Wie sieht der „Status quo“ auf dem Tempelberg aus?

Maurice Hirsch, Palestinian Media Watch, 17. Juni 2022

Am 17. Juni 1967 (also vor 55 Jahren) traf der damalige Verteidigungsminister Mosche Dayan allein eine der wichtigsten und schicksalhaftesten Entscheidungen in der Geschichte des Staates Israel und des jüdischen Volks. Nur Tage nach dem Ende des Sechstage-Kriegs stimmte Dayan zu, einen neuen „Status quo“ für den Tempelberg einzurichten. Weil er vor der offenen Diskussion seiner Entscheidung Angst hatte, wurde Dayans Zustimmung von Israels damaliger Regierung bzw. jeder Regierung seitdem nicht positiv ratifiziert.

Der Tempelberg ist die heiligste Stätte des Judentums. Er ist der biblische Berg Moria, auf dem Abraham seinen Sohn Isaak opfern sollte. Er ist der Ort, an dem König Salomo den ersten jüdischen Tempel baute, der 586 v.Chr. zerstört wurde. Er ist der Ort, an dem die Juden 70 Jahre später den zweiten Tempel bauten. Eine 1924 vom Obersten Muslimrat veröffentlichte Touristen-Broschüre erklärt offen: „Dieser Ort ist einer der ältesten der Welt. Seine Heiligkeit stammt aus den frühesten (vielleicht vorgeschichtlichen) Zeiten. Seine Identität mit der Stelle von Salomos Tempel ist unbestritten.“

gelb unterlegt: „Der Ort ist einer der ältesten der Welt. Seine Heiligkeit stammt aus den frühesten (vielleicht vorgeschichtlichen) Zeiten. Seine Identität mit der Stelle von Salomos Tempel ist unbestritten. Es handelt sich auch um die Stelle, wo nach allgemeiner Überzeugung „David einen Altar für den HErrn baute und Brand- und Friedensopfer darbrachte.“

Der Tempelberg ist auch den Muslimen heilig, die ihn als Al-Haram al-Scharif („das edle Heiligtum“) bezeichnen. Die Muslime fügten dem Ort zwei dominierende Bauten hinzu: Den Felsendom, der 691 gebaut wurde und mitten auf dem Berg direkt dort steht, wo sich die Ruinen der inneren Heiligtümer der beiden Tempel befinden; und die Al-.AQsa-Moschee, gebaut 693, in der Südwest-Ecke des Bergs. In den 1990-er Jahren grub die Waqf den als „Ställe Salomos“ bekannten Bereich aus und machte daraus eine neue Moschee, die El-Marwani-Moschee genannt wurde. Sie liegt 12 Meter unter dem derzeitigen Vorplatz und die Broschüre des Oberste Muslimrats hält fest, dass der Bereich der Ställe „wahrscheinlich bis zum Bau des salomonischen Tempels zurückreicht. Laut Josephus hatte er Bestand und wurde als Zufluchtsort von den Juden in der Zeit der Eroberung Jerusalems durch Titus im Jahr 70 n.Chr. genutzt.“ Es war Titus, der den zweiten Tempel zerstörte.

Nachdem Israel Jerusalem und den Tempelberg von der illegalen jordanischen Besatzung (1948 bis 1967) befreite, musste eine Entscheidung getroffen werden, welcher Zugang zum Tempelberg den Muslimen und den Juden gegeben würde.

Im Versuch die Muslime nach ihrer eindeutigen Niederlage zu beschwichtigen, bot Dayan der jordanischen Waqf die Kontrolle über Aktivitäten innerhalb der Mauern des Berges selbst an, während Israel für die äußere Sicherheit und öffentliche Ordnung verantwortlich sein würde. Dayan gestand den Muslimen weiterhin zu, dass ihnen freier  Zugang zu der Stätte gewährt werden würde. Er stimmte darüber hinaus zu, dass es zwar keine Begrenzung der Zahl der Juden geben würde, die die Stätte betreten, ihnen würde aber nicht erlaubt werden dort zu beten. Es wurde argumentiert, dass Dayan versuchte die religiöse Zutat des israelisch-arabischen Konflikts zu neutralisieren, indem er der der Waqf die internen Aktivitäten auf dem Berg überließ.

Geheime Dokumente, die von den israelischen Archiven veröffentlicht und von Palestinian Media Watch begutachtet wurden, bieten hingegen eine einzigartige Gelegenheit den 1967 eingeführten authentischen und offiziellen „Status quo“ aufzudecken.

Am 15. August 1967arrangierte der damalige IDF-Oberrabbiner Generalmajor Schlomo Goren, um den Tag zu begehen, an dem Juden des Tags der Zerstörung beider Tempel (den 9. Tag des hebräischen Monats Av) gedenken, dass Juden auf den Tempelberg gehen würden und Gebete verrichten.

Ein Treffen des israelischen Ministerialkomitees zu Absicherung der heiligen Orte wurde am 13. August 1967 einberufen, um Rabbi Gorens Pläne zu diskutieren. Das Komitee lehnte einen Vorschlag jüdisches Gebet auf dem Tempelberg zu verbieten ausdrücklich ab und zog es stattdessen vor den Leiter des Komitees anzuweisen sich mit Rabbi Goren zu treffen und ihn zu informieren, dass er es unterlassen sollte Gebete zu arrangieren. Eine ähnliche Anweisung wurde Verteidigungsminister Dayan gegeben, er solle Rabbi Goren das über den IDF-Generalstabschef vermitteln. Interessanterweise trägt die schriftliche Zusammenfassung der bei dem Treffen getroffenen Entscheidung das Datum 16. August 1967. Das Originalprotokoll des Beschlusses des Treffens und seine Übersetzung folgen unten.

In Wortbruch zu Wahlversprechen des ehemaligen Premierministers Menachem Begin, Juden offen auf dem Tempelberg beten zu lassen, wurde hierzu keine Veränderung vorgenommen.

Zu bestimmten Zeiträumen war der Tempelberg für Juden komplett geschlossen, vorwiegend während und nach Ausbrüchen von arabischer Gewalt und Terror. Im Gegensatz dazu ist der Ort für Muslime fast nie geschlossen, außer bei außergewöhnlichen Umständen wie im Juli 2017, als der Berg für ein paar Tage gesperrt war, nachdem Terroristen dort zwei israelische Polizisten auf Patrouille ermordeten.

Während bis heute keine israelische Regierung Dayans Vereinbarung jemals ratifizierte, lautet der „Status quo“ auf dem Tempelberg, dass der innere Teil der Stätte von der Waqf verwaltet wird und Israel für die äußere Sicherheit und die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung verantwortlich ist. Muslimen wird der freie Besuch des Ortes erlaubt und das in unbegrenzter Zahl, abhängig vom Feintuning unter Berücksichtigung von Sicherheitsvorkehrungen. Juden wird der Besuch der Stätte nur zu eingeschränkten Stunden am Tag und in begrenzter Zahl erlaubt und ihnen wird zumeist nicht gestattet individuell oder gemeinschaftlich dort zu beten.

Seit ihrer Einrichtung hat die palästinensische Autonomiebehörde den Tempelberg ständig und durchgehend als Mittel genutzt religiöse Inbrunst zu entzünden, ebenso als Schlachtruf zu Gewalt und Terror. Immer wieder wurde behauptet Israel plane die „Al-Aqsa-Moschee“ zu zerstören, die von ihr als 144 Dunam groß definiert wird – d.h. der gesamte Tempelberg – womit die PA die Palästinenser und sogar die gesamte muslimische Welt täuscht, so dass die fälschlich glauben „die Al-Aqsa ist in Gefahr“.

Zwar demonstrieren Dokumente und 55 Jahre Realität eindeutig, dass Israel keinerlei Absicht hat irgendeinen Teil der Stätte zu untergraben, geschweige denn zu zerstören, aber die PA behauptet, wie von PMW gezeigt, immer noch, dass „es seit dem Juni-Krieg (d.h. der Sechstage-Krieg von 1967) – wir reden vom 55. Jahrestag – [israelische] Absichten gibt die Al-Aqsa-Moschee zu zerstören und den angeblichen Tempel zu bauen.“ [offizielles PA-Fernsehen, 6. Juni 2022]. Für die PA , die keinerlei Mitspracherecht daran hat, wie die Stätte verwaltet wird, würde Juden auf dem Tempelberg das Beten zu erlauben, nicht weniger als die Erklärung des Dritten Weltkriegs bedeuten. Ähnliches leeres Gegeifere wurde von der PA schon abgegeben, bevor die USA ihre Botschaft in Israel nach Jerusalem verlegten.

Seit 1967 hat sich viel verändert. Im Verlauf der letzten zehn Jahre haben die meisten westlichen Gesellschaften ein stark gesteigertes Gefühl und Werte persönlicher Freiheiten und Rechte entwickelt, darunter die Religionsfreiheit und freie Religionsausübung. Die Vorstellung, dass die Entscheidung allein einer Person – Dayans – verhindern konnte, dass alle Juden am heiligsten Ort des Judentums beten können, wäre heute unvorstellbar. Gleichzeitig haben der Wunsch und die Bereitschaft der Juden den Tempelberg zu betreten im Lauf der Jahre dramatisch zugenommen.

Da es heute unsinnig ist zu glauben, Muslime seien inhärent unfähig die legitimen Rechte der Juden anzuerkennen auf dem Tempelberg zu beten und die notwendige religiöse Toleranz zu bekunden, ist es vielleicht an der Zeit, dass Israels Regierung endlich klarzustellt, was genau der „Status quo“ zum Tempelberg war, ist und sein sollte.

Es folgt das Protokoll der Beschlüsse des Ministerialkomitees zum Schutz der heiligen Orte, gefolgt von seiner Übersetzung:

Protokoll
Treffen des Ministerialkomitees zur Gewährleistung der Sicherung der heiligen Orte, eingerichtet durch den Beschluss Nr. 732 der Regierung vom 7. Av 5727 (13.08.1967)

10. Av 5727 – 16.08.1967

Anwesende Minister: Z: Wharftig – Vorsitzender, A. Eban (für den ersten Teil des Treffens), M: Begin, Y. Yeschayahu, C.M: Schapira, Y.S. Schapira, A. Sasson
abwesende Minister: M: Dayan, M. Kol
S. Tzrigreich – Regierungssekreatirat
Oberst D. Vardi – IDF
Generalmajor U. Narkis – IDF
M. Raviv – Außenministerium (für den ersten Teil des Treffens)

Der Tempelberg

Nach der Diskussion der verschiedenen Vorschläge zum Tempelberg wurde beschlossen:

  1. Das Komitee beauftragt den Vorsitzenden sich mit Generalmajor Rabbi Goren zu treffen und ihn darüber zu informieren, dass er aufhören muss Gebete, Maßnahmen und so weiter auf dem Tempelberg zu organisieren.
  2. Der Verteidigungsminister wird beauftragt den Generalstabschef der IDF anzuweisen Generalmajor Rabbi Goren anzurufen und ihn zu instruieren, er soll alles Handeln in Verbindung mit der Organisation von Gebeten, Maßnahmen und ähnliches auf dem Tempelberg unterlassen.
  3. Mit 6 Stimmen: Wenn jüdische Beter auf den Tempelberg gehen, werden sie von den Sicherheitskräften zur Westmauer umgeleitet.

Die folgenden Vorschläge wurden abgelehnt:

  1. (mit 3 gegen 2 Stimmen) Genehmigung des Eintritts von Juden auf den Tempelberg am anstehenden Sabbat.
  2. (mit 3 gegen 2 Stimmen) Verbot von organisiertem Gebet auf dem Tempelberg durch Nichtmuslime am kommenden Sonntag .
  3. (mit 3 gegen 3 Stimmen) Verhinderung organisierten demonstrativen Gebets auf dem Tempelberg.
  4. (mit 3 gegen 3 Stimmen) Es gibt keinen Widerspruch zwischen Vorschlag 2 und Beschluss c von oben.

Die Fortsetzung des Treffens verschoben.

Das Treffen ist abgeschlossen

Nach dem Fehlschlag bei der Aufstachelung zu Gewalt zur Verhinderung israelischer Feiern kehrt die PA zu offenem Antisemitismus und dem Umschreiben der Geschichte zurück

Maurice Hirsch, Palestinian Media Watch, 12. Juni 2022

Wie Palestinian Media Watch enthüllte, versuchte die PA im Vorfeld zu den israelischen Feiern am 29. Mai, um 55 Jahre seit der Wiedervereinigung Jerusalems und seiner Befreiung von jordanischer Besatzung (1948-1967) zu begehen, verzweifelt breitflächig zu Gewalt anzustacheln. Weil sie dieses Ziel verfehlten, unternahm die PA dann ihr Äußerstes ein alternatives Narrativ zu schaffen.

Teil des alternativen Narrativs beruhte fest auf offen antisemitischem Hassreden, mit denen die mehr als 70.000 Israelis, die an dem Marsch teilnahmen, als „minderwertige … Siedler“, „Affen“ und „Dummköpfen“ bezeichnet wurden:

Tausende Israelis und besonders die minderwertigen von ihnen – die Siedler – nahmen an dem israelischen Flaggenmarsch [zum Jerusalem-Tag] teil. Aber der allgemeine Eindruck, den alle bekamen, ist, dass dieser Marsch auf allen Ebenen töricht und misslungen war …
Niemand reagierte auf die Lügen, an die die Siedler sich klammern und Jerusalem blieb in heiliges Gewand gehüllt, das trotz des wilden Verhaltens der Affen und ihrem Herumgehüpfe nicht beschädigt wurde…
Du bist keine Waise, Palästina, weil das Volk … das die Steine-Rebellion begann … nicht wie diese Narren ist, die sich auf den Flaggenmarsch begaben und die nicht wissen, welches Schicksal auf sie wartet.“
[offizielle PA-Zeitung Al-Hayat al-jadida, 1. Juni 2022]

Laut dem PA-Narrativ „liefen Siedlerherden Amok um den Bluttanzmarsch auszuführen“ und Jerusalems „Luft zu verschmutzen“, bevor sie die Stadt verließen „wie in Panik geratene Mäuse, die vor den Beschützern der Stadt fliehen“:

„Der letzte Sonntag [29. Mai 2022] war einer der gepriesenen Tage Jerusalems, ein Tag der Freiheit, des Friedens und der Umsetzung nationaler Souveränität. Das trotz der Tatsache, dass der gesamte israelische Kolonialistenstaat und seine Führung – mit seinen politischen, militärischen und Sicherheitstruppen sowie Siedlerherden – Amok lief, um den Bluttanzmarsch (d.h. den Flaggenmarsch zum Jerusalem-Tag) zu veranstalten, der mit den Flaggen des falschen Narrativs und dfer illegalen Präsenz des israelischen ethnischen Säuberungsstaats überzogen ist…“
[offizielle PA-Zeitung Al-Hayat al-Jadida, 31. Mai 2022]

„Während tausende Siedler die Luft der heiligen Stadt [Jerusalem] mit Flaggen der Besatzung ‚verpesteten‘ (bezieht sich auf den Flaggenmarsch zum Jerusalem-Tag – Redaktion), schmückte eine kleine Drohne den Himmel über der Stadt mit einer Palästinenserflagge, bis sie von der Besatzungspolizei heruntergeholt wurde…“
[offizielle PA-Zeitung Al-Hayat al-Jadida, 31. Mai 2022]

„Die Zionisten schwenkten Flaggen ihrer Niederlage mit der Kraft des Schießpulvers und der Armee, aber sie verließen die besetzte Stadt und sein heiliges Becken wie Mäuse in Panik vor den Hütern der Stadt…“
[offizielle PA-Zeitung Al-Hayat al-Jadida, 31. Mai 2022]

Schändlicherweise ist die Verwendung antisemitischer Terminologie zur Beschreibung von Juden durch die PA nichts Neues. PMW hat zig Vorfälle dokumentiert, bei denen die PA antisemitische Terminologie und Sprachbilder verwendet hat, darunter wiederholt Verweise auf Juden als „Schweine und Affen“.

Der zweite Teil des Narrativs folgte der beständigen PA-Botschaft, dass nicht nur Jerusalem, sondern ganz Israel „besetzt“ ist.

Wenn wir schon von Jerusalem sprechen: PA-Premierminister Mohammed Schtayyeh bezeichnete das Ereignis als „Siedler-Marsch“ und fügte hinzu:

„Jerusalem ist all die Jahre die Hauptstadt des Staates Palästina gewesen und wird es für immer bleiben. Ihr Gesicht, Herz und Zunge sind arabisch und die Versuche ihre Eigenschaften zu ändern und ihr eine eingebildete Souveränität aufzuzwingen, werden vor den Fakten der Religion, Geschichte und Heiligkeit keinen Bestand haben, da sie die erste Richtung des muslimischen Gebets beinhaltet, die Stelle, an die der Prophet [Mohammed] reiste, die Stätte seines Aufstiegs in den Himmel und der Grabeskirche.
[offizielle PA-Zeitung Al-Hayat al-Jadida, 30. Mai 2022]

Schtayyeh hat offensichtlich vergessen, dass es nie einen unabhängigen „Staat Palästina“ gab und dass sein eingebildeter Staat nie Souveränität über Jerusalem oder sonst einen Ort hatte. Er hat auch eindeutig aus seinem Gedächtnis gelöscht, dass Juden in Jerusalem seit mehr als 150 Jahren die Mehrheit der Bevölkerung stellen. Fakt ist: Die 1922 durchgeführte britische Volkszählung für Palästina, stellte fest, dass von Jerusalems 62.578 Einwohnern 33,971 Juden waren, 14.699 waren Christen und nur 13.413 waren Muslime („Mohammedaner“). Mit anderen Worten: 1922 waren Juden in Jerusalem nicht nur eine einfache Mehrheit, sondern die absolute Mehrheit, stellten mehr als alle anderen zusammen.

Die Schlagzeile, die die PA für den Kommentar von Muwaffaq Matar, einem Mitglied des Revolutionsrats der Fatah und regelmäßigem Kolumnisten der offiziellen PA-Tageszeitung, deutete ebenfalls die Denkweise der PA an: „Der Flaggenmarsch der ‚israelischen ISIS-Mitglieder‘ – ein getarnter Segen.“

In dem Kommentar selbst versuchte Matar das Schwenken der israelischen Flagge mit dem Schwenken der „Palästinenserflaggen“  durch die Palästinenser zu vergleichen und gegenüberzustellen und argumentierte, dass die „palästinensische Flagge“, die über „dem historischen und natürlichen Land Palästina“ weht, dem israelischen Souveränitätsansprüchen über „Ostjerusalem im Besonderen und Palästina im Allgemeinen“ widerspricht. Entscheidend ist, dass Matar hinzufügt, Palästina decke ganz Israel ab, erstrecke sich von Galiläa im Norden Israels bis in den Negev im Süden Israels und von Jericho im Osten bis Jaffa im Westen:

„Die Köpfe des [israelischen] Besatzungssystems begreifen durchaus, dass die palästinensische Flagge irgendwo über den historischen und natürlichen Land Palästina wehen zu lassen gegen ihre Realität opponiert, die mit der Gewalt der Besatzung, organisierten Staatsterror und unbegrenzte kolonialistische Unterstützung kolonialistischer Staaten geschaffen wurde, die ihren Staat gründete und Interesse daran haben , dass sie weiter ihre Dienste als Akteure bieten. Sie begreifen, dass die palästinensische Flagge ihren Ansprüchen auf Souveränität über Ostjerusalem im Besonderen und Palästina im Allgemeinen widerspricht – von Galiläa bis zum Negev (d.h. Regionen in Israel), von Jericho bis an die Strände Jaffas (d.h. einer israelischen Stadt).“
[Offizielle PA-Tageszeitung Al-Hayat al-Jadida, 31. Mai 2022]

Es folgen längere Auszüge der oben angeführten Äußerungen:

„Tausende Israelis und besonders die minderwertigen unter ihnen – die Siedler – nahmen an dem israelischen Flaggenmarsch [zum Jerusalem-Tag] teil. Aber der allgemeine Eindruck eines jeden lautet, dass dieser Marsch auf allen Ebenen töricht und erfolglos war…
Niemand reagierte auf die Lügen, an denen die Siedler sich klammerten und Jerusalem blieb in heiliges Gewand gekleidet, das nicht beschädigt wurde, trotz des wilden Verhaltens der Affen und ihrem Herumgehüpfe…
Du bist keine Waise, Palästina, da das Volk … das die Steine-Rebellion initiierte … nicht wie diese Dummköpfe ist, die sich auf den Flaggenmarsch begaben und die nicht wissen, welches Schicksal sie erwartet.“
[offizielle PA-Zeitung Al-Hayat al-Jadida, 1. Juni 2022[

Schlagzeile: „Jerusalem, Schießpulver und der Blut-Tanz“
„Letzten Sonntag [29. Mai 2022] war einer der gepriesenen Tage Jerusalems, ein Tag der Freiheit, des Friedens und der Umsetzung nationaler Souveränität. Und das trotz der Tatsache, dass der gesamte israelische Kolonialistenstaat und seine Führung – mit seinen politischen, militärischen und Sicherheitsgruppen sowie Siedlerherden – Amok lief, um den Bluttanz-Marsch [sprich: Flaggenmarsch zum Jerusalem-Tag] auszuführen, der mit der Flagge des falschen Narrativs und der illegalen Präsenz des israelischen ethnischen Säuberungsstaates bedeckt ist.
Obwohl der zionistische Staat die ewig palästinensische Hauptstadt mit tausenden seiner Soldaten und Mitgliedern seiner Armee und Sicherheitskräfte wieder besetzte, wie e seit ihrer Besatzung vor 55 Jahren nicht geschehen ist … war er in seiner Nacktheit komplett entlarvt, wie er in all seinen Kriegsverbrechen entlarvt wird. Er bewies allen kolonialistischen Zionisten und der gesamten Welt und besonders den USA, dass das Land nicht ihm gehört und dass er keine Kontrolle über das [palästinensisch] Volk hat, dem die ewige Geschichte, Identität und Anwesenheit dort seit Beginn der Schöpfung und seit dem ersten arabisch-kanaanitischen Menschen gehört (sic, die Kanaaniter waren keine Araber und die Palästinenser haben keine Geschichte vor der Moderne). Der Grund ist, dass Schießpulver und Soldaten des Todes die besetzte Stadt wie panische Mäuse verließen, die vor den Hütern der Stadt und ihres heiligen Beckens fliehen…
Die Zionisten schwenkten Flaggen ihrer Niederlage mit Hilfe der Gewalt des Schießpulvers und der Armee, aber sie verließen die besetzte Stadt wie panische Mäuse, die vor den Hütern der Stadt und seines heiligen Beckens fliehen…
Sie rannte vor den Kindern Palästinas und seiner gerühmte Frauen weg und vor den Alten des Landes von Ribat [heißt: Religionskrieg um Land, das als islamische behauptet wird] und seinen jungen Leuten, denn sie begreifen, dass sie unfähig sind sie zu betreten, außer unter den Speeren und dem Schutz der zionistischen Soldaten Spartas.“
[offizielle PA-Zeitung Al-Hayat al-Jadida, 31. Mai 2022]

Schlagzeige: „Jerusalem steht neben seiner Souveränität“
„Während tausende Siedler die Luft der heiligen Stadt [Jerusalem] mit Flaggen der Besatzung (bezieht sich auf den Flaggenmarsch am Jerusalem-Tag – Redaktion] ‚verpesteten‘, schmückte eine kleine Drohne den Himmel über der Stadt mit einer Palästinenserflagge, bis sie von der Besatzungspolizei heruntergeholt wurde…
Der Volksaufstand (das ist der von den Palästinensern verwendete Begriff, der auch auf den Einsatz von Gewalt und Terror verweist) in Jerusalem und ganz Palästina soll das Recht auf Souveränität an der Al-Aqsa-Moschee und das Recht auf Souveränität in der besetzten palästinensischen Hauptstadt verteidigen, die niemals jemand anderem als den ursprünglichen Eigentümern des Rechts gehören wird.“
[offizielle PA-Zeitung Al-Hayat al-Jadida, 31. Mai 2022]

Die Begriffe „friedlicher Aufstand/Widerstand“ und „Volksaufstand/-widerstand“ werden von PA-Führern manchmal verwendet um friedlichen Protest zu bezeichnen und manchmal um tödliche Terroranschläge und Terrorwellen zu bezeichnen. Zum Beispiel definierte Mahmud Abbas den mörderischen Terror in der Welle von 2015/16 (die „Messer-Intifada“) als „friedlich“; dabei wurden durch Stiche, Schüsse und Auto-Rammangriffe 40 Menschen getötet (36 Israelis, 1 Palästinenser, 2 Amerikaner und 1 Eritreer) und hunderte verwundet. Abbas saget: „Wir wollen friedlichen Volksaufstand und das ist das, was wir hier haben.“ Zu dem Zeitpunkt, als Abbas das sagte, waren bereits 14 Israelis ermordet worden.
http://palwatch.org/main.aspx?fi=157&doc_id=16437

Schlagzeile: „Schtayyeh: Jerusalem ist unsere ewige Hauptstadt und es ist eine besetzte Stadt, die Arroganz der Macht wird keine Souveränität über sie gewähren.“
„PA-Premierminister Mohammed Schtayyeh verurteilte den Marsch [Flaggenmarsch zum Jerusalem-Tag] der Siedler und ihre Angriffe auf die Einwohner des besetzten Jerusalem. Er warnte vor den gefährlichen Folgen dieses Marsches…
Schtayyeh pries den Mut der männlichen und weiblichen [arabischen] Einwohner Jerusalems, die Ribat ausführen (d.h. religiösen Konflikt um Land, von dem behauptet wird, es sei islamisch) zu ihrer Verteidigung der Stätte, an die der Prophet [Mohammed bei seiner Nachreise] reiste. Er sagte: ‚Jerusalem ist die Jahre hindurch die Hauptstadt des Staates Palästina gewesen und sie wird es auf ewig bleiben. Ihr Gesicht, ihr Herz und ihre Zunge sind Arabisch und die Versuche seine Eigenschaften zu ändern und ihr eine erfundene Souveränität aufzuzwingen werden gegen die Fakten der Religion, der Geschichte und der Heiligkeit nicht von Dauer sein, weil sie die erste muslimische Gebetsrichtung beinhaltet, den Ort, an den der Prophet [Mohammed] reiste, den Ort, an dem er in den Himmel auffuhr und die Grabeskirche.“
[offizielle PA-Zeitung Al-Hayat al-Jadida, 30. Mai 2022]

Auszug aus einer Kolumne von Muwaffaq Matar, Mitglied des Revolutionsrats der Rafah und regelmäßiger Kolumnist der offiziellen PA-Zeitung:

Schlagzeile: „Der Flaggenmarsch der ‚israelischen ISIS-Mitglieder‘ – ein getarnter Segen!“
„Die Köpfe des [israelischen] Besatzungssystems begreift sehr wohl, dass die palästinensische Flagge irgendwo im historischen und natürlichen Land Palästina zu hissen gegen ihre Realität opponiert, die über Gewalt der Besatzung, organisierten Staatsterror und unbegrenzte kolonialistische Unterstützung von Kolonialistenstaaten geschaffen wurde, die [ihren Staat] gründete und daran interessiert sind, dass sie weiter ihre Dienste als Agenten anbieten. Sie begreifen, dass die Palästinenserflagge ihren Behauptungen über Souveränität über Ostjerusalem im Besonderen und Palästina im Allgemeinen widerspricht – von Galiläa im Norden bis zum Negev (heißt: Regionen in Israel), von Jericho bis zu den Stränden von Jaffa (das ist eine israelische Stadt).
Die Siedler marschierten in Ostjerusalem und dem Edlen Heiligtum Jerusalem (d.h. den Tempelberg) ein und sie betraten sie unter dem Schutz der Besatzungsarmee. Sie schwenkten ihre Flagge und vollführten talmudische (d.h. jüdische) Rituale und danach sammelten sie sich am Damaskustor und marschierten in die Gassen der Altstadt von Jerusalem. All diese Dinge sind eine Tragödie, aber siehaben einen Nutzen; ihre törichten Führer wie [der israelische Premierminister] Naftali Bennett, [der israelische Knessetabgeordnete] Itamar Ben Gvir und [der ehemalige Premierminister] Benjamin Netanyahu schenkten einer wichtigen Sache keine Aufmerksamkeit und das ist, dass sie mit dieser Masse an Siedlern, von denen die meisten offen bewaffnet sind …  und durch die Ankunft von bewaffneten Militärdivisionen, als befänden sie sich auf dem Schlachtfeld, ihr eigenes Gerede vom Verhängen der Souveränität über Jerusalem widerlegen und das Versagen ihres zionistischen Projekts offenbaren.“
[offizielle PA-Zeitung Al-Hayat al-Jadida, 31. Mai 2022]

Independent Arabia stellt österreichisch-ungarische Soldaten des Ersten Weltkriegs als nach Palästina einwandernde Juden dar

UK Media Watch, 16. Dezember 2019

Ein Artikel des Analysten und Redakterus (mit Sitz in Kairo) Ahmad ’Abd al-Hakeem im Independent Arabia (ein Joint Venture des britischen Independent und der saudischen Mediengruppe SRMG – vom 30. November beinhaltete das folgende Foto und die Bildbeschreibung:

Die Bildbeschreibung unter dem Foto mit Uniform tragenden Männern, die in perfekter Aufstellung marschieren, wobei sie Gewehre tragen, behauptet, sie seien in Wirklichkeit „Juden bei ihrer Einwanderung in den Staat Palästina“.

Das Foto (das aus der Sammlung der Library of Congress stammt) zeigt in Wahrheit österreichisch-ungarische Soldaten, die im Ersten Weltkrieg an den Mauern Jerusalems vorbeimarschieren.

Abgesehen von dem abwegigen Foto kommen hier zwei Dinge auf (das erste empörender als das zweite):

  • Zivile jüdische Einwanderung nach Israel und Jerusalem wird arabischen Lesern des Independent als die einer gut organisierten und stark bewaffneten professionellen Armee präsentiert. Ob das gewollt passiert oder nicht, diese falsche Darstellung zeichnet eine heftig verzerrte Geschichte der Zeit.
  • Entgegen den Worten der Bildbeschreibung hat es einen „Staat Palästina“ zu keinem Zeitpunkt der Geschichte gegeben. Zusätzlich stellt selbst der Artikel in seinen ersten Worten fest, dass ein palästinensischer Staat derzeit nicht existiert.

„Seit der Resolution 181, auch als ‚Teilungsplan-Resolution‘ des ‚historischen Palästina‘ bekannt, wurde am 29. November 1947 verabschiedet, suchen die Palästinenser die Landkarten nach dem ab, was von ihrem ‚erhofften‘ Staat übrig geblieben ist.“

Recherche und Text von CAMERA Arabic. Bearbeitet von UK Media Watch.

Der israelisch-arabische Konflikt im Kontext – wie Sie ihn noch nie betrachtet haben

David Collier, Beyond the Great Divide, 26. März 2019

Der Israel-Konflikt in Zahlen

Es sind wahrscheinlich mehr Worte über den israelisch-arabischen Konflikt geschrieben worden, als über jeden militärischen Disput nach dem Zweiten Weltkrieg. Ich weiß nicht, wie ich das in einem Diagramm darstellen soll, aber ich wäre nicht überrascht, wenn die über den israelisch-arabischen Konflikt geschriebenen Worte die über die größten zehn oder so globalen Konflikte übertreffen würden, die im selben Zeitraum in der Welt stattfanden, zusammen. Zu viele Worte sind geschrieben worden und die Wahrheit verliert sich in einem Tsunami der Verfälschungen. Ein Toter bei Bethlehem gestern wurde zur Schlagzeile über einen getöteten Sanitäter im Teenageralter, trotz Zweifeln bezüglich seiner Unschuld. Der Guardian brachte keine solche Schlagzeile, als ein Abgeordneter bei einer Friedensmacher-Pilgerfahrt im Sudan erschossen wurde – einem Konflikt, der in nur 5 Jahren 400.000 Leben gekostet hat. Konflikte haben unterschiedliche Werte, worum es in diesem Blog [Beyond the Great Divide – Anmerkung d.Ü.] geht.

Der Konflikt als Flüchtlingskrise:

Der arabisch-israelische Konflikt schuf Flüchtlinge. Während des frühen Bürger- und regionalen Konflikts von 1947-49 flohen viele Araber und manche (besonders die in offen feindseligen Dörfern) wurden vertrieben. Einigen wurde Umquartierung innerhalb Israels angeboten, aber sie entschieden sich trotzdem wegzugehen (was die Anschuldigung der ethnischen Säuberung zunichte macht). Nach dem Ende des Konflikts wurde einigen außerhalb Israels die Rückkehr angeboten, aber sie lehnten ab (weil das bedeutet hätte Israel anzuerkennen). Jüdische Gemeinden in der gesamten Region litten ebenfalls. Die Ereignisse im britischen Palästina wurden durch aufsteigende nationale und islamistische Ideologien als Vorwand genutzt. Aus einem Rinnsal wurde eine Flutwelle, aus der Flut ein Tsunami. Innerhalb von ein paar Jahren waren die jüdisch-arabischen Gemeinden fast völlig ethnisch gesäubert. Die meisten jüdischen Flüchtlinge ließen sich in Israel nieder. Dies sind die Vergleichszahlen der durch den israelisch-arabischen Konflikt geschaffenen Flüchtlinge:

Flüchtlinge im arabisch-israelischen Konflikt

Für die Araber verwendete ich die Zahlen der UNRWA, obwohl diese zweifellos übertrieben sind. Das spielt keine Rolle – selbst wenn die Zahlen der Araber künstlich aufgeblasen sind, schuf der Konflikt eindeutig mehr jüdische Flüchtlinge als arabische. Echte ethnische Säuberung sieht so aus:

Vertreibung von Juden aus arabischen Ländern 1948-2012

Wer ist ein Flüchtling?

1949 schuf die UNO ein besonderes Gremium, das sich um die arabischen Flüchtlingen kümmern sollte – UNRWA. Im Zuge dessen schufen sie eine Sonderdefinition für Flüchtlinge, nur für die Araber, die in diesem Konflikt gefangen waren. Zu ihnen gehörte jeder arabische Immigrant , der vor Juni 1946 in die Gegend gezogen war und beschloss seltsamerweise den Anspruch erblich zu machen. Das bedeutete, dass die Enkel eines arabischen Irakers, der 1945 einwanderte, als palästinensischer Flüchtling betrachtet wird, der einen Anspruch auf Hebron hat, aber dem Enkelkind eines jüdischen Nachkommens der 1929 in Hebron massakrierten Gemeinde wird kein Anspruch auf Hebron gewährt. Gemäß den normalen UNHCR-Regeln würden diese Leute nicht als Flüchtlinge angesehen. Es bedeutet auch, dass ein Palästinenser, der in Ramallalh legt, innerhalb von PA-Gebiet, als Flüchtling betrachtet wird – obwohl die normale Definition ihn bestenfalls als „displaced person“ (Vertriebenen) erachten würde. Diese Graphik zeigt den Unterschied zwischen der Zahl der heute als Flüchtlinge anerkannten Palästinenser im Vergleich dazu, wie viele als Flüchtlinge anerkannt wären, würde der UNHCR den Laden wie schmeißen, wie er das mit Flüchtlingen normalerweise tut.

Sind es Flüchtlinge?

Stimmt – keinen. Der UNHCR hätte gemacht, was er mit Flüchtlingen immer macht – versuchen den Flüchtlingsstatus durch Neuansiedlung zu beenden. Ihnen ein neues Leben zu geben. Die Palästinenser sind ausdrücklich von der internationalen Konvention und dem Protokoll zum Status von Flüchtlingen ausgenommen, was der UNRWA ermöglicht ihren Status zu verewigen.

gelb unterlegt: Die Konvention gilt nicht für die Flüchtlinge, die den Schutz oder der Hilfe einer anderen UNO-Agentur als dem UNHCR genießen, so die Flüchtlinge aus Palästina, die unter die Schirmherrschaft der United Nations Relief and Works Agency for Palestinian Refugees in the Near East (UNRWA) fallen.

Wir bleiben in einem Alternativuniversum zurück, in dem ein wohlhabender Palästinenser, der in einer großen Villa auf Palästinensergebiet lebt, als Flüchtling betrachtet werden kann. Der Unterschied zwischen den beiden Ansätzen beträgt den von 5 Millionen zu Null. Das ist vorsätzliche Perpetuierung des Leidens mit dem Ziel geopolitischer Kriegstreiberei.

Die brutalste Armee der Welt

Es besteht ein Konflikt zwischen Israel und seinen Nachbarn und innerhalb dieses größeren Bildes den Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern. Viele der Opfer des großen Krieges waren eindringende arabische Soldaten. So die irregulären arabischen Streitkräfte, die in das britische Palästina eindrangen, als die Briten noch offiziell die Kontrolle über das Mandat hatten. Oder arabische Armeen, die im Mai 1948 einmarschierten oder in den Kriegen von 1967 oder 1973 kämpften.

Diese Analyse beschäftigt sich ausschließlich mit den arabisch-palästinensischen Opfern (auch wenn diese Leute bis vor kurzem die Identität eines „Palästinensers“ ablehnten). Insgesamt sind vom Bürgerkrieg 1947 bis zu den jüngsten Konflikten mit der Hamas im Gazastreifen ungefähr 25.000 bis 28.000 Palästinenser gestorben. Dies Zahlen sind umstritten und viele legen nahe, dass die ursprünglichen 13.000 den Konflikten von 1947-1949 zugeschriebenen „hochgradig“ übertrieben sind. Im Sinne dieser Studie – spielt das keine Rolle. Allein in den 1930-er Jahren wurden tausende Araber im britischen Palästina dabei, dass Fraktionen miteinander abrechneten – aber wir werden diese herausrechnen. Mindestens 5.000 starben im libanesischen Bürgerkrieg. Arafat behauptete, dass 25.000 im Schwarzen September starben. Der Krieg der Lager forderte mindestens weitere 5.000 Leben. Die erste Intifada erlebte 1.000 von anderen Palästinensern getötete Palästinenser und die zweite weitere 700. Der Bürgerkrieg zwischen Fatah und Hamas forderte weitere 600. Mit anderen Worten: Wir können mindestens 37.300 schätzen (unter Verwendung ihrer Zahlen, wie wir das im ersten Beispiel getan haben). Selbst wenn wir das ägyptische Vorgehen  gegen Palästinenser und den fürchterlichen Blutzoll in Syrien ignorieren, ist die Schlussfolgerung klar:

Es sind mehr palästinensische Araber von Arabern getötet worden, als von israelischen Soldaten. Die meisten im Libanon, Jordanien oder bei internen Kämpfen (und wir haben noch nicht einmal den syrischen Bürgerkrieg, die ägyptische Bekämpfung und die innerarabische Gewalt vor 1948 eingerechnet).

blau: im Konflikt mit Israel getötet – orange: von Arabern bzw. intern getötet

So wie die Israelis in den 1970-er Jahren anscheinend nicht in der Lage waren die Opferzahlen kurzer Ausbrüche intensiver Gewalt in Jordanien und dem Libanon zu erreichen, lässt es die Behauptung von „Brutalität“ unverhohlen unangebracht erscheinen.

Die „Nakba“ – das „Verbrechen des Jahrhunderts“

Wie auch immer man das Zahlenspiel betriebt, wie brutal auch immer man versucht es zu machen – wann immer dieser Konflikt mit anderen verglichen wird, kratzt man sich am Kopf, warum es diese Besessenheit von ihm gibt. Wie konnte dieser Konflikt nicht 1949 enden? Die „Nakba“ wird von antiisraelischen Aktivisten als in seinem Schrecken absolut einzigartig beschrieben. Doch selbst, wenn wir den Kontext und die Wirklichkeiten des Bürgerkriegs wegnehmen, ein falsches Narrativ akzeptieren und uns einzig auf die Zahlen konzentrieren, haben an anderen Orten weit, weit tödlicher Ereignisse stattgefunden. Fakt ist: Wenn man sie mit anderen Situationen vergleicht, bei denen Bevölkerungen verschoben wurden (sogar mit internationaler Unterstützung), dann sind die Ereignisse von 1948, was die Zahl der Toten angeht, weit geringer und fast vernachlässigbar. Fakt ist: Sowohl in der Zahl der Geflüchteten als auch der Zahl der Toten (so sehr wie jeden Todesfall als tragisch betrachten) rangiert die palästinensisch „Nakba“ im Bereich von „unbedeutend“, stellt man sie neben vergleichbare Begebenheiten:

Anteil der Toten während Bevölkerungstransfer/-austausch (Zahlen in Millionen) – blau: Flüchtlinge – orange: Tote (die Zahlen sind entnommen aus: Ben Dror Yemini: Industry of Lies. S. 77)

Wir haben die Opferzahlen bereits diskutiert, aber da wir sie die folgende UNO-Tabelle in Kontext setzen müssen, müssen wir zuerst einen Blick auf die heute stattfindenden weltweiten Konflikte werfen. Über die israelischen Konflikte wird wie über keinen anderen geredet – es werden sogar Worte wie „Völkermord“ benutzt. Wie schlimm ist das? Etwa 140.000 Menschen sind in den letzten 100 Jahren in diesem Konflikt gestorben. Und das sind alle – einschließlich der Briten, Syrer, Libanesen, Ägypterr, Israelis, Jordanier und Palästinenser. Diese Gesamtzahl schließt jedne KOflikt und jeden Anschlag ein, sowohl vor wie nach 1948. Das repräsentiert nur 25% der Gesamtzahl an Todesfällen in fünf Jahren der Kämpfe im Sudan. Und rund 25% der Gesamtzahl, die der syrische Konflikt im denselben fünf Jahren schaffte umzubringen. Und Staaten des Westens schneiden nicht besser ab – das sind nur 20% der Toten, die der Irak-Krieg von 2003 bis 2006 mit sich brachte. Die sowjetische Invasion Afghanistans führte zu zwei Millionen Toten. Dann gibt es noch Ruanda, Tschetschenien, den Jemen, Bangladesch, Somalia und wir könnten die Liste fortsetzen. Es gibt eine Liste der acht blutigsten Konflikte des 21. Jahrhunderts; es überrascht nicht, dass der israelisch-arabische Konflikt dort nicht dabei ist.

Fakt ist: Wenn wir eine Karte der globalen Todesfälle infolge von Konflikten seit dem Jahr 2000 zeichnen, würde sie in etwa so aussehen:

Tote des 21. Jahrhunderts – blau: Israelisch-arabischer Konflikt – orange: Rest der Welt

(Die israelische Zählung der Opfer ist ziemlich akkurat und schließt regionale Konflikte wie den Libanonkrieg 2006 mit ein. Die weltweite Opferzahl ist eine sehr niedrige Schätzung. Tatsächlich habe ich aufgehört zu zählen, weil ich an den Punkt kam, an dem ich das Gefühl hatte, dass der Beweis erbracht ist.)

Ethnische Säuberung und Völkermord

Die Minderheitsbevölkerungen in Israel florieren. Trotz der durch den Konflikt unter ihren eigenen Obrigkeiten verursachten Einschränkungen nehmen die Araber in der Westbank (die im Gazastreifen unter der Kontrolle durch die Hamas) an Zahl zu. Was die Anschuldigungen über ethnische Säuberung und Völkermord moralisch abstoßend macht. Um so mehr, als das jüdische Volk genau weiß, wie ethnische Säuberung und Völkermord aussehen:

links: Völkermord (jüdische Bevölkerung in Europa)
Mitte: ethnische Säuberung (jüdische Bevölkerung in arabischen Staaten)
rechts: weder das eine noch das andere (palästinensische Bevölkerung in Westbank und Gazastreifen)

Apartheid

Wussten Sie, das Frauen im Libanon ihre Staatsbürgerschaft nicht an ihre Kinder weitergeben können? Im Verlauf des letzten Jahres hat jeder Israel wegen eines ekelhaften „Nationalstaats-Gesetzes“ angegriffen, das in Wirklichkeit nichts tut, um irgendeinem Bürger irgendetwas vorzuenthalten, während direkt nördlich der Grenze ein echtes Apartheidregime erfolgt. Die Leute sollten Mudar Zahran zuhören, einem jordanischen Wissenschaftler palästinensischer Herkunft, der darüber schreibt, wie Israel für Alles und Jedes verantwortlich gemacht wird, während diese Menschenrechtsbewegungen willentlich die Menschenrechte der Palästinenser in ihren Ländern ignorieren. Im Libanon wird Menschen palästinensischer Herkunft die Staatsbürgerschaft verweigert. Sie dürfen keinen Grundbesitz haben und haben keine Reisefreiheit. Während Amnesty International sich eifrig damit beschäftigt Israel unter einem Mikroskop zu betrachten, gab es seinen letzten größeren Bericht über diesen Missstand vor zwölf Jahren:

In diesem Bericht ermutigt Amnesty International die Obrigkeit des Libanon weiterzugehen. Nach rund 60 Jahren ist es höchste Zeit, dass die libanesischen Behörden konkrete Schritte unternehmen, um die Ausgrenzung der palästinensischen Flüchtlingsgemeinschaft anzugehen und die Einschränkungen wegzukehren, die verhindern, dass palästinensische Flüchtlinge ihre wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Recht ausüben können. Dazu drängt Amnesty International die libanesische Regierung Sofortmaßnahmen zur Eliminierung aller Formen der Diskriminierung palästinensischer Flüchtlinge zu unternehmen, darunter:

* Rücknahme oder Abänderung aller diskriminierenden Gesetze;
* Beendigung aller unangemessenen Einschränkungen der Rechte palästinensischer Flüchtlinge ihre Häuser zu reparieren oder zu verbessern;
* sicherzustellen, dass alle palästinensischen Flüchtlinge Sicherheit für ihren Besitz haben, um sie vor der Bedrohung von Zwangsräumung oder Bedrohungen haben;
* Beendigung aller Einschränkungen für Palästinenser auf dem Arbeitsmarkt und Sicherstellung der Respektierung all ihrer Rechte am Arbeitsplatz;
* Palästinensern Zugang zu Sozialversicherung zu gewähren;
* Sicherstellung, dass alle Kinder gleichen Zugang zu Bildung haben.

Die Liste der von Adalah zusammengestellten diskriminierenden israelischen Gesetze wurde analysiert und für nichts anderes als Entstellung befunden. Mit demselben lächerlichen Maß gemessen ist Großbritannien wegen der Weihnachtsfeiertage und den Sonntags-Geschäftsgesetzen ein „Apartheidstaat“. Wir haben hier wie Diagramme. Das links vergleicht die Zahl der diskriminierenden Gesetze in Israel  mit der Zahl der diskriminierenden Gesetze im Libanon. Die Darstellung rechts vergleicht die Zahl der britischen Universitäten, die Veranstaltungen zur nicht existenten „israelischer Apartheid“ abhalten mit der Zahl der britischen Universitäten, die Veranstaltungen zur tatsächlichen Apartheid im Libanon abhalten:

Links: Datenbank der tatsächlich diskriminierenden Gesetze; rechts: Universitäten, die sich auf „Apartheid“ konzentrieren.

Die genaue Zahl der diskriminierenden Gesetze im Libanon ist unbekannt, weil niemand sich darum gekümmert hat sie genau aufzuführen. Da diese Flüchtlinge per Gesetz tatsächlich diskriminiert werden – Zugang zur Staatbürgerschaft, Reisefreiheit, medizinische Versorgung, Erwerb von Grundbesitz, Arbeitsstellen und verschiedene andere Freiheiten – ist die tatsächliche Zahl der Gesetze, die sie diskriminieren, vermutlich weit höher als in dem Diagramm dargestellt.

Verfolgung ethnischer, religiöser und sexueller Minderheiten

China betreibt derzeit ein massives „Umsiedlungs- und Umerziehungs“-Programm, bei dem uighurische Muslime in Konzentrationslager gesperrt und gefoltert werden. Weltweit sind viele staatenlose religiöse, ethnische und ethnoreligiöse Minderheitsgruppen gefährdet und bedroht – sehen Sie sich nur an, was mit den Jesiden oder Rohingya passierte. Im Nordirak erlebte die „Al-Anfal-Kampagne“ chemische Angriffe auf die Kurden. Vor einhundert Jahren betrug die christliche Bevölkerung des Nahen Ostens etwa 20%, heute sind es noch 5% – und sie werden weniger.

Brunei hat gerade erklärt, dass es beginnen will die Todesstrafe für Ehebruch und Schwulensex einzuführen. In einem Großteil des Nahen Ostens ist Homosexualität ein Verbrechen. Schwule Palästinenser suchen oft Zuflucht in Israel, aus Angst um ihr Leben (besonders durch die Drohung mit „Ehrenmorden“). Es gibt 29 Staaten im Nahen Osten und Nordafrika. Nur in einem davon sind alle ethnischen, religiösen und sexuellen Minderheiten geschützt.

Staaten im Nahen Osten, die ethnische, religiöse und sexuelle Minderheitsgruppen schützen
blau: geschützt (das ist Israel)
orange: diskriminiert / verfolgt (das sind alle anderen)

Besessenheit der UNO

Der Konflikt zwischen Israel und den Palästinenser4 ist eindeutig eine regionale Streitigkeit von niedriger Intensität. Israel ist sichtbar eine funktionierende, lebendige Demokratie in einem Meer despotischer Staaten. In Israels direkter Nachbarschaft, nur ein paar Meter entfernt, sind Millionen Menschen in brutalen Konflikte getötet worden. Völkermord, ethnische Säuberungen, Apartheid – das alles gibt es dort im Überfluss. Diskussionen in der UNO spiegeln das – oder? Falsch. Fakt ist, dass die Besessenheit der UNO von Israel, sowohl in der Vollversammlung alsl auch im Sicherheitsrat, jedermann glauben machen müsste, dass Israel das gewalttätige Regime in einem Meer er Ruhe und Demokratie ist. Das scheint durch das System durch und andere UNO-Gremien sind wenig anderes als Kampfhunde, die aufgebaut wurden, um Israel zu delegitimieren. Das deutlichste ist der UNO-Menschenrechtsrat (UNHRC), der gerade erst wieder weitere Berichte voller Diskriminierung und Voreingenommenheit gegen den jüdischen Staat veröffentlicht hat. Sind sie geeignet Kritik zu üben? Sind sie unvoreingenommen? Der UNHRC verurteilt das demokratisch Israel öfter als den Rest der ganzen Welt zusammen:

Verurteilungen durch den UNHRC 2006 – 2015
– blau: Israel; orange: der Rest der Welt

Fazit

Wer sich an einer Diskussion über Israel beteiligt, sollte deutlich sagen, wo er steht. Hebe das Offensichtliche hervor. Die Einseitigkeit liegt nicht in der Diskussion über einen einzelnen Vorfall. Fakt ist: Streitest du über einen Checkpoint oder ein Opfer oder die Verortung der Hauptstadt, dann hat due bereits weit mehr Boden aufgegeben als du solltest. Der Antisemitismus kein Stück Kritik an Israel. Das Mikroskop, das auf Israel gerichtet wird, und das zweierlei Maß und die Heuchelei, die zur Beurteilung des jüdischen Staates genutzt werden, sorgen dafür, dass die meisten Argument und Kritikpunkte die Grenze von „fair“ zu „diskriminierend“ überschreiten. Es spielt keine Rolle, ob die Besessenheit zum Teil von Geopolitik getrieben ist oder durch antijüdischen Rassismus. Beim institutionellen Rassismus im MET ging es nicht um Rassismus gegen individuelle Polizisten, sondern um das System, das zu einem rassistischen Ergebnis führte.

Welche Latte auch immer man an diesen Konflikt anlegt, um in zu vergleichen, sie ist selten wahrgenommen. Die Besessenheit von Israel ist eindeutig „Teil des Konflikts“, statt irgendetwas, das damit zu tun hat eine gerechte Lösung für ihn zu finden.

(Ein wichtiger Hinweis muss Ben-Dror Yemini gegeben werden. Ben-Dror hat einen Großteil seines Lebens für die Wahrheit und den Frieden gekämpft. Viele der Ideen und Quellen dieses Textes kommen aus seinem aktuellen Buch und „Industry of Lies“ ist es durchaus wert es sich ins Regal zu stellen, um die Komplexitäten dieses Konflikts zu verstehen.)