Wenn wieder einer erzählt, man müsse „auch die andere Seite sehen“

Neulich habe ich einer Gruppe Leute das Lied Jeruschalayim Schel Zahav von Naomi Schemer, gesungen von Schuli Nathan, vorgespielt. Danach den Hintergrund des Liedes erzählt: Anfang 1967 geschrieben, 3 Wochen vor dem Sechstagekrieg veröffentlicht und zu einer Art zweiter Nationalhymne Israels geworden; die Soldaten sangen es (mit verändertem Text) vor der Westmauer nach der Eroberung der Altstadt.

Die Zuhörer fanden das Lied ergreifend und im Vergleich zur Version von Ofra Haza authentischer. Nur einer meinte, er müsse unbedingt loswerden: „Man muss aber auch die andere Seite sehen.“  Womit er die „Palästinenser”meinte. Die seien doch Opfer der Israelis. Außerdem verweigert Netanyahu die Zweistaatenlösung. Es gebe nie nur eine Seite, die Opfer sei.

Ganz ehrlich: Das gehört zu den perfidesten und verlogensten Behauptungen in Sachen arabisch-israelischer Konflikt überhaupt. Die Gründe:

Ein solcher Satz wird nie geäußert, wenn palästinensische Araber (vermeintliche oder tatsächliche) Opfer sind. Es geht ja gar nicht, dass die Israelis „nur“ als Opfer betrachtet werden, Israelis (Juden) MÜSSEN Täter sein, Araber in den Gebieten und Israel MÜSSEN als Opfer gesehen werden. Und wenn es nicht anders geht, als Araber als Täter sehen zu müssen, dann MÜSSEN noch Israelis als Täter angeführt werden. Mindestens als gleich schlimme, wenn nicht schlimmere Täter. Wenn Israel sich wehrt, ist „man muss auch die andere Seite sehen“ niemals zu hören. Da wird auf Israel eingedroschen, die Araber sind die einzigen Opfer. Wie man aktuell seit April an den Terror-Feuerdrachen und –Ballons sehen kann. Im Juli titelte telekom-online sogar in Umkehrung der Fakten so etwas wie: „Israel fliegt Angriffe auf den Gazastreifen, Palästinenser schießen mit Raketen zurück.“

Geht es verlogener? Vielleicht, aber wer „die andere Seite sehen“ „muss“, tut das einseitig und gehört entweder zu den Lügnern oder zu den ahnungslos Dummen.

Sehen wir uns „die andere Seite“ mal genauer an: Wer tut wirklich etwas für den Otto-Normalpalästinenser? Ich würde behaupten, es gibt niemanden, der so viel für die Palästinenser tut wie Israel. Israel sorgt für Wasser und Strom für die meisten palästinensischen Araber, während die PA und die Hamas das im Großen und Ganzen nicht tun. Sie lassen die zugehörige Infrastruktur verrotten; es wird nicht repariert und schon gar nicht neu gebaut (die Ausnahme ist die neue Stadt Rawabi, die aber auf Privatinitiative eines arabischen Superreichen gebaut wird). Israel veranstaltet Messen für die Bauern, Händler und Industriellen der Palästinensergebiete. Israel hat Förderprogramme für den Export der Produkte aus den Palästinensergebieten. Israel veranstaltet Fortbildungsmaßnahmen für Bauern, Händler, Handwerker und Industrielle aus den Palästinensergebieten. Alles Maßnahmen, die es weder von der PA noch der Hamas gibt. Von denen gibt es nur dann „Infrastrukturmaßnahmen“, wenn sie dazu dienen können Israel Schaden zuzufügen.

Sehen die Leute das, die verlangen „die andere Seite zu sehen“? Nein, sehen sie nicht. Sie sehen nur ihre Version – Israel als brutaler Besatzer, was es nicht ist.

Und was ist mit der Zweistaatenlösung? Die wird von den Arabern seit jeher verweigert: 1936/37 gegenüber der Peel-Kommission, 1948/49 gegenüber der UNO, 1967 (die „3 Nein“ von Khartoum), 1993 (als Arafat schon einen Tag nach Unterzeichnung der Oslo-Verträge erklärt, dass das nur ein Scheinfrieden ist, um den Vernichtungskrieg gegen Israel besser fortführen zu können), 2000 in Camp David gegenüber US-Präsident Clinton und 2008 nach dem Angebot von Olmert auch wieder. Von Netanyahu ist hingegen verbrieft, dass er sie nicht ablehnt. Ganz anders als die „Palästinenser“. Umfragen, die zitiert werden, zeigen zwar, dass die Mehrheit der PA-Araber für eine Zweistaatenlösung ist, aber sie versäumen es nachzufragen, was sie darunter verstehen und welchen Zweck sie hat. Und da sieht es schon ganz anders aus. Denn die palästinensischen Araber betrachten die Zweistaatenlösung schon gar nicht als Ende des Konflikts, sie sehen sie als Ausgangspunkt, den Vernichtungskrieg gegen Israel wirkungsvoller weiterzuführen und ihre Vernichtungsziele zu erreichen!

Und noch ein Punkt zur Zweistaatenlösung wird immer nur allzu gerne ignoriert: Dass nämlich eine solche Lösung die gegenseitige Anerkennung beinhaltet. Und die fehlt von Seiten der palästinensischen Araber völlig. Sie fordern die Anerkennung ihres judenreinen Staates, aber sie sind im Gegenzug nicht bereit Israel als Staat des jüdischen Volkes anzuerkennen. Sie verlangen einen Staat ausschließlich für sich, denn dort darf es keine Juden geben (denen wird ein Rückkehrrecht verweigert) und einen weiteren für die Juden und sich, einschließlich eines „Rückkehrrechts“, mit dem die Juden in ihrem Staat zur Minderheit gemacht werden würden – damit man Israel demografisch vernichten kann.

Die Behauptung, „man muss auch die andere Seite sehen“, ist das Nachplappern der Vernichtungspropaganda der Terroristen; der verlogenen Behauptungen von Abbas und Co. Das „die andere Seite sehen müssen“ ignoriert:

  • dass der Otto Normalpalästinenser von der eigenen Führung unterjocht und missbraucht bis ermordet wird.
  • dass die Anerkennung der Zweistaatenlösung beinhaltet, dass Israel von den Arabern als Staat des jüdischen VoIks anerkannt werden muss – was aber verweigert wird.
  • dass Israel mehr für die einfachen Palästinenser tut als alle anderen Araber zusammen, einschließlich der PA bzw. Hamas.

„Man muss auch die andere Seite sehen“ ist ein Code dafür, die pal-arabische Seite von jeglicher Verantwortung für das eigenen Volk und das eigen Tun (bzw. Nichttun) freizusprechen, um Israel zum Schuldigen zu machen, sie von jegliche Verpflichtung den eigenen Leuten gegenüber freizusprechen, um Israel diese zuzuschieben, Terror zu billigen bzw. zu rechtfertigen und die palästinensischen Araber ausschließlich als Opfer darzustellen. Das ist entweder übel verlogen oder es zeugt von völliger Ahnungslosigkeit. Wer so redet, hat keinerlei Sachkenntnis, ignoriert die Fakten oder leugnet sie, lässt jegliche Ursachen für die Verhältnisse außer Acht.

„Man muss auch die andere Seite sehen“ ist der Satz der gutmeinenden Dummschwätzer ohne Ahnung (oder der böswilligen Lügner), von den verlogenen Heuchel-Propagandisten übernommen. Es ist ein Satz, der erfunden wurde, um dem ahnungslosen Fußvolk im Westen Sand in die Augen zu streuen, damit es ein Haltung übernimmt, die die antiisraelische Hasspropaganda ihnen vermittelt. Die Worte sind wohl gewählt, sie verführen und leiten fehl. Sind genau dafür ausgewählt worden.

Unsere Medien sind über die wohlmeinende Ahnungslosigkeit längst hinaus. Sie sind aktiver Teil der Lügenpropaganda, machen sich zum aktiven Sprachrohr der Terroristen. Dem einen „man muss auch die andere Seite sehen“-Schwätzer kann ich noch unterstellen, dass er ahnungslos ist und von unseren Medien desinformiert. Unseren Qualitätsmedien kann ich nicht mal mehr vorhalten, dass sie es gut meinen (wobei das Gegenteil von „gut“ bekanntlich „gut gemeint“ lautet), sondern dass sie übelwollend den jüdischen Staat verleumden wollen.

Womit sie ihren Auftrag gezielt verfehlen. Sie verstehen sich heutzutage als Volkserzieher, nicht als Berichterstatter. Und sie verwenden und verbreiten den Satz „man muss auch die andere Seite sehen“ als Waffe gegen Israel – gewollt eingesetzt – statt neutral und ausgewogen zu informieren.

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Wo endet „propalästinensisch“ … und wo beginnt „antiisraelisch“?

(Foto: Mehr News)

David Gerstman, The Tower, 15. Juni 2018

2013 berichtete Associated Press in einer Nachrichtenmeldung zu Irans jährlichem Marsch zum Qud-Tag, dass der neu gewählte Präsident Hassan Rouhani sagte auf der Veranstaltung sagte, Israel sei eine „alte Wunde“ , die entfernt werden müsse.

AP lieferte später etwas Kontext zu diesen Bemerkungen. „Rouhani sprach auf einer jährlichen propalästinensischen Kundgebung zum ‚al-Quds-Tag‘ – dem arabischen Wort für Jerusalem – und obwohl seine Äußerungen im Widerspruch zu seinen Bemühungen positiver öffentlicher Kontakte zum Westen zu stehen schienen, sollten sie auch im Kontext der iranischen Innenpolitik gesehen werden, wo die Mäßigung der antiisraelischen Haltung des Establishments keine Option darstellt.“

Trotz der Bemühungen von AP den Extremismus der Kommentare Rouhanis herunterzuspielen – dass er keine Wahl habe außer seine Feindschaft dem jüdischen Staat gegenüber Ausdruck zu geben – berichtete die Agentur auch: „In der Hauptstadt Teheran gingen Zehntausende auf die Straße und skaniderten ‚Nieder mit Amerika‘ und ‚Tod Israel‘.“

In einem Artikel über das letzte Woche abgesagte Fußballfreundschaftsspiel zwischen Israel und Argentinien berichtete die Washington Post: „Die BDS-Bewegung hat z um Ziel Israel zu zwingen in seiner Politik gegenüber den Palästinensern das Völkerrecht zu befolgen, indem vom Kauf israelischer Waren abgeschreckt wird, Druck auf internationale Firmen ausgeübt wird Geschäfte in Israel zu machen und Promis zu drängen das Land nicht zu besuchen oder dort aufzutreten.“

Omar Barghouti, einer der Gründer der Kampagne Boykott, Deinvestitionen und Sanktionen (BDS), ist zum Ziel seiner Bewegung eindeutig gewesen. Er hat gesagt: „Ein jüdischer Staat in Palästina, in welcher Form auch immer, kann dem Grundrecht der einheimischen palästinensischen Bevölkerung nicht zuwider laufen und ein System der Rassendiskriminierung verewigen, das kategorisch bekämpft werden sollte… Wir sind definitiv, absolut bestimmt gegen einen jüdischen Staat auf jedem Teil Palästinas. Kein Palästinenser, rationaler Palästinenser, kein Ausverkauf betreibender Palästinenser wird jemals einen jüdischen Staat in Palästina akzeptieren.“

Barghouti ist unter den Verfechter der BDS, die ein Ende des modernen Staats Israel fordern, auch nicht allein.

Wäre das iranische Regime strikt propalästinensisch, würden die Marschierenden skandieren: „Zwei Staaten für zwei Völker“, nicht „Tod Israel“. Würde BDS Frieden auf Grundlage einer Zweistaatenlösung unterstützen, dann redete Barghouti von „zwei Staaten, die Seite an Seite in Frieden und Sicherheit leben“, nicht davon einen jüdischen Staat niemals zu akzeptieren.

Das iranische Regime propalästinensisch zu nennen oder zu schreiben, die BDS-Kampagne sei daran interessiert Israel dazu zu bringen das Völkerreicht einzuhalten, klingt zwar harmlos oder sogar lobenswert, ist aber höchst irreführend. Weder der Iran noch die BDS-Bewegung erkennen die Legitimität des jüdischen Staates an, obwohl sie unterschiedliche Wege zur Erreichung des Ziels ausgearbeitet haben. Beide müssen daher richtigerweise als „antiisraelisch“ eingestuft werden.

Umschreibungen zu verwenden, um die antiisraelischen Charakter des Iran oder der BDS-Bewegung zu verschleiern, nahm eine Anfang des Monats eine bedeutende Wende, als Amin Rosen und Liel Leibovitz berichteten, dass die führenden BDS-Organisation in den Vereinigten Staaten eine Internetseite eingerichtet hatte, die steuerfreie Spenden für eine Palästinensergruppe ermöglicht, der die Hamas und andere Terrororganisationen angehören. Während Rosen und Leibovitz feststellten, dass es keine Möglichkeit gibt zu zeigen, dass irgendwelche Spenden über die US Campaign for Palestinian Rights an die Terrorgruppen geflossen sind, ist die Kampagne „verantwortlich dafür sicherzustellen, dass das Geld nicht an Terrororganisationen geht“. Es gibt keinen Hinweis, dass die US Campaign irgendwelche Sicherungsmaßnahmen getroffen hat um das zu verhindern.

Es ist auch nicht das erste Mal, dass BDS mit Terrorgruppen verbunden ist.

Jonathan Schanzer, ehemaliger Abteilungsleiter im Finanzamt und derzeit Senior Vice President  der Foundation of Democracies, sagte im April 2016 vor dem Kongress aus und sagte, die Führung von „drei Organisationen, die gekennzeichnet oder geschlossen wurden oder zivilrechtlich zur Verantwortung gezogen wurden, weil sie die Terrororganisation Hamas unterstützten … scheint dazu geführt zu haben, dass die Führungspositionen innerhalb der amerikanischen BDS-Bewegung Wechsel erfuhren.“

Die Beispiele Iran und BDS zeigen: Wenn eine Person oder Organisation behauptet propalästinensisch zu sein, muss gefragt werden, ob das wirklich ihr definierendes Charakteristikum ist oder ob ihre erklärte Sorge um die Palästinenser ihre Gegnerschaft zu Israel kaschiert.

In seiner Botschaft zum Quds-Tag 2009 machte der iranische Oberste Führer Ayatollah Ali Khamenei diese Gleichwertigkeit deutlich: „Diejenigen, die Widerstand leisten und unschuldig in den besetzten palästinensischen Ländern leiden, sind die einzigen, die Hoffnung auf Freiheit für Palästina und die Auslöschung des usurpierenden zionistischen Regimes bieten.“

Die dokumentierten Verbindungen der BDS-Bewegung zu Terrorgruppen zeigt, dass viele, die antiisraelisch sind, keinerlei Linien ziehen, wenn es um die Mittel geht, mit denen sie ihr Ziel zu erreichen suchen Israels Existenz zu beenden.

Freitagskrawall-Chutzpe

Aussie Dave, 9. Juni 2018

Chutzpe ist…

Sich daran erfreuen in Israel Land in Brand zu setzen,

sich aber zu beschweren, wenn jemand versucht mit ihnen etwas Ähnliches zu tun.

(Nur damit das klar ist: Die Männer in dem Video wurden festgenommen und in Israel rundheraus verurteilt.)

Chutzpe ist…

Reifen zu verbrennen, damit der Rauch die Sicht der israelischen Scharfschützen verdeckt

und sich dann zu beschweren, wenn wir den Schriftzügen auf ihren Westen keine Beachtung zu schenken scheinen.

Palästinenser schießen mit jüngstem Propagandavideo ein Eigentor

Aussie Dave, Israellycool, 22. April 2018

Das Palestinian Information Center hat das neueste Propagandavideo gepostet, das ihren freitäglichen „Marsch der Rückkehr“ ans gewaltfreien Widerstand darstellen soll.

Der einführende Satz sollte Ihnen bereits ein Hinweis darauf sein, dass dieses Video (auf Facebook) ein Eigentor ist.

Palästinensische Demonstranten führen in den fortgesetzten Kundgebungen im Gazastreifen beim Großen Marsch der Rückkehr (#GreatReturnMarch) neue, gewaltfreie Widerstandsmethoden ein. Palästinenser reagieren auf israelischen Terror und Blutvergießen mit Felsbrocken und Feuer.

Lassen Sie uns aufdröseln, was wir gerade sahen.

  1. Ein Eingeständnis, dass sie Drachen mit Feuer fliegen lassen, die „mehrere Feuer auslösten“. Natürlich sagen sie nicht die Wahrheit, wenn sie suggerieren, dass es die Feuer nur „in der Region gab, wo israelische Soldaten stationiert sind“ – sie sind im südlichen Israel ausgebrochen und haben echte Schäden verursacht. Zudem erwähnt das Video nicht, dass auf einige dieser Drachen Hakenkreuze gemalt waren.
  2. Ein Eingeständnis, dass sie bewusst unseren Sicherheitszaun beschädigen.
  3. Ein Eingeständnis, dass sie Taktiken anwenden, die es für unsere Scharfschützen schwer machen ihre Ziele wie Spiegel und brennende Reifen zu treffen. Vergessen Sie nicht, dass unsere Scharfschützen nicht notwendigerweise versuchen die zu töten, die Gewalt einsetzen, den Sicherheitszaun beschädigen oder sogar die Grenze durchbrechen, sondern ihnen in die Beine schießen oder auf andere Weise kampfunfähig machen. Das könnte auch erklären, wie diejenigen mit dem Schriftzug „Presse“ auf ihrer Brust getötet oder verletzt worden sind.

Denken Sie auch daran, dass Israel sogar Flugblätter abwarf, die die Gazaner vor dem Versuch warnten Gewalt gegen israelische Zivilisten und Soldaten zu verüben sowie den Grenzzaun zu beschädigen, zu durchbrechen oder ihm auch nur nahezukommen. Dieses Propagandavideo zeigt, wie sie diese Warnungen ignorierten und alles unternahmen, all das oben zu tun.

Drei Wochen: Wie Gazas Massenproteste dabei scheitern Wirkung zu zeigen

Prüfung der berichteten Zahlen zu Verletzten und der Art der Verletzungen deutet auf starken Rückgang von Gewalt und Teilnehmerzahlen bei den Protesten.

Seth J. Frantzman, Jerusalem Post, 14. April 2018

Israelische Soldaten schießen von der israelischen Seite des Grenze zwischen Israel und dem Gazastreifen Tränengas, während Palästinenser auf der Gaza-Seite der Grenze protestieren. (30. März 2018, Foto: Amir Cohen/Reuters)

Die großen „Marsch der Rückkehr“-Proteste, die Hamas und Aktivisten aus Gaza am 30. März begannen, erlebten die niedrigsten Teilnehmerzahlen in drei Wochen und die geringste Zahl an Opfern bei Zusammenstößen mit israelischen Streitkräften; laut Berichten wurden am Freitag ein Palästinenser getötet und 528 verletzt.

Die israelischen Behörden sind standhaft gewesen und haben berichtet, dass die Protestierenden Deckung für gewalttätiges Handeln gewesen sind, während die Hamas und örtliche Aktivisten versucht haben das Momentum aufrecht zu erhalten. Der Teil derer, die von scharfen Schüssen verletzt wurden, ist um die Hälfte zurückgegangen, was einen beträchtlichen Rückgang nicht nur des Ausmaßes der Proteste, sondern auch des Niveaus der Gewalt entlang der Grenze andeutet.

Am Vorabend des dritten Freitags mit Massenprotesten im Gazastreifen veröffentlichte das von der Hamas betriebene Gesundheitsministerium in Gaza eine Liste der Opfer der beiden Vorwochen; darin wurde erklärt, dass 3.078 Palästinenser verletzt worden waren, darunter 1.236 durch scharfe Schüsse. Es wurde behauptet, dass vier Personen Beine verloren haben. Von den Verletzten waren 445 unter 18 Jahre alt und 152 waren Frauen. Dreißig waren getötet worden. Es wird auch gesagt, dass 30 Sanitäter und 14 Journalisten verletzt worden waren, darunter Yaser Murtaja, der am 6. April angeschossen wurde.

Am Freitag erreichten die Proteste die den Grad, den sie in der Vergangenheit hatten.  Verteidigungsminister Avigdor Liberman twitterte, dass „es von Woche zu Woche weniger Krawalle an unserer Grenze zu Gaza gibt. Unsere Entschlossenheit wird auf der anderen Seite durchaus verstanden.“

Die IDF twitterte, dass 10.000 an den „Ausschreitungen“ an der Grenze teilnahmen. Sie postete zudem ein Foto, das zeigt, wie ein „Terroristen einen Gegenstand handhabt, der ein Sprengsatz zu sein scheint“, wobei er direkt neben einem Journalisten und einem Behinderten kauert.

IDF-Sprecher Jonathan Conricus sagte, die Öffentlichkeit solle beachten, dass die Demonstration ein vom Iran unterstützter Versuch der Hamas ist Israel zu terrorisieren. Ein einem Punkt behaupteten Protestierende etwas Stacheldraht von einem Teil des Grenzzauns gerissen zu haben; ein Foto zeigte Khaled al-Batsch, den Führer des Palästinensischen Islamischen Jihad, wie er den Protestierenden half den Stacheldraht zu entfernen, was von der Menge mit Jubel begleitet wurde.

Quellen aus dem Gazastreifen sagten, Islam Scha’allah ( 28) sei Freitagnachmittag bei einen Zusammenstoß an der Gaza-Grenze getötet worden. Seine Beerdigung fand Samstag statt.

Es gab im Vergleich zu den Protesten an den beiden Freitagen zuvor einen bedeutenden Rückgang bei den Opfern. Am 30. März wurden nach Angaben der Gesundheits-Amtsträger 17 Personen getötet und 1.416 verletzt. Am 6. April wurden weitere 9 getötet und 1.354 verletzt.

Der Anteil der von scharfen Schüssen Verletzten ist ebenfalls zurückgegangen, von einem Höchststand von 53% am 30. März auf den niedrigsten von 23% am 13.April. Diese Zahlen beruhen auf Berechnungen, aus palästinensischen Gesundheitsquellen und die Zahlen deuten auf einen starken Rückgang der Verwendung von scharfen Schüssen seitens der IDF. Am 30. März wurden zum Beispiel 1.416 als verletzt gemeldet, davon 758 durch scharfe Schüsse, während am 13. April 223 der insgesamt 969 Verletzten durch scharfe Schüsse verwundet wurden.

Es gibt für diese Zahlen keine unabhängige Bestätigung. Die IDF hat nicht alle Einzelheiten dazu veröffentlicht, wie sie an der Grenze vorgeht, aber sie hat betont, dass sie keine Verletzungen an der „Sicherheitsinfrastruktur“ erlauben wird und dass sie „entsprechend der Einsatzregeln schießen“ wird.

Israels Verwendung von Scharfschützen an der Grenze ist kritisiert worden und internationale Organisationen von der UNO bis zur EU haben Besorgnis zum Ausdruck gebracht. B’Tselem veröffentlichte am 3. April eine Stellungnahme, in der es hieß israelische Soldaten „Müssen es ablehnen auf unbewaffnete Protestierende zu schießen“.

Es scheint so, dass nach den Protesten vom 30. März einige der Bedenken und Kritiken berücksichtigt wurden, weil Israel sich bemüht zu betonen, dass es anstrebt die Grenze mit einer minimalen Zahl an Opfern zu verteidigen. Die IDF hat zudem nach den ersten Freitagsprotesten Informationen veröffentlicht, die besagen, dass 10 der Getöteten aktive Hamas-Mitglieder waren.

Die Zahl der Protestierenden, die sich jeden Freitag einfanden, hat abgenommen. Am Höhepunkt zählten sie 20.000 oder mehr, aber sie sind zuerst auf 17.000 in der zweiten Woche zurückgegangen und auf geschätzte 10.000 am letzten Freitag. Der Versuch der Protestierenden es der IDF am 6. April mit dem massenhaften Verbrennen von Reifen unmöglich zu machen zu sehen was am Sicherheitszaun geschieht, funktionierte auch nicht wie geplant.

In der Westbank hat es hat fast keine Massenproteste gegeben, die mit den Zusammenstößen im Gazastreifen zusammenfielen. Dafür gibt es mehrere Gründe; einer davon hat mit der politischen Spaltung zwischen dem Gazastreifen und der Westbank zu tun. Es gibt zudem weniger als vollständige Solidarität zwischen den beiden Gebieten, unterschiedliche wirtschaftliche Sorgen und auch unterschiedliche Botschaften der Obrigkeiten zu den Protesten.

Wie immer der wirkliche Grund für die fehlende Resonanz aussieht, es zeigt sich, dass die Hamas und die Gaza-Aktivisten bislang gescheitert sind. Sie wollen den Druck bis Mitte Mai aufrecht erhalten, aber es ist unklar, wie das Momentum funktionieren soll. Ein Problem, dem sie sich gegenüber sehen, besteht darin, dass sie die Proteste nur freitags veranstalten und das keine wahre Kampagne zivilen Ungehorsams darstellt. Israel hat erfolgreich gezeigt, dass die Proteste gewalttätige Elemente beinhalten. Selbst im Fall von Murtaja, dem getöteten Kameramann, hat Israel gesagt, dass er aktives Hamas-Mitglied war, was bezüglich seiner Rolle zu Schuldzuweisungen an beide Seiten führte.

Die Gaza-Proteste werden zudem von den Chemiewaffen-Angriffen in Syrien und anderen Themen überschattet. Das bedeutet nicht, dass es keine Ermittlungen gegen und Verurteilungen Israels wegen des Handelns im Gazastreifen geben wird. Aber bisher sind die Verurteilungen bzw. Kritik im Vergleich mit Konflikten der Vergangenheit relativ irrelevant gewesen.

Auch in Israel scheint es sehr wenig Bedenken wegen Gaza zu geben und weit mehr Verständnis für die Notwendigkeit den Zaun zu verteidigen. Selbst ein Video, das am 7. April aufkam und ziegt, wie ein IDF-Scharfschütze auf einen Palästinenser schießt, was angeblich vor Monaten geschah, kehrte sich nicht ein den „neuen Elor Azaria“-Fall, den einige voraussagten.