Der Krieg gegen die Geschichte

Clifford D. May, Israel HaYom, 16. November 2016

„Wer die Vergangenheit kontrolliert, kontrolliert die Zukunft. Wer die Gegenwart kontrolliert, kontrolliert die Vergangenheit.“ Das war, wie Sie sich vielleicht erinnern, die Parole des totalitären Staats, den sich George Orwell in seinem klassischen Roman „1984“ ausdachte.

Heute operationalisieren verschiedene Gruppen Islamisten – die wir als diejenigen definieren können, die sich dem islamischen Herrenmenschentum verschrieben haben – dieses Konzept; sie versuchen die geschichtlichen Aufzeichnungen zur Unterstützung ihrer totalitären Ambitionen zu modifizieren.

Sechs Monate vor dem Anschlag vom 11. September 2011 befahl Taliban-Führer Mullah Mohammed Omar die Zerstörung der antiken Buddhas von Bamiyan in Afghanistan. Warum? Weil diese monumentalen Statuen Erinnerungen an eine Zeit waren, als das Land nicht islamisch war.

2012 zerstörte Ansar Dine, eine JIhadistengruppe, die mit Al-Qaida verbunden ist, die uralten Schreine, Gräber und Moscheen in Timbuktu. Warum? Weil diese für eine Version des Islam standen, der in afrikanischer Kultur „mariniert“ ist – und daher als irrgläubig angesehen wurde.

Am berüchtigtsten hat der Islamische Staat das religiöse und historische Erbe Syriens und des Irak demontiert, Stätten wie einen Tempel in Palymar, der dem kanaanitischen Gott Baal gewidmet war, christliche Kirchen in Niniveh und von Muslimen, deren Interpretation der heiligen Schriften von der der Möchtegern-Kalifatsbauer abweicht, zerstört.

UNESCO, die UNO-Agentur, deren angeblicher Auftrag die Förderung der Weltkultur ist, hat eine weniger bewegliche, aber vielleicht nicht weniger effektive Herangehensweise an diesen Krieg gegen die Geschichte gewählt. Die Absicht besteht darin nachzuweisen, dass Jerusalems heiligste Stätten den Muslimen gehören und dass Juden und Christen keine gültigen religiösen und historischen Ansprüche an dieser antiken Stadt haben – niemals hatten, niemals haben werden.

Eine Resolution diesbezüglich wurde von sieben mehrheitlich muslimischen Staaten zugunstend er Palästinenserführer gestützt und letzten Monat von UNESCO-Mitgliedern verabschiedet. Nur die USA, Deutschland, Großbritannien, die Niederlande, Litauen und Estland stimmten dagegen. Sechsundzwanzig Länder entschieden sich für Enthaltung – als würden sie die Wahrheit nicht kennen oder als sei die Wahrheit etwas ohne Konsequenzen.

Einige prominente Einzelpersonen haben ihre Stimme dagegen erhoben. Selbst Irina Bokova, die Generaldirektorin der UNESCO, sagte, die Abstimmung habe die Verantwortung der Organisation verletzt „die Trennungen zu überbrücken, die dem Charakter Jerusalems als Stadt vieler Religionen schaden“.

Ein Sprecher von UNO-Generalsekretär Ban Ki-Moon sagte: „Das geteilte Erbe dreier monotheistischer Religionen der heiligen Stätten sollte nicht infrage gestellt werden.“

Mehr als drei Dutzend Mitglieder des US-Kongresses, Republikaner wie Demokraten, verurteilten die Resolution. „Weltgremien haben nicht das Recht Geschichte umzuschreiben“, sagte die Abgeordnete Alcee Hastins (Demokratin aus Florida). Steny Hoyer (Dem., Maryland) nannte die Resolution „einen gefährlichen Versuch die Geschichte auszulöshen“. Der Abgeordnete Red Lieu (Dem., Kalifornien) nannte sie „tollwütig antisemtisch und antichristlich“. Der Abgeordnete Peter Roskam (Rep., Illinois) erkannte sie als „drastische Verletzung des internationalen Religionsfriedens“.

Im letzten Monat kündigten PA-Vertreter zudem eine „Kampagne entschuldigt euch für Balfour“ an, ein eigener, aber zugehöriger Versuch der Manipulation der Geschichte. Um Ihre Erinnerung anzustoßen: Die Balfour-Erklärung war ein diesen Monat vor 99 Jahren geschriebener Brief des britischen Außenministers Lord Arthur Balfour, der das Recht des jüdischen Volks auf Selbstbestimmung in einem Teil seines angestammten Heimatlandes anerkannte.

Sie wurde vom Völkerbund, der damaligen internationalen Gemeinschaft, übernommen. Die PA und ihre Verbündeten behaupten nun, die Balfour-Erklärung sei ein „Verbrechen“ gewesen – und fordern eine Entschuldigung.

In Wahrheit gab die Balfour-Erklärung progressiven Ansichten Ausdruck. Jahrhunderte lang wurde der Großteil des Nahen Ostens vom osmanischen Reich regiert. Doch der türkische Sultan Mehmed VI. machte den Fehler sich im Ersten Weltkrieg mit den Deutschen zu verbünden. Nicht lange nach dem Ende dieses Konflikts sollte sein einst mächtiges Reich von den siegreichen Briten und Franzosen aufgelöst werden.

Sie waren keine Heiligen, aber sie waren bereit Völkern Autonomie zu gewähren, die lange Untertanen der Osmanen waren. Die Balfour-Erklärung sprach auch von den „Bürger- und religiösen Rechten der bestehenden nichtjüdischen Gemeinschaften in Palästina“.

Drei Jahre später gab der Völkerbund Großbritannien ein Mandat zur Regierung von Palästina. Die östlichen drei Viertel dieses Territoriums wurden zu dem, was heute das Haschemiten-Königreich Jordanien ist. Andere neue arabischen Staaten auf ehemals unter dem osmanischen Joch befindlichen Gebiete sind der Libanon, Syrien, der Irak und Saudi-Arabien.

1947 schlug die UNO die Gründung zweier Staaten im westlichen Palästina vor – eines arabischen und eines jüdischen. Die Anführer der palästinensischen Juden akzeptierten diese Zweistaatenlösung. Die Führer der palästinensischen Araber (sie hatten den Namen „Palästinenser“ noch nicht als den ihren und nur ihren übernommen) lehnte sie. Im Jahr darauf griffen Jordanien, Ägypten, Syrien, der Libanon und der Irak den frisch gebackenen jüdischen Staat an.

Der Konflikt endete nicht mit einer Friedensvereinbarung und Grenzen, sondern nur mit einem Waffenstillstand und Waffenstillstandslinien – Linien, die von 1949 bis 1967 hielten, als Israel einen weiteren Verteidigungskrieg gegen seine Nachbarn führte, einen, der damit endete, dass Israel den Ägypten den Gazastreifen und Jordanien die Westbank einschließlich Jerusalems abnahm.

Das sollte nicht vergessen werden. Während der Jahre der jordanischen Besatzung waren Juden aus Jerusalems Altstadt verbannt und sie durften nicht an der Westmauer beten. Zahlreiche jüdische religiöse Stätten in Jerusalem wurden geschändet oder zerstört.

Und jetzt begrüßt ein UNO-Gremium eine verfälschte Version der Vergangenheit dieser Stadt, während die palästinensische Autonomiebehörde die Balfour-Erklärung – eine Erklärung zur Unterstützung eines vielfältigen Nahen Ostens – als Straftat darstellt.

Das endet hier nicht. Die Palästinenser sollen heute darüber nachdenken die UNESCO aufzufordern, sie solle verlangen, dass die Israelis ihnen die Schriftrollen vom Toten Meer übergeben, fast 1.000 religiöse Texte, zumeist in Hebräisch und Aramäisch, die auf die Zeit des Zweiten Tempels zurückgehen.

Man ist versucht zu sagen: „Man kann das nicht erfinden.“ Aber natürlich kann man das. Orwell tat es. Die Frage ist, ob wir seitdem etwas gelernt haben.

#PalestinianClaims (Palästinenseransprüche)

Enough is Enough, 7. November 2016

Palästinenser behaupten, die Dinosaurier wurden in der großen palästinensischen Revolte vor einer Million Jahren ausgelöscht, lange bevor die Juden durch das Land streiften. Und die Schriftrollen vom Toten Meer gehören ihnen auch. #keinewirklichEingeborenen…

Die Version der „Großen Lüge“ des 21. Jahrhunderts

Sarah N. Stern, Israel HaYom, 30. Oktober 2016

Dieses Wochenende sah ich mir den Film „Denial“ [Leugnung] an, der die erfolgreichen Bemühungen von Deborah Lipstadt darstellt, wie sie die revisionistische Geschichtsschreibung des Holocaustleugners David Irving vor einen britischen Gericht herausforderte.

Aber wohin können wir uns wenden, wenn die historischen, religiösen und kulturellen Verbindungen unseres Volkes zu diesem Ort von Institutionen mit internationaler Zuständigkeit wie den Vereinten Nationen systematisch ausgelöscht werden? Gibt es ein höheres Gericht, vor dem wir in Berufung gehen können?

Am Mittwoch letzter Woche beschloss die UNESCO, die UNO-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur, eine weitere Resolution, mit der versucht wurde die jüdischen und christlichen Verbindungen zu Jerusalem auszulöschen. Diesmal wurde das vom 21 Mitglieder zählenden Welterbe-Komitee ausgeführt. Die Resolution vom Mittwoch setzt das Sahnehäubchen auf den Kuchen, der in der Woche davor vom Exekutivrat der UNESCO gebacken wurde und die jüdischen und christlichen Ansprüche am Tempelberg leugnet.

Das widerspricht unbestreitbar dem Auftrag des Welterbe-Komitees; dieser wird auf seiner Internetseite als „Ermutigung der Identifikation, dem Schutz und dem Erhalt des kulturellen Erbes in aller Welt, das als von herausragendem Wert für die Menschheit betrachtet wird“ beschrieben.

Einmal mehr lehnt es diese Resolution sogar ab den Tempelberg mit seinen hebräischen und englischen Namen zu benennen, sondern nur mit seinen arabischen Namen: Haram al-Scharif oder Al-Aqsa-Moschee.

Wir wissen, dass die Quelle dieser Resolution die Organisation der Islamischen Kooperation ist, die aus 56 Mitgliedstaaten der UNO plus der palästinensischen Autonomiebehörde besteht. Sie beansprucht mehr als 1,5 Milliarden Muslime der Welt zu repräsentieren und stellt den größten einzelnen Abstimmungsblock in der UNO dar.

Die OIC wurde in Jiddah (Saudi-Arabien) gegründet. Ihr Auftrag ist es angeblich die freie Religionsausübung zu garantieren; sie hat aber eine seltsame Definition von Religionsfreiheit: Es ist die freie Religionsausübung für den Islam und nur für den Islam. Das Hauptziel der OIC besteht darin das Scharia-Recht zu internationalisieren und international für Strafen für die zu werben, die das nicht akzeptieren, indem sie als „islamophob“ zu etikettieren.

Zu dieser Definitino gehört ein auf den Islam zentriertes Konzept Jerusalems.

Aber der Anspruch der OIC auf die Stadt ist von Haus aus mit Fehlern behaftet.

Jerusalem wird in der Torah nicht weniger als 669 Mal erwähnt. Nach Angaben von Dr. Mordechai Kedar von der Bar-Ilan-Universität wird es nicht ein einziges Mal im Koran erwähnt, sondern es wird ein Hinweis darauf gegeben, dass sie den Juden gehört: Im Sure 178,1 wird „Al-Aqsa“ erwähnt, was „die am weitesten entfernte“ bedeutet. Von welchem Bezugspunkt aus ist das die am weitesten Entfernte? Die Antwort lautet: von Mekka und Medina, den beiden heiligsten Städten des Islam. Wie die meisten Menschen wissen, wenden sich Muslime Mekka und Medina in Saudi-Arabien zu, wenn sie beten, während Juden sich Jerusalem zuwenden.

Darüber hinaus verweist der Koran auf Al-Aqsa und den Felsendom in demselben Vers, der den ersten und den zweiten Tempel erwähnt. Sure 17,1, der die Vergehen Israels behandelt, sagt: „Wir erlaubten euren Feinden eure Gesichter zu entstellen und eure Tempel zu betreten, wie sie sie früher betreten hatten.“

Die muslimische Tradition ist besonders stark bezüglich der Existenz des ersten Tempels, den König Salomo baute, den sie als Inbegriff der Weisheit betrachtet.

Die Ironie besteht darin, so stellt der amerikanisch-israelische Wissenschaftler Martin Kramer heraus, dass die muslimische Leugnung der Existenz des Tempels genau die theologischen Fundamente untergräbt, auf denen der muslimische Anspruch auf die Stadt basiert.

Seit der Befreiung Jerusalem im Jahr 1967 sind jede Menge archäologische Artefakte gefunden worden, die den jüdischen Anspruch auf das Land stützen. Es wurden Münzen aus der Hasmonäerzeit gefunden, ebenso rituelle Bäder und das Siebungs-Projekt fand, was Archäologen als „unbestreitbare Beweise“ von Mosaikfliesen sind, die einen Davidstern bilden; sie glauben, dass diese Teil des Bodens des zweiten Tempels waren.

Das Tempelberg-Siebungsprojekt entstand, weil die palästinensische Autonomie, die die Oberfläche dessen, was sie als „Haram al-Scharif“ bezeichnen – den Tempelberg – an Bautätigkeit vor Ort beteiligt ist, wobei Objekte entnommen werden, die mit der Behutsamkeit eines Chirurgen behandelt werden sollte und wirft sich auf eine Mülldeponie der Geschichte. Nach Angaben des israelischen Archäologen Gabriel Barkay wurden 400 LKW-Ladungen von mit Artefakten durchsetztem Boden von der Islamischen Waqf in Jerusalem beseitigt und im Kidron-Tal auf der Ostseite der Altstadt abgeladen.

Eine große Schar Israelis siebt sich durch die Erde und birgt uralte Schlüssel zum kostbaren Erbe unseres Volkes.

Genau an dem Tag, an dem über diese betrügerischen Resolutionen abgestimmt wurde, enthüllte der Bibelforscher Shmuel Achituv ein außergewöhnliches Dokument, das die israelische Antikenbehörde rettete: eine antike Schriftrolle, die aus der Zeit des ersten Tempels im siebten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung stammt und das ein Geschenk – Wein – erwähnt, das an einen König in Jerusalem geschickt werden soll. Das ist die früheste Aufzeichnung in hebräischer Schrift, die Jerusalem erwähnt.

Die größere Frage lautet, wie die Leute es einer ideologischen Agenda gestatten konnten ihre wissenschaftliche Objektivität in den Schatten zu stellen. Früher Oktober sagte MK Ahmed Tibi von der Gemeinsamen Arabischen Liste, ein Gynäkologe, der mit Sicherheit an die Objektivität der Wissenschaft glauben muss: „Ich glaube an das palästinensische Narrativ zu Jerusalem.“ Tortz allem, was an wissenschaftlichen Beweisen vorgelegt wird.

Die Vereinten Nationen sind in ein aberwitziges Forum ausgeartet, über dem es kein höheres Berufungsgericht gibt und wo absurde Resolutionen, die keine Grundlage in den Wissenschaften, der Realität oder der Wahrheit haben, einfach nur deshalb beschlossen werden, weil der muslimische Block politisch dominiert.

Wir alle kennen die „Theorie der Großen Lüge“ von Nazi-Propagandaminister Joseph Goebbels: Wenn man eine Lüge erzählt, dann sollte man eine große erzählen, sie einfach machen und sie ständig wiederholen“. Das war einer der ersten Schritte in der Vorbereitung der Grundlagen bei deutschen Volk, um bei der Auslöschung der Juden zu helfen. Die Version der „Theorie der Großen Lüge“ des 21. Jahrhunderts ist ein Versuch den Anspruch des jüdischen Volks auf das Land Israel auszulöschen und im innersten Kern davon liegt unsere Verbindung zu Jerusalem.

Wenn es aber etwas gibt, das wir Juden haben, dann ist es unser Gedächtnis und es ist die uralte Erinnerung an unsere heiligen Tempel, die uns durch die dunkelsten Tage unseres Exils getragen hat. Keine Abstimmung irgendeiner Institution kann uns das jemals stehlen.

Offene Wunde Palästina

Einordnung und Kommentierung einer Dokumenation

Freitag, 8. Oktober 2004:
Film von Annette von Wangenheim, WDR Fernsehen, 23.30 – 0.30 Uhr

Der Film beginnt gleich mit einer Falschdarstellung: „Durch die Gründung des Staates Israel verloren sie [die Palästinenser] alles – ihr Eigentum, ihre Heimat, ihre nationale Identität.“

Das ist eine wichtige Fehlinterpretation der geschichtlichen Abläufe. Denn damit wird gleich vorab Israel die Schuld am Zustand der Palästinenser von heute zugeschoben. Dabei stimmt das so nicht. Nicht die Gründung des Staates Israel führte dazu, dass die Araber „alles“ verloren, sondern die Befolgung des Aufrufs der „arabischen Brüder“, das Land zu verlassen und der von diesen Brüdern begonnene massive Vernichtungskrieg gegen die Juden 1948 sind der Grund, dass diese Araber Flüchtlinge wurden.

Der zweite Fehler dieser Aussage am Beginn des Films besteht darin, dass die Palästinenser ihre nationale Identität verloren hätten. Zuerst muss gefragt werden: Welche nationale Identität? Palästinenser gab es damals nicht, zumindest nicht, wenn sie Araber waren. Es war fast ein Schimpfwort – für Juden. Noch 1956 erklärten führende Araber aus dem Bereich zwischen Jordan und Mittelmeer, dass es kein Palästina gebe. Erst mit der Gründung der PLO 1964 wurde das Volk der Palästinenser erfunden.

Eine weitere Frage sollte die Autorin beschäftigen, sie wird aber ausgelassen. Sie beschreibt die Palästinenser als die weltweit größte Flüchtlingsgruppe, die nach mehr als 50 Jahren immer noch Flüchtlinge sind. Sollte da nicht vorrangig die Frage im Raum stehen, weshalb diese Menschen bis heute Flüchtlinge sind? Weshalb sie nirgendwo integriert wurden, wie das mit Millionen anderer Flüchtlinge gemacht wurde?

Wenn wir die Flüchtlinge anderer Konflikte nehmen und sie und ihre Nachkommen hoch rechnen, dann kämen wir bei diesen anderen Konflikten auf weitaus größere Anzahlen an Flüchtlingen als bei den Palästinensern. Diese Rechnungen können wir aber nicht aufmachen, weil bei allen anderen Konflikten Flüchtlinge in Aufnahmeländern integriert wurden (oft in Ländern, zu denen sie weder ethnisch noch sonst wie Verbindungen hatten, ganz im Gegensatz zu denen, die heute Palästinenser heißen und sich in nichts von den Arabern der Umländer unterscheiden). Dieser fundamentale Unterschied, der zwischen arabisch-palästinensischen Flüchtlingen und denen anderer Konfliktregionen gemacht wird, scheint der Autorin nicht einmal ansatzweise aufzufallen.

Solche Fakten fehlen. Die Berichterstatterin setzt mit ihrem Anfang Zeichen, die eine historisch unhaltbare, aber dem europäischen Fernseh-Zuschauer immer wieder eingehämmerte Botschaft vermittelt: Die Israelis sind schuld. Die Araber sind die Opfer. Die ersten 45 Sekunden dieser Dokumentation legen die Grundlage eines Täter-Opfer-Schemas, das die Verhältnisse auf den Kopf stellt, mit der Realität nicht überein stimmt und der Wahrheit Hohn spricht.

Unterstrichen wird das mit dem Lied „Sometimes I feel like a motherless child“ – die Palästinenser sind das im Stich gelassene Kind. Wegen der Gründung des Staates Israel.

Aber in diesem Stil geht es weiter: „1967 wurden durch die Besetzung der Westbank, des Gazastreifens und der Golan-Höhen noch einmal Tausende aus ihrer Heimat vertrieben. Mehr als drei Viertel aller Palästinenser leben im Exil. Staatenlos, ohne politische Rechte oder wirksamen internationalen Schutz.“

Wieder fehlt jeder Zusammenhang dazu, dass Israel diesen Krieg nicht gewollt hat, dass Ägypten ihn mit dem Kriegsakt der Sperrung der Straße von Tiran begann; dass die Palästinenser nicht aktiv vertrieben wurden, sondern flohen, bevor die Israelis da waren. (Was ist übrigens mit den Hunderttausenden Palästinenser, die nicht flohen? Warum werden die nicht erwähnt?)

Die Verantwortung der arabischen Staaten an den Flüchtlingswellen ist in diesen ersten gut zwei Minuten der Dokumentation nicht ansatzweise erwähnt. Wohl aber „die Staatsgründung Israels“. Welchen Schluss soll der Zuschauer daraus ziehen?

[Ab dieser Stelle wird der Film als eine Art Transkript mit eingebauten Kommentaren wieder gegeben:]

„Staatenlos, ohne politische Rechte oder wirksamen internationalen Schutz“ – keine Erwähnung der Tatsache, dass es einen palästinensischen Staat längst geben könnte, hätte Arafat nicht immer wieder den Terror gewählt; dass die Rechtlosigkeit ein Verbrechen der arabischen Staaten ist; dass die UNO pro palästinensischem Flüchtling ein Vielfaches dessen ausgibt, was für irgendeinen anderen Menschen der Welt zur Verfügung steht. Dass Israel seit 1948 um die 750.000 Juden integrierte, die aus arabischen Ländern mit nichts als der Kleidung am Leib flohen, ist für diese Dokumentation ebenfalls nicht existent; genauso wenig wie die Rechtlosigkeit und der fehlende internationale Schutz der wenigen noch in vereinzelten arabischen Ländern verbliebenen Juden.

Als einzige Ursache wurden in diesen weniger als zweieinhalb Minuten „die Gründung des Staates Israel“ und „die Besetzung der Westbank, des Gazastreifens und der Golan-Höhen“ erwähnt.

„Allein Syrien beherbergt rund 400.000 Flüchtlinge aus Palästina, rund 6 Millionen sind es inzwischen weltweit.“ 400.000? Das ist ein Klacks. Wie viele sind es in Jordanien? Im Libanon? Warum wird hier ausgerechnet Syrien als „Beherberger“ ausgesucht? Ein Land, das tyrannischer kaum regiert werden kann, wo die Menschenrechte derart mit Füßen getreten werden, dass nur jemand wie Saddam, die Taliban oder die Mullahs im Iran als noch schlimmer zu nennen sind? Was macht Syrien zu einem so „sympathischen“ Gastgeberland? Vielleicht, dass der Libanon die gemeinsten Palästinenser-Gesetze hat?

Und einmal mehr stellt sich die Frage, warum es „inzwischen“ 6 Millionen Flüchtlinge sind, während die Zahl solcher in anderen Konflikten nicht auf das Zehnfache anschwoll. (Antwort: Die anderen Flüchtlinge wurden aufgenommen und integriert, statt sie, wie bei den Palästinensern, als Kanonenfutter für den ewigen Krieg gegen die Juden in Lagern gehalten zu werden. Das ist allerdings für die Autorin offenbar nicht von Bedeutung – falls sie es überhaupt weiß.)

„Eine ganze Nation, etwa von der Größe Dänemarks, wurde über die ganze Welt zerstreut und kämpft seit über 50 Jahren dagegen an, aus dem Gedächtnis der Weltgeschichte ausradiert zu werden.“

Und wie sie das tut. Diese erst 16 Jahre nach Beginn ihrer Flucht erfundene Nation terrorisiert Israel, gefördert und finanziert durch die arabischen „Brüder“, terrorisiert(e) westliche Staaten durch Flugzeugentführungen und Bombenanschläge, versuchte in Jordanien einen Staatsstreich, der 20.000 Palästinenser im „Schwarzen September“ 1970 das Leben kostete, zog dann den Terror im Libanon auf, der dort einen über 20 Jahre dauernden Bürgerkrieg verursachte. Wenn das „gegen das Ausradieren aus der Weltgeschichte ankämpfen“ ist, dann würde ich sagen, die Autorin verharmlost in einem Maß, dass mir übel wird.

Diese drei Minuten Vorspann einer Dokumentation strotzt vor Fehldeutungen, Auslassungen, Falschdarstellungen, dass es jeden Historiker grausen müsste.

Umschnitt:

„Das wichtigste Gut der Palästinenser sind ihre Kinder. Eine solide Ausbildung oberstes Ziel. Palästinensische Schulen und Universitäten zählen zu den leistungsfähigsten und modernsten der arabischen Welt.“ Hm, wie kommt das? Waren das nicht die Israelis, die die palästinensischen Universitäten in Judäa und Samaria überhaupt erst gründeten? Die für ein Schulsystem für die Palästinenser sorgten? „Auch die Dalata-Schule im Flüchtlingslager Kabr-al-Cid, einem Vorort von Damaskus.“ Ach ja, Syrien, der Hort der Freiheit. Von wem wird diese Schule finanziert? Von Syrien oder von der UNO?

Die Antwort kommt prompt: „Die Schule wird mit Mitteln der UNO finanziert. Fast alle Lehrer sind Palästinenser und haben in Syrien studiert.“ (Vermutlich auch mit Mitteln der UNO, oder?) „Sie unterrichten rund 2500 Kinder, gleich viele Mädchen und Jungen. Auch zu ihrer Schuluniform gehören Hosen, wie an jeder Schule in Syrien. Die Schülerinnen lieben den modernen Geographie-Unterricht in kleinen Gruppen, auch Ohlah, die Tochter des Apothekers.“ Dass auf den Fotokopien der Staaten des Nahen Ostens, mit denen die Mädchen arbeiten, der Staat Israel nicht existiert, fiel der Autorin offenbar nicht auf…

„Ohlah und ihre Schwestern haben es nicht weit bis nach Hause. Der Weg ist allerdings extrem staubig und im Sommer drückend heiß.“ Vielleicht sollten sie mal in Afrika zur Schule gehen? Da gibt es weitaus schlimmere Verhältnisse. Aber ich weiche ab. „Es gibt zwar Kanalisation im Lager, aber kein trinkbares Leitungswasser. Die Folge: Infektionen und Darm-Krankheiten. Trinkwasser aus Flaschen ist teuer und für die Familien von Tagelöhnern, Bauarbeitern und Straßenhändlern kaum erschwinglich.“ Frage: Wenn die palästinensischen Schulen so gut sind, wieso sind dann die Palästinenser hauptsächlich Tagelöhner, Bauarbeiter und Straßenhändler? Könnte das daran liegen, dass die Palästinenser unter Diskriminierung durch die syrische Regierung, Verwaltung und Bevölkerung leiden? Oder ist das auch wieder Israel schuld?

Umschnitt: Gassen im Lager.

„Das Leben spielt sich vor allem Zuhause, in den eigenen vier Wänden ab, wo die Familie ALLES bedeutet: Schutz, Sicherheit und einen kleinen Freiraum zum Lernen und spielen. Ohlah hat vier Schwestern im Alter zwischen zwei und neun Jahren. Gemeinsam machen sie Hausaufgaben, während ihre Mutter das Mittagessen zubereitet. Es dauert ziemlich lange, da sie zum Kochen der verschiedenen Gerichte nur einen kleinen Gaskocher hat.“ (Inzwischen ist die Kamera in der Wohnung der Familie angelangt.)

„Wafaa Fayad ist 26 Jahre alt. Sie besuchte die Realschule bis zur neunten Klasse. Dann lernte sie ihren Mann kennen und hat geheiratet. Ohlah träumt davon Kinderärztin zu werden und ihre Chancen stehen gut. Ihr Vater zählt als Apotheker zu den fortschrittlichsten Männern im Lager. Gemeinsam mit seiner Frau tut er alles, um seine Töchter zu fördern und ihnen eine gute Ausbildung zu ermöglichen. Alle Mädchen sind im Lager geboren. Sie kennen die Welt außerhalb seiner Grenzen nur vom Hörensagen oder aus dem Fernsehen.“ Noch einmal die Frage: Woran liegt das?

„Damaskus liegt 15 km entfernt. Die Fahrt dort hin ist mühsam, wenn man kein eigenes Auto hat.“

„Mittags kommt der Vater nach Hause. Seine Apotheke liegt wenige Minuten von der Wohnung entfernt. Vor dem gemeinsamen Essen zeigen ihm die Töchter die Schulaufgaben. Ali Salech ist 38 Jahre alt und hat in Syrien studiert.“

Umschnitt auf die Straße, dann in die Apotheke.

„Seine Apotheke liegt im Zentrum des Lagers Kabr-es-Cid, direkt an der Hauptstraße. Sie ist eine Art medizinischer Anlaufstelle. Hier sucht man Rat und eine erste Diagnose. Der Apotheker hilft, wo er kann, denn die medizinische Versorgung in Kabr-es-Cid ist völlig unzureichend. Die wenigen Ärzte und Krankenstationen am Ort sind überlaufen und vor allem für schwere Fälle zuständig. Ali Salech kümmert sich um die alltäglichen, kleineren Probleme [er gibt einem Kind eine Spritze in den Po] wie Fieber, Asthma, Durchfall und Erschöpfungszustände.“ Bei dem Titel „Offene Wunde Palästina“: Wer trägt für diese Zustände die Verantwortung? Darauf läuft es doch letztlich hinaus. Bisher gibt der Film keine andere Antwort als die aus dem Vorspann: Israel!

„Wer bei einer Firma angestellt ist, hat eine Krankenversicherung. Alle anderen zahlen ihre Medikamente privat. Viele Menschen hier empfinden es als erniedrigend, sich bei internationalen Hilfsorganisationen für ein Rezept Stunden lang in Warteschlangen zu stellen. Sie gehen lieber direkt zu ihrem Apotheker und zahlen selbst. Syrische Medikamente sind erschwinglich.“ (Ja, ja, wenn es Syrien nicht geben würde!)

Der Apotheker: „Die Existenz eines Menschen besteht nicht nur aus Geld und materiellem Vermögen. Vom Materiellen her geht es uns – Gott sei Dank – gut bis sehr gut. Aber im Lager gibt es überhaupt keine Kulturzentren und keine sozialen Begegnungsstätten. Die Menschen kommen nur noch bei Hochzeiten und Beerdigungen zusammen. Wir haben keine Einrichtungen, wo man sich treffen, seine Hobbys gemeinsam ausüben und seine Kreativität entwickeln könnte. Es gibt z.B. keine Möglichkeit Musikunterricht zu bekommen. Die Amerikaner und Israelis betrachten nicht nur Demonstrationen und Protestaktionen als Terrorismus, sondern auch kulturelle Aktivitäten wie z.B. literarische Zusammenkünfte. Sie behaupten, solche Veranstaltungen hätten auch einen militanten Charakter. Nach den Anschlägen am 11. September ist der Druck auf Syrien enorm gestiegen, weil es die Palästinenser unterstützt. Jegliche Aktivität bedarf jetzt einer Genehmigung. So groß ist der Druck inzwischen geworden.“ (Ende der Stellungnahme des Apothekers.)

Aha, jetzt wissen wir’s: Die Syrer stehen unter Druck der Amerikaner und Israelis. Diese verbieten den Palästinensern in Syrien kulturelle Veranstaltungen. Warum gibt es dann in Syrien immer noch die Hauptquartiere von rund einem Dutzend Terror-Organisationen? Da üben die Amerikaner und Israelis keinen Druck aus, deren Existenz stimmen sie zu?

Kann man solchen Unsinn wirklich einfach so stehen lassen? Kann man nicht darauf hinweisen, dass Syrien offensichtlich den Druck der Amerikaner, dass die Terror-Gruppen nicht weiter unterstützt werden, auf diese miese Tour in die Flüchtlingslager ablenkt, um dort Stimmung zu machen?

Umschnitt: Unfertige Bauten? Oder was ist das? Hinterhöfe mit nicht verputzten Mauern? Es stehen überall riesige Satelliten-Schüsseln dort. Oben ragen aus den Mauern Eisenstangen heraus, die Wände sind offensichtlich nicht fertig gebaut.

„Etliche Veranstaltungen werden auch abgesagt. Ein Gemeindeleben existiert praktisch nicht mehr. Politische Entscheidungen treffen andere, über die Köpfe dieser Flüchtlinge hinweg. Sie selbst können keine eigenen Regierungsvertreter in Palästina wählen und in Syrien haben sie auch kein Wahlrecht.“ Wie kommt das? Warum können Afghanen im Iran an den afghanischen Präsidentschaftswahlen teilnehmen, aber Wahlen in „Palästina“ sind für Palästinenser in anderen Staaten nicht zugänglich? Alles Schuld von Israel und Amerika?

„Zum passiven Abwarten verdammt halten sie aus, was immer schwieriger wird, je weniger soziale Oasen es gibt. Ohne Kultur, ohne eigene Träume und Hoffnungen kann kein Volk der Welt überleben. Auch nicht ohne Natur. Hier fehlt es an beidem.“ (Es folgen Bilder der Mauern und Wände des Flüchtlingslagers in den Hinterhöfen.) „Es gibt keine Grünflächen, auf der Kinder toben oder Fußball spielen, Mütter ihre Erfahrungen austauschen und Väter am Wochenende grillen könnten. Die Wege sind so eng und staubig, dass Kinder nur auf Dächern oder in Hausfluren Platz zum Spielen finden. Auch ein Treffpunkt für Jugendliche fehlt. Den Familien fällt eine besonders große Verantwortung zu: Sie sind der einzige Ort, an dem junge Menschen psychische und körperliche Gesundheit, ihren Geist und Charakter entwickeln können, um für die Anforderungen des Lebens gewappnet zu sein. Die Apothekers-Kinder haben Glück. Sie wachsen behütet in einer Großfamilie auf, mit Großeltern, Onkeln, Tanten, Cousinen und Vettern nur wenige Gassen entfernt. Einmal im Monat wird im Haus der Großeltern für alle gekocht – ein Familientreffen, das hier, in der Fremde, jedem Einzelnen inneren Halt, Freude und etwas Entspannung gibt.“ (Nach 50 Jahren ist es immer noch „die Fremde“, obwohl niemand etwas anderes kennen gelernt hat!)

„Abu Mahmud Salech und seine Frau Amina haben fünf Söhne und zwei Töchter, 26 Enkel und sieben Urenkel. In ihrem Haus leben sechs Familien jeweils in einem Raum. Wer kann, trägt zum Lebensunterhalt der Großfamilie bei. Nur der Apotheker hat es geschafft sich auf eigene Füße zu stellen.“

„Nach dem Essen kreist das Gespräch um die Geschichte Palästinas. Von Generation zu Generation wird das Wissen mündlich weiter gegeben und bewahrt. Die meisten Palästinenser waren in der Heimat Bauern, auch Abu Mahmud Salechs Eltern in Safad. Ihnen gehörten große Ländereien, bis zu 100 Hektar. Mit 15 Jahren besaß der heute 73-jährige eigenes Land, das er bestellte. Seine Frau Amina war die Tochter des Bürgermeisters. Auch sie stammt aus einer wohlhabenden Familie mit großen Plantagen, zahlreichen Landarbeitern und Hausangestellten. [Wenn die Großgrund-Besitzer so viele Angestellte und Arbeiter hatten, sind diese nicht geflohen? Wie können „die meisten“ Palästinenser Bauern mit eigenem Land gewesen sein? Was wurde dann aus den Arbeitern?] „Besitzurkunden wie diese stammen aus der Zeit des britischen Mandats. Etliche Flüchtlinge konnten sie retten.“ [Nicht verwunderlich, da 90% der Araber flohen, ohne je einen israelischen Soldaten gesehen zu haben!] „Weitere Grundbuch-Eintragungen befinden sich in der alten Registratur von Palästina, heute im Besitz der Regierung Großbritanniens. Klare Beweise der Eigentumsverhältnisse, auch wenn die Häuser, Dörfer und Plantagen auf den palästinensischen Ländereien von Israelis zerstört wurden.“ [Dann fordern wir jetzt am besten auch die Rückgabe der Ländereien in Ostpreußen und Schlesien an die entsprechenden Flüchtlinge…]

El Hadsch Abu Mahmud Saleh: „Mein verstorbener Vater brachte eines Tages die Weizen-Ernte ein und war dabei das Getreide auf dem Feld zu dreschen. Da kamen bewaffnete Juden und haben die Ernte angezündet und verbrannt. Sie haben auch unsere Häuser zerstört. Mit Artillerie, am Tag und in der Nacht. Wir konnten kein normales Leben mehr führen. Wir konnten nicht mehr aufatmen. Die Engländer haben die Juden unterstützt und standen hinter ihnen. [Da spricht aber alles gegen, was die Briten gemacht haben – von der Einwanderungs-Verhinderungs-Politik bis zur Anwendung der Waffengesetze gegen die Juden, aber nicht gegen die Araber. Legendenbildung pur – wie auch das Folgende.] Wenn sich ein Palästinenser gewehrt hat, wurde er von Juden angezeigt und von Engländern verhaftet und ins Gefängnis gesteckt.“ [Ende Erzählung von Abu Mahmud Saleh]

Umschnitt: Schwarz-weiß-Bild eines (arabischen?) Hirten mit Schafen.

Die Gewalt traf vor allem Zivilisten, ein Volk, das in der Mehrheit aus Bauern und Nomaden bestand. [Bitte: Das „Volk“ verstand sich nicht als palästinensisches Volk. Einmal abgesehen davon: Wo bleiben in dieser Darstellung all die eingewanderten Araber, die nur kamen, weil Juden ihnen Arbeitsplätze und einen höheren Lebensstandard als in den arabischen Staaten boten?]

Wieder Abu Mahmud Saleh: „Wir hatten keine Waffen – sie Maschinengewehre und sogar Artillerie. Wir hatten, wenn überhaupt, nur Gewehre [Aha, Gewehre sind also keine Waffen.], die kaum funktionsfähig waren. Der Druck wurde immer größer. Sie fingen an unsere Kinder und unsere Leute zu töten und zwangen uns damit Palästina zu verlassen.“ [Historisch nicht haltbare Legendenbildung.]

Umschnitt (s/w): Ein zweimotoriges Propellerflugzeug (sieht aus wie ein amerikanischer Fairchild-Militärtransporter) fliegt von links ins Bild, das Geräusch dazu stammt von einem Jet! Dann explodiert im nächsten Schnitt natürlich auch gleich eine Bombe und vernichtet ein Haus. Es folgt der Einschlag einer Granate – sie dürfte wohl Artillerie gewesen sein und passt nicht ins Tonbild des dröhnenden Jets. Hinzu kommt, dass die Israelis nie eine Fairchild flogen; bei dem Flugzeug handelt es sich um eine ähnlich aussehende Noratlas, die die israelische Luftwaffe aber erst ab 1956 betrieb! Hier betreibt die Autorin grobe Geschichtsfälschung anhand von Filmbildern und Ton, die hinten und vorne nicht stimmen! Sie will Stimmung machen!

Es liegen Tote auf einer Straße, ein kleines Kind, höchstens zwei Jahre alt wankt durch’s Bild. Palästinensisches Leid? Warum sieht es dann aber so aus als trage der Tote rechts vorne eine Kippa? Auch in der nächsten Sequenz ist ein verelendendes Kind zu sehen – neben einer Flagge mit Davidstern! Die folgenden Artillerie-Soldaten mit ihrer schweren Kanone tragen jordanische Stahlhelme! Warum haben die Araber, die durch’s Bild wabernder Rauschwaden laufen (die mir sehr stark als eingeblendet erscheinen) Gewehre in der Hand?

„Die Vertreibung der Palästinenser im Jahre 1948 ging in die Geschichte der arabischen Welt als „nakba“ – die Katastrophe – ein. Den Schock und das kollektive Trauma kann in den westlichen Industrienationen vielleicht nur nachempfinden, wer im Zweiten Weltkrieg selbst aus der Heimat vertrieben wurde.“ [Dann, bitteschön, sollten aber die Sudetendeutschen, die Siebenbürger Sachsen, die Ostpreußen etc. auch alle in Flüchtlingslager gesperrt werden, bis sie ihre Güter und Ländereien zurück erhalten!]

S/w-Bilder von flüchtenden Leuten in Städten und auf dem Land. Warum heulen auf den Feldern, weitab aller Bebauung, Luftschutz-Sirenen? Interessant, dass immer wieder sehr deutlich europäisch gekleidete Personen tot auf den Straßen liegen. Das waren keine Araber!

„1948 wurden 800.000 Palästinenser gewaltsam aus ihren Häusern vertrieben.“ Entschuldigung, aber da 90% der „Palästinenser“ den Aufrufen ihrer „arabischen Brüder“ und von Arabern gestreuten Gerüchten über Massaker folgten und ihr Hab und Gut verließen, ohne auch nur einen einzigen israelischen „Soldaten“ (oder Bewaffneten) gesehen zu haben: Wie können dann 800.000 gewaltsam vertrieben worden sein? Einmal abgesehen davon, dass die einzige seriöse Studie hierzu – die von Joan Peters – ergab, dass es wesentlich weniger Araber waren, die das Land verließen.

„418 Dörfer bleiben menschenleer zurück. Viele Orte sind anschließend von Israelis komplett zerstört worden, mit dem Ziel, jegliche Spuren der palästinensischen Bevölkerung des Landes auszuwischen.“ (Dazu schreibe ich jetzt besser nichts…)

Bilder von Flüchtlingen (zumindest eine Szene ist viel zu scharf und deutlich, um authentisch zu sein!), dann Umschnitt auf ein Zeltlager.

„Jahre lang hatten die Vertriebenen kein Dach über dem Kopf. Bis 1951 lebten 87% in Lagern aus provisorischen Zelten. [Kein Hinweis darauf, dass die „arabischen Brüder“ sie daran hinderten zurückzugehen; dass sie ihnen immer wieder versprachen, sie würden die Juden ins Meer treiben, dann könnten sie zurück. Kein Wort dazu, das die „arabischen Brüder“ ihnen jegliche bessere Behausung verweigerten.] Unter den Flüchtlingen waren vor allem Alte, Frauen und Kinder. Sie retteten sich nach Gaza und Westbank [die hieß damals noch nicht so] oder in die Nachbarländer wie den Libanon und Jordanien. Den Winter im Hochland haben nur die Stärksten überlebt. Rund 90.000 schafften es bis nach Syrien. [Syrien scheint der absolute Wohltäter der palästinensischen Flüchtlinge zu sein… Wieso, übrigens, hat sich die Zahl der Palästinenser insgesamt in den letzten 50 Jahren in etwa verzehnfacht, in Syrien aber nur auf etwas mehr als das Vierfache zugenommen? Am geringen Kinder kriegen scheint es nicht zu liegen, wie die Familie Saleh zeigt.]

Umschnitt auf Dr. Ali Okla Orsan, Präsident des arabischen Schriftsteller-Verbandes:

„Im Jahre 1948 war ich Schüler an der Grundschule. Damals kamen fünf Lastwagen zu unserer Schule gefahren. Auf den LKWs waren Frauen, Kinder und alte Menschen geladen, die nichts bei sich hatten. Sie wurden in der Schule untergebracht und erzählten uns, dass sie zwar vertrieben wurden, aber bald wieder zurückkehren könnten. Wenn der Krieg in wenigen Tagen vorbei sei. Seitdem sind 56 Jahre vergangen und sie sind immer noch nicht zurückgekehrt. Die syrische Regierung gab ihnen zuerst Notunterkünfte, wie z.B. in Schulen. Später wurden Lager errichtet [aber nicht von den Syrern, sondern von der UNRWA!]. Ich hatte Freunde dort. Sie lebten auch im Winter in Zelten, die nicht einmal wasserdicht waren. Ich werde das Leiden der Menschen niemals vergessen. Bei Wind wurden die Zelte aus ihrer Verankerung gerissen. Dieser Zustand dauerte eine Zeit lang an. Die Syrer erlebten das Leid hautnah mit und haben Mitgefühl für die Palästinenser empfunden.“ [Die Frage bleibt, wer für diese Zustände der Lager verantwortlich war – und wie es kam, dass die UNRWA so viele weitere Menschen als Flüchtlinge registrierte, die gar keine solchen waren, sondern nur nicht hinter deren guter UNO-Versorgung zurückstehen wollten.]

Umschnitt in ein Flüchtlingslager mit Ausgaben von Hilfsgütern.

„Damals ahnte niemand, dass es so bald keine politische Lösung geben würde.“ [Wer wollte denn damals auf arabischer Seite eine politische Lösung??????????] Das Internationale Rote Kreuz und verschiedene UN-Hilfsorganisationen lieferten Zelte, Decken, Medikamente und Essen. Am 1. Mai 1950 startete die UNRWA umfassende Hilfsprogramme. UNRWA, eine Organisation, die die Vereinten Nationen speziell zur Rettung der palästinensischen Flüchtlinge gegründet hatten. [Es fällt der Autorin offenbar gar nicht als merkwürdig oder erstaunlich auf, dass die UNO eine komplette Organisation nur und ausschließlich für die palästinensischen Flüchtlinge hat, während für alle anderen Flüchtlinge zusammen lediglich eine einzige Organisation der UNO zur Verfügung steht; dass die Verhältnismäßigkeit hier völlig verschoben ist.] Gastländer und UNRWA leisteten gemeinsam humanitäre Hilfe. [Das wüsste ich aber – die „Gastländer“ haben der UNO gnädig erlaubt, sich um die Flüchtlinge zu kümmern. Selbst haben sie NICHTS dazu beigetragen!] Ein Schwerpunkt war die medizinische Grundversorgung. Ein anderer Ausbildung von provisorischem Unterricht im Sand bis hin zu ersten Schulen und Werkstätten. Die meisten Flüchtlinge waren Bauern [andere Berufe gab es offenbar nicht – aber andere als Bauern hatten auch kein Land, also müssen fast alle Bauern gewesen sein, damit sie Besitzansprüche geltend machen können…], hatte ihre Existenzgrundlage verloren und konnten nur schwer andere Arbeit finden.“ [Anscheinend ist das noch heute so – und Schuld sind immer noch die Israelis, die verhindern, dass die Araber ihre Leute in ihren Ländern integrieren, statt sie in Lagern zu halten und ihnen Grundrechte zu verwehren.]

Umblendung (nächtliche Szenen aus dem Lager Kabr-es-Cid)

„Heute betreut die UNRWA allein in Syrien zehn Lager, die meisten im Umkreis der Hauptstadt Damaskus.“ [Noch einmal die Frage: Wieso wurden diese Menschen nicht integriert, sondern weiter zum Lagerleben gezwungen?]

Ein Lied wird eingespielt, der deutsche Text eingeblendet:

Ich bin der Sohn des Südens,
[Warum der Sohn des Südens? Weil die Araber vor 1964 sagten, das Land zwischen Jordan und Mittelmeer sei Süd-Syrien?]
Mein Name ist Geduld,
Auf meiner Stirn ist ein Traum geschrieben.

“Hier in Kabr-es-Cid leben rund 20.000 Palästinenser. Auf den ersten Blick herrscht Normalität. Doch das Bild täuscht. Die Wunden liegen unter der Oberfläche. Von den Flüchtlingen der ersten Generation starben viele an Kummer. Materielle Not konnte gelindert werden. Nicht aber die Verletzungen durch Verlust der Menschenwürde.“ [Gut also, dass wir das nicht mit den Ostpreußen etc. gemacht haben. Aber warum wird von den Arabern nicht gefordert, dass sie es mit ihren Leuten so machen wie wir mit den Ostpreußen?]

Umschnitt auf Abu Mahmud Saleh, der sagt:

„Der Staat Syrien hat uns sehr geholfen und gut behandelt. Wir bekamen sogar Grundstücke, um darauf Unterkünfte zu bauen. Wir sind den Syrern fast gleich gestellt und fühlen uns frei in diesem Land. Was uns aber fehlt, ist ein Reisepass, mit dem wir die Gräber unserer Vorfahren in Palästina besuchen können. [Das liegt wohl vor allem daran, dass Syrien sich weiter im Kriegszustand mit Israel befindet, oder?] Ich würde auch gern mal nach Deutschland oder Jordanien fahren. So einen National-Pass besitzen wir aber nicht, weil wir keinen eigenen Staat haben. [Warum werden keine alternativen Regelungen getroffen?] Während alle Staaten Israel anerkennen [Jau, vor allem Syrien, Libanon, Saudi Arabien, Iran etc.] möchten keiner unseren Staat Palästina anerkennen.“ [Geht schlecht, wenn Arafat immer wieder verhindert, dass es diesen Staat gibt!]

Wenn das alles so toll ist, wieso kennen die Menschen praktisch nur das Flüchtlingslager?

Und was würde mit dem Mann passieren, wenn er über Syrien anders reden würde?

Umschnitt auf den Ausweis des Apothekers Ali Saleh:

„Das hier ist unser Ausweis. Er heißt offiziell ‚Reisedokument für palästinensische Flüchtlinge’. Schon die Bezeichnung ist eine Zumutung und Schande und widerspricht dem natürlichen Recht eines jeden Volkes. [Mal abgesehen davon, dass es bei Einführung dieses Ausweises noch gar kein „palästinensisches Volk“ gab, weil es erst 1964 erfunden wurde: Wer stellt denn dieses Dokument aus??????] Wir haben wie alle anderen ein Recht auf unseren eigenen nationalen Reisepass. Sie besitzen doch auch einen deutschen Reisepass. [Und weil die Tibeter auch das Recht haben, bomben sie in Peking und Shanghai; und die Kurden dürfen deswegen in Ankara und Istanbul morden; die Tschetschenen haben gar keine andere Wahl, als in Moskau und Beslan Massenmorde zu verüben, um einen eigenen Reisepass zu bekommen. Die Indianer in den USA haben die Pflicht, sich ihren eigenen Reisepass zu erkämpfen – mit Bomben in Chicago, Salt Lake City, Los Angeles!] Genau so habe ich das Recht einen palästinensischen Pass zu tragen, mit dem ich die Welt bereisen dürfte. Was ich aber habe, ist lediglich ein Reisedokument für Flüchtlinge. Wenn ich damit verreise, werde ich immer als Flüchtling angesehen, sogar, wenn ich nach Mekka zur Pilgerfahrt fahre. So sieht das aus.“ [Sorry, aber wer vor allem sieht den Mann so an, z.B. in Mekka? Die Israelis? Die Amerikaner? Oder die „arabischen Brüder“?]

Umschnitt: Straßenszene

„Heute lässt kein Land der Welt mehr Palästinenser problemlos einreisen. Aus Angst vor den USA. [Wie bitte? Es dürfte ja wohl eher so sein, dass die meisten Länder reichlich schlechte Erfahrungen gemacht haben mit heutzutage einreisenden Palästinensern!] Man befürchtet Sanktionen oder zur so genannten Achse des Bösen gezählt zu werden. [Hm. Dann müsste Syrien lange dazu gehören, das hat Bush aber nicht gesagt – ach ja, Syrien kotaut ja auch vor den USA und erlaubt den Palästinensern keinerlei Freiheiten mehr, außer Terror auszuüben…] Vorurteile stigmatisieren nicht etwa eine politische Gruppierung, sondern ein ganzes Volk – auch Kinder, Frauen, Alte und Kranke. Palästinenser sind praktisch eingeschlossen da, wo sie sich gerade befinden. [Klar, nur wegen der bösen Amis, die Araber haben überhaupt nichts dazu beigetragen oder damit zu tun…] Es ist keine Seltenheit, dass palästinensische Studenten ein Auslands-Stipendium verliehen bekommen, aber in das jeweilige Land nicht einreisen können.“ [Ach nee? Könnte es nicht sein, dass sie aus ihrem „Gastgeberland“ nicht ausreisen können? Wozu sollten sie sonst Stipendien von Ländern erhalten, wenn die sie gar nicht einreisen lassen wollen?]

Umschnitt auf die unfertigen Bauten und Hinterhöfe des Flüchtlingslagers und den Hof von Ali Saleh, in dem seine Töchter spielen.

„Der Verlust der Bewegungsfreiheit bedeutet den Verlust eines Menschenrechtes. Die Flüchtlinge richten ihre ganze Hoffnung auf die Zukunft ihrer Kinder.“ [Wer verwehrt ihnen dieses Menschenrecht? Israel? Oder nicht doch die arabischen Bruderländer?]

Wafaa Fayath, die Frau von Saleh:

„Ich möchte, dass meine Kinder später studieren und das bekommen, was uns gefehlt hat. Ich wünsche mir, dass unsere Kinder die Ziele erreichen, die wir nicht erreichen konnten. Das Wichtigste aber ist eine gute Ausbildung, weil Bildung unsere einzige Waffe ist.“
Bildung ist also eine Waffe. Eine Waffe wofür? Gegen wen soll sich diese Waffe richten? Das sind Fragen, die nicht gestellt werden.

Umschnitt: Blick über Dächer, gesungener Blues

„Wer den sozialen Aufstieg aus bäuerlichen Verhältnissen geschafft hat, lebt im Lager Yarmuk, 8km vom Zentrum der Stadt Damaskus entfernt. [Äh, hat der Apotheker das nicht auch geschafft, obwohl er nicht hier lebt?] 30.000 Bewohner sind Syrer, 120.000 Palästinenser, [Wieso leben Syrer in einem Flüchtlingslager? Alle vom Golan?] unter ihnen Lehrer, Ärzte, Journalisten, Ingenieure und Kleinunternehmer. Das Lager wirkt wie ein Stadtteil von Damaskus, doch jenseits der Hauptstraßen stößt man schnell auf Armut und Trostlosigkeit.“ [Das ist wohl nicht nur in diesem Lager so, sondern auch in vielen anderen Teilen von Damaskus und anderen Städten Syriens. Fragt sich nur, was die – wenn auch seltenen – schicken Hauseingänge mit der Armut und Trostlosigkeit zu tun haben.]

Gesungener Blues unterlegt die Szenerie

„Im ältesten Café des Lagers treffen sich die Flüchtlinge der ersten Generation: Männer aus verschiedenen Gebieten Palästinas und den unterschiedlichsten sozialen Schichten. [Aha, hier sind die Privilegierten: In diesem Lager gibt es soziale Treffpunkte, die im anderen Lager verboten sind, weil die Amis sie nicht wollen… sehr selektiv, wenn die Amerikaner und Israelis den einen Palästinensern soziale Treffpunkte verbieten, anderen aber nicht!] Hier recherchiert der Verleger Ghassan Shihabi zur Geschichte Palästinas. Die Alten berichten ihm vom Leben vor der Gründung des Staates Israel, von der Vertreibung und ihren Lebensumständen heute. [Wird das auch mit neutralen Quellen abgeglichen oder werden die Angaben der „Alten“ als Gott gegebene Tatsachen übernommen?] Shihabis Zeitzeugen-Befragung ist Spurensicherung, mündliche Geschichtsschreibung. Wenn diese Generation stirbt, gibt es niemanden im Lager mehr, der das Heimatland noch aus eigener Anschauung kennt und palästinensische Kultur und Tradition direkt weiter vermitteln könnte.“ [Vielleicht hätte die Autorin mal nachfragen sollen: Worin unterscheidet die sich von der Kultur und Tradition der übrigen Araber der Gegend? Da gibt es keine Unterschiede!]

Im Al-Schajarah-Verlag werden endlose Tonband-Interviews ausgewertet, unter der Buchreihe „Zerstörte palästinensisch Dörfer“ publiziert. 16 Bände sind bereits erschienen. 418 sollen es werden. Einer für jedes bis 1950 ausgelöschte Dorf. [Was hätten die Israelis machen sollen: Alles brach liegen lassen und die geflüchteten und vertriebenen Juden aus den arabischen Ländern in Lagern in der Negev-Wüste zusammenpferchen?] Das Projekt ist der persönliche Beitrag einer Hand voll Intellektueller zur palästinensischen Zeitgeschichte.“ [und vor allem zur Legendenbildung]

Ghassan Shihabi: „Mein Ziel ist es, einen Abschnitt der Zeitgeschichte des palästinensischen Volkes wiederzubeleben. Einige Institutionen versuchen, diese Geschichte und die damit verbundenen Rechte und Ansprüche in Vergessenheit geraten zu lassen, um alle Spuren palästinensischer Existenz zu beseitigen. [Das ist wohl eine der dreistesten Lügen überhaupt. Wenn es ein „Volk“ gibt, das jeder Mensch der Welt kennt, dann die Palästinenser! Dazu wird das Thema viel zu sehr am Kochen gehalten. Sollten die Europäer es einmal nur einen Augenblick vernachlässigen, werden die arabischen Staaten schon dafür sorgen, dass es wieder ganz weit nach oben kommt!] Diese Versuche zielen darauf ab, die Gegenwart von der Vergangenheit zu trennen, die Kontinuität in der Geschichte des palästinensischen Volkes auszulöschen.“ [Es ist vielmehr so, dass der Verleger die Geschichte eines palästinensischen Volkes erst einführen will, da es dieses Volk gar nicht gegeben hat; es wurde 1964 mit der Gründung der PLO erfunden, nachdem man sich Jahre lang dagegen gewehrt hatte, dass es „Palästina“ überhaupt gibt!]

„Die Suche nach den eigenen Wurzeln ist sehr wichtig für uns. [Klar, wenn es das Volk der Palästinenser erst 40 Jahre gibt und diese Wurzeln erst einmal geschaffen werden müssen.] In den Wurzeln liegt unsere Identität als Volk. Und diese Identität ist unser Schutz im Exil. Deswegen halten wir an ihr fest. [Seit sie 1964 geschaffen wurde!] Wir möchten unsere eigenen Gesellschaftsstrukturen, unsere Kultur, unsere politischen Ziele, unser Selbstbewusstsein, unsere Zugehörigkeit bewahren. Deshalb sind diese Wurzeln so wichtig für uns Palästinenser, auch für mich.“ (Ende Ghassan Shahibi)

Umschnitt: Antennen-Wald

„Palästinensische Flüchtlinge können die Staatsform ihres jeweiligen Gastlandes nicht bestimmen. Sie müssen sich mit ihr arrangieren. [Und wer bestimmt das? Ist Israel schuld daran?] Das Recht, eine eigene Regierung frei zu wählen, wird ihnen vorenthalten. [Von wem? Von Arafat!] Ebenso die Mitarbeit an einem möglichen Friedensprozess. [Auch von Arafat!] Politisch entmündigt gehen viele in die innere Emigration, auch Suher Abu Mahdi. Sie ist 39 Jahre alt, Mutter von vier Kindern und Englisch-Lehrerin an einer syrischen Schule. Seit 20 Jahren lebt sie im Lager Yarmuk. [Wo hat sie vorher gelebt? Nicht im Flüchtlingslager? Wie kommt das? Vor 20 Jahren gab es keinen Krieg, vor dem sie hätte fliehen müssen.] Ihre Familie ist ihr Ein und Alles. Jihad ist der Jüngste [Welcher Geist spricht aus einer Familie, die ihrem Sohn diesen Namen gibt? Später wird der Name als „Gihad“ buchstabiert – soll wohl dafür sorgen, dass dieser Name nicht so furchtbar erscheint.], 13 Jahre alt und fest entschlossen Tierarzt zu werden. Im Wohnzimmer kümmert er sich um das Aquarium, die Hühner auf dem Dach gehören in seinen Zuständigkeitsbereich, auf dem Balkon hat er noch etliche Wellensittiche zu versorgen [seltsam, dass in den Käfigen Kanarienvögel zu sehen sind] und wenn in der Nachbarschaft ein Tier erkrankt, wird es erst mal zu ihm gebracht. Jihad und seine Geschwister wohnen bei der Mutter. Die Eltern haben sich getrennt. In einer Welt, die die Flüchtlinge weder verlassen, noch nach ihrer Vorstellung gestalten können, ist die Familie der einzige Halt. Syrien bietet ihnen zwar äußere Sicherheit, aber innerlich fühlen sich viele schutzlos und isoliert.“

Suher Abu Mahdi: „Natürlich haben wir hier eine Art von Wurzeln geschlagen. Aber wir haben immer das Gefühl, dass uns etwas Wesentliches fehlt. Uns fehlen die psychische Stabilität und Sicherheit im Leben. Wir sind in diesem Land Gäste und können deshalb keine Heimatgefühle empfinden. Wir träumen ständig von unserem kleinen Dorf am Meer und dass wir es wieder aufbauen. Da kommen Heimatgefühle auf. Unsere Großfamilie lebt nicht zusammen an einem Ort. Sie ist überall verstreut, in Syrien, Jordanien, dem Libanon. Wir träumen immer davon als Großfamilie an einem Ort zu leben. Sie wissen doch, wie wichtig die Großfamilie für Araber ist und wie wichtig familiäre Bindungen sind. Zur arabischen Großfamilie gehören nicht nur Großeltern, Eltern und Kinder, sondern alle Verwandten.“ [Wie wäre es, wenn die arabischen Staaten untereinander wenigstens dafür sorgen würden, dass es Familien-Zusammenführungen gibt? Aber das ist wohl zu viel verlangt, es muss in Israel sein. Und vor allem: Wenn die Großfamilie beisammen wäre, dann gäbe es einen Grund weniger, dass sie alle nach Israel wollen!]

„Viele Familien in den Flüchtlingslagern haben auch Verwandte in den besetzten Gebieten Palästinas. Von dort erreichen sie täglich neue Schreckensnachrichten über Satelliten-Fernsehen oder Internet. Der Friede im Exil ist nur äußerlich.“

Suher Abu Mahdi: „Mein Alptraum ist unsere Lage überhaupt. Hinzu kommt das tägliche Morden am palästinensischen Volk und die Zerstörung seiner Häuser. [Hat natürlich nichts damit zu tun, dass die Terroristen Völkermord an Juden zu begehen versuchen und Israel diese Mörder jagt. Ist alles jüdische Willkür…] Wenn man sieht, wie z.B. eine alte Frau es ablehnte, ihr Haus vor der Sprengung zu verlassen und unter seinen Trümmern starb, dann versteht man, wie sehr diese Menschen an ihren Häusern und ihrer Heimat hängen.“ (Ende Suher Abu Mahdi) [Dass die Israelis sie raus geholt haben, war natürlich nicht im Fernsehen zu sehen. Dass die Israelis nicht wissentlich Häuser zerstören, in denen sich noch Menschen aufhalten – es sei denn, diese seien Terroristen, die sich nicht ergeben wollen – wird geflissentlich außen vor gelassen.]

„Seit der Eskalation des Nahost-Konflikts zerstörte die israelische Armee mehr als 60.000 palästinensische Häuser. [Diese Zahl ist derart aufgebläht, dass ich das lieber nicht weiter kommentiere.] 600 palästinensische Kinder wurden getötet, über 12.000 verletzt. [Zu den Umständen, unter denen das geschah, wird vorsichtshalber erst gar nichts gesagt – es könnte ja den falschen Eindruck erwecken, dass die Araber zumindest eine Mitschuld tragen und nicht die Israelis allein die Verantwortlichen sind!] 70% aller Kinder in den besetzten Gebieten sind kriegstraumatisiert. Sie brauchen dringend psychologische Hilfe. [Statt dessen bekommen sie weiter Gehirnwäschen der Hamas, Fatah etc., die sie zum Terrorkrieg gegen Israel anstacheln.] Die Flüchtlinge im Lager Yarmuk wollen nicht tatenlos zusehen und organisieren regelmäßig Spendenaktionen. Jihad ist mit seinem Freund Mahmud zum Verleger Ghassan Shihabi gefahren. Sie holen Handzettel ab, um die Bevölkerung zu Spenden aufzurufen. Viele Spenden für Palästina kommen aus diesem Lager. Fast die Hälfte der Bewohner sind Kinder und Jugendliche. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 66 Jahren. Etwa 20 Prozent haben keine Arbeit – nicht mehr, als in anderen, rein syrischen Stadtteilen von Damaskus. Es heißt, das durchschnittliche Jahreseinkommen liegt bei 1200 US-Dollar. Natürlich lassen sich die Freunde es nicht nehmen, auch in ihrem Lieblingsgeschäft Spendenaufrufe zu verteilen.“

„In diesem Zelt an der Hauptstraße werden die Spenden gesammelt. Haltbare Lebensmittel wie Reis oder Kleider und Geld. Im Jahre 2003 gab es fünf Spendenaktionen. Sie dauerten mehrere Wochen. Dann brachte ein Konvoi unter Aufsicht des Internationalen Roten Kreuzes die Güter über Jordanien in den Gazastreifen und zur Westbank. [Selbst hier kommt der Staat Israel nicht vor, der auf dem Weg durchquert werden musste und die Erlaubnis dazu gab. Nur als Unterdrücker und Mörder dürfen Israelis auftauchen…] Für Jugendliche wie Jihad und Mahmud ist das Thema weder abstrakt noch weit entfernt (die Jungen fahren mit Fahrrädern an einem Maschendrahtzaun entlang). Im Gespräch mit den Eltern und Großeltern bleibt die Vergangenheit, die Erinnerung an die verlorene Heimat, stets präsent. Die Kinder hier sehen sich als Flüchtlinge der dritten Generation und sind nach internationalem Recht als solche anerkannt. [Ein Status, den es ausschließlich für „Palästinenser“ gibt! Nicht für Tibeter, nicht für Hutu, nicht für Tutsi, nicht für Timoresen, nicht für Vietnamesen…] Am 11. Dezember 1948 verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten Nationen [auf Deutsch heißt das eigentlich Vollversammlung] die Resolution 194. Darin wurde das Recht auf Rückkehr aller Palästinenser und ihrer Nachfahren festgeschrieben [eine etwas sehr einseitige und unvollständige Darstellung – abgesehen davon, dass Resolutionen der Vollversammlung keine Verbindlichkeit haben]. Ihre Vertreibung gilt bis heute als Völkerrechtsverletzung.“ [so auch nicht richtig]

Mahmud Ibrahim: „So lange ich hier lebe, werde ich arbeiten, bis ich groß bin. Und wenn Palästina frei wird, dann kehren wir alle dorthin zurück. Unsere Herzen und auch mein Herz hängen an Palästina.“

Jihad Ashmauwi: „Ich würde beim Wiederaufbau unserer Heimat helfen. Ich würde unsere Felder bestellen und auch Tiere halten. Wir haben die Lektion unserer Großeltern gut gelernt. Deswegen würden wir unsere Heimat nie wieder verlassen. [„Nie wieder verlassen – das ist ein wahres Wort, denn vertrieben wurden sie fast alle nicht!] Egal, was man mit uns anstellt.“

Umschnitt auf einen Fußball-Rasen

„Obwohl das Lager Yarmuk eine gut funkionierende Infrastruktur hat, fehlt es auch hier an allen Ecken und Enden. Der einzige Fußballplatz mit Rasen gehört einem syrischen Sportverein. [So mancher deutsche Verein hätte auch gerne einen Rasen-Platz.] Es gibt kaum Kindergärten und viel zu wenig Krankenstationen. [Was machen die vielen Ärzte?] Die Schulen sind überfüllt. Zu viele Menschen wohnen auf engstem Raum. Rund 8.000 Personen können nur mit finanzieller Hilfe der UNRWA überleben.“ [Alles Israels Schuld? Oder sollte nicht doch Syrien auch ein wenig dazu beitragen, dass diese Menschen bessere Lebensbedingungen erhalten?]

Lied zu abendlichen Szenen:

Oh, Nacht
unser Mond ist seit langem nicht
bei uns erschienen,

oh Leute, singt für die Nacht,
oh Nacht

Unser weggebliebener Mond hat
den Weg zu uns verloren.

Oh Du kleines Mädchen, sage ihm,
er soll zurückkommen,
da die Fremde hart sein kann.

„Die Stadt kommt nie wirklich zur Ruhe. Hier haben die meisten Menschen mindestens drei Jobs am Tag, um ihre Familien irgendwie durchzubringen. [Der Apotheker behauptete doch, es ginge den Leuten materiell gut, das wäre nicht das Problem…] Auch in der Nacht sind die Hauptstraßen verstopft und laut. Abgase – ein ernstes Problem. Mahmud würde am liebsten die Schule abbrechen und Profi-Fußballer werden. Sein Vater ist Bäcker-Gehilfe, seine Stiefmutter Hausfrau. Die Familie lebt in zwei winzigen Räumen zur Miete, ebenerdig und laut. Immerhin gibt es Wasser und Strom. Der 14-jährige Mahmud bekommt von Zuhause wenig Unterstützung und ist in vielen Teilen das komplette Gegenteil von Jihad, was die Freundschaft der beiden aber nicht schmälert. Die Jungen kennen nur das Lager Yarmuk – hier wurden sie geboren, hier wachsen sie zusammen auf. [Es dürfte ungefähr 2 Milliarden weiteren Menschen so gehen, dass sie lediglich ihre Stadtviertel oder ihr Dorf kennen.] In der inoffiziellen Hauptstadt der Palästinenser in Syrien. Jihad und Mahmud sind auf dem Weg zu einem bekannten Mann im Viertel. Sie möchten ihn als Ehrengast für den Tag der offenen Tür gewinnen, der gerade an ihrer Schule vorbereitet wird. Ghamies Jaradath ist 74 Jahre alt, Flüchtling der ersten Generation und hat zahllose Erinnerungsstücke aus seiner Heimat gesammelt. Er war 18, als die Israelis alle Leute aus seinem Dorf vertrieben. [Ich frage mich, wie heute alle von Israelis vertrieben sein wollen, wenn 90% der Flüchtlinge nie einen bewaffneten Israeli gesehen haben. Oder ist die Auswahl der Gesprächspartner durch die Autorin des Films so gezielt, dass sie niemanden fand, der einfach nur abgehauen ist?] Sie umzingelten die Bevölkerung und ließen nur eine Straße als Fluchtweg frei. Wer konnte, rettete sich in den Golan. Sein Dorf hieß Al-Sangariya. Es wurde zu großen Teilen zerstört, bis auf ganz wenige Ruinen. Diese Fotos hat ihm eine Cousine geschickt. [Wie? Ich denke die Juden haben alles für sich genommen und siedeln auf den alten Dörfern? Und die „Palästinenser“ sind doch nicht alle vertrieben?] Sie weigerte sich 1948 Palästina zu verlassen und überlebte. [Wow, die bösen Mörder-Juden haben sie am Leben gelassen? Wie passt das zusammen?] Ghamies Jaradath konnte sich im Golan als Landarbeiter und Bauer eine bescheidene Existenz aufbauen. Damals gehörte dieses Gebiet zu Syrien. Im Sechs-Tage-Krieg bombardierten die Israelis auch den Golan. Hunderttausende Palästinenser waren zum zweiten Mal in ihrem Leben gezwungen zu fliehen, [dass die Syrer mit den Ägyptern verbündet waren und einen Vernichtungskrieg gegen Israel führten, bleibt natürlich unerwähnt. Bomben stammen ausschließlich von Israelis.] alles aufzugeben und Schutz im Ausland zu suchen. [Hm, da war er doch schon, oder ist er von einem Syrien ins andere geflohen?] Wieder verloren sie alles, wieder blieb nur die Erinnerung, der Schmerz, ein Haustürschlüssel.“ [Wir wär’s, wenn die syrische Verantwortung dafür angesprochen würde? Wenn darauf aufmerksam gemacht würde, dass Israel die eroberten Gebiete wie sauer Brot im Tausch gegen Frieden anbot, dieses Angebot aber abgelehnt wurde? Kennt die Autorin die „3 Nein“ von Karthoum? Kennt sie der alte Mann? Weiß jemand dort, dass die „Rückgabe“ des Golan an Syrien in jüngerer Zeit vor allem deshalb gescheitert ist, weil Syrien israelisches Staatsgebiet am Ostufer des See Genezareth beansprucht, um Zugang zu diesem Gewässer zu bekommen, während die Waffenstillstandslinie, die ja angeblich die international anerkannte Grenze ist, einige hundert Meter östlich des Ufers verläuft?]

Ghamies Jaradath: „Kein Mensch kann ohne eine Heimat existieren. Wer keine Heimat besitzt, hat auch keine Ehre. Ich hebe diese Dokumente auf, weil ich eine Heimat besitze, um die ich Angst habe und die ich bewahren möchte. Dieses Dokument gehört mir. Darin sind 45 Hektar als mein Eigentum eingetragen. Das Grundstück befindet sich in einem Gebiet mit dem Namen ‚Land der Skorpione’. In diesem Dokument sind die Eigentumsverhältnisse festgehalten. Es ist ein Dokument aus dem Grundbuch. Wer keine Heimat hat, hat auch keine Menschenwürde. Das Recht auf Heimat ist ein Menschenrecht. [Das sollte einmal ein Sudentendeutscher sagen. Dem wird gesagt, dass Heimat nicht das sein muss, wo man geboren wurde oder seine Jugend verbrachte…] Es gibt doch Menschenrechte und Rechte zu Gunsten der Völker.“

Umschnitt: Alleby-Brücke, Juni 1967

„Der Sechs-Tage-Krieg im Jahre 1967 führte zu einer neuen Flüchtlings-Katastrophe. 400.000 Palästinenser verließen die Westbank und den Gazastreifen Richtung Jordanien. [Nur waren die in der „Westbank“ jordanische Staatsbürger – die Palästinensische Befreiungs-Organisation wollte seit 1964 nicht die „Westbank“ befreien, sondern das 1948 durch die Gründung Israels „besetzte“ Land!] Aus dem Golan konnten sich 16.000 in den Norden Syriens retten. [Die Israelis hätten sie sonst alle umgebracht – deshalb gibt es ja so wenige Palästinenser in den „besetzten Gebieten“ – der alte Mann von eben redete übrigens von Hunderttausenden!] Doch was sagen Zahlen. [Umschnitt auf ein Zeltlager] Keine Statistik kann Verzweiflung und Angst, Demütigung und Hoffnungslosigkeit messen. [Hätte die Autorin ähnliche Worte für die Juden gefunden, die von 1929 bis 1948 und länger unter arabischem Terror und Pogromen zu leiden hatten?] 1967 waren die Flüchtlingslager in den arabischen Nachbarländern völlig überlastet. [Wieso gab es sie 19 Jahren nach der Gründung Israels überhaupt noch?] 10.000 neue Obdachlose allein in vier Notlagern bei Damaskus. Vieles hat sich bis heute geändert. Doch die Palästinenser sind in Syrien Flüchtlinge geblieben. [Und warum? Was nicht angeführt wird: Weil sie von Syrien nicht integriert wurden! Sie dienen als Kanonenfutter im Krieg gegen den Judenstaat.]

Dr. Ali Okal Orsan: „Zum Ersten: Wer die Staatsangehörigkeit eines anderen Landes bekommen will, muss das von sich aus wollen und beantragen. Die Palästinenser bei uns wollen es nicht. [Hätte man ihnen das Angebot vor 40 Jahren gemacht, hätten sie es sicher angenommen – siehe Jordanien!] Sie wollen ihre Identität bewahren [die es erst seit 1964 gibt] und ihre eigene Staatsangehörigkeit behalten [die es nie gegeben hat – oder kann der gute Mann ein paar Daten nennen, wann es einen palästinensischen Staat gegeben hat?]. Zum Zweiten: Sowohl die USA als auch Israel und einige europäische Staaten versuchen mit allen Mitteln, die Identität der Palästinenser als Volk und damit die Palästinafrage verschwinden zu lassen [Blödsinn hoch drei! Israel hat Arafat den Palästinenser-Staat auf dem Silbertablett angeboten und der hat ihn ausgeschlagen! Es gibt kein europäisches Land, das den Palästinensern ihren Staat verweigert. Auch die USA haben diesen schon als Verhandlungsergebnis vorweggenommen, als sie die Roadmap vorschlugen!] mit dem Argument, Palästinenser sollten die Staatsangehörigkeit anderer Länder erhalten und sich dort auf Dauer niederlassen. [Das ist so mit ALLEN ANDEREN Flüchtlingen auf der Welt gemacht worden. Aber gerade NICHT mit den Arabern, die sich heute Palästinenser nennen.] Wir sind dagegen. Auch die Palästinenser sind dagegen, dass ihre Identität verloren geht.“

„In der Geschichte der Menschheit hat noch nie ein Volk freiwillig seinen Staat aufgegeben. [Es hat aber auch noch nie eines gegeben, das einen Staat behalten wollte, den es nie gegeben hat. Und es hat noch nie ein Volk gegeben, das erst erfunden werden musste, damit man ihm einen Staat zuschreiben konnte, den es vorher noch nie gab. Warum hat es keine Palästinenser gegeben, die vor 1967 für einen Palästinenser Staat kämpften, der unabhängig von der Besetzung durch Jordanien war? Oder durch Ägypten? Die Befreiung „Palästinas“ richtete sich immer nur gegen Israel. Da war auf einmal ein „Palästina“ vorhanden, erst auf dem Territorium, das Israel seit 1948 hielt, dann auch auf dem, das es 1967 eroberte.] Palästinenser sehen die Lösung des Nahost-Konflikts nicht im Verzicht auf einen eigenen Staat. [Den wollen ihnen ja inzwischen alle zugestehen, selbst Israel!] Die meisten von ihnen wollen Frieden. Frieden für ihre Familien, ihre Kinder, ihre Freunde und Nachbarn. So, wie Menschen überall auf der Welt. [Wenn das so ist, warum wollen sie dann ihre Maximalforderungen durchsetzen, durch die Israel ausradiert wird? Oder wenn das nicht so sein sollte, dass „die Palästinenser“ alles wollen, warum machen sie keinen Druck, damit Herr Arafat und seine Kumpane eine Kompromiss-Lösung mit Israel verhandeln?] Hier in Yarmuk halten sie an den friedlichen Werten ihrer Kultur fest. Vor allem hier macht man sich stark für Bildung, Aufklärung [=Legendenbildung] und die Kraft einer Zivilgesellschaft. Die Al-Kastal-Schule lädt zum Tag der offenen Tür ein, einem Fest, das die palästinensische Gemeinde zusammen bringt. Diese Schülerinnen sind die Stars einer traditionellen Modenschau. Sie werden handbestickte Trachten aus den verschiedenen Regionen Palästinas präsentieren. Alt und Jung, Männer und Frauen, Arbeiter, Handwerker und Akademiker kommen zusammen, um für wenige Stunden ihre Gefühle, Erinnerungen und Hoffnungen zu teilen. Jihad [der Moderator auf dem Fest spricht ihn auch so aus, nicht so weich und verfälschend wie der Sprecher der Dokumentation] und Mahmud ist es gelungen, zwei Flüchtlinge der ersten Generation als Ehrengäste einzuladen, um sie gleich vor versammeltem Publikum zu ihrer Lebensgeschichte zu befragen. Der Schauspieler Mahmud Halili stellt die beiden Freunde vor und führt zusammen mit einer Lehrerin durch das Programm. Es ist nicht sicher, wie lange noch eine öffentliche Zeitzeugen-Befragung wie diese an einer palästinensischen Schule in Syrien stattfinden kann. Die Al-Kastal-Schule, die den Tag der offenen Tür veranstaltet, wird zwar von der UNO unterstützt, doch auch hier scheint der politische Druck größer zu werden. Die Auseinandersetzung mit palästinensischer Geschichte passt für die nicht ins Bild, die diese Geschichte ignorieren oder auslöschen wollen. [Machen wir in Europa nur auch weiter mit der Legendenbildung….] Noch ist ein Palästina-Tag möglich [wer bestimmt darüber?], noch kann die Schule ihren Namen tragen: Al-Kastal, der Name eines zerstörten Dorfes. Viele UNRWA-Schulen, aber auch Kinder, tragen die Namen zerstörter palästinensischer Dörfer. 513 sind es bis heute [wieso nicht die vorher genannten 418?] und täglich kommen neue hinzu [Ach so! Israel vernichtet immer noch palästinensische Dörfer…]. Der Zerstückelung ihres Landes und der Isolation im Exil setzen die Flüchtlinge Namen entgegen – ein Versuch, mit friedlichen Mitteln das Bewusstsein von der Existenz des eigenen Volkes lebendig zu halten. [Sollten das dann nicht auch die Ostpreußen und Sudetendeutschen tun dürfen? Übrigens friedlich: Welche Parolen gibt es in der Schule? Was wird über Israel gelehrt? Sind diese Leute bereit, Israel anzuerkennen? Solche Fragen sind vorsichtshalber gar nicht gestellt worden – oder hat die Autorin sich selbst so zensiert, dass sie gar nicht auf die Idee kam, solche Fragen auch nur zu denken?] Diese Frau ist 85 Jahre alt. Auch ihrer Familie gehörten große Plantagen. [Es scheint in „Palästina“ nur Großgrundbesitzer gegeben zu haben…] Die Engländer boten 1955 eine Entschädigung, gerade genug für die Bäume, nicht für den Grund und Boden. [Entschädigungen hätten die arabischen Staaten anbieten müssen, die dafür sorgten, dass die Leute ihr Land nicht mehr hatten!] Ihr Vater hat abgelehnt.“ (Die Englisch-Lehrerin beklatscht diese Aussage begeistert.)

„Der palästinensische [nun, die Jordanier tanzen den auch] Nationaltanz heißt Dabke – mit den Füßen auf den Boden stampfen. Seinen Ursprung hat er in einer Zeit, als die Dorfbewohner gemeinsam Lehm für ihre Dächer fest stampften. Geblieben ist die Freude am Rhythmus und am Gemeinschaftsgefühl. Die al-Kastal-Schule nimmt die künstlerische Förderung ihrer Schüler sehr ernst, stärkt durch Kultur, Identität und Selbstbewusstsein. (Die Jungen salutieren militärisch.) [Sehr friedlich, oder?] Eltern und Lehrer hoffen, dass diese Kinder eines Tages eine Welt erleben, in der sie keine Flüchtlinge mehr sind, sondern freie Palästinenser, mündige Bürger in ihrem eigenen Staat.“ [Keine Frage wird gestellt, wo dieser Staat sein soll, welche Grenzen er haben soll. Warum? Das hätte zur Folge haben können, dass sie sich outen: Israel muss weg, der palästinensische Staat reicht vom Jordan bis zum Mittelmeer, für die Juden ist dort kein Platz!]

Die Mehrheit aller Palästinenser lebt weltweit verstreut im Exil, ohne politische Lobby oder Macht. [Hm, da macht die Arabische Liga bei der UNO z.B. wohl Werbung für Marsmännchen, ebenso die versammelten Linken in Europa usw…] Sie ist von einem möglichen Friedensprozess weit gehend ausgeschlossen. [Vielleicht sollte man die Araber mal fragen, wieso das so ist.] Ihre ganze Hoffnung richtet sich auf die Weltgemeinschaft. [Ach ja, der Ehrenclub der Tyrannen, Diktaturen und derer, die sie auch noch unterstützen – aber alle sind sie gegen Israel und die USA.] Nur sie kann durch Vermittlung und Druck den Weg ebnen zu Freiheit und gleichem Recht für alle in einem demokratischen System.“ [Aber wehe, auf den korrupten Terroristen Arafat wird Druck ausgeübt! Nein, Druck ausüben darf man nur auf Israel.]

Einspielung des Liedes „We Shall Overcome“ [Das ist eine totale Verhöhnung des Bürgerrechtsbewegung der USA der 50-er und 60-er Jahre!]

„Ein demokratischer Rechtsstaat Palästina wäre ein Modell für die arabische Welt und die wichtigste Voraussetzung für Frieden im Nahen Osten.“ [Dann sollte mal beseitigt werden, was daran hindert: Die Terrorgruppen und die korrupte PA!]
Buch und Regie: Annette von Wangenheim


Fazit: Dieser Film ist ein ziemlich übles Machwerk einseitigster Art, das jegliche kritische Auseinandersetzung mit der Rolle der Araber im Nahostkonflikt tunlichst vermeidet. Historische Ereignisse werden ausschließlich aus palästinensischer Sicht geschildert, ohne Rücksicht auf das tatsächliche Geschehen und ohne jegliches kritisches Nachfragen. Die Autorin stellt sich der arabischen Seite zu Diensten, nimmt nur deren Position wahr und ignoriert alles, was an objektiven Daten zur Verfügung steht und die palästinensische Darstellung in Frage stellen könnte.

Hätte die Autorin nur die palästinensische Sichtweise darstellen wollen, dann hätte sie auf manipulative Einspielungen von Szenen aus den Kriegen und noch manipulativeren Geräuschkulissen dazu verzichten können. Auf diesen Verzicht hat sie verzichtet; sie hat die Darstellung der palästinensischen Sichtweise durch Bilder, Töne und Kommentare verstärkt. Damit ist jegliche Nichtparteinahme ausgeschlossen. Frau von Wangenheim bezieht eindeutig Stellung für eine unwahrhaftige, historisch falsche Darstellung des Nahost-Konflikts und fördert das durch Manipulation des Zuschauers, dem entscheidende Fakten vorenthalten und verfälschende Bilder geliefert werden. Die fehlerhafte bis gezielt und gewollt manipulierte Darstellung des Konflikts widerspricht jedem minimalen journalistischen Standard, der von (deutschen) Medienvertretern verlangt werden kann. Das ist kein Journalismus, das ist keine Dokumentation, das ist Propaganda pur!

Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (30.10.-05.11.2016)

Sonntag, 30.10.2016:

Die PalAraber behaupten mal wieder, religiöse Siedler hätten „palästinensische“ Olivenbäume gefällt. Am Sabbat. Klar doch… (Elder of Ziyon hat nach Fotos gesucht – und nur akutelle Fotos gefunden, die abgeschnittene Äste zeigen, deren Blätter braun sind, die also abgeschnitten wurden, um den Baum zu pflegen. Gefällte Bäume werden nicht gezeigt.)

Montag, 31.10.2016:

Acht Araber, darunter 3 Minderjährige, wurden in A-Tur (Jerusalem) verhaftet. Sie werden beschuldigt an Gewalttaten gegen Israelis beteiligt gewesen zu sein, darunter Würfe mit  Steinen und Brandsätzen.

Benjamin Netanyahu wird mit einer Rede die Wintersitzungsperiode der Knesset offiziell eröffnen. Die Vereinte Arabische Liste wird diese Rede geschlossen boykottieren.

Dienstag, 01.11.2016:

Nach dem Terroranschlag eines PA-Polizisten auf Soldaten gestern fordert die Hamas weitere Angriffe von Sicherheitsbeamten auf Juden.

Eine Gruppe jüdischer Jugendlicher hat seit einem Terror-Doppelmord im letzten Jahr in der Altstadt von Jerusalem Kuchen und Limonaden an Soldaten auf Patrouille verteilt, um ihnen ihre Wertschätzung zu zeigen. Jetzt haben die Jugendlichen am Herodestor ein altes Ladenlokal hergerichtet, wo sie diesen Dienst fortsetzen möchten. Die PalAraber schäumen. Das sei gefährlich, isoliere die Moscheen auf dem Tempelberg und die muslimischen Moscheebesucher. Und ganz schlimm: Die Juden werden an die Eingangstür eine Mezuzah hängen – wieder so ein teufliches talmudisches Dingens.

Die Reaktion in den „palästinensischen“ sozialen Medien auf den Terroranschlag eines PA-Polizisten: Lob für den Mordversucher, Aufforderung an andere PA-Sicherheitskräfte, ebenfalls solche Anschläge auszuführen. Die Leute folgen damit aber eigentlich nur der Führung der Fatah, die den Terroristen als „heldenhaften Märtyrer“ ehrte.

Mittwoch, 02.11.2016:

Verteidigungsminister Liberman plant in die Sicherheit der Grenzstädte am Gazastreifen fast eine Milliarde Dollar zu investieren.

COGAT dokumentierte, das die Hamas Einwohner des Gazastreifens unter Druck setzt, sie sollten für die Terrororganisation Informationen, Ausrüstung und Geld für Hamas-Häftlinge zu schmuggeln, wenn sie die Grenze nach Israel überqueren.

Donnerstag, 03.11.2016:

Einwohner des Jerusalemer Viertels Pisgat Ze’ev haben bei Bürgermeister Barkat eine Protestaktion durchgeführt. Sie spielten vor seinem Haus den muslimischen Gebetsruf in der Lautstärke ab, in der sie ihn ständig ertragen müssen und fordern, dass die Lärmschutzregeln auch endlich für den Gebetsruf durchgesetzt werden.

Drei Terroristen, die letztes Jahr bei Beit-El ein israelisches Auto mit Molotowcocktails bewarfen und ein Kleinkind schwer verletzten, wurden jetzt gefasst.

Freitag, 04.11.2016:

Einwohner von Yatir und Susiya in Judäa wehren sich: Weil Araber schon wieder illegal auf Staatsland bauen und die Behörden nichts unternehmen, marschierten sie auf den Hügel, an dem das Gebäude entsteht.

Samstag, 05.11.2016:

Ein PA-Bauer behauptet, er sei bei der Olivenernte von Israelis angegriffen und verletzt worden (am Sabbath). Zwei weitere wollen weniger schwer verletzt worden sein.

Nissans Notes and Quotes Corner: Die Brunnen vergiften

Nissan Ratzlav-Katz, 4. Juli 2008

Hier ist wieder etwas aus der Grabbelkiste der Geschichte und wie sich das auf die derzeitigen Ereignisse auswirkt:

Im Januar 2003 berichtete WAM, die Nachrichtenagentur der Vereinigten Arabischen Emirate, dass das in den Emiraten beheimatete Zayed Centre for Coordination and Follow-Up ein Buch mit dem Titel „Israel’s Water Security“ (Israels Wasser-Sicherheit) veröffentlichte; dieses „beschäftigte sich mit dem Konflikt, der aus den israelischen Plänen und expansionistischen Entwürfen aufkam“. Das Buch versucht „die Auswirkungen dieser Pläne auf die Sicherheit der Araber zu analysieren“, berichtete WAM.

Nach dem Vermerk, dass die Wassersicherheits-Politik Israels lediglich eine Tarnung für „expansionistische Pläne“ sei, stellt die Nachrichtenagentur der Vereinigten Arabischen Emirate die Schlussfolgerung des Zayed Centre vor: „Israel leidet keine Wasserknappheit wie andere Länder in seiner Nachbarschaft. Es hofft lediglich das Problem zu eskalieren, um daraus Nutzen zu ziehen und seine Hegemonie und Kontrolle über die natürlichen Ressourcen, einschließlich des Wassers, in der Region zu rechtfertigen.“ Die einzige Antwort, schließt WAM in dieser Frage, ist „ein kollektives arabisches Handeln, um diesen Plänen entgegenzutreten.“

Was hat das mit 2008 zu tun? Ich frage mich, ob B’Tselem sich an diesem „kollektiven arabischen Handeln“ bewusst beteiligt oder nur zufällig. B’Tselem behauptete: „Der chronische Wassermangel ist zu einem großen Teil das Ergebnis der diskriminierenden Politik Israels bei der Verteilung der gemeinsamen Wasser-Ressourcen in der Westbank und den Grenzen, den Möglichkeiten der palästinensischen Autonomiebehörde zum Bohren von neuen Brunnen auferlegt.“

Es gab einmal die Verleumdung, dass die Juden die Brunnen vergifteten; heute besteht sie darin, dass die Juden die Brunnen verhindern.

Sagte ich „Verleumdung“?

Auf Israel National News wurde berichtet:

„Mekorot, die nationale Wasserversorgungsgesellschaft, stritt Vorwürfe der Gruppe B’Tselem ab, dass Israel eine diskriminierende Wasserpolitik gegenüber arabischen Dörfern in Judäa und Samaria betreibe. Die Firma berichtete, dass sie diesen Gegenden mehr Wasser zur Verfügung stellt als nach den Oslo-Vereinbarungen verlangt.

Mekorot sagte, es liefere 500 Millionen Kubikmeter pro Jahr in arabisch kontrollierte Gebiete von Judäa und Samaria, was 30 Prozent mehr ist als nach den derzeitigen Vereinbarungen verlangt ist. Das bedeutet, dass Israel 80 Prozent des von diesen arabisch kontrollierten Bereichen benötigten Wassers liefert. Die Nationale Wasserbehörde antwortete, dass Knappheiten in diesen Gegenden von der schlechten durch die PA gebauten Infrastruktur und örtlichen Wasserdieben herrührt.“

Und das während der Woche von Parshat Chukat, die die Rolle des Wassers für die Juden während ihres Zugs durch die Wüste Sinai betont.


Einige Informationen mehr zur Wasser-Lage in den Paläestinensergebieten findet sich auch (größtenteils auf Englisch; aber bitte in die Kommentare sehen) bei der Bloggerin Beer7: Hatte ich schon erwaehnt, dass wir ein Jahr der Duerre erleben?
In den Kommentaren wird auch auf einen sehr ausführlichen Beitrag zum Thema in einem weiteren Blog verwiesen, den man sich in Ruhe durchlesen sollte.