Aus Bethlehem: Mitri Rahebs Lügenimperium

Dexter Van Zile, The Jerusalem Journal, 10. Oktober 2017

Warum argumentiert der Bethlehemer Pastor Mitri Raheb, dass die heutigen Juden „ein erfundenes Volk“ seien, um dann auf den Tempelberg zu marschieren, was implizit die Ermordung von zwei Israelis dort feiert?

Dreizehn Tage, nachdem palästinensische Terroristen zwei israelische Polizisten auf Jerusalems Tempelberg ermordeten, besuchte der lutherische Pfarrer Mitri Raheb den Tatort um zu feiern. Er feierte nicht den Anschlag an sich, sondern die Massenproteste, die die israelische Regierung überzeugte Metalldetektoren zu beseitigen, die sie nach dem Morden am Tempelberg installierte.

Raheb postete eine Videomontage seines Besuchs der All-Aqsa vom 27. Juli 2017, zwei Tage nach dem Anschlag. Die auf YouTube gepostete und auf twitter und Facebook gesendete Montage zeigt Raheb, wie er Arm in Arm mit anderen palästinensischen Pastoren steht und Muslimführern vor der Al-Aqsa-Moschee Respekt zollt. In einem zu dieser Montage führenden Tweet erklärte Raheb, dass sein Besuch an der Al-Aqsa – wo viele Imame regelmäßig Hass gegen Juden von sich geben – eine „unvergessliche Nacht … Demonstration des Glaubens an den Raum des Reichs und christlich-muslimischer Einheit als Mittel des kreativen Widerstand“ sei. In Reaktion erklärten Rahebs Fans den lutherischen Pastor aus Bethlehem zu einem palästinensischen „Nationalschatz“.

Die meisten christlichen Friedenschaffenden würden es als schlecht ansehen jubelnde Zurschaustellung von Solidarität mit einer politischen Regierung zu betreiben, die gegen Juden gerichtete Gewalt und hass als einigende Agenda nutzt, aber Raheb hat Zurschaustellungen wie diese schon Jahre lang gezeigt. Aus Rahebs Perspektive als antiisraelischer Agitator und Anerkennung suchender Dhimmi war sein Besuch der Al-Aqsa ein überwältigende Erfolg. Er bot ihm eine Gelegenheit jihadistische Gewalt mit Schleiern „kreativem Widerstand“ und interreligiöser „Einheit“ von Christen und Muslimen zu verschleiern – vergiss, dass die von ihm gerühmte Einheit in Verachtung für Juden und ihren Staat wurzelt.

Rahebs Rhetorik reichte fast aus die Menschen vergessen zu machen, dass das Drama um die Metalldetektoren auf dem Tempelberg mit palästinensischen Terroristen begann, die aus kurzer Distanz auf zwei arglose israelische Polizisten schossen – einen davon der Vater eines neu geborenen Babys – und sie töteten. Wenn Hail Stawi und Kaamil Snaan nicht von zwei Mördern überfallen worden wären, die ihnen auf dem Tempelberg auflauerten, wären überhaupt keine Metalldetektoren installiert worden, es hätte keine Proteste gegeben und Raheb hätte keinen „kreativen Widerstand“, den er feiern könnte.

Das ganz Drama um die Metalldetektoren und die Morde, die zum Akt ihrer Installation führten, wurzelte nicht in einem Wunsch nach Freiheit oder Selbstbestimmung für die Palästinenser, sondern in der einenden Agenda antijüdischen Hasses, die das Spektakel von Rahebs Besuch – und dass er in den sozialen Medien eine Kampagne fuhr, die die Aufmerksamkeit darauf lenkte – morbide und gruselig machte. Als Pastor hätte er den Hass betrauern sollen, der das Drama antrieb, an dem er sich beteiligte, aber hier schürte er die Flammen – auf demselben Steinpflaster, wo der Anschlag sich entfaltete.

Statt den Versuch zu unternehmen die antiisraelische Feindseligkeit zu dämpfen und infrage zu stellen, die unverantwortliche palästinensische Eliten benutzt haben, um Jahrzehnte lang an der Macht zu bleiben, stellt sich Raheb damit in eine Reihe, um bei den korrupten, autoritären Kleptokraten gut angeschrieben zu bleiben, die die Westbank kontrollieren.

Das ist eine gute Arbeit, wenn man sie bekommt. Wegen seiner Verbindungen und der Nützlichkeit für die palästinensische Autonomiebehörde ist Raheb in der Lage gewesen in der Westbank so etwas wie ein Imperium aufzubauen. Zusätzlich dazu viele Jahre als Pastor der Lutherischen Weihnachtskirche in Jerusalem zu dienen (ein Posten, den heute Munther Isaac inne hat), ist Raheb der Gründer und Präsident des Diyar-Konsortiums, eines eingetragenen Vereins, der Menschen in der Westbank soziale Dienste bietet. Er ist außerdem Gründer und Präsident des Dar al-Kalima-Universitätskollegs für Kunst und Kultur in Bethlehem, das oft als drittgrößter Arbeitgeber in Bethlehem beschrieben wird.

Ein Imperium wie dieses – zu dem ein medizinisches Zentrum, ein Kulturzentrum und ein Verlagshaus gehören – kann in der Westbank nicht ohne die Unterstützung der PA aufgebaut werden, die nicht Kosten kommt.

Infolge seiner unternehmerischen Gepflogenheiten war Raheb in der Lage das Kolleg auf Land zu gründen, das lutherischen Missionaren aus Deutschland gehörte und das die Briten im Ersten Weltkrieg beschlagnahmten. Das Land fiel letztlich in den Zuständigkeitsbereich der PA unter der Führung von Yassir Arafat. Raheb trat mit Plänen an Arafat heran, die von einem berühmten Architekten vorbereitet waren und erbat das Land zurück, damit er sein Kolleg beginnen konnte.

„Mit etwas Überredungskunst waren wir es uns möglich mindestens sechs Morgen dieses Landes zurückzubekommen“, erzählte Raheb 2016 einem amerikanischen Publikum. „Arafat sagte: ‚Okay, du musst beweisen, dass das erste Gebäude gebaut und in Betrieb! Ist, weil viele Leute dieses Stück Land haben wollen.‘ Es ist wirklich Land erster Klasse.“ Heute hat das Kolleg fünf Gebäude.

Um das Kolleg und andere Institutionen in Bethlehem zu unterstützen hat Raheb einen Stiftung in den USA gegründet, die Bright Stars of Bethlehem. Von 2009 bis 2015 sammelte die Stiftung insgesamt $5,5 Millionen, die Rahebs Imperium an gemeinnützigen Vereinen halfen der drittgrößte private Arbeitgeber in Bethlehem zu werden.

Wie alle Imperien propagiert das von Raheb eine Geschichte, die seine Existenz sich selbst und seinen Kernbestandteilen gegenüber legitimiert, die in diesem Fall aus Befürwortern der Vernichtung Israels in der palästinensischen Gesellschaft und antizionistischen Aktivisten in Nordamerika und Europa bestehen.

Raheb braucht die Unterstützung beider Gruppen, um sein Imperium in der Westbank zu erhalten. Die erste Gruppe – Israelhasser in der palästinensischen Gesellschaft – erlaubt ihm als Christ in der Westbank zu wirken; die zweite Gruppe – Israelhasser im Westen – bietet ihm die Gelder, die er braucht, um sein Imperium finanziell aufrechtzuerhalten. Beide Gruppen nutzen antiisraelische Feindseligkeit als Instrument, um in ihrer jeweiligen Gesellschaft Status zu erreichen und beizubehalten. Raheb gibt ihnen einfach die Geschichte, die sie brauchen, um ihre Feindseligkeit zu rechtfertigen.

Ein wichtiger Aspekt seiner Geschichte, die bei seinem Besuch auf dem Tempelberg zur Schau gestellt wurde, besteht darin, dass israelische Gewalt gegen die Palästinenser hervorgehoben und verurteilt wird, während palästinensische Gewalt ignoriert oder hinter einem Schleier sprachlicher Beschönigungen und Vernebelung versteckt wird. Dieses Narrativ ist schon eine ganze Weile das Alltagsgeschäft palästinensisch-christlicher Propaganda gewesen-.Naim Ateek, der Gründer von Sabeel, war ein früherer (wenn auch nicht der erste) Lieferant dieser Geschichte, die Raheb seit Jahren vorträgt.

Dieses Narrativ wird in Rahebs Buch aus dem Jahr 2004 klar offenbar; es heißt Bethlehem Besieged: Stories of Hope in Times of Trouble [Bethlehem hinter Mauern: Geschichten der Hoffnung aus einer belagerten Stadt]. In diesem Text erzählt der Pastor von Bethlehem die Geschichte der israelischen Invasion der Westbank im Jahr 2002, die am 2. April des Jahres begann. Er redet von den Panzern, Schützenpanzern und Hubschraubern, die Israel in die Westbank schickte und er beschreibt die Zerstörung, die an der Kirche angerichtet wurde, in der er Pfarrer war.

Schön und gut. All das ist ein legitimer Teil der Geschichte. Die Gemeinschaft, der zu dienen Raheb aufgerufen ist, litt als Ergebnis der Invasion. Raheb ist ihr Pastor und will ihre Geschichte erzählen.

Aber in seinem Buch verfehlt es Raheb irgendwo den Selbstmord-Bombenanschlag im Park Hotel in Netanya zu erwähnen, bei dem während einer Pessahfeier dreißig Israelis getötet und 140 weitere verletzt wurden. Er versäumt es auch seinen Lesern zu erzählen, dass achtzig Israels (zumeist Zivilisten) bei palästinensischen Selbstmordanschlägen getötet und ind en Wochen vor Israels Eindringen in die Westbank mehr als fünfunddreißig Zivilisten durch Schusswaffengebrauch getötet wurden. Israels Invasion 2002 war eindeutig eine Folge dieser Anschläge, aber Raheb erwähnt sie nicht einmal.

Solch einseitige Aussagen, die Teil eines kalkulierten Versuchs sind Israel als böse und die Palästinenser als völlig unschuldig darzustellen, waren ein wichtiger Faktor der erfolgreichen Kampagne die beratenden Gremien der Presbyterianischen Kirche der USA und der United Church of Christ zu überzeugen Entscheidungen zu treffen BDS-Beschlüsse gegen Israel zu fassen. Rahebs Aussage ist auch in Europa gefragt, wo er für seine Arbeit eine Reihe von Preise erhielt; diese Arbeit wird von den Leuten, die ihm diese Auszeichnungen verliehen,  als „friedenstiftend“ beschrieben.

Rahebs Glaubwürdigkeit in der Welt des progressiven Christentums im Westen ist etwas, das im Licht der radikalen Rhetorik betrachtet werden sollte, die er nutzt, um das jüdische Volk und seine Verbindung zu Israel zu delegitimieren.

Auf der Christus am Checkpoint-Konferenz von 2010 erklärte Raheb, dass der moderne Staat Israel „das Rom der Bibel repräsentiert, nicht das Volk des Landes“ und wenn ein DNA-Test an ihm selbst, König David und Benjamin Netanyahu  vorgenommen würde, es Gemeinsamkeiten bei ihm und König David geben würde, aber keine bei Netanyahu, denn der „stammt aus einem osteuropäischen Stamm, der im Mittelalter zum Judentum übertrat“.

Mit anderen Worten: Die Juden aus Europa, die den modernen Staat Israel gründeten, sind keine echten Juden, weil sie eine Gruppe sind (üblicherweise als „Khasaren“ bezeichnet), die vor Jahrhunderten zum Judentum konvertierte und daher keine Verbindung zum Land Israel hat. Das ist übler Stoff direkt aus dem Handbuch für antisemitische Propaganda, die von Typ wie David Duke[1] und anderen verbreitet werden. Und doch betrachten progressive Christen im Westen Raheb als „Friedensstifter“.

Mumpitz.

Rahebs Antijudaismus – und das ist er – wird auch in seinem Buch Faith in the Face of Empire: The Bible Through Palestinian Eyes (Glaube unter imperialer Macht: Eine palästinensische Theologie der Hoffnung) aus dem Jahr 2015 deutlich zum Ausdruck gebracht. In diesem Buch tut Raheb alles in seiner Macht stehende, um die Juden aus der christlichen und jüdischen Geschichte wegzuschreiben und durch die Palästinenser zu ersetzen. „Jesus war ein nahöstlicher palästinensischer Jude“, schreibt er zu Beginn seines Buches.

Also wirklich: Nein.

Jesus war ein jüdischer Jude, geboren nicht in „Palästina“ (ein Wort, das von den Römern genutzt wurde deutlich nach seiner Kreuzigung um eine Region zu beschreiben. Das ist kein unschuldiger Anachronismus seitens Rahebs, sondern Teil einer anhaltenden Strategie den Juden ihre Geschichte in der Region wegzunehmen und die Palästinenser an ihre Stelle zu setzen.

Raheb wird an einer entscheidenden Passage des Textes offenkundig. Nachdem er Shlomo Sands Buch The Invention of the Jewish People [Die Erfindung des jüdischen Volkes] beschwor, um zu argumentieren, dass die Juden ein erfundenes Volk sind, behauptet Raheb, dass die Palästinenser die ursprünglichen Einwohner des Landes sind; er behauptet, dass

„die Einheimisches im Land zu Fremden gemacht worden sind, um Raum für ein erfundenes Volk zu machen, das das Land besetzt.“

Mit solchen Argumenten schenkt Rabeb den palästinensischen Bemühungen Glauben, die die jüdischen Verbindungen zum Land Israel und zum Tempelberg bestreiten.

Warum führt Raheb solche Argumente an? Weil er das muss. Es ist Teil seines Jobs.

Er muss ein Imperium leiten.

——-

[1] ehemaliger Chef des Ku Klux Klan

Advertisements

Der Vierte Stand

A Time To Speak, 15. Januar 2002 (nicht online)

Im Frankreich des Ancien Régime war die Bevölkerung in drei Stände geteilt: Adel, Klerus und Gemeine. Im 19. Jahrhundert war der Historiker Thomas Babington Macauley der erste, der die, die Nachrichten berichteten, den „Vierten Stand“ nannte. Seit Lord Macauley Zeiten ist die Macht der Presse weit gestiegen und mit der Macht der Radio- und Fernseh-Sendungen verstärkt worden.

„Wie habt ihr das Eitle so lieb und die Lüge so gern?“ (Psalm 4,3)

Die Website HonestReporting.com verlieh einen Preis für unehrenhafte Berichterstattung für da Jahr 2001; gegen harte Konkurrenz ging der Preis an die BBC (British Broadcasting Corporation):

Im Mai 2001 fingierte die BBC einen Filmausschnitt in dem Versuch, israelische Brutalität zu zeigen. Als Israelis eine palästinensische Basis in Gaza angriffen, gab es keine Bilder von Opfern – da Israel leere Gebäude angriff. Die BBC-Redakteure bauten einen Filmausschnitt israelischer Opfer eines palästinensischen Terrorangriffs, die an einem israelischen Krankenhaus ankamen, ein, um zu unterstellen, dass diese Opfer eines israelischen Angriffs waren. Die Nachrichtensprecherin in London, selbst ehemalige BBC-Israel-Korrespondentin, beendete ihren Text mit „Dies sind Bilder aus Gaza“.

Unter den Geschlagenen: Chris Hedges für seinen Artikel „Gaza Tagebuch: Szenen des palästinensischen Aufstands“, in: Harper’s, Oktober 2001. Hedges erinnert sich: „Ich habe nie zuvor gesehen, wie Soldaten Kinder wie Mäuse in die Falle locken und sie als Sport ermordeten.“ Er führt keine Belege für den Vorwurf an. Er gibt zu, dass er die behaupteten Tötungen nicht sah und schließt daraus, dass sie außer Sicht hinter Sanddünen statt fanden. Er gibt zu, dass er keine Schüsse hörte und schließt daraus (fälschlicherweise), dass israelische Soldaten Schalldämpfer auf ihre Waffen montierten.

————————–

„Es gibt viel Positives über den modernen Journalismus zu sagen. Indem er uns die Meinung der Ungebildeten weiter gibt, bleiben wir in Kontakt mit der Ignoranz der Gemeinschaft.“ – Oscar Wilde

Sender, Reporter und Redakteure, die ihre eigene Abneigung gegen Israel an ihre Zuschauer und Leser weiter geben wollen, haben verschiedene Techniken, die bevorzugten Eindrücke unterschiedlich von der Realität zu schaffen. Diese Techniken benötigen kein Fachwissen oder Verständnis der Fakten, des Hintergrunds oder der Sache selbst.

1. Stelle die Araber als die schwächere Seite dar, die deshalb Sympathie verdienen, ohne Rücksicht auf ihre Haltung.Dazu darf man nur die Araber westlich des Jordans zählen, um die Realität der 5 Millionen Juden im Fadenkreuz der gesamten, ausgedehnten und bevölkerungsreichen arabischen Welt und dem Großteil der nicht arabischen muslimischen Welt zu verschleiern.

Auszug aus „Zwischenspiele“ von Jay Nordlinger (NationalReviewOnline, 15. Januar 2002:

Vor ein paar Tagen sah ich etwas, das mit mächtig amüsierte. Es gab da einen AP-Artikel – im Internet – über die israelische Übernahme dieses palästinensischen/iranischen Schiffs, damit mit 50 Tonnen Material beladen war, mit dem Israelis getötet werden sollten. Den Artikel begleitete ein Foto mit … nun, ich lasse es den Text zum Bild sagen: „Der Palästinenser Harun Al-Rabaa, rechts, und sein Sohn Ander backen Brot in einem behelfsmäßigen Ofen in ihrem Haus, in dem es wegen der Sperrung des Dorfes Salem bei Nablus in der Westbank kein Gas zum Kochen gibt.“

Oh, diese verdammten Israelis. Das ist der große Sieg, den die Palästinenser auf dem Propaganda-Schlachtfeld errungen haben. Einer meiner Freunde sagte kürzlich Folgendes: …“Kennst du die erstaunlichste Veränderung, die im letzten Vierteljahrhundert stattgefunden hat? In Propaganda-Sprache: die Umkehrung der David-und-Goliath-Situation im Nahen Osten. Es war einmal so, dass jeder erkannte, wer der wirkliche David war – Israel: Es ist eine winzige Nation, ein winziger Streifen, gegen den 22 arabische Staaten aufgeführt wurden, eine ganze Welt, die sich schwor, diesen winzigen Staat zu zerstören, der nach dem europäischen Holocaust um sein Leben kämpfte. Und dann machten die arabischen Propagandisten mit haufenweise Hilfe des Westens daraus die palästinensischen armen Teufel gegen die israelischen Scheusale – sie kehrten die Gleichung um. Und seitdem schnattern sie ständig -dass nicht einer der 22 arabischen Staaten jemals den palästinensischen armen Teufeln irgendeine reelle Hilfe anbieten wird.“

2. Benutze eine zurückhaltende Sprache, z.B.:

a) Die BBC scheut den Begriff „Terrorist“ für PLO-Personal, das israelische Restaurants in die Luft jagt oder israelische Kinder an Bushaltestellen zusammen schießt. Statt dessen sind sie „Aktivisten“ oder „Militante“. Im Gegensatz dazu sind Mitglieder der IRA, die Gewaltakte begehen, Terroristen.

b) Die internationale Nachrichtenagentur Reuters vermeidet „Terrorist“ überhaupt, sogar für die Massenmörder am World Trade Center. Der Direktor erklärt: „Wie wir alle wissen, ist des einen Terrorist für einen anderen ein Freiheitskämpfer“. Es gab eine Abweichung von dieser nicht-bewerten-Doktrin, als Reuters kürzlich berichtete:

„(Außenministeriums-Sprecher) Boucher sagte, die Vereinigten Staaten, die Israel rund 2 Milliarden US-Dollar im Jahr an Waffen liefern, um Palästinenser zu töten, protestiert gegen eine 100-Millionen-Dollar-Ladung an die Palästinenser, weil dies zur Eskalation der Gewalt beitragen würde.“

c) Vorfälle werden im Passiv berichtet: „eine Schießerei brach aus“ oder „Gewalt brach aus“ oder „es gab eine Explosion“. Dies kann die Tatsache verbergen, dass PLO-Terroristen die Schießerei begannen oder die Gewalt oder die Bombe zündeten.

d) Eine Zeit der „Ruhe“ oder „Stille“ bedeutet, dass israelische Sicherheitskräfte Terroristen abfing, bevor sie ihre Aufträge ausführen konnten. „Relative“ Ruhe oder Stille heißt, nur ein oder zwei Juden wurden an diesem Tag ermordet.

Akzeptiere in jedem strittigen Fall, wie z.B. Geschichte, Territorium, Besatzung, Aggression, Unterdrückung, Menschenrechte usw. die arabische Sichtweise ohne weiter zu fragen. [zu einigen dieser Themen s. ATTS Nr. I-2, I-6, I-8, I-9] Übernimm sie und wiederhole sie, als wären sie die einzig möglichen Sichtweisen.Zum Beispiel:

a) Gebiete, die die Oslo-Verträge unter bedingte PLO-Verwaltung stellten, werden „palästinensische Gebiete“ genannt, was sie nie waren.

b) Jüdische Gemeinden in Judäa und Samaria außerhalb der „Grünen Linie“ (das ist die Waffenstillstandslinie von 1949) sind „Siedlungen“ und die Bewohner „Siedler“. Araber, gleichgültig, vor wie kurzer Zeit sie in der Region ankamen, sind immer Eingeborene. Einige Reporter und Sender sagen automatisch „illegale Siedlungen“. Hoch qualifizierte Autoritäten des internationalen Rechts haben dargestellt, dass sie nicht illegal sind, aber diese Medienleute kleben an ihrem selbst gefällten juristischen Urteil zur Sache.

c) Die Bedingungen der Oslo-Vereinbarungen, die Yassir Arafat mit sein Reich ausstatteten, bewilligten ihm den Titel „Vorsitzender“; aber in Widerspruch zu diesen Vereinbarungen beförderte er sich selbst zum „Präsidenten“. Daher ist er für CNN unter anderem immer „Präsident“.

4. Wenn ein Jude, der in einer „Siedlung“ lebt oder sie nur besucht, von einem arabischen Terroristen ermordet wird, sollte das Opfer als „Siedler“ bezeichnet werden.Das macht es zu einem verständlichen oder sogar gerechtfertigten Mord. Gelegentlich, wenn ein Mord innerhalb der Grünen Linie statt findet, identifiziert ein Reporter, der nicht unbedingt allzu gut Karten lesen kann, den Ort als „Siedlung“.

Shalhevet Pass wurde in der uralten jüdischen Gemeinde des biblischen Hebron. Als sie zehn Monate alt war, zielte ein arabischer Scharfschütze sehr genau auf sie und tötete sie, indem er ihr eine Kugel in ihren Kopf schoss. Deborah Sontag, damals Korrespondent der New York Times vor Ort, beschwerte sich, dass die Schlagzeilen der israelischen Zeitungen „die Tötung eines israelischen Babys und nicht eines Siedlerbabys meldeten“.

5. Kooperiere mit oder begünstige sogar die Inszenierungen von Vorfällen, die mit der besonderen Zielsetzung statt finden, dass über sie berichtet werden soll.Bei einem spontanen Ausbruch arabischer Wut wurde ein PLO-Fatah-Führer erwischt, als er vor einer Kamera der israelischen Armee sagte: „Fangt noch nicht mit dem Steine werfen an. Ich habe gerade gehört, dass das CNN-Team bei Ramallah noch im Verkehr fest steckt.“

6. Geh mit jedem, der für Israel spricht, hart oder sogar gehässig um. Sei milde oder sogar kriecherisch gegenüber jedem, der für die PLO spricht.Die Medienbeobachtungs-Organisation CAMERA hat gezählt, dass es mehr als doppelt so wahrscheinlich ist, dass Interviewer bei CNN eine Aussage eines Israelis in Frage stellen oder angreifen, als eine Aussage eines Arabers.

7. Bei einem Fernsehbericht aus Israel, wähle den besten Hintergrund.Richte dich und die Kamera in Jerusalem so aus, dass der vergoldete Felsendom auf dem Tempelberg zu sehen ist. Dies wird die Zuschauer in aller Welt daran erinnern, dass du in einer muslimischen Stadt bist. Die BBC filmt ihre Jerusalem-Korrespondenten in einem Studio vor einem Gemälde des Doms als Hintergrund.
Die Berichte der Korrespondenten vor Ort sind an den Nachrichtensprecher im Studio des eigenen Senders auf einem anderen Kontinent gerichtet. Wenn der Bericht von einem schockierenden terroristischen Blutbad und Verstümmelungen handelt, könnte der Nachrichtensprecher ernsthaft fragen: „Wie wird das den Friedensprozess beeinflussen?“

8. Achte auf deine Sprache.Viele Ortsnamen sind auf das biblische Hebräisch zurück zu führen und sind weltweit unter diesen Namen bekannt. Es ist vernünftig, dass englischsprachige Medien die englische Version (dieser Namen) benutzen. Von Zeit zu Zeit werden die bekannten englischen Namen durch alternative arabische ergänzt, während die hebräischen nie benutzt werden. Dies schafft den Eindruck, dass beide, englische wie arabische, es Wert sind, erwähnt zu werden, aber das Hebräische – die Sprache des antiken wie modernen Landes – unbedeutend ist.

a) Der biblische Tempelberg (Hebräisch: Har Ha-Bayit), heiligste aller alten jüdischen historischen und heiligen Stätten, wird als „Haram al-Sharif“ (Arabisch für „edles Heiligtum“) dargestellt, mit der Erinnerung daran, dass es sich um „den drittheiligsten Ort des Islam“ handelt.

b) Im Januar 2001 versammelten sich sage und schreibe 400.000 Juden in Jerusalem (auf Hebräisch: Yeruschalayim), um ihrer Hauptstadt Treue zu schwören [vgl. Ausgabe I-1). CNN musste den Hauptpunkt der Versammlung am Jaffator (Hebräisch: Scha’ar Yafo) mit der obskuren arabischen Bezeichnung „Bab al-Khalil“ bezeichnen.

c) Da Jerusalemer Wohnviertel Gilo (Hebräisch: Gilo) kommt regelmäßig unter Gewehr- und Mörser-Beschuss aus der nahe gelegenen Stadt Beit Jala, die unter PLO-Herrschaft steht. Ein Fernsehreporter erklärte: „Gilo ist die hebräische Aussprache von Jala“ – eine Bemerkung, die in Widerspruch oder Missachtung der Tatsache steht, dass Gilo schon ein Wohnviertel Jerusalems zur Zeit König Davids (Hebräisch: Da’avid HaMelekh) war (2. Samuel 15 und 23).

9. Finde beschönigende Umstände für Terroristen, z.B.:
a) Ein arabischer Busfahrer aus Gaza rammte sein Fahrzeug absichtlich in eine Gruppe von Menschen, die an einer Bushaltestelle bei Tel Aviv warteten; dadurch ermordete er sieben und verletzte weitere. Der Fahrer selbst erklärte, dass er dies in voller Absicht tat um zu töten. Aber Suzanne Goldenberg vom britischen The Guardian, lehnte sein Geständnis ab und bestand darauf, dass er „kein Terrorist“ sei, sondern lediglich einen Unfall verursachte, weil er Medikamente nahm, die ihn benommen machten.

b) Zwei Israelis bogen versehentlich falsch in das PLO-beherrschte Ramallah ab, wo sie vom Mob zu Tode geprügelt wurden. Einer der Verbrecher posierte im Fenster und stellte stolz ihr auf ihm verspritztes Blut zur Schau. Lee Hockstadter, damals Korrespondent der Washington Post vor Ort, achtete genau darauf zu erklären, dass dieser Mörder in der Kindheit kränkelte und stotterte und ihn das zurückhaltend machte.

c) Als ein Selbstmord-Bomber außerhalb einer Einkaufshalle Tod und Verwundung für eine Reihe von Passanten brachte, berichteten Peter Jennings und die Mannschaft von ABC, dass der Mörder ein „junger palästinensischer Zimmermann war, … der von seiner Familie als ein 21-jähriges Mitglied der militant-islamischen Hamas war, einer von vielen Palästinensern, die von den letzten acht Monaten der Gewalt radikalisiert worden ist.“

Verbessere keinen Fehler, wenn die falsche Version zu mehr zu gebrauchen ist als die richtige:
Über Vorfälle, für die Israel die Verantwortung zugeschoben werden kann, wird weltweit berichtet. Stellt sich diese Zuschiebung als falsch heraus, sind Richtigstellungen und Widerrufe selten. Beispiele:

a) Der Tod des 12-jährigen Mohammed al-Dur während eines PLO-Angriffs auf einen israelischen Wachposten war ein internationales Schlachtfest, so lange gesagt werden konnte, dass er durch israelisches Feuer getötet wurde. Als technische Studien zeigten, dass er nur von PLO-Feuer getötet worden sein konnte, wurde die Story nicht richtig gestellt.

b) Als Mary Robinson, UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, eine Tour durch die Gefahrenzone unternahm, wurde Israel beschuldigt, auf ihr Auto geschossen zu haben. Als in Europa durchgeführte ballistische Tests nachwiesen, dass die Schüsse aus PLO-Waffen stammten, wurde die Story nicht richtig gestellt.

————————–

Ein Leser wird manchmal nur die Schlagzeile oder eine Bildunterschrift lesen und den Bericht überspringen, besonders, wenn das Thema diesen Leser nicht sonderlich interessiert. Daher kann eine falsche Schlagzeile oder Bildunterschrift, die faktisch falsch ist, erstens einen falschen Eindruck vermitteln und zum zweiten von einem sorgfältiges Durchlesen der Story abhält. AP (Associated Press), internationale Quelle vieler Zeitungsberichte und Bilder, ist besonders gut bekannt für die Kunst der falschen Zeichen:

1. Bildunterschrift: „Israelischer Polizist schlägt Palästinenser“
Bild: Ein amerikanisch-jüdischer Student in Jerusalem, von einer Bande Araber angegriffen und zusammen geschlagen, wird von einem israelischen Polizisten gerettet (vgl. Ausgabe I-3).

 

2. Schlagzeile: „Jüdisches Kleinkind stirbt im Westjordanland“
Artikel: Shalhevet Pass, 10 Monate alt – also noch nicht zum Kleinkind heran gewachsen – „starb“ davon, dass ein arabischer Scharfschütze ihr gezielt in den Kopf schoss.

 

3. Schlagzeile: „Explosion tötet Bomber in Tel Aviv“
Artikel: Er kam um, als er die Explosion am Eingang zu einer Diskothek auslöste, wobei er 21 junge Menschen ermordete und viele weitere schwer verwundete.

 

4. Schlagzeile: „Israelische Soldaten töten zwei Palästinenser“
Artikel: Die „Palästinenser“ waren Hamas-Terroristen, die dabei waren eine Bombe neben einer Straße zu platzieren. Die wurden in einem Feuergefecht mit den israelischen Soldaten getötet, die sie dabei entdeckten. Wenn AP über irgendein anderes Land berichtet, wird ein solches Detail nicht weg gelassen.

————————–

PLO-Terroristen aus dem Gazastreifen drangen nach Israel ein und griffen einen israelischen Wachposten an. Sie töteten vier Soldaten. Diese Soldaten waren israelisch-arabische Beduinen, die in den Streitkräften der Nation dienten. Also machte der Jerusalem-Korrespondent von British Sky News die haltlose Andeutung, dass Israel vielleicht nicht ernsthaft darauf reagierte, weil die Soldaten keine Juden waren.

Die Männer wurden von Terroristen aus Rafiach, am südlichen Ende des Gazastreifens, getötet. Israel zerstörte prompt Gebäude, die unbewohnt waren und nur als Terroristennester und Endpunkte für Tunnel zum Waffenschmuggel unter der nahe gelegenen ägyptischen Grenze genutzt wurden.

Die PLO erhöhte die Zahl der eingeebneten Gebäude und erhob das falsche Klagegeschrei, dass der Verlust dieser (wie gesagt: unbewohnten) Gebäude 700 Flüchtlinge obdachlos im Winterwetter zurück ließ. Das Internationale Rote Kreuz stürzte pflichtbewusst mit Zelten herbei und die Nachrichtenmedien strahlten pflichtbewusst den abgelagerten Film „Trauernde in den Ruinen“ aus.

————————–

„Mein Freund, du erklärst, dass du die Juden nicht hasst, dass du nur Antizionist bist. Und ich sage dir, lass die Wahrheit von den höchsten Bergspitzen erklingen, lass ihr Echo durch die Taler von Gottes grüner Erde hallen: Wenn man den Zionismus kritisiert, dann meint man die Juden – das ist Gottes Wahrheit… Antisemitismus, der Hass auf das jüdische Volk, war und bleibt der Fleck auf der Seele der Menschheit. Darin stimmen wir vollständig überein. Also wisse auch dies: Antizionismus an sich ist antisemitisch und wird es immer bleiben.“
Martin Luther King, Jr. in: The Saturday Review, August 1967

Die antiisraelische Besessenheit der Nachrichtenmedien in Großbritannien und Europa ist ausführlich beschrieben in „New Prejudices for Old – The Euro Press and the Intifada“ (Neue Vorurteile gegen alte – die europäische Presse und die Intifada) von Tom Gross, 1. November 2001. Teile aus diesem Bericht über die britischen Medien werden in den folgenden Auszügen und Zusammenfassungen wieder gegeben:

Über den Redakteur des Guardian, einer höchst einflussreichen Zeitung unter britischen Intellektuellen:

Letzten Mai begleitete ich den Herausgeber von Londons Zeitung The Guardian, Alan Rusbridger und den Redakteur Ian Katz in Westjerusalem und ins palästinensische kontrollierte Bethlehem. Es war Rusbridgers erste Reise nach Israel. Seine Zeitung wurde von Kritikern der Berichterstattung über Israel als eine der unfairsten heraus gestellt.

Wir fuhren mit dem Auto über die Grenze nach Bethlehem… Zwei israelische Soldaten, ungefähr 18 Jahre alt, standen auf der israelischen Seite der Grenze Wache. Als wir unsere Presseausweise sahen und fragten, ob wir hinüber dürften, sagte einer von ihnen auf Englisch: „Aber natürlich, wenn Sie Journalisten sind, müssen sie kommen.“ Dann fügte er mit einem trockenen Grinsen hinzu: „Schließlich sind Sie die Leibwächter der Demokratie.“ Rusbridger pinnte die Bemerkung des Soldaten in seinen Notizbuch.

[…] Rusbridger und Katz sahen, dass die israelischen Soldaten den Palästinensern gegenüber liebenswürdig und höflich waren. Sie sahen, dass Palästinensern erlaubt wurde, in Autos oder zu Fuß die Grenze innerhalb von Sekunden zu überschreiten. Und sie sahen den Gegensatz: wie die gleichen Soldaten religiöse Juden, die am nahe gelegenen Grab Rahels zu beten wünschten, den Zugang nach Bethlehem verweigerten.

Bei unserer Fahrt über eine von Bethlehems Hauptstraßen passierten wir Autos, die Palästinensern gehörten und von ähnlichem Standard waren wie die, die wir gerade von Israelis gesteuert in Jerusalem gesehen hatten. Rusbridger und Katz hatte auch die Chance zu beobachten, dass die örtlichen arabischen Geschäfte gut gefüllt waren. Und als wir Bethlehem verließen und zurück nach Israel fuhren, konnten sie sehen, dass Palästinensern schneller Wechsel über die Grenze erlaubt wurde – ungefähr in der gleichen Zeit, die ein Israeli braucht um eine Einkaufshalle in Tel Aviv oder ein Kino zu betreten, werden ihre Taschen nach Sprengstoff durchsucht. Die religiösen Juden, die wir vorher schon gesehen hatten, waren immer noch auf der anderen Straßenseite dabei mit den Soldaten zu verhandeln, um nach Bethlehem hinein zu kommen.

Zwei Wochen später schrieb Rusbridger über seine Reise in einer Titelgeschichte des Spectator in London. Rusbridger begann seinen Spectator-Artikel wie folgt: ‚Als die Apartheid in den letzten Zügen lag, besuchte ich Südafrika… Vor einigen Wochen machte ich meine erste Reise in ein anderes Land, über das viel geschrieben wird: Israel. Wie bei meiner früheren Reise fand ich viel Schockierendes, aber diesmal war ich wirklich überrascht. Nicht hatte mich darauf vorbereitet, derart viele Echos der schlimmsten Tage Südafrikas im modernen Israel zu finden.‘ … Er schrieb von den ‚endlosen, demütigenden Schlagen, die darauf warteten, durch israelische Kontrollpunkte durch gelassen zu werden.‘ Er erwähnte nichts von unseren sehr anderen Erfahrungen…

Rusbridger fuhr im Guardian fort:

Wir sind gezwungen, einige unbequeme Wahrheiten darüber zu sagen, wie der Traum einer Zufluchtsstätte für das jüdische Volk in genau dem Land, in dem ihre spirituelle, religiöse und politische Identität geformt wurde, derart vergiftet worden ist. Die Einrichtung dieser Zufluchtsstätte ist mit einem sehr hohen Preis in Menschenrechten und Menschenleben erkauft worden. Es muss einleuchten, dass die internationale Gemeinschaft diese Kosten nicht endlos mit tragen kann. [Frage von ATTS: Wer verspritzte das Gift und sorgte für die Kosten?]

Die Nahost-Korrespondentin des Guardian, Suzanne Goldenberg:

Ihr Bericht von Samstag, 3. Juni 2000, trug den Titel: „Palästinenser unter Druck – Polizei setzt Strand-Apartheid durch: Mit dem sich abzeichnenden Frieden will Israel Gebiete nur für Juden einrichten.“
Der Artikel begann mit den Worten: „In diesen schwülen Frühsommertagen ist der lange, mit Palmen gesäumte Strand von Tel Aviv ein natürliches Zufluchtsgebiet. Wenn man aber Palästinenser ist, kann ein Tag am Strand eine Nacht im Gefängnis zur Folge haben. Während sich israelischen Juden gestern am Strand räkelten, war die in Massen eingesetzte Polizei eifrig darauf bedacht, die Strand-Apartheid durchzusetzen… eine Aktion um rein jüdische Strände zu schaffen. Palästinenser wurden in der Nähe des Dolphinariums verhaftet, noch bevor sie den Sand betreten konnten.“

Als jemand, der in Tel Aviv lebt und meistens auch an den Strand geht, habe ich niemals etwas derartiges gesehen. Juden und Araber mischen sich völlig ungehindert am Strand und machten das genauso, als dieser Artikel im Juni 2000 geschrieben wurde. Das kann jeder Einwohner Tel Avivs bestätigen. Das gilt auch für die Gegend um das Dolphinarium, wo eine tödliche palästinensische Selbstmordbombe an einer Stranddisco für Teenager explodierte – genau ein Jahr, nachdem Goldenberg ihren Artikel schrieb.

[Im vergangenen Jahr (2001) zeichnete der London Press Club Goldenberg mit einem Preis aus – für „mutigen und objektiven Journalismus“. Auf einer anderen Preisverleihung wurde über Goldenberg in der Laudatio gesagt: „Diese Journalistin wurde einer Verleumdungskampagne ausgesetzt.“]

Unter anderem zitiert Gross ein Gedicht im Sunday Observer, das „die zionistische SS der gezielten Erschießung palästinensischer Kinder beschuldigt“ sowie einen Artikel in einer obskuren Kleinstadt-Zeitung mit wenig außenpolitischen Meldungen, der „Juden in Springerstiefeln“ überschrieben war. Im Januar 2001 entwickelte sich der Guardian mit einem Kommentar weiter, der den Titel trug: „Israel hat schlichtweg kein Recht zu existieren.“

Gross macht außerdem diese Beobachtungen:

Es wäre ein Leichtes, ohne Ende mit ähnlichen Beispielen aus ganz Europa fortzufahren. In den generellen Judenhass – und zwanghaften Versuchen, Parallelen mit dem Holocaust zu ziehen – mischt sich ein besonderer, auf dem Christentum basierender Antisemitismus. Obwohl die überwältigende Mehrheit der Palästinenser Muslime sind, benutzen viele Karikaturen, Schlagzeilen und Berichte christliche Bilder. Sätze sie „die Via Dolorosa der Palästinenser“ und „das Kreuz, das die Palästinenser zu tragen haben“ sind in Ländern wie Frankreich und Italien an der Tagesordnung.
… Hillary Anderson, BBC-Chefkorrespondentin in Jerusalem, begann kürzlich einen Bericht über den Tod palästinensischer Kinder wie folgt: „Tief im Boden von Bethlehem sind die Überreste einer so abscheulichen Gräueltat, die in der Geschichte so weit zurück liegt: die Abschlachtung der Unschuldigen durch König Herodes…“ (Die Kamera zeigte währenddessen einen Haufen Schädel.) Dann ging sie auf den Tod der palästinensischen Kinder über, beschwor Herodes‘ Massaker an den Unschuldigen, um den Zuschauer daran zu erinnern, dass die Juden, die versucht hatten, das Baby Christus zu töten, jetzt voll damit beschäftigt sind, einmal mehr unschuldige Kinder zu ermorden.

Nach einem Überblick über noch schlimmere Beispiele vom europäischen Kontinent, wertet Gross die Zusammenhänge und Konsequenzen aus:

Ist diese Verfälschung letztendlich von Bedeutung? Nach meinem Verständnis, ja und nicht nur, weil die Wahrheit immer wichtig ist. Zum einen ist es klar, dass ungenaue Berichterstattung die internationalen diplomatischen Bemühungen beeinflusst. Ein verdrehtes Bild der Ereignisse hilft, entsprechend verdrehte Politik zu schaffen, besonders in Europa.

Zusätzlich können jüdische Organisationen in Europa und darüber hinaus bestätigen, dass es eine deutliche Verbindung zwischen aufhetzender Berichterstattung über Israel und physischen Angriffen auf Juden und jüdische Einrichtungen in den Ländern gibt, wo diese Berichte veröffentlicht oder gesendet werden. Die Korrespondenten mögen das nicht bemerken, aber ihre unfaire Berichterstattung spielt in die Hände des bereits existierenden Antisemitismus… Der systematische Aufbau eines falschen Israel-Bildes als Aggressor und vorsätzlichen Mörders von Babys und Kindern hilft dabei, Stück für Stück Israels Legitimität zu zerstören. Wie können gewöhnliche Menschen, wo auch immer, nicht dazu kommen, ein solches Land zu hassen? …

————————–

Auf einer Abendgesellschaft im Haus des Zeitungsverlegers Lord Black beschrieb ein diplomatischer Gast Israel als „ein kleines Sch…land“ und verlangte: „Warum sollten wir wegen dieser Leute den Dritten Weltkrieg riskieren?“ [Kein sonderlich scharfsinniger Diplomat, wenn er glaubt, dass ein in der Welt allein stehendes, winziges Land den Dritten Weltkrieg auslösen kann.] Lady Black ist die Kolumnistin Barbara Amiel; sie schrieb einen Artikel über den schicken Antisemitismus und zitierte die Bemerkungen, ohne den Diplomaten oder sein Land zu nennen. Der Guardian identifizierte ihn schnell als Daniel Bernard, den französischen Botschafter. Lady Black wurde vernichtend kritisiert, weil sie eine Bemerkung zitierte, die nur für seine Freunde gedacht war.

Deborah Orr, Kolumnistin des Independent, der Schwesterzeitung des Guardian, schrieb am 21. Dezember: „Ich bin es satt, eine Antisemitin genannt zu werden.“ Sie mochte Monsieur Bernards Ausdrucksweise so sehr, dass sie sie mehrmals wiederholte und damit uneingeschränkte Zustimmung ausdrückte. Dann erklärte sie: „Antisemitismus ist eine Abneigung gegen alle Juden überall; Antizionismus ist nur die Abneigung der Existenz Israels und Opposition gegen die, die es unterstützen. Das mag eher eine akademische denn eine praktische Unterscheidung sein und keine Verbindung zu der honorablen Meinung haben, dass nach meiner Erfahrung Israel tatsächlich besch… und klein ist.“

————————–

Im Dezember präsentierte Newsweek „Eine Geschichte zweier Feinde“, einen parallel gedruckten Vergleich von Arafat und Sharon. (Anmerkungen von ATTS in Klammern)

YASSIR ARAFAT:
1929: Geboren in Ägypten, Mit 16 beginnt er Waffen nach Palästina zu schmuggeln, die gegen die Briten und Juden eingesetzt werden sollen.
1948: Verlässt kurzfristig die Schule um in Gaza während des arabisch-israelischen Konflikt zu kämpfen.
1956-58: Erhält seinen Abschluss als Bauingenieur. Lässt sich in Kuwait nieder. Gründet mit Freunden die Fatah. [Kein Hinweis auf Fatah als Terror-Organisation!]
1964: Verlässt Kuwait um Revolutionär zu werden. Fatah tritt der PLO bei, einer neuen Schirmorganisation, die für die Befreiung Palästinas gebildet wird [was in der Charta als die Zerstörung Israels definiert wird].
1969: zum PLO-Vorsitzenden ernannt.
1974: Spricht vor der UN-Vollversammlung – das erste Mal, dass jemand, der nicht Staatschef ist, eingeladen wird. [und das erste Mal, dass ein Redner ein Pistolenholster auf dem Podium trägt].
1993: Hält geheime Friedensgespräche mit Yitzak Rabin in Oslo ab.
1996 – 2000: Führt die Gespräche mit Israel fort, schlägt aber den Clinton-Barak-Friedensplan aus [und fängt einen Krieg an].

 

ARIEL SHARON:
1928: Geboren in Palästina.
1948-49: Führt eine Infanterie-Gruppe in Israels Unabhängigkeitskrieg.
1956-67: Kämpft im Sinai-Krieg und später im Sechstage-Krieg; wird für seine militärischen Fähigkeiten und Rücksichtslosigkeit ausgezeichnet. [Keine derartige Herabsetzung für den Erzterroristen Arafat]
1972-73: Scheidet aus der Armee aus, um in die Politik zu gehen. Hilft bei der Gründung des Likud.
1981-82: Von Menachem Begin zum Verteidigungsminister ernannt. Führt Israels Invasion des Libanon, bei der 2000 palästinensische Flüchtlinge getötet werden. [Die palästinensischen Flüchtlinge wurden von libanesischen arabischen Christen getötet. Eine Untersuchungskommission und die Geschworenen in einem New Yorker Verleumdungsprozess gegen das „Time Magazine“ befanden beide, dass Israel nicht daran beteiligt war und Sharon im Voraus nichts davon wusste.]
1990: Beschleunigt den Bau von Siedlungen in palästinensischem Gebiet als Minister für Bauwesen. [So etwas wie „palästinensisches Gebiet“ gibt es nichts.]
1998: Hält als Außenminister Friedensgespräche mit Arafat.
2000: Besucht die Al Aksa-Moschee und löst damit die zweite palästinensische Intifada (Aufstand) aus. [Sharon besuchte den Tempelberg. Er kam der Al Aksa-Moschee nie nahe. Sogar die PLO gibt zu, dass sie die Gewalt im Vorhinein geplant hatte und Sharons Besuch auf dem Tempelberg nur als Vorwand zu ihrem Beginn benutzte.]
2001: Zum Premierminister gewählt.

————————–

Wenn Berichte nicht von einer Zeitung oder Sender in Privatbesitz kommen, sondern von einer öffentlich-rechtlichen Körperschaft, dann wird sie von den Steuerzahlern subventioniert. Zu was das führen kann, berichtet CAMERA über „National Public Radio – allzeit nur Verfälschung“ (12. August 2001):

National Public Radio-Reporter mögen nicht fair oder ausgewogen sein, wenn es um Berichterstattung aus den Nahen Osten geht; sie mögen keine Muster für Genauigkeit sein oder Beispiele für journalistische Ethik, aber eins man von ihnen nicht behaupten: dass sie unbeständig sind. Wenn es darum geht, tagein, tagaus eine pro-palästinensische Linie zu verfolgen, kommt ihnen in den USA niemand gleich.
Am Morgen des 27. Juli gab es z.B. zwei Nahost-Berichte, über die NPR zu berichten hatte:

1) Palästinensische Heckenschützen töteten einen 17-jährigen israelischen Jungen namens Ronen Landau durch Schüsse, als er mit seinem Vater und Bruder nach Hause fuhr. Kurz vor dem Anschlag hatten die gleichen Heckenschützen auf israelische Kinder auf einem Spielplatz geschossen.

2) Die Beerdigung von Saleh Darwazeh, einen hochrangigen Hamas-Techniker, der von israelischen Soldaten getötet wurde. Darwazeh hatte eine Reihe von tödlichen Anschlägen auf Israelis organisiert.

Welche Geschichte hob NPR hervor, welche Person vermenschlichte das öffentlich-rechtliche Radio mit Details und Namen und Interviews? In einem 1141 Worte langen Artikel widmete NPR genau 26 Wörter dem Mord an dem israelischen Jungen vor den Augen seines Vaters und Bruders, kümmerte sich aber nicht einmal um seinen Namen: „Israelische Panzer beschossen gestern Morgen palästinensische Sicherheitsposten in der Westbank, nachdem palästinensische Schützen einen israelischen Teenager am Eingang zu einer jüdischen Siedlung töteten.“ Der Rest des Artikels – insgesamt 1115 Worte – wurden Saleh Darwazeh gewidmet, der als „Aktivist“ seiner Sache beschrieben wurde…

Die NPR-Reporterin [Linda Gradstein] beschreibt dann sehr hilfreich für den Zuhörer die israelische „Belagerung“ von Nablus: „Eine Fahrt zwischen Jerusalem und Nablus dauerte immer etwas über eine Stunde, aber wird nur jüdischen Siedlern erlaubt, die Hauptstraße zu befahren. Palästinenser müssen einen großen Umweg über eine gewunden Straße durch das Jordantal nehmen, fast die dreifache Distanz. Sie müssen auch eine Reihe israelischer Straßensperren passieren, oft an jeder stundenlang warten. Israelischer Soldaten haben auch mehr als ein Dutzende Dörfer bei Nablus abgeriegelt.“

Gradstein liegt natürlich falsch – es sind nicht nur „jüdische Siedler“, die auf der Hauptstraße reisen können, sondern jeder mit einem israelischen Nummernschild, also auch die israelischen Araber. Und während die Palästinenser einen unangenehmen Umweg in Kauf nehmen müssen, müssen viele Israelis auch weite Umwege fahren, da sie versuchen, tödliche palästinensische Hinterhalte zu umgehen. So wie den palästinensischen Hinterhalt, der Ronen Landau tötete, zu dem NPR kaum etwas sagte.

Im Gegensatz dazu interviewte Gradstein in ihrem Bericht über den Selbstmordanschlag auf die Sbarro-Pizzeria in Jerusalem am 9. August, bei dem 15 Israelis (darunter 7 Kinder) getötet wurden, zuerst Israelis, um dann Yassir Abed Rabbo, dem palästinensischen Informationsminister, das letzte Wort zu überlassen. Rabbo machte nicht die Hamas, die den Bomber schickte, für den Anschlag verantwortlich, auch nicht Arafat, der es ablehnte, die Bomben-Bauer zu verhaften und sogar mit ihnen zusammen arbeitet – sondern Israels Premierminister:

NPRs von Steuern gestützte Verfälschungen sind ein Affront gegen den Journalismus und eine Beleidigung für die Steuerzahler, die gezwungen sind, es zu finanzieren. Bis NPR eine genaue und faire Berichterstattung beginnt, hat es ohne Zweifel keine Subventionierung oder Spendengeschenke verdient – genauso wenig die lokalen Radiosender, die seinen Schund senden.

————————–

In den letzten Wochen wurde etwas Druck auf Arafat ausgeübt, damit er einige der krassesten Terroristen der Hamas und des Islamischen Jihad verhaftet. Sogar einige europäische Regierungen haben das empfohlen – wenn auch vielleicht nur, um Arafats Ansehen aufzupolieren.

Es wird berichtet, dass die PLO ihren Leuten, einschließlich Arafats privater Tanzim Miliz, eine Gratifikation von $3.000 pro Person angeboten hat, damit einen Monat in einer Gefängniszelle sitzen und vorgeben Hamas- oder Jihad-Gefangene zu sein. Das solle zur Ausstellung für Personen der Medien und den Diplomatenzirkus der Europäischen Union dienen.

Fake News nach palästinensischer Art

Stephen M. Flatow, JNS.org, 19. September 2017

Ein wenig berichteter Messerstecher-Vorfall, gekoppelt mit einer großen Dosis von der PA generierten Fake News, hat so ziemlich alles offenbart, was man über den israelisch-palästinensischen Konflikt wissen muss.

Alles begann am 18. August. Qatiba Zahran, 17 Jahre alt, verließ seinen Heimatort Alar nahe der Stadt Tulkarm, bewaffnet mit einem großen Messer. Er suchte nach einem israelischen Juden, den er abstechen könnte.

PA-Präsident Mahmud Abbas (Foto: Kremln.ru via Wikimedia Commons)

Er konnte in Alar oder in Tulkarm keien Israelis finden, denn dort steht man seit 1995 unter der Kontrolle der palästinensischen Autonomie. Da war, als der damalige Premierminister Yitzhak Rabin Israels Streitkräfte aus den Gebieten abzog, in denen 98 Prozent der palästinensischen Araber wohnen.

Beachten Sie, dass Qatiba Zahran im Jahr 2000 geboren wurde. Das bedeutet, dass er sein gesamtes Leben unter der Herrschaft der PA verbracht hat. Er hat nicht unter direkter „israelischer Besatzung“ gelebt. Es gibt keine „israelischen Siedler“, die die Einwohner von Alar oder Tulkarm gefährden.

Merkwürdig! Uns wird immer gesagt, dass Israels „Besatzung“ und „Siedler“ das sind, was die Palästinenser dazu provoziert auf Juden einzustechen, zu bomben und zu schießen. Wie kann man dann erklären, was den jungen Qatiba Zahran dazu motivierte dieses Messer in die Hand zu nehmen?

Er lief eine Strecke zu Fuß, bis er den nächsten israelischen Sicherheitscheckpoint erreichte. Dort stach Zahran auf einen israelischen Grenzer ein und verletzte ihn. Der Israeli erschoss ihn in Selbstverteidigung. (Übersetzung dank des Middle East Media Research Institute)

Zahran hinterließ seinen letzten Willen und Testament auf seiner Facebook-Seite, damit die Welt ihn sieht. Er zerschmettert eine Reihe übliche Mythen, die Palästinenser-Fürsprecher und –Sympathisanten zu propagieren versuchen:

  • Zahran schrieb nur von „Juden“, nicht von „Israelis“. Er sagte nichts gegen irgendeine israelische Politik oder Haltung. Er hasste Juden. Seine Worte: „Alles Lob Allah, dem Herrn der Welten, der die Mudschaheddin [Jihad-Kämpfer] beschützt und die verfluchten Juden erniedrigt…“
  • Er wurde von religiös-nationalistischer Ideologie getrieben, nicht durch einen Familienkonflikt oder ein anderes persönliches Problem: „Oh meine Familienmitglieder, wisst, dass ich euch nicht aufgrund von Verzweiflung verlassen habe oder aus dem Wunsch heraus weit weg von euch zu sein, sondern um des Märtyrertums willen, zu dem Allah mich aufforderte.“
  • Zahran wurde von den Versprechungen beeinflusst, die von muslimischen religiösen Lehrern gegeben werden: „Oh meine ehrwürdigen Familienmitglieder, empfangt die frohen Nachrichten des Propheten, der sagte, dass ein Märtyrer 70 seiner Familienmitglieder bürgen kann [damit sie ins Paradies kommen].“

PA-Offizielle lesen zweifelsohne Zahran Facebook-Seite. Sie wissen, dass er plante – im Voraus – Juden zu ermorden, weil er Juden hasste und ins Paradies kommen wollte (und auch die Garantie auf den Einzug von 70 Verwandten nützen wollte).

Trotzdem verkündete das PA-Außenministerium, dass „die Besatzungsbehörden“ die „kaltblütige Hinrichtung des jungen Zahran“ durchführte. Die PA beschuldigte Israel, es lasse eine „widerliche Geschichte von der Sorte“ kursieren, „die sie immer verbreiten, wenn sie eine Exekution im Feld verüben, während sie sehr wohl wissen, dass der junge Zahran keine Gefahr für die Besatzungssoldaten an dem Checkpoint darstellte“.

Und die Stadtverwaltung des von der PA regierten Alar, Zahrans Heimatorts, gab eine Erklärung aus, in der es hieß: „Die Mitglieder des Rats, die Arbeiter und die Einwohner des Ortes gratulieren dem zum Märtyrer gemachten Helden Qatiba Ziyad Yusuf Zahran.“

Letzte Woche übergaben die Israelis Zahran Leiche der PA. Sollten sie erwartet haben, dass ihre Geste des guten Willens erwidert würde, dann haben sie geträumt.

Der PA-Gouverneur von Tulkarm, Isaak Abu Baker, erklärte sofort, dass Israels „Zivilisten zu Zielen zu machen Routine geworden ist“. Auf der Beerdigung wiederholte Mustafa Takatka, der stellvertretende Gouverneur von Tulkarm, den antiisraelischen Ritualmordvorwurf, Israel ermorde „gewohnheitsmäßig“ unschuldige Palästinenser und dass Zahran ein solches Opfer der „Verbrechen der Besatzung“ sei. Takatka forderte die palästinensische Öffentlichkei tauf „nicht vom Weg des Kampfes abzukommen.“.

Das war kein Fall eines übereifrigen palästinensischen Beamten, der fahrlässige Äußerungen von sich gab, die auf unvollständigen Informationen beruhen. Solche Leichtfertigkeit wäre schon hanebüchen. Aber was in diesem Fall geschah, war viel schlimmer. Hier kannte ein hochrangiger Vertreter der PA die Wahrheit – von der Facebook-Seite des Terroristen – und entschied sich dennoch die Fake News zu verbreiten, um Israel zu dämonisieren und die Palästinenser anzutreiben, den Versuch zu unternehmen Israelis zu ermorden.

Die PA erzählt 17-jährigen, dass Judenmörder als „Märtyrer“ und „Helden“ bejubelt werden. Von der PA bezahlte muslimische Prediger versichern potenziellen Terroristen himmlische Belohnungen für Stich- und Bombenanschläge. PA-Offizielle überzeugen palästinensische Teenager, dass Israelis ekelhafte, gefährliche Monster sind, die es verdienen umgebracht zu werden. Und dann schnappen sich diese Teenager Messer und suchen nach Juden, die sie umbringen können. Ursache und Wirkung sind offensichtlich. Warum kann die Welt das nicht sehen?

Palästinenser zeigen Bilder aus der Zeit des Holocaust als Fotos „israelischer Massaker“

Elder of Ziyon, 14. September 2017

Tomer Ilan machte auf Facebook eine erschreckende Entdeckung:

Palästinensische Medien präsentieren fälschlich Holocaust-Bilder als Bilder aus dem israelisch-palästinensischen Konflikt. Meine Recherchen habe Dutzende von Fällen aufgedeckt, in denen palästinensische und arabische Publikationen, darunter auch Mainstream-Zeitungen, Bilder aus den Nazi-Konzentrationslagern des Zweiten Weltkriegs veröffentlichen, die sie fälschlich als Ereignisse bezeichnen, die im Nahost-Konflikt auftraten.

Tatsächlich ist dieses Bild aus dem Gestapo-KZ Mittelbau-Dora in arabischen Medien als Beweis für israelische Massaker benutzt worden. Das Lager war nicht in erster Linie für Juden gedacht, obwohl tausende Juden, darunter Frauen und Kinder, gegen Ende des Krieges dorthin geschickt wurden und auf dem Weg viele starben und im Lager selbst verhungerten.

Al-Quds, die offizielle PA-Zeitung, sagt, dies sei ein Bild, das Kafr Qasim im Jahr 1956 zeigt. (autoübersetzter Screenshot).

Qudsn.ps sagt, das Foto sei aus Tel Zaatar im Libanon im Jahr 1976.

Karam Press, die Nachrichtenseite Shasha.ps und viele andere Internetseiten bezeichnen dieses Foto als Deir Yassin (autoübersetzter Screenshot):

Al Ghad TV sagt, es handelt sich um ein Foto aus Sabra und Shatila im Libanon:

Die schon widerliche, von palästinensischen Arabern und ihren antisemitischen Verteidigern regelmäßig betriebene Holocaust-Umkehr (bei der Juden beschuldigt werden genauso schlimm wie die Nazis zu sein) wird hier noch grotesker, weil diese Bilder den Holocaust komplett ausgelöscht und durch Palästinenser als Opfer ersetzt werden.

Mal wieder eine Blutschuld-Lüge: Zeitreisende palästinensische Jugendliche entführt und verprügelt

Aussie Dave, Israellycool, 12. September 2017

Die antiisraelische Seite Palestinian Information Center hat wieder etwas über angebliche israelische Verbrechen eingestellt.

Der Eintrag erwähnt nicht, warum sie angebliche „entführt“ und „verprügelt“ wurden – vielleicht weil Israel entdeckte, dass sie Zeitreisende waren, die außerdem die unheimliche Eigenschaft haben als anderer Personen Jahre früher für ein identisches Foto zu posieren?

Beachten Sie die Information in diesem älteren Bericht (ebenfalls aus einer antiisraelischen Quelle) andere Nachnamen haben; es gibt keine Erwähnung, dass die Brüder geschlagen wurden; sie wurden nach mehreren Stunden freigelassen; und der Grund für ihre Festnahme war, dass sie im Verdacht standen Steine auf die Straßenbahn geworfen zu  haben (was trotz ihres Alters nicht überraschen würde).

Doch auch dieser Bericht widerspricht sich selbst. Wurden sie nach mehreren Stunden freigelassen? Oder nach mehreren Tage?

verhaftet: 10. August 2015
freigelassen: 12. August 2015

Natürlich macht nicht viel davon Sinn, denn die Palästinenser und ihrer Anhänger lügen. Das muss man tun muss, wenn die Wahrheit sich nicht auf der eigenen Seite befindet.

Jesus auf dem Weg nach Jerusalem, wird aber von einer Mauer abgeblockt – in abgeändertem Plakat

Ursprünglich gestaltet, um jüdischen Tourismus ins Heilige Land zu stärken, ist das „Besucht Paläsina“-Plakat zum Symbol palästinensischen Nationalismus geworden

Dov Lieber, The Times of Israel, 6. September 2017

Die Umarbeitung des kultigen „Besucht Palästina“-Plakat zeigt Jesus, Josef und Maria, die vor Jerusalem durch Israels Sicherheitsbarriere blockiert werden (Foto: Judah Ari Gross/Times of Israel)

Vor etwas mehr als 2000 Jahren wurden Maria, Josef und das Baby Jesus auf der Reise von Bethlehem nach Jerusalem von einer gigantischen Betonmauer aufgehalten.

Ganz so wird die Geschichte im Neuen Testament nicht erzählt, aber in einer vor kurzem gedruckten Version des kultigen „Besucht Palästina“-Plakats wie diese Szene aber so dargestellt.

Die Plakate, die in Touristenläden auf dem Markt in Jerusalems Altstadt weithin verfügbar sind, stellen eine grobe Kritik an Israels Sicherheitsbarriere dar, von der die Palästinenser sagen, sie sein ein ungerechtfertigtes Hindernis für ihre Bewegungsfreiheit.

Das Plakat macht sich zudem den aktuellen Trend des palästinensischen Nationalismus zunutze, nach dem Jesus von Nazareth als Palästinenser gilt. Das Plakat suggeriert, sogar Jesus hätte es nicht geschafft von Bethlehem ins moderne Jerusalem zu kommen.

2002, auf der Höhe der zweiten Intifada begann Israel die Barriere, die zum Teil eine Mauer, aber größtenteils ein Zaun ist, entlang der Grenze und innerhalb der Westbank zu bauen, um den Schwarm an Selbstmordbombern und anderen Terroristen aufzuhalten, die hunderte israelische Leben forderten. Die Palästinenser behaupten, die Barriere, die rund 7% der Westbank einnimmt, sei Landraub, der darauf abzielt einen Teil ihres zukünftigen Staates zu stehlen.

Das Plakat mit Maria, Josef und Jesus ist eines in einer Serie palästinensischer Neugestaltungen der kultigen „Besucht Palästina“-Plakate, die erstmals 1936 gestaltet wurden, um für jüdischen Tourismus ins Heilige Land vor der Gründung des Staats Israel 1948 zu werben.

Das kultige „Besucht Palästina“-Plakat wurde erstmals 1936 produziert, um jüdischen Tourismus ins Heilige Land zu stärken. Das Bild ist heute zu einem Symbol palästinensischen Nationalismus geworden. (Judah Ari Gross/Times of Israel)

Nach Angaben eines Artikels im Journal of Palestine Studies von 2015 wurde das originale „Besucht Palästina“-Plakat Franz Krausz für die Tourist Development Association of Palestine erstellt. Krausz war ein österreichisch-jüdischer Immigrant ins (vor-israelische) Palästina in den 1930-ern, der vor dem Holocaust aus Deutschland floh.

Das Plakat wurde 1995 vom Israeli David Tartakover wiederbelebt, der hoffte, es werde eine „Geste der Hoffnung“ im Umfeld der Oslo-Friedensgespräche sein, heißt es in dem Artikel.

Die Neuauflage verbreitete sich in den Palästinensergebieten, wo man es in den PA-Büros, Buchläden und Touristengeschäften sehen konnte, fügte der Artikel hinzu.

2009 gestaltete der palästinensische Künstler Amer Shomali das Plakat um, um die Aussicht auf die Altstadt Jerusalems durch Israels Sicherheitsbarriere zu behindern.

Auf seiner Internetseite verkauft Shomali das Plakat; hierzu schreibt er: „Nach dem Versagen des Friedensprozesses war es an der Zeit für eine dritte Auflage, die den Fehlschlag der beiden vorherigen Punkte erklärt.“

Neuauflage des Kultplakats „Besucht Palästina“ mit Israels Sicherheitssperre (Judah Ari Gross/Times of Israel)

Das Plakat „Besucht Palästina“ ist inzwischen ein bekanntes Tuch für palästinensische Künstler geworden, die israelische Politik kritisieren wollen.

In einer Version wird Jerusalem ersetzt durch den Gazastreifen, wie er von Flugzeugen in Schutt und Asche gebombt wird – ein Verweis auf die israelischen Luftangriffe auf den Streifen während des Konflikts mit der Terrorgruppe Hamas, die die palästinensische Enklave unter ihrer Kontrolle und von dort aus tausende Raketen nach Israel gefeuert hat sowie Tunnel unter der Grenze grub.

Ein einer weiteren Version ist Jerusalem kann Jerusalem durch ein großes Loch in der Sicherheitsbarriere zu sehen, das von gezeichneten Kindern gemacht zu sein scheint, die in Grafiken des britischen Künstlers Bansky auftauchen.

2005 war es Bansky, der als erster die Sicherheitsbarriere in seinem Gemälde „Weihnachtskarte“ als Hindernis für Josef und Maria darstellte.

Ich klage an

Die Mitschuld Europas: Parteiliche Medien und feige Politiker dulden die palästinensische Gewalt gegen Israel. Sie vergessen, verharmlosen und lügen. Eine Streitschrift

Leon de Winter, DIE ZEIT, 23. Mai 2002 (übersetzt aus dem Niederländischen von Mirjam Pressler; nicht mehr bei der ZEIT online)

Seit am 29. März israelische Panzer in die Städte im Westjordanland einzogen, sind zahllose Zivilisten ums Leben gekommen. Palästinensische Wortführer lassen keine Gelegenheit aus, kontinuierlich drei Wörter zu wiederholen: „Genozid“, „Kriegsverbrechen“, „Blutbad“. Sie wollen der Welt mitteilen, Israel töte mit Vorsatz massenweise palästinensische Bürger. Israelische Wortführer sagen, dass sie gegen palästinensische Terroristen kämpfen, die mit Vorsatz jüdische Bürger töten, und dass bei diesem Kampf unbeabsichtigt palästinensische Bürger getroffen werden.

Im kollektiven Gedächtnis der öffentlichen Meinung verschwinden die Tatsachen mit rasender Geschwindigkeit. In den letzten Tagen ist die Ursache der massiven Anwesenheit israelischer Soldaten in den Städten des Westjordanlandes kaum mehr erwähnt worden. Es scheint mir sinnvoll, Folgendes in Erinnerung zu rufen: Israelische Panzer stehen in Ramallah und Hebron, weil am 27. März dieses Jahres in Netanja ein Anschlag verübt worden ist. Im Park Hotel sprengte ein Mann aus dem palästinensischen Dorf Tulkarem sich selbst und 26 Juden in die Luft. Diese Juden waren zusammengekommen, um miteinander Pessach zu feiern, den wichtigsten Abend in der jüdischen Tradition.

Folgendes geschieht an einem Seder-Abend: Während alle feierlich zuschauen – festlich gekleidet, in Erwartung einer geselligen Mahlzeit mit Essen und Trinken, mit Gesang, mit lästigen Kindern und betrunkenen Onkeln -, stellt der jüngste anwesende Knabe die Frage, warum dieser Abend anders ist als alle anderen Abende. Die Frage ist die Einleitung zu der Geschichte, die dann erzählt wird: der Auszug der Juden aus Ägypten, wo sie Sklaven waren, unter der Führung von Moses.

Es ist so gut wie sicher, dass es nie einen historischen Moses gegeben hat (so wie man Fragezeichen hinter die Anwesenheit jüdischer Sklaven in Ägypten setzen kann), aber die Bedeutung der Geschichte übersteigt ihre zweifelhafte historische Wahrheit. Die Tafeln mit den Zehn Geboten stellen für die Juden eine Revolution in der Geschichte der Ethik dar. Zugleich legitimiert die Moses-Legende die Eroberung des Gelobten Landes durch die Juden, ein typischer Mythos, der den Übergang von einer nomadischen Existenz in ein sesshaftes Dasein kennzeichnet. Am Seder-Abend wird ein Versprechen Gottes so ausführlich wie möglich erklärt: Die Erde ist den Menschen von Gott versprochen, sie müssen auf ihr Sklaverei, Aberglauben, Armut und Ungerechtigkeit bekämpfen. Dies wird am Sederabend bekannt, von fast allen jüdischen Familien in der Welt, ob gläubig oder ungläubig, denn die Geschichte drückt universelle Werte aus.

Der Selbstmörder, der am Seder-Abend das Park Hotel von Netanja betrat, um möglichst viele Juden zu vernichten, hat damit auch einen Anschlag auf diese Werte begangen. Seine Tat drückt Verachtung aus, nicht nur für sein eigenes Leben und das Leben der Menschen, die er in den Tod jagte, sondern auch Verachtung der jüdischen Kultur, der Würde und Wahrheit des Lebens. Seine Tat war keine Äußerung des Widerstands gegen die israelische Besetzung seines Dorfes, sondern es war eine Tat, die von jedem Juden der Welt nur auf eine Art verstanden werden konnte: als Botschaft, dass im Nahen Osten Juden niemals geduldet würden. Sein Anschlag war eine Kriegserklärung.

Israel hatte keine andere Wahl, als gegen die palästinensischen Städte vorzugehen, die Menschen wie den Selbstmörder von Netanja hervorbringen. Keine einzige Regierung, ob links oder rechts, hätte die Periode der Selbstbeherrschung, die dem vorausgegangen war, fortsetzen können. Der jüdische Staat war eine Reaktion auf europäischen Antisemitismus und die Ermordung der Juden in Europa, und würde dieser Staat nicht mit Gewalt auf einen derartigen, von Judenhass getriebenen Mordanschlag reagieren, würde er seine eigenen Grundlagen verleugnen. Israel beantwortete daher die Kriegserklärung mit einem Krieg.

Im Meer der Diktaturen

Israel ist eine Demokratie nach westlichem Muster in einem Meer von arabisch-islamischen Diktaturen. Trotzdem beruht das besondere Band zwischen dem Westen und Israel nur zum Teil auf gemeinsamen Merkmalen. Europäische Länder sind nicht wählerisch und unterhalten manchmal auch gute Beziehungen zu Diktaturen, wenn es etwas zu verdienen gibt; und es ist klar, dass auf Dauer die arabische Welt wichtiger für Europa ist als Israel: Öl, Erdgas und unerbittliche geopolitische und demografische Entwicklungen werden Israels Rolle in der Zukunft des Nahen Ostens zu einem unbedeutenden Phänomen reduzieren. Die besonderen europäischen Beziehungen zu Israel werden ja auch nicht von ideellen oder wirtschaftlichen Interessen getragen, sondern von der Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg.

Die jüdischen Pioniere, die ihre Siedlungen buchstäblich der Wüste und den Sümpfen abgerungen hatten, machten sich keine Illusionen über das alte Europa, das sie verlassen hatten. Sie waren davon überzeugt, dass der jahrhundertealten Geschichte der europäischen Judenverfolgung auch im kommenden 20. Jahrhundert neue Kapitel hinzugefügt werden würden, und ihr Misstrauen bewahrheitete sich nicht viel später. Doch zugleich blieben die Gründer Israels Europäer; mit europäischen Gewohnheiten, Moden, ideologischen Besessenheiten, Paradoxien. Sie wollten eine moderne Demokratie gründen, aber in ihr auch ihren religiös-ethnischen Hintergrund verankern, für den ihre Vorfahren ermordet worden waren und den sie trotz ihrer atheistischen Lebensführung schätzten.

Ihre Ankunft führte sofort zu gewalttätigen Zusammenstößen. Es war klar, dass die Flucht der europäischen Juden in das britische Mandatsgebiet Palästina auf ernsthaften Widerstand der eingesessenen Bevölkerung stieß. Es war aber auch klar – und die Folgen des Zweiten Weltkriegs nahmen daran jeden Zweifel -, dass die Juden in Europa keine Zukunft hatten. Bis zum heutigen Tag ist ihr Misstrauen gegenüber Europa groß; genau genommen gegenüber der gesamten nichtjüdischen Welt. Nach der Schoah und vier Kriegen mit seinen diktatorischen arabischen Nachbarn vertrauen die Israelis nur mehr dem eigenen Instinkt und der eigenen Kraft. Sie begreifen, dass sie, dem Zufall sei Dank, durch die feinen Maschen des Netzes der Geschichte geschlüpft sind, und dieses Wunder des Zufalls hat eine spezifische Mentalität hervorgebracht, die für Illusionen über den Rest der Welt keinen Raum lässt: Die Bedrohung ist konstant, der Untergang lauert hinter jeder Ecke.

Mit einer Hassliebe zu dem Kontinent, den sie verlassen hatten, kamen die Juden nach Palästina, und die eingesessenen Araber sahen mit scheelen Blicken zu, wie sie Land kauften, nach ihren eigenen Normen und Werten lebten, ohne lokale Traditionen zu respektieren, Materialismus und andere europäische Besonderheiten einführten und die Araber als zweitrangig behandelten. Ihre Anwesenheit war umso schwerer erträglich, als die islamische Tradition die Juden ihrerseits als zweitrangige Menschen betrachtet, als feige Verräter Mohammeds.

Das europäische Schuldgefühl gegenüber den Juden artikulierte sich, als sich die internationale Gemeinschaft am 29. November 1947 über die Resolution 181 beugte, und wegen dieses Schuldgefühls ist der Umgang zwischen Israel und den westeuropäischen Ländern verkrampft geblieben. Die Israelis waren selten zurückhaltend im Ausspielen der A(ntisemitischen)-Karte, und das führte vor Jahren schon zu dem Vorwurf, dass sie ein bisschen zu heftig auf das europäische moralische Gewissen drückten, wenn Israel um wirtschaftliche oder militärische Unterstützung nachsuchte.

Doch seit dem Libanonkrieg von 1982 hat sich das europäische Schuldgefühl abgenutzt. Die Rolle Scharons, der den Feldzug geleitet hatte, wird zurzeit von der belgischen Justiz untersucht, und die öffentliche Meinung neigt dazu, die Schuld für die Massaker in Sabra und Schatila zunehmend Israel zuzuweisen. Auch in diesem Fall ist das kollektive Gedächtnis des Publikums kurz. Der libanesische Bürgerkrieg war schon seit Jahren im Gang, bevor Israel eingriff. Sein Beginn lag in gewissem Sinn in Jordanien, wo König Hussein im September 1970 viele tausend Palästinenser abschlachten ließ, die seine Monarchie und den Staat bedrohten. Er vertrieb Arafat und seine Getreuen in den Libanon, wo die PLO und andere palästinensische Kampfgruppen in wenigen Jahren persönliche Kolonialgebiete aufbauten. Dadurch begannen sich in der labilen libanesischen Gesellschaft die Gewichte zu verschieben; ein Bürgerkrieg brach aus. In dieses Chaos zog die israelische Armee ein. Kein einziger israelischer Soldat hat an den Massakern von Sabra und Schatila teilgenommen, ebenso wenig gab es einen israelischen Befehl für diese Morde, aber weil der israelische Verteidigungsminister – Scharon – von den Absichten der christlichen (!) Milizen hätte wissen müssen (und vermutlich davon wusste), wird er nun von der öffentlichen Meinung für Sabra und Schatila persönlich verantwortlich gemacht. Nach dieser Logik sind auch Kok und Voorhoeve persönlich für Srebrenica mitverantwortlich.

Von Sabra und Schatila hat sich Israel publizistisch nicht mehr erholt. Das Bild, das Europa vom jüdischen Staat hegte, basierend auf der seltsamen Wiedergeburt des schwachen, verfolgten, weisen und geläuterten Juden, der durch harte Arbeit die Wüste zum Blühen brachte, wurde ersetzt durch das Bild arroganter Militärs, die ein anderes Volk unterdrücken, um ihr eigenes Land bis zum Jordan hin auszuweiten. Das Massaker, das im selben Jahr im syrischen Hama stattfand und 20 000 Tote zur Folge hatte (die Toten von Sabra und Schatila werden auf weniger als 1000 geschätzt), zählt in der Weltmeinung nicht, weil sich dort Araber gegenseitig abschlachteten.

Die palästinensische Verzweiflung

Von Underdogs wurden die israelischen Juden zu Topdogs, und von Topdogs will die öffentliche Meinung Europas nichts wissen. In ihren Augen hat fast per definitionem die unterliegende Partei Recht, eine Haltung, die schon zu den jubelnden Reiseberichten über die Sowjetunion, das maoistische China oder, im Umkehrschluß, zur Herabsetzung der Vereinigten Staaten geführt hat. Islamistischen Extremisten gilt Israel als der Kleine Satan, der linken europäischen Intelligenzija als Amerika im Kleinen.

In dieser Atmosphäre konnten sich europäische Schuldgefühle den Juden gegenüber verflüchtigen. In den vergangenen Wochen ist in den Medien oft geäußert wurden: Die Juden, die Europa die Schoah zur Last legen, sollten es besser wissen, aber sie begehen nun selbst Verbrechen, die hinter der Schoah nicht zurückstehen. Aber worin bestehen diese Verbrechen, die manche mit den Praktiken der Nazis vergleichen? Ein niederländischer Journalist beschrieb unlängst die Erniedrigungen, die er bei einer Straßensperre zu ertragen hatte. Er musste auf die Toilette, aber träge, gelangweilte und zugleich Todesangst empfindende israelische Lausbuben in Uniform ließen die Reisenden warten, bis sie an der Reihe waren, was viele Stunden dauerte. Das ist ärgerlich und frustrierend, aber rechtfertigt die Störung eines gesunden Stuhlgangs den Terrorismus?

Die Menschen in Gaza und im Westjordanland seien verzweifelt, wird gesagt. Das sind sie auch. Ihre Verzweiflung entsteht, so wird seit Jahren geschrieben, aus zwei Quellen: Mangel an Freiheit und Mangel an ökonomischem Wohlstand. Gibt es Zahlen, die etwas über ihre sozioökonomischen Bedingungen berichten? Es gibt sie. Und diese Zahlen erzählen eine seltsame Geschichte. Bevor die heutige Intifada ausbrach, waren die sozioökonomischen Bedingungen eines Durchschnittspalästinensers in den besetzten Gebieten besser als die eines Durchschnittsbürgers in Ägypten oder Jordanien. 1998, als noch Hoffnung auf Frieden bestand, betrug das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf 1560 Dollar. In Ägypten waren es 1290, in Jordanien 1150 Dollar. Der Durchschnittspalästinenser war relativ frei – beschränkt durch israelische Militärzensur -, seine politische Meinung zu äußern und Parteien und Zusammenkünfte zu organisieren, Freiheiten, die in den arabischen Nachbarstaaten kaum oder nicht zu finden sind. Sozioökonomisch ging es dem Palästinenser unter israelischer Besatzung also besser als einem syrischen Bürger unter der Diktatur.

Wer die Geschichte der Zahlen erforscht, gelangt zu verblüffenden Feststellungen: Vor den Osloer Verträgen 1993 betrug das durchschnittliche Bruttoinlandsprodukt pro Kopf im Westjordanland 3500 und in Gaza 2800 Dollar, ein Vielfaches des Bruttoinlandsprodukts in den umliegenden ölarmen arabischen Ländern. Nach der Rückkehr von Arafat im Mai 1994 und der Übergabe der Verwaltung an die palästinensischen Behörden ging das Bruttoinlandsprodukt stark zurück, durch Chaos und Korruption und die israelische Absperrung der Gebiete nach terroristischen Anschlägen. Die Schlussfolgerung liegt auf der Hand: Die Besetzung führte zu einer, nach arabischen Begriffen, ökonomischen Blüte, die, hätte sie in Ägypten stattgefunden, große weltweite Befriedigung hervorgerufen hätte.

Eine weitere kaum bekannte Tatsache drängt sich auf: Die palästinensische Behörde Arafats hat die Kontrolle über 99 Prozent der palästinensischen Bevölkerung. Das territoriale Gebiet von Gaza und dem Westjordanland ist in drei Arten von Gebieten aufgeteilt, A, B und C genannt. In A, dem Gebiet, in dem alle größeren Städte des Westjordanlandes liegen, fallen sowohl die bürgerliche Verwaltung als auch die Aufgaben von Polizei und Sicherheit den palästinensischen Behörden zu. Auch in B ist die bürgerliche Verwaltung den palästinensischen Behörden vorbehalten, wird aber in Sicherheitsfragen mit Israel geteilt. In C, wo nur ein Prozent der Palästinenser lebt, haben die Israelis das Sagen. Sieht man die Gesamtfläche des Landes, ist die Verteilung allerdings ungleichgewichtig: A und B bilden zusammen 42 Prozent der Gesamtfläche von Gaza und dem Westjordanland und die C-Gebiete umfassen 58 Prozent der Fläche (diese hatte Barak hergeben wollen, einschließlich der Herrschaft über Ost-Jerusalem). Es gibt also ein starkes Ungleichgewicht zwischen der Herrschaft über den Boden und der Herrschaft über die Bevölkerung.

Doch dies berührt die Selbstständigkeit der palästinensischen Selbstverwaltung nicht. Die Palästinenser verfügen über ein Parlament, über Ministerien, über Behörden, und nur eines wird ihnen von den Israelis vorenthalten: der unabhängige Staat mit eigener Armee. Aber de facto und de jure leben die meisten Palästinenser schon seit Jahren mit eigener Verwaltung, die reichlich Chancen bekam, mit dem Aufbau einer demokratischen Gesellschaft zu beginnen. Das hat die palästinensische Regierung unterlassen. Korruption und behördliches Unvermögen haben einen klassischen Banditenstaat mit einer Polizeimacht hervorgebracht, die Menschen kidnappt, um sie dann gegen Lösegeld freizulassen, mit standrechtlichen Erschießungen, mit gebilligtem Diebstahl und der Unterschlagung europäischer Fördergelder. Es ist einzig und allein den palästinensischen Behörden vorzuwerfen, dass es den Palästinensern im Moment schlechter geht als unter der israelischen Besatzung.

Während des Sechstagekriegs im Jahr 1967 besetzte Israel Gaza, das Westjordanland und den Sinai. Die vollständige Ablehnung des israelischen Angebots „Land gegen Frieden“ durch die arabischen Länder bei der Konferenz von Khartum am 1. September 1967 führte zu zwei katastrophalen Entwicklungen: der schleichenden De-facto-Annektion der Gebiete durch Israel, angeführt von nationalistischen Religiösen, die in dem überwältigenden Sieg die Hand Gottes sahen, und der immer unerbittlicheren Ablehnung der Existenz Israels durch die arabische Welt, die in ihrer Niederlage die Hand Satans sah.

Vor 1967 lebten die Palästinenser frei von israelischer Unterdrückung in Gaza und dem Westjordanland, Gebieten, die von ihren arabischen Nachbarn beherrscht wurden. Diese Nachbarn taten alles, um ihren Gästen jede Form von Normalität vorzuenthalten. Während Israel Millionen jüdischer Flüchtlinge aufnahm, weigerten sich die Nachbarn, die Assimilierung palästinensischer Flüchtlinge zuzulassen. Das Ziel der Nachbarn war, die palästinensischen Flüchtlinge als Druckmittel für ihre eigenen lokalen oder regionalen Ambitionen zu benutzen.

Die Besetzung des Westjordanlandes und Gazas durch Israel war keine harte Besetzung. Aber eine Besetzung blieb es. Es wurde eine Kontrolle über Menschen ausgeübt, die diese Kontrolle nicht gewählt hatten und in ihrem relativ großen wirtschaftlichen Wohlstand keinen Anlass sahen, die Besatzer zu akzeptieren. Aber die Einschränkungen ihrer Freiheit wichen nicht nennenswert von denen ihrer arabischen Brüder ab. Ihre „Verzweiflung“ stammt aus einer anderen Quelle.

Antisemitismus und Schuldgefühl

Es lässt sich nicht leugnen: Nach terroristischen Anschlägen auf Israel werden Palästinenser kollektiv mit Straßensperren und der Zerstörung von Gebäuden bestraft (wobei, das kann ebenso wenig geleugnet werden, Unschuldige den Tod finden). Aber wenn ein Gebäude zerstört wird, werden die Palästinenser im Voraus gewarnt. Und die Palästinenser vertrauen darauf. Sie wissen, dass die Israelis nie mit gleicher Münze zurückzahlen und niemals gut besuchte Restaurants, Cafés oder Hotels in Hebron oder Ramallah in die Luft jagen würden, sondern dass sie als westliche Demokratie immer peinlich genau die Verantwortlichen für die Anschläge herausfinden müssen und dass sie bei einem Irrtum unerbittlich durch die eigene und die westliche Presse gestraft werden. Die Straßensperren sind einer kultivierten Nation unwürdig und die Vergeltungsaktionen nicht immer verhältnismäßig – trotzdem sind es unbedeutende Maßnahmen, verglichen mit der Art, wie sich Araber gegenseitig oder die arabischen Obrigkeiten ihre Untertanen behandeln.

Die palästinensische Propaganda und die westeuropäischen Medien wollen es so darstellen, als mache sich Israel eines Genozids schuldig. Täglich werden Berichte über Massenexekutionen verbreitet. Bequemlichkeit, mangelnde Kenntnis und die Political Correctness der Stunde geben den Journalisten offenbar das Gefühl, sie sollten nicht übermäßig differenzieren und die Bilder grausamer Panzer, die unschuldige Bürger terrorisieren, für sich selbst sprechen lassen. Aber Bilder sprechen selten für sich selbst. Eine Reportage der ARD hat unlängst ernsthafte Zweifel über den Tod jenes palästinensischen Jungen geäußert, der am 6. Oktober 2000 durch gezielte israelische Schüsse in den Armen seines Vaters starb. Er wurde noch am selben Tag zum Poster-Boy des Aufstands. Die deutsche Reportage nannte nun Indizien, nach denen der Junge möglicherweise nicht durch israelische, sondern durch palästinensische Kugeln getötet worden sei. Aber scheinbar genierte sich die niederländische Presse des Zweifels – es kam zu keiner diesbezüglichen Meldung.

Die renommierte niederländische Zeitung De Volkskrant vom Samstag, dem 6. April, gibt ein Beispiel undifferenzierter Meinungsmache. Die Zeitung druckte vier Fotos unter dem Titel ab: „Ein Palästinenser wird in Ramallah bei einem Feuergefecht von einem israelischen Heckenschützen erschossen.“ Foto 1 zeigt, dass der Mann, der später getötet wurde, selbst aus einer automatischen Waffe feuert, Foto 2 zeigt, dass er getroffen wird, Foto 3, dass er zu Boden fällt, und Foto 4, dass sich seine Kameraden über seine Leiche beugen. Im Text wird neutral gemeldet, dass es „um einen Palästinenser“ geht, obwohl deutlich zu sehen ist, dass es sich um ein bewaffnetes Mitglied der palästinensischen Miliz handelt. Der Israeli aber wird nicht „ein Israeli“, sondern ein „israelischer Heckenschütze“ genannt, also ein feiger Mörder, der sich verborgen hält und heimlich seine Opfer tötet. Der Text bietet zu den Fotos eine Interpretation, die steuert, selektiert und täuscht.

In der europäischen Berichterstattung über Arafats Herrschaft und die arabische Welt klafft eine bemerkenswerte Lücke: deren unaufhörliche antisemitische Propaganda. Judenhass ist ein akzeptierter, alltäglicher Bestandteil der arabischen Medien (die übrigens von den Obrigkeiten vollständig kontrolliert werden). Neulich publizierte eine saudische Staatszeitung in einer zweiteiligen Geschichte den alten antisemitischen Mythos vom Gebrauch nichtjüdischen Menschenbluts, das sich die Juden durch Mord verschafften und zur Herstellung bestimmter Gerichte verwendeten. Über diesen Artikel erregte sich die amerikanische Presse, sodass die Saudis eine vorsichtige Entschuldigung abdruckten. Eine Mehrheit der Araber glaubt, dass Juden die Twin Towers angegriffen hätten. Momentan werden Juden in der arabischen Presse sogar bezichtigt, die Anschläge in Netanja, Tel Aviv und Jerusalem selbst begangen zu haben, um eine Besetzung des Westjordanlandes zu rechtfertigen. Die arabischen Medien, allen voran al-Dschasira , beschreiben die Israelis als Kinder- und Frauenmörder, als Plünderer und Diener eines kosmischen Bösen, das den Islam vernichten will.

Aber die westeuropäischen Medien, die diese Tendenzen mit Bestürzung beobachten sollten, schweigen darüber. Innerhalb von zwei Tagen nach dem israelischen Einmarsch in Ramallah war in den europäischen Medien keine Rede mehr von der Vorgeschichte. Die Erinnerung an den Anschlag von Netanja und dessen fatale Folgen waren verschwunden. Es gab nur noch Gerüchte über das grausame militärische Auftreten der Israelis. Gewiss, seit 1967 haben die Palästinenser in den besetzten Gebieten unter den Israelis gelebt. Aber jeder Vergleich mit der Schoah ist eine gefährliche Umkehrung aller Werte. Ich sage: Wer das Schicksal meiner Großeltern oder Onkel und Tanten mit dem Schicksal der Palästinenser unter den Juden gleichstellt, ist ein Antisemit.

Die arabische Scham

Verzweiflung, entstanden aus Erniedrigung, Armut, fehlender Freiheit und Selbstbestimmung, wird in anderen arabischen Staaten ebenso stark empfunden wie in den besetzten Gebieten. Trotzdem kommen dort Selbstmordanschläge selten oder nie vor. Warum schickt ein Palästinenser sein Kind los, um sich selbst und andere zu töten, und ein Ägypter nicht? Der große Unterschied liegt in der Frage, was die Unterdrückten als Unterdrückung und wen sie als Unterdrücker erleben. Freiheit und Wohlstand der Ägypter werden bestimmt – vor allem: begrenzt – durch eine dezidiert islamische Elite von Militärs und Industriellen. Für einen Palästinenser besteht diese Elite aus Juden. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf betrug 1998 in Israel 16 180 Dollar und lag damit sogar höher als in Spanien. Reichtum, der den Palästinensern, wie sie meinen, abgenommen worden war. Wenn die Juden ihr Land nicht mit unrechtmäßigen Mitteln eingenommen hätten, wären die Palästinenser, wie sie meinen sie, heute ebenso wohlhabend. In der täglichen Konfrontation mit dem Reichtum und der Macht der Juden liegt der Schlüssel zum Verständnis der palästinensischen „Verzweiflung“. Das gewalttätige palästinensische Verhalten ist nicht durch ein Bedürfnis nach Freiheit zu erklären – die Freiheiten des durchschnittlichen Syrers bilden nur einen Bruchteil der Freiheit eines Palästinensers unter israelischer Besatzung in den achtziger Jahren – oder mit dem Kampf gegen Hunger – denn in den achtziger Jahren, unter israelischer Besatzung, hat die palästinensische Wirtschaft eine Blüte erlebt -, sondern durch etwas, das mit der Kultur, der Religion und den arabischen Verhältnissen zu tun hat: mit Scham. Scham, verursacht von einem Gefühl der Erniedrigung durch ein, notabene, in islamischen Augen zweitrangiges Volk, die Juden.

Ist damit die Frage nach den Ursachen der Gewalttätigkeiten befriedigend beantwortet? Nein. Es gibt noch mehr. Unlängst erklärte Ismail Haniya, ein Hamas-Führer, gegenüber der Washington Post, sie hätten die Schwachstelle der Israelis gefunden: „Die Juden lieben das Leben mehr als andere Menschen, und darum wollen sie nicht sterben(!).“ Um es deutlich zu sagen: Hamas strebt nach Vernichtung Israels, nicht nach einem Zusammenleben eines jüdischen und eines palästinensischen Staates oder nach einem demokratischen Palästina. Hamas strebt nach der Einführung der Scharia, der mittelalterlichen islamischen Gesetzgebung. Seit Israels Rückzug aus dem Libanon im Mai 2000 – einem Moment, der in der arabischen Welt als Niederlage der Juden gefeiert wurde – ist der Traum, Israel mit Gewalt in die Knie zu zwingen, immer stärker geworden. Juden haben keine Antwort auf den Tod. Spreng sie in die Luft, und sie bekommen Angst! Bei den Muslimen ist das anders. Der Tod im Kampf für Allah ist ein heiliger Tod.

Palästinensischer Machtkampf

Fouad Ajami, ein im Libanon geborener Beobachter der arabischen Welt, hat im Wall Street Journal vom 29. März versucht, die Kultur des Märtyrertums zu ergründen: „Er ,der Selbstmörder, der das Park Hotel in die Luft jagte, ist Teil der ihn umgebenden Kultur – der Freude, mit der diese brutalen Terrorakte begrüßt werden, des Kults, der rund um die Märtyrer und ihre Familien entsteht.“ Ajami zitiert Farouk Kaddoumi, ein Mitglied der palästinenischen Delegation bei der Konferenz der Arabischen Liga in Beirut. Kaddoumi erklärte dort: „Das Rückkehrrecht der Flüchtlinge nach Haifa und Jaffa ist wichtiger als ein eigener Staat.“ Ajami spricht von der „großen palästinensischen und arabischen Weigerung, das Land ,Israel‘ bestehen zu lassen, um ihm einen Platz unter den Nationen zu gönnen.“ Auch der Friedensvorschlag des Kronprinzen Abdallah von Saudi-Arabien beruht auf dieser Weigerung, verpackt in den Vorschlag, die palästinensischen Flüchtlinge zwischen einer Rückkehr in das heutige Israel und einer finanziellen Entschädigung wählen zu lassen (was werden sie wohl wählen?).

Es steht nicht fest, wie viele Flüchtlinge es gibt, Schätzungen bewegen sich zwischen drei und vier Millionen Menschen. Sie bilden die einzige Personengruppe, die seit Ende des Zweiten Weltkriegs im Flüchtlingsstatus verharrt. Warum? Die arabischen Nachbarn und die internationale Gemeinschaft haben sich konsequent geweigert, die Palästinenser als Bürger aufzunehmen. Ihr Hass wird seit 1948 am Leben erhalten. Ihre Rückkehr nach Israel liefe auf einen Bürgerkrieg hinaus, auf das Ende des jüdischen Staates in seiner jetzigen Existenz.

Die „große palästinensische und arabische Weigerung“, Israel als jüdischen Staat zu akzeptieren, bleibt die Grundlage des Konflikts. Doch ihm liegt als tieferes Problem die katastrophale kulturelle und ökonomische Stagnation der arabisch-islamischen Welt zugrunde. Die gegenwärtige zweite Intifada hat wenig mit Scharons Besuch auf dem Tempelberg zu tun. Es war eine zielgerichtete Provokation Scharons, um die internen palästinensischen Spannungen zu verschärfen, aber damit hat die Intifada nicht begonnen. Die wirklichen Ursachen der zweiten Intifada sind in den europäischen Medien kaum oder gar nicht behandelt worden, aus Angst, Arafats Heldentum damit zu beschädigen. Die zweite Intifada lässt sich nicht verstehen, wenn die innerpalästinensischen Konflikte nicht beschrieben werden.

In Gaza und im Westjordanland bestehen zurzeit, grob gesagt, drei Machtblöcke: Arafat mit seinen aus Tunis mitgekommenen Getreuen, die eine korrupte und unfähige wirtschaftliche und militärische Elite gebildet haben, zweitens die Jüngeren, Nationalisten, die in der ersten Intifada erfolgreich gekämpft haben, und drittens die Islamisten, die unversöhnlichen, fanatisch Gläubigen der Hamas und des islamischen Dschihad. Gleich nach Arafats Rückkehr kam es zu Spannungen zwischen diesen Gruppen. Anschläge von Islamisten beendeten nacheinander die Regierungen von Peres und Barak und brachten die kompromisslosen Politiker des Likud, die von den Siedlern unter Druck gesetzt werden, in die Regierung. Es waren Aktionen, die Arafat und Israel beweisen sollten, dass sie durchaus in der Lage waren, die Osloer Familienfeier zu stören; und dass sie sich nie mit Kompromissen bezüglich des Landes und des „Rechts auf Rückkehr“ abfinden würden.

Arafat hat versucht, die Islamisten und die Jüngeren zu isolieren, aber deren Machtbasis war zu groß: Arafat hat in absoluten Zahlen bei den Wahlen von 1996 nicht mehr als die Hälfte aller Stimmen bekommen. Die Hälfte der Bevölkerung von Gaza und vom Westjordanland zog den Weg der Gewalt vor. Für einen großen Teil der Palästinenser hatte Arafat schnell seinen Kredit verspielt: Die Korruption und der Machtmissbrauch waren so empörend, dass Islamisten begannen, Anschläge auf die schlimmsten Profiteure und Kriminellen auszuüben. Die Spannungen und der Machtkampf in den besetzten Gebieten wurden so groß, dass Arafat nicht mehr in der Lage war, in Camp David über Baraks Vorschläge ernsthaft zu verhandeln. Die Jüngeren und die Islamisten standen bereit, ihn bei seiner Rückkehr vom Thron zu stoßen. Die zweite Intifada war ihr Aufstand, mit dem sie der palästinensischen Bevölkerung und Arafat zeigen wollten, dass auch sie die Israelis vertreiben konnten, genau wie die Hisbollah im Südlibanon. Was wollen die Jüngeren, was sich von Arafats katastrophalem Regime unterscheidet?

Der palästinensische Politologe Khalil Shikaki schrieb in der Januarausgabe von Foreign Affairs über die Jüngeren: „Sie wollen Transparenz, Verantwortungsbewusstsein, eine Kampagne gegen Korruption und eine direktere Konfrontation mit Israel. Sie haben auch zur Gründung einer Regierung der nationalen Einheit aufgerufen, der nicht nur Vertreter aus ihren eigenen Reihen angehören sollen, sondern auch Mitglieder der Islamisten und anderer oppositioneller Gruppierungen. … Die junge Garde ist vehement gegen jede Form von Waffenstillstand, der den Untergang der nationalistischen oder islamistischen militanten Palästinenser bedeuten würde.“

Der Kampf in den Cafés

Sie haben Arafat die Pistole auf die Brust gesetzt, und seit Ausbruch der jetzigen Intifada hat er ihr Spiel mitspielen und seine eigenen Sicherheitsorgane bei Terroranschlägen in Israel einsetzen müssen. Vor der internationalen Presse verurteilte er die Anschläge. Hinter den Kulissen war er gezwungen, die Jüngeren und die Islamisten zu unterstützen. Tatsächlich wird der palästinensische Machtkampf in den Cafés und Restaurants von Israel ausgefochten. Shikaki zeigt drei Möglichkeiten auf, wie dieser Kampf ausgehen könnte. „Wenn der israelisch-palästinensische Konflikt in der Sackgasse stecken bleibt, werden die Islamisten die Gewinner sein. Wenn Israel sich für einen bedeutenden einseitigen Rückzug oder für eine Abschottung entscheidet, wird hingegen die junge Garde profitieren. Und wenn die israelischen und palästinensischen Führer zu einem gemeinsamen Abkommen finden, gleich ob vorläufig oder von Dauer, dann wird die alte Garde noch einen Aufschub erhalten.“

Israels Auftreten kommt Arafat wie gerufen. Die Machtzentren der Islamisten und der Jüngeren werden vernichtet, während Arafats Prestige zunimmt und seine Fatah-Organisation vermutlich schneller als die beiden anderen nach einem israelischen Rückzug bereitstehen wird. Nicht ohne Grund hat Arafat nichts unterlassen, um Scharon zu provozieren; nur mit Hilfe seines Todfeinds kann Arafat seine eigene Basis wieder in den Griff bekommen.

Michael Kelly, Journalist der Washington Post, erinnerte neulich an Arafats historische Rückkehr am 1. Juli 1994: „Arafats Ankunft in Gaza war eine interessante Lektion: eine absichtlich unbekümmerte Zurschaustellung brutaler Macht. Er kam aus dem Sinai, in einer langen Karawane von Autos der Marken Chevrolet, Mercedes und BMW, 70 oder 80 Autos voller bewaffneter Männer. Die Karawane schoss durch die voll besetzten Straßen, mit den korpulenten, in Lederjacken steckenden, Sonnenbrillen tragenden Bodyguards, die während der ganzen Zeit schrien und ihre Kalaschnikows abfeuerten, um das geliebte Volk auseinander zu jagen, um Platz zu machen für den geliebten Führer.“

Über Arafats Verwaltung schreibt Kelly, ein übrigens heftiger Gegner Scharons: „Es gab nie die Absicht, eine Demokratie, ,The Rule of Law‘, eine freie Presse, ein funktionierendes Steuersystem, ein Rechtssystem oder Gesundheitswesen einzuführen. Eine wirkliche Regierung hat es nie gegeben. Niemand hat sich je um den Aufbau der Wirtschaft, um die Schaffung von Arbeitsplätzen oder auch nur um einen Müllabfuhrdienst oder den Unterhalt von Straßen gekümmert. Es gab nur Sicherheitsorgane – viele, viele – und Villen am Meer von Arafats Kumpanen und Millionen Dollar ausländischer Hilfe, die immer wieder verschwunden zu sein schienen, und Gefängnisse und Propaganda. Und in der Mitte von allem: ,Präsident‘ Arafat, in einem Zimmer sitzend – umringt von wartenden Schmeichlern und Krawattenträgern und respektvollen Damen und Herren von der Presse.“

Um meine eigene Position deutlich zu machen: Ich finde, dass die jüdischen Siedlungen heute aufgelöst werden müssen, dass heute Nacht noch ein hoher Sicherheitszaun um Israel errichtet werden soll, der anschließend von schwer bewaffneten Nato-Einheiten bewacht wird (mit vielen Tausenden deutscher Mannschaften, um der historischen Gerechtigkeit willen), und dass die Palästinenser das Recht haben, morgen ihre eigene arabische Diktatur zu gründen. Doch für diesen Staat müssen sie einen Preis bezahlen: Nachdem sie seit 1948 in ihren Flüchtlingslagern von ihren arabischen Brüdern, unterstützt von ganzen Ressorts der Vereinten Nationen, geknebelt, belogen und betrogen wurden, ist die Aufgabe des „Rückkehrrechts“ in das jüdische Land, so wie es bis zu den Grenzen von 1967 bestanden hat, eine absolute Bedingung.

Israel hat viele Fehler gemacht. Die Siedlungspolitik (ein jede Vernunft übersteigender Traum der National-Religiösen, eine Form jüdischen Fanatismus, der nach 1967 entstanden ist), die unwürdige Behandlung von Palästinensern an Grenzposten, bei Straßensperren und bei ihrer Arbeit in Israel, die Mordanschläge auf Terroristen. Aber all das bietet keine Erklärung für den Selbstmordterrorismus, von einer Rechtfertigung ganz zu schweigen. Mehr als durch israelische Fehler wurden die Jahre nach Oslo durch die innerpalästinensische Dynamik unter der katastrophalen Herrschaft des Räuberhauptmanns Arafat und dem Einfluss des islamischen Fundamentalismus vergiftet.

In den Gefechten zwischen der israelischen Armee und der palästinensischen Miliz, die sich dafür entschied, die Konfrontation zu beginnen und die Terroristen und ihre Organisationen und Netzwerke zu beschützen, sind in den vergangenen Tagen viele Unschuldige gestorben. Nicht weil Israel ihren Tod gewollt hatte, sondern weil die palästinensischen Milizangehörigen vorsätzlich Unterschlupf in der eigenen Bevölkerung suchten. Das taten sie in der Erwartung, dass Israel seine Feuerkraft zügeln würde (was Israel tatsächlich versuchte) und dass die unvermeidlichen Zwischenfälle von den internationalen Medien aufgegriffen würden.

Ich klage an

Ich klage die europäischen Medien der Inkompetenz an, der Bequemlichkeit und der Parteilichkeit in einem Befreiungskampf, der kein Befreiungskampf ist, sondern ein Aufstand gegen eine demokratische Gesellschaft, für die Israel von der arabischen Welt sowohl beneidet als auch gehasst wird.

Ich klage die europäische Politik an, in Feigheit über die irakische Problematik hinwegzuschauen und die große arabisch-islamische Lüge zu akzeptieren, die erklärt, die israelischen Juden seien verantwortlich für das Elend im Nahen Osten.

Ich klage die europäische Politik an, mit der Androhung eines Wirtschaftsboykotts oder des Rückzugs ihrer Botschafter das korrupte, unrechtmäßige Regime Arafats zu unterstützen und damit den Kreislauf der Gewalt in Gang zu halten.

(c) DIE ZEIT   22 / 2002