Wasser wieder aufzufüllen. Zurzeit verhandeln Israel und Jordanien über ein Projekt, diesen Kanal zu verwirklichen. Es ist unverständlich, wieso Lanz hier nur eine „Aktivistin“ zu Wort kommen lässt und offenbar weder eigenständig recherchiert, noch eine verantwortliche Person der Regierung interviewt hat.

Zum Gazastreifen:

40:00 Lanz: „Abgeriegelt vom Rest der Welt, so nah am hochmodernen Israel und doch unendlich fern.“

Nicht erwähnt wird, dass der Gazastreifen noch bis 2005 offen war und nicht „abgeriegelt“. Endgültig blockiert wurde er seit dem „Krieg“ der Hamas gegen Israel ab 2007 wegen Raketenbeschuss und Terrortunnels.

„Immer wieder schießen Extremisten Raketen auf Israelisches Gebiet, töten und verletzen Zivilisten. Das Militär schlägt dann mit Härte zurück.“

Klischeehafte Formulierung. Wer diese „Extremisten“ sind, wird verschwiegen. Laut ZDF gilt „Härte“ nicht für Raketenbeschuss, sondern nur für die israelischen Konter.

„Die letzte blutige Auseinandersetzung liegt gerade mal 3 Jahre zurück Und auch im Moment ist die Lage angespannt“ (Gezeigt werden Erwachsene mit Babys auf den Armen)

Lanz weiter: „Eselskarren transportieren Schutt vom letzten Gazakrieg 2014 ab“, (gleichzeitig sind die modernsten Autos zu sehen, die aber für Lanz keine Erwähnung wert sind)

„Keine Diskriminierung der Christen, aber auch hier gibt es fanatische Menschen“

Nikodemus erwähnt hier korrekt die doppelte Besatzung von außen durch Israel und von innen durch das Regime…

Lanz: „Tage der Christen sind gezählt“. Sein Gewährsmann Rami Hanua Saba: „nur 1000 christliche Gemeindemitglieder, vor 5-6 Jahren waren wir noch 5-6000“

Nicht erwähnt wird, dass Christen aus dem Gazastreifen geflohen sind wegen Morden und weil deren Gemeindehäuser als Abschussrampen für Raketen gegen Israel missbraucht wurden.

Nun kommt Lanz zu Saad Hakoura, einem Juwelier, der zwei Geschäfte in Gaza besitzt. Die Wirtschaft sei „seit 10 Jahren am Boden. Wir machen zurzeit nur noch 20% im Vergleich von vor 2007. Da hatten wir noch alles.“

Wer sich auskennt, weiß, wieso 2007 als Datum erwähnt wird: Es geht um die Machtübernahme der demokratisch gewählten Hamas im Gazastreifen. Aber so genau will es Lanz wohl nicht wissen.

Bei 48:51 erzählt Lanz „Tankwagen aus Ägypten liefern Gas. Gazas Kraftwerk kann nur maximal 4 Stunden Strom am Tag generieren.“

Das hier erwähnte Kraftwerk wird nicht mit Gas, sondern mit Dieselöl betrieben, wie Lanz zahlreichen deutschen Quellen hätte entnehmen können:

„Das einzige Kraftwerk im Gazastreifen ist am Samstag mangels Diesel-Kraftstoffs abgeschaltet worden.”

„Vor zwei Wochen hatte Ägypten Lastkraftwagen mit Diesel in das Gebiet geschickt. Dieser ist nun jedoch aufgebraucht. Ägypten hat der Hamas-Regierung am Wochenende aber weitere Diesellieferungen zugesichert. Die Energiekrise geht auf einen Machtkampf zwischen der Hamas und der Fatah des palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas zurück. Die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) unter Abbas weigert sich, den bislang von Israel nach Gaza gelieferten Strom zu bezahlen. Israel hat die Lieferung auf Bitten der PA gekürzt.”

Weiter wird in dem Film erwähnt, dass der Gazastreifen von Israel blockiert und abgeriegelt sei.

Auch Herr Frings von der Adenauer-Stiftung erklärt, Israel halte die Blockade auf dem Landweg, im Luftraum und im Meer aufrecht.

Bei der Familie in Gaza, deren Leid unter der Stromknappheit so eindrücklich dargestellt wird, sind jedoch Medikamente aus Israel zu sehen, darunter „Abilak“. Wie sind die wohl in den Gazastreifen gelangt, wenn Israel ihn „blockiert“?

50:40 Lanz: „Bevölkerungsdichte in Gaza so hoch, wie an kaum einem anderen Ort der Welt“

Die Bevölkerungsdichte in Singapur, Hongkong oder Tel Aviv ist höher als im Gazastreifen.

Fazit: Herr Lanz hat eine wunderbar angenehme Stimme. Wenn er sich jetzt auch noch an die Fakten halten würde, könnte aus dem Mann ein echter Reporter werden.

(C) Ulrich W. Sahm

Die Wahrheit ist kein Luxus

Aussie Dave, Israellycool, 4. Dezember 2017

Das PalestinianInformation Center hat diese Karikatur gepostet, die in 13 Stunden nach der Erstveröffentlichung bereits mehr als 360-mal geteilt wurde:

Die Botschaft ist nicht allzu subtil; die Palästinenser leben in Armut, in Baracken in dicht besiedelten Gebieten, während die jüdischen Einwohner von Judäa und Samaria auf der anderen Seite der Sicherheitsbarriere ein gutes Leben führen.

Wenn das doch nur die Wirklichkeit vor Ort spiegeln würde. Einige Palästinenser leben tatsächlich in dicht besiedelten Vierteln in kleinen Häusern (in Flüchtlingslagern, die als demografische Waffe bewusst weiter beibehalten werden, um Israel letztlich zu vernichten), aber die meisten Einwohner von Judäa und Samaria leben in Häusern bescheidener Größe. Dann gibt es noch die Tatsache, dass einige Palästinenser in Häusern wie diesem leben:


ich bin mir ehrlich keiner Häuser in jüdischen Vierteln von Judäa und Samaria bewusst, die irgendeinem davon, was Größe und Opulenz auch nur annähernd nahe kommen.

Leider werden Bilder wie die vom Palästinian Information Center geposteten tausend Worte für die Gutgläubigen und Uninformierten – und all diese tausend Worte sind Lügen.